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BAND 4

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Chemie

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Chemie

BAND 4

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Chemie

Stell dir vor, ein kleiner Kobold würde alle Kunststoffe verschwinden lassen. Viele alltägliche Dinge würden plötzlich ganz anders aussehen … Alles was uns umgibt, auch das gesamte Leben, ist das Ergebnis chemischer Prozesse. Dr. Rainer Köthe

Was ist eine chemische Reaktion? Woraus bestehen Kunststoffe? Wie funktioniert ein Katalysator?

Diplom-Chemiker

Faszination Chemie – lass dich davon begeistern!

In dieser Reihe bereits erschienen: Band 1 Unsere Erde Band 2 Der Mensch Band 3 Energie Band 4 Chemie Band 5 Entdecker und ihre Reisen Band 6 Die Sterne Band 7 Das Wetter Band 8 Das Mikroskop Band 9 Der Urmensch Band 10 Fliegerei und Luftfahrt Band 11 Hunde Band 12 Mathematik Band 13 Wilde Tiere Band 14 Versunkene Städte Band 15 Dinosaurier Band 16 Planeten und Raumfahrt Band 17 Licht und Farbe Band 18 Der Wilde Westen Band 19 Bienen, Wespen und Ameisen Band 20 Reptilien und Amphibien Band 21 Der Mond Band 23 Architektur Band 24 Elektrizität Band 25 Schiffe Band 27 Pferde Band 28 Akustik Band 29 Wissenschaften Band 30 Insekten Band 31 Bäume Band 32 Meereskunde

ISBN 978-3-7886-0244-4

9 783788 602444

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Band 33 Pilze Band 34 Wüsten Band 35 Erfindungen Band 36 Polargebiete Band 37 Computer und Roboter Band 38 Säugetiere der Vorzeit Band 39 Magnetismus Band 40 Vögel Band 41 Fische Band 42 Indianer Band 43 Schmetterlinge Band 44 Die Bibel. Das Alte Testament Band 45 Mineralien und Gesteine Band 46 Mechanik Band 47 Elektronik Band 48 Luft und Wasser Band 49 Sport Band 50 Der menschliche Körper Band 51 Muscheln, Schnecken, Tintenfische Band 52 Briefmarken Band 53 Das Auto Band 54 Die Eisenbahn Band 55 Das alte Rom Band 56 Ausgestorbene und bedrohte Tiere Band 57 Vulkane Band 58 Die Wikinger Band 59 Katzen Band 60 Die Kreuzzüge Band 61 Pyramiden

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Band 62 Die Germanen Band 63 Fotografie Band 64 Die alten Griechen Band 65 Eiszeiten Band 66 Geschichte der Medizin Band 67 Die Völkerwanderung Band 68 Natur Band 69 Fossilien Band 70 Das alte Ägypten Band 71 Piraten Band 72 Heimtiere Band 73 Spinnen Band 74 Naturkatastrophen Band 75 Fahnen und Flaggen Band 76 Die Sonne Band 78 Geld Band 79 Moderne Physik Band 80 Tiere – wie sie sehen, hören und fühlen Band 81 Die sieben Weltwunder Band 82 Gladiatoren Band 83 Höhlen Band 84 Mumien Band 85 Wale und Delfine Band 87 Türme und Wolkenkratzer Band 88 Ritter Band 89 Menschenaffen Band 90 Der Regenwald Band 91 Brücken und Tunnel Band 92 Papageien und Sittiche Band 93 Die Olympischen Spiele

Band 94 Samurai Band 95 Haie und Rochen Band 96 Schatzsuche Band 97 Zauberer, Hexen und Magie Band 98 Kriminalistik Band 99 Sternbilder und Sternzeichen Band 100 Multimedia und virtuelle Welten Band 101 Geklärte und ungeklärte Phänomene Band 102 Unser Kosmos Band 104 Wölfe Band 105 Weltreligionen Band 106 Burgen Band 107 Pinguine Band 108 Das Gehirn Band 109 Das alte China Band 110 Tiere im Zoo Band 112 Fernsehen Band 113 Europa Band 114 Feuerwehr Band 115 Bären Band 116 Musikinstrumente Band 117 Bauernhof Band 118 Mittelalter Band 119 Gebirge Band 120 Polizei Band 121 Schlangen Band 122 Bionik Band 123 Päpste

Band 124 Bergbau Band 125 Klima Band 126 Deutschland Band 127 Ernährung Band 128 Hamster, Biber und andere Nagetiere Band 129 Lkw, Bagger und Traktoren Band 130 Maya, Inka und Azteken

Gedruckt in Europa.

