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Pflichtblatt der Börsen Düsseldorf Stuttgart · hamburg · berlin · München

№ 26 · Sonntag, 30. Juni 2013

J u b i l äu m 2003 - 2013

SPEZIAL > Seite 10

Defensiv investieren

und trotzdem Geld verdienen Editorial

LIEBE LESER IN NEN U ND LESER, Spannende Zeiten für Anleger! Das Gold ist auf rasanter Talfahrt – in weniger als zwei Jahren sind es 37 Prozent. Auch die übrigen Edelmetalle leiden, der Boom der begehrten Barren hat einen deutlichen Dämpfer erhalten. Zahlen und Fakten dazu in unseren Berichten über die Rohstoffe. Sorgenfalten könnte auch der Blick auf die chinesischen Börsen verursachen. Zwar schrecken sinkende Kurse den kundigen Anleger nur begrenzt, doch der Kursrutsch war durch eine vorübergehende Kreditklemme verursacht. Das könnte ein Menetekel sein – übrigens nicht nur für China! Sowohl die US-Notenbank als auch die EZB blicken gespannt auf das Reich der Mitte: Exerziert der chinesische Premier das vor, was in

Washington und Brüssel längst geschehen sollte? Mehr dazu in unserer Kolumne. Wie stabil wirkt dagegen – zur Freude der Anleger, die hierzulande auf Bewährtes setzen – ein Wert wie Daimler, unsere Aktie der Woche. Doch es ist eben nicht nur die grundsolide Performance, die erfreut. Auch in den deutlich gesunkenen Kursen fernöstlicher Aktien und edler Metalle liegen Chancen. Wann lohnt der Wiedereinstieg? Wir wünschen eine glückliche Hand und viel Gewinn beim Lesen unserer dieswöchigen Ausgabe. Herzlich Ihre Redaktion von BÖRSE am Sonntag


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Sonntag, 30. Juni 2013

AKTIEN & MÄRKTE Kolumne: Dr. Sebastian Sigler. . . . . . . . . . . 2 Tops und Flops-, Zitat- und Zahl der Woche. . . . . . . . . . . . 3 Markt im Fokus: USA – In starker Verfassung . . . . . . . . . . . 4 Märkte im Überblick: S&P 500, DAX, EURO STOXX 50 . . . . . 5 Aktie der Woche: Daimler. . . . . . . . . . . . . 6 Interview: Peter H. Leibold . . . . . . . . . . . . 9 SPEZIAL Defensiv investieren. . . . . . . . . . . . . . . . . 10 Social Media: Wikifolio. . . . . . . . . . . . . 11 UNTERNEHMEN Unternehmen der Woche: Kabel Deutschland . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 News: Kabel Deutschland, Hornbach Holding, Nike, United Commodity AG. . . . . . . . . 13 FONDS Fonds der Woche: Allianz Pimco Rentenfonds . . . . . . . . . . 15 Fonds-News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 ZERTIFIKATE Zertifikate-Idee: Fresenius-Discount-Zertifikat. . . . . . . . . 18 Zertifikate-News. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 Rohstoffe Rohstoff der Woche: Gold. . . . . . . . . . . . 20 Rohstoffanalysen: Palladium, Mais, Platin, Silber. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21 Lebensart Refugium der Woche: Das Kronthaler . . . . . . . . . . . . . . 22 Produkt der Woche: iPad-Hüllen im Retro-Design. . . . . . . . . 23 Impressum/Disclaimer . . . . . . . . . . . . . . 24

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Terrakotta-Armee – marsch! An Chinas Börsen krachte es zu Beginn der Woche recht ordentlich. Die Banken liehen sich untereinander nur noch ungern Geld, und wenn, dann zu Horrorzinssätzen. Bis zu 25 ProDr. Sebastian Sigler zent waren zeitweise, Chefredakteur auch im Verlauf dieser Woche verharrten sie auf hohem Niveau. Die Börse in Schanghai stürzte zu Wochenbeginn auf Werte wie im Dezember 2012 und blieb schwach. Ein Kursrutsch? Gar ein Crash? Oder doch nur ein Weltuntergang? Nein, oh nein. Lediglich die Ankündigung, es würden ad hoc weniger Milliarden Yuan, Renminbi oder wie auch immer in den Markt gepumpt. Zur Wochenmitte kam zwar schon eine Art Entwarnung, denn die chinesische Regierung teilte mit, den Banken sei frisches Geld zugeleitet worden. Den Börsenkursen half das kaum. Die Anleger sind verschnupft: Wenn die Kreditvergabe der Banken infolge der knapperen Liquiditätsversorgung zurückgeht, dann trifft das auch die Realwirtschaft. Die ist ohnehin verletzlich, denn von den hohen Exportüberschüsse im Handel mit den USA und der EU brach zuletzt immer mehr weg. Die chinesische Konjunktur scheint von immer neuen Krediten und staatlichen Bauprogrammen abhängig. Ohne die Yuan-Milliarden von Chinas Premier Li kommt die Wirtschaft ins Trudeln, denn der Export lahmt. So wird Li wieder Geld nachschießen, denn jüngsten Rutschpartien an den Börsen haben ohnehin schon Millionen von Wanderarbeitern den

Job gekostet. Und Unruhen auf der Straße scheut ein kommunistischer Premier wie der Teufel das Weihwasser. Es ist keine Frage – die begehrte Droge Yuan wird wieder verfügbar sein, die Konjunktur wird kurzfristig anziehen. Li wird jedoch erneut versuchen müssen, die Geldpolitik zu straffen, denn das neue Geld ist ja nur geliehen. Da die Konjunktur in der Folge erneut stark nachlassen dürfte, wird er dann schnell wieder schwach werden. Das Spiel beginnt von vorn, das Prinzip ist bekannt aus Japan. Dort wurde damit zwar jahrelang eine Rezession vermieden, aber von Wachstumsdynamik war konnte auch keine Rede sein. Eigentlich sind die Basisdaten für China gar nicht so schlecht. Der Außenhandel brummt nach wie vor, das Land ist weitgehend schuldenfrei, lediglich die Prognose für das Wirtschaftswachstum wurde jüngst durch Goldman Sachs von 7,8 auf 7,4 Prozent herabgestuft. In Europa wäre der Wirtschaftsminister, der darauf verweisen kann, umjubelt wie ein Popstar. Was passiert also in China? Steht die Wirtschaft auf tönernen Füßen, erstarrt die Armee von Fabrikarbeitern? Mitnichten. Hier wird lediglich exerziert, was zum Beispiel die USA tun sollten, aber bisher nur ankündigen. Li, der Lenker, setzt offenbar um, was Ben, der Bänker, längst tun sollte. Ob die Politik dieses Kräftemessen auch auf längere Sicht durchhält, ist offen. Li signalisiert indessen, das blieb auch an den Märkten nicht unbemerkt, seinen wie die Terrakotta-Armee standhaltenden Millionen und Abermillionen von Arbeitern und Angestellten einen Schwenk in die richtige Richtung. Ob eine Seitwärtsbewegung wie in Japan abgewendet werden kann, steht dahin. Die Mehrzahl der Anleger scheint abzuwarten.


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Tops und Flops der Woche

tops Morphosys: Millionenzahlung von Celgene Im Rahmen einer Entwicklungspartnerschaft beteiligt sich das US-Biotechunternehmen Celgene (WKN: 881244) mit 46,2 Mio. Euro an Morphosys (WKN: 663200). Zusätzlich werden 70,8 Mio. Euro als Einmalzahlung fließen. Gemeinsam soll der Antikörper MOR202 zur Behandlung von Blutkrebs weiterentwickelt und vermarktet werden. Celgene erhält die weltweiten Lizenzrechte, an Morphosys gehen 50 % der Erlöse aus der Vermarktung in Europa: bis zu 628 Mio. Euro. Lennar: Erwartungen übertroffen Im zweiten Geschäftsquartal (Ende: 31. Mai) brach der Gewinn des US-Wohnungsbauunternehmens Lennar (WKN: 851022) von 454,4 auf 142,8 Mio. US-Dollar ein. Der Gewinn je Aktie sank von 2,06 auf 0,61 US-Dollar. Vor Sonderposten zog der Gewinn je Aktie jedoch von 0,21 auf 0,43 US-Dollar an. Der Vorsteuergewinn legte von 52,1 auf 162,3 Mio. USDollar zu – in der Vorjahresperiode hatte eine Steuergutschrift von 402,3 Mio. US-Dollar das Ergebnis aufpoliert. Der Umsatz kletterte von 930,2 Mio. auf 1,43 Mrd. US-Dollar. Experten hatten 1,32 Mrd. US-Dollar Umsatz sowie 0,32 US-Dollar Gewinn je Aktie prognostiziert. Bed Bath & Beyond: Vorsteuergewinn erhöht Im ersten Geschäftsquartal (Ende: 1. Juni) sank der Gewinn des US-Haushaltswarenhändlers Bed Bath & Beyond (WKN: 884304) aufgrund einer höheren steuerlichen Belastung von 206,8 auf 202,5 Mio. US-Dollar. Je Aktie legte der Gewinn dank einer reduzierten Aktienzahl wie erwartet von 0,89 auf 0,93 US-Dollar zu. Vor Steuern stieg der Gewinn von 312,3 auf 322,9 Mio. US-Dollar. Der Umsatz kletterte von 2,22 auf 2,61 Mrd. US-Dollar. Prognose: 2,60 Mrd. US-Dollar. Im Gesamtjahr sollen je Aktie 4,84 bis 5,01 US-Dollar verdient werden – Analysten rechneten bisher mit 4,99 US-Dollar.

Zitat der Woche

„Die Gründe für diesen Optimismus liegen auf der Hand!“ GfK-Experte Rolf Bürkl zur Nachricht, die Kauflaune der Deutschen bewege sich auf einem Allzeithoch. In Deutschland seien – als einzigem Land in Europa – aktuell deutlich weniger Menschen ohne Beschäftigung als vor der Krise 2007; die Inflation sei sehr moderat. Zahl der Woche

300.000 US-Dollar wurden bei Christies, London, für einen Apple-Computer der allerersten Generation geboten. Ob sich darin die Sorgen der Analysten widerspiegeln, Konzernchef Tim Cook könne den Innovationsvorsprung der Marke verspielen? Cook will seine Vergütung jetzt von der Entwicklung der AppleAktie abhängig machen.

