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Das Kundenmagazin von Globetrotter Ausr端stung

Winter 2012

Ausgabe 36 2,50 Euro


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DRAUSSEN ZU HAUSE


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Editorial

Was bedeutet »Sortimentstiefe«? Zum Beispiel 23 Sorten Zeltnägel. Mehr Heringe gibt’s nur auf dem Fischmarkt.

»Wir machen es lieber anders« Discountmärkte, Onlinehändler ohne Filialen, Markenshops … im Fachhandel wird der­zeit viel ausprobiert. Globetrotter Ausrüstung setzt dagegen auf Beratungskompetenz und Sortimentstiefe. Warum? Das fragten wir Geschäftsführer Thomas Lipke.

Thomas, auf www.globetrotter.de finde ich 60 000 Produktbewertungen von Kunden – brauche ich­ angesichts dieser »Schwarmintelligenz« überhaupt noch persönliche Beratung? Die Produktbewertungen sind eine tolle Ergänzung, darum bieten wir das auch an. Als ausschließliche Info­quelle haben sie ihre Tücken. Wenn jemand seinen Schlafsack innig liebt, könnte es für andere Kunden trotzdem einen noch besseren geben. Das kann nur einschätzen, wer sämtliche Schlafsäcke kennt. Der Berater in der Filiale also … Ja, aber wir sehen das sogar noch umfassender. Schon an der Auswahl des Sortiments sind mehr als 100 Leute aus Einkauf, Handbuchredaktion und Filialen be­teiligt. Wir bieten das größte und vielfältigste Angebot der Branche. Die Produkte konkurrieren um die Gunst der Kunden, der Berater hilft mit professionellem Ratschlag bei der Wahl. Das Feedback der Kunden fließt über die Berater zurück zum Einkauf und hat großen Einfluss auf die Entwicklung des Sortiments. So wird der Schwarm noch intelligenter.

Anderswo funktioniert es doch auch ohne Berater, Stichwort Elektromärkte oder reine Onlinehändler. Das sind lukrative Geschäftsmodelle. Man haut Mainstream-Produkte raus oder bezahlt die wenigen Verkäufer auf Provisionsbasis. Doch das geht zulasten der Kunden – wenig Auswahl, kein Erfahrungs­ austausch, keine Möglichkeit, mal drei interessante Zelte oder Jacke­n direkt zu vergleichen. In Markenshops kann man vergleichen, aber eben nur Produkte ­d esselben Herstellers. Das passt alles nicht zu ­Globe­trotter Ausrüstung, wir machen es lieber anders. Die Hälfte eurer Kunden bestellt online. Kann man die trotzdem kompetent beraten? Know-how stellen wir auf allen unseren Kanälen bereit: Telefon-Hotline, Handbuch, Webshop, Beratungsfilme auf 4-Seasons.tv und outdoor.de, Storys in 4-Seasons. Aber die persönliche Beratung in der Filiale ist natürlich unschlagbar. Und eine Online-Kältekammer, in der man Schlafsäcke testen kann, ist auch noch nicht erfunden. Wir bieten den Globetrotter-Kunden also die < freie Wahl – und sie nutzen sie auch.

Thomas Lipke

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Inhalt

Impressum 4-Seasons ist die Kundenzeitschrift von Globetrotter Ausrüstung. 4-Seasons erscheint vierteljährlich zur Quartalsmitte.

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4-Seasons wird an aktive Kunden mit GlobetrotterCard kostenlos verschickt und ist in den Globetrotter-Filialen erhältlich (solange der Vorrat reicht). Die kostenlose Kundenkarte (GlobetrotterCard) können Sie in allen Filialen oder online beantragen: www.globetrotter.de/kundenkarte Alle Ausgaben von 4-Seasons gibt’s kostenlos auch auf dem iPad (Apple App Store) und als PDF: www.4-Seasons.de/heftarchiv LesERSERVICE Adressänderung, Heft fehlt etc.: Tel. 040/67 96 61 79

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Herausgeber Globetrotter Ausrüstung Denart & Lechhart GmbH Bargkoppelstieg 10–14 22145 Hamburg Verantwortlich für den Inhalt Torsten Fischer

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Druckauflage 2. Quartal 2012 412 358 Stück

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Inhalt Winter 2012

Redaktion & Konzept Redaktionsbüro Glocker & Neumann Provinostraße 52, D-86150 Augsburg Tel. 08 21/42 07 84 0 Fax 08 21/42 07 84 20 4-Seasons@red-gun.com

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Reise

Das Kundenmagazin von Globetrotter Ausrüstung

Winter 2012

Ausgabe 36 2,50 Euro

4S_36_Titel_end.indd 1

17.09.12 14:36

Beim Fjällräven Polar in SchwedischLappland (ab S. 94). Titelbild: Håkan Wike.

Redaktionsteam Stephan Glocker (Chefredakteur), Ingo Wilhelm, Ingo Hübner, Philip Baues, Michael Neumann, Julian Rohn, Cindy Ruch, Cornelia Sachse, Manuel Arnu, Michèle Knaup. Korrektorat: Kristin Bamberg, Claudia Meyer, Lars Dammann Mitarbeit an dieser Ausgabe Håkan Wike, Thomas Lipke, Achim Messerschmidt, Herbert Horelt, Dr. Tomas Jelinek, Rebecca Lukas, Achim Lindner, Stefan Rosenboom, Heidrun Braun, Dominik Ketz, Eike Bock, Natalie Glatter, Stefan Nink, Franz Marc Frei, Serge Gelabert, Sonja Bachmaier, Lukas Kaiser, Andreas Stettner, Max Buttinger, Rocco Ganzert, Daniela Strunz, Georg Weindl, Sabine Zdunnek, Günter Kast, Robert Bösch.

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Träume leben: Roadtrips mit Babys Eine Berliner Familie hat’s gewagt.

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State of the Art: Fischer E99 Crown Der Ski für abseits der Loipen.

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Aktuell Neues aus der Globetrotter-Welt.

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Ausrüstungsberatung: Backpacking Was für Thailand in den Rucksack muss.

Grafik & Produktion B612 GmbH, Werner Bauer, Jan Maier Tübinger Str. 77-1, 70178 Stuttgart w.bauer@b612-design.de

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Projekte: Auf Ski durch die Abruzzen Skandinavische Gefühle in Italien.

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Fünf Sterne Lieblingsprodukte von Globetrotter-Kunden.

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Reisetipp: Pfälzer Traumschleifen 74 Wege im Naturpark Saar-Hunsrück.

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Winterwelten: Österreich Sieben Schneevergnügen, von sanft bis wild.

Anzeigen & Kooperationen 4-Seasons Marketing Sarah Jentsch Tel. 08 21/42 07 84 12 Fax 08 21/42 07 84 20 jentsch@red-gun.com

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Reise: Vulkaninsel La Réunion Wandern zwischen Himmel und Hölle.

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Kollege: Sabine Zdunnek Sie formt Globetrotter zu einem Team.

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Gute Karten Events für Inhaber der GlobetrotterCard.

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Traumtour: Fjällräven Polar Mit Hundeschlitten durch Lappland.

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Hersteller: Woolpower Die Merinomeister aus Schweden.

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Hin und weg Winter-Highlights für Globetrotter.

Druck Stark Druck GmbH + Co. KG, Pforzheim 4-Seasons im Internet www.4-Seasons.de Unsere Druckerei und das Papier von 4-Seasons sind FSC-zertifiziert.


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Tr채ume leben

Mit Windeln um die halbe Welt Interview: Ingo Wilhelm | Fotos: Thomas Alboth

Anna und Thomas Alboth sind immer gern gereist. Als die zwei Berliner Kinder bekamen, haben sie sich gefragt: Und jetzt? Ihre Antwort: Weiterreisen!

Tr채ume leben

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Träume leben

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nna und Thomas, ihr habt mit euren Kindern im ­S äuglingsalter mehrmonatige Abenteuerreisen in nicht u ­ ngefährliche Gegenden unternommen. Seid ihr ­verantwortungslose Eltern? Thomas: Ja, das haben uns einige Leute vorgeworfen. Aber mit Babys zu reisen, ist nicht gefährlicher als ein Zuhause mit Bügeleisen, Scheren und Fensterbänken. Was braucht denn ein Kind von acht Monaten? Essen, Schlaf, glückliche Eltern – und wenn wir reisen, sind wir glücklich. Klingt ein bisschen egoistisch. Thomas: Eher wäre es egoistisch, die Kinder nicht mitzunehmen. Andere Väter lassen Mutter und Kind angsterfüllt zu Hause, ­während sie selbst auf den Everest steigen. Ich meine: Reisen, wie wir sie gemacht haben, geben den Babys mehr, als sie ihnen nehmen.

Träume leben

»Was braucht denn ein Kind von acht Monaten? Essen, Schlaf, glückliche Eltern – und wenn wir reisen, sind wir glücklich.«

Die Familie ohne Grenzen

Überfordert die ständige Abwechslung das Kind nicht? Anna: Der Blick aus dem Autofenster ändert sich, aber der Teddybär bleibt ja derselbe, genau wie die Lieder im Auto oder die ­morgendlichen Spiele mit uns Eltern. Wie haben eure Eltern auf die Reisepläne reagiert? Anna: Meine Eltern haben uns sogar das Auto für die Reise zum Kaspischen Meer gegeben. Allerdings waren sie traurig, dass sie Hanna so lange nicht sehen werden. Unseren Reiseblog haben wir nicht zuletzt geführt, damit die Großeltern an den Erlebnissen der Enkel teilhaben können. Und wir haben oft geskypt – für Hanna war meine Mutter die »Laptop-Oma«. Thomas: Meine Eltern hatten größere Bedenken, vor allem wegen der Sicherheit in Ländern wie Georgien, obwohl der Kaukasuskrieg da schon zwei Jahre vorbei war. Die Reaktion meines Vaters hat mich an die Geschichte des Globetrotter-Gründers Klaus ­Denart erinnert: Als der mit seinen kleinen Töchtern nach Afrika aufbrach, mahnte ihn sein Schwiegervater: »Wenn einem der ­Kinder was passiert, braucht ihr gar nicht wiederzukommen!« Verständlich, schließlich führten eure Reisen durch ehemalige Krisengebiete wie Nagorny-Karabach und durch Länder mit hoher Kriminalität wie Mexiko! Anna: Von vergangenen Konflikten spürt man kaum etwas. Wir waren zum Beispiel unsicher, ob wir in Georgien Russisch sprechen sollten. Aber die Georgier haben überhaupt kein Problem mit den Russen. Thomas: Und den wirklich gefährlichen Norden von Mexiko haben > wir ausgelassen. Ebenso Tschetschenien und Dagestan.

Während andere Familien ins Kinderhotel fahren, haben Anna (28) und Thomas (24) Alboth mit ihren Babys zwei mehrmonatige Roadtrips unternommen: 2010 mit der damals acht Monate alten Hanna von Berlin ans Kaspische Meer und wieder zurück; 2011/12 mit Hanna und der ­neunmonatigen Mila durch Mittelamerika. Anna stammt aus Warschau, Thomas aus Sachsen. Sie arbeitet als Journalistin und hat einen Master in Scientific Information. Er ist Fotograf und Partner der Webdesign-Agentur

undkonsorten. Die Familie wohnt in einer WG in Berlin Pankow. Ihre Website thefamilywithoutborders.com wurde von »National Geographic« Polen als »Best Traveler Blog Of The Year 2011« ausgezeichnet. Fotoschau bei Globetrotter Berlin Im März 2013 werden die Alboths in der Berliner Globetrotter-Filiale Fotos ihrer Reisen ausstellen und am 26. März einen Vortrag halten. Infos: globetrotter-events.de.

Da rauscht’s. Am Chilascó-Wasserfall in Guatemala.

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Träume leben

Träume leben

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Wie können denn Babys einen Familienurlaub anstoßen? Anna: Beide Mädchen waren Frühgeburten und mussten ­mehrere Monate im Krankenhaus verbringen. Thomas: Wir hatten zwei Mal eine harte Zeit und fühlten danach, wir müssen irgendwohin. Also haben wir meine Elternzeit genutzt und sind immer der aufgehenden Sonne entgegengefahren. Seid ihr Hanna zuliebe mit dem Auto gereist? Anna: Wir wussten nicht, ob ihr das Reisen gefällt. Wenn nicht, hätten wir einfach umkehren können. Und mit Auto kannst du dich nach dem Rhythmus des Kindes richten: Du fährst, während es schläft, und hältst an, wenn es aufwacht oder hungrig ist. Thomas: Den Renault von Annas Vater haben wir vor der Reise in Sachsen zur Inspektion gebracht. Der Monteur meinte, so kämen wir nicht mal mehr zurück nach Berlin. Stattdessen sind wir damit noch fast 20 000 Kilometer über teils schlimme Pisten gefahren. War der Renault Espace campingtauglich ausgebaut? Thomas: Wir haben die Gepäckkisten mit Brettern abgedeckt. So dauerte es keine zehn Minuten, um das Nachtlager zu bereiten. Und bei der Abfahrt den Kofferraum voller Pampers? Anna (lacht): Ja. Im Nachhinein war das dämlich. Windeln bekommst du in jedem Ort. Auch die Paletten voller Babynahrung hätten wir uns sparen können. Nestlé ist überall.

Das Auto als Schlafraum, die Natur als Kinderzimmer – hier in Belize.

»Den Kofferraum voller Windeln und Babygläschen hätten wir uns sparen können. Das bekommt man überall auf der Welt.«

Was hat die Kinderärztin zu euren Reiseplänen gesagt? Anna: Sie ist die Länderliste durchgegangen, ob dort spezifische Gefahren drohen. Aber über die üblichen Impfungen hinaus kann man Babys in dem Alter eh nicht schützen. Thomas: Wir bekamen ein paar Tipps mit auf den Weg, dass wir zum Beispiel Elektrolyte geben sollen, wenn eines der Kinder kotzt. Aber das war jetzt nicht ganz neu für uns. Weil ihr auch früher schon viel gereist seid? Anna: Ja, aber das ging nie über vierwöchige Backpacker-Trips ­hinaus. Vor allem Osteuropa und Vorderasien kannten wir von ­diesen Reisen bereits recht gut.

Picknickplatz am Lago de Atitlán in Guatemala.

Habt ihr euch auf einem dieser frühen Backpacker-Trips kennen­gelernt? Anna: Nein, das war in Brüssel bei einer Konferenz der Euro­pean Youth Press. 2008 bin ich zu Thomas nach Berlin gezogen. Viele Paare träumen dann von einem sesshaften Leben mit Häuschen im Grünen … Anna: In einer WG fühle ich mich viel wohler, immer mit Leuten um mich rum. Thomas: Unser Traum war vielmehr, gemeinsam zu reisen. Anna als Reporterin, ich als Fotograf. Den Ausschlag für die Reisen haben aber letztlich die Kinder gegeben.

Habt ihr vorwiegend selbst gekocht? Anna: Wir waren oft in Lokalen essen. Das ist nicht teuer, meist aber lecker, und man trifft neue Leute. Wie sah ein typischer Tagesablauf bei euren Reisen aus? Thomas: Aufwachen, wenn die Sonne aufs Auto brennt oder eines der Mädchen anfängt zu brabbeln, weil eine Kuh durchs Autofenster reinschaut. Gemütlich frühstücken, meist Müsli. Zum ­Waschen an den Bach gehen. Mit den Kindern spielen, während Anna liest. Vielleicht vormittags etwas in der Nähe ­anschauen, zum Beispiel einen Wasserfall. Wenn die Kinder gegen Mittag müde werden, zwei, drei Stunden fahren. Einen schönen Ort >


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Träume leben

Bist du eine Fee? Hanna erlebt georgische Folklore.

»Hanna hat oft als Tür- und Herzensöffnerin fungiert. Sie geht total locker auf Leute zu.«

damit wir reinfahren konnten. Die Frau und die Kinder sind ­herbeigelaufen, unsere Mädchen bekamen ein Stück Melone, und wir wurden zum Essen eingeladen. So lief das fast immer.

Ist das nicht langweilig, wenn ihr mit den Kindern ins Bett müsst? Anna: Wir haben oft noch gebloggt, die Fotos sortiert und die Erlebnisse sacken lassen. Ich habe diese blaue Stunde genossen.

Haben die Mädchen auch Schlagbäume geöffnet? Thomas: Grenzübergänge waren oft kompliziert. Über die ganzen Formalitäten, vor allem wegen der Autos, könnten wir ein Buch schreiben. Wenn gar nichts mehr ging, mussten wir den BabyTrumpf ziehen. An der Grenze von der Ukraine nach Rumänien sollten wir wegen eines Schichtwechsels unbestimmte Zeit ­warten. Dann ist Anna mit Hanna auf dem Arm noch mal zum Grenzer und hat ihm freundlich erklärt, dass die Kleine müde und hungrig sei. Da hat er einfach das Tor für die Diplomatenautos aufgemacht und uns durchgewinkt.

Wie reagierten die Menschen, wenn ihr mit euren blonden ­Mädchen aus dem Auto gestiegen seid? Anna: Sie haben uns immer geholfen, wenn wir nach einem Platz gefragt haben, wo wir unser Auto für die Nacht hinstellen ­konnten. Oft boten sie uns sogar ihren Garten an. Dabei hat Hanna oft ­genug als Tür- oder Herzensöffner fungiert. Sie geht total l­ocker auf Leute zu, hat immer »Hi!« oder »Hola!« gesagt. Thomas: In Mexiko haben wir mal nach einem Platz zum Übernachten gesucht. Als wir an einer Farm hielten, kam der Mann mit der Machete angelaufen. Als ich dann aber mit Hanna auf dem Arm an den Zaun gegangen bin, hat er sofort das Tor aufgemacht,

Welche waren die schönsten Gegenden auf euren Reisen? Thomas: Das schönste Land der ersten Tour war Georgien. Der Kaukasus, die Flüsse … Und egal, in welches Dorf wir gekommen sind, wir wurden immer eingeladen. Selbst in vermeintlich unsicheren Gegenden, wie an der Grenze zu Tschetschenien, funktionierte das Prinzip, mit dem wir überall gut zurechtgekommen sind: Du musst mit den Leuten reden. »Hallo, wir sind hier; habt ihr ein Problem damit, wenn wir heute Nacht hier schlafen?« Da kamen niemals negative Reaktionen. Im Gegenteil. In Georgien saßen wir keine drei Minuten am Bach, da tauchten Kinder auf und haben uns N��sse gebracht oder frisch gefangene Fische. >

suchen, an dem man das Auto zum Übernachten abstellen kann. Spielen, die Gegend erkunden. Bei Einbruch der Dunkelheit ins Bett – in Mittelamerika wurde es gegen 18 Uhr dunkel …

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Träume leben

ICH LIEBE NATUR

»Der Gipsy King von Moldawien hat uns seine Porzellansammlung gezeigt. Hanna war eher von den Goldzähnen fasziniert.«

Ich liebe Performance

Welche war die denkwürdigste Begegnung auf eurer Ostreise? Thomas: Der Gipsy King von Soroca! Wir hatten gehört, dass in dieser Stadt in Moldawien eine Romasippe mit einem König leben soll. Schon von Weitem sah man die riesigen Häuser mit ihren verzierten Fassaden und goldenen Kuppeln. Die Häuser sind dort der ganze Stolz der Roma: kaum Möbel drin, aber draußen prunkvoll bis zum Kitsch. Wieder wurden wir zum Essen eingeladen, als plötzlich alle aufstanden und einen Mann mit langem weißem Bart ­begrüßten: Arthur Cherari, der Romakönig von Moldawien. Er nahm sogleich Hanna auf den Arm und führte uns durch sein Haus. Arthur war besonders stolz auf seine Porzellansammlung – Hanna war eher von den Goldzähnen der Roma fasziniert. Was war der Tiefpunkt der ersten Reise? Anna: Als wir an der russisch-georgischen Grenze ­erfuhren, dass wir sie als EU-Bürger nicht überqueren dürfen. Das hieß: 2000 Kilometer wieder zurück­fahren, mit einer Fähre das Schwarze Meer überqueren und von der Türkei nach Georgien einreisen. Und als ihr dann euer Ziel, das Kaspische Meer, erreicht habt – war das ein erhebender Moment? Anna: Wir haben uns eher auf die Rückfahrt gefreut, dank der Rundtour stand ja noch einiges bevor. Thomas: Allerdings hatten wir für die komplette Rückfahrt nur drei Wochen Zeit, sind quer durch die Türkei gedüst. Dann Bulgarien und Serbien, wo das Auto kaputtging. Auto kaputt? Was war passiert? Thomas: Der Wagen lief ständig heiß. Alle paar Kilometer mussten wir anhalten und warten, bis das Wasser wieder abgekühlt war. Am letzten Berg vor Belgrad wurde es mir zu blöd, wir sind einfach weitergefahren und mit rauchendem Motor über die Stadtgrenze gerollt. Danach ist er nie mehr angesprungen. Wie seid ihr nach Hause gekommen? Thomas: Unser Auto wurde abgeschleppt, sie haben uns in ein Hotel gebracht, und schon am nächsten Tag ging der Flieger in die ­Heimat – dem Rückholservice des ADAC sei Dank. Stichwort Versicherungen: Welche hattet ihr abgeschlossen? Thomas: Zwei Dinge sind unverzichtbar: ADAC-Mitgliedschaft – hilft aber nur in Europa – und eine Auslandskrankenversicherung.

Auch dieser russische Polizist fand Hanna zum Knutschen.

Wie war es dann für Hanna, wieder nach Hause zu kommen? Anna: Aufregend. Sie hatte in Belgrad ihre ersten Schritte gemacht – als unser Auto nicht mehr lief, begann Hanna zu laufen. Nun startete für sie ein neues Abenteuer: Berlin auf zwei Beinen. >

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Träume leben

Innovation and Quality in Packs since 1974

Die Mädchen fanden ständig neue Freunde. Manche waren groß und haarig.

Promis benennen ihre Kinder gern nach den Orten, an denen sie gezeugt wurden. Wie würden eure Kinder demnach heißen? Anna (lacht): Mila würde wohl Balaklawa heißen. Eine wunderschöne Bucht auf der Krim. Thomas: Und Hanna könnte Austria heißen – vom Skiurlaub … Wie fiel dann die Wahl auf Mittelamerika? Thomas: Auf dem Osttrip haben wir Geschmack daran ­gefunden, mit relativ kurzen Wegen durch möglichst viele Länder zu ­reisen, weil das viele Kulturen und verschiedene Menschen ­bedeutet. Das funktioniert auch in Mittelamerika, und zwar ganz ohne Visa. ­Unser Ziel war, grob gesagt, von Mexiko über Belize, Guatemala, ­Honduras, Nicaragua und Costa Rica nach Panama zu fahren.

