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№ 4 · Sonntag, 27. Januar 2013

SPEZIAL > Seite 8

Zertifikatemarkt 2013 Editorial

LIEBE LESER IN NEN U ND LESER, schon Theodor Fontane wusste: Gegen eine Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf. In geldpolitischer Hinsicht ist es gerade hip, Geld aus dem Nichts zu schaffen. Jüngst hat die japanische Notenbank angekündigt, bei diesem riskanten Spiel noch eine Schippe draufzulegen. In Ermangelung von Alternativen bleibt ihr scheinbar nichts anderes übrig, als so zu versuchen, die eigene Währung abzuwerten, um das Versprechen der Regierung einzulösen, die Konjunktur anzukurbeln. Der jahrelange, nutzlose geldpolitische Wahnsinn in Japan wird damit auf eine neue Stufe gehoben. Erschreckend ist dabei, dass immer wieder die gleichen

Mittel genutzt werden, in der Hoffnung, dass sie diesmal zum gewünschten Ziel führen. Wirtschaftswachstum lässt sich aber nicht verordnen, schon gar nicht mit aus dem Nichts geschaffenem Geld. Auch viel hilft in diesem Fall nicht viel. Im Gegenteil: Erstens wird dadurch der weltweite Währungskrieg weiter geschürt. Zudem verschärft dies die ohnehin extrem schlechte Haushaltslage Japans. Aber auch immense Schulden und Staatsdefizite sind ja derzeit in Mode. Herzlichst, Ihre Redaktion von BÖRSE am Sonntag


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Milch zum heißen Wasser? Sonntag, 27. Januar 2013

AKTIEN & MÄRKTE Schliekers Woche. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 Tops und Flops-, Zitat- und Zahl der Woche. . . . . . . . . . . . 3 Markt im Fokus: Japan – Nicht kleckern, sondern klotzen! . . . . . . . . 4 Märkte im Überblick: S&P 500, DAX, EURO STOXX 50 . . . . . . .5 Aktie der Woche: SAP . . . . . . . . . . . . . . . 6 SPEZIAL Zertifikatemarkt 2013. . . . . . . . . . . . . . . . 8 Gastbeitrag: Jörg Moritzen. . . . . . . . . . . . 11 SERIE Aktienanleihen Teil 3. . . . . . . . . . . . . . . . 12 UNTERNEHMEN Unternehmen der Woche: T&A . . . . . . . . 14 News: Apple, Google, Nokia. . . . . . . . . . . . 15 FONDS Fonds der Woche: LBBW Global Warming. . . . . . . . . . . . . . 16 Fonds-News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17

ZERTIFIKATE Zertifikate-Idee: Quanto-Discount-Silber-Zertifikat . . . . . 18 Zertifikate-News. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 Rohstoffe Rohstoff der Woche: Baumwolle. . . . . . . . . 20 Rohstoffanalysen: Mais, Brent, Orangensaft, Zink. . . . . . . . . . . . . . . . . . 21 Lebensart Refugium der Woche: Windsor Hotel TOYA Resort & Spa. . . . . 22 Kulturkalender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 Coffeetable-Favourites: Koen Vermeule – Dreamer . . . . . . . . . . . 23 Impressum/Disclaimer . . . . . . . . . . . . . . 24

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Großbritannien lebt von seinem Empire und betrachtete es stets als eine Art gottgewollte Segnung für das gestählte Inselvolk, das seit 1066 jeder Invasion widerReinhard Schlieker stand, seinerseits daZDF Wirtschafts­ gegen alle möglichen korrespondent Erdteile maximalinvasiv behandelte. Imperiale Träume waren denn auch nur verpönt, wenn sie beispielsweise von einem deutschen Kaiser ausgingen: Imperial wurde ein Schimpfwort, Empire hingegen nicht. Auf die weltweite Bedeutung hat sich der Brite seit Jahrhunderten vorbereitet – die Schöpfer der legendären Asterix-Comics zeichneten schon das Bild des etwas dünkelhaft wirkenden antiken Britanniers, der mit „stiff upper lip“ am Lagerfeuer sitzt und stocksteif sein heißes Wasser mit Milch trinkt, dergestalt darüber sinnierend, ob nicht die Eroberung Indiens mitsamt der dort verfügbaren Ausbeute an feinstem Tee nicht schon genetisch verankert war, als man in den Pariser Salons noch nicht einmal Toiletten kannte (und sonst wo natürlich auch nicht). Bei dieser Sicht der Dinge muss das Schicksal des Königreichs wie ein stets schmerzender Stich vorkommen. Die Ländereien jenseits der Weltmeere sind verloren; Großbritannien ist darauf zurückgeworfen, sich mit den Kleingeistern vom europäischen Kontinent herumzuärgern. Das trieb den Premierminister Ihrer Majestät, David Cameron, dieser Tage dazu, eine Schimpfkanonade gleich zweimal abzulassen: Daheim, um die Anhänger einer „Weg mit Europa“Partei möglichst wieder in einstellige Umfrageregionen zurückzutreiben, andererseits in Davos beim World Economic Forum, um zu signalisieren, dass der Brite sich nicht von Bleistiftspitzern in Brüssel vorschreiben lässt, wie er zu leben hat. Schade eigentlich, dass die vorgetragene Empörung und die selbstgewisse Vorlesung darüber, wie man es einzig richtig macht in der Wirtschaft, darauf

angelegt zu sein schien, zweifelnde Sympathisanten endgültig über den Kanal zu treiben. Denn jenseits der Polarisierung gibt es definitiv britisch-kritische Ansätze, was man auch hier besser machen könnte. Nicht dazu gehören allerdings die mit Stolz hervorgehobenen Leistungen Londons auf dem Gebiet des Eindampfens von Sozialleistungen zum Beispiel. Schon vor Cameron war das britische Sozialsystem nicht üppig und die Förderung von Bildung und ärmeren Jugendlichen hat auch nicht funktioniert. Hin und wieder wird ja mal hingeschaut von auswärts, wenn bürgerkriegsähnliche Zustände nicht nur in den verfallenden Einwandergebieten, sondern auch in bürgerlichen Vierteln ihre Opfer fordern. Die kontinentaleuropäische Überversorgung und der Pamperismus, der gottvaterähnliche Staat in manchen Ländern, der tätschelt und lenkt, ist aber nun ja auch nicht das Wahre – eine Mischung wäre nicht schlecht, aber schon das Wort „Kompromiss“ lässt Cameron offensichtlich frösteln. Das verhindert leider gute Chancen und er gab in Davos beim Weltwirtschaftsforum ein nicht ganz so günstiges Bild europäischen Problembewusstseins ab. Andere Kontinente haben ganz andere Sorgen. Solche, die Großbritannien aber durchaus noch bekommen kann: fehlende Industrie, fehlende Mittelschicht zum Beispiel. Für Cameron war es ein Merkmal höchst ansehnlicher Internationalität, als er hervorhob, dass Briten und Inder gemeinsam die neueste Version des Jaguars entwickeln. Nun, zum einen gehört der Autohersteller den Indern und zum anderen drängt sich unwillkürlich der Gedanke auf, dass Briten früher einmal Autos auch ganz allein bauen konnten.

Was denken Sie über dieses Thema? Schreiben Sie direkt an den Autor, Herrn Reinhard Schlieker unter schlieker@boerse-am-sonntag.de


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Tops und Flops der Woche

tops Drägerwerk: Eigene Prognose überboten Im vergangenen Jahr steigerte Drägerwerk (WKN: 555063) die EBIT-Marge nach vorläufigen Berechnungen von 9,5% auf 9,7%. Anfang November hatte der Lübecker Medizin- und Sicherheitstechniker für 2012 eine operative Gewinnmarge im mittleren Bereich der Prognosespanne von 8,0% bis 9,5% in Aussicht gestellt. Der Umsatz zog von 2,26 auf knapp 2,4 Mrd. Euro an. 2013 soll die EBIT-Marge voraussichtlich 8,0% bis 10,0% erreichen. Das vollständige Zahlenwerk sowie eine konkretisierte Prognose will Drägerwerk am 12. März vorlegen. Beiersdorf: Jahresumsatz erhöht Der für seine Marken Nivea und Tesa bekannte Kosmetik- und Klebstoffproduzent Beiersdorf (WKN: 520000) steigerte den Umsatz im vergangenen Jahr von 5,63 auf 6,04 Mrd. Euro. Organisch wuchs der Umsatz um 4,7%. Anfang November 2012 hatten die Hamburger einen Anstieg um 3% bis 4% in Aussicht gestellt. In der Kosmetiksparte zog der Umsatz von 4,70 auf 5,05 Mrd. Euro an, in der Klebstoffsparte von 937 auf 992 Mio. Euro. Die operative Gewinnmarge (EBIT-Marge) soll wie prognostiziert rund 12% erreicht haben. IBM: Erwartungen übertroffen IBM (WKN: 851399) erhöhte den Überschuss im Schlussquartal dank reduzierter Kosten von 5,49 auf 5,83 Mrd. US-Dollar. Je Aktie zog der Gewinn von 4,62 auf 5,13 US-Dollar an, vor Sonderposten von 4,71 auf 5,39 US-Dollar. Umsatzwachstum verzeichnete lediglich das Software-Geschäft – der entsprechende Spartenumsatz kletterte von 7,65 auf 7,92 Mrd. US-Dollar. Der Gesamtumsatz sank von 29,49 auf 29,30 Mrd. US-Dollar. Analysten hatten 29,1 Mrd. US-Dollar Umsatz sowie 5,25 US-Dollar Gewinn je Aktie vor Sonderposten erwartet.

Zitat der Woche

„Der Kapitän hat die Binde. Und der Kapitän ist der Parteivorsitzende. Die Sturmspitze ist der Spitzenmann, der vorne die Tore schießen soll. Und das bin ich.“ Nach monatelangem Führungsstreit in der FDP erläutert Fraktionschef Rainer Brüderle seine und Philipp Röslers Rolle mittels Fußballsprache.

Zahl der Woche

+5,1 Mio. Mehr als fünf Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise wird die globale Arbeitslosigkeit 2013 laut Expertenprognosen erneut deutlich steigen. Im Laufe des Jahres muss mit zusätzlichen 5,1 Mio. Menschen ohne Job gerechnet werden, warnt die Internationale Arbeitsorganisation ILO.

Flops Siemens: Weniger verdient Der von Siemens (WKN: 723610) im ersten Geschäftsquartal (Ende: 31. Dezember) erzielte Überschuss schrumpfte von 1,38 auf 1,21 Mrd. Euro. Je Aktie fiel der Gewinn von 1,54 auf 1,40 Euro. Der Gewinn aus fortgeführter Geschäftstätigkeit ging von 1,31 auf 1,30 Mrd. Euro zurück. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum legte der Umsatz von 17,86 auf 18,13 Mrd. Euro zu. Der Auftragseingang sank von 19,79 auf 19,14 Mrd. Euro. Im Gesamtjahr soll der Gewinn aus fortgeführten Aktivitäten 4,5 bis 5,0 Mrd. Euro erreichen. DuPont: Gewinn implodiert Im vierten Quartal brach der Gewinn des US-Chemiekonzerns DuPont (WKN: 852046) aufgrund gestiegener Kosten von 377 auf 112 Mio. US-Dollar ein. Der Gewinn je Aktie schrumpfte von 0,40 auf 0,12 US-Dollar, vor Sonderposten von 0,26 auf 0,11 US-Dollar. Im Vergleich zur Vorjahresperiode stagnierte der Umsatz bei 7,32 Mrd. US-Dollar (4. Quartal 2011: 7,34 Mrd. US-Dollar). Experten hatten 7,2 Mrd. US-Dollar Umsatz sowie vor Sonderposten 0,07 US-Dollar Gewinn je Aktie erwartet. 2013 will DuPont 36 Mrd. USDollar umsetzen und vor Sonderposten je Aktie 3,85 bis 4,05 US-Dollar verdienen. Verizon: Quartalsverlust vervielfacht Die US-Telefongesellschaft Verizon (WKN: 868402) vervielfachte den Verlust im Schlussquartal von 212 Mio. auf 1,93 Mrd. US-Dollar. Der auf die Aktionäre entfallende Fehlbetrag verdoppelte sich von 2,02 auf 4,23 Mrd. US-Dollar. Je Aktie stieg das Minus von 0,71 auf 1,48 US-Dollar. Vor Sonderposten schrumpfte der Gewinn von 0,52 auf 0,38 US-Dollar je Aktie. Prognose: 0,50 US-Dollar. Der Vorsteuerverlust legte von 1,80 auf 4,74 Mrd. US-Dollar zu. Von 28,44 auf 30,04 Mrd. US-Dollar zog der Umsatz an. Analysten hatten 29,8 Mrd. USDollar Umsatz prognostiziert. 03

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TERMINE DER WOCHE 28.01. 13:30 US Caterpillar, Ergebnis 4. Quartal 28.01. 14:30 US Auftragseingang für langlebige Güter Dezember 30.01. 11:00 EU Geschäfts- und Verbraucherstimmung Januar 30.01. 15:00 US Federal Reserve Bank Ratssitzung 31.01. 08:00 DE Außenhandelspreise Dezember 31.01. 08:00 DE Einzelhandelsumsatz Dezember 01.02. 14:30 US Arbeitsmarktdaten Januar


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Japan: Nicht kleckern,

sondern klotzen!

