Page 1

Pflichtblatt der Börsen Düsseldorf Stuttgart · hamburg · berlin · München

№ 12 · Sonntag, 24. März 2013

J u b i l äu m 2003 - 2013

SPEZIAL > Seite 9

Im Netz trennt sich die Spreu vom Weizen Editorial

LIEBE LESER IN NEN U ND LESER, Mittwoch früh schaute meine kleine Tochter aus dem Fenster und maulte ob der nach wie vor weißen Pracht, ich hätte ihr doch versprochen, dass ab heute Frühling sei. Nach Worten ringend beteuerte ich, dass ich mein Versprechen auch gehalten habe. Denn es war ja tatsächlich Frühlingsbeginn, auch wenn das mal jemand dem Wetter stecken müsste. Der scheinbar nicht enden wollende Winter gibt daher Anlass, sich aufzuregen. Der eigentliche Aufreger der Woche ist jedoch von ganz anderem Kaliber. Zwar scheiterte der Geniestreich vom vergangenen Wochenende mit der geplanten Zwangsabgabe auf Bankeinlagen in Zypern zunächst im dortigen Parlament. Das

durch das Vorhaben ausgehende Signal ist jedoch eindeutig. Im Notfall wird man nicht davor zurückschrecken, willkürlich die Bürger zu enteignen. Damit sind auch die im Zuge der Finanzkrise gemachten und nun bekräftigten Garantien für Spareinlagen in der Eurozone von 100.000 Euro je Einleger keinen Pfifferling wert. Zwar bricht man damit nicht direkt das Versprechen, was nützt es aber, wenn die Staatsmacht willkürlich Steuern auf privates Eigentum erhebt? Sparer hört die Signale! Herzlichst, Ihre Redaktion von BÖRSE am Sonntag


AKTIEN & MÄRKTE

SPEZIAL

UNTERNEHMEN

FONDS

ZERTIFIKATE

Rohstoffe

Lebensart

Schliekers Woche

Hilfe! Die Russen kommen nicht! Sonntag, 24. M ä rz 2013

AKTIEN & MÄRKTE Schliekers Woche. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 Tops und Flops-, Zitat- und Zahl der Woche. . . . . . . . . . . . 3 Markt im Fokus: Eurozone – Sparer hört die Signale! . . . . . . 4 Märkte im Überblick: S&P 500, DAX, EURO STOXX 50 . . . . . 5 Aktie der Woche: Ryanair Holdings. . . . . 6 SPEZIAL Social Media und Internet-Investments. . 9 UNTERNEHMEN Unternehmen der Woche: Spheros . . . . . 12 News: Oracle, Adobe, FedEx. . . . . . . . . 13 FONDS Fonds der Woche: Allianz Europe Equity Growth. . . . . . . . 14 Fonds-News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 ZERTIFIKATE Zertifikate-Idee: E.ON-Discount-Zertifikat. . . . . . . . . . . . 16 Zertifikate-News. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 Rohstoffe Rohstoff der Woche: Mais . . . . . . . . . . . . 18 Rohstoffanalysen: Gold, Kakao, Weizen, Zinn. . . . . . . . . . . 20 Lebensart Refugium der Woche: „The Caledonian“, Edinburgh . . . . . . . . . 21 Kulinarische Sternstunden – im 21212. . . . 21 Coffeetable-Favourites: Mythos 356 – Der Porsche 356 und Menschen, die er bewegt . . . . . . . . . 22 Impressum/Disclaimer . . . . . . . . . . . . . . 23

02

BÖRSE am Sonntag · 12/1 3

Das war eigentlich eine tolle Idee von Präsident Anastasiades: Um seine Insel nicht in jene dunklen Zeiten zurückfallen zu lassen, als jeder noch von ehrlicher Reinhard Schlieker Arbeit leben musste ZDF Wirtschafts­ und sich anstrengen korrespondent und der Staat seine Erlöse nicht aus dubiosen Quellen speiste, wollte er den Eigenbeitrag Zyperns zur eigenen Rettung nicht von den eigenen Leuten bezahlen lassen. Sondern von den Russen. Warum auch nicht? Der EU-Spielverderber-Troika eine Nase drehen? Da hätte Zypern dem großen Bruder Griechenland mal zeigen können, wie man so was macht. Zumal die Brüsseler Euro-Gruppe eine Steilvorlage geliefert hatte, wie sie steiler nicht auszudenken wäre. Mal eben so die Spargroschen besteuern ohne Vorlauf, ohne Ansehen der Einzelumstände und jeden russischen Investor zum Oligarchen erklären und jeden Oligarchen zum Geldwäscher und Steuerhinterzieher? Das war ja wohl mal eine Pleite. Mag sein, dass der pfiffige Anastasiades das selbst ausgebrütet hat, diesen seinen Eigenbeitrag zum 16-Mrd.-Rettungspaket, wohl wissend, dass er da bei seinen Zyprern eine Lawine lostreten würde, hinter der er sich dann verstecken konnte mit den weisen Worten: „So geht das nicht.“ Geht auch wirklich nicht, denn die Logik fehlt (was genau trägt ein Sparer und Anleger dazu bei, dass seine Bank vor der Pleite steht?) und die Rechtsgrundlage erst einmal auch. Eine plötzliche Enteignung mit willkürlichen Sätzen und Grenzbeträgen (unter/über 100.000 Euro) ist nun wirklich leicht angreifbar. Das Dümmste, was die EuroRetter damit verzapft haben, war allerdings, dass sie offenbar über die Kollateralschäden gar nicht erst nachdachten. Ein Insider meinte, dass da nachts in Brüssel auch nur noch Bürokraten am Werkeln waren, mit Vertrauen als Grundlage jeder Marktwirtschaft hatten die noch nie zu tun gehabt. Müssen die gestaunt haben, als am letzten Montag die asiatischen Börsen öffneten! Aber egal, das ist Schnee von

gestern, der Euro hat sich vom Anschlag seiner Retter wieder etwas erholt und Zypern ging nach Russland statt nach Canossa, wo es hingehört hätte. Nun leben die Heinzelmännchen wenn überhaupt in Köln und nicht in Moskau und so ging es dann auch aus: Russland hat, welche Überraschung, kein Interesse an zyprisch-unterseeischen Gasquellen. Könnte es sein, dass Russland selber schon ein bisschen eigenes Gas hat? Daran muss es wohl liegen. Eine Militärbasis bei Limassol, das wäre mal ein Angebot gewesen! Aber dem stehen gewisse Verwicklungen im Wege, vor allem das völlig humorlose Brüssel und die ebenso unlustige NATO. Wäre doch so nett gewesen, russischer Marine-Begleitschutz für den Oligarchen fern der Heimat sozusagen und Borschtsch in der Kantine. Aber: keine Rettung, nirgends. Was immer nun greift, Plan C oder D oder auch E, man kann festhalten: Der Zustand des zyprischen Bankensektors ist lange bekannt, niemand hat eine Sanierung auch nur erwogen. Die Geldwäsche-Vermutung hätte schon seit Jahren untersucht und gegebenenfalls bewiesen werden können, mit entsprechenden Reformen und Abkommen (die Schweiz konnte es ja schließlich auch). Die Gesundung der Staatsfinanzen hätte gelingen können, wenn man sie versucht hätte: Mit dem Tourismus hat Zypern stetige Einnahmen. Und in Brüssel hätte man vorsorgen können, dass eine Insel mit weniger Wirtschaftskraft als das Saarland nicht zur Bombe wird. Zu spät. Was zyprische Politik angeht, da wird sich mancher in der EU noch erinnern: Vorbedingung für den Beitritt 2004 war eigentlich die Wiedervereinigung der Insel. Die türkisch-zyprische Seite sagte Ja, die griechisch-zyprische Regierung versprach es – und das Volk lehnte am Ende kühl ab. Aber da war Zypern schon Mitglied und der Druck war weg. Die Erinnerung daran könnte heute helfen.

Was denken Sie über dieses Thema? Schreiben Sie direkt an den Autor, Herrn Reinhard Schlieker unter schlieker@boerse-am-sonntag.de


AKTIEN & MÄRKTE

SPEZIAL

UNTERNEHMEN

FONDS

ZERTIFIKATE

Rohstoffe

Lebensart

Tops und Flops der Woche

tops Drillisch: Freenet-Beteiligung halbiert Der Mobilfunkprovider Drillisch (WKN: 554550) hat seine Beteiligung am Konkurrenten Freenet (WKN: A0Z2ZZ) von 20,86% auf 10,44% reduziert. 13,32 Mio. FreenetAktien wurden von der Bank of America zu je 18,5067 Euro übernommen. Mit dem Geld werden ein Wertpapierkredit der Bank of America, welcher der Finanzierung der FreenetBeteiligung diente, in Höhe von 136 Mio. Euro sowie Kurssicherungsgeschäfte im Volumen von rund 45 Mio. Euro zurückgeführt. Unter dem Strich verbucht Drillisch aus der Transaktion im laufenden Geschäftsjahr einen Vorsteuergewinn von 151 Mio. Euro. United Internet: Gewinnsprung erwartet Im vergangenen Jahr schrumpfte der von United Internet (WKN: 508903) erzielte Gewinn aufgrund deutlich gestiegener Kosten sowie Abschreibungen von 162,3 auf 108,3 Mio. Euro, der Gewinn je Aktie von 0,78 auf 0,55 Euro. Der Vorsteuergewinn sank von 250,6 auf 193,0 Mio. Euro, der operative Gewinn von 276,0 auf 204,3 Mio. Euro. Dagegen zog der Umsatz von 2,09 auf 2,40 Mrd. Euro an. Für 2012 will der Internet-Dienstleister eine unveränderte Dividende von 0,30 Euro je Aktie ausschütten. Im laufenden Jahr sollen der Umsatz um rund 10% zulegen und der Gewinn je Aktie 1,00 bis 1,10 Euro erreichen. Nike: Prognose teilweise übertroffen Nike (WKN: 866993) erhöhte den Überschuss im dritten Geschäftsquartal von 560 auf 866 Mio. US-Dollar. Je Aktie zog der Gewinn von 0,60 auf 0,95 US-Dollar, vor Sonderposten von 0,61 auf 0,73 US-Dollar an. Der Vorsteuergewinn legte von 787 auf 858 Mio. US-Dollar zu. Der Umsatz kletterte von 5,66 auf 6,19 Mrd. US-Dollar. Analysten hatten 6,23 Mrd. USDollar Umsatz sowie 0,67 US-Dollar Gewinn je Aktie vor Sonderposten prognostiziert. Der Auftragseingang für den Lieferzeitraum März bis Juli stieg um 6% auf 9,9 Mrd. US-Dollar.

Flops Deutsche Bank: Noch weniger verdient Für Rechtsstreitigkeiten in den USA stellt die Deutsche Bank (WKN: 514000) in der Bilanz für 2012 weitere 600 Mio. Euro zurück. Damit erhöhen sich diesbezügliche Rückstellungen auf 2,4 Mrd. Euro. Der Ende Januar für das vergangene Jahr veröffentlichte Gewinn reduziert sich dadurch von 665 auf 291 Mio. Euro. 2011 hatte die Bank 4,33 Mrd. Euro verdient. Der Vorsteuergewinn brach von 5,39 Mrd. auf 784 Mio. Euro ein. Unabhängig von der Korrektur soll für 2012 eine unveränderte Dividende von 0,75 Euro je Aktie ausgeschüttet werden. Kontron: Rote Bilanz 2012 verlor Kontron (WKN: 605395) 33,6 Mio. Euro. Unter anderem belasteten Abschreibungen in Höhe von 19,3 Mio. Euro sowie gestiegene operative Kosten. Im Jahr zuvor hatte der Spezialist für Minicomputer (Embedded Computer) unter dem Strich 22,9 Mio. Euro verdient. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) fiel von +34,1 auf –32,5 Mio. Euro. Der Umsatz schrumpfte von 589,6 auf 547,0 Mio. Euro. Trotz roter Zahlen sollen je Aktie 0,04 Euro Dividende ausgeschüttet werden. Für 2011 waren 0,20 Euro je Aktie gezahlt worden.

