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№ 44 · Sonntag, 4. November 2012

SPEZIAL > Seite 9

Aufstieg und Fall der

Technologiekonzerne Editorial

LIEBE LESER IN NEN U ND LESER, zynisch könnte man sagen, manche Katastrophen kommen wie gerufen. Diesmal war es nun der die US-Ostküste verheerender Wirbelsturm „Sandy“. Sogar die US-Börsen mussten wegen ihm eine zweitägige Zwangspause einlegen. Der amtierende USPräsident könnte indes Rückenwind im Wahlkampf bekommen haben, hatte er doch die Chance, sich als Macher zu präsentieren. Und auch für viele Medien war der „Monstersturm“ ein gefundenes, die Titelseiten und das TV beherrschende und für jede Menge unsäglicher Internet-Liveticker sorgendes Fressen. Berichte über den Hurrikan und seine gewaltigen Zerstörungen sind zwar legitim, die mancherorts an den Tag gelegte Art und

Weise ist jedoch fragwürdig. Allerdings gingen dadurch andere wichtige Themen unter, die es wert wären, sich ebenso ausführlich zu widmen. Dazu gehört die jüngst gemeldete Rekordarbeitslosigkeit in der Eurozone, die größere Diskussion über die Rettungspolitik und auch den Sinn des Euro nahelegt. Mittlerweile zwar sicherlich schon ermüdend bleibt aber auch der Niedergang Griechenlands ein Thema. Und dann ist da ja noch die hanebüchene Geschichte zu den deutschen Goldreserven. Herzlichst, Ihre Redaktion von BÖRSE am Sonntag


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Britain go home? Sonntag, 4. November 2012

AKTIEN & MÄRKTE Schliekers Woche. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 Tops und Flops-, Zitat- und Zahl der Woche. . . . . . . . . . . . 3 Markt im Fokus: China – Nachhaltige Hoffnungsschimmer?. . . . . . . 4 Märkte im Überblick: S&P 500, DAX, FTSE Greece Index. . . . . . .5 Aktie der Woche: Sartorius . . . . . . . . . . . . 6 SPEZIAL Technologiekonzerne . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 UNTERNEHMEN Unternehmen der Woche: WMF. . . . . . . 12 News: Bayer, Drägerwerk . . . . . . . . . . . . . 13 FONDS Fonds der Woche: BL-Global 50 . . . . . . . 14 Fonds-News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 ZERTIFIKATE Zertifikate-Idee: Danone-Capped-Bonus-Zertifikat. . . . . 16 Zertifikate-News. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 Rohstoffe Rohstoff der Woche: Blei. . . . . . . . . . . . . . . 18 Rohstoffanalysen: Baumwolle, US-Bauholz, Orangensaft, Platin . . . . . . 19 Lebensart Event der Woche: Mythos Atelier . . . . . . . . 20 Kulturkalender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 Coffeetable-Favourites: Skitouren. . . . . . 21 Impressum/Disclaimer . . . . . . . . . . . . . . 22

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Der veritable Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ist kein undenkbares Szenario mehr. Das ist eine erschütternde Feststellung, denn die Briten auf ihrer Insel, Reinhard Schlieker die nun gefühlt imZDF Wirtschafts­ mer weiter vom Festkorrespondent land wegdriftet, sind und waren doch ein skurriles, aber sehr beliebtes Völkchen und bereicherten die Europäer mit ihrem Humor und ihrem Königshaus, mit schrägen Vögeln und tatkräftigem Großmachtmilitär, das einst Falkland bezwang. Das ging offenbar ganz gut, weil man weiß, wie man Inseln beherrscht, jedenfalls besser als das mit Wüsten und schiitischen Sümpfen gelungen ist, obwohl ja Lawrence von Arabien … Nun gut, wir geraten ins nostalgische Schwärmen, das soll hier nicht sein. Aber man erinnert sich: Einst wollten die Deutschen England dabeihaben, zu Zeiten Adenauers, als der Traum von Europa noch gar nichts Albtraumhaftes hatte. Damals sperrte sich Charles de Gaulle und es schien wie ein Witz, dass die frisch besiegten Feinde die Briten hereinholen wollten, diejenigen aber, denen das Vereinigte Königreich mehr oder weniger das Leben gerettet hatte, ihre Vettern von jenseits des Kanals lieber draußen halten wollten. Es bewies alles nur den ewig gültigen Satz, dass Nationen keine Freunde haben, nur Interessen. Nirgendwo sieht man das deutlicher als in den täglichen Irrungen und Wirrungen der EU. Der 7-Jahres-Haushalt der Gemeinschaft erhitzt die Gemüter, und das wohl auch zu Recht, denn dort wird alles teurer. Aber die Brüsseler Spitzen erwarten halt angesichts der Integration stetigen Machtzuwachs; hinzu kommen die vielen (genauer: mindestens 27) Egoismen und dann noch die allseits bekannte Krise. Optimisten nehmen ja an, dass die EU geläutert aus jener Krise hervorgehen wird, aber das sind sehr weitsichtige und abgeklärte Köpfe – dem Normalbürger erschließt sich die strahlende Zukunft derzeit eher nicht. Dem britischen Normalbürger