Ist die »Familie ohne Grenzen« da an ihre Grenzen gestoßen? Anna: Ja, da habe ich gezweifelt, ob es richtig ist, was wir hier machen. Richtig angefangen hat für mich die Reise erst mit der Fahrt in ein Maya-Dorf im mexikanischen Dschungel. Wie haben sich die beiden Reisen unterschieden? Thomas: Die erste Reise war vom Gefühl her die totale Freiheit. Da sind wir e­ infach drauflosgefahren und stehen geblieben, wo es uns gerade gefiel. Anna: Dagegen haben wir vor allem in Guatemala gezielt nach ­Familien Ausschau gehalten und sie gefragt, ob wir uns bei ihnen hinstellen können. Denn in ­Guatemala trägt fast jeder Mann ein Gewehr. Eines Abends liefen Männer mit Pumpguns vor unserem Hostel rum und ­telefonierten hektisch. Da hatte ich echt Angst. Letztlich sind wir raus und haben sie direkt gefragt: »Seid ihr ­gefährlich?« Sie ­antworteten: »Nicht für euch und nicht hier.« Umso faszinierender war für mich in Mittelamerika die Begegnung mit ­Mennoniten. Die leben in Belize völlig abgeschieden, > streng evangelisch, ohne Strom, fast wie vor 100 Jahren!

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Und wann hat euch das Fernweh wieder gepackt? Anna: Zunächst einmal war ich ja seit der ersten Reise wieder schwanger. Die ersten ­Ultraschallbilder von Mila tragen georgische, armenische und t­ ürkische Beschriftung.

Wie seid ihr in Mexiko an ein Auto gekommen? Thomas: Gran problema! Wir haben uns zwei Wochen lang in Cancún fast ohne Spanischkenntnisse mit Banken, A ­ utoverkäufern und Behörden rumgeplagt. Letztlich haben wir einen Chrysler ­gefunden, konnten ihn aber nicht auf unseren Namen anmelden. Dann wurde Mila krank, ein Hurrikan fegte über uns hinweg …

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»Als Mila krank wurde und ein Hurrikan losbrach, ist die Familie ohne Grenzen an ihre Grenzen gestoßen.«

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Träume leben

Thomas: Wir sind mitten in ihr Dorf gefahren, wo ich einen alten Mann ansprach, ob wir über Nacht vor ihrem Gemeindehaus stehen bleiben dürfen. Es war so nett zu beobachten, wie vor allem die Frauen und Kinder zwischen Schüchternheit und Neugierde hin- und hergerissen waren. So tauchten am Abend mehrmals Kerzen auf, weil sie ganz zufällig etwas zum Briefkasten am ­Gemeindehaus bringen mussten … So kamen wir ins Gespräch. Anna: Sie waren ziemlich schockiert, als sie erfuhren, dass wir bei Hannas Geburt noch nicht verheiratet waren. Wie hat Hanna ihre zweite Reise erlebt? Anna: Sie konnte noch mehr auf Leute zugehen. Aber sie hat ihre Kindergartenfreunde vermisst. Das hatten wir unterschätzt.

»Das tägliche Leben auf unseren Reisen war billiger als zu Hause in Berlin.«

Und verlief die Entwicklung bei Mila ähnlich? Anna: Nein, ganz anders. Mila ist total schüchtern und hat immer geweint, wenn sie jemand auf den Arm nehmen wollte.

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Ihr wart ja auch Weihnachten unterwegs. Wie habt ihr gefeiert? Thomas: Ein Fiasko. Wir wollten am 24. auf eine Insel vor der ­Küste von Belize. Morgens, bei der Fahrt in die Hafenstadt, versagten die Bremsen. Komplett! Zum Glück war es eine einsame, gerade Straße, und ich konnte den Wagen ausrollen lassen. Im nächsten Dorf haben wir den Schlauch wieder angeschraubt. So kamen wir nachmittags in Belize-Stadt an, haben auf die Schnelle in einem Ramschladen ein paar Plastikgeschenke für die Kinder gekauft. Danach mit der letzten Fähre auf die Insel. Anna: Unser gebuchtes Hostelzimmer war besetzt. Im nächsten Hostel: Bettwanzen. Dann endlich ein Zimmer gefunden. Ins Internetcafé, um mit meinen Eltern zu skypen. Jede Verbindung brach nach wenigen Sekunden ab. In ein anderes Internetcafé ­gegangen, dort erfahren, dass die Telekommunikations-Gesellschaft Skype blockiert, damit die Leute mehr telefonieren. Dann waren die Kinder hungrig und müde – schöne Bescherung …

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Gab es für euch in Mittelamerika wenigstens ein Happy End? Anna: Im Gegenteil. Wir waren gerade in Honduras angekommen, als ich eine E-Mail erhielt, dass mein Vater gestorben ist. Die ­einzige Möglichkeit bestand darin, zurück nach Cancún zu fahren. Teilweise waren wir Tag und Nacht unterwegs, mit zig Problemen an den Grenz­übergängen. Der mexikanische Händler, auf den das Auto zu­gelassen war, hat es uns zum Glück für 4000 Euro abgekauft und uns s­ ogleich zum Flughafen gefahren. Tom: Nach Panama hätten wir es eh nicht geschafft. Statt der acht Länder haben wir vier gesehen, das war eindrucksvoll genug.

Es ist ein langer steiniger Weg bis ans Kaspische Meer.

Ein bisschen Luxus darf also sein – kommt eine mehrmonatige ­Familienreise nicht eh ganz schön teuer? Thomas: Die Versicherungen und eventuell die Flüge, das geht ins Geld. Aber wenn du wie wir im Auto oder in günstigen Hostels übernachtest, ist das Leben vor Ort billiger als in Deutschland. Und wir hatten ja auch Einnahmen, nämlich die Untermiete für unsere Zimmer in Berlin, Kindergeld und Elterngeld. Wann kommt das nächste Kind? Anna: Eine moldawische Romafrau hat uns 20 Kinder wahr­gesagt. Aber ich habe mit zweien schon beide Hände voll zu tun. Und wollt ihr nicht mal einen normalen Familienurlaub machen? ­Vielleicht im All-inclusive-Hotel mit Kinderbetreuung? < Anna: Was für eine verrückte Idee!

Da nimmt man auch mal eine einheimische Familie mit.

Von Auto bis Windeln: Anna und Thomas Alboth verraten die sieben wichtigsten Tipps fürs Reisen mit kleinen Kindern: 4-seasons.de/family.

© 2012 adidas AG. adidas, the 3-Bars logo and the 3-Stripes mark are registered trademarks of the adidas Group.

Globetrotter hat eure Mittelamerika-Reise mit Ausrüstung unterstützt. Konntet ihr die Sachen gut gebrauchen? Thomas: Oh ja! Das Hilfreichste war die Kinderkraxe von Deuter. Ich kann jedem, der mit Babys die Welt erkundet, nur zu einer hochwertigen Kraxe raten. Dadurch ist man wunderbar beweglich.


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Aktuell

Aktuell

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Aktuell Winter 2012 Diese Computersimulation zeigt das angeschlossene Hotel mit seinen 30 Zimmern.

Eine Akademie für Globetrotter Zentrum für Naturfreunde, Erlebnishungrige und Wissensdurstige, für Gruppen, Genießer, Firmen und Familien – all das wird die Globetrotter-Akademie in Schleswig-Holstein. Mit Hotel, Restaurant und vielen Attraktionen.

Bistro mit kleinen Speisen sowie das ­Restaurant »Campfire«. Es tischt hoch­ wertige regionale und saisonale Spezialitäten auf und verfügt über 80 Außen­ plätze. Das Campfire und die Aschberg Lodge bieten sich auch für Familienfeiern < an – wenn Globetrotter heiraten …

Computersimulationen: Prof. Moths Architekten

Radfahren. Zur Akademie gehört neben den ­N eubauten, die vom GlobetrotterStamm­architekten H ­ olger Moths entworfen ­wurden, auch ­ein Jugendgästehaus zum Beispiel für S ­ chulklassen. Das gastronomische Angebot, das auch ­Tagesausflüglern offensteht, umfasst ein

Foto: Achim Messerschmidt

Im August legte Globetrotter-Geschäftsführer Andreas Bartmann den Grundstein auf dem acht Hektar großen Areal in der Gemeinde Ascheffel, direkt am 98,4 Meter hohen Aschberg. Dieser Beinahe-Einhunderter ist von jeher ein Ausflugsziel, blickt man an klaren Tagen doch bis zur Ostsee. 105 Kilometer nördlich der Hamburger Firmenzentrale baut Globetrotter für gut elf Millionen Euro eine Outdoor-Akademie, die ab Sommer 2013 nicht nur zur Ausbildung der eigenen Mitarbeiter dienen soll. Auch die Kunden können hier Kurse absolvieren. Direkt n ­ eben dem Gebäude mit den Seminar­räumen entsteht ein 28 Meter ­hoher und frei zugänglicher Aussichtsturm mit ­Kletterwand an der Rückseite. In dem angeschlossenen Viersternehotel »Aschberg Lodge« mit 30 Zimmern ­können sich zum Beispiel Firmenbelegschaften einmieten, um beim Segeln oder in einem nahegelegenen Hochseilgarten den ­Zusammenhalt zu stärken. Familien finden in der Umgebung viele Freizeit­ möglichkeiten wie Paddeln, Reiten oder

Grundsteinlegung mit Globetrotter-Geschäftsführer Andreas Bartmann (l.).

Wo die Akademie entsteht, stand bis 1918 schon mal ein Aussichtsturm: der Kaiser-Wilhelm-Turm.


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explore mother nature

Aktuell

finside.de

Was draußen wirklich hilft

Fotos: Tatonka

Es gehört in jeden Rucksack. Aber Erste-Hilfe-Set ist nicht gleich Erste-Hilfe-Set. Anhand der First-Aid-Taschen von Tatonka lässt sich erklären, worauf Outdoorer achten sollten.

Tatonka hat Erste-Hilfe-Sets speziell für den Outdooreinsatz entwickelt.

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SeaSon I

ie schwäbische Firma hat sich von der Outdoorschule Süd e. V. beraten lassen. Dieser Verein gibt seit vielen Jahren Erste-­Hilfe-Kurse, dabei hat der ­Vorstand René ­Kieselmann ­festgestellt: »Egal von welcher Firma, die Erste-HilfeSets waren medizinisch nicht sinnvoll ­zusammengestellt. Wir haben ­deshalb mit Tatonka bei jedem Bestandteil überlegt: Wie können wir ihn für den Outdoor­ gebrauch optimieren.« Schließlich braucht man in der Natur andere Hilfsmittel als etwa im Haushalt oder im Auto. Nun haben die First-Aid-Taschen von ­Tatonka zum Beispiel eine kräftigere ­Schere. In der Tabelle rechts finden Sie weitere Elemente, die ein gutes Outdoorset von einem Billigpäckchen oder von einer Hausapotheke unterscheiden. Bei Globetrotter gibt es Tatonka-Outdoorkits in vier Größen: Basic (29,95 €, auch wasserdicht erhältlich), Compact (39,95 €), Complete (49,95 €) und Advanced (94,95 €).

Aber nicht der Einsatzbereich macht den Unterschied, erklärt René ­Kieselmann: »Ob ich beim Wandern oder beim Rad­ fahren hinfalle – letztlich sind die ErsteHilfe-Maßnahmen gleich.« Alle genannten Tatonka-Sets sind vollständig und outdoorgerecht ausgestattet. Bei der Größenwahl entscheiden lediglich die L ­ änge der Tour

lImItIerte auflage

und die Anzahl der Teil­nehmer: Je länger und zahlreicher, desto mehr Material muss mit. Dank der transparenten Fächer muss man nicht lange suchen. Und sollte Ihr ErsteHilfe-Kurs schon eine Weile her sein: Ein Spickzettel veranschaulicht Schritt für < Schritt, was im Notfall zu tun ist.

Erste-Hilfe-Set für den Outdooreinsatz

Gewöhnliches Erste-Hilfe-Set

• Mit den sterilen Verbandpäckchen kann man eine optimale Wundversorgung sicherstellen. • Die Schere schneidet problemlos auch festen Stoff, z. B. wenn man eine Hose aufschneiden muss, um eine Wunde freizulegen. • Das Sporttape eignet sich zur Vorbeugung gegen Blasen und Fixierung von Verbandstoffen. • Das Dreiecktuch aus reißfestem Stoff kann auch zum Kühlen von Verbrennungen verwendet werden und eignet sich als Tragering zum Transport eines Verletzten.

• Mullbinden sind ungeeignet, da hier die sterile Wundauflagefläche fehlt und sie oft nicht elastisch sind. Auch ist ihre richtige Verwendung wesentlich komplizierter. • Kleine oder billige »DIN-Scheren«, wie man sie im Verbandkasten findet, sind für die Erste Hilfe weitgehend ungeeignet. • Billiges Rollenpflaster klebt nicht richtig und macht eine Blase oft noch schlimmer. • Dreiecktücher aus Vlies nehmen kaum Wasser auf und reißen bei Belastung.

Individuell und einzigartig wie Du selbst!

Auf der Website tatonka.com erklären Filme die Erste-Hilfe-Sets. Weitere Tipps: 4-seasons.tv/film/erste-hilfe-outdoor.

born to explore finkid.de


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KAJKA

Aktuell

Alles Gore-Tex, oder was?

Performance Shell

Pro Shell

Active Shell

Soft Shell

Textilspezialist Gore hat die Namen­gebung seiner wasserdichten Outdoormaterialien vereinfacht. Aus fünf Kategorien wurden drei.

Paclite Shell

Seit der Einführung von Active Shell 2011 gab es allein bei Outdoor- und Sportbekleidung fünf verschiedene wasserdichte Laminate aus dem Haus Gore: Gore-Tex Soft Shell, das 2,5-lagige Paclite Shell sowie die dreilagigen Laminate Performance Shell, Pro Shell und eben Active Shell. Aus fünf mach drei – künftig spricht Gore nur noch von folgenden Produktklassen: »Gore-Tex Pro«, »Gore-Tex Active« und »Gore-Tex Produkte« (Basislinie, in der drei Shells zusammengefasst wurden). Alle drei Kategorien erheben den Anspruch, dauerhaft wasser- und winddicht sowie atmungsaktiv zu sein. Mit den neuen Namen möchte Gore den Kundenblick auf die Anwendungsbereiche schärfen: Active für Leicht-und-schnell-Aktivitäten wie Trailrunning; Pro für extreme Materialbelastungen wie beim Eisklettern; und die Gore-Tex-Produkte für OttoNormal-Aktivitäten wie Wandern. Bei den nicht wasserdichten Produkten aus dem Haus Gore ändert sich nichts. Beispielsweise heißt Windstopper weiter Windstopper. <

GORE-TEX Produkte

GORE-TEX Pro Produkte

GORE-TEX Active Produkte

z. B.: Marmot Spire Jacket (369,95 €)

z. B.: Mountain Equipment Minaret Jacket (349,95 €)

z. B.: Arc’teryx Alpha FL Jacket (449,95 €)

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Ergonomisch, strapazierfähig und gespickt mit Funktionen. Seit Fjällräven vor mehr als 50 Jahren gegründet wurde, haben wir einige revolutionäre Rucksäcke hervorgebracht. Heute setzten wir unsere stolze Tradition fort. Eine der letzten Entwicklungen ist der Kajka. Dieser hochfunktionelle und ergonomisch angepasste Rucksack ist perfekt für Trekkingtouren und Reisen und hat ein ganzes System von Entlastungspunkten. Da sich Körperbau und Größe bei Männern, Frauen und Kindern unterscheiden, haben wir unterschiedliche Modelle entwickelt. Teste ihn und du wirst sehen warum!

2011 Gear of the Year

2. PLATZ Rucksäcke FJÄLLRÄVEN KAJKA 75

Weniger Verpackung, mehr Inhalt!

Foto: Osprey

Bevor Sie am Gepäck sparen, nehmen Sie lieber einen leichteren Trolley. Wie die neuen Modelle von Osprey.

Das kleinste Ozone-Modell darf sogar ins Handgepäck.

Je nach Volumen nennen sich die drei ­n euen Trolleys Ozone 36, 46 und 80. Selbst der größte der Ozone-Brüder bringt nur 2,18 Kilo Eigengewicht auf die Flughafenwaage. Der Ozone 36 (weit unter zwei Kilo) geht dank seiner kompakten Maße als Handgepäck (nach IATA) durch. Leicht, aber ­stabil: Die Ozones sind an kritischen ­Stellen verstärkt. Leicht, aber funktionell: dank ergonomischem Handgriff, abschließbarem Reißverschluss und vielen weiteren c­ leveren Details. Als einer der wenigen Händler in D ­ eutschland führt Globetrotter Ausrüstung alle drei OzoneModelle. Auch an den Preisen wird sich niemand verheben: 119,95, 139,95 und < 159,95 Euro.

Kajka Herren 75L Gewicht: 3050g, Preis: 299,95 € Kajka Damen 65L Gewicht: 2900g, Preis: 289,95 €

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Kajka Junior 20L Gewicht 890g, Preis: 89,95 € Material: Vinylon F

Hier findest du den Händler in deiner Nähe: 01067 Dresden Globetrotter Ausrüstungen 01277 Dresden Pik Ardie 04103 Leipzig Tapir 08056 Zwickau Der Navigator 10179 Berlin Camp4 10437 Berlin Der Aussteiger 12165 Berlin Globetrotter Ausrüstungen 12459 Berlin Peak 18055 Rostock Nordcamp 22305 Hamburg Globetrotter Ausrüstungen 23552 Lübeck Globecamp 24103 Kiel Reiseshop 24103 Kiel Unterwegs 24105 Kiel Extratour 24937 Flensburg TUM-Trekking&mehr 26122 Oldenburg Unterwegs 26382 Wilhelmshaven Unterwegs Reiseausrüstung 26441 Jever Draußen Unterwegs 26603 Aurich Draußen Unterwegs 28195 Bremen Quo Vadis - Alles für den Rucksack 28195 Bremen Unterwegs Orange 28195 Bremen Unterwegs Trekking&mehr 29221 Celle Unterwegs 29556 Suderburg Wildnissport 30159 Hannover Blue Sky 30159 Hannover Sachen für Unterwegs 32423 Minden Weltenbummler 32791 Lage Hund & Halter 33428 Greffen Outdoor Shop Fjällräven 33602 Bielefeld Globetrotter Camp 33602 Bielefeld Unterwegs 35037 Marburg Tapir - der Outdoor-Store 35390 Gießen Tapir - der Outdoor-Store 36037 Fulda Auf&Davon Bergsport 37671 Höxter Unterwegs 38100 Braunschweig Sachen für Unterwegs 40210 Düsseldorf Terrific.de 40223 Düsseldorf Sack & Pack 41747 Viersen Camping Hammans 41812 Erkelenz Weltenbummler 44135 Dortmund Magic Mount 45131 Essen Insider-Traveller 45475 Mülheim a.d.R. Intersport Profimarkt Mülheim 45549 Sprockhövel Die Berghütte 45721 Haltern am See Nelke Outdoor 45891 Gelsenkirchen Trekking Star 46286 Dorsten Up &Away 47051 Duisburg Watzmann Laden 47533 Kleve Intersport Profimarkt Kleve 48143 Münster Bergsport Sundermann 48143 Münster Terracamp 48143 Münster Unterwegs Outdoor 48153 Münster Rucksack Oase 48163 Münster Terracamp 48653 Coesfeld Nelke Outdoor 49074 Osnabrück Bewatrek 49377 Vechta Rucksack.de 50667 Köln Globetrotter Ausrüstungen 50679 Köln-Deutz Blackfoot Outdoor 52062 Aachen Sport Gruber 52062 Aachen Sport Spezial 53111 Bonn Steppenwolf 53119 Bonn Globetrotter Ausrüstungen 53879 Euskirchen Outdoor- Hauschke 53937 Schleiden Sport Team 55116 Mainz Sine, der außergewöhnliche Ausrüster 57072 Siegen Feinbier unterwegs 57299 Burbach PM Outdoor 57462 Olpe-Dahl Buchen`s GmbH 58332 Schwelm Out Fit 58706 Menden Magic Mount 58710 Menden Querweltein Menden 59755 Arnsberg-Neheim Wind & Wetter 59955 Winterberg Peter O. 842 64289 Darmstadt Kleine Fluchten 70173 Stuttgart Woick Travel Store 70174 Stuttgart LARCA Sportartikel 70794 Filderstadt Woick Travel Center 72138 Kirchentellinsfurt Bergfreunde 73728 Esslingen Wandervogel 74366 Kirchheim/N. Herzog 79102 Freiburg Sport Kiefer 80331 München Sport Schuster 80333 München Därr Expeditionsservice 83734 Hausham Bekleidungshaus Danzer 85049 Ingolstadt Sport In 88131 Lindau Wesarg´s Company 89129 Langenau SüdWest 92237 Sulzbach-Rosenb. Sportcamp Kanu&Trekking 92421 Schwandorf Stöckl - Der Outdoorladen 93047 Regensburg Cancu 93086 Wörth Der Ausrüster 94032 Passau Ausrüster 94032 Passau Pritz Globetrotter 94315 Straubing Ausrüster


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Aktuell

Aktuell

Foto: Michael Neumann

­ rößen und Farben von Saisonanfang bis G Saisonende verfügbar. Das ist logistisch sehr a­ nspruchsvoll, neben der Produktion ­spielen ja auch Transportwege oder ­die Zulieferer wie Gore-Tex eine Rolle. Nur ein Fehler in der K ­ ette, und du bist zu spät …

Die Globetrotter-Chefs Thomas Lipke (l.) und Andreas Bartmann (r.) überreichten Herbert Horelt die Auszeichnung.

»Es gibt einiges zu feiern« Der Globetrotter-Preis »Lieferant des Jahres« ist in der Branche begehrt, den Kunden aber eher unbekannt. Dabei profitieren sie am meisten vom perfekten Service und der guten Zusammenarbeit hinter den Kulissen. 4-Seasons sprach mit Herbert Horelt, Deutschland-Chef von Haglöfs und Preisträger 2012.

Herbert, während der Outdoor-Messe in Friedrichshafen ­erschien eine 20-köpfige Delegation von Globetrotter am HaglöfsStand und gratulierte dir unter t­ osendem ­Applaus. Du schienst etwas v­ erdattert … Allerdings. Ich war sehr erfreut, dass ­u nsere Bemühungen Früchte tragen. ­» Lieferant des Jahres« wird man bei ­Globetrotter nicht einfach so, die Zusammenarbeit muss langfristig und auf ­sämtlichen Ebenen stimmen. Dabei gibt es Haglöfs Deutschland noch gar nicht so lange … Haglöfs ist eine schwedische Traditions­ firma, doch die Haglöfs Deutschland GmbH ist erst 2003 gestartet, um die deutschen und österreichischen Sportund Outdoorfachhändler zu betreuen.

