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№ 28 · Sonntag, 15. Juli 2012

SPEZIAL > Seite 9

Value Investing – wahre Werte dringend gesucht Editorial

LIEBE LESER IN NEN U ND LESER, jüngst war das Motto: „Bloß keine angebrachte Kritik zulassen und mit aller Macht verhindern, dass der ESM einer sorgfältigen Prüfung unterzogen wird.“ Womöglich könnte ja auch der breiten Bevölkerung bewusst werden, welche immensen Risiken in diesem unsäglichen Konstrukt schlummern. Von den Befürwortern des ESM aus der Bundesregierung wurde beispielsweise verbaler Druck auf das Bundesverfassungsgericht ausgeübt und dabei die wohl alles rechtfertigende Keule, man hätte doch keine Zeit, weil die bösen Finanzmärkte sonst verrücktspielen, gezückt. Hinzu gesellte sich die polemische Hetze von Teilen der politischen Führung dieses Landes sowie

vieler Massenmedien gegen die Kritiker der Wunderwaffe ESM, sodass spätestens jetzt die Alarmglocken schrillen sollten. Bleibt zu hoffen, dass die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, sich mehr Zeit für eine sorgfältige Prüfung des komplexen Sachverhalts zu nehmen, letztlich zu der Erkenntnis führt, dass der ESM nicht nur sozialen, makroökonomischen und haushaltspolitischen Sprengstoff birgt, sondern auch verfassungswidrig ist und daher zu verhindern ist. Herzlichst, Ihre Redaktion von BÖRSE am Sonntag


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Schliekers Woche

Wie dümmlich darf’s denn sein? Sonntag, 15. Juli 2012

AKTIEN & MÄRKTE Schliekers Woche. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 Tops und Flops-, Zitat- und Zahl der Woche. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 Markt im Fokus: China – Weniger Dampf im Konjunkturkessel . . . . 4 Märkte im Überblick: S&P 500, DAX, EURO STOXX 50 . . . . . 5 Aktie der Woche: CropEnergies. . . . . . . . 6 SPEZIAL Value Investing. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 UNTERNEHMEN Unternehmen der Woche: Brinkmann . . . . 12 News: Alcoa, Gerresheimer, Südzucker. . . 13 FONDS Fonds der Woche: SEB Aktienfonds . . . . 14 Fonds-News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 ZERTIFIKATE Zertifikate-Idee: Infineon-Discount-Zertifikat. . . . . . . . . 16 Zertifikate-News. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 Rohstoffe Rohstoff der Woche: Mais . . . . . . . . . . . 18 Rohstoffanalysen: Ethanol, Kaffee, Sojabohnen, Weizen . . . . 19 Lebensart Refugium der Woche: 5-Sterne-Hotel Baglioni, London . . . . . . 20 Kulturkalender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 Coffeetable-Favourites: Gerhard Richter – Panorama. . . . . . . . . . . 21 Impressum/Disclaimer . . . . . . . . . . . . . . 22

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Das Schlimme an jenem Zeitpunkt, zu dem man alle guten Ideen schon gehört hat, ist, dass ab da die blödsinnigen Vorschläge kommen. In der herrschenden Reinhard Schlieker Krise gibt es viele, ZDF Wirtschafts­ sehr viele Ideen, und korrespondent naturgemäß auch nun immer reichlicher die von der letzteren Sorte. Aber was soll man machen? Wenn man ein Forschungsinstitut ist und Forscher einstellt, dann muss man damit rechnen, dass die eben forschen und darüber Berichte schreiben. Manchmal kommt dann eben so etwas heraus wie das, was das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung nun vorgestellt hat: die Idee einer Zwangsabgabe für Reiche, um die Staatsschulden zu senken. Das Konzept enthält gleich mehrere Lachnummern und ist trotzdem insgesamt eher erschütternd. Es geht schon mit der impliziten Annahme los, dass sogenannte Reiche offenbar Geld übrig haben, das ungenutzt herumliegt und nicht dazu dient, Investitionen zu bezahlen. Des Weiteren steckt darin die Annahme, dass jene Reichen offenbar bislang nicht genug beitragen zum Gemeinwesen. Und dann kommt die für die ganze Rechnung maßgebliche Annahme, dass jeder mit einem Vermögen von 250.000 Euro reich sei. Ohne diese Annahme würde das erhoffte Aufkommen jener Zwangsabgabe nämlich nicht zustande kommen, das von 8% der Bevölkerung rund 230 Mrd. Euro einbringen soll. Jeder also, der etwa ein Einfamilienhaus besitzt, das nicht gerade in unwegsamen Gegenden liegt, wäre mit von der Partie. Das müsste er im Ernstfall dann beleihen oder wie? Die Altersversorgung kündigen? Oder der Mittelständler, der auf dem Papier wohlhabend ist, aber sein Geld in der Firma hat – soll er seinen Betrieb schließen, ein paar Leute entlassen? Irgendwie so muss

es gehen, denn wenn man allein nichtsnutzige Playboys ihrer Jacht beraubt, reicht das Aufkommen bei Weitem nicht. Woran das liegt? Nun, es gibt nicht so viele, die auf eine Art reich sind, wie sich das Klein-Fritzchen oder Forscher im DIW so vorstellen. Letztere haben natürlich den kühnen Plan, jene Abgabe als eine Art Anleihe an den Staat zu gestalten, die zurückgezahlt wird, „wenn es die Haushaltslage zulässt“. Das ist Situationskomik pur. Hat der Staat je etwas zurückgezahlt, außer mithilfe der Aufnahme neuer Schulden? Man kann es am Beispiel der Schaumweinsteuer illustrieren, die 1902 befristet zum Aufbau der kaiserlichen Marine geschaffen wurde. Auch eine Art Reichensteuer, denn wer trank schon Sekt? Es gibt sie heute noch, auch ohne Kaiser, sie geht gesund und munter in ihr zweites Jahrhundert. Der befristete Solidarzuschlag ist übrigens auch gut unterwegs, immerhin rund 20 Jahre schon. Sodann steckt da noch die Idee im DIW-Konzept, dass Reiche offenbar nicht genug beitragen. Das fällt natürlich bei all jenen auf äußerst fruchtbaren Boden, die schon immer gern mal anderen Leuten in die Tasche greifen, wenn die eigene durch schiere Verschwendung oder sonstige Misswirtschaft gerade mal leer ist. Dass jene 8% sowieso schon den ganzen Laden am Laufen halten, interessiert da weniger. Kein Wunder, dass das Finanzministerium die Idee für „interessant“ hält – wenn auch zunächst (!) für andere Krisenländer. Die werden sich bedanken. Der Aufruf zur Kapitalflucht durch das DIW hat Spanien und Italien gerade noch gefehlt.

Was denken Sie über dieses Thema? Schreiben Sie direkt an den Autor, Herrn Reinhard Schlieker unter schlieker@boerse-am-sonntag.de


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Tops und Flops der Woche

tops SAP: Mehr umgesetzt und verdient Im zweiten Quartal steigerte SAP (WKN: 716460) den operativen Gewinn nach vorläufigen Berechnungen von 0,86 auf 0,92 Mrd. Euro. Experten hatten 0,88 Mrd. Euro prognostiziert. Der Umsatz zog von 3,30 auf 3,90 Mrd. Euro an. Die operative Gewinnmarge schrumpfte von 26,0% auf 23,6%. Der Umsatz mit Software erhöhte sich von 0,84 auf 1,06 Mrd. Euro (Prognose: 0,98 Mrd. Euro), der Umsatz mit Software und softwarebezogenen Dienstleistungen von 2,58 auf 3,12 Mrd. Euro. Evotec: Millionenzahlung von Janssen Pharmaceuticals Evotec (WKN: 566480) und die Harvard-Universität wollen mit Janssen Pharmaceuticals, einer Tochter des US-Pharma- und Medizintechnikkonzerns Johnson & Johnson (WKN: 853260), auf dem Gebiet der Diabetes-Forschung zusammenarbeiten. Vorab zahlt Janssen an seine neuen Partner insgesamt 8 Mio. US-Dollar. Zudem werden beim Erreichen bestimmter Ziele Meilensteinzahlungen fällig, die pro Produkt bis zu 300 Mio. US-Dollar erreichen können. Daneben werden Evotec und Harvard am Umsatz beteiligt. KLA-Tencor: Eigene Prognose übertroffen Der Chip-Industrieausrüster KLA-Tencor (WKN: 865884) wird im am 30. Juni abgelaufenen vierten Geschäftsquartal voraussichtlich die eigene Gewinnprognose übertreffen. Ende April hatten die Kalifornier für das Schlussquartal 1,20 bis 1,38 US-Dollar Gewinn je Aktie vor Sonderposten in Aussicht gestellt. Zudem soll der Umsatz das obere Ende der Prognose von 840 bis 900 Mio. US-Dollar erreicht haben. In der Vorjahresperiode hatte KLA 892 Mio. US-Dollar umgesetzt und vor Sonderposten 1,50 US-Dollar je Aktie verdient.