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Inhalt Vom Feuer zur chemischen Industrie Was sind chemische Vorgänge? 4 Was ist eine chemische Reaktion? 6 Was nützt uns die Chemie? 6 Seit wann nutzen Menschen die Chemie? 7 Welche Geheimrezepte kannten die ägyptischen Priester? 8 Welche Erklärungen hatten die alten Griechen für die Stoffvielfalt? 9 Wonach suchten die Alchemisten? 10 Welche Bedeutung hatten die Alchemisten für die moderne Chemie? 12 Wie entstand die chemische Industrie? 13

Atome und Moleküle Was sind Elemente? 14 Wie unterscheiden sich Gemisch und Verbindung? 15 Was ist ein Atom? 16 Wie sind Atome aufgebaut? 17 Wie unterscheiden sich die Atome unterschiedlicher Elemente? 17 Was ist das Periodensystem der Elemente? 18 Was sind Moleküle? 20 Wodurch halten Moleküle zusammen? 21 Was ist eine chemische Formel? 22 Wie groß können Moleküle werden? 22 Warum gibt es feste, flüssige und gasförmige Stoffe? 23 Was geschieht bei einer chemischen Reaktion? 24 Was ist ein Katalysator? 24

Chemische Elemente – Grundstoffe der Welt Was geschieht bei einer Verbrennung? Aus welchen Gasen besteht die Luft? Welche Elemente formen die Erdkruste?

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Wonach stinken faule Eier? Wie wird Eisen gewonnen? Was ist der Unterschied zwischen Eisen und Stahl? Was haben Ruß und Diamanten gemeinsam? Wie sind Kohle und Erdöl entstanden?

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Die Chemie der Lebewesen Woraus bestehen unsere Nahrungsmittel? Welche ist die wichtigste chemische Reaktion? Woraus besteht unser Körper?

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Chemie bestimmt die Welt Was trägt die Chemie zu unserer Ernährung bei? Was machen Chemiker? Was sind Pflanzenschutzmittel? Hilft uns die Chemie, gesund zu bleiben? Woraus bestehen Kunststoffe? Wie gefährlich ist die Chemie?

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Glossar

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Atome und Moleküle Schon die griechischen Gelehrten der Antike hatten angenommen, dass die Vielfalt Was sind Elemente? der stofflichen Welt aus wenigen Ursubstanzen oder Elementen zusammengesetzt sei. Aber je mehr die Chemiker der Neuzeit von der Umwandlung der Stoffe wussten, desto unwahr-

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scheinlicher wurde diese Vorstellung. Sowohl Erde als auch Luft ließen sich in mehrere Bestandteile zerlegen, ebenso wie Mineralien und viele andere bekannte Stoffe. Um 1800 gelang das auch beim Wasser: Leitete man elektrischen Strom hindurch, trennte er die Flüssigkeit in zwei Gase auf, die Wasserstoff und Sauerstoff genannt wurden. Aber die Metalle Gold, Silber,

Das Kohlenstoffatom mit seinen sechs Elektronen. Dahinter ein Molekülmodell einer Kohlenstoff-Verbindung.


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ELEMENTARES Bei normalen Temperaturbedingungen sind zwei der natürlich vorkommenden Elemente flüssig: Quecksilber und Brom. Elf sind Gase, nämlich Argon, Chlor, Fluor, Helium, Krypton, Neon, Radon, Sauerstoff, Stickstoff, Wasserstoff und Xenon. Der Rest ist

Zwei Gemische: Milch ist eine Mischung von Fetttröpfchen und Wasser (eine Emulsion). Feinste Wassertröpfchen in Luft (rechts) nennt man Nebel.

fest. Drei Viertel aller Elemente gehören zu den Metallen. Einige sind, wie man vor gut hundert Jahren entdeckte, radioaktiv. Insbesondere die künstlich hergestellten Elemente existieren oft nur Bruchteile von Sekunden und zerfallen dann, wobei sie radioaktive Strahlen aussenden.

