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Frankfurt am Main Stadt im Wandel … zum Wohnen … für »Grünflaneure« … mit Infrastruktur … der Büro(hoch)häuser … und Verkehr

[Umrisse] Zeitschrift für Baukultur


Unser Leben, unsere Lichtspiele, unsere Frankfurter Sparkasse

„Das Kinogeschäft war schon immer etwas Besonderes. Wo sonst findet man hinten die besten Plätze? Nur bei unserem Finanzpartner sitzen wir gerne in der ersten Reihe.“ Die Firmenkundenbetreuung der Frankfurter Sparkasse: Vorhang auf für Konzepte mit Weitblick.

Gabriele und Prof. Dr. Klaus Jaeger | Filmtheaterbetreiber 85 Jahre „E-Kinos“ und „Eldorado“ | Kunden seit Stummfilmzeiten


Ungezählte Vorträge, Diskussionen und Symposien befassten sich in den letzten Wochen und Monaten mit dem Umbau, der Zukunft und der demographischen Entwicklung von Städten. Auch die Debatten um das Für und Wider von Einkaufszentren gehörten zu diesem Themenkreis. Bei mir hat sich dadurch immer mehr der Gedanke festgesetzt, dass Städte sich als Marke verstehen und als genau diese sich auch positionieren wollen. Nach zehn Jahren in München, zehn Jahren in Berlin sowie zahlreichen temporären Aufenthalten in anderen Metropolen genieße ich es, in der Nähe meiner Lieblingsstadt – und das ist nun einmal Frankfurt am Main – zu arbeiten und zu wohnen. Inmitten weitläufiger Grünflächen gelegen und von Parks und Anlagen durchsetzt, ist Frankfurt zu allen Jahreszeiten ein Eldorado an Farben, Formen und Bewegungen. Ich schätze es sehr, hier nach Lust und Laune Kunst und Kultur, Lifestyle und urbanes Leben genießen zu können. Ob es der Espresso bei meinem Lieblingsitaliener oder die kurze Verschnaufpause am Museumsufer bei Bruno in der »Maaschanz« ist. Die Tage kann man in Frankfurt wunderbar verbringen und ebenso wunderbar ausklingen lassen.

[Umrisse]

[ Editorial

Stadt zum Leben: Frankfurt am Main

Wie schön war zum Beispiel das fröhliche Miteinander während der Frauenfussballweltmeisterschaft, wo Freude am Spiel und sportliche Fairness am Mainufer überall und jederzeit dominierten. Und dann der Architektursommer Rhein-Main 2011: Mit einer Fülle von Veranstaltungen bot er reichlich Gelegenheit, Planen und Bauen hautnah zu erleben und sich bei Diskussionen auch einzumischen. Hier gilt es, den beteiligten Akteuren besonderes Lob zu zollen. Neben der täglichen Arbeit all die Symposien, Vorträge, Ausstellungen und Besichtigungstouren zu planen und zu organisieren, stellte eine enorme Herausforderung dar. Das Ziel, dabei die Bürger mitzunehmen, wurde mit großem Erfolg erreicht. Auch unser Anliegen, nach 2001 und 2004 Frankfurt zum dritten Mal ein Themenheft zu widmen, erntete von allen Seiten Unterstützung pur. Im Vordergrund stand dieses Mal der Wunsch, nicht nur die Finanzmetropole und die HochhausSkyline ins Blickfeld zu rücken, sondern zu zeigen, wie facettenreich das alltägliche Leben ist und welch hohes Maß an Lebensqualität die Stadt zu bieten hat. Green-Building-Kriterien, Passivhausstandards und Niedrigenergiebauweisen misst man in Frankfurt nicht von ungefähr großen Stellenwert bei. Es ist die klare Vorgabe seitens der Politik und der verantwortlichen Planer, neue Standards im Wohnungsbau zu setzen und die Innenstadt behutsam zu verdichten. So werden etwa Gebäude, die den ursprünglichen Zweck nicht mehr erfüllen, in lichte, moderne und komfortable Wohnhäuser umgestaltet sowie Visionen für das Wohnen und Leben in den nächsten Jahrzehnten entwickelt.

Unser Appell an die Frankfurter Architekten, an die das städtische Erscheinungsbild prägenden Büros, das Themenheft aktiv zu begleiten, ist auf fruchtbaren Boden gefallen. Die Beiträge zeugen von hoher Qualität und sind derart aussagekräftig, dass sie dem Leser nicht allein Vergnügen bereiten – er hält auch einen veritablen Stadtführer in den Händen. Da diese dritte Frankfurt-Ausgabe »mein« Heft ist, darf ich mich persönlich ganz herzlich bei allen Mitwirkenden bedanken. Ich weiß es zu würdigen, dass neben der täglichen Arbeit, der Bewältigung von Wettbewerben oder Bauherrenwünschen viel Zeit und Interesse in das Heft geflossen sind. Deshalb nochmals ein großes Dankeschön. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und sicherlich wird der eine oder andere durch die Lektüre auch zu einer Erkundungstour inspiriert. Elisabeth Wiederspahn

[3


Frankfurt am Main Editorial

Stadt zum Leben: Frankfurt am Main Elisabeth Wiederspahn

Forum Baukultur

3

Inhalt

]

6

Vorwort

10

Edwin Schwarz

Stadt im Wandel

Stadt zum Wohnen

Stadt für »Grünflaneure«

Stadt mit Infrastruktur

4]

Es geschieht einfach zu viel in Frankfurt …

Räumliche Perspektiven der Stadtentwicklung Dieter von Lüpke

14

Frankfurt für alle Michael Denkel

18

Innenstadtkonzept für Frankfurt am Main Sonja Moers

22

Geschoßwohnungsbau im Passivhausstandard Stefan Forster

26

Wohngebäude in Niedrigstenergiebauweise Michael A. Landes

32

Stadthäuser im Westend Michael A. Landes

35

Campo am Bornheimer Depot Stefan Forster

38

Studierendenwohnheim am Wiesenhüttenplatz Ferdinand Heide

45

Gebäudekomplex »Mainbow« Jens Duffner

48

Campus Bockenheim Stefan Forster, Karl Dudler, Jens Happ

52

Helenenhöfe im Europaviertel Jon Prengel

56

Wohnen am Riedberg Martin Teigeler

59

Heinrich-Lübke-Siedlung Martin Teigeler

62

Stadt der Gärten, der Grünflächen und Parkanlagen Doris Stickler

66

Europagarten im Entstehen Elmar Schütz, Thomas Thränert

70

Der Rothschildpark Adelheid Schönborn

74

Das Haus am Dom Jochem Jourdan

78

Instituto Cervantes im Amerika Haus Michael Schumacher, Astrid Wuttke

81

Ordnungsamt der Stadt Frankfurt am Main Claudia Meixner, Florian Schlüter, Martin Wendt

85

Depot Sachsenhausen Michael A. Landes

88

[Umrisse]


Stadt und Verkehr

Rubriken

[Umrisse]

91

Erweiterung des Städel Museums Michael Schumacher, Kai Otto

94

Veranstaltungszentrum von internationalem Rang Hans Jürgen Pritzl

98

Erste Passivhausklinik Europas in Höchst Stefan Traxler

102

Sportanlage Riedberg Norbert Scholz, Manfred Lenhart

105

Skyline Plaza und Congress Center Dirk Hünerbein, Andreas Fuchs, Klaus Lenz

108

Das PalaisQuartier Jürgen Engel

114

Der OpernTurm Christoph Mäckler

118

KfW-Westarkade Louise Hutton, Matthias Sauerbruch

122

Das WestendGate Malte Just, Till Burgeff

126

Der Tower 185 Christoph Mäckler

130

Was macht(e) den Tower 185 attraktiv? Elisabeth Wiederspahn, Thomas Mechthold

134

Die neuen Deutsche-Bank-Türme Roger Schäublin, Klaus Thoma

137

Der Neubau der Europäischen Zentralbank Andrea Jürges

142

Stabiles Fundament für den Euro Matthias Vogler

148

(Hochhaus-)Fassaden für Frankfurt Jochen Mignat

150

Neubau der Süwag-Zentrale Volker Stockinger

153

KfW-Neubau im Westend Jürgen Engel

158

Das Eastgate Dörte Gatermann

160

Neues Maintor-Quartier Jürgen Engel

161

Neubau Audi Zentrum Uta Leconte

164

Flughafen Frankfurt Jürgen Hillmer

167

Zwei Haltestellen der Stadtbahnlinie Malte Just, Till Burgeff

169

Regionaltangente West Benjamin Jourdan

172

Immobilienmarkt

174

Produkte und Projekte

176

Nachrichten

185

Termine

192

Impressum

194

[ Inhalt

Stadt der Büro(hoch)häuser

Valentin-Senger-Schule in Bornheim Manfred Lenhart

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Forum Baukultur

]

Nach Spiel Zeit Das verlockende Angebot: ein »Jahrhundertprojekt«, das Stadt und Region neue Impulse verleihen und von drei vor Ort ansässigen, börsennotierten Unternehmen als schlüsselfertiges Geschenk im Wert von 100 Millionen Euro überreicht werden sollte. Für den Betrieb desselben durch eine Stiftung gaben Bund, Land und Stadt sowie zahlreiche weitere Förderer aus dem Einzugsgebiet eine verbindliche Zusage ab und waren international renommierte Architekten 2008 zu einem Wettbewerb nach privatrechtlichem Verfahren gebeten worden, bei dem sie erwartungsgemäß atemberaubende Entwürfe ablieferten. Die Rede ist vom Bonner BeethovenFestspielhaus.

Den vielbeschworenen Aussichten auf höchsten Musikgenuss in einem architektonisch herausragenden und wirtschaftlicheren Neubau standen die baukünstlerische und die historische Bedeutung der Beethovenhalle als ein maßgebliches Zeugnis der Bonner Republik gegenüber. Dass sie durch langjährigen Sanierungsstau nicht im repräsentabelsten Zustand war, bot Neubaubefürwortern sowohl von städtischer Seite als auch dem neu ins Leben gerufenen Verein der Festspielhausfreunde Angriffsfläche und ließ Konsenslösungen aus dem Blick geraten. Neben einer sich schnell formierenden bürgerschaftlichen Gegenwehr war es vor allem die aus dem Oberseminar der ehemaligen Kölner Stadtkonservatorin Hiltrud Kier hervorgegangene studentische »Initiative Beethovenhalle« am Kunsthistorischen Institut der Universität Bonn – zu deren Initiatoren auch der Autor gehört –, die sich vehement für den Erhalt des Bauwerks engagierte.

Beethovenhalle in Bonn: 1959 und heute © Initiative Beethovenhalle

Das Problem: Für das nach Ansicht vieler aufführungstechnisch dringend benötigte Festspielhaus konkretisierte sich im Verlaufe der Diskussion ein Bauplatz heraus, der durch die von Siegfried Wolske 1959 fertiggestellte Beethovenhalle schon hochkarätig besetzt ist. Ihr drohte trotz Denkmalschutz plötzlich der Abriss. Die Initiatoren des Neubauprojektes gaben sich diesbezüglich unbekümmert, aber ihre Pläne blieben nicht ohne Widerspruch, und schnell spitzte sich eine Kontroverse auf die knappe Frage »Beethovenhalle oder -Festspielhaus?« zu.

6]

Durch mannigfaltige Aktionen konnte dem systematischen »Schlechtreden« des Gebäudes eine kompetente Stimme entgegengesetzt werden: ausdrücklich ohne das Neubauvorhaben an sich zu kritisieren. Mit dem Verweis auf die architektur- und stadtgeschichtliche Bedeutung, nicht zuletzt aber aufgrund der emotionalen Verbundenheit vieler Bonner mit ihr wurde eine Neubewertung der Halle erreicht, die der Architekturhistoriker Wolfgang Pehnt als eine Ikone der Nachkriegszeit bezeichnet − und der studentische Einsatz 2010 sogar vom Deutschen Komitee für Denkmalschutz mit der Verleihung der Silbernen Halbkugel gewürdigt.

Parallel dazu hatten die weltweiten Turbulenzen an den Finanzmärkten auch auf Bonn ihre Auswirkungen. Begleitet wurden sie von hausgemachten Problemen, vornehmlich dem undurchsichtigen Geschehen um den Bau des World Conference Center (WCCBI), thematisiert in Ausgabe 1∙2011 der [Umrisse]. Im April 2010 verkündete dann der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch mit Verweis auf die gespannte städtische Haushaltslage das zwischenzeitliche Aus für das Festspielhaus, und im September des gleichen Jahres gab die Telekom ebenfalls ihren Rückzug aus dem Projekt bekannt; das ambitionierte Festspielhaus schien hiermit vorerst beerdigt.

[Umrisse]


Martin Neubacher

[Umrisse]

Was wäre, wenn ...

»Ich habe einfach mein Repertoire der letzten 30 Jahre abgespult, ohne viel darüber nachzudenken: Kiste in der Mitte, ein paar proportional bewusst gesetzte Fenster und rundrum einen Mauerring. (...) Das Haus ist ganz fesch, aber nichts an diesem Projekt ist auch nur ansatzweise innovativ.« Wer sich da so offen und mit viel Selbstironie über den Entstehungsprozess eines seiner Brot-und-ButterWerke äußert, ist niemand anderer als der diesjährige Pritzker-Preisträger Eduardo Souto de Moura. Dass er zu wesentlich bemerkenswerteren architektonischen Leistungen fähig und die aktuelle Auszeichnung mehr als berechtigt ist, beweist er eindrucksvoll seit langer Zeit, aber im Gegensatz zu einigen vor ihm mit dem Nobelpreis der Architektur Gewürdigten eher unauffällig. Die Laudationes in Feuilleton und Fachpresse nach Bekanntgabe der Komitee-Entscheidung waren daher sachlich verhalten und versuchten dem OEuvre eines Mannes nachzuspüren, der abseits des »Star-Architekten-Medienzirkus« mit eigener Handschrift schwerpunktmäßig die portugiesische Landschaft gestaltet. Vielfach wurde dabei die Jurybegründung: »Eduardo Souto de Mouras Architektur ist nicht offensichtlich, frivol oder pittoresk, sondern voller Intelligenz und Ernsthaftigkeit«, zitiert. Was er davon hält: »Das klingt gut! Aber ich mag Kategorisierungen nicht«, wofür er das Preisgeld einsetzen will: »Ich werde die 100.000 Dollar sicher nicht auf der Bank lassen …«, was ihn mit seinem Lehrer, Freund und Landsmann Álvaro Siza, Pritzker-Preisträger des Jahres 1992 verbindet und von ihm unterscheidet, wie er entwirft: »(...) manchmal brauch ich zehn Anläufe«, und welche Einstellung er zur Architektur hat, dazu befragte ihn Wojciech Czaja unter dem Titel »Für welche Zeit bauen Sie, Senhor Souto de Moura?« für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Das Interview von hohem Unterhaltungswert wurde am 13. August veröffentlicht, ist auf www.faz.net abrufbar und zur Lektüre empfohlen. Dass er bei aller ihm attestierten Bescheidenheit Auszeichnungen nicht abhold ist, sei zum Schluss noch angemerkt: »Damals (nach Bekanntgabe des Mies-van-derRohe-Preises 2005) dachte ich mir: Verdammt, jetzt hätte ich aber schon gerne gewonnen! Vielleicht wird’s ja mal was mit dem Pritzker.« Recht hat er behalten.

... ist ein beliebtes, aber folgenloses Gedankenspiel, dem sich jeder gerne einmal hingibt – ein Luxus, der hier ein wenig Raum erhalten soll. Also: Was wäre, wenn Walter Gropius die Hallenser, Halloren und Halunken 1927 mit seinem Beitrag zum Ausbau Halles zu einer Kongressstadt überzeugt hätte und auf dem Lehmannsfelsen jene Stadtkrone realisiert worden wäre, die er den Anrainern der Saale vorschlug? Die »Hängenden Gärten« waren seine in viel Glas und Beton gefasste Interpretation eines solchen Vorhabens, eine 32 m hohe Stadthalle mit 1.900 Plätzen, eine Konzerthalle, ein modernes Museum sowie ein Restaurant und eine Sportanlage. Dann, so die Einschätzung vieler Experten, wäre Halle heute eine »Pilgerstätte der Architektur der Klassischen Moderne« und würde mit Weimar und Dessau ein Triumvirat der Bauhausorte bilden; selbstredend vorausgesetzt, die »Gärten« hätten die politischen Umwälzungen und den Krieg überstanden. »Hätte, wäre, könnte«: Das drängt sich sicher auf bei der Ausstellung unter dem auf den ersten Blick ein wenig irreführenden Titel »Eine Krone für die Stadt Halle. Walter Gropius im Wettbewerb«, die bis Mitte Oktober in der Moritzburg in Halle zu sehen ist. Denn neben Gropius beteiligten sich auch Hans Poelzig, Peter Behrens, Emil Fahrenkamp, Paul Bonatz und Wilhelm Kreis an einer Ausschreibung, bei der Gropius’ Vorschlag keine Befürworter fand und die weiteren Arbeiten ebenfalls nicht zu überzeugen wussten. Die beginnende Wirtschaftskrise bedeutete schließlich das endgültige »Aus« für ein ambitioniertes Vorhaben. Der ausdrückliche Bezug auf Gropius im Titel der Ausstellung, die Pläne und Ideen von ihm wie seiner Gegenstreiter zeigt, liegt nach Verlautbarung der Direktorin der Stiftung Moritzburg daran, dass sein radikaler Ansatz sich deutlich von den Vorschlägen der Konkurrenz abhob. Überprüfen lässt sich das anhand der erhaltenen Zeichnungen und der Architekturmodelle, die von Studenten der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus im Maßstab 1:500 (nach)gebaut wurden. Da die Autorin eingestandenermaßen noch nicht vor Ort war, sollen die vorstehenden Zeilen lediglich als Veranstaltungshinweis dienen – oder wenigstens zum Nachblättern unter www.stiftung-moritzburg.de animieren.

E.P.

E. P.

[ Forum Baukultur

Letztlich also viel Lärm um nichts? Definitiv nein! Denn der Streit offenbart exemplarisch das Akzeptanzproblem, welches selbst architektonisch herausragende Bauten der unmittelbaren Nachkriegszeit haben. Zwar ließ sich der Abriss abwenden, von einer überzeugten Wertschätzung der vielfältigen Qualitäten der Beethovenhalle über einen kleinen Kreis von Fachleuten hinaus kann aber leider (immer noch) nicht die Rede sein, wie unlängst eine Aussage des Bonner Stadtbaurats Werner Wingelfeld (CDU) deutlich machte, der die Beseitigung der Beethovenhalle zugunsten eines Neubaus lediglich für »politisch nicht durchsetzbar« hält. Trotzdem stimmen aktuelle Entwicklungen positiv, bewilligte die Stadt doch mittlerweile Gelder in Höhe von 2,80 Millionen Euro für dringendste Instandsetzungen; allein zu einer denkmalgerechten Generalsanierung, für die sich auch der Verein ProBeethovenhalle stark engagiert, konnte man sich bisher nicht durchringen. Und sogar der Verein der Festspielhausfreunde lenkte ein und bevorzugt jetzt einen alternativen Standort in den Bonner Rheinauen für das neue Haus, dem ironischerweise inzwischen mehr Gefahr droht als der Beethovenhalle, da die durch den Bund zugesagten Fördergelder für den Neubau mit Ablauf des Jahres 2011 verfallen. Durch eine originelle neue Werbekampagne unter dem Motto »Jetzt Schätzchen« versucht der Verein seit kurzem medienwirksam, die Stadt zu einer schnellen Zusage zu drängen. Bei aller Begeisterung für das als Leuchtturmprojekt beworbene Festspielhaus: Aus kunsthistorischer Sicht könnte auch die umfassende denkmalgerechte Sanierung der Beethovenhalle für Bonn ein solches sein – wie ein Blick auf www.initiative-beethovenhalle.de anschaulich zu beweisen vermag.

Aus Liebe zur Architektur

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Forum Baukultur

]

Weitere Preise (zu er)finden …

Hilfe beim HausHalten Alte, bauhistorisch erhaltenswerte Substanz gerade privater Eigentümer ist besonders in den östlichen Bundesländern häufig dem Verfall preisgegeben – und damit oft auch ein Stück Stadtstruktur, -geschichte und -identität gefährdet. Obwohl es (noch) Programme und Fördermaßnahmen gibt, reichen die Mittel für umfassend notwendige Sanierungen in der Regel kaum aus, und die Anträge sind für Laien nicht selten Herausforderungen, die sie im schlimmsten Fall scheuen. Herrscht in der Stadt durch Abwanderung zusätzlich ein hoher Leerstand, also ein Überangebot an Immobilien, und befinden sich die Gebäude in eher unattraktiven Randlagen, sind sie schwer bis gar nicht vermietbar und »herrenlos« in größter Gefahr, Vandalismus anheimzufallen. In Leipzig rief dies Ende 2004 einen Verein mit dem vieldeutigen Namen HausHalten e.V. auf den Plan. Die Initiative aus Stadtund Regionalplanern, Architekten, Bauingenieuren, Geographen und Kommunikationswissenschaftlern will in interdisziplinärer Zusammenarbeit solchen Konsequenzen entgegenwirken. Ihr selbsterklärtes Ziel ist es, »beide skizzierten Probleme, Leerstand in unattraktiven Lagen und kreative Raumsuchende, als Chance zu betrachten und Eigentümer mit Nutzern zusammenzuführen«, um die charakteristische gründerzeitliche Bebauung Leipzigs als baukulturelles Erbe und Markenzeichen der Stadt zu erhalten.

Dazu gehört es, hilfesuchenden Hausbesitzern Unterstützung bei ihrem Kampf durch den Antragsdschungel zu geben, eigenständig Häuser aufzuspüren, die in Gefahr sind, und potentiellen Mietern die Aufgabe, »Hüter des Hauses« zu sein, attraktiv darzubieten. Letzteren winken günstigste Mieten für ungeheuer große Flächen, Besitzern und Mietern zudem Beratung bei der Instandsetzung, die gelegentlich auch schon einmal statt eines Mietzinses vereinbart wird. Abstriche an der Wohnoder Büroqualität und Ausstattung müssen dafür dann in Kauf genommen werden. Mittlerweile haben sich Ableger unter anderem in Görlitz, Dresden und Magdeburg gebildet, und sogar aus einigen westdeutschen Städten, die ähnliche Entwicklungen zu verzeichnen haben, liegen Anfragen vor. Das unkonventionelle Projekt hat vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz eine der sieben 2011 verliehenen Silbernen Halbkugeln zugesprochen bekommen. Das war aber nicht die erste renommierte Auszeichnung, denn bereits 2009 gehörte es zu den Preisträgern des Wettbewerbs »stadt.bauen.stadt.leben«. Wer mehr über HausHalten e.V. erfahren möchte, gegebenenfalls Interesse an der Gründung einer Dependance hat oder eben einfach auf der Suche nach Erlebniswohnraum zu kleinen Preisen ist, findet unter www.haushalten.org eine Fülle von Anregungen. E. P.

... wird wohl hoffentlich nicht das Resultat dieser Bekanntmachung sein, mit der auf die seit kurzem online abrufbare Preisdatenbank des Fördervereins der Bundesstiftung Baukultur hingewiesen werden soll. Bislang nur als Auflistung auf der Internetseite des Vereins einsehbar, vermittelt der aufbereitete Datenpool nun neben einem Überblick über das (leider) fast unüberschaubare Angebot an Auszeichnungen für Architektur und (wenige) Ingenieurbauwerke im Schnellzugriff Angaben zu Intention, Modalitäten und teilnahmeberechtigten Zielgruppen. Verzeichnet sind zudem Auslober, Reichweite, Verleihungsintervall, Verfahren, Dotierung, Juryzusammensetzung und natürlich das Gründungsjahr. Gerade bei letztgenanntem Kriterium fällt die an dieser Stelle schon häufiger beklagte inflationäre Zunahme an Ausschreibungen meist marketingtechnischer Ausrichtung auf. Und mit Erstaunen stellt man fest, welch große Geister der Architekturwelt oft für solche Preise ihren Namen hergeben mussten. Als Service finden sich Links zu den Auslobern, teilweise mit direkten Ansprechpartnern. Zunächst ein wenig irritierend sind vor einzelnen Auflistungen markante rote Kreuze. Anders als erwartet, symbolisieren sie jedoch nicht weggefallene Auszeichnungen, sondern weisen den Auslober als Mitglied des aktuellen Konvents Baukultur aus. Und das sind von derzeit 156 mit 53 immerhin fast 10 %. Laut Förderverein ist jene Plattform »eine Information über und eine Werbung für die Baukulturpreise in ihrer ganzen Vielfalt – bundesweit, landesweit und regional. In der Vielfalt der regelmäßig vergebenen Preise, Auszeichnungen und Ehrungen im Bau- und Planungswesen sind die Breite und der integrative Kern von Baukultur abgebildet. Sie sind wichtige Verfahren auf der Suche nach dem besseren Entwurf und dem besten Ergebnis.« Da bleibt nur zu hoffen, dass der letzte Satz als hehres Ziel und nicht als Zustandsbeschreibung aufgefasst wird. Das soll die Leistung, die hinter dem Projekt steckt, und den offensichtlichen Nutzen, den es bringt, kaum schmälern. Da die Datenbank noch nicht komplett ist, wird unter www.preise-baukultur.de um (weitere) Meldungen gebeten. E.P.

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[Umrisse]


Schützt die Mauer! Anlässlich des 50. Jahrestages des Mauerbaus wurde in den letzten Wochen in unzähligen Reportagen in Presse und Fernsehen über dieses Deutschlands geographische, politische und gesellschaftliche Landschaft bis heute verändernde Ereignis berichtet. Man könnte meinen, damit sei alles gesagt. Dass dem nicht so ist und viele falsche Informationen verbreitet wurden und werden, stellen Johannes Cramer, Leiter des Fachgebiets Baugeschichte und Stadtbaugeschichte im Institut für Architektur der Technischen Universität Berlin, und sein Mitarbeiter Tobias Rütenik in ihrem Beitrag »Schützt die Mauerreste – bevor die Investoren kommen!«, den sie als Appell an die Politiker verstanden wissen wollen, in der Hochschulzeitung »TU intern« klar. Darin heißt es: »Der 13. August 2011, der 50. Jahrestag der Teilung Berlins, sollte Veranlassung sein, noch einmal und noch gründlicher darüber nachzudenken, was konkret von der Grenze rund um WestBerlin erhalten und dem Besucher erklärt werden muss, um zukünftigen Generationen das Verständnis für dieses Phänomen der Zeitgeschichte zu ermöglichen und zu erhalten.« Und sie finden auch deutliche Worte für den bisherigen Umgang mit jenem Zeugnis aktuellster deutscher Geschichte, weisen überflüssige Zerstörungen nach, kritisieren die Maßnahme der »East Side Gallery« als ohne Restaurierungsanspruch und fordern, dass der Schrecken der Grenze erlebbar bleiben müsse. Gerade die außerhalb der innerstädtischen Grenze noch existenten Relikte, die sich nur deshalb noch zufällig erhalten hätten, weil die Investitionen bisher nicht in sämtliche Winkel des Grenzstreifens vorgedrungen seien – was aber demnächst passieren werde –, bedürften des sofortigen Schutzes, damit ein Verlust der »sprechenden Sachzeugnisse« verhindert werden könne.

[Umrisse]

Cramers Ausführungen liegen weitreichende Forschungen zugrunde, in denen seine Mitarbeiter und er die Geschichte des Mauerbaues akribisch nachverfolgt und mittlerweile auf fast 450 Seiten in dem Band »Die Baugeschichte der Berliner Mauer« dokumentiert haben. Fünf zentrale Positionen beschreibt er hier: – Es gab nicht vier Generationen der Mauer, sondern deren sechs. – Wirkliche Systemsprünge (im Mauerbau) sind zur zweimal zu verzeichnen. – Das Mauersystem kann man nur verstehen, wenn man die Gesamtheit der Grenzanlagen mit allen ihren perfiden Einzelheiten in den Blick nimmt. – Es gab niemals die perfekte, nach neuester Erkenntnis modernisierte Grenze. – Zum Grenzregime gehörte eine umfangreiche Infrastruktur. »Die Technische Universität Berlin hat mit diesem Projekt für eine Neubewertung der historischen Bedeutung der Mauer eine Grundlage geschaffen. Jetzt ist es an der Politik, die notwendigen Konsequenzen zu ziehen«, so Johannes Cramer. Der vollständige Beitrag zum Tag des Mauerbaus ist unter www.tu-berlin.de abrufbar, das Buch kürzlich im Michael Imhoff Verlag erschienen. E. P.

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Unzählige Projekte Es geschieht einfach zu viel in Frankfurt: Wer versucht, einen umfassenden Überblick über das Baugeschehen in Frankfurt am Main zu geben, wird scheitern – dafür gibt es zu viele Projekte. Das Spektrum reicht von kleineren Planungen bis hin zur Konzeption ganzer Stadtviertel.

Allein in meiner Amtszeit als Planungsdezernent dieser Stadt seit dem Jahr 2000 bzw. seit Erscheinen von Ausgabe 1∙2001 der [Umrisse] mit dem Titel »Frankfurt – Visionen einer europäischen Metropole im 21. Jahrhundert« und dann von Heft 5/6∙2004 mit der Überschrift »Frankfurt – Die Metropole heute« haben wir eine Vielzahl wichtiger Bauvorhaben angestoßen und zum Großteil auch umgesetzt.

Doch eine kleine Auswahl an wichtigen Projekten und städtebaulichen Entwicklungen möchte ich Ihnen schon an dieser Stelle präsentieren: So haben wir beispielsweise mit der Fortschreibung des Hochhausentwicklungsplans die Weiterentwicklung der Frankfurter Skyline auf Jahre hinaus gesichert. Nach wie vor werden in Frankfurt Hochhäuser gebaut – die Rahmenbedingungen stimmen also.

Es geschieht einfach zu viel in Frankfurt … Über zehn Jahre Stadtplanung und Stadtentwicklung

Quartiersplatz »Rosengärtchen« vor dem Haupteingang des Bethanienkrankenhauses © Stadt Frankfurt am Main

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[Umrisse]


Neugestaltete Zeil mit Erlebnisgastronomie © Stadt Frankfurt am Main

Hervorheben möchte ich lediglich das Projekt der Europäischen Zentralbank. Denn durch den Bau ihres neuen Hauptsitzes erhält Frankfurt nicht nur ein spektakuläres Aushängeschild, sondern der Erhalt der historischen Großmarkthalle wird durch ihn überhaupt erst ermöglicht.

Schöneres Frankfurt Nennen möchte ich auch unser Programm »Schöneres Frankfurt«, mit dem wir in den letzten Jahren zahlreiche Straßen und Plätze im gesamten Stadtgebiet aufgewertet haben. Das Programm hat sich in den über zwölf Jahren seines Bestehens zu einem wahren Erfolgsmodell entwickelt. Damals wurde eine Zielrichtung vorgegeben, die noch heute Gültigkeit besitzt: Öffentliche Räume sollen in ihrer Struktur und ihrem Erscheinungsbild verbessert, ihre Aufenthaltsqualität erhöht werden. Dafür müssen adäquate Nutzungen und Funktionen für diese öffentlichen Räume zunächst definiert und in der Folge auch verwirklicht werden. Durch wiederkehrende Gestaltungselemente wird dabei ein einheitliches Erscheinungsbild angestrebt.

[Umrisse]

Blick über den Rathenauplatz in Richtung Goetheplatz © Stadt Frankfurt am Main

Sämtliche Veränderungsprozesse erfolgen unter möglichst weitgehender Beteiligung der Anwohner und Nutzer. In den Genuss dieses Programms kam in der Innenstadt etwa die Zeil, die Platzfolge Roßmarkt, Goetheplatz, Rathenauplatz oder die Illumination des Stadtraums Main. Zum »Schöneren Frankfurt« gehören aber ebenso viele kleinere Vorhaben in den Stadtteilen, wie das Rosengärtchen in Bornheim, der Platz Am Wendelsgarten in Bonames oder der Dalbergplatz in Höchst. Gerade der Stadtteil Höchst hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wahren Arbeitsschwerpunkt des Planungsdezernats entwickelt: Dort wurde ein städtebaulicher Rahmenplan erstellt, ein Förderprogramm mit einem Gesamtvolumen von 21 Millionen Euro samt Modernisierungsberatung aufgelegt, das Mainufer neugestaltet und die Bruno-Asch-Anlage saniert. Für die kommenden Jahre stehen weitere wichtige Projekte an: etwa die Planungen für eine Neugestaltung an der Bolongarostraße, der Bushalteanlage und des Bahnhofsvorplatzes. In weiteren Stadtteilen sind wir ebenfalls mit Sonderprogrammen aktiv: etwa in Alt-Sachsenhausen, im Bahnhofsviertel oder in Fechenheim, dessen Stadtteilzentrum mit Hilfe des Förderprogramms »Aktive Kernbereiche in Hessen« in den nächsten Jahren in seiner Versorgungsfunktion und Attraktivität gestärkt werden wird.

Sanierte Bruno-Asch-Anlage © Grünflächenamt der Stadt Frankfurt am Main

Einbeziehung der Bürger Durch den vermehrten Einsatz von sogenannten Planungswerkstätten werden heutzutage die Bürger sehr viel stärker, sehr viel früher und sehr viel effektiver in unsere Planungen einbezogen, als es noch vor wenigen Jahren üblich war. Denn wir wollen die Bürgerschaft nicht erst mit fertigen Plänen bekanntmachen, sondern sie einladen, zu einem frühen Zeitpunkt aktiv an der Erarbeitung mitzuwirken. Dass dies Personal und Zeit erfordert und dass sich daraus angesichts einer Sparzwängen unterliegenden Planungsverwaltung Grenzen für offene Planungsverfahren ergeben, liegt auf der Hand.

[11


Aufwertung der Innenstadt

Planungswerkstätten haben wir beispielsweise auch bei einem der größten und wichtigsten Projekte der vergangenen und der kommenden Jahre eingesetzt: bei der Neubebauung des Dom-Römer-Areals. Dort, im Herzen der Stadt, wo früher das Technische Rathaus stand, wird ein Altstadtquartier mit einer Mischung aus rekonstruierten Gebäuden und Neubauten errichtet. Noch weit aufwendiger haben wir die Einbeziehung der Bürgerschaft beim Innenstadtkonzept betrieben. Ähnliches gilt für den Kulturcampus Frankfurt, der auf dem bisherigen Universitätsareal in Bockenheim entstehen wird.

Abendliche Illumination des Rossmarkts © Stadt Frankfurt am Main

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So unübersichtlich die Fülle an Bauvorhaben auch sein mag, Planung in Frankfurt folgt einem Leitgedanken: Als Stadt wollen wir die Metropolfunktion des Zentrums weiter ausbauen und zugleich das Heimatgefühl in den über 40 Stadtteilen fördern. Wer von außen auf eine Stadt blickt, der lässt sich vor allem vom Aussehen des Zentrums beeindrucken. Anders formuliert: Je größer die Distanz des Beobachters, desto stärker wird das Image von der Innenstadt geprägt. Das gilt für Städte wie Paris oder Hamburg ebenso wie für Frankfurt am Main. Deshalb wollen wir den Kern unserer Stadt stärken. Vor allem wollen wir die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum verbessern und die Gebäudestruktur behutsam umbauen. Weiterentwicklung und Aufwertung der Innenstadt sind Schwerpunkte unserer Planungspolitik. In der nahen Zukunft werden wir große Teile unserer City umgestalten, um sie als lebendiges Zentrum für Handel, Dienstleistung, Wohnen, Kultur und Freizeit weiter voran zu bringen. Dabei geht es vor allem um neue und wiederhergestellte öffentliche Räume, um die Nachverdichtung zum Wohnen, um die Bewahrung und Inszenierung des baukulturellen Erbes und um den Umbau von Plätzen, Straßen und Wegen. Gleichberechtigt sichern wir zudem immer die Lebensfähigkeit der Stadtteile.

Der Zuzug von Betrieben und Einwohnern ist das Ergebnis stetiger Anstrengung zur Stärkung der Standortattraktivität. Ich bin überzeugt, dass wir die richtigen Weichenstellungen gesetzt haben, damit in Frankfurt die demographische Entwicklung auch weiterhin anders verläuft als in den meisten Teilen Deutschlands: Die Stadt soll weiter wachsen und auch künftig Menschen wie Unternehmen anziehen. Sicherlich profitieren wir darüber hinaus von unserer überdurchschnittlichen Wirtschaftskraft, von der Funktion als zentraler Verkehrsknotenpunkt und von den hier ansässigen bedeutenden Unternehmen und Institutionen. Wir können hervorragende Rahmenbedingungen für Forschung und Lehre, exzellente Bildungschancen und nicht zuletzt ein exzellentes Kultur- und Freizeitangebot vorweisen. Und sicherlich haben wir mit unserer Wohnungsbauförderung überdies den Wohnstandort Frankfurt deutlich gestärkt.

Rekonstruiertes Thurn-und-Taxis-Palais im neuen PalaisQuartier © Stadt Frankfurt am Main

[Umrisse]


Blick auf die verkehrsberuhigte Hauptwache © Stadt Frankfurt am Main

Herausforderung Wohnungsbau Eine der größten Herausforderungen in der Stadtplanung der kommenden Jahre ist zweifellos mit dem Wohnungsbau verbunden. Denn wir wollen Frankfurt als Wohnstandort noch weiter profilieren. Die Stadt Frankfurt am Main unternimmt seit vielen Jahren erhebliche Anstrengungen, um ein ausreichendes Angebot für alle Bevölkerungsschichten zu schaffen, das gleichermaßen hochwertigen wie kostengünstigen Wohnraum umfasst. Wir benötigen dabei attraktive Angebote in allen Marktsegmenten: Wir brauchen also sowohl Plätze in Studentenwohnheimen und Wohngemeinschaften als auch Singlewohnungen in Wohnhochhäusern und Familienwohnungen. Wir brauchen generationenübergreifende und seniorengerechte Wohnformen gleichermaßen wie Reihen-, Doppel- oder freistehende Einzelhäuser. Wir brauchen einfache Wohnungen ebenso wie attraktive Stadtvillen und exklusive Eigentumswohnungen. Daher sind wir dankbar für jede zusätzliche Wohnung, die einen ausgewogenen Mix überhaupt erst ermöglicht. Wir wollen im Übrigen nicht nur den Umfang von Neubau und Modernisierungen stabilisieren und möglichst erweitern, sondern die Qualität im Wohnungsbau insgesamt erhöhen.

[Umrisse]

Doch auch die Herausforderungen aus der Entwicklung globaler Märkte, den demographischen Veränderungen und dem Klimawandel werden starke Auswirkungen auf das Wohnen in unserer Stadt haben. Sie machen es unerlässlich, die Wohnraumversorgung nachhaltig weiter zu verbessern. Unsere Stadt wird in den nächsten 20 Jahren keine Einwohner verlieren, sondern höchstwahrscheinlich gewinnen. Die Bürger beanspruchen, wo immer möglich, mehr Wohnfläche für kleiner werdende Haushalte. Dabei wird die Vielfalt unterschiedlicher Lebensstile, Herkünfte und kultureller Identitäten größer, und die Notwendigkeit, die verschiedenen Gruppen in unsere Stadtgesellschaft einzubinden, wächst. Diese Integrationsleistung muss in erster Linie in den Wohnquartieren erfolgen, und sie gelingt nur in intakten, lebenswerten Wohnquartieren. Frankfurt am Main ist in vielerlei Hinsicht anders als viele deutsche Städte; Frankfurt scheint sogar eine gewisse »Eigenlogik« zu haben. Selbst in Zeiten einer Wirtschafts- und Finanzkrise erweist sich die Wohnungsbautätigkeit in der Stadt als erstaunlich robust. Der Wohnungsbau wird immer mehr zum »Motor« des Stadtumbaus und löst in dieser Funktion den Bürobau ab. Das wird gefördert von der hohen Attraktivität der Stadt als Wohnund Arbeitsstandort – und basiert auf einer vorausschauenden Wohnbaulandentwicklung.

Allerdings stoßen wir dabei an Grenzen: Das Flächenangebot in Frankfurt ist endlich. Daher werden wir in Zukunft noch stärker darauf angewiesen sein, Konversion und Nachverdichtung zu betreiben – auch im Sinne einer nachhaltigen, umweltfreundlichen Stadtentwicklung, die Freiund Grünflächen schont. Wir müssen uns künftig auf bereits bebaute, genutzte und brachgefallene Flächen konzentrieren – der Riedberg wird aller Wahrscheinlichkeit nach das letzte große Neubaugebiet auf der »grünen Wiese« sein. Außerdem sollten alte, schlecht frequentierte oder weitgehend leerstehende Gewerbegebiete und Bürogebäude in weiteren Stadtquartieren als Wohnraum genutzt werden. In der Bürostadt Niederrad versuchen wir zum Beispiel, die Umwandlung von Büroraum in Wohnungen gezielt voranzutreiben. Und nicht nur in der Innenstadt verfügen wir über umfangreiche Potentiale, für die kein neues Bauland in Anspruch genommen werden muss, die aber eine Vielzahl weiterer Projekte ermöglichen. Konversion und Nachverdichtung werden aktiv von der Stadt angestoßen, um genügend Bauflächen für ein wachsendes Frankfurt zu erlangen – in erster Linie für Wohnungen. Das haben wir mit der Entwicklung des Europaviertels beispielhaft umgesetzt.

Auswahl zum Lesen Wie gesagt: Es geschieht einfach zu viel in Frankfurt am Main, um eine vollständige Aufstellung lesenswert zu dokumentieren. Daher präsentiert das vorliegende Heft lediglich eine interessante Auswahl der wichtigsten Projekte – eine gelungene, wie ich denke. Dafür wünsche ich Ihnen eine aufschlussreiche und kurzweilige Lektüre! Edwin Schwarz Dezernent für Planen, Bauen, Wohnen und Grundbesitz der Stadt Frankfurt am Main

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Räumliche Perspektiven der Stadtentwicklung Veränderungen, Konzepte und Projekte

Situation im Wandel Die Stadt Frankfurt am Main stellt sich mit über 600.000 Arbeitsplätzen als der überragende Schwerpunkt des Wirtschaftsraums der Metropolregion Frankfurt– Rhein-Main dar. Der weit überwiegende Teil der Arbeitsplätze ist dabei dem tertiären Sektor zuzurechnen. Entsprechend waren die Expansion des Dienstleistungsgewerbes und die Investitionen in neue Bürogebäude in langen Phasen nach dem Krieg der maßgebliche »Motor« der Stadtentwicklung. Die Entwicklung von Büroflächen verlief oft so dynamisch, dass zur planungsrechtlichen Vorbereitung der Investitionen wenig Zeit verblieb und infolgedessen eine aus heutiger Sicht notwendige Änderung oder Aufstellung von Bebauungsplänen abgekürzt oder ausgelassen wurde. Wohnungsbauinvestitionen mussten vom Magistrat den Büroinvestoren in manchen Fällen als Voraussetzung für die Freigabe ihres Projektes und damit als »notwendiges Übel« abverlangt werden. Seit ca. 15 Jahren wandelt sich diese Situation grundlegend: Die Stadt verfügt seit geraumer Zeit über ein erhebliches Potential an Standorten, an denen große Bürovorhaben auf der Basis rechtsverbindlicher Bebauungspläne realisiert werden können. Der Hochhausentwicklungsplan 2000 wurde dennoch mit weiteren Standorten auch für neue Bürohochhäuser fortgeschrieben – allerdings ohne diese Zielaussagen unmittelbar in neue Bebauungspläne zu überführen. Letzteres soll, und das unterscheidet die Fortschreibung in 2009 wesentlich von den Beschlüssen zum Hochhausentwicklungsplan 2000, grundsätzlich nur dann geschehen, wenn sich ein konkretes Investitionsinteresse zeigt. Das Engagement von Bauherren und Projektentwicklern bei der Realisierung neuer Bürogebäude ist im Vergleich zu früheren Phasen der Stadtentwicklung gebremst, weil deutlich über 2.000.000 m²

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Büronutzfläche leerstehen. Auch wenn der Umfang des Büroleerstandes im Zeitablauf erheblich schwankt und die Standorte der ganz oder teilweise unvermieteten Bürogebäude wechseln: Viel spricht dafür, dass es sich nicht um ein konjunkturelles, sondern um ein strukturelles Phänomen handelt, das in einer Größenordnung von weit über 1.000.000 m² leerstehender Büronutzflächen die Entwicklung Frankfurts über lange Jahre begleiten wird. Während die Wertschätzung solcher Investitionen also relativ nachlässt, wächst diejenige von Wohnungsbauvorhaben. Neue Stadtquartiere wie das Deutschherrnviertel, der Westhafen, das Quartier am Theodor-Stern-Kai, das Südliche Ostend, das Quartier Rebstock/Batelle, die »City West«, der Stadtteil Am Riedberg, das Lindenviertel, das Quartier »Edwards Garden« oder »New Atterberry/New Betts« resultierten aus Konversion und Nachverdichtung bereits bebauter Areale oder aber aus Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Flächen am Rande der Stadt – und bewiesen, dass sie hohe Qualitäten nicht nur für ihre Bewohner besitzen, sondern auch anderen Frankfurterinnen und Frankfurtern Angebote zur Erhöhung der Lebensqualität in der Stadt unterbreiten.

Die Stadt konnte so die Bindungskraft bezüglich ihrer Bewohner festigen und zugleich ihre Attraktivität für Zuzügler erhöhen. Erheblich verstärkt wurden diese Effekte durch steigende Transportkosten und fortschreitende Veränderungen der Haushaltsstrukturen – was die Wohnortwahl zugunsten einer »Stadt der kurzen Wege« im Kern der Metropolregion für viele Haushalte erstrebenswert machte. Im Ergebnis der diversen Einflussfaktoren erfreute sich Frankfurt am Main in den letzten Jahren einer relativ stabilen Wohnungsbauproduktion und einer rapide steigenden Einwohnerzahl. Jüngere Einwohnerprognosen des Bürgeramtes, Statistik und Wahlen zeigen, dass die jetzt erreichte Zahl von ca. 690.000 Einwohnern nicht nur gehalten werden könnte, sondern dass ein weiteres Wachstum bis auf eine Zahl von ca. 724.000 Einwohnern im Jahre 2030 als möglich erscheint.

Bevölkerungsentwicklung in Frankfurt am Main seit 1960 und Vorausberechnung der wohnberechtigten Bevölkerung bis 2030 © Bürgeramt Statistik und Wahlen/Stadt Frankfurt am Main

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Wohnungsbau mit Potential Werden mit einer solchen Entwicklung die bekannten Wohnungsbaupotentiale erschöpft und überschritten? Wird es notwendig, dass die Stadt sich vom Vorrang der »Innenentwicklung«, der Konversion und Nachverdichtung abwendet und sich erneut dem städtebaulichen Wachstum an ihren äußeren Rändern zuwendet? Oder sollte die Stadt nicht ohnehin versuchen, derartige Wachstumsprozesse abzuwehren und auf ihre Nachbargemeinden verweisen? Aus Sicht des Stadtplanungsamtes ist die Stadt gut beraten, sich positiv zu diesen, je nach Interpretation, Entwicklungschancen oder Entwicklungszwängen zu stellen. Mit einer weiteren Stärkung der Wohnfunktion der Stadt – könnte die Zahl der Einpendler reduziert und damit ein Beitrag zur Verminderung des motorisierten Individualverkehrs geleistet werden (nahezu 80 % der die Stadtgrenzen überschreitenden Einpendler nutzen den Pkw), – würde eine ausgewogene Sozialstruktur gesichert und könnten »last, not least« Einwohner an die Stadt »gebunden« werden, die sich für das Gemeinwesen und lokale Demokratie engagieren, – würden die soziale Infrastruktur ebenso wird die privatwirtschaftlich betriebenen Versorgungseinrichtungen in Stadtteilen mit schwindender Einwohnerzahl gestützt werden, – würde die Basis der Einnahmen der Stadt verbreitert werden und – könnte mit Investitionen in den Wohnungsbau ein »Motor« des Stadtumbaus aufrechterhalten werden, der vorhandene Defizite und »Unorte« aufgreift und neue städtische Qualitäten schafft. Folgt man/frau diesem Ziel und proklamiert einen Paradigmenwechsel von der Bürozur Wohnstadt Frankfurt am Main, so ist zunächst die zukünftige Nachfrage nach Wohnungen und Wohnbauland zu quantifizieren und ihr dann das bekannte Angebot an Wohnbauland gegenüberzustellen.

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Wohnbaulandentwicklungsprogramm: Lage und Dimensionierung von potentiellen Wohnbauflächen, Fortschreibungsstand 2009 © Stadtplanungsamt/Stadt Frankfurt am Main

Neben der Einwohnerentwicklung ist für die Prognose des Bedarfs an Wohnbauland die Frage entscheidend, ob sich der »säkulare Trend« der Zunahme der Wohnfläche pro Kopf auch in Zukunft fortsetzen wird. Hier ist nicht der Ort, die Problematik von Vorhersagen zu diskutieren oder alternative Methoden zu erörtern. Eine einfache Modellrechnung soll dennoch vorgetragen werden, um die Größenordnung der Aufgabe der Bereitstellung von Wohnbauland zu verdeutlichen: Geht man/frau davon aus, dass, wie oben erwähnt, die Stadt im Jahre 2030 die 724.000 Einwohner besitzen wird bzw. soll, und wird angenommen, dass in dem vor uns liegenden Zeitraum die Wohnfläche pro Kopf im gleichen Umfang wie in den vergangenen 20 Jahren wachsen wird, so entsteht ein Bedarf an Bauland für ca. 4.530.000 m² Wohnflächen. Das sind ca. 57.000 Wohneinheiten mit einer durchschnittlichen Größe von 100 m² Geschoßfläche pro Wohneinheit. Auch bei der Quantifizierung des Angebots an verfügbaren Wohnbauflächen gibt es Unsicherheit. Wir wissen, dass einige Areale aus dem Wohnbaulandentwicklungsprogramm entlassen wurden, weil sie als baureif eingeschätzt wurden. Deren noch nicht in Anspruch genommenes Potential ist mit ca. 5.000 Wohneinheiten zu beziffern. Wie viele Wohnungen dar-

über hinaus in Geltungsbereichen älterer Bebauungspläne oder im unbeplanten Innenbereich realisierbar sind, kann derzeit nicht zuverlässig angegeben werden. Sicher ist dagegen, dass im Rahmen des Wohnbaulandentwicklungsprogramms daran gearbeitet wird, Flächen mit einem Potential für insgesamt 18.000 Wohneinheiten für eine Bebauung vorzubereiten. Da Bebauungsplanverfahren prinzipiell ergebnisoffen sind und da Konversion wie Nachverdichtung oft schwierige Prozesse der Baureifmachung von Grundstücken, zum Beispiel mit Verlagerung von Betrieben, voraussetzen, ist aber keineswegs sicher, dass im Ergebnis der Arbeiten tatsächlich Grundstücke für die genannte Zahl von 18.000 Wohneinheiten zur Verfügung stehen werden. Bei großen Projekten des Stadtumbaus muss nach unseren Erfahrungen mit Entwicklungszeiten von ca. 15 Jahren von der ersten Idee bis zur überwiegenden Fertigstellung gerechnet werden. Dies sind Zeiträume, in denen rechtliche und tatsächliche Randbedingungen sich ändern, in denen Akzeptanz und politische Unterstützung erodieren können – und in denen entsprechend Projektergebnisse erzielt werden, die von ursprünglichen Zielen und Erwartungen erheblich abweichen können.

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Stadtentwicklungsinitiative 2030: Projektkarte © Stadtplanungsamt/Stadt Frankfurt am Main

Strategien und Beispiele

Konsequenz aus den vorgetragenen Prognosen und Abschätzungen unter Berücksichtigung der doppelten Unsicherheit bezüglich der zukünftigen Nachfrage nach Wohnungen sowie des verfügbaren Wohnbaulandes sollte nach Auffassung des Stadtplanungsamtes sein, eher mehr als weniger Wohnbaulandentwicklung zu betreiben. Dies unter der Voraussetzung, dass sich genügend Projekte definieren lassen, bei denen städtische Qualität entwickelt und nachhaltig gesichert werden kann – unter Berücksichtigung ökologischer und ökonomischer Gesichtspunkte.

Dabei gibt es drei strategische Gesichtspunkte, die sich bei einzelnen Projekten oft miteinander verknüpfen: – Neue Wohnquartiere können an vorhandene Stadtquartiere mit hoher Wertschätzung »andocken« und deren Qualitäten weiterbauen. – Neue Wohnprojekte können städtebauliche Defizite aufgreifen und »Unorte« zu qualitätvollen Quartieren wandeln. – Und stadtwirtschaftliche Vorteile können erreicht werden, indem eine erneuerungsbedürftige soziale, kulturelle oder verkehrliche Infrastruktur durch einfachere und nachhaltigere Lösungen ersetzt wird.

Luftbild des stadträumlichen Verflechtungsbereiches Bornheim-Seckbach © Stadtvermessungsamt/Stadt Frankfurt am Main

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Unter diesen Aspekten erarbeitete das Stadtplanungsamt unter dem Titel »Stadtentwicklungsinitiative 2030« eine erste Idee für die räumliche Weiterentwicklung der Stadt. Dies einerseits im Sinne einer Fortschreibung des Wohnbaulandentwicklungsprogramms, andererseits aber auch zur Weiterentwicklung des vorhandenen Angebots an insbesondere öffentlichen Grünanlagen. Das Ergebnis zeigt die folgende Abbildung, wobei hier die im Rahmen des Wohnbaulandentwicklungsprogramms bereits in Realisierung befindlichen Flächen mit neuen Ideen zusammengeführt wurden. Die dargestellten Vorschläge sind keine ausgereiften Planungskonzepte. Sie bedürfen der kritischen Überprüfung vor allem im Gespräch mit der von ihnen betroffenen Bürgerschaft, sie bedürfen der Konkretisierung und der Überprüfung im Hinblick auf technische und finanzielle Machbarkeit. Zwei hinsichtlich ihrer Größe und Komplexität herausragende Vorschläge sollen nun beispielhaft erläutert werden. Das Luftbild zeigt die Bundesautobahn A 661, die aufgrund ihrer innenstadtnahen Lage potentielle »Grünverbindungen« zwischen Huthpark, Hauptfriedhof, Wasserpark, Bornheimer Friedhof und Günthersburgpark ausschließt und die zudem benachbarte Wohnquartiere mit Lärmemissionen belastet. Mit einer »Deckelung«

Entwicklungskonzept Bornheim-Seckbach; Planer: Albert Speer & Partner © Stadtvermessungsamt/Stadt Frankfurt am Main

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Ein zweiter Vorschlag betrifft den Stadtteil Ginnheim. Das Luftbild zeigt seine Belastung durch den raumgreifenden Miquelknoten, eine weit in die Innenstadt hineinreichende Autobahn sowie die in Hochlage geführte Schnellstraße Rosa-LuxemburgStraße:

Luftbildkarte: Bereich Rosa-Luxemburg-Straße und Miquelknoten © Stadtvermessungsamt/Stadt Frankfurt am Main

der im Geländeeinschnitt verlaufenden Autobahn könnte nicht nur mehr Ruhe in den Randbereichen, sondern zugleich ein Landschaftsraum mit »grünen Verbindungen« zwischen den vorgenannten Grünanlagen gewonnen werden, der für die Gesamtstadt von außerordentlicher Bedeutung wäre. Und wie ein erster städtebaulicher Entwurf des Büros Albert Speer & Partner zeigt, lassen sich überdies Flächen für qualitätvollen Wohnungsbau nutzen. Derzeit erfolgen vorbereitende Untersuchungen, um zu klären, ob das finanziell aufwendige Projekt als städtebauliche Entwicklungsmaßnahme zu realisieren wäre. Im positiven Falle ließen sich die planungsbedingten Wertsteigerungen der Grundstücke dann auch zur Mitfinanzierung der Einhausung der Autobahn mobilisieren.

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mer ist, als das »Grüne Y« Verknüpfungen zum Sinaipark und zum Volkspark Niddatal herstellt. Die Rosa-Luxemburg-Straße wäre auf normalem Geländeniveau neu zu bauen, was Radwege, Bäume und Gehwege sowie eine überzeugende städtebauliche Integration erlaubt. Und

Städtebauliches Konzept: Umbau von Rosa-Luxemburg-Straße und Miquelknoten; Planer: Albert Speer & Partner © Stadtvermessungsamt/Stadt Frankfurt am Main

Mit dem ebenfalls von Albert Speer & Partner angefertigten städtebaulichen Konzept lassen sich Vorteile für unterschiedliche Anliegen erreichen: Der dringend benötigte Lückenschluss der Stadtbahn zwischen Ginnheim und Bockenheimer Warte kann überwiegend oberirdisch, integriert in der Mitte einer Hauptverkehrsstraße, umgesetzt werden. Der Rückbau des Miquelknotens zu einem Kreisverkehr mit Hochstraße spart Flächen zugunsten einer Grünverbindung, signalisiert dem Autofahrer auf der Autobahn den Beginn der Stadt – und ermöglicht viele Verkehrsbemühungen selbstverständlicher als bisher. Zwischen Grüneburgpark und »Grünem Y«, den Grünanlagen im Bereich Platen- und Raimundstraße, wird eine großzügigere Grünverbindung realisierbar, die umso bedeutsa-

wenn Ersatzstandorte für mehrere Sportplätze gefunden werden können, lassen sich erhebliche Potentiale für weiteren Wohnungsbau gewinnen, die von den neuen Grünverbindungen und der neuen Stadtbahnerschließung Nutzen ziehen. Ob diese Vorteile die mit dem Vorschlag verbundenen Eingriffe und Kosten rechtfertigen, wird die künftige Erörterung zeigen – die Prüfungen und Diskussionen sind weniger weit vorangeschritten als bei dem anderen Planungsvorschlag! Dieter von Lüpke Leiter des Stadtplanungsamtes der Stadt Frankfurt am Main

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Frankfurt für alle Handlungsperspektiven für die internationale Bürgerstadt

Situation und Potential Frankfurt am Main ist eine erfolgreiche und prosperierende Stadt. In den vergangenen Dekaden wurden hier viele intelligente Programme zur Stadtentwicklung erarbeitet und beeindruckende Projekte realisiert. Frankfurt ist dadurch schöner, bedeutender und lebenswerter geworden. Dennoch halten sich sowohl innerhalb wie außerhalb der Stadt hartnäckig die eindimensionalen Bilder der rauen Wirtschaftsmetropole, des kühlen Finanzplatzes oder der langweiligen Provinzstadt mit belächelten Ambitionen zur »Global City«. In Zeiten wachsender nationaler wie internationaler Konkurrenz der Städte um die fähigsten Fachleute und prosperierende Firmen darf dieses Image nicht hingenommen werden. Das erscheint auch gar nicht als notwendig. Bei genauer Betrachtung zeigt Frankfurt nämlich eine ganze Reihe außergewöhnlicher Ressourcen und Begabungen: die große und lebendige Tradition als Bürgerstadt, einen aktiven und erfolgreichen Mittelstand, über 180 verschiedene Nationalitäten in friedlicher Nachbarschaft, exzellente Wissenschafts-, Kulturund Museumseinrichtungen, überraschend intensiven Naturbezug, ressourcenschonende Bau- und Siedlungskonzepte,

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Frankfurt am Main: Green Global City © AS&P Albert Speer & Partner GmbH

Zielhorizont und Basis

vergleichsweise gute Umweltbedingungen und einiges mehr an unvermuteten, oft versteckten Werten. Dieser Schatz ist zu heben. Die in der Stadt angelegten Fähigkeiten können weiterentwickelt werden, und Frankfurt kann neue, zeitgemäße Fertigkeiten erlernen.

Zu Beginn ihrer dritten Amtszeit entwickelte Oberbürgermeisterin Petra Roth die Vorstellung, Frankfurt mit Hilfe einer langfristig angelegten Leitlinie für die strategische Stadtentwicklung im globalen Wettbewerb der Metropolen auch zukünftig erfolgreich zu positionieren. Der Zielhorizont sollte das Jahr 2030 sein. Nach über 40 Jahren strategischer Politikberatung in und für Frankfurt war es uns und unserem Büro ein Herzensanliegen, eine

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solch faszinierende und ausgesprochen vielschichtige Aufgabe aufzugreifen. Das finanzielle Engagement einer Reihe Frankfurter Unternehmen und zweier Kammern, die sich in bester bürgerlicher Tradition für die Entwicklung ihrer Stadt einsetzten, ermöglichte diese Arbeit, auch ohne den

städtischen Haushalt zu belasten. Den Finanziers (DIC AG & Co. KGaA, IFK GmbH, Handwerkskammer Rhein Main, IHK Frankfurt am Main, Steubing AG, UBS Deutschland AG) kommt dabei eine mehrfache Bedeutung zu: Durch ihren offenkundigen Bürgersinn ließ sich das Vorhaben reali-

sieren, und gleichzeitig standen sie als wichtige und geistreiche Gesprächspartner zur Verfügung. Die Legitimation der Bearbeitung einer öffentlichen Aufgabe in privater Finanzierung aber führten sie erst durch den Verzicht auf die Vertretung ihrer Partikularinteressen und auf jedweden Lobbyismus herbei. So konnte eine unabhängige Denkschrift für Frankfurt in Frankfurt entstehen, die sich als Politikberatung begreift, also der Stadtregierung eine Strategie, Ideen und Projekte zur Diskussion vorlegt und deren Umsetzung anempfiehlt.

Themen und Projekte

Leitprojekt: Neues Wohnen in Frankfurt © AS&P Albert Speer & Partner GmbH

Leitprojekt: Korridore zum Grüngürtel © AS&P Albert Speer & Partner GmbH

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Ziel der Studie mit Perspektive 2030 war es also, Frankfurt im nationalen und internationalen Wettbewerb der Städte zu profilieren und sie attraktiv für die weltweit mobilen Wissenseliten und die mit ihnen verbundenen Unternehmen zu machen. Dafür formuliert die Zukunftsstudie Empfehlungen zur Weiterentwicklung Frankfurts in fünf Themengebieten: – Lebensqualität, – Wirtschaftskraft, – Bildung, Wissenschaft, Verantwortung, Mitwirkung, – Umwelteffizienz und – Zukunftsregion. Aufbauend auf den vorhandenen, oft aber nicht offenkundigen Begabungen und den analytisch antizipierten Zukunftsbedarfen der Stadt wurde eine Matrix von 120 Projektvorschlägen und 40 konkreten Leitprojekten entworfen. Bereits während der Bearbeitungszeit konnte die Realisierung einiger Leitprojekte angestoßen werden: Als Erstes wird beispielsweise die Heinrich-Lübke-Siedlung mit ca. 600 Wohneinheiten derzeit umfassend überarbeitet und soll schon bis 2013 zu einem Modell für nachhaltige Sanierung nicht mehr zeitgemäßer Großsiedlungen werden.

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Anspruch und Realisierung Die Erarbeitung der Denkschrift begann bei der Erkenntnis, dass der zukünftige Erfolg Frankfurts von der Attraktivität der Stadt für die kreativen Eliten der Wissensgesellschaft abhängen wird. Eine genaue Betrachtung der Wirkmechanismen mündete aber sehr bald in der Schlussfolgerung, dass die Konzentration auf hochqualifizierte Wissensarbeiter allein nicht zum gewünschten Resultat einer prosperierenden und lebenswerten Stadtgesellschaft führen würde. Nur ein stabiles Gemeinwesen mit ausgeglichenen, fairen sozialen Strukturen, mit engagierten und leistungsbereiten Bürgern und gut integrierten Zuwanderern unterschiedlicher Herkunft, mit Bildungs- und Lebenschancen für alle kann das Fundament für den erwünschten Stadtorganismus darstellen. Der Arbeitstitel »Frankfurt für alle« wurde entworfen und steht für diesen erweiterten Handlungsansatz.

Graphik: Logo der Denkschrift © AS&P Albert Speer & Partner GmbH

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Mitunter als umfassendes Stadtentwicklungskonzept fehlinterpretiert, sah sich die Studie trotz jener Prämisse der Kritik ausgesetzt, die sozialen Aspekte des städtischen Lebens und damit die spezifischen Bedürfnisse eines Teils der Bevölkerung weitgehend auszuklammern. Dem ist entgegenzuhalten, dass die Arbeit im Licht ihrer vorgegebenen Aufgabenstellung, der Sicherung und Förderung städtischer Prosperität, bewertet werden muss. Dies soll aber keineswegs negieren, dass auch den Bedürfnissen gesellschaftlicher Randgruppen und sozial Benachteiligter im Rahmen einer umsichtigen Stadtentwicklung über das vorgeschlagene Maß hinaus Rechnung getragen werden muss. Schon der gewählte Anspruch der Studie weist deutlich über die üblichen Kompetenzen der Stadtplanung hinaus. Deshalb war es ein Glücksfall, dass wir als Experten für die Fokusthemen Bildung, Wissenschaft, Verantwortung und Mitwirkung Prof. Dr. Klaus Ring (Kapitel Wissenschaft) von der Polytechnischen Gesellschaft und Dr. Roland Kaehlbrandt (Kapitel Bildung, Verantwortung und Mitwirkung) von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft als Coautoren zu gewinnen vermochten.

