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Pflichtblatt der Börsen Düsseldorf Stuttgart · hamburg · berlin · München

№ 46 · Sonntag, 18. November 2012

SPEZIAL > Seite 9

Wem Sie jetzt noch Ihr Geld leihen können Editorial

LIEBE LESER IN NEN U ND LESER, der jüngste Bericht der Troika zu Griechenland, in dem sie die Reform- und Sparanstrengungen würdigt und empfiehlt, dem Land zwei Jahre mehr Zeit zu geben, die Auflagen zu erfüllen, reiht sich nahtlos in die haarsträubende Lügenpolitik der vergangenen Jahre ein. Einmal mehr will man uns für blöd verkaufen, wie z. B. die Aussage: „Der Troika-Bericht ist im Grundton positiv, weil die Griechen ja wirklich geliefert haben“, von EuroGruppenchef Juncker verdeutlicht. Das ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht für die braven Steuerzahler in Europa, sondern auch für den Großteil der Griechen, die unter der EU-Hilfsrepression leiden. Zudem wird auch der zeitliche Aufschub nichts daran

ändern, dass Hellas mit Spardiktaten ohne Schuldenerlass weder die geforderte Defizitgrenze erreichen noch langfristig bei den Staatsfinanzen geschweige denn wirtschaftlich wieder auf einen grünen Zweig kommen wird. Die Geldgeber werden nach ihrem Sondertreffen am Dienstag, auf dem es auch darum geht, wie man die neue Finanzlücke Athens stopfen will, was wohl auf ein weiteres Hilfskreditpaket hinausläuft, die Lage aber wie üblich schön zu reden wissen. Herzlichst, Ihre Redaktion von BÖRSE am Sonntag


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Schliekers Woche

Als die Immobilien laufen lernten Sonntag, 18. November 2012

AKTIEN & MÄRKTE Schliekers Woche. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 Tops und Flops-, Zitat- und Zahl der Woche. . . . . . . . . . . . 3 Markt im Fokus: Eurozone – Rosarote Brille nützt nichts. . . . . . . . . . . . . 4 Märkte im Überblick: S&P 500, DAX, EURO STOXX 50 . . . . . . .5 Aktie der Woche: Wirecard. . . . . . . . . . . . 6 SPEZIAL Staatsanleihen und Unternehmensanleihen . . . . . . . . . . . . . . . 9 Gastbeitrag: Dr. Georg Graf von Wallwitz. . . . . . . . . . 12 UNTERNEHMEN Unternehmen der Woche: Nordsee. . . . . . 13 News: E.ON, Frankfurter Wertpapierbörse . . . . . . . . . . 14 FONDS Fonds der Woche: WestInvest InterSelect . . . . . . . . . . . . . . . 15 Fonds-News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 ZERTIFIKATE Zertifikate-Idee: Vietnam-Top-Select-Basket-Zertifikat. . . 18 Zertifikate-News. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 Rohstoffe Rohstoff der Woche: Orangensaft . . . . . . . . 20 Rohstoffanalysen: Gold, Kaffee, Palladium, Sojabohnen . . . . . . . . . . . . . . 21 Lebensart Event der Woche: „Bond, … James Bond“, Ausstellung. . . . . 22 Kulturkalender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 Coffeetable-Favourites: Magical Tattoos and Scarification . . . . . . 23 Impressum/Disclaimer . . . . . . . . . . . . . . 24

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Manch einer denkt, die gegenwä rtige Situation, so ganz allgemein und ungeschminkt, sei doch zum Davonlaufen. Nun ja, je nachdem, wo man gerade ist, stimmt das sicher. Reinhard Schlieker Gut ausgebildete ZDF Wirtschafts­ Leute in den bekannkorrespondent ten Krisenländern des sonnigen Südens tun dergleichen, nehmen die Beine in die Hand und machen sich auf nach Deutschland. Auch ohne jegliche Sprachkenntnisse, also sozusagen linguistisch nicht vorbelastet und determinierbar, besuchen sie die Personalabteilungen deutscher Unternehmen und werden gern genommen. Im schwäbischen Mittelstand, so weiß es der „Spiegel“ zu berichten, nimmt der Meister die Portugiesen und Griechen sofort unter seine Fittiche und macht sie mit den folkloristischen Besonderheiten vertraut – man muss nicht sprechen können, um Kegeln zu lernen, und das mit den Maultaschen klappt sicher auf Anhieb, denn beim Essen spricht man nicht, weiß doch jeder. Wer also zurückbleibt, wenn der Angehörige sich Richtung Allgäu oder Mittelfranken aufmacht, um dort zu sehen, was 17er-Schlüssel auf Deutsch heißt, dem bleibt kaum etwas anderes übrig, als gegen Merkel zu demonstrieren, wenn der Tag sonst nicht so viel hergibt. Nun fehlt es erwiesenermaßen nicht nur den protestgemeinten Deutschen nicht ganz leicht zu verstehen, warum man gegen Repräsentanten jenes Landes demonstriert, das die meisten Hilfsverpflichtungen übernommen hat, und nicht gegen jene, die den Karren in den Dreck gefahren haben. Die nämlich verstehen durchweg die jeweilige Landessprache und wären nicht nur für bildliche, sondern auch textliche Schmähungen ein lohnendes Ziel. Noch heute ja vermeidet die griechische Regierung es peinlichst, jenen Mitbürgern, die ihr unversteuertes Geld aus dem

Land schaffen, nachzustellen. Die müssen schon den Eindruck bekommen, dass sie als Letztes sogar ihre Immobilien mitnehmen könnten, unversteuert, so wie manche historische Burg oder Brücke aus der Alten Welt in Missouri oder Kansas nach Verschiffung dorthin wieder im alten Glanze erstrahlt. Akropolis adieu im wahrsten Sinne des Wortes! Wahrscheinlich könnte sich jeder PIIGS-Regierungschef unsterblichen Ruhm bei vielen der Demonstranten erwerben, wenn er mal ein wenig Steuerfahndung spielen würde. Die Freunde, die er bei einer solchen Aktion zwangsläufig verliert, wären allerdings weitaus potenter als ein Haufen Rentner und Arbeitsloser. Trotzdem – „Retter des Vaterlandes“ auf einem die Jahrhunderte überdauernden Denkmal mitten auf dem Syntagma-Platz, das wäre doch schon was ... auch wenn man dafür ein paar angenommene Geschenke vielleicht zurückgeben müsste. Aber lassen wir die griechische Seele, die ist im Moment durch saudumme Kommentare deutscher Hobby-Diplomaten noch zu aufgewühlt. Davon abgesehen sollte man sich in der EU mal Gedanken machen, warum man Milliarden spenden kann, ohne auch nur den Hauch eines guten Rufes dabei zu erlangen. Liegt es daran, dass die EU-Politbürokratie noch wirklich jede Aktion, die jedem anderen wie von selbst gelingen würde, mühelos versemmelt? Oder ist es einfach nur völliges Desinteresse gepaart mit solider Inkompetenz? Die Marketing-Abteilungen ganzer Nationen krümmen sich jedenfalls vor Schmerz und wollen gar nicht mehr zusehen. Und unsereiner eigentlich auch nicht.

Was denken Sie über dieses Thema? Schreiben Sie direkt an den Autor, Herrn Reinhard Schlieker unter schlieker@boerse-am-sonntag.de


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Tops und Flops der Woche

tops Home Depot: Prognosen übertroffen Die US-Baumarktkette Home Depot (WKN: 866953) steigerte den Gewinn im 3. Quartal von 934 auf 947 Mio. US-Dollar beziehungsweise von 0,60 auf 0,63 US-Dollar je Aktie. Vor Sonderposten legte der Gewinn je Aktie von 0,60 auf 0,74 US-Dollar zu. Der operative Gewinn zog von 1,62 auf 1,73 Mrd. US-Dollar an. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kletterte der Umsatz von 17,33 auf 18,13 Mrd. US-Dollar. Experten hatten 17,9 Mrd. USDollar Umsatz sowie 0,70 US-Dollar Gewinn je Aktie vor Sonderposten erwartet. LPKF Laser: Umsatz- und Gewinnsprung Im 3. Quartal erhöhte LPKF Laser (WKN: 645000) den Gewinn von 2,68 auf 4,73 Mio. Euro. Vor Zinsen und Steuern (EBIT) kletterte der Gewinn von 3,94 auf 7,34 Mio. Euro. Der Umsatz zog dank eines Großauftrages von 23,09 auf 32,15 Mio. Euro an. 2012 will der Laserspezialist statt 100 bis 105 Mio. nun 106 bis 109 Mio. Euro umsetzen. Die EBIT-Marge soll statt 15% bis 17% nunmehr 16% bis 17% erreichen. Im kommenden Jahr erwartet LPKF eine Abschwächung des Umsatzwachstums sowie eine EBIT-Marge von 14% bis 16%. Cisco: Mehr umgesetzt und verdient Der kalifornische Netzwerkausrüster Cisco (WKN: 878841) steigerte den Überschuss im 1. Quartal von 1,78 auf 2,09 Mrd. US-Dollar. Je Aktie legte der Gewinn von 0,33 auf 0,39 US-Dollar zu, vor Sonderposten von 0,43 auf 0,48 US-Dollar. Der Umsatz zog von 11,26 auf 11,88 Mrd. US-Dollar an. Experten hatten 11,78 Mrd. US-Dollar Umsatz sowie 0,46 US-Dollar Gewinn je Aktie vor Sonderposten prognostiziert. Im laufenden Quartal will Cisco 11,9 bis 12,1 Mrd. US-Dollar umsetzen sowie vor Sonderposten 0,47 bis 0,48 US-Dollar je Aktie verdienen.

Zitat der Woche

„Heute wird niemand mehr durch Leistung reich, sondern nur durch eine reiche Familie oder ein Erbe!“ Journalist und Autor Walter Wüllenberger fordert im Schulden-Talk bei Maybrit Illner, die Kapitalertragsteuer zu erhöhen, um die deutsche Mittelschicht zu unterstützen. Diese müsse derzeit das Vermögen der Reichen zum Beispiel durch Bankenrettungen schützen und gleichzeitig für die Sozialleistungen der Unterschicht aufkommen.

Zahl der Woche

4,5 Mrd. US-Dollar Der britische Ölkonzern BP muss wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko vor zweieinhalb Jahren 4,5 Mrd. US-Dollar Strafe an die US-Regierung zahlen. Das ist die höchste Strafe, die je ein Unternehmen in den USA bezahlen musste.