Viel hilft viel, lautet derzeit das Motto in Japan. Die neue Regierung hatte bei ihren Versprechen, die Wirtschaft anzukurbeln, keinen Hehl daraus gemacht, dass diese Bemühungen durch eine noch expansivere Geldpolitik flankiert werden müssen. Nun fügten sich die Währungshüter brav dem Druck. Im Kampf gegen Def lation und Konjunkturf laute will Japans Notenbank ab 2014 unbegrenzt Wertpapiere ankaufen. Auch das Volumen soll gegenüber 2013

Nikkei 225

Stand: 25.01.2013

Indizes Index Dow Jones S&P 500 NASDAQ DAX MDAX TecDAX SDAX EUROSTX 50 Nikkei 225 Hang Seng

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deutlich steigen. Sie ändert damit ihre bisherige Strategie, derartige Käufe nur schrittweise auszuweiten. Offenbar kann sie nicht anders, als sich dem vom neuen

Stand: Freitag nach Börsenschluss

25.01.2013 % Vorwoche 52weekHigh % 52week 13895,98 +1,80% 13895,98 +8,93% 1502,96 +1,14% 1503,26 +13,34% 3149,71 +0,48% 3196,93 +11,76% 7857,97 +2,02% 7865,16 +22,36% 12730,86 +1,46% 12738,60 +29,57% 889,13 +2,02% 893,31 +20,26% 5785,88 +1,91% 5795,56 +24,62% 2744,18 +1,28% 2748,13 +13,34% 10926,65 +0,12% 10952,31 +23,00% 23580,43 -0,09% 23710,87 +17,26%

BÖRSE am Sonntag · 04/1 3

Ministerpräsidenten Shinzo Abe angekündigten Paradigmenwechsel in der makroökonomischen Strategie zu fügen. Verwundern würde es daher nicht, wenn das weitere Öffnen der Geldschleusen schon vor 2014 passiert. Schließlich endet die Amtszeit des aktuellen Notenbankchefs im April. Und die Regierung dürfte bei der Wahl des Nachfolgers darauf achten, dass dieser deren finanzpolitisches Motto unterstützt. Letztlich ist es jedoch einerlei, wann der Geldhahn noch weiter aufgedreht wird. Schließlich wird dieses Mittel schon seit Jahren eingesetzt, ohne nachhaltige Erfolge zu erzielen. Warum sollte es diesmal anders sein? Zwar scheint das Ziel dieser Maßnahmen, die eigene Währung zu schwächen, um der stark exportabhängigen Wirtschaft zu helfen, erst einmal aufzugehen, wie allein schon die Abwertung des Yen durch die seit dem Amtsantritt im Dezember immer wieder gemachten Forderungen des neuen Regierungschefs nach einer noch expansiveren Geldpolitik verdeutlichen. Eine nachhaltige Yen-Schwächung ist jedoch fraglich. Unter anderem, weil damit eine weitere Runde im weltweiten Abwertungswettlauf der Währungen eingeläutet würde und andere Länder nachziehen dürften. Hinzu kommt, dass letztlich eine Politik des aus dem Nichts geschaffenen billigen Geldes, selbst nach dem Motto viel hilft viel, keinen nachhaltigen Nutzen hat, weder für die Wirtschaft noch für die Bevölkerung.


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Märkte im Überblick

usa

Deutschland

Europa

Gewinnserie ausgebaut

Knoten beim DAX geplatzt?

Steigende Kon­ junkturzuversicht

Auch in der vergangenen Woche präsentierte sich der US-Aktienmarkt mit steigender Tendenz. Die US-Indizes bauten mit ihren jüngsten Zuwächsen dabei die Gewinnserie auf vier Wochen aus. Auch der NASDAQ Composite, der von der sinkenden AppleAktie belastet wurde, stieg am Ende. Der Elektronikkonzern konnte mit Quartalszahlen und Ausblick nicht überzeugen und die Anleger machen sich offenbar zunehmend Wachstumssorgen. Andere Bilanzen stellten die Investoren indes zufrieden und die Berichtssaison insgesamt war in der vergangenen Woche ein stützender Faktor für den US-Aktienmarkt. Darüber hinaus gab es in Sachen Haushaltsstreit Entwicklungen, die von den Investoren wohlwollend aufgenommen wurden. Zwar gibt es hinsichtlich der nötigen Sparmaßnahmen mitnichten eine Einigung, allerdings verständigten sich Demokraten und Republikaner darauf, sich noch mehr Zeit zur Verhandlung eines Kompromisses zu gönnen. Im Kongress wurde einfach beschlossen, die gesetzliche Schuldenobergrenze bis Mitte Mai auszusetzen. Die Wall Street nimmt das Geschenk gerne an. Die Unsicherheit über negative Auswirkungen von Ausgabenstreichungen ist zwar nicht vom Tisch, sie wurde aber in die Zukunft verschoben. Man könnte meinen, dass mit der Verschiebung bewusst versucht wird, die positive Entwicklung am US-Aktienmarkt seit Jahresbeginn weiter zu beflügeln.

Die in der vergangenen Woche veröffentlichten Stimmungsindikatoren verstärken die Hoffnung auf eine konjunkturelle Belebung im Frühjahr in Deutschland. Zunächst einmal sind die Finanzexperten zuversichtlich, wie der kräftige Anstieg des ZEW-Index im Januar impliziert, der damit bereits das zweite Mal hintereinander ungewöhnlich stark zulegte und damit nun ein Niveau erreicht hat wie seit Mai 2010 nicht mehr. Ferner hat sich die Stimmung bei den Firmen weiter gebessert. Mit der jüngsten Umfrage für Januar gab es nun bereits den dritten Monat in Folge einen steigenden ifo Geschäftsklimaindex, was gewöhnlich als Wendepunkt in der konjunkturellen Entwicklung angesehen wird. Zwar könnte es sich dabei nur um eine Zwischenerholung handeln, der deutsche Aktienmarkt profitierte dennoch. Der DAX, der bis zur Veröffentlichung der ifo-Daten am Freitag die Seitwärtsbewegung seit Jahresbeginn fortsetzte, startete durch. Er stieg erstmals seit Januar 2008 wieder über die Marke von 7.800 Punkten. Außerdem löste er besagte Seitwärtsbewegung mit dem Sprung über das Zwischenhoch von Anfang Januar bei 7.790 Zählern auf. Sollte sich dieser Ausbruch als nachhaltig erweisen, könnte der Knoten geplatzt sein und die zuletzt auszumachende Unentschlossenheit nun dahin übergehen, Kurs auf die 8.000erMarke und das Allzeithoch bei 8.152 Zählern zu nehmen.

Die Zuversicht bezüglich der konjunkturellen Entwicklung in der Eurozone bekam jüngst neue Nahrung. Neben dem sehr positiv aufgenommenen ifo Geschäftsklimaindex für Deutschland sorgten die MarkitEinkaufsmanagerindizes für gute Laune. Laut der ersten Veröffentlichung für Dezember stieg der viel beachtete Indikator getragen von den Zuwächsen in Deutschland zum Vormonat von 47,2 auf 48,2 Punkte. Zwar liegt er weiterhin unter der Schwelle von 50 Zählern und damit im Kontraktionsbereich, allerdings wurde die nun bereits dritte Verbesserung in Folge hervorgehoben, was die Annahme eines bald endenden wirtschaftlichen Sinkfluges im Währungsraum unterfüttert. In dem Freudentaumel gehen jedoch einige Dinge unter. Ernüchternd ist beispielsweise, dass die Einkaufsmanagerindizes für Frankreich weiter rückläufig sind. Dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone angesichts der strukturellen Probleme konjunkturell bald wieder Vollgas gibt, ist nicht zu erwarten. Gleiches gilt für Italien und Spanien. Wie düster die Lage in Spanien ist, davon zeugen abermals die auf einen neuen Rekordwert gestiegenen Arbeitslosenzahlen. Die wachsende konjunkturelle Zuversicht für die Eurozone basiert somit vor allem auf der Hoffnung einer robusten deutschen Wirtschaft, was angesichts der Probleme in der Nachbarschaft jedoch nicht gerechtfertigt scheint.

S&P 500

DAX

EURO STOXX 50

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Stand: 25.01.2013

Stand: 25.01.2013

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SAP peilt auch 2013 Rekorde an Bei Europas größter Software-Schmiede laufen die Geschäfte weiterhin glänzend. 2012 erzielte sie im Schlussquartal und auch im Gesamtjahr neue Rekorde. Dazu beigetragen haben die Erfolge der wichtigsten Innovationen. Auch im laufenden Jahr sollen die neuen Produkte, wie die Datenbanksoftware HANA oder die Anwendungen für die Datenwolke, die sogenannte Cloud, zum Wachstum beitragen. Das erfolgreiche Geschäftsmodell und die Wachstumsstrategie von SAP tragen weiterhin Früchte. Der Konzern hat sich seit der Gründung 1972 eine immense Branchenexpertise im Bereich Unternehmenssoftware sowie eine marktführende Stellung auf diesem Gebiet erarbeitet. Mit Akquisitionen und neu entwickelten Produkten wird diese Position konsequent ausgebaut. Mehr als 197.000 Kunden in rund 120 Ländern weltweit nutzen heute bereits die Anwendungen und Services. Mit ihnen lassen sich die betriebswirtschaftlichen Prozesse in Unternehmen permanent analysieren und steuern. Dadurch können die operativen Strukturen und Prozesse schnell und kontinuierlich an die sich ständig ändernden Marktbedingungen angepasst werden, was letztlich dabei helfen soll, rentabel zu wirtschaften. Dazu nötig sind moderne informationstechnische Lösungen, mit denen sich die immensen betriebswirtschaftlichen Daten sammeln und auswerten lassen, um damit die Basis für Entscheidungen zur Optimierung der Geschäftsabläufe zu schaffen. Zweistelliges Wachstum Dass derartige Lösungen nach wie vor gefragt sind, davon zeugen die jüngst vorgelegten vorläufigen Ergebnisse 2012. Zunächst einmal erzielte SAP im Schlussquartal Spitzenwerte. Bei einer der wichtigsten Steuergrößen für das operative Geschäft, den Software- und software-bezogenen Serviceerlösen (SSRS), gab es auf bereinigter 06

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Basis einen Zuwachs um 15% auf 4,27 Mrd. Euro. Das war damit das zwölfte Jahresviertel in Folge mit zweistelligen Steigerungsraten. Der Verkauf neuer Software-Lizenzen sowie Cloud-Anwendungen als ein Bestandteil der Ergebniskennzahl SSRS verzeichnete dabei im Schlussquartal 2012 ein Umsatzplus von 17% auf 2,1 Mrd. Euro. Die hier erzielten Erlöse sind das Basisgeschäft von SAP, auf dem weitere Umsätze aufbauen. Der Konzern zielt darauf ab, nach Installation der Software oder nach der Bereitstellung in der Cloud weitere

SAP

Stand: 25.01.2013


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Einnahmen zu generieren, etwa durch Wartung (Kundensupport, Updates, Erweiterungen), die als Support-Erlöse zusammengefasst den anderen Bestandteil der SSRS bilden und um 12% auf 2,17 Mrd. Euro zulegten. Der gesamte Konzernumsatz, zu dem neben den SSRS noch Einnahmen aus Beratung und Schulung sowie sonstigen Services zählen, erhöhte sich um 12% auf 5,06 Mrd. Euro. Zuwächse gab es ferner bei den Erträgen – zumindest bei den um Sondereffekte wie akquisitionsbedingte Aufwendungen bereinigten. So sank das berichtete Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 5% auf 1,59 Mrd. Euro, während das bereinigte um 10% auf 1,96 Mrd. Euro zulegte. Ähnlich sah es auch beim Nachsteuerergebnis aus. Es sank laut Rechnungslegung um 8% auf 1,1 Mrd. Euro, stieg jedoch bereinigt um 6% auf 1,36 Mrd. Euro.

