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№ 25 · Sonntag, 23. Juni 2013

J u b i l äu m 2003 - 2013

SPEZIAL > Seite 10

Transatlantic Trade and Investment Partnership – Obamas Freihandelsofferte auf dem Prüfstand Editorial

LIEBE LESER IN NEN U ND LESER, Gewitterwolken über den Finanzmärkten weltweit. Ein gewaltiges Unwetter droht. Aber die Flut ist, anders als bei unwetterartigen Regenfällen üblich, bereits da. Immer höher steigt der Pegel, doch es entsteht denen, die in den Fluten waten, kein Schaden. Verkehrte Welt! Die drohenden Gewitterwolken beziehen sich auf das Versiegen der Ströme – der Geldströme. Mit 85 Milliarden USDollar werden die Märkte bislang geflutet, Monat für Monat. Das könnte nun ein Ende haben, so der Fed-Chef Ben Bernanke. Die Aktienmärkte reagieren heftig. Bernankes Wort war, so gesehen, in der vergangenen Woche wichtiger als das des US-Präsidenten Obama vor dem Brandenburger Tor. Trotzdem beschäftigen wir uns in unserem Titelthema mit dem geplanten transatlantischen

Handelsabkommen TTIP, denn hier liegen Chancen – gerade für den heimischen Markt. In zweierlei Hinsicht geht es bei uns auch an anderer Stelle um Amerika. Wir werfen einen genaueren Blick auf den brasilianischen Aktienmarkt und wir stellen ein Unternehmen vor, dessen Strategen ebenfalls gespannt dorthin blicken dürften: Adidas. Fußball-WM und Olympia stehen bevor. Die Schatten, die das mit sich bringt, kommen von den drohenden Gewitterwolken der Armut und der lahmenden Konjunktur in Mittelamerika, verbunden mit sinkenden Aktienkursen. Womit sich der Kreis schließt. Herzlich Ihre Redaktion von BÖRSE am Sonntag


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Schliekers Woche

Ei, Überraschung! Sonntag, 23. Juni 2013

AKTIEN & MÄRKTE Schliekers Woche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 Tops und Flops-, Zitat- und Zahl der Woche. . . . . . . . . . . . 3 Markt im Fokus: Brasilien – Abstieg eines Börsenstars. . . . . . 4 Märkte im Überblick: S&P 500, DAX, EURO STOXX 50 . . . . . 5 Aktie der Woche: adidas . . . . . . . . . . . . . . 6 SPEZIAL Transatlantic Trade and Investment Partnership. . . . . . . . . . 10 UNTERNEHMEN Unternehmen der Woche: Siemens. . . . . . 13 News: FedEx, Oracle, Adobe, German Pellets, Micron, Value Relations GmbH . . . . . . . 15 FONDS Fonds der Woche: DNCA Invest Eurose. . . . . . . . . . . . . . . 17 Fonds-News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 ZERTIFIKATE Zertifikate-Idee: Amazon-Capped-Bonus-Zertifikat . . . . 20 Zertifikate-News. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21 Rohstoffe Rohstoff der Woche: Mais . . . . . . . . . . . . 22 Rohstoffanalysen: Baumwolle, Gold, Mageres Schwein, WTI . . . . . . . . . 23 Lebensart Refugium der Woche: Das Kameha Grand Hotel. . . . . . . . . . . . 24 Produkt der Woche: Sommer, Sonne, Liegestuhl . . . . . . . . . . . 25 Impressum/Disclaimer . . . . . . . . . . . . . . 26

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Das Leben ist voller Überraschungen, und manches Ei auch. Spielzeug von S c hokol a de u mhüllt? Den KinderVerführungsschlager von Ferrero liebt die ganze Welt. Die Reinhard Schlieker ganze? Nein, ein ZDF Wirtschafts­ korrespondent großes Land leistet hartnäckig Widerstand. Seit über 80 Jahren kommt so etwas nicht in die Tüte, denn in den Vereinigten Staaten sind Süßwaren nicht zum Verkauf zugelassen, welche nichtessbare Bestandteile in ihrem Inneren tragen. Das ist schön fürsorglich gedacht, damit nicht etwa jemand auf Spielsachen beißt, man weiß ja, wie wichtig gut geformte Gebisse in den USA sind. Nun denn –was aber ist mit Kirschen? Mit süßen zumindest, denn Sauerkirschen sind ja nicht süß, aber Süßkirschen könnte man auch als Süß-Waren verkaufen, oder? Pfirsiche? Mirabellen? Als Ihr Autor das letzte Mal Pfirsiche probiert hat, war das Fruchtfleisch süß, der Kern aber hart und ungenießbar, der Zahnschmerz nachhaltig. Dies sind also nur einige wenige jener Fragen, die vielleicht nicht die Menschheit, wohl aber Heerscharen von Juristen und Handelskommissaren ab sofort bewegen werden wie eine TÜV-geprüfte Wippe das Kind. Die Vereinigten Staaten verfügen entgegen der eigentlich verbreiteteren Ansicht, dass man dort recht locker sei, über ein bürokratisches Gestrüpp nebst fremdländisch anmutender Regulierung, die sich gewaschen hat. Schon die Warnhinweise auf Leitern ("Vorsicht beim Herunterfallen") oder Autorückspiegeln ("Das Unheil könnte näher sein als es Ihnen vorkommt") sind legendär. Bei den forcierten Freihandelsgesprächen dieser Tage, von Präsident Obama und Bundeskanzlerin Merkel nochmals bekräftigt, geht es zur Sache. Knifflig aber werden jene "nichttarifären Handelshemmnisse" wie Kraut und Rüben. Der Zoll spielt im Vergleich eigentlich kaum eine Rolle und sowieso

seine Kosten nicht ein. Erstaunlicherweise konnte man sich ohne Zank gleich mal auf die französische Forderung einstellen, dass Film, Medien und Musik nicht verhandelbar seien – Frankreich schützt diesen Bereich, kann aber auch nicht verhindern, dass sich Schauspieler selbst zollfrei exportieren, wie unlängst M. Depardieu, wenn auch nicht nach Amerika. Wirtschaftsforscher und Branchenverbände listen derweil die milliardenschweren Vorteile, aber eben auch die Probleme auf, die zu bewältigen sind: Maschinen und Elektrogeräte etwa sind nicht kompatibel zwischen der Alten und der Neuen Welt, das fängt mit dem Stromschlagschutz an und hört mit der Farbe von Prüfetiketten noch lange nicht auf. Deutsche Exporteure fertigen oftmals zwei Versionen einer Apparatur: Eine für die ganze Welt, eine für die USA. Müssen dort etwa Kühlschränke und Haartrockner extra sicher sein, weil das allgemeine Stromnetz höchst unsicher ist und von jedem besseren Sturm weggepustet wird? Das sind böse Fragen, die der Handelsdiplomat nicht stellen sollte. Umgekehrt wird man in Kentucky nicht begreifen, warum mit Chlor desinfizierte Hähnchen hier eine irrationale Furcht auslösen, oder sogenannter Genmais allgemeine Hysterie. Wie viele europäische Besucher hat nochmal Florida jedes Jahr? Und essen die dort auch mal was zwischendurch? Und kehren heil wieder zurück? Es sei die Prognose erlaubt, dass der Freihandel kommen wird, aber wohl mit einem dazugehörigen Regelwerk im Bibelformat. Dennoch – ein paar Bereiche dürften übrigbleiben, bei denen man feststellen wird: Mit den Gepflogenheiten des jeweils anderen lässt sich auch leben. Ei, Überraschung!

Was denken Sie über dieses Thema? Schreiben Sie direkt an den Autor, Herrn Reinhard Schlieker unter schlieker@boerse-am-sonntag.de


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Tops und Flops der Woche

tops AT&T: Übernahmephantasie Übernahmephantasie beflügelte zu Wochenbeginn die gesamte Telekombranche: Gesucht waren neben der Deutschen Telekom (WKN: 555750) auch Telefonica Deutschland (WKN: A1J5RX), Freenet (WKN: A0Z2ZZ) und Drillisch (WKN: 554550). Auslöser war ein Bericht der Tageszeitung „El Mundo“, wonach AT&T (WKN: A0HL9Z) ein Auge auf die hochverschuldete spanische Telefonica (WKN: 850775) geworfen habe, aber am Widerstand der spanischen Regierung gescheitert sei. Telefonica dementierte den Bericht. Kabel Deutschland: Bieterkampf Überraschendes Tauziehen um Kabel Deutschland (WKN: KD8888): Nachdem sich die britische Mobilfunkgesellschaft Vodafone (WKN: A0J3PN) nach monatelangen Spekulationen offiziell um den im MDAX notierten Kabelnetzbetreiber bemüht, ist plötzlich auch der US-Medienkonzern Liberty Global (WKN: A0ET06), zu dem bereits Kabel BadenWürttemberg sowie Unitymedia gehören, an einer Übernahme interessiert. Vodafone und Liberty sollen etwa 85 Euro je Aktie bieten. Red Hat: Umsatz und Gewinn erhöht Im am 31. Mai beendeten ersten Geschäftsquartal steigerte der US-Linux-Spezialist Red Hat (WKN: 923989) den Überschuss von 37,46 auf 40,39 Mio. US-Dollar. Je Aktie zog der Gewinn von 0,19 auf 0,21 US-Dollar an, vor Sonderposten von 0,30 auf 0,32 USDollar. Der Vorsteuergewinn legte von 55,09 auf 57,70 Mio. US-Dollar zu, der operative Gewinn von 50,91 auf 56,62 Mio. US-Dollar. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kletterte der Umsatz von 314,73 auf 363,26 Mio. US-Dollar. Experten hatten mit 360 Mio. US-Dollar Umsatz und 0,31 US-Dollar Gewinn je Aktie vor Sonderposten gerechnet.

Zitat der Woche

„Wenn es angebracht ist, werden wir nicht bremsen, sondern den Fuß vom Gas nehmen.“ So moderat äußert sich Ben Shalom Bernanke, Chef der Federal Reserve, zu einem möglichen Kurswechsel in der Zinspolitik. Spekulationen über ein Ende der Niedrigzinsphase haben im Laufe der Woche die Aktienmärkte trotzdem erheblich unter Druck gesetzt. Derzeit kauft die Fed monatlich Staatsanleihen im Wert von 85 Milliarden Dollar. Zahl der Woche

5.200 Stellen streicht die Commerzbank. Damit fällt fast jeder achte Arbeitsplatz in dem teils verstaatlichten Unternehmens weg. Bisher sind dort 54.000 Menschen beschäftigt, die sich auf rund 45.000 Vollzeitstellen verteilen. Die Börse reagierte nicht mit Kursaufschlägen – die Anleger warten wohl auf eine erfolgreiche Umsetzung des ambitionierten Vorhabens.

Flops H & M: Weniger verdient Der Gewinn der schwedischen Bekleidungskette Hennes & Mauritz (WKN: 872318) sank im zweiten Geschäftsquartal (Ende: 31. Mai) von 5,22 auf 4,65 Mrd. Schwedische Kronen (540 Mio. Euro). Vor Steuern schrumpfte der Gewinn von 7,05 auf 6,12 Mrd. Kronen, im operativen Geschäft von 6,89 auf 6,02 Mrd. Kronen. Der Umsatz (ohne Umsatzsteuer) stagnierte bei 31,64 Mrd. Kronen. Gleichzeitig erhöhten sie die Umsatzkosten von 12,12 auf 12,30, die Vertriebskosten von 11,81 auf 12,33 Mrd. Kronen. Die Verwaltungsausgaben stiegen von 845 auf 985 Mio. Kronen.

TERMINE der Woche 24.06. 10:00 DE ifo Geschäftsklima­ index Juni 25.06. 14:30 USA Auftragseingänge langlebige Güter Mai

BMW: Neuzulassungen brechen ein Schwache Zulassungszahlen aus Europa – das tiefste Mai-Niveau seit 20 Jahren – belasteten BMW (WKN: 519000) und VW (WKN: 766403). Lediglich Daimler (WKN: 710000) verzeichnete im vergangenen Monat ein leichtes Zulassungsplus von 0,7%. Bei BMW brachen die Neuzulassungen um 7,2% ein, bei Volkswagen um 2,8%. Noch dramatischer sah die Statistik bei PSA Peugeot Citroen (-13,2%), General Motors (-11,3%), Fiat (-10,8%) und Renault (-10,0%) aus. Im Vergleich zur Vorjahresperiode schrumpften die Neuzulassung in der EU im Mai um 5,9% auf 1,04 Mio. Fahrzeuge.