Zitat der Woche

„Europa will offene Märkte.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warb für offene Märkte in einer globalisierten Welt, um die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken.

Zahl der Woche

2,0718 Bio. Euro Der deutsche Schuldenberg ist kräftig gewachsen: Bund, Länder und Kommunen standen am 31. Dezember mit 2,0718 Bio. Euro in der Kreide. Damit erhöhte sich der Schuldenstand binnen eines Jahres um 2,1% oder 41,8 Mrd. Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

TERMINE DER WOCHE 26.03. 13:30 USA Auftragseingänge langlebige Güter Februar 26.03. 15:00 USA Verbrauchervertrauen, Conference Board März 27.03. 08:10 DE GfK, Konsumklima­ indikator April 27.03. 08:45 F BIP Q4 (2. Veröffentlichung) 28.03. 13:30 USA BIP Q4/2012

Lanxess: Warnung vor Gewinneinbruch Der Spezialchemiekonzern Lanxess (WKN: 547040) erhöhte den Überschuss im vergangenen Jahr von 507 auf 515 Mio. Euro. Je Aktie zog der Gewinn von 6,08 auf 6,18 Euro an. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte von 776 auf 810 Mio. Euro zu. Im Vergleich zum Vorjahr kletterte der Umsatz von 8,78 auf 9,09 Mrd. Euro. Für 2012 soll die Dividende von 0,85 auf 1,00 Euro je Aktie angehoben werden. Im laufenden ersten Quartal rechnet Lanxess aufgrund einer nur geringen Nachfrage aus der Reifen- und Automobilindustrie mit einem Gewinneinbruch. 03

BÖRSE am Sonntag · 12/1 3

(dritte Schätzung) 28.03. 14:45 USA Chicago Einkaufs­ managerindex März 29.03. 00:50 Japan Industrieproduktion Februar


AKTIEN & MÄRKTE

SPEZIAL

UNTERNEHMEN

FONDS

ZERTIFIKATE

Rohstoffe

Lebensart

Markt im Fokus

Eurozone:

Sparer hört die Signale! Jetzt geht es ans Eingemachte. Die geplante Zwangsabgabe auf Bankeinlagen in Zypern macht deutlich, wohin der Hase bei der Euro-Rettung läuft. Im Notfall ist auch das Geld der kleinen Sparer und damit dessen Eigentum nicht vor Enteignung sicher. Dabei wurde den Bürgern in der EU doch während der Finanzkrise 2008 versprochen, dass ihre Vermögen bei den Banken bei eventuellen Pleiten bis zu einem Wert von

STOXX Europe 600 Banks

Indizes Index Dow Jones S&P 500 NASDAQ DAX MDAX TecDAX SDAX EUROSTX 50 Nikkei 225 Hang Seng

04

100.000 Euro je Einleger garantiert seien. Es gibt dafür die Richtlinie 2009/14/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. März 2009, die von den einzelnen

Stand: 22.03.2013 (12.30 Uhr)

Stand: Freitag nach Börsenschluss

22.03.2013 % Vorwoche 52weekHigh % 52week 14512,03 -0,01% 14546,82 +11,24% 1556,89 -0,24% 1563,62 +11,78% 3245,00 -0,13% 3260,62 +5,93% 7911,35 -1,64% 8074,47 +13,32% 13358,86 -0,95% 13528,39 +26,35% 914,43 -1,12% 931,51 +17,57% 5894,75 -2,49% 6075,07 +15,13% 2681,67 -1,62% 2754,80 +5,99% 12338,53 -1,77% 12650,26 +21,84% 22115,30 -1,85% 23944,74 +5,81%

BÖRSE am Sonntag · 12/1 3

Staaten in nationales Recht umzuwandeln waren. Dies ist auch in Zypern geschehen. Mit der Einrichtung von solchen Einlagensicherungsfonds beruhigte man die Bürger, damit diese nicht ihre Gelder im großen Stil von den Banken ziehen, was die Bankenkrise noch verschärft hätte. Schließlich sind Kundeneinlagen äußerst wichtig zur Finanzierung der Institute. Die Beruhigung funktionierte. Mit der geplanten Zwangsabgabe in Zypern ist diese Garantie jedoch keinen Pfifferling mehr wert. Das gilt für die ganze Eurozone. Es ist dabei müßig, darüber zu streiten, wer in Zypern diese Form der Enteignung in der zunächst geplanten Form wollte. Letztlich haben alle Beteiligten dem Plan zugestimmt, ungeachtet des Signals, das davon ausgeht. Zwar scheiterte die Zwangsabgabe im zyprischen Parlament zunächst, spätestens jetzt sollte einem jedoch klar sein, dass im Notfall die Staatsmacht nicht davor zurückschrecken wird, selbst kleine Bürger und Firmen willkürlich zu enteignen. Auch mit dem absurden Argument, Zypern sei ein Sonderfall und es gehe dabei auch um Geld aus dubiosen Quellen, lässt sich das hanebüchene ursprüngliche Vorhaben nicht rechtfertigen. Man darf gespannt sein, welche Auswirkungen dieser erneute Vertrauensverlust und die daraus resultierende Rechtsunsicherheit nun auf die Banken in der gesamten Eurozone haben. In jedem Fall hat aber wohl der Glaube an die Rechtsstaatlichkeit weiteren Schaden genommen.


AKTIEN & MÄRKTE

SPEZIAL

UNTERNEHMEN

FONDS

ZERTIFIKATE

Rohstoffe

Lebensart

Märkte im Überblick

usa

Deutschland

DAX wieder unter 8.000 Punkten

Keine Änderung der US-Geldpolitik

Europa

Zypern als Ablenkung

Nach dem großen Verfallstag an den Terminbörsen am Freitag der Vorwoche, was im Vorfeld zu einigen Verzerrungen am US-Aktienmarkt geführt haben könnte, musste man sich wohl erst wieder orientieren. Außerdem wirken solche Verfallstage oft nach, kann es im Nachgang doch zu größeren Positionsänderungen kommen, was auch den Kassamarkt beeinflusst. Kommen dann noch Unsicherheitsfaktoren wie Zypern hinzu, wird, wie am Montag, schnell mal Kasse gemacht. Aufgehellt wurde die Stimmung dann am Mittwoch durch die US-Notenbank. Sie hat nach ihrer Ratssitzung keine Hinweise auf eine Abschwächung ihrer expansiven Geldpolitik gegeben. Sowohl Niedrigzinspolitik als auch Wertpapierankaufprogramme werden wie bisher fortgesetzt. Vielleicht schlagen sich hier die jüngsten Steuererhöhungen und Sparmaßnahmen sowie mögliche weitere fiskalische Restriktionen in den USA nieder, könnten diese doch die Konjunktur beeinträchtigen. Die Fed senkte daher schon mal vorsorglich ihre Wachstumsprognosen für 2013 und die beiden nächsten Jahre, wenn auch nur leicht. Die Investoren zeigten sich angesichts der fortgesetzten expansiven Geldpolitik entzückt. Der Dow Jones kletterte am Mittwoch sogar auf neue Rekorde. Am Donnerstag gaben die US-Indizes dann nach, bevor die Gewinne am Freitag die Wochenperformance wieder aufbesserten, die jedoch leicht negativ blieb.

Nachdem der DA X zum Ende der Vorwoche über der Marke von 8.000 Punkten lag, notierte er in der vergangenen per Schlusskurs wieder darunter. Dabei gab er um 1,6% zur Vorwoche nach. Die Unsicherheit im Zusammenhang mit der Schuldenkrise in der Eurozone angesichts der unklaren Zukunft Zyperns drückte auf die Stimmung. Hinzu gesellten sich auch in Sachen Konjunktur einige weniger gute Nachrichten. So hatte sich die Deutsche Bundesbank in ihrem Monatsbericht für März enttäuscht über den Jahresstart in der deutschen Wirtschaft gezeigt. Sie versäumte es jedoch nicht, weiterhin Zuversicht zu versprühen. „Der zögerliche Start in das Jahr 2013 stellt nicht die Perspektive einer konjunkturellen Belebung der Wirtschaftstätigkeit infrage.“ Einen weitaus negativeren Effekt hatten die deutschen Einkaufsmanagerindizes für März. Die am Markt viel beachteten Indikatoren sanken kräftig. Der Index für das verarbeitende Gewerbe rutschte sogar deutlich unter die Expansionsschwelle von 50 Punkten. Auch der ifo Geschäftsklimaindex machte seinem Ruf als Wohlfühlindikator diesmal keine Ehre. Nach vier Anstiegen in Folge sank er im März wieder etwas. Es ist zwar zu früh, von einem Ende der in den vergangenen Monaten auszumachenden Aufwärtstendenz des viel beachteten Stimmungsindikators zu sprechen, die weitere Entwicklung gilt es jedoch, genau zu beobachten.

Das Thema in der vergangenen Woche war ganz klar Zypern. Nachdem in einer Nachtund-Nebel-Aktion zum 16. März wieder einmal ein Hilfspaket geschnürt wurde, sorgte dieses nun für reichlich Kopfschütteln. Vor allem die geplante Zwangsabgabe für Bankeinlagen irritierte. Nachdem das dafür nötige Gesetz jedoch vorerst nicht durch das zyprische Parlament beschlossen wurde, herrschte Unsicherheit darüber, wie es nun in Zypern weitergeht. Denn die Suche nach einer Lösung zur Vermeidung der Pleite großer zyprischer Banken und damit eine Staatspleite gestaltet sich schwierig. Zudem drängt die Zeit. Schließlich wurde durch die EZB, an dessen Tropf die zyprische Notenbank und damit die strauchelnden Geschäftsbanken des Landes hängen, ein Ultimatum bis Montag, den 25. März, gestellt. Man darf nun gespannt sein, welche Lösung die Beteiligten an diesem Wochenende aus dem Hut zaubern. Die aktuell im Fokus stehende Entwicklung in Zypern hat zudem einen Nebeneffekt. Sie lenkt von anderen wichtigen Dingen ab, die jedoch nicht aus dem Blick geraten sollten: so etwa die nach wie vor ungelöste Bildung einer stabilen Regierung in Italien, die Probleme in Frankreich oder generell die trüben konjunkturellen Fakten in der Eurozone. Dort hat sich die Wirtschaftsstimmung nun zum zweiten Mal in Folge verschlechtert, wobei der Rückgang im März auffällig kräftig war.