Unmittelbar im Anschluss der Bearbeitung konnten, darauf aufbauend, durch die Stiftung Polytechnische Gesellschaft einige der formulierten Projektvorschläge direkt aufgegriffen und realisiert werden. So baut »Frankfurt für alle« nicht zuletzt auf die Anziehungskraft und das Identifikationsangebot, die aus der langen Tradition bürgerschaftlichen Engagements in Frankfurt erwachsen und die Bestandteile des unverwechselbar »Frankfurterischen« sind. Einen weiteren wesentlichen Anteil an den Inhalten des Gutachtens hatten die etwa 130 Experten und relevanten Akteure aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur, mit denen oft lange und hochinteressante Einzelgespräche geführt wurden. Mit einem überschaubaren Aufwand konnten deren wissenschaftliche Expertise, politische Erfahrung und wirtschaftliche Kompetenz eingebunden werden: Nur mit Hilfe dieses kollektiven Sachverstandes ließ sich eine Vielzahl von Strategien und Projekten lokalisieren, die realistische Chancen auf eine baldige Verwirklichung haben. Wir als die Autoren der Studie erheben deshalb auch nicht den Anspruch, alleinige Urheber aller Ideen und Vorschläge zu sein. Oft bedurfte es lediglich des Sammelns und des Herauspräparierens sowie der Herstellung von Zusammenhängen zwischen den einzelnen Mosaiksteinen, die am Ende die Denkschrift ausmachen. Ebenso wurden Ideen erst im Dialog zwischen uns und den Befragten geboren, bereits lose vorhandene Gedankenstränge zudem gemeinsam verknüpft.

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Übergabe der Studie: Prof. Albert Speer und Oberbürgermeisterin Dr. Petra Roth © AS&P Albert Speer & Partner GmbH

Resultat und Resonanz Nach Vorlage der Studie (Bearbeitung: Februar 2008 bis Februar 2009) konnten sich deshalb viele der relevanten gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Akteure Frankfurts in den Projektvorschlägen wiederfinden, fühlten sich in ihrer Anschauung bestärkt und brachten Prozesse in Bewegung. Kritiker bemängelten allerdings, dass die Denkschrift lediglich eine Zusammenstellung vorhandener Ansätze sei. Auch die Urheberschaft einzelner Anregungen wurde reklamiert. Beides stört uns als die Autoren überhaupt nicht. Wir begrüßen die Umsetzung jeder der vorgeschlagenen Ideen und betrachten das Werk als »open source«, als eine Quelle, an der sich alle Gutwilligen nach Belieben bedienen können und sollen. Die Urheberschaft einer Idee sollte dabei zweitrangig sein, und die Experteninterviews hatten ja gerade den Sinn, Anstöße relevanter Akteure zu sammeln. Mindestens ebenso wichtig wie die Verwirklichung konkreter Projekte ist es, dass die Studie zumindest dazu beitragen konnte, das Selbstbild Frankfurts sowie das spezifische Zielsystem seiner Kommunalpolitiker und Entscheider zu verändern.

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Die Stadt ist sich ihrer hohen Lebensqualität bewusster geworden, und es hat den Anschein, als trüge sie diese Überzeugung nun selbstbewusster nach außen. Sie versteht sich als Finanz- und Wirtschaftsplatz, aber gleichzeitig auch als Ort von Wissenschaft und anwendungsorientierter Forschung. Sie bewirbt sich selbstbewusst um den Titel der »European Green Capital« und ist Motor verstärkter regionaler Aktivitäten. »Frankfurt für alle« hat diesen Entwicklungen den Weg geebnet. Der von den Autoren gewünschte, öffentliche Diskurs der Vorschläge mit den Bürgern ist leider kaum erfolgt. Lediglich das Integrationsdezernat hat den Ball aufgenommen und mit Geschick gespielt. Die nicht ausreichend fundierte Vorbereitung eines Folgeprozesses und dessen Verankerung im politischen Raum ist sicher eine berechtigte Kritik, die wir selber am nachdrücklichsten an uns üben. Dennoch fanden die Empfehlungen vielfältigen Eingang in die öffentliche Diskussion, in die Printmedien und vor allem in die Kommunalpolitik. Liest man den Koalitionsvertrag zwischen CDU und Die Grünen vom Mai 2011 mit entsprechendem Blick, so las-

sen sich erfreulicherweise reihenweise Elemente und Ideen der Denkschrift entdecken: Lebensqualität als eines der zentralen Politikziele, die erwähnte Bewerbung als Europas grüne Hauptstadt, Tempo 30 auf Grundnetzstraßen, Fahrradexpresswege und -infrastruktur, umfassend nachhaltige Modellstadtteile in Neubau und Bestand, ein Haus der Region und eines als Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit, der erste Schritt eines detaillierten Wohnbaulandkonzeptes, Frankfurt/ Rhein-Main als Leitregion für Nachhaltigkeit, interkommunale Gewerbegebiete und einiges mehr. Gemeinsam mit unseren Coautoren sind wir überzeugt, mit »Frankfurt für alle« nützliche und zielführende Anregungen für die Positionierung und Entwicklung Frankfurts in den Netzwerken der RheinMain-Region, Deutschlands und der Welt zu offerieren. Unsere Empfehlungen und Ideen sollen aber auch die Herzen der Frankfurter Bürger, seiner Wirtschaftsunternehmen und Gäste ansprechen. Dr. Michael Denkel Mitglied der Geschäftsleitung AS&P Albert Speer & Partner GmbH, Frankfurt am Main

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Innenstadtkonzept für Frankfurt am Main Leitlinien und Maßnahmenschwerpunkte

Ausgangslage und Ziel Frankfurt am Main ist eine internationale Metropole im »Taschenformat«. Dies spiegelt sich in der Kompaktheit ihrer Innenstadt wider, die bei geringer Flächenausbreitung eine hohe Erlebnisdichte bietet. Sie ist eine Stadt der kurzen Wege und der Kontraste. Zum einen finden sich hier die Spuren einer europäischen Stadt mit besonderer historischer Bedeutung und einem reichen kulturellen Erbe. Zum anderen zeichnet sie sich durch hohe Entwicklungsdynamik und Internationalität aus.

In diesem interessanten Spannungsfeld steht die Innenstadt: als moderne, aktive Stadt mit tiefen historischen Wurzeln, als »Global Player« mit lokaler Identität. Das größte Defizit der Frankfurter Innenstadt liegt auf der anderen Seite in der hohen Verkehrsbelastung und der Dominanz des motorisierten Individualverkehrs im öffentlichen Raum. Durch die Barrierewirkung der Hauptverkehrsachsen Berliner Straße, Mainkai und Kurt-Schumacher-Straße zerfällt sie in Teilbereiche und wird nicht als Einheit wahrgenommen. Die östliche Innenstadt ist vom attraktiveren und belebteren westlichen Teil abgetrennt. Durch die schlechte fußläufige Vernetzung fehlen wichtige Verbindungswege in NordSüd-Richtung zwischen Mainufer, Zeil und Wallanlagen. In einem offenen Planungsprozess im Jahr 2010 unter Moderation des Büros Stein und Schulz wurden Frankfurter Bürgerinnen und Bürger zu ihren Wünschen und Zielen für den Innenstadtkern, begrenzt durch Wallanlagen und Mainufer, befragt. Das

Architektur- und Stadtplanungsbüro raumwerk nahm diese Anregungen auf und entwickelte in Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungsamt ein übergeordnetes Konzept, welches die Basis für die aktuelle Fortschreibung bildet. Aufbauend auf einer differenzierten Analyse der bestehenden Potentiale und Defizite, benennt das Innenstadtkonzept wichtige Handlungsleitlinien und Maßnahmenschwerpunkte, die als Entscheidungsgrundlage für zukünftige Aktivitäten im Bereich der Innenstadt dienen sollen. Sie werden zum Teil in Bebauungsplänen verankert, steuern die Verteilung städtischer Investitionen oder stellen Angebote an private Eigentümer dar.

Acht Handlungsleitlinien

Identitäten der Quartiere © raumwerk Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung mbH

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Zur leichteren Orientierung und Hierarchisierung der Handlungsfelder erfolgt eine Fokussierung des Innenstadtkonzepts in folgende acht Leitlinien: – Identitäten und Qualitäten der Quartiere herausstellen, – Vernetzung der Innenstadt vorantreiben, – Stadtgestalt ausbauen und stärken, – Freiraum ausbauen und stärken, – Wohnen in der Innenstadt stärken, – Einzelhandel und Gastronomie in der Innenstadt fördern, – Arbeitsort Innenstadt entwickeln, – Kulturangebot herausstellen. Identitäten und Qualitäten der Quartiere herausstellen: Eine besondere Qualität der Innenstadt ist ihre bunte Mischung. Diese eigenständigen Identitäten, basierend auf der individuellen Entwicklungsgeschichte der Quartiere, gilt es zu stärken. Vorhandene Profilierungen sollen erkannt und ausgebaut werden.

[Umrisse]


Vernetzung der Innenstadt vorantreiben: Für eine attraktive und lebendige Innenstadt ist gute Erreichbarkeit entscheidend. Ein breites Angebot und bequemes Wechseln zwischen unterschiedlichen Verkehrsmitteln sind hierfür Voraussetzung. Fußgänger sind dabei die wichtigsten Verkehrsteilnehmer, da sie mehr als alle anderen zufällige Begegnungen im öffentlichen Raum ermöglichen und so zur Urbanität der Innenstadt beitragen. Der Ausbau eines attraktiven und flächendeckenden Wegenetzes in der Frankfurter Innenstadt ist ein Kernziel des Innenstadtkonzeptes. Durch die bedarfsgerechte Optimierung von Verkehrsflächen und die stärkere Berücksichtigung konkurrierender Nutzungsansprüche können neue großzügige öffentliche Räume mit Aufenthaltsqualität geschaffen werden. Die Gleichberechtigung der Verkehrsteilnehmer im »Shared Space« erlaubt die verkehrliche und gestalterische Beruhigung von innerstädtischen Erschließungsstraßen. Durch Rückbau und Reduzierung der Fahrbahnbreiten der Hauptverkehrsachsen Mainkai und Berliner Straße soll die jetzige Barrierewirkung überwunden werden.

Fußgängerverkehr

Motorisierter Individualverkehr

Fahrradverkehr

Öffentlicher Personennahverkehr

Vernetzung der Innenstadt © raumwerk Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung mbH

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Gestaltungsplan: Bebauung © raumwerk Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung mbH

Stadtgestalt ausbauen und stärken: Die Gestalt der Innenstadt ist durch den Kontrast geprägt: Neben wichtigen historischen Gebäuden bestimmen qualitativ hochwertige Bebauungen der 1950er und 60er Jahre vor allem im Bereich der Alt-

Gestaltungsplan: Freiflächen © raumwerk Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung mbH

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stadt sowie Hochhäuser aus unterschiedlichen »Hochhausgenerationen« das Bild von Frankfurt. Ziel des Konzeptes ist es zum einen, dieses Bild im Sinne einer Stadtreparatur zu beruhigen und Fehlstellen zu beheben, auf der anderen Seite

aber auch, Frankfurts typische spannungsreiche Kontraste zu erhalten und zu stärken. Im Sinne einer kritischen Rekonstruktion der historischen Stadtgestalt wird daher gefordert, die innenstadttypische Blockstruktur zu festigen und »Fehlstellen« durch Nachverdichtungen in Form von Blockrandschließungen, Aufstockungen und Neuordnungen vorhandener Baufelder zu beseitigen. Niveauvolle Ensembles der 1950er und 1960er Jahre sollen als besonderes Erbe Frankfurts in ihrer stadtbildprägenden Gestalt gesichert sowie historische Stadträume teilweise wiederhergestellt, wichtige historische Gebäude und Spuren, wie der Verlauf ehemaliger Befestigungsmauern, für Besucher der Innenstadt erlebbar gemacht werden. Freiraum ausbauen und stärken: Ziel sind die sukzessive Aufwertung aller wichtigen öffentlichen Platzräume in der Innenstadt mit einer entsprechend ihrer Lage und Funktion differenzierten Gestaltung, der Ausbau der Wallanlagen zum zusammenhängenden offenen Landschaftspark sowie die verstärkte räumliche Verknüpfung von Plätzen und öffentlichen Grünflächen. Insgesamt wird eine stärkere Begrünung der Innenstadt zur Verbesserung des Stadtklimas verfolgt.

[Umrisse]


Nutzungsvielfalt in der Innenstadt: Der besondere Reiz der Innenstadt liegt in den vielfältigen Angeboten für unterschiedliche Nutzergruppen und den damit verbundenen Erlebnismöglichkeiten. Im Sinne des Leitbildes der »Europäischen Stadt« sind diese Nutzungsvielfalt und Durchmischung weiter voranzutreiben. Bei Neustrukturierungen soll ein ausgewogenes Verhältnis aus Büronutzungen, Einzelhandel, Gastronomie und Wohnen realisiert werden. Ein vorrangiges Ziel ist es, die Innenstadt als Wohnstandort aufzuwerten, für unterschiedliche Bevölkerungsschichten wieder attraktiv zu machen und ein vielfältiges Wohnungsangebot zu schaffen, das Voraussetzung für eine sozial ausgeglichene Bevölkerungsstruktur ist. Die Frankfurter Einkaufszone wird bisher als lineare Einkaufsmeile in West-Ost-Richtung erlebt.

Nutzungsplan: Einzelhandel © raumwerk Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung mbH

Nutzungsplan: Kultur © raumwerk Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung mbH

Ein weiteres Ziel ist es daher, diese zu einem flächigen Netzsystem mit attraktiven Rundwegen und Anbindung an Main und Wallanlagen auszubauen. Die Innenstadt Frankfurts verfügt über ein hervorragendes Kulturangebot, welches durch das in fußläufiger Nachbarschaft liegende Museumsufer ergänzt wird. Die Stadtgeschichte soll nun im öffentlichen Raum stärker erlebbar werden. Hierfür müssen noch vorhandene Zeitzeugnisse herausgestellt und besser in den städtischen Raum eingebunden werden. Nutzungsplan: Wohnen © raumwerk Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung mbH

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Sonja Moers Architektin und Stadtplanerin Geschäftsführerin raumwerk Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung mbH, Frankfurt am Main

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Geschoßwohnungsbau im Passivhausstandard Zwei Beispiele: Hansaallee und Idsteiner Straße

Architektur und Passivhaus

»Die Funktionsweise des Passivhauses gleicht im Grunde der einer Thermoskanne.«

Passivhaus: Begriffsdefinition Die Funktionsweise des Passivhauses erklärt sich recht einfach, sie gleicht im Grunde der einer Thermoskanne: Die Thermoskanne lässt die Hitze durch ihre gedämmte Hülle nicht entweichen. Die thermographische Aufnahme zeigt das sehr deutlich im Vergleich zu einer normalen Kaffeekanne. In der Umsetzung auf die Architektur bedeutet dies, dass der Wärmeverlust der Außenhülle minimiert werden muss. Die thermische Behaglichkeit im Gebäude (ISO 7730) wird allein durch Nachheizen oder -kühlen des Frischluftvolumenstroms, der für ausreichende Luftqualität (DIN 1946) erforderlich ist, gewährleistet – ohne dazu zusätzlich Umluft zu verwenden. Durch dieses einfache Prinzip lässt sich der Heizenergiebedarf des Passivhauses auf 15 kWh/m2a reduzieren. Ein unsanierter Wohnungsbau aus den 1960er oder 70er Jahren verbraucht dagegen 300 kWh/m2a, der Durchschnittswert für Wohnhäuser in Deutschland beträgt 160 kWh/m2a. Wenn man sich die Entwicklung der Energiepreise zum Beispiel von Heizöl (1999: 26,52/100 l; 2007: 58,63/100 l) anschaut, so beantwortet sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Passivhauses von selbst.

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Den bisher in Deutschland realisierten Passivhäusern haftet immer noch etwas Unstädtisches und Esoterisches an, ihre Konzeption ist oftmals geprägt von den technischen Zwängen. Man könnte fast meinen, dass sich hier eine eigene und, wie ich finde, minderwertige Architektur verselbständigt hat. Die vielleicht typischsten Charakteristika dieser Gebäude sind davorgestellte Balkone und der Laubengang – beides Elemente, die ein schlechtes Image haben und für das städtische Wohnen oder den hochwertigen Eigentumswohnungsbau ungeeignet sind. Im Gegensatz zum Vorarlberg, wo das Passivhaus einen normalen Standard repräsentiert, ist es in unseren Breitengraden offenbar nicht bei den Architekten angekommen, sondern bis dato in den Händen von Ökoarchitekten und Esoterikern. Die öffentliche Meinung in Deutschland ist zudem von großem Unwissen gekennzeichnet. So schwirren Halbwahrheiten durch die Luft wie: »Man kann kein Fenster öffnen, die Pflanzen verdorren, technisch aufwendig, zu teuer.« Es ist daher an der Zeit, mit vorzeigbaren Bauwerken solche Vorurteile aus dem Weg zu räumen. Mit unseren innerstädtischen Passivhausprojekten »Campo«, ebenfalls in diesem Heft dokumentiert, sowie der »Hansaallee« und der »Idsteiner Straße« treten wir den Beweis an.

Beispiel: Hansaallee Das Ensemble Hansapark liegt am Übergang von der gründerzeitlich geprägten Blockstruktur zur offenen Bebauung entlang der Hansaallee, einer der wichtigsten Einfallstraßen in die Stadt. Die Neubauten des direkt gegenüber befindlichen neuen Universitätscampus Westend zeichnen sich durch einfache, monolithische, reduzierte Baukörper aus. Dieses prominente Gegenüber und die geschilderte Torsituation definieren die besondere Herausforderung für die Architektur.

Lageplan © Stefan Forster Architekten

[Umrisse]


Wohngebäude an der Hansaallee © Lisa Farkas

Auf Basis des mit der Stadtplanung abgestimmten Konzeptes wurden für die fünf Baukörper fünf Architekten beauftragt. Typologisch unterscheiden sich die Gebäude in vier an der Hansaallee stehende winkelförmige Volumina sowie in drei im Inneren des Grundstücks angeordnete Stadtvillen. Im Gegensatz zu vielen zeitgenössischen Projekten, die Individualität ausdrücken sollen, sahen die hier beauftragten Architekten ihre Aufgabe darin, eine gemeinsame, zurückhaltende, zeitlose Formensprache zu entwickeln, die eine gewisse Erhabenheit zum Thema hat. Die Gemeinsamkeiten machen sich vornehmlich an der Behandlung der Volumina fest: Alle Gebäude sind monolithisch und verzichten auf modisches Beiwerk. Die Individualität der Architekten äußert sich lediglich in der unterschiedlichen Ausformung der Öffnungen und der plastischen Ausbildung der Baukörper. Die angestrebte Erhabenheit wird auch dadurch erreicht, dass sich das Innere der Wohnungen, die Privatheit, nicht auf den sonst üblichen auskragenden Balkonen nach außen schiebt, sondern durch Loggien geschützt wird. Wollte man ihre Konzeption stilistisch einordnen, so könnte man am ehesten von einer Neuinterpretation des Rationalismus sprechen.

[Umrisse]

Loggien … © Lisa Farkas

Die drei an der Hansaallee errichteten Baukörper sind zudem ein Bekenntnis zum anonymen großen Mietshaus in der Stadt. Diese bewusste Anonymität, als positive Eigenschaft des Wohnens in der Großstadt, stellt eine klare Absage an die derzeit propagierten, missverstanden, dörflichen Stadtmodelle dar. Die sicher gewünschte Identifikation eines Bewohners mit seinem Wohnort erfolgt also nicht über das ablesbare individuelle Einzelhaus, sondern über das gesamte Quartier. Zur Verstärkung eines solchen Quartiers-

Hofseitige Baukörperanordnung © Lisa Farkas

gedankens wurde das Ensemble mit einer umlaufenden Einfriedung gefasst, die einerseits das subjektive Sicherheitsgefühl befriedigt und anderseits die Gesamtanlage aufwertet. In ihrem Innern verbindet eine gemeinsame, parkähnliche Grünfläche die einzelnen Gebäude; um die Großzügigkeit nicht zu stören, wurden die Privatgärten der erdgeschossigen Stadtvillenwohnungen nicht abgetrennt.

Erscheinungsbild im Winter © Lisa Farkas

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Der U-förmige Block von Stefan Forster Architekten bildet eine Kante zur Hansaallee und öffnet sich zu den innenliegenden Bauten, wobei wegen der Belastung durch Verkehrslärm die wohnungsbezogenen Freiräume als vorgestellte, thermisch getrennte Loggien zur Straße und dem Innenhof ausgeführt sind. Realisiert wurden insgesamt 45 Wohnungen mit einer lichten Raumhöhe von 2,70 m, die über einen großzügigen gemeinsamen Eingang und zwei ebenso großzügige Treppenhäuser erschlossen werden.

Grundrisse Erd- bis fünftes Obergeschoß © Stefan Forster Architekten

Querschnitt © Stefan Forster Architekten

Die im April 2010 fertiggestellte Gesamtanlage in der Hansaallee 88–90 stellt ein Modell dar, wie man perspektivisch Brachflächen in der Stadt mit einem zeitlosen architektonischen Konzept aufwerten kann, um ein neues Stück Großstadt zu schaffen – in Passivhausbauweise.

Bauherr ABG Frankfurt Holding GmbH, Frankfurt am Main Architekt Stefan Forster Architekten, Frankfurt am Main Projektmanagement Urbane Projekte GmbH, Frankfurt am Main Tragwerksplanung B + G Ingenieure Bollinger und Grohmann GmbH, Frankfurt am Main Haustechnik Ingenieurbüro Hausladen GmbH, Kirchheim Bauakustik Ingenieurgesellschaft für Technische Akustik mbH, Wiesbaden Vermessung Vermessungsbüro Seeger und Kollegen, Frankfurt am Main Passivhausberatung Passivhaus Dienstleistungs GmbH, Darmstadt Ausschreibung und Bauleitung FAAG Technik GmbH, Frankfurt am Main

Quartiersplatz bei Nacht © Lisa Farkas

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[Umrisse]


Wohnhaus in der Idsteiner Straße © Lisa Farkas

Beispiel: Idsteiner Straße Als frühes Beispiel des modernen Wohnungsbaus wurde in den späten 1920er und den frühen 1930er Jahren die Hellerhofsiedlung im Stadtteil Gallus errichtet. Die Arbeitersiedlung nach der Planung des niederländischen Architekten Mart Stam steht heute unter Denkmalschutz. Direkt gegenüber der Reihenbebauung an der Ecke von Idsteiner und Lorsbacher Straße wurde jetzt im Rahmen einer sogenannten Stadtteilreparatur ein neues Passivhaus mit 22 Wohnungen und Tiefgarage in der Idsteiner Straße 123–125 realisiert. Zuvor musste aber ein baufälliges und nicht sanierungsfähiges Gebäude aus den 1960er Jahren abgerissen werden, welches zudem nicht auf die kontextuellen Gegebenheiten reagierte.

Sockelbereich mit Klinkerverkleidung © Lisa Farkas

»Ecksituation« © Stefan Forster Architekten

Die geschickte Einbindung des Neubaus in die Umgebung gelingt durch die Wiederaufnahme vorhandener Baufluchten und die thematische Transformation der giebelständigen Doppelhäuser der Hellerhofsiedlung in die Moderne. Die zeitgenössi-

schen Grundrisse werden aufgewertet und sollen nun auch den gehobenen Mittelstand ansprechen. Im Gegensatz zur existierenden Siedlung nimmt das im April 2011 fertiggestellte Passivhaus im Erdgeschoß Bezug auf die äußeren Grünflächen und schafft damit eine Privatheit für die Bewohner. Die Klinkerverkleidung im Sockelbereich sorgt darüber hinaus nicht nur für eine klare, urbane Sockelzone, sondern überzeugt ebenso durch Dauerhaftigkeit.

Lageplan © Stefan Forster Architekten

[Umrisse]

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Bauherr ABG Frankfurt Holding GmbH, Frankfurt am Main Architekt Stefan Forster Architekten, Frankfurt am Main Tragwerksplanung B + G Ingenieure Bollinger und Grohmann GmbH, Frankfurt am Main Haustechnik Ingenieurbüro Baumgartner, Mörlenbach Brandschutz Grontmij GmbH, Frankfurt am Main

Grundrisse Erd- bis Dachgeschoß © Stefan Forster Architekten

Vermessung VermessungsbüroBrockmann und Kaiser, Frankfurt am Main Ausschreibung und Bauleitung BGG Architekten + Ingenieure Grünzig Ingenieurgesellschaft mbH, Bad Homburg

Querschnitt © Stefan Forster Architekten

Balkone und Gärten © Stefan Forster Architekten

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[Umrisse]


Energetisches Konzept

Konstruktive Besonderheiten Wie in der Begriffsdefinition bereits angedeutet, ist das konstruktive Thema des Passivhauses die luftdichte, hochgedämmte Außenhülle: Die Außenhülle muss den Baukörper ohne Unterbrechung umfassen. Beim »Campo« wurde sie aus Holzpaneelwänden gefertigt, die dann nochmals von außen gedämmt wurden. Bei der Bearbeitung stellten wir dann aber fest, dass der Detaillierungsaufwand hierfür sehr hoch ist. Der erhoffte Einsparungseffekt durch die serielle Produktion ließ sich nicht erzielen, da die einzelnen Häuser, weil sie jeweils an den Bestand anzupassen waren, voneinander abwichen. Wegen dieser Erfahrungen haben wir uns entschlossen, bei den nachfolgenden Projekten »Hansaallee« und »Idsteiner Straße« auf eine hochgedämmte Betonaußenwand zu wechseln. Eine Besonderheit der Hansaallee ist die Ausbildung der in die Fassade integrierten Loggien. Konstruktiv handelt es sich bei ihnen um freistehende, vor dem Haus angeordnete Bauteile, die jedoch von außen formal in die Hülle integriert werden. Es wird also bewusst auf das sonst so architektenübliche »Zeigen« der Konstruktion zugunsten einer zurückhaltenden, anonymen städtischen Architektur verzichtet.

[Umrisse]

Das energetische Konzept für beide Projekte ist identisch. Lüftung: Jede Wohnung besitzt ein eigenes Komfortlüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung, von den Nutzern individuell regelbar. Über den Schachtwärmetauscher wird die Abwärme zurückgewonnen, die so vorerwärmte Zuluft in einen Sammelkasten und von dort sternförmig die Zuluft zu den Fenstern geführt. Die Zuluftleitungen sind in die Betondecke einbetoniert. Alle Wohn-, Schlaf- und Kinder- bzw. Gästezimmer werden mit Frischluft versorgt, die Abluft wird über Bäder und Küchen abgesaugt. Heizen und Warmwasser: Die Beheizung erfolgt in der Hansaallee über eine Wasser-Wärmepumpe. Das heißt, dass Grundwasser gefördert und die Wärmepumpe damit sehr wirtschaftlich betrieben wird. Zusätzlich dient sie zur Vorerwärmung des Warmwassers, das dann über eine thermische Solaranlage weiter erwärmt wird. Ist ein Überschuss an Solarwärme vorhanden, wird er zur Versorgung der Fußbodenheizung genutzt. Reicht sie aber nicht aus, lässt sich ein Gasbrennwertkessel mit außenliegender Brennwertleitung zuschalten. Die Wärmeerzeugung in der Idsteiner Straße erfolgt durch einen Gasbrennwertkessel, die restliche Wärme wird auf folgendem Wege zugeführt: einen Heizkörper im Bad und einen im Wohnzimmer sowie, bei den größeren Wohnungen, einen in Räumen, in denen ein höherer Bedarf besteht. Das Gebäude verfügt zudem über eine thermische Solaranlage mit Heizungspufferspeicher, der sowohl die Warmwasserbereitungsanlage speist als auch die Überschusswärme der Restheizung zuführen kann. Alle Wohnungen sind mit wassersparenden Armaturen ausgestattet. Damit ist gewährleistet, dass Kalt- wie Warmwasserverbrauch minimiert werden.

Kühlen: Im Sommer besteht in der Hansaallee die Möglichkeit, die Fußbodenheizung zum Kühlen (»aktives Kühlen«) zu verwenden. Dies ist ganz einfach über den Raumthermostat zu regeln, wobei als Energie Grundwasser genutzt wird. Durch den Einsatz der Fußbodenheizung zum Kühlen erreicht man einen hohen Komfort ohne zusätzlich erforderlichen Sonnenschutz. Als sommerlicher Wärmeschutz und Schutz vor Überhitzung dienen Rollläden an allen Fenstern. CO2-neutrales Heizen: Um für den Heizbetrieb eine ausgeglichene CO2-Bilanz zu erreichen, wurde auf den Häusern in der Hansaallee eine Photovoltaikanlage installiert. Die jährliche Energiemenge deckt jahresbilanziert den Energiebedarf der Wärmepumpe mit der erforderlichen Hilfsenergie zur Förderung des Grundwassers ab.

Resümee Für uns liegt die Zukunft von energiesparenden Häusern in oben beschriebenen Modellen, das heißt in der Kombination aus hocheffizienter, dichter Gebäudehülle und dem zusätzlichen Einsatz von Erdwärme und Solarenergie. Bei weitersteigenden Energiepreisen zeigt sich dieses Modell als das wirtschaftlichste. Stefan Forster

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Ensemble in parkähnlicher Lage © Lisa Farkas

Steinsockel und Putzfassaden © Lisa Farkas

Wohngebäude in Niedrigstenergiebauweise Drei Mehrfamilienhäuser in der Hansaallee

Idee des Ensembles Das gesamte Projekt an der Hansaallee steht unter der Idee des Ensembles – genau wie auf der gegenüberliegenden Seite die neue Frankfurter Goethe-Universität um das IG-Farben-Gebäude von Hans Poelzig das Ensemble zum Ziel hat. Die Städte, die wir lieben, und auch die Stadtviertel, die uns erfreuen, sind harmonisch komponiert, sind eine kulturelle Wohltat für die Menschen, sogar ein Ideal.

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Die Beziehung zwischen dem Haus und der Stadt, zwischen Privatem und Öffentlichem, den Teilen und dem Ganzen darf nicht dem Zufall überlassen werden. Soll die Stadt oder das Quartier, wie hier die Hansaallee im Westend von Frankfurt, ein Ort glücklichen Zusammenlebens sein, muss sie nach bewussten Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten gestaltet werden. Diese bei Platon zu findende Einsicht hat Leon Battista Alberti als Erster in eine Theorie der Architektur übersetzt: »De re aedificatoria«. Eine Stadt ist ein »großes Haus«, und umgekehrt stellt die Gesellschaft der Räume (Wohnungen), die ein Haus ausmachen, eine »kleine Stadt« dar. Das hat auch der wohl bekannteste Architekt der Renaissance, Andrea Palladio, so übernommen.

Meine drei Häuser als Teil des Ensembles Hansaallee folgen dieser Konvention. Sie sind drei Freunde, sie sind die Partitur zu einer Symphonie, sie sind mein Bekenntnis und dankenswerterweise ebenso das des Bauherrn zu der Tradition der europäischen Stadt.

[Umrisse]


Solitäre im Grünen Drei Mehrfamilienwohnhäuser in Niedrigstenergiebauweise mit insgesamt über 50 Wohneinheiten wurden hier in parkähnlicher Lage errichtet. Im Mittelpunkt des großen Ensembles befinden sich die drei von Grün umrankten Wohnsolitäre, deren Gestaltung von Lochfassaden in zwei Farben, Beige und Umbra, von französischen Fenstern in Holz mit nachtblauen Markisoletten und sehr großen Balkonterrassen geprägt wird. Die Gebäude stehen für ein architektonisches Bekenntnis zur Tradition der europäischen Stadt: Wechselbeziehungen zwischen Wohnen und Außenraum, zwischen privat und öffentlich ermöglichen Kommunikation. Auch im Inneren sind die Treppenhäuser und Wohnungen wie Stadträume mit öffentlichen Plätzen (Dielen, Küchen, Wohnflächen) und privaten Bereichen (Zimmern) organisiert.

Gestaltung des Eingangsbereichs © Marcus Bredt

Die Wohnungen folgen dieser Idee und werden daher über großzügige Eingangsdielen (»Plätze«) betreten, um die sich die Zimmer und Bäder (»Häuser«) gruppieren. Zusammen mit Küche und Wohnbereichen bilden sie die »Stadt«. Steinsockel und helle Putzfassaden aufweisend, sind sie im Inneren mit Parkettfußböden in den Wohnräumen und Natursteinbelägen in den Bädern ausgestattet, Letztere verfügen zudem über elegante Objekte und qualitätvolle Armaturen.

Ausstattung im Inneren © Marcus Bredt

Raumhöhen bis 2,70 m und Flügeltüren, die bis an die Decke reichen, sorgen in ihnen ebenfalls für ein »altbauwertiges« Wohnen. Alle drei im Jahr 2010 fertiggestellten Solitäre wurden im Passivhausstandard gebaut und vom Passivhaus Institut Darmstadt zertifiziert. Michael A. Landes

Balkonterrassen mit Markisoletten © Marcus Bredt

[Umrisse]

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Ansichten © Landes & Partner

Bauherr ABG Frankfurt Holding GmbH, Frankfurt am Main

Generalplanung FAAG Frankfurter Aufbau AG, Frankfurt am Main

Entwurf Landes & Partner Architekten, Frankfurt am Main

Tragwerksplanung B + G Ingenieure Bollinger und Grohmann GmbH, Frankfurt am Main

Projektsteuerung Urbane Projekte GmbH, Frankfurt am Main

Haustechnik Ingenieurbüro Hausladen GmbH, Kirchheim Bauphysik und Zertifizierung Passivhaus Institut Dr. Wolfgang Feist, Darmstadt Vermessung Vermessungsbüro Seeger und Kollegen, Frankfurt am Main Außenanlagen freiraum x Landschaftsarchitektur Dipl.-Ing. Claudius Grothe, Frankfurt am Main

Gebäudeschnitt © Landes & Partner

Regelgeschoß © Landes & Partner

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[Umrisse]


Stadthäuser in der Freiherr-vom-Stein-Straße © Jean-Luc Valentin

Neubebauung als Blockergänzung © Jean-Luc Valentin

Stadthäuser im Westend Drei Wohngebäude als Blockergänzung

Mansarddächer und Dachterrassen © Marcus Bredt

Hauscharakter Entwurfsgedanke In der Freiherr-vom-Stein-Straße konnten wir drei elegante Stadthäuser mit ca. 45 Wohnungen in Größenordnungen von 60–300 m2 realisieren. 2004–2006 geplant und errichtet, entstanden sie als straßenbegleitende Blockergänzung mit dem Entwurfsgedanken, den Stadt- und Wohnraum öffentlich in einen Dialog zu bringen. Ziel war es, hochwertige Wohngebäude im Einklang mit der ortstypischen Bauweise und deren architektonischen Stilelementen zu schaffen. Sowohl die Gestaltung ihrer Fassaden als auch die Organisation der Grundrisse übernehmen traditionelle Qualitäten der gründerzeitlichen Häuser des Frankfurter Westends.

[Umrisse]

Hohe Geschosse, französische Fenster, Natursteinfassaden und Mansarddächer ordnen sich wie selbstverständlich in das elegante Westend ein, lichte Räume, große Ess- bzw. Wohnküchen, Doppelflügeltüren, Dielen, Terrassen und weitläufige Treppenhäuser mit Oberlichtern, wie man sie aus Paris kennt, bieten eine vorzügliche Wohnqualität. Einladende Terrassen oder Balkone öffnen die bis zu 300 m2 großen Wohnungen aller drei Häuser zum innenliegenden, geschützten und begrünten Gartenhof. Die Mansarddächer ermöglichen zudem lichte Raumhöhen von 3 m und die Ausbildung von Dachterrassen, die ebenfalls zum Innenhof orientiert sind.

Lageplan © Landes & Partner

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Längsschnitt © Landes & Partner

Jedes der drei Häuser, die in Mischbauweise mit Stahlbetonskelett und Mauerwerk errichtet sind, erhält durch die unterschiedliche Ausprägung der Gebäudehüllen und des Material- und Farbkonzeptes eine eigene Identität, um eine architektonische Differenzierung zu erlangen und den »Hauscharakter« zu unterstreichen. So wurde bei Haus 1 und 2 ein eingeschossiger Natursteinsockel in Beigetönen ausgeführt und die übrigen Geschosse mit einem Wärmedämmverbundsystem samt Putzfassade versehen.

Wie bei Leon Battista Alberti werden die bodentiefen Biforien-Fenster mit einer runden Mittelsäule sowie mit einem Sonnenschutz in Form von ultramarinfarbigen Markisoletten ausgestattet und sorgen für einen lebendigen Kontrast. Haus 3 wurde dagegen komplett mit einer Natursteinfassade in hellbeigen Farbtönen verkleidet und mit bodentiefen Fenster mit Schiebeläden und Absturzsicherungen aus Glas gegliedert.

Eingangsportale … © Marcus Bredt

Unterschiedliche Fassaden © Marcus Bredt Erstes bis viertes Obergeschoß © Landes & Partner

Erdgeschoß © Landes & Partner

Die Eingangsportale und Treppenhäuser verfügen über Natursteinfußböden und -sockel, die in ihrem Farbkonzept jedoch hausweise variieren und ihnen im Zusammenspiel mit den Eingangstüren aus lasierter Eiche bzw. Mahagoni einen gediegenen Charakter verleihen. Dieser wird in den Treppenhäusern von schwarzen Stahlstabgeländern mit Holzhandlauf ergänzt. Die 2,50 m hohen Wohnungseingangstüren folgen diesem Farb- und Materialkonzept und bestehen daher aus denselben Holzarten. Alle drei Häuser besitzen darüber hinaus einen Glasaufzug und eine gemeinsam genutzte, bauteilübergreifende Tiefgarage mit Einzel- und Doppelparkern. Michael A. Landes

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[Umrisse]


Projektsteuerung Unmüssig Bau Verwaltungsgesellschaft mbH, Freiburg Tragwerksplanung B + G Ingenieure Bollinger und Grohmann GmbH, Frankfurt am Main Haustechnik Pettersson + Ahrens Ingenieur-Planung GmbH, Ober-Mörlen

Bauherr Projektgesellschaft Westend III mbH, Stuttgart

Außenanlagen freiraum x Landschaftsarchitektur Dipl.-Ing. Claudius Grothe, Frankfurt am Main

Entwurf Landes & Partner Architekten, Frankfurt am Main

Vermessung Vermessungsbüro Schütz Vollmer, Friedberg

Wohnungen mit Balkonen © Marcus Bredt Orientierung zum Gartenhof © Marcus Bredt

[Umrisse]

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Neues urbanes Viertel zum Wohnen, Einkaufen und … © AS&P Albert Speer & Partner GmbH/Thomas Ott/Thomas Lison/Jean-Luc Valentin/Julia Bergfeld

Campo am Bornheimer Depot Wohnquartier in Passivhausstandard

(Rahmen-)Planung Das »Campo am Bornheimer Depot« liegt inmitten des Stadtteils Frankfurt-Bornheim, eines bürgerlichen, gewachsenen Quartiers aus der Gründerzeit. Auf einer Industriebrache entstand hier ein neues urbanes Viertel, das unter Integration zweier denkmalgeschützter Gebäude sowie eines um 1900 errichteten Wohnhauses hochwertigen Geschoßwohnungsbau, Einkaufen und Gastronomie verbindet.

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Auf Basis einer Studie von Albert Speer & Partner wurde im Auftrag der ABG Frankfurt Holding ein kooperatives Verfahren zur Entwicklung einer städtebaulichen Rahmenplanung unter den Architekturbüros Albert Speer & Partner, Scheffler + Partner sowie Stefan Forster Architekten ausgelobt. Die weitere, gemeinsame hochbauliche Bearbeitung erfolgte dann auf der Grundlage der städtebaulichen Rahmenplanung von Stefan Forster Architekten. Die FAAG Technik realisierte die Tiefgarage, die Umnutzung und Sanierung des ehemaligen Depots wurden zudem an einen Coinvestor vergeben und vom Architekturbüro Hoechstetter und Partner konzipiert. Die drei Frankfurter Architekturbüros haben also jeweils einen Teil des modernen Passivhausprojekts geplant und tragen so zu einem vielseitigen und lebendigen Erscheinungsbild bei: Die neuen Gebäude nehmen Typologien und Baufluchten der Umgebung auf und ordnen sich in Materialität und Maßstab in den städtischen

Kontext ein, wobei der fünfgeschossige Blockrand arrondiert und eine Gasse geschaffen wird, die an der Stelle erstmals eine Querung für Fußgänger und Radfahrer von der Heidestraße zur ca. 3 m höher gelegenen Gronauer Straße ermöglicht. Bei aller Individualität in der Formensprache setzen die Architekten sehr hohe qualitative und gestalterische Standards um, die in gemeinsamen Workshops definiert, in einer Gestaltungssatzung zusammengefasst und als Ausgangspunkt für den gesamten Planungsprozess genutzt wurden. So wurde zum Beispiel großer Wert auf eine deutliche Ablesbarkeit der einzelnen Häuser gelegt, die in ihrer Maßstäblichkeit der typischen Bornheimer Bebauung entsprechen. Klare Gliederungen der Fassaden mit steinernen Sockeln, verputzten Fassadenflächen im Mittelteil und zurückgesetzten, teilweise geneigten Staffelgeschossen stellen eine zeitgemäße Interpretation der gründerzeitlichen Entwurfsprinzipien der umgebenden Bebauung dar.

[Umrisse]


Dachgeschoß © Stefan Forster Architekten/ AS&P Albert Speer & Partner GmbH/ Scheffler + Partner/ Hoechstetter und Partner

Wohnqualitäten Alle Wohnungen besitzen einen eigenen Balkon oder Garten, der sich zum begrünten, ruhigen Hof orientiert, während sie sich zum Stadtraum mit geschützten Loggien öffnen. Den begrünten Freibereichen kommt im urbanen Kontext eine besondere Rolle in puncto Aufenthaltsqualität zu. Daher wurden dienende Funktionen, wie etwa Müll- und Fahrradabstellräume, größtenteils in den Erdgeschossen der Häuser organisiert, um die Außenflächen freizuhalten und hochwertig überplanen zu können. Durch Hecken separierte private Gärten wechseln sich daher ab mit halböffentlichen Zonen, auf denen unter anderem ein Kinderspielplatz angeordnet ist.

Regelgeschosse © Stefan Forster Architekten/ AS&P Albert Speer & Partner GmbH/ Scheffler + Partner/ Hoechstetter und Partner

Erdgeschoß © Stefan Forster Architekten/ AS&P Albert Speer & Partner GmbH/ Scheffler + Partner/ Hoechstetter und Partner

Auch bezüglich des Wohnkomforts, der Nachhaltigkeit und der Energieeffizienz wurden seitens der Bauherren und Planer ambitionierte Ziele definiert: Sämtliche Häuser erfüllen den Passivhausstandard, garantieren einen minimalen Energieverbrauch und somit geringe Nebenkosten für die Mieter und Eigentümer. Sie verfügen über eine Komfortlüftung mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung sowie über raumweise regelbare Komfortheizkörper.

[Umrisse]

Die Raumhöhen betragen in den Aufenthaltsräumen 2,70 m, raumhohe Fenster sorgen zudem für ein lichtdurchflutetes Inneres, wobei außenliegende, elektrisch betriebene Raffstores eine unangenehme Aufwärmung im Sommer verhindern. Bei der Definition der Wohntypenmischung wurde seitens des Bauherrn großer Wert auf einen heterogenen, innenstadtverträglichen Zuschnitt gelegt – mit dem Resultat von Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen, die in Aufteilung und Größe (60–160 m²) variieren und so für ein breites Bevölkerungsspektrum attraktiv sind. Mit dem im April 2008 realisierten »Campo am Bornheimer Depot« ist also ein hochwertiges Wohnquartier mit außergewöhnlichen architektonischen Qualitäten inmitten einer gewachsenen urbanen Struktur entstanden.

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Fassade an der Rendeler Straße © Thomas Lison

Bebauung im Blockinnenbereich © Julia Bergfeld/Scheffler + Partner

Heidestraße 149 und Rendeler Straße 44–48 Vom Büro Scheffler + Partner stammen die Häuser in der Heidestraße 149 und der Rendeler Straße 44–48 mit der Bebauung im Innenbereich der östlichen Blockhälfte. Für die Straßenfassaden wurden die Gestaltungselemente der Nachbarbebauung übernommen: geklinkerte Sockelgeschosse, eingeschnittene Loggien und als oberer Abschluss ein zurückgesetztes Staffelgeschoß. Die Giebelwand der ehemaligen Reparaturhalle des alten Straßenbahndepots, die seit langen Jahren zum vertrauten Bild der unteren Rendeler Straße gehört, wurde hier integriert.

Schnitt © Scheffler + Partner

Ebenso entspricht die gewerbliche Nutzung der Erdgeschosse mit einem kleinen Café und einer Kindertagesstätte der gewohnten Erscheinung des dichtbesiedelten Stadtteils. Die Grundrisse der fünf- bis sechsgeschossigen Häuser sind hauptsächlich als Zwei- und Dreispänner organisiert.

Zurückgesetztes Staffelgeschoß © Thomas Lison

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Das vorgeschlagene Wohnungsgemenge deckt das gesamte Spektrum von zwei bis zu fünf Zimmern ab, so dass sich auch in der Struktur der Bewohner die Vielfalt städtischer Lebensverhältnisse widerspiegeln kann. Den zum Blockinnern orientierten Räumen sind überdachte Balkone als Freisitze vorgelagert, die erdgeschossigen Wohnungen haben Mietergärten. Alle Häuser sind in Passivhausbauweise errichtet und zertifiziert worden. Ihre tragende Konstruktion besteht aus Stahlbetondecken und betonierten Querwänden. Für die äußeren Längswände wurden hochgedämmte Holzrahmenelemente gewählt, deren Lasten geschoßweise über die Decken abgeleitet werden; zur Überdeckung der Fugen dient ein zusätzlich aufgebrachtes Wärmedämmverbundsystem. Die kontrollierte Lüftung ist mit Vertikalwärmetauschern ausgerüstet, in allen Räumen lässt sich über einen in das Zuluftsystem integrierten Heizkörper die Temperatur individuell regeln.

[Umrisse]


Heidestraße 141–147 Die vier von Stefan Forster Architekten geplanten kubischen Gebäude liegen gegenüber der filigranen denkmalgeschützten Halle entlang einer neugeschaffenen Gasse. Die Erdgeschoßebene mit zurückgesetzten Hauseingängen und hellen Gewerberäumen wird mit einem durchlaufenden Klinkersockel hervorgehoben. Mit zwei Wohnungen pro Geschoß ließen sich hier attraktive Wohnflächen schaffen: Neben den großzügigen Fensterflächen öffnen sie mit geschützten Loggien zum Stadtraum, während die rückseitigen Balkone eine Verbindung zum begrünten, ruhigen Hof bieten. Die ebenerdigen Mietergärten und die im Dachgeschoß angeordneten Terrassen sorgen für weitere private Freiflächen.

Wohnhaus am (neuen) Quartiersplatz © Jean-Luc Valentin

Verbindung zum begrünten Innenhof © Jean-Luc Valentin Längsschnitt © Stefan Forster Architekten

Rückseitige Balkone … © Jean-Luc Valentin

[Umrisse]

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Gronauerstraße 4–8 und Heidestraße 135–137: Schnitt © AS&P Albert Speer & Partner GmbH/Hoechstetter und Partner

Gronauerstraße 4–8 Sämtliche Häuser erfüllen den Passivhausstandard und sind barrierefrei zugänglich. Das Energiekonzept garantiert einen minimalen Primärenergieverbrauch und somit extrem niedrige Nebenkosten: Der Heizenergiebedarf beträgt nur 15 kW/m²a und senkt den CO2-Ausstoß auf ein absolutes Minimum. Fassaden mit steinernen Sockeln, verputzten Fassadenflächen und zurückgesetzten, teilweise geneigten Staffelgeschossen prägen das Erscheinungsbild, wobei Balkone, Loggien und vertikale Fensterelemente für eine individuelle und abwechslungsreiche Gestaltung sorgen.

Gebäude an der Gronauerstraße © AS&P Albert Speer & Partner GmbH

Die zentrale Lage, flexible Grundrisse und die zukunftsorientierte Passivhausbauweise machen die Wohnungen in gleicher Weise für Familien mit Kindern, ältere Mitbürger und Singles attraktiv.

Ausbildung einer Gasse © AS&P Albert Speer & Partner GmbH

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»Ecksituation« © AS&P Albert Speer & Partner GmbH

[Umrisse]


Umnutzung des ehemaligen Straßenbahndepots © Thomas Ott

Heidestraße 135–137 Das ehemalige Straßenbahndepot ist das Herzstück des Quartiers. Die Aufgabe für Hoechstetter und Partner bestand nun darin, die über 100 Jahre alte Halle für die Unterbringung eines Vollsortimenters umzubauen. Dabei war es wichtig, die

historische Stahlkonstruktion und damit den markthallenähnlichen Charakter komplett zu erhalten. Vom Betreiber wurde deshalb erwartet, dass neben einem großen Obst- und Gemüsesortiment auch eine Frischfleisch- und sogar eine Frischfischabteilung vorgesehen werden.

Durch die Notwendigkeit der Demontage der Stahlkonstruktion, um sie an anderer Stelle zu sanieren, bot sich die Chance, unter der Halle und dem Vorplatz eine zweigeschossige Tiefgarage mit 194 Stellplätzen zu errichten. Ihre untere Ebene dient heute dem Anwohnerparken, die obere hingegen als Kundenparkplatz, über eine Rolltreppe verbunden mit der darüberliegenden Handelsfläche.

Heidestraße 135–137: vorher und nachher © Thomas Ott/Hoechstetter und Partner

[Umrisse]

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In enger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde wurde die historische Stahlkonstruktion wiederhergestellt und die Hallenfassaden in ihr originales Erscheinungsbild zurückversetzt, wobei die alten Toröffnungen an der Südseite eine neue Glasfassade erhielten. Zwischen der Halle, dem renovierten Verwaltungsgebäude und der neuen Wohnbebauung im Osten entstand zudem ein Quartiersplatz. Dach und Außenwände der Halle sind jetzt wärmegedämmt. Die ursprüngliche Außenwand aus Stahlfachwerk mit Klinkerausfachung wurde dazu als hinterlüftete Vorsatz- vor die wärmegedämmte Innenschale gesetzt, während im Fall des ehemaligen Dienstgebäudes in der Heidestraße 137 die Sanierung anhand historischer Aufnahmen erfolgte. Sockel- und Erdgeschoß werden heute als Kindertagesstätte genutzt, in den Obergeschossen befinden sich großzügige Wohneinheiten. Das ehemalige Sozialund Toilettenhäuschen wurde abgebaut und unter Verwendung originaler Bauteile an der Südostecke des Grundstücks rekonstruiert, danach eine Backstube mit Café beherbergend. Stefan Forster

Wiederhergestellte Stahlkonstruktion © Thomas Ott

Bauherren ABG Frankfurt Holding GmbH, Frankfurt am Main (Wohnungsbau) Straßenbahn Depot Heidestraße GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main (Markthalle und Tiefgarage) Architekten Stefan Forster Architekten, Frankfurt am Main (Heidestraße 141–147) AS&P Albert Speer & Partner GmbH, Frankfurt am Main (Gronauer Straße 4–8) Scheffler + Partner Architekten BDA, Frankfurt am Main (Rendelerstraße 44–48, Heidestraße 149) Hoechstetter und Partner Architekten BDA, Darmstadt (Heidestraße 135–137)

Projektmanagement und Bauleitung Urbane Projekte GmbH, Frankfurt am Main Tragwerksplanung und Brandschutz bauart Konstruktions GmbH, Lauterbach Haustechnik Ingenieurbüro Hausladen GmbH, Kirchheim Bodengutachten Baugrundinstitut Franke-Meißner und Partner GmbH, Wiesbaden-Delkenheim Passivhausberatung Passivhaus Dienstleistung GmbH, Darmstadt Vermessung Vermessungsbüro Seeger und Kollegen, Frankfurt am Main Freiraumplanung Freiraum X, Frankfurt am Main

Heutige Außenwand © Thomas Ott

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[Umrisse]


Studierendenwohnheim am Wiesenhüttenplatz Umbau des ehemaligen Polizeireviers 4

Ursprüngliche Struktur 1972 wurde der siebengeschossige Stahlbetonskelettbau für das Polizeirevier 4 im Frankfurter Bahnhofsviertel errichtet – eine funktionale Architektur mit Büroflächen in fünf Obergeschossen für die Beamten sowie einem Zellentrakt und einer Garage für Mannschaftswagen im Sockel. Mit dem Wandel des Bahnhofsviertels wurde 2002 seine ursprüngliche Funktion aber obsolet und das Gebäude leer gezogen. Nachnutzer vor allem wegen des individuellen Sockels fanden sich keine, bis dem Studentenwerk Frankfurt die Idee kam, die Immobilie aus dem Besitz des Landes Hessen zu übernehmen und in ein Studierendenwohnheim umzuwandeln. So veranstaltete es 2008 ein Auswahlverfahren unter fünf Architekturbüros, bei dem der Entwurf des Büros Ferdinand Heide ausgewählt wurde. Baukörper mit variierenden Fensteröffnungen © Frank Heinen/Architekturbüro Ferdinand Heide

Umnutzung als Chance

Früheres Erscheinungsbild des Gebäudes © Frank Heinen/Architekturbüro Ferdinand Heide

[Umrisse]

Der Entwurf sah in dem Umbau und der Umnutzung des ehemaligen Polizeireviers die große Chance, nicht nur in attraktiver, zentraler Lage von Frankfurt ein neues Studierendenwohnheim anzubieten, sondern auch eine Möglichkeit, den schön gestalteten Wiesenhüttenplatz kopfseitig mit einem urbanen und architektonisch hochwertigen Bauwerk abzuschließen. Für die Konzeption der Außenhaut bedeutete dieser Anspruch, dass die ausdruckslose horizontale Bandfassade gegen eine spannungsreiche Komposition unterschiedlicher Elemente und Materialien ersetzt wurde: Analog zur klassischen Teilung und Vertikalität der im Bahnhofsviertel und am Platz noch zahlreich vorhandenen gründerzeitlichen Fassaden wird

Lageplan © Architekturbüro Ferdinand Heide

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Querschnitt © Architekturbüro Ferdinand Heide

der Baukörper zunächst als massives Volumen mit geschlossenen Wandflächen verstanden, in den variierende Fensteröffnungen geschnitten werden. An seiner Vorderfront entsteht durch diese Einschnitte in Form eines weit zurückgesetzten Eingangs sowie in Form von tiefen Fenstern mit Holzlamellen eine spannungsvolle und plastische Gebäudehülle, die sich in ihrer Axialität und vertikalen Betonung auf die Mitte des Wiesenhüttenplatzes bezieht. Gleichzeitig zeigt das Haus weiterhin seinen konstruktiven Ursprung, denn das kräftige Betonskelett, auf dem alle Decken aufliegen, bleibt nach außen erhalten – jedoch auf subtile Art und Weise: Im

Bereich des Eingangs und der Loggienfenster werden die Stahlbetonstützen und -unterzüge freigestellt. Die Wand erscheint dabei als Bauteil, das einen dicken sichtbaren »Mantel« trägt: ein Wärmedämmverbundsystem, das die Kubatur in den oberen Stockwerken vierseitig umschließt. Im Erdgeschoß hingegen wird ein Sockel aus einer Natursteinverkleidung realisiert, der auch die Umfassungswand auf der südlichen Grundstücksgrenze mit einbe-

zieht. Die farbliche Gestaltung in Hell- und Sandsteinrot der Putzflächen dient der Gliederung des Baukörpers und der Ablesbarkeit seiner unterschiedlich hohen Volumina, die Farbigkeit und Materialität des Natursteins (Basaltlava) orientieren sich am Erscheinungsbild der am Wiesenhüttenplatz anzutreffenden Altbauten.

Neue Grundrissorganisation: Erdgeschoß und Regelgeschoß © Architekturbüro Ferdinand Heide

Die seitlichen und rückwärtigen Fassaden haben jeweils Fenster, die so proportioniert sind, dass einerseits genügend Tageslicht in die Appartements gelangt und andererseits die Privatsphäre der Wohnungen gewahrt bleibt. Bei der hier entwickelten Lösung handelt es sich um eine energetisch hocheffiziente, wärmegedämmte Hülle, die die EnEV 2009 problemlos um 30 % unterschreitet. Selbstverständlich wird auf den partiell freigestellten Betonstützen ebenfalls eine neue Wärmedämmung angeordnet, aber nicht mit Putz überdeckt, sondern mit einer Zementspachtelung, die dem Sichtbeton der Innenstützen nahekommt. Zurückgesetzter Eingang an der (heutigen) Vorderfront © Frank Heinen/Architekturbüro Ferdinand Heide

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[Umrisse]


Eigenständige Appartements in jedem Geschoß © Frank Heinen/Architekturbüro Ferdinand Heide

Neue Grundrissorganisation Die vorgeschlagene Grundrissorganisation folgt der Idee, in jedem Geschoß eigenständige Studentenappartements mit Bad, Küchenzeile und einem gut möblierbaren Wohnraum anzubieten. Die Größe des Zimmers ist in der Regel so, dass neben Bett und Schrank ein Ess- sowie ein Schreibtisch Platz finden. Regale sind in die durch die mächtige Konstruktion vorhandenen Wandnischen eingelassen. Pro Geschoß haben vier Wohnungen außenliegende Bäder mit einem kleinen Fenster, die restlichen vier Appartements sind um einen zentralen Sanitärkern gruppiert. Die Trennwände wurden je nach statischer Erfordernis in Leichtbauweise (Metallständerkonstuktion mit Gipskartonplatten) oder massiv in 20,50 cm Kalksandstein ausgeführt. Die »zweigeschossigen« Loftappartements im Erdgeschoß geben dem Haus eine besondere Qualität und repräsentieren die Transformation des hohen Sockels und damit seine neue Funktion: Geschoßhoch verglaste Einheiten, die zum Garten ausgerichtet sind, nutzen mit einem Hochbett und einem kleinen Stauraum über der Küchenzeile die große Raumhöhe. Das Primärtragwerk des Hauses, die Stützen, die Decken und die Umfassungswände des Aufzugs und der Treppenanlage bleiben unverändert.

[Umrisse]

Wohnen auf zwei Ebenen im Sockel © Frank Heinen/Architekturbüro Ferdinand Heide

Der Gemeinschaftsraum ist eine transparente, offene Zone, die vom öffentlichen Bereich bis zum rückwärtigen Garten »durchgesteckt« ist. Mit dem Durchblick in die Tiefe und in den Garten gewinnt nicht nur die Eingangssituation an Attraktivität, sondern wird den Bewohnern auch funktional die Möglichkeit geschaffen, sich gleichermaßen zur Straße, zum Platz oder zum ruhigen Gartenhof zu orientieren. Das Treppenhaus und der Aufzug, die konstruktiv keine Eingriffe erfahren, können direkt von der Straße über die Eingangsloggia erschlossen werden. Der Garten, auf einer vorhandenen Tiefgarage angeordnet, dient zum studentischen Erholen, die angrenzende gut ausgestattete Küche dem gemeinschaftlichen Kochen.

Schlussbemerkung Der Umbau des ehemaligen Polizeireviers am Wiesenhüttenplatz in ein Studierendenwohnheim ist ein wichtiger Baustein zur Revitalisierung und Sanierung des Frankfurter Bahnhofsviertels. Mit den 48 Appartements ziehen in das zentrale Gründerzeitquartier an einer mit der Gestaltung des Wiesenhüttenplatzes bereits städtebaulich aufgewerteten Stelle neue Urbanität und Vitalität ein. Die Studierenden haben zwar, je nach Studienfach, einen gewissen Weg zu den Universitätsstandorten, die optimale öffentliche Anbindung wie die Qualitäten des nahen Mainufers und der Innenstadt werden das 2010 fertiggestellte Haus aber mit Sicherheit zu einem beliebten Wohnstandort während des Studiums machen. Ferdinand Heide

Bauherr Studentenwerk Frankfurt am Main Anstalt des öffentlichen Rechts Architekt Ferdinand Heide Architekt BDA, Frankfurt am Main Projektleiter: Dipl.-Ing. Norman Berndt Tragwerksplanung Grontmij GmbH, Frankfurt am Main Haustechnik Gaspar-Theil-Ingenieure GmbH, Frankfurt am Main

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Gebäudekomplex »Mainbow« Gelungene Hommage an Martin Elsaesser

Anordnung der Baukörper © Nassauische Heimstätte/ Thomas Koculak

Standort mit Perspektive Viele Menschen möchten gerne zentrumsnah am Wasser wohnen. Ganz im Sinne dieses Trends der Stadtentwicklung werden in Frankfurt am Main seit Jahren gewerblich genutzte Gebäude durch attraktive Wohnbebauung ersetzt: sei es im West- und Osthafen, auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofs oder im Bereich der Oskar-von-Miller-Straße. Auch das einst industriell geprägte Ostend hat sich in ein prosperierendes Viertel verwandelt. Es gilt nun als attraktives Wohnquartier, ist Standort namhafter kreativer Unternehmen und punktet mit einer abwechslungsreichen urbanen Szene. Architektonisch ist es aber ebenfalls interessant – nicht zuletzt durch die Integration der ehemaligen Großmarkthalle in ein neues Projekt, den künftigen Hauptsitz der Europäischen Zentralbank, der zur weiteren Belebung des Ostends beitragen wird. In direkter Nachbarschaft ist auf einer 3.820 m² umfassenden Grundstücks-

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fläche ein sechs- bzw. siebenstöckiges Wohn- und Geschäftshaus mit geschwungener Silhouette entstanden. In das letzte große Bauvorhaben des Viertels wurden insgesamt 24 Millionen Euro investiert. Aufgrund seiner besonderen Lage bietet

der im Juli 2010 fertiggestellte »Mainbow« einen spektakulären Blick auf eine einladende Parkanlage am Main und die imposante Skyline der Metropole – eine besonders ansprechende Möglichkeit, innenstadtnah am Fluss zu wohnen.

Straßenfront mit verglasten Loggien © Nassauische Heimstätte/Thomas Koculak

[Umrisse]


Durchdachte Stadtarchitektur Das Projekt basiert auf dem gemeinsamen Konzept von NH ProjektStadt unter der Leitung von Prof. Thomas Dilger, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt, und dem Architekturbüro Dietz Joppien, die 2007 den Gestaltungs- und Investorenwettbewerb der Stadt Frankfurt gewonnen hatten. Architektonisch ließen sich die beiden Partner von der in unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen ehemaligen Großmarkthalle inspirieren, die von Martin Elsaesser entworfen und 1928 eingeweiht wurde. Der seinerzeit größte Gebäudekomplex der Stadt steht seit 1984 unter Denkmalschutz und wurde 2004 geschlossen. Die Halle wird derzeit in den Neubau des Hauptsitzes der Europäischen Zentralbank integriert, der Ende 2013 fertiggestellt werden soll. Die Planer des »Mainbow« nahmen nun verschiedene Charakteristika des traditionsreichen Baus auf und interpretierten diese auf moderne Weise – seien es Gebäudeposition, Materialien oder auch die Art der Fensteröffnungen. Besonders offensichtlich kommt das durch die Verwendung von Klinkern zum Ausdruck, wobei Balkone und vollverglaste Loggien für räumliche Tiefe sorgen: Die subtile Kombination, Schichtung und Überlage-

Balkone als Gliederungselemente © Nassauische Heimstätte/Thomas Koculak

[Umrisse]

Fassadenbild und Kontext © Nassauische Heimstätte/Thomas Koculak

rung von wenigen Materialien und Elementen bietet ein abwechslungsreiches Fassadenbild. Entstanden ist so eine Hommage an Elsaesser, die darüber hinaus zwischen den in den letzten Jahren errichteten Punkthäusern, dem gründerzeitlichen Stadtgrundriss und den Marktgebäuden aus den 1920er Jahren vermittelt. »Die direkte Nachbarschaft zur EZB und die Lage am Main machten dieses

Grundstück besonders reizvoll und stellten an seine städtebauliche sowie architektonische Gestaltung einen hohen Anspruch. Gefordert war ein Baukörper, der sich harmonisch in die vorhandene Stadtarchitektur der Umgebung einfügt und ein lebendiges sowie gestalterisch ansprechendes Gegenüber zu seinem prominenten Nachbarn bildet. Ich meine, das ist uns gut gelungen«, resümiert Thomas Dilger.

Gebäudehülle aus Klinkern © Nassauische Heimstätte/Thomas Koculak

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Mix aus Wohnen und Gewerbe Der gekrümmte Komplex besteht aus drei Gebäuden, die auf einem Sockel angeordnet sind. Das mittlere und »längste« ist sechsgeschossig, während seine beiden Flanken siebengeschossig konzipiert sind. Die signifikanten baulichen Einschnitte und die maßstäbliche Gliederung der Kubatur tragen hier ebenso zur markanten Wirkung der Architektur bei wie die deutlich ausgeprägten Rücksprünge im Erdgeschoß. Dort befinden sich fünf Gewerbeeinheiten mit einer Gesamtfläche von ca. 925 m², die bereits an Einzelinvestoren verkauft wurden. Aktuell sind etwa zwei Drittel der Fläche belegt: Ein Blumenladen wurde schon eröffnet, ein Büroausstatter hat eine größere Einheit angemietet. Für die weiteren Flächen werden derzeit konkrete Vermietungsgespräche geführt.