25.06. 16:00 USA Verbrauchervertrauen,

Microsoft: Verzicht auf Übernahme Wenn die eigene Software auf den Smartphones von Nokia (WKN: 870737) läuft, könnte auch gleich die gesamte Handy-Sparte des einstigen Weltmarktführers in Eigenregie betrieben werden, dachte sich offenbar Microsoft (WKN: 870747). Entsprechende Übernahmeverhandlungen hätten die beiden Konzerne noch in diesem Monat geführt, diese seien allerdings unter anderem am Preis gescheitert, berichtete das „Wall Street Journal“.

28.06. 08:00 DE Einzelhandelsumsatz

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Conference Board Juni 26.06. 14:30 USA BIP Q1/2013 (dritte Schätzung) 28.06. 01:50 Japan Industrieproduktion Mai

Mai 28.06. 15:45 USA Chicago Einkaufs­ managerindex Juni


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Markt im Fokus

Brasilien: Abstieg eines Börsenstars In Sao Paolo, Rio und Recife gehen die Bürger auf die Straße, sie protestieren gegen Korruption und Geldverschwendung. Auch die Anleger sind von der Regierung in Brasilia enttäuscht. Bei Schwellenländerinvestoren stand der lateinamerikanische Staat lange Zeit hoch im Kurs. Doch derzeithagelt es schlechte Nachrichten: Der Einkaufsmanagerindex fällt kontinuierlich, das Plus im Staatshaushalt schmilzt, die Börsenkurse gehen auf Talfahrt. Nun droht auch noch S&P mit einer Ratingherabstufung.

Knapp am Minus vorbei: Im vergangenen Jahr wuchs Brasiliens Bruttosozialprodukt um magere 0,9 Prozent. 2010 hatte die rund 200 Millionen Einwohner zählende Volkswirtschaft noch ein Plus von 7,5 Prozent erzielt. Brasilien spürt die aktuelle Schwäche Chinas und die Rezession Europas. Die

Bovespa

Stand: 20.06.2013 (12:45 Uhr)

Indizes

Stand: Freitag nach Börsenschluss

Index Dow Jones S&P 500 NASDAQ DAX MDAX TecDAX SDAX EUROSTX 50 Nikkei 225 Hang Seng

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21.06.2013  % Vorwoche 52weekHigh  % 52week 14799,4 -1,80% 15542,4 +17,70% 1592,43 -2,11% 1687,18 +20,14% 3357,25 -1,94% 3532,04 +17,42% 7789,24 -4,17% 8557,86 +22,80% 13578,14 -2,77% 14325,15 +30,91% 920,12 -2,88% 985,03 +23,03% 5739,73 -3,21% 6121,09 +18,19% 2549,48 -4,42% 2851,48 +15,92% 13230,13 +4,29% 15942,6 +49,93% 20199,56 -3,67% 23944,74 +4,85%

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beiden Regionen nehmen rund 40 Prozent der brasilianischen Exporte ab. Der private Konsum kann die Ausfälle nicht kompensieren. Zu tief stecken Brasiliens Verbraucher in den Miesen. 22 Prozent ihres verfügbaren Einkommens müssen sie für den Schuldendienst aufbringen. Schwacher Export, gedämpfte Binnennachfrage – nach einem enttäuschenden ersten Quartal reduzierte die Bank Itau jüngst ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr um 0,4 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent. Mindestens 2,5 Prozent wären aber notwendig, um einen Anstieg der Arbeitslosenrate zu verhindern. Brasiliens Unternehmen sind daher wenig optimistisch. Im Mai sank der Einkaufsmanagerindex zum vierten Mal in Folge. Versuche der Regierung, das Wachstum mittels Steuererleichterungen zu stimulieren, haben bislang wenig gefruchtet. Stattdessen reduzierte sich das noch vorhandene Plus im Staatshaushalt. S&P gefällt das nicht. Die Ratingagentur drohte mit einer Herabstufung der langfristigen Verbindlichkeiten unterhalb Investmentgrade. Auch die Aktieninvestoren sehen Brasilien kritisch. Seit Jahresanfang gab der Leitindex Bovespa über 20 Prozent ab. Trotz der steilen Talfahrt und der vielen schlechten Nachrichten: Für einen Einstieg ist es noch zu früh. Die brasilianische Notenbank erhöhte vor kurzem wegen steigender Inflation die Zinsen. Ein Rezept, die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, ist das aber nicht. Sondern eher ein zusätzliches Warnsignal.


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Märkte im Überblick

usa

Deutschland

Der Spielverderber heißt Ben

Europa

Es brummt der Bär

Überwiegend negativ

Endlich hat das Warten ein Ende. Die USNotenbank (Fed) hat getagt und ihr Chef Ben Bernanke hat sich zur weiteren geldpolitischen Strategie geäußert. Es geht vor allem um die Wertpapierankäufe mit einem Volumen von derzeit monatlich 85 Mrd. US-Dollar. Laut Bernanke könnte noch 2013 damit begonnen werden, dies zu drosseln. Anschließend könnte das Programm nach und nach weiter zurückgefahren werden, bis es etwa Mitte 2014 endet. Voraussetzung ist, dass sich die US-Wirtschaft so entwickelt wie von der Fed erhofft. An der Wall Street kamen diese Aussichten nicht gut an, wie die kräftigen Kursverluste am Aktien- aber auch am Rentenmarkt verdeutlichen. Zur Vorwoche gaben die USIndizes daher deutlicher nach. Der S&P 500 verlor 2,2 %. Allerdings muss man sich die Frage stellen, ob die jüngste heftige negative Reaktion nicht etwas übertrieben ist. Schließlich bedeutet eine Drosselung der Wertpapierankäufe nicht das Ende der lockeren Geldpolitik. Die Fed geht davon aus, die Leitzinsen frühestens 2015 anzuheben. Zudem bleiben die bislang gekauften Wertpapiere in ihrer Bilanz und werden wohl solange gehalten, bis sie auslaufen. Nach dem ersten Schock und den kräftigen Verlusten, zu denen auch der Verfallstag beigetragen haben könnte, setzt sich daher vielleicht bald die Erkenntnis durch, dass eigentlich kein Grund zur Panik besteht.

Die negative Reaktion der Wall Street auf die jüngsten Aussagen der Fed zu ihrer weiteren Geldpolitik hat den deutschen Aktienmarkt in der vergangenen Woche belastet. Vor allem am Donnerstag brachen die hiesigen Kursbarometer deutlich ein. Der DAX verlor 3,3 %. Am Freitag zunächst zwar etwas erholt, gaben letztlich erneut die Bären den Ton an und es folgten abermals deutlichere Abgaben. Damit summiert sich der Verlust zur Vorwoche auf 4,2 %. Allerdings dürfte der große Verfallstag an der Terminbörse die jüngste Entwicklung verzerrt haben. So sieht der DAX charttechnisch zwar arg angeschlagen aus, die Signale sind jedoch mit einer gewissen Vorsicht zu betrachten. Der Index ist nun deutlich unter die 8.152er-Marke gerutscht. Gleichzeitig hat er die nächste Unterstützung bei 8.047 Zählern (Zwischenhoch März 2013) verletzt und näherte sich nun auch der Aufwärtstrendlinie seit Juni 2012 sowie der 200-Tage-Linie. Ein Test steht nun wohl unmittelbar bevor. Vielleicht ist davon ausgehend zumindest eine technische Gegenbewegung denkbar. In der nächsten Woche gleich am Montag ein wichtiger Termin ist der ifo Geschäftsklimaindex für Juni. Nachdem der Frühindikator im Mai nach zwei Rückgängen in Folge wieder zulegte, gehen viele Marktteilnehmer von einem abermaligen Anstieg aus. Sollte sich das bewahrheiten, könnte dies Kaufanreize liefern.

An den europäischen Aktienmärkten überwogen in der vergangenen Woche die Verluste. Ein belastender Faktor waren die jüngsten Aussagen der US-Notenbank im Zusammenhang mit ihrer Geldpolitik. Das drückte auch den EURO STOXX 50 in dieser Woche um 4,4 %. Er ist nun deutlich unter die 200-Tage-Linie gerutscht und hat ferner die Unterstützung bei 2.611 Punkten signifikant verletzt. Bei 2.542 Zählern (Zwischentief April 2013) besteht die Chance auf zumindest eine temporäre Erholung. Zumal es erste technische Signale für eine kurzfristige Übertreibung nach unten gibt. Einige der Aktienmärkte wurden in der vergangenen Woche zudem durch spezielle Gründe belastet. In der Türkei halten die Proteste gegen die Regierung Erdogan an und wegen des überharten Vorgehens gegen Demonstranten stehen nun die EU-Beitrittsverhandlungen auf der Kippe. Für Investoren ein Grund, sich weiterhin Sorgen zu machen. Nach der Erholung in der Vorwoche verlor der Leitindex BIST 100 nun mit 8,6 % wieder deutlich. Kräftig unter Druck stand auch der Athex Composite mit einem Minus von 9,7 %, seine Talfahrt aus der Vorwoche setzte sich fort. Wegen des Streits über den Staatsrundfunk stehen der Regierungskoalition nach dem Ausstieg eines kleinen Partners spannende Wochen bevor. Das beunruhigte auch Geldgeber-Troika, die daher vor einer Verzögerung bei der nächsten Hilfszahlung warnte.

S&P 500

DAX

EURO STOXX 50

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Stand: 20.06.2013

Stand: 20.06.2013

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adidas: Fit wie ein Fußballschuh Noch 354 Tage, dann beginnt die Fussball-WM 2014 in Brasilien. Nicht nur Fans fiebern dem Anpfiff entgegen. Auch der Sportartikelhersteller ist heiß und freut sich darauf. Schließlich verkaufen sich Bälle, Trikots und Schuhe im Umfeld dieses weltweit viel beachteten sportlichen Großereignisse besonders prächtig. Adidas erwartet daher sehr gute Geschäfte - macht aber auch sonst den Eindruck, bestens trainiert zu sein.

Fußball ist für viele Menschen die schönste Nebensache der Welt. Duellieren sich die Teams auf dem Rasen, fiebern die Anhänger voller Emotionen mit. Es wird geschimpft, geflucht und gejubelt. Dabei hat schon so manch ein Fan sein Trikot zerrissen. Während der Fußball-WM 2014 in Brasilien dürften weltweit wieder Millionen von FußballAnhängern in die Farben ihrer Mannschaft schlüpfen und voller Leidenschaft aufspringen, wenn ein Tor fällt oder der Schiri einen Elfer gibt. Allein im Gastgeberland gibt es eine Fangemeinde, die im zweistelligen Millionenbereich liegen dürfte. Gerade hier hat allerdings der US-Konzern Nike die Nase vorn, der die brasilianische National-Elf ausrüstet. Adidas-Chef Herbert Hainer ist sich jedoch sicher, den Abstand zum größten Kontrahenten zu verringern. Schließlich ist die WM die perfekte Bühne, um die eigenen Marken und Produkte zu präsentieren und feilzubieten. Und das nicht nur in Brasilien und im übrigen Lateinamerika, das für adidas die am schnellsten wachsende Region überhaupt ist, sondern weltweit. Gut ein Jahr vor dem 06

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Eröffnungsspiel am 12. Juni 2014 beginnt nun die Marketingmaschinerie zu rollen. In der zweiten Jahreshälfte 2013 wird Adidas - die Firma, die sich selbst in Kleinbuchstaben schreibt - kontinuierlich neue Fußballprodukte zur WM auf den Markt bringen. Angefangen bei Bekleidung und Schuhen über Bälle, Schienbeinschoner und Torwarthandschuhe bis hin zu typischen Fanartikeln wie Schals und Mützen. „Größte WM aller Zeiten“ Adidas, die weltweite Nummer eins in Sachen Fußball macht keinen Hehl daraus, die WM nutzen zu wollen, um einmal mehr ihre

Adidas

Stand: 21.06.2013


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Führungsposition in dieser Sportart zu unterstreichen. Dabei geht es nicht nur darum, Fans einzukleiden. Die Herzogenauracher setzen ihre Innovationsstärke ein, um mit immer ausgefeilteren Produkten Spielern und Teams zu immer besseren Leistungen zu verhelfen. Das UnDer Sportartikelhersteller ternehmen sponsert einige der erfolgreichsten Fußist heiß auf die ball-Clubs wie Real Madrid und den FC Bayern Fußball-WM 2014 und München, aber auch Topspieler wie Lionel Messi. macht auch insgesamt Darüber hinaus rüstet Adidas Nationalmannschafeinen fitten Eindruck. ten aus. Im WM-Turnier werden es voraussichtlich acht bis zehn Teams sein, darunter Deutschland, Argentinien und Spanien. Das Kalkül, das dahintersteht, ist klar erkennbar. Es gibt wohl kaum eine bessere Werbung, als wenn sportlich erfolgreiche Mannschaften mit Schuhen und Bekleidung von adidas spielen. Dies animiert Freizeit-Kicker, ebenfalls auf Produkte mit den markenten drei Streifen zu setzen – eine schon lange verfolgte und bewährte Strategie. Kurzum: Bei der WM in Brasilien will der Konzern mit seinen neuen Erzeugnissen für die Athleten wieder einmal einen Schritt voraus sein.