Flops SolarWorld: Quartalsverlust vervielfacht Von Juli bis Ende September vervielfachte SolarWorld (WKN: 510840) den Fehlbetrag von 10,98 auf 68,73 Mio. Euro. Vor Steuern (EBT) brach das Ergebnis von +2,71 auf –66,32 Mio. Euro, vor Zinsen und Steuern (EBIT) von +19,23 auf –45,78 Mio. Euro ein. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum schrumpfte der Umsatz von 218,76 auf 128,82 Mio. Euro. 2012 werde der Umsatz „deutlich“ unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Zudem warnte der Bonner Solarkonzern vor einem „deutlich“ negativen EBIT. Infineon: Schwacher Ausblick Im 4. Geschäftsquartal steigerte Infineon (WKN: 623100) den Gewinn von 125 auf 138 Mio. Euro. Der Gewinn aus fortgeführten Aktivitäten brach dagegen von 247 auf 129 Mio. Euro ein. Der operative Gewinn halbierte sich von 179 auf 87 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum schrumpfte der Umsatz von 1,04 auf 0,98 Mrd. Euro. Im laufenden Geschäftsjahr rechnet der Chip-Produzent mit einem Umsatzrückgang im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Vor diesem Hintergrund sollen mehr als 100 Mio. Euro eingespart werden. Dell: Gewinneinbruch Der Smartphone- und Tablet-Boom macht Dell (WKN: 121092) schwer zu schaffen. Im 3. Quartal brach der Gewinn des texanischen Computer-Herstellers von 893 auf 475 Mio. US-Dollar ein. Je Aktie sackte der Gewinn von 0,49 auf 0,27 US-Dollar ab, vor Sonderposten von 0,54 auf 0,39 US-Dollar. Der operative Gewinn halbierte sich von 1,14 Mrd. auf 589 Mio. US-Dollar. Der Umsatz schrumpfte von 15,36 auf 13,72 Mrd. US-Dollar. Analysten hatten mit 13,9 Mrd. US-Dollar Umsatz sowie 0,40 US-Dollar Gewinn je Aktie vor Sonderposten gerechnet.

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TERMINE DER WOCHE 19.11. 16:00 USA Verkäufe bestehende Häuser Oktober 20.11. 08:00 DE Index der Erzeugerpreise Oktober 20.11. 14:30 USA Baubeginne und Baugenehmigungen Oktober 22.11. 02:45 China Einkaufsmanagerindex verarb. G. (HSBC) (1. Veröff.) November 22.11. 10:00 EU Einkaufsmanager­ indizes (1. Veröffentlichung) November 22.11. 16:00 EWU Kommission, Index Verbrauchervertrauen (Vorabsch.) November 23.11. 10:00 DE ifo Geschäftsklima­ index November


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Markt im Fokus

Eurozone: Rosarote Brille nützt nichts Man kann noch so viel durch die rosarote Brille schauen, die nachlassende Konjunkturdynamik in der Eurozone ist nicht zu beschönigen. Die rezessiven Tendenzen sind klar zu erkennen und zu den Ursachen gehört auch der eingeschlagene Euro-Rettungskurs. sonderlich groß, das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Wirtschaftsleistung in der Eurozone im Rückwärtsgang ist. Weil es zudem der zweite Rückgang in Folge

Der laut erster Schätzung berechnete Rückgang des saison- und kalenderbereinigten Bruttoinlandsproduktes (BIP) im 3. Quartal zum Vorquartal von 0,1% ist zwar nicht

Eurozone – Veränderungen BIP (bei fehlenden Ländern liegen noch keine Daten vor)

2,5%

3,4%

Slowakei

-0,5% -2,3%

0,6%

1,7%

Estland

Portugal

-3,4%

-0,8%

Finnland

Griechenland

Österreich

Belgien

-0,8%

0,3%

0,4%

-7,2%

Index Dow Jones S&P 500 NASDAQ DAX MDAX TecDAX SDAX EUROSTX 50 Nikkei 225 Hang Seng

Spanien

Italien

Indizes

Niederlande

Quelle: eurostat

Frankreich

Eurozone

-8%

Deutschland

-6%

04

k. A.

-0,1%

0,0% -1,1% -1,4%

-4%

-0,3% -1,6%

-2,4%

-2%

-0,2%

-0,1% -0,6%

0%

-0,3%

0,2% 0,9%

2%

0,2% 0,1%

BIP-Wachstum Q3 in % zum Vorquartal BIP-Wachstum Q3 in % zum Vorjahresquartal

4%

Zypern

6%

Stand: Freitag nach Börsenschluss

16.11.2012 % Vorwoche 52weekHigh % 52week 12588,31 -1,77% 13661,87 +5,73% 1359,88 -1,45% 1474,51 +9,94% 2853,13 -1,78% 3196,93 +8,09% 6950,53 -2,97% 7478,53 +17,54% 10957,53 -3,38% 11720,76 +23,67% 790,99 -1,51% 830,91 +14,96% 4871,11 -2,19% 5257,70 +8,29% 2427,32 -2,12% 2611,42 +7,03% 9024,16 +3,04% 10255,15 +6,63% 21159,01 -1,05% 22149,70 +11,59%

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war, befindet sich die Eurozone laut volkswirtschaftlicher Definition zudem in einer Rezession. Zuletzt war dies nach Beginn der weltweiten Bankenkrise 2008 der Fall. Damals sank die Wirtschaftsleistung fünf Quartale in Folge bis zum Sommer 2009. Mit verantwortlich für den jüngsten wirtschaftlichen Niedergang im Währungsraum ist insbesondere die schlechte konjunkturelle Lage in der Südperipherie, wozu die mit der Euro-Rettung eingeschlagene Politik drastischer Sparmaßnahmen beigetragen hat. So sank das BIP von Italien im 3. Quartal um 0,2% zum Vorquartal und verzeichnete damit bereits den fünften Rückgang in Folge. In Spanien ging es im Zeitraum Juli bis September um 0,3% abwärts. Portugals Wirtschaft schrumpfte sogar um 0,8% und erhöhte damit die Serie von sinkenden BIPWerten auf 8. Vergleichsweise robust muten indes die Entwicklungen in Deutschland und Frankreich an, die um jeweils 0,2% zulegten. Auch zum Vorjahresquartal verzeichneten beide Länder jeweils Zuwächse, was die Entwicklung in der gesamten Eurozone stützte, jedoch nichts daran änderte, dass es hier ein Minus von 0,6% gab. Nachdem es im Vorquartal bereits um 0,4% abwärtsging, nimmt die Dynamik der Talfahrt somit offenbar zu. Dabei zeigen sich nicht nur eine beschleunigte Schrumpfung in einigen der südeuropäischen Krisenstaaten, sondern auch deutliche Rückgänge in den Niederlanden und Finnland.


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Märkte im Überblick

usa

Deutschland

Korrektur fortgesetzt

Erneut kräftig abwärts

Europa

Desaströse Konjunkturdaten

Nachdem die US-Indizes in der Vorwoche ihre jeweils aus der Verbindung der Zwischentiefs von Oktober 2011 und Juni 2012 resultierenden Aufwärtstrendlinien verletzt hatten, gab es jüngst weitere Abgaben. Die Korrektur nimmt damit immer mehr Form an. Zur trüben Stimmung beigetragen haben die Sorgen wegen der Schuldenkrise in Europa, die zunehmenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten (Israel, Gaza) sowie auch einige der jüngst vorgelegten USKonjunkturdaten. Hier hatten die Folgen des Hurrikans „Sandy“, der Ende Oktober die Ostküste der USA heimgesucht hatte, ihre Spuren hinterlassen. Demnach waren die US-Einzelhandelsumsätze im Oktober gesunken. Zudem gab es einen kräftigen Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche zum 10. November. Ebenfalls durch „Sandy“ verzerrt und negativ beeinträchtigt wurden der NY Empire Manufacturing Index sowie der Philadelphia Fed Index für November. Jüngst für anhaltende Unsicherheit sorgte ferner die drohende „Fiskalklippe“, auch wenn die ersten Gespräche am Freitag zwischen Barack Obama und Vertretern der Demokraten und Republikanern von Letzteren als konstruktiv bezeichnet wurden, was die Stimmung vor dem Wochenende offenbar etwas hob. Nächste Woche ist wegen Thanksgiving verkürzt: Donnerstag wird gar nicht, am Freitag nur einen halben Tag am US-Aktienmarkt gehandelt.

Die Kauflaune am deutschen Aktienmarkt nimmt immer mehr ab. Nach den recht deutlichen Verlusten der Vorwoche gab es auch in der vergangenen kräftige Abgaben. Der DAX fiel um 3%. Aus charttechnischer Sicht ist nun tatsächlich ein nachhaltiger Rutsch aus der Seitwärtsspanne seit September zu konstatieren. Der Index verletzte zudem bereits die 7.000er-Marke. In dieser Region könnten die Bullen nun zwar noch einmal versuchen, ihre Kräfte zu mobilisieren, ob es für eine nachhaltige Stimmungsaufhellung reicht, ist jedoch fraglich. Bei einer fortgesetzten Korrektur stellen die nächsten eventuellen Unterstützungen das 38,2%-Fibonacci-Retracement der Rally von Juni bis September bei 6.881 Punkten, die knapp darunter verlaufende 200-TageLinie sowie das 50%-Retracement bei 6.696 Zählern dar. Argumente für die sinkende Tendenz waren jüngst die wieder stärker in den Fokus geratene Schuldenkrise, aber auch weitere makroökonomische Fakten, die verdeutlichen, dass die deutsche Wirtschaft zunehmend die Folgen der konjunkturellen Krise der Eurozone spürt. So schwächte sich das preis-, saison- und kalenderbereinigte Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) im dritten Jahresviertel 2012 zum Vorquartal erneut ab und lag nach 0,5% im ersten und 0,3% im zweiten nun bei 0,2%. Und auch gegenüber dem Vorjahresquartal sank die Dynamik weiter auf nun 0,9%.

An den europäischen Aktienmärkten überwogen in der vergangenen Woche erneut die negativen Vorzeichen bei den Veränderungen der Leitindizes zur Vorwoche. Das leidige Hickhack in Sachen Schuldenkrise und die nicht zu verhehlende konjunkturelle Abwärtstendenz trübten die Gemüter. Wie dramatisch sich die wirtschaftliche Lage, insbesondere in den Krisenländern der südlichen Peripherie, zuspitzt, davon zeugen die jüngsten Daten zur Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes (siehe Markt im Fokus) sowie auch die desaströsen Zahlen zur Industrieproduktion im September. Saisonbereinigt gab es bei Letzteren nach einem Zuwachs im August von 0,9% zum Vormonat nun einen kräftigen Rückgang von 2,5%. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ging es um 2,3% abwärts. Erschreckend sind dabei auch die Einbrüche zum Vormonat in einigen Ländern wie Irland (–12,6%), Griechenland (–4,4%), Spanien (–2,8%) und Portugal (–12%). Aber auch die Rückgänge in Deutschland (–2,1%), Frankreich (–2,7%) und Italien (–1,5%) sind nicht ohne. Schaut man sich zudem die langfristige Entwicklung an, werden die Ungleichgewichte in der Eurozone deutlich, was die von den Euro-Rettern immer wieder beschworenen positiven Effekte der gemeinsamen Währung widerlegt und zudem das Vorhaben, die Auslandsverschuldungen der Krisenländer bei Aufrechterhaltung des Euro abzubauen, zum Scheitern verurteilt.