Heute ist Deutschland der wichtigste ­Exportmarkt für Haglöfs. Die Globetrotter-­ Auszeichnung zeigt, dass wir einen guten Job machen. Da darf man schon stolz sein. Was muss man besonders gut machen, um »Lieferant des Jahres« zu werden? Die richtigen Produkte müssen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Klingt ­banal, ist aber zuweilen recht knifflig. Fangen wir mal von vorn an … Der Vorlauf beträgt bis zu zwei Jahre. Am Anfang steht die Produktentwicklung, es werden Prototypen gebaut und getestet, etwa von den »­ Haglöfs Friends«, darunter sind Bergsteiger, Profiskifahrer und Expeditionsmitglieder. Vieles wird geändert und ­verbessert, bis man schließlich die Muster

den ­Händlern vorstellt. Die entscheiden dann etwa ein halbes Jahr vor Verkaufsstart, was sie ins Sortiment nehmen. Ein aufregender Termin, oder? In der Tat. Wir haben natürlich eine ­Vorstellung, welche Kollektionsteile aus­ gewählt werden, jedoch sind oft P ­ rodukte in der Auswahl, die wir anders eingeschätzt ­hätten. Da hilft die große Erfahrung des ­Globetrotter-Einkaufsteams ungemein. Die bestellte Ware wird dann produziert? Sogar noch einiges mehr, um die Warenverfügbarkeit bestmöglich sicherzustellen. Für Globetrotter halten wir immer eine ­gewisse R ­ eserve p ­ arat, damit die Kunden bei b ­ esserem ­Abverkauf nicht vor leeren ­Regalen stehen. Im Idealfall sind sämtliche

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Im Allgäu daheim

Stark auch in Rucksäcken: die schwedische Marke Haglöfs.

Vom »Lieferanten des Jahres« wird auch Kulanz und Kundenfreundlichkeit ge­ fordert. Was heißt das konkret? Dass man Wünsche und Probleme sofort angeht. Berechtigte Reklamationen werden im Laden anstandslos umgetauscht und an uns zur Untersuchung weiter­ge­ reicht. Auch bei Grenzfällen wie normalem Verschleiß entscheiden wir meist zuguns­ ten des Kunden. Und wenn jemand seine Lieblingsjacke aufgerissen hat, reparieren wir diese gern zum Selbstkostenpreis.

Wir können eine breitere Palette zeigen und das Gesamtkonzept der Marke Haglöfs auf einen Blick präsentieren. Außerdem wird Haglöfs Deutschland 2013 zehn ­Jahre alt, Haglöfs Schweden 2014 sogar 100 Jahre. Es gibt also einiges zu feiern!

Haglöfs bestückt aktuell die Sonderfläche der Filiale Dresden und ab März 2013 die in München. Was habt ihr davon?

Vor zwei Jahren wurde Haglöfs vom japanischen Sportkonzern Asics übernommen. Kriegen das auch die Kunden zu spüren?

Herbert Horelt (48) stammt aus dem Allgäu und ist ein Urgestein der Outdoorbranche. Bei der Wahl des Standorts ­für Haglöfs Deutschland hat der Ski- und Kajakfahrer nicht lange überlegt: In Kempten liegen Berge, Seen und Flüsse vor der Haustür.

Haglöfs arbeitet operativ weiterhin unabhängig, profitiert aber bei der Produktion und vom Know-how. Ein schönes Beispiel sind unsere Trailrunningschuhe: Bei ­Haglöfs arbeiten weltweit 150 Mitarbeiter, bei Asics deutlich mehr Leute allein an dem Thema Laufsohle. Da haben wir uns natürlich gern ein paar Tipps geholt. Wenn, dann macht sich die Partnerschaft positiv < bemerkbar.

Die Haglöfs-Story: 4-seasons.de/magazinartikel/die-hagloefs-story-weniger-ist-mehr.

DER NEUE SUMMIT KATALOG 2013 Im Oktober eröffnet der DAV Summit Club wieder die alpine Wintersaison sowie das Bergjahr 2013. Unser neuer Katalog erscheint Anfang Oktober. Bestellen Sie jetzt den Katalog auf unserer Webseite oder per Telefon unter 089 / 642 40-0. Entdecken Sie zahlreiche neue Programme weltweit und in den Alpen. Wir haben wieder Reisen in bester Summit Qualität aufgelegt. Sensibler Umgang mit der Natur und ein vorbildliches Sicherheitskonzept prägen die Programme. Bestens ausgebildete Bergführer und Reiseleiter begleiten Sie auf den Reisen. D DAV Summit Club Gmb B Bergsteigerschule des D Deutschen Alpenvereins AAm Perlacher Forst 186 881545 München TTelefon +49 89 64240-0 w www.dav-summit-club.de

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Aktuell

Fotowettbewerb, Runde 12: »Indian Summer« Bunte Blätter, klares Licht: Bevor der Winter das Heft in die kalte Hand nimmt, versetzt uns der Altweiber­sommer noch einmal in einen wahren Farbenrausch. Hier sind die besten Bilder unserer Leser.

 2.

Platz Indian Summer XXS: Auch Blatt und Eichel zeigen den Herbst von seiner schönsten Seite. Foto: Ben Vetter

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»Das Motto hätte man im Makrobereich nicht besser treffen können. Mit der Eichel, als Frucht des Herbstes, und dem bunten Laub ist dem Fotografen eine Komposition gelungen, die keiner Worte bedarf und das Thema umfassend beschreibt.«  Sebastian Lüke, Redaktion 4-Seasons

1.

Platz Goldrausch vor der Bergkette Dallas Divide in den Rocky Mountains, Colorado, USA. Foto: Isa Platzer »Wer den echten Indian Summer erleben will, muss nach Nordamerika, das weiß scheinbar auch Isa Platzer. Mit ihrem Foto hat sie die Stimmung in den Rockies perfekt festgehalten. Die verschiedenen Farbräume

Nächster Fotowettbewerb: »Winter-Träume leben«

gebe­n dem Bild Struktur und Tiefe und bringen den nahtlosen Übergang der J­ ahreszeiten eindrucksvoll auf den Punkt. Gratulation zu dieser Aufnahme!«  Philip Baues, Redaktion 4-Seasons

Sie träumen am liebsten im Iglu? Von der nächsten Schneeballschlacht? Oder doch unter Palmen am Meer? Egal was es ist – wir freuen uns auf Ihre Fotos! Einsendeschluss ist der 20. Januar 2013. Alle Infos finden Sie unter 4-seasons.de/foto.

 3.

Platz Schöner Rücken kann auch entzücken. Im Farbenmeer, an einem nicht genannten Ort. Foto: Fritz Gottschalk »Der Elchkuh ist es wahrscheinlich egal, ­welche Farbe ihr Futter hat. Aber ihr Ausflug ins herbstliche Weidengestrüpp war für den Fotografen ein gefundenes Fressen. Gutes Timing! Vor allem aber lebt dieses Bild vom gewählten Ausschnitt.«  Ingo Wilhelm, Redaktion 4-Seasons


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Aktuell

Die Infotafeln erklären auch mit Zeichnungen wichtige Techniken wie die Spitzkehre.

Der Osten steigt auf! Um das Skitourengehen zu lernen, muss man nun nicht mehr in die Alpen fahren – dank Dynafit und Globetrotter Dresden.

Längst ist der Trendsport Skitourengehen über die Donau geschwappt. Doch wer nicht in Alpennähe wohnt, musste bislang mindestens ein verlängertes Wochenende investieren, um im Gebirge alles Nötige und L ­ ebenswichtige zu lernen. Von diesem Winter an finden auch die Ost­deutschen eine Lernmöglichkeit vor ­ihrer Haustür. ­S obald der erste Schnee fällt, geht im tschechischen Teil des Osterz­gebirges am 869 Meter hohen Berg B ­ ournak (Deutscher Name: Stürmer) ein Skitourenlehrpfad in Betrieb. Die Firma Dynafit hat mit lokalen Partnern in Ruhpolding und Partenkirchen

schon zwei solcher Lehrpfade eingerichtet. Nun kommen auch die Sachsen und ihre ­tschechischen Nachbarn in den Genuss.

Acht Infotafeln stehen am Lehrpfad.

Der Lehrpfad, der am Parkplatz in Mikulov beginnt, führt über 300 Höhenmeter eine Aufstiegsroute hinauf. An acht Stationen erklären Info­tafeln das nötige Know-how für ­Skitourengeher – von Lawinentheorie über die Spitzkehre bis hin zum umweltverträglichen Skibergsteigen. Das Ganze übrigens zweisprachig, auf Deutsch und Tschechisch. Wem das Selbststudium nicht behagt, der kann den Lehrpfad mit einem Skitourenguide absolvieren. Außerdem verleiht die ­Dresdner Globetrotter-­ Filiale Testmaterial von Dynafit. Vormerken sollten sich alle ostdeutschen Skitourenfreunde außerdem den 10. und 11. Januar 2013. Dann veranstaltet die Dresdner Filiale die sechsten Globetrotter-­ Ski­tourentage, unter anderem mit einem Skitourentest auf dem Geisingberg und mit e­ iner Vorführung der »Dynafit Alpine Athlete Film Tour«. Informationen dazu finden Sie unter: globetrotter-events.de. <

JORDANELLE STORIES ARE THE PROOF OF LIFE.

Dr. Tomas Jelinek: Gesundheitstipps für Globetrotter ­

Hier kommt die Maus – mit Hantaviren!

Steigende Infektionszahlen in Deutschland, Massenansteckung im Yosemite-­ Nationalpark – der Hantavirus hat in ­diesem Jahr Schlagzeilen gemacht. Aber wie gefährlich ist er wirklich? Hantaviren können eine schwere fieberhafte Krankheit mit Entzündung der Lunge und der Nieren verursachen. Die Patienten liegen zum Teil längere Zeit auf der Intensivstation. Ohne Behandlung kann die ­Infektion zum Tod führen, in der Realität versterben in Europa aber weniger als ein

Prozent der Infizierten. Der Virus kommt weiträumig auf der nördlichen Erdhalb­ kugel vor. Die Ansteckung des Menschen ­erfolgt praktisch immer durch das Ein­ atmen von Staub, der mit getrocknetem Kot oder Urin von Mäusen oder Ratten ­versetzt ist. Auch ein Outdooraufenthalt mit ­Übernachtung im Zelt kann eine Infektionsgefahr darstellen (siehe Yosemite). In Deutschland wurden bis Ende August dieses Jahres 2261 Krankheitsfälle gemeldet, im ganzen Vorjahr waren es nur 305.

Als Risikogebiet erwies sich besonders ­Baden-Württemberg. Hierzulande werden Hantaviren vor allem über Rötelmäuse ­verbreitet. 2012 gab es eine Mäuseplage – vermutlich die Ursache für die gestiegene Zahl der Infektionen. Eine Impfung gegen Hantaviren gibt es nicht. Um eine Infektion zu vermeiden, kann man lediglich Vorsichtsmaßnahmen treffen: • Direktkontakt zu Nagetieren vermeiden. • Beim Campen Lebensmittel so verpacken, dass sie die Tiere nicht anlocken. • Mäuse in Haus/Schuppen bekämpfen. • B ei Verdacht Atemschutzmaske und Handschuhe tragen. • M äusekadaver und -Exkremente vor der Entsorgung mit Desinfektionsmittel < einsprühen.

www.teva.tatonka.com Dr. Tomas Jelinek leitet das Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin (bctropen.de).

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Aktuell

Globetrotter-Azubis machen Kinder glücklich

Die Auszubildenden der Münchner Globetrotter-Filiale haben auf ihrer Radtour zur Outdoor-Messe einen bewegenden Zwischenstopp eingelegt: in einem SOS-Kinderdorf.

Dießen geradelt, um den Mädchen und Buben e­ inen Tag voller Outdoorspaß zu ­bereiten. Die Lehrlinge waren im Rahmen einer ­Azubitour auf dem Weg zur Outdoor-Messe nach Friedrichshafen. Auf solchen Touren testen die angehenden GlobetrotterExperten Material in der Praxis, vom Zelt

Z I N M A G A

Bassitou (im Foto ganz links) ist 18, lernt bei Globetrotter den Beruf des Einzelhandelskaufmanns und erinnert sich mit ­Freude an seine Zeit im SOS-Kinderdorf in Dießen am Ammersee. Bis vor einem Jahr hat der Sohn togoischer Eltern dort gelebt. Als Dankeschön ist Bassitou im Juli mit seinen drei Münchner Azubikollegen nach

bis zum Radanhänger. »Schon zehn ­Kilometer vor Dießen wurde Bassitou von Menschen begrüßt, die ihn wiedererkannt haben«, e­ rinnert sich die begleitende ­Ausbilderin Arnhild Witte lachend. Die Azubis bauten einen Parcours mit neun über das Kinderdorf verteilten Stationen auf. Die 5 bis 17 Jahre alten Kinder mussten in Teams zum B ­ eispiel auf einer Slackline balancieren und – gut gesichert – eine Kiefer hinaufkraxeln. Abends brutzelte der Grill, ehe die Azubis am nächsten Morgen zum Bodensee weiterradelten. <

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Egal welchem Steckenpferd Sie frönen, hier kommt der passende Begleiter für Ihr Outdoor­jahr 2013. In den sieben Themenkalendern wird geradelt, gepaddelt, ­g e­p owder­t, geklettert und gewandert – selbstverständlich in den schönsten Naturlandschaften weltweit. Eine Motivübersicht gibt es unter mountainelemen­ts.de, ein Ansichtsexemplar in der Globetrotter-Filial­e. Und natürlich kann der Wandschmuck im Überformat (67 x 47 cm, 27,90 €; Ausnahme: Best of Touring 43 x 30 cm, 17,90 €) auch unter globetrotter.de < bestellt werden.

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Die Wandkalender aus der Edition »Mountain-Elements« bringen Sie farbenfroh durchs nächste Jahr.

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Da lacht die Raufaser: Die neuen Outdoorkalender für 2013 sind da und in den Filialen erhältlich.


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Aktuell

Aktuell

Engagiert

Im Globetrotter-Visionswald in Costa Rica stecken nun alle 20 000 Bäumchen im Boden. Das Wetter und die Ameisen verlangen jedoch vollen Einsatz von den Baumkindergärtnern.

Die Arbeiter konnten ihre neuen Gemeinschaftshäuser beziehen.

fast verdursten; dann derart starker Regen, dass sie fast davongeschwemmt werden. Reaktion der Baumkindergärtner: Anstatt vor dem Anpflanzen das Unkraut zu jäten,

Ein zweites Leben für die Hingucker

nutzen sie es als Sonnen- und Erosionsschutz für die Setzlinge. Nun müssen ­A lmendros, Cebos und all die anderen Baumarten nur noch groß und stark ­werden, damit sie mehrere Tausend Tonnen CO2 speichern können. Doch das mit dem ­Wachsen ist nicht so einfach. Denn Blattschneiderameisen machen aus den zarten Minibäumen Kleinholz, mehrere Setzlinge mussten schon ersetzt ­w erden. Die Arbeiter wickeln nun um ­e inige Baumstämmchen Leimringe als Rettungsreifen gegen die Ameisen – ein teurer und mühsamer Abwehrkampf, weil die Ringe auch wieder entfernt werden müssen, um die Stämme nicht im Wachstum zu hemmen. Glücklicherweise wurde im Visionswald auch schon ein n ­ atürlicher Fressfeind, nämlich der Zwergameisenbär, gesichtet. Und vielleicht ­helfen ja auch die Zierpflanzen, die den Ameisen überhaupt nicht schmecken und nun vor die Aus­ gänge ihrer Nester gelegt werden … Bei allen Rückschlägen, die guten Nachrichten überwiegen. So sind nun auch die Gemeinschaftshäuser fertig. Die zehn ­Arbeiter, deren Familien oft weit entfernt wohnen, können jetzt mehrmals täglich ­gemeinsam essen und sich abends die Zeit vertreiben. Zwar gibt es mangels Strom kein Fernsehen. Dafür springt Stefan Pröstler, Geschäftsführer der Aufforstungsfirma PuroVerde, als Filmvorführer ein: Mit Laptop und Beamer zeigt er Filme über Umweltschutz oder alternative Wirtschaftsformen. Bildungsfernsehen im ­Visionswald – das wird Früchte tragen! <

Die Beschäftigten einer Tagesförderstätte verwandeln ehemalige Werbeposter aus den Globetrotter-Filialen in schicke Taschen.

Allein in der Filiale Köln ­werden zweimal jährlich in 18 Schaufens­tern sämtliche Dekoplakate gewechselt. Weitere Banner stehen im Geschäft. Die Poster aus Vinyl oder dünnem Airtech zeigen Outdoor­ motive oder tragen originelle Slogans – viel zu schade, um auf dem Müll zu enden! Deshalb geben die Filialen ihre ausgemus­ terten Banner nun an die Tagesförder­stätte Alsterdorf Assistenz. Dort nähen die ­B eschäftigten aus dem Postermaterial schicke Trage­taschen und Beutel. Darüber hinaus s­ pendet Globetrotter der sozialen Einrichtung neue Näh­maschinen. Iris Tews von G ­ lobetrotter freut sich: »Mit diesem ­P rojekt ­v erbinden wir ökologische und ­soziale Verantwortung.«

Sobald genügend T ­ aschen v­ orrätig sind, bringt ­G lobetrotter sie in e­ iner Sonder­ aktion an den Mann und die Frau – was im Schaufenster die Blicke auf sich zieht, wird gewiss auch am Arm der Kundinnen < und Kunden ein Hingucker.

Banner wie dieses werden zu Taschen und Beuteln.

„WIE GUT ES EINEM GEHT, WEISS MAN AM BESTEN, WENN MAN SCHNEE UND KÄLTE KENNT...“ „VOR MEINER HAUSTÜR GIBT ES DAVON REICHLICH!“ HANWAG ProTeam: Till Gottbrath Im Chiemgau zu Hause

Fotos: Querdenker GmbH

G

lobetrotter Ausrüstung ist seinem Ziel ein großes Stück nähergekommen! Rund 20 000 neu gepflanzte Bäume sichern in den nächsten Jahren den klimaneutralen Versand der Kundenbestellungen (4-Seasons berichtete). Nachdem die Setzlinge mehrere Monate lang in einer eigenen Baumschule herangezogen wurden, haben die Arbeiter nun sämtliche Babybäume in den Boden von Costa Rica gesteckt. Eine Vision schlägt ­Wurzeln. Oder wie man in München jubeln würde: O’pflanzt is! Allerdings verbreitet das aktuelle Wetter bei den Projektbetreuern keine Oktoberfeststimmung. Mehrere Tage Dauerregen, das wäre für diese Jahreszeit nicht außergewöhnlich. In diesem Jahr hat die Regenzeit aber einen verrückten Rhythmus: zwei Tage ­Trockenheit, sodass die Bäumchen

Engagiert

Foto: Achim Lindner

Eine Vision schlägt Wurzeln

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Sämtliche 20 000 Setzlinge des Globetrotter-Visionswalds sind nun gepflanzt.

Die Vorgeschichte und weitere Infos zum Projekt finden Sie hier: 4-seasons.de/visionswald.

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Projekte

Projekte

Hessische Norweger in

ÂťPiccolo TibetÂŤ Wie nennt man das, wenn deutsche Schulfreunde sich wie Birkebeiner kleiden, die italienischen Abruzzen durchkreuzen und schottischen Whisky trinken? Multikultitour? Text: Ingo Wilhelm | Fotos: Stefan Rosenboom

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Projekte

Projekte

Hardangervidda? Nein, dieses Hochplateau befindet sich in Italien und heißt Campo Imperatore.

Ein skandinavisches Abenteuer in Südeuropa – das hatte der Fotograf Stefan Rosenboom seinen fünf Jugendfreunden versprochen.

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Projekte

Projekte

Herrenrunde im Gruppenzelt.

Die outdoorerprobten Hessen ließen sich Bärte wachsen, zogen norwegische Retroklamotten an und genossen das Draußensein – ganz gemütlisch.

Teeküche vor der Ruine eines Benediktinerklosters. Foto rechts unten: die Bauruine eines Skihotels.

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Projekte

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Projekte

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igentlich sind Stefan Rosenboom und seine Freunde ­S kandinavien-Fans. Vor einigen Jahren haben sie zum ­Beispiel auf Ski ihre Gepäckschlitten über die verschneite Hardangervidda gezogen. Im vergangenen Herbst versprach Stefan seinen Kameraden, die er aus Frankfurter Schulzeiten kennt, ein skandinavisches Vergnügen in Südeuropa: eine ­S ki­d urchquerung eines Hochplateaus in den Abruzzen. Der ­Campo Imperatore liegt auf etwa 1600 Metern – und auf der Höhe von Rom. »Fällt dort überhaupt Schnee?«, zweifelten die einen. »Ist das nicht völlig überlaufen?«, argwöhnten die anderen. »Es lag reichlich Schnee«, berichtet Stefan, »und in den acht ­Tagen ist uns kein einziger Mensch begegnet.« Der Gran-SassoNationalpark ist eine der letzten Wildnissen Südeuropas, sein höchster Gipfel Corno Grande überragt das Mittelmeer um 2912 Meter. Stefan, der nahe Murnau in Oberbayern wohnt, hat die Gegend vor einigen Jahren bei einem Wanderurlaub ­entdeckt. »Ich war fasziniert von dieser Ursprünglichkeit im dicht besie­ delten und kultivierten Italien«, erzählt der Fotograf. »Il ­piccolo ­Tibet« nennen die Italiener das rund 80 Quadrat­kilometer weite Hochplateau, das vom Wintertourismus weit­gehend verschont ­geblieben ist. Stefan, Rainer, Wolli, Volker, Tom und Jonas – alle Mitte 40 – ­b lieben äußerlich ihrem geliebten Skandinavien treu und ­s tatteten sich mit nostalgischer Funktionsbekleidung des ­norwegischen Ausrüsters Bergans aus. Dessen Markenzeichen sind die Birkebeiner, mittelalterliche Krieger auf Ski. »Als wir mit ­unseren Knickerbockern und Pelzkragen-Anoraks im hintersten Bergdorf Castel del Monte auftauchten, da feierten die ­Einheimischen gerade Karneval in der Turnhalle. Wir haben prompt den ersten Platz beim Kostümwettbewerb gewonnen!«

Die Freunde gingen auf dem eher flachen ­Gelände ­teilweise auf Tourenski mit Rucksäcken, teilweise auf Back­country-Ski mit ­Pulkas. Sportliche Höchstleistungen ­standen nicht im Vordergrund, sondern das gemeinsame Draußensein. Abends gab es ­E xpeditionsfutter aus der Tüte und Johnnie Walker aus der ­Flasche. In ihrem Lavvo, einem Gruppenzelt nach samischem ­Vorbild, sangen die hessischen Birkebeiner ­stundenlang in ihre Kazoo-Tröten. »Toll, was da rauskommt«, amüsiert sich ­Stefan, »ideal, um die Wölfe zu verschrecken.« Mehrmals haben sie ­Spuren des römischen Wappentiers gesehen. Ein einzelner Wolf trottete nur wenige Meter entfernt durch den Schnee. Die Februarsonne hat in diesen Breiten schon so viel Kraft, dass Stefan & Co. oft nur im T-Shirt gingen. Zwei Tage lang wurden sie jedoch von einem Schneesturm gestoppt und schlugen ihr Zelt in der Talstation eines ehemaligen Skilifts auf. Ganz in der Nähe steht die Bauruine eines Hotels, das heute als riesiger Schafstall verkommt. »Da hat sich die Mafia wohl verspekuliert«, freut sich < Stefan über die fast unberührte Natur.

