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№ 50 · Sonntag, 16. Dezember 2012

SPEZIAL > Seite 9

Lebensversicherung im Würgegriff Editorial

LIEBE LESER IN NEN U ND LESER, nachdem der DAX in der Vorwoche sein bisheriges 2012erHoch geknackt hatte, erreichte er in der vergangenen zwischenzeitlich ein Niveau wie seit Januar 2008 nicht mehr. Schöne heile Börsenwelt möchte man meinen. Sich davon in Sicherheit wiegen zu lassen könnte jedoch fatal sein. Es handelt sich um ein Luftschloss, das angesichts des Risikos einer jederzeit schnell wieder kippenden Stimmung in Windeseile zerstieben könnte. Denn allen Beschwichtigungen zum Trotz ist das auch in den Aktienkursen enthaltene Wunschdenken, dass die Schuldenkrise schon irgendwie gelöst und die konjunkturelle Entwicklung allenfalls eine kleine Delle verzeichnen wird, fernab jeglicher Realität. Damit befindet man sich

aber in guter schlechter Gesellschaft. Schließlich sieht auch Bundeskanzlerin Angela Merkel dank des Sparkurses erste Erfolge in der Eurokrise. In ihrer Regierungserklärung vor dem EU-Gipfel vergangene Woche erläuterte sie, dass man den Bürgern von Ländern wie Irland, Spanien, Portugal und Griechenland zwar viel abverlange, diese Mühe aber nicht umsonst sei und es erste Anzeichen für eine Überwindung der Krise gebe. Wer’s glaubt … Herzlichst, Ihre Redaktion von BÖRSE am Sonntag


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Schliekers Woche

Voll geliefert Sonntag, 16. Dezember 2012

AKTIEN & MÄRKTE Schliekers Woche. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 Tops und Flops-, Zitat- und Zahl der Woche. . . . . . . . . . . . 3 Markt im Fokus: US-Dollar – Nächste Dosis Weichspüler. . . . . . . . . . . . . 4 Märkte im Überblick: S&P 500, DAX, EURO STOXX 50 . . . . . . .5 Aktie der Woche: Daldrup & Söhne. . . . . 6 SPEZIAL Lebensversicherungen . . . . . . . . . . . . . . . . 9 UNTERNEHMEN Unternehmen der Woche: Kneipp-Werke. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 News: ThyssenKrupp, Inditex. . . . . . . . . . 13 FONDS Fonds der Woche: DWS Invest Chinese Equities. . . . . . . . . . 14 Fonds-News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 ZERTIFIKATE Zertifikate-Idee: Goldaktien-Basket-Zertifikat . . . . . . . . . 18 Zertifikate-News. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 Rohstoffe Rohstoff der Woche: Orangensaft . . . . . . . . 20 Rohstoffanalysen: Zinn, Weizen, Mageres Schwein, Palladium . . . . . . . . . . 21 Lebensart Refugium der Woche: Paradise Hotel & Casino, Busan. . . . . . . . . 22 Kulturkalender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 Coffeetable-Favourites: Escapes – Traumrouten der Alpen. . . . . . 24 Impressum/Disclaimer . . . . . . . . . . . . . . 25

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Wenn das Internet als webbasiertes Servicemodul und die reale Welt zusammentreffen, geht es oft hart zu. Der Kampf der Kulturen findet dauernd statt und in der Logistikbranche mit Reinhard Schlieker ihrer zwangsläufigen, ZDF Wirtschafts­ unvermeidlichen Verkorrespondent bindung zum privaten Kunden (vulgo: Paket­ empfänger) bleibt da oft kein Auge trocken. Zu den vorgefertigten unflexiblen Stanzen im Internet-Angebot der Dienstleister kommen als weiteres Katastrophenelement häufig noch deren Callcenter ins grausame Spiel und dann rast die Maschine und der Kunde tobt. Es geht ja meist nur darum, dass ein Paket vom Absender A zum Empfänger B zu gelangen hat, idealerweise einfach nur inländisch. An dieser Aufgabe scheitert spektakulär aus Sicht Ihres Autors der Versender H. Schwachpunkt scheint die Auswahl einiger Fahrer zu sein, die als Stoi­ ker eine große Karriere vor sich hätten, als flexible Könner eher nicht so. Die Aufgabe, einer vorliegenden Regelung nachzukommen („bei Abwesenheit bitte Sendung hinter dem Haus an die Außentreppe legen“, schriftlich bevollmachtet mit Firma H.), scheint unlösbar. Nach zwei Benachrichtigungen im Briefkasten bleibt man besser einfach zu Hause. Callcenter half nicht, Internet-Kontakt-Formular stürzt ab, löscht allen Text, dann klappt das, aber geht offenbar ins Nirwana. Firma U. hat sich etwas Geniales einfallen lassen: Das System „InfoNotice“. Mächtig stolz und modern mit Großbuchstaben überraschend mitten im Wort, das ist schwer in, überall von „BestKonto“ bis „HallenBad“. Bei U., da kann man eine SMS bekommen, wenn das Paket sich nähert. Super, da stellt man die Lauscher auf und die Klingel laut und passt auf. Nur: Paket wollte um 14.00 oder so wohl kommen, da steht es krakelig auf dem – richtig, dem Benachrichtigungszettel im Briefkasten. SMS kommt aber um 16.00, dann noch öfter mal bis etwa 23.00 abends. „Drücken Sie Ja oder Halt“ steht immer dabei. Muss man erwähnen, dass es völlig egal ist, was man

drückt? Wo ist die „Geh endlich weg“-Taste? Schwamm drüber. Das Callcenter – oder CallCenter – der Firma D. nimmt eine Beschwerde („Warum wurde mein Paket in eine Filiale umgeleitet, wo es doch die Ablagevollmacht gibt? Und warum ist es am folgenden Tag dann doch nicht in der Filiale?“) gnädig entgegen. Man werde was tun. „Wie denn“, frage ich, „ich habe Ihnen doch noch gar nicht meine Daten gegeben?“ „Macht nichts, ich sehe hier Ihre Telefonnummer auf dem Display.“ Nun gut, Nirwana eben: Nie wieder etwas davon gehört. Das Paket stand überraschend am nächsten Tag dann doch vor der Tür. Nun muss man zugeben: Es ist auch nicht ganz einfach. Versandapotheken erlauben nur die persönliche Abgabe einer Sendung, und in dieser Hinsicht verhält sich etwa auch der Lieferservice von Apple wie eine Apotheke. Das gibt zu denken. Die Logistikfirmen G. und F. kommen gut davon, denn die haben kaum einen Marktanteil. Was für ein Glück! Klar, die Fahrer werden schlecht bezahlt, die Callcenter-Leute auch, aber das ist vielleicht ein Zeichen für das Ende der Fahnenstange: Nur billig ist halt echt teuer. Der Kunde würde wohl gern mehr zahlen, wenn er nicht Stunden mit der Organisation des Paketverarbeitens zubringen müsste. Und dann könnte man Leute beschäftigen, die gut arbeiten und dafür ordentlich entlohnt werden. Da gibt es eine riesige Marktlücke: Der von früher bekannte Postzustelldienst, garantiert mit echten Menschen und Kontakt zu einem Mitarbeiter nicht in Irland, sondern in Ihrer Nachbarschaft. Man kann ja, was früher einfach nur normal war, heute modisch „PreMium SerVice“ nennen, meinetwegen. Hauptsache, nichts davon läuft online. Und dann her mit der Logistiker-Aktie!

Was denken Sie über dieses Thema? Schreiben Sie direkt an den Autor, Herrn Reinhard Schlieker unter schlieker@boerse-am-sonntag.de


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Tops und Flops der Woche

tops Nordex: Großauftrag aus Rumänien Nahezu keine Woche vergeht, in der Nordex (WKN: A0D655) nicht mit einem neuen Großauftrag aufwartet: Für einen 80-Megawatt-Windpark in der Region Dobrogea nahe der rumänischen Schwarzmeerküste werden die Norddeutschen im Sommer 2013 32 Turbinen der Baureihe N90/2500 liefern und errichten. Die Windkraftanlagen sollen ab Ende kommenden Jahres Strom liefern. Im Mai 2012 hatte Nordex in Bukarest die Nordex Energy Romania gegründet, um den lokalen Markt zu erschließen. Best Buy: Übernahmespekulation Firmengründer Richard Schulze soll an einer Komplettübernahme des US-Unterhaltungselektronikhändlers Best Buy (WKN: 873629) arbeiten. Spekuliert wird über ein Transaktionsvolumen von 5 bis 6 Mrd. US-Dollar. Nach Informationen des „Star Tribune“ sollen die Investment-Gesellschaften Cerberus, Leonard Greene & Partner und Texas Pacific Group an der Finanzierung beteiligt sein. Bereits im Sommer gab es entsprechende Übernahmegerüchte. Im Gespräch waren damals 8 bis 9 Mrd. US-Dollar beziehungsweise rund 24 US-Dollar je Aktie. Adobe: Erwartungen übertroffen Der für Photoshop und Acrobat Reader bekannte kalifornische Software-Entwickler Adobe Systems (WKN: 871981) steigerte den Überschuss im Schlussquartal von 173,7 auf 222,3 Mio. US-Dollar. Je Aktie legte der Gewinn von 0,35 auf 0,44 US-Dollar zu, vor Sonderposten schrumpfte der Gewinn von 0,67 auf 0,61 US-Dollar. Der Umsatz stagnierte bei 1,15 Mrd. US-Dollar. Analysten waren von 1,1 Mrd. US-Dollar Umsatz sowie vor Sonderposten 0,56 US-Dollar Gewinn je Aktie ausgegangen.

Zitat der Woche

„Die CDU ist zu einer bloßen Machtmaschine verkommen.“ Mit einem klaren Kontrastprogramm zur schwarz-gelben Koalition und jeder Menge Kritik an der Union will Peer Steinbrück für die SPD 2013 das Kanzleramt zurückerobern.

Zahl der Woche

1,9% Die Inflation in Deutschland ist erstmals seit Juli wieder unter die Marke von 2% gesunken. Für November errechnete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden eine Jahresrate von 1,9%.