S&P 500

DAX

EURO STOXX 50

05

BÖRSE am Sonntag · 12/1 3

Stand: 22.03.2013

Stand: 22.03.2013

Stand: 22.03.2013


AKTIEN & MÄRKTE

SPEZIAL

UNTERNEHMEN

FONDS

ZERTIFIKATE

Rohstoffe

Lebensart

Aktie der Woche

Ryanair Holdings:

Nahe Allzeithoch! Die Aktie der irischen Billigfluglinie steigt und steigt. In der vergangenen Woche hob sie zwischendurch besonders kräftig ab. Sie erreichte damit beinahe das Allzeithoch von April 2007 bei 6,41 Euro. Jüngst für Rückenwind sorgte offenbar die große Bestellung neuer Flugzeuge. Dies wurde wohl als Signal gewertet, dass Ryanair die Gunst der Stunde zum Ausbau der eigenen Marktposition nutzt, was letztlich eine Fortsetzung des Wachstumskurses impliziert. Firmenlenker Michael O’Leary hat in den vergangenen Monaten immer wieder betont, dass sein Unternehmen trotz des weiterhin schwierigen Geschäftsumfeldes die sich bietenden Chancen nutzen will, um die eigene Marktposition ausDer geplante Kauf neuer zubauen. Schließlich Flugzeuge macht unmissver­ mussten bereits einige ständlich klar, dass Ryanair Wettbewerber aufgedie führende Marktposition ben. Andere müssen ausbauen will. sich neu strukturieren und Kosten senken und verkleinern daher ihr Streckennetz. Ryanair will diese daraus entstehenden Lücken mit eigenen Angeboten füllen. Dazu bedarf es offenbar weiterer Flugzeuge, wie die große Bestellung bei Boeing in der vergangenen Woche verdeutlicht. Mit dem US-Flugzeugbauer wurde ein Vorvertrag für 175 Mittelstreckenflieger des Typs 737-800S unterzeichnet. Laut Preisliste haben die Maschinen einen Gesamtwert von rund 12,1 Mrd. Euro. Durch die üblichen Rabatte bei Flugzeugbestellungen könnte das Volumen 06

BÖRSE am Sonntag · 12/1 3

aber geringer ausfallen. Außerdem müssen die Aktionäre von Ryanair noch der geplanten Großorder zustimmen. Das scheint jedoch außer Frage zu stehen, sind die Flieger doch nötig für den aggressiven Wachstumskurs. Ziel: 100 Mio. Passagiere Derzeit hat das Unternehmen 305 Flugzeuge im Einsatz, allesamt vom gleichen Boeing-Typ, ausgestattet mit je 189 Sitzplätzen. Mit den geplanten Auslieferungen der jüngsten Bestellung in den Jahren 2014 bis 2018 soll die eigene Flotte bis zum Geschäftsjahr 2018/19 (bis Ende März) auf etwa 375 wachsen. Ein Teil der Jets (105 Stück)

Ryanair Holdings

Stand: 22.03.2013


AKTIEN & MÄRKTE

SPEZIAL

UNTERNEHMEN

FONDS

ZERTIFIKATE

Rohstoffe

Lebensart

Aktie der Woche

ersetzt dabei ältere Flugzeuge. Der Rest wird zusätzlich zum Einsatz kommen. „Wir brauchten die Bestellung, um die Lücken zu füllen, die Iberia in Spanien und SAS in Skandinavien hinterlassen“, erläuterte der Firmenchef. Während sich die klassischen Fluglinien auf die Langstrecke konzentrierten, will Ryanair verwaiste Flugziele bedienen. Erklärtes Ziel ist es, Millionen neuer Fluggäste für sich zu gewinnen. Bis zum Ende des Geschäftsjahrs 2018/19 will Ryanair demnach mehr als 100 Mio. Passagiere pro Jahr befördern. 2011/12 waren es 75,8 Mio. Reisende. Für das laufende Geschäftsjahr 2012/13 sind mehr als 79 Mio. geplant. Der jüngste Großauftrag könnte bei dem Expansionsvorhaben jedoch nicht ausreichend sein. Je nachdem, wie sich der Markt entwickle, werde die Gesellschaft möglicherweise noch 100 bis 200 weitere Maschinen bestellen, betonte der Vorstand. Organisches Wachstum besser als Zukäufe Die Zeichen stehen somit klar auf Expansion. Der Ausbau der Flotte ist dabei eine wichtige Voraussetzung, um die sich bietenden Chancen zu nutzen. Damit soll der eigene Marktanteil am gesamten Kurzstreckenmarkt in der EU von aktuell etwa 15% auf mehr als 20% ausgebaut werden. Ryanair steuert derzeit 179 Flugziele in 28 Ländern an und kommt damit auf mehr als 1.500 Verbindungen. Laut Unternehmen gibt es Gespräche mit mehr als 75 neuen Flughäfen. In Sachen Profitabilität übertrifft das geplante organische Wachstum laut Vorstand auch die Möglichkeiten durch Zukäufe. Finanziert werden sollen die neuen Flugzeuge übrigens aus dem Cashflow. Wie es weiter hieß, wählte man das Modell 737-800S wegen seiner Zuverlässigkeit und der hohen Effizienz. Tragfähiges Geschäftsmodell Ryanair bleibt damit seiner Strategie treu, mit der geringsten Kostenbasis zu punkten.

Schließlich ist das der Garant für ein profitables Geschäft mit im Branchenvergleich sehr guten Gewinnmargen, wodurch sich die Gesellschaft von der Konkurrenz abhebt. Basis für die niedrigen Stückkosten (Ausgaben

Anzeige

TOP INFORMIERT – FLEXIBEL ANLEGEN Die Invest ist die größte Veranstaltung rund um das Thema Geldanlage im deutschsprachigen Raum. Private Anleger, Bankberater, Vermögensverwalter und Makler informieren sich bei den Ausstellern und tauschen sich in rund 350 Veranstaltungen des Kongress- und Rahmenprogramms mit bekannten Finanzexperten aus.

Schwerpunkte 2013: Nachhaltige Geldanlage Fonds / ETFs Rohstoffe und Edelmetalle Vermögenserwalter Bildungskongress Aktienforum Finanzseminare für Frauen Live Trading

ME DIE NPART N E R

19. – 20. APRIL 2013 MESSE STUTTGART www.invest-messe.de

RZ_Invest2013_Anz_127x187.indd 1

07

BÖRSE am Sonntag · 12/1 3

je Passagier), die im europäischen Vergleich seinesgleichen suchen, sind eine moderne, sparsame Flugzeugflotte und eine strenge Kostendisziplin. Dazu gehören aber auch die Absicherung der Treibstoffkosten sowie vor

25.02.13 13:51


AKTIEN & MÄRKTE

SPEZIAL

UNTERNEHMEN

FONDS

ZERTIFIKATE

Rohstoffe

Aktie der Woche

Ryanair Holdings ISIN: IE00B1GKF381 WKN: A0MJ5T Kurs 22.03.13: 6,06 EUR 52-Wochen-Hoch: 6,33 EUR 52-Wochen-Tief: 3,67 EUR Empf. Stop-Loss: 5,40 EUR Unser Anlageurteil: spekulativer Kauf Stand: Freitag nach Börsenschluss

allem die hohe Flexibilität, sich auf saisonale Schwankungen der Nachfrage einzustellen, beispielsweise indem in der Wintersaison die Kapazitäten gesenkt werden. Die insgesamt auf Kostenführerschaft ausgelegte Strategie ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil, können dadurch doch günstige Ticketpreise geboten werden. Der geschäftliche Erfolg in den vergangenen Jahren zeugt von der Tragfähigkeit des Geschäftsmodells. Auch in dem im März endenden Geschäftsjahr 2012/13 wird die Erfolgsgeschichte wohl fortgeschrieben. Positive Überraschung? Die Zahlen für das Schlussquartal (Januar bis März) liegen zwar noch nicht vor, die bei Vorlage der 9-Monats-Zahlen erhöhten Prognosen für das Gesamtjahr lassen jedoch wieder einen starken Nachsteuerprofit erwarten. Waren zunächst 490 bis 520 Mio. Euro angepeilt, gab der Vorstand nun ein Ziel von 540 Mio. Euro aus. Dies wären trotz deutlich höherer Treibstoffkosten 7,4% mehr als im Vorjahr mit 502,6 Mio. Euro (um positive Sondereffekte bereinigt). Als Gründe für die Anhebung nannte Ryanair die Kapazitätskürzungen im Winter und die guten Ergebnisse im dritten Quartal. Im Zeitraum Oktober bis Dezember war der Umsatz um 15% auf 969 Mio. Euro geklettert. Der Überschuss stieg trotz 24% höherer Treibstoffkosten um 21% auf 18 Mio. Euro. In den ersten neun Monaten erhöhte sich der Umsatz um 14,6% auf 4,07 Mrd. Euro. Unter dem Strich stieg der Profit auf 613,7 Mio. Euro. Sollten nun für die Wintermonate negative Überraschungen ausbleiben, wonach 08

BÖRSE am Sonntag · 12/1 3

es bislang aussieht, scheint das Profitziel von 540 Mio. Euro realistisch, trotz des im Schlussquartal zu erwartenden üblichen Verlustes. 2011/12 stand in der 9-MonatsBilanz ein Überschuss von 558,4 Mio. Euro, von denen im Gesamtjahr 502,6 Mio. Euro übrig blieben. Nimmt man nun den im vierten Quartal angefallenen Verlust von rund 56 Mio. Euro als Basis, ist im laufenden Gesamtjahr sogar noch etwas Luft. Dies könnte vielleicht für eine positive Überraschung sorgen. Abgesehen von der positiven geschäftlichen Performance überzeugt der Konzern mit seiner sehr soliden Bilanz.

Fazit Bei der irischen Fluglinie stehen die Zeichen klar auf Expansion. Mit dem jüngst angekündigten Kauf neuer Flugzeuge machte sie unmissverständlich deutlich, dass sie die sich bietenden Chancen auf dem europäischen Kurzstreckenmarkt nutzen und ihre führende Position ausbauen will. Selbst das herausfordernde Umfeld schreckt Ryanair nicht ab. Im Gegenteil: Zum einen ermöglicht es ja erst den aggressiven Wachstumskurs, angesichts der oft strauchelnden Konkurrenz. Zum anderen kommt dem Konzern die Tragfähigkeit des eigenen Geschäftsmodells zugute. Eine effiziente Flotte, die konsequent und sehr flexibel an den Bedarf angepassten Kapazitäten sowie eine strenge Kostendisziplin, was für die mit Abstand niedrigste Ausgabenbasis in Europa und damit einen klaren Wettbewerbsvorteil sorgt, ermöglichen es, auch unter schwierigen Rahmenbedingungen profitabel zu wirtschaften. Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Aktienkurs wider, der in den vergangenen Monaten kräftig zulegte. Der Aufwärtstrend scheint intakt, sodass eventuelle Rücksetzer spekulative Kaufmöglichkeiten bieten. Zudem lassen sich aus charttechnischer Sicht Käufe rechtfertigen, wenn das Allzeithoch bei 6,41 Euro nachhaltig geknackt wird.