Als offizieller Sponsor der WM tragen zudem alle Funktionäre, Schiedsrichter, Freiwillige und Ballkinder adidas-Klamotten. Außerdem wird der offizielle Spielball, der Anfang Dezember präsentiert wird, von den Deutschen sein. Bei der WM 2010 hatte der Konzern 13 Millionen Bälle verkauft. Diese Benchmark will man ebenso schlagen wie den Umsatz mit Trikots. „Das wird die größte WM aller Zeiten“, freut sich der Vorstand. Anziehende Dynamik im zweiten Halbjahr Hainer erhofft sich auch über die WM hinaus glänzende Geschäfte. 2014 sollen in der Kategorie Fußball zwei Milliarden Euro umgesetzt werden. Dies wäre ein neuer Rekord, der 20 Prozent über dem bisherigen Spitzenwert von 1,6 Milliarden Euro aus dem Jahr 2012 läge. Bitte blättern Sie um

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Premium im Auto. Premium ins Depot. Der Automobilzulieferer paragon AG wächst und begibt eine 5-jährige Anleihe mit 7,25% Zinssatz. Als Automobilzulieferer entwickelt und produziert die paragon AG ihre innovativen, zukunftsweisenden Produkte und Lösungen hauptsächlich für die deutschen Premium-Autohersteller. Ob Sensoren für Luftqualität und im Antriebsstrang, Mikrofone für Freisprechanlagen, Anzeigeinstrumente oder Bedienelemente – es gibt kaum ein Premiumauto, in dem nicht mindestens ein Produkt von paragon steckt. Die Geschäftsbereiche der paragon AG sind Sensoren, Akustik, Cockpit, Elektromobilität und Karosserie-Kinematik, in denen die paragon AG teilweise Marktführer ist. Dabei profitiert das Unternehmen nicht nur von den Absatzrekorden seiner deutschen Hauptkunden, sondern auch von der stetig wachsenden Bedeutung elektronischer Komponenten für die Automobilindustrie. 07

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Die Individualisierung nimmt zu, es gibt immer neue, komplexere Fahrzeugfunktionen, Schlüsselinnovationen finden zunehmend in der Elektronik statt, und auch der Anteil der Elektronik an der Wert­ schöpfung steigt kontinuierlich. Vor diesem Hintergrund sowie durch die Erweiterung des Produktportfolios werden Anzahl und Wert der in einem einzelnen Auto verbauten paragon-Produkte und Systemlösungen auch in Zukunft weiter wachsen. Operativ läuft es bei der im Prime Standard notierten paragon AG weiterhin gut: Für den geplanten Gesamtumsatz des laufenden Geschäftsjahres liegen bereits mehr als 96 Prozent der Kundenabrufe vor. Um die zukünftigen Wachstumschancen optimal nutzen zu können, begibt die paragon AG nun eine Unternehmensanleihe an der Börse Frankfurt.

Die paragon-Anleihe auf einen Blick Volumen: bis zu 20 Mio. Euro Kupon: 7,25% Laufzeit: 5 Jahre Zeichnungsfrist: 25.6. bis maximal 28.6.2013 ISIN: DE000A1TND93 Unternehmensrating: BB+  (Creditreform Rating AG) Börse: Frankfurter Wertpapierbörse  (Entry Standard für Anleihen)


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Derivate auf Adidas WKN CT7KZT HV7SRG HY03PL

Typ Hebel-Zert. (Long) Hebel-Zert. (Long) Hebel-Zert. (Short)

Basispreis 60,08 EUR 60,09 EUR 99,86 EUR

Hier hatte die Europameisterschaft die Verkäufe angekurbelt, wodurch wiederum die Bestmarke aus dem WM Jahr 2010 übertroffen wurde. Und die WM 2014 wirft bereits ihre Schatten voraus. Zum einen wird derzeit der FIFA Konföderationen-Pokal gespielt, und zwar noch bis 30. Juni. Er findet ebenfalls in Brasilien statt und ist quasi die Generalprobe für die WM. Dies sollte erste positive Impulse liefern. Vor allem geht Adidas jedoch davon aus, dass die Aktivitäten im Vorfeld der WM 2014 zu einer anziehenden Dynamik in der Sportartikelbranche, insbesondere im Bereich Fußball, im zweiten Halbjahr 2013 führen. Neue Rekorde Auch wenn 2013 ein Mega-Event fehlt, ist Adidas zuversichtlich für das laufende Geschäftsjahr. Zwar fehlen Fußball-EM oder auch Olympischen Spiele, die 2012 dazu beitrugen, den Umsatz um 11,7 Prozent –währungsbereinigt: sechs Prozent – auf den Rekord von 14,88 Milliarden Euro zu treiben. Dennoch will man diese Effekte überkompensieren. Dabei helfen sollte die starke Marktstellung. Der Konzern ist weltweit glänzend positioniert und zählt zu den führenden Anbietern in der Sportartikelindustrie. Er hat ein großes Sortiment an Produkten, die unter den starken Marken adidas, Reebok, TaylorMade, Rockport und Reebok-CCM Hockey vertrieben werden. Das Portfolio wird ständig verbessert und ausgebaut. Laut Firmenchef ist die Pipeline prallvoll mit innovativen Produkten, insbesondere in den Kategorien Running, Basketball, Fußball, Lifestyle, Fitness und Golf. Mit den vielen Markteinführungen will man ebenso wie mit dem weiteren Ausbau des Einzelhandelssegments die Geschäfte ankurbeln. Außerdem setzt Adidas auf die schnell wachsenden Schwellenländer. Trotz der allgemein hohen Unsicherheit bezüglich der Entwicklung der Weltwirtschaft, ist der Vorstand daher guten Mutes 2013 erneut Rekordumsätze zu erzielen und geht von einem währungsbereinigten Plus im mittleren einstelligen Bereich aus. Steigender Profit Gleichzeitig erwartet er steigende Gewinne. Ein konkretes Ziel zum Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) gab der Konzern zwar nicht ab, er will jedoch die EBIT-Marge auf neun Prozent verbessern; 2012 lag sie bei acht, wobei allerdings einmalige Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte von 265 Millionen Euro nicht berücksichtigt sind. Dieser Sondereffekt ließ das unbereinigte EBIT von 953 auf 920 Mio. Euro schrumpfen. Daher fiel auch der Nachsteuerprofit 08

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Knockout Laufzeit Hebel 61,75 EUR open end 4,03 62,25 EUR open end 4,00 97,00 EUR open end 4,00

Adidas ISIN: DE000A1EWWW0 WKN: A1EWWW Kurs 21.06.13: 78,75 EUR 52-Wochen-Hoch: 88,35 EUR 52-Wochen-Tief: 54,75 EUR Empf. Stop-Loss: k. A. Unser Anlageurteil: langfristiger Kauf Stand: Freitag nach Börsenschluss

von 608 auf 524 Millionen Euro, was zu einem von 2,93 auf 2,52 gesunkenen Ergebnis je Aktie (EPS) führte. Bereinigt hatte der Konzern 3,78 Euro je Anteilsschein verdient. Dieses Ergebnis will er 2013 nun auf 4,25 bis 4,40 Euro steigern, was einem Zuwachs von zwölf bis 16 Prozent entspräche.

Fazit Fußball ist nicht alles. Und Adidas hat weitaus mehr zu bieten. Die Leidenschaft für diese eigentlich so Sportart, bei der 22 Personen sich, auf zwei Mannschaften verteilt, um einen Ball streiten, ist jedoch unverkennbar und scheint immer mehr zu wachsen. Der Konzern brennt im Vorfeld der WM 2014 förmlich vor Erwartung, wie jüngst bei Vorlage der WM-Ziele zu merken war. Je näher also das Mega-Ereignis in ­Brasilien rückt, umso mehr Investoren könnten bei der Adidas­-Aktie angreifen. Rücksetzer könnten daher gute langfristige Einstiegsgelegenheiten bieten. Nicht zuletzt auch deshalb, weil der Konzern insgesamt einen sehr sportlichen, gutsortierten Eindruck macht und 2013 selbst ohne sportliche Großereignisse Umsatz und Profit ordentlich steigern will das durchaus gelingen könnte.


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Transatlantic Trade and Investment Partnership

Transatlantic Trade and Investment Partnership –

Obamas Freihandelsofferte auf dem Prüfstand Die Vorstellung ist faszinierend: die Zölle zwischen Europa und Nordamerika fallen komplett. Identische Qualitätsstandards, gleiche Regeln für Zulassung und Verkauf von Produkten und Dienstleistungen, die Industrienormen werden vereinheitlicht. Das spart Geld, setzt Kräfte frei und sorgt für zwei Millionen neue Arbeitsplätze diesseits und nochmal so viele jenseits des Atlantiks. Die Erfolgsgeschichte der westlichen Industrienationen von Freihandel, Prosperität und Wirtschaftswachstum erführe eine glanzvolle Fortsetzung. Doch ist diese Vorstellung realistisch? Eine kritische Zwischenfrage sei erlaubt. Wer wird von der Transatlantic Trade and Investment Partnership, kurz TTIP, profitieren? Die Erfahrung lehrt, daß derartige Märkte eine eigene Art Gravitation besitzen. Sie nützen eher denen, die das größte Volumen und die stärkste Wertschöpfung auf sich vereinen. Arbeitskräfte wandern dorthin, wo die besten Löhne gezahlt werden und die Lohnstückkosten am geringsten sind, immer mehr Kapital zu den Ländern mit der höchsten Produktivität. So war es wohl kein Zufall, dass Obamas­Besuch in Berlin und die Forcierung von TTIP in einem zeitlich engen Zusammenhang stehen: am 13. Februar hatte Obama die transatlantische Freihandelszone angekündigt, nun konkretisierten sich die Pläne anlässlich seines Besuchs an der Spree. Deutschland diesseits, die USA jenseits des ­Atlantiks – hier bündeln sich die Interessen am stärksten. Doch kann TTIP überhaupt funktionieren? In der Theorie liest es sich so schön: der Freihandel schafft komparative Kostenvorteile. Falls aber die Märkte gesättigt sind, funktioniert dieser Anreiz nicht mehr. Sind erst Kapital, Investoren und auch Arbeitsplätze bei den stärksten Partnern konzentriert, entsteht gerade wegen dieser hohen Produktivität als Schattenseite Arbeitslosigkeit in den Ländern mit niedriger Produktivität, denn dort werden die Lohnstückkosten zu hoch. Für die Anleger ist dies ein wichtiger Aspekt, denn in Europa verlieren die Mittelmeeranrainer immer mehr Arbeitsplätze, das Kapital fließt nordwärts; in Nordamerika sind mit Blick auf Mexiko vergleichbare Prozesse zu beobachten. 10

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Ein neues transatlantisches Bindeglied TTIP bringt, um es auf den Punkt zu bringen, den Anlegern in den USA und in Deutschland am meisten. Eine transatlantische Freihandelszone ist indes keine neue Idee. Warum ist das Abkommen jetzt ganz oben auf der politischen Agenda? Ein etwas genauerer Blick offenbart, dass Obama offenbar gut analysiert hat und clever beraten wurde. Die NATO, das ist unübersehbar, verliert spürbar an Glanz. Der US-Präsident startete seine Charme-Offensive bei „Angela“ in einem geschichtlichen Moment, in dem offenkundig ist, dass die seit Jahrzehnten gewohnte Dominanz der westlichen Staaten insgesamt infrage steht. Das liegt bei weitem nicht nur an den prosperierenden asiatischen Volkswirtschaften oder am gewaltig, ja, gewalttätig mancherorts erstarkenden politischen Islam. Der Westen selbst hat vielmehr die ökonomische Basis seiner Macht durch das Ausmaß der öffentlichen Verschuldung untergraben, die Märkte leiden noch immer unter den Folgen der Finanzkrise und die Volkswirtschaften tun sich schwer, das nötige Wachstum für einen neuen Aufschwung zu erzeugen. Der Führungsanspruch der USA wird durch den Aufstieg neuer Mächte in Asien, Südamerika und Afrika herausgefordert. Die Wiederentdeckung Europas durch die USA dient zu guten Teilen den eigenen Interessen, denn mit einem Partner von der Größe der EU lässt sich ein Führungsanspruch gegenüber den neuen Konkurrenten aus Asien begründen. War noch zum Zeitpunkt von Obamas Asienreise im Herbst 2011 viel davon die Rede, dass die USA sich