Flops Centrotherm: Flucht in Gläubigerschutz Der Mitte Juni aus dem TecDAX verbannte Solarindustrieausrüster Centrotherm Photovoltaics (WKN: A0JMMN) ist zahlungsunfähig. Um das Unternehmen zu retten, stellten die Blaubeurer am vergangenen Dienstag einen Insolvenzantrag. Die bereits begonnene Sanierung soll im Rahmen eines „Schutzschirmverfahrens“ – dieses ist seit dem 1. März aufgrund gesetzlicher Veränderungen möglich – in Eigenregie fortgeführt werden. Der Schutz vor Gläubigern ist auf drei Monate befristet. Linde: Kapitalerhöhung verwässert Gewinn Zur Finanzierung der geplanten Übernahme des in Florida beheimateten Sauerstoffgeräteherstellers Lincare – Kostenpunkt: 4,6 Mrd. US-Dollar – erhöhte Linde (WKN: 648300) wie befürchtet das Grundkapital unter Ausschluss des Bezugsrechtes. Im Rahmen eines beschleunigten Platzierungsverfahrens verkaufte der Münchener Anlagenbauer und Industriegaseproduzent 12,84 Mio. neue Aktien zu je 109 Euro an institutionelle Investoren. Die Aktien sind für das Geschäftsjahr 2012 vollständig dividendenberechtigt. AMD: Umsatzwarnung Der Umsatz des US-Chip-Produzenten AMD (WKN: 863186) ist im zweiten Quartal aufgrund schleppender Geschäfte in China und Europa im Vergleich zum Vorquartal um rund 11% geschrumpft. Dies entspricht einem Rückgang von 1,58 auf etwa 1,41 Mrd. US-Dollar. Analysten hatten mit 1,63 Mrd. US-Dollar gerechnet. Der Intel-Konkurrent hatte Mitte April ein Umsatzplus von bis zu 6% auf 1,59 bis 1,69 Mrd. US-Dollar in Aussicht gestellt. Die vollständige Bilanz soll am 19. Juli vorgelegt werden. 03

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Zitat der Woche

„Ich war, bin und bleibe überzeugt davon, dass der Preis in Ordnung ist.“ Baden-Württembergs früherer Ministerpräsident Stefan Mappus verteidigt den Kauf von EnBW während seiner Amtszeit, dessen Preis laut eines Gutachtens um 840 Mio. Euro zu hoch lag. Zahl der Woche

„7,6 %“

Mit einem Plus von 7,6% im zweiten Quartal ist das chinesische Wirtschaftswachstum auf den niedrigsten Wert seit drei Jahren gesunken.

TER MINE DER WOCHE 16.07. 14:30 USA Einzelhandels­ umsätze Juni 16.07. 14:30 USA NY Empire State Manufacturing Index Juli 17.07. 11:00 DE ZEW, Index Konjunktur­ erwartungen Juli 17.07. 15:15 USA Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung Juni 18.07. 20:00 USA Fed-Konjunktur­ bericht (Beige Book) Juni 19.07. 16:00 USA Philadelphia Fed Survey Juli 19.07. 16:00 USA Index der Früh­ indikatoren Juni


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Markt im Fokus

China: Weniger

Dampf im Konjunkturkessel Aufgrund der erneuten Leitzinssenkung in der Vorwoche schwante einem schon, dass die in der vergangenen Woche anstehenden Konjunkturdaten nicht gerade rosig ausfallen dürften. So kam es auch. Chinas Wirtschaft wächst immer langsamer. Der Dampf im chinesischen Konjunkturkessel nimmt weiter ab. Im zweiten Quartal ist das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes

Shanghai A-Share Index

Indizes Index Dow Jones S&P 500 NASDAQ DAX MDAX TecDAX SDAX EUROSTX 50 Nikkei 225 Hang Seng

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mit 7,6% zum Vorjahreszeitraum auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren gefallen. Inzwischen hat die Wachstumsrate damit

Stand: 13.07.2012

Stand: Freitag nach Börsenschluss

13.07.2012 % Vorwoche 52weekHigh % 52week 12777,09 +0,04% 13338,66 +2,29% 1356,78 +0,16% 1422,32 +2,96% 2908,47 -0,98% 3133,97 +3,99% 6557,10 +2,29% 7382,80 -9,78% 10621,23 +1,65% 10977,28 -2,83% 751,29 -0,71% 876,52 -13,97% 4869,25 +0,24% 5493,16 -11,01% 2259,09 +1,06% 2796,57 -16,79% 8724,12 -3,29% 10255,15 -12,44% 19092,63 -3,58% 22808,33 -12,93%

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bereits sechs Quartale in Folge nachgelassen. Nach einem Wachstum von 9,1% und 8,9% im dritten und vierten Quartal 2011 wurden schon im ersten Jahresviertel 2012 nur noch 8,1% erreicht. Der jüngste Wert ist nun ein weiterer Dämpfer, wenn auch kein überraschender. Im Vergleich zu den krisengeschüttelten Industrienationen mutet ein Wachstum von 7,6% zudem enorm an. Allerdings braucht China deutlich höhere Werte, um ausreichend Arbeitsplätze zu sichern und soziale Unruhen zu vermeiden. Bislang liegt man aber wohl im Plan der Regierung, die ein Ziel von 7,5% für das Gesamtjahr ausgegeben hat. Dies wäre die niedrigste Rate seit 1999. Bremsend im zweiten Quartal wirkten der Rückgang der Nachfrage im schuldengeplagten Europa mit der dort mancherorts einbrechenden Konjunktur sowie im Reich der Mitte selbst mit der Stagnation des Immobilienmarktes und einem langsameren Zuwachs des heimischen Konsums. Um die Wirtschaft anzukurbeln, hatte die chinesische Zentralbank seit Juni bereits zweimal die Leitzinsen und seit November schon dreimal die Anforderungen für das Mindestkapital der Banken gesenkt. Wegen der deutlich gefallenen Inflation könnte sich weiterer Spielraum für geldpolitische Lockerungen ergeben. Einige Volkswirte erwarten mit weiteren Stimuli daher auch wieder ein stärkeres Wachstum im zweiten Halbjahr.


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Märkte im Überblick

usa

Deutschland

Banken sorgen für positive Woche

DAX überwindet Hürden

Europa

Doch kein Lichtblick

Der Funke am US-Aktienmarkt wollte in der vergangenen Woche zunächst nicht überspringen. Erst einmal enttäuschte der Start in die US-Berichtssaison und die schlechter als erwarteten Zahlen von Alcoa sowie gesenkte Ausblicke bei einigen anderen Firmen nährten die Sorgen, dass die Bilanzen für das zweite Quartal insgesamt nicht berauschend ausfallen dürften. Zurückhaltung war daher wohl angesagt. Eine weitere Enttäuschung lieferte die US-Notenbank. Weil offenbar die Hof­ fnung nicht abreißt, dass die Kurse am Aktienmarkt durch die Decke gehen, wenn die Währungshüter weitere Konjunktur stützende Maßnahmen, vor allem ein weiteres Anleihenkaufprogramm, beschließen, kam das am Mittwoch veröffentlichte Protokoll der Sitzung vom 19. und 20. Juni nicht gut an. Nur zwei der zwölf anwesenden Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses halten eine erneute Stimulierung mittels Quantitative Easing (QE) für wahrscheinlich nötig. Darüber hinaus bleiben Sorgen und Unsicherheit im Zusammenhang mit der europäischen Schuldenkrise aber auch der angespannten US-Haushaltslage. Letzteres könnte zu einem noch größeren Stolperstein für die US-Wirtschaft werden. Die Bilanz von JP Morgan Chase hob am Freitag jedoch die Stimmung im Banksektor und stützte damit den Gesamtmarkt, sodass die US-Indizes bis auf den NASDAQ Composite doch noch marginal zur Vorwoche zulegten.

Die deutschen Aktienindizes präsentierten sich jüngst uneinheitlich. Der TecDAX gab nach. SDAX, MDAX und DAX verzeichneten Gewinne. Letzterer konnte sich im Gegensatz zur Vorwoche diesmal über der erklommenen Hürde bei 6.431 Punkten sowie der 200-TageLinie halten. Damit scheint sich zudem der Ausbruch über die mittelfristige Abwärtstrendlinie zu bestätigen. Weiterhin zur Vorsicht mahnt jedoch die Chart-Kerze aus der Vorwoche mit ihrem langen oberen Schatten, wobei der dabei zugrunde liegende Abverkauf im Bereich zwischen dem 61,8%-FibonacciRetracement und dem 50%-Retracement die Abwärtswelle seit März einsetzte. Dies könnte dafür sprechen, dass die Erholung seit Anfang Juni nur eine technische Gegenbewegung ist. Auf der Unterseite dürfte daher ein nachhaltiger Rutsch unter 6.404 Punkte (38,2%-Fibonacci-Retracement) den Bären in die Karten spielen. Für Gesprächsstoff am hiesigen Aktienmarkt in der vergangenen Woche sorgte die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes, sich Zeit für die inhaltliche Prüfung von Fiskalpakt und ESM zu nehmen. Eine schnelle Entscheidung wie von den Befürwortern dieser als unvermeidlich angesehenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Schuldenkrise gab es somit nicht. Darüber hinaus im Fokus waren der verhaltene Start in die US-Berichtssaison sowie die enttäuschenden Aussagen der US-Notenbank zur weiteren Geldpolitik.

In der vergangenen Woche gab es mit den Daten zur Industrieproduktion in der EU und der Eurozone für Mai auf den ersten Blick eine positive Überraschung. In beiden Regionen waren saisonbereinigte Anstiege zum Vormonat auszumachen. Konkret waren es 0,6% in der Eurozone und 0,5% in der EU. Nach zwei Monaten mit Rückgängen sieht es somit nach einem kleinen Lichtblick aus. Die Veränderungen gegenüber Mai 2011 sorgen jedoch schnell wieder für Ernüchterung. Hier gab es arbeitstäglich bereinigte Rückgänge von 2,8% (Eurozone) und 2,3% (EU). Die Abwärtstendenz setzte sich somit mit noch größerem Tempo fort, nach dem es im April bereits kräftige Einbußen von 2,4% respektive 2% gab. Grund zum Jubeln gibt es also doch nicht. Keine Freudensprünge dürfte auch die erneute Senkung der italienischen Kreditwürdigkeit durch die Rating-Agentur Moody’s ausgelöst haben. Sie schraubte die Bonität für das hoch verschuldete Land um zwei Stufen von „A3“ auf „Baa2“ und damit auf nur noch zwei Stufen über Ramschniveau herunter. Angesichts der Faktenlage kommt der Schritt jedoch nicht überraschend, weshalb auch die Reaktionen an den Finanzmärkten gering waren. Die europäischen Aktienmärkte präsentierten sich in der vergangenen Woche uneinheitlich. Der EURO STOXX 50 legte dabei zur Vorwoche um 1,1% zu, wobei er auch von der positiven Wall Street am Freitag profitierte.