Flops Nordex: US-Werk schließt Nordex (WKN: A0D655) wird Zuge der bereits angekündigten Reorganisation des USGeschäftes das Werk in Jonesboro im US-Bundesstaat Arkansas schließen und etwa 40 Mitarbeiter entlassen. Windkraftanlagen für Nord- und Südamerika sollen künftig am Standort Rostock produziert werden. Entsprechende Sonderbelastungen von 44,8 Mio. Euro waren bereits im Geschäftsjahr 2012 verbucht worden. Ende 2012 hatte Nordex die Produktion von Rotorblättern in China aufgegeben. Barnes & Noble: Quartalsverlust verdoppelt Die angeschlagene US-Buchhandelskette Barnes & Noble (WKN: 887840) verdoppelte den Verlust im Schlussquartal (Ende: 27. April) von 56,9 auf 118,6 Mio. US-Dollar. Der Verlust je Aktie stieg von 1,06 auf 2,11 US-Dollar. Vor Steuern erhöhte sich der Fehlbetrag von 77,3 auf 187,3 Mio. US-Dollar, im operativen Geschäft von 68,7 auf 177,8 Mio. US-Dollar. Der Umsatz ging von 1,38 auf 1,28 Mrd. US-Dollar zurück. Gleichzeitig kletterten die Umsatzkosten von 979,6 Mio. auf 1,05 Mrd. US-Dollar. Analysten hatten mit 1,33 Mrd. US-Dollar Umsatz sowie 0,99 US-Dollar Verlust je Aktie gerechnet. Monsanto: Weniger verdient Der Gewinn des US-Agrarkonzerns Monsanto (WKN: 578919) schrumpfte im dritten Geschäftsquartal (Ende: 31. Mai) aufgrund gestiegener Kosten von 966 auf 932 Mio. USDollar. Je Aktie fiel der Gewinn von 1,74 auf 1,68 US-Dollar, vor Sonderposten legte der Gewinn je Aktie von 1,63 auf 1,66 U-Dollar zu. Der Vorsteuergewinn sank von 1,33 auf 1,22 Mrd. US-Dollar, der operative Gewinn von 1,35 auf 1,24 Mrd. US-Dollar. Nur leicht erhöhte sich der Umsatz – von 4,22 auf 4,25 Mrd. US-Dollar. Experten hatten 4,41 Mrd. US-Dollar Umsatz sowie 1,61 US-Dollar Gewinn je Aktie erwartet. 03

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TERMINE der Woche 01.07. 01:50 Japan Bank of Japan, Tankan-Bericht 01.07. 03:00 China Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe (CFLP) Juni 02.07. 16:00 USA Auftragseingänge Industrie Mai 03.07. 16:00 USA ISM Index (Dienst­ leistungsgewerbe) Juni 04.07. 13:45 EWU EZB, Ergebnis der Ratssitzung 05.07. 12:00 DE Auftragseingangs­ index verarbeitendes Gewerbe Mai 05.07. 14:30 USA Arbeitsmarktbericht Juni


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USA:

In starker Verfassung Die Zeit des billigen Geldes geht zu Ende, möglicherweise früher als bislang erwartet. Denn die US-Wirtschaft nimmt Fahrt auf. Davon müsste auch der Jobmarkt profitieren. Trotz Zinswende sollten Anleger daher ihre US-Werten nicht verkaufen. Jeden Monat befragt das Analysehaus Gallup Economy 15.000 USVerbraucher, wieviel Geld sie im Schnitt täglich für den Konsum ausgeben. Im Mai waren es 90 Dollar, soviel wie zuletzt im Oktober 2008. Ein Grund für die wachsende Kauflaune jenseits des Atlantiks sind die Häuserpreise. Sie zogen um knapp elf Prozent an – so stark wie seit fast sieben Jahren nicht mehr.

S&P 500-Monatsübersicht

Indizes Index Dow Jones S&P 500 NASDAQ DAX MDAX TecDAX SDAX EUROSTX 50 Nikkei 225 Hang Seng

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Stand: 28.06.2013 (12:45 Uhr)

Stand: Freitag nach Börsenschluss

21.06.2013  % Vorwoche 52weekHigh  % 52week 15024,49 +1,52% 15542,4 +19,22% 1613,2 +1,30% 1687,18 +21,38% 3401,86 +1,33% 3532,04 +19,39% 7990,75 +2,59% 8557,86 +29,93% 13805,18 +1,67% 14325,15 +38,87% 952,82 +3,55% 985,03 +31,29% 5797,68 +1,01% 6121,09 +23,76% 2619,86 +2,76% 2851,48 +21,42% 13213,55 -0,13% 15942,6 +48,90% 20440,08 +1,19% 23944,74 +7,44%

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Auch die mit der Ralley an der Wall Street einhergehenden Wohlstandseffekte sorgten bislang für Optimismus. Auf Sicht von drei Jahren verbesserte sich der S&P 500 um rund 48 Prozent, innerhalb eines Jahres legte das Börsenbarometer um 20 Prozent zu. Zudem nimmt die Konjunktur Fahrt auf. Nach Ansicht der US-Notenbank wächst das Bruttosozialprodukt derzeit um drei Prozent. Wären da nicht die staatlichen Ausgabenkürzungen, würde das Plus noch stärker ausfallen. Grund genug für US-Notenbankchef Ben Bernanke, die Märkte auf das Ende der lockeren Geldpolitik vor. Lange Zeit hatte er die Rückkehr zu einer restriktiveren Geldpolitik vom Absinken der Arbeitslosenrate auf 6,5 Prozent abhängig gemacht. Mittlerweile erwähnt der Fed-Chef die Zielvorgabe nicht mehr. Experten wie Martin Hüfner, Chefökonom der Investmentgesellschaft Assenagon, wollen daher nicht ausschließen, dass die US-Währungshüter die Zinswende früher als bislang gedacht einleiten werden. Diese Wende muss nicht mit schweren Börsenturbulenzen einhergehen. Schon 2004 wurden die Zinsen von einem Prozent in mehreren Schritten auf über fünf Prozent angehoben. Wie heute reagierten seinerzeit die Investoren zunächst verunsichert, doch dann überzeugten sie die positiven Konjunkturdaten. Unterm Strich sind in der Phase der Zinserhöhungen die Kurse nicht gefallen, sondern gestiegen. Gute Aussichten also für den US-Markt 2013!


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Märkte im Überblick

usa

Deutschland

Wall Street erholt

DAX bäumt sich auf

Europa

Viele Indizes mit Gegenbewegung

Die US-Indizes starteten mit Verlusten in die Börsenwoche und es schien, als wenn der Schock aus der Vorwoche erneut die Stimmung trüben würde. Der S&P 500 testete und verletzte gleich am Montag die Unterstützung von 1.576 Punkten, die sich aus dem lange Zeit gültigen Allzeithoch von Oktober 2007 ableitet. Er eroberte sie jedoch am Dienstag sogleich zurück und setzte sich mit der Erholung an den folgenden Tagen davon weiter ab. Vielleicht wurde an dieser Haltezone die Basis für einen größeren Aufwärtsimpuls gelegt. Sollte es indes doch noch einen nachhaltigen Bruch geben, wäre dies bearish zu werten. Für Rückenwind in der vergangenen Woche, die den US-Indizes Gewinne bescherte, sorgten einige positiv aufgenommene US-Wirtschaftsdaten. Die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter im Mai, das Verbrauchervertrauen Juni und der CaseShiller-Hauspreisindex April waren deutlich gestiegen. Mit den guten Konjunkturdaten erhöht sich zwar die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank ernst mit ihrem Ausstiegsszenario aus der ultralockeren Geldpolitik macht, sie nähren jedoch auch die Annahme einer fortgesetzten Konjunkturerholung. Dies hatte diesmal wohl mehr Gewicht. Man darf daher gespannt sein, wie die Wall Street auf die vielen Daten reagieren wird, die in der nächste Woche anstehen; ISM-Indizes und vor allem dem Arbeitsmarktbericht werden mit Spannung erwartet.

Der Börsenwoche begann so, wie die voran gegangene aufgehört hatte: mit Verlusten. Selbst der am Montag veröffentlichte ifo Geschäftsklimaindex, der im Juni erneut und damit bereits den zweiten Monat infolge zulegte, lockte die Bullen nicht aus der Deckung hervor. Die Bären gaben weiterhin den Ton an. Zum einen wirkte wohl der große Verfall an den Terminbörsen vom 21. Juni nach. Zum anderen spielten die belastenden Faktoren aus der Vorwoche eine Rolle. Die Aussagen der US-Notenbank zum möglichen Ausstiegsszenario aus ihrem Wertpapierankaufprogramm und die Turbulenzen am chinesischen Interbankenmarkt waren nicht so schnell ad acta zu legen. Zumal die anhaltenden Sorgen über eine Kreditklemme in China am Montag zu einem Kurseinbruch am dortigen Aktienmarkt führten, was weltweit die Investoren und damit auch hierzulande verunsicherte. Der DAX testete daher die Aufwärtstrendlinie seit Juni 2012 sowie der 200-Tage-Linie. Sie hielten. Davon ausgehend folgte eine kräftigere Gegenbewegung. Sie trieb den Leitindex um 2,6 % zur Vorwoche in die Höhe. Damit wurde auch die Bilanz im Juni aufgebessert, die mit 4,3 % aber negativ blieb und damit die schlechteste Monatsperformance seit Mai 2012 war. Die Frage ist nun, ob es sich bei dem jüngsten Aufbäumen nur um eine technische Gegenreaktion handelt, oder daraus ein größerer Aufwärtsimpuls erwächst.

Seit längerem fiel die Bilanz an den europäischen Aktienmärkten wieder einmal positiv aus. Es war wohl einfach Zeit für eine Gegenbewegung. Der EURO STOXX 50 legte um 2,8 % zu. Zunächst war er jedoch unter die Unterstützung bei 2.542 Zählern (Zwischentief April 2013) gerutscht. Sie konnte aber schnell zurückerobert werden. Der Index erreichte zwischenzeitlich zudem die Marke von 2.611 Punkten sowie der 200-Tage-Linie, die in der Vorwoche deutlich verletzt wurden. Können sie zurückerobert werden, würde sich das charttechnische Bild wieder aufhellen. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass der jüngste Aufwärtsimpuls nur ein nicht unüblicher Pullback an diese Marken war. Sollte daher die Unterstützung von 2.542 Punkten nachhaltig verletzt werden, spräche dies für eine fortgesetzte Korrektur. In der vergangenen Woche ebenfalls sehr fest war der französische CAC 40 mit 2,9 %. Die jüngsten Konjunkturnachrichten waren jedoch alles andere als berauschend. Die Stimmung französischer Verbraucher ist im Juni auf ein neues Rekordtief gefallen. Die schlechte Laune verwundert nicht – angesichts von Rezession und hoher Arbeitslosigkeit, die im Mai weiter zunahmen; Unbehagen bereiten auch das hohe Haushaltsdefizit und die weiter gestiegene Staatsverschuldung. Frankreich wackelt immer mehr. Das könnte die Euro-Schuldenkrise schnell wieder in den Fokus rücken.