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von Europa abwenden und ihr Engagement in Asien verstärken, weil dies der Kontinent der Zukunft sei, so ist nun genau das Gegenteil zu beobachten – der „swing-back“ in Richtung Europa. Falls China eine künftige Weltmacht sein sollte, die die USA ernsthaft herausfordert und zu überflügeln droht, und das ist aufgrund mannigfaltiger Amerika und Europa Probleme noch lange nicht ausgemacht, wersind das Ziel der meisten den die USA gerüstet sein, wenn die geplante Direktinvestitionen. Freihandelszone Realität geworden ist. TTIP als Herausforderung Das Projekt ist gewaltig. Die geplante Freihandelszone von EU und den USA wäre mit 800 Millionen Konsumenten und einem Anteil von rund einem Drittel des Welthandels die größte ihrer Art. In den USA und der EU leben etwa zwar nur zehn Prozent der Weltbevölkerung, doch sie sind das Rückgrat der Weltwirtschaft, erzeugen rund 50 Prozent des globalen Bruttosozialprodukts, führen mehr als 70 Prozent aller Finanzdienstleistungen durch, stehen für 60 Prozent der weltweiten Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Amerika und Europa sind auch das Ziel der meisten

Direktinvestitionen – nicht etwa die asiatischen Märkte oder speziell China. Die meisten exportabhängigen Konzerne diesseits und jenseits des Atlantiks haben sich mit den Hemmnissen durch Zölle und divergierende Vorschriften leidlich arrangiert. Längst werden von Autos, Haushaltsgeräten und anderen technischen Konsumgütern aller Art zwei Versionen hergestellt – eine für die USA, eine für Europa. Werden­ die Industrienormen vereinheitlicht, sollten Automobilwerte, die Hersteller von elektrisch betriebenen Geräten, aber auch der klassische Maschinenbau deutlich profitieren. Denn dann könnten alle betroffenen Firmen, und derer sind wahrlich viele, den Aufwand, den sie bis jetzt in die doppelte Ausfertigung von Produkten stecken, einsparen und sich der Steigerung der Produktivität zuwenden. In Deutschland Bitte blättern Sie um

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In die Megatrends Immobilien & Luxus investieren und 9,0% Zinsen sichern Timeless Homes GmbH, Anbieter zeitloser Luxusvillen, begibt Anleihe Die Timeless Homes GmbH mit Sitz in Grünwald bei München realisiert zusammen mit führenden Experten aus der Design-, Immo­bilien- und Tourismusbranche unter den Marken Timeless Homes und Timeless Hideaways weltweit spektakuläre und exklusive Luxus­villen und -ferienhäuser. Mit seiner einzigartigen Markenarchitektur werden individuelle Wohnträume für die höchsten Ansprüche einer stark wachsenden Klientel verwirklicht. Timeless Homes profitiert dabei von zwei Megatrends: Immobilien und Luxus. Immo­bilien sind verlässliche und krisensichere Geldanlagen, die einen guten Inflationsschutz bieten. In Zeiten wachsender Unsicherheiten auf den Kapitalmärkten und begünstigt durch das niedrige Zinsniveau sind Investitionen in Wohneigentum in den letzten Jahren 11

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signifikant gestiegen, vor allem in luxuriöse Neubauten. Mit der Vermietung von Luxus-Ferienvillen der Marke Timeless Hideaways in den exklusivsten Ferienregionen Europas erwartet die Firma zukünftig attraktive Renditen und konstante Cashflows. Zu den Traumzielen zählen unter anderem Mallorca, Ibiza, St. Tropez, Sardinien, Gardasee, Tegernsee, Zell am See und Kitzbühel. Die exklusiven Urlaubsdomizile werden von TUI unter der Marke Timeless Hideaways vermarktet und dienen dem Villen­anbieter zugleich als Vorzeigeobjekte. Für den geplanten Erwerb von Grundstücken und den Bau der Luxus-Ferienimmobilien in Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und Spanien wird nun die Anleihe an der Börse Düsseldorf platziert.

Die Timeless Homes Anleihe auf einen Blick Volumen: bis zu 10 Mio. Euro Kupon: 9,0% p.a. Rendite: ca. 9,31% p.a. (vierteljährliche Zinszahlung) Laufzeit: 7 Jahre Zeichnungsfrist: 17.06. bis 28.06.2013 WKN: A1R09H Börse: Börse Düsseldorf (Primärmarkt für Anleihen)


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könnten nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung und des Münchner Ifo-Institutes bis zu 180.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Europäische Bedenken Doch TTIP ist nicht unumstritten. Mancherorts in Europa werden Bedenken laut, die in Washington irritiert zur Kenntnis genommen werden dürften. Die Franzosen beharren auf Ausnahmeregelungen für ihre Musik- und Filmindustrie. Von der Themse ist zu hören, dass Sondervorschriften für den Finanzstandort London notwendig seien, und deutsche Bauern könnten Schranken gegen amerikanischen Genmais und andere genetisch veränderte Produkte fordern. Diese Bedenken können nicht einfach vom Tisch gewischt werden. Wer aber könnte ein solches Gezerre verhindern? Am ehesten Kanzlerin Merkel und Deutschland, das neue wirtschaftliche Schwergewicht in Europa – das hoffen offenbar die Analysten in Washington. Die Explorationen der NSA, die als Datensammelwut wahrgenommen werden, erleichtern die Verhandlungen nicht. Doch scheitert TTIP, so ist folgendes Szenario nicht für die Ökonomen diesseits und jenseits des Atlantiks wahrscheinlich: China könnte eines Tages alle Standards in Umwelt und Arbeitsmarkt diktieren und so die Möglichkeiten der Unternehmen und damit letztendlich deren Börsenkurse massiv beeinflussen. Eine unangenehme Vorstellung. Dass dies aber in Washington als eine reale Gefahr gesehen wird, belegt die enorme Geschwindigkeit, mit der Barack Obama nun auf TTIP zusteuert. Eine Chance, gerade für Europa Unerwartet blass blieb indessen der US-Präsident am 19. Juni 2013 in seiner mit Spannung erwarteten Rede vor dem Branden­burger Tor in Berlin. Zwar nannte er TTIP, die neue transatlantische Partnerschaft in Zoll- und Wirtschafts­fragen, beim Namen, doch die 12

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markantesten Worte kamen für von Angela Merkel: „Gemeinsam begründen wir die größte Freihandelszone!“ Die Bundeskanzlerin setzte ein Bekenntnis hinzu, das prägnant und klar ist: „Auch im 21. Jahrhundert gibt es keine besseren Partner füreinander als Europa und Amerika.“ Womit klar ist, worauf sich die Anleger hierzulande einstellen dürfen, wenn sie ihr Portfolio ergänzen wollen. Inwieweit nun Auto-, Maschinenbau- und Konsumgüterwerte, die ebenso wie bestimmte Dienstleister stark vom transatlantischen Zollabkommen profitieren können, übergewichtet werden sollten, hängt natürlich auch davon ab, wieviel Gewicht und Glaubwürdigkeit den ­Worten der politischen Akteure Obama und Merkel beigemessen wird. Diesseits wie jenseits des Atlantiks herrscht trotz allem vorsichtig-optimistische Erwartung. Obama hat mit seiner Rede in Berlin eine „Partnership in Leadership“ offeriert. Das ist eine Einladung zu Investitionen in die gemeinsame nordatlantische Zukunft.

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Siemens: Zu viele Baustellen Seit Peter Löscher die Siemens AG führt, müssen Anleger Reputationsrisiken nicht mehr fürchten. Das ist nach den überstandenen Belastungen sicher eine Erleichterung, doch operativ gelingt nicht alles. Das gefährdet die ambitionierten Profitabilitätsziele und drückt den Aktienkurs.

Siemens ist der weltgrößte Hersteller von OffshoreWindturbinen.

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Ein Ende der unrühmlichen Serie von Affären, die den Münchner DAX-Riesen erschütterten, könnte in Sicht sein. Vom 6. September an steht der frühere Siemens-Zentralvorstand Uriel Sharef vor Gericht. Ihm wird Untreue im Zusammenhang mit einem Geschäft für fälschungssichere Ausweise in Argentinien vorgeworfen. Sharef ist der letzte der ehemaligen Topmanager, die sich im Zusammenhang mit dem größten Korruptionsskandal der deutschen Wirtschaftsgeschichte vor der Justiz verantworten muss. Siemens soll über Jahre hinweg in zahlreichen Ländern insgesamt eine Milliarde Euro an Bestechungsgeldern gezahlt haben, um an lukrative Aufträge zu kommen. Die dunklen Geschäfte kamen den Traditionskonzern dabei teuer zu stehen. Über 2,5 Milliarden Euro mussten für Strafzahlungen und Anwaltskosten aufwendet werden. Zudem wurde Siemens verpflichtet, ein umfassendes Anti-Korruptionsprogramm zu installieren. Der Ansehensverlust war seinerzeit enorm. Nachdem der damalige Vorstandsvorsitzende Klaus Kleinfeld 2007 den Posten des Vorstandsvorsitzen zur Verfügung stellte und Heinrich von Pierer als Aussichtsratsvorsitzender zurücktreten musste, sollte der Österreicher Peter Löscher das angekratzte Image des Konzerns wieder aufpolieren. Das ist ihm gelungen, den Aktienkurs belastende Reputationsschäden sind in seiner Amtszeit bislang nicht aufgetreten. Solel wird abgewickelt Im täglichen Management gelingt Löscher dagegen nicht immer alles. Vor vier Jahren war Siemens mit großen Erwartungen in das Solargeschäft eingestiegen. Doch der Kauf des israelischen Unternehmens Solel für 284 Millionen Euro rechnete sich bei weitem nicht. Statt der erhofften Zuwächse konnte sich der Hersteller von solarthermischen Anlagen nicht gegen die Konkurrenz aus China behaupten. Zuletzt überstiegen die Verluste die Umsätze. Versuche, Solel zu verkaufen, scheiterten. Nun wickelt Siemens das Unternehmen ab. Unterm Strich dürfte der erfolglose Ausflug ins Solargeschäft den Konzern rund eine Milliarde Euro gekostet haben. Deutlich besser läuft dagegen das Wind-Geschäft. Siemens ist der weltgrößte Hersteller von Offshore-Windturbinen. Allerdings gibt es auch hier Sturmböen und Gegenwind. Der Netzanschluss der Nordseewindparks vor Borkum und Helgoland an das Stromnetzt

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auf dem Festland kommt nicht wie geplant voran. 682 Millionen Euro lasteten in den vergangenen eineinhalb Jahren deshalb auf den Siemens-Bilanzen. Auch in der Bahnsparte läuft nicht alles auf den richtigen Geleisen. Die Deutsche Bahn wartet schon lange, sehr lange auf die Auslieferung neuer ICE-Züge. Sie sollten schon im Winter 2012 ausgeliefert werden, nun wird es wohl bis 2014 dauern. Die Verzögerungen in verschiedenen Geschäftsfeldern zwangen Löscher, die ursprüngliche Ergebnisprognose von fünf Milliarden Euro im Mai nach unten zu revidieren. Nun zweifeln Anleger, ob Siemens sich nicht auch noch von auch von einem weiteren Ziel verabschieden muss. In puncto Profitabilität wollte Löscher dem Konkurrenten General Electric näher kommen. Die US-Amerikaner brachte es im vergangenen Jahr immerhin auf 15 Prozent, Siemens nur auf nur neun Prozent. Die Skepsis der Investoren spiegelt sich im Aktienkurs wider. Auf Sicht von sechs Monaten gab der Titel über drei Prozent ab. Der deutsche Leitindex schaffte im selben Zeitraum dagegen immerhin ein Plus von acht Prozent. Siemens-Investoren warten nun gespannt auf den für Anfang Juli geplanten Börsengang des Tochterunternehmens Osram. Sie bekommen dann für zehn ­Siemens-Aktien eine Aktie des Leuchtmittelherstellers ins Depot gebucht. Der Mutterkonzern setzt jedenfalls auf eine gute Entwicklung. Er behält 19,5 Prozent der Anteile. So könnte, nachdem schon nicht alle Brände gelöscht sind, den Siemens-Aktionären doch immerhin in absehbarer Zeit ein Licht aufgehen.


