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Energieland Brandenburg

Der BWE Landesverband stellt sich vor

www.wind-energie.de


m Thema Mehr Infos zu Studien und Wind, aktuelle r: nden Sie unte Broschüren fi rgie.de www.wind-ene

Impressum Kontakt BWE Landesverband Berlin/Brandenburg Eisenhartstraße 18, 14469 Potsdam T +49 (0)331 / 23700102 be-bb@bwe-regional.de Herausgeber BWE Bundesverband WindEnergie e.V. Neustädtische Kirchstraße 6, 10117 Berlin T +49 (0)30 / 212341-210 info@wind-energie.de www.wind-energie.de

Redaktionsteam Ina Bergler, Benjamin Boy, Robert Döring, Harald Düring, Jan Hinrich Glahr, Ines Heger Lektorat Lars Jansen Gestaltung bigbenreklamebureau GmbH Fotos Jan Oelker, außer S. 13: Roland Suckow und S. 14: Erik-Jan Ouwerkerk Druck Müller Ditzen AG Stand November 2012

Informationen des Landes Brandenburg: www.energie.brandenburg.de


Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser, auf den folgenden Seiten laden wir Sie herzlich ein, sich einen Überblick über die Vielfalt der wirtschaftlichen Aktivitäten rund um die Windenergie in der Hauptstadtregion zu verschaffen. Der Landesverband Berlin/Brandenburg ist Teil des Bundesverbandes WindEnergie e.V. Als ehrenamtliche Akteure sind wir Mittler zwischen Windbranche, Politik, Gesellschaft und Medien.

Der Landesverband Berlin/Brandenburg deckt mit seinen drei Regionalverbänden alle Landkreise Brandenburgs sowie die Stadt Berlin ab. Er zählt rund 800 Mitglieder, die über 90 Prozent der Akteure der hiesigen Windbranche repräsentieren: Planungsbüros, Hersteller, Zulieferer, Betreiber, Finanzierer und Dienstleister bilden einen einmaligen Wissenspool, aus dem wir unser Know-how schöpfen. Das Land Brandenburg ist ein Vorreiter der Energiewende. Der Region bieten sich dabei große Chancen – auf Arbeit, Existenzsicherung und Wertschöpfung in einem weltweit wachsenden Zukunftsmarkt. So ist Windenergie ein echter Jobmotor: Bis heute sind bei uns 5.000 Arbeitsplätze im Umfeld dieser regenerativen Energieerzeugung entstanden.

Windenergie im Dialog Mit anhaltendem Erfolg werden jedoch auch kritische Fragen gestellt: Wie kann der erzeugte Strom gespeichert werden? Welche Gefahren für Mensch und Tier gehen von den Anlagen aus? Wie kann in Landstrichen mit schwacher Netzinfrastruktur, aber guten Windverhältnissen schnell und kostengünstig Windkraft realisiert werden? In vielen Landkreisen prägen Windkraftanlagen das Landschaftsbild. Die Frage nach dem „Warum gerade bei uns?“ wird mancherorts kontrovers diskutiert. Doch Windenergie ist viel mehr als nur eine womöglich individuell empfundene Beein-

Jan Hinrich Glahr, Vorsitzender Landesverband Berlin/Brandenburg

trächtigung der Landschaft. Sie ist wirksamster Klimaschutz und kann u. a. Agrarbetriebe und ganze Kommunen unabhängig machen. Die Beteiligung und Zustimmung der Bürgerinnen und Bürger in der Region spielt für uns eine große Rolle. Diese Akzeptanz erreichen wir durch bestmögliche Kommunikation und Transparenz. Wichtig für den Erfolg der Energiewende ist zudem der Ausbau der Stromtrassen: Bisher war unser Energiesystem darauf ausgelegt, Strom an wenigen Stellen zentral zu erzeugen. Die Zukunft liegt jedoch in der dezentralen Energieerzeugung. Hierfür muss das Stromnetz entsprechend angepasst werden. Der BWE-Landesverband Berlin/Brandenburg steht für das Ziel einer 100-prozentigen regenerativen Energieversorgung. Dafür leisten wir bei den Bürgern vor Ort Überzeugungsarbeit. Wir bringen unser Wissen und Know-how in die politischen Entscheidungsgremien auf Landes- und kommunaler Ebene ein und tragen so aktiv zur Willensbildung bei. Die Windenergie in Berlin und Brandenburg hat viele Gesichter, einige davon wollen wir Ihnen in dieser Broschüre vorstellen.