WIR NACHTSPEKTAKEL(N) WIEDER! Vortrag bei Globetrotter Einen Film über das Abruzzen-Projekt von Stefan Rosenboom finden Sie auf 4-seasons.tv/abruzzen. Am 14.11. hält er im CinemaxX neben der Münchner Globetrotter-Filiale einen Vortrag über

»Wanderungen für alle Jahres­zeiten in den bayerischen Alpen« und über ein weiteres Fotoprojekt: »Anni und Alois – ein Bauernleben im Bayerischen Wald«. Info: globetrotter-events.de. WWW.DYNAFIT.COM

ALPENWEITE NACHTSKITOUREN ZINKENSTÜBERL Dürrnberg – Donnerstag

SONNENALM Füssner Jöchl – Freitag

GORI-ALM Hohenaschau – Donnerstag DR. HUGO BECK HAUS Jenner – Donnerstag

UNTERNBERG-ALM Ruhpolding – Dienstag/Donnerstag

STAHLHAUS Schönau a. Königssee – Donnerstag

KOLBENSATTELHÜTTE Oberammergau – Dienstag/Donnerstag

WUHRSTEIN ALM Schleching – Donnerstag BLOMBERGHAUS Bad Tölz – Dienstag

Auftanken mit einem Einheimischen in einer Bar.

SÖLLERECK Oberstdorf – Donnerstag

OSTLERHÜTTE Pfronten – Mittwoch

BERGBAUDE GEISINGBERG im Erzgebirge – Mittwoch

Reinhauen beim Karneval in Castel del Monte.

TEGELBERGHAUS Schwangau – Donnerstag

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Reisetipp

Reisetipp

Highlight am Cloef-Pfad: der Blick auf die Saarschleife.

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Allgemein Rund um den Saar-Hunsrück-Steig zwischen Perl im Saarland sowie Trier und Boppard in Rheinland-Pfalz gibt es 74 Rundwanderwege: die sogenannten Traumschleifen. Sie sind zwischen 6 und 18 Kilometern lang und tragen alle das Deutsche Wander­siegel, das gute Markierung und naturnahe Wegführung garantiert. Ziele sind bizarre Felsforma­ tionen, spektakuläre Aussichtspunkte, geschichtsträchtige Burgen und geheimnisvolle Plätze. In der Nähe jeder Tour gibt es mindestens ein wanderfreundliches Gasthaus.

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Eine Zeitreise durch die Jahrtausende verspricht die Traum­ schleife­Hahnenbachtaltour. Knapp zehn Kilometer lang, gehört sie zu den besonders familienfreundlichen Touren, für die man getrost einen ganzen Tag einplanen sollte, weil es so viel zu sehen gibt. Unter­w egs kann man das Besucher-Schieferbergwerk Herren­berg und sein Fossilienmuseum sowie nur 500 Meter weiter­die rekonstruierte­Keltensiedlung Altenburg besichtigen. Hier ist der höchste Punkt der Tour erreicht. Vorbei an der Schie­ fer­­halde Sinsen­bach und der Ruine Hellkirch kommt nach steilem Abstieg die Schmidtburg in Sicht. Auf dem weitläufigen Burg­ gelände hat sich seinerzeit der Räuberhauptmann Schinderhannes versteckt gehalten. Weiter unten in Bundenbach kann man im Forellenhof Reinhartsmühle fangfrischen Fisch essen. Auf dem letzten Stück zum Ausgangspunkt zurück durchquert man einen Felsentunnel, der einst zum Schiefertransport diente, und erhascht noch einige schöne Blicke auf die Schmidtburg.

74 Schleifen sollst du gehen

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Imposante Felsen flankieren den Kasteler Felsenpfad.

Fotos: Dominik Ketz (2), Eike Bock, Natalie Glatter

Zeitreise im Hahnenbachtal

Uriges Idyll: die Baybachklamm.

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Ein langes Wochenende wandern? Warum nicht auf einer oder mehreren der 74 Traumschleifen rund um den Saar-Hunsrück-Steig.

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Wege zum Träumen

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Süchtig nach mehr spektakulären Panoramen fällt die Wahl für die letzte Tour des langen Wochenendes auf den Cloef-Pfad im Saarland­. Spektakulär – ein passen­deres Wort gibt es nicht, um den Postkartenblick von Cloef hinab auf die Saarschleife zu beschreiben­, die den schmalen Sporn des Montclair umarmt. Hier kann man lange stehen und sich trotzdem nicht sattsehen. Doch will man den Cloef-Pfad kennen­lernen, wandert man besser los. Auf dem Abstieg durchs schluchtenartige Naturschutzgebiet Steinbachtal lichtet sich immer wieder der Wald, um erneut den Blick auf die Saarschleife freizugeben. Am Ufer der Saar heißt es noch einmal tief durchatmen, denn nun beginnt der anspruchs­ volle­Teil des Weges, der sich in vielen Serpentinen zum Aus­ sichts­punkt­Cloef hinaufwindet. Immerhin hat man gehörigen­ Ansporn, denn was gibt es Schöneres als den mit Waden­zwicken­ Heidrun Braun erarbeiteten erhabenen Blick?

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n der Schmausemühle bei Gondershausen duftet es verführe­­­­ risch nach frischem Brot und Schinkenbraten aus dem Steinbackofen. Ganz klar, dass hier später eine ausgiebige Einkehr angesagt ist. Doch vorher beginnt auf schmalem Pfad durch die Baybach­klamm ein besonderes Wandererlebnis. Das Murmeln des Baybachs, dem der Weg folgt, wird immer leiser, denn es geht stetig aufwärts. Mit dem flotten Wandern ist es bald vorbei, es wird felsig, fast alpin. Es ist kein Fehler, die sicher im Gestein verankerten Halteseile zu greifen. Jeder Schritt will jetzt wohl ­gesetzt sein. Man muss nicht lange warten, bis es spannend wird. Bald fällt die Schlucht rund 15 Meter zum Baybach ab. An einer Staustufe rauscht der erste Wasserfall. Die schönste Aussicht gewährt­die Barreterlei auf einer Felsnase am Steilhang. Nach erneuter­Kletterei künden zwei imposante Schieferstollen die Rück­kehr ins Baybachtal und das nahe Gasthaus an. Am liebsten würde man die Tour gleich noch einmal gehen, aber in der nahen Burgstadt Kastellaun wartet schon die nächste traumhafte Tour. Die Stadt gab der Traumschleife auf der Hunsrücker Hochfläche ihren Namen. Gesäumt von Ebereschen und Heckenrosen verdrückt sich der Weg bald unter die Buchen des Pfingstwaldes. Nur wenig später winkt eine Möglichkeit zum Verschnaufen­, vor allem wenn man mit Kindern unterwegs ist. Das »grüne Klassen­­zimmer­« hält Lehrreiches zur Natur bereit: Bäume­, die man aufklappen kann, eine Windorgel und ein Insektenhotel. Nadel- und Laubwald wechseln sich ab, bevor der Weg über Feld und Wiese führt. Eine Sinnenbank kommt gerade recht, um den Soonwaldblick auf die rund 15 Kilometer weit entfernte Bergkette zu genießen. Durch Birkenwald und dann wieder dunklen Tann schlängelt sich der Pfad im Wald bis zur Picknickwiese am ­See­rosen­teich. Vorbei am Waldabenteuerplatz mit Hängebrücken in schwindelerregender Höhe setzt der Burgstadtpfad auf den letz­ten­­­­­­­­­ Metern noch ein Glanzlicht. Erst beim zweiten Hinsehen erkennt­man den Weg, den das Forstamt ideenreich durch die Wüste­nei aus umgestürzten Bäumen, die im Januar 2007 der ­verheerende Orkan Kyrill­hinterließ, gezogen hat. Das Wandern über Stock und Stein ist hier wörtlich zu nehmen. Bei all der ­Kletterei staunt man über die Kraft des Sturms, der viele Bäume ­mitsamt ihren riesigen Wurzeln aus dem Boden hob.

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Infos FR AN KR EIC Wanderkarten, Broschüren und Infos: H Projektbüro Saar-Hunsrück-Steig, Tel. 068 72/901 81 00, traumschleifen.com, und Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH, Tel. 02 61/91 52 00, wanderwunder.info.

Mehr unter 4-seasons.tv/tz-wandern.


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Von der Hölle in den Himmel Text: Stefan Nink | Fotos: Franz Marc Frei, Serge Gelabert

Eine halbe Welt entfernt, aber doch Teil Frankreichs: die Insel La Réunion im Indischen Ozean. Ein Paradies für alle, die beim Wandern gern zwischen Dschungel und Vulkanen unterwegs sind.

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anchmal, wenn man stehen bleibt und Luft holt, wenn der eigene Atem langsam wieder ruhiger wird, dann kann man den Wald hören. Den ganzen Wald – nicht nur das Tschilpen­und Zwitschern der Vögel, das einen schon die Wande­ rung über begleitet hat. Wenn man still steht und lauscht, dann sind da plötzlich noch andere Laute. Es sirrt und summt, es ra­ schelt und knackst, es brummt und zischt und knarzt und gluckst, ohne dass man erkennen könnte, wer oder was denn nun für diese­ Geräuschkulisse verantwortlich ist. Und alles scheint immer lauter­zu werden. Eindringlicher. Dichter. Als rücke der Regen­ wald um einen herum mit jeder Sekunde näher an einen heran, während man still steht – so fühlt sich das an. Man sieht jetzt auch mehr Details, die man eben noch nicht wahrgenommen hat: Wie es überall von den Blättern tropft. Wie die Pflanzen

Die Wasserfälle dort vorn krachen bestimmt über 300 Meter in die Tiefe. versuchen­, über den Weg zu wuchern. Wie die Spinnennetze vor Wasser­tropfen glitzern. Man geht ein paar Schritte weiter, und ein anderes­Geräusch schiebt sich mit Macht in den Vordergrund: Wasser.­Rauschendes Wasser. Wasser, das mit jedem weiteren Schritt lauter wird. Und dann steht man auf einer Aussichts­ plattform mit einem Panorama, das man normalerweise nur aus dem Helikopter hat, und schaut lotrecht in die Tiefe. Ins Trou de Fer, das »Höllenloch«, mit seinen Wasserfällen, die über 300 ­Meter in die Tiefe krachen. Und sämtliche anderen Geräusche jetzt über­tönen. Wo wir sind? Auf der Insel La Réunion, im ­Indi­schen Ozean­. Auf einer Wandertour im Regenwald. Von der Gîte de ­Bélouve ging es 500 dampfende Höhenmeter hinauf auf den ­Sentier de l’École Normale­, anschließend durch einen Sumpf > und weiter auf einem Bergpfad hierher.

Ein Anblick, der Kinnladen runterfallen­lässt: das »Höllenloch« Trou de Fer.

Übermäßiges Wadenzwicken lässt sich am Strand kurieren.


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Bevor wir weiterwandern: ein Überblick. La Réunion heißt mit vollem Namen Île de la Réunion, ist ein sogenanntes französisches Übersee-Département und gehört zur EU – obwohl es im Indi­schen Ozean liegt. Die Insel­hat 800 000 Einwohner, ist mit 2500 Quadratkilometern Fläche etwa so groß wie das Saarland und im Gegensatz zu der ­benachbarten Insel Mauritius vom Ansturm der Touristen bislang verschont geblieben. Überhaupt hat der Mensch die Insel lange allein gelassen. Sie liegt so weit abseits sämtlicher Meeresströmungen, dass selbst die See­fahrer einen­Zyklon brauchten, um sie zu entdecken. Bis ins 17. Jahrhundert war die Insel unbewohnt, dann erst kamen französische Siedler, die für ihre Plantagen später Sklaven aus Madagaskar, Ost­afrika­ und Indien hierhin verschleppten. Aber La ­Réunion hat sich davon nicht beeindrucken lassen: 400 Jahre nach der Ankunft des Menschen sieht es noch immer ungezähmt aus, ungezähmt und ein bisschen wild. Und genau das macht es so reizvoll. Eine Kulisse für Jurassic Park Zwei, drei Kilometer weg von der Küste ­genügen, und es scheint, als sei die Insel Kulisse­ für Jurassic Park gewesen: dicht ­be­­­wach­sen­­­­­,­ dunkelgrün und vor Feuchte dampfend, ein Land der Flanken­, Kanten und steilen Schluchten. Ein Land, das wie geschaffen­ ist fürs Mountainbiken. Für

Canyoning.­Raften. Kajaken­. Vor allem aber ein Land, das von spektakulären Wander­ wegen­durchzogen ist. Man kann entlang steiler Klippen­unter­wegs sein, wie zwischen Anse des Cascades­und Pointe Corail­, zwi­ schen Bord Martin und Les Deux Bras atem­ beraubende Schluchten durchqueren oder durch mystische­Nebelwälder wie den Forêt de Bélouve wandern. Und weil es hier stän­ dig rauf und runter geht, hat man stets uner­ wartet diese Ausblicke: in die Weite­, in die Ferne, wo die gestaffelten Bergflanken bis ins Blau des Indischen Ozeans hinein z­ u marschieren­ scheinen. Für die arglos heranziehenden­Wolken werden diese Berge übri­gens­­zur Falle,­sie bleiben meist an den Gipfeln­und Graten hängen und schweben anschließend­ wie gezupfte Zucker­w atte über dem Grün. Und natürlich kreischen immer­irgend­­welche Vögel, und natürlich weht einem der Wind ständig irgendeinen exotischen Blütenduft in die Nase. Und natür­lich­kann man in solchen Momenten nicht anders, als kurz zu seufzen­. Bloß oben am Piton de la Fournaise, da ist kein Blütenduft mehr. Der Piton ist einer von zwei Vulkangipfeln, aus denen La Réunion gemacht ist – der andere ist der Piton des Neiges in der Inselmitte –, und ein echter Hitzkopf, der seine aufgestaute Energie regel­m äßig herauslässt. Dann quillt und spuckt aus sämtlichen vorhan­denen­Öff­ nungen Lava hervor, die sich dann als ein zäher, glühen­der Brei in Richtung Meer >

Sieht spektakulär aus und ist es auch: Canyoning. Natürlich gibt es auf der Insel auch leichte Routen für Einsteiger.

Eine Reise auf die Insel La Réunion gewinnen Zusammen mit der Reiseagentur Brandner und Air Austral verlost 4-Seasons eine elftägige Wander­reise für zwei Personen auf die Insel La Réunion­. Alles was Sie dafür tun müssen: Drei Fragen über die Insel ­beantworten. Das Gewinnspiel (Teilnahme­schluss ist der 15.12.2012) und viele weitere Tipps und Infos über das Eiland finden Sie unter 4-seasons.de/la-reunion. Im November finden zudem in den Globetrotter-Filialen Frankfurt (19.11.) und München (22.11.) für Globe­ trotter­Card-Inhaber zwei »Insel-La-Réunion-Abende« statt. Neben einem spannenden Vortrag und kleinen kulinarischen Verführungen erwartet die Gäste ein Der Ausbruch des Piton de la Fournaise ist feuriges Schauspiel und Neubeginn für die Natur zugleich.

Wander- und Trekkingexperte, der die Insel intensiv bereist hat. Die Veranstaltungen sind kostenlos! Anmeldungen mit dem Stichwort »Réunion-Abend« für Frankfurt unter Tel. 069/43 40 43 oder eventsfrankfurt@globetrotter.de, für München unter Tel. 089/44 45 55 70 oder shop-muenchen@globetrotter. de. Die Plätze sind limitiert, ihre Vergabe erfolgt nach Eingang der Anmeldungen.


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Koordinaten für das Inselglück Anreise Mit Air Austral geht es täglich non­stop von Paris Charles de Gaulle nach La Réunion, air-austral.de. Passagiere aus Deutschland mit Lufthansa-Zubringer können ihr Gepäck durchchecken. Übernachten Hotel Tsilaosa: Beliebtes Wander­ hotel im Bergort Cilaos – es liegt zentral für viele Wanderstrecken in den drei Talkesseln rund um den Piton des Neiges. Große Zimmer und zuvorkommendes Personal. Der Chef organisiert Weinproben im hotel­ eigenen Weinkeller, tsilaosa.com. Eine Wanderung, die ebenfalls nicht verpasst werden sollte: zum Sonnenaufgang auf den Piton des Neiges.

wälzt. Beim letzten großen Ausbruch vor ein paar Jahren brach anschließend noch der 500 000 Quadrat­meter große Krater ein und sackte 300 Meter in die Tiefe. Auf der dunklen Seite des Mondes Solche Vorstellungen gibt es nur alle paar Jahre, aber selbst an Tagen, an denen sich der Vulkan absolut ruhig verhält, liegt eine eigentümliche Stimmung über der Landschaft am 2077 Meter hohen Piton de la Fournaise. Anderswo mag La Réunion aussehen wie Hawaii – hier oben aber, in den außerweltlichen Stein- und Sandwüsten des Vulkans, erinnert es eher an die dunkle Seite des Mondes oder, für alle Tolkien-Fans, an Mordor. Sämtliches Leben scheint aus den Lavaebenen verschwunden zu sein, man hört keine­Vögel, noch nicht mal Mücken haben den Weg hier hinauf gefunden. Stattdessen waren die Männer vom geologischen Insti­ tut da: Die Wanderwege in diesem Teil der Insel werden nach jedem­Ausbruch neu angelegt. Und sehr sorgfältig ausgeschildert. Der auf den Cratère Dolomieu zum Beispiel. Es ist noch nicht richtig­hell, Nacht und Tag liefern sich ihr übliches Handgemenge­, die Kühle der weichenden Dunkelheit lässt einen frösteln. Wande­ rungen in der Region am Vulkan sollte man so früh wie möglich beginnen, ab Mittag bringt der Passat gern Wolken mit, die eine Orientierung schwierig machen können. Bis dahin aber liegt die Region unter der sengenden Sonne des Indischen Ozeans, und bereits nach einer halben Stunde ist nichts mehr von der Kühle zu spüren – im Gegenteil: Man freut sich schon jetzt über die drei ­Flaschen Wasser im Rucksack. Wandern in Nähe eines aktiven Vulkans hat seinen­besonderen Reiz. Natürlich weiß man, dass es eigentlich ungefährlich ist, dass die Sensoren der Geologen jedes noch so kleine Rülpsen des Berges registrieren und die Wander­ wege bei drohender Gefahr augen­blicklich geschlossen würden –

trotzdem begleitet einen ein merkwürdiges Gefühl. Man ist ­aufmerksamer als sonst, die Sinne scheinen geschärfter, man achtet auf Geräusche, als ob es etwas ändern würde. Und ­während man so dahinwandert, Schritt für Schritt, Meter für Meter­, rutscht man irgendwann in eine Art Raumblase hinein, in der die Zeit nicht mehr zu fließen und die Welt um einen herum zum Still­ stand gekommen zu sein scheint. Bis man am Ziel ist. Der Krater ist gigan­tisch. Der Krater ist so groß, dass man ihn mit einem ­einzigen Augenblick nicht erfassen kann. Der Krater sieht aus wie ein riesiger­außerplanetarischer Ozean, aus dem man das Wasser

Der Krater sieht aus wie ein riesiger außerplanetarischer Ozean. abgelassen hat. Auf seinem Boden treibt der Wind kleine Staub­ fahnen hin und her, und aus etlichen unsichtbaren Ritzen quillt Rauch. Irgendwann wird der Vulkan erneut ausbrechen. Anschlie­ ßend wird es diesen Trail hier hinauf möglicherweise nicht mehr geben. Dafür aber bestimmt einen anderen. 155 Millionen Kubik­ meter Lava sind bei den jüngsten Eruptionen ins Meer geflossen und dort erkaltet – das ist etwa so viel, als hätte man ein kleines Wohnviertel an die Insel angebaut. Im Osten hat der Lavastrom einen wildromantischen neuen Küstenabschnitt geschaffen­: Bäume­und Buschwerk, die zuvor den Weg zum Meer versperrten, gingen in Flammen auf. Und beim Aufeinandertreffen von heißer Lava und kühlem Salzwasser wurden am Ende bislang völlig unbe­ kannte Fischarten aus der Tiefe des Meeres in die höher­liegenden Ozeanschichten gewirbelt. La Réunion wächst. Und wenn man der Insel noch ein paar Millionen Jahre Zeit lässt, wird es sicher < noch ein paar schöne neue Wanderstrecken geben.

Wanderhütten Die Wanderhütten haben meist

geführt mit zahlreichen Unternehmen, etwa Saint-André mit Alpanes, das außer Saint-Paul Mafate Wandertouren auch Saint-Benoît Salazie Saint-Gilles Hell-Bourg Canyoning anbietet, les Baines 3069 m alpanes.com. Die Cilaos Saint-Leu La Plaine meisten Routen lassen des Cafres sich an einem Tag Piton de la bequem bewältigen; Fournaise Saint-Lois es gibt allerdings Saint-Pierre 10 km 0 5 auch die Möglichkeit, Saint-Joseph mehrere Tage auf Schlafsäle sowie Doppelzimmer mit den Fernwanderwegen Grande eigenem Badezimmer. Plätze kann Randonnée R1 und R2 unterwegs zu und sollte man vor der Reise reservie- sein. Insgesamt gibt es etwa 1000 ren, am praktischsten geht das über: ausgeschilderte Wander­kilometer. insel-la-reunion.com. Ebenfalls sehr hilfreich: Auf der Seite reunion-nature.com/Etat-des-Sentiers Wandern ist der Zustand der meisten Wander… kann man auf eigene Faust oder wege penibel dokumentiert. St. Denis

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Canyoning Fürs Canyoning ist die Insel mit ihren senkrechten Felswänden und den Wasserfällen wie gemacht. Daniel Ducrots Team führt Gruppen von maximal sechs Personen (auch Anfänger), canyoning-cilaos-reunion. com. Infos allgemein Empfehlenswert sind das Reise­­­ taschenbuch »Réunion« aus dem DuMont Reiseverlag und »La Réunion: Frankreichs Wanderparadies im Indischen Ozean« aus dem Bergverlag Rother. Nützliche Reiseinfos und Wanderbroschüren hält das Fremdenverkehrsbüro der Insel La Réunion bereit, Tel. 069/97 59 04 94, insel-la-reunion.com.


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Kundenkarte

Gute Karten

Abenteuer in Andreas Kielings Heimat

Mit der GlobetrotterCard bekommen Sie 4-Seasons frei Haus – und Rabatt (in Form von GlobePoints): Bis zu 10 Prozent sparen Besitzer einer Kundenkarte beim Einkauf. Gewinnspiele und viele weitere Vorteile gibt’s gratis dazu. A ­ ußerdem ist die GlobetrotterCard Ihre Eintrittskarte zu exklusiven Events – wie die auf diesen Seiten vorgestellten. Genaue Infos zu den Karten sowie den Online-Antrag finden Sie auf www.globetrotter.de/kundenkarte. Kundenbetreuung: Tel. 040/67 96 62 82.