S&P 500

DAX

EURO STOXX 50

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Stand: 28.06.2013

Stand: 28.06.2013

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Foto: Daimler

Aktie der Woche

Daimler holt auf Daimler-Chef Dieter Zetsche hat viel Kritik einstecken müssen. Audi und BMW seien auf der Überholspur. Daimler werde alt und mache Fehler. Doch nun erlebt Zetsche mit seiner Strategie eine späte Genugtuung – und die Aktie zeigt neue Stärke. Miserable Crashtest-Ergebnisse für den neuen Transporter, fallende Gewinne, die Rücknahme der Prognosen für den Konzern, miserable Imagewerte bei jungen Käufern. Daimler schien in den letzten Quartalen Sand im Getriebe zu haben. Die Marktanteile fielen, die Gewinnmargen auch, die technologische Entwicklung drohte zu stocken: Ob Brenstoffzelle, Elektromodelle oder Hybride – überall hinkte Daimler hinterher. Das China-Geschäft lief zwar, aber längst nicht so gut wie bei der Konkurenz und auch im Kleinwagensegment waren Audi und BMW besser unterwegs. Selbst in der einstigen Domäne – bei den Qualitätstests - fiel Daimler hinter andere zurück. Obendrein fehlte nach wie vor ein starker Großaktionär und es brach ein Machtkampf aus. Die Börse hoffte auf einen raschen Chefwechsel zu Produktionsvorstand Wolfgang Bernhard, dem der Ruf eines harten Kostensenkers vorauseilt. Gerüchte 06

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wurden gestreut, dass der Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche vorzeitig abgelöst werde. Und dann platzte die Bombe: Im Februar verlängerte der Aufsichtsrat Zetsches Vertrag überraschend nur um drei statt fünf Jahre. Ein angezählter Konzernchef schien in die letzte seiner Runden zu taumeln. Die Medien begannen mit Abgesängen. Doch wenige Monate später dreht sich das Blatt. Daimler produziert plötzlich wieder gute Nachrichten und an der Börse feiert die

Daimler

Stand: 21.06.2013


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Aktie der Woche

Aktie ein spektakuläres Comeback. Selbst über Zetsche sprechen die strengen Analysten inzwischen milder. Ein Grund dafür sind die überraschend guten Absatzzahlen. Trotz einer Schwäche auf dem Heimatmarkt hat der Autohersteller einen neuen Absatzrekord für den Monat Mai aufgestellt. Weltweit setzten die Schwaben 130.040 Autos ab. Das waren 6,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Mit den neuen Kompaktmodellen der A- und B-Klasse sowie des CLA verbuchte Daimler eiDer Wonnemonat Mai nen Absatzsprung von satten 65,6 Prozent. Die brachte einen Zuwachs neue E-Klasse und das neue kompakte Coupé von 8,3 Prozent gegenüber CLA seien gerade erst in den großen Märkten dem Vorjahresmonat. angelaufen, erklärte Joachim Schmidt, Vertriebschef bei Mercedes-Benz Cars. Im Juli wird die neue S-Klasse bei den ersten Händlern stehen. Das heißt: Die Comeback-Party hat gerade est begonnen. Für die kommenden Quartale dürfte Daimler die Branche mit guten Zahlen überraschen.

Die neuen Modelle sorgten insbesondere für ein Plus in Asien: In Japan legte der Absatz im Mai um 60,4 Prozent zu. In China legte Daimler um sieben Prozent zu – endlich, nach einer Serie schwacher Daten. Und selbst im krisengeschüttelten Europa trotzte der Autohersteller der Konjunkturflaute. Für die gesamte Region verbuchten die Schwaben ein Plus von 4,9 Prozent. Das Wachstum war getragen von guten Absatzzahlen in Großbritannien, Russland sowie der Türkei. In Nordamerika und Mexiko (USA, Kanada und Mexiko) legte der Absatz sogar um 9,1 Prozent zu. In den USA ist Daimler inzwischen wieder richtig auf der Überholspur. Den fünften Monat in Folge konnte die US-Niederlassung der Daimler AG

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Der ewige Kampf zwischen Bulle und Bär betrifft auch die Aktionäre von PALFINGER. Gegen das Auf und Ab der Märkte ist zwar kein Kran gewachsen, aber wir verfolgen eine klare Strategie für nachhaltiges Wachstum. Warum wir optimistisch in die Zukunft blicken, erfahren Sie von Hannes Roither unter h.roither@palfinger.com oder +43 (0)662 46 84 2260.

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Absatzrekorde feiern. Der Wonnemonat Mai brachte einen Zuwachs von 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. 27.359 Pkw der Marke Mercedes-Benz, Smart und Sprinter wurden verkauft. Besonders gut seien die Modelle C-, E- und M-Klasse verkauft worden. In den Bilanzkennzahlen dürfte langsam aber auch das vielfach veschmähte Zetsche Programm „Fit for Leadership“ positiv zu Buche schlagen. Die Kostenreduzierung und Produktivitätssteigerung läuft. „Was die Rendite angeht, werden wir zunächst einmal sehen, dass die Entwicklung im zweiten Quartal eine Positive sein wird“, kündigte Konzernchef Dieter Zetsche bereits an. Die LKW- und Bussparte kommt gestärkt aus der Krise. Zugleich wird der massive Innovationschub bei den herkömmlichen Pkw-Serien ergänzt durch 13 völlig neue Modelle bis 2020. ZetAls wichtigste Modellneuheit sche ordnete zugleich das Chinageschäft des Jahres 2013 wird die neue endlich erfolgreich. S-Klasse neue Maßstäbe in Für das zweite Halbjahr 2013 erwartet MerBezug auf komfortables und cedes-Benz vor allem dank der Einführung sicheres Fahren setzen. der völlig neu entwickelten S-Klasse deutliche Zuwächse im Luxussegment. Als wichtigste Modellneuheit des Jahres 2013 wird die neue S-Klasse mit richtungsweisenden Innovationen neue Maßstäbe in Bezug auf komfortables und sicheres Fahren setzen, die unter dem Dachbegriff „Mercedes-Benz Intelligent Drive“ zusammengefasst sind. Und so bekommt Daimler offenbar die Wende hin. In den langen, quälenden Umbruchmonaten hat Zetsche den Konzern eben doch auf Vordermann gebracht und feuert nun seine in Ruhe vorbereitete Kaskade von Produktneuheiten ab. Mit ein wenig Glück könnte auch der deutsche und europäische Markt alsbald wieder ins Positive drehen und den Zetsche-Frühling verlängern. Die Daimler-Aktie zeigt bereits seit einigen Wochen relative Stärke. Das war in den letzten Jahren ja überhaupt nicht der Fall. Im Vergleich zum Crash-Tief Anfang März 2009 erreichten VW-Aktien mit 400 Prozent Kursgewinn mit Abstand die beste Performance, den zweiten Platz belegte BMW mit rund 220 Prozent. Aktionäre von Daimler müssen sich hingegen mit lediglich 140 Prozent zufrieden geben. In diesem Jahr sieht der Börsenvergleich hingegen ganz anders aus. Nicht nur die Kunden freuen sich offenbar auf die S-Klasse, auch die Daimler-Aktie zeigte zuletzt Bewegung und führt im Branchenranking die Gewinnerliste seit Jahresanfang deutlich an.

Selbst die kritischen Investmentbanken loben die Schwaben nun wieder. Goldman Sachs hat das Kursziel für die Aktie von 57 auf 66 Euro erhöht und die Einstufung auf „Conviction Buy“ vorgenommen. Auch andere Analysten wollen eine „Comeback-Story“ erkennen. Die US-Bank JP Morgan hat das Kursziel auf 53 Euro festgelegt. Die Deutsche Bank sieht gar 60 Euro. Die Experten der Commerzbank erwarten die DaimlerAktie bei 55 Euro erst als fair bewertet. Und auch Charttechniker sind optimistisch: „Die Daimler-Aktie bildet aktuell eine klassische Wimpelformation aus, die eher konsolidierenden Charakter hat“, meint Jörg Scherer von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Er sieht beim Ausbruch aus dem „Wimpel“ nach oben ein Kursziel von 58 Euro locken. Was fundamental orientierte Analysten betonen: Der Stuttgarter Autobauer schaffe wieder Werte, nachdem er diese ein Jahrzehnt lang vernichtet habe. Der Tiefpunkt der Entwicklung dürfte im vergangenen Winter durchschritten worden sein. Totgesagte leben mal wieder länger. Zetsche könnte am Ende in drei Jahren doch noch als großer Sieger das Feld verlassen. In Anbetracht der lebhaften Nachfrage hat das Unternehmen jedenfalls auf die Werksferien verzichtet – es wird wieder durchgeschafft bei den Schwaben. Auch kein schlechtes Zeichen. Daimler ISIN: DE0007100000 WKN: 710000 Kurs 28.06.13: 46,49 EUR 52-Wochen-Hoch: 50,37 EUR 52-Wochen-Tief: 32,86 EUR Empf. Stop-Loss: k. A. Unser Anlageurteil: langfristiger Kauf Stand: Freitag nach Börsenschluss

Derivate auf Daimler WKN TB5PUP VT69Z8 HY03QL

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Interview

German Pellets will dynamisch wachsen Interview der BÖRSE am Sonntag mit Peter H. Leibold, Geschäftsführender Gesellschafter der German Pellets GmbH Börse am Sonntag: German Pellets begibt derzeit eine zweite Unternehmensanleihe mit einem Kupon von 7,25 % und einer Laufzeit von fünf Jahren. Wofür soll der Erlös verwendet werden? Peter H. Leibold Geschäftsführender Gesellschafter der German Pellets GmbH

Peter H. Leibold: Der Emissionserlös dient der Finanzierung weiteren Wachstums. Der globale Holzpellet-Markt wächst pro Jahr um durchschnittlich 15 Prozent. Diese Entwicklung gestalten wir als weltweit größter Pelletproduzent und -händler maßgeblich mit. Die Mittel fließen in den Ausbau unseres internationalen Lager- und Logistiksystems für Holzpellets und in die Weiterentwicklung unseres Endkundengeschäfts. Darüber hinaus planen wir, Mittel zur Steigerung der Effizienz unserer Werke einzusetzen. Börse am Sonntag: Wie hat sich ihr Geschäft seit Begebung der ersten Anleihe 2011 entwickelt und wofür haben Sie die Mittel eingesetzt?

Peter H. Leibold: Wir haben den Konzernumsatz seit 2010 von 159 auf 519 Millionen Euro gesteigert. Das EBITDA erhöhte sich von 25 auf knapp 40 Millionen Euro. Mit dem Emissionserlös aus der Anleihe 2011 konnten wir unsere Produktionskapazitäten erweitern und durch gezielte Zukäufe unser Händler- und Produktionsnetzwerk 09

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ausweiten und somit weitere Marktanteile gewinnen. Dazu zählen die Übernahme der FireStixx-Unternehmensgruppe, ein erfolgreiches Pellethandelshaus mit wesentlichen Marktanteilen in Deutschland, Österreich und Italien, sowie der österreichischen Glechner-Gruppe. Börse am Sonntag: Pellets werden dem Bereich Erneuerbare Energien zugerechnet, der zuletzt von den Anlegern gemieden wurde. Wie überzeugen Sie den Anleger von einem Investment?

Peter H. Leibold: Der Großteil unseres erneuerbaren, weil nachwachsenden Energieträgers wird zum Heizen und nicht zur Stromerzeugung eingesetzt. Das bedeutet, unser Markt ist nicht von gesetzlich geregelten Einspeisevergütungen abhängig. Die Pelletbranche hat sich aus eigener Kraft, ohne Subventionen, entwickelt und steht auf gesunden Beinen. Ein wesentlicher Grund dafür ist der Preisvorteil von Pellets gegenüber fossilen Energien wie Heizöl, der aktuell bei 35 bis 40 Prozent liegt. Pellets sind ein Verbrauchsprodukt und damit weniger wirtschaftlichen Schwankungen unterlegen. Jede heute installierte Pelletheizung wird 15 bis 20 Jahre lang permanent Holzpellets benötigen. Börse am Sonntag: Wie ist ihr Ausblick für das laufende Geschäftsjahr?

Peter H. Leibold: Wir gehen für das laufende Geschäftsjahr von einer Fortsetzung des Wachstumskurses aus. Strategische Bedeutung kommt den von German Pellets in den US-amerikanischen Werken produzierten Mengen zu. Sie werden dazu beitragen, den steigenden Pelletbedarf in Europa zu decken. Das erste Werk in Texas wird derzeit in Betrieb genommen. Mit dem Bau eines zweiten Werkes im holzreichen Bundesstaat Louisiana wird in Kürze begonnen. Für beide Werke wurden bereits langfristige Lieferverträge mit europäischen Energieversorgern geschlossen.