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German Pellets – den Blick nach vorne gerichtet German Pellets wurde 2005 im mecklenburgischen Wismar gegründet. Das Unternehmen ist seitdem rasant gewachsen und produziert in 19 hochmodernen Werken Holzpellets für Privatverbraucher, gewerbliche Kunden und Kraftwerksbetreiber. Der Marktanteil in Deutschland liegt bei über 50 Prozent. Der Umsatz stieg im Jahr 2012 auf 519 Mio. Euro, der EBITDA auf rund 40 Mio. Euro. In 2013 geht das erste Pelletwerk in den USA im texa­nischen Woodville in Betrieb. Der Produktionsstart eines zweiten Werkes im Bundesstaat Louisiana folgt in 2014. Das Kerngeschäft der German Pellets-Gruppe ist die Produktion von Holzpellets. Dabei liegt der Schwerpunkt in der Herstellung von qualitativ hochwertigen DINplus- und ENplus-A1-Pellets, die in Kleinfeuerungsanlagen wie Zentralheizungen und Öfen eingesetzt werden. Zusätzlich produziert das Unternehmen Tierhygieneprodukte, handelt mit CO2-Zertifikaten und produziert grünen Strom aus Biomasse. Innovationskraft German Pellets hat die Entwicklung des europäischen Pelletmarktes vor allem durch seine Innovationskraft entscheidend mitgeprägt. Die ständige Verbesserung der Pelletqualität und das ausgeprägte Händlernetz haben dazu beigetragen, dass Pellets in Europa auf kurzen Wegen ausgeliefert und in den Anlagen störungsfrei verbrennen. German Pellets hat sich auch im Bereich Finanzierungen breit aufgestellt und ist bewusst neue, innovative Wege gegangen. Um das eigene Wachstum weiter voranzutreiben, setzt das Unternehmen nicht nur auf klassische Bankenfinanzierungen, sondern verstärkt auf alternative Finanzierungsmöglichkeiten. So hat German Pellets im Jahr 2011 eine Anleihe mit einem Volumen von 80 Mio. Euro erfolgreich an der Börse Stuttgart platziert und bietet Privatanlegern seit drei Jahren Genussrechte an. „Anleihe und Genussrechte sind wichtige Bausteine in unserer Finanzierungsstrategie und gewinnen immer mehr Relevanz. Wir sind durch die Art der Finanzierung flexibler geworden und konnten die Abhängigkeit zu Banken vermindern“, sagt Carsten Scholz, Finanzexperte bei German Pellets. Marktentwicklung und Zukunftsausrichtung Rund 270.000 Kleinfeuerungsanlagen (Heizungen und Öfen) wurden im Jahr 2012 laut Deutschem Pelletinstitut (DEPI) in Deutschland mit Holzpellets betrieben. Der Verbrauch stieg von 1,4 Mio. Tonnen 14

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in 2011 auf 1,7 Mio. Tonnen in 2012 an. Vor dem Hinter­grund, dass mehr als drei Mio. Heizungen in Deutschland völlig veraltet sind und kurzfristig ausgetauscht werden müssen, ist in den nächsten Jahren aufgrund des Preisvorteils gegenüber fossilen Brennstoffen mit einem deutlichen Wachstum im Bereich Pellets zu rechnen. Auch in euro­ päischen Nachbarländern wie Österreich, Dänemark, Schweden, Finnland und Italien hat sich der Pelletmarkt gut weiterentwickelt. Allein in Italien werden rund 1,5 Mio. Öfen mit Pellets befeuert, jährlich kommen rund 200.000 neue Öfen hinzu. German Pellets ist in den genannten Märkten mit Händlern und eigenen Vertriebsorganisationen präsent und nimmt Teil an dem nachhaltigen Marktwachstum. Mit dem Bau der beiden Pelletwerke in den USA hat sich German Pellets zudem auch nachdrücklich für die Belieferung von europäischen Kraftwerken entschieden. „Die in den USA produzierten Pellets werden an die europäischen Kraftwerksbetreiber verkauft“, erläutert Carsten Scholz. Hintergrund ist der steigende Bedarf an Pellets zur Stromproduktion. Experten gehen davon aus, dass der Bedarf in Europa von heute rund 15 Mio. Tonnen künftig auf 24 bis 55 Mio. Jahrestonnen steigen könnte. „Fossile Brennstoffe sind teuer, umweltschädlich bei der Verbrennung und werden knapper. Holzpellets haben hier deutliche Vorteile und werden weiter Marktanteile gewinnen“, resümiert Carsten Scholz. W eitere Informationen: www.german-pellets.de; info@ german-pellets.de


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Schwaches Schlussquartal

Umsatzprognose verfehlt

Gestiegene Kosten sowie Abschreibungen auf die Flugzeugflotte drückten den Gewinn des US-Express-Logistikers FedEx (WKN: 912029) im vierten Geschäftsquartal (Ende: 31. Mai) von 550 auf 303 Mio. US-Dollar. Je Aktie schrumpfte der Gewinn von 1,73 auf 0,95 US-Dollar. Vor Sonderposten legte der Gewinn je Anteilsschein dagegen von 1,99 auf 2,13 US-Dollar zu. Das Management hatte zuletzt 1,90 bis 2,10 US-Dollar in Aussicht gestellt, Analysten waren von 1,96 US-Dollar ausgegangen. Der Vorsteuergewinn sank von 848 auf 472 Mio. US-Dollar, der operative Gewinn von 856 auf 502 Mio. US-Dollar. In der Express-Sparte brach das operative Ergebnis abschreibungsbedingt von 281 Mio. auf 0 US-Dollar ein. Im Vergleich zur Vorjahresperiode legte der Umsatz wie erwartet von 11,01 auf 11,44 Mrd. USDollar zu. Stärker als der Umsatz erhöhten sich die operativen Kosten – von 10,15 auf 10,93 Mrd. US-Dollar. Im laufenden Geschäftsjahr will FedEx den Gewinn je Aktie vor Sonderposten um 7% bis 13% steigern. Die Durchschnittsprognose der Wall Street liegt bisher bei +21%. In den vergangenen zwölf Monaten sank der Überschuss von 2,03 auf 1,56 Mrd. US-Dollar, der Gewinn je Aktie vor Sonderposten von 6,59 auf 6,23 US-Dollar. Der Umsatz zog von 42,68 auf 44,29 Mrd. US-Dollar an.

SAP-Konkurrent Oracle (WKN: 871460) erhöhte den Gewinn im vierten Geschäftsquartal (Ende: 31. Mai) dank reduzierter Kosten von 3,45 auf 3,81 Mrd. US-Dollar. Je Aktie zog der Gewinn auch aufgrund einer gesunkenen Aktienzahl von 0,69 auf 0,80 US-Dollar an, vor Sonderposten wie erwartet von 0,82 auf 0,87 US-Dollar. Der Vorsteuergewinn stieg von 4,38 auf 4,82 Mrd. US-Dollar, der operative Gewinn von 4,60 auf 5,00 Mrd. US-Dollar. Nach wie vor belastet die Hardwaresparte (2010 hatte Oracle Sun Microsystems übernommen) den Gesamtumsatz: Dieser legte kaum wahrnehmbar von 10,92 auf 10,95 Mrd. US-Dollar zu – Marktbeobachter hatten mit 11,1 Mrd. US-Dollar gerechnet. Die operativen Kosten sanken von 6,32 auf 5,95 Mrd. US-Dollar. Während der Umsatz der Softwaresparte von 8,14 auf 8,43 Mrd. USDollar anzog, schrumpfte der mit Hardware und entsprechender Produktunterstützung erzielte Umsatz von 1,58 auf 1,43 Mrd. US-Dollar, der Service-Umsatz von 1,20 auf 1,09 Mrd. US-Dollar. Daneben kündigte der Softwareentwickler den Rückkauf eigener Aktien im Volumen von weiteren 12 Mrd. US-Dollar an. Ab 15. Juli wird die Aktie an der New York Stock Exchange (NYSE) gehandelt. Bisher war Oracle an der Technologiebörse Nasdaq notiert.

Unternehmenstermine Datum 25.06.2013 26.06.2013 26.06.2013 27.06.2013 27.06.2013 27.06.2013 27.06.2013 28.06.2013

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Uhrzeit - - - 07:30 22:15 - - -

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Name Walgreens Co. General Mills Inc. Monsanto Company Kabel Deutschland Holding AG Nike Inc Hornbach Holding AG Lloyd Fonds AG BlackBerry

Ereignis 9-Monatsbericht 2012/13 Ergebnisbericht 2012/13 9-Monatsbericht 2012/13 Ergebnisbericht 2012/13 Ergebnisbericht 2012/13 Ergebnisbericht Q1 2013/14 Ergebnisbericht 2012/13 Ergebnisbericht Q1 2013/14

Copyright/Quelle: Adobe

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Adobe

Gewinneinbruch Die Umstellung des Bezahl- und Vertriebsmodells hinterließ in der Bilanz von Adobe (WKN: 871981) erneut deutliche Spuren: Im zweiten Geschäftsquartal (Ende: 31. Mai) brach der Gewinn des kalifornischen Softwareentwicklers – besser bekannt durch die Programme Acrobat Reader, Photoshop oder Lightroom – von 223,9 auf 76,5 Mio. US-Dollar ein. Der Gewinn je Aktie sackte von 0,45 auf 0,15 US-Dollar ab, vor Sonderposten von 0,60 auf 0,36 US-Dollar. Experten hatten vor Sonderposten 0,33 USDollar prognostiziert, Adobe selbst 0,29 bis 0,35 US-Dollar. Der Vorsteuergewinn fiel von 294,6 auf 91,1 Mio. US-Dollar, der im operativen Geschäft erzielte Gewinn von 305,1 auf 111,3 Mio. US-Dollar. Im Vergleich zur Vorjahresperiode schrumpfte der Umsatz wie erwartet von 1,12 auf 1,01 Mrd. US-Dollar. Während der Umsatz mit Software-Lizenzen von 871,0 auf 644,9 Mio. US-Dollar zurückging, erhöhte sich der für Adobe langfristig lukrativere Umsatz mit Software-Abos (Stichwort Cloud-Computing) von 159,5 auf 254,5 Mio. US-Dollar. Der Service-Umsatz stieg von 93,9 auf 111,1 Mio. US-Dollar. Zum Quartalsende haben sich insgesamt 700.000 Nutzer für das AboModell entschieden – im Vergleich zum ersten Geschäftsquartal ein Plus von 221.000.


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Value Relations GmbH

German Pellets plant Finanz Forum in Frankfurt und München Unternehmensanleihe Die Value Relations GmbH lädt zu einer dem 11. Juli, findet das Münchner Finanz Die German Pellets GmbH, weltweit größter Hersteller und Händler von Holzpellets, plant die Emission einer zweiten Unternehmensanleihe. Die Gesellschaft beabsichtigt, den Emissionserlös zur Weiterentwicklung des internationalen Lager- und Logistiksystems, zum Ausbau des Endkundengeschäfts sowie zur Effizienzsteigerung der bestehenden Produktionen zu verwenden. Im Juni startete die Inbetriebnahme eines neuen Produktionsstandortes mit einer Jahreskapazität von 578.000 Tonnen im texanischen Woodville. Damit erhöht sich die Gesamtkapazität der Unternehmensgruppe auf 2,2 Mio. Tonnen. German Pellets hat im März 2011 erstmals eine Anleihe (Börse Stuttgart; ISIN: DE000A1H3J67) im Volumen von 80 Mio. Euro emittiert.