Zwei Familien erlebten ein Wochenende mit dem berühmten Tierfilmer.

Was für eine Chance: Andreas Kieling, den die meisten nur aus dem Fernsehen kennen, zwei Tage lang persönlich erleben und die Welt durch

seine Augen sehen! Kielings Wahlheimat, die ­Eifel, ­bietet den Tieren viele Lebensräume – auch ­ungewöhnliche. Wie passt beispielsweise der Nürburgring mit scheuen Tieren zusammen? Für die beiden Familien galt es, vieles zu ent­ decken – von Eidechsen und Molchen über ­Wasserreiher und Forellen bis hin zum Rotwild. <

Foto: Lukas Kaiser

Andreas Kieling (r.) zeigte den Gewinnern die wilde Eifel.

Italienisch für Bergfreunde Cortina d’Ampezzo – dieser Ortsname verspricht Bergerlebnisse in traumhafter Dolomitenkulisse. Und so war es dann auch.

Die sechs Gewinner des »Climb&Ride-Workshops« verbrachten Mitte Juli drei Tage in Cortina, zum Klettersteiggehen und ­Mountainbiken. Eines der ersten Wörter Italienisch, das sie lernten, war jedoch »Pioggia«. Denn am ersten Morgen regnete es. Also gleich die nächste Lektion: »palestra d’arrampicata«. Bedeutet: Kletterhalle. Und ist die ideale Alternative für verregnete ­Vormittage, um seine Kraxeltechnik aufzubessern. Nachmittags hatten sich die Regenwolken verzogen, und die ­Gewinner konnten die Bergräder satteln, um eine eindrucksvolle

Rundtour abzustrampeln. Ein kleiner Klettersteig unter einem Wasserfall fand auch noch Platz zwischen »caffè« und »pasta«. ­»Veramente divertente!« Was für ein Spaß! Neuer Tag, neues Glück. Heute auf dem Lehrplan: »Via Ferrata«. Der italienische Ausdruck dient weltweit als Synonym für Klettersteige. Kein Wunder bei den traumhaften Eisenwegen wie am Monte Faloria. Als die Gewinner an der Mittelstation der Bergbahn ausstiegen, zog wieder Nebel auf. Doch der Klettersteig ist so gut abgesichert, dass man ihn auch bei Feuchtigkeit wagen kann. Oben angekommen, schien dann »O sole mio« und beleuchtete ein grandioses Dolomitenpanorama. Geht’s noch besser? Es ging: bei der Abfahrt mit den per Gondel nach oben transportierten cortina.dolomiti.org Mountainbikes. Cortina – »che bella«! <

Bewegte Bilder von den bewegenden Events: 4-seasons.tv/globetrottercard_events.

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Bei den Salewa-Klettersteigtagen hat eine Gewinnerfamilie gelernt, wie auch die Kleinen sicher hinaufkommen.

Kinder am Klettersteig – dieses Thema wird heiß diskutiert, seitdem sich handelsübliche Klettersteigsets nur als bedingt geeignet für ­Kinder ­erwiesen haben. Mitunter müssen Eltern ihre Sprösslinge zusätzlich sichern. Und genau das war ein Programmpunkt beim Kurs »Click and Climb« im Rahmen der Salewa-Klettersteigtage, die Anfang Juli zum zweiten Mal in Schönau am Königssee stattfanden. Eine weitere Lehre für die Gewinnerfamilie des Kundenkarten­events: wie man das Risiko mit Kindern am Klettersteig richtig einschätzt. Nach der Theorie ging es am zweiten Tag mit Bergführer Hannes zum Isidor – so heißt die Via Ferrata am Grünstein. Der Isidorsteig bietet eine Einsteigerroute – ideal für Familien –, aber auch eine verschärfte Kraxelei inklusive Überhang. Beiden Varianten gemein ist eine spaßige ­Seilbrücke und der Traumblick auf Königssee und Watzmann.

CRUISE PWS Foto: Andreas Stettner

Ja, die Gewinner hatten offensichtlich großen Spaß.

Foto: Sonja Bachmeier

Kraxelspaß mit Kindern

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Die Seilbrücke am Isidorsteig.

Unterwegs gab Hannes viele Tipps. Kein Kind wird je seine Mahnung zur sorgfältigen Sicherung vergessen, denn sonst: »Humpeldipumpel, < weg ist der Kumpel.«

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So natürlich! So weich! So funktionell! Merinowolle ist mega-in. Darüber können die Woolpower-Leute nur lächeln: Im schwedischen Jämtland stricken sie seit 40 Jahren mit Merino – und haben die weiche Wolle für den harten Einsatz optimiert. Text: Julian Rohn | Fotos: Woolpower

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st Jämtland das Silicon Valley der Outdoorszene? Der Verdacht liegt nahe. Denn während sich in Kalifornien die klügsten Köpfe gegenseitig anspornen, um neue Software und Computer zu ­entwickeln, dreht sich in der mittelschwedischen Provinz vieles um die perfekte Ausrüstung für das Leben draußen. Ihre Freizeit verbringen die Jämtländer gern im Fjäll. Im Sommer durchstreifen sie es mit dem Rucksack, im Winter mit Ski und Pulk­a. Dabei stellt man zwangsläufig fest, ob die Ausrüstung funk­ tioniert oder nicht. Und wenn etwas nicht funktioniert, löst das bei Jämtländern offenbar einen Drang zum Tüfteln aus: Das Equipment wird verbessert oder gleich selbst gefertigt. Kein Wunder also, dass die Region eine ganze Reihe namhafter Outdoor-Hersteller hervor­ gebracht hat: Hilleberg, Trangia, Lundhags, Klättermusen – und natürlic­h Woolpower, der Spezialist für Funktionsunterwäsche mit Sitz in Östersund. Jede Näherin signiert ihre Produkte

Aus dem Fjäll in die Welt: Woolpower fertigt sämtliche Produkte in Östersund.

Woolpower – älteren Outdoorsemestern noch unter dem Namen ­Ullfrotté bekannt – setzt seit jeher auf die Naturfaser Wolle. Über den aktuellen »Megatrend Merinowolle« können die Schweden nur lächeln. Sie hatten bereits in den 1970er-Jahren die verblüffenden

Eigenschaften von besonders feiner Schurwolle für sich entdeckt – und in bester Jämtland-Manier sogar noch verbessert. Als früherer Hersteller von Nylonstrumpfhosen verfügte Ullfrotté bereit­s über das technische Know-how und suchte nach einem robuste­n Material, das sowohl bei körperlicher Anstrengung wie auch im Ruhe­zustand einen optimalen Kälteschutz bot. Forscher, Ärzte, Überlebensexperten und die schwedische Armee wurden ­einbezogen. Heraus kam ein Materialmix, der bis heute nur leicht variiert wird: zwei Drittel Merinowolle, ein Drittel Synthetikfaser. Diese Kombination wärmt – auch in feuchtem Zustand – sehr gut und ist deutlich strapazierfähiger als reine Wolle. In Skandinavien wurde Ullfrotté bald zum Inbegriff für funktionelle Unterwäsche, ­zunächst allerdings bei Berufskleidung: Armee, Straßendienst, ­Jäger oder auch Hafenarbeiter schworen auf die Strickwaren. Die Bezeichnung »Frottee« kommt dabei nicht von ungefähr. Auf der Innenseite der Bekleidung ist die Wolle in luftigen Schlingen gestrickt. In Kombination mit der ohnehin kräuseligen Faserstruktur wird so mehr Luft gespeichert und als zusätzliche Isolationsschicht genutzt, gleichzeitig kann Körperfeuchtigkeit durch die lockeren Maschen besser entweichen. Die Socken, Unterhosen, Shirts, Jacken, Mützen und Nierenwärmer von Woolpower entstehen in patagonisch-deutsch-schwedischer >


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Hersteller

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Woolpower auf einen Blick Die Schweden verarbeiten ausschließlich feinste Merino­ wolle aus Patagonien, die mit etwa 30 Prozent Synthetik­ faser ergänzt wird (je nach Einsatzbereich verschiedene Mischunge­n mit Polyamid, Polyester und Elasthan). Woolpower ist – im Gegensatz zu anderen Merinoprodukten – bei 60 Grad waschbar und hat sich im harten OutdoorAlltag als äußerst robust erwiesen. Sämtliche Teile werden in Jämtland hergestellt. Verarbeitet werden verschiedene Wärmeklassen, die sich am Quadratmetergewicht des Stricks orientieren und meist im Modellnamen angegeben sind. 200 (steht für 200 g/qm) ist bei Wool­power die »leichte« Ware (anderswo schon die Mittelklasse). 400 ist schon für den reinen Wintereinsatz gedacht. Und die superwarmen Wildlife Socks 600 kann man entweder beim Eisfischen tragen – oder als Hausschuh. Mehr unter woolpower.de.

Function, not fashion! Die Qualität steht im Mittelpunkt …

… aber ein bisschen Farbe darf sein.

Eine für alles: Woolpower-Wäsche im Einsatz.

Aus den gedeckten Farben blitzt jetzt schon mal ein rotes Shirt mit orangen Nähten hervor. Mehr modische Sperenzchen braucht man nicht in Jämtland.

Koproduktion: Merinoschafe aus den wilden Weiten Patagoniens liefer­n die Wolle, die dann in Deutschland gesponnen und gefärbt wird. Die eigentliche Fertigung findet nach wie vor in Östersund statt, 85 Mitarbeiter sind in der eigenen Produktion beschäftigt. Auf speziellen Maschinen werden Ärmel, Beine und Rumpfteile rundgestrickt, so benötigt man beim Zusammensetzen weniger Nähte – und vermeidet Druckstellen beim Rucksacktragen. Sind die Einzelteile gestrickt, vorgewaschen und entsprechend ihre­r Verwendung ausgestanzt, wird jedes Kleidungsstück einer Näheri­n übergeben. Sie betreut das neue Woolpower-Teil vom erste­n Nadelstich bis zur Verpackung und fügt am Schluss ihr Namens­etikett ein – mit dieser Signierung bürgt jeder Mitarbeiter für seine Arbeit. Schwerer Start im Polyester-Zeitalter Der eingangs gezogene Vergleich mit dem Silicon Valley hinkt ­allerdings, wenn man die Firmenkultur der Jämtländer Hersteller betrachte­t. Statt hipper Startups findet man eher wertkonservative Familienunternehmen. Woolpower ist im Besitz der »Gränsfors

Bruks Moderbolag«, einer familiengeführten Unternehmens­ gruppe, zu der auch die berühmte Gränsfors-Axtschmiede gehört. Firmensitz ist seit jeher Östersund, eine Verlagerun­g der Produk­ tion nach Fernost kam nie infrage. Und obwohl sich der Umsatz in den letzten fünf Jahren verdoppelt hat, agieren die Schweden ­vorsichtig und legen Wert auf gesundes Wachstum. Die Wolle wird langfristig eingekauft, auch wenn man so auf aktuelle Farbtrends nur langsam reagieren kann. Diese nordische Zurückhaltung wird nachvollziehbar, wenn man weiß, dass die derzeit so beliebte Merinowäsche einen schweren Start hatte. Die 1980er- und 1990er- Jahre waren in der Outdoor­ branche ein absolutes Synthetik-Zeitalter. Naturfasern waren gerade­zu verpönt, besonders wenn es um Funktionsunterwäsche ging. Die Szene verlangte damals nach Kunstfaser, leicht und schnelltrocknend – aber eben auch nicht so komfortabel und vor allem geruchsar­m wie Merinowolle. Das ist auch der Grund, warum sich Ullfrotté zunächst nur im Be­ reich der Berufsbekleidung etablieren konnte. Gerade öffentliche Institutionen schätzten die lange Haltbarkeit und die Möglichkeit, die Wollprodukte auch in Großwäschereien bei 60 Grad Celsius

hygienisc­h zu reinigen – modisches Design war eher zweitrangig. »Function, not fashion« gilt noch heute als Motto im Werk in Öster­ sund. Ausgefallene Looks findet man im Programm der Schweden weniger, dafür soliden und robusten Kälteschutz, der auch nach einer mehrwöchigen Tour unter scheuernden Rucksackträgern nicht in Einzelteilen von den Schultern fällt. Auf dicken Socken ins Globetrotter-Sortiment Zu den ersten Outdoorhändlern, die auf die Jämtländer Strick­waren aufmerksam wurden, gehörte Globetrotter Ausrüstung. Schon 1993, also noch mitten in der Polyesterhochphase, nahmen die Hamburger ein Kältebollwerk aus Schweden ins Programm: eine 800er-Socke aus Merinowolle. Bewährt in den langen und kalte­n skandinavischen Wintern, sollte sie ab sofort auch in deutsche­n Winterstiefeln für warme Füße sorgen. Nach diesem ers­ten Test wurde im Winterhandbuch 1995 ein kleines Ullfrotté-Sortimen­t prominent auf der Rückseite des Katalogs präsentiert und den ­Kunden schmackhaft gemacht. Seit dem Jahr 2000 sind Socken, Hemden, Long Johns, eine Sturmmaske und ein Nierenwärmer im

Globetrotter-Sortiment. Unspektakulär unifarben in grau, braun, schwarz oder oliv, aber viel gefragt und bewährt. Die größte Ver­ änderung erfolgte 2006 – als Ullfrotté in Woolpower umbenannt wurd­e. Die Qualität blieb unverändert. Der derzeitige Merino-Trend geht aber nicht völlig an den Schwede­n vorbei. Nicht nur im tiefsten Winter wird inzwischen Wolle getra­ gen, auch im Sommer und als T-Shirt hat sich das Naturmaterial bewährt. Zum 40-jährigen Woolpower-Jubiläum wurde deshalb die Lite-Kollektion entwickelt – ohne Frotteeschlingen und deshalb wenige­r warm. Flächengewichte unter 200 Gramm (siehe Kasten oben) setzen die Qualitätsfanatiker aber nicht ein. »Mit weniger Gewich­t könnten wir nicht mehr die Robustheit garantieren, die wir unseren Kunden bieten wollen«, sagt Jesper Rodig vom deutschen Importeur Scandic Outdoor in Seevetal. Optisch wurde die neue Kollektion auch ein bisschen vielfältiger: Aus den gedeckten Farben blitzt jetzt schon mal ein rotes Shirt mit orangen Nähten hervor. Mehr modische Sperenzchen braucht man nicht in Jämtland. Viel wichtiger ist, dass die Woolpower-Wäsche auch bei der nächsten Tour im Fjäll trocken und warm hält. So wie < schon in den vergangenen 40 Jahren.


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Fischer E99 Crown Xtralite Produktklasse

Referenzprodukt

5 mm

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Der Ski, auf den Polarabenteurer vertrauen. Zahlreiche Expeditionen spurten auch in diesem Jahr auf dem E99 Crown zum Nordpol oder durch die Antarktis. Auch in gemäßigten Back­ country-Revieren wie auf norwegischen Hochplateaus oder in ­deutschen Mittelgebirgen ist der E99 Crown erste Wahl: belastbar, langlebig und einer der leichtesten Ski seiner Produktklasse.

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Hersteller

Fischer Sports GmbH, Ried im Innkreis, Österreich.

Konzept/Idee

Josef Holovicz, Chefentwickler Backcountry-Ski bei Fischer.

Technische Daten 

Längen: 180-210 cm. Gewicht pro Paar: 1950 g bei 200 cm. Preis: 239,95 €. Bindung: Fischer BCX Magnum Black (69,95 €).

Historie

Josef Fischer sen. beginnt 1924 in einem Schuppen, Schlitten zu bauen. Zwölf Jahre später ist eine Fabrik für Alpinski daraus ­geworden. 1959 übernimmt Josef Fischer die Firmenleitung von seinem ­verstorbenen Vater. Auf der Ispo 1971 stellt Fischer die ersten Langlaufski vor. Der E99 gehört seit 1977 zum Sortiment, trägt anfangs den Namen »Europa 99« (die Zahl hat keine Bedeutung). Er wird heute im Werk in der Ukraine gebaut, das Fischer 1988 eröffnet hat. Vor allem das Gewicht und die Steighilfe des Backcountry-Skis hat Fischer immer weiter optimiert. Die Fischer Sports GmbH ist zu 100 Prozent in Familienbesitz. Zur Unternehmensgruppe gehört auch die Sportbekleidungsmarke Löffler.

I n d i e s e m Wi n t e r kommt eine komplett überarbeitete Version des E99: leichter und dank des Rockerprofils im Tiefschnee einfacher zu steuern. Das ist wirklich ein Fortschritt!  Rocco Ganzert,  Ski-Experte von Globetrotter Dresden

Steighilfe Die Steigzone aus einer griffigen Kunststoffmischung deckt circa 40 % der Skiunterseite ab – für sehr g­ uten Halt beim Abstoßen. Die »Offtrack Crown« wurde eigens für Fischers Backcountry-Stahlkantenski entwickelt. Das dreidimensionale Profil hat eine kronenähnliche Form mit unterschiedlichen, nach hinten scharfen Konturen. Es ist an den Enden der Steigzone flacher und in der Mitte tiefer eingeschnitten – für ein optimales Verhältnis von Griffigkeit zu Gleitfähigkeit. Die mechanische Steighilfe braucht kein Haftwachs und kaum Pflege (evtl. Silikonspray gegen Stollenbildung).

10 cm Rocker Contact Point

Unbelasteter Ski belasteter Ski

Belag Vorn und hinten Gleitzonen aus gesintertem Polyethylen. Das Sintern macht den Belag widerstandsfähig und schnell. Ein leicht diagonaler Steinschliff verbessert die Gleiteigenschaften auch bei milden Temperaturen: Er erzeugt feinste Rillen, die Wasser unter dem Ski ableiten und somit den Saugeffekt auf feuchtem Schnee verhindern.

Aufbau 1 Designfolie aus Kunststoff mit geringem Verschleiß. 2 Verstärkungslaminate aus Fiberglasund Basaltfasern. Basalt ist leicht, temperatur­ unabhängig und verbessert den Flex des Skis. 3

Mittelrille Fast durchgehende Mittelrille im Belag für hohe Spurtreue.

Kunststoffgewebe für mehr Schutz und Festigkeit.

4 Kein billiger Schaumkern, sondern Holzkanäle bilden das Rückgrat des E99. Die Bögen des Holzkerns bestehen aus zwei Sorten Leichtholz: Pappel und – Betriebsgeheimnis! Die Luftkanäle sparen Gewicht gegenüber einem Massivholz-Kern, sind obendrein stabiler und verteilen das Gewicht des Läufers besonders gut auf die Länge des Skis.

Außenwände und Grundplatte aus hartem und verschleißfestem Buchenholz. 5

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Bei der Entwicklung des E99 hatten wir ein klar definiertes Ziel: den besten BackcountrySki der Welt zu bauen. Tatsächlich ist er zu einem Erfolgsmodell Max Buttinger, geworden.   Produktmanager bei Fischer

Profil »Nordic Rocker Camber«. Bedeutet: Beim Belasten heben sich die Skispitzen um 5 mm, dadurch schwimmt die Schaufel leichter auf, für besseres Gleiten im Tiefschnee. Und: Der Kontaktpunkt zwischen Ski und Schnee wandert beim Belasten um 10 cm nach hinten, für leichteres ­Drehen. Dank der geringen B­ auhöhe (max. 22 mm) ist der Ski keineswegs kippelig. Beispiel: 5/10 Nordic Rocker

Backcountry-Ski mit mechanischer Steighilfe (früher auch »Schuppenski« genannt) und mit Stahlkante.

Einsatzbereich Skiwanderungen und -trekkings im freien Gelände. Aufgrund ­seiner Breite nicht für präparierte Loipen geeignet. Status

Taillierung Eher gering (66 mm an der Schaufel, 54 mm in der Mitte, 61 mm am Heck). Das gewährleistet Spurtreue und gute Kontrollierbarkeit der Ski.

State of the Art

Gibt es das perfekte Equipment? Durchaus. In State of the Art zeigt 4-Seasons Ausrüstung, die in ihrer Klasse Standards setzt.

Belag (siehe rechts).

Filmische Kaufberatung zum Thema Langlaufski: 4-seasons.tv/kb-langlauf. Backcountry-Camps von Globetrotter im Erzgebirge: globetrotter-events.de.

Fellaufnahme Bei sehr steilen Anstiegen kann ein Steigfell (z. B. Colltex Combi-Extreme Backcountry) aufgeklebt und am Heck eingehakt werden.

Stahlkante Entlang des gesamten Skis, für konstanten Kantengriff bei Abfahrten selbst auf eisigem Untergrund.


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Ausrüstungsberatung

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Backpacking-Tipps für Südostasien

»Multifunktion und Kamillentee« Interview: Cindy Ruch | Fotos: Archiv Daniela Strunz, Michael Neumann

Ob man sie nun Backpacker, Traveller oder Rucksack­ touristen nennt – ihr Credo ist dasselbe: fremde Länder mit leichtem Gepäck erkunden. Daniela Strunz* erklärt, was man für einen typischen Trip durch Thailand braucht.

* Daniela Strunz (37) arbeitet seit anderthalb Jahren an der Kasse von Globetrotter Dresden und verbringt die Urlaube zwischen Sonne und Fels. Ihre komplette Packliste mit allen Mengen, Gewichten und Preisen gibt’s unter 4-seasons.de/backpacking.


Ausrüstungsberatung

Schnorcheln ist nur mit dem eigenen Set top.

am ­b esten im Nachtzug, so spart man ­Urlaubszeit und Übernachtungskosten. Zu den zahlreichen Inseln fahren Fähren oder Langboote. Wer will, baut in seine Reise Outdoortouren ein: Tageswanderungen, Paddel- oder Kletterausflüge, Tauchkurse, Dschungeltrekking im Norden.

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aniela, Backpacking unterscheidet sich von klassischen Outdoortouren. Man reist mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchs Land, geht mal ans Meer, mal zum Wandern oder schaut sich eine Stadt ­an. Was bedeutet das für die Wahl der Ausrüstung? Bei Touren in der Wildnis muss man meist autark sein – mit Kocher, Proviant, Schlaf­ sack und Zelt. Beim Backpacking nutzt man die vorhandene Infrastruktur und kann viel weglassen. Aber wie bei Outdoor­ touren freut man sich über einen möglichst handlichen Rucksack und pfiffiges Equip­ ment, die das Unterwegssein erleichtern. Du warst schon öfter in Thailand. Schlägt man da einfach sein Zelt am Strand auf? Da geht es schon los: Man braucht kein Zelt, weil es überall Hostels oder auch Bungalows direkt am Meer gibt. Die sind günstiger als bei uns der Campingplatz. Wie darf man sich das Unterwegssein in Thailand vorstellen? Man reist mit den Verkehrsmitteln der ­E inheimischen: mit Bus, Tuk-Tuk oder Sammeltaxi. Oder man leiht ein Moped. Für lange Strecken, etwa von Nord- nach Südthailand, lohnt sich eine Bahnfahrt –

Wie viel Gepäck brauche ich dafür? Unter den Travellern herrschen verschie­ dene Philosophien. Man trifft Minima­ listen, die haben nur ein Paar Tevas, zwei T-Shirts und ein Tagebuch in ihrer Umhän­ getasche – die würden sich über meine

»Beim Backpacking setze ich Ausrüstung immer multifunktionell ein.«

tragen, aber dafür ist er auch auf Pickups oder Mopeds schulterbar und bleibt nicht mit den Rollen im Sand oder auf dem Holzsteg zur Fähre stecken. Für welches Rucksackmodell hast du dich entschieden? Für einen Deuter Aircontact 50 + 10 SL, ein absolutes Raumwunder mit sehr gutem Tragesystem. Außerdem gibt’s praktische Extras: einen Bauchgurt mit kleinen Reiß­ verschlusstaschen, große Seitentaschen und eine integrierte Regenhülle. Außen hänge ich meist meine Schuhe mit einem Karabiner dran. Innen kommt alles in ­wasserdichte Beutel, das schützt prima vor Regen und Spritzwasser auf den Fähren.