S&P 500

DAX

EURO STOXX 50

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Stand: 13.07.2012

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CropEnergies:

Gelingt der Ausbruch? Der Hersteller von Bioethanol für den Einsatz in Kraftstoffen hat jüngst Quartalsergebnisse vorgelegt. Sie sehen vielversprechend aus. Zusammen mit der ebenfalls spannenden charttechnischen Situation könnte es sich daher lohnen, den Wert einmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. CropEnergies hat sich die „klimaschonende Sicherung der Mobilität“ als Geschäftszweck auf die Fahnen geschrieben. Gegründet 2006 wurde die Gesellschaft 2006 von Europas größtem Zuckerproduzenten, Südzucker, und noch im gleichen Jahr an die Börse gebracht. Südzucker, mit 70,6% nach wie vor Hauptaktionär, gliederte hier die bereits vorhandenen Ethanol-Aktivitäten aus. Hintergrund war die Erwartung, dass CropEnergies ist glänzend aus Zucker oder anderen positioniert, um vom pflanzlichen Rohstoffen erwarteten weltweiten gewonnenes Bioethanol Marktwachstum für künftig eine sinnvolle Bioethanol zu profitieren. Alternative zu fossilen Kraftstoffen und damit ein zukunftsträchtiges Geschäft sein könnte. Entsprechend wurde investiert und das Geschäft ausgebaut. Heute zählt sich CropEnergies zu den mengenmäßig größten Unternehmen auf dem Gebiet der Produktion von Bioethanol für den Kraftstoffsektor in Europa. Außerdem ist man eigenen Angaben zufolge technologisch führend. Kernkompetenz der Gesellschaft ist die großtechnische Verarbeitung von Agrarrohstoffen zu 06

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hochwertigen Produkten sowie ihre Vermarktung. Das Know-how erstreckt sich dabei über die gesamte Wertschöpfungskette der Produktion, angefangen beim Pflanzenanbau über die Herstellung bis hin zu Transport und Verbraucherberatung. Darüber hinaus ist CropEnergies innovativ, optimiert kontinuierlich die Herstellungsprozesse und forscht nach künftigen weiteren Anwendungen. Nachhaltiges Bioethanol Die jährliche Produktionskapazität an den drei Standorten Zeitz (Deutschland), Wanze (Belgien) und Loon-Plage (Frankreich) beträgt aktuell mehr als 700.000 Kubikmeter Bioethanol. Die Fabriken in Zeitz und Wanze sind dabei als nachhaltig zertifiziert. Unabhängige

CropEnergies

Stand: 13.07.2012


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Prüfungen haben demnach bestätigt, dass das dort von CropEnergies hergestellte Bioethanol die Nachhaltigkeitsanforderungen der EU erfüllt, was bedeutet, dass im Vergleich zu fossilem Ottokraftstoff über die gesamte Wertschöpfungskette mindestens 35% der Treibhausgase eingespart werden müssen. Beide Anlagen übertreffen diesen Wert deutlich. In Wanze sind es bis zu 70%. Ausgangsrohstoffe für die Herstellung von Bioethanol bei CropEnergies sind Getreide wie Weizen, Anzeige

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Mais, Triticale und Gerste sowie Zucker­ rübensirup. In der französischen Anlage wird aus solchen zucker- oder stärkehaltigen Feldfrüchten gewonnener sogenannter agrarischer Rohalkohol veredelt, um eine große Bandbreite an Spezifikationen herzustellen. CropEnergies forscht zudem intensiv an weiteren Rohstoffen zur effizienten und auch wirtschaftlich sinnvollen Produktion von Bioethanol, um damit nicht zuletzt auch die Kritiker zu widerlegen, die die Konkurrenz zwischen „Tank“ und „Teller“ bemängeln. Abgesehen von Bioethanol nutzt CropEnergies die bei dessen Herstellung anfallenden Reststoffe und veredelt diese zu Lebens- und Futtermitteln Wachstumsmarkt Hauptaugenmerk liegt aber auf dem Wachstumsmarkt Bioethanol. Seit vielen Jahren wird dieser energiereiche Stoff als Alternative zu Kraftstoffen aus fossilen Rohstoffen genutzt. In den vergangenen Jahren ist zudem der Trend zu erkennen, dass die Nachfrage quasi per Gesetz in immer mehr Ländern durch immer höhere Beimischungspflichten angekurbelt wird. Die Einführung des Kraftstoffs E10 in Deutschland verlief zwar nicht reibungslos und derartige Verpflichtungen sind sicherlich auch kritisch zu beurteilen, der weltweite Markt für Bioethanol dürfte künftig jedoch weiter expandieren. Ein Nutznießer davon dürfte weiterhin CropEnergies sein, was sich in anhaltend guten Geschäftszahlen widerspiegeln sollte. Rekordwerte Das Unternehmen, das neben seinen Produktionsanlagen in Europa auch mit eigenen Handelsvertretungen in den größten Bioethanol-Märkten USA und Brasilien präsent ist, hatte im vergangenen Geschäftsjahr 2011/12 (bis Ende Februar) erneut Rekordwerte erzielt – trotz des schleppenden Starts von E10 in Deutschland sowie staatlich geförderten Bioethanol-Exporten aus den USA nach Europa. Der Umsatz kletterte zum Vorjahr um 21% auf 572,1 Mio. Euro. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern


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und Abschreibungen (EBITDA) ging es mit 11% auf 84,3 Mio. Euro etwas weniger dynamisch aufwärts. Hohe Rohstoffpreise belasteten, weshalb auch das operative Ergebnis mit 15,5% auf 53 Mio. Euro nicht so stark expandierte wie die Erlöse. Der Nachsteuergewinn stieg von 28,3 auf 30,2 Mio. Euro. Im ersten Quartal 2012/13 setzte sich das dynamische Wachstum fort. CropEnergies erhöhte im Zeitraum März bis Mai durch die Steigerung des Bioethanol-Absatzes um 22% den Umsatz um ebenfalls 22% auf 160,5 Mio. Euro. Trotz höherer Rohstoffkosten lag das EBITDA mit 22,8 Mio. Euro nur knapp unter dem Rekordergebnis der Vorjahresperiode von 23 Mio. Euro. Das operative Ergebnis verringerte sich von 15,3 auf 14,9 Mio. Euro. Durch die deutliche Verbesserung des Finanzergebnisses steigerte das Unternehmen den Überschuss von 9,7 auf 9,8 Mio. Euro. Gute Aussichten Für das Gesamtjahr 2012/13 geht Crop­ Energies weiterhin von einem Umsatzwachstum auf mehr als 600 Mio. Euro aus. Die Gesellschaft bekräftigte zudem das Ziel beim operativen Ergebnis, trotz höherer Rohstoffkosten wieder mehr als 50 Mio. Euro zu erreichen und damit in die Nähe des Rekordergebnisses des Vorjahres von 53 Mio. Euro zu kommen. In Deutschland setze sich E10 immer stärker durch, hieß es. Auf mittel- bis langfristige Sicht sieht es ebenfalls vielversprechend aus und CropEnergies sollte weiterhin vom Wachstum des Marktes und der steigenden Nachfrage nach Bioethanol profitieren. Zum einen ist Bioethanol generell ein Substitut von fossilen Brennstoffen und, je nachdem wie sich die Preise für Erdöl entwickeln, könnte es künftig verstärkt als Alternative gefragt sein. Ein weiterer Wachstumstreiber sind die rechtlichen Rahmenbedingungen wie die Beimischungspflichten, wobei verstärkt zertifiziert nachhaltig produziertes Bioethanol gefordert wird, wie es CropEnergies liefern kann. Der geplante Aufbau 08

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CropEnergies ISIN: DE000A0LAUP1 WKN: A0LAUP Kurs 13.07.2012: 4,98 EUR 52-Wochen-Hoch: 6,25 EUR 52-Wochen-Tief: 4,15 EUR Empf. Stop-Loss: 4,10 EUR Unser Anlageurteil: spekulativer Kauf Stand: Freitag nach Börsenschluss

des eigenen weltweiten Handelsnetzwerkes sowie der Ausbau der Produktionskapazitäten mit dem Fokus Europa sind daher folgerichtig wichtige Schritte, um die sich bietenden Chancen wahrzunehmen.

Fazit Der Pionier im deutschen Bioethanol-Markt hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der führenden Bioethanol-Hersteller in Europa gemausert. Glänzend positioniert, technologisch spitze und außerdem sehr innovativ hat er eine glänzende Basis, um vom erwarteten weltweiten Marktwachstum für Bioethanol zu profitieren. Für Investoren, die an eine Zukunft von Bioethanol und dessen Wachstumschancen glauben, könnte die Aktie von CropEnergies daher interessant sein. Aus fundamentaler Sicht überzeugen zudem die Ergebnisse. Ferner ist das Unternehmen solide finanziert und hat mit der Mutter Südzucker einen starken Rückhalt, um die Technologie- und Kostenführerschaft weiter auszubauen. Alles zusammen könnte somit spekulative Käufe rechtfertigen. Als Signalgeber könnte dabei die Charttechnik helfen, sieht es diesbezüglich doch ebenfalls vielversprechend aus. Der Kurs hat jüngst erneut die seit dem Zwischenhoch von März 2011 gebildete Abwärtstrendlinie erreicht und daran gekratzt. Sollte ein Ausbruch gelingen und sie nachhaltig geknackt werden, spräche dies wohl für steigende Notierungen. Kurse von 6,00 bis 6,50 Euro könnten dann ein erstes mittelfristiges Ziel sein.

