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№ 38 · Sonntag, 23. September 2012

SPEZIAL > Seite 9

Im Einkauf liegt der Gewinn Editorial

LIEBE LESER IN NEN U ND LESER, eine Geldschöpfungsorgie jagt die nächste. Erst hatte die EZB verkündet, Staatsanleihen von Krisenländern kaufen zu wollen, wozu sie aus dem Nichts geschaffenes Geld wird verwenden müssen. Kurze Zeit später folgte die US-Notenbank mit ihrem Startschuss für „QE3“. Auch sie schöpft dabei aus dem Nichts. Nun zog die japanische Zentralbank nach und stockte ihr Anleihenkaufprogramm auf. Bezahlt wird auch hier mit „Nichtsgeld“. Das aktuelle Geldsystem wird also weiterhin kräftig aufgeblasen. Man kann offenbar nicht anders, auch wenn der Blick zurück zeigt, dass solche Interventionen allenfalls kurzfristige Effekte haben und sich der Traum, damit die Probleme elementar zu

bewältigen, in schöner Regelmäßigkeit, wie sollte es anders sein, in Nichts auflösen. Dabei verpuffen aber nicht nur ständig die erträumten Wirkungen. Weil sie ausbleiben, sind auch immer wieder neue, noch opulentere geldpolitische Maßnahmen nötig. Es wird daher sicherlich weiterhin dem süßen Trank des „Nichtsgeldes“ gefrönt. Wie lange, ist kaum abzuschätzen. Eines ist jedoch sicher: Auch diese Orgie wird enden und für die meisten in einem dicken Kater münden. Herzlichst, Ihre Redaktion von BÖRSE am Sonntag


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Schliekers Woche

Urheber des Rechts Sonntag, 23. September 2012

AKTIEN & MÄRKTE Schliekers Woche. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 Tops und Flops-, Zitat- und Zahl der Woche. . . . . . . . . . . . 3 Markt im Fokus: Japan – Zentralbank zieht nach. . . . . . . . 4 Märkte im Überblick: S&P 500, DAX, EURO STOXX 50 . . . . . 5 Aktie der Woche: SAP . . . . . . . . . . . . . . . 6 SPEZIAL Discount-Zertifikate . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Gastbeitrag: Marcel Langer . . . . . . . . . . . 12 UNTERNEHMEN Unternehmen der Woche: Schwalbe. . . . . 13 News: IG Markets, Adobe. . . . . . . . . . . . . 14 FONDS Fonds der Woche: Franklin Global Small-Mid Cap Growth Fund . . . . . . . . . 15 Fonds-News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 ZERTIFIKATE Zertifikate-Idee: S&P-500-Express-Zertifikat. . . . . . . . . . 17 Zertifikate-News. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 Rohstoffe Rohstoff der Woche: Rhodium. . . . . . . . 19 Rohstoffanalysen: Kaffee, Mais, Nickel, Platin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 Lebensart Event der Woche: WeinLese 2012 . . . . . . . 21 Kulturkalender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21 Coffeetable-Favourites: Zeitlos schön. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 Impressum/Disclaimer . . . . . . . . . . . . . . 23

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Im Wort Urheberrecht und Eigenmüllentsorger da waren). Von daher steckt das Wörtchen ist der Name Piraten für die noch relativ neue, Recht. Das hat Konse- programmfreie, aber überzeugungsstarke Parquenzen: Das, was in tei gut gewählt. Nicht völlig frei von Häme unserem Rechtsstaat beobachtet sicher der ein oder andere Dichter (schon wieder Recht) und Denker, wie Frau Schramm, die ihr vorgeregelt ist, gilt für nehmstes Ziel in der Abschaffung persönlicher alle, und wem es nicht Eigentumsrechte sah und angeblich noch sieht, Reinhard Schlieker gefällt, dem steht der zum Opfer ihrer Gesinnungsgenossen wird, ZDF Wirtschafts­ – ja genau, der Rechts- seit sie für einen fürstlichen Vorschuss ein urhekorrespondent weg offen. So ist das berrechtlich geschütztes Werk geschrieben hat. und häufiger fährt die „Klick mich“ gibt es völlig frei zum HerunterlaBundesrepublik damit besser als schlechter. Mal den und das verdirbt die Stimmung bei Verlag abgesehen von Justizskandalen allererster Güte, und Autorin mal gründlich. Nun ist es nicht denen auch hierzulande schon Unschuldige ih- völlig schlecht, wenn jemand einmal die eigene ren Ruin verdanken, lebt es sich besser in einer Medizin verabreicht bekommt. Aber Recht durch eine unabhängige Justiz geprägten Ge- sollte Recht bleiben und die Online-Ausgabe sellschaft als in einer irgendwie anderen – die des Buches ist eben – Piraterie. Genauso beArt und Weise, wie in islamisch geprägten Staa- denklich ist, wenn die GEMA der durchgängig ten von der Sorte Pakistans Auseinandersetzun- etwas fanatisch wirkenden Internet-Feminisgen zwischen Interessen geführt werden, lassen mus-Aktivistin Anke Domscheit-Berg auf ihre einen frösteln, und die Deutung, was man darf von jedem Rechtsgefühl unbeleckten Anwürfe und nicht darf, geht in Staaten dieser Couleur zu Urheberabgaben entgegnet, die neue Genicht nur notfalls über Leichen. Völlig jenseits bührenstruktur begünstige doch kleinere Mudieser weltweiten Großkampflage hat sich in sikklubs gegenüber den großen kommerziellen Deutschland eine merkwürdige Nonchalance Verbreitern. Was spielt das für eine Rolle, bittegegenüber dem Recht und dem Eigentum schön? Recht ist Recht und Kleine dürfen nicht aufgebaut. Einige Leute haben ihre Maßstäbe dagegen verstoßen, nur weil sie klein sind. Und nicht mehr beisammen, wenn es etwa um Ur- sogar beim „Cicero“-Magazin ist man reichlich heberrechtsverletzungen geht. Es ist – oder war durcheinander, wenn man konstatiert, nun zumindest – gesellschaftlicher Konsens, dass „sind nicht mehr Institutionen, sondern IndiviPlagiate verwerflich sind, dass Diebstahl als duen zum Abschuss freigegeben – und damit Vergehen anzusehen ist. Solange man beklagt, Menschen. Ob das im Sinne der Urheberdass chinesische Motorsägen genau wie die von rechtsgegner war?“ Ja, darf man Institutionen Stihl aussehen, einem aber eher um die Ohren (die Menschen beherbergen, oder?) denn zum fliegen, passiert einem nichts. Sobald man hin- Abschuss freigeben? Es wird höchste Zeit, die gegen meint, ein Autor habe das Recht, über dünne Schicht der Zivilisation auf dem Raubdas Schicksal des von ihm Geschriebenen auch tier Mensch etwas zu verstärken. zu bestimmen und selbst zu entscheiden, wo es wie veröffentlicht wird, kommt eine angeblich fortschrittliche Netzgemeinde (ist das eigentlich Was denken Sie über eine religiöse Veranstaltung?) und bestimmt, dass es sich bei geistigen Werken um Allge- dieses Thema? meingut handelt, das eigentlich nichts wert Schreiben Sie direkt an den Autor, ist (wie hoch Allgemeingut bei uns geschätzt Herrn Reinhard Schlieker unter wird, kann man schön am Zustand öffentli- schlieker@boerse-am-sonntag.de cher Anlagen bestaunen, wenn Blumenklauer


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Tops und Flops der Woche

tops Inditex: Rasante Expansion Im ersten Geschäftshalbjahr (Ende: 31. Juli) steigerte der spanische Bekleidungshändler Inditex (WKN: 756434), der unter anderem die auch in Deutschland bekannte Modekette Zara betreibt, den Gewinn von 721 auf 946 Mio. Euro beziehungsweise von 1,15 auf 1,51 Euro je Aktie. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) zog von 914 Mio. auf 1,24 Mrd. Euro an. Dank einer anhaltenden Expansion – 472 Läden wurden in den vergangenen zwölf Monaten weltweit neu eröffnet – kletterte der Umsatz von 6,21 auf 7,24 Mrd. Euro. Nike: Neues Aktienrückkaufprogramm Nach Abschluss des aktuell noch laufenden 5 Mrd. US-Dollar umfassenden Aktienrückkaufprogramms, das spätestens im November 2012 endet, will der US-Sportartikelanbieter Nike (WKN: 866993) weitere 8 Mrd. US-Dollar in den Kauf eigener Aktien investieren. Das neue Programm hat eine Laufzeit von vier Jahren. In den vergangenen zehn Jahren hat der adidas-Konkurrent eigenen Angaben zufolge rund 167 Mio. Aktien zurückgekauft. Kostenpunkt: 10 Mrd. US-Dollar. Oracle: Quartalsüberschuss erhöht SAP-Erzrivale Oracle (WKN: 871460) steigerte den Gewinn im ersten Geschäftsquartal dank reduzierter Kosten von 1,84 auf 2,03 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn je Aktie zog – auch aufgrund einer gesunkenen Aktienzahl – von 0,36 auf 0,41 US-Dollar an, vor Sonderposten wie erwartet von 0,48 auf 0,53 US-Dollar. Der operative Gewinn legte von 2,68 auf 2,88 Mrd. US-Dollar zu. Dagegen schrumpfte der Umsatz von 8,37 auf 8,18 Mrd. US-Dollar – Probleme bereitet nach wie vor die Hardware-Sparte. Prognose: 8,41 Mrd. US-Dollar.

Zitat der Woche

„Er kann auf das wichtigste Kapital politischer Entscheidungsträger setzen: Glaubwürdigkeit.“ Zu seinem 70. Geburtstag würdigt Bundeskanzlerin Angela Merkel Wolfgang Schäuble als herausragenden Politiker, Er baue keine Luftschlösser, sondern sage klar, was geht oder was nicht. Seinen scharfen Analysen folgten konsequente Handlungsanweisungen. Zahl der Woche

„66 Mrd. US-Dollar“ Bill Gates führt weiter die Liste der reichsten Menschen in den USA an. Der MicrosoftGründer verfügt über 66 Mrd. Dollar (50,5 Mrd. Euro) – 7 Mrd. Dollar mehr als im letzten Jahr, teilte das Magazin „Forbes“ am Mittwoch mit.