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Defensiv investieren

Defensiv investieren und trotzdem Geld verdienen Kontrolliertes Risiko im Sinne des Anlegers – Geldanlage mit vermögensverwaltenden Fonds

Die Anleger stecken in der Zwickmühle. Auf der einen Seite sind die Renditen am Kapitalmarkt so gering, dass sie nicht mehr ausreichen, um nach Abzug von Inflation und Steuer eine Rendite zu erzielen. Auf der anderen Seite wollen Anleger ihr Geld sicher angelegt wissen. Sie stehen unter dem Eindruck der europäischen Schuldenkrise und ihr Wunsch nach Sicherheit ist so hoch wie nie zuvor. Das bestätigt auch eine aktuelle Studie der Gothaer, die das Forschungsinstitut GfK durchgeführt hat. Danach steht für 60 Prozent der Deutschen Sicherheit bei der Geldanlage an erster Stelle, 2010 waren es noch 45 Prozent. Wer jedoch allein auf als sicher geltende Formen der Geldanlage wie Sparbücher, Tages- und Festgeldkonten setzt, nimmt im aktuellen Niedrigzinsumfeld einen realen Geldverlust in Kauf. Darüber sehen die meisten Anleger stillschweigend hinweg. Sie ignorieren die Tatsache, dass es für den Kapitalerhalt unerlässlich ist, ein gewisses Risiko einzugehen. Die Ertragsaussichten verschiedener Assetklassen unterliegen einer steigenden Volatilität, weil die Kapitalmärkte seit Beginn der Finanzkrise überwiegend politisch getrieben sind. Die Investition in nur eine oder wenige Vermögensklassen steigert somit das Risiko von größeren Kursrückgängen. Die beste Variante, um Risiko und Rendite im derzeitigen Umfeld in die Balance zu bekommen ist, das Kapital über verschiedene Assetklassen hinweg zu streuen. Diesen Ansatz verfolgen vor allem vermögensverwaltende Fonds. Vor diesem Hintergrund ist es keine Überraschung, dass Mischfonds derzeit die beliebteste Form der Fondsprodukte sind. Laut der jüngsten BVI-Statistik vom Mai verzeichnen diese Fonds im ersten Quartal 2013 ein Netto-Mittelaufkommen von 6,9 Milliarden Euro. Aber wie können solche Fonds erfolgreich arbeiten? In den ersten fünf Monaten dieses Jahres war es richtig, im Portfolio stärker auf 10

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risikobehaftete Vermögensklassen wie Aktien, High Yield Bonds oder Emerging Markets Bonds zu setzen. Mittelfristig dürften sie auch weiter konservative Anlageklassen wie geldmarktnahe Anlagen oder Staatsanleihen von Kernländern deutlich outperformen. Im aktuellen Marktumfeld ist jedoch Vorsicht geboten – der Anteil von Risikoassets sollte taktisch reduziert werden. Insbesondere bei High Yield und Emerging Market Bonds besteht kurzfristig die Gefahr von deutlichen Kursrückgängen. Grundsätzlich sind die Möglichkeiten, in risikobehaftete Vermögensanlagen zu investieren, bei einem defensiv ausgerichteten Portfolio begrenzt. In konservativ gemanagten Fonds sind die Aktienquoten natürlich relativ gering, andere Fonds wiederum erlauben einen höheren Aktienanteil. Die Gothaer Asset Management AG (GoAM) bietet als Vermögensverwalter eines Versicherers unterschiedliche Produkte für den langfristigen Vermögensaufbau an. Die Gothaer Comfort Fonds gibt es mit drei verschiedenen Risikoprofilen. Das eröffnet Anlegern die Möglichkeit, ihr Geld entsprechend ihrer Risikoneigung zu investieren – entweder sicherheitsorientiert, ausgewogen oder chancenorientiert. So beträgt der Aktienanteil bei der sicherheitsorientierten Variante, dem Gothaer Comfort Ertrag, beispielsweise minimal

0 und maximal 30 Prozent. Zum Vergleich: Der Gothaer Comfort Balance verfolgt eine ausgewogene Strategie mit einem Aktienanteil zwischen 20 und 70 Prozent und der chancenorientierte Gothaer Comfort Dynamik setzt auf eine Aktienquote zwischen 40 und 100 Prozent. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Asset Allocation in jeder Marktphase aktiv gesteuert und gegebenenfalls angepasst wird. Verschlechtert sich das Umfeld, wie in der Finanzkrise, sollte das Fondsmanagement die Quote der Risikoassets im Portfolio reduzieren können, um Verluste durch kurzfristige Verwerfungen im Markt zu begrenzen. Da die Volatilität anhalten wird, sind eine ständige Analyse und gegebenenfalls schnelles Handeln notwendig. Vor allem für Anleger, die keine Zeit haben, sich permanent selbst um ihre Geldanlage zu kümmern, lohnt es sich, die Verantwortung für ihr Vermögen an ein kompetentes und verantwortungsbewusstes Expertenteam zu delegieren. Dank eines gesunden Asset-Mix’ und einem aktiven Management stellen solche Fonds auch für defensive Investoren derzeit eine geeignete Form der Geldanlage dar. Sie verbinden optimal zwei Ziele: Sicherheit und Renditechancen – Anleger können Chancen am Markt so aktiv nutzen und trotz anhaltender Schuldenkrise weiterhin ruhig schlafen.


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Ein neuer Typ von Anleger Social Media: Über Wikifolio können sich Interessenten an den Erfolgskonzepten anderer Privatanleger beteiligen. Namhafte Risikokapitalgeber haben kräftig in das Geschäftsmodell investiert. Wer Fachwissen abrufen will, sieht in Wikipedia nach. Soziale Kontakte lassen sich via Facebook & Co schließen und auch die neuesten Börsenkurse sind im Web blitzschnell verfügbar. Noch einen Schritt weiter kann man als Kapitalanleger mit der Internetseite wikifolio.com gehen. Die Plattform bietet einerseits die Möglichkeit, eigene Handelsstrategien zu präsentieren. Andere Besucher der Website wiederum können die aus ihrer Sicht aussichtsreichen Konzepte einfach nachvollziehen. „Wir bieten die zu den Zeiten von Social Media passenden Anlageprodukte und werden damit die Finanzbranche revolutionieren“, sagt Andreas Kern, Geschäftsführer und Gründer von wikifolio.com. Er hat gute Gründe für seinen Optimismus. So belegen Statistiken immer wieder, dass nur ein Bruchteil der professionell angebotenen Investmentfonds besser abschneidet als der Markt. „Andererseits gibt es heute sehr viele und sogar sehr viele gute Privatanleger“, sagt Kern. Seit dem Start im August 2012 haben User mehr als 4 000 „Wikifolios“ auf der Website vorgestellt. Die Plattform wiederum hilft mit Suchmechanismen bei der Auswahl, wobei vor allem die Performance und bisherige maximale Verluste der Musterdepots die vorrangig beachteten Kriterien sind. 11

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Auf die Grundidee sind auch schon andere gekommen. Über Ayondo etwa kann man ebenfalls schon seit einiger Zeit den Orders von „TopTradern“ folgen. Der Anbieter sharewise.com wiederum präsentiert Aktienempfehlungen seiner Community-Mitglieder und bewertet sie nach ihren Erfolgen. Neu bei Wikifolio ist nun, dass man ausgewählte Strategien auch kompakt an der Börse handeln kann. Sofern ein Portfolio mehr als zehn unverbindlich vorgemerkte „Unterstützer“ für sich gewinnt, die zusammen mindestens 2 500 Euro in die Strategie investieren, wird es nach Prüfung durch die Plattform-Anbieter als Indexzertifikat mit eigener Kennnummer (ISIN) emittiert. Insgesamt sind heute schon mehr als 500 solcher Wikifolio-Zertifikate an der Börse Stuttgart notiert, deren Emission das Wertpapierhandelshaus Lang und Schwarz (L & S) übernommen hat. Für die Anleger ist das kostengünstiger, als jede Umschichtung des bevorzugten Musterdepots durch eigene Orders nachzuvollziehen. Die Plattform und die Entwickler der jeweiligen Portfolios wiederum profitieren in Form einer individuell festgelegten Gewinnbeteiligung. Als ehemaliger Geschäftsführer des Zahlungssystem-Anbieters Paybox kennt sich Gründer Kern im E-Business gut aus. An der Idee von Wikifolio begann er bereits vor fünf Jahren am Firmensitz in Wien zu arbeiten. Vor dem Geschäftsstart investierte neben Mitgliedern der dortigen Gründerszene VHB Ventures, die Beteilungsgesellschaft des Handelsblatt Verlags, in das Unternehmen. Im Februar sind zudem der österreichische Business-Angel-Fonds SpeedInvest und der Emissionspartner L & S eingestiegen. „Für unser Geschäftsmodell gibt es weltweit Potenzial, in den nächsten Monaten wollen wir den Eintritt in weitere europäische Märkte vorbereiten“, so Kern.


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Unternehmen der Woche

Kabel Deutschland: Fantasie treibt den Preis Die Übernahmeambitionen von Vodafone schrauben den Aktienkurs von Kabel Deutschland auf Rekordhöhe. Aber nicht nur deshalb ist das Papier einen Blick wert. Die aktuellen Geschäftszahlen belegen, wie profitabel das MDAX-Unternehmen wirtschaftet. Kabel Deutschland lässt derzeit Anlegerherzen höher schlagen. Während große Börsenbarometer wie DAX und Dow Jones Mitte Juni regelrecht in den Keller rauschten, erzielte die Aktie des deutschen Kabelnetzbetreibers innerhalb einer Woche einen Kursgewinn von mehr als zehn Prozent. Der Titel erreichte zwischenzeitlich sein Rekordhoch von mehr als 86 Euro. Der Grund für die Kurssprünge: Die Übernahmepläne des britischen Mobilfunkanbieters Vodafone sorgten am Markt für Kursfantasie. Vodafone bot zuletzt 87 Euro je Aktie oder rund 7,7 Milliarden Euro für das gesamt Aktien­paket. Für hohe Preise sorgte auch der Mitbewerber Liberty Global. Der USamerikanische Kabelnetzbetreiber hatte sich ebenfalls als potenzieller Käufer ins Spiel gebracht und 85 Euro je Anteil geboten. Analystin Robin Bienenstock von Bernstein Research glaubt sogar, dass die Kabel-Aktionäre theoretisch über ein Gegengebot von Liberty Global noch einen Tick mehr aus Vodafone herauskitzeln könnten. Die Analysten der Commerzbank hoben das Kursziel für Kabel Deutschland unmittelbar nach dem Übernahmeangebot von Vodafone von 78 auf 100 Euro an und empfahlen den Titel zum Kauf. Das Düsseldorfer Bankhaus Lampe hingegen stufte das Papier mit „Halten“ ein und beließ das Kursziel bei 85 Euro. Profitables Geschäft Auch ohne Übernahmefantasien sind die Aktien von Kabel Deutschland durchaus einen Blick wert. Seit dem Börsengang 2010 kennt der Aktienkurs nämlich nur eine Richtung: nach oben. Vor rund einem Jahr notierte der Titel noch bei 47 Euro, heute steht er bei 84 Euro – ein Kursplus von knapp 80 Prozent. Das MDAXUnternehmen aus dem bayerischen Unterföhring beschäftigt rund 3.600 Mitarbeiter und versorgt in Deutschland 8,5 Millionen Haushalte mit Fernseh-, Internet- und Telefonanschlüssen. Damit ist Kabel Deutschland hierzulande der größte Kabelnetzbetreiber. Dass das Geschäft profitabel ist, zeigen die Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2012/13: Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und 12