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Value Investing – wahre Werte dringend gesucht Die Zahl erstklassiger Anlagen ist in den letzten Jahren stark geschrumpft. Nur mehr 16 Staaten können ihre Anleihen mit dem begehrten Triple A schmücken. Die verbliebenen sicheren Häfen werfen im Gegenzug kaum noch Rendite ab. Die Alternative: Value Investments. Letztere verbinden dank niedriger Bewertung Sicherheit und Ertragsstärke. Um jedoch entsprechende Titel zu identifizieren, müssen unterbewertete Firmen mit stabiler Ertragskraft und hohem Substanzwert in dem riesigen Aktienuniversum aufgespürt werden. Mit der dahinter stehenden Value-Strategie verbinden Anleger heute vor allem einen Namen: Warren Buffett. Der Amerikaner baute quasi aus dem Nichts die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway auf und belegt mit einem geschätzten Vermögen von 44 Mrd. US-Dollar derzeit den dritten Platz auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt.

Die Grundlagen des Value Investings wurden bereits Anfang des letzten Jahrhunderts gelegt.

Dividenden sind die Basis Doch nicht nur der persönliche Erfolg machte Buffett und seine Strategie so populär. Theoretisch hätte nämlich jeder daran partizipieren können: Wer 1965 1.000 Dollar in die Aktien seiner Holding investierte, ist heute mehrfacher Millionär. Die Grundlagen des Value Investings wurden jedoch bereits Anfang des letzten Jahrhunderts gelegt. Als Vater dieser Vorgehensweise gilt der legendäre Wirtschaftswissenschaftler und Investor Benjamin Graham. Er vertrat vehement die Auffassung, dass eine Aktie nur anhand der fundamentalen Kriterien bewertet werden kann, und entwickelte die sogenannte Dividendenstrategie. Letztere sieht vor, jeweils die zehn Aktien aus dem Dow Jones Index mit der höchsten

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Dividendenrendite zu kaufen und ein Jahr lang zu halten. Eine Erweiterung dieses Ansatzes entwickelte der Vermögensverwalter Michael O’Higgins: Hier werden ebenfalls die zehn Aktien mit der höchsten Dividendenrendite ermittelt. Aus dieser Gruppe werden die fünf günstigsten Titel zu gleichen Teilen gekauft. Dazu müssen die Aktien beziehungsweise deren Kurse zunächst auf einen gemeinsamen Nennwert bezogen werden. Die günstigsten Aktien sind diejenigen, deren Kurs unter Berücksichtigung des Nennwerts am niedrigsten ist. Beispiel: Soll etwa der gemeinsame Nennwert 1 Euro betragen, müssen die Kurse von Aktien mit einem Nennwert von 5 Euro zunächst durch 5 dividiert werden. Bewährte Strategien Die O’Higgins-Strategie bewährte sich nach Recherchen des Schweizer Wirtschaftsmagazins „Bilanz“ vor allem beim Dow Jones: „Nur viermal zwischen 1973 und 1995 konnte ein Portfolio, das nach diesen Regeln zusammengestellt war, den Index nicht


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schlagen. In den übrigen Jahren resultierte eine durchschnittliche Rendite von rund 20%, während der Dow Jones nur 10,9% erwirtschaftete.“ Obwohl der Erfolg auf anderen Märkten nicht im gleichen Maße wiederholt werden konnte, sind viele Anleger davon überzeugt, dass die Dividendenrendite als Auswahlkriterium zur Umsetzung einer Value-Strategie ausreicht. Doch im Gegensatz zu diesem simplen Ansatz ist der beispielsweise von Buffett verfolgte Value-Ansatz ungleich aufwendiger. Billig allein reicht nicht Ob ein Titel unterbewertet ist oder nicht, zeigt nämlich erst die Auseinandersetzung mit verschiedenen Kennzahlen, Geschäftsberichten und eine genaue Kenntnis des jeweiligen Marktes: „Wann immer man Benjamin Graham gefragt hat, wie sich die Wirtschaft oder ein bestimmtes Unternehmen seiner Ansicht nach entwickeln werde, war seine Antwort: „Die Zukunft ist ungewiss.“ Er lehnte es gewissermaßen ab, Annahmen über die Zukunft oder die Qualität eines Unternehmens zu treffen. Buffett versucht das Gegenteil, nämlich

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Das Leben am und auf dem Wasser fasziniert Menschen von jeher.

Holzflößen begann, Was seinerzeit mit Pfahlbauten und rner Architektur, findet heute seine Vollendung in mode sowohl am, als auch auf dem Wasser. E 8/12 zeigt Unser Special in YACHT 16/12 und BOOT ftsperspektiven Ihnen Möglichkeiten, Wege und Zukun e können dieses exklusiven Lifestyles – denn Träum en. werd wahr

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die qualitativen Stärken und Schwächen eines Unternehmens herauszufinden und ob das Geschäftsfeld, in dem sich ein Unternehmen bewegt, eine echte Chance hat, in zehn Jahren noch so erfolgreich zu sein wie heute. „Das ist die eigentliche Idee hinter dem Versuch, Unternehmen ausfindig zu machen, die auch auf lange Sicht ein nachhaltiges Geschäft betreiben“, so der bekannte ValueInvestor Jean-Marie Eveillard in einem Interview mit „Institutional Money“. So werden Sie Value-Investor Großen Wert legen Investoren vom Schlage eines Warren Buffett mithin darauf, dass sie verstehen, womit das jeweilige Unternehmen sein Geld verdient. Welches Geschäftsmodell wird verfolgt, welche Produkte hergestellt


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und welche Dienstleistungen werden angeboten? Nur wer diese Fragen beantworten kann, ist auch in der Lage, Chancen und Risiken zu beurteilen. Die Suche nach unentdeckten Perlen ist also keineswegs trivial und äußerst zeitintensiv. Natürlich gibt es auch harte Kriterien: ein niedriger Verschuldungsgrad, eine attraktive Dividendenrendite und ein stabiler und hoher Cashflow beispielsweise. Darüber hinaus ist eine niedrige Bewertung, gemessen am Gesamtmarkt, ein wichtiges Merkmal für einen solch unentdeckten Schatz. Werthaltige Aktien weisen in der Regel ein relativ geringes Kurs-BuchwertVerhältnis (KBV) von unter 1 sowie ein vergleichsweise niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf. Die anhand dieser Kriterien herausgefilterten Kandidaten werden im zweiten Schritt intensiv durchleuchtet, um auszuschließen, dass es einen sachlichen Grund für die niedrige Bewertung gibt. Dies können neben bestimmten Marktgegebenheiten auch juristische Sachverhalte oder interne Probleme wie beispielsweise Qualitätsprobleme oder Bewertungsfehler sein. Ist eine Aktie erst einmal erworben, gilt es, die fundamentale Entwicklung weiterhin genau zu verfolgen und sich in Geduld zu üben. Bis der Markt den inneren Wert honoriert, können unter Umständen Jahre vergehen. Werthaltige Fonds Anleger, die sich eine so aufwendige und zeitintensive Prozedur ersparen möchten, können auf entsprechende Fonds zurückgreifen. Interessant erscheinen hier beispielsweise der Warburg Value Fund (WKN: A0DN29) oder der Credit Suisse Equity Fund Global Value (WKN: 796586) – beide Produkte konnten in den letzten drei Jahren um gut 47% zulegen! Betrachtet man nur die letzten 24 Monate oder das laufende Jahr, so liegt allerdings der von Jean-Marie Eveillard gemanagte Amundi International (WKN: 635297) vor den beiden Konkurrenten. Über alle drei Betrachtungsperioden konnte jedoch keines der drei Produkte vollends überzeugen, da sie im laufenden Jahr sämtlich im Minus liegen. Diesen Makel hat der Value-Klassiker Tweedy, Browne International Value Fund (WKN: 988568) nicht. Im laufenden Jahr beträgt das Plus bereits über 5% und auch in der 3-Jahres-Wertung müssen Anleger hier keine Abstriche machen. Antizyklisch investieren Wer sich selbst auf die Suche nach den Perlen im Aktienuniversum machen möchte, braucht nicht allzu weit in die Ferne zu schweifen. Nicht nur deutsche Finanzwerte wie Deutsche Bank und Munich Re notieren ob der schwelenden Finanzkrise deutlich unter ihren Buchwerten – auch Versorger wie RWE und E.ON sowie der spanische Erdölkonzern Repsol weisen derzeit ein KBV unter 1 auf. Anregungen bieten zudem die regelmäßigen Veröffentlichungen über Minderheitsbeteiligungen von Buffetts Berkshire Hathaway – hier findet sich beispielsweise auch Munich Re 11

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wieder. Dass Value Investing immer auch eine antizyklische Komponente hat, wird hier ebenfalls deutlich: Im Portfolio befindet sich seit der Finanzkrise eine ganze Reihe an Finanzwerten.

Fazit Anleger, die sich nicht laufend mit dem aufwendigen Stock-Picking-Prozess beschäftigen möchten, greifen am besten zu entsprechenden Value-Fonds oder Zertifikaten. Das Wörtchen Value im Namen zu führen reicht dabei jedoch nicht als Auswahlkriterium aus. Stattdessen sollten neben dem Track Record auch die Positionen der Vehikel geprüft werden. Dass dies notwendig ist, zeigt ein aktuelles Beispiel: Obwohl facebook das genaue Gegenteil eines Value Stocks ist, fand sich die Aktie in Produkten wie dem JP Morgan Intrepid Value Fund oder Principal Largecap Value.