Kupfer, Eisen, Blei oder Quecksilber und Nicht-Metalle wie Schwefel und Phosphor widerstanden allen Versuchen, sie aufzuspalten. Tatsächlich handelt es sich bei diesen Stoffen um echte Elemente – die Grundbausteine der Materie. Mit der Zeit wurden immer mehr dieser Grundstoffe entdeckt. Heute kennen wir insgesamt 118 Elemente, von denen allerdings nur 90 in der Natur zu finden sind. Die anderen wurden künstlich hergestellt, manche davon nur in winzigsten Mengen. Unsere Welt ist also nur aus 118 (bisher bekannten) unterschiedWie unterlichen Bausteischeiden sich Gemisch und nen aufgebaut. Verbindung? Aus ihnen setzen sich die Millionen von Stoffen zusammen. Ein einfaches Experiment zeigt, wie das vor sich geht: Eisen und Schwefel sind Elemente; sie lassen sich mit keinem chemischen Mittel in weitere Bestandteile zerlegen. Wenn man Eisenspäne und fein gepulverten Schwefel gründlich mischt, sieht das Produkt wie eine einheitliche, graue Substanz aus. Aber es ist kein neuer Stoff entstan-

den. Beide Elemente existieren noch unverändert, sie sind nur vermischt: Hält man einen Magneten an das Pulver, zieht er das Eisen heraus, der Schwefel bleibt zurück. Auch beim Auflösen von Salz in Wasser entsteht ein Gemisch, in diesem Fall nennt man es eine Lösung. Lässt man das Salzwasser in einem Teller an der Luft stehen, verdunstet das Wasser, und das Salz bleibt als weiße Kruste zurück. Solche Gemische oder Gemenge von mehreren verschiedenen Stoffen sind im Alltag recht häufig. Luft zum Beispiel ist ein Gemisch aus verschiedenen Gasen, Milch enthält Wasser, Fetttröpfchen und Eiweiß, Nebel besteht aus Luft und Wasser. Das Kennzeichen von Gemischen ist, dass man sie immer wieder trennen kann. Die Chemie hat Dutzende von Trennverfahren für Gemische entwickelt. Dabei erhält man die unveränderten Ausgangsstoffe zurück. Ganz anders ist es mit chemischen Verbindungen: Wenn man an das Eisen-Schwefel-Gemisch einen heißen Draht hält, glüht nach und nach die ganze Masse auf und schmilzt zu einem blaugrauen Brocken zusammen. Er reagiert nicht mehr auf den Magneten und zeigt auch sonst ganz andere Eigenschaf-

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Wenn Wunderkerzen abbrennen, findet eine chemische Reaktion zwischen den feinen Eisenspänen und weiteren Stoffen in der Masse statt – es werden Wärme und Licht freigesetzt.

ten als Eisen, Schwefel oder ein Gemisch dieser beiden Stoffe. Beim Aufglühen hat hier eine Stoffumwandlung, also eine chemische Reaktion, stattgefunden: Die Elemente Eisen und Schwefel haben sich miteinander zu einem neuartigen, einheitlichen Stoff verbunden: zu Eisensulfid.

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Wie weit kann man ein Stück eines Stoffes, zum Beispiel einen Würfel aus Was ist ein Atom? dem Element Eisen, in immer kleinere Teile teilen? Gelangt man schließlich zu einem Teilchen, das sich nicht weiter zerlegen lässt? Oder geht es unbegrenzt weiter? Die Idee, dass alle Stoffe aus unteilbaren kleinsten Bausteinen bestehen, hatten griechische Denker schon vor mehr als 2 000 Jahren. Sie konnten diese Behauptung nicht beweisen. Aber heute wissen wir: Sie hatten im Grunde recht, und von dem griechischen Wort „atomos“ (deutsch: unteilbar) leitet sich der heutige Name für die Bausteine der Elemente ab: Atome.

GEMISCHE haben je nach Art der Bestandteile einige Spezialbezeichnungen: Zwei an sich nicht mischbare Flüssigkeiten (etwa Essig und Öl in der Salatsoße) bilden eine Emulsion. Gas und Flüssigkeit gemischt geben ein Aerosol oder einen Nebel, feste Stoffe und Flüssigkeiten bilden eine Suspension, feste Stoffe in Gasen heißen Rauch. Wenn mehrere Metalle zusammengeschmolzen werden, heißt das Gemisch Legierung. Und wenn sich ein Stoff in einer Flüssigkeit vollständig auflöst, entsteht eine Lösung.

Zwischen dem Atomkern und der Atomhülle ist unglaublich viel leerer Raum. Durch einen Vergleich kann man sich diese Größenverhältnisse leichter vorstellen: Auf dem Atlantischen Ozean schwimmt ein Motorboot (Atomkern). Ein Flugzeug fliegt auf einem Kreisbogen (Atomhülle), der einen Durchmesser von New York bis Paris hat, um das Schiff. So viel „Leere“ ist im Inneren eines Atoms.