Lebensart


SPEZIAL

UNTERNEHMEN

Fonds

ZERTIFIKATE

rohstoffe

Lebensart

AKTIEN & MÄRKTE

Social Media und Internet-Investments

Im Netz trennt sich die Spreu vom Weizen Nachdem sich der Hype um Social Media und Mobile gelegt hat, ist es Zeit für eine Bestandsaufnahme: facebook ist in der Realität angekommen, lebt aber noch immer von der Hoffnung. Einstige Stars wie Groupon sind im Niedergang begriffen, während die Gewinne nicht nur bei Google explodieren. Die Umsätze mit Online-Werbung werden weltweit bis 2017 auf 143 Mrd. US-Dollar steigen. Im letzten Jahr dürfte das Volumen bereits bei 92 Mrd. US-Dollar gelegen haben. Die Zahlen stammen aus der aktuellen Studie „Online Advertising Forecasts“ der Firma Digital TV Research. Größter Markt für digitale Werbung sind die USA mit 40% Marktanteil, gefolgt von Großbritannien und Japan. Doch nicht nur bei den Internet-Konzernen gerät die traditionelle Ordnung ins Wanken. Profitabler als facebook Bereits im nächsten Jahr, so ein weiteres Ergebnis der Studie, wird China Japan als Nummer 3 ablösen. Angesichts des dynamischen Wachstums der chinesischen Online-Werbeumsätze kein Wunder: Letztere sollen sich von 2 Mrd. US-Dollar im Jahr 2010 bis 2017 auf fast 11 Mrd. US-Dollar mehr als verfünffachen. Dazu kommen Umsätze aus Online Gaming, die in China bereits heute höher liegen als in den USA. Die Nummer 1 auf dem chinesischen Markt ist der Konzern Tencent. Die Firma dürfte es 2012 auf einen Umsatz von 7 Mrd. US-Dollar und einen Gewinn von 2,7 Mrd. US-Dollar gebracht haben. Baidu, die chinesische Antwort auf Google, wird 2012 laut Analystenschätzungen 1,7 Mrd. Dollar Gewinn einfahren. Obwohl mittlerweile zumindest profitabel, kann facebook von solchen Werten bislang nur träumen. 09

BÖRSE am Sonntag · 12/1 3

China auch im Netz eine Macht Es gibt weitere chinesische Player, die Jahr für Jahr steigende Gewinne ausweisen: Sina, Changyou.com und Sohu.com. Nach wie vor Verluste schreiben hingegen die Angebote Youku Tudou und Renren. Parallel zur Korrektur der überzogenen Erwartungen an facebook mussten jedoch auch die Aktien der Internet-Konzerne aus dem Reich der Mitte in den letzten zwölf Monaten hinnehmen: Sohu.com verloren um knapp 10%, Sina um 34%, Youku Tudou um 36%, Baidu um 37% und Renren sogar um 44%. Changyou.com konnte sich immerhin mit einem Miniplus von 1,5% gegen den Trend stemmen. Einzig die Gewinnmaschine Tencent konnte mit +18% kräftige Zuwächse verbuchen. Weiteren Rückenwind dürfte den chinesischen Playern die steigende Zahl der Internet-Nutzer bescheren: So wuchs deren Zahl im vergangenen Jahr laut dem China Internet Network Information Center (CNNIC) um 11% auf


SPEZIAL

UNTERNEHMEN

Fonds

ZERTIFIKATE

rohstoffe

Lebensart

AKTIEN & MÄRKTE

Social Media und Internet-Investments

538 Mio. Dies entspricht lediglich einer Penetration von 40% der Bevölkerung, sodass hier weiter Luft nach oben ist. Das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie rechnet bis Ende 2015 mit einem Anstieg auf 800 Mio. Angesichts der Volatilität der Aktien macht für Anleger trotz der positiven Aussichten die

Anzeige

Vontobel Investmentidee Interessante Beiträge zu Basiswerten und Anlagethemen

ZTLOS T JE EN EN! T R OS NNIE n –

K

ke O AB ier klic –h

Vontobel Investmentidee Um interessierte Anleger über aktuelle Marktentwicklungen informieren zu können, publiziert Vontobel regelmäßig den Newsletter »Vontobel Investmentidee«. Anleger finden hier interessante Beiträge zu einzelnen Basiswerten sowie Anlagethemen. Nähere Informationen über Bank Vontobel Europe AG, Niederlassung Frankfurt am Main, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, Telefon +49 (0)69 69 59 96 200

Bündelung chinesischer Internet-Werte mit einem Zertifikat (WKN: A1A376) Sinn. Die Russen kommen Trotz einer ähnlich großen Bevölkerung hinkt Indien China bei der Zahl der Internet-Nutzer weit hinterher: Gerade einmal 100 Mio. Inder (8,5% der Bevölkerung) sind heute online. Zwar ist damit auch das Potenzial für weiteres Wachstum gigantisch, doch verfügt der Subkontinent über keine vergleichbare Internet-Industrie. Erwähnenswert sind hier lediglich drei Aktien: MakeMyTrip, Rediff.com und Sify. Die beiden letzteren Firmen sind jedoch deutlich kleiner als die vorgenannten chinesischen Titel und noch nicht profitabel. Die Aktienkurse sind in den letzten zwölf Monaten um 45% und 62% deutlich eingebrochen. Gleiches gilt für den Marktführer im indischen Online-Reisemarkt, MakeMyTrip. Das Unternehmen war mit vielen Vorschusslorbeeren gestartet, konnte die Erwartungen jedoch nicht erfüllen. Der Aktienkurs stürzte dementsprechend seit März letzten Jahres um rund 37% ab. Ein Investment drängt sich in keinem der drei Fälle auf. Über eine deutlich höhere Internet-Penetration (43%) und 60 Mio. Internet-Nutzer verfügt das in diesem Zusammenhang häufig übersehene Russland. Die beiden wichtigsten Player sind Mail.ru und insbesondere Yandex. In der aktuellen Analyse „Russian Internet“ empfiehlt die Credit Suisse beide Titel zum Kauf. Begründet wird dies mit der jeweils intakten Wachstumsstory, den unverändert positiven Rahmenbedingungen sowie den deutlichen Bewertungsabschlägen im Vergleich zur amerikanischen Konkurrenz. Spreu vom Weizen trennen Neben der Zahl der Internet-Nutzer wird in vielen Branchenanalysen mittlerweile die Zahl der facebook-Nutzer eines Landes als weitere Referenzgröße angegeben. Das mag schmeichelhaft für Mark Zuckerberg sein, für die Aktionäre ist es jedoch nur ein schwacher

10

BÖRSE am Sonntag · 12/1 3


SPEZIAL

UNTERNEHMEN

Fonds

ZERTIFIKATE

rohstoffe

Lebensart

AKTIEN & MÄRKTE

Social Media und Internet-Investments

Trost. Denn obwohl sich der Börsenkurs der Firma in den letzten Monaten erholen konnte und das Unternehmen mit zahlreichen Maßnahmen versucht, die Monetarisierung der gigantischen Besucherströme zu verbessern, bleibt das Social Network weiterhin eine Wette auf die Zukunft: Auch wenn die Firma die hohen Gewinnerwartungen für das laufende Jahr erfüllen kann – selbst das wird von einigen Analysten bezweifelt –, liegt das KGV für 2013 bei stolzen 68. Auf Sicht der letzten zwölf Monate haben Anleger jedenfalls bereits ein Drittel ihres Einsatzes verloren und die Marktkapitalisierung beträgt noch immer über 60 Mrd. US-Dollar. Noch schlimmer hat es die Aktionäre von Groupon (–70%) und Zynga (–74%) erwischt. Einige einstige Stars haben sich mithin als Sternschnuppen entpuppt. +475% mit einer Internet-Rakete Demgegenüber gibt es aber auch Titel, die ihren Anlegern in den vergangenen Jahren so richtig Freude gemacht haben. Diese Titel haben eines gemeinsam: Sie sind hochprofitabel und weisen Jahr für Jahr ein großes Gewinnwachstum aus. So konnten sich die Aktionäre von Google und LinkedIn in den letzten fünf Mit dem Spitzenreiter Jahren über einen Wertzuwachs von fast 90% Priceline.com haben Anleger freuen, 200% waren mit Aktien von Expedia eine Performance von drin und mit dem Spitzenreiter Priceline.com sagenhaften 475% erzielt. haben Anleger eine Performance von sagenhaften 475% erzielt. Fairerweise muss gesagt werden, dass die Turnaround Story von Priceline kaum abzusehen war. Bei den anderen Titeln ist jedoch ein stimmiges Geschäftsmodell, das nachweislich hohe Erträge und skalierbares Wachstum ermöglicht, die Basis des Erfolges. Für Anleger gilt es, genau diese Firmen zu identifizieren. Dieses Quartett ist dabei auch zukünftig eine gute Wahl. Streuung zahlt sich aus Einfacher und risikoärmer lässt sich an der Wachstumsstory freilich mit speziellen Zertifikaten oder Fonds partizipieren. Selbst Inhaber von Zertifikaten, die sich auf den Hype um facebook sowie Social Networks beziehen, sind so relativ glimpflich davongekommen: Mit +2% und –5% haben sich die entsprechenden Papiere der Société Générale (WKN: SG10SN) und der Deutschen Bank (WKN: DE9S0M) nicht nur in den vergangenen zwölf Monaten vergleichsweise gut geschlagen. Auch mit dem Zertifikat auf die chinesischen Internet-Werte (WKN: A1A376) sind Anleger mit –7% angesichts der herben Verluste einzelner Titel noch gut gefahren. Über ein kleines Plus in Höhe von fast 3% kann sich freuen, wer mittels des Solactive Smart Mobile Zertifikats (WKN: HV3SM1) auf den Wachstumstrend mobile Internet-Nutzung gesetzt hat. 11

BÖRSE am Sonntag · 12/1 3

Fazit Ob eine neue Ära beginnt oder nicht: Firmen ohne solides Geschäftsmodell haben an der Börse nichts zu suchen – und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Anleger, die von der digitalen Wachstumsbranche profitieren möchten, greifen am besten zu entsprechenden Zertifikaten. Eine Ausnahme von dieser Regel bildet Google. Die Firma verfügt über eine einzigartige Wettbewerbsposition gepaart mit einem hochprofitablen Geschäftsmodell und ist in allen Bereichen gut vertreten.

Ausblick auf das nächste Spezial Ausgabe 13 (31.03.2013) Tagesgeld und kurzfristige Geldanlagen


UNTERNEHMEN

Fonds

ZERTIFIKATE

rohstoffe

Lebensart

AKTIEN & MÄRKTE

SPEZIAL

Unternehmen der Woche

Spheros sorgt für

gutes Klima beim Reisen

Es ist noch gar nicht so lange her, dass Reisen im Bus eine ziemlich aufreibende Angelegenheit war. Im Sommer sorgte die Sonne für saunaähnliche Bedingungen, im Winter mussten die Insassen oft frieren, bevor die Heizung eher für dicke Luft als für wohlige Wärme sorgte. Doch dank der Klimaanlagen, wie sie Spheros baut, gehören diese Erlebnisse der Vergangenheit an.

Das Unter­ nehmen blickt auf über 50 Jahre Geschichte zurück.