Dünenlandschaft im Freiraum © Nassauische Heimstätte/Thomas Koculak

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Die oberen Stockwerke beherbergen insgesamt 48 Eigentumswohnungen mit einer Nutzfläche von ca. 6.300 m², die über je fünf front- und rückseitige Eingänge und individuelle Aufzüge barrierefrei zugänglich sind. Die Architekten berücksichtigten die unterschiedlichen Bedürfnisse von Singles, Paaren und Familien, indem sie variantenreiche und großzügig gestaltete Wohnflächen von ca. 70–177 m² schufen. So sind 13 Zwei-Zimmer-, zehn Drei-Zimmer- und 24 Vier-Zimmer-Wohnungen sowie eine Maisonette-Wohnung mit fünf Zimmern entstanden. Allen gemein ist die gehobene Ausstattung, unter anderem Video-Sprech-Anlagen, Eicheparkett und »Tageslicht-Bäder« mit hochwertigen Sanitäranlagen umfassend. Im Frühjahr 2011 wurden die letzten Eigentumswohnungen verkauft.

Überzeugender Technikstandard Auch in technischer Hinsicht lohnt ein Blick auf den »Mainbow«: Der Massivbau ist eine Mischkonstruktion aus Stahlbeton und einem Mauerwerk aus Kalksandstein. Sowohl das Untergeschoß als auch die Tiefgarage mit 68 Pkw-Stellplätzen wurden aus wasserundurchlässigem Stahlbeton hergestellt. Letztere ist im Sinne des Brandschutzes als geschlossene, unterirdische Großgarage mit natürlicher Lüftung konzipiert. Dem Zeitgeist folgend, legten die Planer besonderen Wert auf eine hohe Energieeffizienz. Das Gebäude erfüllt daher die Anforderungen eines KfW-40-Hauses (Berechnungsgrundlage: EnEV 2002). Die Fassade besteht überwiegend aus einer zweischaligen Außenwandstruktur mit Kerndämmung und Klinkermauerwerk sowie zum Teil einem wärmedämmenden Verbundsystem. Für einen klaren Ausblick sorgen dabei hochwärmegedämmte HolzAluminium-Fenster mit Fensterfalzlüftung, geheizt wird umweltfreundlich mit Fernwärme. Alle Wohnräume, Bäder und Gästetoiletten verfügen über eine Fußbodenheizung mit Einzelraumregelung, die Badezimmer und Toiletten zudem über Kleinraum-Abluftgeräte mit einer Grundlüftung. Eine höhere Bedarfslüftung nach individuellem Wohlbefinden lässt sich jedoch über die Lichtschalter regeln, und die Zuluft kann über Türunterschnitte und die Fensterfalzlüfter nachströmen.

[Umrisse]


Quellendes Kraftpaket Die hochwertige Polymer-Quellpaste SX ^\YKLH\MKLY)HZPZTVKPÄaPLY[LY Polymere entwickelt und dehnt sich bei Kontakt mit Wasser aus. Die Paste reguliert Unebenheiten aus und stellt einen ]VSSZ[pUKPNLU 2VU[HR[ a^PZJOLU )L[VU und Abdichtungsband oder AnschlussÅpJOLZPJOLY:PLSpZZ[ZPJO]LY[PRHSLILUso verarbeiten wie über Kopf. Die Anhaftung ist auf mattfeuchtem Untergrund ähnlich gut wie auf trockenem.

»Durchblick« © Nassauische Heimstätte/Thomas Koculak

Außenraum als mediterrane Oase Aber nicht nur auf ansprechender Architektur und zeitgemäßer Technik lag der Fokus, auch die Außenbereiche überzeugen durch eine ungewöhnliche Konzeption. Und so lädt hier eine offene Grünfläche in Gestalt einer Dünenlandschaft mit Terrassen, Gräsern und Bambus-Hainen, Liegen, Schirmen und Spielnestern zum Verweilen ein. Die Landschaftsarchitektinnen nutzten geschickt die Höhenlage des Daches der Tiefgarage und schufen eine flache Düne mit leichten Modellierungen. Die Höhenstaffelung der Pflanzung unterstreicht dieses Relief: Zwischen niedrigen Gehölzen und Solitären wachsen in regelmäßigen Abschnitten Grasfelder. Immergrüne Pflanzenskulpturen werden von Formgehölzen überragt – wie etwa der schirmförmigen Felsenbirne, die durch ihre Blühphasen den Wechsel der Jahreszeiten veranschaulicht. Das ganze Arrangement wirkt wie eine Oase und bietet den Bewohnern einen zusätzlichen Freizeitwert. Jens Duffner Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt, Frankfurt am Main

[Umrisse]

Bauherr Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt, Frankfurt am Main Architekten Dietz Joppien Architekten AG, Frankfurt am Main Tragwerksplanung GIP Innovative Planung, Bochum Ingenieurbüro Wehmeyer, Bückeburg Dipl.-Ing. Jörg van Kann, Frankfurt am Main Gebäudetechnik Ingenieurbüro Hausladen GmbH, Kirchheim

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Elektroplanung Ingenieurbüro Marcus Erhard, Gilching Landschaftsarchitekten Büro Rose Fisch, Berlin SiGeKo Matthias Mark, Darmstadt

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Campus Bockenheim Neubebauung mit Wohngebäuden

Gesamtprojekt Der »Kulturcampus Bockenheim« gewinnt Gestalt: Nachdem Pläne für eine Büronutzung gescheitert sind, hat die Stadt Frankfurt am Main auf Wohnungsbau umgesattelt. Im Dezember 2010 wurden die Siegerentwürfe für die Neubebauung auf dem ehemaligen Gelände des Campus Bockenheim gekürt. Die 200 Miet- und Eigentumswohnungen werden nach Entwürfen von Jens Happ, Stefan Forster und Karl Dudler errichtet. Im Rahmen eines anonymen Gutachterverfahrens hatten neun Architekturbüros Vorschläge für die Gestaltung der Wohngebäude und Einzelhandelsflächen auf dem derzeit als Parkplatz genutzten Areal eingereicht. Insgesamt 27.800 m² Bruttogeschoßfläche will man hier im Passivhausstandard realisieren. Bei der Ausschreibung wurde daher besonderer Wert auf Aspekte der Nachhaltigkeit und Energieeffizienz gelegt. Eine weitere Vorgabe war, dass sich die Architektur harmonisch ins nähere Umfeld einfügt. Auch sollen die Typologien der gründerzeitlichen Bebauung in der Sophienstraße aufgenommen und die Fassaden so gegliedert werden, dass eine Vielzahl von Einzelhäusern erkennbar ist.

Grundriss Regelgeschoß © happarchitecture/Stefan Forster Architekten/Karl Dudler Architekten

Aus den Einsendungen hat die Jury dann drei Siegerarbeiten ausgewählt. Der erste Platz ging an das Büro von Jens Happ, der eine zum Bockenheimer Depot hin abgerundete Gebäudeecke anregt, wobei vor

Lageplan © happarchitecture/ Stefan Forster Architekten/ Karl Dudler Architekten

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allem die vorgesehene Arkadenausbildung positiv gewürdigt wurde. Den zweiten Rang belegte das Konzept von Stefan Forster, das ebenfalls durch eine gerundete, allerdings mit langgezogenen Balkonen versehene Eckausbildung zum Carlo-Schmid-Platz sowie durch den einladenden Eingang zum ebenerdig angeordneten Supermarkt und die hohe Qualität der Wohnungen überzeugte. Max Dudlers Entwurf wurde nicht zuletzt wegen seiner ausdrucksstarken, an den Klassizismus angelehnten Fassadengestaltung ausgezeichnet. Da alle drei Vorschläge besondere Stärken, aber auch Schwächen hätten, sprach sich die Jury dafür aus, die Preisträger mit der Entwicklung eines gemeinsamen Gesamtkonzepts zu beauftragen.

[Umrisse]


Perspektive: Arkade zur Straße © happarchitecture

Häuser 1–4 Die Architektur der Neubauten folgt dem Gestaltkanon einer städtischen Architektur mit Merkmalen, wie sie auch in der Nachbarschaft des Quartiers vorkommen: klassische Dreiteilung des Volumens, klare Lochfassaden, sorgfältig bearbeitete Hauseingänge, gliedernde Lisenen und Gesimse, ruhiger Dachabschluss. Unter der turmartig gerundeten Ecke befinden sich der Eingang zum Supermarkt und der öffentliche Zugang zur Tiefgarage. Letzterer markiert den »Auftakt zur Arkade«, die nach Osten führt und am Durchgang zum Innenhof endet. Das Erscheinungsbild der Baukörper wird geprägt durch die gediegene Qualität weniger, aber hochwertiger Materialien. Die Farbgebung im Äußeren ist zurückhaltend: Die helle Putzfassade kontrastiert mit den hell angestrichenen Holzfenstern und dem Klinkersockel.

Turmartiges Eckgebäude © happarchitecture

Die überwiegend durchgesteckten Grundrisse sind als Konstruktionsprinzip des typischen Zweispänner-Wohnhauses organisiert.

Häuser 5–7

Blockstruktur mit Ausrundung © Stefan Forster Architekten

[Umrisse]

Die Blockstruktur wird durch eine dynamische, gerundete Eckausbildung zum Carlo-Schmid-Platz sowie durch eine Untergliederung in ablesbare Hauseinheiten mit einer in drei Höhen gestaffelten Architektur dominiert. Sockel, Schaft und Kapitellbereiche sind deutlich ablesbar, die Materialien des Sockels entsprechen dem Klinker des Depots, die restlichen Bereiche erhalten ein mit hellem Putz gestaltetes Wärmedämmverbundsystem.

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Wohnbebauung und Bockenheimer Depot © Stefan Forster Architekten

Häuser 8–12 Die architektonische Strategie, die hier entfaltet wird, soll zeitgemäß, aber unaufgeregt, modern und dabei in Bezug auf die in der Umgebung vorhandenen Gründerzeithäuser kontextuell im typologischen Sinne wirken.

Das Prinzip der zum Teil gründerzeitlichen Fassaden im näheren Umfeld wird »transformiert« in die Gegenwart. Mit einer subtilen Abstraktion können neue Elemente, die ein architektonisches Konzept ausmachen, in eine beziehungsreiche Ordnung zueinander gebracht werden. Die Bedeutung und Betonung einer körperlich klar artikulierten Erscheinung der Gebäude sind auch das architektonische Ziel dieser

Umlaufende Loggia im Hofbereich © Stefan Forster Architekten

Um auf die differenzierten Anforderungen des Wohnungsmarktes zu reagieren, werden analog zum Konzept der variierenden Häuser verschiedene Grundrisstypologien angeboten. Alle Wohnungen haben zwei private Freibereiche, wobei die hofseitige, umlaufende Loggia von sämtlichen angrenzenden Zimmern aus betretbar ist. Durch die zentrale Erschließung in der Mittelzone sind unterschiedliche Wohnungstypen möglich: Dielen-, Flur- und Zentralraumtyp. Es wird größter Wert auf eine maximale Flexibilität der Grundrisse gelegt und daher fast gänzlich auf tragende Innenwände verzichtet.

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Orientierung am Kontext © Karl Dudler Architekten

[Umrisse]


Realisierung

Arbeit. Das Prinzip der Klarheit und Eleganz wird durch das Spiel von Wand mit Öffnungen, kleinen Rücksprüngen und Einschnitten, der Gestaltung von Sockel (natursteinähnliche feine Architekturbetonteile mit Strukturmatrize und leicht sandgestrahlt) und Mittelteil (Wärmedämmverbundsystem) sowie Linienführung (Gesimse, Fensterbänke, Geländer) und Textur des Materials bestimmt.

Der Baubeginn ist für das vierte Quartal 2011 geplant. Bei dem Projekt mit einem Investitionsvolumen von rund 81 Millionen Euro entstehen ca. 130 Miet- und 70 Eigentumswohnungen, zudem sind großflächiger Einzelhandel auf ca. 4.350 m² und zwei Tiefgaragenebenen mit ca. 300 Stellplätzen vorgesehen. Das Land Hessen und die Stadt wollen darüber hinaus auf dem früheren Gelände der Goethe-Universität einen »KulturCampus« realisieren mit Institutionen wie unter anderem der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst sowie Wohnungen und Gewerbe. Stefan Forster Karl Dudler Jens Happ

Bauherren ABG Frankfurt Holding GmbH, Frankfurt am Main (Mietwohnungen) CP Campus Projekte GmbH, Frankfurt am Main (Eigentumswohnungen) Architekten happarchitecture, Frankfurt am Main (Häuser 1–4) Stefan Forster Architekten, Frankfurt am Main (Häuser 5–7) Karl Dudler Architekten, Frankfurt am Main (Häuser 8–12) FAAG Technik GmbH, Frankfurt am Main (Tiefgarage) Gliederung von Baukörper und Fassaden © Karl Dudler Architekten

Projektmanagement Urbane Projekte GmbH, Frankfurt am Main Tragwerksplanung und Haustechnik Seidl + Partner Gesamtplanungs GmbH, Regensburg

Im Hinblick auf die Passivhausstandards werden die Baukörper so kompakt wie möglich ausgeführt. Die privaten Außenbereiche unterscheiden sich gemäß ihrer Lage im städtischen Kontext: Balkone erhalten die Wohnungen zum Innenhof, Loggien die an Straßen und öffentlichen Gassen und Plätzen. Die Typologie der Grundrisse setzt sich auseinander mit den Bedürfnissen eines modernen, familiengerechten Wohnens in unseren urbanen Stadtzentren. Alle Wohnungen sind unterteilt in einen »öffentlichen« Bereich mit Küche, Essen und Wohnen, weitestgehend getrennt vom »privaten« Bereich mit den Schlafzimmern und Bädern.

[Umrisse]

Passivhausplanung und Bauakustik EGS-plan Ingenieurgesellschaft mbH, Stuttgart Brandschutz Bureau Veritas Construction Service GmbH, Frankfurt am Main Vermessung Dipl.-Ing. M. Rösche, Dipl.-Ing. M. Stief, Offenbach am Main Freiflächenplanung Hanke, Kappes + Kollegen GmbH, Sulzbach

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Perspektive von der Straße © raumwerk

Helenenhöfe im Europaviertel Neubau von vier Wohnblöcken

Entwurfskonzeption Lage In Sichtweite des Messeparkhauses und der Kuhwaldsiedlung entsteht auf einem dreieckigen Gelände im westlichen Teil des Europaviertels ein neues Quartier mit 450 Wohnungen. Der Entwurf basiert auf dem Wettbewerbsergebnis »Helenenhöfe« und einer Überarbeitung des ursprünglichen Bebauungsplanes. Unter Berücksichtigung der Anforderungen für einen attraktiven Wohnungsbau wurden sowohl die städtebaulichen Strukturen neu organisiert als auch die Architektur der einzelnen Gebäude formuliert. Die Helenenhöfe werden 370 öffentlich geförderte Wohnungen für Familien, Senioren und alleinstehende Personen umfassen, darüber hinaus sind 50 Eigentumswohnungen sowie 30 Wohneinheiten aus dem sogenannten Frankfurter Programm geplant. Die Realisierung wird voraussichtlich ab Juli 2011 erfolgen.

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Grundgedanke des städtebaulichen Entwurfes sind die Bildung von klaren Raumkanten und eine Differenzierung zwischen öffentlichen, halböffentlichen und privaten Bereichen. Die Wohnanlage zitiert dabei gründerzeitliche Strukturen und beinhaltet in Quartiersmitte zwei zentrale Blockränder, in denen sich der überwiegende Teil der geförderten Wohnungen befindet. Die Blöcke gliedern den öffentlichen Straßenraum und schützen gleichzeitig die Höfe im Inneren. Im Norden und Westen schließen zwei Baufelder an, die eine Zeilen- und U-förmige Bebauung aufweisen; das nördliche ist für Eigentumswohnungen und das Mittelstandsprogramm vorgesehen. Es entstehen hier insgesamt vier Hofsituationen, die durch eine unterschiedliche Freiraumgestaltung geprägt werden. So sind das Thema im westlichen Eichenkarree »Spiel und Bewegung« und in den östlichen Weidengärten »Ruhe und Entspannung«. An gezielt positionierten

Stellen werden die Blockränder aufgebrochen, um eine Durchwegung zu den benachbarten Höfen zu ermöglichen und gleichzeitig die Fläche der nach Süden ausgerichteten Wohnungen zu vergrößern. Intention ist es, durch die Vernetzung der Höfe eine soziale Durchmischung zu erreichen und die Lebendigkeit des Stadtteils zu erhöhen.

[Umrisse]


Erscheinungsbild mit Innenhof © raumwerk

Zwischen beiden Blöcken verläuft eine Fußgängerpassage mit zentral situierten Gemeinschaftszonen und einem Seniorencafé. Während die Hauseingänge aufgrund der Zuordnung und Adressbildung zu den Straßenseiten liegen, verteilen sich die privateren Gärten der Erdgeschoßwohnungen und die halböffentlichen, quartiersbezogenen Freiräume im Hofinnenbereich.

Die einzelnen Gebäude sind übersichtlich und nutzerfreundlich konzipiert, die Seniorenwohnungen bieten zum Beispiel eine Ost-West-Ausrichtung und setzen sich innerhalb der Blockstruktur als eigenständig erkennbare Baukörper ab. Die geförderten Wohnungen definieren den Rahmen der gesamten Anlage und sind von Norden nach Süden orientiert: Während die Wohnräume und Balkone nach Süden zeigen, sind Schlafzimmer,

Küche und Bad an der Nordseite positioniert. Je Treppenaufgang werden 12–15 Wohnungen realisiert, bei jeweils drei Wohnungen pro Geschoß. Ihre Größen variieren von Einpersonenhaushalten bis zur vierköpfigen Familie sowie von 45–110 m² Fläche. Die Grundrisse sind wohlproportioniert und flexibel nutzbar, sämtliche Wohnungen verfügen entweder über Terrasse, Balkon oder Loggia.

Vier Wohnblöcke: Baukörperschnitte © raumwerk

[Umrisse]

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Ansicht von Osten © raumwerk

Ansicht von Süden © raumwerk

Materialität Die Ausrichtung und Materialität der einzelnen Häuser orientieren sich an dem Grundkonzept des städtebaulichen Entwurfes. Durch die Rücksprünge der Dachgeschosse lässt sich sowohl die Ausrichtung der Gebäude ablesen als auch das

Volumen der vier- bis fünfgeschossigen Baukörper aufbrechen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Anordnung der Balkone, die klar gesetzten Loggien sorgen zudem für eine offene Ecke und schaffen eine subtile Plastizität des Bauwerks. Die jeweiligen Fassaden sind entsprechend den Achsen und der Nutzung gestaltet: Die Hauptfassaden der Nord- und Südseite erhalten eine hochwertige und kraftvolle Kohlebrand-Ziegel-Hülle. Dieses sehr markante Material wird durch die einheitlichen Fenster- und Loggienformate sowie durch horizontal verlaufende Bänder harmonisch gegliedert. Stehende Fensterformate mit farblich abgesetzten Einfassungen geben der Wohnanlage eine hochwertige Anmutung. Die beiden Ost- und Westseiten zeichnen sich durch einen einheitlichen Klinkersockel und die darüberliegenden hellen Putzflächen aus. Die Wahl des Materials folgt konsequent der Anordnung unterschiedlicher Nutzungen: Während die verklinkerten Gebäudeteile die geförderten Familienund Singlewohnungen beherbergen, sind in den hellen, verputzten Häusern die Seniorenwohnungen untergebracht. Jon Prengel Architekt und Stadtplaner Geschäftsführer raumwerk, Frankfurt am Main

Bauherr Sahle Baubetreuungsgesellschaft mbH, Greven Architekten raumwerk Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung mbH, Frankfurt am Main Tragwerksplanung und Bauphysik Lenz Weber Ingenieure GmbH, Frankfurt am Main Brandschutz Hilla Sachverständigenbüro für vorbeugenden Brandschutz, Frankfurt am Main Außenanlagen Landschaftsarchitektur und Ökologie Dipl.-Ing. Angela Jezzenberger, Darmstadt

Grundrisse Erd- bis Dachgeschoß © raumwerk

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[Umrisse]


Wohnen am Riedberg Konzept für das »Quartier Mitte« Der Stadtbezirk Riedberg ist ein neuer Stadtbezirk im Nordwesten von Frankfurt, der auf ehemaligen Landwirtschaftsflächen in der Gemarkung Kalbach entsteht. Er grenzt im Süden an das Mertonviertel und liegt ca. 8 km Luftlinie vom Stadtzentrum entfernt. Seine Entwicklung geht auf Planungen der 1990er Jahre zurück, erste Realisierungen stammen aus der Zeit der Jahrtausendwende, die Fertigstellung wird für das Jahr 2017 prognostiziert. Insgesamt beträgt seine Fläche 266 ha, wovon 78 ha als Nettobauland ausgewiesen sind. Nach der Fertigstellung sollen hier ca. 15.000 Einwohner in 6.000 Wohneinheiten leben, 8.000 Studenten an den bereits größtenteils verwirklichten Instituten der Johann Wolfgang von Goethe Universität studieren und 3.000 Berufstätige ihrer Arbeit nachgehen. Der Riedberg ist unterteilt in insgesamt sieben Quartiere. Im flächenmäßig größten, dem Quartier Mitte, errichtet die ABG Frankfurt Holding mit einer Bruttogeschoßfläche von ca. 28.000 m² derzeit Europas größtes Passivhaus-Geschoßwohnungsbauprojekt. Im Rahmen eines Gutachterverfahrens im Jahr 2008 wurden Albert Speer & Partner als Architekten für die Planung von insgesamt zehn Gebäuden mit 230 Wohnungen ausgewählt.

Zahlen, Daten, Fakten © HA Stadtentwicklungsgesellschaft mbH

Das Grundstück Das Grundstück umfasst ca. 16.000 m² und liegt in erster Reihe an der Riedbergallee. Es wird vierseitig von Straßen erschlossen. Im Westen trennt eine streifenförmige Parkanlage das Quartier Mitte vom zukünftig deutlich dünner besiedelten »Niederurseler Hang«.

Städtebaulicher Entwurf

Schwarzplan © AS&P Albert Speer & Partner GmbH

[Umrisse]

Unser städtebauliches Konzept sieht vor, nach Norden, Osten und Süden einen klar definierten Blockrand auszubilden, während nach Westen, zum Park, eine offenere Struktur mit Einzelhäusern geplant ist. Die Einzelhäuser werden in regelmäßigen Abständen in das Blockinnere fortgesetzt und transportieren so die Qualitäten des Parks in das Quartier hinein. Großer Wert wurde auf eine homogene Dichte im Innenbereich gelegt, die ausreichend Raum für attraktive private und halböffentliche Freiflächen lässt. Die Tiefgarage wurde so angeordnet, dass größere zusammenhängende Gartenanteile mit Erdanschluss entstehen.

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Passivhausstandard Die Orientierung des Grundstücks hat als Konsequenz, dass die Baukörper der städtebaulichen Figur zum Teil einer NordSüd- und zum Teil einer Ost-West-Ausrichtung folgen. Da sich in diesem Kontext die optimale energetische Ausrichtung nicht für sämtliche Bauteile realisieren lässt, wurde darauf geachtet, dass die Struktur den Passivhausstandard für alle Einzelgebäude mit einem wirtschaftlich vertretbaren Aufwand zu verwirklichen ermöglicht. Während einige Häuser bezüglich der Ausrichtung geradezu optimal für den Passivhausstandard geeignet sind, wurde bei anderen darauf geachtet, dass bei kompaktem Volumen und guten A/V-Verhältnissen die Südfassaden unverschattet bleiben, da diese im Gegensatz zu den Nord-, West- und Ostseiten eine positive Energiebilanz aufweisen. Des Weiteren wurden die Nordostecken der Blockrandbebauung in einzelne Baukörper aufgelöst, um ihre optimale Besonnung zu gewährleisten.

Lageplan © AS&P Albert Speer & Partner GmbH

Um bei einer städtebaulichen Dichte mit GFZ = 1,50 die Eigenverschattung insgesamt zu minimieren, wurde bei den Gebäuden im Innenbereich auf das Hochparterre verzichtet, so dass sie ca. 1 m niedriger sind als der Blockrand.

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Fünf- und Drei-Zimmer-Wohnung © AS&P Albert Speer & Partner GmbH

Baukörper und Grundrisse Die Bebauung wird aus unterschiedlichen Gebäudetypen gebildet. Ihre Tiefe beträgt durchgehend 14 m, wodurch eine optimale Kompaktheit gewährleistet wird. Der Blockrand besteht aus ca. 50 m langen Riegeln, die in Form von Zweispännern in einzelne Häuser unterteilt werden, während die zum Park orientierten Gebäude ca. 25 m lang und als Dreispänner organisiert werden. Sämtliche Baukörper verfügen über vier Vollgeschosse zuzüglich eines Staffelgeschosses. Die Freisitze der Wohneinheiten werden zum öffentlichen Raum hin als Loggien ausgeführt, im Innenbereich kommen hingegen vorgestellte Balkone zur Anwendung. Da die Wohnungen im Besitz der ABG Frankfurt Holding verbleiben, stand bei der Grundrissgestaltung ihre nachhaltige Vermietbarkeit im Vordergrund. Aus diesem Grund wurden Lösungen gewählt, die klaren Flur- oder Dielentypen zuzuordnen sind; offene Konfigurationen finden sich allenfalls in den Penthousegeschossen. Die Zonierung folgt hier generell der Philosophie, dem Privaten gegenüber dem Öffentlichen den Vorrang zu gewähren. Die Privaträume sind daher vor den öffentlichen Wohnräumen angeordnet, so dass es immer möglich ist, aus ihnen die Wohnung zu betreten oder zu verlassen, ohne die eigentlichen Wohnbereiche zu tangieren. Ein positiver Nebeneffekt dieser Anordnung ist, dass jede Einheit insgesamt größer erscheint, wenn man sie über eine Diele oder einen Flur erreicht. Um der sozialen und demographischen Entwicklung Rechnung zu tragen, werden ca. 90 der 230 Wohneinheiten nach dem Frankfurter Förderprogramm für »Familienund Seniorengerechten Mietwohnungsbau« errichtet.

Die Fassaden Ein zentrales Ziel war, von Beginn an ein abwechslungsreiches Viertel mit unterschiedlichen architektonischen Ansätzen zu schaffen. In den Fassaden der zehn Gebäude kommen daher drei Konzepte zum Tragen, welche bei aller Unterschiedlichkeit doch genügend Gemeinsamkeiten aufweisen, um dem Quartier einen gestalterischen Zusammenhalt zu verleihen. Während die Häuser zur Riedbergallee durch stehende Fensterformate, gestapelte Loggienanlagen und rhythmische Versprünge in den Staffelgeschossen eine vertikale Gliederung erhalten, werden die Blockränder im Norden und Osten horizontal strukturiert: mit verspringenden Putzbändern unterschiedlicher Körnung, die riegelartige Baukörperform betonend. Den Solitären im Westen und Blockinneren wird hingegen durch großzügig auskragende Eckloggien und raumhohe Verglasungen ein villenhafter Charakter verliehen. Alle Dachflächen werden zudem als fünfte Fassade behandelt und begrünt.

[Umrisse]


Erscheinungsbild der Gebäude © AS&P Albert Speer & Partner GmbH

Der Außenraum Das Freiraumkonzept sieht eine Differenzierung in private und halböffentliche Bereiche vor. Während den Erdgeschoßwohnungen sämtlicher Baukörper großzügige private Gartenanteile zugeordnet werden, erhält der übrige Außenraum durch Rasenflächen, Baumpflanzungen und Gartenwohnwege einen parkähnlichen Charakter. Die hohe Erdüberdeckung der Tiefgarage von 0,80–1,10 m erlaubt hier die Anpflanzung großkroniger Bäume.

Orientiert an dem Leitbild italienischer Renaissancegärten ist die Aufnahme einer klaren Grundstruktur und linearen Wegeführung, sogenannter Gartenpromenaden und einer individuellen Gestaltung einzelner Freiräume die Grundidee des Entwurfs. Durch die versetzte Anordnung der Bauteile im Blockinnenbereich ergeben sich zudem zwei begrünte Platzsituationen, die als attraktive Aufenthaltszonen mit Kinderspielplätzen für unterschiedliche Altersgruppen realisiert werden. Mit dem bis 2013 fertiggestellten Projekt entwickelt sich auf dem Riedberg ein urbanes Quartier, welches aufgrund der vorausschauenden Konzepte für bezahlbaren Mietwohnungsbau insbesondere

für Familien und Senioren, für hohe Aufenthaltsqualitäten innerhalb und außerhalb der Häuser und für eine quasi energiepreisunabhängige Versorgung mit Wärme durch den Passivhausstandard einen langfristig attraktiven und nachhaltigen Wohnstandort garantiert. Dipl.-Ing. (FH) Architekt Martin Teigeler AS&P Albert Speer & Partner GmbH, Frankfurt am Main Bauherr ABG Frankfurt Holding Wohnungsbau- und Beteiligungsgesellschaft mbH, Frankfurt am Main Entwurf AS&P Albert Speer & Partner GmbH, Frankfurt am Main

Differenzierung im Freiraumkonzept © AS&P Albert Speer & Partner GmbH

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Heinrich-Lübke-Siedlung Eine nachhaltige Quartierssanierung

Einleitung Das Sanierungskonzept für die HeinrichLübke-Siedlung soll, so die zentrale Aufgabenstellung des Wettbewerbs, ganzheitliche und nachhaltige Ansätze und Herangehensweisen für den vorbildlichen Umgang mit Großsiedlungen der 1970er Jahre aufzeigen. Sowohl unter ökonomischen als auch ökologischen Gesichtspunkten spielt die vorhandene Bausubstanz hierbei eine besondere Rolle: Der Bestand ist wertvoll, er wurde unter hohem Energieeinsatz erstellt und ist erst ca. 40–50 Jahre alt. Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit sollte sein Abriss daher auf ein notwendiges Minimum beschränkt werden. Das Konzept von AS&P beruht nun auf einer Neuordnung mit minimalinvasiven Eingriffen, die, verbunden mit Arrondierungen und Nachverdichtungen, die Heinrich-LübkeSiedlung in ein zeitgemäßes Stadtquartier transformieren.

Begleitend wurde ein ganzheitliches Gebäude- und Energiekonzept mit dem Ziel entwickelt, ihren CO2-Ausstoß auf ein unter ökonomischen und ökologischen Kriterien optimales Minimum zu reduzieren.

Bestandsanalyse Die Heinrich-Lübke-Siedlung ist eine monostrukturelle Großsiedlung aus der Epoche »Urbanität durch Dichte«. Wie zahlreiche dieser Siedlungen weist sie diverse Defizite auf, die einem qualitätsvollen Wohnen entgegenstehen und eine geregelte Bewirtschaftung erschweren. Exemplarisch seien hier eine mangelhafte bauliche und soziale Infrastruktur, unattraktive Freibereiche, Angsträume sowie eine alte und energetisch mangelhafte Bausubstanz genannt. Nach sorgfältiger Analyse des Bestandes wurden folgende Maßnahmen identifiziert, welche im Rahmen einer nachhaltigen Sanierung notwendig zur Erreichung der Zielsetzung sind. Dies sind insbesondere: – Neuordnung der übergeordneten Erschließung und Einbindung in die Stadt, – Neustrukturierung der Höfe, – Nachverdichtung, – Neukonzeption des ruhenden Verkehrs, – neue energetische Konzeption, – neue soziokulturelle Konzeption.

Konzept Neuordnung der übergeordneten Erschließung und Einbindung in die Stadt: Die Heinrich-Lübke-Siedlung liegt ca. 3 m unterhalb der Ludwig-Landmann-Straße und ist lediglich im südlichen Bereich über eine Einfahrt an das Straßennetz der Stadt angeschlossen. Eine fußläufige Anbindung besteht im Bereich des Quartierszentrums, diese ist allerdings unrepräsentativ und unattraktiv gestaltet und nicht barrierefrei. Eine Verbesserung der Verknüpfung der Siedlung mit ihrem städtischen Umfeld wird in erster Linie durch eine neue einladende und barrierefreie Zuwegung im Bereich des ebenfalls neuen Quartierszentrums erzielt. Einen weiteren Faktor stellt der neue Supermarkt auf Ebene der Ludwig-Landmann-Straße dar, der als zentrale Nahversorgung sowohl für die Heinrich-Lübke-Siedlung als auch für die benachbarten Quartiere fungiert.

Schwarzplan und Luftbild des Bestands © AS&P Albert Speer und Partner GmbH

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Neustrukturierung der Höfe: Die wesentlichen Defizite bezüglich der Erschließung bestehen in einer sehr dezentralen, von der städtebaulichen Struktur der Höfe völlig losgelösten Zuwegung zu den Gebäuden, die dazu führt, dass sich die Wege der Bewohner eines Hofes selten kreuzen.

öffentlich halböffentlich privat

Neue Zonierung © AS&P Albert Speer und Partner GmbH

Ziel ist es, die Identität der einzelnen Höfe zu stärken und bewusst Nachbarschaften und somit eine gewisse soziale Kontrolle entstehen zu lassen. Hierzu muss die Erschließung zentral aus der Hofmitte heraus erfolgen, was bei einigen Häusern eine Umorientierung der Eingangsareale notwendig macht. Die Hofinnenbereiche sind zurzeit unübersichtliche, öffentliche Flächen mit geringer Aufenthaltsqualität. Zentraler Baustein der neuen Freiraumgestaltung ist die klare Zonierung in öffentliche, halböffentliche und private Flächen. Von wesentlicher identitätsstiftender Bedeutung sind dabei die halböffentlichen Nachbarschaftshöfe. Sie bestehen zum einen aus den Erdgeschoßwohnungen zugeordneten Privatgärten und zum anderen aus halböffentlichen Begegnungs-, Kommunikations- und Spielbereichen. Die Identifikation mit dem Umfeld wird gefördert durch die klar ablesbaren und benutzbaren Freiraumstrukturen in den Höfen sowie eine geplante Einbindung der Anwohner in den Gestaltungsprozess.

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Bestandsstruktur und Neustrukturierung © AS&P Albert Speer und Partner GmbH

Aufgrund der urbanen baulichen Dichte und des Ziels, attraktive Freiräume anzubieten, werden die Müllabstellplätze zudem dezentralisiert und in Müllräumen den einzelnen Häusern zugeordnet. Für die bestehenden Wohngebäude wurde darüber hinaus ein Sanierungskonzept entwickelt, welches mit geringen Eingriffen in die Bausubstanz signifikante Qualitätssteigerungen ermöglicht, ohne dass sie für deren Durchführung entmietet werden müssen. Die wesentlichen gestalterischen

Defizite liegen in der starken vertikalen Gliederung der Baukörper, dem geringen Fensterflächenanteil und den massiven Balkon-, Loggia- und Attikaausbildungen, verbunden mit der düsteren Materialität von Waschbetonfassaden-platten. Vorgesehen ist daher, ihnen eine neue Gliederung mit einer offeneren Fassade zu verleihen, ohne dass Änderungen an den Bestandsvolumina, die unserer Ansicht nach ein stimmiges Gesamtkonzept ergeben, notwendig werden.

Bestehende und sanierte Fassaden © AS&P Albert Speer und Partner GmbH

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Nachverdichtung: Das bestehende Ladenzentrum, welches zugleich den Haupteingang zur HeinrichLübke-Siedlung bildet, umfasst lediglich ein kleines Flächenangebot in unattraktiver Lage und mit unzeitgemäßem Zuschnitt. Es ist nur über eine mehrfach gewendelte Treppenanlage angeschlossen, eine direkte Verbindung für Radfahrer oder gehbehinderte Menschen besteht nicht. Der Quartierseingang wird durch den Neubau eines Supermarktes und eines Wohnhauses neugestaltet und seine Barrierefreiheit über eine breite Treppe mit Rampenanlage sichergestellt.

Eine deutliche Qualitätsverbesserung wird durch die Entfernung der Fensterbrüstungen und damit die Vergrößerung der Fenster geschaffen. Des Weiteren werden die an Konsolen befestigten massiven Vorbauten durch vorgestellte offene Balkone ersetzt, was freundlicher wirkt und die bisherigen konstruktiven Wärmebrücken beseitigt. Alle Gebäude werden überdies außenseitig wärmegedämmt und im Sockelbereich mit einer robusten Klinkervormauerung versehen. Die Eingangszonen, welche nun zur Innenseite des Hofes orientiert sind, werden großzügig, barrierefrei sowie hell und freundlich gestaltet und zudem über Kinderwagenabstellräume verfügen. Die Wohnungen erhalten neue Bäder und die technische Infrastruktur wird in Großteilen erneuert.

Arrondierung von Hof 4 und 5 © AS&P Albert Speer und Partner GmbH

Die bauliche Struktur weist im Bereich der Höfe 4 und 5 Lücken und eine inkonsequente Gebäudestellung auf. Im Sinne einer formalen Stärkung der Höfe sieht unser Konzept hier zwei Arrondierungen vor: Im Hof 4 wird die südliche Seite durch Ergänzung eines viergeschossigen Hauses deutlicher gefasst. Der Hof 5 wird im nördlichen Bereich durch einen winkelförmigen Baukörper ergänzt.

Neukonzeption des ruhenden Verkehrs: Die Heinrich-Lübke-Siedlung wird durch eine dreigeschossige Parkgarage mit einer Länge von ca. 225 m vom Lärm der LudwigLandmann-Straße abgeschirmt. Aus städtebaulicher Sicht erfüllt diese existierende Parkgarage ihren Zweck sehr gut, nämlich den ruhenden Verkehr direkt am Beginn der Siedlung aufzunehmen und eine Lärmabschirmung zur Ludwig-LandmannStraße zu gewährleisten. Die Defizite, die zu ihrer geringen Akzeptanz führen, liegen eindeutig in der Art der Erschließung, die ein angstfreies Betreten unmöglich macht, sowie in der Ausbildung der Fassade, die keine natürliche Belichtung zulässt und durch ihre fehlende Gliederung dem Gebäude einen unmaßstäblichen Charakter verleiht.

Vorgesehene Baukörperanordnung © Csaba Horvath

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Bisherige Parkhausfassade © AS&P Albert Speer und Partner GmbH

Neugestaltete Parkhausfassade © AS&P Albert Speer und Partner GmbH

Im Rahmen der Sanierung wird ihre Erschließung umstrukturiert und die Fassade erneuert. Die im Bestand innenliegenden und daher nahezu unbelichteten Treppenräume werden entfernt und durch einläufige Treppen an der Außenseite ersetzt, die von einer Glashülle umgeben sind. Der Nutzer kann beim Betreten des Gebäudes also jederzeit gesehen werden; ein Aufzug in der Mitte des Parkhauses sorgt zusätzlich für eine barrierefreie Zugänglichkeit. Die bestehende Vorhangfassade wird ebenfalls vollständig entfernt und durch eine lichtdurchlässige Konstruktion ersetzt. Eine gewisse Anzahl von Stellplätzen sollte für Car-Sharing-Konzepte reserviert werden, die sich modellhaft mit Aufladestationen für Elektroautos ausrüsten lassen und über die Solarzellen auf dem Dach gespeist werden.

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Energetische Konzeption: Für das Quartier wurde ein ganzheitliches Energie- und Gebäudekonzept entworfen, welches zum Ziel hat, den Energieverbrauch und insbesondere den CO2-Ausstoß der Siedlung signifikant zu senken. Um den Energieverbrauch der Bestandsgebäude zu reduzieren, werden sie nach dem EnEV-2009-Neubaustandard saniert und mit Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung ausgestattet. Die Neubauten werden zudem im Passivhaus- und die Gewerbeflächen im Niedrigenergiestandard konzipiert. Die Energieversorgung erfolgt über ein gasbefeuertes Blockheizkraftwerk, das bereits auf die Umrüstung auf Brennstoffzellen ausgelegt ist, ergänzt von thermischen Solarkollektoren auf den Gründächern der Wohngebäude. Die Dachfläche des Parkhauses ist darüber hinaus für die Anordnung von Photovoltaikanlagen ideal geeignet, da hier große durchlaufende Flächen belegt werden können. Um die immensen Verteilverluste des bisherigen Nahwärmenetzes zu eliminieren, werden auch sämtliche Leitungen ausgetauscht. Durch den vorgeschlagenen Standard und Energiemix lässt sich der CO2-Ausstoß der Heinrich-Lübke-Siedlung unter wirtschaftlich vertretbaren Bedingungen um über 90 % senken.

Soziokulturelle Konzeption: Im Bestand werden sämtliche Wohneinheiten der Heinrich-Lübke-Siedlung gefördert, was zu einer für den Stadtraum untypischen monosozialen Struktur führt. Angebote für Jugendliche und Erwachsene existieren kaum, die Nahversorgung ist unzureichend. Unser Konzept sieht im Bereich der Nachverdichtung vor, frei finanzierte Wohnungen zu schaffen, um einen für Frankfurt repräsentativen Mix unterschiedlicher Wohnungsstandards zu erzielen. Voraussichtliche Fertigstellung der Sanierungsmaßnahmen ist 2014, die Neubauten folgen im Jahr 2015. Dipl.-Ing. (FH) Architekt Martin Teigeler AS&P Albert Speer & Partner GmbH, Frankfurt am Main

Bauherr ABG Frankfurt Holding Wohnungsbau- und Beteiligungsgesellschaft mbH, Frankfurt am Main Entwurf AS&P Albert Speer & Partner GmbH, Frankfurt am Main

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Stadt der Gärten, der Grünflächen und Parkanlagen Wo man Wäldchestag1 feiert und Grüne Soße2 mit Sushi serviert

Gallusanlage: Kunst inmitten der Stadt © Grünflächenamt der Stadt Frankfurt am Main

»Blickfang« in der Untermainanlage © Grünflächenamt der Stadt Frankfurt am Main

Kunst, Kultur und Natur »Un es will merr net in mein Kopp enei, wie kann nor e Mensch net von Frankfort sei« (Friedrich Stoltze, Frankfurter Mundartdichter und Satiriker, 1816–1891). Dass beim Vergleich der Lebensqualität von weltweit 215 Metropolen Frankfurt unter den ersten zehn rangiert, verwundert nur Außenstehende. Von weitläufigen Grünflächen durchzogen und reich an Kunst und Kultur, haben Menschen aus aller Herren Länder die Stadt am Main zur Wahlheimat erkoren. Fragt man Ortsfremde, was sie mit Frankfurt assoziieren, werden im ersten Satz mit Sicherheit Hochhäuser genannt. Je nach Person kommen im zweiten Goethe, Börse oder Museumsufer ins Spiel, ist im dritten vielleicht von Weltoffenheit und »Multikulti« die Rede. Mit Wildnis, Biotopen oder gar Landwirtschaft bringt die Mainmetropole vermutlich niemand in Verbindung. Dabei darf sich die Natur auf ganzen 52 % der Stadtfläche behaupten. Eine zugegeben knappe Dominanz, und wie im Fall des mitgerechneten Straßenbegleitgrüns ist die Flora oft reichlich gezähmt.

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GrünGürtel mit Binnendüne Doch weist Frankfurt durchaus Naturschutzgebiete auf, an denen kein menschlicher Finger rühren darf. Der Stadtteil Schwanheim beherbergt sogar eine ökologische Kostbarkeit, die noch aus der letzten Eiszeit stammt: eine der wenigen Binnendünen Europas. Derlei Unerwartetes ist hauptsächlich in dem 70 km langen sogenannten GrünGürtel zu finden, der sich rund um die Mainmetropole auf über 8.000 ha breitmacht. Die den Bürgern damit gewährte Lebensqualität ist selbst den Vereinten Nationen nicht entgangen: Dass der Magistrat seit 1991 über den Erhalt von Bachläufen, Äckern, Parks, Forsten und Gärten wacht, wurde vom UN-Weltsiedlungsgipfel Habitat II als positives Beispiel für nachhaltige Stadtentwicklung ausgezeichnet. Der GrünGürtel ist in der Tat weit mehr als attraktives Naherholungsgebiet, er ist Frankfurts Lunge und trägt zum Klima-, Wasser- und

Artenschutz bei. Vom Enkheimer Ried im Osten zieht sich das grüne Band über den Berger Rücken, folgt im Westen dem Lauf der Nidda und setzt sich südlich des Mains vor allem als Stadtwald fort. Und der zählt mit seinen dichtbewachsenen 6.000 ha zu den bundesweit größten Waldflächen in kommunaler Hand. Zwischen Eichen, Buchen und Kiefern spinnt sich hier ein 420 km umfassendes Wegenetz, auf dem Wanderfans problemlos ihren Jahresurlaub verbringen könnten. Unter Umständen bekommen sie dabei sogar eine weltweit einzigartige Spezies zu Gesicht – das scheue GrünGürtel-Tier. Es hat sich dem 2006 verstorbenen Frankfurter Dichter und Zeichner Robert Gernhardt gleich mehrmals gezeigt, der es für seine Mitmenschen umgehend porträtierte.

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Frankfurt für (Grün-)Flaneure Bei den diesjährigen Feiern zum 20. GrünGürtel-Jubiläum kann sich die Stadt getrost mal selbst auf die Schulter klopfen. Obwohl der Bedarf an Wohnraum ungebrochen wächst, wurden und werden freie Areale nicht sämtlich zu Bauland deklariert – weder in Randlagen noch im Zentrum. Jüngstes Beispiel liefert das im Entstehen begriffene Europaviertel, denn Kernstück des auf dem ehemaligen Güterbahnhofgelände angesiedelten Quartiers wird ein riesiger Gartenpark sein, der grüne Arme bis zum Nachbarstadtteil Gallus und zum Rebstockpark streckt. Einen Steinwurf von Messe und Hauptbahnhof entfernt, wird eingelöst, was für Frankfurt generell gilt: Jeder Bewohner stößt innerhalb von 300 m auf Grün. Dass man entlang dem Main von Oberrad bis nach Höchst oder entlang der Nidda von Harheim bis nach Nied ohne Unterbrechung im Grünen wandelt, ist hinreichend bekannt. An sonnigen Tagen sollen auf den Strecken bereits Fußgängerstaus

Kriegsgräber im Frankfurter Hauptfriedhof © Harald Fester

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»Hessenwasserpark« an der Friedberger Landstraße © Harald Fester

beobachtet worden sein. Dabei lädt die Stadt selbst ebenfalls zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Bei über 50 Parks und Anlagen, die sich wie Perlen an einer Kette reihen, lassen sich Straßen weitgehend ignorieren. Wer es nicht glaubt, wird bei folgender Ost-West-Querung eines Besseren belehrt. Ein Bornheimer etwa startet im Günthersburgpark, den er durch die angrenzenden Schrebergärten verlässt, und landet im Wasserpark, den nur eine Straßenbreite vom Hauptfriedhof trennt.

Durch dessen schattige Alleen geht es weiter bis zum Ausgang gegenüber der Deutschen Bibliothek, hinter der die Wege zwischen üppigen Villenvorgärten zum Holzhausenpark leiten. Jetzt ist die Straße zwar nicht zu vermeiden, doch schon nach wenigen Minuten tritt der Stadtwanderer durch das Campus-Westend-Tor. Europas schönstes Universitätsgelände mündet wiederum nahtlos in den Grüneburgpark, der nicht nur uralte Bäume, sondern ebenso zwei Pretiosen vorzuweisen hat.

… und schattige Wege mit Bänken zur Erholung © Harald Fester

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Parade der Buntheit

Im Botanischen Garten durchschreitet man sozusagen im Zeitraffer die Landschaften aller Kontinente und – seit das Buchmessegastland Südkorea 2005 die Stadt mit einem traditionellen Gelehrtengarten samt Pavillons beglückte – lädt hier überdies fernöstliche Vegetation zu kontemplativen Auszeiten ein. Nach Abstechern in die weite Welt lotst dann eine Brücke zurück ins Lokale, genauer gesagt, in die Anlage vor der Bundesbank. Aus der führt jetzt eine Brücke zur Schrebergartenkolonie Taunusblick, zu deren Füßen bereits die Pfade zum ca. 170 ha großen Volkspark Niddatal warten. Das ehemalige Bundesgartenschaugelände lässt mit seinen Wiesen, Gehölzen und Feuchtbiotopen leicht vergessen, dass man sich noch immer inmitten der Stadt, nämlich zwischen Praunheim, Ginnheim und Hausen befindet.

Botanischer Garten mit Landschaften aller Kontinente © Botanischer Garten Frankfurt am Main

… mit Beschilderung zur Orientierung © Botanischer Garten Frankfurt am Main

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Egal, von welcher Seite man kommt und wie man das oft als Mainhattan oder Bankfurt verlästerte Frankfurt auch dreht und wendet – die Stadt verschreibt sich seit Jahren geradezu radikal dem Grün. Nachdem sie hierzulande bereits Spitzenreiter im Bau von Passiv- und Niedrigenergiehäusern ist und als deutsche Modellregion für Elektromobilität der Zukunft gilt, dürfte die Bewerbung um den Titel »Europäische Grüne Hauptstadt 2013/14« eine ziemlich aussichtsreiche sein. Umweltdezernentin Manuela Rottmann hat sich jedenfalls zum Ziel gesetzt, die Mainmetropole zum »Meilenstein für andere europäische Städte« zu machen. Unter anderem treibt sie die Schaffung von noch mehr Grünflächen, eine nachhaltige Wirtschaftspolitik und die Verbannung fossiler Brennstoffe voran. Ihre Partei, die Grün zum Bekenntnis erhebt und seit über 20 Jahren die städtischen Geschicke mitbestimmt, hat das restliche Farbenspektrum dabei nicht ignoriert. Als Inte-

gration nur ein Fachbegriff in Soziologenkreisen war, riefen die Grünen 1989 das Amt für multikulturelle Angelegenheiten ins Leben und verpassten der Buntheit einen politischen Rahmen. Die damals europaweit erste Einrichtung dieser Art, später »Frankfurter Modell« genannt, lockte Delegationen aus dem In- und Ausland an. Die Zeiten der Vorreiterrolle sind zwar vorbei, dennoch zeichnet sich die Stadt weiterhin durch ihre enorme Intensität der Farben aus. Menschen aus rund 180 Nationen sind im zuständigen Amt registriert, und viel mehr Staaten hat ja der Globus nicht zu bieten. Die »Parade der Kulturen« ist in Frankfurt daher kein bloßes Sommer-Event: Hier schiebt sie sich täglich durch die Straßen, keine andere Großstadt in Deutschland weist eine derartige Bandbreite an Sprachen und Kulturen auf. Jener Vielfalt ist nicht zuletzt der Ruf als internationale und weltoffene Stadt zu verdanken – und der existiert nicht erst seit gestern.

… mit Rhododendron aus Ostasien © Botanischer Garten Frankfurt am Main

… mit Verweilmöglichkeiten an Teich und Kalkhang © Botanischer Garten Frankfurt am Main

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Jüdischer Friedhof an der Battonstraße mit runder Steingruppe © Harald Fester

… und efeuumrankten Grabsteinen © Harald Fester

Erinnerung aus Engagement In Frankfurt begegneten sich eigentlich schon immer die Völker. Die geographische Lage machte den Ort zum Handels- und Verkehrsknotenpunkt, das 1240 verliehene Messeprivileg in allerlei Hinsicht zur Austauschbörse. »Hervorragende Stätte des Reiches« gravierte der freie Stadtstaat nicht zu Unrecht in sein Siegel, und seine Bürger gaben sich entsprechend selbstbewusst und tolerant. So nahm Frankfurt neben den aus Frankreich, Belgien und den Niederlanden geflüchteten Calvinisten im 16. Jahrhundert auch die aus fast allen süddeutschen und rheinischen Städten vertriebenen Juden auf. In Relation zur Einwohnerzahl war hier die größte jüdische Gemeinde Deutschlands zu Hause – bis der nationalsozialistische Wahn das Land infizierte. Beistand blieb den Verfolgten auch in Frankfurt verwehrt, doch hat man nach 1945 früher als andernorts die Verbrechen des Holocaust dokumentiert. Den Boden bereitete Bürgermeister Walter Kolb, der unmittelbar nach Kriegsende Informationen über die Gräuel sammeln ließ. Die in Frankfurt abgehaltenen Auschwitz-Prozesse, der in der Stadt ansässige hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer oder das Institut für Sozialforschung sorgten zudem für eine fortdauernde Auseinandersetzung. Nach den Recherchen der Historikerin Jutta Zwilling vom Institut für Stadtgeschichte gibt es »in Deutschland keine andere Stadt, die derart viele Facetten des Gedenkens« vorweisen kann. Den Opfern des NS-Regimes seien inzwischen »rund 100 Erinnerungsstätten unterschiedlichster Gestaltung« gewidmet. Eine davon befindet sich in der

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Battonstraße, wo die Mauern des alten jüdischen Friedhofs 11.134 Metallvorsprünge mit den Namen der ermordeten Frankfurter Juden tragen. Dass an dieser Stelle überhaupt ein Mahnmal existiert, geht zum Großteil auf den Einsatz engagierter Bürger zurück. Als man beim Bau eines Verwaltungsgebäudes auf Fundamente der Synagoge, mehrerer Häuser sowie Reste eines jüdischen Bades stieß, ließen die Verantwortlichen die Arbeiten nicht stoppen. Daraufhin entspann sich Mitte der 1980er Jahre der sogenannte Börneplatzkonflikt, der mit anhaltenden Protesten bewirkte, dass über den Ausgrabungen 1992 schließlich das Museum Judengasse und auf dessen Außengelände 1996 die vielbeachtete Gedenkstätte errichtet worden sind.

Anmerkungen Seit dem 18. Jahrhundert Frankfurter Volksfest, das am Dienstag nach Pfingsten im Stadtwald gefeiert wird.

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Wird aus sieben Kräutern komponiert, traditionell mit Kartoffeln und hartgekochten Eiern gereicht und soll Goethes Lieblingsspeise gewesen sein. Um das Original vor Kopien zu bewahren, haben die ortsansässigen Kräutergärtner unlängst beim Bundespatentgericht Markenschutz für die »Frankfurter Grüne Soße« beantragt.

Doris Stickler Freie Journalistin, Frankfurt am Main

Außenmauer und Eingang an der Battonstraße © Harald Fester

Gedenksteine zur Erinnerung © Harald Fester

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Wasser-Ziergras-Parterre als Entwurf © relais Landschaftsarchitekten

Nördliche Promenade im Konzept © relais Landschaftsarchitekten

Europagarten im Entstehen Ein »Central Park« im Frankfurter Westen

Teil des Europaviertels Die Gestaltung von Freiräumen ist unlösbar mit der Beschaffenheit ihrer Umgebung und den aufgeschichteten Strukturen des Baugrundes verbunden. Was bedeutet es aber, wenn diese Spuren getilgt und der angrenzende Raum selbst noch Gegenstand von Planungsprozessen ist?

Ein solches Areal erscheint wie neugewonnenes Land, wie ein neutraler Ort. In einer Zeit, in der den Außenraum fast überall kulturelle Strukturen durchdringen, ist gerade eine derartige Situation jedoch äußerst spannungsreich. Sie erscheint archaisch. Eine solche Fläche ist der Europagarten, der nach der Schließung des früheren Hauptgüter- und Rangierbahnhofs westlich der Frankfurter Messe durch großräumigen Erdauftrag geschaffen wurde.

Er ist Teil des Europaviertels, eines neuen Stückes Stadt, das durch die Grundeigentümerin aurelis Real Estate derzeit in enger Abstimmung mit der Stadt Frankfurt geplant wird. Die Entwicklung umfasst die Wohnquartiere »Helenenhöfe« und »Parkend« sowie die auch gewerblich genutzten Quartiere »Boulevard Mitte« und »Boulevard West«. Nach der kompletten Fertigstellung werden hier in wenigen Jahren auf 670.000 m² ca. 13.000 Menschen wohnen, einkaufen, lernen, arbeiten und sich erholen.

Bruttobauland

ca. 670.000 m²

Nettobauland

ca. 303.000 m² (ohne 13.000 m² Gemeinbedarfsflächen)

Grünfläche

ca. 219.000 m²

Verkehrsfläche

ca. 135.000 m²

Soziale Infrastruktur

1 Schule, 4 Kindertagesstätten

Bruttogeschoßfläche Wohnen

ca. 261.000 m²

Bruttogeschoßfläche Büro/Dienstleistung

ca. 300.000 m² (ohne Messe)

Wohnraum und Arbeitsplätze

für etwa 13.000 Menschen

Europaviertel (West): Flächenangaben © aurelis Real Estate GmbH & Co. KG

Masterplan des Europaviertels (West) © aurelis Real Estate GmbH & Co. KG

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Städtebauliche Einbindung © relais Landschaftsarchitekten

Garten als Topos

Am 21. Juni 2011 wurde der Öffentlichkeit der erste Realisierungsabschnitt des Europagartens zur Nutzung übergeben. Zukünftig wird dieser Freiraum einen Umgriff von ca. 56.000 m² mit einer Längenausdehnung von ca. 500 m und einer Breite von 126 m haben. Davon ist bislang etwa die Hälfte mit einem ca. 40 m tiefen nördlichen und einem 25 m tiefen südlichen Parkbereich fertiggestellt. Damit reiht er sich in die Tradition großer Frankfurter Grünanlagen, wie des Güntersburg-Parks im Nordend, des Grüneburgparks im Westend und des Ostparks im Ostend, ein. Er wird durch seine Lage zu einem »Central Park« für den angrenzenden Stadtkörper und erhält eine wesentliche Position innerhalb übergeordneter Stadt- und Grünstrukturen. Er wird zur am weitesten ins Frankfurter Zentrum reichenden Verlängerung einer Reihe von Parkanlagen mit Verbindung zum Frankfurter Grüngürtel, verknüpft über einen Boulevard mit Messe und Innenstadt. Zwei direkt anschließende »Taschenparks« verzahnen ihn darüber hinaus mit dem umliegenden Stadtquartier.

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Zur Gestaltung des Europagartens wurde 2008 ein Wettbewerb ausgelobt, den relais Landschaftsarchitekten aus Berlin gewannen. Ihr Entwurf fußt konzeptionell auf der eingangs beschriebenen »archaischen« Auffassung des Standortes, die mit einem Garten als der ursprünglichsten freiraumbezogenen Geste der Menschheit beant-

wortet wurde. Dafür bedurfte das konventionelle Gartenverständnis einer Adaption, die einer Rückführung auf seine Wurzeln entsprach. Der Topos Garten wurde dabei als ein auf eine essentielle Weise mit dem Menschsein verbundener Ort aufgefasst, der auf die alltäglichen Ansprüche seiner Nutzer Bezug nimmt.

Lageplan des Europagartens © relais Landschaftsarchitekten

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Schnittansicht © relais Landschaftsarchitekten

Grundlage dafür war die Schaffung einer autarken Raumstruktur, deren Prägnanz im Stadtgefüge erfahrbar ist und die vor der Errichtung der umliegenden Hochbauten einen wesentlichen Beitrag zur Adressbildung leistet. Verwirklicht wurde dies durch einen dreifachen Baumrahmen aus Spitzahorn über einer großzügigen Promenade mit wassergebundener Wegedecke, die im Norden und Süden des Europagartens bereits fertiggestellt ist. Perspektivisch wird jene Gehölzstruktur zu einem introvertierten Raumgefüge aufwachsen, das einen geschützten und temperierten Aufenthaltsbereich bietet. Gestärkt wird ihr Effekt durch innerhalb der Allee angeordnete Heckenkissen aus Hainbuche, Kirschlorbeer und Liguster. Die Heckenkissen enthalten Sitznischen und dienen als halbdurchlässige Kontur gegenüber dem städtischen Umfeld, wodurch zugleich die Eingangssituationen formuliert und Zugänge zu Funktionsräumen geschaffen werden.

Zäsuren in der Geschlossenheit des Rahmens werden durch einzelne Baumgruppen aus Blauglockenbäumen, PyramidenEichen, Scharlach-Eichen, Silberlinden, Flügelnüssen und Lederhülsenbäumen gesetzt: Sie brechen die formale Strenge der Gehölzstruktur und weiten den Baumrahmen malerisch auf. Über eine die Promenade begrenzende Sitzmauer aus hellem Sichtbeton vermitteln sie zum Inneren des Freiraums, das zukünftig zu einer weiträumigen, schwingend modellierten Rasenfläche gestaltet wird. Realisiert ist diese »Rasenwoge« derzeit nur in Randbereichen, die nach Errichtung des den Europagarten unterquerenden Straßenund U-Bahn-Tunnels in einem zweiten Bauabschnitt zu einem zusammenhängenden und von Gehölzgruppen akzentuierten Gartenraum verbunden werden.

Nördliche Promenade im »Wachsen« © Stefan Müller

Promenade und (eingesäte) Rasenwoge © Stefan Müller

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Diese inmitten des urbanen Kontexts entfaltete landschaftliche Geste steht im Kontrast zur Orthogonalität des Baumrahmens und ist als Gegenstück zu einem ornamentalen Wasserparterre konzipiert, das im Westen des Europagartens angelegt wird. Die Gestaltung reflektiert auf die Weise den für das Gartenverständnis konstitutiven Diskurs zwischen Landschaftlichkeit und Geometrisierung durch Neuinterpretation traditioneller gartenkünstlerischer Muster. Der Garten wird als ein von Polarität geprägter Ort aufgefasst, der erst durch ein solches Spannungsverhältnis mit der Vielfalt anthropogener Nutzungsformen in Einklang kommt. Städtebaulich ist das Wasserparterre der geplanten Quartiersmitte im Westen des Europagartens zugeordnet, die eine Platzfläche für Wochenmärkte, Feste und Außengastronomie beinhalten wird. Von ihr aus übernimmt das Wasserparterre also die Funktion eines Eyecatchers, der den Blick unter dem lichten Dach des Baumrahmens hinweg in den Europagarten zieht. Das Parterre wird sich aus ornamental strukturierten Wasserbecken mit hellen Sichtbetoneinfassungen zusammensetzen, wobei durch inmitten der Wasserflächen situierte Broderien aus Ziergräsern ein Bezug zu der den östlichen Teil des Gartens einnehmenden Rasenwoge gewährleistet ist. Bereits fertiggestellt ist ein in diesen offenen Gartenraum integriertes Heckenkabinett, das von Hainbuchen gefasst wird und ein Teil der nördlichen Promenade ist. Als »Spielkammer« birgt sie eine 600 m² große Fläche aus Sand und Kunststofffallschutzbelag mit einer als Großform bespielbaren Kletterlandschaft aus farbig lasierten Eichenbalken. Zwei weitere Spielkammern zum Bolzen und Skaten folgen später an der südlichen Promenade.

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Struktur mit Eigenwert Schon die realisierten Teile des Europagartens stellen eine eigenwertige Struktur im Frankfurter Stadtgefüge dar. Als funktionale Anforderungen an einen Garten innerhalb eines im Entstehen befindlichen Stadtquartiers wurden bei der Konzeption räumliche Offenheit und Modifikationsfähigkeit erachtet. Die Gestaltung soll daher in erster Linie eine Grundlage für vielfältige informelle Aktivitäten bieten. Als wesentliche Qualität des Freiraums ist dessen zur Dichte der angrenzenden baulichen Strukturen kontrastierende Dimension anzusehen, die die freie Entfaltung des Blicks und die Fokussierung des Horizonts zulässt. Aus dem Blickbezug zur Skyline von Frankfurt auf der einen und den Ausläufern des Taunus auf der anderen Seite bietet dieses Areal die Möglichkeit zur Selbstverortung im Stadtgrundriss.

Spielkammer mit Sitzmauer © Stefan Müller

Durch die Differenzierung heterogener Raumqualitäten, deren informellen Charakter und die direkte Zuordnung des Freiraums zu Wohn- und Arbeitsstätten birgt der Europagarten das Potential, sich zu einem selbstverständlich und essentiell im Tagesrhythmus der Anlieger verankerten Ort zu entwickeln. Wenn er dabei zu körperlicher Regeneration und geistiger Kontemplation beiträgt, wird er im ursprünglichsten Sinne zum Garten. Dr. Elmar Schütz Leiter Projektentwicklung aurelis Real Estate GmbH & Co. KG, Eschborn Thomas Thränert relais Landschaftsarchitekten BDLA, Berlin

Sitzmauer … © Stefan Müller

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Bauherr aurelis Real Estate GmbH & Co. KG, Eschborn in Abstimmung mit Stadt Frankfurt am Main Grünflächenamt Entwurf relais Landschaftsarchitekten BDLA, Berlin Tragwerksplanung Ingenieurbüro Rüdiger Jockwer GmbH, Berlin Wassertechnik ifw Ingenieurbüro für Wassertechnik, Berlin Künstlerische Bauoberleitung relais Landschaftsarchitekten BDLA, Berlin Bauleitung BWP Endreß Landschaftsarchitekten, Frankfurt am Main

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»Ein Garten ist notwendig wie Brot.«

Der Rothschildpark Ein Glücksfall für Frankfurt

Tishman Speyer wollte hoch hinaus und ermöglichte mit dem Bau des Opernturmes über 5.000 m² neues Grün bis zur Bockenheimer Landstraße. Die BHF-Bank sitzt im denkmalgeschützten Sep-Ruf-Bau gegenüber und warf auch ihren Gartenteil mit großem Engagement in die Waagschale.

Grenzen gibt es nur auf dem Papier. Durch eine großzügige Spende von Tishman Speyer konnte zudem die Stadt Frankfurt, vertreten durch das Grünflächen- und das Hochbauamt, den nördlichen Parkteil mit seinem wertvollen alten Baumbestand aus der Zeit des Gründers Mayer Amschel Rothschild seit 1818, instandsetzen. Er schreibt 1816 in einem Brief an seine Brüder: »Ein Garten ist notwendig wie Brot«, und in einem weiteren Brief: »Ich schlafe im Garten, es ist fast wie im Garten von Eden.« Die Stadt Frankfurt hatte den weit größeren Teil zu restaurieren.