Flops Puma: Konzernchef muss gehen Nach nur eineinhalb Jahren riss dem französischen Mehrheitsaktionär PPR angesichts schwacher Zahlen offenbar der Geduldsfaden: Franz Koch, Chef des Sportartikelanbieters Puma (WKN: 696960), muss seinen Posten Ende März 2013 räumen. Koch hatte den Chefsessel im Juli 2011 von Vorgänger Jochen Zeitz übernommen. Zeitz schied Ende November aus dem Puma-Verwaltungsrat aus. Zudem werden Finanz- und Personalchef Klaus Bauer, MarketingChef Antonio Bertone und Einkaufschef Rainer Seiz den Konzern verlassen. Texas Instruments: Prognose reduziert Der texanische Chip-Produzent Texas Instruments (WKN: 852654) hat seine Prognose für das laufende vierte Quartal gesenkt: Der Gewinn je Aktie soll statt 0,23 bis 0,31 US-Dollar nur noch 0,05 bis 0,09 US-Dollar erreichen. Darin berücksichtigt sind 0,21 US-Dollar je Aktie, die die angekündigte Umstrukturierung der Mobilchip-Sparte kosten wird. Statt 2,83 bis 3,07 Mrd. US-Dollar werden voraussichtlich 2,89 bis 3,01 Mrd. US-Dollar durch die Bücher fließen. Analysten prognostizieren bisher 0,06 US-Dollar Gewinn je Aktie sowie 2,95 Mrd. US-Dollar Umsatz. Ciena: Verlust ausgeweitet Der US-Netzwerkausrüster Ciena (WKN: A0LDA7) erhöhte den Verlust im vierten Geschäftsquartal aufgrund deutlich gestiegener Kosten von 22,33 auf 38,77 Mio. US-Dollar. Der Fehlbetrag je Aktie stieg von 0,23 auf 0,39 US-Dollar. Vor Sonderposten gingen 0,07 US-Dollar je Aktie verloren. Der operative Verlust weitete sich von 16,30 auf 21,94 Mio. US-Dollar aus. Im Vergleich zur Vorjahresperiode zog der Umsatz von 455,46 auf 465,53 Mio. US-Dollar an. Experten hatten 470 Mio. US-Dollar Umsatz sowie vor Sonderposten 0,06 US-Dollar Verlust je Aktie prognostiziert. 03

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TERMINE DER WOCHE 17.12. 14:30 USA NY Empire State Manufacturing Index Dezember 19.12. 10:00 DE ifo Geschäftsklimaindex Dezember 19.12. 14:30 USA Baubeginne und Baugenehmigungen November 20.12. 14:30 USA BIP Q3/ (dritte Schätzung) 20.12. 16:00 USA Philadelphia Fed Survey Dezember 21.12. 08:10 DE GfK, Konsumklimaindikator Januar 21.12. -

- Großer Verfallstag an den Terminbörsen


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Markt im Fokus

US-Dollar:

Nächste Dosis Weichspüler Schon geraume Zeit ist ein Abwertungswettlauf bei den Währungen im Gange. Manch einer spricht sogar von Währungskrieg. Auch die US-Notenbank (Fed) mischt dabei indirekt mit ihrer expansiven Geldpolitik munter mit. Vergangene Woche kündigte sie eine neue Dosis an, mit der auch der Greenback weiter weich gespült werden könnte. Die Fed bleibt ihrem umstrittenen Kurs treu. Zwar haben bislang alle geldpolitischen Experimente nicht zu einer substanziellen Verbesserung der US-Wirtschaft, geschweige

denn der desaströsen Lage am Arbeitsmarkt geführt, dennoch wirft sie nun mit noch mehr Geld um sich, das nicht da ist und daher aus dem Nichts geschaffen werden muss.

U.S. Dollar Index

Indizes Index Dow Jones S&P 500 NASDAQ DAX MDAX TecDAX SDAX EUROSTX 50 Nikkei 225 Hang Seng

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Stand: 13w.12.2012

Stand: Freitag nach Börsenschluss

14.12.2012 % Vorwoche 52weekHigh % 52week 13135,01 -0,15% 13661,87 +11,09% 1413,58 -0,32% 1474,51 +16,65% 2971,33 -0,23% 3196,93 +17,01% 7596,47 +1,05% 7626,40 +33,86% 11955,99 +0,50% 12001,52 +42,36% 830,04 -0,69% 846,91 +25,54% 5215,29 +1,43% 5257,70 +23,22% 2630,54 +1,12% 2638,64 +19,25% 9737,56 +2,21% 10255,15 +14,30% 22605,98 +1,87% 22614,28 +23,16%

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Zu dem derzeit laufenden Ankaufprogramm von hypothekenbesicherten Wertpapieren (Mortgage Backed Securities, MBS) mit einem Wert von monatlich 40 Mrd. USDollar, mit der die Fed sich eine nachhaltige Erholung des US-Wohnungsmarktes erhofft, will sie ab Januar zusätzlich jeden Monat 45 Mrd. US-Dollar für Staatsanleihenkäufe ausgeben, um das Zinsniveau niedrig zu halten. Mit dem neuen Programm löst die Notenbank das auslaufende Anleihentauschprogramm (Operation Twist) ab. Die ab Januar jeden Monat getätigten Wertpapierankäufe von insgesamt 85 Mrd. US-Dollar sind unbegrenzt, allerdings werde die Fed situationsbezogen handeln, erläuterte Fed-Chef Ben Bernanke. Er versicherte zudem, dass die Risiken aus dem Programm beherrschbar seien. Ziel der gesamten geldpolitischen Maßnahmen, zu denen auch das weiterhin niedrige Leitzinsniveau von praktisch 0% zählt, ist es, die Konjunktur und den Arbeitsmarkt in den USA zu stützen. Diesbezüglich neu ist, dass die Notenbanken nun auch die Niedrigzinspolitik erstmals an einem konkreten Schwellenwert der Arbeitslosenquote koppelt. Solange die offizielle Arbeitslosenquote (U3), die durch statistische Tricks geschönt ist, über der Marke von 6,5% liegt und die Inflationsrate auf Sicht von einem bis zwei Jahren unter der Marke von 2,5% erwartet wird, will man die Leitzinsen so außergewöhnlich niedrig halten.


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Märkte im Überblick

usa

Deutschland

Europa

Palaver lähmt erneut

DAX an 7.600er-Marke

Märchenstimmung

Wie sollte es anders sein? Auch in der vergangenen Woche lähmte das anhaltende Palaver in Sachen US-Haushaltsstreit die Entwicklung am US-Aktienmarkt. Im Zusammenhang mit der Fiskalklippe meldete sich auch der Häuptling der US-Geldpolitik, Ben Bernanke, zu Wort. Er warnte eindringlich vor den negativen Auswirkungen einer ausbleibenden Einigung für die ohnehin schwache US-Konjunktur. Der Streit führe bereits jetzt zu Unsicherheiten bei Firmen und Investoren und auch das Vertrauen der Verbraucher gehe deutlich zurück. Er machte zudem klar, dass beim Eintreten der Fiskalklippe zusätzliche geldpolitische Maßnahmen nicht die Negativeffekte auffangen können. Die US-Notenbank hat mit dem jüngst beschlossenen zusätzlichen Anleihenkaufprogramm (siehe Markt im Fokus) nun wohl ohnehin ihr letztes Pulver in die Konjunkturstützungskanone gestopft. Zudem ist zu bezweifeln, dass damit nun der große Durchbruch gelingt. Man darf ferner gespannt sein, was die Wall Street aus dem Umstand macht, dass es jetzt wohl keinen Grund mehr gibt, auf weitere unkonventionelle geldpolitische Maßnahmen zu spekulieren. Vielleicht stehen nach einem Kompromiss im Haushaltsstreit Konjunkturdaten und Firmenergebnisse wieder stärker im Fokus. Die Frage wird dann sein, welchen der größere Stellenwert eingeräumt wird: den vermeintlich guten oder den schlechten.

Am deutschen Aktienmarkt herrschte in der vergangenen Woche abermals Kauflaune. So verzeichnete der MDAX erneut neue historische Rekorde. Der DAX kletterte in der Spitze auf das höchste Niveau seit Januar 2008. Er lugte damit zwischenzeitlich über den Widerstand bei 7.600 Punkten (Zwischenhoch von Mai 2011), konnte diesen aber nicht per Wochenschlusskurs überwinden, wenn auch nur knapp. Was nicht ist, kann aber noch werden und das Szenario eines Anlaufs auf die 8.000-Punkte-Marke bleibt weiterhin möglich. Ein paar Handelstage gibt es in diesem Börsenjahr ja noch und derzeit scheint alles möglich. Das aktuelle Kursniveau mutet jedoch übertrieben an, driftet das darin enthaltene Wunschdenken doch immer mehr mit der traurigen Realität in Sachen Schuldenkrise und Konjunktur auseinander. Die rosarote Bullenparty kann somit zwar andauern, es wird jedoch wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis es eine Nachricht (welche auch immer) gibt, die die Stimmung kippen lässt. Wenn dann alle Daueroptimisten gleichzeitig die Feier verlassen wollen, dann kann es schnell zu Kurstumulten kommen und ein gefundenes Fressen für die Bären geben. Interessant in Sachen weiterer Entwicklung des DAX könnte es bereits im Zusammenhang mit dem großen Verfallstag an der Terminbörse nächsten Freitag werden. Vielleicht klingt damit die Party schon aus.