Flops H&M: Hitze verdirbt Geschäft Der schwedische Textil-Filialist Hennes & Mauritz (WKN: 872318) litt im dritten Geschäftsquartal (Ende: 31. August) unter der Stärke der heimischen Währung sowie der Hitzewelle in verschiedenen Ländern Europas. Auf vergleichbarer Fläche stagnierte der Umsatz. Dank 304 neu eröffneter Läden legte der Umsatz von 31,51 auf 33,57 Mrd. schwedische Kronen (etwa 3,9 Mrd. Euro) zu. Experten hatten jedoch mehr erwartet. Die vollständige Bilanz soll am 27. September präsentiert werden. Daimler: Gewinnwarnung Die Bäume wachsen auch in China nicht mehr in den Himmel: Angesichts der weltweiten Konjunkturabkühlung, der Euro-Krise und des sich verschärfenden Wettbewerbes rudert Daimler (WKN: 710000) zurück und senkte die Erwartungen für seine Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) werde das Vorjahresniveau von 5,19 Mrd. Euro entgegen der bisherigen Zielsetzung voraussichtlich nicht erreichen, warnte Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche. AMD: Finanzchef geht Der aus Deutschland stammende Thomas Seifert, Finanzchef bei AMD (WKN: 863186), verlässt den kalifornischen Chip-Hersteller auf eigenen Wunsch Ende September. Zuvor war Seifert bis 2009 in gleicher Funktion beim inzwischen insolventen Speicherchip-Produzenten Qimonda, einer Tochter von Infineon, tätig. Zwischenzeitlich fungierte Seifert auch als AMD-Konzernchef. Bis ein Nachfolger gefunden ist, übernimmt der bisherige Chef-Controller Devinder Kumar übergangsweise Seiferts Aufgabenbereich. 03

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TER MINE DER WOCHE 24.09. 10:00 DE ifo Geschäftsklima­ index September 25.09. 08:10 DE GfK, Konsumklimaindikator Oktober 25.09. 15:00 USA S&P-Case/ShillerHauspreisindex Juli 25.09. 16:00 USA Verbrauchervertrauen, Conference Board September 26.09. - DE Verbraucherpreisindex (vorläufig) September 27.09. 14:30 USA Auftragseingänge langlebige Güter August 28.09. 15:45 USA Chicago Einkaufsmanagerindex September


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Markt im Fokus

Japan:

Zentralbank zieht nach Nachdem EZB und Fed zuletzt ihre geldpolitischen Zügel weiter lockerten und damit den Abwertungswettlauf der Währungen fortsetzen, sah sich nun offenbar auch die japanische Zentralbank genötigt, erneut zu intervenieren. Die Bank of Japan (BoJ) kündigte am Mittwoch eine Aufstockung des Programms zum Kauf von Anleihen an. Das Volumen wird demnach von 70 auf 80 Bio. Yen erhöht. Zu aktuellen Kursen entspräche dies einem Anstieg von 681,5 auf 778,8 Mrd. Euro. Verwunderlich ist der Schritt in letzter Konsequenz zwar nicht, etwas überraschend kam er doch. Ziel der Maßnahme ist es, die Konjunktur anzukurbeln

Nikkei 225

Stand: 21.09.2012

Indizes Index Dow Jones S&P 500 NASDAQ DAX MDAX TecDAX SDAX EUROSTX 50 Nikkei 225 Hang Seng

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Stand: Freitag nach Börsenschluss

21.09.2012 % Vorwoche 52weekHigh % 52week 13579,47 -0,10% 13653,24 +22,06% 1460,15 -0,38% 1474,51 +25,15% 3179,96 -0,13% 3196,93 +25,29% 7451,62 +0,53% 7478,53 +37,14% 11213,52 -0,21% 11273,37 +28,53% 819,13 +0,62% 822,53 +19,20% 5061,67 +0,40% 5257,70 +15,50% 2577,08 -0,67% 2611,42 +22,81% 9110,00 -0,54% 10255,15 +4,22% 20734,94 +0,51% 21760,34 +10,15%

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und die seit langer Zeit die Wirtschaft lähmende Deflation zu bekämpfen. Weil die Leitzinsen schon seit Jahren nahezu bei null liegen und daher an dieser Stellschraube nicht mehr gedreht werden kann, sind Anleihenkäufe das letzte verbliebene geldpolitische Instrument der BoJ. Neben der Aufstockung des Programms verlängerte sie es um sechs Monate bis Ende 2013. Die Rückkehr zu einer moderaten Erholung der Konjunktur werde sich wahrscheinlich um ein halbes Jahr verzögern, begründete die Notenbank den Beschluss. Sie könnte mit dem jüngsten Schritt zudem einen weiteren unternommen haben, die Aufwertung des Yen zu bremsen. Schließlich ist die starke japanische Währung ein stark belastender Faktor für die zuletzt zunehmend stagnierende, sehr exportabhängige Wirtschaft des Landes. Diesbezüglich könnte auch die Konjunkturabkühlung des wichtigen Handelspartners China eine Rolle gespielt haben. Die zunächst positive Reaktion des japanischen Aktienmarktes am Tag der Zentralbankankündigung verpuffte schnell wieder. Gleich am Donnerstag nährten schwache Daten aus China, aber auch aus Japan selbst die Konjunktursorgen. Die Ausfuhren Nippons waren im August zum Vorjahr um 5,8% gesunken und gaben damit den dritten Monat in Folge nach. Zudem ist es zweifelhaft, dass die Aufstockung des Anleihenkaufprogramms die Konjunktur nun tatsächlich nachhaltig ankurbelt, ist der Nutzen doch auch bisher fraglich.


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Märkte im Überblick

usa

Deutschland

Wall Street sortiert sich

Auf tönernen Füßen

Europa

Neue Impulse gefragt

Nachdem die US-Indizes in den vorangegangenen zwei Wochen kräftig zugelegt hatten, bewegten sie sich an den vergangenen Handelstagen in Summe kaum. Weil mit dem Startschuss für „QE3“ die Spekulationen darauf beendet wurden, muss sich die Wall Street offenbar nun erst einmal sortieren und abwägen, wie es nun weitergeht. Zwar war es in der vergangenen Woche relativ ruhig, größere Gewinnmitnahmen nach dem Motto „Sell the facts!“ (Verkaufe die Fakten) sind jedoch nicht ausgeschlossen. Erstens, weil nach dem jüngst großen Verfallstag an den Terminbörsen die Karten neu gemischt werden. Zweitens könnten neben den nun immer näher rückenden US-Wahlen und der damit verbundenen heißen Phase des Wahlkampfs auch die Konjunkturdaten verstärkt in den Fokus rücken. Jüngst gab es bezüglich Letzterer gemischte Daten. Während der am Montag veröffentlichte NY Einkaufsmangerindex im September überraschend und sehr deutlich weiter abgerutscht war und damit ein erstes negatives Zeichen für den nationalen ISM-Einkaufsmanagerindex (Industrie) lieferte, hellte sich der am Donnerstag bekannt gegebene Philadelphia Fed Index im September deutlicher auf als erwartet. Einen kleinen Lichtblick lieferten am Mittwoch auch die neuesten Zahlen zum US-Immobilienmarkt. Insbesondere der starke Anstieg im August bei den Verkäufen bestehender Häuser überraschte positiv.

Am deutschen Aktienmarkt ging es jüngst eher zögerlich zu. Einerseits war großer Verfallstag an der Terminbörse, was eventuell bremste. Andererseits könnte man unschlüssig sein, wohin die Reise jetzt geht, nachdem die treibenden Faktoren der vergangenen Monate (Spekulationen auf weitere geldpolitische Maßnahmen) nun vom Tisch sind. Ob nun eine Korrektur/Konsolidierung folgt oder die Rally fortgesetzt werden kann, ist daher die Frage der Stunde. Zur Beantwortung könnten eventuell die Konjunkturdaten zurate gezogen werden. Jüngst gab es dabei kleine Lichtblicke, so richtig für Kauflaune sorgten sie aber nicht. So hatte sich die Zuversicht der vom ZEW befragten Finanzexperten im September nach zuletzt vier Rückgängen in Folge wieder aufgehellt. Allerdings ist der Anstieg des ZEW-Index wohl vor allem auf das angekündigte Anleihenkaufprogramm der EZB zurückzuführen. Freudensprünge sind daher nicht angebracht, zumal die Schuldenkrise weiterhin ungelöst und die Konjunkturrisiken nach wie vor akut sind. Ähnliches signalisieren auch die deutschen Einkaufsmanagerindizes (Markit) im September. Zwar hellte sich die Stimmung der befragten Firmen überraschend stark auf, allerdings fußt dies laut Markit in erster Linie auf der Abarbeitung der Auftragsbestände und nicht auf dem Zuwachs bei den Ordereingängen. Damit stehe die Entwicklung auf tönernen Füßen.

Bei den europäischen Aktienindizes gab es in der vergangenen Woche vielerorts Minuszeichen. Nachdem die Spekulationen auf weitere geldpolitische Maßnahmen der Notenbanken, wie der EZB, mit den Ankündigungen vom Tisch sind, scheint erst einmal die Luft raus. Nachdem die seit Juni bei vielen Kursbarometern auszumachenden Anstiege doch recht stattlich waren, braucht es nun neue kurstreibende Impulse. Kein leichtes Unterfangen. Insbesondere weil es bezüglich der Konjunktur immer düsterer aussieht. Zu den jüngst schlechten Daten gehörten die Einkaufsmanagerindizes (Markit) für September in der Eurozone. Sie gaben im September weiter nach. Der Index für das verarbeitende Gewerbe rutschte dabei auf das niedrigste Niveau seit Juni 2009. Das Barometer für den Servicebereich fiel auf den niedrigsten Stand seit Juli 2009. Mit Blick auf die einzelnen Länder gab es zwar eine überraschend starke Aufhellung der Stimmung in Deutschland, was zumindest ein kleiner Lichtblick ist, die Forscher von Markit gehen jedoch davon aus, dass angesichts des beschleunigten Abwärtstrends im September in der Eurozone alles darauf hindeutet, dass die Wirtschaftsleistung des Währungsraums im dritten Quartal so stark gesunken ist wie seit drei Jahren nicht mehr. Sie prognostizieren konkret einen Rückgang um 0,6%, sodass man wieder von einer Rezession sprechen kann.