Phönix aus der Asche Die Geschichte hat 1744 in Frankfurt mit Mayer Amschel Rothschild begonnen: eine unvergleichliche Erfolgsgeschichte, die den Rothschildpark 1818, den Grüneburgpark 1837 und den Günthersburgpark 1838 hervorbrachte und mit Enteignung 1938 und Zerstörung 1944 zu Ende ging. Nach dieser schmerzlichen Erfahrung rückt der Rothschildpark in annähernd alter Größe von 5 ha heute wieder ins Blickfeld der Bevölkerung. Endlich, nach Jahrzehnten der Vernachlässigung und Zerstückelung ist es in gemeinsamer Anstrengung aller Beteiligten gelungen, den Phönix im Herzen Frankfurts aus der Asche zu heben und den alten Landschaftspark wiederherzustellen. Die Idee hatte der Architekt des Opernturmes, Christoph Mäckler. Ich freue mich und bin dankbar, dass ich den Park entwerfen und seine Instandsetzung gemeinsam mit Frank Vollbehr begleiten durfte. Ein Glücksfall war auch das Netzwerk, gesponnen von vielen, die alle das eine Ziel im Auge hatten, den neuen Park für die Menschen im Herzen Frankfurts zu öffnen.

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Rothschildpark mit »Parktower« im Herbst 2010 © Anna Schönborn

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Teil OpernTurm im Mai 2010 © Anna Schönborn

Rothschildpark mit BHF-Bank, Herbst 2010 © Anna Schönborn

Dieser Park lebt von raumbildenden Bäumen und Gebüschpflanzungen, großzügigen Rasenflächen und weiten Durchblicken auf Parkstaffagen, den »Point de Vue«. Bis auf den gotischen Turm, errichtet durch Mayer Amschel Rothschild als romantische Ruine und zugleich Höhepunkt der

Anlage, sind alle Parkbauten von Nazideutschland abgerissen worden. In Rothschilds Park gab es eine Orangerie, Oberlindau 43, eine kleine private Turnhalle mitten im Park, ein Gesindehaus neben der Bockenheimer Landstraße 10, einen Weiher mit einer Zierbrücke und ein orientalisch anmutendes Entenhaus.

Sanierung und Neugestaltung Der einsturzgefährdete gotische Turm musste saniert, die alte Einfriedung aus rotem Sandstein mit Eisenstabgitter ausgebessert und ergänzt werden. Alle Wege sind einheitlich nach altem Vorbild gestaltet, neu aufgebaut, mit Bessunger Kies abgestreut und mit Eisenband schwingend gefasst worden. Die Auswahl der neu gepflanzten Bäume setzt die ursprüngliche Verwendung fort, wie Buche, Eiche, Linde, Ahorn, Platane, Weide und Kastanie. In den Archivalien ist auch die Rede von einem alten Maulbeerbaum: Er steht frisch gepflanzt hinter dem Halbrund der Steinbank. Jüngere Bäume und Strauchgruppen, die wichtige Sichtbeziehungen verdeckten, mussten herausgenommen oder beschnitten werden. Es ist kaum zu glauben, dass sich unter dem gesamten südlichen Parkteil eine Tiefgarage bis zur Bockenheimer Landstraße verbirgt, die mit mehr als 1 m Bodenaufbau den neuen Bäumen ausreichend Lebensraum bietet. Technische Einbauten, wie Notausgänge, Lüftungsgitter und Kanalschächte, sind heute leider unvermeidlich. Sie sind allerdings in hoher Qualität gestaltet und ermöglichen eine lebendige, fließende Bodenmodellierung der Rasenflächen.

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Gesamtplan © Adelheid Schönborn

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»Ich schlafe im Garten, es ist fast wie im Garten von Eden.«

BHF-Bank mit Steinbank, Güterstein und blühendem Hartriegel, Frühling 2010 © Anna Schönborn

Güterstein © Anna Schönborn

Bronzetafeln zur Erinnerung © Anna Schönborn

An der Stelle des ehemaligen Rothschildpalais erinnert parkseitig eine halbrunde Steinbank aus anthrazitfarbenem Granit mit zwei eingearbeiteten Gedenktafeln an die Vergangenheit vor 1938. Der bei Erdarbeiten beim gotischen Turm gefundene »Güterstein« aus rotem Sandstein beweist die Parkgründung 1818 und steht neben einem blühenden Solitärstrauch: Cornus kousa oder japanischer Blütenhartriegel. Beim Innehalten nimmt man erst die Tiefe des Parks und die Hauptsichtachse wahr.

Zwischen dem aufgeasteten Eibenaltbestand wirkt der eher schwere Ring der von Georg Kolbe 1954 realisierten Skulpturen fast schwebend. Und auf der Anhöhe der Sichtachse lässt sich, auf schattigen Pfaden durch immergrüne Gehölzpflanzungen sich seitlich schwingend auf einen Aussichtshügel, der gotische Turm erleben.

Diese schattigen Pfade erfuhren eine Bereicherung durch die im Frühjahr 2011 gepflanzten Rhododendronlieferungen aus der berühmten Rothschild’schen Rhododendrenzucht des Parks in Exbury in Südengland. Ein Besuch in Exbury, dem öffentlichen Rothschildpark von 100 ha, im Mai zur Rhododendrenblüte ist überwältigend.

Ring der Erinnerung von Georg Kolbe © Anna Schönborn

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Lionel de Rothschild © Anna Schönborn

Last, but not least war mein großes Anliegen, nicht nur den Park selbst, sondern ebenso seine Geschichte lebendig zu vermitteln, durch das Engagement der Familie Rothschild. Der französische Zweig der Familie hat die Steinbank gestiftet und der englische ganz besondere Rhododendrongewächse aus Rothschild’scher Zucht. Sorten und Farben sind speziell für das Frankfurter Klima zusammengestellt und haben mit Sortenbezeichnungen im Frühjahr 2011 ihren endgültigen Standort im Rothschildpark in Frankfurt am Main gefunden.

Städtischer Teil im Dezember 2009 © Anna Schönborn

Ein Schlusswort Neuerdings hat der Rothschildpark sieben Zugänge, zwei neue von der Bockenheimer Landstraße, einen alten und einen neuen vom Oberlindau (Ecke Staufenstraße), einen vom Reuterweg und das neue Rothschildtor am Reuterweg. Auch der neue Zugang vom Oberlindau wurde aufgewertet durch die schönsten Rhododendren aus Exbury.

Der Rothschildpark, ein Glücksfall, möglich nur durch das kraftvolle und engagierte Zusammenspiel von öffentlicher Hand und privatem Einsatz von Mut, Begeisterung und Geldmitteln. Frankfurt kann sich glücklich schätzen über den kulturellen Reichtum, den jüdische Familien der Stadt hinterlassen haben. Doch der Schmerz über die unendlichen Verluste bleibt. Adelheid Schönborn

Bauherren Stadt Frankfurt am Main Grünflächenamt Tishman Speyer Properties Deutschland GmbH, Frankfurt am Main BHF-Bank AG, Frankfurt am Main Entwurf Adelheid Schönborn Gartenarchitektin München

… und im Sommer 2010 © Anna Schönborn

Parkteil am Oberlindau, Sommer 2010 © Anna Schönborn

[Umrisse]

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Haus am Dom im Zentrum der Altstadt © Waltraud Krase/Jourdan & Müller

Das Haus am Dom Tagungs- und Begegnungszentrum des Bistums Limburg

Der Ort in der Stadt Das 2007 fertiggestellte »Haus am Dom« fasst viele Aufgaben öffentlicher Gegenwart der katholischen Kirche in Frankfurt am Main. Der Name ist Programm, ein Programm der Gleichzeitigkeit von Begegnung und Dialog, von kontemplativem Nachdenken und konzentriertem Arbeiten, von heiterer Festlichkeit und kirchlicher Würde. All das ist unter einem Dach vereint. Die Lage dieses bedeutenden historischen Platzes im zentralen Bereich der kriegszerstörten Altstadt Frankfurts macht eine besondere Auseinandersetzung mit der städtebaulichen Einbindung und Formgebung des Baukörpers notwendig. Der Entwurf ist eine präzise Antwort auf die Kriterien, die die unmittelbare Umgebung formuliert.

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Überlagert man den heutigen Stadtplan mit einem Plan aus den frühen 1930er Jahren, wird ersichtlich, wie sehr die Nachkriegsbebauung das ehemals mittelalterlich geprägte städtische Gefüge aus Gassen, Plätzen und Gebäuden verändert hat. Durch den nach Westen vorgelagerten archäologischen Garten und die Errichtung der Kunsthalle Schirn stellten die Nachkriegsplanungen den Dom in einen perspektivischen Raum und monumentalisierten ihn. Mittelalterliche Kathedralen waren hingegen als Teil eines städtischen Gefüges aus kleinteiligen Wege- und Platz-

verbindungen nicht für eine Betrachtung über perspektivisch angelegte Freiräume geplant. Ein großer Domvorplatz im Westen war nie vorgesehen. Bestimmend war vielmehr die Verbindung des Portals an der Domstraße zum Krönungsweg. Werner Hebebrand reagierte auf diese Situation mit seiner Planung: Das 1927 nach einem Wettbewerbsentwurf errichtete Zollamt setzte anstelle mehrerer Fachwerkhäuser einen leicht gekrümmten Baukörper, der die stadträumliche Führung auf das Hauptportal des Domes übernahm.

Lageplan © Jourdan & Müller

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Der neue Baukörper Der neue Baukörper löst sich aus der Verklammerung mit dem Technischen Rathaus. So erwächst wieder eine offene, begehbare Raumfolge von der Braubachstraße über den Zollhof zum Krönungsweg, die die mittelalterliche Gassenstruktur nachvollzieht. Das vorhandene Zollamt bleibt weitgehend erhalten, der Baukörper wird differenziert und in drei Elemente gegliedert.

Erscheinungsbild bei Nacht © Waltraud Krase/Jourdan & Müller

Der Vorbereich des Domes wird durch die Verlegung der Tiefgaragenzufahrt nur mehr am Rand vom durchfließenden Verkehr berührt, so entwickelt sich wieder ein Platz, der an zwei Seiten durch öffentlich wirksame Gebäude gefasst ist: der neue Domplatz zwischen dem Dom, dem gegenüberliegenden Pfarramt und dem »Haus am Dom«. Seine Westfront bilden der Kopfbau mit seinem durchlichteten Sockelgeschoß und das gläserne Hallenfoyer.

Der Anschlussbereich des Domplatzes zum archäologischen Garten wird durch ein im Erdgeschoß befindliches Bistro geöffnet und durch die Überführung des kleinteiligen Rampenaufgangs zum Technischen Rathaus in eine Platzsituation auf dem Niveau des Doms in die neue Konzeption integriert. Die Passage zwischen »Domforum« und Dom wird dadurch in der ursprünglichen Topographie des ehemaligen Krönungsweges erlebbar. Gleichzeitig wirkt das »Domforum« an jener stadträumlich bedeutenden Stelle als offenes Scharnier zwischen zwei Plätzen hinein in den Außenbereich.

Archäologischer Garten und Domplatz © Waltraud Krase/Jourdan & Müller

Anstelle des durch Nachkriegsreparaturen verunstalteten Kopfbaus wird ein neuer Baukörper als Sitz des »Domforums« und der katholischen Akademie errichtet. Das im Vergleich zum Bestand höhere Gebäude wird räumlich vom Mittelteil durch ein gläsernes Bindeglied, ein alle Ebenen verknüpfendes vertikales Hallenfoyer, distanziert. Durch die Verlängerung des leicht gekrümmten Baukörpers wird die im Hebebrandhaus gründende Qualität der stadträumlichen Führung auf das Hauptportal des Domes noch gesteigert. Die Höhenstaffelung der Dächer nimmt das Motiv der mittelalterlichen Parzellierung auf.

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Giebelsaal: Fenster von Hans Leistikow © Waltraud Krase/Jourdan & Müller

Großer Saal für Tagungen © Waltraud Krase/Jourdan & Müller

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Bistro »Lucina delle Grazie« © Waltraud Krase/Jourdan & Müller

Foyer mit Rezeption © Waltraud Krase/Jourdan & Müller

Diese wichtigen stadträumlichen Entscheidungen geben dem Dom seine einmalige Position zurück. Sie sind die Grundlage für die Gestaltung des Baukörpers des Hauses am Dom als begehbare öffentliche Stadtplastik, die Bestehendes aufgreift, fortschreibt und Neues hinzufügt.

Bauherr Bistum Limburg Bischöfliches Ordinariat Diözesanbauamt, Limburg Architekten Jourdan & Müller PAS, Frankfurt am Main

Jochem Jourdan Projektmanagement Drees & Sommer AG, Frankfurt am Main

Tragwerksplanung S.A.N. Stöffler Abraham Neujahr Beratende Ingenieure GmbH, Darmstadt Gebäudetechnik IPB H. Berchtold, Sarnen, Schweiz Elektrotechnik Ebener & Partner AG, Frankfurt am Main Bauphysik EB-Partner GmbH & Co. KG, München Brandschutz HHP Süd Beratende Ingenieure GmbH, Ludwigshafen Aufzugsplanung Jappsen Ingenieure Oberwesel GmbH, Oberwesel Lichtplanung Die Lichtplaner Thorsten Braun, Limburg Vermessung B + K Vermessung Gerd Brockmann + Erich Kaiser, Frankfurt am Main

Farbkonzept Jourdan & Müller

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Instituto Cervantes im Amerika Haus Sanierung und Ausbau des Gebäudes

Instituto Cervantes an der Staufenstraße © Jörg Hempel

konsulat auf dem Gelände des ehemaligen General Hospital der US Army im Stadtteil Eckenheim. Insbesondere Sicherheitsgründe nach den Anschlägen des 11. Septembers waren hierfür ausschlaggebend. Ab 2008 stellte die Stadt Frankfurt daher die zwischenzeitlich leerstehende Liegenschaft an der Staufenstraße 1 dem spanischen Instituto Cervantes zur Verfügung.

Hierzu wurde das Gebäude von Februar 2007 bis September 2008 umfassend saniert und auf die Anforderungen des neuen Nutzers zugeschnitten; dazu gehörten insbesondere der Ausbau eines bislang nicht nutzbaren Kriechkellers zu einer Bibliothek, die Restaurierung der Fassade und die Öffnung des Hauses zum Reuterweg.

Bestand und Aufgabe Das Amerika Haus wurde 1957 als Neubau des amerikanischen Kultur- und Informationszentrums mit Bibliothek, Veranstaltungssaal und Verwaltung eröffnet. Die Planung erfolgte in Gemeinschaftsarbeit zwischen dem amerikanischen Büro Skidmore, Owings & Merrill und dem deutschen Architekten Otto Apel. Das Gebäude wurde entsprechend seiner Zweckbestimmung bis 2005 genutzt. Nach dem 11. September vereinte man die Institution mit dem Amerikanischen General-

[Umrisse]

Spanische Wand: Plastik aus Stahlbändern © Jörg Hempel

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Neugestaltung des Veranstaltungssaals © Jörg Hempel

Städtebau und Architektur Der bestehende Gebäudekomplex, am nordöstlichen Ende des Rothschildparks im Frankfurter Westend gelegen, ist eine Komposition aus zwei Baukörpern: einem zweigeschossigen Verwaltungsriegel und einem rechtwinklig anschließenden Saalbau, verknüpft durch einen eingeschossigen Verbindungsbau.

Rückwand mit Treppe © Jörg Hempel

Zentrale Idee der Sanierung waren das Herausarbeiten und Weiterentwickeln des ursprünglichen Erscheinungsbildes zur Zeit der Fertigstellung. Der behutsame Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz, um die Großzügigkeit der klaren Grundrisse wieder erlebbar zu machen, war dabei konzeptprägend. Durch den Windfang gelangt man in das Foyer, welches als Empfang und Ausstellungsraum genutzt wird. Es bietet Zugang zum Veranstaltungssaal, dem Westflügel

mit Multimedia- und Verwaltungsräumen und zum Garten. Die vorhandene Treppe dient der Haupterschließung des Obergeschosses: Hier sind Unterrichtsräume sowie die Studienleitung und Lehrerzimmer untergebracht. Eine neue Treppe führt zudem vom Foyer in die ebenfalls neue Bibliothek im Untergeschoß. Die freistehende »Spanische Wand«, als Signet für das spanische Institut, markiert den räumlichen Abschluss des durch eine Terrasse nach außen erweiterten Gebäudes.

Bibliothek im früheren »Kriechkeller« © Jörg Hempel

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Spanische Wand als Symbol © Jörg Hempel

Spanische Wand Die von schneider + schumacher entwickelte »Spanische Wand« verleiht dem Gesicht des Hauses zur Straße und damit zur Stadt eine neue Prägung, die das Instituto Cervantes als Repräsentationsgebäude Spaniens (und nicht mehr der USA) auch dringend brauchte. Geschickt wurde das neue Element in respektvollem Abstand zur denkmalgeschützten Fassade zwischen dem Altbau und der Hauptstraße an der Ecke zur Staufenstraße platziert – an der am besten denkbaren Position und zugleich so, dass es als ein die Terrasse der Cafeteria schützender Paravent aufgefasst werden kann. Mit der zur Fassade kontrastierenden hellen Farbgebung und dem dezent integrierten roten Logo des Instituto Cervantes ist sie prägnantes Symbol der veränderten Nutzung. Darüber hinaus findet das Motiv der Spanischen Wand in graphisch überarbeiteten Variationen als Signet für Programmhefte und Veranstaltungshinweise Verwendung. Im Detail handelt es sich bei der 5 m breiten, 8 m hohen und nur 12 cm tiefen Wand um eine flächige, rechteckige, frei im Raum angeordnete Plastik aus immer gleichen, 15 mm dicken, aneinandergeschweißten Stahlbändern. Sämtliche Schweißnähte sind nahezu unsichtbar als Hohlkehle oder Y-Naht hergestellt und glattgespachtelt. Nach dem Schweißen wurden ein Korrosionsschutz und eine Nasslackierung aufgebracht. Die Terrasse wurde als Stahlrahmenkonstruktion mit eingelegter, feuerverzinkter Gitterrostabdeckung ausgeführt.

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Tragwerksplanung Eine schonende Umwandlung und Erneuerung des Bestandsgebäudes sowie die Beratung bei der Betonsanierung unter Berücksichtigung des Denkmalwertes der Fassade waren zentrale Tätigkeiten der Tragwerksplaner. Voraussetzung für den Umbau des Kriechkellers zur Bibliothek waren abschnittweise Unterfangungen der vorhandenen Fundamente, verbunden mit dem Einbringen einer neuen Bodenplatte. Vor dem Hintergrund der angestrebten Schonung des Bestands wurde nicht nur die Ausführungsplanung erstellt, sondern auch der Ablauf des Rohbaus geplant und überwacht. Eine besondere Herausforderung war zudem der statische Nachweis der Spanischen Wand, bei dem durch eine äußerste Minimierung des Materialeinsatzes die baukonstruktive Umsetzung eines durchlässigen Paravents erreicht werden konnte.

Die vom Denkmalamt der Stadt Frankfurt initiierte restauratorische Befunduntersuchung in den zentralen Bereichen sowie an der Gebäudehülle war Grundlage für die Farbgebung der einzelnen Fassadenelemente sowie der Gestaltung des Foyers und des Veranstaltungssaales, der ehemaligen »Kennedy Hall«. Es erwies sich als Glücksfall, beim Instituto Cervantes auf offene Ohren für das denkmalpflegerische Anliegen zu stoßen, das ursprüngliche Erscheinungsbild in wesentlichen Abschnitten wiederherzustellen und gleichzeitig modernen Anforderungen an ein öffentliches Gebäude Rechnung zu tragen. Prof. Michael Schumacher Dipl.-Ing. Astrid Wuttke

Denkmalpflege Die neue Funktion des 2001 als Kulturdenkmal ausgewiesenen Amerika Hauses als Kulturinstitut einer anderen bedeutenden Nation, Spaniens, ist aus denkmalpflegerischer Sicht aufgrund der Nutzungskontinuität sehr zu begrüßen. Die Art der geplanten Umbaumaßnahmen bot zudem, trotz Anpassung an die speziellen Anforderungen der neuen Nutzer, die Chance, die originären Qualitäten im Inneren und Äußeren wiederherzustellen.

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Längsschnitt © schneider + schumacher

Bauherr Stadt Frankfurt am Main Projektleitung Hochbauamt der Stadt Frankfurt am Main Nutzer Instituto Cervantes, Frankfurt am Main Projektleitung Hochbauamt der Stadt Frankfurt am Main Architekten schneider + schumacher Planungsgesellschaft mbH, Frankfurt am Main Projektleitung: Kristin Dirschl, Astrid Wuttke Bauleitung: Friedrich Keller Mitarbeit: Peter Knörr, Qiang Xu Tragwerksplanung B + G Ingenieure Bollinger und Grohmann GmbH, Frankfurt am Main Sanitärtechnik büsing ingenieure gmbh, Frankfurt am Main Haustechnik Beiersdorf Herzhauser Planung GmbH, Frankfurt am Main

Bauphysik ITA Ingenieurgesellschaft für technische Akustik mbH, Wiesbaden Brandschutz Ingenieurbüro Franz Schächer, Bad Vilbel Restaurator Ulrike König Restauratorin, Mainz Landschaftsplanung lebenbauen Freiraum und Architektur, Frankfurt am Main Schadstofferkundung SakostaCAU, Dreieich Bodengutachten ISK Ingenieurgesellschaft für Bau- und Geotechnik, Rodgau SiGeKo Krebs und Kiefer Beratende Ingenieure für das Bauwesen GmbH, Darmstadt

Grundrisse © schneider + schumacher

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Ordnungsamt der Stadt Frankfurt am Main Bauwerk und Kontext

Baukörper mit Spiral-Band-Struktur © Christoph Kraneburg

Gutachterverfahren Auf Wunsch der Stadt Frankfurt als Mieter wurde für den Neubau des Ordnungsamtes ein Gutachterverfahren ausgelobt, zu dem vom Bauherrn sieben Teilnehmer geladen wurden; Auftraggeber war die OFB Projektentwicklung GmbH. Die Jury hat sich dann für den Entwurf von Meixner Schlüter Wendt Architekten entschieden.

Städtebauliche Typologie Das neue Ordnungsamt liegt westlich der Innenstadt im Stadtteil Gallus. Die Umgebung ist geprägt von zwei wesentlichen geometrischen Komponenten des Bestandes: – Kurvenbewegung der Bahngleise bzw. der südlichen und westlichen Bebauung, – orthogonale Struktur der nördlichen und östlichen Bebauung.

Ziel des Entwurfes ist es, die Vermittlung beider Strukturen an dieser Nahtstelle und insbesondere die auffällige Kurvenbewegung aufzugreifen. Die Umgebung ist außerdem geprägt von unangenehmen Brachen und kaum arrondierten Stadträumen. Weiteres Ziel des Entwurfes ist es, den Stadtraum zu verdichten und dabei die Qualitäten einer offenen Bauweise hinsichtlich Belichtung und Aussicht zu erhalten. Das neue Ordnungsamt der Stadt Frankfurt wird städtebaulich als öffentlicher Sondertypus begriffen. Die geplante Bandstruktur ermöglicht eine Kombination von Offenheit und Stadtraumverdichtung. Die für dieses Grundstück individuell angeordnete Spiral-Band-

Lageplan © Meixner Schlüter Wendt

Struktur bildet einen signifikanten Solitär – mit einem der Aufgabe und Bedeutung entsprechenden Wiedererkennungswert als offenes Amt.

Konzeptentwicklung © Meixner Schlüter Wendt

[Umrisse]

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Innenhof des neuen Ordnungsamtes © Christoph Kraneburg

Gebäudefront an der Rebstöcker Straße © Christoph Kraneburg

Gebäudetypologie Eine Besonderheit des Raumprogramms ist neben einigen Sonderbereichen die Repetition vieler ähnlicher Büroräume auf einer Fläche von ca. 30.000 m². Dabei ist es erforderlich, die subtilen Unterschiede der einzelnen Funktionen und ihrer stadträumlichen Orientierung herauszuarbeiten und daraus eine authentische Struktur bzw. Gliederung zu entwickeln. Die Entwicklung des Baukörpers hängt mit einer spezifischen Wahrnehmungsstrategie zusammen. Durch die Spiral-Band-Struktur eröffnet sich die Möglichkeit, die übliche Differenzierung von Vor- und Rückseite bzw. Straßen- und Hoffassade aufzulösen. Durch die farbliche Unterscheidung der beiden Baukörperseiten gehen die Straßenfassaden fließend in die Hoffassaden über. Die Front zum Beispiel entlang der Rebstöcker Straße wird so selbstverständlich in zwei Teile unterschieden. Durch diese ungewohnte Differenzierung wird die Wahrnehmung der Nutzer und Betrachter unmittelbar angesprochen. Das Raumprogramm des Ordnungsamtes erfordert eine möglichst geschoßweise Gliederung bzw. Stapelung von unterschiedlichen Abteilungen oder Nutzungen,

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Horizontale Schichtung der Funktionen © Christoph Kraneburg

wie etwa zentrale Einrichtungen im Erdgeschoß (Eingangshallen, Cafeteria, Kantine etc.), und Sonderflächen in den Obergeschossen, wie die Konferenzzone. Ebenfalls in den Obergeschossen sind die verschiedenen Bürobereiche, wie unter anderem die Ausländerbehörde oder Stadtpolizei, horizontal geschichtet. Die Gebäude- und die damit verbundene Fassadenstruktur thematisieren diese spezifische, subtile Differenzierung der Funktionen in horizontale Schichten. Dabei werden die Geschoßhöhen durch Zusammenfassen verschiedener Ebenen oder deren scheinbares Verschwinden bewusst überspielt. Durch dieses Verfremden wird die horizontale Schichtung bzw. Stapelung erst wahrnehmbar und erlebbar. Die innere Nutzung bildet so eine spannungsvolle, differenzierte Fassadengliederung ab. Eine besondere Schicht stellen Erd- und erstes Obergeschoß dar, in die die öffentlichen Raumbereiche, wie die Eingangshallen etc., im Sinne eines offenen Amtes »herausgeschält« sind. Als großzügig verglaste Hallen falten sie sich im Innern analog zur Baukörpergeometrie in Bandsegmenten räumlich auf – mit diesen Strukturen sind unterschiedliche technische Elemente, wie Empfangstresen, Counter etc., in eine räumliche Gesamtfigur eingebunden.

Erschließung und Nutzung Entsprechend der städtebaulichen Herleitung liegt der Haupteingang an der Südspitze des Grundstückes, ein zweiter für die Ausländerbehörde befindet sich zur Entzerrung der Besucherströme in der Mitte der Rebstöcker Straße. Von beiden erfolgt die Verteilung vertikal in die einzelnen Bereiche. Neben den Eingängen sind alle erdgeschoßrelevanten Nutzungen, wie Empfang, Kantine und Sport, auf Straßenniveau angeordnet. Die Konferenzräume sind wegen der Aussichts- und Aufenthaltsqualität im fünften Obergeschoß platziert, die übrigen Abteilungen im Wesentlichen im ersten bis fünften Obergeschoß untergebracht und horizontal gegliedert. Die Tiefgarage ist als offene Garage konzipiert, das heißt, es entfällt vor allem eine künstliche Belüftung.

[Umrisse]


Die Gebäudestruktur ist wesentlich geprägt von den Vorzügen einer Aufteilung in 400-m²-Nutzungseinheiten, die ohne brandschutztechnische Einschränkungen ausgebaut werden können. Entsprechend gibt es für zwei Nutzungseinheiten ein Treppenhaus: der erste Rettungsweg. Der zweite erfolgt über die angrenzende Nutzungseinheit oder, insbesondere bei der Drittverwertung, über straßen- oder hofseitiges Anleitern. Die Vermeidung von Brandüberschlägen ist durch den Kurvenwinkel in der Süd- und Nordwestecke und durch eine geschlossene Fassade in der Nordostecke gewährleistet. Das Gebäude bleibt als signifikante Adresse auch für mögliche Drittverwertungen attraktiv. Durch die Vermeidung von Rückseiten sind alle Bauwerksteile gleichwertige Einheiten, wobei durch den offenen Hof und die lange Straßenfront maximal fünf Eingänge ausführbar wären. Die flexible Vermietbarkeit in kleinen Einheiten ist zudem durch klare Gliederung in 400-m²-Abschnitten gut möglich: Theoretisch wäre eine Segmentierung in zwölf vertikale und fünf bis sechs horizontale Nutzungseinheiten realisierbar. Claudia Meixner Florian Schlüter Martin Wendt

Erd- und Regelgeschoß © Meixner Schlüter Wendt

Bauherren Rebstöcker Straße GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main OFB Projektentwicklung GmbH, Frankfurt am Main

Architekten Meixner Schlüter Wendt Architekten Claudia Meixner, Florian Schlüter, Martin Wendt, Frankfurt am Main Projektleitung: José Ortells, Nina Kreiter, Antje Feenders Mitarbeiter: Martin Goldhammer, Hannes Freising, Diana Vicari, Volker Rohde, Daniel Güth, Asmus von Esebeck, Timo Prinzing, Géza Szerdahelyi, Corinna Bernardy, Ute Günzel, Cordula Keller, Stephan Bohlender, Joost Rebske, Mie Dressler Bauleitung BAL Bauplanungs- und Steuerungs GmbH, Berlin Tragwerksplanung bwp Burggraf + Reiminger Beratende Ingenieure GmbH, München Elektroplanung TP Elektroplan GmbH, Gaggenau Haustechnik Platzer Ingenieure, Bad Nauheim Fassadenberatung IFFT Institut für Fassadentechnik Karlotto Schott, Frankfurt am Main Landschaftsarchitekten B.A.E.R Planungsgemeinschaft Becsei und Hackenbracht, Frankfurt am Main Leit- und Informationssystem unit-design gmbh, Frankfurt am Main

Counterbereich im Erdgeschoß © Norbert Miguletz

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Ensemble aus drei Depothallen, Verlagshaus und Wohngebäuden © Marcus Bredt

Depot Sachsenhausen Revitalisierung des ehemaligen Straßenbahndepots

Gesamtprojekt Bei dem Projekt handelt es sich um die »Revitalisierung« des ehemaligen Straßenbahndepots in Kombination mit der Neubebauung von Wohn- und Bürogebäuden. Das Ensemble, bestehend aus den drei Depothallen, einem Bürokomplex sowie Wohnhäusern, liegt im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen unmittelbar nordöstlich des Südbahnhofs zwischen Textor-, Bruchund Hedderichstraße.

Lageplan © Landes & Partner

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Ingesamt gliedert es sich in drei Abschnitte: – Depothallen: Eine kleine Stadt mit Wohnungen, Markt, Bibliothek und einem Bouleplatz unter Platanen, farbenfroh und mit südländischer Atmosphäre, das, kaum fertiggestellt, als neues »Kultur«-Zentrum in Frankfurt sehr lebhaft angenommen worden ist. Die denkmalgeschützten Hallen sind zum Teil erhalten und als architektonischer Raum wiederhergestellt worden. – Verlagshaus der Frankfurter Rundschau: Innerhalb der kleinen Stadt des »Depots« ordnet sich diese Institution nahezu selbstverständlich in den Gesamtkomplex ein. Aus der wiederaufgebauten Straßenbahnhalle wächst ein Bürohaus aus Stahl und Glas. An einer Kopfseite wurde ein Bürogebäude aus Stein und Putz parallel zur Straße angedockt. Außergewöhnlich ist der hohe Raum der ehemaligen Straßenbahnhalle, in dem ca. 100 Mitarbeiter täglich an der neuesten Zeitung arbeiten. – Wohngebäude: Drei neue Wohnhäuser wurden entlang der Hedderich- bzw. Bruchstraße errichtet.

Entwurf und Realisierung Die beiden westlichen Depothallen aus dem Jahr 1899 haben ihre ursprünglichen Backsteinfassaden mit der typischen, mehrfarbigen Ornamentik aus schwarzen, ockergelben und orangeroten Backsteinen zurückerhalten. Sowohl das Raumerlebnis als auch die wiederhergestellte Tragkonstruktion erinnern hier an die alten Hallen. Neu hingegen sind die großen, rhythmisierten Fensteröffnungen – dieser Typus aus Gestalt und Konstruktion wurde bei industriellen Bauwerken um 1899 häufig verwendet.

[Umrisse]


Innenraum der Frankfurter Rundschau © Marcus Bredt

In die westliche Halle ist ein sechsgeschossiges Bürogebäude eingestellt, das mit seiner modernen Stahl-Glas-Fassade einen Kontrast zu dem übrigen Ensemble bildet und zusammen mit der Halle den neuen Firmensitz des Verlagshauses der Frankfurter Rundschau aufnimmt. Die mittlere und westliche Depothalle beherbergen zugleich das Bibliothekszentrum Sachsenhausen sowie einen Gastronomiebetrieb mit Außenbereich und schaffen zusätzlich ein urbanes Umfeld. Die östliche, um 1901 errichtete Halle mit ihrer durch die Gründerzeit geprägten, etwas schmuckvolleren Architektur wurde im Innenraum rekonstruiert, die Längsseiten der Außenfassade gedämmt und weiß verputzt, die zur Textorstraße hin orientierte »Hülle« dagegen größtenteils im Original belassen und nur in Abschnitten neu ergänzt. Die gesamte Halle wird von einem Lebensmittelmarkt genutzt, so dass sie im Hinblick auf den Denkmalschutz sowie den Raumeindruck des historischen Bauwerks ganzheitlich für die Öffentlichkeit erfahrbar bleibt.

Bibliothekszentrum Sachsenhausen © Marcus Bredt

Lebensmittelmarkt in historischer »Hülle« © Marcus Bredt

Die drei Wohngebäude entlang der Bruchstraße haben rhythmisierte Lochfassaden mit bodentiefen Fenstern, ihre Gliederung erfolgt zudem durch die großzügigen, vorgehängten Balkone. Ergänzt wird diese

Bebauung von einem sechsgeschossigen Wohnhaus an der Hedderichstraße, das direkt an den Verlagssitz der Frankfurter Rundschau anschließt und das Quartier räumlich fasst.

Wohnungen mit vorgehängten Balkonen © Marcus Bredt

[Umrisse]

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Schnitte © Landes & Partner

In einer bauteilübergreifenden Tiefgarage, ebenfalls ein Element des Gesamtprojekts, werden darüber hinaus sowohl öffentliche Parkplätze (Quartiersgarage), Stellflächen für den gewerblichen Bereich (Bürostellplätze) als auch solche für die Bewohner (Mietergarage) angeboten. Durch Nutzungen wie Supermarkt, Stadtteilbibliothek und Gastronomie bleiben die historischen Gebäude für die Öffentlichkeit erlebbar. Zusammen mit den Fassadenproportionen und der Farbigkeit der Wohnhäuser sorgen sie für eine urbane Atmosphäre, die für Sachsenhausen typisch ist. Michael A. Landes

Bauherr Depot Sachsenhausen GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main Architekten Landes & Partner Architekten in Planungsgesellschaft Landes + Wentz GmbH, Frankfurt am Main Projektsteuerung Schindler & Werb AG, Frankfurt am Main Tragwerksplanung Moritz Ingenieurbüro für Baustatik, Bad Homburg

Eingestellter Baukörper … © Marcus Bredt

Fassadenplanung a. t. f. architektur technik fassade Petar Reich Martina Walpi gbr, Frankfurt am Main Haustechnik IBB Ingenieurbüro Borchert, Willingshausen Brandschutz BBS Kerstin Görhs GmbH, Lorsch

Erdgeschoß © Landes & Partner

Geotechnik Dr. Hug Geoconsult GmbH, Oberursel Vermessung Wittig + Kirchner, Bad Homburg Außenanlagen freiraum x Landschaftsarchitektur Dipl.-Ing. Claudius Grothe, Frankfurt am Main

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Valentin-Senger-Schule in Bornheim Grundschule, Kindertagesstätte und Sporthalle in Passivhausbauweise

Schulhof als zentraler Aufenthaltsbereich © Mara Monetti

Entwurfskonzept

Lage und Aufgabe Das neue Wohnviertel »New Atterberry« an der Friedberger Warte liegt im Nordosten Frankfurts im Stadtteil Bornheim. Innerhalb kurzer Zeit entstanden auf dem ehemaligen Kasernengelände Wohnungen für rund 3.000 Menschen. Für die überwiegend jungen Familien, die hier leben, musste ein entsprechendes Bildungsund Betreuungsangebot geschaffen werden. Die ursprüngliche Konzeption einer zweizügigen Grundschule mit fünfgruppiger Kindertagesstätte und Ein-Feld-Sporthalle wurde zu Planungsbeginn zu einer dreizügigen Grundschule mit fünfgruppiger Kindertagesstätte inklusive Nachmittagsbetreuung und Zwei-Feld-Sporthalle erweitert. Die Beauftragung erfolgte nach einem VOF-Verfahren, Bauzeit war von Juli 2009 bis März 2011.

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Drei eigenständige Baukörper bilden auf dem beengten Grundstück ein Ensemble mit interessanten Raumbezügen und vielfältigen Spiel- und Aufenthaltsbereichen für die verschiedenen Altersgruppen. Über ihre Materialität wird ein bewusster Kontrast zu den Klinkerfassaden der umgebenden Wohnbebauung geschaffen. Die drei Gebäude im Passivhausstandard sind in Ausdruck und Farbigkeit unterschiedlich, verweisen aber dennoch aufeinander.

Vorgehängte Gabionen aus einem regionalen Dolomitgestein, mineralischer Putz und eine Bekleidung mit Holzleisten aus Douglasie prägen das Erscheinungsbild.

Lageplan © Baufrösche

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»Vogelnest« am Treppenende © Mara Monetti

Die dreigeschossige Grundschule setzt mit ihrer kompakten Kubatur einen städtebaulichen Akzent. Die Ganztagsschule wird im Inneren durch die große, über drei Geschosse offene und über Dachöffnungen belichtete Halle mit dem eingestellten roten Sichtbetonkern bestimmt. Eine verzweigte Treppenskulptur durchkreuzt den großzügigen Luftraum der Halle. Unterhalb der Dachverglasung bietet das »Vogelnest« einen Rückzugsort mit Blick in den Himmel. Die Kindertagesstätte gliedert sich in den zweigeschossigen eigentlichen Kindergarten für ca. 100 Kinder und den eingeschossigen Betreuungsflügel mit drei Gruppen. Die Gebäudeform umschließt die vorhandene große Blutbuche und spannt einen geschützten, grünen Innenhof auf.

Aufgang zum Dachspielfeld der Sporthalle © Mara Monetti

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Kindergarten mit begrünter Freifläche © Mara Monetti

Zur Optimierung der Schulhoffläche wurde das große Volumen der Zwei-Feld-Sporthalle zur Hälfte in die Erde gesenkt, ihre Nebenräume sind daher unterhalb des Schulhofs angeordnet. Das begehbare Dach der Sporthalle ergänzt mit einem Spielfeld die vorhandenen Freiflächen, erschlossen wird dieses Dachspielfeld über eine großzügige »Bühnentreppe«. Alle Gebäude sind barrierefrei und die Dachflächen extensiv begrünt.

Passivhauskonzept Die Gebäude sind entsprechend den Leitlinien zum wirtschaftlichen Bauen der Stadt Frankfurt im Passivhausstandard konzipiert. Beleuchtung, Lüftung, Temperatur und der außenliegende Sonnenschutz werden bedarfsabhängig über die Gebäudeleittechnik gesteuert. Zur Vermeidung sommerlicher Überhitzungen befinden sich in den Aufenthaltsräumen zudem Nachtlüftungsöffnungen mit einbruchsicheren Lamellen. Die zusätzliche Beheizung erfolgt über raumluftunabhängige Gas-Brennwertkessel; Schule und Kindertagesstätte verfügen dabei über separate Heizkessel. Die Sporthalle wird über eine erdverlegte Verbundmantelleitung von der Schule aus versorgt.

[Umrisse]


Schnitte: Grundschule und Sporthalle © Baufrösche

Eine besondere Herausforderung stellte die Planung des Dachspielfelds und der Gabionenfassade dar. Das Dachspielfeld ist von der darunterliegenden Sporthalle thermisch und konstruktiv entkoppelt: Eine Lastverteilungsplatte ist auf der im Mittel 370 mm dicken Wärmedämmung aus PUR/PIR aufgelagert. Ein umlaufender Ring aus Betonfertigteilen bildet das Fundament für den 4 m hohen Ballfangzaun und kann gleichzeitig als Sitzbank genutzt werden. Die hohen Lasten der Fassadengabionen sind über eine wärmebrücken- und spannungsfreie Unterkonstruktion auf Basis thermisch entkoppelter Stabwerke abgehängt – eine Lösung, die am Beispiel dieses Projekts vom Passivhaus Institut zertifiziert wurde. Manfred Lenhart Baufrösche, Kassel

Erscheinungsbild des Halleninneren © Mara Monetti

Bauherr Stadt Frankfurt am Main Stadtschulamt Projektleitung Hochbauamt Stadt Frankfurt Planung Baufrösche Architekten und Stadtplaner GmbH, Kassel Bauleitung Baufrösche Architekten und Stadtplaner GmbH, Kassel FAAG Technik GmbH, Frankfurt am Main Tragwerksplanung B + G Ingenieure Bollinger und Grohmann GmbH, Frankfurt am Main Haustechnik Platzer Ingenieure, Bad Nauheim Elektroplanung Schad-Hölzel GmbH & Co. KG, Mörfelden-Walldorf Brandschutz Hilla Sachverständigenbüro für vorbeugenden Brandschutz, Frankfurt am Main

Grundrisse: Grundschule, Kindertagesstätte, Sporthalle © Baufrösche

Freiraumplanung Götte Landschaftsarchitekten GmbH, Frankfurt am Main Passivhausberatung Passivhaus Institut Dr. W. Feist, Darmstadt

[Umrisse]

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Künftiges Erscheinungsbild bei Nacht © schneider + schumacher

Erweiterung des Städel Museums Der Wettbewerbsbeitrag

Die Stadt und das Städel Aus dem Wettbewerbsbeitrag (2008): »In Frankfurt ist alles so hübsch beieinander, der moderne Großstadtbetrieb und die altertümliche Enge.« Das Zitat von Max Beckmann aus einem Brief an seinen Verleger Reinhard Piper lässt sich ebenso auf das heutige, im Vergleich zu anderen Städten sehr kompakte Frankfurt beziehen. So ist dann die Beziehung der Stadt zu ihrem bedeutendsten Kunstmuseum nicht minder durch Nähe gekennzeichnet – und zwar real wie metaphorisch. Tatsächlich ist die Präsenz des Städel im öffentlichen

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Bewusstsein so groß wie eh und je, zugleich kann von einer starken städtebaulichen Präsenz gesprochen werden. Seit dem Umzug des Hauses in die »Räumlichkeiten vor die Tore der Stadt«, wie es einst hieß, steht das inzwischen von großen Bäumen umgebene Haus selbstbewusst und weithin sichtbar am südlichen Ufer des Mains. Zerstörung, Wiederaufbau in schwieriger Zeit und Erweiterungen konnten dieser Wirkung nichts anhaben. Doch auch im Städel selbst »ist alles so hübsch beieinander«. Gemeint ist das räumliche Miteinander der Werke aus den verschiedenen Epochen der europäischen Kunstgeschichte vom Mittelalter bis in die Gegenwart, das das Herz der Besucher höher schlagen lässt.

Das Ganze Die innere Organisation des ersten historischen Gebäudes erfolgte auf der Grundlage einer zentralen Achse. In der Verlängerung dieser Achse wurde das Haus im Rahmen eines zweiten Bauabschnitts durch den »Gartenflügel« in der gleichen Typologie ergänzt. Durch die Anordnung weiterer Ausstellungsflächen auf dem Niveau des »Zwischenpodests« entstand eine Raumfolge von großer Selbstverständlichkeit. Vor diesem Hintergrund wurde das bewährte Prinzip aufgegriffen und das Raumkontinuum über das Alte Foyer in die neuen Sammlungsräume erweitert.

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Das Foyer Dem Eingangsbereich des ersten historischen Gebäudes und der dortigen Treppenanlage kommt bei der Erweiterung eine besondere Bedeutung zu. Durch das Öffnen der beiden Bogenfelder rechts und links der Haupttreppe gelangt der Besucher auf das Niveau des Alten Foyers.

Geplante Erweiterung und vorhandene Baukörper im Modell © Frank Hellwig

Die Gartenhallen Die neuen Sammlungsräume werden unter dem Garten platziert. Vom Alten Foyer kommend, betritt man zuerst die zentralen »Gartenhallen«. Charakterisiert wird dieser Raum durch seine elegant geschwungene und leicht wirkende Decke, die ihn frei überspannt. Hier soll die Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ihr neues Zuhause finden.

Der Garten Als Pendant zum Westflügel wird ein grünes Volumen auf der Ostseite mit ausreichend Durchblick zur Dürerstraße angeordnet. Die Aufwölbung der Deckenschale lässt sich von außen als ein fester Bestandteil der Topographie des neuen

Neue Sammlungsräume unter dem Garten © schneider + schumacher

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Gartens wahrnehmen: Sie erscheint verblüffend und selbstverständlich zugleich und stärkt das Städel in seiner übergreifenden architektonischen Qualität. Die begrünte Aufwölbung hat die Kraft, einen eigenständigen Beitrag zur Architektur des historischen Städel-Komplexes zu leisten. Die Trennung zwischen Haus und Garten wird auf subtile Art aufgehoben, durch die Verlängerung des Raumkontinuums bis in den Garten vermag er zudem als Museumsfoyer begriffen zu werden. Außerdem wird die architektonische Beziehung zur Städelschule verstärkt. Ihre Fassade, die im Rahmen der Baumaßnahme bereits von schneider + schumacher saniert wurde, bietet der Südfront des Gartenflügels ein angemessenes Gegenüber. In seiner neuen Gestalt spannt sich der Garten räumlich zwischen dem Gebäude, in welchem die Kunst gesammelt, bis zum Hof jenes Hauses, in dem die Kunst erarbeitet wird. Das Museum und die Kunstschule werden zu einem Ort des kulturellen Miteinanders – als Ausdruck des nach vorne gewandten Stiftergedankens.

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Energie und Klima

Licht und Atmosphäre Das Innere des Städel ist in seiner Atmosphäre geprägt durch einen großen Anteil an natürlichem Licht. Die neuen Räume erhalten daher kreisrunde Oberlichter. In den Öffnungen befindet sich ein Verschattungssystem, welches direkte Sonneneinstrahlung verhindert und die Möglichkeit bietet, das Tageslicht vollständig auszublenden. Die Grundbeleuchtung ist ebenfalls in die Oberlichter integriert.

Die Wärme- und Kälteerzeugung erfolgen mittels Erdpendelspeicher und nachgeschalteter Wärmepumpe. Mit dem Erdpendelspeicher können saisonale Schwankungen des Energiebedarfes ausgeglichen, mit der Wärmepumpe ein Teil der Beheizung und Kühlung des Museumsgebäudes mit erneuerbarer Energie gewährleistet werden. Zur Wärme- und Kälteverteilung dienen der Fußboden und die Betondecke. Mit der geplanten Klimaanlage lässt sich der neugeschaffene Ausstellungsraum kühlen sowie be- und entfeuchten. Die Lüftungsanlage ist mit einer hocheffizienten Wärmerückgewinnung ausgestattet, für die Luftansaugung sorgt ein Erdregister, das die Luft im Sommer und Winter vorkonditioniert.

Durch die kompakte Bauweise im Erdreich, die Wärme- und Kälteerzeugung mit Erdpendelspeicher und Wärmepumpe, die Luftvorwärmung und -kühlung mittels Erdregister und die große innere Speichermasse kann ein für den Museumsbetrieb optimales Raumklima mit minimalem Energieaufwand erzeugt werden.

Konstruktion und Gründung

Ausstellungsbereich mit kreisrunden Oberlichtern © schneider + schumacher

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Die Erschließung und Anbindung erfolgen über den vorhandenen Gartenflügel. Hierzu wird der Neubau unter den Bestand »geschoben«, da sein Niveau weit unter der bisherigen Gründungsebene liegt. Um den geplanten Verbindungstrakt ausführen zu können, ist es zudem notwendig, das existierende Gebäude während der Bauzeit »aufzuständern«. Dessen tragende Wände, Decken etc. werden daher mit zusätzlichen Stahlkonstruktionen abgefangen und neu gegründet. Diese Abfangungen gewährleisten zugleich die gewünschte Stützenfreiheit und somit Flexibilität. Der Erweiterungsbau »Gartenhallen« besteht aus einem im Erdreich angeordneten, rechteckigen Stahlbetonkörper mit einer freigeformten, durchbrochenen Decke, dessen Dach eine begrünte Bodenschicht aufweisen wird, um den Gartenanteil für den Museumskomplex zu erhalten. Die begehbar verglasten Öffnungen bieten die Möglichkeit, die neuen Ausstellungsflächen natürlich zu belichten.

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Bauherr Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt am Main

Die Deckenschale ist im mittleren Bereich kuppelförmig nach oben gewölbt, ausgesteift durch den umlaufenden, horizontalen Rand und aufgelagert auf wenigen Innenstützen und den Stahlbetonaußenwänden. Die Dicke dieser Stahl- bzw. Spannbetonkonstruktion variiert und ist den Beanspruchungen angepasst. Die Gründung erfolgt auf einer Bodenplatte, die im Bereich hoher Stützenlasten aufgevoutet ist. Wegen des hohen Grundwasserstandes und der Tiefe des Gebäudes ist es erforderlich, den Neubau gegen »Aufschwimmen« zu sichern, und zwar mittels im Boden verankerter Betonzugpfähle. Alle außenliegenden Betonkonstruktionen werden als sogenannte Weiße Wanne ausgebildet, darüber hinaus sind zusätzliche Abdichtungsmaßnahmen vorgesehen. Prof. Michael Schumacher Kai Otto

Architekten schneider + schumacher, Frankfurt am Main

Lichtplanung Ulrike Brandi Licht, Hamburg (Wettbewerb)

Projektarchitekten: Michael Schumacher, Kai Otto

Licht Kunst Licht AG, Bonn, Berlin (Ausführung)

Projektleitung: Miriam Baake Bauleitung: Hans Eschmann Mitarbeit: Till Schneider, Christoph Bonke, Karlo Filipovic, Manuel Mauder, Vita Redliha, Iva Resetar, Miodrag Stojsic (Wettbewerb) Felicitas Adler, David Bujanowski, Diana Djekic, Florian Haus, Kerstin Högel, Miriam Huesgens, Patrizia Kaufmann, Florian Mieden, Carsten Nawrath, Wolfgang Schneider, Sebastian Stange, Ragunath Vasudevan, Alexander Volz (Ausführung) Tragwerksplanung B + G Ingenieure Bollinger und Grohmann GmbH, Frankfurt am Main Haustechnik IPB GmbH, Frankfurt am Main Ingenieurbüro Dieter Bohlmann, Wehrheim

Außenanlagen lebenbauen Freiraum und Architektur, Frankfurt am Main (Wettbewerb) Keller + Keller Landschaftsarchitekten, Kronberg (Ausführung) Bauphysik Tohr Bauphysik GmbH & Co. KG, Bergisch Gladbach Vermessung Grandjean & Kollegen, Frankfurt am Main Bodengutachten Baugrundinstitut Franke-Meißner und Partner GmbH, Wiesbaden SiGeKo Gesellschaft für Arbeitssicherheit mbH, Frankfurt am Main

Begeistert für Fortschritt

Die BAUER Spezialtiefbau GmbH führt weltweit alle Verfahren des Spezialtiefbaus aus, Großbohrpfähle und Schlitzwände, Anker und Hochdruckinjektion, Spundwände und Dichtsohlen, Rüttelgründungen und Kleinbohrpfähle. Aus der Baupraxis heraus werden neue Verfahren entwickelt. BAUER Spezialtiefbau GmbH Hauptverwaltung BAUER-Straße 1 86529 Schrobenhausen Tel.: +49 8252 97-0 www.bauer.de

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Niederlassung Rhein-Main Oberurseler Straße 69 61440 Oberursel/Taunus Tel.: +49 6171 5899-0 BST-RM@bauer.de

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Veranstaltungszentrum von internationalem Rang Der Umbau des Gesellschaftshauses im Palmengarten

Schnitt durch den Festsaal © David Chipperfield Architects

Baugeschichte

Einleitung Das Gesellschaftshaus des Frankfurter Palmengartens ist ein in Deutschland einmaliges architektonisches Ensemble, das man in seiner historischen Pracht des 19. Jahrhunderts auf den ersten Blick nicht in einer pulsierenden und sich ständig erneuernden Großstadt wie Frankfurt am Main verortet. Das Bauwerk erzählt vom Prunk der Wilhelminischen Zeit und trägt in seinem Anbau der 1920er Jahre gleichzeitig die Handschrift der klassischen Moderne, mit der Martin Elsaesser und Ernst May eine radikale Abkehr von der Architektur des Historismus vollzogen.

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Ein erstes Gebäude im Frankfurter Palmengarten, 1872 durch Friedrich Kayser und Friedrich von Thiersch entworfen, brannte 1878 ab. 1879 wurde Heinrich Theodor Schmidt mit dem Neubau beauftragt, Ludwig Neher gestaltete den prachtvollen Festsaal im Stil der Neorenaissance. Die reichgeschmückte Kassettendecke, die Gemälde-Medaillons und Stuckverzierungen erzählen noch heute vom Glanz vergangener Zeiten. Der Prachtbau diente im späten 19. Jahrhundert als Kaffee- und Teehaus mit Tanzveranstaltungen und bot Platz für nahezu 1.200 Besucher. Im Ersten Weltkrieg als Lazarett genutzt, erhielt er in den 1920er Jahren durch Martin Elsaesser und Ernst May eine kubische Erweiterung im klaren Stil des Bauhauses, der im Kontrast steht zum Prunk des kaiserzeitlichen Gebäudes. Der Anbau Elsaessers beherbergte ein elegantes und repräsentatives Restaurant mit zwar ornamentloser, aber ausgefeilter, aufwendiger und gediegener Detailausbildung, wie zum Beispiel Blumenfenstern, verschiedenen Putztechniken, verchromten Handläufen und gebogenen Glasscheiben im Hochzeitszimmer.

Er war Bestandteil des gesellschaftlichen und kulturellen Erneuerungsprogramms »Neues Frankfurt!« und sollte nach der Planung Ernst Mays und Martin Elsaessers nur der erste Abschnitt einer gesamten Erneuerung des Palmengartengesellschaftshauses und des Palmenhauses sein. Diese Teile des Historismus sollten später abgerissen werden. Die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts haben ebenfalls prägende bauliche Zeichen hinterlassen. So wurde das im Zweiten Weltkrieg beschädigte Vestibül auf der Westseite durch einen Neubau ersetzt. Im Zuge jener Baumaßnahmen wurden auch der Festsaal und die umlaufende Galerie stark verändert. Eine Akustikverkleidung deckte die reichdekorierten Wandflächen und das Deckenoberlicht ab. Die ursprüngliche architektonische Ordnung und die lichte Offenheit zum Außenraum hin gingen verloren.

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Realisierungswettbewerb

Nutzungskonzept Als Mittelpunkt der dynamischen Wirtschaftsregion Rhein-Main zählt Frankfurt heute zu den führenden Unternehmensstandorten Europas. Die zentrale Lage, die exzellente Infrastruktur und eine internationale Vielfalt an Firmen und Kulturen suchen ihresgleichen. Frankfurts Bedeutung als Messe- und Kongress-, aber ebenso als Wissenschaftsstadt sorgt für die Nachfrage nach repräsentativen Räumlichkeiten, mit denen man im internationalen Wettbewerb punkten kann. Ziel der Stadt Frankfurt ist es daher, ein multifunktionales Veranstaltungszentrum mit umfangreichem Gastronomieangebot zu gewinnen und das historische Gebäude im Palmengarten wieder zu einem gesellschaftlichen und kulturellen Mittelpunkt zu machen. Von Tagungen, Kongressen bis hin zu Privatfeiern und Vereinsaktivitäten soll das Spektrum gehen und damit ein Haus für die breite Öffentlichkeit darstellen. Inbegriffen in das differenzierte gastronomische Konzept sind sowohl ein Angebot für die Besucher des Palmengartens als auch eine Gartenwirtschaft, die nach abendlicher Schließung des Palmengartens noch zugänglich sein wird. Eine versenkbare Bühne im Boden des Festsaals dient dabei der künftigen kulturellen Nutzung für Konzert, Kabarett und Show.

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An diesem für Frankfurt einzigartigen denkmalgeschützten Gebäude ist eine bedeutsame Geschichtsentwicklung aus der Zeit des 19. Jahrhunderts, den vom BauhausStil beeinflussten 1920er Jahren und der baulichen Ergänzung der 1950er Jahre, allesamt eingebettet in die Gartenkunst des Franz Heinrich Siesmayer, ablesbar. Für das Frankfurter Hochbauamt stand fest, dass die das Haus prägenden Bauepochen mit großer Sorgfalt und Einfühlungsvermögen zu beplanen und zu gestalten sind. Erklärter Konsens zwischen Bauherrn, Hochbauamt als Bauherrenvertreter, Architekturbüro und Denkmalpflege war, dass die Aufgabe sich in erster Linie als Herausarbeiten der einzelnen Zeitschichten, insbesondere des Historismus und der klassischen Moderne, begreifen soll. Daher definiert der 2002 vom Frankfurter Hochbauamt durchgeführte beschränkte Realisierungswettbewerb, zu dem elf Architekturbüros eingeladen waren, die Herausforderung als »Umbau und Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Gesellschaftshauses des Palmengartens, bei Wiederherstellung des historischen Festsaals von 1879/1890 in seiner ursprünglichen Form unter gleichzeitig sensibler Einbeziehung der Bausubstanz der zwanziger Jahre der Architekten Elsaesser und May«.

Vier Konzepte gelangten seinerzeit in die engere Wahl. Nach einer anschließenden Überarbeitungsphase wurde der Vorschlag von David Chipperfield Architects zur Grundlage der weiteren Planung auserkoren, allerdings in einer etwas reduzierten Version. Aus Kosten- wie aus Gründen der Erschließung wurde auf den ursprünglich gewünschten Anbau westlich des Haupteingangs verzichtet. Der Entwurf sieht vor, die räumlichen Bezüge der unterschiedlichen Gebäudeteile neu zu formulieren und auf das neue Nutzungskonzept abzustimmen. Die neuen Elemente werden sich daher weitgehend dem Bestand unterordnen. Mit Chipperfield Architects hat sich ein Büro dieses Projektes angenommen, das die hohe Kunst bei einer derartigen Aufgabe im historischen Kontext dahingehend begreift, das Ensemble durch neugeschaffene Kontinuität, nicht durch den großen Kontrast auszuzeichnen und aus dem authentischen »Alt« und dem authentischen »Neu« ein sinnvolles Ganzes zu bilden.

Modell des (künftigen) Ensembles © Roman Maerz

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Gebäudekonzept Die Gestaltung des Festsaals, der im Zuge von Wiederaufbauarbeiten in den 1950er Jahren stark verändert worden war, wird im Einvernehmen zwischen Stadt Frankfurt am Main, Denkmalpflege und Architekt dem historischen Vorbild ein Stück nähergebracht. Eine wesentliche Entwurfsidee des gründerzeitlichen Gebäudes, die Sichtbeziehung zwischen Festsaal und Palmenhaus, die durch die Einbauten der 1950er Jahre versperrt war, wurde wiederhergestellt. Damit ist die ursprüngliche räumliche Komposition, die die einzigartige Qualität dieses Bauwerks ausmacht, heute wieder erlebbar. Durch die nun geplante Freilegung der in den Nachkriegsjahren abgedeckten Oberlichtöffnung erhält der Festsaal auch seine natürliche Belichtung von oben zurück. Die bei eingehenden Untersuchungen aufgefundenen prächtigen Dekorationen, Büsten, Figuren und Malereien im großen Saal, die nach dem Krieg hinter Wandverkleidungen des großen Saals verschwanden, werden originalgetreu restauriert. Die Farbgebung des historischen Saales ist rekonstruiert, der historische Holzfußboden durch neue Hölzer ergänzt.

Im Bereich der Anbauten der 1950er und 60er Jahre sieht das Konzept von David Chipperfield Architects einen Teilabriss mit Neuerrichtung auf der Westseite vor. Auf der Kellerdecke des Altbaus entstand ein neuer Trakt, der Proportionen und Gestaltungselemente des Elsaesserkubus aufgreift. Er nimmt die Küche der Gastronomie, zwei Konferenzräume mit Terrasse sowie weitere Räumlichkeiten für kleinere Veranstaltungen und Familienfeiern auf. Sommerterrassen, die den vier kleineren Festsälen zugeordnet sind, ermöglichen eine Bespielung unter freiem Himmel. Für alle Räumlichkeiten gilt, dass ein in Deutschland einmaliger Bezug zur Landschaft und zum üppigen Grün des Palmenhauses geschaffen wird. Hier kann Frankfurt am Main künftig mit Festräumen aufwarten, die repräsentativen Charme mit modernster Ausstattung und einem exotischen Naturerlebnis verbinden. Das Erscheinungsbild des Südanbaus wird in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege wieder stärker an die historische Gestaltung im Bauhaus-Stil zurückgeführt.

Umbau des großen Festsaals © Barbara Staubach

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Die von Martin Elsaesser entworfene, im Duktus der klassischen Moderne gegliederte Fassade wird als Zeugnis jener Zeit des architektonischen Aufbruchs mit heutigen Bauelementen rekonstruiert. Stilprägende technische Elemente, wie die Rundverglasung am Westerker und die Schiebefenster im ersten Obergeschoß, werden wiederhergestellt. Ein besonderes Schmuckstück ist das nahezu original erhaltene Elsaesser-Treppenhaus: Selbst der frühere Farbton der Putzschicht konnte unter jahrzehntealten Schichten von Tapeten nachgewiesen und dann restauriert werden. Die Südseite mit den Seitentürmen und dem Hochzeitssaal behält ihre Bauhaus-Fassade von 1929.

Baukonstruktion Das Tragkonzept des neuen Westanbaus wurde unter Berücksichtigung des Erhalts des vorhandenen Untergeschosses entwickelt. Die Lasten der neuen Bauteile, die vor allem die umfangreichen Technikbereiche in den Obergeschossen aufnehmen, werden durch das Untergeschoß hindurch in neue Einzelfundamente abgeleitet. Das Risiko von großflächigen Eingriffen im Bereich der Bestandsfundamente wird dadurch erheblich reduziert. Diese ungewöhnliche Durchdringung von Neuund Altbau ist das Ergebnis vergleichender Konzeptstudien, die durch die Architekten in Zusammenarbeit mit dem Tragwerksplaner erarbeitet wurden. Sie erwies sich als optimaler Kompromiss hinsichtlich Nutzung, Gestaltung und Baukosten. Das komplette Randgerüst zum Ernst-MayAnbau der 1920er Jahre musste aufgrund statischer Bedenken aufwendig saniert werden. Da hier auch die Stabilität der vorgelagerten Rankgerüste problematisch war, waren diese unter Wahrung der historischen Stahlkonstruktion neu zu errichten. Statische Probleme im Bereich der Bodengewölbeplatten, aber ebenso die erfolgreiche Bekämpfung von Hausschwammbefall, der erst im Projektverlauf nachgewiesen wurde, zeigen die Komplexität der Bauaufgaben, die sämtliche Projektbeteiligte bei solchen Herausforderungen zu bewältigen haben. Als Fazit gilt festzuhalten, dass bei der Sanierung eines Gebäudekomplexes aus diversen Bauepochen trotz umfassendster Untersuchungen Restrisiken bleiben, die sich zum Teil erst beim Eingriff in die historische Substanz in ihrer ganzen Dimension zeigen.

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Prächtige Deckenmalereien © Barbara Staubach

Gebäudetechnik Modernste Ton-, Licht- und Projektionssowie Kommunikationstechnik, EDV und IT-Technik sorgen für einen zeitgemäßen Standard für sämtliche Nutzergruppen. Eine große Herausforderung ist die Integration der umfangreichen Kühlung in den historischen Festsaal. Zur Erfüllung der hohen Ansprüche an das Raumklima wurde eine CFD-Simulation durchgeführt, um die denkmalpflegerischen Vorgaben einhalten zu können. Die zu erwartenden Lufttemperaturen und -geschwindigkeiten im Festsaal konnten damit im dreidimensionalen Computermodell bis in kleinste Einzelbereiche vorweggenommen werden. Auf der Grundlage der Simulationsergebnisse wird die Erfüllung der Behaglichkeitskriterien nun zielgerichtet auf die Aufenthaltsbereiche der Besucher ausgerichtet, wodurch der Umfang der notwendigen Einbauten im denkmalgeschützten Innenraum erheblich reduziert wird. Angesichts der umfangreichen Anforderungen an den historischen Festsaal als multifunktionalen Veranstaltungsraum stellte die technische Umsetzung der ursprünglich vorhandenen Tageslichtöffnung das Team aus Architekten, Ingenieuren und Planern des Hochbauamtes vor eine große Aufgabe. Mit Hilfe gezielter Wärmeabfuhr und des Einsatzes moderner Baustoffe, wie hoch selektiver Sonnenschutzgläser, ließen sich die unerwünschten Begleiterscheinungen, wie der zusätzliche Wärmeeintrag, in den Griff bekommen:

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Die zukünftigen Besucher des Festsaales erleben die ursprüngliche Raumwirkung des Saales wie des angrenzenden Gewächshauses und genießen den Vorteil von Tageslichteinfall, ohne auf die klimatechnischen Annehmlichkeiten der Gegenwart verzichten zu müssen. Seit 2003 wegen eklatanter Baumängel, vor allem im Brandschutz, geschlossen, verfügt der Festsaal nun über eine in Deutschland erst an wenigen Standorten realisierte hochmoderne Hochdrucknebellöschanlage. Das Konzept sieht die lokale Brandherdeindämmung und Bauteilkühlung vor und kommt anstelle einer Sprinkleranlage mit nur einem Zehntel der benötigten Wassermenge aus. Die Vorzüge liegen auf der Hand: Das aufwendig geschmückte Deckengewölbe verbietet die Installation einer Sprinkleranlage aufgrund der im Brandfall erforderlichen Wassermengen. Andererseits soll bei einem Brand möglichst viel an historischer Gebäudesubstanz gerettet werden. Insgesamt 1.300 Gäste wird das neue, hochmoderne Veranstaltungshaus, das auch barrierefreie Räume umfasst, nach seiner Fertigstellung Ende 2011 aufnehmen können. Für das Palmengarten-Gesellschaftshaus ist von allen Baubeteiligten also ein Konzept erarbeitet und umgesetzt worden, welches dieses Schmuckstück der Frankfurter Baugeschichte endlich wieder einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht und gleichzeitig für eine angemessene Nutzung sorgt.