Ausblick auf das nächste Spezial Ausgabe 29 (22.07.2012) CFDs und SFDs


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Unternehmen der Woche

Brinkmann:

Exzellente Technik im exklusiven Design Im Segment hochwertiger Audiogeräte tummeln sich zahlreiche Hersteller. So technisch ausgereift die Geräte auch sind, haben viele von ihnen doch einen Nachteil: Das Design erreicht selten das Niveau der klanglichen Qualitäten. Eine wohltuende Ausnahme ist der süddeutsche Hersteller Brinkmann Audio.

Alle Geräte eint eine außerge­ wöhnliche Ver­arbei­ tungs­qua­lität.

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Die Geräte von Brinkmann genießen in Fachkreisen nicht nur einen hervorragenden klanglichen Ruf, sondern zeichnen sich auch durch außergewöhnliches Design aus. Der Vollverstärker etwa, der ebenso heißt, wurde von Kritikern schon zum „schönsten Verstärker“ überhaupt gekürt. Tatsächlich erinnert die schlanke, ebenso schlichte wie elegante Frontfläche, die lediglich von den notwendigsten Elementen wie Lautstärkeund Eingangswahlschalter bestimmt wird, an die Design-Klassiker von Braun, die heute in zahlreichen Museen ausgestellt werden. Wobei Brinkmann deren Gestaltung nicht kopiert, sondern eine ganz eigene, unverwechselbare Formensprache gefunden hat, die das gesamte Sortiment bestimmt. Alle Geräte eint eine außergewöhnliche Verarbeitungsqualität. Die Fertigung erfolgt ausschließlich in Handarbeit. Wobei das aber nur für die Montage gilt, denn Firmengründer Helmut Brinkmann legt großen Wert auf geringste Fertigungstoleranzen. Die Komponenten, die in den Geräten zum Einsatz kommen, werden daher mit modernen Maschinen und höchster Präzision produziert. Weniger auf präzise Messwerte denn auf sein Gehör vertraut Brinkmann indes bei der Konstruktion. Oberste Maxime ist, dass jedes Detail Einfluss auf die Wiedergabe hat. Ob dies wissenschaftlich beweisbar ist, interessiert den Konstrukteur nicht. Entscheidend ist für ihn allein die klangliche Auswirkung. So hat er in einem Tonabnehmer eines

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Plattenspielers so lange mit Schrauben unterschiedlicher Durchmesser und verschiedenen Materials experimentiert, bis er das optimale klangliche Ergebnis erzielt hatte. Ein weiteres Beispiel für den Perfektionismus des Konstrukteurs ist die Wahl der richtigen Kondensatoren. Die unscheinbaren Bauelemente mit der Fähigkeit, Energie zu speichern, spielen eine wichtige Rolle für die Qualität von Verstärkern. Brinkmann hat festgestellt, dass Kondensatoren unterschiedlicher Hersteller verschiedene klangliche Eigenschaften aufweisen. Daher hat er lange Zeit damit verbracht, durch ausgiebige Hörtests das für die jeweilige Anwendung am besten geeignete Fabrikat zu finden. Ergebnis der Experimente ist eine Palette von Geräten, die für eine kleine Firma erstaunlich umfangreich ist. Immerhin drei verschiedene Verstärker und vier Plattenspielermodelle stehen zur Auswahl. Hinzu kommen noch verschiedene Tonarme, Tonabnehmer und sonstige Komponenten. Die Produktpalette ist in langen Jahren stetig gewachsen, denn hektische Modellwechsel sind nicht Sache Brinkmanns. Statt ständig neue Geräte auf den Markt zu werfen, konzentriert sich die Firma auf die Perfektionierung des Vorhandenen. Das Spitzenmodell der Plattenspieler, das Laufwerk „Balance“, wird schon seit 1985 gebaut. Kontinuierliche Verbesserungen sorgen dafür, dass das Gerät immer auf dem Stand der Technik geblieben ist. Gerade bei ihren Plattenspielern schreckt die Firma auch vor technischen Herausforderungen nicht zurück. So kommt in den kleineren Modellen „Bardo“ und „Oasis“ ein Direktantrieb zum Einsatz. Das ist ungewöhnlich, denn die meisten Produzenten nutzen Riemenantriebe. Hintergrund sind die Vibrationen des Motors, die sich dank des Riemens nicht so leicht auf den Plattenteller übertragen und damit die Musikwiedergabe beeinträchtigen können. Beim Direktantrieb, der Name deutet schon darauf hin, ist der Motor dagegen unmittelbar mit dem Plattenteller verbunden. Um das Problem der Vibrationen zu bewältigen, hat Brinkmann so lange an einem aufwendigen Antriebskonzept getüftelt, bis er die konstruktionsbedingten Nachteile ausgemerzt hatte. Der Erfolg gibt dem Entwickler recht: Die Fachpresse hat sich in zahlreichen Tests begeistert gezeigt.


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ALCOA

GERRESHEIMER

Preisverfall belastet

Umsatz und Gewinn gesteigert

Am vergangenen Montag eröffnete der US-Aluminiumproduzent Alcoa (WKN: 850206) traditionell die aktuelle Bilanzsaison in den Vereinigten Staaten. Im zweiten Quartal verlor der als Konjunkturindikator geltende Konzern 19 Mio. US-Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte der Überschuss 377 Mio. US-Dollar erreicht. Das den Aktionären zurechenbare Ergebnis sackte von +322 auf –2 Mio. US-Dollar ab. Der Gewinn je Aktie brach von 0,28 auf 0,00 US-Dollar ein. Vor Sonderposten übertraf der Gewinn je Aktie mit 0,06 US-Dollar die Erwartungen um 0,01 US-Dollar. Der Umsatz schrumpfte von 6,58 auf 5,96 Mrd. US-Dollar. Prognose: 5,8 Mrd. US-Dollar. Ursache des Umsatzrückgangs ist eigenen Angaben zufolge der starke Preisverfall – im Vergleich zum zweiten Quartal 2011 sank der Aluminiumpreis um 18%, um 4% im Vergleich zum Anfangsquartal. Von den Zahlen offenbar unbeeindruckt berichtete Firmenchef Klaus Kleinfeld erneut von einer starken Nachfrage, vor allem aus der Automobil- und der Flugzeugindustrie, die auf ein knappes Aluminium-Angebot träfe. Der Ex-Siemens-Vorstandschef bekräftigte seine Prognose, wonach die AluminiumNachfrage 2012 weltweit um 7% anziehen werde. Im vergangenen Jahr hatte der Bedarf um 10% zugelegt.

Das Geschäft brummt: Der im MDAX notierte Verpackungsspezialist Gerresheimer (WKN: A0LD6E) steigerte den Überschuss im zweiten Geschäftsquartal (Ende: 31. Mai) von 13,2 auf 17,5 Mio. Euro. Vor Steuern legte der Gewinn (EBT) von 17,0 auf 25,3 Mio. Euro zu. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) zog von 30,3 auf 32,9 Mio. Euro an, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 55,0 auf 58,0 Mio. Euro. Im Vergleich zur Vorjahresperiode kletterte der Umsatz von 284,6 auf 313,9 Mio. Euro. Die Umsatzkosten erhöhten sich von 199,3 auf 223,6 Mio. Euro, der Bruttogewinn entsprechend von 85,2 auf 90,3 Mio. Euro. Umsatzstärkste Sparte war der Geschäftsbereich Plastic Systems – hier produziert Gerresheimer Kunststoffsysteme für die Pharmaindustrie, die Medizintechnik und Diagnostik. Der Quartalsumsatz weitete sich von 98,0 auf 111,7 Mio. Euro aus. Im Bereich Moulded Glass flossen 91,6 Mio. Euro durch die Bücher – nach 85,2 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz der Glassparte Tubular Glass stieg von 81,8 auf 87,7 Mio. Euro. Mit Laborglaswaren setzten die Düsseldorfer 26,6 Mio. Euro (2. Quartal 2011: 23,4 Mio. Euro) um. Im Gesamtjahr soll der Konzernumsatz statt um 7% bis 8% nun um 9% bis 10% anziehen.

Unternehmenstermine Datum 16.07.2012 17.07.2012 17.07.2012 17.07.2012 17.07.2012 18.07.2012 19.07.2012 20.07.2012

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Uhrzeit 14:00 13:30 13:30 13:45 22:01 22:10 22:00 12:30

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Name Citigroup Inc. Coca-Cola Co. Goldman Sachs Group Inc. Johnson & Johnson Intel Corp. IBM Corp. Microsoft Corp. General Electric Co.

Ereignis Halbjahresbericht Halbjahresbericht Halbjahresbericht Halbjahresbericht Halbjahresbericht Halbjahresbericht Ergebnisbericht 2011/12 Halbjahresbericht

Foto: Südzucker

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SÜDZUCKER

Quartalsüberschuss verdoppelt Im ersten Geschäftsquartal (Ende: 31. Mai) verdoppelte Südzucker (WKN: 729700) den Gewinn auch dank einer Steuerrückzahlung von 129,7 auf 262,7 Mio. Euro. Der Vorsteuergewinn (EBT) legte von 165,4 auf 238,4 Mio. Euro zu, der operative Gewinn von 184,2 auf 263,1 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zog der Umsatz von 1,64 auf 1,89 Mrd. Euro an. Mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes erwirtschaftete die Geschäftssparte Zucker – der Quartalsumsatz legte dank gestiegener Weltmarktpreise von 827 auf 998 Mio. Euro zu, der operative Gewinn von 111 auf 193 Mio. Euro. Die operative Gewinnmarge erhöhte sich von 13,4% auf 19,3%. Der Umsatz der Sparte Spezialitäten stieg dagegen nur leicht – von 450 auf 460 Mio. Euro. Der operative Gewinn legte von 40 auf 43 Mio. Euro zu, die entsprechende Marge von 8,8% auf 9,3 %. Im Geschäftssegment Frucht flossen 276 Mio. Euro durch die Bücher – nach 238 Mio. Euro im ersten Quartal 2011. Der operative Gewinn brach von 18 auf 12 Mio. Euro ein – stark gestiegene Rohstoffkosten belasteten. Die operative Gewinnmarge sank von 7,4% auf 4,5%. CropEnergies steigerte den Umsatz von 124 auf 153 Mio. Euro, der operative Gewinn stagnierte bei 15 Mio. Euro. Im Gesamtjahr will Südzucker mehr als 7 Mrd. Euro umsetzen und operativ mehr als 800 Mio. Euro verdienen.