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ELEKTRON (–) NEUTRON

Wasserstoff-Atom

PROTON (+)

Helium-Atom

RADIOAKTIVE STRAHLUNG – 1896 entdeckte der französische Physiker Antoine Henri Becquerel, dass Uransalze eine unsichtbare Strahlung aussenden. Die französischen Physiker Marie und Pierre Curie fanden 1898 die radioaktiven Elemente Polonium und Radium.

Physiker haben zu Anfang des Jahrhunderts herausgefunWie sind den, dass selbst Atome die winzigen aufgebaut? Atome wieder aus noch kleineren Teilen bestehen: Atomkern und Atomhülle. Den Kern bilden elektrisch positiv geladene Teilchen, die Protonen, und elektrisch ungeladene (neutrale) Teilchen, die Neutronen. Um den Kern kreisen mit hoher Geschwindigkeit elektrisch negativ geladene Elektronen. Der Bereich, in dem sie sich bewegen, heißt Elektronenhülle. Nach außen hin ist ein Atom im Allgemeinen elektrisch neutral, weil die Zahl der negativen Elektronen in der Hülle gleich der Zahl der positiven Protonen im Kern ist. Die einzelnen Elemente unterscheiden sich nun darin, wie viele Protonen und damit Elektronen ihre Atome besitzen.

Die Strahlung entsteht dadurch, dass die Kerne radioaktiver Atome Masse- und Energieportionen mit hoher

Kohlenstoff-Atom

Geschwindigkeit aussenden. Hohe Strahlenmengen führen in kurzer Zeit zum Tod, geringere Belastung kann (oft erst nach Jahren) Krankheiten erzeugen.

Dieses Symbol bedeutet: Vorsicht, radioaktive Strahlung!

Jedes Element besteht aus einer bestimmten Sorte von Atomen. Es gibt also so viele Atomsorten, wie es Elemente gibt. Die Atome sind so unvorstellbar klein, dass man nur mit Vergleichen eine gewisse Vorstellung von ihrer Größe bekommt. Wenn man 5 Millionen Eisen-Atome wie Perlen auf einer Schnur aufreihen könnte, dann würden sie zusammen gerade erst eine Strecke von einem Millimeter Länge ergeben. Und ein zuckerwürfelgroßes Stück Eisen enthält rund 100 000 000 000 000 000 000 000 Eisen-Atome – eine Zahl mit 23 Nullen nach der Eins.

Das am einfachsten gebaute Atom ist das Wie unterscheiden des Elements Wasserstoff: Es sich die Atome unterschiedlicher enthält nur ein Elemente? einziges Proton im Kern und dementsprechend ein Elektron in der Elektronenhülle. Beim Element Helium sind es schon 2 Protonen und 2 Elektronen, beim Kohlenstoff je 6 und beim Eisen je 26. Das Uranatom, eines der schwersten Atome, das in der Natur vorkommt, enthält dagegen 92 Protonen und 92 Elektronen. Die Atome der verschiedenen Elemente besitzen auch unterschiedliche Gewichte. Das „leichteste“ Atom ist das des Wasserstoffs mit nur einem Proton im Kern. Die Zahl der