S&P 500

DAX

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Stand: 21.09.2012

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Aktie der Woche

SAP: Wenig zu mosern Die Aktie von Europas größter Software-Schmiede dürfte den Aktionären im bisherigen Verlauf 2012 viel Freude bereitet haben. Zwar gab es zwischenzeitlich eine Korrektur, diese wurde aber wieder ausgeglichen. In der Vorwoche wurde das bisherige 2012er-Hoch knapp geknackt, jüngst setzte sich das Papier davon weiter ab. Seit dem Zwischentief im Juni dieses Jahres zeigt die Tendenz beim SAP-Papier steil aufwärts. Die Aktie kletterte seither um rund 28% nach oben und glich damit die vorangegangene, vom Zwischenhoch im März ausgehende Es gibt zahlreiche Punkte, Korrektur mehr als die dafür sprechen, aus. Jüngst setzte dass SAP auch künftig seinen sich die Aufwärtsprofitablen Wachstumskurs tendenz fort und fortsetzen kann. die Aktie stieg auf ein neues Hoch im bisherigen Jahresverlauf 2012. Zudem erreichte sie damit das höchste Niveau seit Oktober 2000. Die Performance seit Jahresbeginn beträgt nun etwa +37%. Nur ein Wert im DAX (Henkel) war noch etwas besser. Für die SAP-Aktionäre dürfte es also wenig zu mosern geben. Das Unternehmen scheint aber auch für neue Investoren interessant. Eine glänzende Marktposition sowie langfristig aussichtsreiche Wachstumsperspektiven sprechen dafür, dass SAP auch 06

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künftig profitabel wächst. Eine Basis dafür ist die hohe Innovationskraft des Unternehmens, was durch die jüngsten Aussagen des Vorstands unterfüttert wird. HANA verkauft sich sehr gut Finanzvorstand Werner Brandt sagte im Gespräch mit dpa-AFX, dass das Geschäft mit der Datenbank HANA außerordentlich gut läuft. Laut seinen Aussagen summieren sich die Bestellungen auf einer rollierenden Basis für die nächsten vier Quartale auf rund 1,3 Mrd. Euro.

SAP

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Im ersten Halbjahr 2012 erlöste das Produkt 113 Mio. Euro und damit gerade einmal knapp 1,6% des Konzernumsatzes. Nun scheint das erwartete rasante Wachstum Fahrt aufzunehmen und SAP will im Gesamtjahr bereits 320 Mio. Euro mit HANA umsetzen. Der Vorstand führte dabei aus, dass der technologische Vorsprung vor der Konkurrenz nach wie vor eineinhalb bis zwei Jahre betrage – in der Technikwelt eine Ewigkeit. HANA ist eine Eigenentwicklung von SAP. Mit dem Programm können enorme Datenmengen in einem Bruchteil der bisher benötigten Zeit durchforstet werden. Führende Positionen Die Software-Schmiede hat mit HANA einen neuen potenziellen Verkaufsschlager und baut damit ihre sehr starke Position im Bereich Unternehmensanwendungen aus. Mehr als 183.000 Kunden in mehr als 130 Ländern greifen bereits auf Software und die softwarebezogenen Services von SAP zurück. Die Lösungen helfen Firmen dabei, sich permanent und flexibel auf die sich dauernd ändernden Zur Wachstumsstrategie Marktbedingungen und Kundenwünsche gehört dabei die Eigen­einzustellen, indem die eigenen Strukturen ent­wicklung von neuen und Prozesse kontinuierlich angepasst und Produkten und Lösungen optimiert werden. Um dies zu erreichen, sind moderne informationstechnische Lösungen nötig, mit denen sich die riesigen Mengen an betriebswirtschaftlichen Daten schnell sammeln und auswerten lassen, was die Grundlage für Entscheidungen über die Verbesserung der Geschäftsabläufe ist. Die 1972 gegründete Firma hat sich auf diesem Gebiet einen Namen gemacht und inzwischen 40 Jahre Erfahrung vorzuweisen. Auf der Marktführerschaft bei Unternehmensanwendungen, Analytik und mobilen Lösungen ruht sich die Gesellschaft aber nicht aus. Sie setzt auch auf weitere zukunftsträchtige Bereiche, wie Cloud-Anwendungen, Technologie und Datenbanken und will sich hier führende Positionen erarbeiten. Innovationen und Zukäufe Zur Wachstumsstrategie gehört dabei die Eigenentwicklung von neuen Produkten und Lösungen wie die erwähnte Datenbank HANA. Deshalb steckt SAP auch kontinuierlich viel Geld in Forschung und Entwicklung. Im ersten Halbjahr 2012 waren es mit 1,1 Mrd. Euro rund 15% des Umsatzes. Darüber hinaus gehören seit einigen Jahren Übernahmen zur Taktik, um Portfolio und Marktposition auszubauen. Finanzvorstand Werner Brandt sieht laut den jüngsten Aussagen mögliche Ziele vor allem in den Wachstumsfeldern Cloud, mobile Geräte sowie Datenbanken und Technik. In den Kerngeschäftsfeldern könnte SAP zudem kleinere Übernahmen tätigen, um beispielsweise einzelne weitere Industriesektoren noch spezieller abzudecken. Derzeit ist der Konzern aber wohl vor allem noch mit den jüngsten milliardenschweren Zukäufen SuccessFactors 07

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und Ariba beschäftigt, die es nun zu integrieren gilt. Sie folgen einigen weiteren großen Übernahmen. Den Anfang machte 2008 der Erwerb der Firma Business Objects, um damit das Portfolio an analytischen Anwendungen zu stärken und so eine führende Rolle auf diesem Gebiet einzunehmen. Der Kauf von Sybase (2010) zielte wiederum darauf, im Geschäft für mobile Geräte auf einen Schlag eine starke Position zu bekommen. Mit den Übernahmen 2012 von SuccessFactors, die bereits abgeschlossen ist, und Ariba, deren Abschluss für das vierte Quartal vorgesehen ist, verstärkt SAP seine Aktivitäten in der Cloud. SuccessFactors bietet Mietsoftware über das Internet an, Ariba ist eine Handelsplattform, auf der Unternehmen ihren Einkauf abwickeln. Starke finanzielle Basis Die Schulden, die SAP für die beiden Großübernahmen 2012 aufnahm, sollen so schnell wie möglich getilgt werden. Laut Vorstand wird dies planmäßig in den nächsten zwei Jahren der Fall sein. Er verweist auf den hohen Cashflow, der 2011 knapp 3,8 Mrd. Euro betrug. Im ersten Halbjahr 2012 waren es 2,4 Mrd. Euro. Dieser ist die Grundlage für die stattlichen Rückflüsse und die insgesamt exzellente finanzielle Basis sowie die SAP ISIN: DE0003304101 WKN: 716460 Kurs 21.09.12: 56,30 EUR 52-Wochen-Hoch: 56,82 EUR 52-Wochen-Tief: 34,67 EUR Empf. Stop-Loss: 50,50 EUR Unser Anlageurteil: spekulativer Kauf

gut laufenden Geschäfte. Nachdem es 2011 Rekorde bei Umsatz und Profit gab, lief auch das erst Halbjahr 2012 glänzend mit neuen Spitzenwerten bei den Erlösen. Wichtig ist es nun, die Kosten für die Expansion sowie die damit im Zusammenhang stehenden weiteren Aufwendungen, etwa für den Ausbau von Vertrieb und Marketing, im Zaum zu halten, damit der Gewinn wegen der Wachstumsbemühungen nicht auf der Strecke bleibt. SAP sollte diese Aufgabe jedoch meistern. Schließlich bietet man ja selbst die nötigen Werkzeuge zur Analyse und Optimierung von Prozessen in Unternehmen an.

Fazit Geschäftsmodell, Marktposition, eine hohe Innovationskraft sowie die konsequent umgesetzte Wachstumsstrategie sind Punkte, die dafür sprechen, dass SAP auch künftig seine Ergebnisse steigern kann. Es gibt nach wie vor wenig auszusetzen und die Aktie bleibt daher für Investoren interessant. Der nun erfolgte Sprung über das bisherige 2012er-Hoch könnte zudem aus charttechnischer Sicht einen spekulativen Einstieg rechtfertigen. Zwar stellt die obere Aufwärtstrendlinie seit 2008 eine potenziell bremsende Hürde dar, sodass hier eine Korrektur nicht ausgeschlossen werden kann. Allerdings kann sich der Kurs an dieser Linie auch weiter nach oben hangeln. Sollte sie sogar überschritten werden, könnte sich zudem der dynamische Anstieg der vergangenen Monate fortsetzen. In diesem Fall rückt vielleicht sogar das Allzeithoch bei 71,58 Euro ins Visier.

Stand: Freitag nach Börsenschluss

Derivate auf SAP WKN TB5B9L UU7TYC UU2HUY

08

Typ Hebel-Zert. (Long) Hebel-Zert. (Long) Hebel-Zert. (Short)

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Basispreis Knock-out 42,812 Euro 44,31 Euro 41,826 Euro 43,918 Euro 69,46 Euro 65,99 Euro

Laufzeit Hebel open end 4,27 open end 3,89 open end 4,21

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Discount-Zertifikate

Im Einkauf liegt der Gewinn Die alte Kaufmannsweisheit gilt heute vielleicht mehr denn je. Gerade für mittel- bis langfristig orientierte Anleger sind Einstiegszeitpunkt und -kurs entscheidend. Dies gilt umso mehr, weil die Börsenzyklen immer kürzer werden. Mit Discount-Papieren kommen Anleger günstig zum Zug und reduzieren so ihr Risiko. Das ist gerade jetzt interessant. Im Vergleich zum direkten Kauf einer Aktie oder eines anderen Basiswertes erhält der Anleger beim Erwerb von Discount-Zertifikaten einen Preisabschlag, den sogenannten Discount. Für viele Anleger ist dieser Preisvorteil bereits Grund genug, sich die Rabattpapiere ins Depot zu legen. Doch die Produkte mit dem wohlklingenden Namen können noch viel mehr. Worauf Anleger achten müssen, damit aus dem Schnäppchen kein Ladenhüter wird, erfahren Sie hier. Tausche Gier gegen Rabatt Mit einem Discount-Zertifikat erwirbt ein Anleger das Recht, am Ende der Laufzeit den Gegenwert des Basiswertes, zum Beispiel eine Aktie, zu verlangen. Die Höhe der Rückzahlung ist jedoch nach oben durch den sogenannten Cap gedeckelt. Diese Begrenzung Die Höhe des eingeräumten des Gewinnpotenzials ist die GegenleisRabatts hängt maßgeblich von tung, die der Anleger für den Abschlag auf der Volatilität der Aktie und dem den momentanen Kurs erbringen muss. Die gewählten Cap ab. Höhe des eingeräumten Rabatts hängt dabei maßgeblich von der Volatilität der Aktie und dem Cap ab. Auf diese Weise kann der Investor auch dann einen Gewinn erzielen, wenn sich der Basiswert unter dem Strich gar nicht bewegt. Diese sogenannte Seitwärtsrendite ist ein nicht unerheblicher Faktor. Sicherer als Aktien Der Discounter setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: aus einem Basiswert – zum Beispiel eine Aktie –, die der Anleger (theoretisch) kauft, und aus einem Call – mit einem Basispreis in Höhe des 09