schon mal gar nicht, und der hat einen Draht zu seinem Wahlkreisabgeordneten, der daraufhin bereit ist, seinem eigenen Parteichef im Parlament eine krachende Niederlage beizubringen und ihn wie einen begossenen Pudel nach Brüssel zu schicken. Er soll dort den bekannten Spruch von Margaret Thatcher zu Gehör bringen: „I want my money back“, und man denkt sich förmlich die eiserne Lady dazu, wie sie in Chruchtschow-Manier mit dem Schuh aufs Pult haut. Dafür ist Premierminister Cameron nicht gemacht, für eine Erläuterung, warum die Briten Europa brauchen, aber auch nicht. Es ist aber so. Jenseits der von Strategen bereits entworfenen neuen Kraftlinien in einer EU ohne die Insulaner, mit Schweden und Dänen und Polen und einer neuen Südschiene, drängt sich doch erst einmal der Gedanke auf, dass Großbritannien viel beizutragen hat; dass es gar nicht schlecht ist, eine Prise Marktwirtschaftsradikalismus zumindest im Portfolio der 27 zu haben, und dass die weltweite Bedeutung der Europäer schon von allein schrumpft, da braucht man nicht noch Austritte. Andererseits – auch wenn die emotionalen Aktionen und Reaktionen jeweils Entfremdung zwischen den aneinander geketteten EU-Mitgliedern erkennen lassen: Emotionen helfen ja nicht weiter. Man sollte auch mal in den besseren politischen Kreisen ganz offen schimpfen und wettern und dann das rationale Alltagsgeschäft verrichten. Im Krisenkampf geht sowieso schon so viel verloren, was man eigentlich als Grundsubstanz angesehen hatte. Schade, dass es keine glaubwürdige Simulation gibt, die allen Beteiligten ihr Schicksal ohne Europa vor Augen führen könnte – so bleibt nur der Rückblick, aber der sollte eigentlich überzeugend genug sein.

Was denken Sie über dieses Thema? Schreiben Sie direkt an den Autor, Herrn Reinhard Schlieker unter schlieker@boerse-am-sonntag.de