S&P 500

DAX

EURO STOXX 50

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Stand: 16.11.2012

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Wirecard:

Branchenspezifisches Umfeld weiterhin bestens Mit rund 44% Kurszuwachs seit Jahresbeginn gehört die Aktie des Spezialisten für den elektronischen Zahlungsverkehr zu den Besten im TecDAX. Die starke Performance kommt nicht von ungefähr. Wirecard hat ein äußerst vielversprechendes Geschäftsmodell, wächst und wirtschaftet dabei sehr profitabel, wie jüngst auch die vorgelegte 9-Monats-Bilanz einmal mehr unterfütterte. Weltweit trübt sich das konjunkturelle Umfeld zwar zunehmend ein, die branchenspezifischen Rahmenbedingungen sind aber weiterhin günstig für Wirecard. Dazu gehört der nach wie vor wachsende E-Commerce-Markt in Europa und Asien. Auch die Aussichten für den Internet-Handel sind immer noch vielversprechend, werden hier doch weitere kontinuierliche Steigerungen erwartet. Zu den treibenden Faktoren zählt die weltweit anhaltende Verlagerung des stationären Handels ins Internet. Zudem bauen viele Firmen, die vom wachsenden E-Commerce profitieren wollen, keine eigenen Online-Bezahlsysteme auf, sondern gliedern diese aus Komplexitäts- und Kostengründen an Spezialanbieter aus. Einer der Nutznießer und nach eigenen Angaben weltweit führend bei der Verarbeitung sowie reibungslosen und sicheren Abwicklung von Online-Zahlungstransaktion ist Wirecard. Gegründet 1999 hat sich die 06

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Firma kontinuierlich den sich ändernden Anforderungen des Marktes angepasst und das Sortiment stetig ausgebaut. Technologievorsprung Zum Portfolio gehören heute mehr als 85 Zahlungs- und Risikomanagement-Lösungen. Das Unternehmen kann dabei selbst die vielen unterschiedlichen nationalen und internationalen elektronischen

Wirecard

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Zahlungsarten sowie alternativen Bezahlverfahren miteinander verknüpfen. Zum Unternehmen gehört außerdem die Wirecard Bank, die das Leistungsspektrum sinnvoll ergänzt. Zu ihrem Angebotsspektrum zählen Lösungen in den Bereichen Corporate Banking, Prepaid- bzw. Co-branded-Karten- sowie -Kontenprodukte sowohl für Geschäfts- als auch für Privatkunden. Die Kombination aus Software-Technologie und Bankprodukten, die globale Ausrichtung der Zahlungsplattform und innovative Lösungen, um Online-Zahlungen effizient und sicher abwickeln zu können, sind die wichtigsten Alleinstellungsmerkmale des Unternehmens. Es kann damit seinen Kunden aus den drei Zielbrachen Konsumgüter, Tourismus und digitale Güter (Downloadund Service-Plattformen, soziale Netzwerke, Entertainment-Portale, Videospiele, OnlineGlücksspiele) plattformübergreifende Komplettlösungen rund um den elektronischen Zahlungsverkehr aus einer Hand bieten. Dabei hat sich die Gesellschaft in den vergangenen Jahren einen Technologievorsprung erarbeitet, was zusammen mit dem umfangreichen Sortiment an Produkten und Dienstleistungen für den Zahlungsverkehr eine sehr gute Grundlage ist, um weiterhin

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von dem erwarteten weltweiten Wachstum im E-Commerce-Markt zu profitieren. Zusätzliche Wachstumschancen Darüber hinaus bieten neue Geschäftsfelder zusätzliche Wachstumschancen. So gibt es immer mehr alternative Bezahlverfahren, die es mit den klassischen zu verknüpfen gilt. Hier kommt dem Unternehmen sein in den vergangenen Jahren erarbeitetes technologisches Know-how zugute. Als Wachstumsmarkt gilt auch das sogenannte Mobile Payment, also die Die Gesellschaft hat sich in den Bezahlung mit dem Mobiltelefon, vergangenen Jahren einen Techwo sich Wirecard seit Ende 2011 als nologievorsprung erarbeitet. umfassender Dienstleister für die technische Abwicklung multifunktionaler mobiler Bezahllösungen positioniert hat. Tätig ist die Gesellschaft außerdem im sogenannten Issuing. Hier bietet sie Lösungen und Dienstleistungen rund um die Ausgabe von Karten zum Bezahlen (z. B. Prepaid-Karten) und für Kundenbindungsprogramme. Ebenfalls ein Bereich, dem ordentliche Wachstumsraten beschieden werden. Auf Wachstumskurs Dass die sich bietenden Chancen weiterhin genutzt werden, zeigt die jüngst vorgelegte 9-Monats-Bilanz. Demnach hat die Gesellschaft in den ersten neun Monaten 2012 über die eigene Plattform ein Transaktionsvolumen von 14,9 Mrd. Euro abgewickelt, was einem Zuwachs zum Vorjahreszeitraum von satten 33% entspricht. Dies spiegelt einerseits die dynamische Entwicklung von Online-Zahlungen


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im Kerngeschäft wider. Darüber hinaus konnte Wirecard sowohl im europäischen Kernmarkt als auch in Asien die vorhandenen Kundenbeziehungen ausbauen und vielversprechende neue Kundenverträge abschließen. Damit nutzen inzwischen mehr als 13.000 Geschäftskunden das umfangreiche Angebot. Und auch die Geschäftszahlen sprechen für einen anhaltenden Wachstumskurs. Starke Zahlen Im 3. Quartal verbesserte sich der Umsatz um 20,3% auf 101,6 Mio. Euro. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) gab es sogar ein Plus von 24% auf 28,8 Mio. Euro. Nach Steuern verdiente das Unternehmen 20,5 Mio. Euro und damit 22,4% mehr als im Vorjahreszeitraum. In den ersten neun Monaten 2012 insgesamt kletterte der Umsatz um 20,3% auf 279,5 Mio. Euro. Das EBITDA nahm um 33,4% auf 78,1 Mio. Euro zu. Bereinigt um die Einmalaufwendungen in der Vorjahresperiode für den Umzug der Firmenzentrale und Wirecard sollte auch in für die beschleunigte Expansion in Asien konjunkturell schwierigen Zeiten von insgesamt 5,2 Mio. Euro stieg es um dank des branchenspezifisch 22,5%. Unter dem Strich sprang schließpositiven Umfeldes weiter lich ein Profit von 52,9 Mio. Euro heraus profitabel wachsen. und damit ein Viertel mehr als vor einem Jahr. Daraus resultiert eine stolze Netto­ marge von fast 19%. Jüngst bei Vorlage der starken Zahlen konkretisierte der Vorstand die bisherige EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr von 103 bis 115 auf 106 bis 113 Mio. Euro. Er betonte außerdem, dass Wirecard an der vorwiegend organischen Wachstumsstrategie in den Zielmärkten Europa und Asien festhalten wird, wenngleich man sich Chancen bei der Konsolidierung des Marktes für Anbieter von Lösungen im elektronischen Zahlungsverkehr nicht entgehen lassen will. Kurzum: Auch künftig dürften ergänzende kleinere Zukäufe getätigt werden.

Fazit Wirecard ist mit seiner umfangreichen und technologisch führenden Kernkompetenz im Bereich Zahlungsabwicklung in Kombination mit innovativen bankbasierten Dienstleistungen und Produkten bestens positioniert, um von der erwarteten weiterhin positiven Entwicklung des E-Commerce in Europa und Asien zu profitieren. Außerdem bieten neue Geschäftsfelder Chancen. Das Unternehmen sollte daher auch in konjunkturell schwierigen Zeiten aufgrund der branchenspezifischen verheißungsvollen Aussichten seinen profitablen Wachstumskurs fortsetzen. Die Aktie bleibt damit auch für Investoren interessant, wenngleich es in den vergangenen Monaten beim Kurs kräftig aufwärtsging und damit die Bewertung nicht mehr günstig ist. Das starke Momentum der Aktie mit zuletzt neuen Höchstkursen, aber auch die vielversprechenden Geschäftsaussichten gepaart mit starken Ergebnissen und Bilanzkennzahlen könnten bei Rücksetzern dennoch spekulative Käufe rechtfertigen.

Wirecard ISIN: DE0007472060 WKN: 747206 Kurs 16.11.12:  18,03 EUR 52-Wochen-Hoch:  18,81 EUR 52-Wochen-Tief:  11,39 EUR Empf. Stop-Loss:  14,50 EUR Unser Anlageurteil:  spekulativer Kauf Stand: Freitag nach Börsenschluss

Derivate auf Wirecard WKN CZ08WQ BP42QR DZB153

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Typ Hebel-Zert. (Long) Hebel-Zert. (Long) Hebel-Zert. (Short)

Basispreis Knock-out Laufzeit Hebel 13,767 Euro 15,19 Euro open end 4,31 13,709 Euro 14,805 Euro open end 4,34 22,976 Euro 21,912 Euro open end 3,47


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Staatsanleihen und Unternehmensanleihen

Wem Sie jetzt noch Ihr Geld leihen können Staatsanleihen mit Spitzenrating bringen kaum noch Rendite, obwohl die größten Emittenten hoch verschuldet sind. Erstklassige Unternehmensanleihen sind kein Geheimtipp mehr. Wo Sie jetzt noch Anleihen finden, bei denen Risiko und Ertrag zusammenpassen.

Festverzinsliche Wertpapiere sind en vogue. Allein im 3. Quartal des laufenden Jahres flossen den Anleihefonds in Deutschland laut Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) fast 9 Mrd. Euro zu, während fast alle anderen Asset-Klassen Abflüsse zu verzeichnen hatten. Kein Wunder: Anleihen haben hierzulande einen sehr guten Ruf und glänzen mit fixen Ausschüttungen. Risikoarm und rentierlich Dass dies durchaus gerechtfertigt ist, zeigen Analysen des BVI. Regelmäßig veröffentlicht der Verband, wie sich eine Einmalanlage in die verschiedenen Asset-Klassen entwickelt hätte. Zwar schneiden hier Aktienfonds auf kurze und sehr lange Sicht besser ab, doch bei einem viel größeren Risiko. Auf Sicht der letzten fünf Jahre haben Anleiheprodukte klar die Nase vorn. Hier macht sich die Finanzkrise bemerkbar: Während die Anleiheprodukte mit Wertsteigerungen zwischen 10% bis 35% glänzen können, liegen die Aktienfonds deutlich im Minus. Auch über 15 Jahre machen die Festverzinslichen eine gute Figur und selbst über 20 Jahre können „Rentenfonds Euro Langläufer“ mit den „Aktienfonds Europa“ in Sachen Performance mithalten – und das stets bei einer deutlich niedrigeren Schwankungsbreite. Blue-Chip-Aktien sind keine Alternative Angesichts der sich abzeichnenden konjunkturellen Eintrübung in vielen Teilen der Welt steht die nächste Belastungsprobe für die 09

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Aktienmärkte zudem wahrscheinlich unmittelbar bevor: „Aktien sind interessant, man muss langfristig welche haben. Aber ich gehe davon aus, dass die nächsten 12 bis 18 Monate für Aktien sehr gefährlich werden. Aktuell notieren viele auf hohem Niveau. Da drohen Abstürze, vor allem im nächsten Jahr“, so der Vermögensverwalter Felix Zulauf kürzlich in einem Interview mit der „Wirtschaftswoche“. Auch die derzeit viel gepriesenen Blue Chips sieht der Experte kritisch: „Immer weniger Aktien sind in einem Bullenmarkt. Am Schluss korrigieren dann auch die Henkels, Beiersdorfs, Coca-Colas und Apples dieser Welt, und zwar massiv. Auch solche Werte werden im Verlauf der kommenden zwölf Monate stark unter Druck kommen“, so Zulauf weiter. Auch Anleihen der als besonders sicher geltenden Unternehmen sind keine wirkliche Alternative. Ihre Renditen bewegen sich auf dem Niveau der andern sicheren Häfen: Eine NestléAnleihe (WKN: A1HBAU) mit Laufzeit bis Januar 2018 bringt beispielsweise gerade