Lohnt es sich, den Rucksack im Flieger und beim Transport auf dem Busdach noch mal in einen Sack zu stecken? Ein Transportsack ist gar nicht schlecht. Er schützt den Rucksack, und die Riemen bleiben nicht an Rollbändern oder Bus­ sitzen hängen. Im Hostel kann man darin Einkäufe oder Schmutzwäsche verstauen. Beim Backpacking versuche ich immer, Ausrüstung multifunktionell einzusetzen. Was ist noch multifunktionell? Ein gutes Beispiel sind die Schuhe. Die sind schwer und nehmen viel Platz weg. Also reduziert man. Ich habe ein Paar Boulderschuhe von Five Ten – die sind leicht, b ­ equem, wasserabweisend, einfach

praktisch. Die trage ich auch in der Stadt und beim ­Wandern. Zusätzlich sind nur noch ein Paar Teva-Sandalen dabei und ganz leichte Badeschuhe gegen See­igel und scharfe Steine im Wasser. Fertig. Benutzt du zusätzlich einen Daypack? Man sieht immer wieder Leute, die mit einem mittelgroßen Rucksack auf dem ­Rücken und einem kleinen vor der Brust herumwanken. Das habe ich auch mal ­probiert, fühlte mich aber zu unbeweglich. Mir ist ein großer Rucksack, in den alles passt, lieber. Eine gute Ergänzung ist >

nkel.se

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Packliste totlachen. Aber ich habe halt gern mein eigenes Zeug dabei, inklusive Schlafsackinlett und Schnorchelset. Dafür bin ich bereit, etwas mehr zu schleppen. Das entscheidet also jeder selbst.

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Nimmt man besser einen Rucksack oder gleich einen Rollkoffer? Wer vor allem mit Bussen auf dem ­Festland reist, ist mit einem Rollkoffer komfortabel unterwegs. Auf den Inseln werden die ­geteerten Wege seltener, dort lohnt sich ein Kombirucksack mit Rollen und Trage­ system. Ich persönlich bevorzuge einen normalen Rucksack, weil man viel unter­ bringt und richtige Touren unternehmen kann. Den Rucksack muss man zwar selbst A PART OF PEOPLE’S ADVENTURES SINCE 1892

Aber der OmniLiteTM ist kleiner, wiegt weniger und verbraucht weniger Sprit. Ideal für beinahe jedes Abenteuer, bei jedem Wetter und mit nahezu jedem Brennstoff.


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der Vaude Rock Ultralight, ein 25-LiterRucksack, den man in seine ­Deckeltasche einfalten kann. Der wiegt 360 Gramm und wartet verpackt im Hauptrucksack auf ­seinen Einsatz bei Tagestouren. In Bussen, Zügen oder auf Fähren verbringt man viel Zeit. Hast du gute Tipps für ­unterwegs? Wichtig ist, dass man es sich überall ­gemütlich machen kann. Oft sind Klima­ anlagen stark aufgedreht, oder Zugluft stört. Dafür habe ich mein Houdini Power Houdi dabei, der hält warm und bietet ­sogar eine Kapuze. Wenn es richtig kühl wird, nutze ich mein Schlafsackinlett aus Fleece als Decke. Und ohne mein Eagle Creek Sandman Travel Pillow ziehe ich gar nicht erst los. Auch Ohrenstöpsel können ein Segen sein, beim Einschlafen. Schlafen im Zug oder Bus? Keine Angst vor Diebstahl? Thailand ist grundsätzlich sehr sicher. Trotzdem habe ich Pass und Geld immer im Ortlieb-Wertsachenbeutel. Bei Zug­ fahrten schließe ich den Rucksack irgend­ wo fest. Ein eigenes Schloss ist niemals verkehrt: In Hostels gibt es meist Spinde, wo ich zum Beispiel meinen Fotoapparat einschließe, wenn ich ihn nicht brauche.

Die Küchenausrüstung kann man sich in Thailand vermutlich auch sparen? Kocher und Töpfe auf jeden Fall. Das ­können die Thai mit ihren Garküchen ­viel besser. Aber ich kaufe viel Obst und habe dafür extra einen Sea-to-Summit-Teller an Bord. Der Boden ist aus schnittfestem Kunststoff und ein ideales Schneidebrett. Klappt man den Rand hoch, wird er zu ­einer prima Schüssel für einen Obstsalat. Dazu s­ uperleichtes Titanbesteck und ein Taschenmesser. Muss man das Trinkwasser filtern oder ­entkeimen? Zum Trinken, Obst waschen und Zähne­ putzen sollte man unbedingt abgepacktes Wasser nehmen, das kann man überall kaufen. Wenn man aber eine längere Dschungeltour im Norden plant, wo es keinen Nachschub gibt, sollten auf jeden Fall Entkeimungs­tabletten mit.

»Gute Reisebekleidung ist meist aus Mischgewebe, weil das nicht so müffelt.« Noch mal zu den Klamotten. Was kommt neben der Kapuzen-Fleecejacke noch mit? So wenig wie möglich. Mir reichen zwei, drei kurze Hosen beziehungsweise ein Rock, eine lange Hose und fünf, sechs T-Shirts oder Blusen sowie Unterwäsche und Badesachen. Dann noch ein Kleid für die Stadt oder Restaurantbesuche. Ich ­wasche lieber öfter. Das geht in jedem Waschbecken mit Sea to Summit >

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Rucksackreisen in Thailand Anreise: Thai Airways fliegt zweimal täglich von Frankfurt nach Bangkok. Dauert ca. elf Stunden. Beste Reisezeit: Von November bis Februar, wenn man sich aus dem Schnee in die Sonne sehnt. Dann regnet es kaum und ist nicht drückend heiß. Auf den Inseln im Süden ist es dank der Nähe zum Äquator das ganze Jahr über schön warm. Unterkunft: Bungalows gibt es zur Genüge an Thailands Stränden, am besten vor Ort den schönsten suchen. In der Hochsaison besser vorbuchen. In Bangkok und anderen Städten ohne Strand bieten sich Hostels an, eine Auswahl unter hostels.com oder hostelworld.com. Rumreisen: Am bequemsten in einem Reisebüro all-inclusive buchen, wenn es mit verschiedenen Transportmitteln in den Süden geht. Man bekommt einen Sticker ans T-Shirt, und die Bus-, Fähr- und Pickup-Fahrer leiten einen weiter. Die Inseln zu Fuß erkunden oder Moped ausleihen. Danielas Tour: Von Bangkok nach Ao Nang fliegen, einen Touristenort mit vollgepackten Stränden. Dem Trubel auf einem Longtail-Boot entfliehen, zu einer Vier-Insel-Tour. Mit der Fähre nach Koh Jum – einsame Strände! Weiter auf die Insel Koh Phangan, unter anderem zur monatlichen FullMoon-Party, dem Treffpunkt für Backpacker. Über Surat Thani mit Zug und Bus zurück nach Bangkok.

* Komplettpreis für bis zu 4 Personen, Kabine und PKW (max. 6 m lang, 2,10 m hoch), einfache Fahrt. Zzgl. Treibstoffzuschlag von 10,50 Euro p.P. und Strecke. Reisezeitraum bis 20.6.12. Weitere Zeiträume, Konditionen und gültige Abfahrten unter www.finnlines.de

An Deck Mittsommernacht in Schweden

Büfett-Restaurant

Die Kunst des Backpackings Wer als Backpacker unterwegs ist, möchte viele Orte abseits des Mainstreams sehen. Und alles möglichst günstig. Übernachtet wird in Hostels, Backpackerunterkünften, Zelten oder günstigen Bungalows. Südostasien ist ideal für den Geldbeutel, den Sonnenwunsch und das Abenteuer in der Fremde. Geprägt haben das Rucksackreisen Backpacker auf Tour und in der Literatur: die LonelyPlanet-Gründer, die mit »Southeast Asia on a shoestring« den ersten Reiseführer für Backpacker publizierten, und der britische Rucksackreisende in Thailand aus Alex Garlands Roman »Der Strand«.

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Ausrüstungsberatung

die Schauer überdies nur kurz. Die dicke ­dreilagige Jacke vom letzten Island-Trip ist also fehl am Platz. Ich nehme höchstens eine superleichte Regenjacke von Montane mit, die mir auch als Windbreaker dient.

FRED RI K SC

H EN H O LM

Stimmt es, dass helle Klamotten bei Hitze angenehmer sind? Klar, weil sie die Sonne besser reflektieren. Ganz Afrika trägt deswegen Khaki. Angeb­ lich zieht helle Kleidung auch weniger ­Mücken an. Laundry Wash, das ist auch biologisch ­a bbaubar. Die Wäscheleine von Sea to Summit ist ebenfalls super: Man klemmt die Wäsche ­zwischen kleine Kugeln und braucht keine Klammern. Wer keine Lust zum Selbst­waschen hat, kann das auch in einer ­Wäscherei vor Ort für ein paar Baht ­m achen l­assen. Klamottenberge sollte man jedenfalls nicht mitschleppen. Hosen, T-Shirts, Houdi – das ist alles? Das reicht – vor allem, wenn man aufs ­M aterial achtet. Baumwolle ist schnell durchgeschwitzt und müffelt dann. Gute Reisebekleidung ist deshalb meist aus Mischgewebe, das schnell trocknet und länger geruchsneutral bleibt. Auch auf den UV-Schutzwert der Textilien sollte man achten, durch manche Klamotten strahlt die Sonne einfach durch. Meine Meru-­ Bluse hat einen UV-Schutz von 30+, man kann damit also 30-mal länger in der Sonne ­bleiben. Beim Schnorcheln trage ich ein Shirt, um den Rücken vor Sonnen­ brand zu schützen. Praktisch ist auch ein

Deshalb fährt Daniela nach Thailand. Tuch von einem örtlichen Markt, das lässt sich am Strand oder bei Tempelbesuchen umbinden oder als Badematte benutzen. Kein schönes großes Badehandtuch für den Strand? Viel zu schwer! Das leichte Tuch reicht mir im Sand völlig. Zum Abtrocknen nach dem ­Duschen ist ein Meru Sport Towel aus Mi­ krofaser dabei, das hat das Packmaß e­ iner Coladose und wiegt keine 100 Gramm. Sogar in Thailand kann es mal regnen. Darf meine treue Gore-Tex-Jacke mit? Membran-Jacken sind nur bei einem Tem­ peraturgefälle zwischen Körper und Luft atmungsaktiv, bei mehr als 25 Grad Außentemperatur bleibt der Schweiß in der Jacke. Außerhalb der R ­ egenzeit sind

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»Juckende Mückenstiche bekämpfe ich mit einer Art Minifeuerzeug.« Apropos! Bitte die besten Tipps für den Mücken-Abwehrkampf … Aus Schaden wird man klug: Windstille Plätze in Wassernähe sollte man meiden, in der Dämmerung sollte man lange Kleidung ­tragen und abends im Bungalow bei b ­ rennendem Licht nicht die Tür offen ­s tehen lassen. Ansonsten kommen die ­ü blichen Mittelchen zum Einsatz. Ich schwöre auf Nobite. Wer draußen sitzt, kann auch eine Mückenspirale abbrennen, das funktioniert meist gut. Wenn nicht, kommt der Zapper Click zum Einsatz. Was ist das denn? Eine Mückenkanone? Nein, das ist eine Art Minifeuerzeug, das man auf den Stich aufsetzt. Eine >

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Stryn Jacket ein ungetrübtes Vergnügen. Die preisgekrönte wind- und wasserdichte Dermizax™ NX Membran bietet die marktweit beste Atmungsaktivität. Die ultimative Jacke für Skitouren.

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Backcountry Guide 34 l Backcountry Guide wurde speziell für Tourengeher und Freerider entwickelt. Der Rucksack weist zahlreiche durchdachte und flexible Lösungen für die Befestigung von Skiern, Stöcken, Snowboard, Pickel, Schaufel und Lawinensonde auf.

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Ausrüstungsberatung

Backpacker lieben das ungefilterte Reisen. Außer vielleicht bei Sonnenuntergang.

­ iezozündung zersetzt das Insektengift P in der oberen Hautschicht, so werden die Schwellungen und der Juckreiz zumindest ­reduziert. Wo wir schon bei den Mittelchen sind: Kaufst du Sonnencreme vor Ort oder schon zu Hause? Gute Sonnencreme ist auf den Inseln oft schwer zu bekommen und dann sehr teuer. Ich kaufe zu Hause zwei Sorten: Licht­ schutzfaktor 50 für den Anfang und Licht­ schutzfaktor 30 oder 20 für später. Die fülle ich in handliche Mehrwegfläschchen um, so muss ich nicht die großen Tuben mitschleppen. Die »Mittelchen« sollten beim Fliegen übrigens in den großen ­Rucksack – aus dem Handgepäck werden sie oft aussortiert.

Du kletterst gern – wie machst du das in Thailand? Zuletzt habe ich mich für die Lightvariante entschieden: nur meine Boulderschuhe, aber keinen Klettergurt, keine Karabiner, kein Seil. Am frühen Morgen, wenn alle noch schliefen und die Luft klar und kühl war, bin ich an die Boulderfelsen gegan­

»Bei vielen Verleihern von Outdoorausrüstung erhält man leider Schrott.« gen. Das war sehr schön. Trotzdem möchte ich beim nächsten Mal richtig ­klettern. ­Dafür kann man sich die nötige Ausrüstung vor Ort leihen und nur den ­eigenen Gurt und ein paar Lieblingsteile mitbringen. Zum Beispiel mein Dana Shirt von The North Face – das ist luftig und sitzt auch ohne BH darunter gut. Einfach perfekt zum Klettern!

Ist das nicht überhaupt die Ideallösung: mit wenig Gepäck reisen und für jede ­Aktivität die Outdoorausrüstung vor Ort einfach ausleihen? Wenn man den Verleiher kennt und der ­o rdentliche, gepflegte Ausrüstung hat, dann ist das natürlich praktisch. Viele ­Anbieter ­verleihen aber leider Schrott – zum Beispiel gammelige Schlafsäcke, krumme Paddel, klapprige Mountainbikes. Wer ­Touren plant, die eine ­wirklich gute Ausrüstung erfordern, sollte diese im Zweifelsfall b ­ esser von zu Hause mitbrin­ gen. Oft sind auch die ­Preise gesalzen, die ­Miete für ein Schnorchelset kostet schnell so viel wie eine Nacht im Bungalow. Da bringe ich l­ ieber mein eigenes Schnorchel­ set mit, das passt mir perfekt und ist oben­ drein ­hygienischer. Auf deiner Packliste steht auch ein ErsteHilfe-Set, das Kamillentee enthält. Warum denn das? Die meisten Alltagsartikel für den Sanitär­ bedarf oder gegen kleine Wehwehchen gibt es n ­ atürlich in Thailand zu kaufen: ­Klopapier, Tampons, Shampoo und so fort. Aber bei meiner ersten Tour war ich einmal krank und sehnte mich nach Kamillentee. Der ist in Thailand unbekannt – und fährt < seither immer mit in den Urlaub.

Noch mehr pfiffige Reiseartikel: 4-seasons.tv/kb-reiseartikel.


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Fünf Sterne

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»Damit lag ich genau richtig!« Vaude Bike Alpin 25+5 89,98 €, Nr. 19.67.75 Das Rückensystem ist stufenlos verstellbar. Durch das Netzsystem ist der Rücken optimal belüftet, auch wenn der Hüftgurt ruhig aus etwas luftdurchlässigerem Material gefertigt werden dürfte. Die Erweiterungsmöglichkeit ist sehr praktisch, wenn noch ein Kleidungsstück in den Rucksack soll, dieser aber bereits voll ist. Verarbeitung und Material sowie die vielen durchdachten Details sind auf einem sehr hohen Niveau. Bin mit dem Kauf sehr zufrieden!   Volker E. 1

Uvex Active small 99,95 €, Nr. 20.20.39 Die Brille ist perfekt: Sehr gute Passform, federleicht, man spürt sie kaum. Die Kunststoffgläser leisten, was der Hersteller verspricht, sie passen sich schnell den Lichtgegebenheiten an, reagieren auch auf starke Sonneneinstrahlung. Eine weiche, sehr praktische Hülle in Schwarz wird mitgeliefert. Ich bin sehr zufrieden, kann sie nur empfehlen.  Friedel Charlotte K. 2

Keen Gypsum Mid Frauen 149,95 €, Nr. 19.90.30 Ich hab’ die Schuhe bei ein paar Wanderungen in Schweden über viele Steine und Wurzeln angehabt. Sie sind einfach super bequem, bieten guten Halt, außer auf feuchten Wurzeln. Die Schuhe fallen groß aus. Ich bin sehr zufrieden damit.  S. M.

Haglöfs Barrier II Jacket Männer 119,95 €, Nr. 18.68.22 Diese Jacke ist extrem leicht; man merkt sie überhaupt nicht. Ich habe sie bei fünf Grad und reichlich Wind lediglich über einem T-Shirt getragen – und es war angenehm warm. Das liegt auch daran, dass diese Jacke an den Ärmeln wie auch am Hals dicht schließt; mittels Kordelzug kann man sie auch unten verschließen. Gut sind auch die beiden sehr großen Außentaschen.  Thomas R.

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60 000 weitere Produktkritiken finden Sie auf globetrotter.de, alle Infos zum Thema unter globetrotter.de/kundenbewertung.

Adidas Terrex Fast R Mid GTX Männer, 179,95 €, Nr. 20.58.46 Trittpräzision und Dämpfung sind hervorragend, dabei trägt sich der Schuh leicht wie ein Turnschuh. Und die Sohle ist in puncto Rutschfestigkeit das mit Abstand Beste, was ich bisher am Fuß hatte, selbst auf nassem Fels. Den fünften Stern gibt es unter Vorbehalt – mal sehen, wie lange die Sohle hält.  Harald L. 5

Petzl Tikka2 29,95 €, Nr. 13.66.95 Absolut empfehlenswerte Stirnlampe. Ob für abends im Zelt zum Lesen (leicht gedimmte Leuchtstufe) oder um im Dunkeln den Weg zu beleuchten (volle Leuchtkraft). Geringes Packmaß und Gewicht. Leuchtleistung reicht vollkommen aus zum Zeltaufbau, Kochen im Dunkeln und so weiter (getestet bei einer mehrtägigen Wanderung in Wales).  Jan D. 6

Black Diamond Deploy 3 59,95 €, Nr. 12.96.42 Äußerst robuste und dabei leichte Schaufel, mit der man in kürzester Zeit große Schneemengen bewegt. Das Packmaß ist äußerst kompakt und das Gewicht für das, was man in die Hand bekommt, durchaus als leicht zu bezeichnen. Das Teil ist jeden Cent wert und hält vermutlich Jahrzehnte …  D. M. 7

Kaikkialla Enni Coat Frauen 169,95 €, Nr. 13.42.86 Ich habe mir eine Winterjacke gegönnt und lag mit dieser genau richtig! Sie ist kuschelig warm und vor allem auch auf dem Rad perfekt. Die Ärmel sind lang genug für jede Situation. Ich bin endlich warm eingepackt, ohne wie ein Michelinmännchen auszusehen. Besonders gut gefällt mir das Außenmaterial. Die Jacke ist gut waschbar und trocknet unglaublich schnell.  Juliane G. 8

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Wer schreibt eigentlich die ganzen Produktkritiken? 4-Seasons stellt drei der hier zitierten Kunden vor. Volker Erath alias Volker E.

Globetrotter-Kunde seit: Anfang der 90er. 5 Sterne für: 1 Vaude Bike Alpin 25+5. Beste Tour: Grand Canyon. Letzte Tour: Der Mindelheimer Klettersteig in den Allgäuer Alpen. Traumtour: Mit dem Mountainbike durch Alaska.

Seraphina Meyer alias S. M.

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Globetrotter-Kundin seit: Meiner Geburt. 5 Sterne für: 3 Keen Gypsum Mid Frauen. Beste Tour: Zu Fuß und paddelnd durch Schweden. Letzte Tour: Durch den Store-MosseNationalpark in Schweden. Traumtour: Hundeschlittentour in Grönland.

Harald Lenz alias Harald L.

Globetrotter-Kunde seit: Den 90ern. 5 Sterne für: 5 Adidas Terrex Fast R Mid GTX Männer. Beste Tour: Über die Lemosho-Route auf den Kilimandscharo. Letzte Tour: Nationalpark Bayerischer Wald. Traumtour: Annapurna-Runde.

* Globetrotter-Bestellnummer (kann bei Größe und Farbe variieren) und Preis Stand September 2012

Mehr Praxistest geht nicht: Über 60 000 Kundenbewertungen verzeichnet globetrotter.de. Diese acht Produkte erhielten die begehrten »fünf Sterne«.


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Reise

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Winterwelten

ganz nah Österreichs Winter hat viele Facetten – gemütliche und adrenalingetränkte. 4-Seasons stellt die coolsten vor. Text: Georg Weindl

Familienurlaub am Wilden Kaiser Skitouren in der Wildschönau

Foto: Stubaier Gletscher

Gleitschirmfliegen im Bregenzerwald

Nachtrodeln an der Zugspitze

Freeriden im Stubaital Eisklettern im Maltatal

Von wegen nur Gletscherskifahren – auch im Stubai gibt es grandiose Freeridehänge.

Schneeschuhwandern in den Hohen Tauern

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Einmal durchs Paradies

Eisiger Hotspot Maltatal

Eine Schneeschuhtour im Zedlacher Paradies im Nationalpark Hohe Tauern.

Klettern ist trendy und Eis­klettern ist die garantiert coolste Variante­. Kenner schätzen vor allem die Routen im Kärntner Maltatal.

Tourismusverband Stubai Tirol, Dorf 3, A-6167 Neustift, Tel. +43/501/88 10, stubai.at.

Osttirol Information, Albin Egger Straße 17, A-9900 Lienz, Tel. +43/50/21 22 12, osttirol.com.

Starke Hänge, wilde Grub’n Rein in den Pulverschnee – freeriden im Stubaital.