Bauherr Stadt Frankfurt am Main Magistrat Dezernat für Umwelt, Gesundheit und Personal Projektleitung Stadt Frankfurt am Main Hochbauamt Objektbereich 1 Projektsteuerung bhl consultants Gesellschaft für Projektmanagement, Frankfurt am Main Architekten David Chipperfield Architects, London, Berlin Landschaftsarchitekten KuBuS Freiraum GbR, Wetzlar Tragwerksplanung Cornelius Schwarz Zeitler GmbH, Darmstadt Gebäudetechnik Planungsbüro Rohling AG, Osnabrück

Dr. Hans Jürgen Pritzl Amtsleiter des Hochbauamtes Stadt Frankfurt am Main

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Erste Passivhausklinik Europas in Höchst Über ein Pionierprojekt als Herausforderung

Idee und Ziel Das Klinikum Höchst als Maximalversorger im Frankfurter Westen wird in den kommenden Jahren auf Grundlage einer medizinischen und baulichen Masterplanung vollständig neu strukturiert. Mit der ersten Passivhausklinik Europas will die Stadt Frankfurt einen weiteren Meilenstein für energieeffizientes Bauen setzen. Ein enges Budget, hohe architektonisch-konzeptionelle Anforderungen und die Idee der Niedrigenergieklinik lassen dieses Projekt zu einer Denksportaufgabe besonderer Güte werden.

Aber wie entsteht eine erfolgreiche Idee? Entscheidend sind die Visionen der Bauherren und ihre Einordnung und Umsetzung in die gesellschaftlichen, ökologischen, ökonomischen und politischen Realitäten. Die Bearbeitung der Bauaufgabe innerhalb dieses Kontextes führt zu einem ersten grundlegenden Strategiekonzept: Das Konzept wird sich dann daran orientieren müssen, wie es sich von außen aufnehmen, verstehen und beurteilen lässt.

Wandel der Kriterien Nach welchen Kriterien wurden Krankenhäuser eigentlich bislang beurteilt? Krankenhäuser waren Gebäude, die zu funktionieren hatten. Sie waren Gebäude, die ein Ambiente liefern sollten, in dem Menschen genesen können, waren Häuser, in denen Menschen unter teilweise extremen Bedingungen verantwortungsvolle Arbeitsleistungen am Menschen erbringen mussten.

So weit Konsens, auch heute noch. Aber bislang waren Krankenhäuser keine Bauwerke, die im besonderen Fokus des Umgangs mit unseren Ressourcen standen. Obwohl ein herkömmliches Krankenhaus mit 1.000 Betten den Energiebedarf von 1.300 Einfamilienhäusern aufweist, ist dieser Umstand bisher bei den Auftraggebern auf kein großes Interesse gestoßen. Warum? Weil der Anteil der Energiekosten an den gesamten Lifecyclekosten eines solchen Gebäudes auch heute noch vergleichsweise gering ist. Diese Wahrnehmung hat sich gründlich geändert.

Krankenhaus und Passivhaus © woernerundpartner

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Realisierung als Aufgabe Eigentlich ist das Prinzip ganz einfach. Enorme Energieüberschüsse aus der Abwärme der Funktionseinheiten decken den Wärmebedarf des Pflegebereiches. Mit den erprobten Prinzipien des Passivhauses, wie der kontrollierten Lüftungsanlage mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung, einer Betonkernaktivierung in den Massivdecken und dem Einsatz von Wärmeschutzfenstern mit Dreifachverglasung, kann für die Patienten eine hohe Behaglichkeit in Verbindung mit frischer Raumluft zu jeder Zeit erreicht werden.

Aber die Umsetzung ist komplex. Die Realisierung erfordert großes Knowhow, die Bereitschaft zum interdisziplinären Arbeiten und Forschergeist. Das zusammengestellte Team besteht daher nicht nur aus den klassischen Planungsbüros für technische Gebäudeausrüstung, Statik und Medizintechnik, sondern zusätzlich aus Mitarbeitern eines Institutes, deren Aufgabe die Entwicklung von Standards für nachhaltige Architektur ist, dazu aus einem Unternehmen, das auf dem Gebiet des Passivhauswohnungsbaus große Erfahrungen erworben hat, und natürlich aus einem zertifizierenden Unternehmen, das letztlich den rechnerischen Erfolg der planerischen Arbeit bestätigt.

Bestand im Modell © woernerundpartner

Der gesellschaftliche Stellenwert der ökologischen Bilanzierung sämtlicher Vorgänge unseres Lebens hat sich enorm gesteigert. Ihre Berücksichtigung erweist sich zunehmend als unabdingbar. Und unternehmerisch beginnen Themen der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit feste Bestandteile der strategischen Ausrichtung eines Krankenhauses zu werden. Die Beschäftigung damit kann als oberflächliche Marketingbekundung oder als ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema erfolgen. Die Stadt Frankfurt, Trägerin des Klinikums, hat sich für den zweiten Weg entschieden. Sie setzt auf energieeffizientes Bauen und kommt derart einer der dringendsten Aufgaben unserer Zeit, der nachhaltigen Reduktion der CO2-Emissionen, konsequent nach. Die Stadt will zeigen, dass so etwas nicht nur im Wohn- und Schulbau möglich ist, sondern auch im Krankenhausbau. Deshalb entsteht im Westen Frankfurts, im Stadtteil Höchst, nun das erste deutsche Krankenhaus in Passivhausbauweise. Bei einem geschätzten Einsparpotential an Primärenergieeinsatz von 75 % ist dieser Ansatz überfällig.

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Geplante Baukörperanordnung © woernerundpartner

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Architektonische Auswirkungen

Neue Grenzwerte sind nötig. Da Grenzwerte für die Erlangung dieser Zertifizierung im Krankenhaus bislang nicht vorliegen, müssen sie erst noch gemeinsam mit der hier zertifizierenden Stelle, einem Passivhausinstitut, erarbeitet werden. Eine solche Gründungsarbeit schließt auch Gespräche mit der Industrie ein, die angespornt werden soll, gerade im Bereich der medizintechnischen Großgeräte, wie zum Beispiel der Magnetresonanztomographen, mit dem Anspruch der »blue technology« besonders effiziente und wenig Energie- und Kältebedarf erzeugende Lösungen auf den Markt zu bringen. Mit den Fassadenherstellern wird darüber zu diskutieren sein, bis zu welchen Abmessungen und in welcher Konstruktionsweise und architektonischen Qualität Bauelemente, die den Passivhauskriterien, aber ebenso den Anforderungen nach Lichteinfall genügen, produzierbar sind. Mit Sicherheit wird dieses Gebäude eine energetisch hocheffiziente Hülle mit geringsten Transmissionswärmeverlusten erhalten, es wird eine optimierte Bilanz der inneren Wärmegewinne wie -überschüsse und einen stark reduzierten Stromverbrauch aufweisen. Zusätzlich werden die klassischen Mittel zur wirtschaftlichen Optimierung wie der Einsatz eines mit Biogas betriebenen Blockheizkraftwerkes oder die Netzeinspeisung regenerativer Energien aus Photovoltaikanlagen vom Planungsteam unter Zuhilfenahme von Amortisationsmodellen geprüft werden. Alles in allem ein Pilotprojekt.

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Neue Grenzen müssen ausgelotet werden. Welche Grenzwerte sind machbar? Welche Passivhausstandards lassen sich im Krankenhausbau rechnerisch erreichen? Welche Mittel haben wir dafür zusätzlich einzusetzen? Unzählige, auch heute noch nicht absehbare technische und wirtschaftliche Fragen müssen beantwortet werden. Aber zugleich: Welche architektonischen Auswirkungen hat eine solche Herangehensweise? Jenseits aller Effizienzen wird am Ende vor allem und von allen die räumlichgestalterische Qualität des gebauten Ergebnisses beurteilt werden – und damit für uns Architekten nach wie vor im Zentrum all unserer Überlegungen stehen. Nur wir Architekten werden in der Lage sein, die vielen, selbst ohne den neuen Fokus der Nachhaltigkeit hochkomplexen Vorgänge einer Krankenhausplanung zusammenzufassen, zu koordinieren, zur Entscheidung zu führen – und dazu ein schönes Gebäude zu erfinden. Stefan Traxler woernerundpartner, Frankfurt am Main

Bauherr ZEG Zentrale Errichtungsgesellschaft mbH, Frankfurt am Main Architekten woernerundpartner planungsgesellschaft mbh, Frankfurt am Main Passivhausberatung FAAG Technik GmbH, Frankfurt am Main Institut für Nachhaltige Architektur, Darmstadt IBN Passivhaus-Technik GmbH i.G., Köln

Tragwerksplanung R&P Ruffert Ingenieurgesellschaft mbH, Limburg Brandschutz HHP West Beratende Ingenieure GmbH, Bielefeld Medizintechnik mtp Planungsgesellschaft für Medizintechnik GmbH, Frankfurt am Main

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Sportanlage Riedberg Neubau mit Funktionsgebäude und Stellplätzen

Künftiges Erscheinungsbild der Anlage © Baufrösche

Geländeerschließung

Leitidee Die Geländeabwicklung ist in sich terrassiert und bietet somit eine spannungsreiche Raumwahrnehmung und einen eigenständigen, unverwechselbaren Charakter der Anlage. Die »Untere Ebene« wird durch den Parkplatzbereich gebildet. Die »Mittlere Ebene« besteht aus den Flächen des Umkleideund Funktionsgebäudes, den Multifeldern und dem Kunststoffrasenfeld. Die »Obere Ebene« beinhaltet das Naturrasengroßfeld und Trainingsnebenflächen.

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Erschlossen wird das Gelände von der Altenhöferallee über ein der Sportanlage vorgelagertes Parkplatzareal für insgesamt ca. 74 Pkws, das optional drei Busstellmöglichkeiten beinhaltet. Die Fahrgassen werden in Asphalt, die Flächen für den ruhenden Verkehr in Betonpflaster ausgeführt. Der Parkplatz weist zwei Ein- und Ausfahrten auf, die jeweils mit Schrankenanlagen ausgestattet sind. Die notwendige Einfriedung der Sportfläche ist in diesem Abschnitt im Westen des Parkplatzes vorgesehen. Somit ist der Blick von der Altenhöferallee offen und fügt sich nahtlos an den großzügigen Straßenraum an. Zur inneren räumlichen Gliederung und äußeren Fassung des Parkplatzbereiches dienen mittelgroße Hochstammpflanzungen, die im jahreszeitlichen Wechsel interessante Farbaspekte erlebbar machen. Die fußläufige Anbindung und damit Zuwegung der Sportanlage erfolgt südwestlich direkt über die vorhandene Bushaltestelle an der Altenhöferallee bzw. ist mit dem öffentlichen Geh- und Radwegenetz verknüpft.

Sportfunktionsflächen Vom Parkplatzbereich gelangt man über die inneren Erschließungsachsen zum Umkleide- und Funktionsgebäude, dem eine großzügige, platzartige Fläche vorgelagert ist. Diese ist vielfach nutzbar, zum Beispiel für Vereinsaktivitäten oder zum freien Spielen. Der qualitätvolle und einladende Charakter der Platzgestaltung dokumentiert sich zudem über den gewählten Belag aus großformatigen MagnumBetonplatten, zur Verwendung kommen drei abgestufte Grautöne.

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Nach Norden gliedern sich verschiedene Multifelder und eine großzügige, baumüberstellte Vegetationsfläche an, auf der freies Spielen, Boulespielen oder Aktivitäten wie Zeltlager etc. möglich sind. Die Multifelder mit Kunststoffbelag eignen sich unter anderem für Volleyball, Basketball, Badminton, Hockey oder einfach zum Kicken. Stirnseitig sind Ballfangzäune, längsseitig Spielfeldbarrieren vorgesehen. Die Soccerarena ist als Kunststoffrasenplatz mit umlaufender Bande und Netzen konzipiert. Geländemittig ist ein Kunststoffrasengroßfeld von 100 m x 66 m vorgesehen, dessen Längsachse in Nord-Süd-Richtung verläuft und somit den einschlägigen Anforderungen entspricht. Neben der Linierung von zwei Jugendfeldern à 60 m x 40 m wird der Platz eine automatische Unterflurberegnung und eine sechsmastige Trainingsbeleuchtungsanlage mit acht Strahlern aufweisen, was auch Halbfeldbeleuchtungen erlaubt. An den Toraußenseiten sind Ballfangzäune mit 4 m bzw. 6 m Höhe und entlang den Platzlängsseiten Spielfeldbarrieren als Rundrohrgeländer mit Gitterfüllung geplant. Entlang der westlichen Längsseite erfolgt der Höhenversprung zur »Oberen Ebene« mittels einer bautechnischen Lösung – einer ca. 75 cm hohen Verblendmauer, anteilig mit Sitzquadern als Höhenabfangung und zugleich Sitzangebot konstruiert. Dieser Versprung gewährleistet zugleich eine optimale Wahrnehmung des Spielgeschehens auf dem Kunststoffrasenplatz und steigert dadurch die Attraktivität der Gesamtanlage. In die Mauer integriert sind weiterhin zwei Aufstellflächen für Jugendtore.

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Der nach Westen anschließende Naturrasenplatz von 105 m x 66 m erhält mit Ausnahme der Trainingsbeleuchtungsanlage den gleichen bautechnischen Standard, Unterflurbewässerungsanlage und Ballfangzäune. Die hier jedoch erforderliche höhenmäßige Abfangung zum Anschlussareal wird durch eine gestalterisch ansprechende, bis 2,50 m hohe Stützmauer aus natursteinbefüllten Gabionen hergestellt. Südlich angelagert befinden sich darüber hinaus kleinere Trainingsnebenflächen. Entlang den Außengrenzen führt eine »Finnenbahn« durch das modellierte Gelände. Diese ca. 2 m breite und ca. 650 m lange Bahn aus speziellen Holzhackschnitzeln ist besonders gelenk- und bänderschonend und bietet eine echte Alternative zum »Waldlauf«.

Sportfunktionsgebäude Der Neubau des Sportfunktionshauses steht als Gebäuderiegel in Ausrichtung zur Sportanlage in Verlängerung der Zuwegung von der Altenhöfer Allee. Er markiert den Zugangsbereich des Areals, Sportler und Besucher werden fußläufig direkt zu ihm geführt. Der eingeschossige Baukörper mit Abmessungen von 44,00 m x 8,50 m und einer Höhe von 3,70 m stellt sich als langgestreckter, jedoch kompakter Kubus mit aufliegender Dachscheibe dar und bildet den südlichen Endpunkt bzw. die Raumkante zum großzügigen, gepflasterten Vorplatz der Sportanlagen und der angrenzenden diversen Spielfelder, mit eindeutiger Orientierung zum Platz hin.

Anordnung von Bauwerk und Freiflächen © Baufrösche

[Umrisse]


Gebäudegrundriss © Baufrösche

»Grünausstattung«

Die Erschließung zu allen einzelnen Nutzungseinheiten erfolgt, ebenfalls von dieser Platzseite aus, über einen gleich großen, teilverglasten Eingang mit dahinterliegendem Windfang, die dadurch hell, transparent und sozial kontrolliert sind. Lediglich das breite Sektionaltor zum Außengeräteraum ist an der westlichen Giebelseite angeordnet, mit direkter Anbindung an die Wegeflächen zu den Großsportfeldern. Das Dach kragt weit aus und gewährleistet damit einen natürlichen Wetterschutz vor den Eingängen. Den Umkleiden vorgelagert, befinden sich im Außenbereich, unter der Überdachung und in der Fassade zurückgesetzt, zusätzliche Umkleidespinde. Der Raum des Platzwartes hat zudem ein großes, aus der Fassade herausgehobenes und zur Sportanlage ausgerichtetes Eckfenster mit Blick auf die gesamte Platzanlage, während alle Nutzräume über ein nach Süden orientiertes, nicht einsehbares Fensterband belichtet sind. Das Gebäude ist in konventioneller Bauweise geplant. Nach außen bestimmen drei Grundmaterialien seine Erscheinung: die 30 cm dicke Fassadengabione mit Muschelkalkfüllung, die Fassadenbekleidung aus Furnierschichtholzplatten und der Dachrand aus anthrazitfarbenen Faserzementtafeln.

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Im Süden der Anlage parallel zur Bebauung der Paul-Apel-Straße ist eine bis zu 3 m hohe modellierte Erdschüttung mit wechselnden Böschungsausbildungen vorgesehen. Durch diese Erdschüttung und ihre vegetative Ausstattung wird eine klare Abgrenzung zur Wohnbebauung erzielt. Insgesamt sind hier ca. 14.100 m² Vegetationsflächen integriert, die aus Rasen und Gehölzpflanzungen bestehen sollen. Letztere werden entsprechend den Vorgaben des Bebauungsplanes zu ca. 80 % Sträucher und Heister bzw. Großsträucher und zu ca. 20 % Bäume umfassen. Es ist geplant, eine Artenvielfalt mit reichhaltigem Blüten-, Frucht- und Herbstspektrum zu etablieren, welches den Charakter der Gesamtanlage deutlich unterstreicht und zur Identifikation wesentlich beiträgt.

Behindertengerechte Nutzung Die besonderen Anforderungen, die aus einer behindertengerechten Ausführung der Zuwegungen, Ausstattungen und Nutzungen resultieren, wurden berücksichtigt. So sind vier Stellplätze für Behindertenparken mit entsprechenden Abmessungen und Beschilderungen vorgesehen, die direkt am Zugang zu den Umkleiden liegen. Und die unterschiedlichen Höhenebenen der Erschließungen innerhalb der Sportanlage werden durch lang ausgezogene Gefälle behindertengerecht profiliert, die Eingänge zu den Umkleiden darüber hinaus niveaugleich an die Oberflächenbeläge angeschlossen. Baubeginn war im März 2011, die Fertigstellung soll bis Ende des Jahres erfolgen.

Bauherren HA Hessen Agentur GmbH HA Stadtentwicklungsgesellschaft mbH, Frankfurt am Main Planung Generalplanerarbeitsgemeinschaft: Baufrösche Architekten und Stadtplaner GmbH, Kassel Planungsgemeinschaft Landschaft + Freiraum, Kassel SIG Hessen Ingenieure Prof. Steffen, Hütteroth & Schröder GmbH, Immenhausen Tragwerksplanung B + G Ingenieure Bollinger und Grohmann GmbH, Frankfurt am Main Haustechnik enco energie consulting GmbH, Frankfurt am Main

Norbert Scholz Planungsgesellschaft Landschaft + Freiraum, Kassel Manfred Lenhart Baufrösche, Kassel

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Skyline Plaza und Congress Center Zwei neue Bauwerke im Europaviertel

Projekthistorie Im Jahr 1997 werden erste Konzepte zur Entwicklung eines sogenannten Urban Entertainment Center (UEC) erstellt, den Büroturm Tower 1 und den Hotelturm Tower 2 sowie Einzelhandelsflächen und ein Musicaltheater in einem gemeinsamen Komplex kombinierend. Das Theater sollte der dauerhafte Aufführungsort für »König der Löwen« sein: Mit dem Musicalprojekt wurden in der Stadt Frankfurt am Main hohe Erwartungen an das Bauvorhaben geweckt, die bis heute eingefordert werden.

2000 wird die Stella AG an die Deutsche Entertainment AG verkauft und 2011 der Joint-Venture-Vertrag mit Trzec Hahn durch die Eisenbahn Immobilen Management GmbH (EIM) gekündigt, und es findet eine erste Neustrukturierung des Projektes durch die Vivico als Nachfolgegesellschaft der EIM statt. Im gleichen Jahr erfolgen der Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan sowie der Abschluss des städtebaulichen Vertrags zur Entwicklung eines UEC mit der Stadt Frankfurt am Main mit gleichzeitiger Festlegung verbindlicher Nutzungsarten und Flächengrößen gemäß dem vorhandenen Konzept. 2003 erhalten ECE und Difa von der Vivico den Zuschlag zur Errichtung des »neuen« UEC. Nach dem Rückzug der Difa aus dem Joint Venture 2004 kommt es nun zur zweiten Neustrukturierung des Projekts durch Vivico und ECE, wobei vor allem die Realteilung in Retail- and Entertainment Center (REC), Tower 1 und Tower 2 vollzogen wird. 2006 erfolgt dann die dritte Neustrukturierung auf der Basis des bestehenden städtebaulichen Vertrags, insbesondere unter Einhaltung der Einzelhandelsflächen.

2007 wird eine Bauvoranfrage mit Kino als Entertainmentkomponente gestellt. Diese Entertainmentkomponente stößt jedoch auf Ablehnung, verbunden mit der Forderung nach einem Kongresszentrum als politischer Voraussetzung zur Genehmigungsfähigkeit des Projekts. 2008 wird nun nach dem Stadtverordnetenbeschluss über die Entwicklung eines Kongresszentrums im Europaviertel von der Vivico ein Ergänzungsvertrag zum städtebaulichen Vertrag unterzeichnet, der die Einzelheiten zur Baupflicht des Kongresszentrums regelt, und daraufhin die Bauvoranfrage positiv beschieden. 2010 wird schließlich der Bauantrag »Skyline Plaza und Congress Center« eingereicht – und am 31. Mai 2011 die Baugenehmigung von der Stadt Frankfurt am Main erteilt.

Europaviertel mit Neubauten © ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG

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(Künftiges) Shopping- und Entertainmentcenter © ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG

Skyline Plaza Das Shopping- und Entertainmentcenter »Skyline Plaza« bildet den neuen städtebaulichen Fokus zwischen Europaviertel, Westend und Gallus. Es wird zu einem Bindeglied, das die frühere Trennung der westlichen Stadtteile Frankfurts in Nordund Südrichtung aufhebt, die durch den Güterbahnhof und sein Gleisvorfeld gegeben war. Eingebettet in den sogenannten Hochhauscluster des Europaviertels aus Messeturm (265 m), Castor und Pollux (91 m und 130 m), Millenniumsturm (365 m),

Gebäudequerschnitt © ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG

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Tower 185, Turm an der Friedrich-EbertAllee und den beiden geplanten Hochhausbausteinen, dem Tower 1 (195 m) und Tower 2 (160 m), entsteht das Skyline Plaza als zentraler Schwerpunkt im Westen Frankfurts. Seine stadträumliche Figur entwickelt sich aus der Lage im Quartier: Sie bildet den Auftakt des Europaviertels, das sich entlang der neuen Europa-Allee auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs erstreckt und den Eckpfeiler der heutigen Westentwicklung der Stadt Frankfurt am Main bestimmt. Gebäudekonzeption: Das Shopping- und Entertainmentcenter besteht aus sechs Ebenen. Davon sind zwei für Einzelhandel (Erd- und erstes Obergeschoß) sowie vier für den ruhenden

Verkehr (erstes Unter-, zweites bis viertes Obergeschoß) vorgesehen. Oberhalb des vierten Obergeschosses befinden sich ein Dachgarten mit Gastronomiebetrieb sowie Freiflächen für den Wellnessbereich. Die Erschließung für Fußgänger erfolgt über die Eingänge auf Straßenniveau am Europaplatz, der Festhalle, dem Platz der Einheit, dem Güterplatz und der Frankenallee. Für den Pkw-Verkehr sind zwei doppelt gewendelte Rampen mit Zufahrten unterirdisch aus der Europa-Allee und ebenerdig über die neue Straßenfuge aus der Brüsseler Straße geplant. Die innere Wegeführung wird durch die zweigeschossige Ladenstraße bestimmt, an der Flächen für Einzelhandel, Dienstleistung und Gastronomie angeordnet sind. Die vier elliptisch gebogenen Ladenstraßenarme verbinden sich an den jeweiligen Scheitelpunkten zu einem Umlauf. Hier liegen auch die vier Haupteingänge des Einkaufscenters, ein weiterer ist gegenüber der Frankenallee situiert. Die Ladenstraße wird in Ost-West-Richtung durch eine Querachse gekreuzt, die die beiden Haupteingänge an der EuropaAllee und am Platz der Einheit verknüpft. Diese Querpassage repräsentiert das Herz des Skyline Plaza und öffnet sich über alle Ebenen mit dem vertikalen Garten bis zum Dachgarten.

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Ansichten von Nordwest und Südost © ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG

Äußere Gestaltung: Die äußere Gestaltung des Baukörpers wird in der Entwurfsbeschreibung von Jourdan & Müller wie folgt dargestellt: »Die amorphe, dem Oval sich nähernde Grundrissfigur ist fünf Geschosse hoch (Traufhöhe ca. 22 m und 25,30 m) und besteht aus unterschiedlich hohen Geschossen, die sich im äußeren Erscheinungsbild als Schichtungen darstellen. Einbuchtungen an den vier Scheitelpunkten der Querund Längsachse markieren die Haupteingänge der Shopping-Mall. Wellenartig umfließen die Lamellenbänder die großräumige Figur, betonen Eingänge und bilden Platz- und Straßenkanten. Es entsteht ein ›object ambigue‹, das das Posenhafte der formenden Kräfte sichtbar macht. Als Leitlinie des Entwurfs wurde die Idee verfolgt, den Baukörper mit einem durchlaufenden Gestaltungsthema als Ganzheit zu formen. Die Funktionalität und die daraus entstehenden Herausforderungen für ein urbanes Umfeld werden durch ein komplexes visuelles Relief zusammengefasst und überspielt. Die fünfte Ansicht, einsehbar von den Hochhäusern des Messeviertels, wird als grüner urbaner Freiraum vorgeschlagen. Geschoßhohe Lamellen, 15 cm breit und 50 cm tief, werden durch einen horizontalen Untergurt als Tragelement gefasst. Aus diesen Lamellenbändern werden die Geschosse über dem Erdgeschoß geformt.

Die Lamellenstreifen folgen einer leicht schwingenden Linienführung, so dass durch die Überlagerung in der Schichtung ein starker skulpturaler Ausdruck entsteht, der die plastische Gesamtform des Gebäudes bestimmt. Gleichzeitig entsteht hierdurch ein sich änderndes Licht-und-Schattenspiel. Die seitlichen Flächen der Lamellen werden mit Farbe beschichtet. Diese Farben auf den Lamellen folgen dem Farbkreis, das heißt den Spektralfarben des Regenbogens. In entgegengesetzter Blickrichtung erhalten die Lamellen einen Farbverlauf von Schwarz nach Weiß. Das materielle Relief der Lamellenstruktur wird durch die Lichtarchitektur in seiner Wirkung verstärkt. So entsteht ein plastisch pulsierender Körper im Raum, der ständig wechselnde Ansichten bietet.«

»Fünfte« Fassade: Da sich das Shopping- und Entertainmentcenter im Blickfeld der benachbarten Hochhäuser des Europaviertels befindet, hat die Gestaltung der »Fünften Fassade« einen besonderen Stellenwert. Für diese »Fünfte Ansicht« wurde ein grüner Freiraum, ein Dachgarten, geplant, der als oberer Raumabschluss über der Parkebene des vierten Obergeschosses liegt. Die verbleibenden offenen Restflächen der Parkierungsebene werden zudem durch ein Lamellensystem aus dreieckigen Hohlprofilen überdacht, die in ihrer Farbbeschichtung das Landschaftsthema in abstrahierter Weise übersetzen. Der Dachgarten erlaubt so eine einzigartige Landschaftswahrnehmung, zumal sein Feldmuster Bilderfindungen von László MoholyNagy folgt. Darüber hinaus wird dank seiner Größe eine weitere grüne Lunge für das Europaviertel geschaffen, die die Wirkung der Kaltluftschneisen von EuropaAllee und Europagarten positiv unterstützt und so das Stadtklima günstig beeinflusst. Der öffentlich zugängliche Dachgarten lässt sich dabei in vielfältiger Weise nutzen, wobei ein Stadtbalkon samt Gastronomieflächen mit Blick auf die Skyline von Frankfurt und die Taunushöhen für eine besondere Attraktion sorgen wird.

Öffentlicher Dachgarten … © ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG

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»PodDown« und »Rutonda« im Inneren © ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG

Interior Design und Branding: In einem immer ausgeprägter werdenden Marketingumfeld und einer verschärften Wettbewerbssituation wird Architektur stärker in den Dienst der »Auftragskommunikation« gestellt als je zuvor. Ihr Ziel ist daher auch stets Markenkommunikation. Im Zeitalter der Bedarfssättigung steht nicht die Ware als Produkt im Vordergrund, sondern vielmehr der mit einer Marke verbundene Lebensstil: Architektur wie Innenarchitektur werden zum Kommunikationsmittel. Entscheidend bleiben die Produktvielfalt sowie Mieter- und Branchenmix, Services und Komfort, doch es sind insbesondere die »weichen« Faktoren, die eher unterbewusst wahrgenommen werden, wie Atmosphäre, Lichtstimmung, Farbe, Geruch, Akustik etc. und die Bedürfnisse der Zielgruppe sensibel stimulieren. Dies waren die Gründe, ein sehr differenziertes Interior-Design-Konzept zu entwickeln und das Projekt als »Brand« zu positionieren. Und das spiegelt sich in der räumlichfunktionalen Planung wie der Gestaltung des Innenraums wider. Der Ladenstraßenverlauf lebt vom Spannungsfeld unterschiedlicher Raumerlebnisse und -qualitäten sowie unterschiedlichster Sichtbeziehungen. So gibt zum Beispiel die 24-h-Achse mit der Plaza den Blick frei auf die umliegenden Towers und ermöglicht die Kommunikation von Innenund Außenraum. Vor allem die Plaza, aber auch die beiden elliptischen Lichthöfe mit ihren hängenden Gärten sind die vertikalen Verbindungen zwischen den Verkaufs-

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ebenen und der Dachlandschaft mit dem Park. Im ersten Obergeschoß um die Plaza positioniert sich ein sogenannter Foodcourt von hohem Niveau, der zum Verweilen einlädt. Die gestalterische und funktionale Verknüpfung mit dem Außenraum ist an allen Eingangsbereichen im Erdgeschoß ablesbar: Hier sind Gastonomie- mit Freiflächen geplant. Das Interior-DesignKonzept basiert letztlich auf der Entwurfsidee, eine regionale Ikone mit visueller Identität zu entwickeln. Freiflächengestaltung: Der Entwurf zur Freiraumgestaltung des Skyline Plaza wie des gesamten Baugebiets nimmt direkten Bezug auf die Fassadenkonzeption. Vergleichbar mit dem Eintauchen eines Wassertropfens in eine Wasserfläche, entwickeln sich hier wellenförmige Bänderungen, die vom Mittelpunkt des Gebäudes zwar konzentrisch, aber dennoch unregelmäßig über das komplette Areal auslaufen – und so die Rhythmisierung der Fassaden, also deren optische Vor- und Rückwärtsbewegung, fortführen. Das ruhige wellenförmige Design der Bodenbeläge fügt die unterschiedlichen Architekturstile und -formen dabei zu einer Einheit zusammen. Alle Freiflächen werden mit insgesamt vier Leuchtentypen ausreichend illuminiert. Um das Bauwerk selbst erstreckt sich ein LED-Lichtband, welches in die Fassade integriert ist. Als Ergänzung dienen Mastleuchten und eine Lichtstele innerhalb der Platzfläche zwischen Skyline Plaza und Tower 2, welche die Grundbeleuchtung sicherstellen.

Nachhaltigkeitsaspekte: Für die Planungen wurde dem Gebäude bereits ein DGNB-Vorzertifikat in Gold verliehen. Es zeichnet sich aber nicht nur durch funktionale Nachhaltigkeitsaspekte aus, sondern punktet auch durch die städtebauliche Integration und das Flächenrecycling. Das Einkaufszentrum ist hervorragend an den öffentlichen Nahverkehr angebunden und wird im Rahmen der Erweiterungsarbeiten der U-Bahn-Linie U5 einen direkten Anschluss an das Frankfurter U-Bahn-Netz erhalten. Unter Nachhaltigkeitsaspekten sind darüber hinaus folgende Maßnahmen hervorzuheben: – Revitalisierung kontaminierter innerstädtischer Flächen, – extensiv begrünter Dachgarten mit ca. 6.500 m² Grundfläche, – Regenwassernutzung zur Bewässerung der Dachbepflanzung, – natürliche Belüftung der Ladenstraße, – Fassadenbeleuchtung in energiesparender LED-Technik, – Verwendung schadstoffarmer und umweltverträglicher Baustoffe inklusive Verpflichtung der Mieter, dies ebenfalls einzuhalten. Bauherr REC Frankfurt Objekt KG, Hamburg Projektentwicklung CA Immo Deutschland GmbH, Frankfurt am Main ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG, Hamburg Generalplanung und Projektmanagement ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG, Hamburg Planung Fassade und Dachgarten Jourdan & Müller PAS, Frankfurt am Main Tragwerksentwurf Krebs & Kiefer Beratende Ingenieure für das Bauwesen GmbH, Karlsruhe Haustechnik Heinze Stockfisch Grabis + Partner GmbH, Hamburg Elektroplanung Ingenieurbüro Madjd, Wipperfürth Freianlagenplanung Bittkau – Bartfelder + Ingenieure Die LandschaftsArchitekten, Wiesbaden

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Congress Center als Visualisierung © ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG

Congress Center Der geplante Neubau des Kongresszentrums ist ein Teil der städtebaulichen Entwicklung der Hauptgüterbahnhofsflächen am Anfang der Europa-Allee. Das liegt im Osten dieses Entwicklungsareals direkt an der Osloer Straße und wird umrahmt von den Projekten Tower 1, Tower 2 und Skyline Plaza.

Gebäudekonzeption: Die polygonale Grundform des Gebäudes folgt durch die nahezu vollständige Überbauung des Areals dem Verlauf der Grundstücksgrenzen, lediglich auf der Nordseite tritt die Fassade zugunsten der Bildung eines Vorplatzes vor dem Hauptzugang zurück. Das Kongresszentrum umfasst fünf oberirdische Vollgeschosse sowie einen zentralen Kern, der in allen Ebenen durch das Innere geführt wird und so die Raumgeometrie bestimmt. Die ihn beidseitig

Querschnitt © ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG

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rahmenden, durch die westliche und östliche Fassade bestimmten Mantelflächen dienen den im Kerninneren verteilten Sälen und Besprechungsräumen als Foyer- und Erschließungszone. Auf der Nordseite befindet sich ein weiterer kleinerer Kubus, der oberhalb des Hauptzugangs angeordnet ist und auf drei Geschossen ebenfalls Besprechungsräume beherbergt. Das Dach des Kubus, überspannt von dem auskragenden Flachdach des Kongresszentrums, steht als Außenfläche zur Verfügung. Die in den Gesamtbaukörper eingebetteten Kuben durchstoßen ihn zudem im Bereich des Daches sowie in der Nordfassade und machen durch eben jene Verschneidung die innere Struktur von außen erlebbar. Unterstützt wird dieser Eindruck durch die großflächigen Öffnungen an der Ost- und Nordseite. Das in enger Zusammenarbeit mit dem voraussichtlich späteren Nutzer, der Messe Frankfurt, geplante Gebäude dient im Wesentlichen der Durchführung von Kongressen und kongressbegleitenden Nutzungen wie Ausstellungen und Gastronomie. Fassadenkonzept: Die Fassaden folgen mit Ausnahme der Nordseite der jeweiligen Grundstücksgrenze und weisen in den Eckbereichen Faltungen auf, um den polygonalen Verlauf des Areals einhalten und den Straßenraum klarer definieren zu können. Diese Faltungen finden sich auch in der Detaillierung wieder, zum Beispiel in der Gestaltung der Südfront mit der Gliederung der Fensterbänder oder von Elementen der Treppenhausfenster in der nördlichen Gebäudehülle. Als Entree zum Kongresszentrum spannt die Nordfassade einen Rahmen auf, in den ein dreigeschossiger Kubus eingeschoben ist und der so eine räumlich spannungsfreie Eingangssituation formuliert. Dieser Kubus wird umlaufend an seinen Seitenflächen mit einer Metallbekleidung und zur Vorderfront mit einer Pfosten-Riegel-Verglasung

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Grundriss Erdgeschoß © ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG

versehen. Die große Glasfläche der Nordfassade, welche die großzügigen Sichtbeziehungen zwischen innen und außen von den Foyerzonen aus erlaubt, wird als Pfosten-Riegel-Konstruktion in Stahlbauweise ausgeführt. Für die Hauptfläche der Ostfassade ist analog zu der im Norden ein Wärmedämmverbundsystem geplant, wobei im Erdgeschoß für Verwaltung und Bistro Fensterbänder mit Lamellenraffstores als Sonnenschutz angeordnet werden. Darüber schließt sich ein mehrgeschossiges Fensterfeld an, welches die Sichtbeziehungen der seitlichen Foyerfläche nach außen und den Bezug des Saalkubus zum Außenraum gewährleistet. Die Westfassade zum Einkaufszentrum spielt mit der Thematik der Ostfassade, wobei hier jedoch das Flächenverhältnis zwischen Glasfläche und Metallverkleidung umgedreht wird: So können die Foyerzonen gut von Süden belichtet werden.

Bauherr Skyline Plaza G.m.b.H. & Co. KG, Congress Centrum Hamburg Projektentwicklung CA Immo Deutschland GmbH, Frankfurt am Main ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG, Hamburg Generalplanung und Projektmanagement ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG, Hamburg Tragwerksentwurf RSP Remmel + Sattler Ingenieurgesellschaft mbH, Frankfurt am Main Haustechnik ISW Ingenieur GmbH, Hamburg Elektroplanung Trade Tec Ingenieurgesellschaft mbH, Norderstedt

Dipl.-Ing. Architekt Dirk Hünerbein Senior-Projektmanager Planung (Gesamtverantwortung) Dipl.-Ing. (FH) Andreas Fuchs M.Sc.urb.man Director Creative Design Architecture Dipl.-Ing. Architekt Klaus Lenz Director Architecture Office Traffic Industries ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG, Hamburg

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PalaisQuartier im Stadtzentrum © Jean-Luc Valentin

Das PalaisQuartier Ensemble im Stadtzentrum

Einleitung Die Hochhäuser im PalaisQuartier, der 135 m hohe Büroturm Nextower und der Jumeirah Frankfurt Hotelturm, der 96 m misst, markieren die baulichen Hochpunkte

dieses neuen, im April 2010 fertiggestellten Quartiers in der Frankfurter Innenstadt. In Kombination mit dem nach historischem Vorbild wiedererrichteten Thurn-und-Taxis-

Lageplan © KSP Jürgen Engel Architekten

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Palais und dem Einkaufszentrum MyZeil ist ein Ensemble mit urbanem Flair entstanden: Im Auftrag der MAB Development Deutschland GmbH, vertreten durch die PalaisQuartier GmbH & Co. KG, haben die Planer von KSP Jürgen Engel Architekten mit ihrem Entwurf, der im Jahr 2002 als erster Preis aus einem internationalen Wettbewerb hervorging, einen attraktiven Stadtraum geschaffen. Rund um den Thurn-und-Taxis-Platz gruppieren sich das Bürohochhaus, das Thurn-und-TaxisPalais mit seinen Einzelhandelsflächen und Restaurants sowie die Lobby des Jumeirah-Hotelturms mit Rezeption, Lounge, Café und Bar. Darüber hinaus wird der Platz durch eine neue Durchwegung zur Einkaufsstraße Zeil belebt, die durch das Palais und MyZeil verläuft. Im Rahmen dieser städtebaulichen Neuordnung wurde außerdem die Hauptwache für den Durchgangsverkehr gesperrt und die Zeil gestalterisch aufgewertet.

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Büroturm Nextower Leicht eingerückte, von außen ablesbare Fugen gliedern als vertikale Einschnitte die Baumasse der 25- bzw. 34-geschossigen Türme. Windmühlenartig aufgefächert, gruppieren sich die Büroebenen mit Mietflächen zwischen ca. 790 m² und 1.100 m² pro Etage um den zentralen Haupterschließungskern. Die Flächen lassen sich flexibel in zwei getrennte Nutzungseinheiten unterteilen.

Büroturm als Teil des Ensembles © Jean-Luc Valentin

Städtebauliches Konzept Von der Eschenheimer Straße und der Einkaufsstraße Zeil abgerückt, sind den Hochhäusern im Westen das Thurn-undTaxis-Palais, in Richtung Zeil das Einkaufszentrum MyZeil sowie südlich ein Kaufhaus vorgelagert. Außerhalb des Hochhausclusters des benachbarten Bankenviertels gelegen und daher als Solitär im Innenstadtring über eine Alleinstellung verfügend, markieren die Türme des PalaisQuartier den exponierten Standort

durch ihre auf große Entfernung hin wirksame Form. Ihre leicht geneigten Fassaden erhalten durch die drei signifikanten Knicklinien klare Proportionen und eine klar definierte Höhe, die aus der Gesamtform abgeleitet ist. Inspiriert von Constantin Brancusis säulenartigen Skulpturen werden die plastisch gestalteten Türme somit zu einem unverwechselbaren Orientierungspunkt in der Stadt.

Thurn-und-Taxis-Palais und Hochhäuser © Jean-Luc Valentin

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Blick auf die Stadt … © Jean-Luc Valentin

In den obersten Stockwerken sind sie durch einen verglasten Gang miteinander verbunden und können somit auch von einem Mieter zusammen belegt werden. Die Taillierungen und Aufweitungen, die durch die leicht geneigten Fassaden entstehen, schaffen entsprechend der Gebäudegeometrie unterschiedlich tiefe Grundrisse. Die nutzbare Tiefe der Büroflächen mit einer lichten Raumhöhe von 3,05 m variiert von ca. 5,90 m im taillierten Bereich des Hochhauses bis zu ca. 9,60 m im Abschnitt der größten Aufweitung. Diese Varianz ermöglicht ein breites Spektrum an Layouts: von Zellen- über Kombibüros mit einer Mittelzone für kommunikative Gemeinschaftsareale bis hin zum offenen Großraumbüro.

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Um den Charakter dieser Glasrauten zu betonen, sind sie als Doppelfassade ausgeführt: mit hochtransparenten Glasscheiben als äußerer Schicht, einem Sonnenschutz im Zwischenraum und Isolierglasfenstern als innerer, thermischer Haut. Der Wärmeeintrag bzw. Wärmeverlust im Bereich der Einfachfassade werden dagegen durch einen höheren Anteil an geschlossenen Feldern verringert.

»Gesamtschnitt« © KSP Jürgen Engel Architekten

Hotelturm Jumeirah Frankfurt Der 25-geschossige Hotelturm ist mit einer Gesamtbreite von ca. 19 m verhältnismäßig schmal. Er flankiert den Thurn-und-TaxisPlatz im Südosten und orientiert sich mit seiner Längsseite parallel zur Einkaufsmeile Zeil. Über eine ca. 10 m hohe Lobby mit Galerieebene gelangen die Gäste über den zentralen Erschließungskern in die oberen Etagen des Hotels mit insgesamt 218 Zimmern und Suiten. Ein zweiter Erschließungskern bleibt den Hotelmitarbeitern und Servicekräften vorbehalten. Die Zimmer reihen sich entlang der Nord- und Südfassade, die größeren von ihnen und die Suiten befinden sich an den Stirnseiten des Hotelturms und sind nach Osten und Westen ausgerichtet.

Fassaden Das Erscheinungsbild der Gebäudehülle, die als elementierte Vorhangfassade konzipiert ist, wird durch zwei Materialien bestimmt: Aluminium und Glas. Sie stehen, ebenso wie das Hochhaus selbst, sinnbildlich für technische Innovation und architektonische Präzision. Das wechselnde Licht-und-Schatten-Spiel belebt darüber hinaus je nach Tages- und Jahreszeit die Außenhaut der Türme. Markantes Erkennungszeichen sind die rautenförmigen Ganzglasflächen. Wie kristalline Körper in die Oberfläche integriert, heben sie die plastische Form der Türme hervor und bilden zudem einen reizvollen Kontrast zur Einfachfassade der übrigen Gebäudeteile.

Baukörperstruktur © KSP Jürgen Engel Architekten

Energiekonzept

Lobbybereich mit Aufzügen © Jean-Luc Valentin

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Das Energiekonzept sieht vor, ca. 50 % des Heiz- bzw. Kühlenergiebedarfs durch nachhaltige Systeme zu decken: 20 % werden als Erdwärme durch eine kombinierte Wärmepumpen- und Kältemaschinenanlage gewonnen. Eine zentrale, hocheffiziente Wärmerückgewinnung, die Abwärme aus dem Einkaufszentrum und der Tiefgarage nutzt, stellt 30 % des Wärmeenergiebedarfs sicher. Die Kühlung bzw. Heizung der Mietflächen erfolgen durch Bauteiltemperierung, die in die Betondecken integriert ist. Daher lässt sich im Bereich der Büroarbeitsplätze auf Abhangdecken verzichten. Eine lichte Raumhöhe von 3,05 m im Bürohochhaus wird bei einer Geschoßhöhe von nur 3,50 m erreicht.

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Bauherr MAB Development Deutschland GmbH vertreten durch PalaisQuartier GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main Bauphysik Ingenieurbüro von Rekowski + Partner, Weinheim

Architekten KSP Jürgen Engel Architekten GmbH, Frankfurt am Main Massimiliano Fuksas Architetto, Frankfurt am Main (MyZeil)

Brandschutz hhpberlin Ingenieurgesellschaft für Brandschutz mbH, Berlin

Tragwerksplanung Krebs und Kiefer Beratende Ingenieure für das Bauwesen GmbH, Darmstadt Weischede, Herrmann und Partner GmbH, Stuttgart

Verbau und Gründung Ingenieursozietät Prof. Dr.-Ing. Katzenbach GmbH, Darmstadt

Knippers Helbig GmbH, Stuttgart Haustechnik PB Berchtold Ingenieurbüro, Samen IPB GmbH, Frankfurt am Main Elektrotechnik Dörflinger + Partner, Erfurt Lüsebrink Ingenieure, Hamburg

Grundrisse © KSP Jürgen Engel Architekten

Fassadenplanung IFFT Institut für Fassadentechnik Karlotto Schott, Frankfurt am Main

Außenanlagen BWP Endreß Landschaftsarchitekten, Frankfurt am Main Baulogistik und SiGeKo bauserve Dienstleistungen GmbH, Frankfurt am Main Bauüberwachung Gassmann + Grossmann Baumanagement GmbH, Frankfurt am Main

Gassmann + Grossmann Baumanagement GmbH Frankfurt a.M. Gutleutstraße 75

Raumtemperatur und -beleuchtung sowie Sonnenschutzlamellen werden mit Hilfe von Sensoren zentral gesteuert, eine individuelle Einstellung ist jedoch jederzeit möglich. Für das Wohlbefinden am Arbeitsplatz stellt die Möglichkeit, in einem Hochhaus die Fenster öffnen zu können, einen besonderen Komfort dar, was hier gegeben ist. Im Brandfall dienen die Fenster außerdem der natürlichen Entrauchung der jeweiligen Geschosse.

60329 Frankfurt a.M. Tel. +49 69 29802887-0 Fax +49 69 29802887-46 frankfurt@gagro.de www.gagro.eu

Baumanagement Ausschreibung, Vergabe Objektüberwachung Generalplanung Revitalisierung Beratung

Jürgen Engel Geschäftsführender Gesellschafter KSP Jürgen Engel Architekten GmbH, Frankfurt am Main

Neubau PalaisQuartier, Frankfurt a.M.

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Der OpernTurm Wiederherstellung eines großstädtischen Ensembles

Großstädtisches Ensemble am Operplatz © Thomas Eicken

Der Opernplatz In den Städten der Bundesrepublik Deutschland wurden während des Zweiten Weltkriegs nicht nur viele für die Geschichte des Landes wichtige Bauwerke zerstört, sondern vor allem auch die Einmaligkeit historisch wertvoller Orte, Plätze und Straßen. In Frankfurt am Main hatte lediglich der im 19. Jahrhundert entstandene Opernplatz als Platzraum einigermaßen überlebt, obwohl das prachtvolle Opernhaus selbst nur als ausgebrannte Ruine

Lageplan © Prof. Christoph Mäckler Architekten

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übriggeblieben war. In der Wiederaufbauphase wurde dieser letzte noch vorhandene historische Platzraum mit dem Abriss sämtlicher Gebäude, die seine westliche Platzwand bildeten, endgültig vernichtet. An ihre Stelle trat in den 1960er Jahren eine Hochhausbebauung mit Solitären und Pavillons nach der städtebaulichen Idee der »Stadtlandschaft« mit Fassaden aus Glas und Aluminium, die ein Drittel des angrenzenden Rothschildparks überdeckte und ihn damit von der Stadt abschirmte. Mit dem Abriss jener Bauwerke und dem Neubau des OpernTurms hat sich der Stadt Frankfurt am Main die große Chance eröffnet, einem repräsentativen Platz des 19. Jahrhunderts wieder seine ursprünglich einfassende Form als großstädtisches Ensemble zurückzugeben. Dieses Ensemble ergab sich auch aus der einheitlichen, gelbbeigen Steinverkleidung der einzelnen Hausfassaden, in deren Mitte sich das Opernhaus aus gelbem Sandstein einreihte. Hier setzt das neue Konzept an: Der Blockrand aus horizontal kanneliertem Naturstein greift die Höhe und Materialität der ursprünglichen Gebäude auf.

Er ergänzt die vorhandene Opernplatzbebauung und formuliert wieder einen zusammenhängenden Platzraum. Im Sinne des typisch städtischen Stilelements aus dem 19. Jahrhundert befinden sich im Blockrand zweigeschossige Arkaden mit Läden und Gastronomie, womit die Westseite des Opernplatzes ihre einstige Vitalität zurückgewinnt.

Der Rothschildpark Der Rothschildpark ist in seiner ursprünglichen Gestalt saniert und rekonstruiert worden. Mit dem Bau des OpernTurms wurde die Hälfte seines Grundstücks, ein zuletzt versiegeltes Areal von 5.500 m2, als Grünfläche an den Park zurückgegeben. Der fast vergessene Park öffnet sich damit wieder großzügig zur Innenstadt. Die Grünfläche lässt wertvolles Regenwasser versickern und trägt dazu bei, dass in der Innenstadt weniger Wärmeinseln entstehen, da sie Hitze besser absorbiert. Darüber hinaus sind 30.000 m2 des gesamten Parks neu angelegt und bepflanzt worden.

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Die Hochhausarchitektur In klassischer Form ist der Turm in einen Sockel mit einladender, viergeschossiger Eingangshalle, in einen Mittelteil mit Büronutzung und in einen markanten Kopf mit der »Stadtloggia« unterteilt. Die Eingangshalle hat eine Höhe von 18 m und ist mit ihren Proportionen einmalig in Deutschland. Die vier tiefen vertikalen Einschnitte in der Kubatur verleihen dem Hochhaus seine elegante Proportion. Anders als die für solche Bauwerke üblichen Glasfassaden besitzt der OpernTurm eine Gebäudehülle aus Naturmaterialien, ein heller portugiesischer Kalkstein, der mit der Alten Oper und der vorhandenen Randbebauung am Opernplatz harmoniert.

Gebäudehülle aus gelbem Naturstein © Thomas Eicken

Die Natursteinflächen besitzen einen hohen Glasanteil: Die vertikale Ausrichtung der Fensteröffnungen bewirkt die Leichtigkeit und das Aufstrebende der Steinfassade. Die Außenhaut ist fein konturiert durch Lisenen in Form von senkrecht auskragenden Mauerstreifen zwischen den Fenstern, die die Hochhausfassade plastisch erscheinen lassen. Der Rohbau wurde in Stahlbeton- bzw. Stahlbetonverbundbauweise hergestellt. Die Lastabtragung der Decken erfolgt über den mittigen Kern und über Stützen, die in die Fassadenebene integriert sind. Der Innenraum ist damit vollkommen stützenfrei und ermöglicht eine hervorragende Flexibilität bei der Grundrissgestaltung. Arkaden im Blockrand © Christian Richters

Arkadenrelief und Alte Oper © Christian Richters

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Beleuchtung: Der Einfall von ausreichend Tageslicht und dessen Steuerung, eine individuell schaltbare Beleuchtung und der Einsatz von energiesparenden Beleuchtungsmitteln minimieren den Energieverbrauch.

Die Energieeinsparung Fassade: Die Fassade des Bauwerks ist zu über 50 % geschlossen, was mit der hocheffizienten Verglasung den Energieeintrag reduziert. Durch die Lisenenvorsprünge zwischen den Fenstern entsteht zudem eine konstruktive Verschattung. Im Vergleich zu einer Ganzglashülle spart die OpernTurm-Steinfassade daher 20 % Energie für die Kühlung einer Büroetage. Energieausweis: Die sehr guten Energiewerte des OpernTurms unterbieten die geforderten Energiesparvorgaben nach der EnEV 2007 um 23 %. Dies spart 1.800 t/a CO2.

Blockrandfassade … © Thomas Eicken

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Stadtloggia im 41. Obergeschoß © Prof. Christoph Mäckler Architekten

Grundriss Erdgeschoß © Prof. Christoph Mäckler Architekten

Grundriss Regelgeschoß © Prof. Christoph Mäckler Architekten

Heizung: Der OpernTurm ist an das Fernwärmenetz angeschlossen. Fernwärme ist ein Nebenprodukt der Stromerzeugung, verbraucht nur die Hälfte der Primärenergie und mindert den Schadstoffausstoß um die Hälfte.

Kältetechnik: Eine Hybrid-Decke kühlt nachts den Betonkern des Gebäudes und spart 30 % der Energie gegenüber herkömmlichen Kühldecken. Bei den Kältemaschinen werden Turbocor-Kompressoren mit konventioneller Kompressor-Technologie kombiniert, was die Effizienz erhöht und den Stromverbrauch reduziert. In den Wintermonaten werden die Kältemaschinen zudem komplett durch »freie Kühlung« ersetzt.

Seitenlobby des OpernTurms © Christian Richters

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Lüftung: Zu überwiegenden Anteilen der Bürobetriebszeit wird eine freie Fensterlüftung ermöglicht; auf eine Zwangsbe- und -entlüftung lässt sich in diesen Zeiten verzichten. Über die Zufuhr von Frischluft kann daher zu jeder Tages- und Jahreszeit individuell und eigenverantwortlich entschieden werden, ohne automatisierte zentrale »Übersteuerung«. Die freien Lüftungsquerschnitte wurden gemäß den Forderungen der Arbeitsstättenrichtlinien untersucht und liegen über den Mindestwerten. Das Klimakonzept der Lobby wurde durch Computational-FluidDynamics-(CFD-)Simulationen optimiert, wodurch weitere Energie gespart wird. Recycling: Der gesamte Bauschutt wurde wiederverwertet und der Einsatz von recyceltem Material, wie zum Beispiel von Aluminium, unterstützt. Transportemissionen wurden so gering wie möglich gehalten: So wurden etwa wiederverwendbare Stahl-Transportrahmen oder 100 % wiederverwertbare Polyethylenfolie eingesetzt. Der im Winter 2009 fertiggestellte OpernTurm ist als einer der ersten BürohochhausNeubauten Europas nach dem US-Umweltstandard LEED-Gold zertifiziert worden; LEED bedeutet: Leadership in Energy and Environmental Design. Christoph Mäckler

[Umrisse]


Bauherr Opernplatz Property Holdings GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main Architekt Prof. Christoph Mäckler Architekten, Frankfurt am Main Projektleitung: Henry Hess Mitarbeit: Sonja Bockemühl, Cornelius Boy, Larissa Chinenaja, Martin Eichholz, Dieter Hassinger, Nadja Hellenthal, Nadine Lorius, Damian Paris, Christian Schmidt, Christian Wiechers, Stephanie Wymer Tragwerksplanung B+G Ingenieure Bollinger und Grohmann GmbH, Frankfurt am Main Grontmij GmbH, Frankfurt am Main Garten- und Landschaftsplanung Gartenarchitektin Adelheid Schönborn, München

Eingangshalle von 18 m Höhe © Klaus Helbig

Haustechnik TechDesign Gesellschaft für Technische Ausrüstung und Energietechnik mbH, Frankfurt am Main Bauphysik vRP Ingenieurbüro für Bauphysik von Rekowski und Partner, Weinheim

Fassadenplanung Emmer Pfenninger Partner AG, Münchenstein, Schweiz Elektroplanung Ebener & Partner AG, Frankfurt am Main Aufzugsplanung Jappsen Ingenieure GmbH, Oberwesel Brandschutz BPK Brandschutz Planung Klingsch GmbH, Frankfurt am Main Lichtplanung LichtVision GmbH, Berlin

Kundenbereich mit Galerie © Klaus Helbig

[Umrisse]

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KfW-Westarkade Baukörperausbildung und Gebäudehülle

Eigenständige Figur Dieses Gebäude ist eines der ersten Bürohochhäuser der Welt, das weniger als 100 kWh/m²a Primärenergie für seinen Betrieb benötigt. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Palmengarten gelegen, bietet es neben einem Konferenzzentrum Büroräume für bis zu 700 Mitarbeiter. Mit einer Höhe von 56 m fügt sich der neue Turm in die vorhandene Gruppe von Hochhäusern ein, ohne deren Ausblick zu verstellen. Zugleich vermittelt er als eigenständige Figur zwischen unterschiedlichen Stadträumen, indem er sich einerseits als schlanke Scheibe der lebhaften Straße zuwendet und andererseits einen diskreten Horizont für die Parklandschaft des Palmengartens bildet. Im unteren Bereich fächert sich der Turm zu einem raumgreifenden Baukörper auf; parallel zur Straße geht er in einen Sockelbau über, der die Traufhöhe der benachbarten Nordarkade aufgreift. Rückwärtig entwickelt sich ein zusammenhängender Freiraum, der einen gemeinsamen Hof mit Haupthaus und der Nordarkade bildet.

Lageplan © Sauerbruch Hutton

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Bürohochhaus mit Sockelbau © Jan Bitter

Fassadenstruktur Durch den Farbauftrag auf der schuppenartig ausgebildeten Fassade, die das Klimakonzept kongenial ergänzt, wird der dynamische Effekt der Baukörperform optisch noch verstärkt. Die schmalen Lüftungsklappen sind, den umliegenden Stadträumen entsprechend, in unterschiedlichen Farbfamilien gehalten: Eine Familie von Grüntönen weist zum Palmengarten, entlang der Zeppelinallee wird der im Frankfurter Stadtraum vielfach präsente rote Mainsandstein interpretiert, und eine Gruppe von Blautönen komplementiert Farbigkeit und Materialität des unlängst renovierten Haupthauses. Bei der Bewegung um das Gebäude herum ändert sich infolgedessen die Fassade mit jedem Schritt in Form und Erscheinung vom neutralen, schlanken Glaskubus über die konvexe, gespannte Haut bis hin zum vertikalen Ausrufezeichen und zur farbigen Wand.

Die neuartige zweischichtige, dynamisch geregelte »Druckringfassade« gewährleistet witterungsunabhängig natürliche Lüftung, hohen Wärmedämmwert und effektiven Sonnenschutz. Bauteilaktivierung, Erdwärmetauscher und die Nutzung der Abwärme aus dem Rechenzentrum sind weitere Beispiele zahlreicher Maßnahmen und Strategien, deren integriertes Zusammenspiel den außerordentlich geringen Energieverbrauch der 2010 fertiggestellten Westarkade ausmacht. Louisa Hutton Matthias Sauerbruch

[Umrisse]


Schnitt © Sauerbruch Hutton

Erstes und drittes Obergeschoß © Sauerbruch Hutton

Dachgeschoß © Sauerbruch Hutton

Erdgeschoß © Sauerbruch Hutton

[Umrisse]

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Bauphysik Müller-BBM GmbH, Planegg Lichtplanung Licht Kunst Licht AG, Bonn, Berlin Verkehrsplanung Durth Roos Consulting GmbH, Darmstadt Brandschutz hhpberlin Ingenieure für Brandschutz GmbH, Berlin Fassadenplanung Werner Sobek Stuttgart GmbH & Co. KG Fassadenberatung Mosbacher + Roll Beratungs- und Planungsgesellschaft für Fassadentechnik mbH, Tettnang

Westarkade bei Dunkelheit © Jan Bitter

Bauherr KfW-Bankengruppe, Frankfurt am Main Architekten Sauerbruch Hutton Generalplanungsgesellschaft mbH, Berlin Projektteam: Matthias Sauerbruch, Louisa Hutton, Juan Lucas Young, Jürgen Bartenschlag, Tom Geister (Projektleitung), Peter Rieder, Marc Broquetas Maduell, Christine Neuhoff, Barbara Sellwig, Cynthia Grieshofer, Axel Linde, Andrea Frensch, Angelika Fehn Krestas, Daniela McCarthy, Christiane Schmidt, Tanja Kausch-Löchelt, Timm Knief, Claudius Gelleri, Anton Bähr

Tragwerksplanung Werner Sobek Frankfurt GmbH & Co. KG

Baugrundgutachten Itus GmbH & Co. KG, Weiterstadt

Fördertechnik Jappsen Ingenieure Oberwesel GmbH

Vermessung Grandjean & Kollegen, Frankfurt am Main

Freianlagenplanung Sommerlad Haase Kuhli, Gießen

Rechenzentrum von zur Mühlen’sche GmbH, Bonn

Projektmanagement Weber Baumanagement GmbH, Mainz Architekten Theiss Planungsgesellschaft mbH, Frankfurt am Main Energiekonzept Transsolar Energietechnik GmbH, Stuttgart

Flurzone im Inneren © Jan Bitter

Haustechnik ZWP Ingenieur-AG, Wiesbaden Elektrotechnik Reuter Rührgartner Planungsgesellschaft für Gebäudetechnik mbH, Rosbach

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[Umrisse]


[Umrisse] Zeitschrift für Baukultur

Architekten und Ingenieure lesen die [Umrisse]. Herausgegeben von der VERLAGSGRUPPE WIEDERSPAHN, ist die Zeitschrift für Baukultur unabhängig von Verbänden und anderen Interessenvertretungen. Jede Ausgabe verfügt über ein bis zwei thematische Schwerpunkte aus den Bereichen Architektur und Ingenieurbau, wie zum Beispiel »LeseRäume«, »Sport + Erleben«, »Bauen mit Textilien«, »Ruhender Verkehr«, »DachLandschaften«, »WeinBauWelten«, »Synagogen«, »Flughäfen: Neubau und Ausbau«, »Bauen im Gebirge«, »Fassaden«, »Sicherheitstechnik«, »Innenausbau« und »Befestigungstechnik« in den beiden vergangenen Jahren. Detaillierte Produktinformationen, wichtige Branchennachrichten, ein fundierter Bautechnik-Teil, umfassende Beiträge zum »Bau- und Immobilienrecht« sowie ein ausgesuchtes »Special«, oft in Kooperation mit entsprechenden Fachmessen, runden das redaktionelle Profil eines jeden Heftes ab. Wollen Sie ein Probeexemplar bestellen – oder gleich abonnieren? Das geht am besten und schnellsten unter www.umrisse.de, denn die [Umrisse] findet man natürlich auch im Internet.

VERLAGSGRUPPE W I E D E R Smit MixedMedia P A Konzepts HN Biebricher Allee 11 b 65187 Wiesbaden Tel.: 0611/84 65 15 Fax: 0611/80 12 52 kontakt@verlagsgruppewiederspahn.de www.verlagsgruppewiederspahn.de www.mixedmedia-konzepts.de


Europas höchstes Hotel © Eibe Sönnecken

Das WestendGate Modernisierung des Marriott Hotel Umfang der Maßnahmen Das WestendGate, auch bekannt als Marriott Hotel, wurde von Just/Burgeff Architekten umfangreich modernisiert. 1976 von den Architekten Siegfried Hoyer und Richard Heil im Westend errichtet, war der Ursprungsbau mit seinen 159 m und 47 Stockwerken für kurze Zeit das höchste Hochhaus Deutschlands und diente als Initialzündung für den Hochhausbau in ganz Frankfurt. Mit dem Einzug der Marriott-Gruppe 1989 blieb es bis heute das höchste Hotel Europas. Das Hotel belegt die oberen 18 Geschosse des aus drei Flügeln bestehenden Baukörpers, es verfügt zudem über eine eigene Lobby im Erd- und einen Ballsaal im ersten Obergeschoß. Alle übrigen Etagen, die durch eine zweite Lobby erschlossen werden, stehen für Büronutzung und Technik zur Verfügung.

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Die Maßnahmen umfassten unter anderem eine architektonische und energieeffiziente Neugestaltung der Bürogeschosse inklusive Lobby und Konferenzetage für das Hotel sowie Neukonzeption und Sanierung der kompletten Fassade, die Neuinstallation von Solarfassadenmodulen, die Erneuerung der Gebäudeklimatisierung und Optimierung der Beleuchtung. Zusätzlich wurden die Außenbereiche neu gegliedert und ein neues Vordach geplant.