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einmal 1,17%, ein Novartis-Bond (WKN: A1AHRB) mit Laufzeit bis Mitte 2016 lediglich 0,7% Rendite. Wirtschaftsmächte im Schuldensumpf Doch auch bei den Staatsanleihen hat sich die Welt verändert. Die USA sind mit 16 Bio. Euro verschuldet und steuern – sollten sich Republikaner und Demokraten nicht bald einigen – dank gesetzlich verankerter Schuldenbremse auf den Staatsbankrott zu. Im hoch verschuldeten Japan drohte dieses Szenario übrigens bereits im laufenden Monat. Hier konnte die Pleite in letzter Minute nur durch noch mehr neue Schulden abgewendet werden. Der japanische Haushalt wird inzwischen zur Hälfte mit Schuldscheinen finanziert. In der jüngeren Vergangenheit haben daher die beiden führenden Industrienationen bereits ihr Top-Rating eingebüßt. Die europäischen Krisenstaaten stehen also keineswegs allein auf weiter Flur. Was die Situation der Anleger freilich nicht einfacher macht – ganz im Gegenteil.

krisengeschüttelten Emerging Markets (EM) heute als Vorzeigemodell: „Aufgrund der stark verbesserten externen und öffentlichen Schuldenposition gehören Staatsschuldenkrisen und Zahlungsbilanzkrisen in den zehn größten Emerging Markets der Vergangenheit an“, so Markus Jäger in einer Analyse für die Deutsche Bank Research. „Die Staatsverschuldung der EM-10-Länder hat In der jüngeren Vergangenheit sich seit dem Jahr 2000 im Schnitt von haben die beiden führenden 50% auf 25% des Bruttoinlandsprodukts Industrienationen bereits ihr halbiert – die Verschuldung der G-7-Länder Top-Rating eingebüßt. ist hingegen inzwischen von knapp 80% auf fast 120% des BIP gestiegen“, so Jäger weiter. Dies spiegelt sich auch bei den Ratings wider: Brasilien, Kolumbien, Indonesien & Co. können im Gegensatz zu ihren westlichen Pendants mit Heraufstufungen aufwarten. Dementsprechend hat sich auch der Anteil der Schwellenländeranleihen mit Investment-Grade-Rating – im repräsentativen J. P. Morgan Bond Index Global – seit dem Jahr 2000 auf rund 60% verdoppelt! Der iShares JPMorgan USD Emerging Markets Bond Fund (WKN: A0RFFT), der diesen Index abbildet, erzielte über die letzten drei Jahre einen Wertzuwachs von rund 38%. Angesichts dieser Zahlen ist es kein Wunder, dass Emerging-MarketBonds sich einer immer größeren Beliebtheit erfreuen.

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Auf Favoritenwechsel setzen Während die westlichen Staaten sich in den letzten zehn Jahren mithin von einer soliden Haushaltspolitik verabschiedet haben, präsentieren sich die vormals 10

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Intelligentes Bauen fürs Porrtfolio ANLEIHE-KONDITIONEN Emittentin Volumen

Stückelung Zinssatz Emissionskurs Laufzeit Rückzahlungskurs

Allgemeine BaugesellschaftA. Porr Aktiengesellschaft, Wien bis zu EUR 50 Mio. mit Aufstockungsmöglichkeit auf bis zu EUR 100 Mio. EUR 1.000,00 6,25 % p.a., zahlbar jährlich im Nachhinein, jeweils am 4.12. 100 %* 4 Jahre, endfällig am Laufzeitende zu 100 % des Nennbetrags

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12–20

20 12 .11.20 ) 2.–29 von 2 vorbehalten t is fr s 00 ung nung Zeich ige Schließ 9 71 001-4 )8 it (vorze tline +49 (0 o -H fo In nleihe

-A PORR

Wiener Börse, Geregelter Freiverkehr und Entry Standard für Anleihen, Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse Zeichnungs- 22.–29.11.2012 (vorzeitige Schließung frist vorbehalten) Zahlstelle Raiffeisen Bank International AG Valuta 4.12.2012 ISIN/WKN AT0000A0XJ15 / A1HCJJ Börseneinführung

www.porr-group.com

Verluste sind sicher Denn gleichzeitig hat die Furcht vor Staatspleiten in Europa die Erträge der Anleihen als sicher geltender Staaten auf ein Allzeittief gedrückt: Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe liegt derzeit bei 1,32%, zehnjährige US-Treasuries rentieren bei 1,58%, die Renditen zehnjähriger Schweizer Staatsanleihen bewegen sich ebenfalls weiterhin auf niedrigen Niveaus (0,5%). Bei einer Inflationsrate in Deutschland von rund 2% ist dies bereits heute ein Minusgeschäft – auf lange Sicht wird es zur Gefahr für das Vermögen. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

Bookrunner Raiffeisen Bank International AG, Wien Close Brothers Seydler Bank AG, Frankfurt am Main

* Enthält eine Verkaufsprovision und eine Führungsprovision, welche von der Emittentin getragen werden.

Disclaimer: Diese Marketingmitteilung dient ausschließlich Werbezwecken und stellt eine Marketingmitteilung im Sinn des österreichischen WAG und des KMG dar, jedoch weder eine Finanzanalyse oder eine auf Finanzinstrumente bezogene Beratung oder Empfehlung noch ein Angebot zum Verkauf oder eine Aufforderung zum Kauf von Teilschuldverschreibungen noch stellt sie einen Wertpapierprospekt dar. Das öffentliche Angebot der Allgemeine Baugesellschaft-A. Porr Aktiengesellschaft, Wien (die „Emittentin“) in Österreich, Deutschland und Luxemburg erfolgt ausschließlich durch und auf Grundlage des von der österreichischen Finanzmarktaufsichtsbehörde gebilligten, veröffentlichten und nach Deutschland und Luxemburg notifizierten Wertpapierprospekts vom 12.11.2012 sowie allfälliger Nachträge dazu, die in elektronischer Form auf den Internetseiten der Emittentin (www.porr-group.com) und der Deutsche Börse AG (Frankfurter Wertpapierbörse) (www.boerse-frankfurt.de) und der Société de la Bourse de Luxembourg (www.bourse.lu) eingesehen werden können. Im Zusammenhang mit dem Angebot der Anleihe der Emittentin sind ausschließlich die Angaben im Wertpapierprospekt samt allfälligen Nachträgen dazu verbindlich. Interessierte Anleger sollten ihre Anlageentscheidung ausschließlich auf Grundlage der im Wertpapierprospekt für die Anleihe der Emittentin enthaltenen Informationen einschließlich der mit den Teilschuldverschreibungen und der Emittentin verbundenen Risiken treffen. Die Angaben dieser Marketingmitteilung sind unverbindlich. Die Anleger sind aufgefordert, vor einer Investitionsentscheidung insbesondere die Risikohinweise im Prospekt zu beachten. Diese Marketingmitteilung ist nicht zur Weitergabe oder Veröffentlichung in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) oder jedem anderen Land bestimmt, in dem der Vertrieb oder die Veröffentlichung dieser Unterlage rechtswidrig wäre, und darf nicht an „U.S. persons“ (wie in Regulation S des U.S. Securities Act of 1933 in der geltenden Fassung definiert) sowie an Publikationen mit allgemeiner Verbreitung in den USA weiter gegeben oder verteilt werden.


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Staatsanleihen und Unternehmensanleihen

Emerging-Market-Bonds gesucht Konkret rät beispielsweise Brian Hess, Portfoliomanager des Legg Mason Brandywine Global Fixed Income Fund: „Mexiko gehört zu den Märkten, die uns ganz besonders ansprechen. Die 20-jährigen Staatsanleihen in Mexiko haben eine Rendite von 6%, die Inflation liegt zwischen 3,5% und 4% und der Peso ist unterbewertet. Interessant sind auch südafrikanische Anleihen. Hier haben wir uns in zehnjährigen und 30-jährigen Titeln mit Renditen von 7,5% beziehungsweise 8,5% engagiert.“ Eine immer größere Bedeutung gewinnen dabei Mit Zinserhöhungen ist sogenannte Local Currency Bonds – zu aufgrund der konjunkturellen Lage und der Schulden­krise bis Deutsch: Emissionen in lokaler Währung. Denn Anleihen in heimischer Währung auf Weiteres nicht sind für die Schwellenländer eine sehr inzu rechnen. teressante Art der Finanzierung, da Währungsabwertungen hier nicht mehr direkt durchschlagen. „Der Markt für Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern wird in den nächsten Jahren wachsen und dem Investor einen deutlichen Mehrwert gegenüber Staatsanleihen bieten“, erwartet daher der ThreadneedleFondsmanager Richard House. Aus Differenzierungsgründen bieten sich für Privatanleger in jedem Fall Fondslösungen an. Auf das Thema Local Currency Bonds lässt sich beispielsweise mit dem ING (L) Renta Fund Emerging Markets Debt Local Currency (WKN: 579715) setzen. Schlechte Bonität, guter Zins Zahlreiche Emerging Markets können heute mit einer geringeren Verschuldung und gleichzeitig einem höheren Wirtschaftswachstum aufwarten. Die Risiken sind hier also sogar niedriger als bei Japan, Spanien & Co. und daher einen Blick wert. Wer demgegenüber bereit ist, ein gewisses Risiko einzugehen, sollte sich das Segment der Hochzinsanleihen näher ansehen. Hinter dieser Bezeichnung verbergen sich Unternehmensanleihen schwächerer Bonität. Deren Renditen liegen bei fünfjähriger Laufzeit laut dem Branchendienst e-fundresearch.com im CCC-Segment aktuell bei 10,5% und im B-Segment bei 6,5%. In Phasen der Rezession haben sich diese Papiere in der Vergangenheit besser geschlagen als Aktien und die Bewertung erscheint derzeit günstig: „Die Diskrepanz zwischen den erwarteten und implizierten Ausfallsraten ist hoch“, so Tobias Spies, Manager des DKO-Lux-Renten Spezial (WKN: A0Q9CB), gegenüber dem Branchendienst. Auch hier sollten zwecks Risikostreuung Fondslösungen gewählt werden. Eine spesengünstige Einstiegsmöglichkeit ist der Markit iBoxx EUR Liquid High Yield 30 Index 30 (WKN: WKN: LYX0LY). 11

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Fazit Mit Zinserhöhungen ist aufgrund der konjunkturellen Lage und der Schuldenkrise bis auf Weiteres nicht zu rechnen. Diese wären das größte Risiko für die Inhaber von Anleihen. Von dieser Seite droht also kaum Gefahr. Demgegenüber führt auch übertriebenes Sicherheitsdenken – Stichwort Bundesanleihen – unweigerlich zu Verlusten. Anleihen von Schwellenländern und bonitätsschwachen Unternehmen bleiben hingegen weiterhin attraktiv. Anleger können sich diese Assets per ETF bequem, breit diversifiziert und spesengünstig ins Depot legen.