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Abschreibungen (EBITDA) stieg um 8,4 Prozent auf 862 Millionen Euro. Das Nettoergebnis verbesserte sich von 159 auf 247 Millionen Euro. Getrieben wurde die positive Geschäftsentwicklung vor allem durch kräftige Zuwächse im Breitband- und Premium TV-Geschäft. Die ehemalige Telekom-Tochter entstand 2003 infolge eines Zusammenschlusses von sechs regionalen Kabelnetzbetreibern. Dass der vergleichsweise junge Konzern rentabel wirtschaftet, ist nicht selbstverständlich. In seiner Unternehmensgeschichte erzielte der Kabelnetzbetreiber erstmals im Geschäftsjahr 2011/12 einen Gewinn – der Überschuss betrug in dem Jahr 159 Millionen Euro. Das freut die Aktionäre, denn es winkt eine Dividende von 1,50 Euro je Titel. Einen künftigen Wachstumsschub erhofft sich das Unternehmen mit dem im Februar dieses Jahres angekündigten Sonderinvestitionsprogramm „Alpha“. Dabei investiert Kabel Deutschland im laufenden und im darauf folgenden Geschäftsjahr 300 Millionen Euro in die Infrastruktur und Produktentwicklung. Mit „Alpha“ werden bislang für spätere Jahre vorgesehene Investitionen vorgezogen, um die erheblichen Wachstumspotenziale im deutschen Breitband- und TVMarkt für sich zu erschließen. Nach dem Übernahmeangebot durch Vodafone wird das Eigenkapital von Kabel Deutschland mit rund 7,7 Milliarden Euro bewertet – das ist rund viermal so viel wie zum Börsengang im März 2010. Der gesamte Unternehmenswert von Kabel Deutschland, unter anderem inklusive Nettofinanzverbindlichkeiten, beläuft sich auf Basis des angekündigten Angebots auf rund 10,7 Milliarden Euro. Die Führung von Kabel Deutschland rät den Aktionären, dieses Gebot anzunehmen. Die meisten Bankanalysten empfehlen derzeit, die Aktie von Kabel Deutschland zu „kaufen“ oder zu „halten“. Ob sich ein heutiger Aktienkauf für die Anleger lohnt, steht allerdings noch in den Sternen. Sicher ist nur so viel: Wer beim Börsengang von Kabel Deutschland vor rund drei Jahren eingestiegen ist und seine Papiere gehalten hat, hat seinen Einsatz so gut wie vervierfacht.


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Kabel Deutschland

Hornbach Holding

Schwaches Schlussquartal

Winterwetter belastet

Lohnt sich das Tauziehen der britischen Mobilfunkgesellschaft Vadofone und des US-Medienkonzern Liberty Global um K abel Deutschla nd ( W K N: W K N: KD8888) überhaupt? Im am 31. März beendeten vierten Geschäftsquartal schrumpfte der Gewinn des Kabelnetzbetreibers aufgrund gestiegener Kosten von 59,5 auf 47,3 Mio. Euro beziehungsweise von 0,67 auf 0,53 Euro je Aktie. Vor Steuern (EBT) brach der Gewinn von 57,3 auf 30,4 Mio. Euro ein. Der operative Gewinn sank von 107,2 auf 82,9 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kletterte der Umsatz von 442,4 auf 468,4 Mio. Euro. Die Umsatzkosten stiegen von 201,5 auf 224,3 Mio. Euro. Zudem erhöhten sich die Vertriebskosten von 99,8 auf 110,7 Mio. Euro, die Verwaltungskosten von 36,7 auf 54,0 Mio. Euro. Im Gesamtjahr steigerte Kabel Deutschland den Gewinn von 159,4 auf 246,8 Mio. Euro. Je Aktie legte der Gewinn von 1,78 auf 2,79 Euro zu. Das EBT zog von 175,8 auf 225,6 Mio. Euro an, der operative Gewinn von 372,9 auf 426,0 Mio. Euro. Der Umsatz erreichte 1,83 Mrd. Euro – nach 1,70 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2011/12. Die Zahl der DirektKunden erhöhte sich nur leicht von 7,54 auf 7,58 Mio., die Gesamtkundenzahl (inklusive angeschlossener Wohneinheiten) sank von 8,54 auf 8,47 Mio..

Der Gruß des Kaufmanns ist die Klage: Diesmal ist das große Klagen angesichts des nicht enden wollenden Winterwetters allerdings berechtigt. Wer sich trotz Wetter-Kapriolen im März oder Anfang April in einen Baumarkt verirrte, konnte dort neben gut gefüllten Regalen, dahinwelkenden Pflanzen und sich langweilenden Verkäufern so ziemlich alles finden – nur keine Kunden. Entsprechend wenig erbaulich fällt die Bilanz der im SDAX notierten Hornbach Holding (WKN: 608343), Muttergesellschaft der gleichnamigen Baumarktkette, aus. Im ersten Geschäftsquartal (1. März bis 31. Mai) brach der Gewinn von 46,9 auf 31,2 Mio. Euro ein. Der Vorsteuergewinn (EBT) sackte von 65,1 auf 42,7 Mio. Euro ab, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 75,4 auf 51,1 Mio. Euro. Während der Umsatz von 918,8 auf 892,0 Mio. Euro schrumpfte, erhöhten sich die Filialkosten von 233,5 auf 239,0 Mio. Euro. Die Verwaltungsausgaben stiegen von 36,7 auf 37,7 Mio. Euro. Die Handelsspanne ging von 37,5 auf 36,7 % zurück. Ende Mai betrieb die Gesellschaft europaweit 139 Bau- und Gartenmärkte. Im Gesamtjahr will Hornbach trotz des Fehlstarts nach wie vor etwas mehr als 2012/13 umsetzen. Das EBIT soll das Vorjahresniveau (145,9 Mio. Euro) erreichen beziehungsweise knapp verfehlen.

Unternehmenstermine Datum 01.07.2013 02.07.2013 02.07.2013 03.07.2013 03.07.2013 03.07.2013 04.07.2013 05.07.2013

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Uhrzeit - - - - - - - -

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Name A-TEC Industries AG Constellation Brands Acuity Brands, Inc. Intern. Speedway Corp. Sodexo S.A. Schlumberger AG Barry Callebaut AG Hornbach Holding AG

Ereignis Ergebnisbericht 2012/13 Ergebnisbericht Q1 2013/14 9-Monats-Bericht 2012/13 Halbjahresbericht 2012/13 9-Monatsbericht 2012/13 Ergebnisbericht 2012/13 9-Monatsbericht 2012/13 Hauptversammlung

Foto: Nike

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Nike

Umsatz und Gewinn gesteigert Nike (WKN: 866993) erhöhte den Überschuss im Schlussquartal (Ende: 31. Mai) dank eines brummenden Nordamerika-Geschäftes von 549 auf 668 Mio. US-Dollar. Je Aktie legte der Gewinn auch aufgrund einer deutlich gesunkenen Aktienzahl von 0,60 auf 0,76 US-Dollar zu. Der Gewinn aus fortgesetzter Geschäftstätigkeit zog von 559 auf 696 Mio. US-Dollar an, der Vorsteuergewinn von 735 auf 902 Mio. US-Dollar. Vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg der Gewinn von 736 auf 905 Mio. US-Dollar. In den USA und Kanada legte das EBIT von 562 auf 723 Mio. US-Dollar. In China schrumpfte der operative Gewinn dagegen von 247 auf 242 Mio. US-Dollar. Den Umsatz weitete der US-Sportartikelanbieter von 6,24 auf 6,70 Mrd. US-Dollar aus. Analysten waren von 6,64 Mrd. US-Dollar Umsatz und 0,74 US-Dollar Gewinn je Aktie ausgegangen. Prozentual weniger stark legten die Umsatzkosten zu – von 3,57 auf 3,76 Mrd. US-Dollar. Die operativen Kosten kletterten von 1,90 auf 2,02 Mrd. US-Dollar. Für den Lieferzeitraum Juni bis November 2013 erhöhten sich die Bestellungen um 8 % auf 12,1 Mrd. US-Dollar. Besonders groß ist die Nachfrage aus Nordamerika (+ 12 %) sowie Mittel- und Osteuropa (+ 14 %). Die Bestellungen aus Japan brachen dagegen im Vorjahresvergleich um 17 % ein.


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Kobalt, Erz, Silber

United Commodity AG mit Potential Ende Januar 2013 wurde die Yukon Raffinerie in Cobalt, Kanada in Betrieb genommen. Damit wurde der ehrgeizige Zeitplan sogar noch unterschritten. Die Betriebsaufnahme verläuft nach wie vor planmässig und mit dem ersten Silber-Output wird in den nächsten Tagen gerechnet. Anfang März wurde mit Trio Resources, die auf die Entwicklung interessanter Erzlagerstätten spezialisiert sind, ein langfristiger Liefervertrag geschlossen. Dieser sogenannte Feed-Deal umfasst einen Produktionsvertrag, der die Auslastung Yukon Raffinerie langfristig sichert durch die Gewinnung von Silber aus Minenschutt. Der Wert des Silbers in den Vorkommen Trio beträgt rund 170 Mio. $, weitere Erzlagerstätten werden dazukommen. Noch nicht hinzu gerechnet ist der Wert des Rohstoffes Kobalt, welcher ebenfalls in diesem Produktionsprozess gewonnen wird. Allein durch diesen Auftrag wird Yukon schon im ersten Jahr einen sieben­stelligen Gewinn erzielen. Am 10. April 2013 hat der Verwaltungsrat bekanntgegeben, dass beschlossen wurde, die Kaufoption für weitere 16 Prozent an der Yukon Raffinerie auszuüben. Ende März wurde die erste Teiloption in Höhe von 5,3 Prozent realisiert. In zwei weiteren Schritten, Ende April und August diesen Jahres, wird die komplette Aufstockung von 51 auf 67 Prozent abgeschlossen sein. Jede dieser drei Aufstockungstranchen bedeutet eine Substanzwertsteigerung von je rund 4 Mio. EUR; auf die UC Aktie heruntergebrochen entspricht dies einer Wertsteigerung von 1 EUR pro Aktie und Tranche. Ebenfalls noch im März hat die oekom research AG, eine der weltweit führenden Rating-Agenturen im nachhaltigen Anlagesegment, die Nachhaltigkeitsleistungen der United Commodity analysiert, bewertet und 14

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dem Unternehmen mit der Gesamtnote B den oekom Prime-Status bescheinigt. In einem Update-Report hat First Berlin das Kursziel der United Commodity AG bis Ende 2013 auf EUR 33 pro Aktie heraufgesetzt. Interessierte Kapitalanleger sollten sich beeilen. Das Kontingent der Aktien, die zu Vorzugskonditionen direkt erworben werden können, könnte bald ausgeschöpft sein. Anzeige