Lageplan © Just/Burgeff Architekten

Nach Abschluss der Arbeiten im Dezember 2010 wurde eine Reduzierung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen um ca. 36 % erzielt, wofür das WestendGate das Green-Building-Zertifikat der Europäischen Kommission verliehen bekam.

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Vordach als neues Tor zum Westend © Eibe Sönnecken

Außenbereich und Vordach Das Hochhaus liegt im Schnittpunkt öffentlicher Grünräume, die durch die neuentstandenen Außenflächen nun fortgeführt werden: Mit der Verlegung der Tiefgaragenausfahrt wurde ein großer urbaner Platz mit Aufenthaltsqualität geschaffen. 1.500 m² Basaltpflaster gehen jetzt schwellenlos in den städtischen Raum über, der Platz öffnet sich zur Stadt und bildet mit seinem neuen Dach gleichzeitig auch ein neues Tor zum Westend.

Das skulpturale Dach ist mit seiner organischen Baumstruktur schon von weitem erkennbar. 1.000 m² Dachfläche erstrecken sich in bis zu 14 m Höhe zonierend über den Platz, transluzente Luftkissen verschließen zu großen Teilen die Konstruktion und bieten heute Büromietern und Hotelgästen Schutz vor Regen. Ihr Entwurf integriert städtebauliche wie raumprogrammatische und strukturelle Anforderungen. So lagert die zunächst

»fliegende« Gitternetzschale mittels eines umgekehrten Baumwachstumsalgorithmus auf den Stützen der Tiefgarage auf, statisch auf minimalen Stahlverbrauch durch Anwendung einer Finite-ElementeAnalysis-Methode optimiert. Das Resultat sind doppelt gekrümmte Oberflächen, die den Kräfteverlauf des Tragwerks abbilden. Form und Struktur bilden eine Einheit. Diese Form des »assoziativen« Entwerfens erfordert nicht nur den Einsatz hochentwickelter Software, sondern auch eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen allen Planungsbeteiligten, das heißt einen integralen Prozess zwischen Architektur und Tragwerksplanung als Basis. Er beginnt bei der Generierung der Form und setzt in der Kommunikation durch den Datenaustausch interaktiver 3-D-Modelle bis zur Produktion fort.

Foyerbereich am Eingang © Eibe Sönnecken

[Umrisse]

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Das Vordach bindet den gesamten Vorplatz, der den Zugang zum neuen Bürocenter darstellt und zugleich als Hotelvorfahrt dient, zusammen. Es setzt sich bewusst von der Fassade und dem restlichen Gebäude ab und bildet mit dem neugestalteten Vorplatz ein eigenständiges Ensemble, welches zwischen den Maßstäben des Hochhauses mit seinen 160 m Höhe und dem städtischen Raum vermittelt.

Erneuerung der Fassade

Querschnitt als Visualisierung © Just/Burgeff Architekten

Das Tragwerk besteht aus Stahlrohren gleichen Durchmessers und dreier unterschiedlicher Wandstärken, womit mehrachsige Knotenpunkte geometrisch lösbar waren. Die Rohre wurden in unterschiedlichen Baueinheiten verschweißt und nach dem Verzinken an Montagestößen verschraubt, was eine schnelle und »schweißfreie« Vorortmontage ermöglichte. Die doppelt gekrümmten, wabenähnlichen Dachflächen sind mit transparenten,

pneumatischen ETFE-Folienkissen variierender Abmessungen beplankt. Luftversorgungsschläuche und Verkabelung wurden innerhalb der Dachrinnen platziert und durch Rostgitter verdeckt. Die sich unter permanentem Luftdruck befindlichen Pneus gewährleisten trotz optischer und physischer Leichtigkeit den notwendigen Sonnen- und Witterungsschutz und bieten dabei freie Sicht auf die Fassade des WestendGate.

Die bestehende Fassade wurde komplett saniert und neu gestaltet. Die Lisenen erfuhren eine Aufdoppelung, und die neuen Paneele wurden mit einer zusätzlichen Dämmung versehen, um heutigen Energiestandards zu entsprechen. Zusätzlich wurden in den Stirnseiten vertikal angeordnete Solarfassadenmodule integriert. Bei der Entwicklung dieser Gebäudehülle wurde darauf geachtet, dass das alte Erscheinungsbild aus dunklen Fassadenflächen und hellen Giebelseiten erhalten bleibt – die alte statische und flache Anmutung jedoch durch eine dynamische Gliederung einen plastischen Effekt gewinnt, der zugleich Maßstäblichkeit erzeugt und sich dem Betrachter bei Annäherung an das Gebäude erschließt.

Erd- und (ein) Obergeschoß © Just/Burgeff Architekten

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[Umrisse]


Fassade mit (Skyline-)Perspektive Š Eibe SÜnnecken

Realisiert wurde die Fassade aus dreidimensionalen Elementen, die im Vertikalschnitt jeweils einen Knick bilden, wobei sich dessen Verlauf von Paneel zu Paneel verschiebt: Je nach Sonnenstand variieren Schattenwurf und die Lichtreflexionen auf den Elementen, die Fassade changiert im Sonnenlicht. Malte Just Till Burgeff

Bauherr Aberdeen GmbH, Frankfurt am Main Entwurf Just/Burgeff Architekten GmbH, Frankfurt am Main mit a3lab, asterios agkathidis architecture, Frankfurt am Main

Tragwerksplanung Wilhelm und Partner, Stuttgart Landschaftsarchitekten Freiraum X, Frankfurt am Main


Arkadenplaza mit Gastronomie und Geschäften © CA Immo Deutschland GmbH

Der Tower 185 Entwurfs- und Energiekonzept Städtebauliches Ensemble Das Ensemble des Tower 185 setzt sich zusammen aus zwei wesentlichen Bauteilen: Blockrand und Turm. Der Blockrand bildet den Straßenraum mit einer klaren Struktur, er orientiert sich typologisch am Gefüge der europäischen Stadt. Durch seine raumgestaltende Gliederung und die Übernahme der Höhen, Materialqualitäten und Farben (beiger Naturstein und Schieferdach) reiht sich der Baukörper in die Abfolge der Friedrich-Ebert-Anlage und der angrenzenden Gebäude des Viertels

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ein und bildet ein neues Ensemble mit seiner Umgebung. Damit erhält dieser Ort wieder eine klare städtebauliche Identität, die auf seiner Geschichte aufbaut. Die Öffnung der Fassade durch die Torhäuser und die einladende Geste der vorgelagerten Arkadenplaza mit Gastronomie und Geschäften schließen den Turm mit seiner 19 m hohen Eingangshalle an das städtische Leben der Friedrich-Ebert-Anlage an und ergänzen ihren großstädtischen Charakter. Gleichzeitig wirkt der Tower als Symbol und Auftakt des Europaviertels.

Lageplan © Prof. Christoph Mäckler Architekten

Nach Norden hin integriert er sich in die Silhouette der Frankfurter Skyline ein, ergänzt und verdichtet den Beginn der Hochhausbebauung im Nordwesten der Innenstadt.

[Umrisse]


Gliederung und Materialität Aufgrund der Großmaßstäblichkeit des Turmes sind die Gliederung des Baukörpers auf der einen sowie seine Materialität und Farbigkeit auf der anderen Seite von außerordentlicher Bedeutung. Die Teilung des Turmes in zwei Scheibenkörper und die aus ihnen emporwachsende Rotunde bewirken, dass die Kubatur strukturiert und maßstäblich erscheint, sowohl von nahem gesehen als auch aus der Ferne. Die Rotunde als gläsernes Element verbindet und überhöht die beiden sich zur Innenstadt und zum Bankenviertel öffnenden Körper. Durch die Einfassung der Fassadenflächen mittels der kräftigen Ecklisenen bilden sich zwei wohlproportionierte, elegante Hochhausscheiben, die sich aus dem Steinsockel entwickeln, dessen Beigeton des Natursteins die Farbe der angrenzenden Bauwerke aufnimmt. Auch das für ein Hochhausensemble einzigartige Schieferdach des Sockelgebäudes greift die vorhandene typische Form der Nachbarbebauung auf.

Ensemble aus Blockrand und Turm © CA Immo Deutschland GmbH

Wesentliches Gestaltungsmerkmal des Turmes ist die Gliederung der Fassade durch die Lisenen. Sie trennen die einzelnen Fensterachsen voneinander und »strecken« die Außenhaut. Die Vor- und Rücksprünge von Glasebene und Lisene entfalten eine Plastizität in der Fläche, die eine Struktur aus Material und Licht entstehen lässt. Die schwarz-bronzenen Diagonalbleche der Brüstungen geben dem Baukörper zudem Tiefe und Plastizität

Eingangshalle als charakteristisches Entree © CA Immo Deutschland GmbH

[Umrisse]

und tragen zu einer optischen Steigerung der Wertigkeit des Baumaterials bei. Wie in einem feingewirkten Stoff erleben wir eine Graphik, die immer wieder zu neuen faszinierenden Eindrücken führt, je nach Sonnenstand und Wetter. Sowohl aus der Ferne als auch unmittelbar am Haus sind die unterschiedlichsten Texturen und Farbspiele zu beobachten und bieten eine stets neu interpretierbare Gestalt.

... und bei Nacht © CA Immo Deutschland GmbH

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Schnitt © Prof. Christoph Mäckler Architekten

Optimierte Konstruktion Für die energetisch optimierte Konstruktion steht vor allem die Ausbildung der Fassade in Verbindung mit dem System der Lastabtragung. Der Rohbau ist in Stahlbeton- bzw. Stahlbetonverbundbauweise hergestellt, wobei die Stützen in Ebene der AluminiumGlas-Fassade der Hochhausscheiben angeordnet sind. Das ergibt eine zu 50 % geschlossene Fläche, die Sonneneinstrahlung verhindert. Hochleistungsverglasung und Verschattung der Glasflächen durch die Lisenen mindern zudem den direkten Sonneneinfall. Die Natursteinfassade des

Sockels und die Lochfassade des Turmes sparen im Vergleich zu einer Glashaut einen erheblichen Anteil an Kühlenergie ein und reduzieren die CO2-Werte maßgeblich. Die für dieses Gebäude gültige EnEV wird um mehr als 20 % unterschritten. Neben der Betriebskostenminderung durch Energieeinsparung hat das System der Lastabtragung über den mittigen Kern und über Stützen in der Fassadenebene einen weiteren ökonomischen Vorteil: Der Innenraum kann weitestgehend stützenfrei bleiben und problemlos in vier Einheiten geteilt werden. Dadurch ist eine größtmögliche räumliche Flexibilität bei der Grundrissgestaltung gegeben, was die Vermietbarkeit fördert.

Ressourcenschonung

Regelgeschoß © Prof. Christoph Mäckler Architekten

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Der Tower 185 ist eines der ersten Hochhäuser in Europa, für das eine LEED-GoldZertifizierung (Leadership in Energy and Environmental Design) des U.S. Green Building Council angestrebt wird. Das Gebäude hat bereits eine Vorzertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) in Silber erhalten. Durch zahlreiche innovative Ansätze schont das Bauwerk wertvolle natürliche Ressourcen und damit die Umwelt. Dem Thema Nachhaltigkeit, Umweltschonung und Effizienz wird schon in der Bauphase (Frühjahr 2008 bis Winter 2011) Rechnung getragen, einige der wichtigsten Ansätze werden im Folgenden aufgeführt.

Kühl- und Heizdeckensysteme: FlächenKühl- und -Heizsysteme sind optimale Mittel der Wärmeübertragung, in der sich Menschen am behaglichsten fühlen. Vorteile dieser Systeme, auch »stille Heizung« bzw. »stille Kühlung« genannt, sind zugfreie Raumluftströmungen, gleichmäßige Temperaturverteilung und niedrige Geräuschpegel, der Nutzerkomfort steigt bei sinkenden Betriebskosten. Alle Fenster besitzen zudem Öffnungsklappen, so kann das Bürokühlsystem ausgeschaltet und »freie Kühlung« genutzt werden. Trinkwassereinsparung: Durch die Nutzung von Regenwasser im Tower 185 beispielsweise zur Außenanlagenbewässerung (100 %) und für die Toilettenspülung sowie durch den Einsatz wassersparender Armaturen werden über 2.300.000 l/a Trinkwasser eingespart. Begrünung: Zur optischen Gestaltung wird über ein Viertel des Grundstücks begrünt. Dies betrifft Dachbegrünungen sowie die Schaffung von Grünflächen, zum Beispiel in den Innenhöfen. Baustoffauswahl: Der Einsatz von Baumaterialen mit recycelten Anteilen von 15–20 % und die bevorzugte Verwendung regionaler Baustoffe (10–20 %), verbunden mit kurzen Transportwegen, verringern den CO2-Ausstoß erheblich. Besonderes Augenmerk liegt ebenso auf der Wahl von schadstofffreien Farben, Beschichtungen und Dichtungsmaterialien. Recycling: Ein zentrales Abfallmanagement während der Bauphase führt zu einer deutlichen Energieeinsparung. Es werden beispielsweise über 90 % der Baustoffe recycelt. Christoph Mäckler

[Umrisse]


Relikt des Vorgängerbaus © CA Immo Deutschland GmbH

Lichtplanung Day & Light Lichtplanung GbR, München Vermessung B+K Gerd Brockmann + Erich Kaiser GbR, Frankfurt am Main Verkehrsplanung BSV Büro für Stadt- und Verkehrsplanung GmbH, Aachen Bodengutachten Quick Ingenieure und Geologen GmbH, Darmstadt

Bauherr CA Immo Deutschland GmbH (vormals: Vivico Real Estate GmbH), Frankfurt am Main Hauptmieter PricewaterhouseCoopers AG, Frankfurt am Main Architekt Prof. Christoph Mäckler Architekten, Frankfurt am Main

Fassadenplanung a+f Architektur u. Fassadenplanung Hans Honig, Frankfurt am Main

Verschattungsgutachten Ökoplana, Mannheim

Aufzugsplanung Jappsen Ingenieure GmbH, Oberwesel

Windgutachten Wacker Ingenieure, Birkenfeld

Brandschutz BPK Brandschutz Planung Klingsch GmbH, Frankfurt am Main

Radargutachten Prof. Dr.-Ing. Erhard Möller, Aachen

Projektleitung: Christian Schmidt, Soeren Buescher Mitarbeit: Michael Beckermann, Cornelius Boy, Michael Clanget, Jochen Hettmann, Petra Huber, Boris Kaster, Julian Keetmann, Nadine Lorius, Kentaro Matsuno, Julia Nölle, Udo Schallenkammer, Daniel Schröder, Maik Thätner, Zheng Chen Innenarchitektur: Ulrike Wess, Eva Lux Construction Management omniCon Gesellschaft für innovatives Bauen mbH, Frankfurt am Main Tragwerksplanung RSP Remmel + Sattler Ingenieurgesellschaft mbH, Frankfurt am Main Garten- und Landschaftsplanung Prof. Christoph Mäckler Architekten, Frankfurt am Main mit SAL Planungsgruppe GmbH, Münster, Berlin Haustechnik und Bauphysik Ebert-Ingenieure GmbH & Co. KG, München LEED-Zertifizierung Ebert-Consulting Group GmbH & Co. KG, Washington D.C., U.S.A. Energieberatung IPJ Ingenieurbüro P. Jung GmbH, Köln

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Tower 185 im Straßengefüge © CA Immo Deutschland GmbH

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Empfangs- und Barcounter © PricewaterhouseCoopers AG

Was macht(e) den Tower 185 attraktiv? Ein Gespräch über die Anforderungen eines Großmieters

Treffen im Gebäude PricewaterhouseCoopers (PwC) ist eine der weltweit führenden Wirtschaftsprüfungs- und -beratungsgesellschaften. In Deutschland erwirtschaften zum Beispiel ca. 8.700 Mitarbeiter in den Bereichen Wirtschaftsprüfung und prüfungsnahe Dienstleistungen, Steuerberatung sowie Deals und Consulting einen Umsatz von ca. 1,33 Milliarden Euro. Bundesweit an 28 Standorten vertreten, »verteilt« sich die Frankfurter Niederlassung derzeit auf mehrere Häuser im Merton-Viertel. PwC suchte daher nach einem geeigneten Gebäude, um künftig über eine einzige Adresse zu verfügen – im Interesse der Kunden und aus Gründen einer verbesserten internen Kommunikation. Und so waren insgesamt ca. 60.000 m² zu finden, die den hohen Qualitätsansprüchen von PwC gerecht werden.

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Das Anforderungsprofil für die anzumietende Bürofläche erstreckte sich aber nicht nur auf den eigentlichen Bau, dessen äußere Erscheinung oder Lage, sondern umfasste vor allem die Raumanordnung und Ausstattung, denn die Mitarbeiter erwarten zu Recht eine moderne Arbeitsumgebung. Die Kunden wiederum erwarten absolute Seriosität und Vertraulichkeit, die bereits bei Vorfahrt und Empfang gewährleistet sein sollen. All diese Bedingungen konnte der von Prof. Christoph Mäckler Architekten geplante Tower 185 bieten. Dipl.-Ing. Architekt Thomas Mechthold, Partner im Hause PwC, hatte sich nun bereit erklärt, direkt vor Ort einige Fragen zu beantworten, mit Elisabeth Wiederspahn über die Kriterien von Standortwahl und Innenarchitektur zu diskutieren.

Nach der Begrüßung im Foyer des Haupthauses begaben wir uns über den Säulengang im Außenbereich zu den Etagen von PwC, die zum Teil schon bezogen worden sind. Ein überraschender Empfang und Eindruck: das auffallende Design der Counter vor einer in ornamentalem Weiß gehaltenen Front, die sich in den Abendstunden durch Lichteffekte in jeder gewünschten Farbe hinterleuchten lässt und auf der Rückseite als Bar für abendliche Empfänge fungiert. Joi-Design, bekannt für die innenarchitektonische Gestaltung von Hotels im oberen Preissegment, hat hier bei der Gestaltung mitgewirkt und auch die Konzeption der gut platzierten Hinweisständer für die Wegeführung verantwortet.

Eine Marke … © PricewaterhouseCoopers AG

[Umrisse]


Angepasst: Hinweistafeln durch das Haus © PricewaterhouseCoopers AG

Immer wieder ruhige Rückzugsmöglichkeiten © PricewaterhouseCoopers AG

Mechthold

Wiederspahn Herr Mechthold, warum hat sich PwC gerade für den Tower 185 entschieden? War es die Lage, denn dieses Gebäude liegt in unmittelbarer Nähe von Messeturm und Messe und ist somit für Mitarbeiter und Besucher hervorragend zu erreichen? War es die Bauweise, wir beschäftigen uns ja heute alle mit Nachhaltigkeit und entsprechenden Zertifizierungen, oder waren es ganz andere Gründe?

Laubengang aufspannenden und einen begrünten Platz umrundenden Gebäudehälften eingefasst wird, so dass man die Eingänge jederzeit trockenen Fußes erreichen kann, muss man feststellen: Der Gebäudekomplex beeindruckt durch zurückhaltende Eleganz und vermittelt ein Gefühl von Ruhe und Diskretion. So wird, denke ich mir, der Name PricewaterhouseCoopers angemessen nach außen transportiert und mit der Corporate Identity verbunden. Abgesehen von dem äußeren Erscheinungsbild, dem ersten Eindruck: Welche Möglichkeiten hatten Sie, auf die Innengestaltung, das heißt auf Ausnutzung, Raumzuordnung, Materialwahl usw., Einfluss zu nehmen?

Hier hatten wir viel Spielraum. Die Experten für Büroausstattung des Fraunhofer Instituts haben uns bei der Ausgestaltung der einzelnen Bereiche und Etagen unterstützt. Insbesondere die Anordnung und Größe der Räume, aber auch die Einrichtung und Ausstattung von Kommunikationszonen waren uns dabei ein besonderes Anliegen. Unsere Mitarbeiter fordern zu Recht, ungestört arbeiten zu können. Gleichzeitig wollen sie aber auch komfortabel und unkompliziert miteinander kommunizieren können. Die Lösung: Glastrennwände. Sie ermöglichen einerseits konzentriertes Arbeiten. Gleichzeitig geben sie dem Einzelnen aber auch das Gefühl, Teil des Teams zu sein.

Mechthold Wir haben nach einem Gebäude gesucht, in dem Platz für 3.000 Mitarbeiter ist, das auf jeder Ebene Besprechungsräume bietet und außerdem genügend Raum für Sitzoasen und Cafébars, damit unsere Mitarbeiter sich zwanglos treffen und austauschen können. Unseren Raumbedarf haben wir auf mindestens 60.000 m² berechnet, was die Auswahl bereits erheblich eingrenzte. PwC ist auf Expansionskurs. Wir wollten also ein Gebäude finden, in dem wir auch noch wachsen können. Auch dieses Kriterium erfüllt der Tower 185.

Wiederspahn Und das Leed-Zertifikat war dann noch ein kleines Gastgeschenk, nehme ich an. Wenn man, so wie ich heute Morgen, vor dem etwas nach hinten gerückten Turm steht, der von zwei halbrunden, eine Art

[Umrisse]

Lichtdurchflutete, großzügige Arbeitseinheiten © PricewaterhouseCoopers AG

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Lounge für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter © PricewaterhouseCoopers AG

Entspannen in stilvollem Ambiente © PricewaterhouseCoopers AG

Wiederspahn

Harmonisch integrierte Cafébars auf allen Ebenen © PricewaterhouseCoopers AG

Die beeindruckende Vorfahrt für Gäste und Besucher, sie dürfte in dieser Form und Größe in Frankfurt wohl selten sein, und dazu ein »gestylter« Empfang in einem ansonsten eher kühl und zurückhaltend anmutenden Ensemble: Ist das der Stil, den Ihre Kunden erwarten? Denn die Lage, zwar neben Messe und Messeturm, aber eben nicht im eigentlichen Bankenviertel, repräsentiert nicht unbedingt einen 1-a-Standort, zumindest nicht in der Immobilienentwickler- und Investorensprache.

Mechthold

Wiederspahn

Die Entscheidung für den neuen Standort haben wir bewusst getroffen. Wir sind für unsere Mandanten und Gäste ebenso wie für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit öffentlichen Verkehrsmitteln hervor-

ragend zu erreichen, und der Weg zum Flughafen ist auch nicht lang. Das waren für uns die wichtigsten Kriterien. PwC will nicht durch einen 1-a-Standort punkten. Wir überzeugen lieber mit der Qualität unserer Dienstleistungen.

Wiederspahn Herr Mechthold, ganz herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit für dieses Gespräch und die Führung durch das Haus genommen haben. Ich verlasse es mit dem Gefühl, dass hier Planer und Gestalter am Werk waren, die das Optimale für Ihr Haus und dessen Kunden erreichen wollten – was sich nicht zuletzt auch an den lebhaft strukturierten Böden mit ihren hellen Steinbelägen zeigt, die wie ein roter Faden der Gestaltung alle Ebenen und Bereiche durchziehen.

Neben den vielen unterschiedlich gestalteten Cafébars auf allen Ebenen bieten Sie auch noch ein Mitarbeiterrestaurant, das, wie ich soeben feststellen konnte, über Freiplätze verfügt.

Mechthold Das Mitarbeiterrestaurant war und ist für PwC schon immer ein absolutes Muss. Unsere Mitarbeiter sollen sich in ihrer Mittagspause erholen. Ein gesundes und abwechslungsreiches Mittagessen gehört mit dazu. Eine Lounge für den kleinen Snack zwischendurch gibt es im Übrigen ebenfalls. Alle Restaurants sind extern bewirtschaftet und bieten eine gute Qualität. Dass wir zurzeit noch reichlich Platz haben, liegt daran, dass wir erst mit der halben Firma eingezogen sind. 2012 folgt der Rest unserer Mitarbeiter hier in Frankfurt.

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Elegante Vorfahrt © PricewaterhouseCoopers AG

[Umrisse]


Die neuen Deutsche-Bank-Türme Offenes und nachhaltiges Gebäude

Neuer Haupteingang »inklusive« Frankfurter Skyline © Deutsche Bank AG

Wandel der Doppeltürme Erbaut in den Jahren 1979–1984 als Konzernzentrale der Deutschen Bank, wurden die bekannten 155 m hohen Doppeltürme in Frankfurt 2007–2010 komplett saniert. Den Anstoß gaben zunächst Anforderungen an eine Verbesserung des Brandschutzes, eine nachfolgende grundlegende Gebäudeanalyse brachte die Entscheidung einer Erneuerung auch der technischen Ausstattung. Doch die Bank wollte noch mehr erreichen. Auf Basis einer weltweiten Klimastrategie wurden ein konsequenter Green-Building-Ansatz sowie eine umfassende Modernisierung der Immobilie beschlossen. Anliegen der Bank war die

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architektonische Neugestaltung der Innenräume und des Umfeldes in Verbindung mit Nachhaltigkeitskriterien, einer effizienteren Nutzung des Hauses sowie modernster Büros. Während der größten Gebäudesanierung Europas, bei der das Bauwerk bis auf den Beton entkernt und auch die Fassade komplett ausgetauscht wurde, entstand eines der umweltfreundlichsten Hochhäuser der Welt. Die Deutsche Bank hat den Umbau ihrer Zentrale genutzt, um eine Vielzahl innovativer und zukunftsgerichteter Ideen vor allem auf dem Feld der Ökologie zu verwirklichen. So konnten der Energiebedarf um 50 %, der Verbrauch von Wasser um über 70 % und die CO2-Emissionen um fast 90 % verringert werden. Das Resultat wurde mit LEED-Platin und DGNB-Gold ausgezeichnet.

Wiedereröffnet im Februar 2011, zeigen die neuen Türme aber nicht nur, was sich technisch selbst bei einem Bestandsgebäude für die Umwelt erreichen lässt und wie Hochhäuser dazu beitragen können, Städte für die dort lebenden und arbeitenden Menschen attraktiver zu machen. Die architektonische Neugestaltung spiegelt zugleich auch den Wandel der Bank hin zu mehr Transparenz und Offenheit wider. Seit der Umgestaltung stehen das neue Foyer sowie nahezu der gesamte Sockelbereich den Besuchern und Kunden offen. Mehr Grünflächen rund um das Bauwerk und ein neuer Park runden das Ensemble ab und verdeutlichen die starke Verankerung der Bank in Frankfurt.

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Die Bauhistorie Basis der architektonischen Überlegungen des Gebäudes an der Frankfurter Taunusanlage 12 war eine Anfang der 1970er Jahre konzipierte und im Bebauungsplan festgelegte Zwei-Türme-Lösung auf dem Grundstück des ehemaligen Löwenstein’schen Palais. Die Bank erwarb das Areal 1979 und errichtete darauf die Zwillingstürme. Die im Tube-in-TubeVerfahren realisierten Türme mit einem für Hochhäuser damals neuen Konzept von tragenden Außenwänden waren schon zum Zeitpunkt ihrer Entstehung innovativ und fortschrittlich. Schnell wurden sie dank ihrer bis heute klaren und zeitlosen Formensprache zum Symbol für die Deutsche Bank und darüber hinaus für das gesamte Frankfurter Bankenviertel – und deshalb sollten ihr Erscheinungsbild und die bekannte Spiegelglasfassade trotz deren kompletten Austausches beim Umbau erhalten werden. Bereits beim Erstbezug im Jahr 1984 bot das Gebäude ein Höchstmaß an Ausstattung und Komfort für zunächst ca. 1.750 Mitarbeiter. Durch die Umgestaltung und ein neues flexibles Arbeitsplatzkonzept hat sich seine Kapazität mittlerweile auf ca. 3.000 erhöht.

Schnitt durch die Eingangshalle © Deutsche Bank AG

Neue offene Architektur Im Wettbewerb um die Neu- und Ausgestaltung hatte sich das Mailänder Design- und Architekturbüro Mario Bellini Architects gegen die Konkurrenz durchgesetzt, die Ausschreibung für Ausführungsplanung und Umsetzung gewannen die Architekten gmp von Gerkan, Marg und Partner. Aufgabe beider Teams war es, ein neues »Look and Feel« für die Konzernzentrale der Deutschen Bank zu schaffen, ein ganzheitliches schlüssiges räumliches Konzept für die Neukonzeption und Modernisierung des Gebäudes. Das Foyer wurde völlig neu gestaltet und die Sockelgeschosse geöffnet, wodurch die beiden Türme jetzt von der Lobby aus durch ein Glasdach sichtbar sind. Die »Sphäre« als virtueller Mittelpunkt und Drehscheibe im Foyer steht zudem als

Errichtung

Symbol für die Öffnung und die globalen und internen Netzwerke der Deutschen Bank. Wurde die Konzernzentrale einst als übermächtiges »Landmark Building« wahrgenommen, so ist sie nun klarer an Opernplatz und Frankfurter Stadtzentrum angebunden. Die neuformulierte Plaza, die begrünten Außenanlagen mit einem angrenzenden Park sowie verbesserte S-Bahn-Zugänge integrieren das Ensemble erkennbar in das urbane Umfeld, zumal beinahe der gesamte Sockelbereich heute öffentlich zugänglich ist: mit einem vergrößerten Investment-und-Finanz-Center für Kunden, einem neugeschaffenen sogenannten BrandSpace als Forum für die Marke Deutsche Bank, einem BusinessCenter und einem künftigen öffentlichen Restaurant.

1979–1984

Erstbezug

1984

Arbeitsplätze bei Erstbezug

1.750

Sanierungszeitraum

2007–2010

Fertigstellung

2010

Maximale Arbeitsplatzkapazität

3.000

Höhe Struktur

155 m 4 Sockelgeschosse, 34 Obergeschosse in Turm A, 36 Obergeschosse in Turm B, 3 Untergeschosse als Tiefgarage

Brutto-Grundfläche

121.522 m²

Netto-Grundfläche

103.354 m²

Auszeichnungen Rohbauphase aus den 1980er Jahren © Deutsche Bank AG

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LEED-Zertifikat in Platin, DGNB-Zertifikat in Gold

Fakten und Zahlen © Deutsche Bank AG

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Kunstwerk »Sphäre« im umgestalteten Foyer © Deutsche Bank AG

Green-Building-Ansatz … Ein bestehendes Hochhaus nachträglich »grün« zu machen war eine komplexe Aufgabe, die eine enge Kooperation aller Beteiligten von Bauherr über Architekten bis hin zu Fachplanern und Technikern erforderte. Für die Modernisierung der Konzernzentrale wurde ein ganzheitlicher Ansatz aus Energieeffizienz, Nutzerkomfort und Lebenszykluskosten in einem ästhetischen Gesamtkonzept entwickelt, das die Hauptaspekte – Nutzung erneuerbarer Energien, – effizienter und sparsamer Einsatz aller Ressourcen, – Gebäudebetrieb, – intelligente Gebäudetechnik und Brandschutz, – anspruchsvolle Architektur, – optimale Arbeitsbedingungen berücksichtigte und zu den nachfolgend beschriebenen Ersparnissen und Maßnahmen führte. 98 % Recycling von Materialien: Die komplette Erneuerung der technischen Gebäudeausstattung und -ausrüstung erforderte eine sorgfältige Materialauswahl, die sich an ökologischen Erfordernissen und den Bedürfnissen modernen und effizienten Arbeitens orientiert. Dies gilt

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auch für die Entsorgung alter Materialien. So erfolgten bereits die Abbruch- und Rückbauarbeiten unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten. Von 30.500 t Abbruchmaterial mussten nur 2 % entsorgt werden, alles andere wurde der Industrie zugeführt oder wiederverbaut.

67 % Einsparung bei Heiz- und Kühlenergie: Neue, hochisolierende Dreifachverglasungen und eine verbesserte Dämmung halten im Sommer die Hitze draußen und reduzieren den Wärmeverlust im Winter. Da nun jedes zweite Fenster geöffnet werden kann, entsteht eine natürliche Luftzirkulation, was die Behaglichkeit im Raum verbessert. Hinter der bekannten Glashülle verbirgt sich eine klassische »Lochfassade« aus Beton und Betondecken, die hervorragend zum neuen Klimatisierungskonzept passen: Die Masse dieser Gebäudeteile wird als Energiespeicher für die Heizung und die Kühlung genutzt, Letztere erfolgt jetzt über die Decken und nicht mehr wie früher über eine stromintensive mechanische Lüftung. Ein zusätzlicher positiver Effekt: Die kompakte Technik erlaubte eine Vergrößerung der Raumhöhen von 2,65 m auf 3,00 m. Eine Wärme-Kälte-Kopplung ermöglicht zudem die gleichzeitige Erzeugung in einem synchronisierten und energieeffizienten Prozess. Ein Wärmerückgewinnungssystem reduziert weiter den Energieverbrauch, es wird also keine Wärme mehr im eigenen Haus produziert, bei Bedarf lediglich Fernwärme zugeführt.

Erreichte Einsparungen durch die Modernisierung © Deutsche Bank AG

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55 % Stromeinsparungen: Intelligente Systeme sorgen für weniger Stromverbrauch bei höherem Komfort. Dank einer zonalen Steuerung wird nur noch beleuchtet, wann und wo es nötig ist. Das neue Lichtmanagement, der Einsatz hocheffizienter Leuchtmittel sowie eine optimale Nutzung des vorhandenen Tageslichts reduzieren den Stromverbrauch deutlich. Die für die Büroetagen speziell entwickelten Schwertleuchten sind mit High-Tech-Prismentechnologie ausgestattet und erreichen einen Leuchtenwirkungsgrad von 86 %. Da die Raumklimatisierung mit Wasser anstatt mit Luft erfolgt, wurde die Luftwechselrate vom 6- auf das 1,5fache reduziert. Im Ergebnis verbrauchen die neuen Lüftungsanlagen weniger als die Hälfte an Strom, während der Stromverbrauch für die Kälteerzeugung durch die freie Kühlung stark minimiert wird. Auch die Aufzugstechnik wurde vollständig erneuert: Das neue Verkehrsmanagementsystem erhöht die Transportkapazität der vorhandenen Anlagen durch Optimierung der Transportwege und Reduzierung der Wartezeiten. Abhängig von Fahrtrichtung und Förderlast wird von den Aufzügen Strom erzeugt, der ins Versorgungsnetz eingespeist wird und zur Betankung von Elektroautos genutzt werden kann. Diese Technologie und die optimierte Systemauslegung verringern den Energiebedarf des Aufzugssystems um insgesamt über 50 %. Green-IT-Lösungen, wie energiesparende PC-Technologien, multifunktionale Einrichtungen, Drucker-Pools und der Verzicht auf Server im Gebäude, reduzieren den Stromverbrauch überdies. 74 % Wassereinsparung: Die Türme erhielten ein komplett neues Wassermanagementsystem. Hausinternes Wasserrecycling, Regenwassernutzung sowie der Einbau von wassersparenden Systemen senken den Frischwasserverbrauch erheblich. Regen- und Grauwasser werden zudem gesammelt, aufbereitet und für die Bewässerung sowie für die Toilettenspülsysteme im gesamten Gebäude wiederverwendet. Mehr als 50 % des Warmwasserbedarfes werden mit einer solarthermischen Anlage erzeugt, Überschüsse werden ins Heizungsnetz eingespeist.

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20 % höhere Flächeneffizienz: Ein neuentwickeltes Arbeitsplatzkonzept und die kompakte Technik erhöhen die Effizienz des Gebäudes. Moderne Ausstattung und eine verbesserte Infrastruktur ermöglichen eine flexible Raumnutzung und bieten optimale Arbeitsbedingungen. Die platzsparende Gebäudetechnik benötigt überdies kleinere Zentralen, wodurch alleine 850 m² zusätzliche Bürofläche entstanden. Durch Einsatz eines intelligenten Raumbuchungstools wurde der Komfort bei Auswahl und Belegung der Konferenzund Meetingräume deutlich verbessert, so dass sich deren Auslastung fast verdoppeln ließ.

Ökologie und Ökonomie Ein in dieser Gesamtheit durchdachtes »Green Building«-Investment in ein rund 30 Jahre altes Gebäude erweist sich neben der künftigen Ersparnis bei immer knapper und teurer werdenden Ressourcen auch aus weiteren Gründen als sinnvoll: Allein durch eine optimierte Raumplanung und einen geringeren Flächenbedarf in den Technikzentralen stehen in den Doppeltürmen der Bank nun mehr Fläche und damit mehr Platz für eine höhere Mitarbeiterzahl zur Verfügung.

Nachhaltigkeit ist ökologisch und ökonomisch vorausschauend. Immobilien, die schonend mit Ressourcen umgehen, werden langfristig stärker an Wert gewinnen als konventionelle Bauwerke. Die neuen Deutsche-Bank-Türme sind ein gutes Beispiel dafür, welche Optimierungspotentiale und Energieeffizienz auch bei vorhandenen Häusern möglich sind. Die Industrie bietet umweltgerechte Gebäudetechniken und Maßnahmen seit Jahren an und hat den Klimawandel bereits als Chance für künftiges Wachstum entdeckt. Nun liegt es an der Vielzahl von Eigentümern und Betreibern, ihre Immobilien grundlegend zu analysieren und für die Zukunft nachhaltig fit zu machen – zum ökologischen wie ökonomischen Nutzen. Und zum Nutzen der Städte, in denen sie stehen. Roger Schäublin Klaus Thoma, Deutsche Bank AG, Frankfurt am Main

Fassade mit (jetzt) öffenbaren Fensterelementen © Deutsche Bank AG

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Advertorial

Auf Spurensuche in Frankfurt Viele Standtbildprägende Beiträge von Arnold Auch wenn die Arnold AG heute mit ihren mittlerweile über 300 Mitarbeitern im nahen Friedrichsdorf und im thüringischen Steinbach-Hallenberg residiert, die Wurzeln des Unternehmens liegen in Frankfurt am Main. Hier gründete 1924 der Schlossermeister Karl Arnold sein Unternehmen. Wer sich heute in der Mainmetropole auf Sightseeingtour begibt, begegnet immer wieder den Arbeiten des Metallverarbeitungsspezialisten. Erstaunlich ist die Vielfalt der Projekte. Sie reichen im öffentlichen Raum von designorientierten Innenausbauten über Orientierungsleitsysteme bis zu Kunstwerken. Arnold fertigt aber genauso mechanische Baugruppen, Gehäuse, metallische Rahmen, Gestelle und Verkleidungen. Der gemeinsame Nenner: ein leidenschaftlicher Anspruch an Qualität, Nachhaltigkeit und Individualität. Begeben wir uns also auf Spurensuche. Sie beginnt im Foyer der Deutschen Bank. Die beiden mächtigen Türme wurden nach dreijähriger Komplettsanierung im Februar wiedereröffnet. Über unseren Köpfen schwebt eine gewaltige Kugel, die »Sphäre« – Sinnbild für das globale Geschäftsmodell und die Unternehmenswerte der Deutschen Bank. Sie gilt als ein architektonisches Highlight des Umbaus durch den italienischen Architekten und Designer Mario Bellini. 16 m im Durchmesser, zusammengesetzt aus 1.440 lasergeschnittenen Edelstahlteilen und 33 t schwer, durchdringt sie scheinbar schwerelos den Sockel der beiden Türme. Keines der Edelstahl-Einzelteile gleicht dem anderen. Selbst die Winkel der gefrästen Enden wurden den 22 unterschiedlichen Schweißfällen an den 1.220 Knotenpunkten individuell angepasst. Und so bestand eine wesentliche Herausforderung in der Logistik. Jedes Teil musste zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein, wo es in einem eigens geplanten Gerüst mit Klammern in Position gebracht und verschweißt wurde. Zwei 26 m lange und über 15 t schwere Brücken durchziehen die Sphäre. Sie bestehen aus mit Edelstahl ummanteltem Stahl. Der Clou: Den Boden bilden begehbare Scheiben aus Spezialglas.

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Hinzu kommt eine 13 m lange und 20 t schwere Treppe. Nur wenige Schritte entfernt steht die Alte Oper. Die für die hervorragende Akustik besonders wichtige Stahldeckenkonstruktion stammt von Arnold. Nicht eine einzige Reklamation in drei Jahrzehnten ist Ausdruck eines ausgeprägten Nachhaltigkeitsdenkens. Neben der Alten Oper fällt unser Blick auf die außergewöhnliche Graphik des Fassadenlogos am »Park Tower«, einem exklusiven Bürogebäude in »Mainhattan«. Aus Edelstahl geschnitten und glasperlgestrahlt, erstrahlen nachts seine Konturen dank LED-Lichtschnüren in magischem Lichtschimmer. Arnold-Beschilderungen und -Orientierungsleitsysteme weisen in zahlreichen Frankfurter Büro- und Verwaltungsgebäuden Mitarbeitern und Besuchern den Weg. Lassen auch wir uns auf unserem weiteren Weg vom Kulturleitsystem »Frankfurt Wegweiser« führen. 17 Stelen weisen den Weg zu 81 Sehenswürdigkeiten. Robust aus Stahl und Edelstahl konstruiert, wirken sie dennoch im Stadtbild filigran und dezent. Stichwort Kultur: Großkunstwerke aus Stahl, Edelstahl und Aluminium sind eine Spezialität der Arnold AG. Nationale und internationale Künstler lassen dort

»Frankfurt Wegweiser« vor der Alten Oper © Arnold AG/R. Müller

»Sphäre« im Deutsche-Bank-Foyer © G.Castegini

fertigen. Persönlichkeiten wie Jeff Koons, Anish Kapoor, Vera Röhm, Klaus Staudt oder Magdalena Jetelova finden bei Arnold für ihre Ideen offene Ohren und adäquates handwerkliches Geschick. Auf der Mainzer Landstraße begegnen wir dem »Pendulum« von Claus Bury, einer 21 m hohen Konstruktion aus Schiffsbaualuminium. Was optisch leichtfüßig daherkommt, stellte höchste Anforderungen an Konstruktion, Statik und Bau. Wenden wir uns Richtung Main. Schon von Ferne sehen wir den Westhafen Tower. Vor dem Sturz ins Wasser bewahrt uns ein filigranes, maritim wirkendes Geländer aus Aluminium und Edelstahldraht. »Network« wurde von den Westhafen-Architekten »schneider + schumacher« gestaltet und von Arnold realisiert. Zeit für den Abschied. Fahren wir mit der S-Bahn zum Frankfurter Flughafen. Hier begleitet uns Arnold auf Schritt und Tritt, seien es Edelstahl-Innenausbauten oder Lufthansa-Counter. Genauso wie zahlreiche außergewöhnliche Werbeobjekte, exklusiv gebaut für die Media Frankfurt GmbH. Wir starten. Etwas nördlich der Mainmetropole sehen wir in der Ferne Friedrichsdorf liegen, wo die Fäden für Konstruktion und Bau dieser vielfältigen Produkte zusammenlaufen. www.arnold.de

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Anblick aus nordöstlicher Richtung © Coop Himmelb(l)au

Der Neubau der Europäischen Zentralbank Wettbewerbsentwurf, Energiekonzept und Realisierung Architektur und Städtebau Im Winter 2002 lobte die Europäische Zentralbank (EZB) einen internationalen städte- und hochbaulichen Wettbewerb für ihren Neubau aus – mit der Vorgabe, die ehemalige Großmarkthalle in ihrem

Lageplan © Coop Himmelb(l)au

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grundlegenden Erscheinungsbild zu erhalten. Eine internationale Jury zeichnete im Februar 2004 den Entwurf des Wiener Architekturbüros Coop Himmelb(l)au mit dem ersten Preis aus; der EZB-Rat schloss

sich nach einer Überarbeitungsphase, an der alle drei Preisträger des Wettbewerbs teilnahmen, dieser Entscheidung an: Das Konzept der Wiener Architekten erfülle am besten die vorgegebenen funktionalen und technischen Anforderungen und übertrage zugleich die Werte der EZB in eine angemessene architektonische Sprache. Der Coop-Himmelb(l)au-Entwurf umfasst drei Elemente: die ehemalige Großmarkthalle, einen Doppel-Büroturm mit turmhohem Atrium und ein sogenanntes Eingangsbauwerk. Letzteres verbindet den Doppel-Büroturm mit der Großmarkthalle und markiert gleichzeitig den Eingang nach Norden. Im Inneren der ehemaligen Großmarkthalle werden die Lobby, der Konferenzbereich und das Besucherzentrum, das Mitarbeiterrestaurant und die Bibliothek untergebracht; der gesamte Pressekonferenzbereich befindet sich im Eingangsbauwerk. Der nördliche Turm zählt 45 Stockwerke, der südliche 43.

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Eingangsbauwerk im Norden © Coop Himmelb(l)au

Landschaftsgestaltung Das verglaste Atrium zwischen beiden Bürotürmen ist als »vertikale Stadt« geplant, wobei Verbindungsplattformen und -stege städtischen Strukturen ähnliche Plätze und Straßen aufspannen. Verbindungsund Umsteigeebenen unterteilen zudem das Atrium in drei Abschnitte, so dass kurze Wege zwischen den beiden Bürotürmen entstehen, die auch die interne Kommunikation fördern. In den oberen Geschossen sind der große Sitzungssaal des EZB-Rats und die Büros der Mitglieder der EZB-Beschlussorgane untergebracht. Der Neubau erweitert mit einem Doppelturm die Frankfurter Hochhauslandschaft nach Osten und setzt ein sichtbares Zeichen. Die langgestreckte Großform der Großmarkthalle bestimmt hingegen in der näheren Umgebung das Stadtbild sowie das angrenzende Mainufer. Aus dem Zusammenspiel zwischen dem liegenden Hallenbaukörper und dem Doppelscheibenhochhaus resultiert ein Gebäudekomplex mit besonderer städtebaulicher Bedeutung, der sowohl sein direktes Umfeld als auch die gesamtstädtische Silhouette mitgestalten wird. Auf Quartiersebene kann darüber hinaus ein wichtiges Bindeglied zwischen Ostend und Main entwickelt werden, im stadträumlichen Gesamtkontext wird die Wahrnehmung Frankfurts als »Stadt am Fluss« gefördert.

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Die Außenraumgestaltung überträgt Elemente einer Flusslandschaft, wie Auen und Flussbetten, auf die nicht bebauten Bereiche des Grundstücks und fügt sie zu einer parkartigen Anlage zusammen. Dabei werden die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen in die Freiflächenkonzeption integriert. Die nicht öffentlichen Zonen

auf dem Gelände der EZB verbinden sich räumlich-visuell mit dem öffentlichen Mainuferpark und mit dem Grüngürtel der Stadt Frankfurt, der im Osten des Areals fortgeführt wird.

Atrium als »vertikale Stadt« © www.isochrom.com

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Südansicht © Coop Himmelb(l)au

Umnutzung der Großmarkthalle Die ehemalige Großmarkthalle wurde 1926–1928 nach Plänen des damaligen Frankfurter Stadtbaudirektors Martin Elsaesser errichtet; bis Juni 2004 wurden hier Obst und Gemüse verkauft. Das heute denkmalgeschützte Bauwerk bleibt in seinem grundlegenden Erscheinungsbild

Konferenzbereich in der Großmarkthalle © www.isochrom.com

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erhalten und wird nach einer umfassenden Sanierung die öffentlichsten Funktionen der EZB, also Lobby, Ausstellungsflächen, ein Besucherzentrum, ein Mitarbeiterrestaurant, eine Cafeteria und Konferenzräume, im Rahmen eines »Haus im Haus«Konzepts aufnehmen.

Die Sanierung der Großmarkthalle ist ein wichtiger Teil der Bauarbeiten, die Ertüchtigung ihrer Fassaden und Oberflächen erfolgt gemäß den geltenden Denkmalschutzauflagen: Die Betonraster der Nordund Südfassade sowie der nördliche Klinkervorbau und die beiden Kopfbauten Ost und West werden als wesentliche Gestaltungselemente bewahrt und instandgesetzt. Durch den vom Krieg zerstörten und danach wieder rekonstruierten westlichen Teil verläuft das Eingangsbauwerk, welches das Pressezentrum beherbergt und die Halle funktional mit dem Neubau verbindet. Mit den Sanierungsarbeiten ist das Unternehmen Torkret betraut, das die Großmarkthalle bereits in den 1920er Jahren errichtet hatte.

Energiekonzept Schon bei den Vorbereitungen für den internationalen städte- und hochbaulichen Wettbewerb verfolgte die Europäische Zentralbank das Ziel, dass ihr neues Gebäude 30 % energieeffizienter ist, als es die Energieeinsparverordnung 2007 verlangt. Sie hatte daher 2002 das Raumund Funktionsprogramm sowie spezifische Vorgaben hinsichtlich des Energieverbrauchs festgelegt. Eine der zentralen Vorgaben war hier der Wunsch nach einem integrierten Planungsprozess. Das bedeutete, dass der Architekt von Anfang an mit einem Tragwerksplaner sowie einem Energie- und Klimadesigner zusammenarbeiten sollte, um die Energieeffizienz und die Nachhaltigkeit des Gebäudes zu optimieren. Die Kriterien Nachhaltigkeit und optimale Effizienz waren also bereits bei Erarbeitung des Entwurfskonzepts zu berücksichtigen: Wirtschaftliche, ökologische sowie soziale Aspekte mussten gegen künftige Betriebsund Instandhaltungskosten sowie den Energieverbrauch abgewogen werden – und zwar während des Wettbewerbs und des gesamten Bewertungsverfahrens. Daraus resultierte letztlich ein Katalog von Maßnahmen.

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Nutzung von Regenwasser: Die Fläche des Daches der Großmarkthalle beträgt ca. 10.000 m². Es wird ein System zum Auffangen von Regenwasser installiert, das sowohl zur Bewässerung der Gärten in regenärmeren Zeiten als auch zur Versorgung der Toilettenspülungen genutzt werden kann. Wärmerückgewinnung: Die vom Rechenzentrum generierte Abwärme wird in ein Deckenheizsystem zur Beheizung der Büros und in die Fußbodenheizung der Großmarkthalle rückgeführt. Der EZB-Neubau wird zudem an das energieeffiziente, kombinierte Wärmeund Stromversorgungssystem der Stadt Frankfurt am Main angeschlossen. Thermische Isolierung: Die Oberfläche der Großmarkthalle mit Dach und Fenstern wird isoliert, um eine thermische Hülle zwischen Außen- und Innenbereichen zu schaffen. Die Innenräume, wie zum Beispiel der Konferenzbereich, werden über ihr eigenes Mikroklima verfügen, da sie als separates »Haus-imHaus«-System in die Markthalle eingestellt werden. Natürliche Belüftung: Zusätzlich zum zentralen Lüftungssystem werden motorisierte Einzelelemente in die Gebäudefassaden integriert, die eine direkte natürliche Belüftung der Büroräume ermöglichen. Somit lässt sich die Frischluftzufuhr ohne Einsatz mechanischer Einrichtungen individuell regulieren, und man hat innerhalb des Bauwerks eine bessere Vorstellung davon, wie die Außenverhältnisse sind.

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Gebäudeensemble am Main © ESKQ

Künftiger Sitz der Europäischen Zentralbank © RTT

Sonnenschutz und Beleuchtung: Ein hocheffizienter Sonnen- und Blendschutz wird in die Fassaden integriert, um eine Überhitzung im Inneren zu verhindern. Eine weitere Möglichkeit zur Energieeinsparung ist die Nutzung des natürlich vorhandenen Tageslichts. Die Büros werden mit Sensoren ausgestattet, so dass sich das Kunstlicht bei genügend Tageslicht automatisch abschaltet. Was die »Kunstbeleuchtung« der Büros sowie des Atriums und der Großmarkthalle anbelangt, so wurden umfassende Untersuchungen durchgeführt, um zu gewährleisten, dass diese

Räumlichkeiten stets ausreichend und energiesparend beleuchtet werden. Geothermie für Heizung und Kühlung: Zur weiteren Senkung der Energiekosten des Gebäudes wurden Rohrleitungsschleifen in die Pfahlgründungen integriert. Letztere reichen ca. 30 m tief, bis sie auf Frankfurter Gestein treffen. Die Leitungsschleifen können an den Wasserkreislauf und die Wärmepumpen im Heizzentrum angeschlossen werden, um im Winter die in der Erde gespeicherte Wärme bzw. im Sommer die entsprechende Kühlung zu nutzen.

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Baumaßnahmen Die Grundsteinlegung am 19. Mai 2010 markierte den offiziellen Beginn der Hauptbaumaßnahmen für den EZB-Sitz. Die Fertigstellung ist für Ende 2013 geplant, der Umzug der EZB in ihr neues Gebäude wird im Anschluss, das heißt 2014, erfolgen. Mit der Betonage des letzten Abschnitts der Bodenplatte wurde im November 2010 die erste Etappe zur Errichtung des Doppel-Büroturms absolviert, von Januar bis Mai 2011 schloss sich dann vor allem der Rohbau des Untergeschosses an. Die ersten oberirdischen Geschosse wachsen seit dem Frühjahr 2011 in die Höhe, wobei die obersten Stockwerke 2012 fertiggestellt sein werden. Die erste Stahlstrebe im Atrium wird voraussichtlich Anfang des Jahres 2012 eingebracht; diese Streben verbinden neben den Umsteigeplattformen die beiden Bürotürme statisch miteinander.

Neben dem Rohbau des Büroturms wurde mit den Sanierungsarbeiten an der Großmarkthalle begonnen, zuerst am Kopfbau Ost und inzwischen am Kopfbau West. Ab September 2011 kann mit der Instandsetzung der Betonrasterfassade und der Tonnenschalendächer im Halleninnern angefangen werden. Im westlichen Kopfbau wird zudem einer der wenigen noch erhaltenen Paternoster Frankfurts sorgfältig restauriert. Die erforderlichen Rückbaumaßnahmen an der Großmarkthalle sind seit Herbst 2010 abgeschlossen: In der Breite von drei Tonnenschalen wurden die Dachkonstruktion und die Fassade entfernt. Hierbei handelte es sich um jene Gebäudeteile, die im Zweiten Weltkrieg zerstört und in den 1950er Jahren wieder ergänzt wurden. Da sie keine Originalsubstanz darstellten, hatte die Denkmalpflege sie zugunsten des Ein-

gangsbauwerks freigegeben. Dadurch bleibt auch in Zukunft ein Bereich des Innenraums der ehemaligen Verkaufshalle erlebbar. Der Keller und damit der Boden der Halle wurden ebenfalls abgetragen, um ein neues, wasserdichtes Untergeschoß zu errichten, das die Lasten der künftigen Einbauten abzuleiten vermag. Im Sommer 2011 wird der letzte Abschnitt der Bodenplatte fertiggestellt. Parallel dazu werden die Decken betoniert, die dann die Stahleinbauten tragen. Mit deren Ausführung soll im November 2011 begonnen werden.

Errichtung einer Erinnerungsstätte

Erscheinungsbild von Westen © www.isochrom.com

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Als ein Projekt der Stadt Frankfurt am Main wird die Stätte zur Erinnerung an die Deportation von über 10.000 jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern als lange Rampe gestaltet werden, die leicht abfallend zum Keller der Großmarkthalle führen wird. Am 11. März 2011 hat sich die Stadt in enger Abstimmung mit der Jüdischen Gemeinde, der Europäischen Zentralbank und der Wettbewerbsjury unter Vorsitz von Nikolaus Hirsch, Direktor der Städelschule, für diesen Entwurf entschieden. Insgesamt wurden 139 Arbeiten zu dem von der Stadt Frankfurt ausgelobten Wettbewerb eingereicht; das nun zur Realisierung bestimmte Konzept stammt vom Kölner Architekturbüro Katz Kaiser. Zentrales Element ist eine in Teilen originale Betonrampe, die von der östlichen Grundstücksgrenze visuell in das Untergeschoß führt, wo sich die jüdischen Mitbürger ab 1941 vor ihrer Deportation versammeln mussten. Hohe Seitenwände lenken den Blick in Richtung Großmarkthalle und jenes Kellerraums, der als authentischer Ort im Ist-Zustand belassen wird. Dieser Kellerraum unter dem Ostkopfbau wird in Zukunft über das Areal der EZB teilweise öffentlich zugänglich sein.

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Bauherr Europäische Zentralbank, Frankfurt am Main Architekten Coop Himmelb(l)au, Wien Fachplaner Arup GmbH, Frankfurt am Main

Institut für Fassadentechnik Karlotto Schott, Frankfurt am Main

Bartenbach LichtLabor GmbH, Aldrans, Österreich

Jappsen Ingenieure Oberwesel GmbH, Oberwesel

B + G Ingenieure Bollinger und Grohmann GmbH, Frankfurt am Main

Krebs und Kiefer Beratende Ingenieure für das Bauwesen GmbH, Darmstadt

ComConsult Beratung & Planung GmbH, Aachen

Auf den Wänden und dem Boden der Rampe sind Erinnerungen der Deportierten festgehalten. Ein Ausschnitt der Gleisharfe, über welche die Züge das Gelände der Großmarkthalle in Richtung der Konzentrations- und Vernichtungslager verließen, soll zudem nachgebaut werden. Andrea Jürges Europäische Zentralbank, Frankfurt am Main

Dorsch Consult GmbH, Frankfurt am Main Ebert-Ingenieure GmbH & Co. KG, Nürnberg Grandjean & Kollegen, Frankfurt am Main Grontmij GmbH, Frankfurt am Main HHP Süd Beratende Ingenieure GmbH, Ludwigshafen Ingenieursozietät Prof. Dr.-Ing. Katzenbach GmbH, Frankfurt am Main

Prof. Michael Lange Ingenieurgesellschaft mbH, Hannover Schad-Hölzel GmbH & Co. KG, Mörfelden-Walldorf Scholze Ingenieurgesellschaft mbH, Leinfelden-Echterdingen unit-design GmbH, Frankfurt am Main Vogt Landschaftsplaner GmbH, München Wolfgang Sorge Ingenieurbüro für Bauphysik GmbH, Nürnberg

www.stuttgart.zueblin.de

WIR SETZEN MASSSTÄBE

Seit mehr als 110 Jahren realisiert Züblin erfolgreich anspruchsvolle Bauprojekte im In- und Ausland und ist im deutschen Hoch- und Ingenieurbau die Nummer eins. Wir bieten unseren Kunden ein umfassendes Leistungsspektrum und entwickeln maßgeschneiderte Lösungen für technisch und wirtschaftlich optimierte Bauvorhaben jeder Art und Größe. Das Know-how und die Innovationskraft unserer rund 13.000 Mitarbeiter sind dabei die Basis unseres Erfolgs. Ob im Ingenieur- oder Brückenbau, im komplexen Schlüsselfertigbau, Tunnelbau oder im Bereich Public Private Partnership – Züblin setzt Maßstäbe. Ed. Züblin AG Direktion Stuttgart Albstadtweg 5, 70567 Stuttgart Tel +49 711 7883-0 Fax +49 711 7883-9799 stuttgart@zueblin.de

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Stabiles Fundament für den Euro Kombinierte Pfahl-Platten-Gründung als Lösung

Neubau der Europäischen Zentralbank © www.isochrom.com

Einleitung Ebenso wie der Euro, für dessen Stabilität die Europäische Zentralbank durch ihre Geldmarktpolitik verantwortlich zeichnet, benötigt ihr neues Gebäude ein stabiles Fundament. Bei diesem Projekt sind stabile Fundamente sowohl für die Neubauten, zum Beispiel für das aus zwei Türmen bestehende ca. 185 m hohe Hochhaus und die Mitarbeitertiefgarage, als auch für die neuen Einbauten in der denkmalgeschützten Großmarkthalle erforderlich.

Hochhausfundamentierung Entscheidend für eine solide Gründung der Bauwerke sind die Erfahrungen mit dem Frankfurter Baugrund, der zum Teil unerwartet große Setzungen verursachte, vor allem aber auch mit den Verkantungen der Hochhäuser der ersten Generation, die mangels geeigneter technischer Gerätschaften und wegen fehlender theoretischer Grundlagen flach gegründet werden mussten. Diese Hochhäuser haben sich um bis zu 35 cm gesetzt und mitunter um 10 cm und mehr schiefgestellt. Das kann ihre Gebrauchstauglichkeit einschränken, und zwar derart, dass der Betrieb von Aufzügen fraglich wird, Hausanschlüsse und Übergangskonstruktionen nicht mehr richtig funktionieren und Risse entstehen.

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Basierend auf jenen zum Teil problematischen Erfahrungen ist in Darmstadt die Kombinierte Pfahl-Platten-Gründung (KPP) entwickelt worden – ein neues innovatives Konzept, das wesentliche wirtschaftliche und bautechnische Vorteile bringt, reduziert es doch die Pfahlherstellungskosten um 70 % im Vergleich zu einer konventionellen Pfahlgründung. Beispiele für ihre erfolgreiche Anwendung sind unter anderem die folgenden im Frankfurter Ton gegründeten Hochhäuser – Messeturm, – Japan-Center, – Westendstraße 1, – Castor und Pollux, – MainTower, – Eurotheum, – Gallileo, – Allianz-Gebäude.

Felsige Frankfurter Kalke Unter dem setzungsaktiven Ton folgen die sehr steifen, felsigen Frankfurter Kalke, die einen außerordentlich tragfähigen Baugrund darstellen. In diesen Kalken ist mit dem Commerzbank-Hochhaus das höchste europäische Gebäude auf insgesamt 111 Großbohrpfählen gegründet, die auf Basis wissenschaftlicher Detailuntersuchungen des Instituts für Geotechnik der Technischen Universität Darmstadt nur wenige Meter tief in den Fels einbinden.

Auch die Europäische Zentralbank kommt auf den Frankfurter Kalken zu stehen, die jedoch hier ein weicheres Materialverhalten besitzen. Im Gegensatz zum Commerzbank-Hochhaus, das über eine konventionelle Pfahlgründung verfügt, wurde beim Neubau der Europäischen Zentralbank auf dem ehemaligen Großmarktgelände das innovative Konzept der Kombinierten Pfahl-Platten-Gründung (KPP) gewählt, wodurch eine wirtschaftlich optimierte und stabile Fundamentierung erreicht werden konnte. Die Last des ca. 2.621 MN schweren Hochhauses wird dabei zur Hälfte über die ca. 2,50 m dicke Fundamentplatte und zur anderen Hälfte über knapp 100 Großbohrpfähle, die 20–37 m lang sind, in den Baugrund abgetragen.

Geothermische Nutzung Der Frankfurter Baugrund ist ideal für eine geothermische Nutzung. Das bedeutet, dass er sich als Kälte- bzw. Wärmespeicher, also quasi als »Batterie« anbietet. So ist es zum Beispiel möglich, die Kälteenergie, die im Winter zur Verfügung steht, im Baugrund zu speichern, um sie im Sommer über die Kühldecken kostengünstig zu nutzen, ohne die Nachteile einer klassischen Klimaanlage in Kauf nehmen zu müssen. Der Transport der Kälte- bzw. Wärmeenergie kann über die Gründungspfähle erfolgen, die damit eine doppelte Funktion haben, und zwar eine statische für die Fundamentierung der KPP sowie als Energiepfähle. Die Heranziehung des Baugrundes als saisonaler Thermospeicher ist ein wesentliches Element der dezentralen Nutzung der umwelt- und ressourcenschonenden erneuerbaren Energie Geothermie zur Senkung der CO2-Emissionen. Bei der Errichtung der Europäischen Zentralbank wurde die Rohbaukonstruktion diesbezüglich mit Wärmetauscherrohren ausgerüstet, damit eine spätere Nutzung von geothermischer Energie realisierbar ist. Dr.-Ing. Matthias Vogler Geschäftsführender Gesellschafter Ingenieursozietät Prof. Dr.-Ing. Katzenbach GmbH, Darmstadt

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(Hochhaus-)Fassaden für Frankfurt Konstruktionen zum nachhaltigen Bauen

Deutsche-Bank-Türme © Josef Gartner GmbH

High-Tech-Bauteile … Hochhäuser bieten nicht nur spektakuläre Aussichten, sie sind ebenso Meilensteine der Ingenieurbaukunst. Zweite-HautFassaden wie beim Commerzbank-Tower ermöglichen zum Beispiel eine natürliche Belüftung und sind besonders energiesparend. Von einem einfachen Gebäudeabschluss haben sich gläserne »Bekleidungen« also zu einem High-Tech-Element entwickelt. Erheblichen Anteil an dieser Entwicklung hat die Josef Gartner GmbH, mit 1.200 Mitarbeitern einer der weltweit führenden Fassadenbauer. Auch die Skyline von Frankfurt wird wesentlich von Gartner-Hüllen geprägt, da das Unternehmen die Konstruktionen für die meisten Wolkenkratzer gefertigt und montiert hat – vom Commerzbank-Hochhaus über den Messeturm und die Doppeltürme der Deutschen Bank bis zum Opernturm und dem Neubau der Europäischen Zentralbank.

So stammen von Gartner wegweisende Patente, wie etwa für Zweite-HautFassaden zur natürlichen Belüftung, integrierte Fassaden zum Heizen und Kühlen oder die sogenannte Closed Cavity Facade (CCF), eine geschlossene zweischalige Struktur, die den Energieverbrauch weiter senkt. Sie alle repräsentierten Schlüsseltechnologien zum nachhaltigen Bauen, indem sie zunehmend erneuerbare Energien, wie Geothermie, Nachtkühle oder Photovoltaik, verwenden und zugleich Heizung und Kühlung sowie Lüftung und Tageslichtnutzung zu optimieren helfen.

Deutsche-Bank-Sanierung

(Neue) Fenster zum Öffnen © Josef Gartner GmbH

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Über die größte Gebäudesanierung in Europa hat die Deutsche Bank ihre Zwillingstürme in eines der umweltfreundlichsten Hochhäuser der Welt verwandelt. Die »Greentowers« erhielten eine PlatinLEED-Zertifizierung und eine Auszeichnung in DGNB-Gold, die beiden höchsten Gütesiegel für nachhaltiges Bauen. Ihr Energieverbrauch und der CO2-Ausstoß verringerten sich nach der Modernisierung um 55 % oder 5.000 t/a.