Derivate auf SAP

Starkes Gesamtjahr Ordentliche Steigerungsraten gab es ferner im Gesamtjahr. Die Software- und softwarebezogenen Serviceerlöse legten auf bereinigter Basis um 17% auf 13,25 Mrd. Euro zu. Auf neue Software-Erlöse sowie CloudAnwendungen entfielen davon 5 Mrd. Euro, was einem Plus zum Vorjahr von 21% entspricht. Hier spiegeln sich die kräftigen Zuwachsraten bei den neuen Produkten wider. Der Support-Umsatz verbesserte sich um 14% auf 8,24 Mrd. Euro. Insgesamt erzielte der Konzern einen Umsatz von 16,3 Mrd. Euro und damit 14% mehr als 2011. Das EBIT nahm laut Rechnungslegung um 17% auf 4,06 Mrd. Euro ab. Bereinigt um Sondereffekte kletterte es um 11% auf 5,21 Mrd. Euro. Das Nachsteuerergebnis verringerte sich um 18% auf 2,83 Mrd. Euro. Bereinigt nahm es um 7% auf 3,61 Mrd. Euro zu. SAP zeigte sich mit dem Abschneiden im vergangenen Geschäftsjahr sehr zufrieden und der Vorstand erläuterte: „2012 haben wir Unternehmen in die Lage versetzt, die Nachfrage ihrer Kunden erstmals in Echtzeit bedienen zu können. Wir haben in unsere

Innovation als Wachstumstreiber Auch im laufenden Jahr will der SoftwareHersteller weiter wachsen und peilt neue Spitzenwerte an. Bei den Software- und software-bezogenen Serviceerlösen rechnet er demnach auf bereinigter Basis und ohne Berücksichtigung der Wechselkurse mit einem Wachstum von 11% bis 13%. Das Geschäft mit Cloud-Produkten soll dabei abermals kräftig zulegen und ein großer Wachstumstreiber sein. 2012 schoss der Umsatz im entsprechenden Bereich CloudSubskriptionen und -Support zum Vorjahr von 18 auf 342 Mio. Euro in die Höhe. 2013 wird nun mit einem Anstieg des bereinigten und um Währungseffekte eliminierten Cloud-Umsatzes auf rund 750 Mio. Euro erwartet. Inklusive Service-Erlösen könnte die Datenwolke sogar Einnahmen in der Nähe von 1 Mrd. Euro erreichen. Ein weiterer Wachstumstreiber ist die Datenbank-Software HANA. Nachdem damit 2012 rund 392 Mio. Euro umgesetzt wurden, werden 2013 etwa 650 bis 700 Mio. Euro erwartet. Abgesehen von den steigenden Einnahmen sollen auch die Erträge im

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BÖRSE am Sonntag · 04/1 3

WKN TB3U6A UU5F62 HV9NSN

Typ Hebel-Zert. (Long) Hebel-Zert. (Long) Hebel-Zert. (Short)

Basispreis 45,068 Euro 44,725 Euro 73,96 Euro

führende Innovation SAP HANA investiert und haben unser Cloud-Portfolio zum umfassendsten der gesamten Branche ausgebaut. Wir haben neue, industriespezifische Lösungen auf den Markt gebracht, die über mobile Endgeräte an jedem Ort zur Verfügung stehen.“ Er sprach zudem von anhaltender Wachstumsdynamik und sieht die Gesellschaft sehr gut aufgestellt, um die Ziele für 2015 zu erreichen. SAP will dann mehr als 20 Mrd. Euro Umsatz erwirtschaften und eine bereinigte operative Marge von 35% (2012: 32%) erzielen.

Knock-out 46,645 Euro 46,962 Euro 72,00 Euro

Laufzeit Hebel open end 4,17 open end 4,08 open end 4,00

SAP ISIN: DE0007164600 WKN: 716460 Kurs 25.01.13: 59,93 EUR 52-Wochen-Hoch: 62,79 EUR 52-Wochen-Tief: 40,95 EUR Empf. Stop-Loss: 51,50 Unser Anlageurteil: langfristiger Kauf Stand: Freitag nach Börsenschluss

laufenden Jahr weiter kräftig wachsen. Bei dem um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) peilt der Vorstand ohne Berücksichtigung von Wechselkurseffekten eine Spanne von 5,8 bis 5,95 Mrd. Euro an, was einer Steigerung von 12,3% bis 14,3% entspricht.

Fazit Die Wachstumsstrategie von SAP trägt weiterhin Früchte. Durch den Ausbau des Geschäfts in der jüngsten Vergangenheit mittels Akquisitionen und Innovationen hat der Software-Hersteller dabei nicht nur seinen adressierbaren Markt vergrößert, sondern trägt auch den sich ändernden Anforderungen Rechnung, indem er die klassischen Bereiche der Unternehmenssoftware mit mobilen Lösungen, Angeboten in der Cloud sowie Datenbanken verknüpft. Vor allem die Innovationen in der Cloud und im Bereich Datenbanken dürften sich dabei weiterhin als Wachstumstreiber erweisen. Insgesamt sollte SAP damit auch künftig hoch profitabel wachsen und bleibt damit ein vielversprechendes Investment, sodass Kurskorrekturen langfristige Kaufgelegenheiten darstellen könnten.


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Zertifikatemarkt 2013 Auf dem gereiften Markt für Zertifikate haben sich die risikoarmen Produkte durchgesetzt. Trotzdem haben die Papiere bei zahlreichen Privatanlegern noch immer ein Zockerimage. Die Branche leidet damit nach wie vor unter der LehmanPleite. Zu Unrecht. Lesen Sie, wie es 2013 weitergeht und was die Produkte im aktuellen Umfeld alles leisten. Niedrige Zinsen und Inflationssorgen sind zu einem stetigen Begleiter der Anleger geworden. Dass in einem solchen Umfeld höhere Risiken eingegangen werden müssen, um positive Renditen zu erzielen, hat sich bereits herumgesprochen. Doch wie die Mischung aus Rendite und Risiko aussehen sollte, ist je nach Person sehr unterschiedlich. Zertifikate haben gegenüber anderen Instrumenten vor allem den Vorteil, dass für nahezu jede Erwartungshaltung und jedes Szenario ein passendes Produkt zu bekommen ist.

Das Marktvolumen pendelte im vergangenen Jahr stets um die Marke von 100 Mrd. Euro und war damit stabil auf hohem Niveau.

Sicherheit geht vor Neue Trends gibt es hingegen kaum – dafür unterscheidet sich das Verhalten je nach Kenntnisstand der Käufer deutlich: „Die Zertifikate-Branche ist nach wie vor in zwei Geschwindigkeiten unterwegs. Die Selbstentscheider zeigen sich tendenziell risikobereiter und entscheiden sich häufig für kurz laufende Papiere wie Optionsscheine. Beratungskunden orientieren sich mehr an der Frage des Kapitalerhalts und wählen entsprechende Kapitalschutzprodukte. Anleger mit etwas mehr Erfahrung greifen gerne bei den klassischen Bonus-, Discount- und Express-Zertifikaten zu“, so Lars Brandau, Geschäftsführer des Branchenverbandes Deutscher Derivate Verband (DDV). Dominiert wird der Markt von den risikoarmen Produkten. Laut

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der aktuellen „Trendbarometer Zertifikate“Studie, die die DZ BANK und das Research Center for Financial Services der SteinbeisHochschule Berlin jährlich erstellen, teilen sich die in Zertifikate angelegten Mittel zu 79% in Garantie-Zertifikate und zu 21% in Produkte mit Teilschutz auf. Klare Verhältnisse Auch was das Marktvolumen insgesamt angeht, herrschen mittlerweile klare Verhältnisse: „Das Marktvolumen pendelte im vergangenen Jahr stets um die Marke von 100 Mrd. Euro und war damit stabil auf hohem Niveau“, so Brandau weiter. Die Zeiten des stürmischen Wachstums von vor der Krise sind aber ebenso vorbei: „Wir befinden uns in einem anhaltenden Konsolidierungsprozess“, so Brandau. Legt man die Zahlen der „Trendbarometer Zertifikate“Studie zugrunde, hat die Zertifikatebranche in den Portfolios einen Anteil von 11% erreicht. Zum Vergleich: Den höchsten Anteil an den Portfolios machen nach wie


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vor Investmentfonds (ohne ETFs) mit einem Anteil von 37% aus. Für die Branche ist das ein Erfolg. Nach der Lehman-Pleite und dem Absturz der Aktienmärkte in Folge der Finanzkrise stand die Zertifikate-Industrie vor dem Abgrund – es drohte der große Absturz.

Geholfen hat den Zertifikaten in den letzten Jahren das Angebot an Produkten mit hoher Sicherheit und vergleichsweise hoher Rendite.

Zertifikate haben sich etabliert Im Zuge der Finanzkrise und der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers war das Marktvolumen zwischenzeitlich bis auf rund 80 Mrd. Euro eingebrochen. Nach der Stabilisierung wird für die kommenden Jahre sogar mit einem moderaten Wachstum gerechnet: „Wir gehen davon aus, dass dieses Niveau auch 2013 gehalten und eventuell sogar übertroffen werden kann. Die Branchenvertreter haben sich in der Emittentenumfrage überwiegend positiv zu ihren Erwartungen 2013 geäußert“, so der DDVGeschäftsführer. Noch besser klingt das in der Steinbeis-Studie: „Auf Sicht von drei Jahren steigt der Anteil von Zertifikaten in den Portfolios von 11% auf 12%.“ Die goldene Mitte Geholfen hat den Zertifikaten in den letzten Jahren das Angebot an Produkten mit hoher Sicherheit und vergleichsweise hoher Rendite.