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ganz ähnliche Eigenschaften haben: Sie verbinden Triton 3 sich in ähnlicher Weise mit 1H anderen Elementen und 4 bilden dabei Stoffe mit ver2 He gleichbaren Eigenschaften. Im Jahre 1869 kamen zwei Chemiker unabhängig voneinander auf die Idee, Deuteron 2 3 die damals bekannten Ele1H 2 He mente nach ihrem Atomgewicht aufzulisten: der Der Kern des gewöhnlichen Wasserstoffatoms besteht aus einem Proton. Die Illustration zeigt noch weitere WasserstoffRusse Dmitrij Mendelejew atome, die sich vom „einfachen“ in der Anzahl der Neutro(1834-1907) und der nen im Kern unterscheiden. Das Deuterium (schwerer WasDeutsche Lothar Meyer serstoff ) hat ein Proton und ein Neutron im Kern, das Tritium ein Proton und zwei Neutronen. Beim nächsthöheren Element (1830-1895). Dabei machHelium besteht der Kern aus 2 Protonen und 2 Neutronen. Es ten sie eine erstaunliche gibt aber auch Helium mit 2 Protonen und einem Neutron im Kern. Chemiker nennen diese Atome desselben Elements mit Beobachtung: Es gab ofunterschiedlicher Neutronenzahl Isotope. fenbar „verwandte“ Elemente mit ähnlichen EiProtonen im Atomkern wird von den genschaften und Verhalten, die in Fachleuten Kernladungszahl ge- bestimmten Abständen, also perinannt. Nach der Kernladungszahl odisch, auftraten. Die Metalle Lithium, Natrium kann man eine Reihenfolge der Eleund Kalium zum Beispiel stehen an mente bestimmen. Die wirklichen Gewichte der Ato- dritter, elfter und neunzehnter Posime sind so klein, dass man mit die- tion. Ab der dritten Stelle ist jedes sen Zahlen nur schwer rechnen achte Element ein Metall, das leicht kann. Daher bezieht man die Ge- ist und so weich, dass man es mit eiwichte auf das leichteste Atom, gibt nem Messer schneiden kann, und das also an, um wie viele Male schwerer sich in Kontakt mit Wasser rasch zu ein Atom ist als ein Wasserstoffa- einer seifigen Lösung zersetzt. Man tom. Das ergibt dann zum Beispiel nennt diese Metalle zusammengefür Helium das Atomgewicht 4, für fasst „Alkalimetalle“. Eine andere Kohlenstoff das Atomgewicht 12, für Eisen 56, Silber 108, Uran 238 und so weiter.

ALKALIMETALLE Die Alkalimetalle Lithium, Natrium, Kalium, Rubidium und Cäsium sind so weich, dass man sie mit einem Messer schneiden kann. Sie reagieren sehr heftig mit Sauerstoff und Wasser. Mit den Elementen Fluor, Chlor, Brom und Iod, den „Halogenen“, bilden sie weiße, wasserlösliche Salze. Die weitaus häufigste Verbindung dieser Art auf der Erde hat sich aus Natrium und Chlor gebildet; die Chemiker nennen sie daher Natriumchlorid. Bekannter ist sie unter dem Namen Kochsalz.

FLUOR, CHLOR, BROM, IOD – diese vier Elemente sind übel riechende, chemisch sehr reaktionsfreudige Stoffe. Sie bilden mit Metallen wasserlösliche Verbindungen. Eine davon ist das Kochsalz, gebildet aus Natrium und Chlor; nach ihm werden alle ähnlichen Verbindungen dieser Elemente als Salze und diese vier Elemente daher als Halogene (griechisch: Salzbildner) bezeichnet. Allerdings zeigen sich auch Unterschiede: So ist Fluor ein farbloses und Chlor ein gelbgrünes Gas.

Lange bevor die Chemiker den Atomaufbau kannten, machWas ist das ten sie sich GePeriodensystem der danken darüber, Elemente? ob die Elemente irgendwie geordnet sind. Sie hatten bereits so viele davon entdeckt, dass man sehen konnte, dass manche von ihnen

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Brom ist eine tiefbraune Flüssigkeit, die bereits bei Raumtemperatur orangebraune Dämpfe entwickelt, und Iod ist ein metallisch glänzender Feststoff, der beim Erhitzen in ein violettes Gas übergeht.

Chlor-Gewinnung in einer chemischen Fabrik mithilfe des elektrischen Stroms


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Glossar Aggregatzustand Ein und derselbe Stoff kann in drei verschiedenen Aggregatzuständen vorkommen: fest, flüssig oder gasförmig. Durch Änderung der Temperatur und/oder des Drucks lässt sich der Stoff in einen anderen Aggregatzustand überführen. Atom Atome sind die Grundbausteine aller Stoffe. Meist sind sie zu Molekülen verbunden, nur Elemente bestehen aus gleichartigen Atomen. Man kennt derzeit 118 verschiedene Arten von Atomen, die sich durch Masse, Größe und Anzahl der Protonen und Elektronen unterscheiden. Atombindung Wenn sich Nichtmetallatome verbinden, überlappen sich die Elektronenhüllen der beteiligten Atome. Dabei entstehen in sich abgeschlossene Moleküle. In den Molekülen werden die Atome durch elektrische Anziehungskräfte zusammengehalten. Chemische Formeln nutzt der Chemiker, um die Zusammensetzung von Stoffen einfach auszudrücken. Bei der Summenformel werden einfach die Atome im Molekül aufgezählt, wobei jedes Element eine bestimmte Abkürzung hat; eine kleine Ziffer rechts unten gibt die Zahl der jeweiligen Atome an. So besteht ein Gipsmolekül mit der Formel CaSO4 aus einem Calciumatom (Ca), einem Schwefelatom (S) und vier Sauerstoffatomen (O). Die Strukturformel eines Stoffes gibt darüber hinaus an, wie die Atome und Atomgruppen innerhalb eines Moleküls verbunden sind, zeigt also den räumlichen Bau des Moleküls. Chemische Reaktion Bei einem chemischen Vorgang erfolgt eine Stoffumwandlung. Aus den Ausgangsstoffen entstehen neue Stoffe mit anderen Eigenschaften.