Ausblick auf das nächste Spezial Ausgabe 47 (25.11.2012) Luxus-Investments


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„Fallen Angels“ sind eine Sünde wert –

höhere Renditen mit ausgesuchten Hochzinsanleihen Den gefallenen Engel beurteilen Literatur und Theologie bemerkenswert unterschiedlich. Von Miltons „Paradise Lost“ über Goethes „Faust“ bis hin zu Thomas Manns „Zauberberg“ hat er als „Lichtbringer“ (so die direkte Übersetzung des Namens Luzifer) eigentlich eine gute Presse. Die Kirchenväter hingegen lassen wenig Gutes an ihm. Einig sind sich aber alle, dass er gut mit Geld umgehen kann. Im „Faust II“ saniert er den Haushalt des Kaisers und bei Milton gelingt ihm sogar mithilfe des Mammons das Comeback ins Paradies, wo er dann mit einem Apfel Eva verführt. Dr. Georg Graf von Wallwitz Fondsmanager der Phaidros Funds und Geschäftsführer der Eyb & Wallwitz Vermögensmanagement GmbH

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Renditen. Für die spätere Rückzahlung des Kapitals bürgen zumeist Auch an der Börse ist nach dem Höllensturz nicht aller Tage Abend. Als „Fallen Angels“ etablierte Großkonzerne mit Substanz. Das Volumen der Papiere liegt über dem Durchschnitt des Hochzinssegments. Außerdem ist werden dort Zinstitel bezeichnet, die ihren Status als sicheres Investment eingebüßt ha- ausreichendes Research-Material verfügbar. All dies gewährleistet, dass Anleiheinvestoren die gefallenen Engel aufmerksam beobachten. ben. Dies geschieht immer dann, wenn ihre Hieraus resultieren fairere Kurse, ein liquiderer Handel und gerinBonität unter die Note BBB– rutscht. Die Anleihen verlieren dann ihren Investment- gere Spreads als bei vergleichbaren Zinstiteln. Grade-Status und werden gerne auch als Genau genommen handelt es sich bei den „Fallen Angels“ um das Qualitätssegment im High-Yield-Bereich. Den meisten Bond-Emit„Schrott“ oder „Junk“ tituliert. Derartige Herabstufungen haben empfind- tenten gelingt es nämlich, nach der Herabstufung ihr relativ gutes liche Kurseinbußen zur Folge. Denn sobald BB-Rating zumindest zu verteidigen. Viele andere Hochzinsanleihen ein Depottitel in den spekulativen Bereich weisen von Anfang an eine noch schlechtere Bonitätsnote auf. Die gefallenen Engel kommen denn auch auf wesentlich bessere Ausfallabrutscht, trennen sich institutionelle Investoren von ihm. Vor allem die weit- quoten. So tilgten in den Jahren 1981 bis 2011 lediglich 1,4% aller verbreiteten passiven Investment-Grade- „Fallen Angels“ ihre Verbindlichkeiten nicht. Im Durchschnitt des Indexfonds drücken in solchen Situatio- Hochzinssegments lag die Ausfallquote dreimal so hoch – bei 4,3%. nen rücksichtslos auf den Verkaufsknopf. Rating-Herabstufungen auf den Status „Speculative Grade“ bieten also regelmäßig die Gelegenheit, bei Zinspapieren mit ausgezeichZurück bleibt ein gefallener Engel, dessen Börsennotiz das fundamental gerechtfer- netem Chance-Risiko-Profil einzusteigen. Langjährigen Beobachtigte Niveau häufig deutlich unterschreitet. tungen zufolge verhalten sich die entsprechenden Anleihen in inflaDiese Situation bietet Chancen. Denn ei- tionären Phasen überdurchschnittlich robust. Gleichzeitig erzielen nem gefallenen Engel bleibt das Paradies Investoren mit ihnen bessere Renditen als mit anderen Papieren des nicht automatisch für alle Zeiten verschlos- Segments. Denn in den vergangenen zehn Jahren entwickelten sich sen. Nach unseren Recherchen gelingt sogar die „Fallen Angels“ aus dem Euro-Raum besser als das High-Yieldjedem dritten „Fallen Angel“ der spätere Universum im Ganzen. Wiederaufstieg in die erste Investment-Liga, Theologen und Poeten ist somit zuzustimmen: Gefallene Engel wissen in der Tat mit Geld umzugehen. Anleger sollten diese Erkenntnis was Kursgewinne nach sich zieht. „Fallen Angels“ lohnen aber noch aus weite- gewinnbringend nutzen und ihr Portfolio um ausgesuchte „Fallen ren Gründen. Die Bonds bieten attraktive Angels“ bereichern.

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Unternehmen der Woche

Nordsee:

Fisch und mehr seit über 100 Jahren

Die Nordsee-Restaurants gehören zum Erscheinungsbild der deutschen Innenstädte wie C&A und Tchibo. Überall begegnet der Besucher dem einprägsamen blauen Schriftzug mit dem roten Fischsymbol. Egal, ob ein Fischbrötchen für den schnellen Hunger zwischendurch, ein Fischmenü zum Mittagessen oder aber Zutaten für das Essen daheim – in den 430 Filialen von Nordsee wird jeder fündig. Kein Wunder also, dass „zur Nordsee gehen“ für viele Deutsche zum Synonym für „Fisch essen“ geworden ist.

Bereits 1896 gründeten Bremer Reeder und Kaufleute die „Deutsche DampfschiffFischereiGesellschaft Nordsee“.

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Dabei heben sich die Nordsee-Geschäfte wohltuend von den sonstigen Schnellimbissketten ab. Selbst die klassischen Snacks wie Fish & Chips, das Backfischbrötchen oder die Garnelen werden frisch zubereitet und erinnern nicht an das übliche Fast Food aus der Systemgastronomie. Das gilt erst recht für die Menüs. Hier setzt Nordsee auf ein breites Angebot und saisonale Spezialitäten. Sogar Sushi wird mittlerweile in verschiedenen Kombinationen angeboten. Daneben gibt es eine reichhaltige Auswahl an Muscheln und anderen Meerestieren. Einen neuen Weg hat Nordsee mit den Strandcafés beschritten. Neben den Restaurants werden in einem abgetrennten Bereich Kaffee, Frühstück und Kuchen angeboten. Auch hier setzt das Unternehmen auf frische Zutaten und verwendet keine Tiefkühlbackwaren. Mit plüschiger Kaffeehausgemütlichkeit haben die Strandcafés freilich wenig gemeinsam. Die in hellen Farben gehalten Räume wecken mit ihren sandfarbenen Stühlen und Bastkörben Erinnerungen an Sonne und Meer. Sogar die Vasen auf den Tischen sind daher mit Sand, Muscheln und Schilf gefüllt. Das Nordsee-Management ist von dem neuen Konzept so überzeugt, dass es mittlerweile sogar in der Hauptstadt des Kaffeehauses, in Wien, ein Strandcafé eröffnet hat. So modern die Filialen auch daher kommen, blickt Nordsee doch auf eine lange Geschichte zurück. Bereits 1896 gründeten

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Bremer Reeder und Kaufleute die „Deutsche Dampfschiff-FischereiGesellschaft Nordsee“. Die geschäftstüchtigen Gründer, die mit zunächst sieben Schiffen in See stachen, hatten neben dem Fischfang von Beginn an auch die Weitervermarktung im Sinn und gründeten daher noch im selben Jahr eine Verkaufsstelle in Bremen. Die Idee war so erfolgreich, dass die Flotte bereits im folgenden Jahr auf 16 Schiffe anschwoll und ein eigener Hafen in Betrieb genommen wurde. Zehn Jahre später zählte das Unternehmen dann bereits 46 Schiffe. Das rasante Wachstum wurde erst durch den 1. Weltkrieg empfindlich gestört: Das Unternehmen musste einen Teil der Dampfer an die Marine abgeben, von denen viele im Verlauf des Krieges verloren gingen. Doch nach dem Krieg schwenkten die Norddeutschen wieder auf Wachstumskurs. Durch eine ganze Reihe von Unternehmensfusionen lief ab 1930 die Hälfte der gesamten deutschen Fischereifahrzeuge unter der Fahne der Bremer. Auch zu Lande ging es zügig voran. 1932 betrieb Nordsee schon 160 Filialen in Deutschland und Österreich. Das rasante Wachstum setzte sich auch nach dem 2. Weltkrieg fort. 1955 kam Nordsee schon auf 250 Geschäfte allein in der Bundesrepublik und beschäftigte 8.000 Menschen. Nicht ganz so beständig entwickelten sich die Eigentumsverhältnisse. Nachdem die Deutsche Unilever 1982 durch den Zukauf von Anteilen zum Hauptgesellschafter von Nordsee aufgestiegen war, verkaufte sie 1996 alle Geschäftsanteile an die Londoner InvestmentGesellschaft Apax Partners, die 2005 ihrerseits wieder an Kamps Food Retail und die japanische Bank Nomura veräußerte. Seit Ende 2006 gehört Nordsee nun International Food Retail Capital. Hinter der Beteiligungsgesellschaft stehen unter anderem die Unternehmer Heiner Kamps und Theo Müller, die durch ihre Bäckereien bzw. Molkereien bekannt geworden sind. Trotz der Turbulenzen gehört die Nordsee GmbH weiterhin zu den wichtigsten Gastronomie- und Einzelhandelsketten. Im vergangenen Jahr erwirtschafteten 6.000 Beschäftigte einen Umsatz von 359 Mio. Euro.


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News E.ON

Prognose für 2013 ist Makulatur E.ON (WKN: ENAG99) verlor im 3. Quartal aufgrund deutlich gestiegener Kosten 107 Mio. Euro. In der Vorjahresperiode hatte der Energieversorger – auch dank eines positiven Steuereffektes von 93 Mio. Euro – unter dem Strich 196 Mio. Euro verdient. Der operative Gewinn aus fortgeführter Geschäftstätigkeit brach von 756 auf 390 Mio. Euro ein. Der Umsatz kletterte von 24,46 auf 28,23 Mrd. Euro. Gleichzeitig erhöhten sich die Materialkosten von 20,97 auf 24,67 Mrd. Euro. Wenige Stunden vor Veröffentlichung der Zahlen hatte E.ON angesichts unsicherer Rahmenbedingungen die Prognose für 2013 kassiert. Ursprünglich wollte der Konzern im kommenden Jahr vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA)

11,6 bis 12,3 Mrd. Euro verdienen, der um Sonderposten bereinigte Gewinn sollte 3,2 bis 3,7 Mrd. Euro erreichen. Zudem strebte E.ON die Ausschüttung von 1,10 Euro Dividende je Aktie an. 2012 wollen die Düsseldorfer nach wie vor auf EBITDA-Basis 10,4 bis 11 Mrd. Euro, unter dem Strich (bereinigt) 4,1 und 4,5 Mrd. Euro verdienen. Unverändert werden 1,10 Euro Dividende in Aussicht gestellt. In den vergangenen neun Monaten legten das EBITDA von 6,55 auf 8,82 Mrd. Euro, der bereinigte Gewinn von 1,58 auf 4,04 Mrd. Euro zu.

Unternehmenstermine Frankfurter Wertpapierbörse

Einladung zum Frankfurter Börsentag Börsianer in Frankfurt und Umgebung – und nicht nur dort – aufgepasst: Am kommenden Samstag (24. November) findet von 9.00 bis 17.30 Uhr in der Alten Frankfurter Wertpapierbörse (Börsenplatz 4) – heute Sitz der Industrie- und Handelskammer der Stadt Frankfurt am Main – der Frankfurter Börsentag statt. Veranstaltet wird der unter der Schirmherrschaft von Ilse Aigner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, stehende Tag vom Bundesverband der Börsenvereine an deutschen Hochschulen, kurz BVH. Der Eintritt ist kostenlos. In der Zeit zwischen 10.00 bis 17.30 Uhr können interessierte Besucher einer Vielzahl von Fachvorträgen rund um Finanzthemen lauschen. So wird sich unter anderem Achim Matzke von der Commerzbank zu Kapitalmarktrends und aktuellen Anlagestrategien äußern. Dirk Elberskirch von der Börse Düsseldorf gibt nicht nur Börseneinsteigern Praxistipps. Der Frage, ob Gold immer noch ein Kauf ist, geht Herbert Wüstefeld von der Royal Bank of Scotland nach. Sabrina Schwiertz von der Deutschen Börse Commodities GmbH widmet sich dem Xetra-Gold als Kapitalanlage. Um 16 Uhr findet im Lichthof eine Podiumsdiskussion unter der Moderation von Mick Knauff vom Deutschen Anleger Fernsehen (DAF) statt. Weitere Informationen unter: http://2012.frankfurter-boersentag.de.