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Caps –, den der Anleger (theoretisch) verkauft. Diese Kombination erwirbt der Anleger mit dem Kauf eines Discount-Zertifikats in einem einzigen Wertpapier. Wenn der Anleger das, was er für den Kauf der Aktie bezahlen müsste, und das, was er an Prämie aus dem Verkauf des Calls erhalten würde, gegeneinander verrechnet, erhält er den Preis des Discount-Zertifikats. In der Summe ist das Geschäft deutlich risikoärmer als das Direktinvestment. Dies bestätigte die Stiftung Warentest bereits vor längerer Zeit auf ihrer Webseite test.de: „Für Anleger sind Discount-Zertifikate vorteilhafte Produkte. Sie sind sicherer als etwa Direktinvestitionen in den Aktienmarkt.“ („Finanztest“ 01/2008). Höhere Gewinnchancen Dass sich daran nichts geändert hat, untermauern die Ergebnisse einer aktuelle Studie der Deutschen Bank. Die Frankfurter haben dazu die Wertentwicklung aller von ihnen im Zeitraum zwischen November 1999 und Dezember 2011 emittierten Discounter untersucht und mit jener der Basiswerte verglichen. Sage und schreibe 68,6% der über 52.000 untersuchten DiscountZertifikate haben sich über ihre jeweilige


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Produktlaufzeit besser entwickelt als der ihnen zugrunde liegende Basiswert. Für den Anleger noch wichtiger: Fast 70% der Discounter wiesen zum Laufzeitende eine positive Wertentwicklung auf, obwohl deutlich weniger – nämlich nur 48% – der zugrunde liegenden Basiswerte im jeweiligen Zeitraum eine positive Rendite generierten. Darüber hinaus lieferten fast 46% der Discount-Zertifikate ihren Käufern zum Laufzeitende die maximal mögliche Rendite! ETX_127x187_bas_20120422_Layout 1 18.04.12 10:45 Seite 1 Anzeige

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„Discount-Zertifikate sind ein defensives Aktieninvestment“, so Heiko Weyand, Zertifikateexperte bei HSBC Trinkaus in einem Interview. Die drei wichtigsten Faktoren Die Höhe des eingeräumten Rabatts hängt maßgeblich von der Volatilität der Aktie und dem gewählten Cap ab. Denn über den Verkauf der Call-Option wird wie erläutert eine Prämie vereinnahmt. Diese sogenannte Optionsprämie ist maßgeblich von der Schwankungsbreite des Underlyings abhängig. Je stärker die Schwankungen, desto teurer die Option und desto höher damit der Rabatt. Umgekehrt gilt: Steigt die Schwankungsbreite während der Laufzeit an, so sinkt tendenziell der Wert der am Markt befindlichen Discount-Zertifikate. Was für die Besitzer bestehender Zertifikate von Nachteil ist, kann sich aber für Neukunden als Kaufgelegenheit erweisen. Denn in der Regel geben die Emittenten die günstigen Konditionen in Form höherer Rabatte oder großzügiger Caps weiter. Beim Cap gilt: Zertifikate mit einem Cap unter dem aktuellen Kurs des Basiswertes stellen eine eher konservative Form mit geringerem Risiko, aber auch geringerer Rendite dar. Wird der Cap dagegen oberhalb des aktuellen Kurses des Basiswertes gewählt, verbessern sich die möglichen Renditen, aber auch das Risiko. Das dritte wichtige Element ist schließlich der Faktor Laufzeit. Im Gegensatz zu Optionsscheinen steigt der Kurs der Discount-Zertifikate mit abnehmender Restlaufzeit an, weil dadurch die Wahrscheinlichkeit größerer Kursbewegungen abnimmt. Gegen die Regel Grundsätzlich gilt: Gerade in Zeiten hoher Volatilität sind Discount-Zertifikate interessant, denn dann sind – wie oben dargestellt – die Rabatte am höchsten. Wie es um die Volatilität bestellt ist, zeigt ein Blick auf den VDAX. Interessanterweise hat sich Letzterer in den vergangenen zwölf Monaten mehr als halbiert. Die Schwankungsbreite des


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deutschen Leitindex hat also deutlich abgenommen. Eigentlich ist das Umfeld damit unattraktiver geworden. Trotzdem haben die Anleger in den vergangenen Monaten fleißig Rabattpapiere gekauft. Von Ende Januar bis Ende Juli stieg das ausstehende Volumen der Discount-Zertifikate nach Angaben des Deutschen Derivate Verbands (DDV) von 5,6 Mrd. Euro auf knapp 6,0 Mrd. Euro an. Dies hat gleich mehrere Gründe. Zum einen suchen Sparer in der derzeitigen Phase besonders niedriger Zinsen verzweifelt nach Anlagen, die mehr als Bundesanleihen und Tagesgeld abwerfen, zum anderen sind die Volatilitäten einzelner Aktien keineswegs so niedrig, wie man angesichts der Entwicklung des VDAX vermuten könnte. Unterschiedliche Schwankungsbreiten nutzen Denn Einzeltitel wie beispielsweise RWE (26,4), Daimler (30,5), BMW (32,6), TUI (36,5) oder gar die Deutsche Bank (46,5) bieten derzeit für Käufer von Discountern attraktive Einstiegsgelegenheiten. Die Werte in den Klammern geben jeweils die Volatilität der letzten 60 Tage an. So weist ein Produkt auf die Deutsche-Bank-Aktie (WKN: DZB2W1) bei einer Laufzeit bis zum 13. September 2013 einen Discount von 20% und eine Seitwärtsrendite von 13,66% auf. Ein Daimler-Discounter mit ähnlich überschaubarer Laufzeit (WKN: CK14MX) bietet einen Rabatt von 23,5% und eine Seitwärtsrendite von 9,7%. Bei RWE sind über diese Laufzeit und Rabatte um 20% rund 7% Seitwärtsrendite drin (z. B. WKN: CK4WT4). Auch europäische Blue Chips könnten über den Umweg Discounter in den kommenden Monaten zu einem interessanten Investment werden. Denn die Skepsis der Profis wandelt sich langsam ins Gegenteil: „Die Stimmung ist: Der Euro wird überleben und europäische Unternehmen sind deutlich unterbewertet“, so Hendrik Riehmer, persönlich haftender Gesellschafter der Privatbank Berenberg in der vergangenen Woche gegenüber Journalisten. Für Privatanleger bietet sich hier der Anzeige

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risikoärmere Weg über Discount-Zertifikate an. Interessant sind insbesondere italienische und spanische Blue Chips, wie beispielsweise Repsol. Die Aktie des Ölkonzerns weist eine besonders hohe Volatilität (53,4) auf – auch die Enel-Aktie (39) scheint interessant.

Fazit Unter dem Strich gehen Besitzer von Discountern gegenüber dem Direktkauf ein geringeres Risiko ein, denn der gewährte Rabatt wirkt auch als Risikopuffer. Der Kursverlust – und meist auch die Kursschwankung während der Laufzeit – fallen bei den DiscountZertifikaten ebenfalls geringer aus als bei einem Direktinvestment. Im derzeitigen Niedrigzinsumfeld sind Discounter mit hohen Abschlägen und niedrigen Caps auf BlueChip-Notierungen eine ideale Ergänzung, um die Rendite des Depots aufzupeppen und das Risiko in Schach zu halten.

Ausblick auf das nächste Spezial Ausgabe 39 (30.09.2012) Inflationsgeschütze Anleihen


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Gastbeitrag

Umsichtige Investoren Der UBS Investor Sentiment Index misst anhand der Höhe des Caps bei Discount-Zertifikaten auf den DAX die Risikobereitschaft der Anleger. Nicht immer steigt die Stimmung im Gleichklang zum DAX-Verlauf.

Marcel Langer Zertifikate-Experte und Director bei UBS

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An der Börse wird die Zukunft gehandelt. Aber wie schätzen Marktteilnehmer die Zukunft ein? Der UBS Investor Sentiment Index ist in der Lage, die Stimmung von Käufern von DAX-Discount-Zertifikaten zu messen. Das Prinzip ist einfach: Je höher der durchschnittliche Cap von UBSDiscount-Zertifikaten auf den DA X im Vergleich zum jeweils aktuellen DAX-Stand liegt, desto zuversichtlicher sind die Anleger für den künftigen Verlauf des Index. Ein Cap weit unterhalb des DAX signalisiert, dass Anleger mit größeren Kursrückgängen rechnen. Der UBS Investor Sentiment Index spiegelt somit auch die Risikobereitschaft der Investoren wider. Auch rückblickend ist der Verlauf des Sentiment Index interessant. In den vergangenen fünf Jahren gab es erhebliche Kurssprünge. Wie haben sich die Anleger in diesen bewegten Börsenphasen positioniert? Im Jahr 2007 brach der DAX alle Rekorde. Bis heute ist sein Allzeithoch vom 16. Juli 2007 (Schlusskurs: 8.106 Punkte) unübertroffen. Die Käufer von Discount-Zertifikaten blieben jedoch vorsichtig, obwohl der DAX scheinbar kein Halten kannte: Sie entschieden sich im Mittel für einen Cap etwa 53% unter dem DAX-Stand. Im Monatsdurchschnitt lag der Abstand bei rund 45%. Diese extrem niedrigen Werte sind einerseits damit zu erklären, dass viele Anleger vor der Einführung der Abgeltungssteuer sehr konservative Discount-Zertifikate mit sehr niedrigem Cap als Festgeldalternative nutzten,