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Allianz Pimco Rentenfonds – Basisinvestment in Euro-Anleihen In unsicheren Zeiten vertraut man gerne auf bewährte Produkte. Der Allianz PimcoRentenfonds gehört dazu, blicken Anleger hier doch bereits auf eine über 30-jährige Geschichte zurück. Während dieser Zeit wurde er auch schon unter anderen Namen vertrieben. 2007 erfolgte die Ausrichtung auf die aktuell gültige Anlagepolitik. Portfolio Der Fonds gehört zu den Klassikern in der deutschen Fondslandschaft mit einem beträchtlichen Volumen von knapp 1,5 Milliarden Euro. Das Fondsmanagement investiert hauptsächlich in Euro denominierte Anleihen. Beim Kauf der Investments müssen die Papiere ein Investment Grade-Rating aufweisen. Übersteigen die Fremdwährungsanleihen fünf Prozent des Fondsvermögens, werden sie gegen den Euroabgesichert. Bis zu zehn Prozent können in Anleihen aus den Emerging Markets investiert werden. Neben Staatsanleihen mit knapp 69 Prozent, finden sich aktuell mit über zehn Prozent Pfandbriefe im Portfolio. Beigemischt sind mit 7,52 Prozent Unternehmensanleihen. Mit einer Schwellenländerquote von 3,11 Prozent wird die mögliche Gewichtung bei weitem nicht ausgenutzt. Seit Februar 2009 verantwortet Andrew Balls das Portfolio, der 2006 zu Pimco stieß. Das Unternehmen ist mit einem verwalteten Vermögen von rund 2.004 Mrd. US-Dollar einer der großen

Allianz Pimco Rentenfonds A (EUR) ISIN: DE0008471400 Fondsvolumen: 1.496,5 Mio. Euro Fondswährung: Euro Auflegungsdatum 16.04.1982 Gesamtkostenquote: 1,00%

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Player unter den Anleiheinvestoren. 2000 wurde Pimco von der Allianz übernommen. Makroökonomische Einschätzung Balls sieht in den USA und in den Schwellenländern eher Zeichen einer konjunkturellen Erholung als in der Eurozone. „Wir beabsichtigen, das Risiko von Haircuts im Falle von Staatspapieren und Vermögenswerten des privaten Sektors abzusichern, ebenso wie das der möglichen Ausweitung von Vermögenswerten, die einer Umwandlung von Forderungen in Eigenkapital unterliegen, falls das Wachstum längerfristig schwach bleibt. Wir werden dazu kleinere, weniger systemrelevante staatliche Emittenten aus der Eurozone, die unserer Auffassung nach ein schlechtes Risiko-Ertrags-Profil bieten, weiterhin meiden und nehmen Italien und Spanien ins Visier, wo Haircuts der Staaten vermieden werden dürften“, so Balls. Unter den Top-Ten-Positionen befinden sich neben deutschen Anleihen auch Bonds aus Holland, Frankreich, Spanien und Italien. Blick in die Vergangenheit Ergebnisse aus der Vergangenheit sind keine Garantie für die Zukunft. Allerdings sind sie auch nicht völlig ohne Aussagewert. Wer in den vergangenen Jahren gut manövriert hat, bei dem liegt die Vermutung nahe, dass auch in der Zukunft Krisen gut bewältigt werden

können. Die Anleihen-Expertise von Pimcospricht jedenfalls dafür. Anleger konnten seit Auflegung des Allianz Pimco Rentenfonds 6,7 Prozent p.a. verdienen. Der maximale Verlust lag auf Sicht von fünf Jahren bei 5,1%. Zinsänderungsrisiko Anleger müssen beachten, dass die effektive Duration des Fondsportfolios bei über sechs Jahren liegt. Diese Kennziffer wird genutzt, um aufzuzeigen, wie stark ein Anleiheportfolio auf Zinsänderungen reagiert. Grundsätzlich gilt, dass länger laufende Anleihen darauf stärker reagieren als kurzlaufende. Wenn die Zinsen um einen Prozentpunkt steigen würden, würde das Anleiheportfolio um etwa 6 Prozent fallen. Umgekehrt würde ein Rückgang der Zinsen um einen Prozentpunkt zu einer Kurssteigerung von ebenfalls sechs Prozent führen.

Fazit Der Fonds eignet sich gut als Investment für Anleger, die in Euro-Bonds vergleichsweise hoher Bonität investieren.Aufgrund der Zinsentwicklung werden die Kursgewinne der Anleihen nicht explodieren, allerdings hat der Fonds aufgrund seiner Struktur ein moderates Risiko und kann als konservatives Standbein in der Asset-Allokation genutzt werden.


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Geschlossene Fonds

Geschlossene Fonds-Experten melden steigende Nachfrage Die Möglichkeit, über die Rechtsform der Kommanditgesellschaft (KG) in Sachwerte wie Immobilien oder Rohstoffe zu investieren, endet für deutsche Anleger aufgrund einer EU-Regulierung am 22. Juli 2013. Angesichts dessen meldet der Beteiligungs-Spezialist im Internet, dima24.de, steigende Nachfrage nach Geldanlagen im Mantel klassischer geschlossener Fonds, denn noch können Investitionen in geschlossene Fonds im Ausland bei Doppelbesteuerungsabkommen

steuerfrei zurückgeführt werden. Ab Juli wird auch eine Mindestzeichnungssumme von 20.000 Euro für Ein-Objekt-Fonds gelten. Experten befürchten, dass sich dann auch die Verwaltungskosten spürbar erhöhen. Gemäß AIFM-Regelung muss der Fonds-Initiator das Geld der Anleger zum Stichtag am 22. Juli 2013 voll investieren haben, eine Unterschrift oder die Einzahlung auf das Fondskonto durch den Anleger allein reichen nicht.

VERITAS INVESTMENT

Drehen an der Kostenschraube Die Fondsboutique Veritas Investment mit dem Fokus ETF-Dachfonds will ihr Angebot von bislang 14 auf 10 Fonds reduzieren. Die Verschmelzungen finden u.a. aus Kostengründen statt. Das Unternehmen wird nach eigenen Angaben die Einsparungen an die Kunden weitergeben. Stichtag für die Verschmelzung ist der 18. September. Ab Anfang Oktober 2013 liegt die Verwaltungsgebühr der Fonds zwischen 1 und 1,5 % p.a. Der A2A Defensive-Fonds (ISIN: DE0005561666) wird künftig ohne Ausgabeaufschlag angeboten und in Veri ETF-Allocation Defensive umbenannt. Der A2A Wachstum-Fonds (ISIN: DE0005561641) und der ETF-Dachfonds

Renten (ISIN: DE0005561690) werden in diesem Produkt aufgehen. Mit dem ETF-Dachfonds Aktien (ISIN: DE0005561682), der in Veri ETF-Allocation Emerging Markets umbenannt wird, werden der ETF-Dachfonds Quant (ISIN: DE0005561625) und der ETFDachfonds Emerging Markets Plus Money (ISIN: DE0009763326) verschmolzen. Für Aktienfonds wird die Performance-Gebühr abgeschafft. Bei den vermögensverwaltenden Produkten wurde die Gebühr bereits abgesenkt. Neben diesen Veränderungen im bestehenden Angebot soll künftig auch der Bereich spezieller Immo­bilienaktien, REITs, Platz im Angebot finden.

ALLIANZ GLOBAL INVESTORS

Intelligent Risiko eingehen Der CEO von Allianz Global Investors Europe, James Dilworth, sieht schwierige Zeiten für Anleger kommen. In den entwickelten Ländern lauern vor allem Gefahren durch die hohe Verschuldung, eine steigende Lebenserwartung und damit verbunden hohen Pensionszahlungen, die zum großen Teil nicht gedeckt sind. Zusätzlich erfolgt nach Dilworth die Entschuldung der Staatshaushalte durch eine Enteignung der Sparer mittels künstlich niedrig gehaltener Zinsen. Darüber hinaus drohe durch die expansive Geldpolitik der Notenbanken Inflationsgefahr. Daher sollten Anleger intelligente Risiken eingehen und, statt in niedrigverzinsliche Bundesanleihen 16

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zu investieren, Anleihen aus den Emerging Markets bevorzugen. Dilworth empfiehlt langfristig Aktien, hochverzinsliche Anleihen und Bonds aus Asien. Darüber hinaus sieht er Multi Asset-Strategien als eine mögliche Lösung des Anlagenotstandes an. Die breite Rallye des Anleihenmarktes, wie er in den letzten Jahrzehnten zu beobachten war, ist für ihn beendet. „Gezielt oder smart Risiken einzugehen wird eine Notwendigkeit, keine Option. Das ist nicht nur ein Thema für Kapitalmarktakteure, sondern berührt die Grundlagen der Generationengerechtigkeit westlicher Staaten“, erläuterte Dilworth anlässlich einer Pressekonferenz in London.


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Erste Asset Management

Neue Namenssys­ tematik bei Rentenfonds Erste-Sparinvest und Ringturm, zwei Tochtergesellschaften der Erste Asset Management GmbH, ändern die Namenssystematik ihrer geldmarktnahen Fonds und Cash-Fonds mit kurzer Restlaufzeit. Mit 5. Juli 2013 wird die „Terminologie „CASH“ und „LIQUID“ im Namen durch „RESERVE“ ersetzt. Die Namensumstellung wurde nötig, um geänderten europäische Rechtsvorschriften und den CESR-Richtlinien Rechnung zu tragen. An der Charakteristika der neun betroffenen Fonds, also am Investmentuniversum, der Veranlagungsstrategie, dem Risiko-Profil oder den Fondsgebühren, ändert sich nichts.

FINANCE & ETHICS RESEARCH

Kurzfristig Abflüsse bei Aktienfonds Der Fondsreport des Instituts Finance&Ethics Research (FER) hat die Zu- und Abflüsse bei Investmentfonds in Deutschland, Öster­ reich und der Schweiz genauer unter die Lupe genommen. Im Juni 2013 haben zum ersten Mal seit Juli 2012 die Abflüsse in den Aktienfonds überwogen. Trotzdem blieben auf Jahressicht unter dem Strich respektable Mittelzuflüsse von 47 Mrd. Euro übrig. Die größten Mittelzuflüsse unter den Sektoren konnte das Segment Konsum/Dienstleistungen verbuchen. Unter regionalen Gesichtspunkten flossen verstärkt Gelder in JapanAktienfonds. Vergleichsweise hohe Abflüsse wurden bei Nachhaltigkeits-Produkten festgestellt. FER stellte in ihrer Studie allerdings kein generelles Desinteresse der Investoren 17

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an diesem Bereich fest. Vielmehr trennten sie sich von Produkten, die eher aus Marketinggesichtspunkten mit dem Etikett „Nachhaltigkeit“ versehen wurden und sich sonst kaum von herkömmlichen Portfolien unterscheiden. Geldabflüsse gab es auch bei Fonds mit Schwerpunkt Zentral-und Osteuropa, obwohl auch diese Region Kursgewinne bei Aktien vorweisen konnte. Von Anlegen gesucht waren die als sichere Häfen wahrgenommenen Anleihe-Fonds. Seit 2009 hat sich in dieser Anlageklasse das Volumen auf 850 Mrd. Euro verdoppelt und damit auch einen historischen Rekord erreicht.