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Sie stellen für viele einen Mittelweg zwischen den vielfach ebenfalls skeptisch beurteilten Aktien und den beliebten Bankprodukten wie Tagesgeld & Co. dar: „Niedrige Zinsen sind kein neues Phänomen, sondern seit Jahren Standard. Deshalb suchen Kleinanleger schon länger Zinsersatzprodukte und stoßen dabei immer wieder auf klassische strukturierte Produkte, die mit etwas mehr Risiko auch mehr Rendite bringen können. Je nach Risikobereitschaft haben sich Zertifikate als Beimischung im Depot bewährt“, kommentiert Brandau. Das lässt sich auch an dem vom DDV veröffentlichten Kapitalschutzindex nachvollziehen. In den letzten zwölf Monaten stieg das Barometer immerhin um fast 5%. Die Benchmark, der EURO STOXX 50, legte mit rund 12,5% zwar stärker zu, im Gegensatz zum Kapitalschutzindex geriet er aber zwischenzeitlich auch deutlich in die Verlustzone (ca. –14%). Noch besser sieht es bei den Aktienanleihen aus. Sie bieten keine hundertprozentige Sicherheit, dafür aber höhere Renditechancen. Der zugehörige DDV-Index konnte in den letzten zwölf Monaten so auch mit dem EURO STOXX 50 mithalten (beide +12%), weist aber in den schlechten Monaten deutlich niedrigere Verluste aus. Es darf wieder etwas mehr sein Wie aus der oben genannten Steinbeis-Studie weiter hervorgeht, dürften Teilschutzprodukte insgesamt in den kommenden Jahren zulegen: „Der Anteil von Zertifikaten mit Teilschutz wird auf Sicht von drei Jahren um sechs Prozentpunkte auf 27% steigen.“ Dazu passt, dass Aktienanleihen, die zur Gattung der Teilschutzprodukte gehören, einer der Gewinner des Zertifikate-Jahres 2012 sind, während der Marktanteil der Kapitalschutzzertifikate gesunken ist. Tendenziell scheinen sich die Privatanleger damit eher weg von Produkten mit vollständigem Kapitalschutz und hin zu Teilschutzpapieren zu bewegen. Letztlich steht dies für eine ausgewogenere


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Zertifikatemarkt 2013

Mischung zwischen Risiko und Rendite. Die Anleger sind dementsprechend bereit, für eine mittlere Rendite auch wieder ein entsprechendes mittleres Verlustrisiko in Kauf zu nehmen. Aktienanleihen auf dem Vormarsch Weiteren Rückenwind könnten die Aktienmärkte liefern: „Aktien sind für uns derzeit die attraktivste Anlageklasse – trotz der volatilen Märkte. Vor allem in Japan und im übrigen Asien bieten sich attraktive Chancen. Dagegen steht Europa wegen der Schuldenkrise und der damit verbundenen Ungewissheit weniger in unserem Fokus“, so Dennis Stattman, Fondsmanager des BGF Global Allocation Fund bei BlackRock. Dementsprechend dürften auch Aktienanleihen weiter profitieren. Nicht zuletzt auch desIm Hinblick auf niedrige Zinsen halb, weil diese die – laut Steinbeis-Studie und Sicherheit könnten Aktien– wichtigsten Anforderungen, nämlich anleihen eine gute Wahl sein. Rendite-Risiko-Verhältnis und Sicherheit, unter einen Hut bringen: „Im Hinblick auf niedrige Zinsen und Sicherheit könnten Aktienanleihen eine gute Wahl sein“, so Mathias Schölzel, Director X-markets bei der Deutschen Bank. Wer allerdings angesichts der zuletzt gut gelaufenen Aktienmärkte und der nach wie vor ungelösten Staatsschuldenproblematik mit neuen Turbulenzen rechnet, für den könnten „im Hinblick auf möglicherweise fallende Kurse Reverse-Bonus-Zertifikate von Interesse sein“, so Schölzel salomonisch. Auch im Hinblick auf die anderen Aktienmärkte, die 2012 gut gelaufen sind, wie beispielsweise Mexiko, Indonesien, die Türkei und Südafrika, ist Schölzel vorsichtig: „Die sogenannten MISTStaaten sind derzeit sicher im Fokus. Man muss aber auch im Hinterkopf haben, dass diese Märkte schon ziemlich gut gelaufen sind. Z. B. legte der ISE 30, der Leitindex in der Türkei, in den letzten 52 Wochen über 50% zu.“ Zertifikate vs. ETFs Aber auch unter einem anderen Gesichtspunkt könnte 2013 ein Jahr für Zertifikate werden: Denn die Analystenprognosen für die großen Indizes sind eher verhalten. Beispielsweise erwarten die Banken für den DAX in diesem Jahr durchschnittlich einen Anstieg auf 8.029 Punkte – also nur um gut 5%. Kommt es tatsächlich zu einer Seitwärtsbewegung, sind Anleger mit entsprechenden Zertifikaten gut aufgestellt. Auf die Frage, in welchen Bereichen Zertifikate den populären ETFs überlegen sind, hat Schölzel eine eindeutige Antwort: „Ganz klar in Seitwärtsmärkten. Mit Zertifikaten lässt sich sehr genau eine Markterwartung darstellen. ETFs sind typischerweise Long oder Short only.“

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Fazit Standard-Zertifikate haben sich am Markt etabliert. Es werden keine Innovationen in Form von komplexen Varianten benötigt: „In Zeiten der Konsolidierung ist eher davon auszugehen, dass Anleger auf Klassiker zurückgreifen. Der neue Trend ist die Vorliebe für das Altbewährte“, so Brandau. Die großen Vorteile der Produkte sind der Kostenvorteil gegenüber Investmentfonds, die größere Flexibilität im Vergleich zu ETFs und die interessanten Risiko-Ertrags-Profile bewährter Strukturen.

Ausblick auf das nächste Spezial Ausgabe 5 (03.02.2013) Europa Wirtschaftsperspektiven 2013


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Gastbeitrag

Zertifikate-Trends 2013 Ende gut, alles gut. Trotz volatiler Börsen, vieler politischer Diskussionen und makroökonomischer Rezessionstrends endete das Krisenjahr 2012 an den Börsen versöhnlich. Der DAX hat – bei einem Punktestand von rund 7.600 Ende Dezember – im Jahresverlauf eine Wertentwicklung von satten 30% aufs Parkett gelegt und auch die Performance des EURO STOXX konnte sich mit rund 15% durchaus sehen lassen. Viele Analysten sind jetzt der Meinung, dass der DAX in den kommenden Monaten auch die psychologisch wichtige Marke von 8.000 Punkten knacken wird. Damit würden sogar die Allzeithochs aus den Jahren 2000 und 2007 mit 8.136 und 8.152 Punkten in greifbare Nähe rücken.

Jörg Moritzen Institutional Retail Sales, Erste Group Bank AG

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Die Entwicklung der vergangenen Monate ist zwar sehr positiv, aber nicht alle Anleger konnten davon profitieren. Denn im Jahresverlauf hatten viele die Risiken in ihrem Portfolio stark zurückgefahren und sich mit festverzinslichen Papieren mit Renditen knapp oberhalb oder sogar unterhalb der Inflationsrate zufriedengegeben. Auch für 2013 rechnen die Experten mit stark schwankenden Börsen und anhaltenden politischen Unsicherheiten, die die Marktentwicklung an den Börsen erheblich beeinflussen dürften. Deshalb drängt sich den Anlegern erneut die Frage auf, ob sie bereits jetzt weiter in Aktien oder Indizes investieren sollen oder lieber abwarten, ob in den kommenden Wochen nicht viele Investoren Gewinne realisieren und sich durch die entstehenden Kurskorrekturen bessere Einstiegschancen ergeben. Zertifikate sind für Anleger das ideale Werkzeug, um den Anforderungen schwankender Märkte gerecht zu werden. Denn dank der vielfältigen Strukturen ist es für jeden Anleger möglich, passend zu seinem individuellen Anlageprofil ein Produkt zu finden. Dabei kann er von steigenden, gleichbleibenden und fallenden Märkten profitieren.

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Für Investoren, die keine klare Marktentwicklung am Aktienmarkt identifizieren können, bieten beispielsweise Twin-Win-Produkte die Möglichkeit, an steigenden und fallenden Kursen zu partizipieren. Investoren können mit diesen Produkten 1 : 1 an der absoluten Wertentwicklung des Basiswertes zum Laufzeitende partizipieren. Einzige Voraussetzung dabei: Der Basiswert bewegt sich während der Laufzeit permanent über einer festgelegten Barriere. Wer klassische Anlageprodukte bevorzugt, kann auch in diesem Jahr auf ein vielfältiges Angebot an Stufenzinsanleihen und Zinsf loatern mit Kapitalschutz zurückgreifen. Allerdings wird auch 2013 mit Produkten, die vollständigen Kapitalschutz zum Laufzeitende bieten, nur schwer eine Outperformance zu erwirtschaften sein. Die Lösung für Anleger, die keine massiven Rückschläge der Aktienmärkte erwarten, können hier Produkte mit sehr tiefen Barrieren sein. Investoren können so einen Sicherheitspuffer wählen, der perfekt zu ihrem Chance-Risiko-Profil passt. Als Anlagealternative für Investoren, die für eine Outperformance auch höhere Risiken in Kauf zu nehmen bereit sind, bieten sich sogenannte Bonitätsanleihen an. Das sind Emissionen von Banken, die an Kreditausfallrisiken gekoppelt sind. Dabei setzen Anleger darauf, wie die Bonität von Staaten oder einzelnen Unternehmen bewertet wird. Diese Produkte sind zwar in ihrer Struktur etwas komplexer, bieten aber auch die Chance auf entsprechend höhere Renditen. Welche Entwicklung die Kurse dieses Jahr auch nehmen: Mit Zertifikaten können gut informierte Privatanleger in jeder Marktlage punkten.


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Aktienanleihen Teil 3

Nicht nur der Basiswert zählt –

Faktoren, die den Kurs von Aktienanleihen beeinflussen Bei Aktienanleihen wissen Anleger genau, was sie in welchem Kursszenario des Basiswerts zum Laufzeitende erwartet. Wie viel ist aber das Produkt während der Laufzeit wert? In erster Linie hängt der Preis der Anleihe vom Kurs des Basiswerts ab. Aber auch andere Faktoren wie Volatilität, Zinsen, Dividenden und Restlaufzeit spielen eine Rolle. Zur Vereinfachung der Zusammenhänge ein Beispiel: Eine Aktienanleihe bezieht sich auf eine Aktie (= Basiswert), die aktuell bei 100 Euro notiert und einen Basispreis von 90 Euro hat, der jährliche Kupon beträgt 8%.

in der Gewinnzone liegen. Die Folge: Der Kurs der Aktienanleihe steigt. Fällt hingegen der Aktienkurs, so sinkt auch der Preis der Aktienanleihe, da die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass die 90 Euro-Marke erreicht oder überschritten wird. Wird die Marke am Laufzeitende verfehlt, kann es zu Verlusten kommen.

Der Basiswert Notiert die Aktie zum Laufzeitende auf oder über der 90 Euro-Marke, erhalten Anleger den Nominalbetrag der Anleihe vollständig zurück und landen in der Gewinnzone. Steigt nun der Kurs der Aktie während der Laufzeit, dann erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Anleger zum Laufzeitende

Die Volatilität Steigt die erwartete Schwankungsbreite (Volatilität) der Aktie während der Laufzeit, sinkt der Kurs der Aktienanleihe. Denn je intensiver die Aktie schwankt, desto wahrscheinlicher wird es, dass die Aktie zum Laufzeitende unter dem Basispreis notiert, in unserem Beispiel also unterhalb von 90 Euro. Umgekehrt gilt: Sinkt die Volatilität der Aktie, steigt der Preis der Aktienanleihe. Zum Zeitpunkt des Aktienanleihenkaufs erhöht eine hohe Volatilität die Renditechancen der Aktienanleihe. Je höher die erwartete Schwankungsbreite, desto höhere Kupons kann das Produkt auszahlen.

