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ABC der Oszilloskope

Phasenverschiebung

X:Y Verhältnis Frequenz

1:1

45°

90°

180°

270°

360°

22° 30°

45°

90°

135°

180°

15°

30°

60°

90°

120°

11° 15°

22° 30°

45°

67° 30°

90°

1:2 1:3

1:4

Abbildung 70. Lissajous-Figuren.

Phasenverschiebungsmessungen Eine Methode zur Messung von Phasenverschiebungen – dem Timing-Unterschied zwischen zwei ansonsten identischen periodischen Signalen – ist die Verwendung des XY-Modus. Bei diesem Messverfahren wird ein Signal wie gewöhnlich in das Vertikal-System eingespeist, anschließend wird ein weiteres Signal in das Horizontal-System eingespeist. Dies wird als XY-Messung bezeichnet, da sowohl auf der X-Achse als auch auf der Y-Achse Spannungen verfolgt werden. Der bei dieser Anordnung erzeugte Kurvenzug wird Lissajous-Figur genannt (benannt nach dem französischen Physiker Jules Antoine Lissajous). An der Form der Lissajous-Figur kann der Phasenunterschied zwischen zwei Signalen abgelesen werden. Auch deren Frequenzverhältnis kann abgelesen werden. Abbildung 70 zeigt Lissajous-Figuren für verschiedene Frequenzverhältnisse und Phasenverschiebungen. Die XY-Messtechnik wurde ursprünglich bei analogen Oszilloskopen angewendet. DSOs können Probleme mit der Erzeugung von XY-Darstellungen in Echtzeit haben. Einige DSOs erzeugen ein XY-Bild, indem sie getriggerte Datenpunkte über einen Zeitraum sammeln und dann zwei Kanäle als XY-Darstellung ausgeben.

DPOs dagegen können ein echtes XY-Modus-Bild in Echtzeit erfassen und darstellen, indem sie dazu einen fortlaufenden Strom digitalisierter Daten verwenden. DPOs können auch ein XYZ-Bild mit helligkeitsmodulierten Flächen darstellen. Im Gegensatz zu XY-Darstellungen auf DSOs und DPOs sind diese Darstellungen auf analogen Oszilloskopen in der Regel auf einige wenige Megahertz Bandbreite begrenzt.

Andere Messverfahren In diesem Abschnitt wurden grundlegende Messverfahren erläutert. Andere Messverfahren umfassen das Vorbereiten des Oszilloskops zum Prüfen elektrischer Komponenten in einer Fertigungsstraße, das Erfassen flüchtiger transienter Signale und vieles mehr. Welche Messverfahren Sie verwenden, hängt von Ihrem Anwendungsfall ab. Sie verfügen jetzt aber über ausreichende Grundlagen, um mit den Messungen beginnen zu können. Üben Sie den Umgang mit Ihrem Oszilloskop und lesen Sie weitere Informationen. Schon bald werden Sie mit seiner Bedienung vertraut sein.

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