12

Die Firma aus Süddeutschland mit dem klingenden Namen ist Weltmarktführer in der Entwicklung und Herstellung von Klimaanlagen für Busse und eines der führenden Unternehmen bei motorunabhängigen Heizsystemen, Wasserpumpen, Klimaanlagen und Dachluken. Die Produktpalette der Klimasysteme reicht von Kleinbussen bis hin zu großen Reisebussen. Die Anlagen, die auf den Dächern der Fahrzeuge montiert werden, lassen sich durch Modulbauweise individuell an die Fahrzeuge anpassen. Ein weiterer Schwerpunkt sind Heizsysteme, wobei 450.000 der weltweit eingesetzten Busheizgeräte den Namen Spheros tragen. Als einziger Hersteller überhaupt bietet die Firma sogar ein Gasheizgerät für Busse an. Die mit Erd- oder Flüssiggas betriebene Anlage ist für gasbetriebene Busse gedacht, die eine immer größere Bedeutung erlangen. Darüber hinaus produziert Spheros alle übrigen wichtigen Komponenten wie Umwälzpumpen oder Luken und Lüfter. Das Angebot reicht von manuellen Dachluken mit Notausstieg und Belüftungsfunktion und komplexeren Modellen mit integriertem Gebläse bis hinzu elektrischen Luken. Dazu kommen elektronische Regelungen, die für die aufwendigen modernen Anlagen unverzichtbar sind. Auch komplette Klimatisierungssysteme aus einer Hand lassen sich so realisieren. Spheros vereint dazu Klimaanlagen, Standheizungen, Dachluken und andere Komponenten zu einer Einheit, wobei derartige Systeme individuell an die Anforderungen der Kunden angepasst werden können. Doch es muss nicht immer so aufwendig sein. Für die Stadtbusse in Südamerika, wo die Kosten eine wichtige Rolle spielen, stellt Spheros einfachere Lüftungsanlagen her. Das Unternehmen blickt auf über 50 Jahre Geschichte zurück. Die Spheros GmbH in ihrer heutigen Form wurde zwar erst im Jahr 2005 gegründet, doch das Vorgängerunternehmen, die Webasto Bus GmbH, ist bereits seit 1956 aktiv und erzielte mit der Entwicklung der ersten motorunabhängigen Busheizung einen frühen Erfolg. Ein weiterer Meilenstein war die erste Busklimaanlage überhaupt, die 1965 entwickelt wurde. In den 1970er-Jahren wurde dann die

BÖRSE am Sonntag · 12/1 3

Busluke vom Notausstieg zum Belüftungsinstrument umfunktioniert. In den 1990er-Jahren brachte das Unternehmen die erste Wasserpumpe für den Hauptkühlkreislauf des Fahrzeugmotors auf den Markt und stellt 1994 das erste mit Gas betriebene Heizgerät für Busse vor. In dieser Zeit gingen auch die ersten Anlagenbaureihen speziell für Stadtbusse an den Start und 1998 wurden die ersten Schienensysteme mit Buskomponenten klimatisiert. Ein wichtiger Schritt war 1999 die Übernahme des finnischen Lukenherstellers Parabus. Hierdurch konnte Spheros seine Auswahl an Belüftungsluken erheblich erweitern. 2004 wurde mit dem Aeosphere Alu-Konzept die erste Vollalu-Anlage vorgestellt, die mit geringem Gewicht und reduziertem Kraftstoffmehrverbrauch punktete. 2005 folgte dann die Gründung der Spheros der GmbH in ihrer heutigen Form. Hintergrund war die Übernahme der „Business Unit Bus“ der Webasto AG durch den Finanzinvestor Granville Baird Capital Partners und das Management. Als Spheros GmbH arbeitet das Unternehmen seitdem rechtlich und finanziell unabhängig. Für das Unternehmen mit der Hauptverwaltung in Gilching bei München arbeiten heute rund 600 Mitarbeiter, die im vergangenen Jahr einen Umsatz von über 160 Mio. Euro erwirtschaftet. Dank der rasanten Internationalisierung seit den 1990er-Jahren ist das Unternehmen heute weltweit aktiv.


UNTERNEHMEN

Fonds

ZERTIFIKATE

rohstoffe

Lebensart

AKTIEN & MÄRKTE

SPEZIAL

Oracle

Adobe

Geschäft stottert

Gewinneinbruch

Oracle (WKN: 871460) kämpft weiterhin mit seiner schwachen Hardware-Sparte (ehemals Sun Microsystems). Zusätzlich stottert auch das Geschäft mit neuen Software-Lizenzen: Im dritten Geschäftsquartal (Ende: 28. Februar) stagnierte der Gewinn bei 2,50 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn je Aktie legte dank einer gesunkenen Aktienzahl von 0,49 auf 0,52 US-Dollar zu, vor Sonderposten von 0,62 auf 0,65 US-Dollar. Der Vorsteuergewinn sank von 3,15 auf 3,09 Mrd. US-Dollar. Dagegen legte der operative Gewinn von 3,32 auf 3,33 Mrd. US-Dollar zu. Der Umsatz schrumpfte von 9,04 auf 8,96 Mrd. US-Dollar. Analysten hatten 9,4 Mrd. US-Dollar Umsatz sowie 0,66 US-Dollar Gewinn je Aktie vor Sonderposten prognostiziert. In der HardwareSparte ging der Umsatz von 2,61 auf 2,29 Mrd. US-Dollar zurück. Der Umsatz der Software-Sparte legte nur aufgrund einer gestiegenen Nachfrage nach Software-Updates und Produktunterstützung von 6,42 auf 6,67 Mrd. US-Dollar zu. Der darin enthaltene Umsatz mit neuen Software-Lizenzen schrumpfte von 2,37 auf 2,33 Mrd. US-Dollar. Im vierten Quartal wollen die Kalifornier vor Sonderposten 0,85 bis 0,91 US-Dollar je Aktie verdienen und 10,79 bis 11,34 Mrd. US-Dollar umsetzen. Analystenprognose: 0,88 Dollar Gewinn je Aktie sowie 11,5 Mrd. US-Dollar Umsatz.

Deutlich gestiegene Kosten bescherten dem kalifornischen Software-Entwickler Adobe Systems (WKN: 871981) im ersten Geschäftsquartal (Ende: 1. März) einen Gewinneinbruch von 185,21 auf 65,12 Mio. US-Dollar. Der Gewinn je Aktie fiel von 0,37 auf 0,13 US-Dollar, vor Sonderposten von 0,57 auf 0,35 US-Dollar. Prognose: 0,31 US-Dollar. Vor Steuern schrumpfte der Gewinn von 270,38 auf 83,48 Mio. US-Dollar, der operative Gewinn von 288,98 auf 98,22 Mio. US-Dollar. Im Vergleich zur Vorjahresperiode sank der Umsatz von 1,05 auf 1,01 Mrd. US-Dollar. Experten hatten einen Rückgang auf 985 Mio. US-Dollar befürchtet. Während der Produktumsatz von 808,52 auf 675,79 Mio. US-Dollar einbrach, kletterte der Abonnement-Umsatz von 146,23 auf 224,27 Mio. US-Dollar. Die Zahl der Software-Abonnenten erhöhte sich im Vergleich zum vorangegangenen vierten Quartal um 153.000 auf 479.000. Der Dienstleistungsumsatz legte von 90,47 auf 107,82 Mio. US-Dollar zu. Gleichzeitig stiegen die Umsatzkosten von 108,26 auf 156,68 Mio. US-Dollar, die operativen Kosten von 647,98 auf 752, 96 Mio. USDollar. Im laufenden Quartal will Adobe 975 Mio. bis 1,03 Mrd. US-Dollar umsetzen und je Aktie 0,29 bis 0,35 US-Dollar verdienen. Die Durchschnittsprognose der Wall Street liegt bisher bei 1,02 Mrd. US-Dollar Umsatz und 0,34 US-Dollar Gewinn je Aktie.

Unternehmenstermine Datum 26.03.2013 26.03.2013 27.03.2013 28.03.2013 28.03.2013 28.03.2013 28.03.2013 28.03.2013

13

Uhrzeit - 07:00 - 07:30 - - - -

BÖRSE am Sonntag · 12/1 3

Name Celesio AG Deutsche Wohnen AG Fraport AG ElringKlinger AG Fresenius Medical Care Homag Group AG ProSiebenSat.1 Media AG Software AG

Ereignis Ergebnisbericht 2012 Ergebnisbericht 2012 Ergebnisbericht 2012 Ergebnisbericht 2012 Ergebnisbericht 2012 Ergebnisbericht 2012 Ergebnisbericht 2012 Ergebnisbericht 2012

Copyright: Gilles Coulon Tendance Floue

News

FedEx

Kostenanstieg belastet Im dritten Geschäftsquartal (Ende: 28. Februar) brach der Gewinn des US-ExpressLogistikers FedEx (WKN: 912029) infolge gestiegener Kosten von 521 auf 361 Mio. USDollar ein. Der Gewinn je Aktie sank von 1,65 auf 1,13 US-Dollar, vor Sonderposten von 1,55 auf 1,23 US-Dollar. Der Vorsteuergewinn schrumpfte von 792 auf 564 Mio. US-Dollar, der operative Gewinn von 813 auf 589 Mio. US-Dollar. Dagegen zog der Umsatz von 10,56 auf 10,95 Mrd. US-Dollar an. Experten hatten einen Anstieg auf 10,8 Mrd. US-Dollar sowie 1,39 US-Dollar Gewinn je Aktie vor Sonderposten erwartet. Stärker als der Umsatz erhöhten sich die operativen Kosten – von 9,75 auf 10,36 Mrd. US-Dollar. Im laufenden Schlussquartal will FedEx je Aktie 0,94 bis 1,34 US-Dollar, vor Sonderposten 1,90 bis 2,10 US-Dollar verdienen. Die Durchschnittsprognose der Wall Street liegt bisher bei 2,12 US-Dollar Gewinn je Aktie vor Sonderposten. Für das Gesamtjahr werden statt 6,20 bis 6,60 US-Dollar Gewinn je Aktie, vor Sonderposten nur noch 6,00 bis 6,20 Dollar in Aussicht gestellt. Analysten erwarten auf dieser Basis bisher 6,35 USDollar je Anteilschein. Daneben kündigte der Konzern den Rückkauf von weiteren bis zu 10 Mio. eigenen Aktien an.


FONDS

ZERTIFIKATE

rohstoffe

Lebensart

AKTIEN & MÄRKTE

SPEZIAL

UNTERNEHMEN

Fonds der Woche

Allianz Europe Equity Growth –

auf die Starken setzen Kaum Dynamik in Europa. Die EU-Kommission prognostiziert für 2013 ein Wachstum von 0%. Das begrenzt die Gewinn- und Kursaussichten konjunktursensitiver Firmen. Marktführer spüren dagegen rezessive Phasen weit weniger. Meist exportieren sie ihre Produkte auch außerhalb der EU und profitieren vom Boom in den Schwellenländern. In sie investiert der Allianz Europe Equity Growth. Der Fonds erzielte seit Auflegung im Jahr 2006 eine jährliche Durchschnittsrendite von 8%. Vergleicht man die Kursentwicklung des SAP-Titels mit der Aktie der Deutschen Telekom auf Sicht von fünf Jahren, schneiden Erstere klar besser ab. Einer der Gründe: Der Umsatzanteil der Deutschen Telekom im außereuropäischen Ausland fällt im Vergleich zum Hersteller von Unternehmenssoftware deutlich geringer aus. Die Walldorfer betreuen bereits rund 232 000 Kunden in über 180 Ländern. Dennoch verfolgt SAP weiterhin ambitionierte Ziele. Bis 2015 will man die Kundenzahl auf 1 Mrd. erhöhen. Einsteigen vor der Masse Für Thorsten Winkelmann, Manager des Allianz Europe Equity Growth, ist die SAP-Aktie daher ein Kauf. Der Fonds investiert in Unternehmen, die langfristig überdurchschnittliche Ertragschancen bieten. Sie müssen daher entweder technologisch führend sein oder über ein der Konkurrenz überlegenes Geschäftsmodell verfügen. Die Aktien solcher Unternehmen böten nach Ansicht Winkelmanns auch in ökonomisch schwierigen Zeiten hohes Renditepotenzial. Vor allem dann, wenn man frühzeitig investiere, noch bevor der breite Markt die Kurssausichten des Titels voll realisiert habe. Auch in Spanien wird der Manager fündig Auch das spanische Unternehmen Inditex gefällt Winkelmann. Der weltgrößte Textilhändler leidet zwar unter Abschwung auf dem Heimatmarkt. Doch allein in China eröffnete Inditex im vergangenen Jahr 121 neue Läden. 2013 sollen 480 weiter hinzukommen. Das kommt an der Börse gut an. Allein in den vergangenen drei Jahren hat sich der Wert des Unternehmens verdoppelt. Der Textilhändler ist derzeit das wertvollste spanische Unternehmen – noch vor Banco Santander. Bei der Suche nach wachstumsstarken Unternehmen beziehungsweise neuen Anlageideen wird Winkelmann von einem Expertenteam unterstützt. Haben sie einen den Kriterien entsprechenden Wert im europäischen Anlageuniversum entdeckt, wird das Unternehmen vor 14