Überblick Parameter Einfluss auf den Preis der Aktienanleihe bei sinkendem bei steigendem Parameter Parameter Kurs des Basiswertes   Restlaufzeit  – Volatilität   Zinsen   Dividende des Basiswertes  

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Die Zinsen Den Kupon (in unserem Beispiel 8%) erhalten Anleger in jedem Fall – unabhängig von der Kursentwicklung der Aktie. Verändert sich der allgemeine Marktzins, hat das jedoch Auswirkungen auf den Kurs der Aktienanleihe. Sinken die Kapitalmarktzinsen, steigert dies den Wert der Aktienanleihe. Steigen hingegen die Kapitalmarktzinsen, sinkt der Wert der Aktienanleihe. Diese Wechselwirkung gibt es auch


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Aktienanleihen Teil 3

bei herkömmlichen Anleihen, gemäß dem Angebot/Nachfrage-Prinzip der Marktteilnehmer. Steigt beispielsweise der allgemeine Marktzins, sind bereits begebene („alte“) Anleihen mit einem niedrigeren Zins nicht mehr gefragt. Demzufolge sinkt der Kurs der alten Anleihe, bis ihre Rendite dem aktuellen Marktzinssatz entspricht. Die Dividenden Wie bei anderen strukturierten Anlageprodukten auch, verwenden Emittenten die Dividenden des Basiswerts zur Finanzierung der Produktstruktur. Der geschätzte Dividendenwert des Basiswerts wird bei Emission in die Aktienanleihe eingepreist. Anleger müssen deshalb auf die – zumindest auf die direkte – Dividendenzahlung verzichten. Sollte es nun während der Laufzeit zu einer Abweichung der geschätzten Dividenden kommen, wirkt sich dies auf den Kurs der Aktienanleihe aus. Steigende Dividenden, die nicht den Erwartungen entsprechen, führen tendenziell dazu,

dass der Kurs der Aktienanleihe sinkt. Fallende Dividenden lassen hingegen den Kurs der Aktienanleihe steigen. Die Restlaufzeit Je kürzer die Laufzeit der Aktienanleihe, desto weniger Zeit hat der Basiswertkurs zu steigen oder zu fallen. Bei der Beispiel-Aktienanleihe, die über dem Basispreis von 90 Euro notiert, sinkt die Wahrscheinlichkeit daher mit abnehmender Laufzeit, dass dieser Basispreis berührt oder unterschritten wird. Das heißt: Je kürzer die verbleibende Laufzeit, desto mehr ist die Aktienanleihe wert. Die preisbeeinflussenden Faktoren verdeutlichen, warum es während der Laufzeit zu Kursänderungen von Aktienanleihen kommen kann. Aus Investorensicht ist zugleich wichtig: Die Laufzeit der Aktienanleihe sollte sich mit dem gewünschten Anlagezeitraum des Anlegers decken. Weiterhin sollte das Produkt zu seiner Markterwartung passen. Erfüllt sich seine Erwartung und will er das Produkt bis zum Laufzeitende halten, dürfte es für ihn nur eine untergeordnete Rolle spielen, wie sich sein Papier während der Laufzeit entwickelt.

Haben Sie Fragen oder Anregungen zu dem Thema? Gerne können Sie uns dazu eine Nachricht schreiben an serie@boerse-am-sonntag.de

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Chance auf attraktive Renditen Aktienanleihen mit hohem Zins auf DAX-Werte Aktienanleihe auf BASF

Aktienanleihe auf Deutsche Telekom

Aktienanleihe auf Volkswagen VZ

WKN

DX44AX

WKN

DX4224

WKN

DX422Y

Geldkurs

101,900%

Geldkurs

101,700%

Geldkurs

101,300%

Briefkurs

102,000%

Briefkurs

101,800%

Briefkurs

101,400%

Basispreis

70,00 EUR

Basispreis

8,50 EUR

Basispreis

180,00 EUR

Zinszahlung p.a.

7,00%

Zinszahlung p.a.

9,00%

Zinszahlung p.a.

10,00%

Stückzins

0,78 EUR

Stückzins

1,50 EUR

Stückzins

1,67 EUR

Abstand zum Basispreis 5,14%

Abstand zum Basispreis 3,95%

Abstand zum Basispreis 1,59%

Seitwärtsrendite

4,82%

Seitwärtsrendite

6,45%

Seitwärtsrendite

6,69%

Max. Rendite

4,82%

Max. Rendite

6,45%

Max. Rendite

6,69%

Emissionstag

23.01.2013

Emissionstag

21.01.2013

Emissionstag

21.01.2013

Laufzeit

17.12.2013

Laufzeit

17.12.2013

Laufzeit

17.12.2013

Nominalvolumen

1.000

Nominalvolumen

1.000

Nominalvolumen

1.000

Hier zur Aktienanleihe!

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Der maßgebliche Prospekt für die genannten Wertpapiere kann unter www.dbxmarkets.de heruntergeladen oder bei der Deutsche Bank AG, db-X markets, Große Gallusstrasse 10-14, 60311 Frankfurt, kostenfrei angefordert werden.

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Unternehmen der Woche

T&A – Geradlinigkeit und hohe Qualität

Als Anfang der 1990er-Jahre die legendäre Marke Braun die Produktion von Hi-Fi-Geräten einstellte, ging eine Ära zu Ende. Das klare, funktionale Design und der hohe technische Standard machen Braun-Komponenten noch heute zu beliebten Sammlerstücken, die in eigenen Werkstätten liebevoll restauriert werden. Doch mit der ostwestfälischen Firma T&A Elektroakustik gibt es ein Unternehmen, das die Idee von zeitlosem Design und hervorragender Qualität fortschreibt.

Für einen Hersteller der Oberklasse leistet sich T&A ein erstaunlich großes Sortiment.

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Die Ähnlichkeit von Braun und T&A ist unverkennbar. Bei beiden dominiert eine geradlinige Formgebung ohne überflüssige Schnörkel. Die Bedienelemente sind übersichtlich angeordnet, wobei die Eingabe über runde Drucktasten erfolgt. Sogar bei der Farbgebung, einem silbrigen Grau, gibt es Ähnlichkeiten, wobei die Gestaltung der T&A-Geräte aber so eigenständig ist, dass man eher von einer Fortschreibung als von der Übernahme des Braun-Designs sprechen sollte. Für einen Hersteller der Oberklasse leistet sich T&A ein erstaunlich großes Sortiment. Von Verstärkern über CD-Player und Plattenspieler bis hin zu Lautsprechern gibt es alles, was das Herz des Musikfreundes begehrt. Dank Kabeln und anderem Zubehör kann die komplette Anlage mit Komponenten aus einer Hand bestückt werden. Dabei gibt es sogar mehrere Serien, sodass unterschiedliche Ansprüche bedient werden können. Anders als viele Firmen aus dem High-EndSegment, die datenreduzierte Formate wie MP 3 wegen klanglicher Nachteile ablehnen, bietet T&A auch eine Serie von Receivern an, die auf derartige Signale hin ausgelegt sind. Dabei achtet der Hersteller auf die kompakte Ausführung seiner Geräte. Die Receiver aus der E-Serie vereinigen aufwendige Vor- und Endverstärker, Tuner sowie eine Vielzahl von digitalen und analogen Anschlüssen in einem Gehäuse. Für höchste Klangqualität gibt es die V-Serie. Sie besteht aus einem aufwendigen

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Plattenspieler, einem CD-Player und mehreren Verstärkern in der bewährten Röhrentechnik, die wegen ihrer klanglichen Meriten in den vergangenen Jahren eine Renaissance erlebt hat. Die Geräte zeichnen sich durch eine unverwechselbare, fast futuristische Optik aus, die sie von den Röhrenverstärkern anderer Hersteller, die äußerlich oft eher konservativ gestaltet sind, abhebt. Auch bei der Technik geht T&A eigene Wege. Durch spezielle Röhren und Schaltungen gelingt es der Firma, mit den sonst nicht allzu leistungsstarken Röhrenverstärkern eine ungewöhnlich hohe Wattzahl zu erreichen. Damit wird die Auswahl der passenden Lautsprecher erleichtert und auch Modelle, die höhere Leistung benötigen, können problemlos genutzt werden. Mit der Mono-Endstufe M 10 können sage und schreibe 1.000 Watt erzielt werden. Auch bei seinen Lautsprechern bietet T&A eine Vielzahl von Modellen für jede nur denkbare Anwendung an. Das obere Ende des Angebots markiert die Solitaire-Serie. Die bis zu 120 Kilo schweren und 1,60 Meter hohen Klangskulpturen sind so ausgelegt, dass sie von den akustischen Gegebenheiten der jeweiligen Wohnräume kaum beeinflusst werden. Lautsprecher waren es übrigens auch, mit denen bei T&A Ende der 1970er-Jahre alles begann. Die ersten Produkte der 1978 gegründeten Firma waren Lautsprecher. Schon damals beschäftigte sich Firmengründer Siegfried Amft intensiv mit dem Verhältnis von Laufsprechern und Umgebung. Ab 1986 kamen dann die ersten Elektronikkomponenten dazu. Trotz des stark gewachsenen Sortiments achtet die Firma auf Kontinuität. Lange Produktzyklen und die vielfältigen Nachrüstungsmöglichkeiten sorgen dafür, dass ein Gerät nicht schon im folgenden Jahr zum alten Eisen gehört. Daher werden die Komponenten auch weitgehend aus Metall gefertigt. Das sorgt nicht nur für Solidität, sondern auch für weitgehende Wiederverwertbarkeit. Als einer der wenigen deutschen Hersteller im hochpreisigen Audiosegment ist T&A in einer Vielzahl von Ländern aktiv. So gibt es neben mehreren europäischen Staaten auch Niederlassungen in Korea, Taiwan, Hongkong, Russland und der Ukraine.


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Apple

Google

Deutlich gestiegene Kosten machten Apple (WKN: 865985) im ersten Geschäftsquartal (Ende: 29. Dezember 2012) zu schaffen: Der Gewinn stagnierte bei 13,08 Mrd. USDollar (1. Quartal 2012: 13,06 Mrd. USDollar). Aufgrund einer gestiegenen Aktienzahl sank der Gewinn je Aktie von 13,87 auf 13,81 US-Dollar. Experten hatten mit 13,48 US-Dollar je Anteilschein gerechnet. Vor Steuern legte der Gewinn von 17,48 auf 17,67 Mrd. US-Dollar zu. Der im operativen Geschäft erzielte Gewinn schrumpfte von 17,34 auf 17,21 Mrd. US-Dollar. Dank einer brummenden Nachfrage zog der Umsatz von 46,33 auf 54,51 Mrd. US-Dollar (Prognose: 55 Mrd. US-Dollar) an. Gleichzeitig erhöhten sich die Herstellungskosten von 25,63 auf 33,45 Mrd. US-Dollar. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung kletterten von 0,76 auf 1,01 Mrd. US-Dollar, die Vertriebs- und Verwaltungskosten von 2,60 auf 2,84 Mrd. US-Dollar. Im Vergleich zur Vorjahresperiode stieg der iPhone-Absatz von 37 auf 47,8 Mio., der iPad-Absatz von 15,4 auf 22,9 Mio. Geräte. Die Zahl verkaufter MacComputer schrumpfte von 5,2 auf 4,1 Mio., der iPod-Absatz von 15,4 auf 12,7 Mio. Geräte. Im laufenden Quartal soll der Umsatz von 39,19 auf 41 bis 43 Mrd. US-Dollar anziehen. Die Durchschnittsprognose der Wall Street liegt bisher bei 45,6 Mrd. US-Dollar.

Im vierten Quartal steigerte Google (WKN: A0B7FY) den Gewinn auch dank einer niedrigeren Steuerbelastung von 2,70 auf 2,89 Mrd. US-Dollar. Je Aktie zog der Gewinn trotz einer gestiegenen Aktienzahl von 8,22 auf 8,62 US-Dollar an, vor Sonderposten von 9,50 auf 10,65 US-Dollar. Experten hatten vor Sonderposten 10,57 US-Dollar prognostiziert. Der Vorsteuergewinn legte von 3,49 auf 3,55 Mrd. USDollar zu. Dagegen schrumpfte der im operativen Geschäft erzielte Gewinn aufgrund deutlich gestiegener Kosten – die Ausgaben erhöhten sich von 7,08 auf 11,02 Mrd. USDollar – von 3,51 auf 3,39 Mrd. US-Dollar. Der Umsatz kletterte von 10,58 auf 12,90 Mrd. US-Dollar, der Umsatz ohne Berücksichtigung von Provisionszahlungen von 8,13 auf 9,82 Mrd. Dollar. Der Gesamtumsatz inklusive der Übernahme des HandyProduzenten Motorola Mobile zog von 10,58 auf 14,42 Mrd. US-Dollar, ohne Provisionszahlungen von 8,13 auf 11,34 Mrd. US-Dollar an (Prognose: 12,38 Mrd. USDollar). 2012 steigerten die Kalifornier den Gewinn von 9,74 auf 10,74 Mrd. US-Dollar beziehungsweise von 29,76 auf 32,31 USDollar je Aktie. Der Gesamtumsatz legte von 37,90 auf 50,18 Mrd. US-Dollar zu. 4,14 Mrd. US-Dollar trug Motorola zum Umsatzwachstum bei.

