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№ 14 · Sonntag, 7. April 2013

J u b i l äu m 2003 - 2013

SPEZIAL > Seite 9

Deutschlands USP – ­die Industrie Editorial

LIEBE LESER IN NEN U ND LESER, in einem Akt der Verzweiflung stemmt sich die japanische Notenbank mit einem abenteuerlichen geldpolitischen Experiment gigantischen Ausmaßes gegen die seit mehr als einem Jahrzehnt lähmende Deflation. Mit einer noch größeren Geldmenge, die bis 2014 verdoppelt werden soll, will sie die Inflation und damit auch die wirtschaftliche Aktivität anheizen. Dazu eingesetzt wird einmal mehr die Wunderwaffe schlechthin: aus dem Nichts geschaffene Yen. Etwa 60 bis 70 Bio. davon will die Notenbank jedes Jahr aus dem Hut zaubern und für den Ankauf von japanischen Staatsanleihen und andere Papieren nutzen. Dass 60 Bio. Yen kein Pappenstiel sind,

wird etwas greif barer, wenn man diesen Brocken mal in Euro umrechnet und dabei derzeit auf einen Wert von mehr als 500 Mrd. Euro kommt. Man darf gespannt sein, ob das äußerst risikoreiche Unterfangen von nachhaltigem Erfolg gekrönt sein wird. Ein Blick in die Vergangenheit, in der ja bereits eine extrem lockere Geldpolitik verfolgt wurde, ohne dauerhaft eine positive Wirkung zu zeigen, sorgt jedoch für Unbehagen und gibt Anlass für Zweifel. Herzlichst Ihre Redaktion von BÖRSE am Sonntag


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Sonntag, 7. A pril 2013

AKTIEN & MÄRKTE Kolumne: Dr. Wolfram Weimer . . . . . . . . 2 Tops und Flops-, Zitat- und Zahl der Woche. . . . . . . . . . . . 3 Markt im Fokus: Japan: Kuro das Experiment . . . . . . . . . . . 4 Märkte im Überblick: S&P 500, DAX, EURO STOXX 50 . . . . 5 Aktie der Woche: E.ON . . . . . . . . . . . . . . 6 SPEZIAL Die großen deutschen Industrieunternehmen . . . . . . . . . . . . . . . . 9 UNTERNEHMEN Unternehmen der Woche: Audio Agile. . . . 12 News: Monsanto, Invest 2013, Blackberry. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13 FONDS Fonds der Woche: M&G Global Basics . . . . . . . . . . . . . . . . 14 Fonds-News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 ZERTIFIKATE Zertifikate-Idee: Hugo-BossCapped-Bonus-Zertifikat. . . . . . . . . . . . . 16 Zertifikate-News. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 Rohstoffe Rohstoff der Woche: Weizen. . . . . . . . . . . 18 Rohstoffanalysen: Silber, Platin, WTI, Gold. . . . . . . . . . . . . 19 Lebensart Produkt der Woche: PG-Bikes. . . . . . . . . 21 Refugium der Woche: Cafe Wildau Hotel & Restaurant am Werbellinsee. . . . 22 Impressum/Disclaimer . . . . . . . . . . . . . . 23

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Die Energiewende – ein Desaster! E.ON und RWE – ein Kauf? Japan kehrt zur Atomenergie zurück. Genau zwei Jahre nach der Katastrophe von Fukushima verkündet die neue Regierung in Tokio, was in Deutschland keiDr. Wolfram Weimer ner hören mag: Man braucht KernkraftVerleger werke. Japan steht mit dieser Entscheidung nicht allein. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA meldet den aktuellen Neubau von weltweit 66 Atomkraftwerken. Vor allem die zielstrebigen Wirtschaftsgroßmächte Indien, China und Russland bauen einen Meiler nach dem anderen – als hätte es Fukushima nie gegeben. Zur Verblüffung Deutschlands entscheiden sich sogar immer mehr Länder für den Einstieg anstatt für den Ausstieg. Von der Türkei bis Vietnam, von Ägypten bis Nigeria, von Bangladesch bis Polen. Selbst die Vereinigten Arabischen Emirate haben mit dem Bau eines Atomkraftwerkes begonnen. Deutschland hingegen will nur raus aus der Kernenergie – so schnell es geht. Koste es, was es wolle. Nun kostet das erst einmal. Denn die einsame Energiewende der Deutschen ist bislang ein gewaltiger Kurzschluss. Es versacken Milliarden in Subventionen alternativer, aber eben unrentabler Energien. Die Netze müssen mit weiteren Milliarden ausgebaut werden, die Versorgung wird labil und die Strompreise steigen dramatisch. Der energieintensiven Industrie in Deutschland droht der Todesstoß. Ein sozialistisches Zwangsabgabensystem ist installiert, das wegen irrwitziger Einspeisesubventionen für

Ökostrom inzwischen sogar die modernsten und saubersten Gaskraftwerke der Welt zum Stillstand zwingt. Da in der Not mehr Kohle verstromt werden muss, verschlechtert sich auch noch die Klimabilanz. Der deutschen Politik ist es nicht einmal gelungen, unsere unmittelbaren Nachbarn für den Ausstieg zu gewinnen. Frankreich, Polen und Tschechien bauen ihre Atomanlagen sogar aus. In Deutschland hingegen wird das drohende Desaster mit immer neuem, planwirtschaftlichem Aktionismus verschlimmert. Von Strompreisbremsen bis zur Netzgeldverordnung fummelt die Politik im Markt herum wie weiland die SED in ihren Kombinaten. Zu den Hauptleidtragenden dieser Politik zählen die beiden Konzerne E.ON und RWE. Sie waren jahrzehntelang internationale Leuchttürme technischen und wirtschaftlichen Erfolgs. Jetzt wanken sie einer wilden Politik hinterher, die sich nicht darum schert, wie viele Arbeitsplätze und Marktpositionen und Milliarden vernichtet werden. Mehr als 50 Mrd. haben beide Unternehmen an Marktkapitalisierung an der Börse bereits verloren. Doch auch hier könnte eine Übertreibung sichtbar werden. Denn beide Aktien wirken langsam überbestraft für die Fehler der Politik. Für erfahrene Anleger scheint das eine günstige Situation. Analysten verweisen darauf, dass die Bewertungsrelationen tief, die Substanz beachtlich, die Dividenden stark, die Erholungspotenziale enorm seien. Das mag sein. Am Ende wird es aber darauf ankommen, ob die wildwendige deutsche Energiepolitik sich zu Korrekturen der Vernunft durchringt. Das wäre allen zu wünschen – nicht nur den Aktionären von E.ON und RWE.


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Tops und Flops der Woche

tops Analytik Jena: Einkaufstour in Kalifornien Analytik Jena (WKN: 521350) hat die kalifornische UVP samt britischer Tochter UltraViolet Products vollständig übernommen. UVP setzte 2012 mit weltweit 109 Mitarbeitern rund 17,2 Mio. US-Dollar um. Die Hälfte des Umsatzes wurde in Nordamerika erzielt. Der Thüringer Laborausrüster steigerte den Umsatz im ersten Geschäftsquartal von 23,2 auf 24,3 Mio. Euro. Im Geschäftsbereich Life Science, in den UVP eingegliedert werden soll, schrumpfte der Quartalsumsatz von 7,9 auf 7,4 Mio. Euro. Im kommenden Geschäftsjahr soll diese Sparte mehr als 40 Mio. Euro umsetzen. Vienna Insurance Group: Höhere Dividende Der österreichische Versicherer Vienna Insurance Group (WKN: A0ET17) steigerte den Gewinn im Schlussquartal 2012 von 105,5 auf 116,9 Mio. Euro. Der Vorsteuergewinn sank dagegen leicht von 144,9 auf 144,2 Mio. Euro. Die Prämieneinnahmen zogen von 2,08 auf 2,26 Mrd. Euro an. Im Gesamtjahr legte der Gewinn von 441,9 auf 467,3 Mio. Euro zu, der Vorsteuergewinn von 559,0 auf 587,4 Mio. Euro. Von 8,88 auf 8,69 Mrd. Euro erhöhten sich die Prämieneinnahmen. Die Dividende steigt von 1,10 auf 1,20 Euro je Aktie. FMC: Kurspflege und Aktienumwandlung Der Dialyse-Dienstleister Fresenius Medical Care (WKN: 578580) – kurz FMC – will in den kommenden sechs Monaten eigene Stammaktien im Volumen von bis zu 385 Mio. Euro zurückkaufen. Zudem sollen alle Vorzugsaktien im Verhältnis 1 : 1 in Stammaktien umgewandelt werden. Auf die Vorzüge entfallen nach eigenen Angaben rund 1,3% des Grundkapitals. Eine Verpflichtung der Vorzugsaktionäre, eine Zuzahlung zu leisten, besteht nicht. Allerdings habe sich ein Großaktionär, der etwa 77% der ausstehenden Vorzugsaktien hält, verpflichtet, insgesamt 27 Mio. Euro als Barausgleich zu zahlen, teilte FMC mit.