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Die Vorst채nde des Landesverbandes und der Regionalverb채nde Berlin/Brandenburg im BWE Bundesverband WindEnergie e.V. 4


Gemeinsam erneuerbar!

Der BWE-Landesverband Berlin/Brandenburg stellt sich vor

Berlin hat die Energiewende beschlossen. Mit dem Ausstieg aus der Atomenergie setzt die Bundesregierung endgültig auf einen forcierten Ausbau der Erneuerbaren Energien. Die Umsetzung der Energiewende ist Ländersache. Lokal und regional müssen die Weichen gestellt werden, dass Wind-, Solar-, Bioenergie und Wasserkraft in naher Zukunft den Hauptteil der Energieversorgung übernehmen können. Der Bundesverband Windenergie e.V. (BWE) steht seit seiner Gründung im Jahr 1996 für einen nachhaltigen Ausbau der Windenergie in Deutschland. Mit seinen mittlerweile 20.000 Mitgliedern ist er der wichtigste Interessenvertreter der Branche. Unter seinem Dach sind 90 Prozent der Betreiber, Hersteller und Dienstleister für Windenergie vereint. Eine Zentrale, 13 Landes- und 41 Regionalverbände – sie lassen den BWE immer dort vertreten sein, wo der Wind sich drehen soll. Während im BWE-Hauptstadtbüro mit seinen über 40 hauptamtlichen Mitarbeitern die verbandspolitische Richtung festgelegt wird und die Fäden zusammenlaufen, arbeiten viele ehrenamtliche Windaktivisten direkt vor Ort an der Realisierung einer 100-prozentigen regenerativen Energieversorgung.

„In Berlin/Brandenburg machen wir den Wind.“ Berlin/Brandenburg hat eine besondere Bedeutung für die deutsche Windbranche. Nicht nur, weil hier in der Hauptstadt die wegweisenden Entscheidungen für die zukünftige Energieversorgung getroffen werden. Gleichfalls ist Brandenburg ein starkes „Windland“ – gut ein Drittel des Strombedarfs wird schon heute aus der Windenergie gewonnen.

BWE-Vorstände im Gespräch mit Prof. Dr. Edenhofer (li.) und Minister Christoffers (Wirtschaft und Europaangelegenheiten in Brandenburg, 3. von li.) Der BWE-Landesverband Berlin/Brandenburg setzt sich für optimale Rahmenbedingungen und einen schonenden Ausbau der Windenergienutzung in der Region ein. Mit unseren drei Regionalverbänden Uckermark-Barnim, Berlin/Brandenburg und Lausitz-Spreewald führen wir einen beständigen Dialog auf Augenhöhe – mit Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Öffentlichkeit So veranstalten wir jährlich einen Parlamentarischen Abend, an dem Politiker und Mitarbeiter der Verwaltungen sich mit den Mitgliedern des BWE zu aktuellen Themen der Windenergie austauschen. Ebenso organisieren wir gemeinsam mit der Spreewind GmbH mit den Windenergietagen Brandenburg seit über 20 Jahren eines der traditionsreichsten und beliebtesten Branchentreffen in Deutschland. Nicht zu vergessen die vielen großen und kleinen Info-Veranstaltungen, Windparkfeste etc., mit denen wir die Energiewende für die Bürger erlebbar machen. Unsere Kernarbeit: Mit viel Engagement und Überzeugung geben wir unser Fachwissen und unsere Erfahrung weiter und möchten so aktiv zur Meinungsbildung beitragen – für eine klimafreundliche Energiegewinnung in einer intakten Umwelt! 5