An den europäischen Aktienmärkten ging es in der vergangenen Woche schon beinahe weihnachtlich zu. Die meisten Leitindizes verzeichneten zur Vorwoche Gewinne und präsentierten sich damit erneut in festlicher Stimmung. Auf dem EU-Gipfel wurden zudem Märchen erzählt. Offenbar muss der Glühwein in Strömen geflossen sein und die Sinne benebelt haben. Anders lässt es sich nicht erklären, wenn die EU in Sachen Schuldenkrise eine erste Entwarnung gab. So betonte Gipfelchef Herman Van Rompuy, dass das Schlimmste überwunden sei. Gefeiert wurde ferner, dass man sich vor dem Gipfel auf die lange umstrittene Bankenaufsicht geeinigt hat, die bindend für die Mitglieder der Eurozone ist und der sich andere EU-Länder anschließen können. Mit der Aufsicht will man das gemeinsame Währungsgebiet krisensicherer machen, indem man Fehlentwicklungen in großen Banken rechtzeitig erkennt und diesen dann entgegensteuert. Zuständig für die Kontrolle, die ab März 2014 voll funktionsfähig sein soll, ist die Europäische Zentralbank (EZB). Die europäischen Steuerzahler können sich freuen. Vor allem die, die den Rettungsfonds ESM speisen. Denn die auf den Weg gebrachte Bankenaufsicht macht es möglich, dass in Schieflage geratene Banken nun bald direkten Zugang zu den Hilfstöpfen haben und somit direkt Finanzspritzen bekommen können. Oh du fröhliche …

S&P 500

DAX

EURO STOXX 50

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Stand: 14.12.2012

Stand: 14.12.2012

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Aktie der Woche

Daldrup & Söhne: Wird es jetzt kuschelig? Der Bohrspezialist und Investoren sind in den vergangenen Monaten nicht so richtig warm miteinander geworden. Indiz dafür ist die schlechte Performance der Aktie. Offenbar heizte das Geschäftsmodell die Kursfantasie und damit die Kauflaune der Anleger noch nicht genug an. Daldrup & Söhne bleibt jedoch ein aussichtsreiches Investment und das niedrige Kursniveau könnte eine gute langfristige Einstiegsgelegenheit bieten. Vom Zwischenhoch im Februar 2012 hatte sich der Kurs bis zum Tief Mitte November mehr als halbiert. Seither scheint das Interesse jedoch gestiegen, wie die Zuwächse in den vergangenen vier Wochen von insgesamt mehr als 30% implizieren. Aus charttechnischer Sicht ist der langfristige Abwärtstrend aber weiterhin intakt, sodass die jüngste Erholung bislang nur als Gegenimpuls in dieser übergeordneten Bewegung zu werten ist. Die Aufwärtstendenz könnte aber noch ein gutes Stück anhalten, wurde jüngst doch die Abwärtstrendlinie (Verbindung der Zwischenhochs von Juli 2011 und Februar 2012) überwunden, was als spekulatives Kaufsignal interpretiert werden kann. Ein Ziel könnte nun das Zwischenhoch von Juli bei 14,64 Euro sein. Sollte es geknackt werden, ist die Region von etwa 16,00 bis 18,70 Euro eine potenzielle Anlaufstelle, in der neben horizontalen Hürden die übergeordnete Abwärtstrendlinie verläuft. Erst wenn dieser Bereich gemeistert wurde, kann von einem Trendwechsel gesprochen werden. 06

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Chancen durch Zukunftstrends Aus fundamentaler Sicht könnte jedoch auch das aktuelle Kursniveau für Long-Positionen sprechen, bietet es doch derzeit gute langfristige Einstiegschancen. Schließlich hat das Unternehmen ein verheißungsvolles Geschäftsmodell. Allerdings überzeugte es die Investoren noch nicht nachhaltig, wie die schlechte Kursentwicklung impliziert. Das liegt vielleicht auch daran, dass Geothermieprojekte sehr anspruchsvoll sind und es mitunter zu Verzögerungen kommt. Das ändert aber

Daldrup & Söhne

Stand: 14.12.2012


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nichts an den chancenreichen Perspektiven. Schließlich setzt das 1946 gegründete, auf Bohrdienstleistungen spezialisierte Unternehmen auf Zukunftstrends wie Wasser, Umweltdienstleistungen und Rohstoffe. Es baut Brunnen zur Wassergewinnung, erbringt umwelttechnische Dienstleistungen wie die hydraulische Sanierung von kontaminierten Standorten und errichtet beispielsweise Gas-Absaugbrunnen zur Gewinnung von Deponiegas sowie GrundwassergüteMessstellen, hilft aber auch beim Aufspüren fossiler Energieträger sowie mineralischer Rohstoffe. Geothermie mit Fantasie Die größte Fantasie birgt jedoch die Geothermie, mit der man auf ein zentrales Thema der nächsten Jahrzehnte setzt: günstige und saubere Energie. Der Vorteil dieser Energiequelle ist die uneingeschränkte Grundlastfähigkeit bei der Stromerzeugung, lässt sie sich doch im Gegensatz zu Wind- oder Sonnenenergie Anlegern, die an die kontinuierlich nutzen. Außerdem ist sie unZukunftschancen der Geothererschöpflich und hat praktisch keine Schadmie glauben, bietet die Aktie stoffemissionen. Die handfesten Argumente aktuell eine gute langfristige für die Geothermie sorgten in den vergangeKaufgelegenheit. nen sechs Jahren in Deutschland dafür, dass sich die geothermische Wärmebereitstellung fast verdreifachte. Dennoch spielt Erdwärme am gesamten Energiemix kaum eine Rolle. Das Potenzial ist jedoch enorm, was künftig für einen zunehmenden Stellenwert sorgen dürfte. Gleiches gilt für die geothermische Stromerzeugung, die bislang noch geringer vertreten ist. Helfen sollten auch die gesicherten regulatorischen Rahmenbedingungen (Erneuerbare-Energien-Gesetz) sowie der

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technische Fortschritt, der die Wirtschaftlichkeit der Geothermie verbessert. Führender Bohrspezialist Um die Energiequellen der Erde anzuzapfen, müssen teilweise sehr tiefe Löcher gebohrt werden. Dabei gibt es Risiken (Absinken des Grundwasserspiegels, Wasser oder Bodenverschmutzungen, Erderschütterungen), die sich durch eingehende Untersuchungen im Vorfeld, Sicherheitskonzepte sowie sachgerechte Handhabung aber auf ein Minimum reduzieren lassen. Daldrup & Söhne ist Spezialist für solche anspruchsvollen Bohrungen und hat sich seit Gründung viel Fachwissen erarbeitet. Eigenen Angaben zufolge ist die kleine Firma heute in Deutschland und zunehmend auch im benachbarten europäischen Ausland führend auf diesem Gebiet. Sie führt Bohrdienstleistungen im Auftrag Dritter durch und realisiert ganze schlüsselfertige geothermische Heiz- und Kraftwerksprojekte. Künftig will Daldrup & Söhne aber nicht nur für andere bohren und bauen, sondern auch selbst Energie (Strom und Wärme) erzeugen und vermarkten, um so sichere und kontinuierliche Rückflüsse zu erzielen.


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Eigene Kraftwerke Erklärtes Ziel ist es, sich vom reinen Bohrdienstleister zum mittelständischen Energieversorger zu mausern. Die Strategie klingt sinnvoll, deckt der Konzern damit doch die gesamte Wertschöpfungskette in der Tiefengeothermie ab. Die ersten Einnahmen aus einem eigenen Kraftwerk sollen ab Ende 2013 fließen, nachdem man den Fertigstellungstermin Sommer 2013 für das Projekt Taufkirchen aufgrund der bohrbedingten Verzögerungen nach hinten verschieben musste. Mit dem Bau des Kraftwerks will man noch Ende 2012 beNeben Taufkirchen ist ginnen und es soll Daldrup & Söhne derzeit mit dann Ende 2013 in weiteren TiefengeothermieBetrieb gehen. VielProjekten beschäftigt. leicht hat auch diese Verzögerung mit zu der schlechten Kursperformance in den vergangenen Monaten beigetragen. Zudem belasten die Anlaufkosten für dieses Projekt das Konzernergebnis. Im ersten Halbjahr 2012 fielen dafür Aufwendungen in Höhe von 1,5 Mio. Euro an. Ferner könnte der Umstand, dass die Projektgesellschaft GeoEnergie Taufkirchen zurzeit alternative Finanzierungsmöglichkeiten bis zu 30 Mio. Euro evaluiert, für Unsicherheit sorgen, wenngleich Daldrup & Söhne betont, dass die Gesamtfinanzierung von Beginn an so konzipiert ist, dass diese voll mit Eigenmitteln der Gesellschafter abgedeckt werden kann und die Projektgesellschaft somit ausreichende Mittel hat, um die nächsten Bauphasen des Kraftwerkprojekts planmäßig weiter voranzutreiben. An dem Projekt ist der Konzern derzeit mit rund 45% beteiligt. Volle Bücher Neben Taufkirchen ist Daldrup & Söhne derzeit mit weiteren Tiefengeothermie-Projekten beschäftigt. Hinzu kommen weitere Aufträge 08

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Daldrup & Söhne ISIN: DE0007830572 WKN: 783057 Kurs 14.12.12: 12,80 EUR 52-Wochen-Hoch: 18,68 EUR 52-Wochen-Tief: 9,80 EUR Empf. Stop-Loss: Unser Anlageurteil: spekulativer Kauf Stand: Freitag nach Börsenschluss

für Bohrdienstleistungen. Insgesamt hat die Gesellschaft somit derzeit gut zu tun. Davon zeugt auch der Auftragsbestand von derzeit insgesamt rund 80 Mio. Euro, der laut Firmenangaben einer Reichweite bis ins erste Quartal 2014 hat. Für das laufende Geschäftsjahr wurde bei Vorlage der Halbjahreszahlen Ende September zwar die Prognose für die Gesamtleistung von bisher 58 auf 50 Mio. Euro (Vorjahr: 47 Mio. Euro) gesenkt, die EBIT-Marge wird aber weiterhin bei 10% gesehen.

Fazit Der Bohrspezialist setzt mit seinem Geschäftsmodell auf die Zukunftstrends Wasser, Umweltdienstleistungen, Rohstoffe und insbesondere Geothermie. Letzteres sorgt vor allem für Wachstumsfantasie. Auf diesem Gebiet hat sich das Unternehmen Expertenstatus erarbeitet. Die Strategie, die gesamte Wertschöpfungskette von Erdwärme-Kraftwerken abzubilden und somit auch Einnahmen aus dem Verkauf von Strom und Wärme aus eigenen Kraftwerken zu generieren, ist konsequent und plausibel, verspricht dies doch besser planbare Einnahmen. Sollte das Projekt Taufkirchen wie geplant 2013 ans Netz gehen, wäre dies ein wichtiger Schritt, der die sich bietenden Wachstumsperspektiven unterfüttern würde. Anleger, die an die Zukunftschancen für Geothermie glauben, könnten das aktuelle Kursniveau daher für langfristige Käufe nutzen.