Micron

Rückkehr in schwarze Zahlen Der US-Speicherchipproduzent Micron Technology (WKN: 869020) verdiente im dritten Geschäftsquartal (Ende: 30. Mai) 43 Mio. US-Dollar. In der entsprechenden Vorjahresperiode waren 320 Mio. US-Dollar verlorengegangen. Das Ergebnis je Aktie stieg von -0,32 auf +0,04 US-Dollar. Im operativen Geschäft legte das Ergebnis von -188 auf +149 Mio. US-Dollar zu. Der Umsatz zog von 2,17 auf 2,32 Mrd. US-Dollar an. Gleichzeitig schrumpften die Umsatzkosten von 1,94 auf 1,76 Mrd. US-Dollar. Analysten hatten 2,25 Mrd. US-Dollar Umsatz und 0,02 USDollar Gewinn je Aktie prognostiziert. 16

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neuen Auflage ihrer Veranstaltungsreihe ein. Das Frankfurter Finanz Forum findet am 10. Juli ab 10 Uhr in der dortigen Kameha Suite statt. Kostenfreie Eintrittskarten unter www.frankfurterfinanzforum.de/index. php?id=138. Robert Halver von der Baader Bank AG spricht über: „Im zweiten Halbjahr kommt der Pudding-Test!“, vorgestellt werden wikifolio Financial Technologies GmbH und X-Trade Brokers, abschließend gibt Hermann Kutzer einen aktuelle Marktausblick. Gleich am nächsten Tag,

Forum im Westin Grand Hotel mit ähnlichem Programm statt: X-Trade Brokers und wikifolio Financial Technologies GmbH sind auch hier vertreten, dazu kommen Fidelity Worldwide Investment. Auch in München gibt Hermann Kutzer einen aktuelle Marktausblick. Eintrittskarten für die Münchner Veranstaltung, ebenfalls kostenfrei, unter www.frankfurterfinanzforum.de/index.php?id=247. Die Karten für beide Veranstaltungen werden per Post zugesandt.

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DNCA Invest Eurose – Die Mischung macht´s Werden die Zeiten an den Aktienmärkten etwas turbulenter sind Mischfonds, die den Anlegern hohe Verluste vermeiden helfen, erste Wahl. Aber auch in dieser Fondskategorie gibt es unterschiedliche Risikoprofile. Der Mischfonds DNCA Invest Eurose ist ein defensives Produkt, mit dem Anleger auch in schwierigen Marktphasen ihre Freude haben. Das Portfolio verwalten Jean-Charles M ériaux und Philippe Champigneulle. ­ Beide Fondsmanager haben jahrzehntelange Expertise auf ihrem Gebiet. Angestrebt wird eine Outperformance der Benchmark, die zu 20% aus dem Aktienindex Euro Stoxx 50 und zu 80% aus dem Staatsanleihenindex Euro MTS Global besteht. Bei den Anleiheinvestments wird auf hohe Qualität geachtet, mindestens 50% bewegen sich im Bereich Investment Grade. Das Management mag es einfach und solide. Auf Derivate, strukturierte Produkte und DNCA Invest Eurose ISIN: LU0284394235 Fondsvolumen: 912,4 Mio. Euro Fondswährung: Euro Auflegungsdatum 18.06.2007 Gesamtkostenquote: 1,58%

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Short-Investments wird verzichtet. Darüber hinaus werden auch Fremdwährungsrisiken vermieden. Der Fonds wurde im Juni 2007 aufgelegt und hat sich auch in Krisenzeiten bereits bewährt. Anleihen im Zinstief Die Fondsmanager setzen in Zeiten niedriger Zinsen auf Corporate Bonds. Dabei wird vor allem auf die Bilanzqualität des Anleiheschuldners geachtet. Wenn sich Möglichkeiten bieten, werden Anleihen unter ihrem Nennwert gekauft. Diese werden dann wieder verkauft, wenn die Kursabschläge eingeholt sind. Ein weiterer Schutz gegen Risiken: das Anleiheportfolio wird über 70-80 einzelne Titel gestreut. Jeder Emittent darf nur mit maximal drei Prozent des Fondsvolumens gewichtet werden. „Wir minimieren Risiken, indem wir lediglich kurzlaufende Rentenportfolios mit Laufzeiten unter zwei Jahren halten“, so das Fondsmanagement. Portfolio Aktuell besteht das Portfolio aus 25% Aktien, 56,5% Anleihen, 14,6% Convertible Bonds und 3,9% Liquidität. Die Aktienquote ist auf 35% beschränkt, die Quote der Wandelanleihen auf 30%. Die


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Renten- und Geldmarktquote kann sich zwischen 0 und 100% bewegen. Bei der Aktienauswahl achten die Manager ebenfalls auf hohe Qualität. Dabei wird sowohl die absolute als auch auf die relative Bewertung untersucht und der Verschuldungsgrad des Unternehmens analysiert. Bei den Dividendenzahlungen spielt für das Management nicht nur die absolute Höhe eine Rolle, sondern auch auf die Nachhaltigkeit der Zahlungen. Die mögliche Aktienquote wird in der Praxis allerdings nicht ausgenützt. Die aktuelle Gewichtung der Aktien im Fondsvermögen bildete de facto auch in der Vergangenheit die obere Grenze. Das Aktienportfolio ist attraktiv bewertet und weist eine durchschnittliche Dividendenrendite von etwa fünf Prozent auf, was dem Portfolio zusätzlich Stabilität verleiht. Attraktive Unternehmen suchen die Franzosen gerne auf dem heimischen Markt. Im vergangenen Jahr wurde gegenüber 2011 generell die Aktienquote, aber auch der Anteil südeuropäischer Werte erhöht. Erfolgsbilanz Anleger konnten in den vergangenen sechs Jahren seit Auflegung mit dem Produkt ruhig schlafen. Der maximale Verlust auf Sicht

von 5 Jahren lag bei geringen 7,27%. Der Wertzuwachs über diesen Zeitraum betrug über 30%. In der Vergangenheit haben die Fondsmanager bewiesen, dass sie auch mit schwierigen Marktbedingungen umgehen können und dass sie noch defensiver aufgestellt sind als beispielsweise ihre Kollegen aus dem Hause Carmignac mit dem Mischfonds Patrimoine.

Fazit Der Fonds eignet sich als Basisinvestment auch für konservative Anleger. Konsequenterweise müssen sie allerdings auch in Kauf nehmen, dass die Kurszuwächse in stark steigenden Marktphasen mit diesem Ansatz natürlich limitiert sind.

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Notwendige Diversifikation Mit einem Fragezeichen versehen die Fondsmanager des LBBW Multi Global (ISIN: DE0009766881), Jochen Wolf und Thomas Rademacher, die gängige Annahme der sogenannten „Großen Rotation“, die von einer Umschichtung aus Anleihen in Aktien ausgeht. Dabei verweisen sie auf die schwierige Wirtschaftssituation einerseits und die hohe Liquidität, erzeugt durch die Notenbanken, auf der anderen Seite. „Anleger, die schon jetzt massiv in Aktien umschichten, setzen alles auf eine Karte. Wir befinden uns derzeit in einer Übergangsphase“, so Wolf. Im Rentenbereich sehen die Fondsmanager eine Tendenz zu leicht erhöhtem Risiko, so dass neben

Investmentgrade-Anleihen auch zunehmend High-Yield-Titel gekauft werden. Auf der Aktienseite mögen die Fondsmanager Unternehmen, die stabile Gewinnspannen auch bei wechselhaften konjunkturellen Aussichten vorweisen können. Titel wie Deutsche Post und Nestlé, die sich im Portfolio befinden, erfüllen diese Vorgaben. Bei den Bonds bevorzugen die Fondsmanager Papiere, die eine vergleichsweise niedrige Volatilität und attraktive Returns aufweisen. Darunter sind auch Papiere von Unternehmen aus den südeuropäischen Krisenländern, wie der italienischen Banca Intesa und des spanischen Ölkonzerns Repsol.

SCHRODERS

Europäische Immobilienaktien partiell attraktiv Für weiterhin attraktiv hält der britische Vermögensverwalter Schroders­europäische Immobilienaktien mit bestimmten regionalen Aktivitäten. Das gilt besonders für Unternehmen, die in ausgesuchten Städtenaktiv sind. Bereits im vergangenen Jahr gelang es, qualitätvollen Immobilienaktien den breiten Markt zu schlagen. Interessant hält Schroders auch den deutschen Wohnungsmarkt und beispielsweise das Segment der Gewerbeimmobilien in Paris, London und Stockholm. Allerdings gibt es auch problematische Regionen: "Unternehmen, die gehebelter sind und in den südlichen PeripherieMärkten mit zweitrangigen Vermögenswerten tätig waren, hängen

dem Sektor hinterher. Wir gehen davon aus, dass sich der Unterschied zwischen diesen beiden Kategorien in absehbarer Zeit sogar noch deutlicher ausprägt", erläutert Peter Nieuwland, Co-Manager des Fonds SISF Global Property (ISIN: LU0638090042). Darüber hinaus gibt es auch strukturelle Veränderungen. So wird die Vermietung von Einzelhandelsflächen durch die Konkurrenz des Onlinehandels schwieriger. Etliche Immobilienaktien würden Nieuwland zufolge allerdings das bieten, was Investoren aktuell besonders nachfragen, nämlich attraktive Sachwerte, nachhaltige Dividendenausschüttungen und einen vergleichsweise sicheren Kapitalfluss.

ALFI

Rekorde beim Anlagevermögen in Luxemburger Fonds Am vergangenen Mittwoch hielt der luxemburgische Fondsverband „Association of the Luxembourg Fund Industry (ALFI)“ seine Hauptversammlung ab. 2012 konnte Luxemburg in Europa mit 123 Mrd. Euro die stärksten Nettozuflüsse verbuchen.Heuer lag der Zufluss bis Ende April bereits bei 141 Mrd. Euro. Luxemburg konnte seine Stellung als Zentrum der europäischen Fondsindustrie weiter behaupten und Frankreich sowie Deutschland hinter sich lassen. Mit einem Anstieg des Fondsvermögens um 13,7 % auf 2.383 Mrd. Euro wurde ein neuer Rekord verbucht. Ende April 2013 betrug das Fondsvermögen 2.565 Mrd. Euro. Anlässlich der Hauptversammlung 19

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wurde Marc Saluzzi weitere zwei Jahre zum Präsidenten des Fondsverbands gewählt. "Der Fondsstandort Luxemburg ist nach wie vor führend sowohl auf europäischer Ebene als auch weltweit. Wir werden uns jedoch nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen“, so Saluzzi. Zu den Zielen des Verbandes in den kommenden Jahren zählt u.a. die Sicherung der Attraktivität des Luxemburger Standortes für die Fondsindustrie, die Unterstützung von Anbietern und Anlegern bei der durch die europäische AIFM-Richtlinien umgesetzte Regulierung alternativer Investmentfonds und die Erleichterung des grenzübergreifenden Fondsvertriebs.


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Zertifikate-Idee

Amazon-Capped-Bonus-Zertifikat – Wachsende Umsätze im Onlinehandel

Amazon, Marktführer im Onlinehandel, überzeugt durch die Ausweitung der Marktanteile. Firmenlenker Jeff Bezos will durch Investitionen, die kurzfristig allerdings die Margen beeinträchtigen, auch die Gewinnsituation wieder verbessern. Das Unternehmen hat neue Produkte in der Pipeline. Für den Herbst ist zum Beispiel die Einführung einer Settop-Box geplant, mit deren Hilfe im Internet heruntergeladene Videos im Fernsehen angeschaut werden können.

Preiskampf mit Apple Mit dem neuen Kindle Fire HD sucht Amazon die Herausforderung mit den etablierten Tablet-Anbietern wie Apple. Das Produkt von Amazon ist um einiges günstiger zu haben. Allerdings muss noch abgewartet werden, ob das Tablet mit der Konkurrenz mithalten kann. Wie schon bei Vorgänger-Produkten ist eine starke Bindung an Amazon-Angebote gegeben. Durch Firmen-Übernahmen kauft Amazon sich das gewünschte Know-how für die Tabletproduktion ein. So hatte der Konzern im Mai beispielsweise den Display-Experten Liquista von Samsung übernommen. Tarifstreit In den deutschen Schlagzeilen tauchte Amazon in den vergangenen Wochen wegen Tarifstreitigkeiten auf. Grund war die Orientierung des Unternehmens bei der Bezahlung seiner Mitarbeiter an der Logistik-Branche. Die Gewerkschaft Verdi verlangte dagegen eine Orientierung an der Einzel- und Versandhandelsbranche. Möglicherweise steht Amazon vor der Einführung eines eigenen Paketzustelldienstes, der ihm weitere Preisvorteile bringt. Einstieg in den Lebensmittelhandel Amazon hat sich schon seit langem nicht auf Bücher und DVDs beschränkt sondern auch andere Konsumartikel geliefert. Geplant istdie Erweiterung des Lebensmittelhandels. Bislang wurde nur der

die Heimatstadt des Unternehmens, Seattle, bedient. Künftig will Amazon Fresh auch in Los Angeles liefern. Die Zahlen zum ersten Quartal 2013 zeigten ein deutliches Wachstum. Die Nettoerlöse legten um mehr als 20 % auf 16 Mrd. US-Dollar zu. Das Unternehmen investierte über 70 % mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Ein Wermutstropfen war allerdings der Nettogewinn, der um 37 % auf 82 Mio. US-Dollar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken ist. Gewinne in Seitwärtstrend Die Aktie notiert mit aktuell 274 US-Dollar nahe am Allzeithoch, das auch einen Widerstand bildet. Möglicherweise folgt eine Konsolidierung auf hohem Niveau. In diesem Fall bietet ein Bonus-Zertifikat ein attraktiveres Chance/Risiko-Profil als ein Direktinvestment. Das Capped-Bonus-Zertifikat der Bank Vontobel auf Amazon (WKN: VT7JCS) ist mit einer Barriere in Höhe von200 US-Dollar versehen. Die Bonus-Schwelle, die zugleich die Kursobergrenze (Cap) bildet, liegt bei 342,30 US-Dollar. Zahltag ist der 27. Juni 2014. Das Produkt enthält keine Währungssicherung, so dass Anleger auch den Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar beim Auszahlungsprofil im Auge haben müssen. Solange die Aktie während der Laufzeit die Barriere bei 200 US-Dollar nicht berührt, erhält der Investor am Laufzeitende pro Zertifikat 342,30 US-Dollar ausgezahlt. Ansonsten bekommt der Anleger den Gegenwert des Kurses der Amazon-Aktien am Beobachtungstag, dem 20. Juni 2014.