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um sich steuerfreie Kursgewinne zu sichern. Andererseits deuten sie aber auch auf eine gesunde Skepsis hin. Umgekehrt, als der DAX nach dem Ausbruch der Finanzkrise am 6. März 2009 mit 3.666 Zählern seinen Tiefpunkt erreichte, agierten die Anleger immer mutiger – was sich im Nachhinein als klug herausstellte. Der monatliche Durchschnittscap lag im März 2009 rund 24% unter dem DAX. Im Jahresschnitt betrug der Abstand nur gut 13%. Dies änderte sich in den beiden vergangenen, weniger volatilen Jahren. 2010, als sich der DAX mit relativ geringen Ausschlägen nach oben bewegte, blieben die Investoren bei ihrer offensiven Strategie. So befand sich der durchschnittliche Cap in diesem Jahr rund 6% unter dem DAX-Stand. Dies änderte sich ein Jahr später, als der deutsche Leitindex im Sommer 2011 einbrach und am 12. September mit 5.072 Punkten sein Jahrestief erreichte. An diesem Tag notierte der Cap 23,5% unter dem DAX. Auch in diesem Jahr blieb das Bild wechselhaft: Als der DAX in den ersten drei Monaten von rund 6.000 auf 7.000 Punkte kletterte, stieg auch der Mut der Anleger. Die durchschnittlichen Cap-Werte lagen während dieser Phase zwischen 8% und 10% unter dem DAX-Stand. Die sich verschärfende Euro-Krise schmälerte das Anlegervertrauen wieder: Seit dem Frühjahr rangierten die durchschnittlichen Caps monatlich zwischen 13% und 19% unter dem DAX – die Anleger blieben trotz der insgesamt guten Börsenentwicklung vorsichtig. Die langfristige Beobachtung des UBS Investor Sentiment Index zeigt also, auch wenn es sich bei früheren Entwicklungen nicht um einen zuverlässigen Indikator für künftige Entwicklungen handelt, dass viele Anleger offenbar durchaus antizyklisch agieren. Sie erhöhen nicht erst ihr Risiko, wenn die Höchststände gerade erreicht sind, und werden nicht erst dann vorsichtiger, wenn die Kurse schon ganz unten angekommen sind. Wie bei allen Anlageprodukten können Anleger natürlich auch mit Discount-Zertifikaten danebenliegen, wenn sich der Markt nicht erwartungsgemäß entwickelt. Dennoch versuchen die Käufer der Papiere die künftige Marktentwicklung zu antizipieren, anstatt blind Trends zu folgen.


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Unternehmen der Woche

Schwalbe bringt

Foto: Ralf Bohle GmbH

Mountainbikes, Rennräder, Trekkingräder, Liegeräder oder neuerdings elektrisch angetriebene Fahrräder – die Palette an Zweirädern ist in den vergangenen Jahren geradezu explosionsartig gewachsen. Entsprechend gestiegen sind die Anforderungen an das Zubehör. Für jede Art von Fahrrad gibt es inzwischen ein ganzes Sortiment an Komponenten. Das gilt auch für die Reifen.

Die Geschichte der Firma, die eigentlich Ralf Bohle GmbH heißt, reicht zurück bis in das Jahr 1922.

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Das Sortiment, das der Hersteller Schwalbe anbietet, ist beeindruckend. Allein für Mountainbikes gibt es rund 30 verschiedene Modelle. So können Fahrer, die es im Gelände etwas ruppiger mögen, zwischen vier Reifen für All-Mountain- bzw. Enduro-Bikes, also Räder mit viel Federung für schnelle Abfahrten, wählen. Ausgeprägte Stollen und hohe Belastbarkeit stehen dabei an erster Stelle. Lagen unterschiedlicher Materialien und solide Seitenwände lasse die Reifen auch schweres Gelände gut überstehen. Dagegen stehen bei den Modellen für den Cross-Country-Einsatz, also schnelle Fahrten oder sogar Wettrennen unter nicht ganz so extremen Geländebedingungen, geringes Gewicht und niedriger Rollwiderstand im Mittelpunkt. Das erreicht Schwalbe durch weniger ausgeprägtes Profil und verminderten Materialeinsatz. Schon die Namen – bei Schwalbe tragen alle Rollen originelle Bezeichnungen – weisen darauf hin. So heißen die flotten Cross-Country-Renner Racing Ralph oder Rocket Ron, während die extra breiten Vertreter sich Fat Albert nennen. Meriten hat sich das Unternehmen auch im Rennradbereich erworben. Stolz verweist Schwalbe darauf, dass Profis wie Fränk und Andy Schleck, Fabian Cancellara und Jens Voigt bei den Frankreich-Rundfahrten auf das handgenähte Spitzenmodell Ultremo gesetzt haben. Dieser Reifen wird denn auch gleich in sechs verschiedenen Versionen für alle nur denkbaren Einsatzmöglichkeiten

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Foto: Ralf Bohle GmbH

Zweiräder in Schwung

angeboten. So gibt es Ultremo-Ausführungen für nassen Untergrund oder mit besonderem Schutz gegen Durchschläge. Mit Pannensicherheit hat sich Schwalbe auch einen Namen bei Fahrradfahrern gemacht, die keine sportliche Herausforderung, sondern einen zuverlässigen Begleiter für ihre täglichen Fahrten suchen. Der Marathon ist nicht umsonst der meist verkaufte Fahrradreifen in Europa. Seit der Einführung 1985 hat sich der Reifen durch lange Haltbarkeit und hohe Widerstandsfähigkeit gegen Scherben, Dornen und andere Spielverderber bewährt. Unter dem einprägsamen Schlagwort „unplattbar“ bietet Schwalbe den noch widerstandsfähigeren „Marathon Plus“ an. Eine Einlage aus elastischem Spezialkautschuk sorgt dafür, dass selbst eine Heftzwecke dem Schlauch nichts anhaben kann. Viel verspricht sich Schwalbe auch von den neuen Elektrorädern. Mit 300.000 verkauften E-Bikes im vergangenen Jahr ist ein kaum beachteter Boom entstanden, der die Nachfrage nach Elektroautos weit hinter sich lässt. Die hohen Geschwindigkeiten, die mit Elektromotor möglich sind, verlangen nach haltbaren, griffigen Spezialreifen, die Schwalbe mit den Energizer-Reifen anbietet. Eine ganz neue He­ rausforderung ist das freilich nicht. Dank der Produktion von Reifen für Motorroller und Mopeds, die ebenfalls zum Programm gehören, hat das Unternehmen bereits Erfahrungen mit den Anforderungen motorisierter Zweiräder. Die Geschichte der Firma, die eigentlich Ralf Bohle GmbH heißt, reicht zurück bis in das Jahr 1922. 90 Jahre nach der Gründung leitet die mittlerweile dritte Generation der Familie das Unternehmen. Mit Tochterunternehmen in Frankreich, Großbritannien, Italien und Holland ist es europäischer Marktführer bei Fahrradreifen und bietet dem großen Wettbewerber Continental erfolgreich die Stirn. Auch die Geschäftsentwicklung kann sich sehen lassen: 2011 erreichte die Firma einen Umsatz von 140 Mio. Euro nach 115 Mio. im Vorjahr. Damit ist das Unternehmen deutlich stärker als die deutsche Fahrradbranche gewachsen, die im mittleren einstelligen Prozentbereich zugelegt hat.


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IG Markets aufgerufen wird, erscheint nicht nur der Geld- und Brief kurs. Zusätzlich bietet IG einen Nachrichten-Ticker, Broker-Ratings, Finanzdaten und Live-Charts – alles auf einem Bildschirm.

Umbenennung Aus IG Markets wird IG – der seit 2006 in Deutschland mit einer eigenen Niederlassung vertretene britische Finanzdienstleister, der sich auf den CFD- und Devisenhandel spezialisiert hat, verkürzt seinen Handelsnamen. Die weltweit tätige IG Group will mit der Umbenennung ihren Markenauftritt vereinheitlichen. Doch nicht nur das: Kunden finden neben einem überarbeiteten Internet-Auftritt des Onlinebrokers auf der Handelsplattform ab sofort neue Angebote und Dienstleistungen. So unterstützt das neue Insight Analysecenter Marktteilnehmer bei ihren Handelsentscheidungen mit Nachrichten und einer umfangreichen Datensammlung. Unter anderem besteht die Möglichkeit, die Handelsaktivitäten der weltweit 140.000 Kunden, die monatlich insgesamt mehr als 5 Mio. Transaktionen durchführen, zu verfolgen. Daneben werden umfangreiche Analysen zu allen Anlageklassen und Märkten angeboten. Beobachtungslisten und offene Positionen aus der Handelsplattform sind in das neue Analysecenter integriert. Alle Märkte stehen dem Kunden rund um die Uhr zur Verfügung. Sofern ein Markt im Insight Analysecenter Unternehmenstermine Datum 24.09.2012 25.09.2012 27.09.2012 27.09.2012 27.09.2012 27.09.2012 28.09.2012 28.09.2012

Uhrzeit - - - 08:00 22:15 - - -

Name Lennar Corp. Jabil Circuit Inc. Research In Motion Ltd. Hennes & Mauritz AB Nike Inc. Hornbach Holding AG Borussia Dortmund Walgreen Co.

Adobe

Verhaltener Ausblick

Im dritten Geschäftsquartal steigerte der durch Photoshop und Acrobat Reader bekannte kalifornische Software-Entwickler Adobe Systems (WKN: 871981) den Überschuss von 195,1 auf 201,4 Mio. US-Dollar. Je Aktie legte der Gewinn von 0,39 auf 0,40 US-Dollar zu, vor Sonderposten wie erwartet von 0,55 auf 0,58 US-Dollar. Der Gewinn vor Steuern zog von 256,7 auf 263,2 Mio. US-Dollar an, der operative Gewinn von 274,1 auf 278,3 Mio. US-Dollar. Trotz negativer Währungseffekte in Höhe von 9 Mio. US-Dollar erhöhte sich der Umsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode von 1,01 auf 1,08 Mrd. USDollar. Analysten waren jedoch von 1,1 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Adobe selbst hatte 1,075 bis 1,125 Mrd. US-Dollar prognostiziert. Der im Gesamtumsatz enthaltene Produktumsatz schrumpfte von 811,9 auf 810,5 Mio. US-Dollar. Dagegen stieg der Dienstleistungsumsatz von 86,7 auf 97,2 Mio. US-Dollar. Im laufenden Schlussquartal Ereignis sollen 1,075 bis 1,125 Mrd. US-Dollar um9-Monats-Bericht 2011/12 gesetzt und je Aktie 0,34 bis 0,39 US-DolErgebnisbericht 2011/12 lar verdient werden. Vor Sonderposten will Halbjahresbericht Adobe 0,53 bis 0,58 US-Dollar Gewinn je 9-Monats-Bericht 2011/12 Ergebnisbericht Q1 2012/13 Aktie erzielen. Marktbeobachter gehen bisher Halbjahresbericht 2012/13 im Durchschnitt von 1,2 Mrd. US-Dollar Ergebnisbericht 2011/12 Umsatz sowie 0,67 US-Dollar Gewinn je AkErgebnisbericht 2011/12 tie vor Sonderposten aus.