Kurs Zukunft

Brandenburgs Zukunftsstrategie: Mit Innovation und Verantwortung die Energiewende schaffen

Erneuerbare Energien sind im Land Brandenburg ein Meilenstein für die Zukunft. Über 20 Prozent betrug in 2011 ihr Anteil am landesweiten Strommix. Und der Ausbau der Erneuerbaren schreitet weiter voran. Wichtigster Baustein der Energiewende ist und bleibt die Windenergie. Mitte 2012 betrug die installierte Leistung der 3.079 in Brandenburg errichteten Windkraftanlagen rund 4.680 MW – das entspricht der Leistung von ca. 4,5 Atomkraftwerken. Im ersten Halbjahr 2012 gingen 44 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 110 MW neu ans Netz. Im bundesweiten Vergleich liegt Brandenburg damit beim Windkraftausbau auf Platz 2 – hinter Niedersachsen und gefolgt von Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen.

Brandenburg – Modellregion für die Energiewende Der erfolgreiche Ausbau der Windenergie schafft Verantwortung. Denn wo viel Strom aus Erneuerbaren Energien in die regionalen und überregionalen Stromnetze eingespeist wird, werden zusehends Kapazitätsgrenzen erreicht. Als Modellregion stellt sich das Land Brandenburg der großen Herausforderung Netzumbau. Der positive politische und gesellschaftliche Druck hinter dem Ausbau der Erneuerbaren erweist sich dabei als wichtiger Antrieb für die Unternehmen, in Forschung und Entwicklung innovativer Lösungen zur Systemintegration zu investieren.

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Mit Pilotprojekten zur Speicherung von Windstrom oder der kommunalen Eigenversorgung mit Energie und Wärme wird einzigartiges Know-how aufgebaut, das sich auch international durchsetzen wird.

Zielsetzung 2030: 2 Prozent Landesfläche für reichlich Wind 2 Prozent der Landesfläche plant das Land Brandenburg laut seiner Energiestrategie 2030 in Zukunft als Windeignungsgebiete auszuweisen. Bis 2030 soll sich die installierte Leistung der Windenergie auf dieser Fläche dann auf 10.500 MW belaufen. Neben der Ausweisung neuer Flächen setzt das Land zudem verstärkt auf das sogenannte Repowering – den Ersatz älterer WEA durch modernere und effizientere Anlagen. Erstes Etappenziel dieser ambitionierten Energiestrategie: Bis zum Jahr 2020 sollen rund 8 Gigawatt Windleistung installiert sein. Hierfür müssen bei einem kontinuierlichen Ausbau pro Jahr 130 Windkraftanlagen der 3-MW-Klasse errichtet werden. Damit dies gelingt, sind verlässliche Rahmenbedingungen die Voraussetzung – sowohl auf Landesebene mit der zeitnahen Ausweisung und Bereitstellung von Windeignungsgebieten durch die regionalen Planungsgemeinschaften als auch auf Bundesebene durch ein sinnvolles und dauerhaftes EEG.


„Ich bin ein Windopa und meine Enkelkinder sind stolz auf jedes realisierte Projekt. Ich finde es gut, dass im BWE eine funktionierende Verbindung zwischen den Generationen gelebt wird!“ Uwe Seydlitz, geschäftsführender Gesellschafter der Öko-Depot GmbH & Co. KG, Windkraftplaner und Betreiber, Sprecher im Vestas Betreiberforum und Ombudsmann, Mitglied im Bundesbetreiberbeirat

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„Wir haben gute Erfahrung damit, Windprojekte mit den Anwohnern, Landwirten und Gemeinden umzusetzen. Im BWE LV diskutieren wir engagiert die vielfältigen Beteiligungsmöglichkeiten der Menschen vor Ort.“ Heiner Röger, Geschäftsführer des Brandenburger Projektentwicklers NOTUS energy und Vorstandsmitglied des Regionalverbandes Lausitz-Spreewald im BWE e. V.