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Lebensversicherung im Würgegriff Kürzungen beim Garantiezins, Streit um Rückkaufwerte, sinkende Beteiligungen an stillen Reserven. Auf dem Markt für Lebensversicherungen jagt eine Schreckensmeldung die andere. Trotzdem halten die Kunden dem Produkt die Treue. Möglicherweise zu Unrecht. Keine Frage, die Lebensversicherung ist beliebt: Statistisch gesehen hat jeder Deutsche mehr als einen Lebensversicherungsvertrag. Laut dem Bericht „Die Deutsche Lebensversicherung in Zahlen 2010/2011“ des Gesamtverbandes der Deutschen VersicherungswirtMit der Einführung der schaft (GDV) lag die Gesamtzahl bei 90,4 neuen Unisex-Tarife Mio. Verträgen. Seit Beginn des Jahres bewerden auch Kapital­ trägt der sogenannte Garantiezins der Lelebensversicherungen teurer. bensversicherungen (LV) jedoch nur mehr 1,75%. Noch nie war der Wert so niedrig – bis Ende 2011 lag er immerhin noch bei 2,25%. Die – mit Blick auf die Inflationsrate – psychologisch so wichtige Marke von 2% ist damit unterschritten. Zinssenkung zum Wohl des Kunden Noch deutlicher treten die Probleme hervor, wenn man die Entwicklung des Garantiezinssatzes in der jüngeren Vergangenheit betrachtet. So lag dieser Wert in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre noch bei stolzen 4% und bis Ende des Jahres 2003 immerhin noch bei 3,25%. Die Absenkung ist jedoch keineswegs von den Versicherungskonzernen initiiert. Stattdessen legt das Bundesministerium der Finanzen (BMF) diesen Satz fest. Dabei ist das Ministerium an eine gesetzliche Vorgabe gebunden: Der Wert darf maximal 60% des Mittelwertes der Umlaufrendite der Euro-Staatsanleihen der vergangenen zehn Jahre betragen. Eine Regelung, die dem Schutz der Kunden dient: Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass die beim Abschluss versprochenen Zinsen auch tatsächlich erwirtschaftet werden 09

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können. Achtung: Die höheren Garantiezinsen aus alten Verträgen gelten weiter – die Änderung gilt nur für neue Policen. So setzt sich die Rendite der LV zusammen In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu verstehen, wie sich die Rendite der Produkte überhaupt zusammensetzt. Die Garantieverzinsung selbst bezieht sich nämlich nur auf den Sparanteil der Beiträge. Von dem Beitrag, den der Versicherer zahlt, gehen zunächst die Kosten für Vertrieb und Verwaltung ab. Die Höhe dieser Gebühren reicht von 7% (Direktversicherungen) bis hin zu gut 18% – bei besonders teuren Anbietern. Neben dem Garantiezins kommt der Überschussbeteiligung, dem Schlussbonus und der Beteiligung an den stillen Reserven maßgeblich Bedeutung zu. Erst aus diesen Werten errechnet sich die Gesamtverzinsung. Wie bei allen Finanzanlagen hat die Laufzeit einen erheblichen Einfluss auf das Ergebnis, sodass eine pauschale Berechnung nur beschränkte Aussagekraft hat. Für 2012 hat der Branchendienst Assekurata für Kapitallebensversicherungen einen Durchschnittswert von 3,9% ermittelt.


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An diesen Schrauben wird gedreht Angesichts der niedrigen Zinsen und des Vertrauens in die Sicherheit des Produktes mag dies für viele Anleger immer noch verlockend klingen. Wo sonst werden aktuell über längere Anlagezeiträume ähnliche Renditen geboten? Doch diese Werte basieren im Wesentlichen

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Bei dieser Unterlage handelt es sich um Werbematerial, welches zu Informationszwecken dient. Die in dieser Broschüre gemachten Aussagen beinhalten keine Erfolgsgarantie. Aus der historischen Betrachtung lassen sich keine zukünftigen Entwicklungen ableiten. Zeichnungen von Fondsanteilen erfolgen ausschließlich auf Basis des aktuellen Verkaufsprospektes/Verwaltungsreglements und der Jahres- und Halbjahresberichte. Verkaufsprospekt, Verwaltungsreglement, Jahres- und Halbjahresberichte sowie Broschüren stehen am Sitz der Verwaltungsgesellschaft, der Depotbank sowie den jeweiligen Zahl- und Informationsstellen zur Verfügung. Oktober 2012

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auf in der Vergangenheit getätigten Investments und können daher nicht einfach in Zukunft fortgeschrieben werden. Das bedeutet einerseits, dass nicht nur der Garantiezins, sondern auch die Überschussbeteiligung sinken wird – im laufenden Jahr hat der überwiegende Teil der Branche Letzteren bereits nach unten korrigiert. Andererseits hat der Gesetzgeber die erst 2008 getroffene Regelung eingeschränkt, die dafür sorgte, dass Kunden bei Ablauf ihrer Kapital­lebens­ versicherung mit 50% an den Bewertungs­ reserven zu beteiligen sind. Dies gilt nun ab dem 21. Dezember nicht mehr. Obwohl kurzfristig noch eine Verordnung besondere Härtefälle vermeiden soll, befürchtet der Bund der Versicherten „weiterhin massive Einbußen für Versicherungskunden, deren Verträge nach Jahreswechsel auslaufen oder gekündigt werden“: „Uns liegen Einzelfälle von Betroffenen vor, da würde die gesamte Ablaufleistung Anfang 2013 bis zu 8% niedriger ausfallen als der Rückkaufswert bei vorzeitiger Kündigung noch vor Jahreswechsel“, so Axel Kleinlein, Vorstandvorsitzender des Bundes der Versicherten. Auch Schlussbonus betroffen Dem Gros der Kunden werden laut dem Verband damit trotz der Änderung massive Verluste zugemutet, weil die Kappungsgrenze so hoch aufgehängt sei, dass sie nur in absoluten Ausnahmefällen greife, so der Bund der Versicherten weiter. Unmittelbar betroffen sind hiervon Kunden, deren Verträge in Kürze regulär ausgelaufen wären, oder die ohnehin beabsichtigt hatten ihren Vertrag zu kündigen. Doch diese Überlegung ist nun hinfällig: „Der Bundes­tag hat die Neuregelung am 8. November beschlossen. Kunden, die ihren Beitrag monatlich zahlen, hatten seitdem bis Ende November Zeit, um recht­zeitig zu kündigen. Kunden, die jähr­lich, halb­jähr­lich oder vierteljähr­lich zahlen, hatten gar keine Möglich­keit mehr, so aus ihrem Vertrag zu kommen, dass sie noch nach der alten, güns­tigeren Regelung


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an den Bewertungs­reserven beteiligt werden“, teilt die Stiftung Warentest auf ihrer Webseite mit. Indirekt trifft diese Regelung auch den Schlussbonus: Der Schluss­über­schuss ist nicht garan­tiert und kann daher gekürzt oder gestrichen werden. Demgegenüber müssen die Bewertungs­reserven wie oben dargestellt ausgezahlt werden. Doch weil der Schlussüberschuss teilweise ebenfalls aus Bewertungsreserven besteht, reduziert sich künftig auch diese – bislang unantastbare – Komponente. Gute Nachrichten nur für Abbrecher Mit der Einführung der neuen Unisex-Tarife – gültig für alle Verträge mit Abschluss ab dem 21. Dezember 2012 – werden auch Kapitallebensversicherungen teurer: „Die neuen Prämien werden daher im Schnitt etwas höher sein als die heutigen Prämien, um das Geschlechterrisiko einzurechnen. Für die gleiche Leistung zahlen die Kunden künftig daher etwas mehr“, kommentiert der Bund der Versicherten die Neuregelung. Es gibt allerdings auch Positives zu vermelden: Am 25. Juli 2012 hat der Bundesgerichtshof (BGH) zugunsten der Versicherungskunden über die bisherige Praxis der Berechnung von Rückkaufswerten entschieden. Den Versicherern war es bislang gestattet, die Abschlusskosten direkt mit den ersten Beitragszahlungen zu verrechnen. Dies führte dazu, dass Kunden, die ihre Police in den ersten Jahren wieder kündigten, nur einen Bruchteil der eingezahlten Gelder zurückerhielten. Die Verbraucherzentrale Hamburg geht davon aus, dass das Urteil für alle ähnlich gelagerten Fälle gilt, und rät Betroffenen dazu, ihre Ansprüche schriftlich geltend zu machen. Informationen hierzu finden Sie auf der Webseite der Verbraucherzentrale Hamburg. Tatsächlich sind Abbrüche eher die Regel als die Ausnahme: Verbraucherschützer schätzen, dass bis zu 80% vorzeitig abbrechen. Auch hier zeigt sich, dass Produkt und Wirklichkeit nicht zusammenpassen. 11

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Fazit Die Krise(n) auf den Finanzmärkten gehen auch an den Lebensversicherungen nicht spurlos vorüber. Bislang ist die Versicherungswirtschaft hierzulande relativ unbeschadet durch die Krise gekommen. Viele der gesetzlichen Änderungen der jüngeren Vergangenheit dienen zweifellos dazu, die Spielräume der Konzerne zu vergrößern – für die Kunden sind sie ärgerlich und teuer. In der derzeitigen Form sind diese daher nur noch in Ausnahmenfällen ein gutes Investment: „Lebens- oder Rentenversicherungen passen aber nur zu wenigen Menschen, denn die Verträge vieler Anbieter sind teuer und wenig ertragreich und zunehmend werden riskante Fondspolicen verkauft. Vor allem sind Lebensversicherungen unflexibel. Viele Kunden werden zur Unterschrift überredet und halten den Vertrag nachher nicht durch. Ein vorzeitiger Ausstieg aus einer langlaufenden Lebensversicherung macht jeden Vertrag kaputt: Ein guter wird schlecht, ein schlechter zu einer Katastrophe“, so die „Finanztest“Redakteurin Susanne Meunier in einem Interview auf der Webseite des Anbieters.