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Fresenius-Discount-Zertifikat– Gesundheit fürs Depot Healthcare-Aktien gelten als konjunkturresistent und auch in schwierigen Börsenzeiten attraktiv. Auch Fresenius profitiert von dem Trend, dass die Menschen in den entwickelten Volkswirtschaften länger lebenund damit tendentiell anfälliger für Krankheiten werden. Darüber hinaus entsteht auch in den Emerging Markets zunehmend ein Bedarf nach besserer gesundheitlicher Versorgung. Fresenius, dessen Geschichte bis ins Jahr 1912 zurückreicht, sollte für die Zukunft gut gerüstet sein. Vier Standbeine Das Geschäft des Bad Homburger Konzerns ruht auf vier Standbeinen. Zum einen wird mit der TochterFresenius Medical Care, die wie der Mutterkonzern im DAX notiert ist, der Bereich des Dialysegeschäfts abgedeckt. Der Geschäftsbereich Kabi konzentriert sich auf Medizintechnik und die Versorgung schwerkranker und pflegebedürftiger Patienten. In der Konzernsparte Fresenius Vamed sind die Management- und Projektdienstleistungen für Gesundheitseinrichtungen zusammengefasst.Die Unternehmensgruppe Helios umfasst das Klinikgeschäft.In diesem Geschäftsfeld ist Fresenius weiter auf Übernahme-Tour. Ein erster Übernahmeversuch bei Rhön-Klinikum ist gescheitert. Durch eine Satzungsänderung bei dem Überkandidaten könnte Fresenius ein weiteres Angebot vorlegen und damit zum Ziel gelangen. Keine Überhitzung Die Fresenius-Aktie gehörte in den vergangenen Wochen nicht zu den Gipfelstürmern im deutschen Aktienindex. Das Allzeit-Hoch bei Fresenius wurde bereits im April 2013 erreicht und lag bei knapp unter 100 Euro.

Danach setzte eine Seitwärtsbewegung ein. Das ist ein Grund, warum auch keine hektischen Gewinnmitnahmen drohen. Allerdings gibt es einen Wermutstropfen: mit einem 2014er-KGV von über 14 und einem KCV von knapp 7ist der Titel nicht mehr preiswert. Julien Dormois, Analyst der französischen Investmentbank Exane BNP Paribas, sieht für Fresenius ein Kursziel von 110 Euro und hat für das Unternehmen gegenwärtig die Einschätzung „outperform“. Bei der Hauptversammlung im Mai avisierte der Vorstandsvorsitzende Dr. Schneider für 2013 einen Umsatz von mehr als 20 Milliarden Euro und ein Konzernergebnis von einer Milliarde Euro. Das Unternehmen Fresenius gilt als nachhaltiger Dividendenzahler, der die Ausschüttung seit den letzten zwanzig Jahren beständig erhöht hat. Preisgünstiger Einstieg Mit dem Discount-Zertifikat der Commerzbank auf Fresenius (WKN: CZ0U88) können Investoren mit einem Abschlag von der Entwicklung des Basiswerts profitieren. Allerdings sind im Gegenzug die möglichen Kursgewinne auf eine Obergrenze beschränkt. Auf Dividenden müssen die Anleger verzichten, da sie vom Emittenten für die Finanzierung der Zertifikatestruktur verwendet werden. Das Produkt hat eine Laufzeit bis 29. Dezember 2014. Aktuell notiert die Fresenius-Aktiebei 93,97 Euro, der Cap des Zertifikats liegt mit 94 Euro nur leicht darüber. Das Papier kann zu 84,22 Euro erworben werden, was einem Discount von 9,75 Euro bzw. 10,4 Prozent entspricht. Der maximale Ertrag liegt bei 9,78 Euro. Ein Verlust zum Laufzeitende entsteht erst, wenn die Aktie bei Fälligkeit des Produkts unterhalb des Kaufkurses des Zertifikates notiert.

Fresenius-Discount-Zertifikat Zertifikattyp Discount-Zertifikat

18

BÖRSE am Sonntag · 26/1 3

Emittent Commerzbank

Basiswert Fälligkeit Fresenius SE 29.12.2014

WKN CZ0U88


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BAYERN LB

Zinseinnahmen und Sicherheitspuffer Bis zum 19. Juli kann noch die Aktien-Memory-Express-Anleihe der Bayern LB auf den im DAX notierten Reifenhersteller Continental gezeichnet werden (ISIN: DE000BLB05G4). Die Anleihe ist mit einem Kupon in Höhe von 5 % p.a. ausgestattet. Damit die Zinszahlung fällig wird, muss die Continental-Aktie an den jeweiligen jährlichen Beobachtungstagen mindestens bei 55 % des Startniveaus (Xetra-Schlusskurs Continental am 24. Juli 2013) notieren, ansonsten fällt die jährliche Zinszahlung zunächst aus. Durch die Memoryfunktion können die Zinszahlungen nachgeholt werden, wenn der Basiswert an einem Beobachtungstag mindestens auf der

Kuponschwelle notiert. Finaler Bewertungstag ist der 17. Juli 2017. Ein früheres Laufzeitende tritt ein, wenn die Aktie an den Bewertungstagen (jeweils jährlich am 17. Juli) auf oder oberhalb des Startkurses liegt. Kommt es nicht dazu, entscheidet der Kurs der Aktie am 17. Juli 2017 über die Rückzahlung. Notiert Continental mindestens in Höhe der Kuponschwelle erfolgt die Rückzahlung zum Nennbetrag in Höhe von 1.000 Euro inclusive der eventuell vorher ausgefallenen Zinszahlungen, ansonsten wird das Papier in Aktien zurückgezahlt. Anleger müssen dann den prozentualen Aktienkursverlust seit Startkurs in Kauf nehmen.

LBBW

Kreditereignisse beachten Eine lineare synthetische Anleihe, kurz LiSA, der LBBW(ISIN: DE000LB0SYQ1) ist mit einer Laufzeit bis zum 12.04.2019 versehen. Das Papier mit einem Nennwert von 1.000 Euro kann noch bis zum 4. Juli gezeichnet werden. Der Ausgabepreis enthält einen zusätzlichen Ausgabeaufschlag von 1 %. Das Papier ist mit einem Zinssatz von 3,05 % p.a. ausgestattet. Die Auszahlung des Zinses ist davon abhängig, ob bei den Unternehmen Continental, Deutsche Lufthansa, Fresenius,

HeidelCement, Metro und ThyssenKrupp ein sogenanntes Kreditereignis eintritt. Dazuzählt die Insolvenz, das Ausbleiben von fälligen Zahlungen auf Verbindlichkeiten in Höhe von mindestens 1 Mio. USDollar oder die Restrukturierung vereinbarter Zins- und Tilgungszahlungen. Jedes der Unternehmen ist mit einem Sechstel gewichtet. Kommt es bei einem oder mehreren Unternehmen zu dem Kreditereignis, wird der Nennbetrag um dessen Gewichtung gekürzt.

DEUTSCHE BANK

Steigende Mindestauszahlungen Die Deutsche Bank emittiert ein währungsgeschütztes PerformancePlus-Zertifikat (ISIN: DE000DB9ZYY1) auf den britischen Ölkonzern BP. Das Produkt befindet sich noch bis 9. Juli mit einem Ausgabeaufschlag von 1,5 % in der Zeichnung. Bis zur Endfälligkeit am 20. Juli 2018 sind jährlich im Juli Beobachtungstage vorgesehen. Dabei wird überprüft, ob der Basiswert die Tilgungsschwelle erreicht hat. Als Tilgungsschwelle wird der Schlusskurs von BP am 9. Juli an der Londoner Börse festgelegt. Bei 70 % dieses Kurses befindet sich eine Barriere. Investoren partizipieren unbegrenzt an der Kursentwicklung der Aktie, der Mindestauszahlungsbetrag bei Erreichen der Tilgungsschwelle und 19

BÖRSE am Sonntag · 26/1 3

damit vorzeitiger Fälligkeit steigt von 105,70 Euro (Juli 2014) auf 128,50 Euro (Juli 2018). Notiert die BP-Aktie bis 2018 an keinem Beobachtungstag auf oder über der Tilgungsschwelle, wird am 20. Juli 2018 festgestellt, wie die Auszahlung erfolgt. Liegt der Aktienkurs auf oder über der Tilgungsschwelle werden mindestens 128,50 Euro ausgezahlt. Notiert die BP-Aktie am Laufzeitende unterhalb des Kursniveaus aber mindestens in Höhe der Barriere, wird das Zertifikat zum Ausgabepreis von 100 Euro zurückgezahlt. Bei einem Kurs unterhalb der Barriere partizipiert der Anleger 1:1 an den Verlusten der Aktie gerechnet vom 09. Juli 2013.


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Rohstoff der Woche

Gold:

Bullen auf der Schlachtbank Die Goldbullen haben es derzeit wirklich nicht leicht. Der Preis des Edelmetalls fällt und fällt. Zuletzt ging es wieder einmal besonders dynamisch abwärts. Mediale Schlagzeilen inklusive: „Größter Einbruch seit fast 100 Jahren!“ Der Blick auf den Chart ist wahrlich zum Gruseln. Zumindest wenn man Gold im September 2011 zu Rekordpreisen von mehr als 1.900 US-Dollar gekauft hat. Seither hat sich der Wert um mehr als 37 Prozent verbilligt. Zwar meldeten sich die Bullen immer mal wieder mit größeren Gegenbewegungen zurück, seit Oktober 2012 ist jedoch ein besonders deutlich ausgeprägter Abwärtsimpuls auszumachen. Sehr dynamisch talwärts ging es auch in den vergangenen beiden Wochen. Damit sank der Goldpreis im Juni um mehr als elf Prozent. Im zweiten Quartal ging es um 25% abwärts, was der stärkste Einbruch seit 1920 ist. Jüngst belastende Faktoren waren die Aussicht auf eine baldige Drosselung der Wertpapierankäufe durch die US-Notenbank und die Aufwertung des US-Dollar. Das mögliche Ausstiegsszenario aus der ultralockeren Geldpolitik hat scheinbar den Wind aus den Segeln derer genommen, die eine Inflation befürchten. Die Panikverkäufe muten jedoch übertrieben an. Schließlich ist ein Ende des aktuellen weltweiten geldpolitischen Experiments, nicht zuletzt mit einer Kapitalschwemme ohnegleichen, längst nicht in Sicht. Damit bleiben auch die diesbezüglichen immensen

Risiken wie Inflation und die Gefahr eines Kollapses des immer maroderen Papiergeldsystems. Gold sollte man daher weiter auf der Agenda haben. Derzeit ist das Sentiment zwar stark angeknackst und eine fortgesetzte Talfahrt daher nicht ausgeschlossen, damit könnten sich jedoch Einstiegschancen bieten. Kurzfristig gibt es ferner Indizien, die zumindest für eine Stabilisierung, wenn nicht gar kräftigere Gegenbewegung sprechen könnten. Der Goldpreis liegt derzeit rund 24 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt. Solche extremen Abweichungen sind selten. Zuletzt mehr als 20 Prozent darunter notiert hatte Gold im Oktober 2008. Und genau da startete der steile Anstieg, der den Preis für das begehrte Edelmetall binnen dreier Jahre von etwa 680 auf mehr als 1.900 US-Dollar katapultiert hat. Gold – Spotpreis in US-Dollar

Stand: 28.06.2013

Derivate auf Gold (Basiswert: Spotpreis in US-Dollar) Typ Indexzertifikat (Quanto) Hebel-Zert. (long) Hebel-Zert. (short)

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BÖRSE am Sonntag · 26/1 3

WKN DB0SEX GS1YAU GT5MV1

Basispreis/Knock-out - 910,14/926,00 US-Dollar 1509,35/1.484,00 US-Dollar

Laufzeit Hebel open end open end 4,11 open end 3,92


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Rohstoffanalysen

Rohstoffe im Überblick Palladium – Spotpreis in US-Dollar

Rohstoffe (Auswahl)

Palladium brach zuletzt deutlich ein. Nun wurde die langfristige Aufwärtstrendlinie verletzt. Ein nachhaltiger Bruch spräche für eine fortgesetzte Korrektur. In der Region 640 bis 660 US-Dollar ist jedoch auch eine Stabilisierung denkbar. Sollte es dazu kommen, könnte dies vielleicht sogar die Basis für einen neuen Aufwärtsimpuls bilden.