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Fonds der Woche

SEB Aktienfonds – Wertschöpfung mit System Der SEB Aktienfonds setzt vor allem auf den deutschen Aktienmarkt. Nur ein geringer Teil des investierten Vermögens ist nicht in Deutschland untergebracht. Investitionsziel sind Werte mit Bestand. Das sind nach der Definition erfolgreiche Unternehmen, deren innerer Wert größer als der aktuelle Börsenkurs ist. Die Auswahl der Aktien erfolgt nach einem strikten Value-Ansatz. Deshalb ist das Fondsmanagement auch nicht gehalten, den wichtigsten deutschen Index, den DAX, abzubilden. Im Gegenteil. Wie SEB feststellt, liegen die größten Chancen am Aktienmarkt oft abseits der ausgetretenen Pfade. Es wird also nach Unternehmen gesucht, die langfristig Werte schaffen und deren Aussichten auf künftige Gewinne den Kaufpreis rechtfertigen. Gedacht ist der Fonds auch als Vehikel für die Anlage von vermögenswirksamen Leistungen. Im Rennen mit dem DAX Im Vergleich mit dem DAX hat sich der Fonds über einen Zeitraum von drei Jahren besser entwickelt. Seit 2009 hat der Fonds eindeutig die Nase vorn. Über einen Zeitraum von fünf Jahren betrachtet, hat der Fonds ebenfalls relativ besser abgeschnitten, wenn auch mit Verlust. Während beim Index das Minus bei 19,33% lag, beträgt es beim Fonds 18,67%. Beim Blick auf die 10-Jahres-Performance liegen die Vorteile aber eindeutig beim DAX. Der DAX konnte im Zeitraum von zehn Jahren nämlich insgesamt um 31,55% zulegen, der Fonds lediglich um 23,75%. Bis 2006 stand der SEB Aktienfonds allerdings noch unter einem anderen Management. 14

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Fondsmanagement überzeugt Die bessere Performance im 3- und 5-JahresVergleich ist sicherlich auch auf das Fondsmanagement zurückzuführen. Seit 2006 ist Jürgen Meyer für den Fonds verantwortlich, im Jahr 2009 kam noch Dominik Jahnke hinzu. Seit dem Managementwechsel hat sich die Wertentwicklung des SEB Aktienfonds deutlich verbessert. Mit sechs Jahren ist der Zeitraum aber auch lang genug, um über die Qualität des Fondsmanagements ein positives Urteil zu fällen. Deutschland im Portfolio Zum Ende des Monats Mai war der Fonds voll in Aktien investiert. Entsprechend der Fonds-Philosophie waren 98,45% des investierten Vermögens in Deutschland angelegt, der Rest in Frankreich. Auffällig ist die Gewichtung der Sektoren. Auf die Automobilindustrie entfiel ein Anteil von 24,39%, auf die Chemie- und Pharmaindustrie 14,76%, auf den Sektor Handel/Konsum noch 13,56% und auf Banken und Versicherungen 12,66%. Danach folgen der Technologiesektor mit einem Depotanteil von 9,8% und die Versorger mit einem Anteil von 8,2%. Bei den Einzelwerten kommt Henkel auf einen Portfolio-Anteil von 10,03%. BASF liegt mit 9,84% auf Platz 2 und auf Platz 3 findet sich Porsche mit 9,82%.

Danach folgt BMW mit 9,76% vor der Software AG, die einen Anteil von 5,03% am Fondsvermögen hat. Dicht dahinter liegen SAP mit 4,93% und die Deutsche Bank mit 4,92%. Bayer, Daimler und E.ON gehören ebenso zu der Riege der größten Positionen. Insgesamt vereinigen die zehn größten Positionen einen Anteil von 68,85% am Fondsvermögen auf sich. Kostenvorteile Im Vergleich zu anderen Aktienfonds kann der SEB bei den Kosten punkten. Der Ausgabeaufschlag beträgt maximal 4% und die Verwaltungsvergütung liegt bei 0,9%. Die Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, TER) bleibt mit 0,95% noch unter der 1-Prozent-Marke, was ungewöhnlich niedrig für einen Aktienfonds ist.

SEB Aktienfonds ISIN: DE0008473471 Fondswährung: Euro Auflagedatum: 15.08.1988 Fondsvolumen: 738,85 Mio. Euro Ertragsverwendung: ausschüttend Ausgabeaufschlag: 4,00% Verwaltungsvergütung: 0,90 p. a. Gesamtkostenquote (TER): 0,95%


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UNIVERSAL-INVESTMENT

Multi-Asset-Fonds mit Novethos Der Münchener Vermögensmanager Novethos und die Frankfurter Investment-Gesellschaft Universal-Investment starten den globalen Multi-Asset-Fonds SRM Systematic Growth UI (ISIN: DE000A1JBY78). Der Fonds investiert primär über Investmentfonds, ETFs und Zertifikate in ein globales Universum verschiedenster Anlageklassen. Die Fondsberater von Novethos treffen ihre Entscheidungen sowohl bei der Auswahl der Instrumente als auch bei der Asset Allocation mit einem selbst entwickelten Anlage- und Risikomanagement-System. Dieses quantitative Analysesystem ermöglicht laut Novethos eine emotionsfreie

Portfoliosteuerung und führte in den vergangenen vier Jahren in zahlreichen Kundenportfolios zu sehr guten Risiko-Rendite-Profilen. So konnte mit der Strategie seit Beginn im November 2008 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 9,17% erzielt werden. Während des Investment-Prozesses wird aus mehreren Hundert Fonds, ETFs und Finanzinstrumenten schrittweise systematisch eine Best-of-Auswahl von 36 Positionen errechnet. Als Auswahlkriterien dienen Rendite­zahlen, Kursschwankungsbreiten (Sharpe Ratio), maximale Verlustgrößen (MAR-Ratio) sowie eine niedrige Korrelation in Verlustphasen.

BUSS CAPITAL

Neuer Containerfonds Trotz der angespannten Lage am Markt für geschlossene Schiffsfonds bringt Buss Capital einen neuen US-Dollar-Containerfonds in den Vertrieb. Der Buss Global Containerfonds 13 ist der erste Fonds, den die BaFin nach dem Vermögensanlagengesetz gebilligt hat. Mit dem Fonds sollen Anleger von den günstigen Marktbedingungen im Container-Leasing profitieren. Die Auszahlungen liegen planmäßig bei jährlich 7%, die Laufzeit ist auf rund 6,5 Jahre angesetzt. Eine Beteiligung ist ab 15.000 US-Dollar möglich. Das geplante Emissionsvolumen liegt bei 11 Mio. US-Dollar, ist aber durchaus erweiterbar. Der Fonds geht am 23. Juli in den Vertrieb.

Ein in Euro notierender Schwesterfonds ist seit Mai erhältlich. Eine Buss-Capital-Tochter in Singapur beteiligt sich selbst mit 5% am Containerportfolio. Das sind im Fall des Mindestvolumens über 0,5 Mio. US-Dollar. Zudem verbürgt sich Buss Capital Singapur gegenüber dem Fonds für die Rückzahlung des Hauptteils des investierten Fondskapitals. Darüber hinaus ist das Asset-Management am Erfolg beteiligt. „Das sorgt dafür, dass das Asset-Management dasselbe Interesse hat wie die Anleger – ein Fonds, der über die gesamte Laufzeit erfolgreich ist“, so Marc Nagel, Vertriebsgeschäftsführer von Buss Capital.