Ausblick auf das nächste Spezial Ausgabe 51 (23.12.2012) Ausblick 2013

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Unternehmen der Woche

Kneipp-Werke –

Heilen mit der Kraft der Natur

Sebastian Kneipp ist heute vor allem für die gleichnamigen Wasserkuren berühmt. Weniger bekannt ist, dass der heilkundige Pfarrer den Grundstein für die erfolgreiche Herstellung von Naturarzneimitteln gelegt hat. Dabei tragen die Kneipp-Werke sogar seinen Namen.

1980 gründete Leusser in Bad Wörishofen eine Teefabrik.

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Neben den Wasseranwendungen, mit denen er eine eigene hydrotherapeutische Tradition begründete, beschäftigte sich Kneipp auch mit der Wirkung von Heilpflanzen. Sein Wissen verband der Geistliche in mehreren Büchern zu einer systematischen Lehre, doch erst der Apotheker Leonhard Oberhäußer begann, mit der Herstellung von naturheilkundlichen Produkten die Ideen des Geistlichen kommerziell zu nutzen. Oberhäußer hatte Kneipp 1890 kennengelernt. Beide verband die Überzeugung, dass sich aus Pflanzen und anderen unverfälschten Inhaltsstoffen Therapeutika gewinnen lassen. Kneipp, der 1897 starb, verlieh Oberhäußer daher das Recht, unter seinem Namen pharmazeutische, kosmetische und diätische Produkte herzustellen und anzubieten. Die Produktion war zunächst überschaubar. Ab 1897 stellte Oberhäußer in seiner Würzburger Apotheke sogenannte Kneipp-Pillen gegen Darmbeschwerden her. Erst Oberhäußers Sohn Hermann gelang es, die Produktion nennenswert auszuweiten. 1920 begann das Unternehmen, auch andere Apotheken zu beliefern. Das bald boomende Geschäft führte dazu, dass die Kneipp-Mittel-Zentrale, so der neue Name, eigene Räumlichkeiten bezog. Nach dem 2. Weltkrieg erfolgte die Trennung der Kneipp-Werke von der Engel-Apotheke. Das nun unabhängige Unternehmen wurde von Luitpold Leusser geleitet. Den großen Erfolg brachten die 70er-Jahre. Wachsendes Umweltbewusstsein, die „Zurück zur Natur“-Bewegung und ein zunehmend gesundheitsbewusster Lebensstil sorgten für große Nachfrage nach alternativen Heilmitteln. Die Kneipp-Werke begannen, nun auch Drogeriemärkte und den Lebensmitteleinzelhandel zu beliefern. Das kräftige Wachstum schlug sich in jährlichen Umsatzverdoppelungen nieder und führte zur Gründung einer Tochterfirma in Holland. 1980 gründete Leusser in Bad Wörishofen eine Teefabrik. Der Produktionsstandort war eine Verneigung vor Sebastian Kneipp, der hier gewirkt hatte. Auch bei einem anderen Projekt besann sich das Unternehmen auf seinen Namensgeber und wurde auf therapeutischem

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Gebiet aktiv: Mit der Einrichtung eines Gesundheitszentrums wurde das Angebot um Massagen, Fango- und natürlich KneippAnwendungen erweitert. In den folgenden Jahren blieb das Unternehmen auf Wachstumskurs. Nach dem Tod Luitpold Leussers 1996 übernahmen die Nachkommen die Firmenleitung und gründeten Tochterfirmen in den USA, der Schweiz und Österreich. Der Einstieg des Medizintechnikanbieters Paul Hartmann AG im Jahr 2001 brachte dann eine nochmalige Ausweitung des internationalen Geschäfts. Das Angebot umfasst heute eine breite Palette an Bademitteln, Körperpflegeprodukten, pflanzlichen Arzneien und Nahrungsergänzungsmitteln, die auf Basis pflanzlicher Rohstoffe und weitestgehend naturbelassener Produkte hergestellt werden. Rund 400 Mitarbeiter sind an den beiden Standorten in der Nähe von Würzburg und in Bad Wörrishofen beschäftigt. Dabei legt das Unternehmen Wert darauf, dass sich Naturkunde und wissenschaftliche Forschung nicht ausschließen. In ihren Labors betreiben die Kneipp-Werke intensive Forschung und Entwicklung sowie eingehende Qualitätskontrollen. Auch damit sehen sie sich in der Tradition des „Kräuterpfarrers“, der seine Heilerfolge nicht für Wundertaten hielt, sondern als wissenschaftlich begründbar ansah.


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Die Kalender-App für Golfer! ThyssenKrupp

Inditex

Bilanzkrater vergrößert Rasantes Wachstum

Datum 17.12.2012 18.12.2012 19.12.2012 20.12.2012 20.12.2012 20.12.2012 21.12.2012 21.12.2012

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Uhrzeit Name - Adobe Systems Inc. - Analytik Jena AG 07:30 TUI AG - Fedex Corp. (Federal Express) 22:15 Nike Inc. - Research In Motion Limited - Hornbach Holding AG - Walgreen Company

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Das Stahlwerkdebakel in den USA und Brasilien bescherte ThyssenKrupp (WKN: 750000) im vergangenen Geschäftsjahr 2011/12 (Ende: 30. September) 5,04 Mrd. Euro Verlust. Im Jahr zuvor hatte der Fehlbetrag 1,78 Mrd. Euro erreicht. Der Umsatz schrumpfte von 42,72 auf 40,12 Mrd. Euro. Die Herstellungskosten gingen von 35,38 auf 34,34 Mrd. Euro zurück. Der Bruttogewinn sank entsprechend von 7,35 auf 5,78 Mrd. Euro. Die Vertriebskosten legten von 2,63 auf 2,70 Mrd. Euro zu, die Verwaltungsausgaben von 1,94 auf 2,03 Mrd. Euro. Angesichts des Bilanzkraters wird die Dividende gestrichen. Für das Geschäftsjahr 2010/11 hatte der Stahlkonzern trotz roter Zahlen auf Druck des Großaktionärs „Alfried Krupp von Bohlen und Halbach“-Stiftung, der 25,3% des Grundkapitals hält, je Aktie 0,45 Euro ausgeschüttet. Im laufenden Jahr sollen ebenfalls rund 40,1 Mrd. Euro durch die Bücher fließen. Der um Sonderposten bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) wird voraussichtlich von 1,4 auf etwa 1,0 Mrd. Euro sinken. Sollten die zum Verkauf stehende Sparte Steel Americas, welche die Problemstahlwerke zusammenfasst, im laufenden Geschäftsjahr im Konzern verbleiben, drohe in diesem Segment ein Verlust im mittleren bis hohen dreistelligen MillionenEuro-Bereich, warnte ThyssenKrupp.

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DWS Invest Chinese Equities – das Reich der Mitte lockt wieder Die Gewinnentwicklung chinesischer Unternehmen ist eng mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Reich der Mitte verbunden. Nach zehn Quartalen in Folge mit rückläufigen Wachstumsraten dürfte die Konjunktur im kommenden Jahr wieder mehr Dynamik entfachen. Das spricht für einen Einstieg. Der DWS Invest Chinese Equities wird von der in Schanghai ansässigen Gesellschaft Harvest Fund Management gesteuert. Die Vor-Ort-Expertise macht den Fonds für Investoren interessant. Die Krise in der Eurozone und das schwache Wirtschaftswachstum in den USA gingen an der exportorientierten Wirtschaftsnation Chinas nicht vorüber. Nach Zuwachsraten von über 10% in den vergangenen Jahren wird das Bruttosozialprodukt 2012 lediglich um 7,5% zulegen. Der über zwei Jahre anhaltende Abschwung spiegelte sich an der Börse wider. Im September markierte der Harvest Global Investments MSCI China ein 3-Jahres-Tief. Nun aber mit Sitz in Schanghai scheint die Talsohle durchschritten. Wissenist die zweitgrößte schaftler der Chinesischen Akademie für Fondsgesellschaft Chinas. Sozialwissenschaften prognostizieren für das kommende Jahr jedenfalls ein Plus von 8,2%. Michael Jiang von Harvest Fund Management ist ein wenig vorsichtiger. Der Manager des DWS Invest Chinese Equities rechnet mit 7,8% bis 8%. Gute Chancen im Telekombereich Die abnehmende Sorge vor einer weiteren Abkühlung und die günstige Bewertung motivierte Anleger zum Kauf. Auch die günstige Bewertung der im MSCI China gelisteten Aktien – das 14

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durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt derzeit bei 9,2 – motivierte zum Einstieg. Der DWS Invest Chinese Equities profitierte vom Aufschwung. Allein in den vergangenen drei Monaten legte er um rund 11% zu. „Wir konzentrieren uns auf Large Caps, die ihren Geschäftsschwerpunkt in China haben und an der Börse in Hongkong gelistet sind“, erklärt Manager Jiang. Unter den Top 10 befinden sich derzeit China Construction Bank, China Mobile und PetroChina. Mit über 36% ist der Finanzsektor derzeit am höchsten gewichtet, auf Energiewerte entfallen rund 15%. Chancen erkennt Jiang auch in der Technologiebranche. „Wir finden dort unter anderem Unternehmen, die über eine sehr differenzierte Kundenstruktur verfügen. Ebenso sehen wir in der Branche derzeit Unternehmen, die von einer zyklischen Erholung


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profitieren und frühere Marktstellungen zurückerobern können.“ Das Management ist näher dran Bei der Ermittlung vielversprechender Trends kann Jiang einen wesentlichen Vorteil nutzen: Harvest Global Investments mit Sitz in Schanghai ist die zweitgrößte Fondsgesellschaft Chinas. Die Analysten der Gesellschaft und Jiang sind im Vergleich zu manchen Konkurrenzprodukten näher am Geschehen und können so Extrachancen früher identifizieren. Auch fällt es dem Management leichter, die für die Märkte relevanten wirtschaftspolitischen Entwicklungen und Entscheidungen der neuen Führung in Peking besser einzuschätzen.