BÖRSE am Sonntag · 12/1 3

dem Kauf zunächst längere Zeit intensiv analysiert. Dazu gehören das Studieren des Zahlenmaterials, aber auch Gespräche mit den Firmenmanagern und den Kunden. Auch prüft Winkelmann, ob die mögliche neue Aktie mehr Potenzial aufweist, als eine, die bereits im Portfolio ist. Sind alle Bedingungen erfüllt, wird investierst. Winkelmanns Ziel ist es dann, die Aktie bis kurz vor einer Abschwungphase zu halten. Als Vergleichsindex für den Fonds hat Winkelmann den S&P Europe Large MidCap Growth gewählt. Von diesem weicht er geografisch und von der Sektorenaufteilung erheblich ab. In den Branchen Energie und Gesundheit ist der Fonds derzeit untergewichtet, die Sektoren Informationstechnologie und Konsumgüter sind dagegen stärker als im Index vertreten. Nicht immer trifft Winkelmann die richtige Entscheidung. Die Untergewichtung des Schweizer Pharmawertes Roche zum Beispiel ging zulasten der Performance. Doch bei Hexagon, Rational, Sodexo und vor allem beim französischen Unternehmen Bureau Veritas lag er richtig. Die Aktie des weltweit zweitgrößten Zertifizierungsdienstleisters legte 2012 und auch in diesem Jahr bereits deutlich zu.

Fazit: Das Management analysiert sehr genau und nimmt von der Benchmark abweichende Gewichtungen vor. Das bringt Rendite. Auf Sicht von fünf Jahren ist die Volatilität mit 18,6 jedoch relativ hoch.

Allianz Europe Equity Growth ISIN:  Fondsvolumen:  Fondswährung:  Managementgebühr:  Gesamtkostenquote: 

LU0256839191 3,6 Milliarden Euro Euro 1,5 % 1,83 %


FONDS

ZERTIFIKATE

rohstoffe

Lebensart

AKTIEN & MÄRKTE

SPEZIAL

UNTERNEHMEN

News

Universal

Neuer Absolute-Return-Fonds Universal-Investment und die auf Managed-Future-Strategien fokussierte Münchener Gesellschaft Aquantum AG legen gemeinsam den Absolute-Return-Fonds Aquantum Global Systematic (ISIN: LU0821053013) auf. Durch die Kombination unterschiedlicher Handelsstrategien soll der Fonds nicht nur in Phasen mit einer starken Auf- oder Abwärtsentwicklung eine positive Wertentwicklung erreichen, sondern auch in Marktphasen mit schwächer ausgeprägten Trends. Aquantum setzt dazu auf eigene Handelsprogramme und einen quantitativen Investment-Prozess, wodurch auch kurzfristige Marktmuster erkannt und systematisch genutzt werden

sollen. Ziel ist es, neben der langfristig positiven Wertentwicklung eine niedrige Korrelation zu traditionellen Anlageklassen, aber auch zu anderen Managed-Futures-Fonds zu schaffen. Der Fonds investiert in rund 50 börsengehandelte Futures-Märkte wie Aktien, Währungen und Anleihen. Auf eine Investition in Rohstoffe wird bis auf Weiteres verzichtet. Das Risiko des Fonds wird über ein festes Volatilitätsziel von 12% pro Jahr gesteuert. Bei allen eingesetzten Handelsstrategien wird laut Aquantum vor der Orderausführung ein Risikomanagement vorgeschaltet, ergänzt durch ein laufendes Risikomonitoring.

ETF Securities

Währungsgesichert in physisches Gold ETF Securities, einer der weltweit führenden, unabhängigen Anbieter von börsengehandelten Rohstoffen, sogenannten Exchange Traded Commodities (ETC), hat den ETFS GBP Daily Hedged Physical Gold ETC an der Londoner Börse und den ETFS EUR Daily Hedged Physical Gold ETC (ISIN: DE000A1RX996) an der Deutschen Börse (Xetra) gelistet. Die neuen Investment-Lösungen, die Anlegern aus der Eurozone und Großbritannien ein direktes Investment in physisches Gold ermöglichen, sehen eine automatische tägliche Währungsabsicherung vor. Investoren reduzieren somit den Einfluss von Wechselkursschwankungen zum Dollar auf ihr Portfolio.

Darüber hinaus ermöglichen die ETCs mit Währungsabsicherung kurzfristig orientierten Investoren, die Währung ihres Investments taktisch auszuwählen und so ihre Renditen zu erhöhen. Die beiden Produkte bilden die Wertentwicklung des Morgan Stanley Long Gold Euro Hedged Index beziehungsweise des Morgan Stanley Long Gold British Pound Hedged Index ab. Der ETFS EUR Daily Hedged Physical Gold und der ETFS GBP Daily Hedged Physical Gold werden von ETFS Hedged Metal Securities Limited mit Sitz in Jersey emittiert. Die Produkte sind mit physischem Gold besichert, das von der JPMorgan Chase Bank treuhänderisch verwahrt wird.

ACM Bernstein

Freie Handelbarkeit des Renminbi in Sicht Nach Einschätzung von Anthony Chan, Volkswirt bei ACM Bernstein in Hongkong, könnte der Renminbi schneller frei handelbar sein, als viele Marktteilnehmer denken. Er hält eine volle Konvertierbarkeit der chinesischen Währung schon für 2015, sicher aber vor 2020 für möglich. Die Regierung in Peking hatte die freie Handelbarkeit in ihrem jüngsten 5-Jahres-Plan angekündigt. Ausländische Investoren, die über Anleihen direkt am Wachstum der Währung teilnehmen wollen, konnten bisher nur über Offshore- oder auch Dim-Sum genannte Renminbi-Anleihen im Hongkonger Markt kaufen. Der Anleihemarkt in Hongkong zählt zu den am schnellsten wachsenden Märkten der Welt. 15

BÖRSE am Sonntag · 12/1 3

2013 könnten Bonds im Volumen von knapp 13 Mrd. Euro emittiert werden. „Der Hauptgrund für eine Anlage in Renminbi sind die langfristig soliden Rahmenbedingungen. Die chinesische Regierung muss für eine jährliche Aufwertung der chinesischen Währung von mindestens 2% oder 3% gegenüber dem US-Dollar sorgen, um das Ungleichgewicht zwischen Import- und Exportquote auszugleichen, die Inflation in Schach zu halten und die Binnennachfrage zu stärken. China führt immer noch wesentlich mehr Güter aus, als es über den Handel in das Land hineinholt“, so Chan. Gesellschaften wie DWS oder Allianz haben bereits Renminbi-Fonds aufgelegt.


ZERTIFIKATE

rohstoffe

Lebensart

AKTIEN & MÄRKTE

SPEZIAL

UNTERNEHMEN

FONDS

Zertifikate-Idee

E.ON-Discount-Zertifikat –

auch für schwache Anlegernerven geeignet In den zurückliegenden sechs Monaten hat die E.ON-Aktie 31,1% ihres Wertes eingebüßt. Inzwischen dürfte der DAX-Titel aber einen Boden gefunden haben. Deshalb bietet sich nun der Kauf eines Discount-Zertifikats an, mit dem Anleger auch im Falle einer Seitwärtsbewegung des Kurses eine attraktive Rendite erzielen können. Eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie will E.ON im Mai ausschütten. Somit errechnet sich eine respektable Dividendenrendite von rund 8,1%. Sie ist jedoch für die Aktionäre des Energieversorgers ein schwacher Trost. Schließlich hat sich kein anderer DAX-Wert in den vergangenen sechs Monaten so schlecht entwickelt wie die E.ONAktie. Überdies sind bei dem Anteilschein mittelfristig keine großen Kurssprünge zu erwarten, da die Unternehmensperspektiven ziemlich trist sind. 2013 wird der Konzern voraussichtlich mit einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zwischen 9,2 und 9,8 Mrd. Euro abschließen. Im zurückliegenden Jahr erzielte das DAX-Unternehmen ein EBITDA von 10,8 Mrd. Euro. Eventuell werden unrentable Kraftwerke stillgelegt Ein großes Problem für E.ON ist die Tatsache, dass sich die modernen und klimaschonenden Gaskraftwerke des Konzerns zurzeit kaum wirtschaftlich betreiben lassen. Genau diese Kraftwerke sind von großer Bedeutung, da sie als Sicherheitspuffer dringend gebraucht werden, weil in Deutschland künftig vermehrt Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wird. Vor diesem Hintergrund ist es durchaus nachvollziehbar, dass Vorstandschef Johannes Teyssen die Politik aufgefordert hat, die Energiewirtschaft zu unterstützen. Sollte keine Hilfe von der Bundesregierung kommen, könnte dies laut Teyssen die Stilllegung unrentabler Kraftwerke zur Folge haben. Investitionen außerhalb Europas geplant Aufgrund der schlechten Rahmenbedingungen muss E.ON sparen. Deshalb werden bei dem Energiekonzern bis 2015 insgesamt 11.000

Stellen gestrichen, davon 6.000 in Deutschland. Darüber hinaus will das Management die Voraussetzungen für eine Rückkehr auf den Wachstumspfad schaffen – zum Beispiel durch Investitionen in aussichtsreiche Märkte außerhalb Europas. Auf der Agenda stehen zudem der Ausbau der dezentralen Energieversorgung und die Verringerung der Schuldenlast von rund 36 Mrd. Euro. Um Geld für die Tilgung von Verbindlichkeiten in die Kasse zu bekommen, sollen unter anderem die Regionalversorger E.ON Westfalen Weser und E.ON Mitte verkauft werden. Renditestarkes Rabattpapier Wann E.ON in die Erfolgsspur zurückkehren wird, ist unklar. Daher drängt sich ein Kauf der Aktie derzeit nicht auf. Zugreifen können Anleger hingegen bei einem Discount-Zertifikat (WKN: DZ8K0C) von der DZ BANK. Mit diesem Rabattpapier lässt sich bis Ende 2013 eine Rendite von rund 10,3% erzielen, sofern die E.ON-Aktie am Laufzeitende mindestens bei 13,00 Euro notiert. Zuletzt lag der Aktienkurs bei 13,66 Euro und das Zertifikat kostete 11,79 Euro (Stand: 21.03.2013).