Amazon-Capped-Bonus-Zertifikat Zertifikattyp Capped-Bonus-Zertifikat

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Emittent Vontobel

Basiswert Fälligkeit WKN Amazon 27.06.2014 VT7JCS


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SOCIÉTÉ GÉNÉRALE

Spekulation mit hohem Kupon Risikobewusste Investoren können bis zum 8. Juli ein Memory Express-Zertifikat der Société Générale auf die Aktie der Commerzbank (ISIN: DE000SG4D4A8) mit einer Platzierungsprovision von 1,5 % und einem Nennwert von 100 Euro zeichnen. Tilgungslevel ist der Schlusskurs der Commerzbank-Aktie am 8. Juli 2013. Die MemoryBarriere liegt bei 65 % dieses Ausgangsniveaus. Selbst wenn die Aktie vom Tilgungslevel aus an den jährlichen Bewertungstagen noch bis zu 35 % verlieren würde, wird ein jährlicher Kupon von 8 % bezogen auf den Nominalwert ausgezahlt. Möglicherweise ausgefallene

Kuponzahlungen der Vergangenheit können durch den Memory-Mechanismus nachgeholt werden. Notiert die Bankaktie an einem der jährlichen Bewertungstage auf oder über dem Tilgungslevel, wird das Produkt vorzeitig fällig und mit allen eventuell ausgefallenen Zinskupons ausgezahlt. Letzter Abrechnungstermin ist der 8. Juli 2016. Wenn das Papier nicht bereits vorher fällig wurde und die Commerzbank-Aktie an diesem Tag unter der Memory-Schwelle notiert, können Verluste entstehen. Dann muss der Investor den prozentualen Verlust verbuchen, den die Commerzbank-Aktie seit dem 8. Juli 2013 erlitten hat.

RCB

Vorrang für die Sicherheit Bis zum 26. Juni befindet sich noch das 4,3 % ATX/EURO STOXX 50Bonus-Zertifikat (ISIN: AT0000A10HF8) der österreichischen RCB mit einem Ausgabeaufschlag von 2 % in Zeichnung. Die Schlussstände der beiden Indizes ATX und Euro Stoxx 50 am 27. Juni bilden die Startwerte des Zertifikats. Die Barrieren befinden sich bei 50 % dieses Startwerts. Damit liegen sie unter den mehrjährigen Tiefständen der Indizes. Anleger erhalten unabhängig von der Entwicklung der Indizes jährlich einen Zinskupon in Höhe von 4,3 % auf den Nennwert von 1000 Euro. Die Höhe der Rückzahlung ist allerdings

von der Kursentwicklung der beiden Indizes während des Beobachtungszeitraums vom 28. Juni 2013 bis 23. Juni 2017 abhängig. Wenn beide Indizes während des Zeitraums die Barriere nicht berühren, wird das Papier zu 100 % des Nominalwertes zurückgezahlt. Wird die Barriere dagegen von einem Index berührt, dann wird das Zertifikat mit der prozentualen Entwicklung des schlechter performenden Index zurückgezahlt. Notieren die Indizes allerdings zum Laufzeit­ ende oberhalb des Startniveaus erfolgt auch hier eine Rückzahlung in Höhe des Nominalwertes.

VONTOBEL

Österreich im Fokus Bis zum 05. Juli können Interessenten die Protect-Doppel-Aktien­ anleihe des Schweizer Bankhauses Vontobel auf Erste Group Bank und voestalpine (ISIN: DE000VT9TEP2) zeichnen. Das Produkt wird zu einem Nennwert von 1000 Euro emittiert. Der jährliche Zinskupon, mit dem die Aktienanleihe ausgestattet ist, beträgt 10 %. Die Zinszahlung erfolgt unabhängig von der Kursentwicklung. Laufzeitende ist der 7. Juli 2017. Die Barrieren der Aktienanleihe werden am 5. Juli vom Emittenten festgelegt. Sie werden sich in der Bandbreite zwischen 67 % und 73 % der jeweiligen Aktienkurse bewegen. Getilgt wird 21

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die Aktienanleihe zum Nennbetrag, wenn die beiden Aktien während der Laufzeit die Barrieren nicht berührt haben. Das gilt auch, wenn mindestens eine der Aktien ihre Barriere touchiert hat, aber beide Titel am Bewertungstag auf oder über dem Basispreis, d.h. dem Schlusskurs der Aktien am 05. Juli 2013 liegen. Investoren bekommen eine entsprechende Anzahl von Aktien des Unternehmens, das am schlechtesten performt hat, wenn einer der beiden Basiswerte die Barriere während der Laufzeit berührt hat und entweder die Erste Bank oder voestalpine zum Laufzeitende unter dem Basispreis notiert.


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Rohstoff der Woche

Mais: Es hat

„popp“ gemacht! Puffmais ist ein spezieller Mais, der sich durch Erhitzen in leckeres Popcorn verwandeln lässt. Beim Aufpoppen entstehen Kräfte, die die heißen Körner in die Höhe katapultieren. Einen kräftigen Satz aufwärts machte jüngst auch der Maispreis an der Terminbörse CME. Für Popcorn ist der an der CME gehandelte Mais allerdings nicht geeignet, sondern wird zur Herstellung von Viehfutter, Lebensmitteln und Ethanol genutzt. Es ist in den USA die mengenmäßig größte Feldfrucht. Entsprechend viel Bewegung ist auch an der CME, an der Verbraucher und Erzeuger große Mengen auf Termin kaufen und verkaufen und an der sich zudem viele Spekulanten tummeln. Nachdem es in den voran gegangenen beiden Wochen fallende Preise gab, stiegen sie jüngst wieder. Am deutlichsten kletterte der Preis des Dezember-Future. Dabei zog das tägliche Handelsvolumen kräftig an, sodass er nun der am meisten gehandelte Kontrakt ist. Offenbar konzentrieren sich immer mehr Marktteilnehmer auf diesen Kontrakt, für den dann die diesjährige Ernte in den USA zur Verfügung steht. Laut den Prognosen des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) dürfte sie mit 355,74 Mio. Tonnen deutlich höher ausfallen als im Vorjahr. Die Dürre führte damals zu großen Ausfällen, nur mit 273,83 Mio. Tonnen wurden geerntet. Dafür, dass die derzeit prognostizierte Erntemenge tatsächlich erreicht wird, besteht jedoch keine Garantie. In den nächsten

Wochen dürften daher Wachstumsbedingungen und Wachstumsfortschritte genau beobachtet werden. Zum letzten Punkt gab es jüngst einen kleinen Dämpfer. Laut den USDA-Erhebungen waren in der Vorwoche rund 92 Prozent der Saat aufgegangen, was unter dem Fünfjahresdurchschnitt zu diesem Zeitpunkt von 97 Prozent liegt. Zwar scheint dies nicht wirklich dramatisch, dennoch könnte dies für viele Marktteilnehmer nach den Preiskapriolen im Vorjahr ein weiter Grund sein sich abzusichern. Schließlich weiß man ja nicht, wie das Wetter in den nächsten Monaten sein wird. Mit dem jüngsten Anstieg machte sich der Preis des Dezember-Future nun wieder auf in Richtung der Hürden 570,50 und 573,75 US-Cent. Gelingt ein nachhaltiger Sprung darüber, könnte dies für weitere Zuwächse sprechen. Mais – Dezember-Future (CME)

Stand: 20.06.2013

Derivate auf Mais (aktuelle Basiswerte: JPMCCI - Corn und Dezember-Future (CME) Typ Indexzertifikat Klass. Call-Optionsschein Klass. Put-Optionsschein

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WKN VT1FCH SG2RZ7 SG2R0G

Basispreis - 600,00 US-Cent 600,00 US-Cent

Laufzeit Hebel open end 20.11.2013 17,47 20.11.2013 5,74


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Rohstoffanalysen

Rohstoffe im Überblick Baumwolle – Dezember-Future (ICE)

Rohstoffe (Auswahl)

In der Vorwoche hatte der Preis für USBaumwolle die Hürde bei 89,20 US-Cent (Zwischenhoch März 2013) knapp überschritten. Mit dem jüngsten Rücksetzer fiel er jedoch wieder darunter, so dass es nicht zu einem nachhaltigen Ausbruch kam. Damit könnte nun erneut ein Test der Region zwischen 83,53 und 81,78 US-Cent möglich sein.

Markt Kurs Rohöl WTI Crude NYMEX ($/bbl)

% zur Vorwoche

93,94

-4,04%

3,80

+1,17%

Heizöl NYMEX ($c/gal)

285,04

-3,83%

Gold NYMEX ($/Unze)

1294,80

-6,88%

20,08

-9,05%

676,00

-7,68%

Platin Spot ($/Unze)

1374,00

-4,82%

Aluminium Spot ($/t)

1748,00

-3,72%

Blei Spot ($/t)

2013,75

-4,21%

Kupfer Spot ($/t)

6785,00

-3,84%

Nickel Spot ($/t)

13780,00

-3,16%

Zinn Spot ($/t)

19515,00

-3,63%

Zink Spot ($/t)

1807,25

-0,88%

Baumwolle ICE ($c/lb)

85,320

-5,42%

Kaffee "C" ICE ($c/lb)

119,45

-2,21%

2156,00

-4,18%

Mais CBOT ($c/bu)

661,25

+1,07%

Der Preis für Mageres Schwein kletterte auch jüngst weiter. Je näher der Verfallstermin am 17. Juli rückt, umso mehr scheinen Short-Positionen geschlossen zu werden, wie der sinkende Open Interest impliziert, was letztlich kurstreibend wirkt. In der Spitze wurde nun die Hürde 101,30 US-Cent erreicht, bevor der Preis dann wieder etwas fiel.

Orangensaft gefr. ICE ($c/lb)

142,00

-3,40%

1491,00

-1,65%

698,00

+2,53%

Zucker No.11 ICE ($c/lb)

16,97

+1,31%

Lebendrind CME ($c/lb)

121,68

+2,83%

Mastrind CME ($c/lb)

146,80

+2,12%

97,53

-0,38%

WTI – August-Future (ICE)

Rohstoff-Indizes (Auswahl)

Beim US-Öl sieht es nach einer Bullenfalle aus. Nachdem der Preis in der Vorwoche über die kurzfristige Abwärtstrendlinie kletterte, jüngst zunächst weiter zulegte und dabei beinahe die Hürde 99,85 US-Dollar erreichte, fiel er wieder darunter zurück. Damit könnten nun die Haltezonen 91,51 und 90,74 US-Dollar in den Fokus rücken.

Index Kurs

% zur Vorwoche

NYSE Arca Gold BUGS Index (HUI) 228,03

-12,69%

1317,94

-3,21%

127,28

-2,38%

Reuters-Jeffries CRB Futures-Index 279,57

-2,31%

Rogers Int. Commodity Index

-1,75%

Erdgas NYMEX ($/MMBtU)

Silber Spot ($/Unze) Palladium Spot ($/Unze)

Gold – Spotpreis in US-Dollar Die Aussagen der US-Notenbank zu ihrer weiteren Geldpolitik haben den Goldpreis jüngst belastet. Er rutschte unter das Tief von April und tauchte nun in die Region von 1.307 bis 1.227 US-Dollar ein, in der einige weitere potenzielle Haltezonen auszumachen sind. Vielleicht kann hier die Basis für einen Aufwärtsimpuls gelegt werden.