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Chemische Bindung Es gibt vier Arten von Bindung, durch die Atome und Moleküle aufeinander wirken. 1. die Atombindung oder kovalente Bindung. Sie ist die häufigste Art der chemischen Bindung. Dabei teilen sich mehrere Atome ein oder mehrere Elektronen. 2. die Ionen- oder Salzbindung. Hier geben bestimmte Atome Elektronen an Nachbar-Atome ab, mit der Folge, dass positiv und negativ geladene Atome (Ionen) entstehen. Man nennt die so entstandenen Stoffe Salze; das bekannteste ist Natriumchlorid (Kochsalz). Die Salze bilden leicht Kristalle, in denen die Ionen sehr regelmäßig angeordnet sind. Meist lösen sie sich auch leicht in Wasser. 3. die Metallbindung. In einem Metall bilden die Atomkerne eine regelmäßige räumliche Anordnung, ein Metallgitter. Die Elektronen dagegen können sich relativ frei zwischen diesen Atomkernen bewegen. Daher leiten Metalle sehr gut die Wärme und den elektrischen Strom, nämlich durch die Bewegung dieser Elektronen. 4. die Wasserstoffbrückenbindung. Sie wirkt nicht nur innerhalb der Moleküle, sondern vor allem auch zwischen ihnen. So wäre Wasser mit der Strukturformel H-O-H bei Zimmertemperatur ein Gas, wenn nicht zwischen den Sauerstoffatomen jedes Moleküls und den Wasserstoffatomen der Nachbarmoleküle Wasserstoffbrückenbindungen existierten, die die Moleküle aneinanderbinden und so den Siedepunkt des Stoffes kräftig erhöhen. Ähnliche Bindungen spielen auch in vielen Naturstoffen, etwa Proteinen, eine wichtige Rolle. Mit steigender Temperatur nimmt die Stärke dieser Bindungsart aber rasch ab. Chemische Verbindung nennt man einen reinen Stoff, dessen Moleküle jeweils aus mindestens

zwei verschiedenen Atomen aufgebaut sind. Zurzeit kennt man über 10 Millionen verschiedene chemische Verbindungen; die weitaus meisten enthalten das Element Kohlenstoff. Element Elemente sind die Grundstoffe der Natur. Ein Element besteht aus Atomen der gleichen Art. Zurzeit sind etwa 118 Elemente bekannt, von denen in der Natur allerdings nur etwa 90 vorkommen; weitere haben die Physiker künstlich hergestellt (zum Teil nur wenige Atome). Moleküle sind die kleinsten Bestandteile von chemischen Verbindungen. Sie bestehen ihrerseits aus Atomen, zwischen denen chemische Bindungen wirken. Periodensystem der Elemente nennt man das übliche Ordnungsschema der chemischen Elemente. Sie sind darin nach steigender Protonenzahl aufgereiht, wobei die Elemente mit ähnlichen chemischen Eigenschaften jeweils in Spalten untereinanderstehen. Physikalischer Vorgang Bei einem physikalischen Vorgang findet im Gegensatz zur chemischen Reaktion keine Stoffumwandlung statt. Beispielsweise kann man Stoffe schmelzen, verdampfen, erstarren lassen. Egal ob fest, flüssig oder gasförmig, es handelt sich immer um den gleichen Stoff. Verbrennung Eine Verbrennung ist eine chemische Reaktion, bei der sich der brennende Stoff mit Sauerstoff verbindet. Die Verbrennungsprodukte sind schwerer als die Ausgangsstoffe. Es gibt aber auch Reaktionen mit Sauerstoff, die ohne Flammenerscheinung ablaufen. Dazu gehört beispielsweise das Rosten oder die „Verbrennung“ der Nährstoffe im Körper, die man auch als „stille“ Verbrennung bezeichnet.


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