Foto: TVB Osttirol/Fotowerk Nusser Aichner

»Auch wenn Stubai fürs Gletscherskifahren bekannt ist, haben wir perfekte Freeridehänge«, sagt der Guide vom Powder Department. »Du musst nur wissen, wo sie sind und wo du fahren kannst.« Wir sind auf gut 3000 Meter Höhe nahe dem Daunkopf, gönnen uns ein paar Minuten für die herrliche Aussicht. Dann wartet die ­Glamersgrube, ein breiter Kessel mit weiten Pulverschneehängen. Perfektes Freerideterrain mit viel Powder und steilen Passagen hinunter Richtung Wilde Grub’n. Einige »Yeaaaaaaahs« und Faceshots später sieht man schon die Gondeln und die Talstation der Gletscherbahn. Was dann folgt, ist natürlich klar. »Noch einmal rauf und rein in den Pulverschnee«, sagt der Guide.

Einsam durch die Winterlandschaft stapfen und dann mitten durch das Paradies. Was uns die Ranger im Nationalparkhaus in Matrei in Osttirol angekündigt haben­, das klang schon sehr ­verlockend. Beim Strumerhof beginnt­die Tour mit dem Guide Andreas­ Anger­m ann. Mit den Schneeschuhen machen wir die ersten, etwas ungelenken Schritte­. Aber man gewöhnt sich schnell daran, und die Strecke führt nach einem kurzen Anstieg durch den Bergwald bis zum Zedlacher ­Paradies. Den Namen hat es von seinen bis zu 500 Jahre alten Lärchen, die sich im Spätherbst malerisch goldbraun verfärben. Hier eine Spur vom Hirsch, dort eine von der Gämse, erklärt ­Andreas. Sehenswert sind auch die schmiedeeisernen Darstellungen von Ameisen, Spechten und Käuzen. Nach zweieinhalb Stunden ist die Wodenalm erreicht. Eine urige Jausenstation, die leider im Winter geschlossen ist. Dafür haben wir im Rucksack Proviant. Und für einen­Imbiss ist es hier mit einem herrlichen Ausblick bis zu den Dolomiten gewiss nicht der schlechteste Ort.

Die Tiroler Seite der Zugspitze mal ganz anders

Dass es in der Tiroler Zugspitz Arena gute Pisten gibt, ist bekannt. In der Region existieren aber noch ganz andere Vergnügungen: Jeden Dienstag- und Freitagabend ist Nachtrodeln auf der Ehrwalder Alm angesagt. Hier rodelt man nicht auf schmalen Rodelbahnen, sondern auf der breiten und präparierten Skipiste. Die gehört an diesen Abenden nur den Rodlern. Rauf geht es ab 18.30 Uhr mit der Seilbahn von Ehrwald. Und dann wartet die vier Kilometer lange Rodelstrecke mit 400 Höhenmetern. Mit viel Gejohle geht es in die Nacht hinein. Immer schneller, das ist ein Heidenspaß. Wer hier mal einen kleinen Sturzflug hinlegt, landet für gewöhnlich weich im Schnee. Weiter unten führt die rasante Rodel­partie dann in den Wald, immer schön auf breiter Piste. Und

Foto: Tiroler Zugspitz Arena/U. Wiesmeier

Beim Nachtrodeln sieht man zwar die Zugspitze nicht, dafür hat man umso mehr Spaß.

schließlich zur Einkehr in die Hütte. Übrigens: Mit einem Mehr­ tages­skipass ist das Nachtrodeln bereits inkludiert.

Tiroler Zugspitz Arena, Am Rettensee 1, A-6632 Ehrwald, Tel. +43/56 73/200 00, zugspitzarena.com.

»In unser Maltatal kommt der Föhn nur selten rein«, sagt Michael Koller. »Deshalb haben wir so stabile Verhältnisse, und das Eis hält sich sehr lange bis ins Frühjahr.« Koller ist im Malta­tal zu Hause, Ausbildungsleiter bei der Bergrettung und ein Ex­perte­­in Sachen Eisklettern. Das sonst so stille und beschauliche Tal im National­ park­ Hohe Tauern­ hat sich mit seinen gefror­e nen Wasserfällen und vereisten Felswänden zu einem wahren Hotspot für Eiskletterer entwickelt. »Es gibt gut 30 verschiedene Routen von leichten Einstei­ ger­­varianten bis zu anspruchsvollen für echte Profis«, ergänzt Koller. Wer erste ­Erfahrungen beim Eisklettern sammelt, der ist zuerst einmal von den Namen der Routen­schwer beeindruckt. Sie heißen Supermax, Superfeucht, Kathedrale oder Schweinchen Dick. Was sich dahinter verbirgt, erfährt man am besten, wenn man sich die ersten Schritte erklären lässt. Zuerst die Grundlagen: wie die Steigeisen montiert werden, wie man mit Eispickel und mit den Seilen arbeitet, wie die Eisschrauben fixiert werden und ­worauf bei den ersten Kletterver­suchen ­geachtet werden muss. Im Maltatal gibt es sogenannte Toprope-Routen, wo das Seil von oben her fix installiert ist, und auch Vorstieg-Varianten, bei denen von unten angeseilt wird. Ziemlich viele Infos für ­einen Eis­kletter­einsteiger. Aber es geht ja um eine ziemlich anspruchsvolle Art der alpinen Fortbewegung. Also rein in die Top­rope-Route. »Klack, klack, klack«, der Pickel­und die Steigeisen suchen Halt im Eis. Nach fünf Metern beginnen die Arme etwas zu zittern – das ist schon etwas anders als normales Klettern. Wem das anfangs zu heikel ist, auf den warten im Nationalpark Hohe Tauern viele weitere eisige Möglichkeiten. Zum Beispiel kann man sich an geführten Durchque-

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Bis hierhin ist es ein weiter Weg – aber auch für Einsteiger gibt es im Maltatal gute Routen.

rungen von Eisschluchten versuchen. Dazu gibt es im Mölltal im nördlichen Kärnten viele attraktive Angebote. In Heiligenblut auf der Südseite der Großglocknerstraße wartet ein Eisklettergarten, und in Lainach gibt es einen beleuchteten Eiskletterturm.

Urlaubsinformation Kärnten, Casinoplatz 1, A-9220 Velden, Tel. +43/463/30 00, kaernten.at.

Im Rahmen des TauernAlpin-Outdoor­­­pro­gramms bieten die Berg- und Skiführer Schnupperkurse für angehende Eis­klet­ terer an. Und irgendwann geht es dann zu­rück­ins Maltatal zu einem Rendez­vous mit Schweinchen Dick.

Foto: Franz Gerdl, Kärnten Werbung

Reise

Foto: Stubaier Gletscher

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Reise

Foto: Bregenzerwald/Christoph Lingg

Auf die leichte Tour

Vogelfrei im Bregenzerwald Mit dem Gleitschirm über den verschneiten Bregenzer­wald.

Eine spektakuläre Aussicht haben uns die Einheimischen in der Schönangeralm versprochen. Die Skitour auf den Breitegg Gern sei ein Klassiker. Hinauf führt eine mäßig steile Route, meist über ­offe­nes Gelände. Wir steigen locker bis zur Waldgrenze auf, weiter über Wiesen bis zur Breiteggalm. Nach der Alm geht es links, nach einer Waldpassage sind die Gipfelhänge erreicht. Die Einheimischen hat­ten­Recht: Im Süden die Zillertaler, im Norden das Kaiser­ge­birge, und da ganz hinten, das muss der Großglockner sein. Auch die ­Abfahrt ist herrlich einfach, offene Hänge, die mit dem Neuschnee richtig Spaß machen. Und unten wartet schon der Kaiserschmarrn.

Foto: Wildschönau Tourismus

Den Start fürchten die Leute gewöhnlich am meisten. »Wir starten auf einer abfallenden Wiese, da braucht man sich nicht zu fürchten«, sagt Mathias Moosbrugger von der Flugschule Bregenzerwald. Tan­dem­­gleitschirmflüge sind im Winter besonders populär. Der Gipfel des Diedamskopf ist der Startplatz. Bei drei heben wir ab. Gute 20 Minuten dauert es, die weiße Landschaft aus der Vogel­ perspektive zu erleben. Wir schweben über Schneefelder, vorbei an Ski­liften­und Pisten. Unten liegt Schoppernau, links zieht sich das Tal hinauf Richtung Warth und Arlberg. Und auf einmal ist man im Flow, ähnlich wie beim Freeriden, nur diesmal vogelfrei. Bregenzerwald Tourismus, Impulszentrum 1135, A-6863 Egg, Tel. +43/55 12/23 65, bregenzerwald.at.

Auf ’n Sprung nach...

Der Breitegg Gern in der Wildschönau ist ein Genießerberg für Skitouren-Einsteiger.

...Österreich

Wildschönau Tourismus, Hauserweg, Oberau 337, A-6311 Wildschönau, Tel. +43/53 39/825 50, wildschoenau.com.

Der Kaiser ist für alle da

Vor dem tiefblauen Himmel thront der Wilde Kaiser wie auf den schönsten Ansichtskarten. Was machen wir bei diesem Kaiserwetter?­ Mama will langlaufen, Papa carven. Und der Funpark ist der Favorit­ der Kids. Im Brixental ist das alles kein Problem. Hier warten genau 279 Pistenkilometer und über 90 Lifte, das größte zusammen­ hängende Skigebiet Öster­reichs. Abwechslungsreiche Pisten, Rodelbahnen, Loipen, über 70 Skihütten. Mittags treffen wir uns zum Einkehr­schwung. Danach eine Schneeschuhtour? Der Nachwuchs tendiert eher zur Rode­lbahn am Astberg. Und am Ende des Tages? Da geht’s dann gemeinsam ins Erlebnisbad.

Foto: Kinderkaiserland Scheffau

Die SkiWelt Wilder Kaiser Brixental bietet weiße Freuden für die ganze Familie.

SkiWelt Wilder Kaiser – Brixental Marketing GmbH, A-6306 Söll, Tel. +43/53 33/400, skiwelt.at.

Weitere eisige Wintertipps sowie ein Gewinnspiel, bei dem eine Reise nach Kärnten zu gewinnen ist, unter 4-Seasons.de/oesterreich/winterwelten. Filme über die Regionen gibt es unter 4-Seasons.tv/winterwelten. Zudem berät die Österreich Werbung Urlauber kostenlos unter der Telefonnummer 008 00/40 02 00 00. Allgemeine Infos unter austria.info/winterwelten.

33 Direktverbindungen täglich. Mit dem Europa-Spezial ab 39 Euro. Reisen Sie entspannt und günstig in die schönsten Wintersport-Regionen Österreichs – ganz ohne Stress, Stau und Parkplatzsorgen. Mit dem Europa-Spezial ab 39 Euro, solange der Vorrat reicht. Familienkinder unter 15 Jahren reisen kostenfrei mit (Eintrag auf der Fahrkarte notwendig). Weitere Informationen unter www.bahn.de/oesterreich.

Die Bahn macht mobil.


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Kollege Globetrotter

Kollege Globetrotter

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Das Feuer entfachen »Personalabteilung« klingt nicht nach Abenteuer? Da ist Sabine Zdunnek anderer Meinung. Ihre Feuertaufe erlebte sie vor knapp zwei Jahren, als sie aus einem bunten Haufen neuer Leute das Team der Globetrotter-Filiale München formen sollte. Text und Fotos: Manuel Arnu

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n einem kalten Wintertag im Dezember 2010 trat Sabine Zdunnek ihre Stelle an – es war ein ernüchternder Anblick. Globetrotter München war zu diesem Zeitpunkt eine zugige Baustelle. Der Riegerbau am Isartor, einst ein Pelzgeschäft mit 32 verschachtelten Ebenen, wurd­e komplett entkernt. Dass hier – nur drei Monate nach Sabines erstem Arbeitstag – eine nagelneue und wunderschöne Globetrotter-Filiale eröffnen sollte, schien ­unvorstellbar. Es gab keine Ware, keine Deko, kein Verkaufsteam. Stattdessen löchrige Böden, nackte Wände und wirre Kabelstränge. Alles war von Baustaub überzogen. Stund­e Null für Sabine Zdunnek. Anders als für die Facharbeiter, die auf der Baustelle werkelten, war der Job für Sabine komplettes Neuland: Als Personalentwicklerin sollte sie aus über 100 neu eingestellten Mitarbeitern ein schlagkräftiges Verkaufsteam formen. So einen Auftrag hatte weder Globetrotter je zuvor vergeben – noch Sabine je übernommen. »Andere Globetrotter-Filialen sind langsam gewachsen und konnten bei Vergrößerungen oder Umzügen auf erfahrene Kollegen bauen. In München haben wir quasi bei null angefangen«, erzählt sie. Nur ein paar altgediente Globetrotter-Mitarbeiter – darunter Filialleiter Jens

Holst – waren von anderen Standorten nach München gezogen, der Großteil der Filialbelegschaft wurde in der Bayernmetropole rekrutiert. Outdoor-Begeisterung war zwar Einstellungsbedingung, doch nicht alle »Neuen« brachten Verkaufserfahrung oder detaillierte Branchenkenntnisse mit – geschweige denn präzises Wissen über die 25 000 Artikel, die bald die Regale füllen sollten. Willkommen auf unserer Baustelle! Wie wichtig die Kompetenz, aber auch die Atmosphäre im Team ist, wusste auch Jens Holst, der 1982 als erster Azubi überhaupt bei Globetrotter angefangen und vor der »Mission München« viele Jahre die Filiale in Frankfurt geleitet hatte. Er vertraute Sabine und beauftragte sie mit der Teamkoordination und dem Ausbildungsprogramm. Zur Organisation der Schulungen blieben Sabine gerade einmal vier Wochen Zeit. Dass Telefon und Internet noch nicht funktionierten, machte die Sache nicht einfacher … Während auf der Baustelle die Presslufthämmer dröhnen, trudeln am 3. Januar 2011 die ersten Mitarbeiter ein. Sabines Aufgabe >


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Auf die Plätze, fertig …

Kollege Globetrotter

veröffentlicht kleinere Zeitungsartikel, bis die Stimme der Vernunft den Traum vom Reisejournalismus übertönt und sie sich an der Augsburger Uni für Pädagogik einschreibt. Nach dem Grundstudium lernt sie die Nadelstreifenwelt bei Audi kennen. Mit dem Diplom in der Tasche beginnt sie als Projektleiterin in einer Unternehmensberatung, später wechselt sie als Bildungsreferentin zu einer Akademie im Westerwald. Aber irgendetwas passt nicht. »Ich hatte den Verdacht, dass ich irgendwo falsch abgebogen war, und suchte den Rückwärtsgang«, sagt Sabine. Dann hört sie, dass Globetrotter eine Filiale in München eröffnen wird. »Mir wurde klar, dass ich am Anfang meines Berufswegs an der ­richtigen Stelle gewesen war – in der Outdoorbranche.« Sabine schreibt eine Bewerbung an Jens Holst. Dann entschwebt sie nach Kathmandu, zu eine­r lange geplanten Trekkingtour. Eine Rückfrage von Jens erreicht sie unterwegs, »am allerletzten Computer vor der tibetischen Grenze«. Dieser schmiert alle paar

erfordert Begeisterungsfähigkeit, Menschenkenntnis, pädagogische und psychologische Raffinesse, Wissen über Einzelhandel und Laden­logistik. Und viel Improvisationsvermögen: Sabine begrüßt die Neulinge per Handschlag und erklärt, warum übergangsweise nur drei Räume nutzbar sind. Trotzdem muss die Einarbeitungsphase anlaufen: In zwei Monaten soll schließlich nicht nur die Filiale öffne­n, sondern auch das Team funktionieren. »Die ersten drei Tage waren entscheidend«, erzählt Sabine. »Wie in einer Beziehung kann man alles vermasseln – oder der Funke springt über.« Das Eis bricht sie mit erlebnispädagogischen Spielen wie BlindZelte-aufbauen oder Outdoor-Memory. Dann folgen die Grundlagen: »Unternehmensphilosophi­e, Strukturen, Verhaltensregeln. Wie räum­e ich meine Kaffeetassen auf, wie bin ich nett zu meinem Kollegen, warum ist Pünktlichkeit wichtig …« – gar nicht so einfach, wenn ein paar Meter weiter Bagger und Laster 900 Kubikmeter Stahlbeton raushauen und abtransportieren. Die nächste Stufe sind Verkaufs- und Produktschulungen. Die Mit­ arbeiter üben den Umgang mit Kunden und bringen ihr Wissen über Materialien und Marken auf den neuesten Stand. Viele der Workshops werden von Vertretern der Hersteller abgehalten – auch sie dürfen dabei kräftig Baustaub schlucken. Zur Erholung gibt’s dann auch mal Outdoor- und Auswärtstermine: Sabine schickt die Leute zum Schneeschuhlaufen und Eisklettern in die Alpen, zu Messen – und in die Kölner Filiale, um Verkaufspraxis zu sammeln. Währenddessen nimmt die Münchner Filiale Formen an: Das größte Loch im Boden verwandelt sich in ein Kanu-Testbecken, die Höhenkammer wird installiert, die kahlen Flure verschwinden unter Holzböden. Irgendwann funktioniert sogar das Telefon! »Das war tatsächlich eine parallele Entwicklung«, erinnert sich Sabine. »Wie aus dem

Fotos: Archiv Sabine Zdunnek

Zwölf Jahre Reisemarathon, jetzt in München verwurzelt.

Globetrotter-Iglu-Workshop auf der Zugspitze.

Nichts wuchs dieser tolle Laden, und in unseren drei Zimmern verschmolz ein bunter Haufen zu einem eingeschworenen Team, dessen Begeisterung sich von Woche zu Woche steigerte und alle Erwartungen übertraf. Wir wollten ein Feuer entfachen – und haben einen Flächenbrand ausgelöst.« Suche nach dem Rückwärtsgang Dass Sabine ihren Job als Brandbeschleunigerin antrat, obwohl sie ja eigentlich Reisejournalistin werden wollte, hat etwas mit einem schadhaften Computer im Himalaja zu tun. Auch ihr Lebenslauf wirkt verschlungen wie ein nepalesischer Gebirgspfad. Nach dem Abi schnuppert sie bei Outdoorzeitschriften rein und reüssiert mit durchaus spitzer Feder als Autorin. Nach einer sehr ironischen Kanupolo-Reportage erhält das Kanu-Magazin Protestschreiben und Abokündigungen. Sabine arbeitet für ein Augsburger Lokalradio und

»An dem, was man Glück nennt, war ich nie näher dran. Ich hatte meine Bestimmung gefunden.« Minuten ab, doch Sabine wittert die Chance. »Im Schein meiner Stirnlampe kritzelte ich die Antwort auf eine Serviette und habe sie dann rasend schnell eingetippt, bevor der PC wieder abstürzen konnte.« Es klappt. Jens antwortet prompt: »Bitte erst die Trekkingtour beenden, dann Bewerbungsgespräch.« Ein paar Wochen später setzen sie sich zusammen. Nach drei Stunden hat Sabine den Job. Ihre Reisen plante Sabine ähnlich strukturiert wie ihre Arbeit: Mit 18 Jahren fasste sie den Entschluss, bis zum 30. Geburtstag zehn große Fernreisen zu absolvieren. Dass sie damit richtig lag, bestätigte bereits während der allerersten Tour ein magischer Momen­t. Eine Reportage fürs Kanu-Magazin führte sie nach Kanada in die Inside Passage. Plötzlich tauchte ein ausgewachsener Killerwal unter Sabines Seekajak hindurch. Ein ­majestätischer Orca, zum Greifen nah, dann verschwand er als dunkler Schatten im Nichts. Am Abend saß Sabine im Camp, der frisch gefangen­e Pazifiklachs brutzelte über dem Feuer, im Mondlicht zogen Orca-Schulen durch den Ozean. »An dem, was man Glück

nennt, war ich nie näher dran«, sagt Sabine. »Ich hatte meine Bestimmung gefunden. Wann immer das Geld reichte, bin ich wieder auf Reisen gegangen.« Gereicht hat es für über 50 Länder: Kanada, USA, Mittelamerika, Venezuela, Argentinien, Südafrika bis Sambia, Ägypten, Jordanien, Thailand, Kambodscha, Nepal, Singapur und fast ganz Europa. Rituale gehören dazu. Vor jedem Abflug hört Sabine »Leaving on a Jet Plane« von John Denver. Imme­r dabei ist eine Halskette mit einem Bernsteinkreuz aus Danzi­g und ihr altgedienter Rucksack. Als während der neunten Reise ihre treuen LowaSchuhe im Yosemite Valley ihr Leben aushauchen, schmeißt Sabin­e sie nicht in den Müll: »Es war ein emotionaler Moment, als ich die Schuhe beerdigte. Ich war den Tränen nahe.« Zehn große Reisen bis zum 30. Geburtstag An ihrem Reiseprojekt hält sie trotz Studiums und Jobs eisern fest. 2011 steigt sie drei Tage vor ihrem 30. Geburtstag in Singapur aus dem Flugzeug. Reise Nr. 10 – Mission completed! Und jetzt? Das berühmte Loch? Oder wird einfach weiter gereist? »Nein«, sagt Sabine, »ich war in den Anden, den Rocky Mountains, im Himalaja. Ich habe die Ruinen von Angkor Wat gesehen, die Iguazú-Wasserfälle, den Grand Canyon und ich habe in Buenos Aires Tango getanzt. Alles, wovon ich in meinem schwäbischen Dorf als Kind träumte, habe ich erlebt. Der Preis dafür war allerdings totale Rastlosigkeit, du musst dein komplettes Lebe­n um das Reisen herum organisieren. Diese­s Kapitel ist nun abgeschlossen, und ich bin sehr zufrieden damit.« Heute ist Sabine in München verwurzelt, zu ihren Trekkingschuhen hat sie keine allzu emotionale Bindung mehr. In der Filiale ist sie zur Personalchefin aufgestiegen. Sie kümmert sich um die – so Globetrotter-Gründer Klaus Denart – drei wichtigsten Gründe für den Erfol­g der Firma: die Mitarbeiter, die Mitarbeiter und die Mitarbeiter. Dazu gehört auch die Hilfe bei Konflikten im Team und Unterstützung bei der Lebensplanung der mittlerweile 160 Münchner Globetrotter-Kollegen. Vor Kurzem, erzählt sie, habe sie ein schönes Zitat von Randy Pausch gelesen, jenem amerikanischen Professor, der kurz vor seine­m Krebstod das Leben mit Humor und Nächsten­ liebe feierte: »Es ist genial, deine Kindheitsträume zu leben – aber es ist noch schöner, anderen Menschen zu helfen, ihre Träume zu < verwirklichen.«

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Traumtour

Eisige Kälte, Ströme von Schweiß, heulende Huskys. Klingt toll für Sie? Dann sollten Sie diese Reportage über den Fjällräven Polar lesen und sich demnächst bei uns melden …

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Traumtour

… denn im April 2013 startet der nächste Polar – zwei 4-Seasons-Leser mushen mit!

