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FACTSHEET

Umfrage von TNS Emnid: „Meinungen von Energieexperten aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Belgien zum Energieträger Erdgas“ Herausgeber: WINGAS GmbH

Expertenmonitor Erdgas: Wohin entwickelt sich das europäische Energie­system und welche Rolle hat Erdgas?

Gewünscht: Deutschlands Energiewende als Modell für das europäische Energiesystem Sollte die gesamte EU die Ziele von Deutschlands Energie­ wende beim Ausbau der erneuerbaren Energien und Ausstieg aus der Kernenergie übernehmen?

J a 81 %

Österreich

78 %

Belgien

76 %

Niederlande Deutschland

67 %

Mehr als drei Viertel (76 %) der Experten aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Belgien betrachten die deutsche Energiewende als Modell für die EU. In Österreich stimmen dieser Meinung sogar vier Fünftel (81 %) zu, in Deutschland sind die Experten am skeptischsten (67 %). Unter anderem befürchten die Fachleute in Deutschland ein Risiko für die Versorgungssicherheit. 41 % rechnen mit einem geringeren Versorgungsniveau in Folge der Energiewende. Eine Stärkung der Versorgungssicherheit erwarten hingegen nur 26 %, während ein Drittel keine Auswirkungen durch die Energiewende voraussagt.

TNS Emnid befragte im November 2012 jeweils 100 Energieexperten aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Belgien. Bei den Fachleuten handelt sich unter anderem um Vertreter der Energiewirtschaft, der Wissenschaft und von Verbänden. Sofern nicht anders angegeben, sind alle Werte in den Grafiken Prozentangaben; an 100 fehlende Prozent: „weiß nicht“ / keine Angabe. Beauftragt hat die Befragung die WINGAS GmbH.


Die drängendsten Herausforderungen: Netze, Effizienz, Speicher, Preise Welche Aspekte sind besonders wichtig, um das Energiesystem zukunftsfähig zu machen? Bewertung der energiepolitischen Herausforderungen nach ihrer Wichtigkeit – Umfrageergebnisse für Deutschland Steigerung der Energieeffizienz

8,2

Ausbau und Vernetzung der Energienetze

8,2 7,9

Schaffung größerer Energiespeicherkapazitäten

7,6

Sicherstellen von bezahlbaren Energiepreisen

7,4

Ausbau der erneuerbaren Energien Liberalisierung / Intensivierung des Wettbewerbs

6,0

5,3

Besserer Zugang zu Energierohstoffen

Die Experten in Europa sind sich uneinig darüber, was die drängendste energiepolitische Herausforderung ist. Während die Experten in Österreich (Wert: 9,0), Belgien (8,8) und den Niederlanden (8,3) den Ausbau der erneuerbaren Energien angeben, wird diese Aufgabe in Deutschland als vergleichsweise nachrangig betrachtet: Ein höherer Anteil an erneuerbaren Energien wird nur als fünftwichtigste Herausforderung für die Schaffung eines zukunftsfähigen Energiesystems genannt (7,4). Wichtiger sind den deutschen Fachleuten der Ausbau und die Vernetzung der Energienetze sowie eine größere Energieeffizienz (jeweils 8,2), gefolgt von größeren Speicherkapazitäten (7,9) und bezahlbaren Energiepreisen (7,6). Die Intensivierung des Wettbewerbs und ein besserer Zugang zu den Energierohstoffen sind nach Ansicht der Fachleute deutlich weniger drängend.

Für die Antwort wurde eine Skala von 1 bis 10 verwendet, wobei 1 „überhaupt nicht wichtig“ und 10 „sehr wichtig“ bedeutet.

Schlechte Noten: Geringes Vertrauen in die Energiepolitik Wie beurteilen Sie die Energiepolitik ihrer Regierung insgesamt?

■ ■ ■ ■ ■

2 Eine deutliche Mehrheit der deutschen Experten (71 %) bewertet die Energiepolitik ihrer Regierung als „eher schlecht“ oder „sehr schlecht“. Bei gut einem Viertel bekommt die Energiepolitik unter Bundeskanzlerin Merkel noch ein „eher gut“, die Bestnote („sehr gut“) vergibt hingegen kein Experte. Noch schlechtere Zustimmungswerte bekommt nur die Regierung in den Niederlanden. Dort bewerten 73 % die Energiepolitik als „eher schlecht“ oder „sehr schlecht“.