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Datum 19.11.2012 19.11.2012 20.11.2012 20.11.2012 21.11.2012 22.11.2012 22.11.2012 22.11.2012

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WestInvest InterSelect – der stabile Portfolio-Baustein Lange Zeit galten offene Immobilienfonds als sichere Anlageklasse. Doch im Zuge der Finanzkrise zogen insbesondere institutionelle Investoren massiv Mittel ab. Etlichen Anbietern gelang es nicht, ihre Immobilien schnell zu verkaufen, um die notwendige Liquidität sicherzustellen. Sie mussten die Produkte vom Markt nehmen. Für den West Invest Interselect dagegen war die Rückgabe von Fondsanteilen nie ein Problem. Liquiditätsengpässe muss der WestInvest InterSelect nicht fürchten. Dem offenen Immobilienfonds der Deka Bank fließen derzeit täglich 1 Mio. Euro zu. An seiner Attraktivität für Privatanleger dürfte sich auch im kommenden Jahr nichts ändern. Das Fondsmanagement erwartet anhaltend hohe Mittelzuflüsse. „Anleger sehen in einem Engagement die Chance, ihr Depot zu diversifizieren“, sagt Torsten Knapmeyer, Geschäftsführer von Deka Immobilien und WestInvest. „Gesucht ist der Fonds auch, weil er zum Schutz vor Inflation beitragen kann.“ So sind die Mietverträge, aus denen sich im Wesentlichen die Rendite des Fonds speist, meist an die Preissteigerungsrate gebunden. In die Wertentwicklung des Fonds fließen dazu auch die Erträge ein, die durch Investments der liquiden Mittel in geldmarktnahe Papiere erzielt werden. Diese sind derzeit nur gering verzinst. Knapmeyer rechnet für 2013 daher mit einer Gesamtrendite von um die 2%. „Unsere 15

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Immobilienfonds sind nie der Performance-Treiber eines Depots, sondern immer der Stabilisator.“ Lage entscheidend Das Geld der Anleger – das Fondsvermögen beläuft sich derzeit auf rund 5 Mrd. Euro – investiert das Management überwiegend in Büroimmobilien. Sie sind aktuell mit 68% gewichtet. Im derzeit aus 108 Objekten bestehenden Portfolio finden sich zudem Shoppingcenter, Hotels und Logistikimmobilien. Rund 55% der Immobilien sind jünger als zehn Jahre. Das senkt die Instandsetzungskosten und erhöht die Mietrendite. Geografisch ist der Fonds in Kontinentaleuropa und, nach einer sechsjährigen Abstinenz, seit April 2012 auch wieder in Großbritannien präsent. So erwarb der Fonds in London für 285 Mio. Euro die über eine Mietfläche von 31.000 Quadratmeter verfügende Büroimmobilie Kings Place in London. Das Gebäude, das zum großen Teil an die britische Mediengruppe Guardian Media Group vermietet ist, befindet sich im aufstrebenden Teilmarkt Kings Cross. Nicht nur in den Metropolen präsent „Der WestInvest InterSelect konzentriert sich bei der Objektsuche jedoch nicht nur auf die jeweiligen Hauptstädte, sondern auch auf Nebenstandorte“, erklärt Knapmeyer. Wie in den Metropolen ist


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auch dort die Lage des Gebäudes das für den Erwerb entscheidende Kriterium. In Bordeaux etwa, dem wirtschaftlichen Zentrum Südwestfrankreichs, hält der Fonds ein vierstöckiges Gebäude, das an der Haupteinkaufsstraße Rue de Sainte Catherine liegt. Geografischer Schwerpunkt des Fonds ist mit einer Gewichtung von über 40% jedoch Deutschland. „Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sind die Konjunkturaussichten hierzulande deutlich besser“, begründet Knapmeyer. Möglicherweise wird der Anteil in den kommenden Monaten erhöht. Sorgen, dass der Fonds doch noch eines Tages geschlossen beziehungsweise abgewickelt wird, müssen Anleger sich nicht machen. „90% unserer Kunden sind Privatanleger“, sagt Knapmeyer. Zudem wird der Fonds

über die Sparkassen vertrieben. „Das gibt uns die Möglichkeit, Zu- und Abflüsse optimal zu steuern.“ Im kommenden Jahr treten bei offenen Immobilienfonds neue Regeln in Kraft. Dann dürfen Anleger pro Jahr maximal nur 30.000 Euro an Fondsanteilen im Jahr zurückfordern.

WestInvest InterSelect ISIN: Auflagedatum: Fondsvolumen: Fondswährung: Management-Gebühr: Gesamtkostenquote:

DE00098001423 02.10.2000 4,9 Mrd. Euro Euro 0,70% 0,57%

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BVI

Publikumfonds verwalten 712 Mrd. Euro Im September 2012 vertrauten Anleger den Fondsgesellschaften in Deutschland 4,5 Mrd. Euro neue Mittel an. In Publikumsfonds flossen rund 1,9 Mrd. Euro. Institutionelle Investoren investierten nach Angaben des Fondsverbandes BVI per saldo 2,7 Mrd. Euro in Spezialfonds. Das insgesamt von der deutschen Investment-Wirtschaft verwaltete Vermögen betrug per Ende September 1.971 Mrd. Euro. Davon sind von institutionellen Anlegern 944 Mrd. Euro in Spezialfonds und 315 Mrd. Euro in Vermögen außerhalb von Investmentfonds investiert. In Publikumsfonds verwalten die Fondsgesellschaften 712 Mrd. Euro.

Laut BVI standen Rentenfonds auch im September hoch im Kurs. Sie verzeichneten mit 1,7 Mrd. Euro bereits zum achten Mal in Folge die höchsten Zuflüsse bei den Publikumsfonds. Mischfonds verbuchten mit 0,8 Mrd. Euro den stärksten monatlichen Nettomittelzufluss seit November 2010. Offene Immobilienfonds sammelten im September 0,2 Mrd. Euro ein. Aus Aktienfonds zogen Anleger dagegen 0,6 Mrd. Euro ab. Entgegen diesem Trend flossen Aktienfonds, die schwerpunktmäßig in europäische Werte investieren, im September wiederum netto Mittel in Höhe von 0,3 Mrd. Euro zu.

Franklin Templeton Investments

Liquidität der Grenzmärkte wächst Marktkapitalisierung und Handelsvolumen der Börsen in Grenzmärkten wie Nigeria, Kenia, Saudi-Arabien, Kasachstan, Bangladesch, Vietnam, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Ägypten, der Ukraine oder Rumänien sind im Verhältnis zu den globalen Märkten derzeit noch gering. Mark Mobius, Chief Executive Director des EmergingMarket-Teams bei Franklin Templeton Investments, geht jedoch von weiter wachsender Liquidität aus: „Der durchschnittliche Tagesumsatz der Grenzmärkte betrug beispielsweise in den ersten acht Monaten von 2012 rund 2,8 Mrd. US-Dollar, verglichen mit 350 Mio. US-Dollar

im Jahr 2002.“ Im gleichen Zeitraum habe sich die gesamte Marktkapitalisierung der Grenzmärkte von 231 Mrd. US-Dollar auf 1,4 Bio. US-Dollar erhöht. Auch das Interesse der Anleger an den „Schwellenländern von morgen“ wächst. Nach Angaben von Templeton stieg seit der Auflegung des Templeton Frontier Markets Fund im Oktober 2008 das Fondsvolumen auf mittlerweile fast 2 Mrd. US-Dollar. Der von Mobius gemanagte Fonds (ISIN: LU0390137031) erzielte auf Sicht von einem Jahr ein Plus von über 22%. Aktien aus Nigeria sind im Fonds mit rund 13% am stärksten gewichtet.

Scope

Geldmarktfonds sind kein sicherer Hafen Bei Anlegern gelten Geldmarktfonds, die in liquide Wertpapiere mit Restlaufzeiten von unter zwölf Monaten, wie zum Beispiel Termingelder, kurzfristige Anleihen oder Geldmarktderivate investieren, als wenig riskant. Eine Studie von Scope zeigt jedoch, dass diese Annahme nur bedingt richtig ist. Die Rating-Agentur hat 80 Fonds der Kategorie Geldmarkt Euro analysiert: Demnach wiesen rund 54% der Fonds auf Sicht von fünf Jahren einen geringeren maximalen Verlust als 1% aus. Lediglich 17 Fonds zeigten gar keinen Verlust – dies entspreche einem Anteil von 21,2% an der Peergroup.

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Wie riskant Geldmarktfonds sein können, zeigen Fonds, deren maximaler Verlust die Hürde von 1% überschritten hat: Im Mittel liegt der Verlust laut Scope bei dieser Gruppe bei 6,1%. Die drei höchsten maximalen Verluste innerhalb der Peergroup wiesen der Dynamic Fixed Income Fund – P – EUR mit 28,6%, der „WALSER Euro Flex T“ mit 22,4% und der „Pioneer Investments Euro Geldmarkt“ mit 16,9% im Untersuchungszeitraum aus. Als eine der Ursachen der schlechten Ergebnisse sieht Scope die Beimischung von ABS-Papieren auf US-Hypothekendarlehen, die während der Finanzmarktkrise enorm an Wert verloren haben.


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Vietnam-Top-Select-Basket-Zertifikat – zehn vietnamesische Aktien im Paket Die Wirtschaft in Vietnam floriert – und das dürfte in den kommenden Jahren so bleiben. Angesichts dieser Perspektiven sollte es sich langfristig lohnen, mit einem Basket-Zertifikat der Deutschen Bank auf vietnamesische Aktien zu setzen. Von den Schwellenländern dürfte vor allem Vietnam mittelfristig wieder in den Fokus der Anleger rücken. Denn die Konjunkturperspektiven des Küstenstaates in Südostasien sind hervorragend. Angetrieben wird das Wachstum in erster Linie durch die Exportwirtschaft, auf die etwa 75% des Bruttoinlandsprodukts entfallen. Zu den wichtigsten Exportgütern zählen Kleidung, Öl, Meeresfrüchte, Schuhe, Computer und Elektronikprodukte. Von großer Bedeutung ist unter wirtschaftlichen Aspekten die Tatsache, dass die Löhne in Vietnam deutlich niedriger sind als in China. Deshalb verlagern viele chinesischen Unternehmen ihre Produktion nach Vietnam. Darüber hinaus betreiben bereits zahlreiche deutsche Konzerne Fabriken in dem südostasiatischen Land. Zu ihnen zählen beispielsweise adidas, Siemens und Metro. Vorteilhafte Demografie Ohne Zweifel ist Vietnam für Investoren ein attraktiver Standort – auch weil das Land seit 2007 Mitglied der Welthandelsorganisation ist. Vorteilhaft ist zudem der große Bevölkerungsanteil junger und gut gebildeter Menschen. Deshalb dürften in den nächsten