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Franklin Global Small-Mid Cap Growth Fund –

die ganze Welt der Nebenwerte

Viele Anleger sind Freunde von Aktien kleinerer Unternehmen. Sie schätzen die Chancen auf eine gute Performance von kleinen und mittleren Unternehmen höher ein als die großer Werte. Doch natürlich gibt es auch hier Risiken zu beachten. Um diese zu begrenzen, sollte ein Anleger daher sein Kapital breit streuen. Das geht gerade im Segment der kleineren und mittleren Unternehmen am besten über einen Fonds. Denn mithilfe eines Fonds lässt sich das Kapital nicht nur bezüglich der Branchen streuen, in die investiert werden soll, sondern auch breit über die Regionen. Der Franklin Global Small-Mid Cap Growth Fund ist ein solcher Fonds, der sich für Anleger mit eben diesem Horizont eignet. Der Fonds investiert vor allem in Wachstumswerte mit geringer und mittlerer Marktkapitalisierung auf der ganzen Welt. Im Anlagefokus sind dabei die Industrieländer. Der Vergleichsindex ist der MSCI World Small Cap Index. Nach Angaben der Fondsgesellschaft richtet sich der Franklin Global Small-Mid Cap Growth Fund vor allem an Anleger, die ihr Kapital mittel- bis langfristig anlegen wollen. Für kurzfristig Orientierte ist der Fonds also eher nicht geeignet. Die Fondswährung des Franklin Global Small-Mid Cap Growth Fund ist der US-Dollar. Damit birgt er ein zusätzliches latentes Währungsrisiko. Asset-Allokation Zum Ende des Monats August dieses Jahres war das Fondsvermögen zu 96% angelegt. 4% lagen noch in der Kasse. Ende Mai betrugen die liquiden Mittel noch über 6%, die Investitionsquote lag bei 93,71%. Es hat sich also einiges getan. Die Kassenbestände wurden abgebaut. Auffällig ist, dass die Gewichtung der einzelnen Regionen im Fonds deutlich von der Gewichtung im Vergleichsindex abweicht. Das ist auf das Auswahlverfahren des Fonds zurückzuführen. Das Management wählt die Aktien nach einem disziplinierten Bottomup-Verfahren aus. Hinzu kommen eine detaillierte Fundamentalanalyse und der Fokus auf das Risikomanagement. Dies erfolgt auf Ebene der Einzelwerte. Regionale Gewichtung Der Fonds hat 35 Werte im Portfolio. Das Fondsvolumen liegt bei rund 58 Mio. US-Dollar. Davon sind 21,8% in Großbritannien angelegt. Weitere geografische Schwerpunkte sind Irland, Japan und Frankreich. Bei den Sektoren hat die Branche der Investitionsgüter mit einem Anteil am Fondsvermögen von 21,7% die Führung inne. Danach folgt der Groß- und Einzelhandel mit 10,3%, die Versicherungen mit 8,8, die Lebens- und Genussmittelbranche mit 8,5 und die diversifizierten Finanzdienste mit 6,5%. 15

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Einzelwerte Die zehn größten Einzelwerte liegen bei der Gewichtung recht nahe beieinander. Das Schwergewicht Carpetright Plc. liegt mit einem Anteil von 4,1% auf Rang 1. Das Unternehmen ist auf Bodenbeläge spezialisiert. Die Nummer 10, Savills Plc., kommt noch auf eine Gewichtung von 3,2%. Das ebenfalls britische Unternehmen ist auf Immobilien-Dienstleistungen spezialisiert. Die zehn größten Positionen vereinen insgesamt 34,7% des Vermögens auf sich. Performance Da der Fonds noch relativ jung ist, kommt ein langfristiger Vergleich nicht infrage. Kurz- und mittelfristig liegt er meistens vor dem Vergleichsindex. In jüngster Zeit ist er allerdings etwas ins Hintertreffen geraten. Der Fondsmanager Edwin Lugo wird aber alles daran setzen, um den Index wieder hinter sich zu lassen. Die Fondsbewertungsagentur Morningstar hat dem Fonds vier Sterne verliehen. Für Anleger, die internationale Chancen wahrnehmen wollen, ist der Fonds als Depotergänzung eine gute Wahl. Franklin Global Small-Mid Cap Growth Fund ISIN: LU0144644332 Fondsvolumen: 60,3 Mio. Ausgabeaufschlag: 5,54% Managementgebühr: 1,5% p. a. Gesamtkostenquote (TER): 1,87% Fondswährung: US-Dollar Auflegungsdatum: 15.04.2002 Stand: 31.08.2012


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HSBC

HSBC bietet India Fixed Income Fonds an HSBC Global Asset Management (Deutschland) GmbH hat einen neuen Emerging-Markets-Anleihenfonds im Angebot: Mit dem HSBC GIF India Fixed Income (ISIN: LU 0780248950) können deutsche Anleger in den indischen Anleihemarkt investieren – ein Markt, der für ausländische Investoren sonst schwer zugänglich ist. Die wirtschaftlichen Aussichten für Indien sind verlockend: So rechnet etwa der Internationale Währungsfonds (IWF) für 2013 mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 7,3% (World Economic Outlook, April 2012). „Die Zinsstrukturkurve in Indien ist recht flach, die Zinsen sind auch bei kurz laufenden Papieren hoch. Gegenüber der Peergroup

der Emerging Markets sowie im Vergleich zu den Industrienationen ist die Zinsstrukturkurve attraktiv“, erklärt Fondsmanager Gordon Rodrigues, der über rund 20 Jahre Investment-Erfahrung verfügt. Zusätzliches Potenzial bietet die gegenüber dem US-Dollar stark unterbewertete indische Währung. „Asiatische Fixed-Income-Märkte sind unterentwickelt und ineffizient. Mithilfe eines fokussierten InvestmentProzesses können wir Chancen nutzen, die sich aus diesen Ineffizienzen ergeben“, sagt Rodrigues. Seiner Ansicht nach ist Indien in global ausgerichteten Anleihenportfolios im Verhältnis zu seiner wirtschaftlichen Bedeutung noch in erheblichem Maße unterrepräsentiert.

Threadneedle

Threadneedle legt Multi-Asset-Fonds auf Threadneedle Investments hat einen neuen Fonds aufgelegt, den Threadneedle (Lux) Multi Asset Target Alpha Fund. Bei dem Fonds handelt es sich um ein Absolute-Return-Produkt, das in verschiedene Vermögenswerte investiert und ein globales Engagement in unterschiedlichen Anlageklassen bietet. Das Ziel besteht darin, unabhängig vom Marktumfeld positive Renditen zu erzielen. Das Fondsmanagement trifft aktive Allokationsentscheidungen im Rahmen eines uneingeschränkten, flexiblen Ansatzes, der auf starken Überzeugungen

basiert, um so die Preisunterschiede zwischen Anlageklassen zu nutzen und eventuelle Verlustrisiken zu begrenzen. Der Fonds investiert in traditionelle Wertpapiere wie Aktien und Anleihen sowie in Währungen weltweit. Ferner kann er sich indirekt an Rohstoffen, Immobilien oder anderen Vermögenswerten über andere Fonds oder den Einsatz von Derivaten beteiligen. Das Fondsmanagement kann auch Leerverkäufe tätigen und Hebel einsetzen. Der Fonds strebt eine Rendite in Höhe des 3-Monats-LIBOR (USD) +5% p. a. an.

Haspa

Haspa legt Währungsfonds auf Die Hamburger Sparkasse (Haspa) legt gemeinsam mit Universal- Investment den Währungsfonds UI (ISIN: DE000A1JZLD5) auf. Der von der Haspa beratene Anleihenfonds soll durch Investments in Währungen abseits des Euro marktunabhängige Renditen erzielen. Der Anlageschwerpunkt wird in Ländern bzw. Währungsräumen liegen, die die Maastricht-Kriterien erfüllen. Im Euro-Raum erfüllt derzeit kaum ein Land diese Anforderungen. Deshalb stellen globale Währungen eine interessante Anlagealternative zur Portfoliodiversifikation dar. Bei der Auswahl der Währungsräume spielen die Parameter der Maastricht-Kriterien eine entscheidende Rolle: Eine maximale Staatsverschuldung von 60%

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des Bruttoinlandprodukts (BIP) sowie eine jährliche Neuverschuldung von höchstens 3% des BIP. Weitere wichtige Faktoren für die Anlageentscheidung sind das Wirtschaftswachstum, die Arbeitslosenquote und die Inflationsentwicklung des Landes. In der Regel wird ein Schwerpunkt auf acht bis zehn Währungen im Portfolio gelegt, wobei die Währungen bei sich ändernden Rahmenbedingungen aktiv gemanagt werden. Das Währungsuniversum umfasst unter anderem die schwedische und norwegische Krone, den chinesischen Renminbi sowie den Kanada-, Australien- und Neuseeland-Dollar. Insgesamt strebt das Portfoliomanagement an, vollständig in globale Währungen investiert zu sein.