Flops Conagra Foods: Erwartungen verfehlt Der Gewinn des US-Lebensmittelkonzerns Conagra Foods (WKN: 861259) brach im dritten Geschäftsquartal (Ende: 24. Februar) aufgrund übernahmebedingt deutlich gestiegener Kosten von 280,7 auf 123,4 Mio. US-Dollar ein. Je Aktie fiel der Gewinn von 0,67 auf 0,29 US-Dollar. Vor Sonderposten legte der Gewinn je Aktie dagegen von 0,53 auf 0,55 US-Dollar zu. Der Umsatz zog von 3,40 auf 3,85 Mrd. US-Dollar an. Experten hatten 3,9 Mrd. US-Dollar Umsatz sowie 0,56 US-Dollar Gewinn je Aktie vor Sonderposten erwartet. Carl Zeiss Meditec: Quartalsumsatz stagniert Im zweiten Geschäftsquartal (Ende: 31. März) setzte Carl Zeiss Meditec (WKN: 531370) rund 223 Mio. Euro um. In der entsprechenden Vorjahresperiode waren 221,46 Mio. Euro durch die Bücher des Medizintechnikers geflossen. In den vergangenen sechs Monaten legte der Umsatz von 431,80 auf etwa 442 Mio. Euro zu. Im Geschäftsbereich Mikrochirurgie stieg der Halbjahresumsatz von 195,08 auf 207 Mio. Euro, in der Sparte Chirurgische Ophthalmologie (Augenheilkunde) von 51,94 auf 60 Mio. Euro. Im Segment Ophthalmologische Systeme schrumpfte der Umsatz dagegen von 184,78 auf 175 Mio. Euro. Bang & Olufsen: Rote Zahlen Der für sein außergewöhnliches Design und hohe Preise bekannte Unterhaltungselektronik-Hersteller Bang & Olufsen (WKN: 871970) verlor im dritten Geschäftsquartal (Ende: 28. Februar) 90,7 Mio. dänische Kronen (etwa 12,2 Mio. Euro). In der Vorjahresperiode hatten die Dänen 17,0 Mio. Kronen verdient. Das Vorsteuerergebnis sank von +18,8 auf –125,3 Mio. Kronen, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von +22,7 auf –114,3 Mio. Kronen. Der Umsatz schrumpfte von 766,3 auf 654,6 Mio. Kronen. Im Gesamtjahr erwartet das Management auf EBIT-Basis 150 bis 200 Mio. Kronen Verlust. 03

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Zitat der Woche

„Zypern ist keine Blaupause.“ Mario Draghi, der Chef der Europäischen Zentralbank, versucht damit, die nervösen Märkte zu beruhigen. Eine Enteignung über Kapitalschnitte bei Bankeinlagen müsse die absolute Ausnahme bleiben.

Zahl der Woche

130.000 130.000 Personen aus mehr als 170 Ländern sind auf den Dokumenten verzeichnet, die in dieser Woche aus den Steueroasen der Welt enthüllt worden sind. Das Projekt „Offshore Leaks“ ist die größte Verletzung des Bankgeheimnisses in der Menschheitsgeschichte.

TER MINE DER WOCHE 10.04. 08:45 FR Industrieproduktion Februar 10.04. 10:00 Italien Industrieproduktion Februar 10.04. 20:00 USA Fed (FOMC), Sitzungsprotokoll vom 19./20. März 11.04. - EU EcoFin, Informeller Rat der Finanz­ minister (bis 12.4.) 12.04. 11:00 EU Industrieproduktion Februar 12.04. 13:30 USA Einzelhandels­ umsätze März 12.04. 14:55 USA Verbraucherstimmung Uni ­Michigan (1. Umfrage) April


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Markt im Fokus

Japan:

Kuro das Experiment Nicht lange fackeln, lautet das Motto des neuen japanischen Notenbankchefs. In den vergangenen Wochen bereits mehrmals vollmundig angekündigt, lässt Haruhiko Kuroda nun Taten folgen. Auf der jüngsten ersten Sitzung der Bank of Japan (BoJ) unter seiner Führung läutete er eine „neue Phase der monetären Lockerung“ ein. Die japanische Notenbank hat nun ihr Ziel, für Geldwertstabilität zu sorgen, auch offiziell ad acta gelegt. Stattdessen gilt nun ein neues geldpolitisches Konzept.

US-Dollar in Yen

Stand: 05.04.2013 (12.15 Uhr)

Indizes Index Dow Jones S&P 500 NASDAQ DAX MDAX TecDAX SDAX EUROSTX 50 Nikkei 225 Hang Seng

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Zentralbanken versuchen gewöhnlich, die Geldmenge indirekt über die Leitzinsen zu steuern. Wenn dieses Mittel auf der Unterseite ausgeschöpft ist und Leitzinsen wie in

Stand: Freitag nach Börsenschluss

05.04.2013 % Vorwoche 52weekHigh % 52week 14565,25 -0,09% 14684,49 +11,52% 1553,28 -1,01% 1573,66 +11,10% 3203,86 -1,95% 3270,30 +4,00% 7658,75 -1,75% 8074,47 +13,04% 12922,90 -3,00% 13586,28 +21,91% 903,49 -3,06% 949,07 +15,59% 5613,37 -1,48% 6075,07 +9,52% 2585,28 -1,48% 2754,80 +8,06% 12833,64 +3,52% 13225,62 +31,39% 21726,90 -2,57% 23944,74 +5,51%

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Japan schon seit Jahren praktisch bei null liegen, greift man direkt ein und kauft mit selbst geschaffenem Geld aus der Druckerpresse Wertpapiere. Auch dieses Instrument nutzt die BoJ schon geraume Zeit, um die Geldversorgung in der japanischen Wirtschaft auszuweiten. Nun geht sie jedoch noch einen Schritt weiter und strebt offiziell eine direkte Ausweitung der Geldmenge an. Kuroda will dabei das Land mit Yen überfluten und bis 2014 die ohnehin gewaltige Zentralbankgeldmenge von 138 (2012) auf 270 Bio. Yen fast verdoppeln. Zum aktuellen Kurs des Euro entspräche dies einem Anstieg von 1,15 auf 2,26 Bio. Euro. Dazu will man jedes Jahr japanische Staatsanleihen und andere Papiere für etwa 60 bis 70 Bio. Yen kaufen. Allein für Anleihen sollen jährlich etwa 50 Bio. Yen ausgegeben werden. Mit der ausgeweiteten Geldmenge will die Notenbank für Inflation sorgen. Ausdrücklich erklärtes Ziel ist es, die seit Jahren um null herumpendelnde offizielle Teuerungsrate bei den Verbraucherpreisen auf rund 2% zu heben. Insgesamt steckt hinter diesem gewagten und risikoreichen geldpolitischen Experiment, dessen Folgen nicht abzuschätzen sind, die Hoffnung, damit endlich die Deflationsspirale zu verlassen, die die japanische Wirtschaft nun schon seit Jahren lähmt. Beim Experimentieren zu hoffen, kann aber auch gewaltig nach hinten losgehen.


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Märkte im Überblick

usa

Deutschland

Vorsicht auch beim MDAX!

Wie gewonnen, so zerronnen

Europa

EZB zunehmend besorgt

Es ist beinahe müßig zu erwähnen, dass der Dow Jones auch jüngst neue Bestwerte markierte. Allerdings zeigt sich abermals, dass irgendwie die Dynamik fehlt. Zudem wurden die Rekordniveaus nicht gehalten. Stattdessen gab er wie auch die anderen US-Indizes zur Vorwoche nach. Für Gesprächsstoff an der Wall Street sorgten etliche Konjunkturdaten. Am Dienstag hoben dabei die stärker als erwartet gestiegenen Auftragseingänge in der Industrie (Februar) die Stimmung. Weniger gut kamen indes die ISM-Indizes für März am Montag und Donnerstag an, da sie beide recht deutlich sanken. Ebenfalls ernüchternd war der ADP-Arbeitsmarktbericht für März, angesichts eines deutlich geringer als erwarteten Job-Zuwachses. Die Vorzeichen für den offiziellen Arbeitsmarktbericht am Freitag waren entsprechend schlecht. Und selbst die schlimmsten Befürchtungen wurden sogar noch übertroffen. Zwar gab es daher vor dem Wochenende Verluste bei den US-Indizes, sie verringerten sich bis Handelsschluss aber etwas. Es stützte die Annahme, dass die US-Notenbank angesichts der schlechten Jobdaten nichts an ihrer Geldpolitik ändern wird. Nächste Woche beginnt dann die US-Berichtssaison für das erste Quartal. Man darf gespannt sein, ob sie die US-Indizes weiter anfeuert oder ob die Ergebnisse und Ausblicke, einerlei ob gut oder schlecht, dann genutzt werden, um Kasse zu machen.

Nach den kräftigen Verlusten in der Vorwoche nutzten die Bullen das verlängerte Osterwochenende offenbar, um sich neu zu motivieren. Entsprechend froh gelaunt startete der deutsche Aktienmarkt in die neue Börsenwoche. Die Indizes legten am Dienstag kräftig zu. Beim DAX wurde dabei eine neue Attacke auf die 8.000er-Marke geritten. Am Mittwoch wollte er daran anknüpfen. Allerdings kam er nur wenige Punkte über das Vortageshoch hinaus und drehte bei 7.953 Zählern wieder nach unten ab und rutschte ins Minus. Die Abgaben an den folgenden Handelstagen sorgten schließlich dafür, dass es am Ende auch zur Vorwoche Verluste gab. Aus charttechnischer Sicht rutschte der Leitindex unter den Aufwärtstrend seit Juni 2012. Es sieht nach einem nachhaltigen Bruch aus, was zumindest für eine fortgesetzte Korrektur sprechen könnte. Als Nächstes könnten nun die Unterstützungen bei 7.600 und 7.479 Zählern in den Fokus rücken und auf ihre Tragfähigkeit abgeklopft werden, wobei Erstere nicht mehr weit entfernt ist. Eine größere Korrektur scheint sich auch beim MDAX anzubahnen. Zwar kletterte er jüngst abermals in neue, noch nie da gewesene Höhen, es setzte jedoch schnell wieder Verkaufsdruck ein. Auch er verzeichnete daher am Ende deutlichere Abgaben zur Vorwoche. Hier gilt daher ebenfalls erhöhte Wachsamkeit, könnte sich doch ein vorläufiges Top formen.