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Tops und Flops der Woche

tops Lufthansa: Umsatz und Gewinn erhöht Im dritten Quartal steigerte die Lufthansa (WKN: 823212) den Gewinn von 498 auf 645 Mio. Euro. Der Vorsteuergewinn zog von 664 auf 783 Mio. Euro an, der operative Gewinn von 610 auf 648 Mio. Euro. Der Umsatz kletterte von 7,82 auf 8,31 Mrd. Euro. Keine konkrete Prognose wagt die Fluggesellschaft für das Gesamtjahr. Nur so viel: Der operative Gewinn soll bei steigendem Umsatz im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen. Von Januar bis Ende September schrumpfte der operative Gewinn von 724 auf 628 Mio. Euro. Linde: Weiteres Sparprogramm Linde (WKN: 648300) erhöhte den Gewinn im dritten Quartal auch dank der Übernahme von Lincare von 305 auf 327 Mio. Euro. Der Vorsteuergewinn legte von 392 auf 417 Mio. Euro zu. Der Umsatz zog von 3,44 auf 3,89 Mrd. Euro an. 2012 sollen Umsatz und operativer Gewinn im Vergleich zum Vorjahr nach wie vor zulegen. Seit Jahresbeginn stieg der operative Gewinn um 8,5%. Von 2013 bis 2016 will der Industriegaseproduzent und Anlagenbauer seine Kosten um weitere 750 bis 900 Mio. Euro reduzieren. Continental: Quartalsgewinn verdoppelt Noch brummt das Geschäft: Der Reifenhersteller und Automobilzulieferer Continental (WKN: 543900) verdoppelte den Gewinn im dritten Quartal auch aufgrund einer geringeren Steuerbelastung von 228,4 auf 466,7 Mio. Euro. Der Vorsteuergewinn legte von 393,5 auf 606,0 Mio. Euro zu, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 635,7 auf 745,1 Mio. Euro. Der Umsatz stieg von 7,71 auf 8,13 Mrd. Euro. 2012 will Conti nach wie vor mehr als 32,5 Mrd. Euro umsetzen. Ab Januar erhöhte sich der Umsatz von 22,59 auf 24,64 Mrd. Euro.

Zitat der Woche

„Wir sind im Zeitplan.“ Der Eröffnungstermin 27. Oktober 2013 für den künftigen Berliner Großflughafen muss nach Aussage des Aufsichtsratsvorsitzenden der Berliner Flughafengesellschaft – dem regierenden Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) – nicht erneut verschoben werden.

Zahl der Woche

+1,5 bis +2 Mrd. Euro Die Abschaffung der Praxisgebühr bringe je nach Berechnung 1,5 bis 2 Mrd. Euro, verkündete Rainer Brüderle vor Kurzem. Doch nun macht die Wirtschaft kurz vor dem Spitzentreffen der Koalition Front gegen das Vorhaben, die Praxisgebühr abzuschaffen.

Flops Deutsche Börse: Überschuss halbiert Anleger bleiben angesichts des unsicheren Umfeldes der Börse fern: Im dritten Quartal brach der Gewinn der Deutschen Börse (WKN: 581005) von 320,0 auf 163,9 Mio. Euro ein. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) sackte von 333,8 auf 245,4 Mio. Euro ab. Der Umsatz schrumpfte von 604,7 auf 530,7 Mio. Euro. Die Prognose, im Gesamtjahr 1,20 bis 1,35 Mrd. Euro EBIT zu erzielen, werde nicht mehr erreicht, warnte der Börsenbetreiber. In den vergangenen neun Monaten sank das EBIT von 931,9 auf 784,2 Mio. Euro. Dialog: Gewinneinbruch Von Anfang Juli bis Ende September fiel der Gewinn des TecDAX-Mitgliedes Dialog Semiconductor (WKN: 927200) aufgrund einer höheren Steuerbelastung und deutlich gestiegener Kosten von 17,03 auf 12,13 Mio. US-Dollar. Der Vorsteuergewinn (EBT) sank von 18,73 auf 16,62 Mio. US-Dollar. Vor Zinsen und Steuern (EBIT) schrumpfte der Gewinn von 19,13 auf 17,46 Mio. US-Dollar. Der Umsatz zog nur dank einer brummenden Mobil-Chip-Sparte von 140,62 auf 180,02 Mio. US-Dollar an. PSI: Ausblick gedämpft Im dritten Quartal sank der von PSI (WKN: A0Z1JH) erzielte Gewinn von 1,45 auf 1,42 Mio. Euro, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 2,45 auf 2,42 Mio. Euro. Der Umsatz des auf Energie- und Produktionsmanagement spezialisierten SoftwareEntwicklers stagnierte bei 41,08 Mio. Euro. Im Gesamtjahr sollen rund 180 Mio. Euro umgesetzt und auf EBIT-Basis 13 Mio. Euro verdient werden. Zuvor hatten die Berliner 13 bis 16 Mio. Euro EBIT in Aussicht gestellt. In den vergangenen drei Quartalen legte das EBIT von 6,29 auf 7,52 Mio. Euro zu.