Die 155 m hohen Doppeltürme im Frankfurter Westend, 1979–1984 errichtet, zählen zu den bekanntesten Gebäuden in Deutschland. Sie bestehen aus einem viergeschossigen Sockelbau und zwei Türmen mit 38 bzw. 40 Stockwerken. Ihre Stahlbetonkonstruktion wurde mit einer Spiegelglasfassade verkleidet, die damals höchsten technischen Anforderungen genügte und immer noch funktionstüchtig war. Technische Fortschritte im Fassadenbau und beim Glas ermöglichen heute aber drastisch verbesserte Energiewerte, was die Deutsche Bank im Rahmen der Modernisierung natürlich nutzen wollte. Anfang der 1980er Jahre wurde eine ca. 40.000 m² große Vorhangfassade aus Aluminiumprofilen und mit Doppelscheiben-Isoliergläsern sowie »silbernen« Brüstungsscheiben gefertigt, wobei die Profile eine Ansichtsbreite von 65 mm und Achsbreiten von 1,25 m bzw. 0,625 m x 1,875 m hatten. Im Fensterbereich waren die Elemente als sogenannte Abluftfenster mit inneren Ganzglasflügeln und dazwischenliegenden Sonnenschutzanlagen ausgerüstet, der Sockelbau wies eine ca. 10.000 m² große Aluminiumbekleidung mit integrierter Heizung auf.

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Um deren Optik beizubehalten, wurden Profilabmessungen und vor allem -breiten übernommen, die eigentliche Konstruktion wurde jedoch wesentlich geändert und ist heute keine reine Pfosten-Riegel-Struktur mehr. Die Wärmedämmung erhöhte sich beispielsweise von 100 mm auf 140 mm: Verbunden mit dem Einsatz von Dreifachisolierglas ließen sich bei U-Wert und Energieeffizienz Spitzenwerte erzielen. Im Unterschied zur alten Außenhaut ist nun jedes zweite Fenster zu öffnen, 1.693 sind infolgedessen öffenbar und 2.194 festverglast. Die Regelelemente aus Aluminium und Glas sind 1,250 m x 1,660 m groß und wiegen 150 kg, die maximale Größe in den überhohen Geschossen beträgt 2,605 m. Die Fenster können 180 mm parallel zur Fassade nach außen geöffnet werden, Gartner hat dazu einen speziellen Beschlag entwickelt und zum Patent angemeldet, der den hohen Windbelastungen des Hochhauses standhält. Ein spezieller Sonnenschutz sollte zudem Blendung verhindern, eine optimale Tageslichtnutzung erlauben und eine gute Durchsicht nach außen bieten. Für die Turmfassade wurde deshalb ein innenliegender Sonnenschutz mit lichtlenkenden Lamellenraffstores gewählt, der über die allgemeine Gebäudeautomation motorisch gesteuert wird. Beim Breitfuß wurde die integrierte Heizfassade durch eine Pfosten-RiegelKonstruktion ersetzt und ihre energetische Leistung durch Dreifachisolierglas kompensiert, wobei an der Südfront auch solarthermische Paneele Verwendung fanden. Sie sind mit einer Neigung von 45° geeignet, den hauseigenen Bedarf an Warmwasser in der Küche und in anderen Bereichen zu 50 % zu decken. Insgesamt wurden hier neben der über 50.000 m² umfassenden Fassaden- und Glasfläche 600 t Profile mit einer Oberfläche von 100.000 m² und 80 t Bleche mit einer Oberfläche von 10.200 m² verarbeitet.

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Die Dreifachverglasung für das Hochhaus und den Breitfuß erreicht darüber hinaus einen U-Wert von 0,60 W/m2K, eine Lichttransmission von 40 % und eine -reflexion von 44 %. Die Energietransmission beträgt 20 % und die -reflexion 38 %, so dass ein g-Wert von 25 % und ein Schalldämmwert von 43 dB erzielt werden. Dieses Glas hat die gleiche Optik wie das alte, resultierend aus der Entwicklung einer neuen Schicht »Gartblue 40/25«. Die neue Verglasung reduziert nun zusammen mit einer Dachbegrünung den Wärmeeintrag um ca. 35 % und begrenzt den -verlust auf 65 %. Die Gebäudehülle beeinflusst also wesentlich die Betriebskosten: Die Deutsche Bank konnte die benötigte Heizenergie um 67 % verringern, was dem jährlichen Energieverbrauch von 750 Einfamilienhäusern entspricht. Vor allem aber verbessert die neue Fassade zugleich das Raumklima und damit den Komfort für die Nutzer.

OpernTurm im Stadtbild © Josef Gartner GmbH

Neuer OpernTurm Mit seiner Außenhaut aus »Creme Royal«, einem aus Portugal stammenden Stein aus Muschelkalk, fügt sich der 170 m hohe OpernTurm in das Ensemble des Opernplatzes ein. An den Stirn- und Längsseiten des Hochhauses ist die Gebäudehülle jeweils durch einen Einschnitt unterteilt. Diese Einschnitte strukturieren den Bau und staffeln sich mit wachsender Höhe mehrfach in zunehmender Tiefe zurück. Neben Natursteinen besteht die Fassade aus Aluminium, Stahl und Glas, insgesamt fertigte die Josef Gartner GmbH 55.000 m² in einer ungewöhnlich großen Vielfalt: Zu den 40 unterschiedlichen Typen zählen beispielsweise Element-, Pfosten-Riegel-, Metallglas- oder Lochfensterfassaden.

Gegliederte Fassade © Josef Gartner GmbH

»Sockelausbildung« © Josef Gartner GmbH

Eine weitere Besonderheit sind ihre Komfortmerkmale, denn die Büroräume können über Lüftungsklappen, die sich bis zu 50 cm öffnen lassen, natürlich belüftet werden. Alle Außenfenster haben zudem eine von innen manuell bedienbare Blendschutzvorrichtung sowie eine Schall- und Sonnenschutzverglasung, Anforderungen bis 45 dB erfüllend. Die Regelfassade des Hochhauses weist vom 7. bis zum 39. Obergeschoß drei verschiedene Varianten auf: Auf Typ 1 und Typ 2 sowie die Lisenen wurde eine Verkleidung aus Kalkstein aufgebracht.

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Die 950 Elemente des ersten Typs sind 2.200 mm x 3.625 mm, die 660 des zweiten 2.700 mm x 3.625 mm groß, während die 375 des Typs 3 in den Rücksprüngen 2.000 mm x 3.625 mm messen und ohne Natursteinverkleidung ausgeführt wurden. Darüber hinaus musste ab 120 m Gebäudehöhe vor allem auf der Südseite eine Dämpfung gegen Radarstrahlung wegen des nahen Frankfurter Flughafens erfolgen. Kopfseitig finden sich zudem eine Glaskaltfassade und Geländer aus Einfachverglasungen im 40. und 42. Obergeschoß, weiterhin verglaste Konferenzbereiche im 41. Obergeschoß, eine thermisch getrennte Stahlpfosten-Riegel-Fassade im 41. und 42. Obergeschoß als Hängetragkonstruktion mit großformatigen Festverglasungen und motorisch zu betätigenden Klappflügeln sowie Verputz, Loggiabrüstungen und -untersichtverkleidungen. Der Sockel wird auf der schmalen Südseite vom Erd- bis zum sechsten Obergeschoß vorwiegend von Kalkstein umhüllt. Hier sind auch die sehr schlanke Eingangsfassade aus Stahl mit großformatigen Festverglasungen angeordnet, die wie eine Seilstruktur mit Federn vorgespannt ist, sowie Doppeldreh- und Trommeltüranlagen.

Die Westseite wurde dagegen im unteren Bereich bis ca. 2,35 m Höhe aus Granit gefertigt, auf den wiederum eine konventionelle Natursteinverkleidung folgt, ergänzt von verglasten Aluminiumlochfenstern mit unterschiedlichen Türen und Flügeln sowie einer leicht geneigten Lamellenkonstruktion aus Aluminium im Technikgeschoß, das sich vom fünften bis zum sechsten Stockwerk erstreckt. Um den restlichen Hochhaussockel schließt der als Blockrand bezeichnete Flachbau an. Er umfasst verschiedene verglaste Lochfenster, Arkaden, Metallglasfassaden im Staffelgeschoß, stirnseitige Pfosten-Riegel-Konstruktionen, eine verglaste Eingangsfassade aus Stahl, ein Stahl-Glas-Dach, Glasfassaden, Fensterelemente für das Torhaus sowie umlaufende Steinverkleidungen aus Granit und Kalkstein.

Europäische Zentralbank Die beiden Türme der Europäischen Zentralbank werden mittels eines gläsernen Atriums verbunden: einer ca. 10.000 m² umfassenden Hülle aus Stahl und Glas, die sich zwischen dem 185 m hohen Nordund dem 165 m hohen Südturm als eine der höchsten Atriumfassaden in Europa spannen wird. Im 38. Stockwerk wird zudem ein 600 m² großer Glasboden errichtet, der einzigartige Blicke in das Gebäude und auf die Stadt bieten dürfte. Gefertigt werden diese Bauteile von der Josef Gartner GmbH, die auch die Herstellung

und Montage der 19.000 m² Innenfassaden als isolierte Aluminiumelementkonstruktion einschließlich der gläsernen Verkleidung der Shuttlelifte und die sogenannte große Councillobby zwischen der 40. und 43. Ebene realisiert. Das verglaste Atrium ist als »vertikale Stadt« geplant, Verbindungs- und Umsteigeebenen unterteilen es in drei Abschnitte mit Höhen zwischen 45 m und 60 m. So sollen städtisch anmutende Plätze und Straßen sowie hängende Gärten entstehen. Die besondere Herausforderung bei seiner Verwirklichung sind die Bewegungen und Verformungen der beiden polygonalen Türme. Um die Fassade trotz dieser Bewegungen dicht an die beiden Baukörper anzuschließen, hat Gartner eine Elementstruktur aus Aluminium entwickelt, die an eine Stahlkonstruktion vorgehängt ist und über teilweise öffenbare Flügel zur natürlich Belüftung verfügt; insgesamt 230 elektrisch betriebene Ganzglaslamellen werden dazu verbaut. Die Elemente der Atriumfassade messen in der Regel 2,20 m x 3,70 m und wiegen rund 400 kg, die größten Elemente sind bei gleicher Breite ca. 4,50 m hoch. Die Innenfassade beinhaltet eine Aluminiumelementkonstruktion, vollflächige Wandverkleidungen aus Blechen und die Stahl-Glas-Hülle für die Councillobby. Die einzelnen Elemente, zum Teil rautenförmig ausgebildet, wiegen ca. 250 kg und sind mit zweifachem Isolierglas ausgefacht, jedes zweite von ihnen weist einen geschoßhohen, elektrisch betriebenen Lüftungsflügel auf. Die scharfkantigen Blechverkleidungen sind überdies im Naturton eloxiert und 1,45 m x 3,70 m bzw. 4,40 m groß. Dr. Jochen Mignat, Hanau

Neubau der Europäischen Zentralbank © www.isochrom.com

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[Umrisse]


Geschwungene Fassade als Sinnbild © Christoph Kraneburg

Neubau der Süwag-Zentrale Aufgabe und Ergebnis Konzept Am Mainufer in Frankfurt-Höchst steht die neue Unternehmenszentrale der Süwag Energie AG. Als lokaler und eng mit der Region verbundener Energieversorger hat sie bereits im Rahmen der Wettbewerbsauslobung größten Wert auf städtebauliche, architektonische und energiekonzeptionelle Qualität gelegt. Der Beitrag von MOW Architekten ging aus diesem Wettbewerb als Erstplatzierter hervor. Das neue Gebäude ist daher energetisch und städtebaulich bis ins Detail durchdacht, für eine energieeffiziente Nutzung geschaffen und im regionalen Umfeld verwurzelt. Seine geschwungene, dreieckige Form vermittelt zwischen den sehr heterogenen städtischen Strukturen am Standort. Mit den ausgewogenen Proportionen ist es energetisch kompakt und nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet. Die fließende Kontur reduziert zudem optisch die Größe des Baukörpers.

[Umrisse]

Der Landschaftsraum von Main und Brüningpark wird über eine neue Wegebeziehung zusammengeführt, und ein attraktiver Vorplatz entsteht, der bis in den Innenhof reicht. Der siebengeschossige Neubau ist mit dem Ziel konzipiert, einen maximalen Grundstücksanteil mit hoher

Aufenthaltsqualität zur Mainseite freizuhalten und attraktive Blickbeziehung zu schaffen. Das Unternehmen bekommt einen unverwechselbaren Firmensitz, der Offenheit und Umweltfreundlichkeit ausstrahlt.

Lageplan © MOW Architekten

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Schnitt mit Innenansicht © MOW Architekten

Regelgeschoß © MOW Architekten

Erdgeschoß © MOW Architekten

Außenwirkung

Zentrale Kommunikation

Die äußere Erschließung sieht eine klare Trennung zwischen Fußgängern und Fahrverkehr vor, was zu einer hohen gestalterischen Qualität im Außen- und Innenbereich führt, besonders vor dem Haupteingang, mit Einbeziehung des Brüningparks und den Fußwegen zum Main. Die Haupterschließung erfolgt über das zentrale Foyer zu den eingestellten Glasaufzügen und bietet eine gute Orientierung, offene Blickbezüge und kurze Wege zu den Nutzungsbereichen. Sinnbild des Energieflusses ist die geschwungene Fassade mit horizontaler Rhythmisierung der Fensterbänder. Die horizontale Schichtung wird in ihrer Leichtigkeit und Eleganz auch bei Dunkelheit ablesbar sein.

Die Konferenzzone ist zentral im Erdgeschoß angeordnet und daher für Kunden und Mitarbeiter auf kurzem Weg erreichbar; bewegliche Trennwände ermöglichen eine flexible Teilbarkeit. Das Foyer und die angrenzenden Außenräume bilden großzügige Vorbereiche. Das externe Restaurant und die Kantine sind zum Main hin mit einer Außenterrasse und sich abstufenden Freiflächen orientiert. Auf der Terrasse sitzend, hat der Besucher einen freien Blick auf den Fluss. Das Restaurant »Kraftwerk 1911« ist durch den separaten Zugang auf der Terrasse auch außerhalb der Süwag-Betriebszeiten geöffnet. Zusammen mit Schulungsräumen und Nebennutzflächen bietet diese Anordnung eine hohe Variabilität.

Unternehmenszentrale in Frankfurt-Höchst © MOW Architekten

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[Umrisse]


Tageslichtdurchflutete Lounge © MOW Architekten

Bürobereiche Die Obergeschosse bieten für die Mitarbeiter eine hohe Flexibilität für Belegung und Bürostrukturen. Durch die dezentrale Anordnung der vertikalen Erschließungen können verschiedene Nutzungszonen und separate »Adressen« gebildet werden: ein Gebäude der kurzen Wege mit geringem Störungspotential für offene Bürobereiche! An den Haupterschließungen sind Meetingpoints angeordnet, die zu Gesprächen einladen und das Zusammenwirken auch abteilungsübergreifend fördern. Die Grundrisse sind von mittigen Kernen freigehalten, da sich diese in den tiefen Ecken befinden. So entsteht eine durchgängige, um die Kerne fließende, flexible Bürofläche, die durch die offene Gestaltung eine tageslichtdurchflutete und freundliche Arbeitsatmosphäre schafft. So lassen sich die verschiedensten Konzepte, wie Zellen- und Kombibüro, Team- und Open-Space-Fläche, realisieren. Nebenräume und Gemeinschaftsbereiche sind darüber hinaus zügig erreichbar. Die drei Seiten des Gebäudes, der gut proportionierte Innenhof und die transparenten Büros sorgen für attraktive Aus- und Durchblicke zur Altstadt mit Schloss, zum Main und zum Taunus.

Über die ökologische Qualität und die Nachhaltigkeit des Gebäudes hinaus bietet es dank seiner räumlichen Atmosphäre und der gewählten Baustoffe einen hohen Nutzerkomfort. Sein Gesamtenergiebedarf von unter 100 kWh/m²a wird erzielt durch: – optimale Ausrichtung des Gebäudes zur Nutzung von Tageslicht und solaren Gewinnen, – Nutzung von Geothermie zum Kühlen und Heizen mittels 82 Erdsonden, Wärmepumpe und Wärmespeichertank von 70.000 l, – Temperierung und Aktivierung der Geschoßdecken als Speichermasse sowie aktionsschneller Randstreifenelemente – Dreifachverglasung der Fenster und hochwärmedämmende Profile mit einem Fensteranteil von 56 %,

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natürliche Belüftung der Büros, mechanische Lüftungsanlage mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung, Minimierung des energetischen Sonneneintrages durch außenliegenden Sonnenschutz, Warmwasser für die Küche mittels thermischer Solaranlage, Belüftung der Tiefgarage über die Fortluft der raumlufttechnischen Anlage, Nutzung der Abwärme aus dem Rechenzentrum.

Umwelt Der Neubau verbindet eine kompakte Gesamtform und eine hohe Außenwanddämmung mit Strategien intelligenter Haustechnik und der Nutzung erneuerbarer Energien. Er profitiert dabei vor allem von der großen Geothermieanlage und der Abwärmenutzung. Die Baumaterialien sind zudem nach ökologischen Gesichtspunkten ausgesucht worden. Dies führt nicht nur zu einer erheblichen Verringerung des Energieverbrauchs und des CO2-Ausstoßes, sondern stellt auch ein kommunikatives und gesundes Arbeitsumfeld von hoher Umweltqualität bereit.

[Umrisse]

Flexibel unterteilbare Büroflächen © MOW Architekten

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Errichtung Der Rohbau aus Stahlbeton besteht aus drei in Gleitbautechnik erstellten Kernen, massiven Decken und Brüstungen sowie Rundstützen. Ein Großteil der Haustechnik wurde zu einem frühen Zeitpunkt in die Decken integriert. Ihre Anbindung und Verteilung erfolgen in dem aufgeständerten Hohlraumboden, die Deckenunterseiten bleiben in der Regel unverkleidet und werden als Speichermasse genutzt. Der Innenausbau kann daher sehr flexibel mit Trockenbau- und Systemtrennwänden realisiert und an sich gegebenenfalls ändernde Anforderungen angepasst werden. Trotz der komplexen Aufgabe konnte das Gebäude in einem Zeitrahmen von 19 Monaten errichtet und termingerecht Ende 2010 an den Nutzer übergeben werden. Volker Stockinger

Ein- und Ausblicke vom Innenhof © MOW Architekten

Bauherr Süwag Energie AG; Frankfurt-Höchst Projektentwicklung und -steuerung Commerz Real Baumanagement GmbH, Düsseldorf Architekten MOW Architekten Olschok Westenberger + Partner BDA, Frankfurt am Main Projektleitung: Volker Stockinger Mitarbeiter: Thorsten Rehfeld, Christian Schwarz, Michael Sustelo, Burkhard Margraf, Angelo Daniel, Tobias Mathijssen

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Haustechnik und Bauphysik DS-Plan GmbH, Frankfurt am Main Fassadenplanung IFFT GmbH, Frankfurt am Main

Innenarchitektur: Susanne Olbrich-Talwar

Lichtplanung 3L. Licht Lux Lumen, Bad Nauheim

Tragwerksplanung B + G Ingenieure Bollinger und Grohmann GmbH, Frankfurt am Main

Landschaftsplanung Bierbaum Aichele Landschaftsarchitekten, Mainz

[Umrisse]


Die Einschnitte gewährleisten eine interessante Raumfolge im Inneren und sorgen für Tageslichteinfall insbesondere in den zentralen Bereich, in dem sich die Haupterschließung, Besprechungs- sowie Aufenthaltsräume mit Teeküche als Meetingpoints befinden. Die Dreibundstruktur schafft die Voraussetzung für ein Arbeitsumfeld von hoher Qualität: Flure wie Räume verfügen über Tageslicht und bieten einen Ausblick nach außen. Die Eingangshalle im Erdgeschoß ist darüber hinaus ein repräsentatives Entree für das Gebäude und kann eine starke Identifikation mit der neuen Arbeitsstätte erzeugen.

Gebäuderiegel an der Senckenberganlage © Klaus Helbig

Gegliederte Fassade

KfW-Neubau im Westend Bürogebäude als Dreibundanlage Flexible Gebäudestruktur Städtebauliche Figur Die städtebauliche Situation ist geprägt durch die Villenstruktur des Frankfurter Westends und die gegenüberliegenden großen Baukörper des Universitätsgeländes. In seiner Maßstäblichkeit reagiert das neue Bürogebäude auf sein Umfeld: Es vermittelt zwischen der großen Hochschul- und der kleinteiligeren Wohnbebauung. Als Neuinterpretation und Fortführung des gründerzeitlichen Stadtgrundrisses gliedern vertikale Einschnitte den Gebäuderiegel an der Senckenberganlage in einzelne Baukörper, die in ihren Proportionen den Charakter der Wohnhäuser aufgreifen. Der sechsgeschossige Neubau der KfW antwortet in seiner horizontalen Staffelung zudem auf die unterschiedlichen Gebäudehöhen der Umgebung. Der Baumbestand im Gartenhof wurde weitgehend erhalten und sensibel in das neue städtebauliche Gefüge integriert.

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Das Bürogebäude, das ca. 14.700 m² Bruttogeschoßfläche aufweist, ist als sogenannte Dreibundanlage konzipiert. Diese Struktur stellt eine Alternative zu üblichen Baukörperformen dar und ermöglicht es, auf kompaktem Raum die gewünschten 440 Arbeitsplätze unterzubringen. Dank ihrer Flexibilität lassen sich zudem neben Einzel- und Zweipersonenbüros ebenso offenere Lösungen wie Kombi- oder Großraumbüros anordnen.

Die Fassade greift in ihrer Materialität, Naturstein und Glas, Baustoffe der angrenzenden, teils gründerzeitlichen Bestandsgebäude auf. Drei Ebenen gliedern sie letztlich: – Vertikale Glasfugen teilen das Baukörpervolumen in kleine Einheiten. – Horizontale und vertikale Natursteinbänder fassen ein- und zweigeschossige Fassadenbereiche visuell zusammen und verleihen ihnen räumliche Tiefe. – Die verwendeten Materialien, wie dunkles Eloxal für Profile und Öffnungsflügel sowie heller Muschelkalk, erzeugen ein spannungsreiches Fassadenbild. Als transparentes Haus mit dauerhaften Materialien errichtet, stiftet der Neubau Identität und repräsentiert die Unternehmenswerte wie Modernität und Nachhaltigkeit.

Foyer mit Treppe © Klaus Helbig

[Umrisse]


Längsschnitt © KSP Jürgen Engel Architekten

Energetisches Konzept Das im Mai 2011 eingeweihte Gebäude der KfW-Bankengruppe mit einem Primärenergieverbrauch von ca. 125 kWh/m²a ist Vorreiter auch im Hinblick auf die vielfältigen Nachhaltigkeitsaspekte. Ein zukunftsweisendes Energie- und Haustechnikkonzept, eine intelligente Gebäudeautomation für Sonnenschutz und Beleuchtung, ein ökologisches Heizsystem mit Holzpelletanlage, eine bezüglich Dämmung, Lüftung und Tageslichtnutzung optimierte Fassade, ein außenliegender Sonnenschutz zur bestmöglichen Verschattung sowie die Wärme- und Kälteversorgung über Bauteilaktivierung der Betondecken gewährleisten einen ressourcensparenden Energieeinsatz. Jürgen Engel Geschäftsführender Gesellschafter KSP Jürgen Engel Architekten GmbH, Frankfurt am Main

Bauherr KfW-Bankengruppe, Frankfurt am Main Architekten KSP Jürgen Engel Architekten GmbH, Frankfurt am Main Tragwerksplanung Ruffert und Partner Ingenieurgesellschaft mbH, Limburg Haustechnik HTW Hetzel, Tor-Westen + Partner Ingenieurgesellschaft mbH & Co. KG, Düsseldorf Elektrotechnik K. Dörflinger Gesellschaft für Elektroplanung mbH, Allendorf Fördertechnik Lüsebrink Ingenieure, Hamburg

Erdgeschoß, erstes und fünftes Obergeschoß © KSP Jürgen Engel Architekten

Bauphysik Fritz GmbH, Einhausen Brandschutz Halfkann + Kirchner, Frankfurt am Main Fassadentechnik DS-Plan GmbH, Köln, Stuttgart Außenanlagen Sommerlad Haase Kuli Landschaftsarchitekten, Gießen

Fassade zum Gartenhof © Klaus Helbig

[Umrisse]

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Erscheinungsbild des Bürohauses © studio A/Gatermann + Schossig

Das Eastgate Gebäudekonzeption

Entwurf Eine starke Identität, Bauabschnitte mit eigener Adressbildung, Flächeneffizienz und gleichwertige Büros waren die Ziele für den Neubau. Lösung dieser Vorgaben war ein Grundriss, der beide im spitzen Winkel zulaufenden Straßenfluchten aufnimmt und durch die ovale Ausbildung der Baukörperecke einen Vorplatz aufspannt. Von der Lobby gelangt der Besucher direkt über einen Aufzug in die oberste Etage, wo ihn der Empfang und ein weitläufiges Panorama erwarten. Der konkave Schwung der Längsfassade führt zum Eingang des zweiten Bauabschnittes und betont die Vorfahrt zum Bürohaus.

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Durch den ellipsenförmigen Gebäudekopf verfügt jeder Arbeitsplatz über einen freien Ausblick, sämtliche Büroflächen sind mit den Gemeinschaftszonen verzahnt: Jeder Platz wird zum Ort des Austauschs, ob Teeküche, Meeting-Point oder Besprechungsraum. Dies erzeugt eine Großzügigkeit im Grundriss, die alle Organisationsformen von Einzel- und Kombibüro bis »Open Space« zu realisieren erlaubt. Die Baukörperform weist außerdem ein effizientes Verhältnis von Fassadenabwicklung zu Nutzfläche auf und ermöglicht es sogar, das vom Investor vorgegebene Raumprogramm mit 15 % weniger Baumasse zu erfüllen, ohne dabei auf Qualität zu verzichten. Baubeginn war im Mai 2011, die Fertigstellung ist für 2012 vorgesehen. Prof. Dörte Gatermann

Bauherr Lang & Cie. Zweite Projektentwicklung GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main Architekten Gatermann + Schossig Bauplanungsgesellschaft mbH & Co. KG, Köln Tragwerksplanung RSP Remmel + Sattler Ingenieurgesellschaft mbH, Frankfurt am Main Haus- und Elektrotechnik bähr ingenieure GmbH, Köln Bauphysik GN Bauphysik Finkenberger + Kollegen Ingenieurgesellschaft mbH, Stuttgart Brandschutz Dr. Sesselmann und Kollegen Brandschutz, Explosionsschutz, Sachverständigen AG, Darmstadt

[Umrisse]


Neues Maintor-Quartier Bebauung des ehemaligen Degussa-Areals

Gesamtprojekt Das Maintor-Quartier, das im Auftrag der DIC Deutsche Immobilien Chancen AG & Co. KGaA errichtet wird, liegt im pulsierenden Dreieck von Bankenviertel, Mainufer und Altstadt. Mit dem Projekt »Maintor« wird das ehemalige DegussaAreal, zwischen Untermainkai und Weißfrauenstraße angesiedelt, neu gestaltet. Das Gelände wird nicht nur neu bebaut, sondern auch zur Stadt hin geöffnet und öffentlich zugänglich gemacht: Es wird unter Wiederherstellung historischer Wegebeziehungen mit dem Straßennetz der angrenzenden Viertel verknüpft. Neue Hochpunkte, wie die vier Hochhäuser WinX, Maintor Primus, Maintor Porta und Maintor Panorama, werden die Frankfurter Skyline bereichern und das Erscheinungsbild der Mainmetropole positiv prägen. Auf dem Maintor-Areal entstehen hochwertige Bürokomplexe mit Aussicht auf die Skyline und den Main sowie in die Straßenschluchten des Bankenviertels. An der zentralen Plaza und in erster Reihe am Fluss werden Wohnungen errichtet, wobei die Mischung aus urbanem Arbeiten, Leben am Fluss und attraktiven öffentlichen Plätzen beste Voraussetzungen für ein belebtes Quartier bietet. Mit dem Quartiersplatz, der sogenannten Plaza von hoher Aufenthaltsqualität und in gefragter Innenstadtlage, werden Gastronomie, Geschäfte, Kultur und städtisches Leben zusammengeführt. Plätze, Cafés und Restaurants werden das neue Quartier ebenfalls mit Leben erfüllen. Unmittelbar an die Hauptverkehrsachsen angebunden, wird es die gewachsene Infrastruktur der Umgebung ergänzen.

[Umrisse]

Neue »Hochpunkte« in Frankfurt am Main © KSP Jürgen Engel Architekten

Die Gestaltung der Baukörper bestimmen Aspekte wie Nachhaltigkeit, Flexibilität und Flächeneffizienz: Für alle wird eine DGNB-Zertifizierung in Gold oder eine Zertifizierung nach dem amerikanischen LEED-Standard angestrebt. Das Maintor wird sich durch Komfort, Umweltverträglichkeit und Energieeffizienz auszeichnen, wie etwa durch die Reduzierung des Energie- und Wasserverbrauchs, um die Betriebskosten zu senken und die Wirtschaftlichkeit des Ensembles zu erhöhen.

Die flexible Gebäudestruktur ermöglicht es zudem, die Raumplanung der Büroflächen konsequent auf die Anforderungen und Bedürfnisse des jeweiligen Mieters auszurichten: Produktivität und Lebensqualität der Nutzer stehen hier im Vordergrund.

Baukörperanordnung © KSP Jürgen Engel Architekten

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Primus

WinX Das Hochhaus WinX, das nach Plänen von KSP Jürgen Engel Architekten errichtet wird, ist das Herzstück des künftigen Quartiers. Als neue Adresse am Mainufer des Bankenviertels bietet der Turm mit 29 Geschossen moderne Arbeitsplätze mit beeindruckender Aussicht über Stadt und Fluss. Der Entwurf für das Ensemble aus Hochhaus und vorgelagertem Portal ging im Dezember 2009 als erster Preis aus einem Architektenwettbewerb hervor. Der knapp 100 m hohe Turm leitet vom Hochhauscluster innerhalb des Bankenviertels zu den niedrigeren Türmen am Mainufer und bereichert die Skyline von Frankfurt. Der Name WinX verweist dabei auf zwei Aspekte der Gestaltung: Der Turm basiert auf einem X-förmigen Grundriss, der eine optimale Tageslichtnutzung gewährleistet.

Seine markante Gestalt entwickelt sich in Form zweier Flügel, also »Wings«. Das Portal mit seiner hellen Glas-NatursteinFassade ist dem Hochhaus WinX vorgelagert. Die Flächen im Erdgeschoß eignen sich für eine Nutzung als Konferenzzentrum oder Mitarbeiterrestaurant, zusätzliche Geschäfte eröffnen weitere Versorgungsalternativen. Das WinX verfügt über effiziente Bürogrundrisse, die sich auf einer Fläche von rund 35.000 m², davon 7.850 m² im siebengeschossigen Portalgebäude, flexibel unterteilen lassen. Je nach Bedarf des zukünftigen Mieters sind verschiedene Lösungen realisierbar: vom offenen »Open Space«-Konzept über Kombibüro-Varianten bis hin zu klassischen Zellenbüros. Die Arbeitsplätze sind entlang der Fassade angeordnet und können daher optimal belichtet und natürlich belüftet werden. Beste Arbeitsplatzbedingungen garantieren zudem ein außenliegender Sonnenschutz und die Möglichkeit, die Raumtemperatur jeweils individuell zu regeln.

Das 46 m hohe »Primus« mit einer Fläche von rund 5.500 m² entspricht mit seiner hochwertigen Natursteinfassade, in die bodentiefe Fensterflächen integriert sind, den heutigen Ansprüchen an ein modernes Bürohaus. Ein angenehmes Raumklima wird durch einen außenliegenden Sonnenschutz, öffenbare Fenster in allen Büros und die Verwendung von nachhaltigen, umweltfreundlichen Materialien erreicht. Im Sockelgebäude des Primus befinden sich zusätzliche, ebenfalls großzügig und hell angelegte Flächen, die verschiedenste Bürokonfigurationen erlauben. Das Erdgeschoß bietet sich für eine Nutzung durch Einzelhandel, Gastronomie oder als moderne Konferenzzone an. Darüber hinaus profitiert das von KSP Jürgen Engel Architekten entworfene Gebäude von seiner zentralen Lage am Willy-Brandt-Platz mit Schauspielhaus und Oper, der Nähe zum Main und der guten Verkehrsanbindung direkt am U-Bahn-Knotenpunkt Willy-Brandt-Platz. Hier sind namhafte Firmen und Banken in unmittelbarem Umfeld angesiedelt, zudem locken diverse Bars, Restaurants, Cafés und Läden der Innenstadt.

Vier Hochhäuser: WinX, Primus, Porta, Panorama © KSP Jürgen Engel Architekten

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[Umrisse]


Tragwerksplanung DBT Ingenieursozietät, Frankfurt am Main (Primus) Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH, Frankfurt am Main (Porta) Haus- und Elektrotechnik Seidl & Gesamtplanung GmbH, Regensburg (Primus)

»Primus« am Willy-Brandt-Platz © KSP Jürgen Engel Architekten

Bauphysik Tohr Bauphysik GmbH & Co. KG, Bergisch Gladbach

Porta Das »Porta« stellt die direkte Verbindung zwischen dem Bankenviertel und der Frankfurter Altstadt her und bildet den Auftakt des Quartiers von Osten. Ausgestattet ist es mit einer repräsentativen Natursteinfassade, die sich auch im Inneren fortsetzt. Im großzügigen Entree angekommen, erreicht man über Hochgeschwindigkeitsaufzüge schnell alle Ebenen des 19-geschossigen Gebäudes. Der Einsatz zeitgemäßer Haustechnik führt zu einer Energiebilanz, die die aktuelle Energieeinsparverordnung um mehr als 25 % unterschreitet. Insgesamt stehen hier ca. 20.000 m² Bürofläche zur Verfügung, die flexibel nutzbar sind und individuell an die Bedürfnisse des Mieters angepasst werden können. Besprechungsinseln und moderne Lounges bieten überdies Rückzugs- und Entspannungsmöglichkeiten. Und auf großen Dachterrassen lässt sich der Blick über die Skyline, die Altstadt und den Main genießen.

Bauherr DIC Deutsche Immobilien Chancen AG & Co. KGaA, Frankfurt am Main Architekten KSP Jürgen Engel Architekten GmbH, Frankfurt am Main (Primus, Porta, WinX, Patio) Prof. Christoph Mäckler Architekten, Frankfurt am Main (Panorama) Jo. Franzke Architekten, Frankfurt am Main (Palazzi)

Brandschutz Dr. Sesselmann und Kollegen Brandschutz, Explosionsschutz, Sachverständigen AG, Darmstadt Fassadentechnik priedemann fassadenberatung GmbH, Berlin Außenanlagen WES & Partner Landschaftsarchitekten, Hamburg

Jürgen Engel Geschäftsführender Gesellschafter KSP Jürgen Engel Architekten GmbH, Frankfurt am Main

»Porta« mit Dachterrassen © KSP Jürgen Engel Architekten

[Umrisse]

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Neubau Audi Zentrum Konzept und Baukörperausbildung

Straßenfront mit eingeschnittenen Schauraumfenstern © Allmann Sattler Wappner

Städtebau Das Grundstück des neuen Audi Zentrum Frankfurt-Ost liegt zwischen Hanauer Land- und Lindleystraße. In zwei fünfgeschossigen Baukörpern sind Verkaufsflächen mit Ausstellungsbereichen und Kundenzonen sowie Werkstatt und Fahrzeuglager untergebracht.

Die prägenden Elemente der neuen AudiArchitektur, Schauräume, definiert aus dreidimensionalen, in die Kubatur einschneidenden asymmetrischen Kurven, bestimmen das Gebäude an der Hanauer Landstraße (Bauteil 1): Mit ihren expressiv geschnittenen Glasfassaden öffnen

Audi Zentrum Frankfurt-Ost im Modell © Allmann Sattler Wappner

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sich die zwei übereinandergestapelten Schauräume in beide Richtungen übereck zur Hanauer Landstraße bzw. zum Kundenparkplatz im östlichen Teil des Areals, im Süden orientieren sich Gebrauchtwagenausstellungsflächen und Werkstattbereiche zur Lindleystraße. Das kleinere Bauteil 2 mit Werkstatt- und Fahrzeuglagernutzung nimmt die Flucht der neuerrichteten östlichen und der geplanten westlichen Nachbarbebauung an der Lindleystraße auf und schließt an der westlichen Grundstücksgrenze an die Brandwand des geplanten Nachbargebäudes an. Die Erschließung erfolgt über eine Zufahrt von der neuen Stinnesstraße sowie über die je zwei Zu- und Abfahrten an der Hanauer Land- und Lindleystraße. Der Hauptzugang für Kunden befindet sich, den Parkplätzen zugeordnet, an der Ostseite. Durch die Solitärstellung des Hauptgebäudes bleibt die Durchlässigkeit von Hanauer Land- zu Lindleystraße bestehen, die wichtigen Sichtbeziehungen zwischen beiden Straßenräumen bleiben erhalten.

[Umrisse]


Gebäudeschnitt © Allmann Sattler Wappner

Organisation Im Erdgeschoß des Bauteil 1 sind neben dem großen zweigeschossigen Schauraum für Neuwagen Kundenzonen, Serviceannahme inklusive Direktannahmen sowie Teile der Werkstatt angeordnet. Die oberen Geschosse beherbergen den zweiten Schauraum mit Neufahrzeugen sowie, unmittelbar angrenzend, weitere Kundenund Verwaltungsbereiche. Die ausgedehnte Gebrauchtwagenausstellung im zweiten und dritten Obergeschoß orientiert sich zur Lindleystraße auf der südlichen Seite des Grundstücks. Im offenen unbeheizten vierten Geschoß sind zusätzlich zu den Ebenen in der Tiefgarage Fahrzeuglagerflächen untergebracht.

Grundrisse: Unter- bis viertes Obergeschoß © Allmann Sattler Wappner

[Umrisse]

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Fassadenansichten © Allmann Sattler Wappner

Im zweiten, ebenfalls fünfgeschossigen Baukörper an der Lindleystraße sind im Erdgeschoß weitere Servicefunktionen wie Fahrzeugaufbereitung bzw. der Karosseriebereich positioniert. Rampen erschließen die darüberliegenden offenen, unbeheizten Fahrzeuglagerflächen, über befahrbare Brücken sind beide Bauteile miteinander verbunden. Im Außenbereich befinden sich entlang der Lindleystraße weitere Ausstellungsflächen für Gebrauchtwagen. Der zentrale Kundenparkplatz liegt im östlichen Teil des Grundstücks.

Investor Audi Retail GmbH, Ingolstadt

Tragwerksplanung WSP CBP Consulting Engineers AG, München

Bauherr Volkswagen Group Real Estate GmbH & Co. KG, Wolfsburg

Haustechnik WSP CBP Technische Ausrüstung GmbH, München

Betreiber Audi Zentrum Frankfurt GmbH, Frankfurt Am Main

Elektrotechnik Raible + Partner GmbH & Co. KG, Reutlingen

Projektmanagement Volkswagen Immobilien GmbH, Wolfsburg

Bauphysik Horstmann + Berger GbR, Altensteig

Architekten Allmann Sattler Wappner Architekten GmbH, München

Energieberatung Transsolar Energietechnik GmbH, München

Fassade Die Corporate Architecture von Audi ist geprägt durch einheitliche geschlossene Fassadenbereiche, verkleidet mit gefalteten, perforierten Aluminiumelementen, die mit den expressiv geschnittenen Schauraumfenstern kontrastieren. Dieses Wechselspiel zwischen perforierten Aluminiumflächen mit dahinterliegenden einzelnen Öffnungen und den über 6 m verglasten Ausstellungszonen dominiert die Erscheinung des Audi-Zentrums Frankfurt. Lediglich an der Lindleystraße wird das erdgeschossige Werkstattareal durch eine silberne Putzfassade als Sockel hervorgehoben, wobei große Fensterflächen Einblicke ins Innere ermöglichen. Darüber liegen die Neu- und Gebrauchtwagenbereiche offen hinter der perforierten Audi-Fassade, so dass sie schemenhaft sichtbar werden.

Projektleitung: Karin Hengher, Alexandra Wagner, Kai Homm Mitarbeiter: Tiziana Feighofen, Tina Jacke, Carola Dietrich, Alexandra Wagner, Matthias Both, Uwe Ernst, Benjamin Haupt, Konstantin Lauber, Marc Ottinger

Lichtplanung Schmidt König Lichtplaner, München Freiflächenplanung realgruen Landschaftsarchitekten, München

Uta Leconte Allmann Sattler Wappner Architekten GmbH, München

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[Umrisse]


Gesamtausdehnung des Neubaus © gmp Architekten

Flughafen Frankfurt Entwicklung des Bereiches A-Plus

Strukturen im Prozess Ein Flughafen ist nie in einem definitiven Zustand, sondern immer in einem Wandlungs- und Anpassungsprozess. Bei der Konzeption der Erweiterung A-Plus haben neben der Schaffung von baulicher Identität die funktional-räumliche Gliederung, die Anpassungsfähigkeit, Veränderbarkeit und Flexibilität eine ebenbürtige Bedeutung wie die Realisierung eines funktionsfähigen Status quo. Die baulichen Strukturen weisen aus diesem Grunde im jetzigen Entwicklungsschritt eine äußerst robuste Struktur auf, legen gleichzeitig den übergeordneten Rahmen für eventuelle Erweiterungsmaßnahmen verbindlich fest und lassen dabei jedoch genügend Freiraum für die Vielfalt des Einzelnen.

setzung und das räumliche Konzept des Marktplatzes, sowohl für SchengenPassagiere in der Ebene 2 als auch für Non-Schengen-Passagiere in der Ebene 3, gewährleisten durch seine klare geometrische Neustrukturierung zusammen mit einer großzügigen zentralen Deckenöffnung, die sich nach oben kegelförmig erweitert und so optisch die übereinanderliegenden Marktplätze miteinander verbindet, sowie durch die breite Durchsicht zur Luftseite eine jederzeit gute Orientierung und Akzeptanz.

Die Wurzel mit ihrem zentralen vollverglasten, kegelförmigen Luftraum bildet so einen unverwechselbaren architektonischen Raum mit hoher Verweilqualität und Identität. Gastronomie- und Retailbereiche in Verbindung mit den Lounges sind hierin integriert und so im Schwerpunkt der Passagierströme angeordnet. Sie erhalten durch den Vorfeldbezug Tageslicht, Aufenthaltsqualität und einen hohen Erlebniswert. Individuelle, themenbezogene Gestaltungskonzepte werden dabei in ein übergeordnetes Prinzip eingebunden.

Wurzel als Schnittstelle An der baulichen Schnittstelle zwischen Terminalhalle und Flugsteig befinden sich in der Wurzel folgerichtig Funktionen, die Land- und Luftseite miteinander verknüpfen bzw. den Übergang darstellen: der zentrale Marktplatz mit Retail- und gastronomischen Angeboten. Die Um-

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Lageplan © gmp Architekten

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Ergänzt werden die zentralen kommerziellen und gastronomischen Flächen durch die im Flugsteig konzentriert verteilten Retail- und Gastronomiesegmente in direkter Nähe zu den einzelnen Wartezonen, in denen wiederum Transparenz und Tageslicht, kombiniert mit einfachen und natürlichen Materialien wie Naturstein, Metall und Holz, eine behagliche Atmosphäre mit hoher Gestaltungsqualität erzeugen.

Entwurf des Flugsteigs An die Wurzel angrenzend, erstreckt sich der Flugsteig auf ca. 26 m Breite über 600 m gen Westen. Der Entwurf sieht ein wirtschaftlich optimiertes Konstruktionsraster über alle Geschosse und die Anordnung großer geschlossener Fluchttreppenund Schachtkerne an die nördliche Außenwand vor und schafft so einen durchgängig offenen, tageslichtdurchfluteten Raum. Die unverstellte Blickbeziehung zu den Gates und dem Vorfeld in Verbindung mit den stetigen, immer sichtbaren Informationen garantiert ein großzügiges räumliches Angebot und eine einfache Orientierung. Die Wartebereiche, als zusammenhängende Flächen entlang der luftseitigen Fassade des Flugsteiges angeordnet, sind durch den unverbauten Blick einfach auffindbar. Betont wird dies durch großflächige Lichtdecken vor den jeweiligen Boardingarealen jedes Gates: Die Lichtführung mit architektonischen Mitteln unterstreicht die Raumwirkung. Ziel der Lichtplanung für das Innenraumkonzept ist der Zweiklang aus einer weichen Deckenaufhellung als Grundbeleuchtung und bewusster Differenzierung der einzelnen

Modulare Fassadenstruktur © gmp Architekten

Funktionseinheiten. Die Ausbildung von Lichtinseln und -zonen für die Counterund Gate- sowie die Retail- und Gastronomiebereiche bewirkt die notwendige Lebendigkeit innerhalb der großen Raumzusammenhänge und unterstützt die Orientierung für die Fluggäste und Kunden. Am Abend lassen alle Öffnungen das künstliche Licht in den Außenraum schimmern und erzielen den nächtlichen Formausdruck. Das Zusammenspiel von Fassaden- und Dachstruktur mit seiner großen Öffnung im Wurzelbereich prägt die Nachterscheinung der Erweiterung A-Plus vom Boden und aus der Luft. Hierbei orientiert sich die Fassadengestaltung der Aufgabe entsprechend an der Großordnung und sucht die Lösung in der Reduktion im Detail. Im Sinne der energetischen Nachhaltigkeit und der Wirtschaftlichkeit wird die modulare Gebäudehülle als vormontierte Aluminiumrahmenfassade aus hochwärmedämmenden Profilen mit verbessertem U-Wert in Verbindung mit einem starren, außenliegenden und 1 m

auskragenden horizontalen Sonnenschutz konzipiert, wobei der Wechsel von offenen zu geschlossenen Abschnitten zur Stärkung der Orientierbarkeit mit logischem und angemessenem Sichtbezug realisiert wird. Reduzierter Einsatz von Glasflächen an der Nordseite des Flugsteiges gewährleistet einerseits Belichtung und Außenbezug und berücksichtigt andererseits in der Konstruktion spätere Ausbauzonen. Die Neubaumaßnahme der Entwicklung des Bereiches A-Plus ist trotz der unterschiedlichen Bauteile von Flugsteig und Wurzel als eine architektonische Einheit konzipiert und steht damit zeichenhaft mit einem nach innen und außen durchgängigen Erscheinungsbild für das Gesamtprojekt. Jürgen Hillmer Dipl.-Ing. Architekt Partner im Büro gmp, Hamburg Bauherr Fraport AG, Frankfurt am Main Architekten gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner Tragwerksplanung Weber Poll Ingenieurbüro für Bauwesen, Hamburg Gebäudetechnik Arup GmbH, Frankfurt am Main Brandschutz hhpberlin Ingenieure für Brandschutz GmbH, Frankfurt am Main Lichtplanung Conceptlicht, Traunreut

Gebäude im Entstehen © gmp Architekten

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Verkehrsplanung VSU Beratende Ingenieure für Verkehr Städtebau Umweltschutz GmbH, Herzogenrath

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Zwei Haltestellen der Stadtbahnlinie Erster Preis in einem Realisierungswettbewerb

Baukörper © Just/Burgeff Architekten

Shared Space

Aufgabe Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH als Betreiber der Stadtbahnstrecken beabsichtigt entlang der Linie U 5 zwischen Konstabler Wache und Preungesheim die Realisierung von zwei neuen Haltestellen: Musterschule und Glauburgstraße. Im Rahmen eines Wettbewerbs sollten für die Bahnsteige gestalterisch anspruchsvolle Lösungen gefunden werden, in der die straßenräumlichen und funktionalen Aspekte im Hinblick auf die Vorgaben bezüglich Haltestellenausformung und guter Orientierbarkeit für die Kunden berücksichtigt sind. Der mit dem ersten Preis ausgezeichnete und voraussichtlich bis 2013 zu realisierende Entwurf beruht nun auf folgendem Konzept:

Inseln im Stadtraum Durch das versetzte Anordnen der Haltestellen links und rechts entlang der Eckenheimer Landstraße entstehen neue »urbane Inseln« im Stadtraum. Diese Inseln werden als urbane Freiräume, also Shared Spaces, gestaltet, die alle aufeinandertreffenden Funktionen zu einem gemeinsamen Raum vereinen.

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Der neugewonnene urbane Freiraum wird durch die gezielte Auflösung der strikten Trennung von Radverkehr, Stadtbahnhaltestelle, Fußgängern und Hausbewohnern zu einem gemeinsam erlebbaren Raum mit Platzcharakter geformt, in dem sich alle Funktionen in Koexistenz begegnen können. Der Raum entwickelt sich zwischen der Außenkante des Hochbahnsteigs und den Außenkanten der Häuser. Er wird als urbane Landschaft aufgefaltet und reagiert individuell auf die einzelnen Randbedingungen, wie zum Beispiel Hauseingänge, Seitenstraßen oder aber auf die unterschiedlichen Einstiegshöhen der Stadtbahn. Der Bahnsteigkörper verschmilzt mit dem Bürgersteig, ein fließender Raum entsteht.

Raumbeziehungen © Just/Burgeff Architekten

Inselbildung © Just/Burgeff Architekten

Entschleunigung Die Hauptbewegungsrichtung der Eckenheimer Landstraße ist längs stadtausund stadteinwärts. Diese Richtung wird verstärkt durch die parallel verlaufenden Spuren von (Auto-)Fahrbahn, Stadtbahngleisen und Radwegen, die die Straße in einzelne schmale Streifen trennen. In Querrichtung, orthogonal zur Eckenheimer Landstraße, bewegen sich hauptsächlich die Fußgänger und Anwohner auf den momentan nicht sehr breiten Bürger-

steigen, was ihr Vorwärtskommen einschränkt bzw. unkomfortabel macht. Durch »Inselbildung« und Zusammenlegung der einzelnen Funktionen zu einem Gesamtraum (Shared Space) wird die Orthogonalbewegung in diesem Bereich gestärkt, die vorherrschende Längsorientierung durch den neuen Stadtraum »entschleunigt«: Neue Orte der Begegnung auf unterschiedlichen Ebenen können entstehen.

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Künftige Haltestelle in der Glauburgstraße © Just/Burgeff Architekten

So wird das Thema der »Zäsur« ins Gegenteil umgewandelt und ein zur Fahrbahn geschützter Stadtraum mit hoher Aufenthaltsqualität geschaffen. Die urbane Landschaft schichtet den Raum auch »weich« in der Höhe, es entwickeln sich fließende Übergänge, Aufweitungen, Buchten, Orte zum Verweilen.

Umsetzung des Shared Space Im Bereich der Haltestellen ist für den Kfz-Verkehr Tempo 30 vorgesehen. Die beidseits der Eckenheimer Landstraße für Fußgänger und Radfahrer vorhandenen bzw. geplanten Flächen werden den Umfeldanforderungen entsprechend gegliedert.

»Musterschule« als zweiter Neubau für die Stadtbahn © Just/Burgeff Architekten

Auf der der Haltestelle abgewandten Straßenseite bleibt die Linearität gewahrt, indem Radwege oder -fahrstreifen baulich und markiert ausgebildet werden. Auf der Seite mit Haltestellenbereich wird die Linearität hingegen aufgehoben, Radfahrstreifen werden nicht markiert. Damit wird ausdrücklich betont und gefördert, dass, auf dem Prinzip Shared Space beruhend, Fußgänger, Radfahrer, Wartende, Spielende und Bummelnde aufeinander Rücksicht nehmen. Die, bezogen auf die Fußgängerund Radfahrerströme, vertikal von und zu der Haltestelle Laufenden können so nahezu deren gesamte Länge nutzen.

Verkehrsrechtlich wird dies mit dem Schild »Fußgänger« und dem Zusatz »Radfahrer frei« geregelt, so dass keine Pflicht zum Absteigen für Radfahrer besteht. Es ist gewährleistet, dass an der engsten Stelle mindestens 3 m freie Breite vorhanden sind, womit eine gemeinsame Nutzung durch Fußgänger und Radfahrer unproblematisch ist.

Glauburgstraße

Musterschule

Lageplan © Just/Burgeff Architekten

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Haltestelle Die Haltestelle wird Teil des öffentlichen Raums, ist Bürgersteig, Haltestelle und urbaner Platz zugleich. Die notwendigen Funktionen, wie Fahrkartenautomat, Papierkörbe und Sitzgelegenheiten, und das taktile Leitsystem werden in die neue »Stadt-Landschaft« integriert. Der Witterungsschutz oder Unterstand gleicht einer räumlichen Skulptur, die sich aus dem gefalteten Raum der Rampen, Treppen oder Böschungen entwickelt, frei zugänglich und das klassische Verhältnis von Vorder- und Rückseite einer Haltestelle wie die Trennungslinie zwischen Bahnund Bürgersteig auflösend.

Schnittfolge: Glauburgstraße © Just/Burgeff Architekten

Materialität Der Infokasten samt Stationsbeschriftung hängt im Bereich des Witterungsschutzes orthogonal zur Fahrbahn, so dass man ihn von der Fahrbahn und vom Bürgersteig gut erkennen kann.

Die gewählten Pflaster entstammen dem Katalog der Stadt Frankfurt zu Bodenbelägen im öffentlichen Raum und entsprechen somit den Anforderungen bezüglich einer einfachen Wartung und Unterhaltung. Der Witterungsschutz ist als Stahlrostkonstruktion ausgebildet, wobei die tragende Glasverbundscheibe, an der ebenfalls der Infokasten befestigt ist, zur Aussteifung dient. Die Verkleidung des Stahlrostes besteht aus eloxiertem Aluminiumblech, an der Unterseite werden die notwendigen Beleuchtungskörper flächenbündig integriert. Malte Just Till Burgeff Bauherr Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH Entwurf Just/Burgeff Architekten GmbH, Frankfurt am Main Landschaftsarchitekten Freiraum X, Frankfurt am Main Verkehrsplanung Prof. Dr.-Ing. Rudolf Eger, Darmstadt

Schnittfolge: Musterschule © Just/Burgeff Architekten

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Regionaltangente West Gemeinschaftshaltestelle von Eschborn und Frankfurt-Sossenheim

Gestaltung der Außenbahnsteige © Jourdan & Müller »Eyecatcher« im Personennahverkehrsnetz © Jourdan & Müller

Entwurfskizzen © Jourdan & Müller Fußgängerbrücke über die Autobahn © Jourdan & Müller

Entwurf Die Regionaltangente West soll vom Nordwestzentrum in Frankfurt-Niederursel bzw. vom Bahnhof Bad Homburg von der Höhe über Eschborn, Frankfurt-Sossenheim, -Höchst, -Flughafen und -Stadion nach Neu-Isenburg-Zentrum bzw. DreieichBuchschlag verlaufen und das bisher sternförmige, von der Frankfurter Innenstadt ausgehende öffentliche Personennahverkehrsnetz sinnvoll tangential ergänzen.

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Die Gemeinschaftshaltestelle kann die angrenzenden Stadtteile von FrankfurtSossenheim, Eschborn und Schwalbach optimal erschließen und wirkt sich aufgrund der Reduzierung der Haltestellen positiv auf die Kosten und die Fahrzeit der Regionaltangente West aus. Da die Gemeinschaftshaltestelle den regionalen Zusammenhalt im Ballungsraum Frankfurt– Rhein-Main symbolisieren soll, hat die Stadt Eschborn Jourdan & Müller mit der Erarbeitung eines Gestaltungskonzepts beauftragt. Die Architekten sehen in der Gemeinschaftshaltestelle einen »Eyecatcher«, der architektonisch hochwertig auszubilden ist. Deshalb sieht

der Entwurf für die Außenbahnsteige geschwungene Dächer in Form und Struktur von Blättern sowie für die Fußgängerbrücke über die Bundesautobahn A 66/A 648 eine Schrägseilbrücke mit einem markanten Pylon vor. Benjamin Jourdan Auftraggeber Stadt Eschborn Gestaltungskonzept Jourdan & Müller · PAS, Frankfurt am Main Verkehrsplanung und Tragwerksentwurf Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH, Frankfurt am Main

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Mit Flughafenbetreibern, Automobilherstellern, Bund, Städten und Kommunen und den planenden und ausführenden Unternehmen stellen wir in einer

Ad hoc-Veranstaltung BAU VON PARKHÄUSERN, TANK- UND RASTANLAGEN die neuesten Projekte und Entwicklungen vor, wobei die Sicherheit durch entsprechende Kontroll- und Überwachungssysteme und der Brandschutz einen nicht unerheblichen Vortragsblock bilden werden. Aber auch für die Farbgestaltung und aktuelle Beleuchtungskonzepte werden allen am Bau von Parkhäusern, Tank- und Rastanlagen interessierten Bauherren und Investoren überzeugende Beispiele geliefert. Neben dem Neubau steht hier die Sanierung erhaltenswerter Parkhäuser und Garagenanlagen natürlich ebenso im Fokus und auf dem Besuchsprogramm. Wir freuen uns, wenn wir Sie für diese Veranstaltung interessieren können. Unterlagen, wie Themen- und Objektplan, Referentenverzeichnis und Anmeldemodalitäten finden Sie unter

www.mixedmedia-konzepts.de/Veranstaltungen Frau E. Wiederspahn beantwortet aber auch gerne eine persönliche Anfrage.

VERLAGSGRUPPE W I E D E R Smit MixedMedia P A Konzepts HN Biebricher Allee 11 b 65187 Wiesbaden Tel.: 00 49/(0)6 11/98 12 92-0 Fax: 00 49/(0)6 11/80 12 52 kontakt@verlagsgruppewiederspahn.de www.verlagsgruppewiederspahn.de


Finanzierung der Deutsche-Bank-Türme

Immobilienmarkt

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Beratung der Allianz durch CMS Hasche Sigle

Die Deutsche Bank AG hat ihre Frankfurter Zentrale, die sogenannten Zwillingstürme, an einen geschlossenen Fonds der hauseigenen Fondstochter DWS für ca. 600 Millionen Euro verkauft – bei einem Finanzierungsvolumen von ca. 300 Millionen Euro.

Ein Team von CMS Hasche Sigle um den Immobilienexperten Dr. Volker Zerr und den Finanzrechtsexperten Dr. Peter Ruby hat die Allianz Real Estate GmbH, die hier im Auftrag verschiedener Allianz-Gesellschaften tätig wurde, bei der Finanzierung des Erwerbs dieses stadtbildprägenden Ensembles in Frankfurt am Main umfassend beraten. Die Allianz Real Estate GmbH ist damit erstmals in Deutschland als Kreditgeber einer gewerblichen Immobilienfinanzierung tätig geworden. Das CMS-Team um Dr. Volker Zerr berät die Allianz regelmäßig bei solchen Transaktionen, im Jahr 2010 etwa bei der Sale-and-Lease-back-Akquisition von 80 Aldi-Standorten.

CMS Hasche Sigle ist eine der führenden wirtschaftsberatenden Anwaltssozietäten – mit mehr als 600 Anwälten in neun wichtigen deutschen Wirtschaftszentren sowie in Brüssel, Moskau und Shanghai. www.cmslegal.com www.cms-hs.com

NEUES LEBEN AM START IM EUROPAVIERTEL WEST

VERKA

UFT

Vier verschiedene Quartiere schaffen hochwertigen Lebensraum und attraktive Arbeitsplätze, umgeben von viel Grün. Das Europaviertel West in Frankfurt am Main verbindet die Innenstadt mit der Messe, die Stadt mit der Welt und die Menschen mit der Natur. Investoren und Entwickler finden ihre Verbindung zum Europaviertel West im Internet. www.europaviertel.de

aurelis Real Estate GmbH & Co. KG Region Mitte Mergenthalerallee 15–21 65760 Eschborn Tel. 06196 5232-242 Fax 06196 5232-209 info@aurelis-real-estate.de www.aurelis-real-estate.de

VERKA

UFT Ein Projekt der


Triebwerk München Planungsprojekt von aurelis Die Zukunft des ehemaligen Ausbesserungswerks der Deutschen Bahn im Münchner Stadtteil Neuaubing nimmt Konturen an: Aktuelle Pläne zur Umgestaltung des ca. 400.000 m² großen Areals mit drei riesigen Hallen sind inzwischen vorgestellt worden. »Das Areal hat das Potential, ein Motor der Entwicklung im Münchner Westen zu werden«, so Stefan Wiegand, Geschäftsführer der aurelis Real Estate GmbH & Co. KG, »der Name spiegelt die wirtschaftliche Dynamik des Standorts wider und geht zugleich auf die ehemalige Nutzung durch die Deutsche Bahn ein.«

RECHNEN SIE MIT KREATIVITÄT: ojektPro Modul C ontrolling ermöglicht ermöglicht Ihnen eine Das Pr ProjektPro Controlling wirksame betriebswirtschaftliche betriebswirtschafftliche Erfolgskontrolle. Erfolgskontrolle. Mit wirksame seinen leistungsstarken leistungsstarken Werkzeugen Werkzeugen ist es das erste vorausschauende vorausschauende und dynamische Projektcontrolling Projektcontrolling mit grafischer grafischer Darstellung. Darstellung. Besuchen Sie uns auf der „Rechnen Sie mit ...!“-Tour vom 07. bis 11.11. 2011 in Berlin, Hamburg, Köln, Stuttgart oder München. Anmeldung: www.projektpro.de/tour2

Umgestaltung des früheren Ausbesserungswerks © aurelis Real Estate GmbH & Co. KG

Das Triebwerk München, unweit der Bundesautobahnen A 96 und A 99 gelegen, soll eines der attraktivsten Gewerbegebiete von München werden. Wo 1906–2001, also rund 100 Jahre lang, Züge und Waggons der Deutschen Bahn instandgesetzt wurden, wird ab 2012 Platz für innovative Handwerks- und Technologieunternehmen, kreative Dienstleister und aufstrebende Start-ups geschaffen. In einer zweiten Phase wird dann an der ehemaligen »Gleisharfe« eine Bebauung mit ca. 350 Wohneinheiten entwickelt. Kernstück des Konzepts, das aurelis in enger Abstimmung mit der Landeshauptstadt München, dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege sowie Naturschutzgutachtern realisiert, sind aber die Sanierung und Aufwertung der drei denkmalgeschützten Hallen mit 24.250 m² Fläche und über 5 m lichter Raumhöhe. www.aurelis-real-estate.de

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Städel-Tower in Frankfurt am Main

Produkte und Projekte

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Energiesparende Lichtlösung von Zumtobel

Ein fast 20 m hoher Turm verzaubert seit kurzem Besucher am Frankfurter Schaumainkai – vor allem bei Nacht, wenn ihn feine Lichtlinien in warmweißes Licht tauchen. Entstanden ist der direkt vor dem gleichnamigen Museum anzutreffende Städel-Tower aus einer Sentimentalität heraus, wie der Architekt Michael Schumacher meint. Denn der Turm, ein wahres Recyclingprojekt, wurde aus 15 Schalungselementen errichtet, die zuvor beim Bau der Städel-Erweiterung ihren ursprünglichen Verwendungszweck erfüllten: den »Guss« der Betondecke zu gewährleisten.

Installation aus LED-Lichtlinien © Jörg Hempel/Zumtobel Lighting GmbH

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Leuchtende Recycling-Kunst am Schaumainkai © Jörg Hempel/Zumtobel Lighting GmbH

Ingesamt fünf Ebenen umfassend, die jeweils drei quadratische Platten mit einer Seitenlänge von ca. 3,70 m aufweisen, wurde dieses Kunstwerk durch die gemeinschaftliche Unterstützung von Planern und ausführenden Firmen der Museumserweiterung ermöglicht, wie eben Zumtobel. Der Leuchtenhersteller ist beim Umbau des Städel für die Realisierung des Beleuchtungskonzepts verantwortlich. Für die Turmkonstruktion entwickelte Zumtobel eine energiesparende Lösung, die ihrer eher schlicht anmutenden Gestalt bei Dunkelheit Leben einhaucht: Dafür sorgen 24 LED-Linien à 14 W, deren Licht durch die verschiedenen Öffnungen der »Bausteine« aus dem Innenraum nach außen dringt und gleichzeitig von außen nach innen strahlt, um die Konstruktion sichtbar zu machen. Die LED-Linien sind einzeln über DMX angesteuert und inszeniert, dem Kunstwerk durch langsames, abwechselndes Dimmen der Leuchten eine faszinierende Anziehungskraft verleihend, die Besucher innehalten lässt: Der Tower verliert dabei sein massives Erscheinungsbild und wird selbst zu einem leichten Lichtkunst-Objekt.