Gute Konjunkturdaten aus den USA mussten als Grund herhalten, um den zumeist sehr positiven Auftakt der europäischen Aktienmärkte in die vergangene, wegen des Feiertags am Montag verkürzte Handelswoche zu erklären. Nach den Aufschlägen am Dienstag ging den Bullen jedoch offenbar schnell das Futter aus. Verluste prägten die folgenden Tage, was dazu führte, dass auch die Wochenperformance am Ende zumeist negativ war. Für Ernüchterung sorgten unter anderem schwache US-Konjunkturdaten, wie der Arbeitsmarktbericht am Freitag. Aber auch aus europäischen Landen geben die makroökonomischen Fakten nicht gerade Anlass zu Jubel. Im Gegenteil. So hat die Arbeitslosigkeit in der Eurozone im Februar erneut traurige Rekorde erreicht. Selbst die Europäische Zentralbank (EZB) beobachtet die konjunkturelle Entwicklung mit wachsender Sorge, wie sie nach ihrer jüngsten Ratssitzung erklärte. Allerdings rechnet sie nach wie vor mit einer allmählichen Erholung im zweiten Halbjahr. Eine schleppende Umsetzung von Reformen und eine möglicherweise schwächere Binnennachfrage hätten jedoch das Potenzial, die Erholung zu verzögern, betonte EZB-Präsident Mario Draghi und versicherte, dass die Notenbank handeln wird, wenn es nötig wird. Er könnte damit die Tür für eine Senkung des Leitzinses aufgemacht haben, der diesmal wie erwartet bei 0,75% belassen wurde.

S&P 500

DAX

EURO STOXX 50

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Stand: 05.04.2013

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Aktie der Woche

E.ON:

Konzernumbau als Hoffnungsträger? Anleger, die seit Jahren in der Aktie des größten deutschen Energieversorgers investiert sind, haben an ihrem Papier sicherlich keine Freude gehabt. Der Kursverlauf ist ernüchternd. Gerade erst im Februar dieses Jahres wurde innerhalb der seit dem Allzeithoch von Januar 2008 auszumachenden Talfahrt ein neues Tief erreicht. Seither hat sich der Preis allerdings ein gutes Stück erholt. Stützt hier vielleicht die Hoffnung auf einen erfolgreichen Konzernumbau? Fundamentale Fakten, um die Kauflaune der Investoren anzuheizen, scheinen bei E.ON derzeit rar. Vielmehr lassen sich Argumente finden, die g e g en E n g a g ement s sprechen. Ein potenziTrotz Risiken könnte die ell abschreckendes ist Annahme einer nachhaltig die Energiewende in erfolgreichen RestruktuDeutschland. Schließrierung spekulative Käufe lich müssen die damit rechtfertigen. einhergehenden Belastungen, die beispielsweise aus der Schließung von Kernkraftwerken resultieren, kompensiert werden. Kein leichtes Unterfangen. Darüber hinaus sorgt das Hickhack um die von der Politik gewollte, von ihr jedoch dilettantisch umgesetzte Energiewende für unklare Rahmenbedingungen und damit für Unsicherheit. Als wenn dies alles nicht schon belastend genug wäre, beeinträchtigt die generell schwache Wirtschaftslage in Europa das Geschäft. So spürte E.ON 2012 in allen Kernmärkten eine deutlich 06

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rückläufige Strom- und Gasnachfrage. Zudem dürften die Bedingungen in Europa laut Vorstand auch mittelfristig schwierig bleiben. Für das Geschäftsjahr 2013 rechnet er daher mit einem Rückgang der Erträge. Trotz dieser tendenziell trüben Faktenlage könnte es jedoch Ansatzpunkte für ein Investment geben. Konzernumbau Dazu gehört der Umbau des Konzerns, der seit einiger Zeit im Gange ist. Das Vorhaben einer breit angelegten Restrukturierung

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ist zwar nicht gerade einfach und auch nicht von heute auf morgen umzusetzen, E.ON stellt sich jedoch den Herausforderungen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist finanzielle Disziplin. Der Vorstand setzt konsequent auf Kostensenkungen und Effizienzverbesserungen in allen Geschäften und Prozessen. Darüber hinaus stellt sich die Gesellschaft darauf ein, dass aus dem laufenden Geschäft weniger Mittel für neue Investitionen erwirtschaftet werden. Die Gelder müssen deshalb effizient eingesetzt werden. E.ON konzentriert sich daher eigenen Angaben zufolge auf besonders attraktive und werthaltige Wachstumsfelder, die den Umbau des Konzerns voranbringen. 2013 sollen konkret gut 6 Mrd. Euro (2012: 7 Mrd. Euro) investiert werden. Dabei geht es vor allem um den Abschluss von einigen wenigen, vor Jahren begonnenen Großprojekten in der Erzeugung und bei Gasspeichern, um den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien und die Aktivitäten außerhalb Europas. Im nächsten Jahr sollen die Investitionen dann weiter auf etwa 4 Mrd. Euro sinken. Ein weiterer Aspekt beim Konzernumbau ist der Verkauf nicht mehr strategischer Beteiligungen. Bis Ende 2012 wurden damit bereits rund 14 Mrd. Euro erlöst. Ursprünglich 15 Mrd. Euro aus derartigen Desinvestitionen angepeilt, rechnet der Vorstand jetzt mit bis zu 20 Mrd. Euro. Zwar gehen mit derartigen Verkäufen auch substanzielle Ergebnisbeiträge verloren, die dadurch frei werdenden Mittel verschaffen dem Konzern jedoch finanziellen Spielraum für die Neuausrichtung. Zukunftsträchtige Geschäfte Die Gelder dienen neben dem Schuldenabbau demnach Investitionen in zukunftsträchtige Geschäfte. Regionale Wachstumschancen sieht der Vorstand vor allem in der Türkei, Brasilien und Russland, die nach und nach erschlossen werden. Während man in Russland schon länger aktiv

ist, machte man 2012 in der Türkei und Brasilien die ersten Schritte. Kurz vor Ostern gab E.ON bekannt, den Anteil am brasilianischen Energieunternehmen MPX

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von 11,7% auf insgesamt 36,1% aufstocken und dafür 800 Mio. Euro ausgeben zu wollen. Aber nicht nur die Erschließung neuer Märkte gehört zum Vorhaben, die

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Grundlage für künftige Ergebnisträger zu legen. In seinen europäischen Kernmärkten setzt der Konzern weiterhin auf den Ausbau von dezentraler Erzeugung und erneuerbaren Energien. Erste Erfolge der in den vergangenen fünf Jahren auf- und ausgebauten neuen Geschäfte sind bereits auszumachen. Sie reichen zwar nicht aus, die schwierige Situation in der klassischen Stromerzeugung in einigen regionalen Märkten auszugleichen, sind aber immerhin ein Anfang. Darauf lässt sich aufbauen. Lichtblick bei den Ergebnissen Ein Lichtblick ist auch die Ergebnisentwicklung 2012, wenngleich dazu einige positive Einmaleffekte beitrugen. Der Umsatz nahm um 17% auf 132,1 Mrd. Euro zu. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 16% auf 10,8 Mrd. Euro. Geholfen haben Verbesserungen im Gashandelsgeschäft, der rückwirkende Ausgleich von Verlusten im Gasgeschäft der Vorjahre, aber auch zusätzliche Erzeugungskapazitäten in Russland sowie erste, nachhaltig positive Effekte des laufenden Effizienzsteigerungsprogramms. Das Ergebnis 2011 war zudem einmalig aufgrund des Kernenergieausstiegs in Deutschland belastet. Nachdem dies im Vorjahr zu einem Steuerverlust von 1,9 Mrd. Euro führte, gelang 2012 mit einem Überschuss von 2,6 Mrd. Euro der Sprung zurück in die schwarzen Zahlen. E.ON ISIN: DE000ENAG999 WKN: ENAG99 Kurs 05.04.13: 14,17 EUR 52-Wochen-Hoch: 19,74 EUR 52-Wochen-Tief: 12,42 EUR Empf. Stop-Loss: 11,80 EUR Unser Anlageurteil: spekulativer Kauf Stand: Freitag nach Börsenschluss

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Das nachhaltige Nachsteuerergebnis, das die Grundlage für Dividendenzahlungen bildet und um Sondereffekte bereinigt ist, verbesserte sich von 2,5 auf 4,2 Mrd. Euro. Für das Geschäftsjahr 2013 geht E.ON von einem bereinigten EBITDA im Bereich von 9,2 bis 9,8 Mrd. Euro aus. Hierbei berücksichtigt sind bereits wegfallende Ergebnisbeiträge durch den Verkauf von weiteren Beteiligungen. Beim nachhaltigen Nachsteuerergebnis werden 2,2 bis 2,6 Mrd. Euro angepeilt.

Fazit Die Rahmenbedingungen waren in der jüngsten Vergangenheit schwierig und dürften wohl auch in nächster Zeit kaum einfacher werden. Der Konzern begegnet den Herausforderungen jedoch mit einem umfassenden Umbau. Schlanker und schneller, internationaler und dezentraler lautet das Credo, mit dem die Grundlage für künftiges nachhaltiges Wachstum geschaffen werden soll. Bei diesen Vorhaben gibt es inzwischen einige strategische und auch operative Fortschritte. Aus fundamentaler Sicht könnte dies trotz der nach wie vor vorhandenen Risiken die Annahme einer nachhaltig erfolgreichen Restrukturierung schüren und damit ein Ansatzpunkt für spekulative Käufe sein. Dazu ein passendes Bild liefert die Charttechnik. Im Februar dieses Jahres wurde zwar die Unterstützung bei 12,50 Euro (Zwischentief September 2011) getestet und minimal unterschritten, sie hielt jedoch letztlich stand. Zudem ist seither ein Aufwärtsimpuls auszumachen. Eventuell hat sich damit ein Boden formiert. Sollte daher nun die kleine Hürde bei 14,54 Euro geknackt werden, könnten auch charttechnisch motivierte spekulative Käufe infrage kommen.