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TERMINE DER WOCHE 05.11. 16:00 USA ISM-Index (Dienstleistungsgewerbe) Oktober 06.11. 12:00 DE Auftragseingangs­ index verarb. Gewerbe September 07.11. 12:00 DE Produktionsindex ­produzierendes ­Gewerbe September 08.11. 08:00 DE Umsatzindex verarbeitendes Gewerbe September 08.11. 13:45 EU EZB, Ergebnis der Ratssitzung 09.11. 02:30 China Verbraucherpreise und Industrieproduktion Oktober 09.11. 15:55 USA Verbraucherstimmung Uni Michigan (1. Umfr.) November


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Markt im Fokus

China:

Nachhaltige Hoffnungsschimmer? Zwar wurden in den vergangenen Monaten auch in China die geldpolitischen Zügel gelockert, kurstreibende Impulse am dortigen Aktienmarkt blieben aber aus. Stattdessen setzte sich die übergeordnete Abwärtsbewegung fort. Die Frage ist nun, ob die jüngsten Frühindikatoren nachhaltige Hoffnungsschimmer bezüglich einer konjunkturellen Stabilisierung sind und damit vielleicht auch chinesische Aktien begehrter machen. Jüngst konnten die chinesischen Aktienindizes zwar zulegen, an der insgesamt mäßigen Entwicklung im bisherigen Verlauf 2012 ändert sich aber kaum etwas. So notiert der Shanghai A-Share Index

Indizes Index Dow Jones S&P 500 NASDAQ DAX MDAX TecDAX SDAX EUROSTX 50 Nikkei 225 Hang Seng

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Shanghai A-Share Index um 2,6% niedriger als Ende 2012 und nur geringfügig über seinem Mehrjahrestief von September bei 2.094 Punkten. Stand: 02.11.2012 (11:30 Uhr)

Stand: Freitag nach Börsenschluss

02.11.2012 % Vorwoche 52weekHigh % 52week 13093,16 -0,11% 13661,87 +10,62% 1414,20 +0,16% 1474,51 +14,24% 2982,13 -0,20% 3196,93 +12,96% 7363,85 +1,83% 7478,53 +23,44% 11626,08 +1,86% 11677,22 +31,29% 807,76 +0,83% 830,91 +18,27% 5049,22 +0,65% 5257,70 +12,53% 2547,15 +2,05% 2611,42 +11,14% 9051,22 +1,32% 10255,15 +4,75% 22111,33 +2,63% 22149,70 +12,05%

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Die in der vergangenen Woche veröffentlichten Frühindikatoren wurden nun von einigen Volkswirten als Anzeichen für eine konjunkturelle Stabilisierung interpretiert. Dazu gehörte der offizielle und viel beachtete CFLP-Einkaufsmanagerindex für die Industrie. Dessen Wert verbesserte sich im Oktober zum Vormonat von 49,8 auf 50,2 Punkte. Wenn auch nur knapp über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern liegend, deutet er damit erstmals seit drei Monaten wieder auf eine Expansion der Industrie hin. Ebenfalls positive Signale sendete auch der von der Großbank HSBC ermittelte Einkaufsmanagerindex. Die hier im Oktober ermittelte Stimmung in der chinesischen Industrie verbesserte sich zum Vormonat in der nun endgültigen Fassung von 47,9 auf 49,5 Punkte. Der Index notiert damit zwar immer noch unter der Expansionsgrenze, wo er seit mittlerweile einem Jahr verharrt. Allerdings erreichte er nun das höchste Niveau seit acht Monaten. Bei den einzelnen Subkomponenten der beiden Indikatoren hoben einige Volkswirte die gestiegenen Werte bei den Neuaufträgen hervor, was als Indiz gewertet wurde, dass die chinesische Wirtschaft im Schlussquartal wieder etwas Fahrt aufnehmen könnte. Offen und tendenziell auch fraglich ist, ob diese Hoffnungsschimmer ausreichen, um nun wieder vermehrt Käufer anzulocken.