Neuer Reformschwung An ermutigenden Signalen fehlt es derzeit nicht. So kündigte der Vorsitzende der Kommunistischen Partei und Chinas künftiger Präsident Xi Jinping vor Kurzem an, das Reformtempo zu erhöhen. Aller Voraussicht nach werden die Investitionen in Gesundheit und soziale Sicherheit erhöht. Chinas Verbraucher sollen so zu mehr Konsum angeregt werden. Auch dürfte die Regierung künftig dem Umweltschutz einen höheren Stellenwert einräumen. „Eine erneute Belebung der Wirtschaft, eine anhaltend lockere Geldpolitik, wieder etwas mehr Inflation – das erhellt die Gewinnaussichten der Unternehmen und spricht für steigende Aktien­ kurse“, meint Jiang.

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Legg Mason Brandywine Global Opportunistic Fund

Wenig Euro, kein Yen Deutsche Anleger können ab sofort in den Legg Mason Brandy wine Global Opportunistic Fixed Income Fund (ISIN: IE00B3V5M979) investieren. Der Fonds erzielte seit Auflage im Juni 2010 bis Ende November 2012 rund 28%. Das ist ein Plus von rund 9% im Vergleich zum globalen Rentenindex Citigroup World Government Bond und rund 10% mehr als der Durchschnitt der Morningstar-Vergleichsgruppe. Der Fonds investiert unabhängig von einer Benchmark in Staatsanleihen und Währungen, in Investment-Grade-Unternehmensanleihen sowie hypothekenbesicherte Wertpapiere aus Ländern, die im Citigroup

World Government Bond Index enthalten sind. In begrenztem Umfang sind auch Hochzins- und Schwellenländeranleihen investierbar, ebenso wie Anleihen von Nicht-Indexländern. Mindestens 65% der Positionen müssen Investment-Grade-Status haben. Per Ende September lag dieser Anteil bei gut 86%. Rund ein Viertel der Anleihen im Fonds stammten aus den USA, aus Mexiko knapp 14% und aus Australien gut 9%. Über 60% des Portfolios waren Staats- und knapp 17% Unternehmensanleihen. Unter den Währungen ist der Euro-Anteil gering, völlig gemieden wird der japanische Yen. Bevorzugt werden dagegen britische Pfund, US-Dollar sowie mexikanische Peso.

Fidelity Japan Fund

Ende der Deflation in Sicht June-Yon Kim, Manager des Fidelity Japan Fund (ISIN: LU0069452018), rechnet bei den heute stattfindenden Parlamentswahlen in Japan mit einem Sieg einem der oppositionellen liberaldemokratischen Partei. Deren Vorsitzender Shinzo Abe setzt auf eine aggressive Lockerung der Geldpolitik und peilt ein Inflationsziel von mindestens 2% an. Zudem will Abe den Yen schwächen. Kim hält es für möglich, dass die ab Frühjahr 2013 neu besetzte Führung der Bank of Japan die von Abe vorgeschlagenen Maßnahmen mitträgt. Die Erwartungen, dass die lange Deflationsperiode zum Ende kommt und der Yen schwächer wird, würde sich auch 2013 günstig auf die Kurse japanischer Aktien auswirken, so Kim. Ein Bullenszenario

erwartet der Fondsmanager aber nicht. „Die Exporte Japans nach China leiden unverändert unter den politischen Spannungen und die Binnenproduktion dürfte in nächster Zeit mäßig ausfallen“, folgert Kim. Er rechnet mit anhaltenden Gewinnrevisionen vor allem in den Branchen Technologie-Hardware und Rohmaterialien für die Produktion. Diese Stressfaktoren seien jedoch mittlerweile schon eingepreist. Die Abwärtsrisiken des japanischen Aktienmarktes seien daher begrenzt, zumal die Sektoren Transport, Infrastruktur und Finanzen ihre Gewinnprognosen zuletzt angehoben hätten. Kim setzt derzeit vor allem auf Telekommunikationsunternehmen und Banken. In den vergangenen sechs Monaten legte der Fonds um 3% zu.

Lipper

Rentenfonds heiß begehrt Laut Fondsanalysehaus Lipper flossen europäischen Rentenfonds im November 30 Mrd. Euro zu. Das ist der höchste Wert für einen einzelnen Monat seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2002. Besonders Hochzinsanleihen und Schwellenländeranleihen waren gefragt. Die Zuflüsse stiegen um 5% beziehungsweise 4,8 Mrd. Euro. Das Vermögen von Rentenfonds beträgt mittlerweile 1,7 Bio. Euro, das sind 28,5% des verwalteten Vermögens der gesamten europäischen Fondsindustrie. Vor fünf Jahren lag dieser Anteil noch bei 20,2%. Der Anteil von Aktienfonds ist im gleichen Zeitraum entsprechend

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von 41,1% auf 34,0% beziehungsweise 2 Bio. Euro geschrumpft. Im Oktober hatten Aktienfonds noch Zuflüsse von 470 Mio. Euro verzeichnet. Innerhalb des Aktiensegments waren laut Lipper europäische Werte sowie Euroland-Aktien wieder gefragt. Sie verzeichneten Zuflüsse von 950 Mio. Euro. Neben dem internationalen Fondsmarkt waren Fondskäufer in den lokalen Märkten von Italien (+2,1 Mrd. Euro), Norwegen und Schweden (je +1 Mrd. Euro) die aktivsten im November. Auch sie engagierten sich vor allem in festverzinslichen Produkten.


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Goldaktien-Basket-Zertifikat –

ein Glanzstück fürs Depot Mehrere Faktoren deuten auf einen starken Anstieg des Goldpreises hin. Eine solche Entwicklung würde die Gewinne der Edelmetallproduzenten nach oben treiben. Daher ist das Goldaktien-Basket-Zertifikat der österreichischen Erste Group Bank ein chancenreiches Investment. Die Goldproduktion ist ein aufwendiges Geschäft: Aus dem Boden einer Liegenschaft muss zunächst Erz gefördert werden, das anschließend bearbeitet, zerkleinert und gewaschen wird. Oftmals lassen sich aus einer Tonne Erz nur fünf bis acht Gramm Gold herausholen. Der hohe Aufwand lohnt sich für die Minenbetreiber bei einem Goldpreis von circa 1.700 US-Dollar pro Unze aber auf jeden Fall. Zudem dürften deren Margen 2013 steigen, da sich das gelblich glänzende Edelmetall Analystenmeinungen zufolge erheblich verteuern wird. Gold ist immer noch relativ günstig Der Edelmetallexperte Ronald-Peter Stöferle hält es für möglich, dass der Preis für eine Unze Gold im nächsten Jahr auf 2.300 USDollar steigen wird, und zwar aufgrund einer deutlich anziehenden Nachfrage. Diese Einschätzung begründet er unter anderem mit den negativen Realzinsen. Im Klartext: Gold wird stärker nachgefragt werden, weil mit den meisten Anleihen von Ländern mit sehr guter Bonität unter Berücksichtigung der Inflation inzwischen keine positive Rendite mehr erzielt werden kann. Stöferle geht übrigens davon aus, dass die Realzinsen in

den kommenden Jahren im negativen Terrain verharren werden, da die US-Notenbank ihre Nullzinspolitik bis Mitte 2015 fortsetzen will. Unabhängig davon ist das Edelmetall laut Stöferle im Vergleich zu anderen Asset-Klassen und in Relation zu den Geldmengen nach wie vor relativ günstig, wenngleich es kein Schnäppchen mehr ist. 13 kanadische Gold-Titel in einem Basket In großem Stil gekauft wird Gold übrigens von vielen Zentralbanken. Aber auch immer mehr Pensionsfonds, Unternehmen und Privatinvestoren setzen auf das Edelmetall, das als erstklassiger Inflationsschutz gilt. Deshalb ist eine erneute Goldpreisrally ein durchaus realistisches Szenario. Selbst wenn der Preis nur moderat steigen sollte, wäre dies für den Goldsektor eine positive Entwicklung. Vor diesem Hintergrund bietet sich der Kauf eines von der österreichischen Erste Group Bank emittierten Goldaktien-Basket-Zertifikats (WKN: EB0BRR) an. Derzeit befinden sich in dem Basket die Anteilscheine von 13 kanadischen Goldunternehmen wie beispielsweise Agnico-Eagle Mines, Barrick Gold und Eldorado Gold. Die Zusammensetzung des Aktienkorbs wird mindestens einmal pro Jahr überprüft und gegebenenfalls verändert, wobei der Basket stets mindestens sieben Titel enthalten muss. Darüber hinaus wird einmal jährlich ein Rebalancing durchgeführt (alle Basket-Titel werden gleichgewichtet). Anleger sollten bedenken, dass sich eine deutliche Abwertung des Euro in Relation zum kanadischen Dollar negativ auf die Performance des Zertifikats auswirken würde. Ein solches Szenario ist jedoch relativ unwahrscheinlich. Daher können sich Anleger das Finanzprodukt ins Depot legen.

Erste Group Goldaktien-Basket-Zertifikat Zertifikattyp Emittent Basket Erste Group Bank

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Basiswert Goldaktien-Basket

Fälligkeit 17.07.2014

WKN EB0BRR


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SOCIETE GENERALE

Gold-/Öl-Strategie-Anleihe in der Zeichnung Rohstoffe wie Gold und Öl haben das Potenzial zu sehr dynamischen Preissteigerungen, was Chancen auf hohe Renditen birgt. Bei einem Konjunkturaufschwung steigt in der Regel mit der Nachfrage auch der Ölpreis, während Gold typischerweise in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit nachgefragt wird. Mit der neuen Gold-/Öl-Strategie-Anleihe (WKN: SG3NPA), die noch bis zum 25. Januar 2013 gezeichnet werden kann, verbindet die Société Générale nun die beiden Rohstoffe in einem Basiswert: dem SGI Gold To Oil Index. Dieser Rohstoffindex zielt darauf ab, Trends des sich am besten entwickelnden Basiswerts aus Gold und Öl einzufangen, indem er basierend auf Marktsignalen entweder

in den SGI Gold Static Roll Index oder den SGI Brent Crude Oil Static Roll Index investiert. Mit der Gold-/Öl-Strategie-Anleihe der Franzosen können Anleger 1 : 1 und unbegrenzt an einer möglichen Aufwertung von Gold oder Öl mitverdienen – vollständiger Kapitalschutz am Laufzeitende inklusive. Das bedeutet: Wertet der Index binnen sechs Jahren beispielsweise um 80% auf, erhalten Anleger im Januar des Jahres 2019 180% ihres Einsatzes zurück. Abzüglich des Ausgabeaufschlags in Höhe von 2% läge somit der Netto-Ertrag bei 780 Euro pro 1.000 Euro Nennwert. Allerdings sollten Interessenten während der recht langen Laufzeit das Emittentenrisiko im Auge behalten.