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Deutschlands USP – ­die Industrie

In keinem anderen hoch entwickelten Land hat die Industrie eine solche Bedeutung wie in Deutschland. Lange Zeit galt dies als rückständig. Mittlerweile als vorbildlich. Das wird auch an den Börsen honoriert. In der Rangfolge der größten Industrieunternehmen gibt es aber auch Überraschungen. Nicht nur die ganz Großen sind einen Blick wert. Deutschland ist eine der wichtigsten Industrienationen der Welt. Für ein hoch entwickeltes Land ist das untypisch. Tatsächlich ist die Bedeutung des verarbeitenden Gewerbes in den vergangenen Jahren hierzulande sogar wieder gestiegen. Gegen den Trend Der Anteil der Industrie ist so hoch wie seit Jahren nicht mehr: Wie das Statistische Bundesamt kürzlich mitteilte, kletterte dieser 2011 auf 26,2%. „Der Mittelwert für die Jahre 2000 bis 2010 von 25,1% wird damit deutlich übertroffen“, heißt es dazu aus dem Ministerium. Einen höheren Industrieanteil gab es zuletzt 2007 mit 26,4%. Seit dem krisenbedingten Einbruch auf 23,3% im Jahr 2009 – dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung – konnte sich die Industrie also deutlich erholen. Die Schere zwischen Deutschland und den anderen führenden westlichen Volkswirtschaften öffnet sich damit immer weiter: So kommt Frankreich auf einen Anteil von 12,6%, Großbritannien auf 16,5%, Italien auf 18,6% und Spanien auf 16,9%. Im EU-Durchschnitt liegt dieser Wert bei 19,5%. Doch wie lässt sich dieser Erfolg erklären? 09

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1.000 deutsche Weltmarktführer Ob Auto- oder Chemieindustrie, Maschinen- oder Anlagebau: Die Deutsche Industrie nimmt in vielen Bereichen eine internationale Spitzenposition ein. Eine der größten Stärken ist dabei der gesunde Mix aus Konzernen von Weltrang und mittelständischen Spezialisten. Die Vielzahl von Mittelständlern, die sich in bestimmten Bereichen zu Weltmarktführern entwickelt haben, ist ein deutsches Phänomen. So identifizierte eine aktuelle Studie, die das „manager magazin“ gemeinsam mit dem Unternehmensberater Bernd Venohr durchführte, 1.000 deutsche Weltmarktführer. Davon sind fast 90% Industriebetriebe. Weil diese hoch spezialisierten Unternehmen besonders wettbewerbsfähig sind, kommen sie in der globalisierten Welt besonders gut zurecht: „Dort


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sind genau die Investitionsgüter gefragt, die zu unseren Exportschlagern gehören: also Maschinen, Elektronik und Fahrzeuge“, so DekaBank-Ökonom Andreas Scheuerle in einem Interview. In den genannten Branchen gehen deutlich mehr als die Hälfte des Umsatzes in den Export! Das heißt, der größte Teil des Umsatzes wird außerhalb Deutschlands erwirtschaftet, sichert aber Arbeitsplätze im Inland. Die Mischung macht’s Das verarbeitende Gewerbe beschäftigte im Jahr 2012 in rund 22.000 Unternehmen gut 5,2 Mio. Mitarbeiter und erzielte dabei einen Umsatz von mehr als 1,6 Bio. Euro. Damit ist die Zahl der Arbeitsplätze in der Industrie 2012 gegenüber dem Vorjahr um 2,4% gestiegen. Das ist insbesondere deshalb bemerkenswert, weil die Zahl der Beschäftigten während der vorausgegangenen Krise nur vergleichsweise moderat zurückgegangen war. „Das deutsche Modell wurde lange Zeit belächelt“, so Scheuerle weiter. „Inzwischen gilt es als Vorbild. Auch andere Länder streben eine Re-Industrialisierung an.“ Entgegen der weitverbreiteten Meinung wird die deutsche Industrie also nicht von Großkonzernen dominiert. Vielmehr zeichnet sie sich durch eine gute Mischung aus international agierenden Konzernen und mittelständischen Unternehmen aus. Wachsende Bedeutung auch an den Börsen Die Hidden Champions aus dem Mittelstand sind für kapitalstarke Konzerne aus dem Ausland eine begehrte Beute. So verleibte sich der chinesische Baumaschinenkonzern Sany Heavy Industries beispielsweise im letzten Jahr den Betonpumpenspezialisten Putzmeister ein und der chinesische Maschinenbauer XCMG erwarb die Mehrheit am Baumaschinenhersteller Schwing. Größe bietet also auch einen gewissen Schutz. Im internationalen Vergleich brachten jedoch auch viele DAX-Werte vergleichsweise wenig auf die Waage. Doch 10

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gerade deren Entwicklung wird natürlich mit besonderem Interesse begleitet. Die Übernahme des größten deutschen Bauunternehmens Hochtief durch den spanischen Konkurrenten ACS ist dafür nur das jüngste Beispiel. Der Erfolg der deutschen

Unternehmen wird aber mittlerweile auch an den Börsen stärker honoriert. Wie aus einer im Dezember 2012 veröffentlichten Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young hervorgeht, gewinnen deutsche Konzerne international an Gewicht: Im vergangenen

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Jahr kamen fünf heimische Unternehmen unter die Top 100. Eines mehr als im Vorjahr. Wertvollstes deutsches Unternehmen ist demnach Volkswagen, gefolgt von SAP und Siemens. Die größten deutschen Industrieunternehmen Die Rangliste der größten Industrieunternehmen des Landes (nach Umsatz) hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Lange Jahre war der Daimler-Konzern das größte deutsche Unternehmen und Siemens stets unter den Top 3. Im Jahr 2012 rangiert jedoch Volkswagen mit einem Umsatz von 192,6 Mrd. Euro mit großem Abstand auf Platz 1. Dahinter folgt E.ON mit 132,0 Mrd. Euro, erst auf Platz 3 Daimler mit 114,3 Mrd. Euro, auf Platz 4 der Chemieriese BASF mit 78,7 Mrd. Euro und erst auf Platz 5 Siemens mit 78,3 Mrd. Euro. Selbst die Top 5 sind für den Münchener Konzern jedoch in Gefahr. Mit einem Umsatz von 76,8 Mrd. Euro ist der ehrgeizige Premium-Autohersteller BMW gefährlich nahe aufgerückt. Die Plätze 7 bis 10 gehen an RWE (53,2 Mrd. Euro), BP Europa (54,3 Mrd. Euro), Robert Bosch (52,3 Mrd. Euro) und Audi (48,7 Mrd. Euro). Der Erfolg der deutschen Autohersteller kommt in dieser Rangliste besonders gut zum Ausdruck. Die Umsatzzuwächse der Hersteller sind für die Konkurrenten unerreichbar. Mittelstand stiehlt Konzernen die Show Doch wer nur auf die Autoindustrie gesetzt hat, wurde in den vergangenen zwölf Monaten enttäuscht: Der FAZ-Index für den Sektor Auto und Zulieferer kam in diesem Zeitraum nur um gut 7% voran – der Zug war bereits vorher abgefahren. Der DAX lieferte im gleichen Zeitraum mit +15% eine mehr als doppelt so hohe Performance ab. Noch besser konnten sich jedoch die Nebenwerte entwickeln. Und das ist kein Zufall. Im MDAX und SDAX gibt es zahlreiche Industrieperlen, die auf ihrem jeweiligen Gebiet international eine Spitzenposition einnehmen. An Beispielen für diese Spezies mangelt es nicht: Dürr, Bauer, Jungheinrich, Schuler oder Brenntag, um nur einige Namen zu nennen. Trotz ihres Wachstums konnten sich viele von ihnen eine schlanke, mittelständisch geprägte Firmenkultur bewahren, die sie beweglich und flexibel macht. Eigenschaften, die sich gerade in wirtschaftlich schwierigen Phasen auszahlen. Nebenwerte zeigen den Großen die Rücklichter Dennoch greifen Anleger in vielen Fällen ausschließlich zu Produkten, die sich ausschließlich auf den DAX beziehen. Ein teurer Fehler. Auf Sicht der letzten drei Jahre haben nämlich SDAX (+44,5%) und 11

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insbesondere der MDAX (+57,6%) deutlich besser abgeschnitten als der deutsche Leitindex (+25%). Neben entsprechenden IndexZertifikaten, beispielsweise auf den MDAX von HSBC Trinkaus (WKN: 741907) oder den SDAX von der Deutschen Bank (WKN: DB0SDX), können sich Anleger den Mittelstand auch über ETFs bequem ins Depot holen. Eine interessante Option stellt aufgrund seiner Breite der FAZ-Index dar. Mit diesem Index decken Anleger neben den DAX-Werten auch gleich die zweite Reihe mit ab. Ganz einfach gelingt dies seit 2011 mit einem ETF (WKN: ETF006).

Fazit Zwar befinden sich gerade in MDAX und SDAX besonders viele Industrieperlen, die angesichts ihres wirtschaftlichen Erfolges keineswegs überteuert sind, jedoch dürften zahlreiche DAX-Werte nun mehr Aufwärtspotenzial besitzen. Unter anderem die Versorger erscheinen auf dem aktuellen Niveau interessant. Dazu kommt, dass gerade die 1. Liga von einer Umschichtung in Aktien durch international tätige Investoren profitieren könnte. Weil Sektorindizes angesichts des immanenten Cluster-Risikos nur eingeschränkt zu empfehlen sind, dürfte der DAX für Anleger daher in Zukunft erste Wahl sein.

Ausblick auf das nächste Spezial Ausgabe 15 (14.04.2013) Invest 2013


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Unternehmen der Woche

Agile Unterhaltungselektronik ­ trotzt mit durchdachten Konzepten ­ der Massenproduktion

Unterhaltungselektronik „Made in Germany“ ist nach dem Untergang von einstigen Größen wie Grundig fast ausschließlich Spezialherstellern vorbehalten. Die meisten Firmen haben sich auf bestimmte Produktgruppen wie Lautsprecher, Verstärker oder Plattenspieler konzentriert. Doch es geht auch anders: Der nordhessische Hersteller Audio Agile tritt mit gleich mehreren kompletten Produktlinien an und braucht sich mit seiner Produktvielfalt nicht hinter den großen Anbietern zu verstecken.