Unternehmenstermine Datum 28.01.2013 29.01.2013 30.01.2013 31.01.2013 31.01.2013

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Uhrzeit 13:30 07:00 13:30 07:30 -

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Name Caterpillar Philips Boeing Infineon, Deutsche Bank

Ereignis Ergebnis 4. Quartal Ergebnis 4. Quartal Ergebnis 4. Quartal Ergebnis 4. Quartal Vorläufiges Jahresergebnis 2012

Foto: ©Nokia

Verhaltener Ausblick Operativer Gewinn enttäuscht gesunken

Nokia

Rückkehr in Gewinnzone Nokia (WKN: 870737) verdiente im Schlussquartal aufgrund reduzierter Kosten 255 Mio. Euro. Im Vorjahreszeitraum hatten Abschreibungen in Höhe 1,09 Mrd. Euro unter dem Strich zu einem Minus von 1,08 Mrd. Euro geführt. Der auf die Aktionäre des angeschlagenen finnischen Handy-Herstellers entfallende Gewinn erreichte 202 Mio. Euro. Je Aktie stieg das Ergebnis von –0,29 auf +0,05 Euro. Vor Sonderposten stagnierte der Gewinn bei 0,06 Euro je Anteilschein. Das Vorsteuerergebnis verbesserte sich von –974 auf +375 Mio. Euro, das operative Ergebnis von –954 auf +439 Mio. Euro. Die Schwäche insbesondere im Smartphone-Segment – der Absatz implodierte von 19,6 auf 6,6 Mio. Geräte, der entsprechende Umsatz halbierte sich von 2,75 auf 1,22 Mrd. Euro – bescherte dem einstigen Weltmarktführer einen Umsatzeinbruch von 10,00 auf 8,04 Mrd. Euro. Während der Umsatz der Mobilfunksparte von 6,00 auf 3,85 Mrd. Euro absackte, stieg der Umsatz der Netzwerksparte (Nokia Siemens Networks) von 3,82 auf 3,99 Mrd. Euro. Im Gesamtjahr erhöhte sich der Verlust von 1,49 auf 3,79 Mrd. Euro. Vor diesem Hintergrund wird die Dividende für 2012 gestrichen. Für 2011 hatte Nokia trotz roter Zahlen 0,20 Euro je Aktie ausgeschüttet. Der Umsatz schrumpfte im vergangenen Jahr von 38,66 auf 30,18 Mrd. Euro.


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Fonds der Woche

LBBW Global Warming – wohltemperierte Rendite Die internationale Staatengemeinschaft will den Treibhauseffekt bekämpfen. Doch um der Erderwärmung entgegenzuwirken, bedarf es vor allem Unternehmen, die Lösungen und Produkte zur Verringerung des CO2-Ausstoßes anbieten. In sie investiert Christoph Keidel, Fondsmanager des LBBW Global Warming. Der Fonds erzielte 2012 ein Plus von rund 18%. Damit schneidet er deutlich besser ab als zahlreiche New Energy Fonds. Keidel hatte sich rechtzeitig von Wind- und Solarwerten getrennt. Die Temperaturen klettern stärker als bislang angenommen – das besagt jedenfalls eine jüngst vom National Climate Assessment and Development Advisory Committee für die US-Regierung erstellte Studie. Sollten keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden, sei ein Anstieg bis zum Ende des Jahrhunderts von bis zu 5 °C wahrscheinlich. Dürren, Wirbelstürme, Hitzewellen, Überflutungen und ein dramatischer Anstieg der Lebensmittelpreise wären dann unvermeidlich. Die Politik will dies verhindern und hat ambitionierte Klimaziele formuliert. „Damit diese erreicht werden, bedarf es jedoch der Industrie“, sagt Christoph Keidel. Der Manager des LBBW Global Warming bestückt sein Portfolio mit Unternehmen, die sich mit den immer größer werdenden Auswirkungen der Erderwärmung auseinandersetzen beziehungsweise die dazu beitragen, deren Folgen abzumildern. Das Branchenspektrum ist weit gefasst. „Wir finden Titel, die unseren Anlagekriterien entsprechen, in den Bereichen regenerative Energien, Wasser, Automobilzulieferung, Chemie, Anlagebau und Versicherung“, sagt Keidel. Um sich ein Bild von den Geschäftsaussichten der Unternehmen und den Kurschancen zu machen, spricht Keidel immer wieder direkt mit den Managern, besucht Investorenkonferenzen und tauscht sich mit Brokern aus. Vor einem Investment werden die Unternehmen jedoch noch einer Nachhaltigkeitsprüfung unterzogen. Firmen, die mit Kinderarbeit, Glücksspiel, Alkohol, Waffen oder Atomkraft in Verbindung gebracht werden können, sind tabu. LBBW Global Warming ISIN: DE000A0KEYM4 Fondsvolumen: 50 Mio. Euro Fondswährung: Euro Auflagedatum: 15.01.2007 Managementgebühr: 1,50% Gesamtkostenquote: 1,64%

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Besser als der STOXX Europe 50 Langfristiges Ziel des Fonds ist, einen Mehrertrag im Vergleich mit der durchschnittlichen Entwicklung europäischer Aktien zu generieren. Bislang ist das Keidel gelungen. 2012 übertraf er den STOXX Europe 50 mit einem Plus von 18% um sechs Prozentpunkte. Auch seit Auflage des Fonds im Jahr 2007 hat er den Vergleichsmaßstab klar geschlagen. Das zuletzt gute Ergebnis resultiert auch aus dem rechtzeitigen Verkauf von Solar- und Windaktien. Diese galten nach der Atomkatastrophe in Japan und der daraufhin in Deutschland beschlossenen Energiewende als aussichtsreich. Doch die Senkung der Solarförderung, vor allem aber die chinesische Konkurrenz, die deutlich billiger produzieren kann, ließ die Kurse in den Keller gehen. Kursfantasie bei Kunststoffproduzenten Mehr Potenzial sieht der Manager dagegen mittelfristig bei Automobilzulieferern. „In der Fahrzeugproduktion verdrängen chemisch hergestellte Leichtkunststoffe immer mehr Eisen und Stahl“, bemerkt Keidel. Weitere Unternehmen, die an diesem Trend partizipieren, findet der Manager im Chemiesektor. „Die französische Arkema liefert Grundstoffe für energieeffiziente Folgeprodukte für die Autobranche und andere CO2-intensive Branchen“, erklärt Keidel. Weitere Favoriten des Managers sind der österreichische Anlagebauer Andritz sowie der Gasproduzent und Ingenieurdienstleister Linde. Bei der Auswahl seiner Investments konzentriert sich Keidel vor allem auf Unternehmen mit einer hohen Marktkapitalisierung, die zudem über eine gewisse Preismacht verfügen. „Das gibt einen kontinuierlichen Performance-Schub“, sagt Keidel. Absoluten Schutz gegen einen generellen Abwärtstrend an den Märkten bietet ein reiner Aktienfonds wie der LBBW Global Warming allerdings nicht. Dazu sind die Aktien zu stark mit dem Gesamtmarkt korreliert. In Erholungsphasen konnte der LBBW Global Warming aber bislang seine Stärken ausspielen.


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Schroders

Drei neue Emerging-Markets-Anleihenfonds Der britische Vermögensverwalter Schroders erweitert sein Angebot an Schwellenländer-Anleihenfonds. Alle drei neuen Fonds sollen ihre jeweiligen Vergleichsindizes um 200 bis 300 Basispunkte übertreffen. Der Schroder ISF Emerging Market Bond (ISIN: LU0795632180) kann dabei aus dem gesamten Anlageuniversum der Schwellenländer-Anleihen wie Währungstitel, Unternehmensanleihen oder Staatsanleihen schöpfen. Fondsmanager James Barrineau ist auch für den Schroder ISF Emerging Market Sovereign Bond (ISIN: LU0795637577) verantwortlich. Der Fonds investiert in von Regierungen sowie Regierungsbehörden ausgegebene Schuldentitel

sowie in Unternehmensanleihen in der jeweiligen Landeswährung. Der Schroder ISF Emerging Market Corporate Bond (WKN: LU0795634988) investiert wiederum primär in Unternehmensanleihen aus Schwellenländern, die auf US-Dollar lauten. Zusätzlich kann Fondsmanager Rajeev De Mello bis zu 20% des Fondsvermögens in Staatsanleihen sowie bis zu 20% in auf lokale Währungen lautende Anleihen investieren. Laut Schroders sind die Renditeabstände bei Corporate Bonds in den Schwellenländern im Vergleich zu den Industrienationen immer noch hoch, sodass es weiterhin Wachstumsmöglichkeiten gäbe.

AXA Investment Managers

Fondswissen der Deutschen steigt Das Wissen der Deutschen über Investmentfonds ist wieder auf das Niveau vor Ausbruch der Finanzkrise gestiegen: Erstmals seit 2008 liegt der AXA-IM-Wissensindex wieder bei einem Wert von 50. Das ist ein Ergebnis der achten bevölkerungsrepräsentativen Umfrage von AXA Investment Managers in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest. Vor allem Männer und Besserverdiener mit einem Haushaltsnettoeinkommen ab 3.000 Euro schneiden überdurchschnittlich gut ab. Das sind zugleich die Personengruppen mit einem hohen Anteil an Fondsbesitzern. Insgesamt zeigen sich die Befragten deutlich sicherer bei der Beantwortung der Wissensfragen

als noch in den Vorjahren und sind eher in der Lage, richtige Aussagen zu erkennen. So wissen inzwischen 60% der Befragten, dass Rentenfonds in festverzinsliche Wertpapiere investieren. Im Vorjahr konnte lediglich die Hälfte der Befragten die richtige Aussage benennen. Dennoch zeichneten sich weiterhin große Wissenslücken ab: Knapp die Hälfte der Deutschen kann den Alternativbegriff „Anleihenfonds“ anstelle von „Rentenfonds“ nicht richtig zuordnen. Auch beim Thema Risikoeinschätzung gibt es laut AXA Investment noch Informationsbedarf. Beinahe die Hälfte der Befragten glaubt, dass Investmentfonds genauso riskant sind wie einzelne Aktien.

Fidelity

Ausgezeichnet bei den €uro Fund Awards Bei den €uro Fund Awards 2013 wurde das von der Investment-Gesellschaft Fidelity im vergangenen Oktober eingeführte systematische Anlage-Management SAM als „Vorsorgeprodukt des Jahres" prämiert. Dabei werden zunächst über ein internetbasiertes Beratungsprogramm das persönliche Anlageziel und der Risikotyp des Anlegers ermittelt. Danach schlägt SAM eine geeignete Vermögensallokation vor und erstellt ein Portfolio mit 9 bis 16 Aktien- und Rentenfonds der qualitativ besten aus 8.000 Fonds. Über den gesamten Anlagezeitraum hinweg wird das Depot für den Investor optimiert. Vor dem gewählten

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Auszahltermin wird das Risiko im SAM-Depot zudem sukzessive reduziert. Auch mit seinen Publikumsfonds überzeugte Fidelity bei den €uro Fund Awards. Der Fidelity Indonesia Fund erreichte zum zweiten Mal in Folge Platz 1 über eine Laufzeit von zehn Jahren. Damit liegt der Fonds über verschiedene Laufzeiten nun seit fünf Jahren kontinuierlich an der Spitze. Der Fidelity Thailand Fund erhielt ebenfalls die Bestnote für seine 5-Jahres-Performance. Über ein, drei und zehn Jahre belegt der Fonds jeweils den zweiten Platz. Ebenfalls mit Platz 1 wurde der Fidelity Latin America Fund über zehn Jahre Laufzeit prämiert.