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Text: Günter Kast Fotos: Håkan Wike, Daniel Simon

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ein, an meiner Vorbereitung gibt es nichts zu kritteln. Ich ahnte: Mensch und Hund reden genauso oft aneinander vorbei wie Mann und Frau. Ich holte mir deshalb das Buch »Hund-Deutsch/Deutsch-Hund« des TV-bekannten Hundetrainers Martin Rütter und arbeitete den Test »Sind Sie ein Hundemensch?« gewissenhaft Musher-Neuling: unser durch. Ergebnis: durchwachsen. Auf die Frage »Können Sie nachts in Reporter Günter Kast. Positionen schlafen, um die Sie jeder Yogaprofi beneiden würde? Und das nur, weil Sie die Hunde in Ihre­m Bett nicht stören wollen?« hatte ich herzlos mit »Nein!« geantwortet. Schwerer Rückschlag. Als ich anderntags den Golden Retriever meines Nachbarn Gassi führte, fühlte ich mich schlecht und kaufte ihm eine Packung Hundeknochen, um mich einzuschleimen. Nein, ich war noch kein richtiger Hundeversteher. Es würde hart werden, dort oben im hohen Norden. Crashkurs für Hundeschlitten-Novizen Signaldalen, Norwegen, 69 Grad Nord, Schneetreiben, fieser Wind: Vor uns liegen mehr als 300 Kilometer durch die Tundra nördlich des Polarkreises. Wir wollen uns von den Fjorden Norwegens bis nach Väkkäräjärvi in Schweden durchschlagen. Einmal quer durch das Land der Samen, die hier mit ihren Rentierherden leben. Am Start geht es zu wie im Tollhaus. 180 Alaska-Huskys können es kaum erwarten, wollen endlich loslaufen. Die Alaskans sind robuste und kluge Mischlinge und mit selten mehr als 20 Kilo zwar eher kleine Hunde, aber auf unbändige Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit gezüchtet. Bei dem ohrenbetäubenden Gebell und Gejohle ­verstehe ich kaum, was Christoph Hentschel (45), Förster aus ­Soest, und Fabian Best (19), Schüler aus Potsdam, sagen. Zu dritt bilden wir Team Deutschland. Allesamt Mushing-Novizen, die h­offen, dass die Huskys das nicht gleich mitbekommen. Unsere Guides René und Amanda geben letzte Anweisungen: Nie den Schlitten loslassen! Zum Anhalten den Schneeanker auswerfen und den Schlitten darüberkippen! Bei einem Sturz packen, was man zu fassen kriegt: vorzugsweise den Bügel, mindestens aber die hinterherschleifende Leine, damit der Schlitten nicht führerlos >


Traumtour

Schuhe für höchSte anSprüche

René und Amanda geben letzte Anweisungen: Nie den Schlitten loslassen! Zum Anhalten den Schneeanker auswerfen und den Schlitten darüberkippen! Bei einem Sturz packen, was man zu fassen kriegt!

Vorfreude: Kein Polar-Teilnehmer hat zuvor einen Hundeschlitten gesteuert.

Die Huskys wissen intuitiv, wie man im hohen Norden überlebt – die Herrchen müssen es erst lernen.

Erst nachdem wir die ersten 20 Kilometer sturzfrei hinter uns gebracht haben, entspannen wir uns und wagen es erstmals, den Blick über buschige Schwänze, spitze Ohren und unablässig arbeitende Pfoten zu heben. Christop­h schaut sich zu mir um und ruft: »Ist das nicht der helle Wahnsinn? Ich fühle mich wie in diesem Film ›Der letzte Trapper‹!« Wir sind nun oberhalb der Baumgrenze, bis zum Horizont ist nur schneebedeckte Landschaft zu sehen. Kein Haus. Kein Strommast. Keine Straße. Nichts. Es ist eine Zeit des ­Genießens: dahingleiten zum gleichmäßigen Geräusch von sechs mal vier Pfoten, das Rausche­n des trockenen Schnees unter den Kufen. Die Schultern sinken lassen und das Kinn heben: großes, weißes Land unter blassblauem Himmel. Quäl dich, du Sau! – sagt der Leithund Blassblauer Himmel? Das Blau ist einem bedrohlichen Grau gewichen, der Schnee kommt quer und von vorn. Und es geht bergauf. Steiler als am Anfang. Leithund Viktor bleibt stehen, dreht sich um und schnappt sich zur Abkühlung ein Maul voll Schnee. Sein bohrender Blick sagt: Runter! Schieben! Quäl dich, du Sau! Ich schwitze, dass mir der Schweiß in die Brille rinnt, und bekomme eine Ahnung davon, wie es ist, als Schlittenhund in einem Pelzmantel ohne Reißverschluss tage­lang durch die Berge zu rennen. Zeit zum Inhalieren der Landschaft bleibt trotzdem: Welle um Welle erhebt sich die Tundr­a, still und prachtvoll, in ein nahezu ­unwirkliches Licht getaucht. So geht das den ganzen Tag. Gegen 18 Uhr meint Christoph, er hätte nichts dagegen, wenn wir allmählich den Lagerplatz erreichen. Als wir um 20 Uhr die Schneeanker setzen, ist Team Deutschland der Erschöpfung nahe. Doch zum Wundenlecken ist keine Zeit. »Hunde zuerst!« lautet die oberste Regel für einen Musher. Also das Makramee aus Zugleinen und Stricke entwirren, die Huskys in der richtigen Reihenfolge an das Stahlseil für die Nacht ketten und 24 Pfoten auf Verletzungen kontrollieren. Die Axt auspacken, den Primus-Kocher >

TemperaTurbereich

mit der Meute davonrauscht! »Ähem, man wird in diesem Fall quasi auf dem Bauch hinterhergezogen?«, fragt Christoph zweifelnd. »Gena­u «, antwortet René. »Ah so«, sagt Christop­h und kämpft Fluchtreflexe nieder. Ich hatte mich schon beim Anspannen der rasende­n Fellbündel an den Schlitten blamiert. Als ich meinen bärenstarken Leithund Viktor von der Leine nahm, riss er mich einfach um, weil ich vergessen hatte, ihn auf die Hinterläufe zu stellen, damit er weniger PS auf die Piste bringt. Und dann hatte ich in meiner Anspannung auch noch Kenth Fjellborg, den Besitzer der Hundemeute, gefragt: »Beißt der?« Kenth hatte bloß geantwortet: »Natürlic­h, sonst würde er ja verhungern.« Endlich fällt der Startschuss: Jetzt müsste ich mich nur noch entschließen, eine Hand vom Bügel zu nehmen und das Seil zu lösen, das den Schlitten an eine bebende Birke fesselt. Und schon prescht mein Sixpack Hunde los, beschleunigt binnen weniger Sekunden auf gut 30 Stunden­kilometer. Der Schlitten schlingert, springt wie ein Motorboot über Unebenheiten. Meine Arme werden länger, die Finger krampfen sich um den Bügel. Gleichzeitig versuche ich, die Kapuze meiner Daunenjacke, die mich wie ein MichelinMännchen aussehen lässt, über den Kopf zu ziehen, um mich vor stechenden Eiskristallen zu schützen. Minus 10 Grad plus 5 Meter Windgeschwindigkeit pro Sekunde – das macht locker minus 20 Grad Windchill. Trotzdem ist mir irgendwie heiß. Denn als ich auf die Fußbremse steige, einen zwischen den Kufen hängenden Rechen, und meinen Lieblingen lehrbuch­mäßig ein lang gezo­ge­nes »Whoa-aah« zurufe, passiert – gar nichts. Das Kommando bedeutet stopp, aber sechs Hunde legen sich ins Geschirr, als müssten sie einen liegen gebliebenen Vierzigtonner von der Autobahn schleppen. Zu allem Überfluss hat Husky Scottie zur Hälfte die zentrale Zugleine übersprungen und kämpft jetzt mit einer Situation, die Amanda zufolge bei einem Rüden sehr schnell »scrambled eggs« – Rühreier – verursachen kann. Doch Scottie, ganz Routinier, entgeht der Gefahr, indem er trabend seine linken Beine wieder sortiert.

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-100 °C

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huskytrack

100 Traumtour

zum Schneeschmelzen anwerfen, die gefrorenen HundefutterWürst­e in Stücke hacken und sie dann in einem Kessel zu lecker Suppe aufkochen. Dann mit Napf und Kelle von Hund zu Hund gehe­n und den dampfenden Brei servieren. Damit und mit ­tüchtigen Streichel­­einheiten sagt man »danke« für mehr als 70 gelau­fene Kilo­meter, während sich die Huskys zu wetterfesten Pelzkugeln zusammenrollen. Team Germany im Schleudergang Erst nach der Tiernummer bauen wir unsere Zelte auf. Die Arbeitshandschuhe riechen nach nassem Hund. Streng sogar. Sie sind mit einem Mix aus Haaren, Futterresten und, ja, Hundekacke verziert. Trotzdem sollte man sie nachts in einer Plastiktüte in den Schlafsack packen, denn was abends nass war, ist sonst morgens gefroren. Endlich finden wir Zeit, uns um die eigenen Mägen zu kümmern.

Das gefriergetrocknete »Beef Stroganoff« sieht nicht viel anders aus als die Hundesuppe. »Und es schmeckt auch nicht viel anders«, lacht Pedro vom Team Portugal. Der Cartoonist aus Almada hat die Hundewurst tatsächlich probiert. Am nächsten Morgen verspüren wir Muskelkater an Stellen, von dene­n wir gar nicht wussten, dass dort Muskeln existieren. Trotzdem läuft vieles schon routinierter ab. Und die Hunde wachsen uns immer mehr ans Herz. Wir begreifen, dass sie die Stars des ganzen Unternehmens sind. Ohne die Huskys wären wir hier komplett aufgeschmissen. Es ist ihr in den Genen verankerter PS-Irrsinn, der uns Strecke machen lässt. Kaum verdeckte wölfische Triebe sorgen stets für eine gespannte Leine, was für einen erfahrenen(!) Musher das größte Glück auf Erden bedeutet. Wir aber sind noch immer blutige Anfänger. Wir haben zwar ­be­griffe­n, dass so ein Schlitten kein Mountainbike ist, weder einen Lenker noch Scheibenbremsen besitzt. Dass er wackelt wie ein >

Ich schwitze, dass mir der Schweiß in die Brille rinnt – und bekomme eine Ahnung davon, wie es ist, als Schlittenhund in einem Pelzmantel ohne Reißverschluss tagelang durch die Berge zu rennen.

Finnland | Schweden | Lappland | Norwegen | Kanada

Hundeschlittentouren Bei uns sind Sie richtig wenn es um Ihren Urlaub mit dem Hundeschlitten geht, denn wir machen im Winter nichts anderes! Wir haben für Sie über 50 Huskyfarmen in ganz Skandinavien persönlich besucht und eines der umfangreichsten Reiseprogramme mit Hundeschlitten zusammengestellt. Rufen Sie an! Wir beraten sie gern: begeistert, kompetent und schnell! mit nordfreundlichen Grüßen Ihr huskytrack Team

Reisehandbuch gratis anfordern! Tel.: 300 Kilometer Trail, drei Nächte und vier Tage draußen – der Fjällräven Polar ist kein Kindergeburtstag.

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102 Traumtour

Die neuen XXL-Kalender im Posterformat sind da!

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Chugach Powder Guides, Girdwood, Alaska · Rider: Roman Rohrmoser · Photo: Michael Neumann

Hidden Creek, Japan · Paddler: Shon Bollock · Photo: Darin McQoid

klettern

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2013

20 13

edition mountain-elements

Monique Forestier in Les Naufragés du Rhum, 8b · Nosy Hara Archipelago, Madagaskar · Foto: Simon Carter

­ uhschwanz. Und gern umfällt, wenn man beim Steuern nicht K ­locker in den Knien federt, das Gewicht nicht auf die Kurveninnenseite verlagert und stattdessen den Baum anstarrt, dem man eigentlich ausweichen will. Doch zwischen Theorie und Praxis liegen Welten. Als ich mich nach einer Abfahrt umdrehe, sehe ich gerade noch, wie Christoph um die Kurve schießt. Er steht voll auf der Bremse, der Schnee stiebt. Aber seine Hunde sind zu schnell. Mit einer Hand am Bügel hängend, versucht er, das Gleichgewicht zu halten. Wie ein leerer Schuhkarton schleudert der Schlitten, kippt und stürzt um. Doch Christoph lässt nicht los und schafft es, sich wieder hochzuziehen. Mit seiner Helmkamera hat er alles live festgehalten. Seine­Kids zu Hause werden stolz wie Oskar sein auf ihren zähen Papa. Nur über den Köpfen seiner sechs Huskys erscheinen Sprechblasen mit Hundeflüchen. Aber damit kann Christoph leben.

Hier kommen Ihre guten Vorsätze für 2013

2013

»Beef Stroganoff« sieht nicht anders aus als die Hundesuppe. »Und es schmeckt auch nicht viel anders!«, lacht Pedro vom Team Portugal. Der Cartoonist aus Almada hat die Hundewurst tatsächlich probiert.

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Klettern 47 x 67 cm · 13 Photos · E 27,90

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Powder 47 x 67 cm · 13 Photos · E 27,90

Nordlicht und Survivaltraining

Hunde zuerst! Vor den Mushern gehen die Huskys zu Bett.

2013

best of mountain bike

EDITION MOUNTAIN-ELEMENTS

Liabygda, Norway • Photo: Mattias Fredriksson

outdoor

Canyonlands National Park, Utah, USA · Photo: PatitucciPhoto.com

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2013

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Oder online bestellen unter www-mountain-elements.de oder www.globetrotter.de

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2013

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In vielen GlobetrotterFilialen erhältlich.

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Bernd Zangerl in Kings of Solerto, 8b+ · Maggiatal, Tessin, Schweiz · Foto: Gerd Heidorn

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Best of Mountain Bike 47 x 67 cm · 13 Photos · E 27,90

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Gosausee, Salzkammergut, Österreich · Photo: Michael Neumann

Abends im Zelt, dick in meinen Daunenschlafsack verpackt, denke ich über mein bis dato eher distanziertes Verhältnis zu Hunden nach. Einmal zu oft hatte ich beim Joggen ein fröhliches »Der will nur spielen« vernommen, nur um Sekunden später scharfe Zähne in meiner Wade zu spüren. Andererseits liebe ich die Natur, das ­O utdoorleben. Schon als Junge verschlang ich Jack Londons Abenteue­r. Und ich hatte beim Spazierengehen des Öfteren in geheimnisvoll­e Huskyaugen geblickt und dabei eine große ­Sehnsucht verspürt: einmal mit diesen vierbeinigen Helden durch die weiße, stille Weite des hohen Nordens ziehen! So ähnlich geht es auch Chris­toph und Fabian. Gerade als wir einschlafen wollen, ruft draußen jemand »Nordlicht!«. Wir stürmen ins Freie und ­tatsächlich: Am Himmel flackern irre Lichter in allen erdenklichen Grüntönen. Schlieren bilden sich und verschwinden wieder. Es ist ein magischer Moment. Niemand spricht, alle blicken gebannt zum Nachthimmel, bis der schöne Spuk nach fünf Minuten vorbei ist. Am dritten Tag erreichen wir tiefer gelegenes Gebiet. Es wird merklich milder, die harten Prüfungen auf dem eisigen Fjäll scheinen hinter uns zu liegen. Wir fahren abwechselnd über zugefrorene Seen und durch tief verschneite Wälder. Wir sind jetzt schon richtige Musher. Und ich glaube, Laika, eine Schönheit mit hellem Fell und blauen Augen, hat sich sogar ein bisschen in mich verliebt. Zumindest legt sie ihre Schnauze besonders gern auf mein Knie. Außerdem sind wir jetzt Survivalexperten. Einen großen Anteil dara­n hat unser Überlebenstrainer Johan Skullman. Der ehemalige Armeeoffizier, Survivalbuch-Autor und Ausrüstungsentwickler für ­Fjäll­räven hat uns gezeigt, wie man Zelte sturmsicher aufbaut, im Schnee Feuer macht, einen Spirituskocher bedient und sich im ­arktischen Klima richtig kleidet. Jetzt kündigt er die letzte Prüfung an: Er will, dass wir in einem selbst gebauten Winterbiwak unterm Sternen­himmel schlafen. Die Zelte dürfen wir nicht anrühren, nur > Schlafsäcke und Biwaksack sind erlaubt.

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104 Traumtour

Geschafft: Aus 20 blutigen Amateuren sind begeisterte Musher geworden.

Jetzt wollen alle nur noch feiern Inzwischen verstehen wir Rasmussen sehr gut. Die Anfang der Woch­e noch offene Frage, was Menschen in die Kälte und Wildnis des Nordens treibt, wenn zu Hause schon Krokusse sprießen, hat sich längst von selbst beantwortet. »Die Hunde«, sagen Christoph und Fabian einstimmig. »The dogs«, lächelt Amanda. Der Rest ist ein Klacks. Am vierten Tag erreichen wir schon nachmittags und bei Traumwetter das Ziel. Mehr als 300 Kilometer liegen hinter uns. Wir haben gelernt, als Team zu arbeiten. Haben neue Freunde aus ganz Europa gewonnen. Uns zusammengerissen, wenn wir todmüde waren. Jetzt wollen alle nur noch feiern. Matti vom Team Finnland heizt standesgemäß die Sauna an. Peter, der Pub­ besitzer aus dem englischen Staffordshire, kümmert sich ums Bier. Maria und Beatrice aus Schweden haben Tränen in den Augen und können sich kaum von ihren Hunden trennen. Eirik aus Norwegen ruft seine Kinder an, um ihnen zu sagen, dass er überlebt hat. Und Pedro aus Portugal schleicht skeptisch um die Blockhaussauna heru­m: »Soll ich da wirklich reingehen? Und auch noch nackig?« <

Fjällräven Polar 2013: Zwei 4-Seasons-Leser mushen mit! Von 1996 bis 2006 hatte Fjällräven jährlich Outdoorfreunde aus ganz Europa zu einem Hundeschlitten­ rennen in Nordschweden eingeladen. Und zwar explizit Menschen, die keine Erfahrung damit hatten. Die Idee dazu kam von Kenth Fjellborg, einem der bekanntesten Musher Schwedens. 2012 ließ man die Idee neu aufleben, allerdings nicht als Rennen, sondern als gemeinsame Tour. Der Ansturm auf die 20 Plätze des »Fjällräven Polar« war enorm, schließlich übernimmt Fjällräven alle Kosten (von der Anreise bis zur Abschlussparty). Mehr als 1000 Bewerber luden ein Video auf die Fjällräven-Website hoch und warben um Facebook-Likes. So kamen Teilnehmer aus zwölf Nationen

zusammen, die auf die 300 Kilometer lange Strecke geschickt wurden – vier Tage und drei Nächte lang. Jeder Teilnehmer steuerte ein Gespann mit sechs Hunden. Gefahren wurde in Nationenteams, die von Profimushern begleitet wurden. Bewerben für 2013 Im April 2013 wird der Fjällräven Pola­r wieder stattfinden – und zwei der weltweit 20 Startplätze werden exklusiv an 4-Seasons-Leser vergeben! Bewerben kann man sich mit eine­m selbst gemachten Video ab dem 20. November 2012 – an diesem Tag werden auch die Bewerbungs­ infos auf 4-seasons.de veröffentlicht. Wir wünschen viel Erfolg!

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Christoph und Fabian zucken nur mit den Schultern, soll heißen: Das kriegen wir auch noch hin! Nach getaner Arbeit sitzen wir bei einem starken Cowboykaffee zusammen, am Rand unserer ­Schneewohnung flackert ein kleines Lagerfeuer. Ich denke an den Polarforscher Knud Rasmussen, der zu sagen pflegte: »Gebt mir die Hunde, gebt mir den Schnee – den Rest könnt ihr behalten.«


w w w. h A G lO f S . d e

106 Hin und weg

Winter-Highlights von und für Globetrotter

filled with e xperience

Nordwände im Eiltempo

Foto: Robert Bösch

Ueli Steck kletterte die Nordwände von Eiger, Matterhorn und Grandes Jorasses in insgesamt nur 7,04 Stunden! Und zwar solo! Im Rahmen der von Globetrotter präsentierten AlpinVisionen 2012/13 des Kölner Alpenvereins hält der Schweizer am 23. ­November einen Vortrag in der Domstadt und erklärt die Schritte vom ­Training zu Rekordzeiten. Das ganze Programm auf: alpinvisionen.de.

Filial-Event

Filme und Vorträge

Lawinensicherheit

Dresdner Bergsichten

Am 30.11. und 1.12. dreht sich bei Globetrotter München alles um Lawinen. Mit Produkten, kostenlosen Workshops und Vorträgen. globetrotter-events.de.

Gerlinde Kaltenbrunner, Alix von Melle, Kurt Diemberger und einige mehr: In diesem November kommt die Achttausender-Prominenz besonders zahlreich nach Dresden, zum Outdoor- und Bergfilmfestival, das von Globetrotter unterstützt wird. Infos: 4-seasons.de/bergsichten2012.

Filial-Event

4-Seasons.tv

Erste Hilfe im Winter

Frieren ausgeschlossen

In der Eifel den Ernstfall proben: Die Outdoorschule Süd und Globetrotter Köln veranstalten vom 25. bis 27. Januar einen Kurs speziell für Wintersportler. Infos: outdoorschule-sued.de/ globetrotter.

Warm dank Daune, Primaloft & Co. Tipps vom Globetrotter-Experten zur Winterbekleidung: 4-seasons. tv/kb-winterbekleidung.

4-Seasons.de

4-Seasons.tv

Found in Translation

Eisprinz Movieblog

It’s ready to be read: The 4-Seasons magazine is now available in English! Head over to our website 4-seasons.de/english.

Neue Folgen vom zweifachen Weltmeister im Eisklettern Markus Bendler. In diesem Winter exklusiv auf 4-seasons.tv/eisprinz.

Mehr im Netz ALLE EVENTS & TERMINE Mehrere Hundert Veranstaltungen organisieren allein die GlobetrotterFilialen jedes Jahr – vom Vortrag ­­ bis zum GPS-Kurs. Darüber hinaus empfiehlt die 4-Seasons-Redaktion weitere Termine für Outdoorer. Die komplette Übersicht inklusive Suchfunktion gibt’s unter globetrotter-events.de und 4-seasons.de/termine.

HAGLÖFS LOGOTYPE B A S I C LOGOTY P E . TO B E US E D A S NE GATIV E WHI TE ON A B LA CK OR DA RK B A CK GROUND

OUTDOOR-NEWS & REPORTAGEN Tagesaktuelle News, Reisestorys, Hintergrund­infos und Surftipps – immer frisch auf 4-seasons.de. OUTDOOR-FILME & VIDEO-BERATUNG Bewegte Bilder zu Outdoorsport, Umwelt, Ausrüstung, Events und vielem mehr bieten die Kollegen von 4-seasons.tv.

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4-Seasons Winter 2012