Sehr gut Eher gut

19

Eher schlecht Sehr schlecht

27 Deutschland

Weiß nicht

52

71 12

2

3

7 21

25

31

Österreich

Niederlande

8

17 25

Belgien

54 52

66

73

43

60


Erdgas: Partner der erneuerbaren Energien Welcher konventionelle Energieträger ist aus Umwelt-, Klima- und Versorgungssicherheitsaspekten die beste Ergänzung zu den erneuerbaren Energien?

■ ■ ■ ■ ■ ■

Erdgas

3

Kernenergie

6 3

Die volatile Energieproduktion aus erneuerbaren Quellen muss durch konventionelle Energieträger ausgeglichen werden. Für eine deutliche Mehrheit der deutschen Experten kommt als Ergänzung nur ein Energieträger in Frage: Erdgas. Weit abgeschlagen landen Kohle (10 %), Öl (3 %) und die Kernenergie (2 %).

10

Kohle

2

Deutschland

Öl k  eine sinnvolle Ergänzung möglich

84

Weiß nicht

Mehrfachnennungen möglich

Die erste Wahl im Wärmemarkt: Modernisierung der Heizung Auf was sollte im Wärmemarkt im Hinblick auf Investitions­kosten und CO2-Einsparpotenzial eher gesetzt werden? 10

U  mstieg auf eine effizientere Heizung

■ ■

Gebäudesanierung

Deutschland

40

Weiß nicht

50

Der Wärmemarkt nimmt eine Schlüsselrolle bei der Reduktion der CO2-Emissionen ein. Gefragt danach, auf welche Weise die CO2-Emissionen möglichst kosteneffizient gesenkt werden können, geben 50 % der deutschen Fachleute eine Modernisierung der Heizung an. Nur 40 % favorisieren die Gebäudesanierung.

Prognose: Wachsender Anteil von Erdgas im Energiemix Wie wird sich der Anteil von Erdgas im Energiemix entwickeln in den nächsten… ... 5 Jahren

... 20 Jahren

1

3

22 3

Knapp drei Viertel der deutschen Experten sind der Ansicht, dass der Anteil von Erdgas an Deutschlands Energiemix in den nächsten fünf Jahren steigt. Damit liegt Erdgas klar vor den anderen konventionellen Energieträgern. Von einer wachsenden Bedeutung von Kohle beispielsweise gehen nur 19 % aus.

20

Deutschland

Deutschland

74

46

31

Steigen

Sinken

Nicht verändern

Weiß nicht

Nach Meinung der Experten sind aber nicht nur die kurzfristigen Aussichten von Erdgas in Deutschland gut. 66 % der Experten gehen in den kommenden 20 Jahren von einem größeren oder gleichbleibenden Erdgas­anteil aus.


Verlässliche Gaslieferanten: Norwegen, USA und Russland Welche Region ist nach Ansicht der Experten in Deutschland ein verlässlicher Partner, um die rückläufige EU-Erdgasproduktion auszugleichen? 100 %

Norwegen 68 %

USA 52 %

Russland Kaspischer Raum

38 %

Nordafrika

38 %

14 % * Naher Osten

N. O.*

Die Erdgasproduktion der EU geht zurück, weshalb mit einem höheren Importanteil zu rechnen ist. Gefragt danach, welche Lieferregion als Partner verlässlich ist, geben 100 % der deutschen Experten Norwegen an. Auch in den anderen untersuchten Ländern bevorzugen die meisten Experten das skandinavische Land (92 % in Österreich, 86 % in den Niederlanden, 76 % in Belgien). In Deutschland werden nur noch zwei andere Regionen von einer Mehrheit der Experten als verlässlich bezeichnet. Nach den USA mit 68 % erreicht Russland insgesamt die dritthöchsten Zustimmungswerte (52 %).

Mehrfachnennungen möglich

Steigender Anteil: Russisches Erdgas in der EU Der Anteil von Erdgas aus Russland in der EU wird künftig

Eher steigen

Gleich bleiben

Eher sinken

Weiß nicht

Deutschland 61 %

31 %

7% 1%

Österreich 56 %

35 %

8%

1%

Niederlande 73 %

16 %

9%

2%

Belgien 37 %

42 %

15 %

In allen untersuchten Ländern geht eine deutliche Mehrheit der Experten davon aus, dass der Anteil von russischem Gas in der EU künftig „eher steigen“ als „eher sinken“ wird. In den Niederlanden prognostizieren sogar knapp drei Viertel Russland eine wachsende Bedeutung als EU-Erdgaslieferant, gefolgt von Deutschland und Österreich.

6%

Weitere Details und Ergebnisse des Expertenmonitors Erdgas erhalten Sie unter presse@wingas.de oder unter +49 561 301-3301.

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