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S&P-500-Express-Zertifikat –

transparentes und risikoarmes Investment Der S&P 500 könnte mittelfristig sein im Oktober 2007 erreichtes Allzeithoch bei 1.565,15 Punkten überspringen. Auf eine solche Entwicklung sollten allerdings nur mutige Anleger mit einem Index-Zertifikat setzen. Vorsichtige Naturen ordern hingegen ein Express-Papier auf den US-Aktienindex. In Amerika entwickelt sich die Konjunktur in diesem Jahr deutlich besser als in Europa. Das Bruttoinlandsprodukt ist in den USA im zweiten Quartal 2012 mit einer Jahresrate von 1,7% gewachsen. Im selben Zeitraum ist die Wirtschaftsleistung in der Eurozone um 0,2% geschrumpft. Auch künftig wird die US-Wirtschaft auf Wachstumskurs bleiben. Für positive Impulse sorgt vor allem der private Konsum, der sich nach wie vor relativ gut entwickelt. Aber auch die Tatsache, dass Investoren die Vereinigten Staaten inzwischen wieder als sicheren Hafen sehen, dürfte mittelfristig die Konjunktur antreiben. Amerikas Notenbank pumpt Geld in den Markt Von großer Bedeutung bezüglich der weiteren Entwicklung der Wirtschaft im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist die lockere Geldpolitik der US-Notenbank – sie wird künftig pro Monat hypothekenbesicherte Wertpapiere im Wert von 40 Mrd. US-Dollar aufkaufen. Und zwar so lange, bis sich die Situation am Arbeitsmarkt in Amerika nachhaltig gebessert hat. Zudem soll der Leitzins mindestens bis Mitte 2015 im Bereich der historisch niedrigen Spanne zwischen 0% und 0,25% liegen. Ursprünglich wollte die amerikanische Zentralbank ihre Niedrigzinspolitik im Dezember 2014 beenden. Institutionelle Investoren könnten bevorzugt US-Titel ordern Die expansive Geldpolitik der US-Notenbank und der niedrige Leitzins sollten sich mittelfristig positiv auf das Wirtschaftswachstum in Amerika auswirken. Angesichts dieser Perspektiven dürften amerikanische Blue Chips begehrt bleiben. Überdies wird voraussichtlich ohnehin weiterhin viel Geld in die Aktienmärkte fließen, da es zurzeit kaum attraktive Anlagealternativen gibt. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass der S&P 500 seit Jahresbeginn lediglich um 16% gestiegen, aber der DAX im selben Zeitraum um 25%

nach oben geklettert ist. Daher ist es durchaus möglich, dass institutionelle Investoren in den kommenden Monaten bevorzugt USTitel kaufen. Defensive Alternative zu einem Index-Zertifikat Mittelfristig könnte der S&P 500 ein neues Allzeithoch erklimmen. Von dieser Entwicklung würden Anleger mit einem Index-Zertifikat profitieren. Ein solches Finanzprodukt sollten aber nur mutige Börsianer kaufen, da die in dem markbreiten US-Aktienindex gelisteten Werte mit einem durchschnittlichen 2012er-KGV von 15 keine Schnäppchen sind. Wer kein großes Risiko eingehen will, ordert ein von der Deutschen Bank emittiertes Express-Zertifikat (WKN: DB9ZTZ) auf den S&P 500. Dieses Papier kann schon in etwa elf Monaten vorzeitig fällig werden. Die Voraussetzung hierfür ist, dass der Basiswert am 27. August 2013 über 1.409 Punkten notiert. Ist diese Bedingung erfüllt, gibt es eine Gutschrift von 106,30 Euro pro Zertifikat. Andernfalls verlängert sich die Laufzeit um ein Jahr und der Rückzahlungsbetrag erhöht sich um 6,30 Euro. Spätestens fällig wird das Anlageprodukt im August 2017. Dann wird die Deutsche Bank 131,50 Euro pro Zertifikat auszahlen, sofern der S&P 500 am Laufzeitende über 845,58 Punkten notiert.

S&P-500-Express-Zertifikat Zertifikattyp Express

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Emittent Deutsche Bank

Basiswert S&P 500

Fälligkeit 24.08.2017

WKN DB9ZTZ


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RCB

Öl-Bonus aus Österreich in der Zeichnung Die Ölpreise kennen derzeit nur eine Richtung: nach unten. Analysten verweisen vor allem auf schwache Konjunktursignale aus China. Zugleich sind die Spannungen zwischen dem Westen und dem zweitgrößten OPEC-Ölproduzenten Iran vorerst in den Hintergrund getreten. Anlegern, die auf Jahressicht stabile oder weitersteigende Ölpreise erwarten, bietet die Raiffeisen Centrobank (RCB) bis zum 5. Oktober ihr neues Öl-Bonus-Zertifikat 19 (WKN: RCE4MB) zur Zeichnung an. Neben einer überschaubaren Laufzeit lockt das neue Zertifikat mit einem recht großen Puffer. Büßt Brent Crude Oil während der einjährigen Laufzeit nämlich niemals 30% oder mehr ein, erhalten Anleger am Laufzeitende einen Bonusbetrag von 12 Euro je Zertifikat (Nennwert 100 Euro). Da die RCB bei der Zeichnung ein Agio von 1% erhebt, winkt unterm Strich somit

eine Jahresrendite von rund 10,9%. Wird die 70%-Barriere aber in den kommenden zwölf Monaten touchiert oder unterschritten, so ist der Bonusmechanismus außer Kraft gesetzt. In diesem Fall erfolgt die Rückzahlung am 9. Oktober 2013 entsprechend der Ölpreisentwicklung, was nicht zwangsläufig Verluste bedeuten muss. Mehr als 112 Euro pro Zertifikat zahlt der Emittent jedoch in keinem Fall zurück.

SOCIETE GENERALE

Neue Gold-TrendInliner Gold ist wieder im Aufwärtstrend, das Allzeithoch bei 1.921 US-Dollar je Feinunze lockt. Nach monatelanger Lethargie zwischen 1.540 und 1.630 US-Dollar scheint mit dem charttechnischen Ausbruch über 1.660 USDollar ein Aufwärtstrend bestätigt zu sein. Doch trotz großer Kursschwankungen bewegt sich das Edelmetall seit mehr als einem Jahr innerhalb einer Bandbreite von 1.500 bis 1.900 US-Dollar seitwärts. Dazu passend legt

die französische Société Générale neue Trend-Inline-Optionsscheine auf Gold auf: Diese verfügen über ein oberes und ein unteres K.-o.-Level. Wenn der Goldpreis während der gesamten Laufzeit weder das obere noch das untere K.-o.-Level berührt oder durchbricht, wird jeder Schein mit 10 Euro zurückgezahlt. Eine weitere Besonderheit: Beide K.-o.-Levels werden jeweils montags um 5 US-Dollar nach oben verschoben. Somit ergibt sich ein entsprechender Trendkanal. Die spekulativen Papiere versprechen recht ansehnliche Renditen, beispielsweise der neue Trend-Inliner mit der WKN SG3JNE: Dessen unteres K.-o.-Level liegt aktuell bei 1.555 Dollar, das obere bei 2.205 Dollar. Wird keine der beiden Grenzen bis zum 25. Februar 2013 berührt, können Anleger eine Rendite von rund 50% erzielen. Derzeit kostet das Papier etwa 6,50 Euro. In fünf Monaten winken 10 Euro – oder der Totalverlust.

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Rohstoff der Woche

Rhodium:

Auf Platins Spuren? Der zum Teil blutige Arbeitskampf in südafrikanischen Platinminen hat seit August zu einer Kursrally bei Platin geführt. Während hier der Preis nun korrigierte, gab es bei Rhodium einen kräftigen Anstieg. Im Blickpunkt steht auch hier Südafrika, das 84% zum weltweiten Angebot von Rhodium beiträgt. Weil das Edelmetall nur in sehr geringen Konzentrationen im Boden enthalten ist, gibt es jedoch keine reinen Rhodiumminen. Stattdessen fällt es als Nebenprodukt an, insbesondere bei der Gewinnung von Platin. Verantwortlich für den jüngst kräftigen Anstieg könnte die Annahme sein, dass der anhaltende Arbeitskampf in den südafrikanischen Platinminen zu einer stärker rückläufigen Produktion führt und sich damit das weltweite Angebot verknappt. Zwar hat der Bergbaukonzern Lonmin seinen Kumpeln in der bestreikten Mine Marikana, in der der Ausstand sogar in Gewalt umschlug und Tote zu beklagen waren, mehr Lohn versprochen, was jüngst den Platinpreis etwas drückte, allerdings wird anderenorts weiter gestreikt. Der generelle Arbeitskampf in Südafrika ist damit wohl noch nicht beendet. Bislang reagierte der Preis für Rhodium auf den Streik kaum, weil ein Teil des weltweit benötigten Rohstoffs durch Recycling gewonnen wird, weshalb sich Produktionsunterbrechungen in den Minen nicht gleich in einem knappen Angebot niederschlagen. 2011 lag die Nachfrage bei 906.000

Feinunzen. Davon wurden etwa 31% durch recyceltes Rhodium abgedeckt. Um den Bedarf zu decken, brauchte man daher noch 626.000 Feinunzen aus Minen. Produziert wurden 765.000 Feinunzen, sodass es wie in den vorangegangenen drei Jahren ein Überangebot gab, was sich auch in den sinkenden Kursen 2010 und 2011 niederschlägt. 2012 setzte sich die Talfahrt fort. Die Frage ist nun, wie stark der Arbeitskampf in Südafrika das Angebot schmälert. Erste Kürzungen der Prognosen für den Überschuss gab es bereits. Sollten die Streiks noch geraume Zeit dauern und damit die Spekulationen über ein knappes Angebot zunehmen, könnte dies zu weiter steigenden Kursen und vielleicht auch zu einer Rally führen. Derzeitige Long-Positionen sind jedoch sehr spekulativ. Rhodium – Spot-Preis in US-Dollar (Johnson Matthey)

Derivate auf Rhodium (Basiswerte: Rhodium Spot-Preis in US-Dollar [Johnson Matthey]) Typ ETC Index-Zertifikat Index-Zertifikat (quanto)

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BÖRSE am Sonntag · 38/1 2

WKN A1KJHG AA0XEK AA0XEJ

Basispreis/Knock-out - - -

Laufzeit Hebel open end open end open end -


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Rohstoffanalysen

Rohstoffe im Überblick Kaffee – Dezember-Future (ICE)

Rohstoffe (Auswahl)

Mit dem dynamischen Anstieg in der Vorwoche hatte Kaffee die obere langfristige Abwärtstrendlinie geknackt. Jüngst folgte nun einen Rücksetzer darunter. Dabei könnte es sich noch um einen typischen Pullback handeln, wenn der Preis nun schnell wieder über die Linie klettert. Gelingt dies nicht, war das Überschreiten ein Fehlsignal.