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Akzeptanz durch Teilhabe Bürger und Gemeinden setzen auf eine regionale Energieversorgung

Die brandenburgische Landesregierung hat mit der Förderung regionaler Energiekonzepte den Rahmen für die Realisierung der landesweiten Energiewende vorgegeben. Gemeinsam mit den regionalen Planungsgemeinschaften entstehen die Planungsschritte zur Ausweisung von Windeignungsgebieten, in denen die regenerative Energie schwerpunktmäßig erzeugt werden soll. Windkraftanlagen sind weithin sichtbar und prägen die sie umgebende Kulturlandschaft. Die Gewöhnung der Bevölkerung an das neue Landschaftsbild hält dabei kaum mit der Ausbaugeschwindigkeit Schritt. Eines der wichtigsten Ziele des BWE-Landesverbandes Berlin/Brandenburg ist daher die Förderung der Akzeptanz durch frühzeitige Information und Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort.

Dezentrale Energie für die Region Diese tägliche Basisarbeit zahlt sich aus: Immer mehr Gemeinden kümmern sich inzwischen um die Windkraftnutzung vor ihrer Haustür. Damit stellen sie sicher, dass die Belange der Bürgerinnen und Bürger bei der Planung von Windparks berücksichtigt und gleichzeitig positive Effekte gehoben werden. Hierzu zählen neben der Sicherung einer umweltfreundlichen Energieversorgung auch die Stärkung der lokalen bzw. regionalen Wirtschaft inklusive der Schaffung neuer Arbeitsplätze sowie steigende Gewerbesteuereinnahmen.

Beteiligungsmodelle und Finanzierungsformen entwickeln und nutzen

Und auch die Bürgerinnen und Bürger können finanziell profitieren. Direkte Beteiligungsformen existieren bereits und werden durch immer neue Optionen erweitert. Neben der klassischen Bürgerwindanlage entwickeln sich Energiegenossenschaften, Stiftungs- und Flächenpachtmodelle. Beispiele für innovative Beteiligungen in Brandenburg sind die Gemeinde Mühlenfließ mit dem Dorf Schlalach und die Stadt Treuenbrietzen mit dem Ortsteil Feldheim. Besondere Teilhabemöglichkeiten offerieren auch die Banken: So bietet das DKB Bürgersparen eine indirekte, risikolose Beteiligung der Bürger mit Einlagen ab 500 Euro und einer attraktiven Basisverzinsung. Die ILB Brandenburg-Kredit Erneuerbare Energien wiederum ist eine Initiative von ILB und KfW für Vorhaben speziell in Brandenburg. Gefördert werden hier unter anderem Bürgerwindparks, aber auch Kommunen, die direkt Kredite aufnehmen können, um sich zu beteiligen oder eine WEA zu erwerben.

Für die Energiewende unerlässlich: die Akzeptanz der Bürger Die Energiewende ist eine der bedeutendsten gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte. Doch nur mit breiter und beständiger Unterstützung der Bevölkerung kann der eingeschlagene Weg konsequent weiter verfolgt werden. Der BWE-Landesverband Berlin/Brandenburg möchte mit Information und Überzeugungsarbeit seinen Teil dazu beitragen.

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Sichere Rahmenbedingungen

für die Windenergie – EEG und ausreichende Flächenausweisung sind die Garanten von Innovation und Investition

Um die Energiewende zu vollziehen, müssen die vorhandenen Technologien effizienter werden und neue Technologien hinzukommen. Zudem können weit mehr Flächen erschlossen werden als bisher.

EEG – Grundlage der Energiewende Innovationen brauchen Zeit und Planbarkeit. Das EEG liefert der Windbranche hierfür den notwendigen stabilen Freiraum. Als zentrales gesetzliches Instrument bildet es ein Gegengewicht gegen die jahrzehntelangen, mehr oder minder verdeckt gezahlten Subventionen des konventionellen Energiemarktes – und das ohne Umweltschäden und unabsehbare Folgekosten. Dabei stellt es sich turnusmäßig selbst auf den Prüfstand und passt sich dem Erreichten an.