Jahren viele ausländische Firmen Fertigungsstätten in Vietnam errichten – und zwar nicht nur für Textilien, Schuhe und einfache Haushaltsgeräte, sondern auch für hochwertige Produkte. Deutlicher Rückgang der Inflation 2011 wurde in Vietnam lediglich ein Bruttoinlandsprodukt von 1.374 US-Dollar pro Kopf erwirtschaftet. Im Vergleich mit anderen asiatischen Ländern ist dies ein sehr niedriger Wert. Deshalb verfügt Vietnams Wirtschaft noch über ein großes Wachstumspotenzial. Gut ins Bild passt dazu die Prognose der Analysten des Internationalen Währungsfonds (IWF). Sie erwarten, dass die Wirtschaftsleistung 2013 um 5,9% wachsen wird. Außer diesen überzeugenden Aussichten ist auch die Entwicklung der Inflation positiv zu werten: Die Regierung hat es geschafft, die Teuerungsrate von rund 19% im vergangenen Jahr auf 6,5% im September 2012 zu senken. Last, but not least sind in Vietnam nur wenige Menschen ohne Job – die Arbeitslosenquote liegt unter 3%. Depotbeimischung für Langfristanleger Im Zuge des weiteren Konjunkturaufschwungs in Vietnam dürfte sich der Aktienmarkt des Landes positiv entwickeln. Von einer solchen Entwicklung können Anleger mit dem Vietnam-Top-Select-Basket-Zertifikat (WKN: DB6GSC) profitieren, das die Deutsche Bank auf den Markt gebracht hat. Dieses Finanzprodukt bildet die Wertentwicklung eines Baskets ab, in dem die Anteilscheine von zehn vietnamesischen Unternehmen enthalten sind. Bei Bedarf ändert der Emittent die Zusammensetzung des Aktienkorbs, damit dieser den vietnamesischen Aktienmarkt stets optimal repräsentiert. Hierfür fällt eine jährliche Management-Gebühr von 0,9% an. Auf eine Begrenzung der Laufzeit hat die Deutsche Bank verzichtet. Daher eignet sich das Zertifikat als Depotbeimischung für langfristig orientierte Börsianer.

Vietnam-Top-Select-Basket-Zertifikat Zertifikattyp Emittent Basket Deutsche Bank

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Basiswert Vietnam-Top-Select-Basket

Fälligkeit WKN open end DB6GSC


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CREDIT SUISSE

Europa-Coupon-Anleihe auf EURO STOXX 50 Die Schweizer Großbank Credit Suisse legt eine neue EuropaCoupon-Anleihe (WKN: CS0AQF) mit einem festen Jahrescoupon von 4% auf. Das Papier wird innerhalb des nächsten Jahres unter Berücksichtigung des Agios für eine Rendite von 3,48% sorgen, wenn der EURO STOX X 50 niemals 40% oder mehr einbricht. Dessen Schlusskurs vom 26. November ist der Startwert der Anleihe. Auf dieser Basis wird die Barriere bei 60% des Startniveaus fixiert. Ausgehend vom heutigen Indexstand bei 2.460 Punkten würde sich eine Barriere bei 1.476 Punkten ergeben – deutlich unter den Tiefstständen der vergangenen zehn Jahre, die jeweils im März 2003 mit 1.847 Punkten und im März 2009 mit 1.765 Punkten markiert wurden. Wird besagte Barriere dennoch während der einjährigen Laufzeit verletzt, werden Inhaber der Europa-Coupon-Anleihe fortan 1 : 1 an der Wertentwicklung des EURO STOX X 50 beteiligt, was im Extremfall herbe Verluste bedeuten kann. Mehr als 100% ihres Einsatzes erhalten Anleger im Dezember 2013 in keinem Fall zurück. Der Nominalbetrag der Coupon-Anleihe beträgt 1.000 Euro. Der Emissionspreis liegt bei 100% zuzüglich eines Ausgabeaufschlages (Agio) von 0,50%.

VONTOBEL

Basiswertes mit der schlechtesten Wertentwicklung. Ein bau­ gleiches Protect-Multi-Papier (WKN: VT66PE) bezieht sich auf die österreichischen Blue Chips Erste Bank, OMV und Vienna Insurance. Auch hier liegt die maßgebliche Schwelle für alle drei Werte bei 60% ihres Startwertes. Der Jahrescoupon beläuft sich jedoch nur auf 8,77%. Interessenten müssen bei beiden Neuemissionen mindestens 1.000 Euro in die Hand nehmen.

BARCLAYS

Neue Devisenanleihe auf dem Kurszettel Seit vergangenem Freitag ist eine neue Devisenanleihe (WKN: BC5K6F) der Barclays Bank an den Börsen handelbar. Der gleichgewichtete Devisenkorb wurde zu 100% emittiert, hat eine Laufzeit von drei Jahren und verspricht eine vollständige Partizipation an der Wertentwicklung dreier Währungen gegenüber dem Euro. Bei den EuroKontrahenten handelt es sich um den kanadischen Dollar, die norwegische Krone sowie die schwedische Krone. Abgerechnet wird am 13. November 2015. Geht die Währungsspekulation bis dahin schief, zahlt der Emittent am Ende er Laufzeit immerhin 98% des Nennbetrages zurück. Interessenten können die neue Devisenanleihe in einer Stückelung von 1.000 Euro direkt an der Frankfurter Börse erwerben.

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Zwei Protect-MultiKurzläufer in der Zeichnung Bis Ende des Monats bietet das Bankhaus Vontobel eine neue Protect-Multi-Aktienanleihe (WKN: VT66PD) mit zehnprozentiger Verzinsung an. Das neue Papier basiert auf den drei deutschen Autowerten Daimler, ElringKlinger und Porsche. Am Ende der einjährigen Laufzeit erhalten Anleger ihren Einsatz allerdings nur dann vollständig zurück, wenn jede der drei Aktien während der Laufzeit nicht mehr als 40% verliert. Verletzt auch nur einer der drei Werte die bei 60% des Startwertes angesiedelte Barriere, liefert Vontobel im November 2013 statt Barem Aktien des 19

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Börse persönlich 24.11.2012 09.00 BIS 17.00 UHR ALTE FRANKFURTER WERTPAPIERBÖRSE

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Rohstoff der Woche

Orangensaft:

Kaltes Wetter – heißer Preis In der nördlichen Hemisphäre rückt der Winter kontinuierlich näher. Auch das wärmeverwöhnte Florida bekommt hin und wieder dessen Fühler zu spüren. Daher wird nun in den nächsten Wochen zunehmend auf die Temperaturen geschaut, weil Minusgrade die Orangenbäume und Früchte schädigen und damit das US-Angebot beeinträchtigen könnten. Orangen sind wenig kältetolerant. Bei Temperaturen von unter –2 Grad Celsius über vier oder mehr Stunden sind Schäden an den Bäumen und den Früchten zu erwarten. Die Entwicklung der Temperaturen von Oktober bis März wird daher von den Orangenproduzenten in Florida immer ganz genau beobachtet. Schließlich werden in diesem Zeitraum in der weltweit zweitgrößten Anbauregion der Zitrusfrucht die frühen und mittleren Sorten erntereif, die zusammen etwa 50% der gesamten dortigen Ernte ausmachen. Schäden durch Frost können das Angebot in den USA, deren Produktion ohnehin nicht ausreicht, um den eigenen Bedarf zu decken, merklich beeinträchtigen. Dieses Risiko scheint nun mit den kühler werdenden Temperaturen auch bei den Investoren in den Fokus zu rücken. Nachdem zuletzt die Netto-Short-Positionen bei den Futures und Optionen an der Terminbörse ICE das höchste Niveau seit August 2012 erreichten, scheinen die Bären nun zunehmend erpicht, einige dieser Positionen glattzustellen. Ein Umstand, der zu dem Anstieg in der vergangenen Woche beigetragen haben könnte. Sollte daraus ein größeres Short Covering

werden, könnte dies die Preise kurzfristig kräftig antreiben. Steigende Kurse zu erwarten sind außerdem, wenn es in den nächsten Wochen tatsächlich frostige Temperaturen in Florida gibt. Dies könnte an dem recht engen Future-Markt für Orangensaft schnell zu deutlichen Preissprüngen führen. Aus charttechnischer Sicht hat sich der Preis für den März-Future jüngst von der Haltezone bei etwa 107,05 bis 105,05 USCent nach oben abgesetzt. Ein erstes potenzielles Ziel im Fall eines Aufwärtsimpulses könnte das September-Hoch bei 130,10 US-Cent darstellen. Gegen steigende Notierungen sprechen aktuell indes das weltweit robuste Angebot und die rückläufige Nachfrage.

Orangensaft – Januar-Future (ICE)

Derivate auf Orangensaft (Basiswert: FCOJ-A-Future Januar 2013 [ICE]) Typ Index-Zertifikat Hebel-Zert. (long) Hebel-Zert. (short)

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WKN Basispreis/Knock-out GS0CC3 - CK9TGA 84,10/86,70 US-Cent DZ9EWP 144,97/140,14 US-Cent

Laufzeit Hebel 30.10.2013 open end 3,63 open end 4,50


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Rohstoffanalysen

Rohstoffe im Überblick Gold – Spot-Preis in Euro

Rohstoffe (Auswahl)

Gold in Euro hatte in der Vorwoche die im Oktober verletzte mittelfristige Aufwärtstrendlinie knapp zurückerobert. Jüngst fiel es nun wieder darunter zurück. Während ein weiterhin denkbarer nachhaltiger Sprung darüber für einen Test der Hürden bei 1.375 und 1.386 Euro spräche, könnte ein Abprall nach unten auf einen Pullback hindeuten.

Markt Kurs

% zur Vorwoche

Rohöl WTI Crude NYMEX ($/bbl)

86,62

+0,52%

3,79

+8,25%

Heizöl NYMEX ($c/gal)

299,54

-0,45%

Gold NYMEX ($/Unze)

1713,10

-1,02%

32,26

-1,00%

626,38

+2,90%

Platin Spot ($/Unze)

1560,00

+0,19%

Aluminium Spot ($/t)

1921,50

+1,72%

Blei Spot ($/t)

2160,75

-0,77%

Kupfer Spot ($/t)

7595,75

+0,37%

Nickel Spot ($/t)

15880,00

-0,06%

Zinn Spot ($/t)

20550,00

+1,51%

Zink Spot ($/t)

2065,25

-3,44%

Baumwolle ICE ($c/lb)

72,300

+3,66%

Kaffee "C" ICE ($c/lb)

152,40

+1,74%

2396,00

+1,23%

Mais CBOT ($c/bu)

726,25

-1,76%

Orangensaft gefr. ICE ($c/lb)

116,50

+8,42%

1383,75

-4,67%

838,00

-5,47%

Zucker No.11 ICE ($c/lb)

19,11

-0,31%

Lebendrind CME ($c/lb)

126,38

+0,56%

Mastrind CME ($c/lb)

145,58

-0,05%

80,65

-0,31%

Erdgas NYMEX ($/MMBtU)

Silber Spot ($/Unze) Palladium Spot ($/Unze)

Kaffee – März-Future (ICE) Bei Kaffee sieht es wohl weiter bearish aus. Nachdem es im Oktober nicht gelang, den Abwärtstrend zu knacken, und daraufhin die Kurse weiter sanken, wurde in der Vorwoche die Unterstützung von 157,35 US-Cent verletzt. Jüngst fiel der Preis nach einem kurzen Satz darüber deutlicher darunter, was für einen nachhaltigen Bruch sprechen könnte.

Kakao ICE ($/t)

Palladium – Spot-Preis in US-Dollar Palladium setzte jüngst die Erholung seit dem Zwischentief von Ende Oktober mit zunehmender Dynamik fort. Für Rückenwind sorgten die Prognosen, dass nach dem Überschuss im Vorjahr zwischen Angebot und Nachfrage 2012 wieder ein Defizit anfällt. Vielleicht werden nun die Hürden bei etwa 680 bis 705 USDollar ins Visier genommen.