E.ON-Discount-Zertifikat Zertifikattyp Discount

16

BÖRSE am Sonntag · 12/1 3

Emittent DZ BANK

Basiswert Fälligkeit E.ON 31.12.2013

WKN DZ8K0C


ZERTIFIKATE

rohstoffe

Lebensart

AKTIEN & MÄRKTE

SPEZIAL

UNTERNEHMEN

FONDS

News

VONTOBEL

Neue Bavaria Anleihe verspricht 9,8% Rendite Eine neue Protect-Multi-Aktienanleihe (WKN: VT764B) auf drei bayerische Erfolgsfirmen steht bis zum 28. März zur Zeichnung bereit. Die sogenannte Bavaria Anleihe des Bankhauses Vontobel basiert auf Aktien von Allianz, BMW und Infineon. Unabhängig vom Kursverlauf der drei Basiswerte zahlt der Emittent einen stattlichen Zinscoupon von 9,80% pro Jahr. Wie Anleger in einem Jahr ihren Einsatz zurückerhalten, hängt vom Kursverlauf der drei Blue Chips ab: Berühren die Papiere während der einjährigen Laufzeit niemals ihre bei 62% bis 65% des jeweiligen Startwertes angesiedelte Barriere,

wird die Anleihe im April 2014 vollständig zurückbezahlt. Berührt oder unterschreitet hingegen eine der Aktien besagte Barriere und notiert am Laufzeitende einer der drei Titel unterhalb seines Startpreises, so erfolgt die Tilgung in Form von Aktien. Zur Tilgung der Anleihe liefern die Eidgenossen in diesem Fall die Aktie mit der schlechtesten Wertentwicklung aus, was Anlegern zumindest Chancen auf eine spätere Kurserholung einräumt. Wer besagte Wette wagen möchte, muss mindestens 1.000 Euro anlegen.

RCB

Bonusstrategie für Gold und Silber Im Spätsommer 2011 erreichte der Goldpreis bei 1.920 US-Dollar sein bisheriges Allzeithoch. Seither konsolidieren die Preise auf relativ hohem Niveau. Die Rekordfahrt des Silbers endete bereits einige Monate früher bei 50 US-Dollar je Feinunze. Silberanhänger brauchen seither starke Nerven, denn während Gold bislang nur gut ein Fünftel seines einstigen Rekordwertes verlor, waren es bei Silber beinahe 50%. In beiden Lagern ist die Stimmung der Börsianer inzwischen am Boden, was einige Analysten auf eine baldige Trendwende hoffen lässt. Investoren, die künftig ebenfalls halbwegs stabile oder wieder anziehende Gold- und Silberpreise erwarten, bietet die Raiffeisen Centrobank (RCB) noch bis zum 12. April ihr neues Gold/Silber Bonus-Zertifikat (WKN: RCE6F1) zur Zeichnung an. Inhaber des Zertifikats erhalten jährlich einen Fixcoupon von

5%. Die Rückzahlung am Laufzeitende ist jedoch von der Entwicklung der beiden Basiswerte abhängig: Die RCB tilgt nur dann vollständig, wenn Gold und Silber bis zum April 2016 stets über 62% ihres Startwertes notieren. Auf Basis heutiger Preise von Gold und Silber würde dies einer Sicherheitsschwelle bei 1.000 US-Dollar respektive 18 US-Dollar entsprechen. Wird eine der beiden Schwellen während der Laufzeit verletzt, werden Anleger bei der Rückzahlung in drei Jahren an der Performance des schlechteren der beiden Basiswerte beteiligt. Mehr als 100 Euro pro Zertifikat zahlt die Emittentin jedoch in keinem Fall zurück. Bei der Zeichnung erhebt die RCB ein Agio von 2%. Hierfür haben die Österreicher ihr Papier mit einer Währungssicherung versehen. Zeichner müssen somit über Euro/ Dollar-Schwankungen keine Gedanken verlieren.

BÖRSE STUTTGART

EUWAX Gold überschreitet halbe Tonne Seit Ende September können Anleger an der Börse Stuttgart das Wertpapier EUWA X Gold (WKN: EWG0LD) handeln. Ein knappes halbes Jahr später hat der für EUWAX Gold physisch hinterlegte Bestand an Edelmetall die 500-Kilogramm-Marke überschritten, teilte die Börse mit. Den täglich aktuellen Stand der Goldmenge können Interessenten auf der Internet-Seite von EUWAX Gold einsehen. Der Exchange Traded Commodities 17

BÖRSE am Sonntag · 12/1 3

(ETC) EUWAX Gold ist zu 100% mit Gold unterlegt und verbrieft einen Anspruch auf dessen physische Lieferung in Form von Kleinbarren. Diese ist innerhalb Deutschlands kostenfrei. Für den Kauf und Verkauf des Produktes fallen lediglich die börsenüblichen Transaktionskosten an, die von der jeweils depotführenden Bank berechnet werden. Jährliche Gebühren für die Verwahrung des hinterlegten Goldes gibt es nicht.


rohstoffe

Lebensart

AKTIEN & MÄRKTE

SPEZIAL

unternehmen

fonds

ZERTIFIKATE

Rohstoff der Woche

Mais: Gelingt diesmal ein Ausbruch?

Nach den Rekorden im Sommer 2012 korrigiert der Maispreis. Zwar gab es immer mal wieder Gegenbewegungen, letztlich ging es aber kontinuierlich abwärts. Daher stellt sich auch beim jüngst versuchten Ausbruch über die Abwärtstrendlinie die Frage, ob sie nachhaltig geknackt werden kann. Innerhalb der seit August 2012 auszumachenden Abwärtsbewegung wurde Anfang März 2013 zwar ein neues Zwischentief markiert, es lag jedoch nur knapp unter dem vorigen von Januar dieses Jahres. Zudem wurde die daraus resultierende Unterstützung schnell wieder zurückerobert. Es folgte ein Aufwärtsimpuls, der in der vergangenen Woche fortgesetzt wurde und den Maispreis nun knapp über die Abwärtstrendlinie resultierend aus dem Zwischenhoch von August 2012 und Februar 2013 führte. Die Frage ist nun, ob diesmal ein nachhaltiger Ausbruch gelingt. Dazu müsste wohl zunächst das Zwischenhoch von Februar bei 738,75 US-Cent geknackt werden. Bei 756 USCent würde dann jedoch gleich die nächste Hürde lauern, an der die zuletzt gestartete Gegenbewegung enden könnte. Für eine nachhaltige Erholung bedarf es somit schon handfester fundamentaler Argumente. Von dieser Seite einen stützenden Effekt hatten zuletzt wohl die vom US-Landwirtschaftsministerium (USDA) bekräftigten, sehr niedrig erwarteten USLagerbestände zum Ende des laufenden Wirtschaftsjahres 2012/13 (bis Ende August). Sie dürften nach der dürrebedingt

schlechten Ernte im Herbst 2012 sowie einer robusten Nachfrage aus dem Inland mit 16,06 Mio. Tonnen das niedrigste Niveau seit 1995/96 erreichen. Sollte sich daher das Angebot weiter verknappen, könnte dies die Preise für die nächstfälligen Futures weiter antreiben. Für die US-Produktion im Wirtschaftsjahr 2013/14 kommt es dann darauf an, wie sich die Aussaat im nun begonnenen Frühling gestaltet, welche Wachstumsbedingungen es gibt und wie viel Mais letztlich angebaut wird. Die USDA-Prognosen versprühen dabei derzeit Zuversicht. Sie gehen für die im Herbst stattfindende Ernte in den USA von einer um 35% auf rund 369 Mio. Tonnen gestiegenen Ertrag und damit einen neuen Rekord aus.

Mais – Juli-Future (CME)

Derivate auf Mais (aktuelle Basiswerte: Mai- und Juli-Future [CME]) Typ Index-Zertifikat (quanto) Hebel-Zert. (long) Hebel-Zert. (short)

18

BÖRSE am Sonntag · 12/1 3

WKN CZ24HQ DZ9WKE DZ9DZW

Basispreis/Knock-out - 525,75/549,83 US-Cent 917,66/894,27 US-Cent

Laufzeit Hebel open end open end 3,75 open end 3,47


Kostbar, klangvoll & klug

www.kaufhaus-mediakultur.de


rohstoffe

Lebensart

AKTIEN & MÄRKTE

SPEZIAL

unternehmen

fonds

ZERTIFIKATE

Rohstoffanalysen

Rohstoffe im Überblick Gold – Spot-Preis in US-Dollar

Rohstoffe (Auswahl)

Mit dem Zwischentief im Februar war Gold der unteren Begrenzung der übergeordneten Seitwärtsspanne sehr nahegekommen. Allerdings drehte der Kurs dann und setzte ausgehend vom unteren Ende des Trendkanals seit Oktober 2012 zu einer Gegenbewegung an. Damit könnte nun zunächst die obere Seite des Kanals angesteuert werden.

Markt Kurs Rohöl WTI Crude NYMEX ($/bbl)

93,80

+0,38%

3,94

+1,94%

Heizöl NYMEX ($c/gal)

296,24

+0,57%

Gold NYMEX ($/Unze)

1607,50

+1,02%

28,74

-0,13%

759,75

-1,90%

Platin Spot ($/Unze)

1583,00

-0,35%

Aluminium Spot ($/t)

1906,00

-1,96%

Blei Spot ($/t)

2164,50

-1,67%

Kupfer Spot ($/t)

7621,75

-1,33%

Nickel Spot ($/t)

16830,00

-1,61%

Zinn Spot ($/t)

22750,00

-5,23%

Zink Spot ($/t)

1922,50

+0,18%

87,110

-5,90%

136,10

-0,95%

2164,00

+2,61%

Mais CBOT ($c/bu)

726,00

+1,15%

Orangensaft gefr. ICE ($c/lb)

138,90

+0,40%

1439,50

+0,88%

729,75

+0,93%

Zucker No.11 ICE ($c/lb)

18,17

-3,40%

Lebendrind CME ($c/lb)

126,38

+0,54%

Mastrind CME ($c/lb)

137,95

-0,90%

78,05

-1,98%

Erdgas NYMEX ($/MMBtU)

Silber Spot ($/Unze) Palladium Spot ($/Unze)

Kakao – Mai-Future (ICE) Die Unterstützung bei 2.090 US-Dollar wurde im März zwar mehrmals getestet, so auch jüngst, ein nachhaltiger Bruch blieb bislang aber aus. Zwar kann ein solcher weiterhin nicht ausgeschlossen werden, was dann für weiter sinkende Preise spräche, die Chancen für eine von 2.090 US-Dollar ausgehende Gegenbewegung scheinen jedoch gestiegen.

Baumwolle ICE ($c/lb) Kaffee "C" ICE ($c/lb) Kakao ICE ($/t)

Weizen – Mai-Future (CME) Wie schon in der Vorwoche legte der Weizenpreis auch jüngst zu. Womöglich ist damit tatsächlich eine Gegenbewegung gestartet, die von den zuvor beinahe erreichten Haltezonen bei 677 und 665 US-Cent ausgeht. Um diese Erholung etwas ausgeprägter zu gestalten, müsste nun die kleine horizontale Hürde von 745,25 US-Cent geknackt werden.

Zinn – Spot-Preis in US-Dollar (LME) Zinn war es zu Jahresbeginn nicht gelungen, die Hürden bei 25.445 und 25.625 US-Dollar zu überwinden. Kurz vorher drehte der Preis nach unten ab und es folgte eine Korrektur. Dabei wurde nun die seit August 2012 gebildete Aufwärtstrendlinie verletzt. Sollte sich der Bruch als nachhaltig erweisen, spräche dies für eine fortgesetzte Korrektur.