Unabdingbar für Brandenburgs Windkraftausbau: eine effiziente Verwaltung Mit seiner bisherigen Energiestrategie hat Brandenburg einen guten Rahmen für innovative unternehmerische Entwicklungen und Investitionen geschaffen. Ein klares Bekenntnis der Politik zum Ausstieg aus der Braunkohle fehlt jedoch weiterhin. Verbesserungswürdig ist zudem die interne Abstimmung der Landesverwaltung: Im Land Brandenburg sind für Fragen bezüglich der Windenergie die Ministerien für Wirtschaft und Europaangelegenheiten (MWE), für Infrastruktur und Landwirtschaft (MIL) sowie für Umwelt und Verbraucherschutz (MUGV) zuständig.

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Dies ist durchaus sinnvoll, um die komplexen Anforderungen des Ausbaus der Erneuerbaren zu begleiten. Gleichwohl gibt es dadurch öfter Reibungsverluste zwischen den einzelnen Referaten – so zum Beispiel zwischen dem Klima- und dem Artenschutz. Hier sollte niemals das gemeinsame Ziel der Energiewende aus den Augen verloren werden. Denn Brandenburg braucht eine Politik und Verwaltung, die sich klar zur Energiestrategie des Landes bekennen und mithelfen, diese auch konkret in Einzelvorhaben umzusetzen.

Vorhandene Flächen nutzen Das Land Brandenburg verfügt neben den landwirtschaftlichen Flächen über weiteres Potenzial zum Ausbau der Windenergie: So gibt es viele vorbelastete Flächen wie zum Beispiel Industrieund Konversionsflächen, die konfliktarm erschlossen werden können. Dies gilt auch für bestehende Infrastrukturen wie Autobahnen, Bahnstrecken und Hochspannungsleitungen. Des Weiteren bieten Wirtschaftswälder eine realistische Flächenoption. Sie können durch moderne Windkraftanlagen mit Nabenhöhen über 130 Metern genutzt werden. Eine weitere Ausbauoption liegt in den kommenden Jahren schließlich im Austausch alter Windkraftanlagen durch moderne Anlagen mit einer höheren Leistung (Repowering). Die zentrale politische Aufgabe der kommenden Jahre wird es demnach sein, die bestehenden gesetzlichen Rahmenbedingungen fortzuführen und weitere konfliktarm zu erschließende Flächen für die Windenergienutzung bereitzustellen.


„Bei der Finanzierung von Windenergie sind verlässliche Rahmenbedingungen von zentraler Bedeutung. Der Landesverband des BWE trägt dazu bei, damit dies für die Branche gesichert wird.“ Matthias Reineke, Fachbereichsleiter Umwelttechnik, DKB Deutsche Kreditbank AG, Berlin

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Damit die Anlagen laufen Dienstleister für Windenergie haben in Berlin/Brandenburg alle Hände voll zu tun

Transporte und Kranarbeiten stellen eine weitere hochspezialisierte Dienstleistung für die Windenergie dar. Denn mit steigenden Abmessungen und Gewichten der Bauteile einer Windkraftanlage werden immer aufwendigere Transportsysteme und Hebemittel benötigt.

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Die Erzeugung von Energie aus Wind ist ein Gemeinschaftsprojekt. Rund um Planung und Errichtung sowie den Betrieb von Windkraftanlagen arbeiten oftmals zahlreiche hochspezialisierte Dienstleister in enger Kooperation miteinander.

Spezialisten für alle Phasen: Planung, Errichtung und Betrieb Zu ihren Aufgaben gehören im Vorfeld der Errichtung die Standortplanung, die Baugrunduntersuchung, die Netzanbindung und der Wegebau. Ebenso werden Inspektion, Wartung und Instandsetzung während der Betriebsphase von einer Vielzahl herstellergebundener oder freier Serviceunternehmen übernommen. Auch die Betriebsführung der Windparks wird häufig erfahrenen Dienstleistern überantwortet.