DDV

Zertifikate-Branche für 2013 zuversichtlich Die meisten Anbieter von Zertifikaten rechnen laut einer aktuellen Umfrage des Deutschen Derivate Verbandes (DDV) für das erste Halbjahr 2013 mit einer besseren Geschäftsentwicklung und sehen auch den DAX im Plus. 57% der 21 befragten Emittenten sind der Meinung, dass sich die Geschäftsentwicklung im nächsten Jahr

verbessert, während 38% keine wesentliche Veränderung erwarten. Nur etwa 5% sind pessimistisch gestimmt und rechnen mit einem schlechteren Zertifikate-Geschäft. Die Mehrheit der Zertifikate-Anbieter erwartet 2013 nicht nur gute Geschäfte, sondern auch einen härteren Wettbewerb, was Zertifikate-Anlegern zugutekommen dürfte.

UBS

Zertifikate-Anleger fassen wieder Mut Im November haben sich Zertifikate-Anleger wieder offensiver positioniert. Der aktuellen Auswertung des UBS Investor Sentiment Index zufolge stieg die Risikobereitschaft leicht an. Dieses Angstbarometer vergleicht den Stand des DAX mit der Höhe der Caps, die Anleger beim Kauf von UBS-Discount-Zertifikaten auf den Index gewählt haben. Notiert der DAX am Laufzeitende auf dem Cap oder darüber, erzielen die Inhaber der Discount-Papiere die maximal mögliche Rendite. Ein Cap weit unterhalb des DAX signalisiert, dass Anleger mit größeren Kursrückgängen rechnen. Je höher der Cap angesetzt wird, desto optimistischer ist die Anlegerschaft. Der UBS Investor Sentiment Index spiegelt somit die Risikobereitschaft der Anleger wider. Der Novembererhebung zufolge lag der durchschnittliche Cap bei UBS-Discount-Zertifikaten auf den DAX 14,32% unter dem Indexstand und damit in der Nähe 19

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des Jahresdurchschnitts von 14,16%. Wie in den Vormonaten wiesen die täglichen Durchschnittscaps im November jedoch eine hohe Schwankungsbreite auf. Der niedrigste gewählte durchschnittliche Cap lag bei lediglich 5.000 Punkten, der höchste dagegen bei 6.850 Punkten. Vor allem in der ersten Hälfte des Monats waren die Zertifikate-Anleger recht optimistisch: Der durchschnittlich gewählte Cap lag am Monatsbeginn lediglich 11,94% unter dem aktuellen DAX-Stand. Zur Monatsmitte war die Risikobereitschaft mit einem Durchschnittscap von 11,99% unter dem DAX-Stand ähnlich hoch. Danach allerdings änderte sich das Bild: Während sich der DAX in Richtung eines neuen Jahreshochs bewegte, wurden die Anleger zunehmend pessimistischer. Am Monatsende lag der Durchschnittscap wieder 17,44% unter dem DAX – und damit etwa auf dem Oktober-Niveau.


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Orangensaft:

Konsolidierung nun beendet? Der Preis für Orangensaft setzt in der vergangenen Woche den seit Anfang November auszumachenden Aufwärtsimpuls fort. Treibende Faktoren waren die gesenkten Ernteprognosen für den weltweit zweitgrößten Orangenanbauer Florida sowie weitere Wetten auf Frostschäden im Winter. Laut den am Dienstag vorgelegten Prognosen rechnet das US-Landwirtschaftsministerium für das im Oktober gestartete Wirtschaftsjahr 2012/13 (bis Ende September) in Florida mit einer Produktion von 146 Mio. Kisten Orangen (je 40,8 kg). Es kürzte damit seine Erwartungen von Oktober um 5,2%. Verantwortlich dafür ist das Abfallen vieler nicht ausgewachsener oder nicht ausgereifter Früchte, was laut Landwirtschaftsministerium das größte Ausmaß seit der Saison 1969/70 hat. Branchenkenner gehen davon aus, dass die bakterielle Krankheit „Citrus Greening“ hierfür verantwortlich ist. Weil die abfallenden Orangen in der Regel nicht verwertbar sind, dürfte dies die Ernte entsprechend schmälern. Hinzu kommt, dass die Früchte, die geerntet werden können, laut den Prognosen in dieser Saison wegen zu geringer Niederschläge wohl kleiner ausfallen werden als üblich. Dies sorgte für Preisspekulationen. Verstärkt wurden sie durch weitere Wetten auf Frostschäden im laufenden Winter, könnten solche die Produktion doch noch weiter beeinträchtigen. Der Preis machte in der vergangenen Woche daher einen Sprung nach oben. Der

Januar-Future kletterte über das Zwischenhoch von September bei 130,10 US-Cent. Sollte sich dieser Ausbruch als nachhaltig erweisen, könnte dies dafür sprechen, dass die Konsolidierung seit Mai beendet ist, was schließlich weitersteigende Notierungen erwarten ließe. Weil der Terminmarkt für Orangensaft relativ klein ist, könnte es dabei sehr schnell aufwärtsgehen. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt immer wieder rasante Kursbewegungen. Allerdings gibt es solche auch nach unten, was bei eventuellen spekulativen Long-Positionen nicht außer Acht gelassen werden darf. Die hohe Volatilität sollte daher mit entsprechenden Positionsgrößen sowie Absicherungsstrategien Rechnung getragen werden. Orangensaft – Januar-Future (ICE)

Derivate auf Orangensaft (Basiswert: FCOJ-A-Future Januar 2013 [ICE]) Typ Index-Zertifikat Hebel-Zert. (long) Hebel-Zert. (short)

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WKN ABN3HU CZ0RDK CK7XL0

Basispreis/Knock-out - 97,70/100,70 US-Cent 1,6641/161,20 US-Cent

Laufzeit Hebel open end open end 3,47 open end 4,69


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Rohstoffanalysen

Rohstoffe im Überblick Zinn – Spot-Preis in US-Dollar (LME)

Rohstoffe (Auswahl)

Mit dem kräftigen Anstieg in der vergangenen Woche hat Zinn das Zwischenhoch von Anfang Oktober dieses Jahres bei 22.453 US-Dollar überschritten. Die Aufwärtsbewegung seit Anfang August scheint sich damit fortzusetzen. Als Nächstes könnte nun das Zwischenhoch von Februar dieses Jahres bei 25.625 US-Dollar ins Visier genommen werden.

Markt Kurs Rohöl WTI Crude NYMEX ($/bbl)

86,80

+0,95%

3,30

-6,86%

Heizöl NYMEX ($c/gal)

298,31

+2,05%

Gold NYMEX ($/Unze)

1696,20

-0,57%

32,20

-2,68%

702,24

+0,64%

Platin Spot ($/Unze)

1617,75

+0,69%

Aluminium Spot ($/t)

2132,50

+2,62%

Blei Spot ($/t)

2284,25

+3,79%

Kupfer Spot ($/t)

8043,75

+0,39%

Nickel Spot ($/t)

17705,00

+3,99%

Zinn Spot ($/t)

23205,00

+7,33%

Zink Spot ($/t)

2065,25

-3,44%

Baumwolle ICE ($c/lb)

75,130

+1,80%

Kaffee "C" ICE ($c/lb)

143,75

-5,92%

2432,00

+0,96%

Mais CBOT ($c/bu)

730,75

-0,75%

Orangensaft gefr. ICE ($c/lb)

138,90

+10,24%

1494,75

+1,53%

814,00

-3,58%

Zucker No.11 ICE ($c/lb)

18,98

-1,04%

Lebendrind CME ($c/lb)

132,93

+1,90%

Mastrind CME ($c/lb)

153,15

+2,92%

85,48

+2,30%

Erdgas NYMEX ($/MMBtU)

Silber Spot ($/Unze) Palladium Spot ($/Unze)

Weizen – März-Future (CME) Bei Weizen scheinen nun doch die Bären endgültig das Zepter übernommen zu haben. In der vergangenen Woche verletzte der Preis deutlich die untere Begrenzung der seit August gebildeten abwärtsgerichteten Konsolidierung. Nach einem eventuellen Pullback an die nun als Hürde fungierende Linie könnte dies für weitere Abgaben sprechen.

Kakao ICE ($/t)

Mageres Schwein – Februar-Future (CME) Nach dem Rückgang in der Vorwoche, als die Marke von 86,70 US-Cent deutlich verletzt wurde, gab es jüngst eine kräftige Erholung. Dabei könnte es sich aber nur um einen typischen Pullback handeln. Sollte die 86,70erMarke daher nicht zurückerobert werden, sondern der Preis davon abprallen, spräche dies für eine fortgesetzte Korrektur.

Palladium – Spot-Preis in US-Dollar Palladium hatte in der Vorwoche die Hürden 684 und 695 US-Dollar geknackt. Jüngst kratzte es in der Spitze an der nächsten bei 703,75 US-Dollar (Zwischenhoch September 2012). Ein Ausbruch gelang aber nicht. Die Kerze im Wochenchart signalisiert zudem Unentschlossenheit. Vielleicht ein Indiz für eine bevorstehende Korrektur.

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% zur Vorwoche

Sojabohnen CBOT ($c/bu) Weizen CBOT ($c/bu)

Schwein mag. CME ($c/lb)

Rohstoff-Indizes (Auswahl) Index Kurs

% zur Vorwoche

NYSE Arca Gold BUGS Index (HUI) 439,62

+1,36%

NYSE Arca Oil & Gas Index

1238,77

+1,07%

140,54

-0,69%

Reuters-Jeffries CRB Futures-Index 296,70

+0,00%

Rogers Int. Commodity Index

-0,75%

DJ AIG Commodity Index

3658,41


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Kulturkalender

„DER RHEIN.“ Ausstellung, 22.09.12–24.02.13, Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts Baden-Baden, Baden-Baden, www.museum.la8.de „GRAND HOTEL CHAOS“ Bühne, 29./30.12.12, Stadttheater Hexagon, Bruchsal, www.dieblb.de „Denkt doch was ihr sollt!“ Bühne/Unterhaltung, 11.11.12–27.02.13, Magdeburger Zwickmühle, Magdeburg, www.magdeburger-zwickmuehle.de „Alma Hoppe – ‚Wir dürfen alles!‘“ Kabarett/Unterhaltung, 10.12.12– 31.12.12, Alma Hoppes Lustspielhaus, Hamburg, www.almahoppe.de

Luxus, Wellness und Kulinarik – im Paradise Hotel & Casino, Busan

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Jede Reise beginnt mit einem Lächeln.