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Zertifikate-Idee

Infineon-Discount-Zertifikat –

risikoarme Alternative zur Aktie des Chip-Herstellers Nachdem die Infineon-Aktie seit Anfang Mai fast ein Drittel ihres Wertes eingebüßt hat, dürfte sie in den kommenden Wochen einen Boden finden. Denn die Eintrübung des Marktumfelds des Halbleiterkonzerns ist im aktuellen Aktienkurs eingepreist. Anleger, denen der DAX-Titel trotzdem zu heiß ist, können sich ein darauf basierendes Discount-Zertifikat ins Depot legen. Die Weltwirtschaft kühlt sich ab – und diese Entwicklung spiegelt sich in den Quartalszahlen konjunktursensitiver Unternehmen wider. Eines davon ist der Prozessorenhersteller AMD. Dessen Management hatte im zweiten Quartal 2012 ursprünglich einen Umsatzanstieg von 3% erwartet. Tatsächlich verringerte sich der Umsatz des amerikanischen Konzerns im Berichtszeitraum um 11%. Zurückzuführen ist dies auf eine Abschwächung der Nachfrage nach AMD-Produkten in Europa und Japan. Einhergehend damit sinkt auch der Bedarf an Chips von Infineon, weswegen das Unternehmen die Umsatz- und Gewinnprognosen gesenkt hat. Gemäß den aktualisierten Planzahlen wird das Unternehmen das Geschäftsjahr 2011/12, das am 30. September 2012 endet, mit einem Rückgang der Erlöse von 4,0 auf etwa 3,8 Mrd. Euro abschließen. Der Gewinn wird voraussichtlich von 789 auf 500 Mio. Euro sinken. Aktie ist günstig bewertet Nachdem Infineon die Gewinnwarnung veröffentlicht hatte, korrigierte die Aktie des Halbleiterkonzerns deutlich. Überdies hatte sie bereits seit Anfang Mai erheblich an Wert verloren. Inzwischen ist der Anteilschein aber schon so stark abgestraft worden, dass die Veröffentlichung der Zahlen für das dritte Quartal 2011/12 (per 30. Juni 2012) keine großen Auswirkungen mehr auf den Kurs haben dürften. Deshalb ist es nachvollziehbar, dass die Analysten von Kepler Capital Markets den DAX-Titel jüngst als kaufenswert eingestuft

haben. Ihre Einschätzung begründen die Experten damit, dass die mittelfristigen Wachstumsperspektiven des Chip-Giganten gut seien und dessen Aktie günstig bewertet sei. Letzteres ist auf jeden Fall zutreffend, denn basierend auf einer Gewinnschätzung für das Fiskaljahr 2012/13 von 0,38 Euro je Aktie errechnet sich ein KGV von 13,4 (Stand: 13. Juli 2012). Attraktive Rendite ohne Nervenkitzel Ein Manko ist, dass Infineon in erster Linie Industrieunternehmen beliefert und somit von der weiteren Wirtschaftsentwicklung stark abhängig ist. Deshalb könnten die Erlöse und die Marge des von Peter Bauer geführten Konzerns stärker als erwartet sinken. Trotzdem dürfte die Aktie bis Jahresende zumindest in einer Seitwärtsbewegung verharren. Denn zwischen 4 und 5 Euro befindet sich eine charttechnische Unterstützungszone, die den DAX-Wert nach unten relativ gut absichert. Vor diesem Hintergrund ist ein Infineon-Discount-Zertifikat (WKN: VT2 G0C) mit einem Cap bei 4,50 Euro ein interessantes Investment. Dieses vom Schweizer Bankhaus Vontobel lancierte Rabattpapier wird Ende Dezember fällig und ist für 4,19 Euro (Stand: 12. Juli 2012) zu haben. Bis zum Fälligkeitstermin können Anleger mit diesem Zertifikat eine Rendite von rund 7,7% erzielen. Einen Verlust müssen die Besitzer des Discount-Produkts nur dann hinnehmen, wenn der Basiswert am Laufzeitende unter dem Kurs notiert, zu dem sie das Zertifikat gekauft haben.

Discount-Zertifikat auf Infineon Zertifikattyp Discount

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Emittent Vontobel

Basiswert Fälligkeit WKN Infineon 31.12.2012 VT2G0C


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Rohstoff der Woche

Mais:

Trockenheit mindert US-Ernte Der Preis für Mais an der US-Terminbörse CME ist zuletzt förmlich durch die Decke geschossen. Preistreibende Kraft ist die Trockenheit in den wichtigsten Anbauregionen der USA, was die Ernteerwartungen schmälert. Zu Beginn der Maissaison sah es in der wichtigsten US-Anbauregion, dem Mittleren Westen der USA, der auch als „Corn Belt“ (Maisgürtel) bezeichnet wird, recht gut aus. Die Äcker waren frühzeitig bestellt und auch das Wetter spielte zunächst noch halbwegs mit, was anfänglich zu einem meist guten bis exzellenten Zustand der Bestände führte. In den vergangenen Wochen und damit einer wichtigen Wachstumszeit, in der die Pflanzen viel Wasser brauchen, um sich zu entwickeln und Körner anzulegen, fehlte es jedoch an Regen. Stattdessen gab es die stärkste Dürre der vergangenen 25 Jahre. Die sorgte für Schäden, was Ernteein­bußen nach sich ziehen dürfte. Jüngst hat nun das US-Landwirtschaftsministerium seine Prognosen gesenkt und die bislang erwartete Annahme einer Rekordernte kassiert. Dabei überraschte es mit einer deutlicher als befürchteten Kürzung ihrer bisherigen Vorhersage von Juni bezüglich der Erträge von 166 auf nun 146 Scheffel je Morgen. Die befürchteten Ernteeinbußen haben die Preise für Mais in den vergangenen vier Wochen förmlich in die Höhe katapultiert. Beim Dezember-Kontrakt, dem ersten

Liefertermin für die neue Ernte, ging es in der Spitze um fast 50% aufwärts. Das Hoch lag jüngst bei 746 US-Cent. Dieses Niveau konnte jedoch nicht ganz verteidigt werden und es ging sehr volatil zu. Man ist sich wohl unschlüssig bezüglich der weiteren Preisentwicklung, nachdem es zuletzt so rasant aufwärtsging und es nach ersten Überhitzungen aussieht. Die Frage ist, ob die Ernte noch geringer ausfällt als bereits erwartet. Sollte sich die Dürre fortsetzen oder es nur geringe Niederschläge geben, die nicht ausreichen dürften, die riesigen Wasser- und damit Wachstumsdefizite auszugleichen, sind vielleicht sogar noch größere Ausfälle denkbar. Dann bestünde augenscheinlich durchaus weiteres Aufwärtspotenzial bei den Preisen. Allerdings könnten zu hohe Preise auch die Nachfrage dämpfen. Mais – Dezember-Future (CME)

Derivate auf Mais (Basiswerte: JPMCCI - Corn und Dezember-Future [CME]) Typ Index-Zertifikat Hebel-Zert. (long) Hebel-Zert. (short)

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WKN VT1FCH DZ9WKF DZ9DZU

Basispreis/Knock-out - 550,46/575,00 US-Cent 898,49/874,00 US-Cent

Laufzeit Hebel open end open end 3,86 open end 4,36


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Rohstoffe im Überblick Ethanol – Endlos-Future (CME)

Rohstoffe (Auswahl)

Der zuletzt rasant steigende Maispreis hat auch den Preis von Ethanol in die Höhe katapultiert. Charttechnisch betrachtet wurde dabei zuletzt die langfristige Abwärtstrend­ linie der seit dem Zwischenhoch von Juli 2011 auszumachenden Konsolidierung nachhaltig überwunden. Die nächste Hürde findet sich bei 2,76 US-Dollar.

Markt Kurs

% zur Vorwoche

Rohöl WTI Crude NYMEX ($/bbl)

87,03

+3,46%

2,87

+2,94%

Heizöl NYMEX ($c/gal)

279,24

+3,30%

Gold NYMEX ($/Unze)

1588,50

+0,35%

27,31

+0,72%

583,75

+1,19%

Platin Spot ($/Unze)

1431,75

-1,55%

Aluminium Spot ($/t)

1861,50

-1,40%

Blei Spot ($/t)

1870,75

+1,29%

Kupfer Spot ($/t)

7709,00

+2,32%

Nickel Spot ($/t)

16155,00

-1,85%

Zinn Spot ($/t)

18800,00

-0,56%

Zink Spot ($/t)

2065,25

-3,44%

Baumwolle ICE ($c/lb)

72,550

+2,69%

Kaffee "C" ICE ($c/lb)

187,60

+6,59%

2224,00

-1,51%

Mais CBOT ($c/bu)

742,25

+7,18%

Orangensaft gefr. ICE ($c/lb)

122,85

-6,33%

1594,75

+1,76%

847,75

+7,14%

Zucker No.11 ICE ($c/lb)

22,71

+2,16%

Lebendrind CME ($c/lb)

117,23

-1,92%

Mastrind CME ($c/lb)

139,10

-4,99%

90,40

-3,11%

Erdgas NYMEX ($/MMBtU)

Silber Spot ($/Unze) Palladium Spot ($/Unze)

Kaffee – September-Future (ICE) Kaffee hat jüngst erneut versucht, die Abwärtstrendlinie aus der Verbindung der Zwischenhochs von September 2011 und Januar 2012 zu knacken. Sollte ein nachhaltiger Ausbruch gelingen, könnte dies als spekulatives LongSignal interpretiert werden und ein Anstieg bis zunächst in die Region von etwa 207 bis 225 US-Cent scheint dann möglich.

Kakao ICE ($/t)

Sojabohnen – November-Future (CME) Ungünstiges, da zu trockenes Wetter hat auch die Entwicklung der Sojabohnenbestände in den größten Anbauregionen der USA in den vergangenen Wochen beeinträchtigt und zu einem kräftigen Preisanstieg geführt. Jüngst ging es in der Spitze bis auf mehr als 1.570 US-Cent aufwärts, bevor dann die Erwartung günstigen Wetters wohl etwas bremste.

Weizen – September-Future (CME) Innerhalb des Getreidekomplexes sehr fest war in den vergangenen Wochen auch Weizen. Jüngst ist der Preis dabei über die Hürde resultierend aus dem Zwischenhoch von Ende August 2011 bei 853,50 US-Cent gesprungen. Der nächste Widerstand ist nun bei 954,25 US Cent (Zwischenhoch Mai 2011) auszumachen.