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Quanto-Discount-Silber-Zertifikat – mit Rabatt und ohne Währungsrisiko Mehrere Faktoren deuten auf einen Anstieg des Silberpreises hin. Ob der Preis des Edelmetalls nur leicht oder ziemlich stark nach oben klettern wird, steht jedoch in den Sternen. Fakt ist hingegen, dass Anleger mit einem Silber-Discounter der Commerzbank ohne Nervenkitzel eine attraktive Rendite erzielen können. Mit Gold-Investments konnten Anleger in den zurückliegenden Jahren viel Geld verdienen, denn der Preis des gelblich glänzenden Edelmetalls ist seit Ende 2006 um 162% gestiegen. Zurzeit sehen einige Experten aber nur noch ein geringes Aufwärtspotenzial beim Goldpreis. Beispielsweise erwartet die Analystin Christin Tuxen von der Danske Bank, dass eine Unze Gold in diesem Jahr durchschnittlich 1.720 US-Dollar kosten wird. Wesentlich besser sind die Perspektiven bei Silber. Dieses Edelmetall könnte sich deutlich verteuern, da etwa die Hälfte der Silbernachfrage auf den Industriesektor entfällt. Somit deuten die Konjunkturbelebung in China und das moderate Wachstum der Wirtschaft in Amerika auf eine Zunahme des Silberbedarfs hin. Überzeugendes Chartbild Von großer Bedeutung ist, dass von den physisch hinterlegten Edelmetall-ETCs im Dezember 2012 die Silber-ETCs besonders hohe Mittelzuflüsse verbucht haben. Offensichtlich rechnen also viele Finanzinvestoren mit einem Anstieg des Silberpreises. Darüber

hinaus sind in den USA Silbermünzen derzeit sehr begehrt – dort dürfte der Absatz dieser Münzen im laufenden Monat ein Rekordhoch erreichen. Aber nicht nur unter fundamentalen, sondern auch unter charttechnischen Aspekten ist bei Silber alles im grünen Bereich. Schließlich hat der Preis in der zweiten Januarwoche dieses Jahres den Sprung über die aktuell bei 30,65 US-Dollar verlaufende 200-Tage-Linie geschafft, wodurch ein Kaufsignal generiert wurde. Renditestarker Silber-Discounter Mutige Anleger können mit Partizipations-Zertifikaten auf eine Silberpreis-Rally spekulieren. Diese Finanzprodukte bilden die Entwicklung des Preises im Verhältnis 1 : 1 ab. Für skeptische Börsianer, die beim Silberpreis kein großes Potenzial nach oben sehen, eignen sich allerdings eher Zertifikate mit Risikopuffer. Kaufenswert ist zum Beispiel ein von der Commerzbank emittiertes Discount-Zertifikat auf Silber (WKN: CM82DN), mit dem sich bis zum 17. Dezember 2013 eine Rendite von 9,7% (Stand: 25.01.2013) erzielen lässt, wenn der Basiswert am Laufzeitende mindestens bei 32,00 US-Dollar notiert. Da eine Unze Silber zuletzt 31,85 US-Dollar kostete und die Aussichten auf einen Preisanstieg gut sind, bietet dieses Rabattpapier ein hervorragendes Chance-Risiko-Verhältnis. Erwähnenswert ist, dass dieses Zertifikat währungsgesichert ist, weswegen sich dessen Besitzer keine Gedanken über die künftige Entwicklung des EuroDollar-Wechselkurses machen müssen. Positiv zu werten ist zudem, dass der Silber-Discounter mit einem relativ geringen Spread von 0,15 Euro gehandelt wird.

Quanto-Discount-Silber-Zertifikat Zertifikattyp Quanto-Discount

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Emittent Basiswert Fälligkeit WKN Commerzbank Silber 17.12.2013 CM82DN


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SOCIETE GENERALE

Inliner-Angebot wächst und wächst Die Société Générale baut ihre Palette an Inline-Optionsscheinen auf Blue-Chip-Aktien und den Brent Future weiter aus. Nunmehr haben die Franzosen 276 neue Inline-Optionsscheine auf ausgewählte Aktien sowie 31 Papiere auf den Brent Future emittiert. Die Neuemissionen umfassen folgende 14 Aktienwerte: Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Telekom, E.ON, Infineon, Metro, Nokia, RWE, SAP, Siemens, ThyssenKrupp, TUI und Volkswagen. InlineOptionsscheine sind nichts anderes als Korridorscheine, die mit einem oberen und einem unteren K.-o.-Level ausgestattet sind. Wird während der Laufzeit keine der Barrieren vom jeweiligen Basiswert berührt, winkt Anlegern eine Auszahlung von 10 Euro pro Schein.

Geht die Spekulation aber schief, kommt es zum Totalverlust. Wegen der mit ihnen verbundenen erhöhten Verlustrisiken sind Inline-Optionsscheine somit nur für erfahrene Anleger mit hoher Risikobereitschaft geeignet. Zugleich winken jedoch auch hohe Renditen, wie ein Beispiel zeigt: Der Schein mit der WKN SG3TG5 auf die Siemens-Aktie hat ein unteres K.-o.-Level bei 77 Euro, das obere K.-o.-Level liegt bei 96 Euro. Finaler Bewertungstag ist der 20. September 2013. Berührt Siemens während der Laufzeit zu keinem Zeitpunkt die beiden K.-o.-Grenzen, können Anleger (bei einem Erwerb zu aktuell etwa 3,90 Euro) ihren Einsatz binnen acht Monaten mehr als verdoppeln.

EFG

Neues Index-Zertifikat: Investieren in Myanmar Nach dem Ende der Militärdiktatur in Myanmar durchlebt das südostasiatische Land einen politischen und wirtschaftlichen Frühling. Es besteht enormer Nachholbedarf, angefangen bei der Stromversorgung, dem Transportwesen bis hin zur Wasserversorgung, schließlich zählt Myanmar zu den ärmsten Ländern der Welt. Doch ist Myanmar reich an Rohstoffen und besitzt aufgrund seiner Nähe zu China und Indien auch geografisch eine exzellente Ausgangsposition. Für Anleger ist es jedoch nahezu unmöglich, in Myanmars Wirtschaft zu investieren, denn das Land besitzt noch keine Börse. Abhilfe bietet der Solactive Myanmar-Focused Asia Index, den der Schweizer

Emittent EFG seit Dezember 2012 mit einem entsprechenden Tracker-Zertifikat (WKN: EFG2HS) nachbildet. Das Kursbarometer enthält notgedrungen keine Werte aus Myanmar selbst. Vielmehr vereint der Aktienkorb aktuell elf Unternehmen aus den Nachbarstaaten Thailand, Singapur und Hongkong, die zumindest kleine Teile ihrer Umsätze in Myanmar generieren oder dies vorhaben. Besagter Index wird als Performance-Index berechnet und bis zum Laufzeitende im November 2022 halbjährlich angepasst. Für Zeichner der ersten Stunde hat sich ihr Engagement bislang gelohnt: Sie liegen inzwischen gut 7% vorn.

CREDIT SUISSE

Spekulation auf Banken-Comeback Eine Banken-Spekulation mit hohen Coupons hat die Credit Suisse im Angebot: Die Eidgenossen legen einen neuen Memory Express (WKN: CS8AKY) auf den EURO STOXX Banken-Index auf, jenem Kursbarometer, das die Wertentwicklung der größten börsennotierten Eurozonen-Banken abbildet und noch etwa 50% unter dem Niveau des Jahres 2009 notiert. Käufer des Memory Express auf EuroBanken können mit einer jährlichen Bonuschance von mindestens

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6% und 45% Sicherheitspuffer rechnen. Auf Basis des aktuellen Stands wurde diese Marke selbst während der letztjährigen Finanzkrise nicht durchbrochen. Die Laufzeit des neuen Papiers beträgt fünf Jahre bis zum 1. März 2018, falls es nicht zu einer vorzeitigen Rückzahlung (Expressfunktion) kommt, die bereits nach einem Jahr möglich ist. Die Zeichnungsfrist läuft bis zum 21. Februar 2013, wobei hierbei ein Agio von 2% fällig wird.


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Rohstoff der Woche

Baumwolle:

China als treibende Kraft?

Der Preis für US-Baumwolle erreichte jüngst ein Niveau wie seit Mai 2012 nicht mehr. Zudem wurde eine charttechnische Hürde nachhaltig geknackt, was für weitere Zuwächse sprechen könnte. Seit dem Zwischentief von November 2012 zeigt die Tendenz bei Baumwolle aufwärts, in den vergangenen beiden Wochen mit zunehmender Dynamik. Aus charttechnischer Sicht ist nun interessant, dass die Hürde bei 78,02 US-Cent (Zwischenhoch von August 2012) nachhaltig überwunden worden zu sein scheint. In der Vorwoche knapp darüber gelugt, setzte sich der Preis jetzt deutlich ab. Dies könnte für weiter steigende Kurse sprechen. Allerdings wartet mit dem Zwischentief von Dezember 2011 (84,70 US-Cent) ein nächstes Hindernis. Aus fundamentaler Sicht könnten zuletzt die jüngsten Konjunkturdaten und Frühindikatoren aus China getrieben haben, die für Zuversicht sorgen, dass das Land nach der seit 2010 auszumachenden Schwächephase mit abnehmenden Wachstumsraten im ersten Halbjahr 2013 wieder mehr konjunkturellen Schwung gewinnt. Dies könnte die Nachfrage nach Baumwolle anheizen, ist das Reich der Mitte doch der größte Verbraucher der Pflanzenfaser. Allerdings gibt es auch Stimmen, die diesen Optimismus nicht teilen. Sie verweisen darauf, dass China zur Stützung der eigenen Bauern große Teile, etwa 84%, der eigenen Ernte 2012/13

aufgekauft und damit die Läger weiter gefüllt hat. Diese künstliche Verknappung des Angebots im Inland sorgte wohl für eine höhere Nachfrage auf dem Weltmarkt und trug mit zum Preisanstieg in den vergangenen Monaten bei. Die Vorräte sind inzwischen jedoch sehr hoch. Sollten sie dem Markt wieder zugänglich gemacht werden, könnte dies die Nachfrage aus China im Jahresverlauf 2013 dämpfen. Zudem hat das US-Landwirtschaftsministerium in seiner Einschätzung von Januar die Prognose eines weltweiten Überschusses zwischen Angebot und Nachfrage im Wirtschaftsjahr 2012/13 (bis Ende Juli) noch etwas angehoben. Die Frage ist nun, ob die Zuversicht bezüglich einer wirtschaftlichen Erholung in China nachhaltig die preisdämpfenden Faktoren überkompensieren kann. Baumwolle – März-Future (ICE)

Derivate auf Baumwolle (Basiswerte: JPMCCI - Cotton und März-Future [ICE]) Typ Index-Zertifikat Hebel-Zert. (long) Hebel-Zert. (short)

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WKN VT1FCN CK9JR4 CK29MT

Basispreis/Knock-out - 58,44/59,80 US-Cent 103,32/100,80 US-Cent

Laufzeit Hebel open end open end 3,40 open end 3,70


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Rohstoffanalysen

Rohstoffe im Überblick Mais – März-Future (CME)

Rohstoffe (Auswahl)

Nach den Zuwächsen in den beiden vorangegangenen Wochen gab es jüngst eine kleine Korrektur. Vielleicht wird nun noch einmal die als Unterstützung fungierende Marke bei 708,75 US-Cent angesteuert und getestet. Sollte es sich dabei nur um einen typischen Pullback handeln, würde dies wohl das kurzfristig bullishe Bild bestätigen.

Markt Kurs Rohöl WTI Crude NYMEX ($/bbl)

96,03

+0,82%

3,45

-3,25%

Heizöl NYMEX ($c/gal)

305,40

+0,16%

Gold NYMEX ($/Unze)

1658,40

-1,56%

31,22

-2,02%

740,09

+2,54%

Platin Spot ($/Unze)

1693,50

+1,31%

Aluminium Spot ($/t)

2042,50

+1,04%

Blei Spot ($/t)

2345,25

+2,23%

Kupfer Spot ($/t)

7997,75

-0,47%

Nickel Spot ($/t)

17265,00

-2,07%

Zinn Spot ($/t)

24710,00

-1,50%

Zink Spot ($/t)

2066,25

+2,45%

Baumwolle ICE ($c/lb)

80,820

+2,79%

Kaffee "C" ICE ($c/lb)

148,25

-4,75%

2182,00

-4,34%

Mais CBOT ($c/bu)

720,00

-1,00%

Orangensaft gefr. ICE ($c/lb)

113,50

-0,40%

1440,75

+0,84%

776,50

-1,86%

Zucker No.11 ICE ($c/lb)

18,35

-0,60%

Lebendrind CME ($c/lb)

130,80

+0,69%

Mastrind CME ($c/lb)

147,75

+1,08%

88,95

+4,25%

Erdgas NYMEX ($/MMBtU)

Silber Spot ($/Unze) Palladium Spot ($/Unze)

Brent – März-Future (ICE) Mit dem jüngsten Anstieg setzte Brent-Öl die steigende Tendenz seit Dezember fort. Dabei wurde nun die Abwärtstrendlinie resultierend aus den Zwischenhochs von März und September 2012 überwunden. Ein nachhaltiger Ausbruch könnte für weiter steigende Kurse in Richtung der Hürden bei 115,70 und 118,80 US-Dollar sprechen.