Kakao ICE ($/t)

Mageres Schwein – Juli-Future (CME)

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Sojabohnen CBOT ($c/bu) Weizen CBOT ($c/bu)

Schwein mag. CME ($c/lb)

NYSE Arca Oil & Gas Index DJ AIG Commodity Index

3481,59


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Refugium der Woche

Bonn – endlich mal cool

Das Kameha Grand Hotel

Weitere Informationen unter:

www.kamehagrand.com

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Bonn ist in mancherlei Beziehung etwas aus der Zeit gefallen. Die Ex- Hauptstadt fühlt sich an mancher Ecke ziemlich Ex an. Auch in vielen Hotels der Stadt erinnert dies und jenes mehr an Adenauer und Kohl, an ­rheinisches Biedermeier und Kännchen Kaffee. Einerseits. Dabei hat Bonn auf der anderen Seite den Sprung in die Moderne geschafft: Mit Weltkonzernen, Globalkonferenzen, interessanten Museen und kultigen­ Events. Diesem neuen Bonn fehlte aber lang das passende Hotel. Mit dem Kameha Grand Hotel­im Bonner Rheinbogen hat die Stadt eine solch coole Location bekommen. Es ist weniger der Luxus des Fünfsterne-­ Hauses, der hier für Furore sorgt. Es ist der Lifefestyle des Hauses, das Design, die Atmosphäre und ein groß­artiger Ausblick auf den Rhein. Zur Eröffnung kamen denn auch Außen­minister Guido Westerwelle,­Moderator Thomas­­Gottschalk und Telekom-Chef René Obermann­– und seither gibt sich die Prominenz der Republik hier ein neues Stelldichein. Das Kameha setzt auf lässige Lounge-Stimmung schon am Eingang: Statt einer klassischen Rezeption mit Eichenholztresen und ­arroganten Empfangsdamen findet der Gast hier hier kleine Stehtische und Laptops. Die

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Lobby könnte auch eine Clubbar in Los Angeles oder Berlin sein – mit Bar in der Mitte, offenen Atrium mit Bäumen in Kübeln und Leder­sofas und einer Atmosphäre der ­Begegnung, nicht etwa der des Wartesaals. Nun sieht man weder den Pazifik noch die Spree, aber Vater Rhein - und der ist relaxt und souverän wie das Kameha. In diesem Hotel bestimmt das Design das Sein. Der Niederländer­­Marcel Wanders hat es gestaltet und mit überdimensionierten­Kronleuchtern und gewaltigen Vasen mit klaren Glaslinien in Szene gesetzt. Er nennt diesen Stil Neo-Barock, doch eher ist es “Lounge-Castle-Bauhaus”. So bietet dieses Hotel die exakt richtige Bühne für die erfolgreiche ­Gamer-Generation. Auf den Zimmern jede Menge Spielerein wie Vollmond-Lampen oder eine Fair-Play-Suite, extra für Männer mit Spielkonsolen, Kicker, Flipper, einem Boxsack und einer Dartscheibe. Das Pendant für Frauen hört auf den Namen Diva und bietet neben pink-plüschem Ambiente beispielsweise einen Make-up-Tisch. Wer geschäftlich unter­wegs ist, für den hält das Kameha Suiten mit Kon­ ferenztisch und ­Flipchart bereit. Dass das Hotel sich auch noch grün-nachhaltig gibt und sich dank Geothermieanlage zu 70 Prozent selbst mit Energie versorgt – ­geschenkt. Beeindruckender ist da schon der 18 Meter hohe Veranstaltungssaal “Kameha Dome”, der 1725 Sitzplätze fassen kann - mitsamt Cocktail­lounge und goldener Wände, Terrasse, Zigarren- und Rotweinlounge; alles, was nun einmal unverzichtbar ist auf überaus harten ­Geschäftsreisen. Dass die Designherberge schon wiederholt als "Hotel des Jahres" prämiert und auch der Yu Sushi Club auf der 5. Etage überhäuft ist mit Auszeichnungen, und dass das SPA einen herrlichen Ausblick übers Rheinland gönnt – das alles braucht die Reisekostenabrechnung ja nicht getrennt auszuweisen. Genießen kann man es trotzdem.


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Produkt der Woche Lido von Designer Jakob Berg www.skagerak.dk

Galevi Deck Chair von Gabriel Kostner www.galevi.com

Royal Princess Stuhl von garpa www.garpa.de Nozib Deck Chair created by Nils-Ole Zib www.bergaform.se

Sommer, Sonne, Liegestuhl Entspannen, zurücklehnen, Gedanken schweifen lassen und genießen. Liegestühle versetzen ihre Benutzer unwillkürlich in Urlaubstimmung. Zum x-ten Mal feiert der klassische Liegestuhl nun schon eine Renaissance. Ob als traditioneller Deck Chair aus Teak oder als Designer-Stück aus Aluminium, er passt in alle Gärten, auch in Kombination mit moderner Architektur und ist nicht selten eine Skulptur für sich. Klappstühle gibt es schon – wer hätte das gedacht – seit mehr als 3000 Jahren: Tatsächlich wurden Überreste von faltbaren Stühlen aus der Bronzezeit in Nordeuropa entdeckt. Klappbare Sitz- und Liegeelemente waren bereits im alten Ägypten, Griechenland und Rom bekannt, und der Thron der langobardischen Könige war, so würden wir heute sagen, ein Klappstuhl. Bei den 1855 in den USA erstmals als Patent angemeldeten “Folding-Chairs” handelte es sich um ineinander klappbare Holzrahmen, verbundenen mit einer Stütze und einem einfachen Stück reißfestem Leintuch, das als eine Art Hängematte diente. Ein Scherenmechanismus sorgte dafür, dass sich die Liegestühle platzsparend zusammenklappen ließen. Das Segeltuch - ursprünglich in olivgrüner Farbe gehalten - wurde später um einen farbigen Streifen ergänzt. Seine erste Hochphase erlebte der Liegestuhl als "Deck Chair” auf Linien- und Kreuzfahrtschiffen. Der Engländer John Thomas Moore entwickelte 1886 mit dem “Waverley”, den “besten Schiff- und Tennisrasen-Stuhl" weltweit. Aus dem goldenen Zeitalter der Ozeandampfer stammt übrigens auch der Habitus des Reservierens eines Liegestuhls. Allerdings platzierte damals die Besatzung sehr dezent ein keines Namensschild auf dem Stuhl, um diesen für Mehr Informationen: den betreffenden Passagier freizuhalten. Bewww.skagerak.dk dauerlicherweise hat sich diese vornehme Art www.galevi.com der Reservierung nicht dauerhaft durchgewww.bergaform.se setzt. An der Anzahl der Liegen kann es nicht www.garpa.de gelegen haben, denn auf den Sonnendecks 25

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der Titanic standen immerhin 600 Liegestühle. Einige davon wurden weltberühmt, denn sie retteten bei dem tragischen Schiffsunglück mehreren Menschen, die sich im eiskalten Wasser es Atlantiks an sie klammerten, das Leben. So wundert es nicht, dass der klassische Liegestuhl schon zu damaliger Zeit bedeutungsvolle Namen erhalten hatte, wie etwa "Brighton beachchair" oder "Chaise transatlantique". Bis heute hat sich an der klangvollen Namensgebung nichts geändert: In der aktuellen Kollektion des Gartenmöbelherstellers Garpa etwa heißen die Liegen “Alassio”, “Kap Ferrat” oder “Royal Princess”. Genauso hochwertig wie ihre Namen sind die modernen Liegestühle heute auch ausgestattet: Sie vereinen meist schlichte Eleganz mit einem Höchstmaß an Komfort und technischer Raffinesse: Sitz- und Rückenfläche sind nach den Körperlinien geformt, die Armlehnen sanft gerundet und die Beschläge aus hochwertigen, rostfreien Materialien. Verstell- und Klappmechanik funktionieren leichtgängig. Rahmen und Gestell sind witterungsbeständig, aus präpariertem Teakholz, aus Aluminium oder anderen Materialien, stets kombiniert mit hochwertigen Kunststofftextilien. Bei Farbund Formgestaltung sind der Phantasie keine Grenzen mehr gesetzt. So verwundert es auch nicht, dass der klassische LIegestuhl immer wieder auch von modernen Designern neu interpretiert wird. Wie etwa der dänische “Lido” von Designer Jakob Berg, der schwedische Nozib Deck Chair von Nils-Ole Zib oder der “Galevi Deck Chair” von Gabriel Kostner aus Südtirol.


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Impressum/Disclaimer

V.i.S.d.P. : ​Dr. Wolfram Weimer Herausgeber: ​ Weimer Media Group GmbH Maximilianstraße 13 80539 München

Abmeldung: Zur Abmeldung vom Bezug der „BÖRSE am Sonntag“ senden Sie einfach eine Email an: abmelden@boerse-am-sonntag.de Leserservice: leserservice@boerse-am-sonntag.de Archiv: www.boerse-am-sonntag.de/archiv

Geschäftsführer Dr. Wolfram Weimer Amtsgericht: München HRB 198201 Verlagsleitung: Michaela Ellen Lenz, Tel.: 08022-7044443 michaela.lenz@boerse-am-sonntag.de Anzeigenleiter/Mediaberater: Wolfgang Hansel, Tel.: 08022-7044443 hansel@weimermedia.de Anmeldung: Um „BÖRSE am Sonntag“ kostenfrei zu beziehen, melden Sie sich an unter: www.boerse-am-sonntag.de

Risikohinweise / Disclaimer: „Sie erhalten diesen Newsletter als kostenlosen Service der Weimer Media Group GmbH. Alle veröffentlichten Artikel, Nachrichten, Daten und Empfehlungen werden von der Herausgeberin mit großer Sorgfalt erstellt; da die Redaktion ihrerseits aber auch auf Quellen Dritter angewiesen ist und auch den Mitarbeitern der Herausgeberin Fehler unterlaufen können, kann für die Richtigkeit aller Angaben keine Garantie übernommen werden.

Bildnachweis: Fotolia, Adidas, Adobe Layout: addna, Nürnberg Technik: Marcus Brauer, menthamedia Erscheinungsweise: wöchentlich, jeweils Sonntag Mitarbeiter dieser Ausgabe: Dr. Wolfram Weimer, Dr. Sebastian Sigler (Chefredakteur), Michaela Ellen Lenz, Nina Bradinova (Chefin vom Dienst) Die Charts wurden mit freundlicher Unterstützung von TradeSignal erstellt. Deutsche Bibliothek: ISSN 1610-7446 Auflage: 117.000

oder insbesondere ersetzen. Es wird drin- einer unerlaubten Handlung oder einer gend empfohlen, sich stets auch immer aus sonstigen gesetzlichen Bestimmung ergeanderen Quellen zu informieren. benden Verantwortlichkeit, zum Ersatz des aus der Befolgung des Rates oder der Es kann im Einzelfall nicht ausgeschlos- Empfehlung entstehenden Schadens nicht sen werden, dass der Redakteur oder ein- verpflichtet ist.“ zelne Mitarbeiter der Herausgeberin an Unternehmen beteiligt sind, die Gegen- Für alle Hyperlinks gilt: Die Weimer Mestand von Analysen oder anderen Berich- dia Group GmbH erklärt ausdrücklich, ten sind. Umso mehr stellen die veröffent- keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und lichten Artikel, Nachrichten, Daten und die Inhalte der gelinkten Seiten zu haben. Empfehlungen immer auch eine persönli- Daher distanziert sich die Weimer Media Die Herausgeberin will ihren Abonnen- che Meinung des Autors dar und erheben Group GmbH von den Inhalten aller verten die Möglichkeit bieten, sich eine un- weder Anspruch auf Vollständigkeit noch linkten Seiten und macht sich deren Inabhängige und eigenverantwortliche Mei- auf alleinige Richtigkeit. halte ausdrücklich nicht zu Eigen. nung zu bilden, keinesfalls jedoch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf Wir verweisen insbesondere auf § 675 Diese Erklärung gilt für alle in den Seiten von Wertpapieren oder Rechten abgeben. II BGB, wonach die Weimer Media vorhandenen Hyperlinks, ob angezeigt Die zur Verfügung gestellten Informatio- Group GmbH, unbeschadet der sich oder verborgen, und für alle Inhalte der nen sollen auch keine Beratung darstellen aus einem (anderen) Vertragsverhältnis, Seiten, zu denen diese Hyperlinks führen. 26

BÖRSE am Sonntag · 25/1 3

Ausgabe 25/13 (Spezial: Transatlantic Trade and Investment Partnership)  
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