Das kürzlich renovierte Paradise Hotel & Casino im koreanischen Busan ist mit seinen neu gestalteten Zimmern ein wahres Luxusresort, in dem sich Geschäftsreise und Urlaub vorzüglich miteinander verbinden lassen. Das Hotel bietet einen herrlichen Ausblick auf Haeundae Beach, den beliebtesten Urlaubsort Koreas, und ist für seine luxuriös ausgestatteten Zimmer und hervorragenden Einrichtungen bekannt, zu denen neben einzigartigen, von einer Thermalquelle gespeisten Spas im Freien auch ein Duty-freeEinkaufszentrum und ein exklusives Kasino der Spitzenklasse gehören. Um seine Gäste kulinarisch zu verwöhnen, bietet das Resort eine Auswahl an zwölf verschiedenen Restaurants, die eine ganz neue Welt der Geschmacksvielfalt eröffnen. Jedes Restaurant wird von einem Küchenchef aus einem anderen Land geleitet, der sich auf die Küche seiner Heimat spezialisiert hat, um sicherzustellen, dass die Gerichte authentisch zubereitet werden. Das „Sakae“ hat sich unter Küchenchef Hayagawa auf japanische Küche spezialisiert, wogegen das „Kaya“ koreanische Spezialitäten serviert. 22

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Das „Nampoong“ bietet die beliebtesten Gerichte aus Kanton, Sichuan und Peking. Die große Auswahl an verschiedenen Restaurants hat das Paradise Hotel & Casino zu einem beliebten Treffpunkt in Haeundae gemacht. Ob auf einen kleinen Snack, den Nachmittagstee, einen Drink oder einen Geschäftstermin – hier findet jeder das Passende für seinen Geschmack und sein Budget. Fürs körperliche Wohlbefinden stehen neben zwei temperierten Außenpools, Sonnendeck sowie Aerobic-Raum und Fitnessstudio auch ein Thermalspa im Freien zur Verfügung, für welches nur reines Mineralquellwasser verwendet wird. Bei einem traumhaften Blick auf den blauen Himmel und den Ozean kann man sich hier inmitten von grünen Bäumen einem wahrhaft exotischen Gefühl hingeben.

Traditionelle japanische Gastfreundschaft

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dezember 2012

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Eames Plastic Chair „RAR“, limited edition.

DLM Table, black von HAY.

Der Schaukelstuhl-Klassiker von Charles und Ray Eames erscheint für kurze Zeit in einer limited edition. Die Schale in erdigem Dunkelgrau mit schwarzen Untergestell steht auf dunkel gebeizten Ahornkufen. Ein exklusives Designmöbel – für den Einsatz als Solitär zuhause, in einer Lobby gruppiert oder im Hotelzimmer.

Mit dem Griff oben wird die Idee dieses Beistelltischs offensichtlich: DLM – Don‘t Leave Me. Gleich wo Sie Ihren Kaffee trinken und Ihre Zeitung lesen – den DLM Tisch können Sie überallhin im Haus mitnehmen, wo es Ihnen gerade am besten gefällt. Maße: 38 x 38 x 44/58 cm (B x H x T)

Setpreis nur gültig bei Bestellung innerhalb des Aktionszeitraums vom 01. – 31.12.2012. Der Setpreis versteht sich als Abholpreis und bezieht sich auf 1 Stuhl + 1 Beistelltisch, wie beschrieben inkl. 19% MwSt. Änderungen und Zwischenverkauf vorbehalten. Nur solange Vorrat reicht!

Bestellung per Telefon unter: 0911/52 02 55 oder per Email unter: info@einrichter.com einrichter Büro & Wohnkonzepte | Dr.-Carlo-Schmid-Straße 224 | 90491 Nürnberg | Fon: 09 11/52 02 55 | Fax: 09 11/52 02 56 0 | info@einrichter.com | www.einrichter.com


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Escapes –

Traumrouten der Alpen An diesen langen Winterabenden lässt Autor Stefan Bogner mit seinem Traumrouten-Werk „Escapes“ die schönen Erfahrungen, die im Sommer auf den Alpenrouten gesammelt wurden, wieder aufleben, zeigt aufregende Kurven und weckt die Lust auf mehr davon!

Escapes Stefan Bogner Verlag: Delius Klasing Verlag Ausgabe: 224 Seiten Sprache: Deutsch ISBN: 978-3-7688-3532-9 Preis: 29,90 Euro www.delius-klasing.de

Alpenpässe. Pur. Puristisch. Mit eigenem Blick fotografiert. Serpentine nach Serpentine. Eingebettet in großartige Landschaft: Der im Delius Klasing Verlag erschienene Bildband beschäftigt sich mit 15 ausgewählten Passstraßen der Alpen. Die Routen führen etwa über den St. Gotthard, San Bernardino, den großen St. Bernhard oder den Großglockner, um nur einige zu nennen. Im 19. Jahrhundert fuhren Reisende mit Kutschen über die Alpen oder gingen zu Fuß. Heute sind die Alpen längst mit Straßen durchzogen, die wie steingewordene Schlangen wirken. Stefan Bogner, Autor und Fotograf von „Escapes“ und Inhaber der Münchener DesignAgentur fpm, nimmt sich jedes Jahr eine kleine Auszeit und fährt in die Alpen, um Pässe zu fotografieren. Er liefert mit „Escapes“ und seinen zum Teil doppelseitigen eindrucksvollen Fotografien einen Traum-Bildband für Passliebhaber, die an langen Winterabenden beim Blättern wieder mittendrin sind. Beim Betrachten dieses Fotobands steigt bei jedem Serpentinenfan die Lust auf die nächste Saison in den Alpen. Man spürt Stefan Bogners Passion für den Schwung der Straßen, den er in seinen Fotos festhält

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und begleitet. Ob es eine Rolle spielt, dass er als Neffe Willy Bogners natürlich auch den Schwung auf der Skipiste kennt und liebt? Die Erinnerungen an die Berge kehren zurück, wenn man diese einzigartigen Fotos betrachtet und die liebevollen Einführungen zu den jeweiligen Passstraßen liest. Höhenprofile und Streckenverlauf der hier gezeigten Alpenpässe von Frankreich bis Südtirol sind ebenfalls in einem separaten Heft enthalten.

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V.i.S.d.P. : ​Christian Ernst Frenko

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Herausgeber: ​ Weimer Media Group GmbH Maximilianstraße 13 80539 München

Archiv: www.boerse-am-sonntag.de/archiv

Geschäftsführer Dr. Wolfram Weimer Amtsgericht: München HRB 198201 Vertriebsleitung: Andreas Fiek, Tel.: 0911 / 274 00 0 andreas.fiek@finanzpark.de Anmeldung: Um „BÖRSE am Sonntag“ kostenfrei zu beziehen, melden Sie sich an unter: www.boerse-am-sonntag.de Abmeldung: Zur Abmeldung vom Bezug der „BÖRSE am Sonntag“ senden Sie einfach eine Email an: abmelden@boerse-am-sonntag.de

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Bildnachweis: Fotolia Layout: addna, Nürnberg Technik: Daniel Gruber, finanzpark AG Erscheinungsweise: wöchentlich, jeweils Sonntag Mitarbeiter dieser Ausgabe: Christian Ernst Frenko, Miriam Feuerstein, Thomas Uhlig, Margot Habjan, Andreas Fiek, Steffen Droemert, Michael Amtmann, Michaela Ellen Lenz, Michael Blumenroth, Wolfgang Tenor, Michael Fuchs, Christian Bayer, Jörg Billina, Thorsten Scheck Die Charts wurden mit freundlicher Unterstützung von TradeSignal erstellt. Deutsche Bibliothek: ISSN 1610-7446 Auflage: 117.000

oder insbesondere ersetzen. Es wird drin- einer unerlaubten Handlung oder einer gend empfohlen, sich stets auch immer aus sonstigen gesetzlichen Bestimmung ergeanderen Quellen zu informieren. benden Verantwortlichkeit, zum Ersatz des aus der Befolgung des Rates oder der Es kann im Einzelfall nicht ausgeschlos- Empfehlung entstehenden Schadens nicht sen werden, dass der Redakteur oder ein- verpflichtet ist.“ zelne Mitarbeiter der Herausgeberin an Unternehmen beteiligt sind, die Gegen- Für alle Hyperlinks gilt: Die Weimer Mestand von Analysen oder anderen Berich- dia Group GmbH erklärt ausdrücklich, ten sind. Umso mehr stellen die veröffent- keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und lichten Artikel, Nachrichten, Daten und die Inhalte der gelinkten Seiten zu haben. Empfehlungen immer auch eine persönli- Daher distanziert sich die Weimer Media Die Herausgeberin will ihren Abonnen- che Meinung des Autors dar und erheben Group GmbH von den Inhalten aller verten die Möglichkeit bieten, sich eine un- weder Anspruch auf Vollständigkeit noch linkten Seiten und macht sich deren Inabhängige und eigenverantwortliche Mei- auf alleinige Richtigkeit. halte ausdrücklich nicht zu Eigen. nung zu bilden, keinesfalls jedoch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf Wir verweisen insbesondere auf § 675 Diese Erklärung gilt für alle in den Seiten von Wertpapieren oder Rechten abgeben. II BGB, wonach die Weimer Media vorhandenen Hyperlinks, ob angezeigt Die zur Verfügung gestellten Informatio- Group GmbH, unbeschadet der sich oder verborgen, und für alle Inhalte der nen sollen auch keine Beratung darstellen aus einem (anderen) Vertragsverhältnis, Seiten, zu denen diese Hyperlinks führen. 25

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