20

BÖRSE am Sonntag · 12/1 3

% zur Vorwoche

Sojabohnen CBOT ($c/bu) Weizen CBOT ($c/bu)

Schwein mag. CME ($c/lb)

Rohstoff-Indizes (Auswahl) Index Kurs

% zur Vorwoche

NYSE Arca Gold BUGS Index (HUI) 359,39

+2,03%

NYSE Arca Oil & Gas Index

1355,32

-0,41%

138,01

-0,26%

Reuters-Jeffries CRB Futures-Index 295,10

-0,89%

Rogers Int. Commodity Index

-0,16%

DJ AIG Commodity Index

3689,63


Lebensart

AKTIEN & MÄRKTE

spezial

unternehmen

fonds

Zertifikate

rohstoffe

Refugium der Woche

Kulinarische Sternstunden – im

21212

„The Caledonian“ eine Hotellegende im

Herzen von Edinburgh goes Waldorf Astoria An der Princess Street, umringt von den gleichnamigen Gärten in Edinburghs West End, findet man in einem beeindruckenden Eisenbahngebäude aus lokalem Sandstein das prestigeträchtige „The Caledonian“, ein luxuriöses 5 Sterne-Hotel der Hilton-Gruppe, das sich seit September 2012 nach grundlegender Renovierung mit Hilton Worldwides Luxusmarke Waldorf Astoria Hotels & Resorts schmücken darf. Insider nennen das Edinburgh Caledonian Hilton liebevoll "Caley”. Die 110 Jahre alte Hotelikone am Fuße der berühmten Burg wurde jetzt für über 30 Millionen Euro grundlegend renoviert und begrüßt seine Gäste seit Herbst 2012 unter dem Namen "The Caledonian, A Waldorf Astoria Hotel". Seine Lage könnte nicht besser sein: Zentral in Schottlands Hauptstadt unmittelbar an der Princes Street gelegen, bietet es einen atemberaubenden Blick auf die Burg. Insgesamt stehen für die Gäste – zu denen übrigens schon Sean Connery oder Nelson Mandela zählten – 251 Zimmer und Suiten im viktorianischen Stil bereit: Marmorböden in der Lobby, Luster, die von der Decke hängen, schwere Ledermöbel und Dekorationen in Bronze oder Gold schaffen ein 21

BÖRSE am Sonntag · 12/1 3

unvergleichliches Ambiente. Die Badezimmer des herrschaftlichen Anwesens dürfen sich zu Recht als die größten in ganz Edinburgh bezeichnen. Erstklassig und mit einigen weiteren Superlativen behaftet geht es auch in kulinarischer Hinsicht zu: Das „The Caledonian, A Waldorf Astoria Hotel“ beheimatet die beiden SterneRestaurants Pompadour by Galvin und Galvin Brasserie De Luxe, die unter der Leitung der Brüder Chris und Jeff Galvin stehen, welche über zwei Michelin-Sterne verfügen, mit zehn begehrten AA-Rosetten ausgezeichnet wurden und 2011 den Titel AA Chefs Chef of the Year 2011 verliehen bekamen. W eitere Infos unter: www.thecaledonianedinburgh.com

Es gibt Momente im Leben, da ist der besternte Himmel zum Greifen nah. Für einen der Sterne ist Paul Kitching verantwortlich, seines Zeichens Spitzenkoch und Gastgeber im 21212 in Edinburgh. Nach der Molekularküche und ihren technisch-chemischen, verspielten Auswüchsen setzt Kitching erfreulicherweise auf einen radikalen Purismus, bei dem nur das einzelne Lebensmittel und einige klare Geschmackskombinationen zählen. Natürlich geht es noch immer um die Verblüffung des Gastes, aber bei ihm wird sie nicht mehr durch Schäume und Gase hervorgerufen, sondern durch einen Fisch, in dem im Idealfall noch das Meerwasser rauscht. Berichtet der Chef dann noch, dass der Fisch aus einer naheliegenden Bucht, das Wildkraut vom Beet hinterm Haus und die Rübe vom Großvater bäuerlicherseits kommt, wird einer von der Erderwärmung bedrohten Gesellschaft ganz warm ums Herz. Oder eben kühl. Etwa bei perfekt zubereiteten, großartig schmeckenden Jakobsmuschel- und Fisch-Kombinationen mit Wildgemüse. Oder beim zart und schonend gegarten Rinderfilet mit Safranzwiebeln, Blumenkohl und Radieschen.


Lebensart

AKTIEN & MÄRKTE

SPEZIAL

unternehmen

fonds

Zertifikate

rohstoffe

Coffeetable-Favourites

Mythos 356: Der Porsche 356 und Menschen, die er bewegt Der Porsche 356 ist ein ganz besonderes Auto. Bereits während seiner Produktionszeit von 1948 bis 1966 zählte er zu den attraktivsten Sportwagen der Welt. Achim Kubiak stellt im vorliegenden Werk neben diesem speziellen Porsche auch neun Menschen vor, die eine Schwäche für dieses Modell haben.

Mythos 356 Achim Kubiak Verlag: Delius Klasing Ausgabe: 260 Seiten Sprache: Deutsch ISBN: 978-3768834278 Preis: 39,90 Euro www.delius-klasing.de

„Mythos 356“ taucht tief in die Hintergründe der 356er-Erfolgsstory die spannende Unterhaltung mit Gerhard ein und stellt Automobilliebhaber vor, die sich seit vielen Jahren in- Drauz, dessen Heilbronner Karosseriewerke tensiv mit dem spritzigen Sportler beschäftigen. Enthusiasten, für die Ende der 50er-Jahre für Porsche das Modell er viel mehr ist als ein reines Fortbewegungsmittel. Menschen, die „Convertible D” produzierten. ihn hegen und pflegen – bis hin zur Sammelleidenschaft. Autor Kubiak selbst ist der Porsche-356-Szene In einer Auflage von nur 76.300 Exemplaren gefertigt, zählte der seit Jahrzehnten aktiv verbunden. So findet 356 schon damals zum rasantesten und elegantesten, was der Au- sich in diesem Werk auch eine beeindrutomobilmarkt bereithielt. Was aber die Menschen angeht, die eines ckende Zusammenstellung von zeitgenössider noch existierenden Exemplare ihr Eigen nennen können, so schen Fotos der seit 1976 jährlich stattfindenstellt Kubiak große Unterschiede fest, denn Porsche-Fahrer sind den 356er-Treffen. Zu diesen international Individualisten. Gemein ist ihnen ihre große Schwäche für den renommierten Höhepunkten der OldtimerPorsche 356. Saison erscheinen Fans aus aller Welt. Kubiak gelingt es auf faszinierende Art und Weise, Autogeschichten mit Dieses hochwertige Ausnahmebuch bietet Lebensgeschichten zu verbinden und seinen Lesern fesselnd zu erzählen. selbst Kennern noch viel Neues und ist mit Witzige Anekdoten wie die eines Tauschgeschäfts „Plattenspie- seinen über 500 Fotografien und Abbildunler gegen rostige Porsche-356-Ruine“ fehlen genauso wenig wie gen opulent illustriert.

Gib auf Facebook an, dass wir dir gefallen.

22

BÖRSE am Sonntag · 12/1 3

Folge uns auf Twitter.

Ausgabe weiter empfehlen.


AKTIEN & MÄRKTE

SPEZIAL

UNTERNEHMEN

FONDS

ZERTIFIKATE

Rohstoffe

Lebensart

Impressum/Disclaimer

V.i.S.d.P. : ​Christian Ernst Frenko

Leserservice: leserservice@boerse-am-sonntag.de

Herausgeber: ​ Weimer Media Group GmbH Maximilianstraße 13 80539 München

Archiv: www.boerse-am-sonntag.de/archiv

Geschäftsführer Dr. Wolfram Weimer Amtsgericht: München HRB 198201 Vertriebsleitung: Michaela Lenz, Tel.: 0911 / 274 00 0 michaela.lenz@boerse-am-sonntag.de Anmeldung: Um „BÖRSE am Sonntag“ kostenfrei zu beziehen, melden Sie sich an unter: www.boerse-am-sonntag.de Abmeldung: Zur Abmeldung vom Bezug der „BÖRSE am Sonntag“ senden Sie einfach eine Email an: abmelden@boerse-am-sonntag.de

Risikohinweise / Disclaimer: „Sie erhalten diesen Newsletter als kostenlosen Service der Weimer Media Group GmbH. Alle veröffentlichten Artikel, Nachrichten, Daten und Empfehlungen werden von der Herausgeberin mit großer Sorgfalt erstellt; da die Redaktion ihrerseits aber auch auf Quellen Dritter angewiesen ist und auch den Mitarbeitern der Herausgeberin Fehler unterlaufen können, kann für die Richtigkeit aller Angaben keine Garantie übernommen werden.

Bildnachweis: Fotolia, Gilles Coulon Tendance Floue Layout: addna, Nürnberg Technik: Marcus Brauer, menthamedia Erscheinungsweise: wöchentlich, jeweils Sonntag Mitarbeiter dieser Ausgabe: Dr. Wolfram Weimer, Christian Ernst Frenko, Miriam Feuerstein, Thomas Uhlig, Margot Habjan, Andreas Fiek, Steffen Droemert, Michael Amtmann, Reinhard Schlieker, Michaela Ellen Lenz, Wolfgang Tenor, Michael Fuchs, Sven Heckle, Jörg Billina, Thorsten Scheck, Martin Münzenmayer Die Charts wurden mit freundlicher Unterstützung von TradeSignal erstellt. Deutsche Bibliothek: ISSN 1610-7446 Auflage: 117.000

oder insbesondere ersetzen. Es wird drin- einer unerlaubten Handlung oder einer gend empfohlen, sich stets auch immer aus sonstigen gesetzlichen Bestimmung ergeanderen Quellen zu informieren. benden Verantwortlichkeit, zum Ersatz des aus der Befolgung des Rates oder der Es kann im Einzelfall nicht ausgeschlos- Empfehlung entstehenden Schadens nicht sen werden, dass der Redakteur oder ein- verpflichtet ist.“ zelne Mitarbeiter der Herausgeberin an Unternehmen beteiligt sind, die Gegen- Für alle Hyperlinks gilt: Die Weimer Mestand von Analysen oder anderen Berich- dia Group GmbH erklärt ausdrücklich, ten sind. Umso mehr stellen die veröffent- keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und lichten Artikel, Nachrichten, Daten und die Inhalte der gelinkten Seiten zu haben. Empfehlungen immer auch eine persönli- Daher distanziert sich die Weimer Media Die Herausgeberin will ihren Abonnen- che Meinung des Autors dar und erheben Group GmbH von den Inhalten aller verten die Möglichkeit bieten, sich eine un- weder Anspruch auf Vollständigkeit noch linkten Seiten und macht sich deren Inabhängige und eigenverantwortliche Mei- auf alleinige Richtigkeit. halte ausdrücklich nicht zu Eigen. nung zu bilden, keinesfalls jedoch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf Wir verweisen insbesondere auf § 675 Diese Erklärung gilt für alle in den Seiten von Wertpapieren oder Rechten abgeben. II BGB, wonach die Weimer Media vorhandenen Hyperlinks, ob angezeigt Die zur Verfügung gestellten Informatio- Group GmbH, unbeschadet der sich oder verborgen, und für alle Inhalte der nen sollen auch keine Beratung darstellen aus einem (anderen) Vertragsverhältnis, Seiten, zu denen diese Hyperlinks führen. 23

BÖRSE am Sonntag · 12/1 3

Ausgabe 12/13 (Spezial: Social Media und Internet-Investments)  
Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you