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Service- und Wartungsteams stellen hohe Verfügbarkeit der Anlagen sicher Wind ist kostenlos, aber um Strom aus Wind zu erzeugen, müssen Anlagen nicht nur gebaut, sondern auch regelmäßig überprüft und gewartet werden. In Brandenburg sind rund 600 mobile Servicemonteure im Einsatz. In eingespielten Teams fahren sie zu den Windparks und stellen die hohe Verfügbarkeit der Anlagen und damit deren Wirtschaftlichkeit sicher.

Wissens- und Erfahrungsvorsprung Die Windenergiebranche hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten zu einem der erfolgreichsten Industriezweige Brandenburgs entwickelt. Das Dienstleistungsangebot rund um den Wind ist reichhaltig, die dichte Konkurrenz sowie qualitativ hochgradige Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sorgen für einen Wissens- und Erfahrungsvorsprung „Made in Brandenburg“.


„Voller Einsatz und anspruchsvolle Technik unser Beitrag, dass die Energiewende funktioniert.“ Christoph Konerow (links), Mechatroniker, Service und Tobias Küchler, Mechatroniker, Betriebsüberwachung ENERTRAG AG

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„Mit stabilen politischen Rahmenbedingungen hat der Produktionsstandort Brandenburg eine gute Zukunft. Als BWE nutzen wir den Dialog mit der Politik, um die wirtschaftliche Attraktivität der Region zu stärken.“ Frank Weise, Geschäftsführer Vestas Blades Deutschland GmbH, Werk Lauchhammer, Vorsitzender des Regionalverbandes Lausitz-Spreewald im BWE e.V.

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Aus Brandenburg in die Welt

Hersteller und Zulieferer für Windenergieanlagen in der Region

Brandenburg ist „Windland“ – das gilt nicht nur für die Stromproduktion, sondern auch für die Anlagen- und Komponentenfertigung. Brandenburgische Hersteller haben sich in den vergangenen Jahren eine führende Position in der weltweiten Windindustrie erarbeitet.

Jobtreiber Komponentenfertigung In den letzten beiden Jahrzehnten entstanden bei den Herstellern und den Zulieferbetrieben ca. 2.500 direkte und indirekte Arbeitsplätze. Die häufig in strukturschwachen Regionen Brandenburgs angesiedelten Produktionsstandorte beleben so nicht allein durch ihre Gewerbesteuerabgaben vormals klamme Kommunen. Die ZukunftsAgentur Brandenburg GmbH (ZAB) prognostiziert, dass sich die Zahl der Arbeitsplätze in der Windbranche hierzulande bis 2030 mehr als verdreifachen wird.

Vielfalt auf höchstem Niveau Folgende Großkomponenten werden aktuell in Brandenburg gefertigt: –– Maschinenhäuser für REpower Systems in Trampe –– Stahltürme durch die Chemie- und Tankanlagenbau Reuther in Fürstenwalde –– Stahltürme durch die SIAG in Finsterwalde –– Rotorblätter von Vestas in Lauchhammer Zudem existiert eine Vielzahl von kleinen und mittelständischen Zulieferbetrieben für elektronische und mechanische Komponenten.

Der Export boomt Ein Charakteristikum des boomenden Windenergie-Anlagenbaus sind hohe Produktionszahlen, die die regionale Nachfrage um ein Vielfaches übersteigen. So produziert der Vestas-Konzern am Standort Lauchhammer pro Jahr rund 1.200 Rotorblätter mit modernster Fertigungstechnologie. Das entspricht 400 Windkraftanlagen mit zusammen 1.200 MW Leistung. Zum Vergleich: Der gesamte Ausbau der Windenergie in Brandenburg betrug im 1. Halbjahr 2012 rund 110 MW. Mit dem weltweiten Ausbau der Windenergie wachsen auch die Exportquoten. Der heimischen Industrie kommt dabei zugute, dass gerade bei leistungsstarken Anlagen mit 3 bis 5 MW die deutschen Hersteller technologisch führend sind. Dass momentan viele Staaten ihre Klimaschutzziele konkretisieren und verstärkt auf Erneuerbare Energien setzen, kurbelt unsere regionale Wirtschaft zusätzlich an.