Markt Kurs Rohöl WTI Crude NYMEX ($/bbl)

93,08

-6,04%

2,90

-1,66%

Heizöl NYMEX ($c/gal)

313,07

-3,53%

Gold NYMEX ($/Unze)

1778,00

+0,30%

34,55

-0,39%

671,25

-3,56%

Platin Spot ($/Unze)

1637,75

-4,16%

Aluminium Spot ($/t)

2093,50

-3,84%

Blei Spot ($/t)

2280,00

+0,84%

Kupfer Spot ($/t)

8277,00

-1,02%

Nickel Spot ($/t)

18005,00

+2,74%

Zinn Spot ($/t)

21300,00

-0,54%

Zink Spot ($/t)

2065,25

-3,44%

Baumwolle ICE ($c/lb)

73,320

-2,85%

Kaffee "C" ICE ($c/lb)

173,20

-4,26%

2528,00

-4,13%

Mais CBOT ($c/bu)

749,75

-4,19%

Orangensaft gefr. ICE ($c/lb)

124,85

-4,51%

1621,75

-6,74%

897,25

-2,92%

Zucker No.11 ICE ($c/lb)

20,11

+1,06%

Lebendrind CME ($c/lb)

125,55

-1,06%

Mastrind CME ($c/lb)

147,13

+0,20%

Schwein mag. CME ($c/lb)

75,00

+1,32%

Erdgas NYMEX ($/MMBtU)

Silber Spot ($/Unze) Palladium Spot ($/Unze)

Mais – Dezember-Future (CME) Charttechnisch betrachtet scheint die Luft bei Mais erst einmal raus zu sein. Nach den Rekorden Ende August nimmt die Korrektur immer mehr Form an. Bei einer weiter sinkenden Tendenz sind potenzielle Haltezonen 712,75 US-Cent (38,2%-Fibonacci-Retracement der Rally seit Juni), 673,38 US-Cent (50%-Retracement) sowie 669,50 US-Cent (Zwischenhoch August 2011).

Kakao ICE ($/t)

Nickel – Spot-Preis in US-Dollar (LME) Nickel zeigt seit August einen Aufwärtsimpuls. Im Rahmen dieser Bewegung wurde nun die langfristige Abwärtstrendlinie (Verbindung der Zwischenhochs von März 2011 und Februar 2012) knapp überwunden. Sollte jetzt auch die Hürde bei 17.953 US-Dollar nachhaltig geknackt werden, könnte dies für eine fortgesetzte Erholung sprechen.

Platin – Spot-Preis in US-Dollar Nach der Rally seit August, die sich noch in der Vorwoche sehr dynamisch fortgesetzt hatte, korrigierte Platin nun etwas deutlicher. Der Preis drehte damit kurz vor Erreichen des 2012er-Hochs von 1.736 US-Dollar nach unten. Er fiel beinahe bis zum 38,2%-FibonacciRetracement der jüngsten Aufwärtswelle zurück, erholte sich davon aber etwas.

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% zur Vorwoche

Sojabohnen CBOT ($c/bu) Weizen CBOT ($c/bu)

Rohstoff-Indizes (Auswahl) Index Kurs

% zur Vorwoche

NYSE Arca Gold BUGS Index (HUI) 525,02

+1,46%

NYSE Arca Oil & Gas Index

1281,52

-2,07%

147,65

-2,87%

Reuters-Jeffries CRB Futures-Index 308,98

-3,72%

Rogers Int. Commodity Index

-2,76%

DJ AIG Commodity Index

3807,64


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„Kleid. Bild. Skulptur“ Ausstellung, 16.09.12–28.10.12, Kunst Galerie Fürth, Fürth, www.kunst-galerie-fuerth.de „Kopfüber – Kopfunter“ Bühne, 03.10.12–14.10.12, FITZ Zentrum für Figurentheater, Stuttgart, www.fitz-stuttgart.de

WeinLese 2012 –

das Rheingau Literatur Festival

Zum 20. Mal trägt das Rheingau Musik Festival zu der herbstlichen Weinlese im Rheingau eine besondere „WeinLese“ bei, das Rheingau Literatur Festival. Es findet vom 20. bis zum 30. September 2012 in ausgewählten Kelterhallen und Weingütern des Rheingaus statt. Im Mittelpunkt der jeweiligen Veranstal- Chronik des Untertangs der Titanic von tung steht der Dialog mit den Schriftstellern, Linda Maria Koldau. dann folgt die Lesung. So erfährt das Pub- Zum 20-jährigen Jubiläum der WeinLese likum zugleich mehr über die Inhalte, den wird ein großes Fest der Literatur gefeiert: Autor und die Hintergründe der Publikation. Rheingau-Literatur-Preisträgerinnen und Heiner Boehncke, künstlerischer Leiter der -Preisträger aus den vergangenen zwei JahrWeinLese, hat auch in diesem Jubiläumsjahr zehnten lesen aus neuen oder sogar noch uneine bunte und interessante Mischung zu- veröffentlichten Texten. Alle Preisträger, die sammengestellt: Gute Traditionen wie Peter zugesagt haben, sitzen mit Heiner Boehncke Härtlings „Literatur im Kreuzverhör“ und auf dem Podium und führen ein Gespräch die außerordentlich beliebten literarischen über Literatur im Allgemeinen und ihre akWeinwanderungen, große, bekannte Auto- tuellen Werke im Besonderen. Nach dem ren aus der Region wie Ulrich Kienzle neben literarischen Teil des Abends kann man ganz neuen Tönen, wie sie im Familienro- sich bei bestem Festivalriesling und Winman „Ab jetzt ist Ruhe“ von Marion Brasch zerschmaus aufs Schönste wieder davon zu hören sind. Mit dem Roman „Überflüs- überzeugen, wie angenehm, beflügelnd und sige Menschen“ von Gabriele Riedle wird nachhaltig das Bündnis von Rheingauer das Festival eröffnet. Zweier anderer Jubiläen Wein und erlesener Literatur sein kann. wird mit herausragenden Büchern gedacht: mit der Hermann-Hesse-Biografie von W eitere Infos unter: Gunnar Decker und der vielleicht besten www.rheingau-musik-festival.de 21

BÖRSE am Sonntag · 38/1 2

„Zeit & Zeitpunkte – Jazz im Haus der Geschichte“ Musik/Unterhaltung, 07.10.12, Haus der Geschichte Baden-Württemberg, Stuttgart, www.hdgbw.de „Gemeinsames Tatort gucken“ Freizeit/Unterhaltung, 07.10.12, Theaterstübchen, Kassel, www.theaterstuebchen.de „Obsttag“ Ausstellung, 07.10.12, Schwäbisches Bauernhofmuseum Illerbeuren, Illerbeuren, www.bauernhofmuseum.de „Weingartner Musiktage Junger Künstler 2012” Musik, 07.10.12, Michaelskapelle, Kraichtal, www.weingartner-musiktage.de „Lottes Feiertag“ Bühne, 06.10.12–14.10.12, Theater Mummpitz, Nürnberg, www.theater-mummpitz.de

A phorismus der Woche „Die Eitelkeit besteht aus Kompli­ menten, die man sich selber macht.“ (Shirley MacLaine)


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Coffeetable-Favourites

Zeitlos schön –

100 Jahre Modefotografie von Man Ray bis Mario Testino

Große Fotografen fanden von jeher Gefallen daran, schöne Frauen in zeitgemäßer Mode vor die Linse zu bekommen und mit ihren Werken den modernen Zeitgeist widerzuspiegeln. Mal verführerisch, mal provokant, mal glamourös exzentrisch inszeniert, entstanden so wahre Kunstwerke, die in diesem Buch einzigartig zusammengestellt wurden.

Zeitlos schön Nathalie Herschdorfer Verlag: Prestel Verlag Ausgabe: 288 Seiten Sprache: Deutsch ISBN: 978-3791347257 Preis: 59,00 Euro www.randomhouse.de/ prestel

Der Name Condé Nast steht für einen der größten und wirkungsmächtigsten Zeitschriftenverlage weltweit. Für eine spannende Ausstellung, die noch bis zum 28. Oktober in der Galerie C/O Berlin zu besuchen ist, öffnet der Verlag erstmals seine internationalen Archive und gewährt Einblicke in eine Fotosammlung von höchstem Rang. Die Zusammenarbeit mit jungen Talenten war von Beginn an ein Markenzeichen der Zeitschriften wie „Vogue“ und „Glamour“, und so finden sich heute in den Archiven frühe Arbeiten von allen Berühmtheiten der Modefotografie: Edward

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BÖRSE am Sonntag · 38/1 2

Steichen, Cecil Beaton, Irving Penn, Helmut Newton und Richard Avedon gehören ebenso dazu wie Steven Meisel, Ellen von Unwerth und Mario Testino. Nathalie Herschdorfer hat Fotografien der größten (Mode-)Fotografen aus dem Archiv des Verlegers Condé Nast nun in einem hochwertigen Bildband zusammengestellt. 150 Originalabzüge hat die Kuratorin Nathalie Herschdorfer für das Buch ausgewählt. Matt glänzend und in verschiedenen Formaten gedruckt, chronologisch, aber abwechslungsreich arrangiert, hat man das wunderbare Gefühl, edle Modemagazine der letzten 100 Jahre durchzublättern. Herausgekommen ist ein wahrer Prachtband, der mit seinen vielen hochwertigen Fotografien die im Laufe der letzten 100 Jahre wechselnden Schönheitsideale widerspiegelt und dokumentiert.

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V.i.S.d.P. : ​Christian Ernst Frenko

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Herausgeber: ​ Weimer Media Group GmbH Maximilianstraße 13 80539 München

Archiv: www.boerse-am-sonntag.de/archiv

Geschäftsführer Dr. Wolfram Weimer Amtsgericht: München HRB 198201 Vertriebsleitung: Andreas Fiek, Tel.: 0911 / 274 00 0 andreas.fiek@finanzpark.de Anmeldung: Um „BÖRSE am Sonntag“ kostenfrei zu beziehen, melden Sie sich an unter: www.boerse-am-sonntag.de Abmeldung: Zur Abmeldung vom Bezug der „BÖRSE am Sonntag“ senden Sie einfach eine Email an: abmelden@boerse-am-sonntag.de

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Bildnachweis: Fotolia, Ralf Bohle GmbH Layout: addna, Nürnberg Technik: Daniel Gruber, finanzpark AG Erscheinungsweise: wöchentlich, jeweils Sonntag Mitarbeiter dieser Ausgabe: Christian Ernst Frenko, Miriam Feuerstein, Thomas Uhlig, Margot Habjan, Andreas Fiek, Steffen Droemert, Michael Amtmann, Michaela Ellen Lenz, Reinhard Schlieker, Frieda König, Wolfgang Tenor, Martin Münzenmayer, Marcel Langer Die Charts wurden mit freundlicher Unterstützung von TradeSignal erstellt. Deutsche Bibliothek: ISSN 1610-7446 Auflage: 117.000

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