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BÖRSE am Sonntag · 28/1 2

Sojabohnen CBOT ($c/bu) Weizen CBOT ($c/bu)

Schwein mag. CME ($c/lb)

Rohstoff-Indizes (Auswahl) Index Kurs AMEX Gold BUGS Index (HUI)

% zur Vorwoche

403,52

-4,73%

1168,74

+0,80%

140,34

+2,53%

Reuters-Jeffries CRB Futures-Index 293,96

+2,45%

Rogers Int. Commodity Index

-0,47%

AMEX Oil Index DJ AIG Commodity Index

3529,85


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Kulturkalender „Baden! 900 Jahre. Geschichten eines Landes“ Ausstellung, 15.06.12–11.11.12, Badisches Landesmuseum Karlsruhe, Karlsruhe, www.landesmuseum.de „ESAU“ Bühne, 21.07.12–22.07.12, Podium I Württembergische Landesbühne Esslingen, Esslingen, www.wlb-esslingen.de „Regensburger Spectaculum – Mittelaltermarkt auf der Jahninsel“ Freizeit/Unterhaltung, 20.07.12–22.07.12, Regensburg, www.stadtmaus.de

Olympia-Sommer in London –

im 5-Sterne-Hotel Baglioni Der Sommer 2012 steht ganz im Zeichen des Sports – nach der Fußball-EM richten sich nun alle Augen auf London, wo die Olympischen Sommerspiele 2012 ausgetragen werden. Grund genug, ein Hotel der Spitzenklasse vorzustellen – inmitten der Hauptstadt. Im Herzen von Kensington, mit herrlichem Blick auf die Kensington Gardens und den Kensington Palace, liegt das Baglioni Hotel – nur wenige Minuten von den kulturellen Highlights Londons entfernt: dem Stadtteil Knightsbridge mit dem Edelkaufhaus Harrods, der Sloane Street und dem trendigen Notting Hill. Der Stil des Hotels ist eine Mischung aus Barock, Moderne und raffinierten italienischen Akzenten. Einige der Suiten sind mit Blattgold an den Wänden verziert, das die italienische Sonne repräsentieren soll. Die Wasserspiele im Eingang des Hotels sind eine Hommage an die vielen Brunnen der italienischen „Piazze“. In den Zimmern findet man außerdem Fotografien großartiger italienischer Skulpturen. Insgesamt beherbergt das Hotel 18 Zimmer und 49 Suiten, alle edel mit schwarzen Holzböden ausgestattet und allerlei technischen Finessen versehen. In einigen Suiten befindet 20

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sich zudem ein Kamin, um die gemütliche Stimmung abzurunden. Die luxuriösen Badezimmer sind mit schwarzen Holzfußböden, Spiegelwänden und handgefertigten Kupferwaschbecken aus Marokko ausgestattet. Das Restaurant „Brunello“ bietet mit seinem opulenten Speisesaal mit viel Tageslicht Genuss für alle Sinne. Hier erhält man Frühstück, Mittagessen und Nachmittagstee, Antipasti zu den Cocktails und delikate Abendessen. Die Speisekarte bietet ursprüngliche sowie neu interpretierte italienische Spezialitäten. Im hoteleigenen Rejuvenation Spa genießen Gäste Gesichtsbehandlungen, Reinigungsrituale, Meditationsyoga und belebende Massagen zur Entgiftung mit ESPA-Produkten und finden ein komplett ausgestattetes, rund um die Uhr geöffnetes Fitnessstudio vor.

„Der Troubadour“ Bühne/Oper, 22.06.12–11.08.12, Opernfestival Gut Immling, Halfing, www.gut-immling.de „Geartete Kunst – die Nürnberger Akademie im Nationalsozialismus“ Ausstellung, 05.07.12–16.09.12, Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, Nürnberg, www.adbk-nuernberg.de „Klassik Open Air 2012” Musik, 22.07.12, Luitpoldhain, Nürnberg, www.staatstheater-nuernberg.de „DER FRANKFURTER JEDERMANN“ Bühne, 21.07.12–02.09.12, THEATER WILLY PRAML, Frankfurt am Main, www.theater-willypraml.de

A phorismus der Woche „Die Mitte der Nacht ist der Anfang des Tages.“ (Demokrit)

W eitere Infos unter: www.baglionihotels.com


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Coffeetable-Favourites

Zwei Liebespaare (Two Couples ) by Gerhard Richter, 1966, 115 cm x 160 cm, Oil on Canvas

Gerhard Richter “The reader”

Gerhard Richter: Panorama Am 9. Februar 2012 feiert Gerhard Richter, unbestritten der bekannteste deutsche Künstler seiner Generation, seinen 80. Geburtstag. Gemeinsam mit der Tate Modern in London und dem Centre Pompidou in Paris richtete die Nationalgalerie vom 12. Februar bis zum 13. Mai zu diesem Anlass eine umfangreiche retrospektive Ausstellung seines Œuvres aus. Zur Ausstellung erschien im Prestel Verlag eine umfangreiche Publikation.

Gerhard Richter Panorama Verlag: Prestel Verlag Ausgabe: 304 Seiten Sprache: Deutsch ISBN: 978-3-7913-5189-6 Preis: 39,95 Euro www.randomhouse.de/ prestel

Das Werk zur umfassenden Retrospektive anlässlich des 80. Geburtstags des Künstlers zeigt einen Überblick über alle Werkgruppen des malerischen Schaffens Richters, der Anfang der 60er-Jahre aus Dresden in den Westen kam und hier zum bedeutendsten und höchstdotierten Künstler der Gegenwart avancierte: seine sogenannten Abmalungen, für die er Fotografien als Vorlagen für Gemälde verwendet, die abstrakten Arbeiten, Landschaftsbilder, Porträts, Seebilder, Glas- und Spiegelarbeiten. Einer der Textbeiträge dieser Publikation ist ein ausführliches

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BÖRSE am Sonntag · 28/1 2

und höchst informatives Interview, das Nicholas Serota mit dem pressescheuen und sonst eher wortkargen Künstler führte. Das Buch zeigt die Werke Richters, die zwischen 1957 und 2011 geschaffen worden sind. Obgleich die Bilder Gerhard Richters weder dokumentarisch noch fiktional sind, schildern sie das menschliche Leben bzw. die Notwendigkeit des Zweifels als Voraussetzung, um richtig sehen zu können. Sechs Essays erläutern die gezeigten Werke des Künstlers und eine Chronologie zum Schluss bringt dem Leser das Leben Richters ein wenig näher, sodass dieser Band einen beeindruckenden Überblick über Leben und Werk Gerhard Richters bietet. Auch unabhängig von der Berliner Ausstellung ist das Buch ein „Must have“ für jeden Kunstinteressierten.

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V.i.S.d.P. : ​Christian Ernst Frenko Leserservice: leserservice@boerse-am-sonntag.de Herausgeber: ​ Weimer Media Group GmbH Maximilianstraße 13 80539 München Geschäftsführer Dr. Wolfram Weimer Amtsgericht: München HRB 198201 Vertriebsleitung: Andreas Fiek, Tel.: 0911 / 274 00 0 andreas.fiek@finanzpark.de Anmeldung: Um „BÖRSE am Sonntag“ kostenfrei zu beziehen, melden Sie sich an unter: www.boerse-am-sonntag.de Abmeldung: Zur Abmeldung vom Bezug der „BÖRSE am Sonntag“ senden Sie einfach eine Email an: abmelden@boerse-am-sonntag.de

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Archiv: www.boerse-am-sonntag.de/archiv Bildnachweis: fotolia, Südzucker Layout: addna, Nürnberg Technik: Daniel Gruber, finanzpark AG Erscheinungsweise: wöchentlich, jeweils Sonntag Mitarbeiter dieser Ausgabe: Christian Ernst Frenko, Miriam Feuerstein, Thomas Uhlig, Margot Habjan, Andreas Fiek, Steffen Droemert, Michael Amtmann, Michaela Ellen Lenz, Reinhard Schlieker, Frieda König, Wolfgang Tenor, Achim Küssner Die Charts wurden mit freundlicher Unterstützung von TradeSignal erstellt. Deutsche Bibliothek: ISSN 1610-7446 Auflage: 117.000

oder insbesondere ersetzen. Es wird drin- einer unerlaubten Handlung oder einer gend empfohlen, sich stets auch immer aus sonstigen gesetzlichen Bestimmung ergeanderen Quellen zu informieren. benden Verantwortlichkeit, zum Ersatz des aus der Befolgung des Rates oder der Es kann im Einzelfall nicht ausgeschlos- Empfehlung entstehenden Schadens nicht sen werden, dass der Redakteur oder ein- verpflichtet ist.“ zelne Mitarbeiter der Herausgeberin an Unternehmen beteiligt sind, die Gegen- Für alle Hyperlinks gilt: Die Weimer stand von Analysen oder anderen Berich- Media Group GmbH erklärt ausdrückten sind. Umso mehr stellen die veröffent- lich, keinerlei Einfluss auf die Gestaltung lichten Artikel, Nachrichten, Daten und und die Inhalte der gelinkten Seiten zu Empfehlungen immer auch eine persönli- haben. Daher distanziert sich die Weimer Die Herausgeberin will ihren Abonnenten che Meinung des Autors dar und erheben Media Group GmbH von den Inhalten die Möglichkeit bieten, sich eine unab- weder Anspruch auf Vollständigkeit noch aller verlinkten Seiten und macht sich hängige und eigenverantwortliche Mei- auf alleinige Richtigkeit. deren Inhalte ausdrücklich nicht zu Eigen. nung zu bilden, keinesfalls jedoch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf Wir verweisen insbesondere auf § 675 Diese Erklärung gilt für alle in den Seiten von Wertpapieren oder Rechten abgeben. II BGB, wonach die Weimer Media vorhandenen Hyperlinks, ob angezeigt Die zur Verfügung gestellten Informatio- Group GmbH, unbeschadet der sich oder verborgen, und für alle Inhalte der nen sollen auch keine Beratung darstellen aus einem (anderen) Vertragsverhältnis, Seiten, zu denen diese Hyperlinks führen. 22

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Ausgabe 28/12 (Spezial: Value Investing)  

№ 28 · Sonntag, 15. Juli 2012 SPEZIAL > SEItE 9 Pflichtblatt der börsen düsseldorf stuttgart · hamburg · berlin · münchen Editorial

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