Kakao ICE ($/t)

Orangensaft – März-Future (ICE) Der Preis für Orangensaft setzte sich in der vergangenen Woche etwas weiter von der Haltezone 110 bis 107,15 US-Cent ab. Noch ist es zwar zu früh, von einem nachhaltigen Aufwärtsimpuls ausgehend von besagter Region zu sprechen, dieses Szenario bleibt aber bestehen. Ein erstes potenzielles Ziel wäre dabei der Bereich um 130,00 US-Cent.

Zink – Spot-Preis in US-Dollar (LME) Nachdem Zink zu Jahresbeginn erneut daran scheiterte, die Widerstandszone von etwa 2.078 bis 2.099 US-Dollar zu überwinden und zu einer Korrektur einsetzte, ging es zuletzt wieder aufwärts. Dabei näherte sich der Preis erneut besagtem Hindernis und könnte sich wohl abermals daran versuchen. Ein Sprung darüber wäre bullish zu werten.

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% zur Vorwoche

Sojabohnen CBOT ($c/bu) Weizen CBOT ($c/bu)

Schwein mag. CME ($c/lb)

Rohstoff-Indizes (Auswahl) Index Kurs

% zur Vorwoche

NYSE Arca Gold BUGS Index (HUI) 400,46

-6,84%

NYSE Arca Oil & Gas Index

1328,30

+1,86%

140,65

-0,59%

Reuters-Jeffries CRB Futures-Index 300,42

-0,26%

Rogers Int. Commodity Index

+0,64%

DJ AIG Commodity Index

3795,65


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Kulturkalender „Ein Sechstel der Erde. Über die Beziehung des Bildes zur Welt“ Ausstellung, 03.11.12–01.04.13, Zentrum für Kunst und Medientechno­ logie Karlsruhe, Karlsruhe, www.zkm.de „Brechtfestival Augsburg – 3. Familienkonzert” Musik, 03.02.13, Theater Augsburg – Großes Haus, Augsburg, www.brechtfestival.de „FETTES SCHWEIN – von Neil LaBute“ Bühne, 31.01.13–03.03.13, Fritz Rémond Theater im Zoo, Frankfurt am Main, www.fritzremond.de

Wellness-Urlaub auf Hokkaido – im Windsor Hotel TOYA Resort & Spa Die zweitgrößte japanische Insel Hokkaido, ohnehin für ihre wunderschöne Landschaft bekannt, beheimatet ein Luxushotel, dessen Lage besser nicht sein könnte: das Windsor Hotel TOYA Resort & Spa. Das auf einem Berg zwischen dem Toya-See und dem Pazifik gelegene Windsor Hotel TOYA Resort & Spa bietet einen spektakulären Blick auf die nördlichste japanische Insel, insbesondere auf den kreisförmigen Vulkansee Toya, der sich vom in 609 Metern Höhe gelegenen Hotel aus besonders gut bewundern lässt. Seine einzigartige Kombination aus kosmopolitischem Charme und traditioneller japanischer Eleganz macht dieses Luxushotel zu einem besonderen Ort. Ein motiviertes internationales Mitarbeiterteam bietet Gästen unaufdringlichen Service in dieser eleganten und einzigartigen Umgebung mit vollständig renovierten Unterkünften. Um nur einige der hoteleigenen Restaurants und Bars zu nennen: Michel Bras ist für französische Küche und Spezialitäten aus biologischem Anbau verantwortlich. In der „Arashiyama Kitcho“ werden elegante japanische Tsumikusa-Spezialitäten der 22

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Saison, vietnamesische Gerichte, Teppanyaki, Soba-Nudeln und Sushi serviert. Es ist auch eine authentische Sake-Bar vorhanden. Im „Pittore“ gibt es mediterrane Küche mit Pizza und Pasta. Die „Boulangerie Hotel de Kayser“ hingegen hat sich auf innovative Gebäckkreationen spezialisiert. Für sportliche Gäste stehen ein 18-LochGolfplatz sowie ein Tennisplatz, Pool, Sauna, ein großzügiger Fitness-Bereich, ein Whirlpool sowie heiße Quellbäder im japanischen Stil zur Verfügung. Japan ist seit jeher für seine Gesundheitstherapien und Entspannungstechniken bekannt. Aushängeschild des Hotels ist das „Bloom Spa Toya“, in dem man wohltuende Massagen und Gesundheitsbehandlungen genießen darf und mit Körper und Geist zu tiefer Entspannung zurückfindet. W eitere Infos unter www.windsor-hotels.co.jp

„Dantons Tod“ Bühne, 25.01.13–13.04.13, Theater der Altstadt im Westen, Stuttgart, www.theater-der-altstadt.de Anzeige

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Coffeetable-Favourites

Spinning 2005, 210x200cm, Öl und Acryl auf Leinwand

In Mirror, 2010, 76x60 cm, Öl und Acryl auf Leinwand

Global Nomad 1, 2008, 145x105 cm, Öl und Acryl auf Leinwand

Koen Vermeule – Dreamer In dieser vom Jovis Verlag herausgegebenen Monografie stellen die Autoren Eckhard Hollmann, Christoph Tannert und Heike Endter den zeitgenössischen, in Amsterdam lebenden und wirkenden Künstler Koen Vermeule vor.

Koen Vermeule – Dreamer Eckhard Hollmann, Christoph Tannert, Heike Endter Verlag: Jovis Verlag Ausgabe: 80 Seiten Sprache: Deutsch ISBN: 978-3-86859-180-4 Preis: 28,00 Euro www.jovis.de

Ein bekanntes Bild des Amsterdamer Künstlers Koen Vermeule heißt „Out and about“. Im Interview nennt er es „einen guten Titel für mein gesamtes Werk“. Denn er ist ständig weltweit unterwegs. Die Anfänge seiner Bilder liegen auf der Straße; er hebt sie auf, beginnt zu formen und zu fabulieren. Das verbindet ihn mit Street Art und Comic. Und hier liegen auch die Wurzeln seiner Kunst. So lebendig wie das Leben ist auch seine künstlerische Sprache, die er für die Begegnungen mit Menschen in aller Welt findet, ganz gleich, ob es sich um den „Tokyo Dreamer“ oder den farbigen Schuhputzer in „The Call“ handelt.

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Die meist mit Öl- oder Acrylfarbe gemalten Bilder von „Dreamer“ geben auf außerordentliche Art den Charakter von Ruhe und Stille wieder. Zu sehen sind zum Beispiel weitläufige Meereslandschaften, Figuren, die, in einem dunklen Zimmer sitzend, still aus dem Fenster blicken oder einfach ein liegender Mann, der vielleicht verträumt in den Himmel blickt. Neben Menschen ist Landschaft die zweite Konstante in Vermeules Werk. Weite Himmel über dem Meer, Dünen und Strand stehen ganz in der Tradition holländischer Landschaftsmalerei. Von Vermeule werden sie jedoch in die Gegenwart geholt. Kontrastreich und klar aufgebaut, wirken sie oft wie überblendet. Sie erinnern an Filmstills. Und das wiederum verbindet sie mit seinen Straßenbildern: Koen Vermeules eigenwillige künstlerische Handschrift ist auch hier unverkennbar.

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V.i.S.d.P. : ​Christian Ernst Frenko

Leserservice: leserservice@boerse-am-sonntag.de

Herausgeber: ​ Weimer Media Group GmbH Maximilianstraße 13 80539 München

Archiv: www.boerse-am-sonntag.de/archiv

Geschäftsführer Dr. Wolfram Weimer Amtsgericht: München HRB 198201 Vertriebsleitung: Andreas Fiek, Tel.: 0911 / 274 00 0 andreas.fiek@finanzpark.de Anmeldung: Um „BÖRSE am Sonntag“ kostenfrei zu beziehen, melden Sie sich an unter: www.boerse-am-sonntag.de Abmeldung: Zur Abmeldung vom Bezug der „BÖRSE am Sonntag“ senden Sie einfach eine Email an: abmelden@boerse-am-sonntag.de

Risikohinweise / Disclaimer: „Sie erhalten diesen Newsletter als kostenlosen Service der Weimer Media Group GmbH. Alle veröffentlichten Artikel, Nachrichten, Daten und Empfehlungen werden von der Herausgeberin mit großer Sorgfalt erstellt; da die Redaktion ihrerseits aber auch auf Quellen Dritter angewiesen ist und auch den Mitarbeitern der Herausgeberin Fehler unterlaufen können, kann für die Richtigkeit aller Angaben keine Garantie übernommen werden.

Bildnachweis: Fotolia, Analytik Jena Layout: addna, Nürnberg Technik: Daniel Gruber, finanzpark AG Erscheinungsweise: wöchentlich, jeweils Sonntag Mitarbeiter dieser Ausgabe: Christian Ernst Frenko, Miriam Feuerstein, Thomas Uhlig, Margot Habjan, Andreas Fiek, Steffen Droemert, Michael Amtmann, Michaela Ellen Lenz, Reinhard Schlieker, Wolfgang Tenor, Michael Fuchs, Christian Bayer, Jörg Billina, Thorsten Scheck, Martin Münzenmayer, Gian Hessami, Jörg Moritzen Die Charts wurden mit freundlicher Unterstützung von TradeSignal erstellt. Deutsche Bibliothek: ISSN 1610-7446 Auflage: 117.000

oder insbesondere ersetzen. Es wird drin- einer unerlaubten Handlung oder einer gend empfohlen, sich stets auch immer aus sonstigen gesetzlichen Bestimmung ergeanderen Quellen zu informieren. benden Verantwortlichkeit, zum Ersatz des aus der Befolgung des Rates oder der Es kann im Einzelfall nicht ausgeschlos- Empfehlung entstehenden Schadens nicht sen werden, dass der Redakteur oder ein- verpflichtet ist.“ zelne Mitarbeiter der Herausgeberin an Unternehmen beteiligt sind, die Gegen- Für alle Hyperlinks gilt: Die Weimer Mestand von Analysen oder anderen Berich- dia Group GmbH erklärt ausdrücklich, ten sind. Umso mehr stellen die veröffent- keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und lichten Artikel, Nachrichten, Daten und die Inhalte der gelinkten Seiten zu haben. Empfehlungen immer auch eine persönli- Daher distanziert sich die Weimer Media Die Herausgeberin will ihren Abonnen- che Meinung des Autors dar und erheben Group GmbH von den Inhalten aller verten die Möglichkeit bieten, sich eine un- weder Anspruch auf Vollständigkeit noch linkten Seiten und macht sich deren Inabhängige und eigenverantwortliche Mei- auf alleinige Richtigkeit. halte ausdrücklich nicht zu Eigen. nung zu bilden, keinesfalls jedoch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf Wir verweisen insbesondere auf § 675 Diese Erklärung gilt für alle in den Seiten von Wertpapieren oder Rechten abgeben. II BGB, wonach die Weimer Media vorhandenen Hyperlinks, ob angezeigt Die zur Verfügung gestellten Informatio- Group GmbH, unbeschadet der sich oder verborgen, und für alle Inhalte der nen sollen auch keine Beratung darstellen aus einem (anderen) Vertragsverhältnis, Seiten, zu denen diese Hyperlinks führen. 24

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Ausgabe 04/13 (Spezial: Zertifikatemarkt 2013)