Mit ihrem Entwurf haben die mit der Städel-Erweiterung beauftragten Architekten schneider + schumacher dem Museumsumbau bereits jetzt ein Denkmal gesetzt. »Wir wollten eben ein sichtbares Zeichen setzen«, so Michael Schumacher. »Im Städel wird nach unten gebaut, hier nach oben.« Der Städel-Tower wird vorerst bis zum Herbst stehenbleiben und den diesjährigen Architektursommer Rhein-Main bereichern – während am Schaumainkai fleißig weitergearbeitet wird, soll die Museumserweiterung doch bis Anfang 2012 abgeschlossen sein. www.zumtobel.com

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Bürgerhospital in Frankfurt am Main Blühender Dachgarten dank ZinCo

Ideenskizze © ZinCo GmbH

Die erforderliche Aufstockung des Bauwerks um zwei Etagen hatte jedoch Konsequenzen für den Dachgarten. Da er stets einwandfrei funktioniert und allseits so gut gefallen hatte, beschloss die Krankenhausdirektion seinen Umzug. Er wurde also abund zwei Etagen höher wieder aufgebaut: Auf der Basis einer bereits wurzelfest ausgebildeten bituminösen Abdichtung startete der ZinCo-Systemaufbau mit der

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Begehbarer Dachgarten © ZinCo GmbH

Isolierschutzmatte ISM 50, gefolgt von den Drän- und Wasserspeicherelementen Floradrain® FD 60. Vollflächig verlegt, sichert das unterseitige Kanalsystem dieser Elemente die Ableitung von Überschusswasser – und zwar durchgängig auch unterhalb der Gehbelagsflächen und bei den Natursteinmauern. Dort sind die Floradrain®-Elemente als »verlorene Schalung« ausbetoniert und die Mauern aus rotem Buntsandstein in Mörtel gesetzt. In den Bereichen mit späterer Begrünung wurde Floradrain® FD 60 mit dem Tonziegelgranulat Zincolit® Plus verfüllt und mit dem Systemfilter SF abgedeckt. In einem nächsten Schritt wurde die Systemerde »Dachgarten« in einer Höhe von, angepasst an die der Natursteinmauern, durchschnittlich 35 cm aufgeschüttet, wobei das Aufblasen des Substrats mittels Silofahrzeug eine sehr effiziente Aufbringung gewährleistete. In den Hochbeeten gedeiht nun eine Pflanzenpracht in besonderer Vielfalt, damit sich über das ganze Jahr ein wechselnder Eindruck ergibt. So blüht selbst bei Kälte der Winter-Schneeball, im Herbst duftet Osmanthus und ist wie der Flieder ein Beispiel dafür, dass dieser Dachgarten die Sinnesorgane anspricht: Ein kleiner Trampelpfad mit unterschiedlichen Oberflächen für Zuckerkranke lässt die Füße darüber hinaus warm oder kalt, hart oder weich erfühlen. Rosenrankgitter ziehen die Blicke auf sich und verstecken zugleich in ihrem Innern die auf dem Dach installierten Abluftrohre, bis zu 3 m hohe Sträucher wie die Felsenbirne setzen weitere Akzente, während Clematis und das immergrüne Geißblatt die angrenzende Fassade verschönern und derart ein harmonisches Gesamtbild

[ Produkte und Projekte

Das Frankfurter Bürgerhospital befindet sich im dichtbesiedelten Stadtteil NordendWest. Mangels ausreichender Grünfläche am Boden wird es seit nunmehr zehn Jahren durch einen blühenden, ca. 750 m² großen Dachgarten bereichert. Patienten und Besucher ebenso wie Ärzteschaft und Mitarbeiter schätzen die attraktive Erholungsmöglichkeit in luftiger Höhe, so dass mit einer notwendigen Gebäudeerweiterung im Jahre 2008 der Dachgarten komplett abgetragen und in identischem Design mit gleicher ZinCo-Technik zwei Stockwerke höher neu gebaut wurde. Man legt hier Wert auf Ganzheitlichkeit. Wesentlich ist daher, dass sich die Menschen wohlfühlen, wobei die Gestaltung des Umfelds ebenfalls eine große Rolle spielt. Der Bildhauer und Landschaftsgärtner Peter Vaughan, dem Bürgerhospital seit langem verbunden und zuständig für sämtliches Grün im Innen- wie Außenbereich, hatte nun die Idee zu einem begehbaren Dachgarten: »Mit einer handkolorierten Skizze kam ich in ein ZinCoFachseminar auf der Suche nach der richtigen technischen Lösung zur Umsetzung.« Und er wurde fündig. Auf Basis des ZinCo-Systemaufbaus »Dachgarten« entstand dann 2001 die intensive Dachbegrünung mit Gehbelagsflächen, Natursteinmauern und Hochbeeten – gemäß Vaughans Planskizze.

Sitzgelegenheiten zum Verweilen © ZinCo GmbH

Prinzipieller Systemaufbau © ZinCo GmbH

abrunden, das von einer Tropfschlauchbewässerung versorgt wird – eine Attraktion, die begeisterten Zuspruch findet und mit Sicherheit dazu beiträgt, dass die Patienten schnell wieder gesund werden. Um noch mehr Grünfläche zu schaffen, werden auch der derzeitige An- und Umbau des Bettenhochhauses genutzt: Auf ca. 350 m² soll dort bis April 2012 eine extensive Dachbegrünung entstehen – natürlich mit ZinCo-Technik. www.zinco-greenroof.com www.zinco.de

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Individuelle Lösungen für Frankfurt am Main

Produkte und Projekte

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Betonabdichtung bei erdberührten Bauteilen von StekoX

Das Stadtbild von Frankfurt am Main bietet auch abseits der bekannten Skyline zahlreiche Besonderheiten, befindet sich die Weltmetropole doch in einem ständigen Wandel. Viele Projekte mit markanter Architektur erfordern dabei individuelle Maßnahmen und Lösungen, und zwar unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen. Die vor zehn Jahren gegründete StekoX GmbH aus Magstadt hat sich auf die Entwicklung und Herstellung aktiver Abdichtungssysteme für Betonfugen bei erdberührten Bauteilen spezialisiert und ist seitdem an zahlreichen Bauvorhaben im Frankfurter Raum beteiligt. So hat das Unternehmen beispielsweise für die beiden Hochhaustürme der Europäischen Zentralbank die Fugenbleche, Injektionsschläuche sowie Abschalelemente mit eingeschweißten Fugenblechen für die Abdichtung der Untergeschosse geliefert. Mit einem Passagieraufkommen von jährlich über 50 Millionen Reisenden ist der Frankfurter Flughafen der größte Airport Deutschlands: Bis 2012 wird hier das sogenannte A-Plus, ein ca. 600 m langes und komplett unterkellertes Empfangsgebäude

Bau der Wasserspeicher am Frachtflughafen © StekoX GmbH

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errichtet, an das die Flugzeuge direkt andocken werden. Mit der Abdichtung des Kellergeschosses wurde StekoX beauftragt. Dabei kommen das Fugenblech AquaproofX® 1, der Injektionsschlauch WaterpoofX® 1, die Dichtungsmasse FlexproofX® 1, die Polymer-Quellpaste SX® 100 sowie Abschalelemente, allesamt firmeneigen entwickelte Produkte, zum Einsatz. Die Baustelle liegt zudem in einem gesicherten Bereich des Flughafens, so dass ein normaler Antransport des Materials nicht möglich ist. Es bedurfte also der Präsenz vor Ort sowie umfangreicher Planungsgespräche im Vorfeld mit der Ed. Züblin AG und der Max Bögl Bauunternehmung GmbH & Co. KG, um die Rohbauzeit in rund zehn Monaten abzuschließen. Nicht weit entfernt vom zukünftigen Flugsteig A-Plus werden derzeit bei der sogenannten Cargo-City-Süd drei oberirdische, 25 m hohe Speicher als Teil einer Abwasserreinigungsanlage verwirklicht. Beim Enteisen der Flugzeuge entsteht Abwasser, das in ihnen gespeichert und dann nach und nach in die Abwasserentsorgung gegeben wird. Die Befüllung mit einer solchen Enteisungsflüssigkeit stellt aber hohe Anforderungen an die Abdichtung der Betonbehälter, weshalb die Wände in »Schüssen« als Ringschalung gefertigt und die Fugen zwischen ihnen angemessen abgedichtet werden müssen. Zur Ausführung gelangte nun unter anderem das Fugenblech AquaproofX® 1, basierend auf der Entwicklung einer speziellen Bügelkonstruktion. Eine besondere Planung in den Untergeschossen bedingte darüber hinaus der 170 m hohe OpernTurm, da er über tiefreichende Fundamente verfügt und die Abdichtung der Betonfugen wegen hoher Grundwasserstände mit größter Sorgfalt zu realisieren war. StekoX arbeitete hier ebenfalls mit der Ed. Züblin AG zusammen, Verwendung fanden wiederum Fugenblech und Injektionsschlauch: Während Ersteres für eine sofortige Abdichtung der Fugen bürgt, gewährleistet das Injektionssystem deren größtmögliche Dichte durch das Einspritzen von Polyurethanharz.

OpernTurm am Opernplatz © StekoX GmbH

»Das Bemerkenswerte bei der zweigeschossigen Halle 11 der Frankfurter Messe und dem dazugehörigen Messeeingang West war, dass die Technikbereiche zunächst als Keller geplant waren, letzten Endes aber als Versorgungskanäle ausgeführt wurden. Das hatte zur Folge, dass hier eine Vielzahl an Fugen abzudichten war«, so StekoX-Geschäftsführer Claus Steinbuch. Errichtet in ElementwandBauweise, verfügt das Gebäude alle 3–4 m über eine vertikale Fuge, wobei die Untergeschosse im Grundwasser stehen. Eine detaillierte Vorplanung war also notwendig, um eine dauerhafte sichere Abdichtung zu erzielen.

[Umrisse]


Eingang zur Messehalle 11 © StekoX GmbH

Injektionssystem wurde von der damaligen Müller-Altvatter Bauunternehmung GmbH, heute BAM Deutschland AG, eingebracht. Alle diese Projekte zeigen deutlich, dass Bauvorhaben stets Unikate sind, für die oft individuelle Lösungen gefunden werden mussten – auch und gerade für die Betonabdichtung. www.stekox.de

[ Produkte und Projekte

Einen 360°-Ausblick über die ganze Stadt bietet der Skyper, ein Hochhaus mit 38 Geschossen und reichlich Platz für Büros. Das Gebäude wurde 2004 fertiggestellt und gehört mit seiner Gesamthöhe von 154 m zu den höchsten Bauwerken Deutschlands. StekoX dichtete hier mit dem Injektionssystem WaterpoofX® 1 die bis zu 3,80 m dicken Bodenplatten ab, das

Erscheinungsbild des Skyper © StekoX GmbH

Sicherheit an Fußgängerüberwegen Robuste Warnleuchte von Osram Opto Semiconductors Gerade zu »verkehrsberuhigteren« Zeiten queren manche Menschen oft die Straße, wenn die Ampel bereits auf Rot gesprungen ist – was nicht immer glimpflich ausgeht. Und genau deshalb hat der spanische Hersteller von Lichtsystemen DSTA mit der sogenannten Light Line eine Lösung entwickelt, die dem Fußgänger zusätzlich zur normalen Ampel direkt vor seinen Füßen

signalisiert, ob ein gefahrloser Überweg möglich ist: Die Warnleuchte ist in den Bürgersteig integriert und funktioniert synchron mit der Ampelschaltung. Derart soll sie für erhöhte Aufmerksamkeit sorgen und dazu anhalten, bei Rot stehenzubleiben, selbst wenn keine Autos zu sehen sind. Für ein schnelles und zuverlässiges Lichtsignal wurden hier rote und grüne

Golden-Dragon-LEDs der Osram Opto Semiconductors GmbH gewählt, die über Ansprechzeiten im Nanosekundenbereich verfügen. Darüber hinaus können sie hier all ihre Stärken ausspielen: LEDs sind sehr robust und trotzen Erschütterungen, Wind und Wetter ebenso wie Verschmutzungen am Gehsteig. Dank der geringen Baugröße der Module sind zudem flache Leuchtendesigns möglich, was auch eine nachträgliche Montage problemlos erlaubt. Und: Sie haben je nach Umgebungsbedingungen eine durchschnittliche Lebensdauer von ca. 100.000 h, die Wartungskosten sind also niedrig, und der Verkehr wird kaum beeinflusst. Erste Testinstallationen der »Light Line« gibt es in den spanischen Städten Burgos und Terrasa, weitere Projekte werden in Kürze folgen. www.osram-os.com

(Zusätzliche) Ampel am Boden © Osram Opto Semiconductors GmbH

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NRW.Bank Münster

Produkte und Projekte

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Optimale Entwässerung durch Birco Im Mai 2007 fiel der Startschuss: Bagger rückten an und rissen die Gebäude ab, einzig die denkmalgeschützten Fassaden blieben erhalten. Und damit das Entwässerungssystem für die neue NRW.Bank Münster stimmig ist, hat Birco ein ganzheitliches Konzept aus unterschiedlichen Rinnentypen entwickelt, die im Zusammenspiel eine optimal funktionierende Gesamtlösung ergeben. Die Süd- und Westfront des historischen Hauses wurden aufwendig saniert, Nordund Ostseite entlang der Haupteinfahrt und zum Innenhof hingegen durch moderne Konstruktionen aus Glas und hellem Naturstein ergänzt, wobei ein Augenmerk auf deren Entwässerung lag. Um die Anmutung dieser Fassaden nicht zu beeinträchtigen, zugleich aber einen dauerhaft wirksamen Schutz gegen Niederschlagswasser zu gewährleisten, wurden zwei unterschiedliche Varianten eingebaut. Im Bereich der Glashülle liegt das Rinnensystem BircoLight in der Nennweite 100 mit aufgeständerten V2A-Längsstababdeckungen, in die ein Ableitblech geführt wurde, so dass das an der Fassade auftretende Niederschlags- und Kondenswasser direkt in die Rinne fließt; die 3 mm dicken, begehbaren Längsstäbe betonen zudem die langgestreckte, filigrane Linienstruktur. Entlang den vorgehängten »Steinflächen« an Haupteinfahrt und Innenhof kam nun das Edelstahlrinnensystem BircoTop Typ Steinfassade zum Einsatz. Die Fassadenelemente sind hier in die Rinne integriert

Längsstababdeckungen am Fassadenfuß © Birco Baustoffwerk GmbH

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und leiten das hinter ihnen anfallende Tropf- wie das Niederschlagswasser gezielt ab, was Staunässe und somit Schäden am Mauerwerk verhindert. Der angrenzende Steinplattenbelag reicht darüber hinaus bis an die Rinne, akzentuiert durch einen gestalterisch ansprechenden Spalt. An der Eingangstür im Innenhof wurden schließlich Edelstahlschlitzrinnen BircoTop Typ Portaltür angeordnet, deren integrierte Längsstababdeckungen für eine optische Einheit mit den Fassadenrinnen sorgen. Die Längsstäbe sind außerdem 4 mm dick und halten daher problemlos Belastungen stand. Die neuerrichteten Gebäudehüllen passen sich dem historischen Vorbild an, Gleiches gilt für die Entwässerung: Gewählt wurde wiederum ein Rinnensystem BircoLight mit aufgeständerten V2A-Längsstababdeckungen, um das Niederschlagswasser sicher abzuleiten. Und an den seitlichen, hinterlüfteten Steinfassaden befinden sich ebenfalls Edelstahlrinnen BircoTop Typ Steinfassade. Rund um die Drehtür am Haupteingang liegt das radiale Edelstahlschlitzrinnensystem BircoTop Typ Karusselltür mit integrierten Längsstäben, seitlich vor ihr befinden sich überdies Revisionsschächte mit eingearbeitetem Oberflächenbelag, die eine unauffällige und einfache Reinigungsmöglichkeit garantieren. Zwischen Alt- und Neubau entstand auf einer leicht erhöhten Sockelfläche ein öffentlich zugänglicher Platz, der an den Längsseiten mit dem Rinnensystem BircoPlus Nennweite 100 mit symmetrischem Schlitzaufsatz entwässert wird. Es bürgt für eine hervorragende Entwässerung, genügt mannigfaltigen architektonischen Anforderungen und verfügt dank

Revisionsschächte zur Reinigung © Birco Baustoffwerk GmbH

Rinnen in gerader Stranganordnung © Birco Baustoffwerk GmbH

Drehtür mit radialen Schlitzrinnen © Birco Baustoffwerk GmbH

4 mm Materialdicke über eine zuverlässige Stabilität. Speziell entwickelte Revisionsschächte erlauben eine einfache Wartung und Reinigung und sind zugleich der Anschlusspunkt für die parallel verlaufende Fassadenentwässerung. Besonderes Charakteristikum im Innenhof sind die Bodenplatten aus speziellem Glas, die den unterirdischen Verbindungsgang zwischen Neu- und Altbau bedecken: Damit auf ihnen auch bei starkem Regen keine Rutschgefahr besteht, wurden sie mit der Spezialrinne BircoTop Typ Glasdach ausgestattet. www.birco.de

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Freiheit variabler Raumplanung Rahmenlose Tür- und Trennwandserie von Saint-Gobain

Beispiel: Volksbank in Lingenfeld © Karl Huber/ Saint-Gobain Deutsch Glas GmbH

vertikalen Rahmenprofilen kaum auffallen und so für transparente und gleichmäßige Fugen sorgen. Mit dem Glas selbst lassen sich aber ebenfalls innenarchitektonische Akzente setzen, denn es kann klar durchsichtig, opak oder aus satiniertem Glas gefertigt oder eben mittels Sieb- und Digitaldruckverfahren gestaltet werden.

Und wenn einmal die Aufteilung der Räume geändert oder ein Umzug vorgenommen werden soll, zeigt sich ein weiterer Pluspunkt des Systems: Die Clip-in-Profile sind ebenso schnell und unkompliziert montiert wie demontiert, und zwar rückstandslos. www.glassolutions.de

[ Produkte und Projekte

Viele Büroetagen bieten heute große Grundflächen, die sich variabel aufteilen lassen. Und mit den flexiblen Clip-in-Trennwänden steht jetzt ein System zur Verfügung, um Räume im Raum zu schaffen, ohne die ursprüngliche Großzügigkeit beeinträchtigen zu müssen. Ob Besprechungs- oder Arbeitszimmer: Die Ganzglaskonstruktion mit dem schallschützenden Verbundsicherheitsglas Stadip Silence hält den Lärm effektiv fern, so dass man vor und hinter diesen Trennwänden ungestört bleibt. Je nach Ausführung sind Schalldämmwerte bis 47 dB realisierbar, wobei die Serie auch schalldämmende Dreh- und Schiebetüren mit Rw = 32–42 dB umfasst. Sie überzeugt zudem unter ästhetischen Aspekten mit ihrer flächigen Wirkung, da die Trennwände mit speziellen Profilen verbunden werden, die im Gegensatz zu


Galleria Centercity in Cheonan

Produkte und Projekte

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Faszinierende Medienfassade von Zumtobel Korea hat einen neuen Superlativ: das Einkaufszentrum Galleria Centercity in Cheonan, einen Giganten, der bereits von weitem sichtbar ist, wenn sich die Fahrt von der 80 km entfernten Hauptstadt ihrem Ende nähert. Atemberaubend sind aber nicht nur die Dimensionen des Konsumtempels, sondern auch die medial bespielte Fassade mit einer Fläche von 12.600 m² – und über 22.000 LED-Lichtpunkten, die dem Bauwerk mittels dynamischer Inszenierungen eine schillernde, aus dem städtischen Kontext eindrucksvoll herausragende Hülle verleihen. Die vom Leuchtenhersteller Zumtobel speziell entwickelten Hochleistungs-LED-Strahler sind so konzipiert, dass sie beinahe unsichtbar in die Außenhaut integriert sind. Dadurch üben die mal schnell, mal langsam über das Gebäude fließenden farbigen Lichtsequenzen eine zusätzliche Faszination auf den Besucher aus. Gemeinsam mit der Bonner Lichtdesign-Schmiede ag Licht und dem Amsterdamer Architekturbüro UNStudio hat Zumtobel diese einmalige Installation verwirklicht.

Projektspezifische Lösung mit LEDs © Kim Yong-kwan/Zumtobel Lighting GmbH

Inszenierung von Bildern und Botschaften © Kim Yong-kwan/Zumtobel Lighting GmbH

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Einkaufszentrum in Korea von UNStudio © Kim Yong-kwan/Zumtobel Lighting GmbH

Wilfried Kramb, Projektleiter von ag Licht resümiert: »Unser Ziel zur Inszenierung der Fassade war es, eine derart große Fläche so zu bespielen, dass der Gesamteindruck des Gebäudes am Abend etwas mit dem Eindruck am Tag gemein hat. Wir wollten erreichen, dass unser Lichtdesign die Schichtigkeit der Fassade und das Spiel mit den überlappenden Profilen widerspiegelt. Daraus ist schließlich die Grundidee entstanden, das Licht aus den Fassadenprofilen auf die rückwärtige Gebäudeschicht zu projizieren. Für uns war das Projekt eine spannende Herausforderung, unter den vorgegebenen Rahmenbedingungen eine innovative Idee zu entwickeln, die alle Beteiligten begeistert.« Das Projekt setzt den erfolgreichen Einstieg von Zumtobel in die Fassadenbeleuchtung fort, von den realisierten Lösungen ist die Galleria Centercity zudem das bislang größte, und es gilt als Meilenstein auf diesem Gebiet. »In Asien werden Einkaufszentren nicht nur um des Konsumierens willen besucht. Shoppinghallen wie die Galleria Centercity sind im Fernen Osten zugleich Orte des sozialen Austausches«, weiß Ben van Berkel, Direktor von UNStudio. »Um das

Kaufhaus als lebendigen Raum zu gestalten, bedurfte es sowohl äußerlich als auch innerlich einer einmaligen Gestaltungskraft, die Besucher anzieht, zum Verweilen einlädt und zum Wiederkommen animiert«, fügt er hinzu. Die medial bespielte Fassade erfüllt genau das: Weiche Farb- und Lichtverläufe in sanften, wellenförmigen Bewegungen zaubern eine faszinierende Bewegung auf die Außenhaut. Eine DMXSteuerung sorgt hier für eine individuelle Programmierung der einzelnen LED-Spots und transferiert die Animationen detailgetreu auf die Gebäudefläche. Aus dem Zusammenspiel aller LED-Strahler folgen so lebendig anmutende Bilder und Botschaften, die fließenden Übergänge zwischen den einzelnen Sequenzen ergeben magische Blickfänge. Trotz der festen Sequenzen, die exakt der Architektur angepasst sind, scheint kein »Bild« dem anderen zu gleichen, so dass das Auge gefesselt wird von einer nicht enden wollenden Licht-Partitur. Präsentiert sich das kubusartige Bauwerk tagsüber in seiner reflektierenden, nicht eindeutig greifbaren Form mit einem Hauch von Mystik, wird es bei Nacht zum schillernden, unendlich wandelbaren Stadtmagneten.

[Umrisse]


Für die Fassade entwarfen die Architekten eine Konstruktion aus doppelten, unsymmetrisch übereinandergelagerten und vertikal angeordneten Profilen, die einen Moiré-Effekt erzeugt. Die hintere Lamellenschicht besteht aus einem Aluminiumpaneel, die vordere hingegen aus maßgeschneiderten Aluminiumdreiecken, die mit gehärtetem Glas versehen sind. Dieses Detail ist für die Lichtwirkung von besonderer Bedeutung, denn die speziell von Zumtobel entwickelten RGB-LED-Strahler sind vollständig in die Profile der äußeren Fassade integriert. Schließlich wird das Licht von dort aus auf die innere Hülle projiziert und auf die Gebäudefläche reflektiert. Das somit indirekte, absolut entblendete Licht ermöglicht es, die grundsätzlich stark fokussierten LED- in großflächige Bildpunkte umzuwandeln. Zumtobel hat insgesamt drei verschiedene Pixelarten eingesetzt, die sich durch unterschiedliche Optiken und die daraus resultierenden Lichtwirkungen differenzieren: Für die Bauwerksecken wurde eine hohe Auflösung von 400 mm x 400 mm Pixel gewählt, für die Übergänge von den geraden Ebenen zu einer Ecke eine mittlere Auflösung. Und die geringe Auflösung von 800 mm x 800 mm Pixel ist optimal für die enormen Dimensionen der geraden Flächen konfektioniert. Von den über 22.000 LED-Punkten sind 12.399 Leuchten à 3,60 W in RGB-Ausführung eingesetzt, die anderen ca. 10.000 in Weiß à 1,20 W. Das Konzept der großflächigen Indirektpixel garantiert neben harmonischen Leuchtdichten eine sehr hohe Effizienz bezogen auf die zu beleuchtende Fläche. www.zumtobel.com

Wir verdichten Parkraum

Neue Park-Lösungen zwischen alten Mauern Zu den Herausforderungen unserer Zeit gehören Umbaumaßnahmen und Sanierungsprojekte von historischer Bausubstanz. Unsere innovativen Parksysteme machen das Unmögliche möglich. Herausragende Projektbeispiele finden Sie hier:

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Eine der weltgrößten Medienfassaden … © Kim Yong-kwan/Zumtobel Lighting GmbH

Securiton GmbH Alarm- und Sicherheitssysteme www.securiton.de www. .securiton.de

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Ein Unternehmen der Securitas Gruppe Schweiz


KfW-70-Standard als Optimum

Produkte und Projekte

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Zukunftweisendes Mauerwerk von KLB Wie weit lassen sich die Energiesparziele beim Hausbau noch vorantreiben? Vergleicht man den in der EnEV 2009 geforderten Primärenergiebedarf für ein exemplarisches Einfamilienhaus von 93 kWh/m²a mit den Vorgaben der ersten Wärmeschutzverordnung von 1995 mit 221 kWh/m²a, lässt sich feststellen, dass der Wärmebedarf deutlich mehr als halbiert werden konnte. Für die Novellierung der EnEV im Jahre 2012 sieht der Gesetzgeber nur noch einen Verbrauch von ca. 62 kWh/m²a vor. Zur Erreichung dieser Ziele entwickelte die Mauerwerksindustrie, wie zum Beispiel die KLB Klimaleichtblock GmbH aus Andernach, Baustoffe, mit denen man entsprechende Gebäudehüllen erstellen kann. In Bezug auf die Bewertung der verschiedenen KfW-Standards herrscht hingegen Verunsicherung. Inwiefern ist eine weitere Senkung des Energiebedarfs sinnvoll? Welcher Standard ist unter wirtschaftlichen und energetischen Gesichtspunkten die beste Wahl? Antwort liefert eine aktuelle Studie der Technischen Universität Berlin, die davon ausgeht, dass mit dem für die EnEV 2012 geplanten Standard, der dem heutigen KfW-70-Haus entspricht, das Optimum erreicht wird: Bei Betrachtung des gesamten Lebenszyklus eines exemplarischen Einfamilienhauses inklusive des »Energetischen Rucksacks« der verwendeten Baustoffe sowie der Unterhaltskosten für die Haustechnik wird der komplette Energiebedarf durch die Verbesserung von Gebäudetechnik und -hülle in Zukunft zwar weiter gesenkt werden können, unter wirtschaftlichen Aspekten sind die Grenzen der Amortisation jedoch inzwischen erreicht. Die besten Ergebnisse werden demnach bereits jetzt mit dem KfW-70Standard erzielt. Hier dürfen der Jahresprimärenergiebedarf (QP) von 70 % und der Transmissionswärmeverlust (H’T) von 85 % der errechneten Werte für das Referenzgebäude nach Tabelle 1 der Anlage 1 der EnEV 2009 nicht überschritten werden.

Funktionsprinzip des Kalopor-Steins © KLB Klimaleichtblock GmbH

Das Erreichen dieses Standards stellt unter anderem hohe Anforderungen an die Gebäudehülle; bewährt hat sich in dem Zusammenhang der Einsatz von Mauerwerk aus Leichtbeton. So entwickelte die KLB Klimaleichtblock GmbH zwei Arten von Mauersteinen, mit denen die Kriterien eines KfW-70-Hauses schon in einschaliger, monolithischer Bauweise ab einer Wanddicke von 30 cm bzw. 36,50 cm erfüllt werden. Bei den Produkten handelt es sich um einen sogenannten geschlitzten Vollblock, den SW 1, sowie um den mit integrierter Dämmung versehenen Kalopor, die sich beide durch mineralische diffusionsoffene Konzeption auszeichnen. A. Krechting, Geschäftsführer der KLB Klimaleichtblock GmbH: »Die Besonderheit unseres Spitzenproduktes ›Kalopor‹ sowie ›Kalopor ultra‹ besteht in seiner integrierten mineralischen Dämmung, die werksseitig in Form von Stecklingen in die Hohlkammern des Steins eingebracht wird. Um eine durchgängige Dämmung zu erreichen, wird auch der Bereich der Stoßfuge isoliert. Dazu werden auf der Baustelle

speziell in einem Karton mitgelieferte Dämmstoffelemente in die Hohlräume im Bereich der Stoßfuge eingebracht. Diese Verfahrensweise ist im Mauerwerksbau ein Novum, denn damit lässt sich die bei vielen Mauerwerkssystemen mit integrierter Dämmung übliche Unterbrechung der Dämmstoffschicht im Bereich der unvermörtelten Stoßfuge vermeiden. Im Gegensatz zum Wandaufbau mit zusätzlicher Wärmedämmung aus Kunststoffen auf der Außenhaut ergibt sich so ein massiver mineralischer und diffusionsoffener Wandquerschnitt. Folglich wird der Feuchteausgleich von innen nach außen kaum eingeschränkt, und das Raumklima bleibt angenehm.« Ab einer Wanddicke von 30 cm erfüllt der Kalopor mit R = 0,09 W/mK also die Vorgaben der EnEV 2009, für den monolithischen Wandaufbau eines KfW-Effizienzhauses 70 mit einer Außenwanddicke von 30 cm sind zudem Steine mit R = 0,08 W/mK verfügbar, und der »Kalopor ultra« wartet sogar mit R = 0,07 W/mK auf. www.klb-klimaleichtblock.de

Zusammenstellung der Ergebnisse © Technische Universität Berlin

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Zumtobel Group Award 2012 Beginn der Bewerbungsfrist Im Jahr 2012 wird Zumtobel, ein internationaler Lichtkonzern, erneut den Zumtobel Group Award vergeben – einen Preis für herausragende Lösungsansätze aus Architektur und Ingenieurwesen, die einen wesentlichen Beitrag zu einer lebenswerten und nachhaltigen Zukunft leisten. Harald Sommerer, CEO der Zumtobel Gruppe und selbst Mitglied der Jury: »Wie gehen wir mit unseren Ressourcen und der Umwelt um? Wie schaffen wir menschenwürdige Lebensbedingungen? Das sind die großen Fragen unserer Zeit. Hier kommt Architekten, Stadtplanern und Ingenieuren eine zentrale Rolle zu. Durch die Kombination technologischer Innovation, neuester Forschungserkenntnisse und herausragender Gestaltungskonzepte können sie zukunftsweisende Lösungsansätze entwickeln. Mit unserem Award möchten wir mehr Aufmerksamkeit für Nachhaltigkeit in der gebauten Umwelt schaffen. Wir freuen uns sehr, dass die ersten beiden Preisverleihungen ein so positives Echo ausgelöst haben, und hoffen, dass wir durch das öffentliche Ausschreibungsverfahren noch mehr Resonanz erzielen können.« In der Kategorie »Gebaute Umwelt«, die mit einem Preisgeld von 80.000 Euro dotiert ist, können Architektur- und Stadtplanungsprojekte eingereicht werden, die innerhalb der letzten beiden Jahre fertiggestellt wurden, höchste ästhetische Ansprüche erfüllen und zudem Perspektiven für optimierte Ressourcennutzung, Umweltschutz und die Verbesserung der Lebensbedingungen aufzeigen. Die Kategorie »Forschung und Initiative« richtet sich an aktuelle Forschungsvorhaben und soziale Initiativen, die zum Zeitpunkt der Einreichung noch nicht abgeschlossen sein müssen. Zielsetzung ist hier, insbesondere die junge Generation von Wissenschaftlern und Planern zu ermutigen, sich mit der Erprobung neuer Wege für Nachhaltigkeit und Menschlichkeit in der gebauten Umwelt zu beschäftigen. Und infolgedessen soll das Preisgeld in Höhe von 60.000 Euro dazu beitragen, die weitere Realisierung des Gewinnerprojekts zu ermöglichen. Die Einreichungsfrist für beide Kategorien beginnt am 15. September und endet am 1. Dezember 2011, die feierliche Preisverleihung wird voraussichtlich im November 2012 stattfinden. www.zumtobel-group-award.com

12. Internationale Energiefachmesse

...for a powerful future Hohe Qualität – Optimaler Mix » 14.000 Besucher, 1.000 Kongressteilnehmer » 350 Aussteller » Einzigartige Vielfalt Mit Energie zum Erfolg » Branchentreffpunkt Nr. 1 » Bauen: Holzbau, Passivhaus » Sanieren: Dämmen, Lüftung Wissen auf höchsten Niveau » 4. Bundesarbeitskreis Altbau-Forum » Sonderschau Holzbau » 5. Fachtagung Dezentrale Mini- und Mikro-Kraft-Wärme-Kopplung

22. – 25.09.2011 Messe Augsburg www.renexpo.de

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Renexpo® in Augsburg

Nachrichten

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Internationale Energiefachmesse von Reeco

Auf der 12. Internationalen Energiefachmesse Renexpo® präsentieren die knapp 350 Aussteller einen umfassenden Überblick über die neuesten Entwicklungen bei regenerativer Energieversorgung, intelligenter -verteilung und effizienter -verwendung. Und auch in diesem Jahr treffen sich hier wieder über 14.000 Entscheidungsträger, Investoren und Multiplikatoren aus ganz Europa, zum Kongress werden zudem über 1.000 Teilnehmer erwartet.

Mit dem Messeschwerpunkt »Zukunftsfähige Gebäude« hat die Renexpo® eine Plattform für Energieeffizienz bei Bau und Sanierung geschaffen, die sich mit moderner Baukultur auseinandersetzt: Ausstellungsschwerpunkte sind einerseits Elemente nachhaltiger Architektur wie Wärmedämmung, ökologische Baustoffe, Holzbau und Passivhaus sowie zum anderen die Energieeffizienz bei Heizung, Kühlung und Lüftung, ergänzt durch das Thema Dienstleistung rund um Planung, Beratung, Förderung und Forschung. In den begleitenden Kongressen zeigen ausgewählte Experten der Branche erfolgversprechende Entwicklungen, zukünftige Trends, neueste Technologien und praxisorientierte Lösungen. So gibt der soge-

nannte BBE-Fachkongress für Holzenergie beispielsweise einen aktuellen Überblick zu eben jenem Thema, während sich eine weitere Fachtagung Fragen der dezentralen Mini- und Mikro-Kraft-WärmeKopplung widmet. Zu den neuen Kongressthemen zählen wiederum »(Groß-)Wärmepumpen und Wärmenetze« sowie »Zukunftsfähige Stromnetze«. Die Renexpo® hat sich in den vergangenen elf Jahren zu einer der bedeutendsten Energiefachmessen in Europa etabliert, auf internationaler, bundesweiter und regionaler Ebene Aussteller, Besucher und Tagungsteilnehmer zusammenbringend. www.renexpo.de www.reeco.eu

»Veränderungen« im Stuttgarter Straßenraum Plakatgalerie der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Auch in diesem Jahr sind wieder neun künstlerische Großflächenplakate von Kommunikationsdesign-Studierenden der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart zu sehen – an der vielbefahrenen Kreuzung von Prag- und Löwentorstraße und damit im Zentrum der baden-württembergischen Landes-

Großflächengestaltungen am Rosensteintor © Martin Lutz

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hauptstadt. Seit Mitte Juli beim Baugelände am Rosensteintor zu goutieren, wird diese Plakatgalerie zum Thema »Veränderungen« von der SV SparkassenVersicherung initiiert, um auf die künstlerischen Leistungen des Nachwuchses aufmerksam zu machen, ihnen also eine öffentliche Plattform zu bieten.

Die Serie von Großflächengestaltungen zeigt die ausgewählten Ergebnisse einer Projektarbeit aus dem sechsten bis zehnten Semester der Klasse von Niklaus Troxler. »Plakate, oft auch als Galerie der Straße benannt, haben bis heute kaum von ihrer Faszination eingebüßt. Wir leben in einer Welt der ständigen Veränderung, und so haben die Studierenden Plakate zu diesem Thema geschaffen. Plakate verlangen eine kommunizierende Idee, einen Überraschungseffekt und vor allem ein schnelles Erfassen. Die erreichten Plakatlösungen überraschen und sind äußerst mannigfaltig. Es sind Beispiele heutiger visueller Gestaltung und somit Zeitzeichen der heutigen Jugend«, so der Professor für Kommunikationsdesign. Vorgestellt werden Arbeiten von Andreea Asavinei, Marina Gärtner, Lena Haase, Helen Hauert, Ramona Heiligensetzer, Tim Jüdemann, Benjamin Kivikoski, Julia Schneider und Anne Schütthoff – als ein Teil des 250-jährigen Akademiejubiläums, der bis (voraussichtlich) Mitte September zur näheren Begutachtung einlädt. www.abk-stuttgart.de

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Trinkwasser für Haiti Engagement von Grünbeck Mitarbeiter der Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH aus der Fertigung hatten in ihrer Freizeit die Montage des Containers vorgenommen und somit einen sehr wichtigen Beitrag für diese Spende geleistet. Die Vorbereitungen für den Transport des

zweiten Containers nach Haiti sind mittlerweile in vollem Gange, Einsatzort wird das SOS-Kinderdorf »Santo« sein – finanziert aus Spenden von Grünbeck-Zulieferern und Unternehmen aus der Region Dillingen. www.gruenbeck.de

[ Nachrichten

Nach einer längeren Wartezeit gibt es endlich positive Nachrichten aus Haiti: Der Trinkwassercontainer der Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH, der nach dem schweren Erdbeben auf den Weg gebracht wurde, hat inzwischen seinen Betrieb aufgenommen und liefert ca. 900 l/h reines Trinkwasser. Standort ist das SOS-Kinderdorf »CapHaitien«, es liegt 150 km nördlich der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince und ist zudem das größte in dieser Region. Der Container versorgt das komplette Kinderdorf wie externe Bewohner mit Trinkwasser und hilft derart, die Ausbreitung gefährlicher Infektionen durch verkeimtes Wasser zu vermeiden. Die Wasserqualität wird laufend durch die SOS-Techniker kontrolliert, die Messdaten zeigen eine konstante Funktionstüchtigkeit der Aufbereitungsanlage trotz der schwierigen Bedingungen.

Auslieferung der Aufbereitungsanlage © Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH

Schinkel-Wettbewerb 2012 157. Auslobung des AIV zu Berlin www.malteser-helfen.de

Im Fokus des Schinkel-Wettbewerbs 2012 steht die Stadtmitte von Potsdam mit ihren starken architektonischen Gegensätzen von barocker Bebauung, Plattenbauten als Erbe der DDR und den nach 1989 errichteten Neubauten. In Zukunft wird sie sich dank einer wachsenden und zudem jungen Bevölkerung wohl wandeln, weshalb für deren Lebens- und Wohnformen Lösungen gesucht werden. Die Aufgabenstellung eröffnet also vielfältige Spielräume für städtebauliche und architektonische Ideen, wobei für die zu planenden Gebäude zukunftsweisende Konzepte zur Schonung energetischer und natürlicher Ressourcen erwartet werden – und in der Fachsparte Verkehr und Eisenbahn eine Verbesserung des innerstädtischen Nahverkehrs. Abgabetermin für die Einreichung aller Entwürfe ist der 30. Januar 2012. Der Schinkel-Wettbewerb des Architekten- und IngenieurVereins (AIV) zu Berlin wird seit 1855 jährlich ausgelobt und ist eine der größten Ideen- und Förderkonkurrenzen für den Nachwuchs im deutschsprachigen Raum: Die Teilnehmer dürfen nicht älter als 35 Jahre sein. Er wird interdisziplinär in den Fachbereichen Städtebau, Landschaftsplanung, Architektur, Verkehrswesen, Bauingenieurwesen sowie in den fachübergreifenden Querschnittsthemen Kunst und Bauen, Technische Gebäudeausstattung und Kooperation ausgeschrieben. Zu seinen Förderern zählen unter anderem der Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie die Senatorin für Stadtentwicklung Berlin. www.aiv-berlin.de

[Umrisse]

» Hungersnot Ostafrika: Malteser helfen in der Not!« Um Leben zu retten, verteilen die Malteser Lebensmittel, insbesondere an Kinder, Schwangere und stillende Frauen. Retten Sie Leben – spenden Sie jetzt! Spendenkonto: ADH e.V., Kto.-Nr. 10 20 30, BLZ 370 205 00 (BfS, Köln) Stichwort: Hunger Ostafrika Die Malteser sind Mitglied von:

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Schinkel-Wettbewerb 2011

Nachrichten

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Renommierter Preis des AIV zu Berlin

Die Jury des Architekten- und IngenieurVereins (AIV) zu Berlin hat die Preise im diesjährigen Schinkel-Wettbewerb vergeben. Die Aufgabe war, für den innerstädtischen Campus der Technischen Universität Berlin und der Universität der Künste zukunftsfähige Konzepte zu erstellen, die ihre Potentiale aufgreifen und entwickeln – mit dem Ziel, beide »Lehranstalten« stärker in den städtischen Alltag einzubinden. Insgesamt 172 Arbeiten von 375 Teilnehmern aus Deutschland, Österreich, Irland, Polen und Spanien gingen ein und wurden von über 55 ehrenamtlichen Juroren bewertet, die eine Preissumme von 16.000 Euro zu verteilen hatten. Mit dem radikalen Entwurf »Daidalos« gewannen Sebastian Awick und Christian Seidel, die an der Technischen Universität Berlin Architektur studieren, einen der Schinkel-Preise: Wo die Straße des 17. Juni wegen des Verkehrs schwer zu überwinden ist, sieht ihr Vorschlag eine Anhebung der Fahrbahn vor. Durch die so gebildete Passage könnten Fußgänger den Campus unterirdisch durchqueren, unter dem Boulevard entstünde zugleich eine große Fläche für einen neuen Platz, gerahmt von lichten Räumen für einen zentralen Seminarbereich und Cafés.

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»Mit einer konsequenten Maßnahme wird ein überzeugender Vorschlag für die Verkehrsführung vorgelegt, der gleichzeitig die Räume für das Learning Center erzeugt«, so die Jury. Für ihre herausragende Idee wurde den beiden jungen Planern außerdem ein mit 1.000 Euro dotierter Sonderpreis des Deutschen Beton- und Bautechnik-Vereins zuerkannt. Für den sensiblen und zugleich innovativen Umgang mit dem denkmalgeschützten Leo-Bau, einem für Strömungsversuche genutzten Umlaufkanal auf der Berliner Schleuseninsel, erhielt das Team aus Gregor Korpas und Mark Karl Schulz, Studenten des Bauingenieurwesens an der Technischen Universität Berlin, dem Innenarchitekten Albert Pérez, Barcelona, und der Berliner Architektin Emanuela Smiglak den zweiten Schinkel-Preis. Sie regen eine Neugestaltung der Schleuseninsel an, um gemäß Auslobung attraktive Räume für die Kreativwirtschaft zu schaffen, wobei sich die von ihnen gewählte Formensprache für eine Brücke und die neuen Gebäude an den markanten Röhren eines Umlauftanks am Leo-Bau und dessen Treppe orientiert: »Die Arbeit zeigt in überzeugender Weise eine sehr gelungene Zusammenarbeit zwischen den beiden Disziplinen«, wie die Jury meint. An die Gruppe ging darüber hinaus auch das Reisestipendium der Hans-JoachimPysall-Stiftung in Höhe von 2.500 Euro, gedacht für eine Italien-Reise, so wie sie der Namensgeber des Wettbewerbes, Karl-Friedrich-Schinkel, ehedem selbst unternahm. Mit »Turning Torso« entwarfen Tom Kohr und Dana Kummerlöw, Studenten an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus, eine Brücke, die laut Jury der Fachsparte Konstruktiver Ingenieurbau einen »beschwingten Akzent zum klobigen Leo-Bau« setze und die mit dem zweiten, vom Deutschen Beton- und BautechnikVerein gestifteten und mit 1.500 Euro dotierten Sonderpreis ausgezeichnet wurde. Mit Anerkennungspreisen in Höhe von jeweils 1.000 Euro wurden zudem fünf weitere Arbeiten prämiert:

Dokumentation der Ergebnisse © AIV zu Berlin

Fabian Seeberger und Philipp Walenta von der Leibniz Universität Hannover in der Fachsparte Architektur; Martin Gebhardt, Johannes Hipp, Peter Mackensen und Larissa Rensing von der Technischen Universität Berlin in der Fachsparte Städtebau; Silvia Kobel und Agnieszka Szewczyk von der Bauhaus Universität Weimar in der Fachsparte Städtebau; Sabrina Güßregen und Steffen Maier von der Hochschule Konstanz in der Fachsparte Städtebau; Kai Helfenbein und Krzysztof Nowak von der Universität Kassel in der Fachsparte Landschaftsarchitektur. Und über den (Landschaftsarchitektur-)Sonderpreis der LennéAkademie in Höhe von 1.000 Euro durften sich schließlich Stefan Wälder und Christian Zwick von der Universität Karlsruhe freuen. www.aiv-berlin.de

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Bündelung des Kerngeschäfts Veränderungen bei Hochtief Solutions Die bisherigen Unternehmen treten jetzt einheitlich als Hochtief Solutions auf. Laufende Immobilienentwicklungen werden aus rechtlichen und steuerlichen Gründen von der Hochtief Projektentwicklung GmbH realisiert. Hochtief Energy Management, dessen Kerngeschäft das EnergieContracting ist, behält aus juristischen Gründen seine bisherige Rechtsform, wird aber operativ vollständig in das vernetzte Leistungsportfolio von Hochtief Solutions integriert; Gleiches gilt für die Gesellschaften Streif Baulogistik und aurelis. Die Hochtief Solutions AG bietet ihren Kunden vernetzte Lösungen. Das Spektrum der Leistungen umfasst den gesamten Lebenszyklus von Immobilien sowie Infrastruktureinrichtungen und reicht von der Planung und Entwicklung über den Bau bis zum Betrieb – gegliedert in sechs untereinander vernetzte Sparten: – Service Solutions mit Energieberatung, Facility-Management-Planung, Energie-Contracting und dem ganzheitlichen Betrieb von Gebäuden, Liegenschaften, Prozessen und Anlagen,

Real Estate Solutions mit der Entwicklung von Wohn- und Gewerbeimmobilien, Energy and Infrastructure Solutions mit der Realisierung komplexer Ingenieurprojekte in den wachstumsstarken Bereichen Energie- und Verkehrsinfrastruktur, International Project Solutions mit Baudienstleistungen in den größten europäischen Auslandsmärkten sowie in Indien, Südamerika und dem Mittleren Osten, Classic Solutions mit dem traditionsreichen deutschen Hochbau und der Baulogistik sowie ConstructionManagement als zusätzlicher Dienstleistung, Engineering Solutions mit der hohen Ingenieur- und Beratungskompetenz in den Geschäftseinheiten Consult und Vicon. www.hochtief-solutions.de

[ Nachrichten

Die Hochtief Solutions AG hat nach Abschluss aller rechtlichen Eintragungen nun das Geschäft der bisherigen Gesellschaften Hochtief Construction, Hochtief Projektentwicklung und Hochtief Facility Management unter einem Dach gebündelt. Die neue Einheit und ihre Tochtergesellschaften beschäftigen ca. 15.000 Mitarbeiter in Europa und in ausgewählten Regionen weltweit und realisieren eine Leistung von ca. 3,60 Milliarden Euro. In den Vorstand der neuen Aktiengesellschaft wurden Henner Mahlstedt als Vorsitzender sowie Rainer Eichholz, Bernd Romanski und Heiner Helbig berufen. Henner Mahlstedt: »Die schlankere Struktur beschleunigt Entscheidungen und die gemeinsame Erschließung von Wachstumsmärkten. Unsere Kunden behalten die bewährten Ansprechpartner in den jeweiligen Sparten.«

wir sind Ihre zuverlässigen und erfahrenen Partner, wenn es um die Ausrichtung von Pressekonferenzen, Vortragsveranstaltungen Fachexkursionen Firmenbesichtigungen oder die Vorstellung neuer Produkte und Verfahren geht. Ob auf einer Messe, in Ihrem Unternehmen oder in einer ausgewählten Location, wir sind mit Freude, Erfahrung und Engagement für Sie im Einsatz. Ihre Wünsche und Ansprüche werden umgesetzt und Geschäftspartner, Mitarbeiter, Freunde und Besucher überzeugt und begeistert. Unser Bestreben gilt Ihrem Erfolg. Lassen Sie sich überraschen und fordern Sie uns heraus. Konzepts . Biebricher Allee 11b . 65187 Wiesbaden www.mixedmedia-konzepts.de . email: info@mixedmedia-konzepts.de

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Straßenbrücke nach ganzheitlichen Wertungskriterien

Nachrichten

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Ergebnis im Ideenwettbewerb der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau

Erster Preis: Ingenieurgruppe Bauen © Ingenieurgruppe Bauen

Die Sieger des mit 35.000 Euro dotierten Ideenwettbewerbs »Entwurf einer Straßenbrücke nach ganzheitlichen Wertungskriterien« stehen fest. Der erste Preis ging an die Ingenieurgruppe Bauen, Karlsruhe, deren Arbeit sich durch ein schlankes Tragwerk in Spannbetonbauweise und eine transparente Wirkung im Vorlandbereich auszeichnet. »Dem Beitrag gelingt es in hervorragender Weise, den mit der Auslobung verbundenen ganzheitlichen Ansatz einer Entwurfsaufgabe plausibel aufzuzeigen. So kann der Entwurf (…) sowohl bei den ökologischen als auch den ökonomischen Kriterien überzeugen. (…) Die als semiintegrales Tragwerk konzipierte Brückenkonstruktion zeichnet sich besonders durch wohldurchdachte konstruktive Lösungen mit minimiertem Wartungs- und Instandhaltungsaufwand aus und besticht außerdem durch eine Detailausarbeitung auf einem hohen technischen Niveau. Die innovativen Ansätze des Wettbewerbsbeitrags reichen von schlanken Fertigteilstützen über die Minimierung der Verschiebewege bei den Übergangskonstruktionen und Kappen aus hochfestem Beton bis hin zur Verwendung von recycelten Materialien«, so die Jury.

Den zweiten Preis erhielt die SSF Ingenieure AG, München. Ihr Vorschlag sieht einen Verbundplattenbalken mit luftdicht verschweißten Hohlkästen aus WT-Stahl vor, der lediglich über den Uferpfeilern des Flussfeldes eine leichte Voutung aufweist, von der Jury folgendermaßen beurteilt: » (…) Neben dem Einsatz von wetterfestem Baustahl, der offenen Rinne für die Längsentwässerung und einer Fingerübergangskonstruktion mit Klemmrinne und großem Quergefälle als Neuerungen zeichnet sich der Beitrag vor allem durch die Entwicklung eines Baukastensystems aus, dessen Realisierung keine oder nur minimale Risiken für die lokale Umwelt erwarten lässt. Vorgefertigte Stahllängsträger und Betonfertigteile als Querträger bilden einen Trägerrost, auf den FertigteilDeckenelemente aufgelegt und dann zur Fahrbahnplatte ausbetoniert werden. Die Vorzüge dieser bewusst schlicht anmutenden Lösung liegen dementsprechend in einer guten ökologischen und ökonomischen Qualität.«

Mit dem dritten Preis würdigte die Jury den Entwurf der Ingenieurbüro Grassl GmbH, München: »Die Wettbewerbsarbeit überzeugt mit einem ausgewogenen Gesamtkonzept. Durch die Konstruktion des Überbaus als Stahlverbundträger über dem Flussfeld und als SpannbetonPlattenbalken im Vorlandbereich der Isar werden die Vorteile beider Bauweisen genutzt. Die Arbeit erreicht bei den Bewertungskriterien ökonomische Qualität und ökologische Qualität gute Werte. Bezüglich der Gestaltung und der Einbindung in die Landschaft wird der Entwurf der örtlichen Situation gerecht. Die Betonung des Flussfelds durch ein Sprengwerk verleiht dem Bauwerk eine gewisse Spannung.«

Dritter Preis: Ingenieurbüro Grassl GmbH © Ingenieurbüro Grassl GmbH

Zweiter Preis: SSF Ingenieure AG © SSF Ingenieure AG

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Ausgelobt wurde der Wettbewerb von der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau mit Unterstützung durch die Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Inneren. Die wissenschaftliche Begleitung oblag dem Lehrstuhl für Massivbau der Technischen Universität München, finanzielle Unterstützung gewährten das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit sowie die Landesgewerbeanstalt Bayern – und dem Preisgericht gehörten an: – Dipl.-Ing. Barbara Burkhard, Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, München, – Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. Oliver Fischer, Technische Universität München, – Dipl.-Ing. Karl Goj, Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, München,

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Prof. Dr.-Ing. Werner Lang, Technische Universität München, Prof. Dr.-Ing. Ingbert Mangerig, Universität der Bundeswehr München, Dipl.-Ing. Alexander Putz, Igl, Putz + Partner, Landshut, Dr.-Ing. Heinrich Schroeter, Bayerische Ingenieurekammer-Bau, München, Dipl.-Ing. Michael Wiederspahn, Verlagsgruppe Wiederspahn, Wiesbaden, Dr.-Ing. Uwe Willberg, Autobahndirektion Südbayern, München. www.bayika.de

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Die Bewertung der eingereichten Wettbewerbsbeiträge erfolgte auf Basis einer speziell entwickelten Matrix nach den vier Hauptkriterien – ökonomische Qualität, – ökologische Qualität , – soziokulturelle Qualität, – konstruktive Qualität, wobei der gesamte Lebenszyklus des Bauwerkes betrachtet und auch externe ökonomische und ökologische Effekte, wie zum Beispiel volkswirtschaftliche Kosten oder Emissionen durch baubedingte Verkehrsbehinderungen, berücksichtigt wurden.

(Neue) Bergstation Reißeck Wettbewerbsgewinn durch Zechner & Zechner Die Verbund Tourismus GmbH plant am Reißeck in Österreich die Neuerrichtung eines Restaurants in 2.250 m Seehöhe und damit eines Hauses, in dem zugleich die Bergstation der dortigen Höhenbahn sowie ein Informations- und Ausstellungsbereich untergebracht werden sollen. Den internationalen, geladenen Wettbewerb konnte das Architekturbüro Zechner & Zechner aus Wien für sich entscheiden. In ihrem Entwurf wird die Bergstation als gebaute Landschaft interpretiert, die sich natürlich aus der Topographie heraus entwickelt. Das heißt, der Sockel der Station folgt in seinem Schwung den Höhenschichtenlinien des Geländes und unterstreicht das auch in seiner steinernen Materialität, das Dach greift hingegen wie eine schützende Schneewechte über das Gebäude. Trotz Verzichts auf den typischen Formenkanon des alpinen Bauens gelingt derart eine sensible Antwort auf den besonderen Ort, die zudem dem Selbstverständnis des Bauherrn als ökologischen Energieproduzenten entspricht.

Und so wird die Ankunft am Berg durch eine Sequenz von unterschiedlich ausgeprägten Räumen inszeniert: Während das in den Hang integrierte und nach außen hin abgeschlossene Erdgeschoß Assoziationen zu Höhlen und Tunnels weckt, verstärkt es den Kontrast beim Austritt ins Freie oder ins offen gestaltete Restaurant. Die exponierte Lage bedingt allerdings einen hohen Vorfertigungsgrad sowie

eine angemessene Dimensionierung der Bauteile in Hinblick auf Transport und Montage, weshalb die Wahl auf Holz als wesentlichen Werkstoff fiel. Heizung und Warmwasserbereitung erfolgen größtenteils durch thermische Solarkollektoren, wodurch ein erheblicher Anteil des Energiebedarfs durch Sonnenenergie abgedeckt wird. www.zechner.com

Ausgezeichneter Entwurf © Zechner & Zechner ZT GmbH

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Road Atlas. Straßenfotografie Ausstellung in den sogenannten Opelvillen in Rüsselsheim bis 16. Oktober; Mi–So 10–21 Uhr, Fr–So 10–18 Uhr.

Termine

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Stiftung Opelvillen Ludwig-Dörfler-Straße 9, 65428 Rüsselsheim Tel.: 0 61 42/83 59 07

Ausstellungen Dietmar Feichtinger Architectes Ausstellung in der Galerie d’ Architecture in Paris bis 26. September; Mi–Sa 11–19 Uhr. La Galerie d’ Architecture 11 Rue des blanc Manteaux, F – 75004 Paris Tel.: 00 33/1/49 96 64 00

125 Jahre Architekturmuseum Ausstellung in der Bauakademie in Berlin bis 30. September; täglich 11–18 Uhr. Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin Straße des 17. Juni 150, 10623 Berlin Tel.: 0 30/3 14-2 31 16

Donald Judd: A good Chair is a good Chair Ausstellung in der Pinakothek der Moderne in München bis 9. Oktober; Di–So 10–17 Uhr. Pinakothek der Moderne Arcisstraße 21, 80333 München Tel.: 0 89/2 38 05-3 83

Fetisch Auto. Ich fahre, also bin ich Ausstellung im Museum Tinguely in Basel bis 9. Oktober; Di–So 11–18 Uhr. Museum Tinguely Paul-Sacher-Anlage 1, CH – 4002 Basel Tel.: 00 41/61/6 81 93 20

Eine Krone für die Stadt Halle. Walter Gropius im Wettbewerb Ausstellung in der Stiftung Moritzburg in Halle bis 9. Oktober; Di 10–19 Uhr, Mi–So 10–18 Uhr. Stiftung Moritzburg Friedemann-Bach-Platz 5, 06108 Halle (Saale) Tel.: 03 45/2 12 59-12

Architektur und Geschichte von Bibliotheken Ausstellung im Architekturmuseum der Technischen Universität München in der Pinakothek der Moderne in München bis 16. Oktober; Di–So 10–17 Uhr. Architekturmuseum der Technischen Universität München in der Pinakothek der Moderne Arcisstraße 21, 80333 München Tel.: 0 89/2 38 05-3 83

“&: Robert & Durrer Ausstellung im Gewerbemuseum Winterthur bis 23. Oktober; Di–So 10–17 Uhr, Do 10–20 Uhr. Gewerbemuseum Winterthur Kirchplatz 14, CH – 8400 Winterthur Tel.: 00 43/52/2 67 51 36

Alessandro Mendini. Wunderkammer Design Ausstellung im Staatlichen Museum für Kunst und Design in Nürnberg bis 23. Oktober; Di–So 10–18 Uhr, Do 10–20 Uhr. Staatliches Museum für Kunst und Design Luitpoldstraße 5, 90402 Nürnberg Tel.: 09 11/2 40 20-0

Ernst May 1886–1970. Neue Städte auf drei Kontinenten Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main bis 6. November; Di–Sa 11–18 Uhr, Mi 11–20 Uhr, So 11–19 Uhr. Deutsches Architekturmuseum Schaumainkai 43, 60596 Frankfurt am Main Tel.: 0 69/2 12-3 88 44

Dominique Marc Wehrli. Architektur Fotografie Positionen Ausstellung im Architekturfoyer der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich bis 10. November; Mo–Fr 8–22 Uhr. Eidgenössische Technische Hochschule Zürich Hönggerberg, HIL 75, CH – 8092 Zürich Tel.: 0041/44/6 33 29 63

Belgrad: Monumente der Architektur Ausstellung im Ringturm in Wien bis 11. November; Mo–Fr 9–18 Uhr. Vienna Insurance Group Schottenring 30, A – 1010 Wien Tel.: 00 43/50/3 50-2 10 29

Wohnraum Alpen Ausstellung im Architekturmuseum Schwaben in Augsburg bis 20. November; Di–So 14–18 Uhr. Architekturmuseum Schwaben Thelottstraße 11, 86150 Augsburg Tel.: 08 21/22 81 83-0

Architektur im Aufbruch. Planen und Bauen in den 1960er und 70er Jahren Ausstellung im »Spanischen Bau« in Köln bis 6. November; Di–So 10–18 Uhr. Museum für Architektur und Ingenieurbaukunst NRW e.V. Leithestraße 33, 45886 Gelsenkirchen Tel.: 02 09/9 25 78-0

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Tagungen Messen

EKS-Jahrestagung 2011

Intergeo 2011

Hinte GmbH Bannwaldstraße 60, 76185 Karlsruhe Tel.: 07 21/83 14 24-4 60

Deutscher Stahlbau-Verband DSTV Sohnstraße 65, 40237 Düsseldorf Tel.: 02 11/6 70 78 00

Rosenheimer Fenstertage 2011 Expo Real 2011 14. Internationale Fachmesse für Gewerbeimmobilien und Investitionen in München vom 4. bis 6. Oktober; Auskünfte und Anmeldung: Messe München GmbH Messegelände, 81823 München Tel.: 0 89/9 49 20 72-0

39. Vortragsveranstaltung zu Fragen des Fenster- und Fassadenbaus in Rosenheim vom 13. bis 14. Oktober; Auskünfte und Anmeldung: ift Rosenheim GmbH Theodor-Gietl-Straße 7–9, 83026 Rosenheim Tel.: 0 80 31/2 61-0

IAKS Congress 2011 aqua alta 2011 Fachmesse mit Kongress für Klimafolgen, Hochwasserschutz und Wasserbau in Hamburg vom 11. bis 13. Oktober; Auskünfte und Anmeldung: Hamburg Messe und Congress GmbH Messeplatz 1, 20357 Hamburg Tel.: 0 40/35 69-24 41

22. Fachkongress für Planung, Bau, Modernisierung und Management von Sport- und Freizeitanlagen in Köln vom 26. bis 28. Oktober; Auskünfte und Anmeldung: IAKS Internationale Vereinigung Sport- und Freizeiteinrichtungen e.V. Eupener Straße 70, 50993 Köln Tel.: 02 21/16 80 23-0

inter airport 2011 18. Internationale Fachmesse für Flughafenausstattung, -technik, -gestaltung und -service in München vom 11. bis 14. Oktober; Auskünfte und Anmeldung: Mack Brooks Exhibitions Ltd. Romeland House, St. Albans AL3 4ET Tel.: 00 44/17 27/81 44 00

interlift 2011 Internationale Fachmesse für Aufzüge, Komponenten und Zubehör in Augsburg vom 18. bis 21. Oktober; Auskünfte und Anmeldung: AFAG Messen und Ausstellungen GmbH Messezentrum, 86159 Augsburg Tel.: 09 11/9 88 33-0

[ Termine

17. Internationale Fachmesse für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement in Nürnberg vom 27. bis 29. September; Auskünfte und Anmeldung:

Kongress der Europäischen Konvention für Stahlbau (EKS) zum Thema »Steel Construction. Global Change for 2050« in Potsdam vom 21. bis 22. September; Auskünfte und Anmeldung:

Veranstaltungen

Wettbewerbe Deutscher Ziegelpreis 2011 Auszeichnung für »energetisch vorbildliche und gestalterisch überzeugende« und zudem nicht mehr als drei Jahre alte Ziegelbauten, Einsendeschluss ist der 30. September; Auskünfte und Anmeldung: Ziegel Zentrum Süd e.V. Beethovenstraße 8 , 80336 München Tel.: 0 89/74 66 16-11

Zumtobel Group Award 2012 Preis(e) für zukunftsorientierte Lösungsansätze in Architektur und Ingenieurwesen in den Kategorien »Gebaute Umwelt« und »Forschung und Initiative«, Bewerbungsende ist der 1. Dezember; Auskünfte und Anmeldung: Zumtobel AG Höchster Straße 8 , A – 6850 Dornbirn Tel.: 00 43/55 72/5 09-0

Tag des offenen Denkmals

Stahl-Innovationspreis 2012

Traditioneller (Denkmal-)Tag unter dem diesjährigen Motto »Romantik, Realismus, Revolution. Das 19. Jahrhundert« mit der Möglichkeit zur Besichtigung von bundesweit mehr als 7.500 Bau- und Bodendenkmalen am 11. September; Auskünfte und Anmeldung:

Würdigung neuer (realisierter) Ideen aus Stahl in den Kategorien »Produkte aus Stahl«, »Stahl in Forschung und Entwicklung«, »Bauteile und Systeme aus Stahl für das Bauen« und »Stahl-Design«, Einreichungstermin ist der 16. Januar 2012; Auskünfte und Anmeldung:

Deutsche Stiftung Denkmalschutz Schlegelstraße 1, 53113 Bonn Tel.: 02 28/90 91-0

Stahl-Informations-Zentrum Sohnstraße 65, 40237 Düsseldorf Tel.: 02 11/67 07-0

Bundesgartenschau 2011 FSB 2011 Internationale Fachmesse für Freiraum, Sport- und Bäderanlagen in Köln vom 26. bis 28. Oktober; Auskünfte und Anmeldung: Koelnmesse GmbH Messeplatz 1, 50679 Köln Tel.: 02 21/8 21-0

[Umrisse]

Traditionelle »Landschaftsausstellung« mit reichhaltigem Begleitprogramm sowie der Möglichkeit einer Seilbahnfahrt über den Rhein in Koblenz bis 16. Oktober; Auskünfte und Anmeldung: Bundesgartenschau Koblenz 2011 GmbH Kastorpfaffenstraße 21, 56068 Koblenz Tel.: 02 61/2 01 65 65 65

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[Umrisse] Zeitschrift für Baukultur ISSN 1437 - 2533 11. Jahrgang Ausgabe 3/4∙2011 www.umrisse.de

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Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, insbesondere das der Übersetzung in fremde Sprachen, vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form reproduziert oder in eine von Maschinen verwendbare Sprache übertragen werden. Mit Ausnahme der gesetzlich zugelassenen Fälle ist eine Verwertung ohne Einwilligung des Verlages strafbar. Herausgeber Chefredaktion Verlag

Dipl.-Ing. Michael Wiederspahn Vorstandsmitglied AIV Wiesbaden Dipl.-Ing. Michael Wiederspahn

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