Infrastruktur an die Bedarfe der Windenergie anpassen Neben gut ausgebildeten Arbeitskräften ist auch die Verkehrsinfrastruktur ein wichtiger Standortfaktor geworden. Denn die Abmessungen und Gewichte der Großkomponenten erhöhen sich von Jahr zu Jahr. Die Hersteller von Türmen und Rotorblättern sind deshalb darauf angewiesen, ihre Transporte von der Straße auf das Binnenschiff und die Bahn zu verlagern. Der Ausbau und Erhalt der Wasserstraßen ist somit bedeutsam für den Großkomponentenbau – und trägt seinen Teil dazu bei, dass Brandenburg beim Windtechnologie-Export seine Spitzenstellung behauptet.

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Forschen für die Energiewende Der Standort Berlin/Brandenburg ist Forschungsund Entwicklungshochburg für Windenergie

Windenergieanlagen werden immer effizienter. Verantwortlich für diesen rasanten technologischen Fortschritt der letzten Jahre sind hochqualifizierte Fachkräfte aus Wissenschaft und Praxis. Sie sorgen dafür, dass die Energiewende bezahlbar bleibt.

Experten forschen in Berlin und Brandenburg unter besten Bedingungen Die Experten finden in der Region Berlin/Brandenburg optimale Bedingungen vor. Mit 7 Universitäten, 21 Hoch- und Fachhochschulen sowie rund 250 Forschungseinrichtungen existiert hier ein dichter Wissenspool, der die technische Entwicklung der Windenergie auf Grundlage neuester Forschung stetig vorantreibt.

Zukunft schon heute: Das „Hybridkraftwerk“ Ideale Voraussetzungen bieten zum Beispiel die Forschungskapazitäten an der TU Berlin und der HTW Berlin sowie die BTU Cottbus und das Centrum für Energietechnologie (CEBra). So unterhält der Lehrstuhl Kraftwerkstechnik der BTU Cottbus ein Forschungszentrum, das sich ganz dem Zukunftsthema Wasserstoff widmet. An dem Verbundprojekt „Erzeugung von Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien“ arbeiten Experten vom Windprojektentwickler ENERTRAG AG und der BTU gemeinsam. Ihr Ziel ist es, mit dem neu entwickelten „Hybridkraftwerk“ aufzuzeigen, dass eine sichere und nachhaltige Energieversorgung allein auf Basis von Erneuerbaren Energien – insbesondere der Windenergie – möglich ist.

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Eine bedarfsgerechte Bereitstellung von Energie aus Windkraft wäre ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einer 100-prozentigen regenerativen Energieversorgung.

Das Cluster Energietechnik – Synergien zusammenführen Hochspezialisierte Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen spielen aber auch in den innovativen Netzwerken zwischen Wissenschaft und Wirtschaft eine wichtige Rolle. Sie zählen zu den großen Stärken und Wachstumsfaktoren der Region. Die Bundesländer Berlin und Brandenburg arbeiten deshalb im Cluster Energietechnik zusammen, um die Synergien der vielen Akteure rund um die Erneuerbaren Energien zu heben.

Mittendrin: BWE-Hauptstadtbüro und BWE-Landesverband Unverzichtbarer Bestandteil des WindenergieNetzwerkes der Region ist der BWE. Mit seinem Hauptstadtbüro und dem Landesverband Berlin/ Brandenburg sorgt er für die enge Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis sowie für einen ständigen Dialog mit Politik und Verwaltung. Das Zusammenwirken all dieser Windexperten macht Berlin/Brandenburg zu einer der führenden Windenergieregionen in Deutschland.