Die erst 1988 gegründete Firma nahm ihren Anfang im kleinen Ort Amönau.

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Dabei zielt das Unternehmen keineswegs nur auf betuchte Musikfreunde. Mit der Linie „Konzept Pace“ gibt es bereits für überschaubares Geld eine Einsteigerlinie, die preislich mit höherwertigen Geräten aus Fernost ohne Weiteres mithalten kann. Dabei bietet Agile hier sogar die Wahl zwischen unterschiedlichen Stand- und Regallautsprechern und einen Music Streamer, der über eine Netzwerkverbindung eine Vielzahl digitaler Musikformate übertragen kann und Musikhören in mehreren Räumen eines Hauses erlaubt. Dabei braucht der Einsteiger, der später einmal zum Aufsteiger werden will, seine Geräte nicht austauschen. Dank eines cleveren Upgrade-Konzepts können die Komponenten auf die nächsthöhere Stufe aufgerüstet werden. Das ist auch optisch kein Problem, denn die Elektronik ist in ein unaufgeregt-sachliches und doch elegantes Design verpackt, das bereits Auszeichnungen wie den „reddot design award“ erhalten hat. Aber auch innerhalb der einzelnen Linien ist Tuning möglich. So können die Lautsprecher statt nur mit einem gleich mit mehreren Verstärkern angetrieben werden, was den Klang nochmals verbessert. Eigene Geräte zur Stromversorgung können die Leistungsreserven erhöhen, um so das Klangbild stabiler und dynamischer zu machen. Das Spitzensystem „Verve“ setzt diesem Konzept mit externen Lautsprechern für die Bässe, sogenannten Subwoofern, separaten Digital-Analog-Wandlern und getrennten Vor- und Endverstärkern die Krone auf. Doch damit nicht genug. Um die Musikwiedergabe nicht durch Störimpulse, wie sie durch industrielle Verbraucher, Computer, Kühlschränke oder die Nutzung von Stromleitungen zur Übertragung von Daten verursacht werden, zu beeinträchtigen, bietet Audio Agile Netzfilter an, die außerdem vor Überspannungsschäden schützen. Selbst einer scheinbar nebensächlichen Komponente wie der Netzleiste hat sich die Firma angenommen. Überdimensionierte Kabel und üppige Innenverdrahtungen aus Kupfer sorgen in den aus

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schwerem Stahlblech gefertigten Stromverteilern, die so gar nichts mit den Kunststoffleisten aus Elektronikmärkten zu tun haben, für ungehinderten Stromfluss. Sogar für die Möbel, in denen die Geräte untergebracht werden, hat Agile eine Lösung parat. Spezielle Konsolen und Lowboards erlauben eine optimale Unterbringung und Entkoppelung der Geräte von Erschütterungen, wie sie schwingende Böden hervorbringen. Die erst 1988 gegründete Firma nahm ihren Anfang im kleinen Ort Amönau in der Nähe von Marburg, der auch heute Sitze von Agile ist. Gründer Björn Langlie baute hier einen alten Bauernhof zum Firmensitz aus und nutze die wenig entfernt liegenden Räumlichkeiten einer ehemaligen Schreinerei. Mit einer Mischung aus Messtechnik und Tüfteln nach dem eigenen Gehör versucht Entwickler Langlie, der auch für das Design der Komponenten verantwortlich zeichnet, das klangliche Optimum aus den Geräten zu holen. Denn selbst kleinste messtechnische Abweichungen, die scheinbar keine Rolle mehr spielen, können vom menschlichen Gehör wahrgenommen werden und erfordern daher sorgfältigste Auswahl der Bauteile. Dabei setzt die Firma konsequent auf Handarbeit und beweist damit, dass man mit „Made in Germany“ trotz höherer Lohnkosten Erfolg gegen die scheinbar übermächtige fernöstliche Konkurrenz haben kann.


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Monsanto

Blackberry

Prognose erneut ­erhöht

Gewinn dank ­Steuererstattung

Im zweiten Geschäftsquartal (Ende: 28. Februar) steigerte der US-Agrarkonzern Monsanto (WKN: 578919) den Überschuss von 1,21 auf 1,48 Mrd. US-Dollar. Je Aktie legte der Gewinn von 2,24 auf 2,74 US-Dollar zu, vor Sonderposten von 2,28 auf 2,73 US-Dollar. Experten hatten 2,56 US-Dollar je Aktie erwartet. Der Vorsteuergewinn zog von 1,74 auf 2,08 Mrd. US-Dollar an, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 1,78 auf 2,10 Mrd. US-Dollar. Im Vergleich zur Vorjahresperiode kletterte der Umsatz von 4,75 auf 5,47 Mrd. US-Dollar. Prognose: 5,3 Mrd. US-Dollar. Die Herstellungskosten erhöhten sich von 2,04 auf 2,40 Mrd. US-Dollar, die Ausgaben für Vertrieb und Verwaltung von 543 auf 598 Mio. US-Dollar. Der mit Saatgut erzielte Umsatz stieg von 3,92 auf 4,35 Mrd. US-Dollar, das EBIT von 1,70 auf 1,84 Mrd. US-Dollar. Mit Pflanzenschutzmitteln setzte Monsanto 1,13 Mrd. US-Dollar um – nach 824 Mio. USDollar im zweiten Quartal 2011/12. Das EBIT legte von 82 auf 256 Mio. US-Dollar zu. Im Gesamtjahr sollen 4,42 bis 4,52 US-Dollar je Aktie, vor Sonderposten 4,40 bis 4,50 US-Dollar verdient werden. Zuvor waren 4,31 bis 4,41 US-Dollar, vor Sonderposten 4,30 bis 4,40 USDollar in Aussicht gestellt worden. Ursprünglich hatte das Management je Aktie 4,18 bis 4,32 US-Dollar Gewinn prognostiziert.

Dank einer Steuererstattung von 112 Mio. US-Dollar verdiente der kanadische Smartphone-Pionier Blackberry (WKN: 909607) im vierten Geschäftsquartal (Ende: 2. März) 98 Mio. US-Dollar. In der entsprechenden Vorjahresperiode waren 125 Mio. USDollar verloren gegangen. Das Ergebnis je Aktie stieg von –0,24 auf +0,19 US-Dollar, vor Sonderposten erreichte der Gewinn 0,22 US-Dollar je Aktie. Vor Steuern schrumpfte der Verlust von 130 auf 18 Mio. US-Dollar, das operative Minus von 135 auf 12 Mio. US-Dollar. Der Umsatz brach von 4,18 auf 2,68 Mrd. US-Dollar ein. Prozentual stärker sanken die Herstellungskosten – von 2,78 auf 1,60 Mrd. US-Dollar. Die Bruttomarge stieg von 33,5% auf 40,1%. Analysten hatten 2,8 Mrd. US-Dollar Umsatz und 0,30 US-Dollar Verlust je Aktie prognostiziert. Insgesamt setzte Blackberry 6 Mio. Smartphones ab, darunter 1 Mio. Geräte des neuen Hoffnungsträgers Z10. Zudem fanden rund 370.000 Tablet-Computer (PlayBook) neue Eigentümer. In den vergangenen zwölf Monaten gingen 646 Mio. US-Dollar beziehungsweise 1,23 Dollar je Aktie verloren. Im Jahr zuvor hatten die Kanadier 1,16 Mrd. US-Dollar beziehungsweise 2,22 Dollar je Aktie verdient. Der Umsatz sackte von 18,42 auf 11,07 Mrd. Dollar ab.

Unternehmenstermine

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Datum 08.04.2013 08.04.2013 10.04.2013 10.04.2013 11.04.2013 11.04.2013 12.04.2013 12.04.2013

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Uhrzeit 22:04 - 10:00 07:30 - - - 13:00

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Name Alcoa Inc. Barry Callebaut AG Daimler AG Gerresheimer AG Roche Holding SinnerSchrader AG EADS J.P. Morgan Chase & Co.

Ereignis Ergebnisbericht Q1 2013 Halbjahresbericht 2012/13 Hauptversammlung Ergebnisbericht Q1 2013 Ergebnisbericht Q1 2013 Halbjahresbericht 2012/13 Ergebnisbericht 2012 Ergebnisbericht Q1 2013

Die Schuldenkrise ist nur aufgeschoben, nicht aufgehoben. Diesmal geht es um mehr als eine Wirtschaftsschwäche. In Wahrheit droht Europa ein Schlag von historischer Dimension. Denn – so mahnt Wolfram Weimer – wir leiden nicht nur an einer finanziellen, sondern auch an einer kulturellen Schuldenkrise. Das Abendland geht seinem Sonnenuntergang entgegen. Seine Werte, seine Religion, seine Tradition werden ausverkauft. Weimer bringt den gefühlten Kulturpessimismus unserer Zeit auf den Punkt. Er analysiert, dass der akuten Krise ein langfristiger Substanzverlust zugrunde liegt. Und er warnt davor, dass wir wie vor 100 Jahren wieder an einem Abgrund stehen. Dieses Buch entschlüsselt das neue Titanic-Syndrom vom drohenden Untergang. Es ist eine wuchtige Fundamentalkritik: Lustvoll, intelligent, polemisch. € 10,00 (D) / ISBN 978-3-579-06655-4

www.gtvh.de GÜTERSLOHER VERLAGSHAUS


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M&G Global Basics:

Neue Titel, neuer Schwung Graham French zählte lange Jahre zu den erfolgreichsten Fondsmanagern. Sein über 6 Mrd. Euro schwerer M&G Global Basics erzielte auf Sicht von zehn Jahren 254%. Im vergangenen Jahr aber lief es schlecht. Der Fonds blieb weit hinter der Benchmark zurück. Vor allem das Engagement in Minenwerten schadete der Performance. Nun hat French den Fonds neu justiert und hofft, wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden. Sein dem Jahr 2000 ist Graham French für den M&G Global Basics verantwortlich. Das Anlagekonzept hat der Brite selbst entwickelt: Das Portfolio besteht aus Unternehmen, die all die Produkte herstellen, die Menschen im weitesten Sinne zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse benötigen. Oder wie French es sagt: „Ich investiere in alles, was man essen, trinken, rauchen, tragen, bewohnen oder fahren kann.“ Neben den Herstellern von Nahrungsmitteln kann der Fonds sich auch bei Stahlproduzenten, Flugzeugbauern, Autoherstellern, Immobilienunternehmen, Kosmetikkonzernen und Minenwerten engagieren. Verzicht auf Finanzwerte Das Konzept hat viele Vorteile. Die von French nach gründlicher Analyse ausgesuchten Unternehmen sind in der Lage, auch in konjunkturell schwierigen Zeiten Gewinne zu erzielen. Sie werden daher von Anlegern als sicherer Hafen geschätzt. Vor allem aber profitieren sie von der Nachfrage aus China und anderen Schwellenländern. Als positiv für die Wertentwicklung wirkte sich auch der Verzicht des Managers auf Bankwerte aus. Er fühle sich nicht in der Lage, deren Bilanzen zu verstehen, begründete French die Abstinenz. Sie sorgte dafür, dass der Fonds speziell 2008 weniger als die Konkurrenz unter den Folgen der Finanzkrise litt. Die zunächst erzielten Erfolge, die der Fonds nicht zuletzt auch seiner langfristig ausgerichteten Anlagestrategie verdankt, machten das Produkt zum Absatzschlager. Über 6 Mrd. Euro steckten Anleger in M&G Global Basics. Ihnen gefiel zudem die Tatsache, dass der Fonds keine Short-Positionen einnahm und auch Derivate nicht einsetzte. Für die Investoren gewann der Fonds so deutlich an Transparenz. Goldminen glänzten nicht Doch das Festhalten an Titeln, auch wenn die Kurse deutlich sinken, erwies sich speziell im vergangenen Jahr als die falsche Maßnahme. Speziell die Kurse der Edelmetallförderer waren in den Keller gegangen, nachdem der Goldpreis nachgegeben hatte und etliche Minen in Südafrika bestreikt wurden. Auch mit der britischen Sicherheitsfirma 14

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G4S, sie zählte 2012 zu den Top-Holdings, hatte French kein Glück. Der Aktienkurs des Unternehmens rutschte um 17% nach unten, als es dem Management nicht wie angekündigt gelungen war, für die in London stattfindenden olympischen Sommerspiele zusätzliches Personal einzustellen. Bierhersteller sorgt für Performance Vor Kurzem hat sich French für die schlechte Wertentwicklung von nur 2% im vergangenen Jahr bei den Anlegern entschuldigt. Er reduzierte die Gewichtungen von Rohstoffunternehmen deutlich. Sie sind im Portfolio nur noch mit rund 15% vertreten. Rund 34% der Mittel stecken dagegen nun in der Verbrauchsgüterbranche. Zu den TopTiteln aus dem Sektor zählen neben Unilever auch Kirin Brewery. Eine gute Entscheidung. Der Kurs des japanischen Bierherstellers zog in den vergangenen Wochen deutlich an. Chancen sieht der Manager auch bei Symrise. Das deutsche Unternehmen stellt Duft und Geschmacksstoffe her. Auch damit liegt French bislang richtig. Der Titel verbesserte sich seit Jahresanfang um 12%.

Fazit: Die Neujustierung des Fonds zeigt erste Erfolge. Seit Jahresanfang erzielte der Manager bislang immerhin ein Plus von deutlich über 3%. Die Investment-Idee ist grundsätzlich vielversprechend. Allerdings ist der Ausgabeaufschlag mit 5,25% sehr hoch.

M&G Global Basics ISIN: GB0030932676 Fondsvolumen: 6,1 Mrd. Euro Fondswährung: Euro Auflagedatum: 17.11.2000 Management-Gebühr: 1,75% Gesamtkostenquote: 1,92%


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Swiss & Global

Inflationsgeschützte EM-Bonds sind günstig In den kommenden zwei bis drei Jahren werden sich inflationsgeschützte Anleihen aus den Emerging Markets zu einem der interessantesten Anlageinstrumente für Bond-Investoren entwickeln. Zu dieser Einschätzung kommt die Schweizer Fondsgesellschaft Swiss & Global. „Bei vielen Schwellenländeranleihen ist der Schutz vor Inflation langfristig günstig zu haben – für Anleger ist deshalb der Einstiegszeitpunkt günstig“, sagt Enzo Puntillo, Fondsmanager des JB Total Return Bond Fund (ISIN: LU0012197827).Wie günstig die Papiere derzeit zu haben sind, zeigen zum Beispiel inflationsgeschützte türkische Anleihen: Sie

preisten laut Puntillo noch nicht einmal die Konsensschätzung für die erwartete Inflation ein. In der taktischen Asset-Allokation fokussiert sich der Fonds auf Papiere aus Ländern wie Chile, Brasilien, Israel und Neuseeland. Anders fällt die Bewertung des Fixed-Income-Experten bei asiatischen Anleihen aus. Die Papiere seien wegen ihrer geringen Verzinsung derzeit nicht attraktiv. Der Fondsmanager hält deshalb Short-Positionen im Marktsegment asiatischer Anleihen. Auch bei US-Anleihen und Bonds aus Schweden setzt er auf fallende Kurse.

Fidelity

Arbeitsmarktreform beflügelt Spaniens Aktien Firmino Morgado, Fondsmanager des Fidelity Iberia Fund (ISIN: LU0048581077), glaubt, dass spanische Aktien in diesem Jahr die Börsen der europäischen Kernländer schlagen werden. Seiner Ansicht nach erfüllt Spanien die Voraussetzungen für anhaltendes Wachstum. Dank der Arbeitsmarktreformen könne das Land seine in den vergangenen zehn Jahren verlorene Wettbewerbsfähigkeit langsam wiederherstellen. Zudem gehörten spanische Unternehmen zu den globalsten in Europa: So entfallen über die Hälfte des Umsatzes der im Leitindex IBEX notierten Firmen auf das Ausland. Spanische Exporte liegen heute 20% über ihrem Spitzenwert des

Jahres 2008. Dabei haben die Exporte in Länder außerhalb der EU zuletzt sehr stark zugenommen. Infolge dieser positiven Entwicklungen böten sich laut Morgado aktuell ausgezeichnete Kaufgelegenheiten am Markt. Insbesondere spanische Nebenwerte und die von internationalen Investoren gemiedenen Finanzwerte dürften sich erfreulich entwickeln, wie zum Banco Santander, Caixabank und Banco Popular Espanol. Auch Grifols, ein multinationales Pharma- und Chemieunternehmen aus Spanien, ist für Morgado ein Kauf. Chancen sieht der Manager auch beim Telekomunternehmen Telefonica.

Source For Alpha

Computer wählt die Titel Der unabhängige Investment-Manager Source For Alpha AG hat zusammen mit der KAS Investment Servicing als Kapitalanlagegesellschaft und UBS Deutschland als Depotbank den S4A EU Pure Equity (ISIN: DE000A1JUW44) aufgelegt. Der Aktienfonds investiert anhand eines selbst entwickelten quantitativen Modells in Standard- und Nebenwerte, die auf Euro lauten, und strebt eine nachhaltige Überrendite gegenüber dem EURO STOX X Net Return EUR Index an. Das Anlageuniversum umfasst alle liquiden Aktien der Eurozone. Aus diesen stellen die Fondsmanager ein Portfolio von rund 150 Aktien zusammen, die sie gleich 15

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gewichten. Die Computeranalyse berücksichtigt Faktoren wie die Bewertung, Profitabilität und das Insolvenzrisiko von Unternehmen. Zum anderen fließen Ereignisse wie Akquisitionen, Übernahmen und Kapitalerhöhungen ein. Anhand dieser Kriterien filtert das Modell unattraktive Aktien heraus und nimmt die chancenreichsten Titel ins Portfolio auf. Die Strategie des S4A EU Pure gleicht der des US-Aktienfonds S4A US Long UI. Dieser erzielte auf Sicht der vergangenen sechs Monate (Stichtag 27. März) ein Plus von gut 19%, während der US-Leitindex S&P 500 lediglich knapp 9% erreichte.


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Hugo-Boss-CappedBonus-Zertifikat –

renditestarkes Accessoire fürs Depot Vor allem aufgrund des Ausbaus des konzerneigenen Einzelhandelsgeschäfts und der Expansion in Russland dürfte Hugo Boss auch in den kommenden Jahren auf Wachstumskurs bleiben. Die Aktie des Modekonzerns ist jedoch kein Schnäppchen, weswegen vorsichtige Anleger ein darauf basierendes Bonuspapier ordern sollten. Für Hugo Boss war 2012 das beste Jahr in der Unternehmensgeschichte: Der weltweit aktive Konzern steigerte den Umsatz um 14% auf ein Rekordniveau von 2,35 Mrd. Euro. Das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA kletterte um rund 13% auf einen Rekordwert von 529,3 Mio. Euro. Der Gewinn je Aktie erhöhte sich von 4,12 auf 4,45 Euro. Des Weiteren überzeugt das Modeunternehmen mit einem positiven Ausblick. Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs erwartet im laufenden Jahr ein Umsatz- und Ergebniswachstum im hohen einstelligen Prozentbereich. Einzelhandelsgeschäft wird ausgebaut Auch bezüglich der langfristigen Geschäftsentwicklung ist Lahrs optimistisch. Er geht davon aus, dass Hugo Boss 2015 bei einem Umsatz von 3 Mrd. Euro ein EBITDA vor Sondereffekten von 750 Mio. Euro erzielen wird. Diese Planzahlen sind nicht aus der Luft gegriffen, denn der Konzern will sein margenstarkes Einzelhandelsgeschäft ausbauen. Allein in diesem Jahr wird Hugo Boss etwa 50 Filialen in guten Lagen eröffnen. Ebenfalls zum weiteren Umsatzund Gewinnwachstum beitragen wird die Expansion in Russland. Im Riesenreich ist der Bekleidungshersteller zurzeit fast ausschließlich über Franchise-Partner vertreten. Kernmarke Boss soll luxuriöser werden Ein lukrativer Markt für Hugo Boss ist China. Dort will das Unternehmen in diesem Jahr zahlreiche Maßnahmen zur Stärkung der Wahrnehmung und des Bekanntheitsgrads der Marken umsetzen. Dies ist eine aussichtsreiche Strategie, zumal starke Marken in anderen Ländern bereits ein wichtiger Wettbewerbsvorteil des