Markt Kurs

% zur Vorwoche

Rohöl WTI Crude NYMEX ($/bbl)

96,77

+3,00%

3,6

-5,46%

Heizöl NYMEX ($c/gal)

288,39

+1,26%

Gold NYMEX ($/Unze)

1200

-7,53%

Silber Spot ($/Unze)

18,5

-7,86%

Palladium Spot ($/Unze)

646

-4,44%

1313

-4,44%

Aluminium Spot ($/t)

1719,5

-1,63%

Blei Spot ($/t)

2042,5

+1,43%

Kupfer Spot ($/t)

6726,75

-0,86%

Nickel Spot ($/t)

13620

-1,16%

Zinn Spot ($/t)

19700

+0,95%

Zink Spot ($/t)

1817,5

+0,57%

83,7

-1,90%

122,05

+2,18%

2147

-0,42%

Mais CBOT ($c/bu)

538,25

-18,60%

In der Vorwoche schloss Platin am Ende nur knapp unter der Unterstützung von 1.375 US-Dollar, an der es in den vergangenen Monaten immer wieder Halt fand. Nun wurde diese wichtige Marke aber nachhaltig verletzt, was klar bearish zu werten ist und weitere Abgaben erwarten lässt. Nur eine schnelle Zurückeroberung würde dieses Szenario kippen.

Orangensaft gefr. ICE ($c/lb)

126,55

-10,88%

Sojabohnen CBOT ($c/bu)

1546,5

+3,72%

Weizen CBOT ($c/bu)

663,5

-4,94%

Zucker No.11 ICE ($c/lb)

17,06

+0,53%

Lebendrind CME ($c/lb)

122,53

+0,70%

Mastrind CME ($c/lb)

149,55

+1,87%

99,23

+1,74%

Silber – Spotpreis in US-Dollar

Rohstoff-Indizes (Auswahl)

Die auch in der vergangenen Woche anhaltende Talfahrt hat den Silberpreis nun in die Zone geführt, in der im August 2010 die Rally begann, die ihn binnen weniger Monate von weniger als 20 auf beinahe 50 US-Dollar katapultierte. Vielleicht kann sich das Edelmetall nun in dieser Region von etwa 17,00 bis 19,80 US-Dollar zumindest stabilisieren.

Index Kurs

% zur Vorwoche

NYSE Arca Gold BUGS Index (HUI) 211,52

-8,36%

1335,34

+0,94%

125,33

-1,53%

Reuters-Jeffries CRB Futures-Index 276,28

-0,65%

Rogers Int. Commodity Index

-1,25%

Mais – Dezember-Future (CME) In der Vorwoche war Mais den Hürden 570,50 und 573,75 US-Cent nahe gekommen. Mit den jüngsten Verlusten entfernte sich der Preis davon jedoch wieder etwas mehr. Erst ein nachhaltiger Sprung darüber spräche für prozyklische LongPositionen. Nach antizyklischen Positionen Ausschau halten könnte man, wenn die Region 512 bis 515 US Cent erreicht wird.

Erdgas NYMEX ($/MMBtU)

Platin Spot ($/Unze)

Baumwolle ICE ($c/lb) Kaffee "C" ICE ($c/lb) Kakao ICE ($/t)

Platin – Spotpreis in US-Dollar

21

BÖRSE am Sonntag · 26/1 3

Schwein mag. CME ($c/lb)

NYSE Arca Oil & Gas Index DJ AIG Commodity Index

3438,01


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Refugium der Woche

Das Kronthaler am Achensee Wer vor 60 Jahren Luxushotels in den Alpen besuchte, der hatte es mit grauem Granit, Kronleuchtern und filzigen Burgherren als Hoteliers zu tun. Wer vor 30 Jahren die besten Hotels in den Bergen aufsuchte, der traf auf geschnitzte Holzfiguren in kitschigen Stüberln, Geranienorgien und Heimatfilmhoteliers. Wer heute in die besten alpinen Herbergen kommt, der findet coole Lounges, schnörkellose Holzglas-Linien und reduzierte Eleganz. Die Hoteliers sind zu Sportsfreunden geworden, mit denen man jede Menge Genuß-Spaß haben kann. “Modern Alpine” heißt der Trend und er verändert das gefühlte Milieu der Alpen. Dabei entstehen Räume, in denen sich die Lounge-Generation ästhetisch und habituell richtig wohl fühlen kann. Das Kronthaler ist ein besonders gelungenes Beispiel für diesen Kulturwandel. “Spektakulär schlicht, puristische Holzfassade in erhabener Lage – ein Wohlfühlrefugium”, so wirbt das Lifestyle-Ressort. Nur eine gute Autostunde südlich von München am türkisblauen Achensee gelegen, eingebettet in den Alpenpark Karwendel, wird es mehr und mehr zum Rückzugsort der verwöhnten Großstädter. Der sagenumwobene Achensee (133 Meter tief und größter See Tirols) wird wegen seiner Ausmaße und der für Segler und Surfer optimalen Windverhältnisse als “Tiroler Meer” bezeichnet. Weswegen viele der Gäste hier dem Leitspruch folgen: “Wenn ich den See seh, brauch ich kein Meer mehr”. Das Kronthaler wirkt cool, verwöhnt seine Gäste aber trotzdem mit allen Sinnen. In den großen Räumen mit seinen Designermöbeln wird es mit Fellen, Loden und Stoffen rasch heimelig, in der Küche zaubert Österreichs große Kochkunst lustvolle Schlemmereien, im 2500 Quadratmeter großen Spa-Bereich bleibt kein Wunsch des Wellnessprogramms offen. In Wahrheit aber kommen die Manager aus den Metropolen Deutschlands hierher, weil es ein perfektes Hide-Away für aktive Naturgenießer ist. Wanderer, Bergsteiger, Mountainbiker, Kite- Surfer – die sportliche Seite wird groß geschrieben und vom Hotel mit persönlichen Betreuern professioniell begleitet. Und fast alles startet direkt am 22

BÖRSE am Sonntag · 26/1 3

Hotel. Es ist just jene Mischung aus sportlicher Lässigkeit und gediegenem Ambiente, aus Radfahrtrinkflasche und opernhaftem Sternemenü, die dieses Hotel auszeichnet. Wenn man dann abends mit müden Muskeln vor den großen Panoramafenstern des Restaurants ins Tal blickt, das prasselnde Kaminfeuer wohlige Wärme entfaltet und der süße Duft des Holzes in der Luft liegt, dann wird das Sprichwort: “Träumen heißt durch den Horizont blicken” mit Leben gefüllt. Und der Veltliner schmeckt so süffig, dass man gar nicht mehr unbedingt in die Dachterrassenbar “HimmelNAH” will - da hätte man allerdings etwas verpaßt. Weitere Informationen: www.daskronthaler.com

Paket-Empfehlung: HIMMLISCHE MOMENTE Zimmer Double M | 3 Nächte | Nature Living-Balkon · DAS KRONTHALER ALL-iN | tagsüber wechselnde Buffets | ideenreichen Gourmetmenüs | alkoholfreie Getränke vom Brunnen · Wellness und SPA auf 2.500 m² | In- und Outdoorpool · Ein Glas prickelnder Rosé Champagner · 60 himmlische Verwöhnminuten | wählbar aus dem SPA-Menü · 1x DINE & WINE | 6-Gang Spezialdinner mit Weinbegleitung ab 499,- p.P.*


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Fotos: Flug zeug

Produkt der Woche

iPad-Hüllen im Retro-Design

Lebensretter für Tablets liegen hoch im Kurs Ein iPad ohne eine Hülle ist wie eine Braut ohne Schleier, wie ein Richter ohne Talar oder ein Taucher ohne Anzug. Kaum ein Besitzer eines Tablets verzichtet heutzutage auf eine Schutzhülle. Denn zu kostbar, zu fragil und zu anfällig sind die nützlichen Ultraslimgeräte, die auf nur acht Millimetern Tiefe das gesamte worldwide web in jeder Handtasche verschwinden lassen können.

Die Auswahl an Designs ist gigantisch – von zeitlos bis avantgar­distisch

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Um unnötige Kratzer auf den wertvollen gadgets zu vermeiden, entstand ein neuer Artikel auf dem Markt, von dem noch vor drei Jahren kein Mensch ahnte, dass er wie eine Epidemie den ganzen Erdball überrollen würde: das Tablet Cover. So hat sich binnen weniger Jahre eine Angebotspalette auf dem Weltmarkt entwickelt, die ihresgleichen sucht. Der Materialwahl der Hüllen und Schutzgehäuse sind keine Grenzen gesetzt: es gibt sie aus Plastik, Metall, Carbon, Wollfilz, Fiberglas, aus Leder, aus Silikon, aber auch stoßdämpfend und sogar wasserdicht mit passendem Kopfhöreranschluss, so dass man sein Tablet angeblich sogar in fünf Metern Wassertiefe nutzen kann. Die Auswahl an Designs ist gigantisch – von zeitlos bis avantgardistisch; und wer in der detailverliebten Produktpalette bei Hüllen von Lederhosen- bis Eisbärfell-Design nicht

BÖRSE am Sonntag · 26/1 3

fündig wird, der kann sich mittels Online-Konfigurator sein ganz persönliches “Case” selbst entwerfen. An alle, die ein Faible für Upcycling-Produkte haben, richtet sich das Wiener Designlabel Flug zeug mit seinen “SLEEVEs”, iPadHüllen aus ausgemusterten Airline-Schwimmwesten. Da Fluglinien ihre Schwimmwesten regelmäßig erneuern müssen, landen die ausgemusterten Teile nun statt im Müll bei Designer Andreas RoeslerSchmidt. Natürlich sind die ausrangierten Schwimmwesten alle unbenutzt, oft sogar noch in Originalverpackung. Roesler-Schmidt erhält die Schwimmwestenmodelle von diversen internationalen Fluglinien und verarbeitet jede Weste in Handarbeit zum individualisierten Unikat, das jeweils unterschiedliche Beschriftungen und Zeichnungen der ursprünglichen Schwimmwesten enthält. Die Hüllen sind seit wenigen Wochen auf dem Markt und zunächst für iPhone 5, iPad und iPad mini erhältlich. Flug zeug Andreas Roesler-Schmidt, MSc Türkenschanzgasse 133, A-3400 Klosterneuburg cockpit@flug-zeug.at, www.flug-zeug.at


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V.i.S.d.P. : ​Dr. Wolfram Weimer Herausgeber: ​ Weimer Media Group GmbH Maximilianstraße 13 80539 München Geschäftsführer: Dr. Wolfram Weimer

Redaktion: Dr. Sebastian Sigler, Chefredakteur Nina Bradinova, Chefin vom Dienst Layout: addna, Nürnberg Technik: Marcus Brauer, menthamedia Bildnachweis: Fotolia, Daimler Die Charts wurden mit freundlicher Unterstützung von TradeSignal erstellt. Verleger: Dr. Wolfram Weimer

Amtsgericht: München HRB 198201 Verlagsleitung: Michaela Ellen Lenz, Tel.: 08022-7044443 michaela.lenz@boerse-am-sonntag.de Anzeigenleiter/Mediaberater: Wolfgang Hansel, Tel.: 08022-7044443 hansel@weimermedia.de Deutsche Bibliothek: ISSN 1610-7446 Auflage: 117.000

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BÖRSE am Sonntag · 26/1 3


Ausgabe 26/13 (Spezial: Defensiv investieren)