„Angewandte Forschung im Bereich der Speicherung von Windstrom ist wichtig, um eine Integration in die Versorgungskette auszubauen. Der BWE e.V. mit seinem Mitgliedsunternehmen Enertrag AG ist für uns ein wichtiger Partner.“

Christine Tillmann, Projektleitung, Brandenburgische Technische Universität Cottbus, Lehrstuhl Kraftwerkstechnik

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„Stromnetze und Windenergie gehören zusammen! Der BWE setzt sich für einen intelligenten Netzausbau ein.“ René Just, Bereichsleiter Netze / Innovation bei der Energiequelle GmbH, Zossen Sprecher im Arbeitskreis Netze beim BWE e.V.

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Netzumbau mitgestalten Schnelle und kostengünstige Lösungen für das Stromnetz der Zukunft

Auf dem Weg zu einem regenerativen Energiesystem, in dem Windenergie die tragende Säule bildet, gewinnt die Ausgestaltung des Stromnetzes immer mehr an Bedeutung. Der BWE setzt sich dabei für eine aktive Mitgestaltung des Netzumbaus in Brandenburg ein und geht somit weit über den bekannten Anspruch auf Integration in bestehende Netze hinaus.

Konsens in Brandenburg Am Beispiel Netzausbau zeigt sich die Notwendigkeit einer abgestimmten Planung aller Beteiligten besonders deutlich. In Brandenburg herrscht diesbezüglich breiter Konsens: Unter der Leitung des Wirtschaftsministeriums arbeiten Landespolitik, Behörden, Netzbetreiber und die Erzeuger Erneuerbarer Energien gemeinsam intensiv an Lösungen für unsere Region. Dabei erarbeitet die Windenergiebranche konkrete Vorschläge, wie eine schnelle und kostengünstige Synchronisation des Ausbaus der Netze und der Windenergie erfolgen kann, ohne die rechtliche Verpflichtung der Netzbetreiber zum Netzausbau infrage zu stellen.

Eigene Einspeisenetze weisen den Weg Um in Regionen mit schwacher Netzinfrastruktur den Windstrom einspeisen zu können, haben innovative BWE-Mitgliedsunternehmen in eigene Netze investiert. Diese Netze können im Vergleich zu den klassischen Versorgungsnetzen mit geringeren Sicherheitsstandards, jedoch ohne Sicherheitsverluste gebaut werden. Dadurch sind sie häufig kostengünstiger und stets schneller errichtet.

Weiterhin stellt der Bau dieser Kabelnetze in aller Regel einen deutlich geringeren Eingriff in Natur und Landschaft dar als die Errichtung von 110-kV-Freileitungen. Im Vorreiterland Brandenburg erschließen die bereits umgesetzten Einspeisenetze Windparkregionen von bis zu 30 x 30 km Fläche. Dabei können sie bis zu 400 MVA Leistung übertragen.

Energieautarke Gemeinde Feldheim Gleichberechtigt zum Bau von großen Einspeisenetzen investieren BWE-Mitgliedsunternehmen wie die Energiequelle GmbH in innovative Lösungen zur Direktversorgung von Haushalts- und Gewerbekunden in räumlicher Nähe der Erzeugungsanlagen. In der Gemeinde Feldheim wurden so durch Bürgerengagement gepaart mit Ingenieurskunst und regionaler Wertschöpfung dauerhaft günstige Energiepreise erreicht. Immer mehr Kommunen versorgen sich eigenständig mit Strom und Wärme auf Basis Erneuerbarer Energien. Deutschlandweit sind bisher 81 Bioenergiedörfer entstanden, weitere 150 sind derzeit in Planung. In Brandenburg existieren neben Feldheim bereits fünf ähnliche Vorhaben für energieautarke Kommunen. Der BWE-Landesverband Berlin/Brandenburg setzt sich dafür ein, dass interessierte Kommunen ihren Vorteil aus einer dezentralen, eigenständigen Energie- und Wärmeversorgung auf Basis der Erneuerbaren Energien erkennen und umsetzen können.


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