Modekonzerns sind. Eine große strategische Bedeutung hat vor allem die im oberen Preissegment angesiedelte Kernmarke Boss, die luxuriöser werden soll. Auf der Agenda steht darüber hinaus die Verbesserung der operativen Effizienz. Bonuspapier mit guten Konditionen Die Strategie des Vorstands überzeugt auf der ganzen Linie. Unabhängig davon ist der Anteilschein des Modekonzerns mit einem 2013er-KGV von 17,2 nicht sonderlich günstig bewertet. Deshalb dürfte der Aktienkurs in den kommenden Monaten in einem Seitwärtstrend hin- und herpendeln. Von einer solchen Entwicklung können Anleger mit einem Capped-Bonus-Zertifikat (WKN: BP79NN) profitieren, das im März 2014 fällig wird. Damit lässt sich eine Bonusrendite von 16,6% (Stand: 05.04.2013) erzielen, sofern die Hugo-Boss-Aktie während der Laufzeit nie auf oder unter der Barriere bei 65,00 Euro notiert. Aktuell kostet der Basiswert 86,44 Euro – der Risikopuffer ist also ziemlich groß. Deshalb eignet sich das vom französischen Bankhaus BNP Paribas emittierte Finanzprodukt für vorsichtige Börsianer.

DAXplus-Seasonal-Strategy-Index-Zertifikat Zertifikattyp Emittent Capped-Bonus BNP Paribas

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Basiswert Hugo Boss

Fälligkeit WKN 27.03.2014 BP79NN


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CREDIT SUISSE

Neuer Memory-Express auf E.ON Noch bis zum 25. April können Zinsjäger einen neuen MemoryExpress auf E.ON (WKN: CS0AQW) zeichnen. Der Ausgabeaufschlag beträgt 1%. Bei einer Laufzeit von maximal drei Jahren bietet die Neuemission der Credit Suisse die Chance auf einen jährlichen Bonus von mindestens 5% des Nennwertes. Zunächst wird zu Beginn der Laufzeit der Schlusskurs der Versorgeraktie als Startwert festgeschrieben. In der Folge legt der Emittent schließlich einmal jährlich die Messlatte an: Schließt der Basiswert an einem dieser Stichtage auf oder über dem Startwert, wird das Zertifikat im Rahmen der Expressfunktion mit 100 Euro plus Bonus zurückgezahlt. Die maßgebliche Barriere für die jährliche Bonuszahlung liegt bei 60% des Startwertes. Schließt E.ON an einem

der jährlichen Beobachtungstage unter seinem Startwert, notiert aber über der Bonus-Barriere, fließt der jährliche Bonus. Notiert E.ON allerdings unter der Bonus-Barriere, fällt die Bonuszahlung zunächst aus, kann aber an einem der folgenden Beobachtungstermine nachgeholt werden, sofern die E.ON-Aktie dann mindestens das Bonus-Niveau erreicht. Bleibt eine vorzeitige Rückzahlung aus, kommt es im Mai 2016 zur Endabrechnung: Hat E.ON bis dahin nicht mehr als 40% an Wert verloren, erhalten Anleger ihren vollständigen Einsatz plus Bonus zurück. Verluste drohen nur, wenn das Papier unter besagter 60%-Schwelle schließt. In diesem Fall werden Inhaber des Zertifikates an der negativen Entwicklung der zugrunde liegenden Aktie beteiligt.

RCB

Österreicher legen Twin-Win-Zertifikat auf Die Raiffeisen Centrobank (RCB) legt Anfang Mai ein neues Europa Twin Win-Zertifikat 2 (WKN: RCE6PS) auf den EURO STOXX 50 auf, das sowohl bei steigenden als auch bei fallenden Kursen Ertragschancen bietet. Auf einen Kapitalschutz müssen Interessenten allerdings verzichten. Zeichner partizipieren hingegen bis zum Ende der Laufzeit im August 2016 ohne Begrenzung an der positiven Wertentwicklung des EURO STOXX 50. Noch besser: Auch bei einer negativen Performance des Kursbarometers winken letztlich positive Renditen. Hierfür darf der Index in den kommenden drei Jahren

jedoch niemals mehr als 40% seines Startwertes einbüßen. Ist diese Voraussetzung erfüllt, wandelt der Emittent zum Laufzeitende eine negative Kursentwicklung von bis zu –40% in einen entsprechenden Gewinn um. Wird besagte 60%-Barriere jedoch berührt oder unterschritten, erfolgt die Rückzahlung im Sommer 2016 entsprechend der Basiswertentwicklung. Interessenten müssen für diese Spekulation mindestens 1.000 Euro in die Hand nehmen und bei der Zeichnung 2% Ausgabeaufschlag einkalkulieren. Jährliche ManagementGebühren fallen nicht an.

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Zertifikategeschäft im März rückläufig Im März 2013 hat die Börse Stuttgart laut Orderbuchstatistik mit verbrieften Derivaten rund 3,3 Mrd. Euro umgesetzt, was einem Minus von rund 9% im Vergleich zum Vormonat entspricht. Bei Anlageprodukten belief sich das Handelsvolumen auf rund 1,9 Mrd. Euro. Hebelprodukte trugen rund 1,4 Mrd. Euro zum Gesamtumsatz bei, teilte der Börsenplatz mit. Abgesehen von Kapitalschutz- und Express-Zertifikaten, deren Volumina gegenüber Februar um 41% respektive 3% zulegten, war das Derivategeschäft durchweg rückläufig. Die rote Laterne hielten im 17

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Monatsvergleich Outperformance-Zertifikate (–37%) und Optionsscheine (–15%). Mit 12% weniger Umsatz erfuhr auch das lange stabile Geschäft mit Aktienanleihen einen weiteren Dämpfer. Bereits im Februar war in diesem Segment ein Minus von 23% im Vergleich zum Vormonat zu beobachten. Anders das Bild bei Exchange Traded Products (ETPs), zu denen Exchange Traded Funds (ETFs) und Exchange Traded Commodities (ETCs) gehören. Mit diesen Produkten setzte Stuttgart im März 35% mehr um als im Vormonat.


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Rohstoff der Woche

Weizen:

Kaltes Wetter treibt Preise

Die bei den Weizenpreisen im März auszumachenden Aufwärtsimpulse waren nur von kurzer Dauer und konnten sich nicht zu einer größeren Erholung entwickeln. Vielleicht gibt es nun aber einen neuen Versuch. Die Weizenpreise knüpften jüngst zunächst an die sinkende Tendenz aus der Vorwoche an und bestätigten damit das übergeordnete abwärtsgerichtete Bild. Der Mai-Future testete dabei nun doch die im März beinahe erreichten Haltezonen von 677 und 665 USCent. Gleich zum Wochenstart fiel er darunter. Es folgte aber eine schnelle Erholung und der Preis hielt sich am Ende darüber. Ähnlich sieht es beim Juli-Future aus. Er rutschte kurz unter die obere seiner beiden Haltezonen bei 670 und 661,25 US-Cent. Sie wurde jedoch schnell zurückerobert. Zudem setzte sich der Preis davon recht dynamisch nach oben ab. Die Bullen scheinen somit in Lauerstellung, was zumindest für die Chance einer erneuten Gegenbewegung spricht. Ob sich dann daraus ein nachhaltiger Aufwärtsimpuls entwickelt, wird sich jedoch zeigen müssen. Nun auf Long-Positionen zu setzen wäre daher sehr spekulativ, würde man doch gegen den vorherrschenden übergeordneten Trend handeln. Das kalte Wetter in den US-Anbaugebieten hatte jüngst einen stützenden Effekt . Die frostigen Temperaturen erhöhen das Risiko von Schäden an dem im Herbst ausgesäten

Winterweizen. Die Bestände sind wegen der schlechten Wetterbedingungen (geringe Niederschläge vor und nach der Aussaat) im Herbst ohnehin im mäßigen Zustand. Zwar hat sich der Anteil der als „exzellent“ und „gut“ bezeichneten Bestände gegenüber November leicht von zusammen 33% auf 34% erhöht, wie aus den jüngsten Daten des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) hervorgeht. Vor einem Jahr waren es aber 58%. Die im Mai und Juni 2013 stattfindende Ernte des Winterweizens könnte daher geringer ausfallen. Wie stark, darüber lässt sich derzeit nur spekulieren. Zwar könnte das Landwirtschaftsministerium in seinem Monatsbericht für April in der nächsten Woche erste Hinweise liefern, konkrete Prognosen für das Wirtschaftsjahr 2013/14 (bis Ende Mai) gibt es aber wohl wie üblich erst im Mai. Weizen-Juli-Future (CMI)

Stand: 05.04.2013

Derivate auf Weizen (Basiswerte: JPMCCI - Wheat und Juli-Future (CME)) Typ Indexzertifikat Hebel-Zert. (long) Put-OS

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WKN VT1FCJ DZ8CR3 SG2R29

Basispreis/Knock-out - 501,44/531,32 US-Cent 800 US-Cent

Laufzeit Hebel open end open end 3,47 21.06.2013 5,97


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Rohstoffe im Überblick Silber – Spot-Preis in US-Dollar

Rohstoffe (Auswahl)

Mit den jüngsten Verlusten näherte sich Silber der unteren Begrenzung der Seitwärtsspanne seit 2011. Ein Test dieser potenziellen Haltezone von etwa 26 US-Dollar scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Spannend ist dann, ob davon ausgehend ein neuer Anstieg startet. Ein nachhaltiger Bruch spräche indes für weiter sinkende Kurse.