Sojabohnen – Januar-Future (CME) Mit den jüngsten Abgaben hat Soja die Unterstützung bei 1.392,25 US-Cent verletzt sowie die langfristige Aufwärtstrendlinie seit Dezember 2011 erreicht. Von dieser ist eine temporäre Erholung denkbar – jedoch kein Muss. Sollte die Aufwärtstrendlinie vielmehr nachhaltig gebrochen werden, spräche dies für eine fortgesetzte Talfahrt.

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Sojabohnen CBOT ($c/bu) Weizen CBOT ($c/bu)

Schwein mag. CME ($c/lb)

Rohstoff-Indizes (Auswahl) Index Kurs

% zur Vorwoche

NYSE Arca Gold BUGS Index (HUI) 436,87

-9,21%

NYSE Arca Oil & Gas Index

1163,35

-3,18%

140,95

+0,11%

Reuters-Jeffries CRB Futures-Index 309,30

+0,00%

Rogers Int. Commodity Index

-0,06%

DJ AIG Commodity Index

3636,30


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Event der Woche

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Kulturkalender „Yellow, ethical, sexy, self-explanatory, edible, alive, industrial and looking to the future“ Ausstellung, 16.11.12–21.12.12, Akademie Schloss Solitude, Stuttgart, www.akademie-solitude.de „G. F. Händel: Saul“ Bühne, 02.12.12, Stadtsaal, Fürstenfeldbruck, www.bachchor-ffb.de „Lebensfreudemesse München 2012“ Freizeit/Unterhaltung, 30.11.12– 02.12.12, Alte Kongresshalle, München, www.lebensfreudemessen.de

„Bond, … James Bond“ – Filmplakate und Fotografien aus 50 Jahren

Das Deutsche Plakat Museum im Museum Folkwang zeigt anlässlich des 50-jährigen James-Bond-Filmjubiläums vom 10. November bis zum 13. Januar 2013 in acht thematischen Kapiteln ca. 200 Plakate und Foto­ grafien rund um den populärsten Geheimagenten der Welt. Spätestens seit Anfang November der neue James-Bond-Film „Skyfall“ in die Kinos kam, ist er wieder in aller Munde: der smarte Geheimagent mit dem Hang zu schönen Frauen, luxuriösen Autos und zum Martini – geschüttelt und nicht gerührt versteht sich! Die seit 1962 entstandenen James-Bond-Filme sind über die Jahre auch zu umfassenden kulturhistorischen Dokumenten und zu einem wichtigen Teil der Popkultur geworden. Plakate und Fotografien reflektieren den filmisch entwickelten Wandel von Zukunftsvorstellungen und gesellschaftlichen Werten. Eine Besonderheit der Ausstellung sind zahlreiche Originalentwürfe, darunter auch verworfene Plakatmotive, die bisher kaum zu sehen waren. Beleuchtet werden acht Kapitel der BondGeschichte: Bond, der Gentleman, seine Gegenspieler, die Architektur, Technik, 22

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Gewalt, Erotik, Ableger und Parodien sowie Product Placement. Ergänzt werden die direkt zum Film gehörenden Plakate und Fotografien durch Arbeiten, die sich auf verschiedene Weise mit den literarischen Vorlagen Ian Flemmings auseinandersetzen. Zur Vermarktungsstrategie der Filme gehörte das Product Placement von Anfang an dazu – auch hierzu werden Beispiele gezeigt. Begleitet werden die Plakate von zahlreichen bislang unveröffentlichten Fotografien. Dabei reicht das Spektrum von Pressefotos und Filmstills bis hin zu Aufnahmen, die eher privaten Charakter tragen, die Darsteller und Crew z. B. während der Arbeit am Set oder in Drehpausen zeigen. W eitere Infos unter: www.museum-folkwang.de

„Lesezeichen – Bücher lesen mit Susanne Heydenreich und anderen Leseratten“ Literatur/Unterhaltung, 02.12.12, Theater der Altstadt im Westen, Stuttgart, www.theater-der-altstadt.de „Nachts im Museum – Taschenlampenführung“ Ausstellung, 16.11.12–30.12.12, Museum für Naturkunde, Berlin, www.naturkundemuseum-berlin.de „UM:LAUT – Sven Kacirek & Piano Interrupted” Musik, 02.12.12, RADIALSYSTEM V, Berlin, www.radialsystem.de „Heilige Nacht – eine Weihnachtslegende von Ludwig Thoma“ Bühne, 30.11.12–26.12.12, Stadttheater Ingolstadt, Ingolstadt, www.theater.ingolstadt.de

A phorismus der Woche „Schlagfertig ist eine Antwort, die so klug ist, dass der Zuhörer wünscht, er hätte sie gegeben.“ (Elbert Hubbard)


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Magical Tattoos and Scarification Für alle, die an der Geschichte des Tätowierens interessiert sind und mehr über rituelle Körper­modifikation in Wort und Bild erfahren möchten, hat Lars Krutak mit „Magical Tattoos and Scarification“ ein fotografisches Meisterwerk in zwei Teilen geschaffen.

Magical Tattoos and Scarification Lars Krutak Verlag: Edition Reuss Ausgabe: 400 Seiten Sprache: Englisch, Deutsch ISBN: 978-3943105117 Preis: 98 Euro www.editionreuss.de

Das 400 Seiten starke Buch erkundet den verborgenen Kosmos magischer Tätowierung und Skarifizierung (Narbenkunst) der indigenen Welt. Es entstand auf der Grundlage der jahrzehntelangen Feldforschung des Tattoo-Anthropologen Dr. Lars Krutak bei animistischen und schamanischen Gesellschaften in Asien, Afrika, Nord- und Südamerika sowie Melanesien. „Magical Tattoos and Scarification“ ist eine Reise auf geheiligtem Territorium und enthüllt die Geheimnisse, wie Menschen rituelle Körpermodifikation benutzen, um sich Zugang zu übernatürlichen Kräften zu verschaffen. Der erste Teil befasst sich mit der uralten Kunst der Thai-Tätowierung (Sak Yant), die von heiligen Mönchen praktiziert wird. Ausgestattet mit unzähligen Bildern spektakulär tätowierter Körper hat der TattooFan in diesem Abschnitt freien Zutritt zum esoterischen Universum der Sak-Yant-Symbolik und ihrer Bedeutungen. Von den Kriegern der Woodlands bis hin zu den Schamanen Amazoniens wurden zauberkräftige Tätowierungen als symbolische Verkörperung der Macht von

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Schutzgeistern getragen. Ein genauer Blick auf die Schöpfer magischer Tattoos und die von ihnen benutzten Techniken rundet den Abschnitt über Glück bringende Tätowierungen ab. Krutak beschreibt zahlreiche indigene Tattoo-Motive, die von unterschiedlichen Formen der Macht durchdrungen sind. Zudem erklärt er, was diese Körperzeichen für die Menschen bedeuten, die sie tragen. Der zweite Teil des Buches befasst sich mit den religiösen Bedeutungen indigener Skarifizierung. Hier werden die teilweise blutigen und schmerzhaften Rituale, Techniken und der spirituelle Bildkanon der Narbenmeister von Benin (Bétamarribé), PapuaNeuguinea (Kaningara) und Äthiopien (Hamar) beleuchtet.

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Impressum/Disclaimer

V.i.S.d.P. : ​Christian Ernst Frenko

Leserservice: leserservice@boerse-am-sonntag.de

Herausgeber: ​ Weimer Media Group GmbH Maximilianstraße 13 80539 München

Archiv: www.boerse-am-sonntag.de/archiv

Geschäftsführer Dr. Wolfram Weimer Amtsgericht: München HRB 198201 Vertriebsleitung: Andreas Fiek, Tel.: 0911 / 274 00 0 andreas.fiek@finanzpark.de Anmeldung: Um „BÖRSE am Sonntag“ kostenfrei zu beziehen, melden Sie sich an unter: www.boerse-am-sonntag.de Abmeldung: Zur Abmeldung vom Bezug der „BÖRSE am Sonntag“ senden Sie einfach eine Email an: abmelden@boerse-am-sonntag.de

Risikohinweise / Disclaimer: „Sie erhalten diesen Newsletter als kostenlosen Service der Weimer Media Group GmbH. Alle veröffentlichten Artikel, Nachrichten, Daten und Empfehlungen werden von der Herausgeberin mit großer Sorgfalt erstellt; da die Redaktion ihrerseits aber auch auf Quellen Dritter angewiesen ist und auch den Mitarbeitern der Herausgeberin Fehler unterlaufen können, kann für die Richtigkeit aller Angaben keine Garantie übernommen werden.

Bildnachweis: Fotolia Layout: addna, Nürnberg Technik: Daniel Gruber, finanzpark AG Erscheinungsweise: wöchentlich, jeweils Sonntag Mitarbeiter dieser Ausgabe: Christian Ernst Frenko, Miriam Feuerstein, Thomas Uhlig, Margot Habjan, Andreas Fiek, Steffen Droemert, Michael Amtmann, Michaela Ellen Lenz, Reinhard Schlieker, Wolfgang Tenor, Michael Fuchs, Christian Bayer, Jörg Billina, Thorsten Scheck, Christophe Eggmann Die Charts wurden mit freundlicher Unterstützung von TradeSignal erstellt. Deutsche Bibliothek: ISSN 1610-7446 Auflage: 117.000

oder insbesondere ersetzen. Es wird drin- einer unerlaubten Handlung oder einer gend empfohlen, sich stets auch immer aus sonstigen gesetzlichen Bestimmung ergeanderen Quellen zu informieren. benden Verantwortlichkeit, zum Ersatz des aus der Befolgung des Rates oder der Es kann im Einzelfall nicht ausgeschlos- Empfehlung entstehenden Schadens nicht sen werden, dass der Redakteur oder ein- verpflichtet ist.“ zelne Mitarbeiter der Herausgeberin an Unternehmen beteiligt sind, die Gegen- Für alle Hyperlinks gilt: Die Weimer Mestand von Analysen oder anderen Berich- dia Group GmbH erklärt ausdrücklich, ten sind. Umso mehr stellen die veröffent- keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und lichten Artikel, Nachrichten, Daten und die Inhalte der gelinkten Seiten zu haben. Empfehlungen immer auch eine persönli- Daher distanziert sich die Weimer Media Die Herausgeberin will ihren Abonnen- che Meinung des Autors dar und erheben Group GmbH von den Inhalten aller verten die Möglichkeit bieten, sich eine un- weder Anspruch auf Vollständigkeit noch linkten Seiten und macht sich deren Inabhängige und eigenverantwortliche Mei- auf alleinige Richtigkeit. halte ausdrücklich nicht zu Eigen. nung zu bilden, keinesfalls jedoch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf Wir verweisen insbesondere auf § 675 Diese Erklärung gilt für alle in den Seiten von Wertpapieren oder Rechten abgeben. II BGB, wonach die Weimer Media vorhandenen Hyperlinks, ob angezeigt Die zur Verfügung gestellten Informatio- Group GmbH, unbeschadet der sich oder verborgen, und für alle Inhalte der nen sollen auch keine Beratung darstellen aus einem (anderen) Vertragsverhältnis, Seiten, zu denen diese Hyperlinks führen. 24

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Ausgabe 46/12 (Spezial: Staatsanleihen und Unternehmensanleihen)