Markt Kurs Rohöl WTI Crude NYMEX ($/bbl)

93,01

-4,34%

4,14

+3,04%

Heizöl NYMEX ($c/gal)

292,32

-4,11%

Gold NYMEX ($/Unze)

1578,00

-1,13%

27,30

-3,41%

724,50

-6,21%

Platin Spot ($/Unze)

1537,00

-1,66%

Aluminium Spot ($/t)

1845,00

-1,94%

Blei Spot ($/t)

2018,25

-3,47%

Kupfer Spot ($/t)

7377,00

-1,77%

Nickel Spot ($/t)

15930,00

-3,69%

Zinn Spot ($/t)

22725,00

-1,84%

Zink Spot ($/t)

1851,25

-0,71%

Baumwolle ICE ($c/lb)

86,650

-1,97%

Kaffee "C" ICE ($c/lb)

140,45

+2,89%

2130,00

-1,71%

Mais CBOT ($c/bu)

628,75

-9,57%

Orangensaft gefr. ICE ($c/lb)

146,90

+8,21%

1362,00

-3,04%

699,00

+1,64%

Zucker No.11 ICE ($c/lb)

17,73

+0,62%

Lebendrind CME ($c/lb)

121,55

-2,29%

Mastrind CME ($c/lb)

144,20

-0,60%

79,80

-1,30%

Erdgas NYMEX ($/MMBtU)

Silber Spot ($/Unze) Palladium Spot ($/Unze)

Platin – Spot-Preis in US-Dollar Platin hat mit den jüngsten Verlusten den Aufwärtsimpuls von Beginn dieses Jahres nun fast vollends wieder zunichtegemacht. Der Preis testete zudem die Unterstützung bei 1.508 USDollar. Sie hielt zunächst, was vielleicht zumindest für einen Erholungsimpuls sorgen könnte. Ein nachhaltiger Bruch wäre indes weiter bearish zu werten.

Kakao ICE ($/t)

WTI – Juni-Future (ICE) WTI hatte sich in der Vorwoche der Abwärtstrendlinie (Verbindung der Zwischenhochs von März 2012 und Februar 2013) genähert. Jüngst erfolgte ein Test. Der Preis lugte kurz darüber. Dann setzte jedoch Abwärtsdruck ein und es ging deutlicher abwärts. Damit ist WTI erst einmal am Abwärtstrend gescheitert und teste nun noch mal den Aufwärtstrend.

Gold – Spot-Preis in US-Dollar Gold verlor jüngst deutlich. Der Preis kratzte damit erneut am unteren Ende des abwärtsgerichteten Trendkanals seit Oktober 2012. Zudem näherte er sich weiter der unteren Begrenzung der seit 2011 auszumachenden Seitwärtsspanne an. Sie verläuft bei etwa 1.520 US-Dollar und könnte nun wohl bald auf ihre Haltbarkeit abgeklopft werden.

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% zur Vorwoche

Sojabohnen CBOT ($c/bu) Weizen CBOT ($c/bu)

Schwein mag. CME ($c/lb)

Rohstoff-Indizes (Auswahl) Index Kurs

% zur Vorwoche

NYSE Arca Gold BUGS Index (HUI) 329,60

-7,70%

NYSE Arca Oil & Gas Index

1326,81

-2,35%

134,08

-2,47%

Reuters-Jeffries CRB Futures-Index 288,69

-3,18%

Rogers Int. Commodity Index

-3,67%

DJ AIG Commodity Index

3601,42


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Der Rolls-Royce unter den Fahrrädern Eine Regensburger Fahrradschmiede baut die teuersten und edelsten Elektroräder der Welt. Hollywoodstar ­Orlando Bloom und der amerikanische TV-Moderator Jay Leno sind bereits Kunden bei PG Bikes. Der Fahrradbauer aus der bayerischen Provinz macht Furore mit einer extremen Luxusstrategie. Selbst der kritische Spiegel kommentiert: „Cool wie ein Porsche.“ Ihre Räder kosten bis zu 60.000 Euro. Sie verarbeiten edle Materialien und HightechWerkstoffe aus der Formel 1. Sie definieren das Elektrofahrrad als extremes Luxusgut neu. Sie kommen aus der tiefen bayerischen Provinz und erobern den Weltmarkt. PG Bikes heißt das Unternehmen, das von sich selbst – reichlich selbstbewusst – behauptet: „Die Marke PG steht für Lifestyle, Exzellenz und Nachhaltigkeit.“ Für Lästermäuler sind die High-End-Bikes so etwas wie „Gucci mit Bremsen“ oder „Rolex auf Rädern“. Für Fans gelten sie als ultimative Statussymbole. In der grün-ökologischen Elektrofahrradszene werden sie hingegen kritisch beäugt, weil PG Bikes nun alles andere als asketisch daherkommen, sondern wahrlich Hingucker sind. Unbestritten ist der hohe technische und handwerkliche Standard der exklusiven E-Bikes, Pedelecs und UrbanBikes. Und so beobachtet die Branche nun genau, wie sich die Premium-Bayern im Markt schlagen. Kaufinteressierte können sich ihr Fahrrad mit Hunderten von Farbund Ausstattungsvarianten individuell zusammenstellen. Schließlich will man beim Preis eines Autos auch kein Fahrrad von der Stange. 21

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Weil das Geschäft mit den Premium-Rädern offenbar gut läuft, wagt sich PG Bikes nun sogar ins Autogeschäft. Das zeigt der Sportwagen „PG-Elektrus by Michael Fröhlich“. Natürlich auch eine Unikat-Produktion. Den Regensburgern ist jedenfalls zuzutrauen, dass sie irgendwann auch schnöde Schneebesen mit handgefertigtem Leder überziehen und als E-Eggbeater teuer verkaufen.


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Refugium der Woche

Theodor Fontanes Hide Away Am Werbellinsee vor den Toren Berlin ist ein Traditionshotel neu entstanden, das einst dem Kaiser gehörte und dann für Helmut Schmidt abgerissen wurde. „Es ist ein Märchenplatz, auf dem wir sitzen, denn wir sitzen am Ufer des ‚Werbellin’.“ Theodor Fontane wusste bei seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg die Schönheit des Sees und seiner Umgebung zu schätzen und ließ sich gern dort nieder. Einen der idyllischsten Märchenplätze findet der Besucher heute im Hotel „Café Wildau“ wieder. Das Traditionshaus hat eine der ungewöhnlichsten Geschichten der deutschen Hotellerie. Seinen Ursprung fand das historische Café auf dem ebenso sandigen wie romantischen Grund des Werbellinsees. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts baute man in der Region Wiesenkalk ab und verarbeitete diesen zu Zement. Der Zementfabrikant Bernoulli ließ sich direkt am Ufer des Sees seine Villa errichten. Als die Tonvorkommen versiegten und die Fabrik ihren Betrieb 1894 einstellte, kaufte Kaiser Wilhelm II. die Villa. Sie diente fortan als Gästehaus des nahe gelegenen kaiserlichen Jagdschlosses Hubertusstock.

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Nachdem das Gebäude ab 1918 abermals seine Bestimmung wechselte, erlebte es nach dem Zweiten Weltkrieg seine Blütezeit als Ausflugslokal der Region. Allerdings mit dem Charme der DDR. 1974 ließen die DDR-Behörden das langsam baufällige Haus schließen. Als 1981 der Altbundeskanzler Helmut Schmidt zu Gast auf Schloss Hubertusstock war, fiel das Gebäude dem Abriss zum Opfer und wurde teilweise in den See geschoben. Man wollte dem deutschen Bundeskanzler und der mitgereisten Weltpresse kein Bild von baufälligen Villen im Idyll bieten. Am 1. Juli 2009 feierte das Café Wildau eine spektakuläre Wiedereröffnung. Die Unternehmerin Caren von Hertzberg schuf die Legende neu und baute das „Café Wildau Hotel & Restaurant am Werbellinsee“ mit exklusivem Geschmack völlig neu auf. Entstanden ist ein Hide Away für die Berliner Society, das romantischer kaum sein könnte. Das Haus erfreut sich mittlerweile ähnlich großer Beliebtheit wie zu Fontanes Zeiten. Als Gast findet man hier alles, was man von einem modernen Haus erwartet: ein elegantes Restaurant mit einer gelungenen Auswahl an Fischund Wildspezialitäten und ein exklusives Hotel mit zwölf modern und geschmackvoll eingerichteten Zimmern in schönster landschaftlicher Umgebung. Im Ruheraum der Sauna mit Panoramablick auf den See können die Gäste die Last des Alltags abfallen lassen. W eitere Infos unter: www.cafe-wildau.de

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Bildnachweis: Fotolia Layout: addna, Nürnberg Technik: Marcus Brauer, menthamedia Erscheinungsweise: wöchentlich, jeweils Sonntag Mitarbeiter dieser Ausgabe: Dr. Wolfram Weimer, Christian Ernst Frenko, Miriam Feuerstein, Thomas Uhlig, Margot Habjan, Andreas Fiek, Steffen Droemert, Michael Amtmann, Reinhard Schlieker, Michaela Ellen Lenz, Wolfgang Tenor, Michael Fuchs, Sven Heckle, Jörg Billina, Thorsten Scheck, Martin Münzenmayer, Hans-Joachim Michel Die Charts wurden mit freundlicher Unterstützung von TradeSignal erstellt. Deutsche Bibliothek: ISSN 1610-7446 Auflage: 117.000

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Ausgabe 14/13 (Spezial: Die großen deutschen Industrieunternehmen)  
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