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Märkte im Überblick

usa

Deutschland

Unsicherheit vor den Wahlen

DAX weiter in Seitwärtsspanne

Europa

Griechenland und Rekordarbeitslosigkeit

Aufgrund der Zwangspause wegen des Hurrikans „Sandy“ am Montag und Dienstag hatten die Investoren nur drei Sitzungen Zeit, um die Kurse an den US-Aktienmärkten zu bewegen. Am Mittwoch verzeichneten die US-Indizes zunächst leichte Verluste. Wie am Handelstag, dem letzten im Oktober, sanken sie auch auf Monatssicht und verbuchten damit erstmals seit Mai wieder eine negative Performance. Der Start in den November gestaltete sich dann zunächst positiv und die US-Kursbarometer notierten am Donnerstag fest. Dazu beigetragen haben die Frühindikatoren aus China, aber auch die US-Konjunkturdaten (Verbrauchervertrauen, ISM-Index Industrie). Positiv aufgenommen wurden ferner der besser als erwartete ADP-Arbeitsmarktbericht für Oktober, was für den offiziellen Arbeitsmarktbericht am Freitag Hoffnungen schürte. Sie bewahrheiteten sich. Zwar erhöhte sich die Arbeitslosenquote wieder leicht auf 7,9%. Der Stellenzuwachs war jedoch stärker als prognostiziert und auch die Werte für die beiden Vormonate wurden nach oben revidiert. Nach einer kurzen ersten positiven Reaktion drehten die US-Indizes angesichts der Unsicherheit wegen der Wahlen am nächsten Dienstag jedoch nach unten und verloren deutlicher. Beim S&P 500 schmolzen die bis dato angelaufenen Gewinne zur Vorwoche daher auf 0,2% zusammen. Dow Jones und NASDAQ Composite rutschten sogar leicht ins Minus.

In der vergangenen Woche legten die deutschen Aktienindizes wieder zu. An der Spitze mit 1,9% lag der MDAX, der einen neuen Rekord markierte. Der DAX stieg um 1,8% und das seit September von ihm vollzogene Hin und Her setzte sich damit fort. Die seitwärtsgerichtete Konsolidierung nimmt damit immer größere zeitliche Ausmaße an. Zu Wochenbeginn hatte der Index zunächst erneut die Unterstützung bei 7.194 Punkten sowie die Aufwärtstrendlinie seit Juni getestet, stieg aber gleich wieder über beide Marken und setzte sich davon im Wochenverlauf nach oben ab. Die Frage über die künftige Richtung bleibt somit. Ein Ausbruch aus der Seitwärtsspanne nach oben, was bei einem Sprung über 7.479 Zähler gegeben sein könnte, spräche dabei tendenziell für eine Fortsetzung des Aufwärtsimpulses seit Juni. Nach wie vor denkbar bleibt jedoch auch, dass die Spanne nach unten aufgelöst wird, was bearish zu werten wäre. Jüngst für Gesprächsstoff sorgten hierzulande die vielen Bilanzen, von denen offenbar auch positive Impulse für die Kursentwicklung ausgingen. Eine stützende Kraft dürften ferner die Frühindikatoren aus China und einige der Konjunkturdaten aus den USA gewesen sein. Von den deutschen Daten positiv bewertet wurden die Einzelhandelsumsätze für September, die zwar zum Vorjahr wegen Kalendereffekten rückläufig waren, zum Vormonat jedoch zulegten.

Bei den europäischen Aktienindizes überwogen in der vergangenen Woche die positiven Vorzeichen. Der EURO STOXX 50 stieg um 2,1%. Deutlich gegenteilig war die Entwicklung bei den griechischen Kursbarometern, die deutlich einbrachen. Der wirtschaftliche und soziale Niedergang Hellas setzt sich fort und ein Ende oder zumindest eine zuversichtlich stimmende Perspektive ist angesichts des von den Eurokraten eingeschlagenen Rettungskurses nicht erkennbar. Zudem lassen die internationalen Geldgeber wegen der ihrer Ansicht nach stockend vorankommenden Reformen das Land bezüglich einer weiteren Tranche aus dem Hilfskreditprogramm zappeln und pochen auf weitere rasche Sparbeschlüsse. Weil aber auch der Unmut in der Bevölkerung wächst, sind neue Einschnitte mit großen Unsicherheiten verbunden. Das griechische Parlament wird voraussichtlich am 7. November über das neue Sparpaket abstimmen, was als Voraussetzung für weitere Finanzhilfen gilt. Gleichwohl dürfte die nächste Auszahlung wohl schon vorbereitet werden, nicht zuletzt, weil EU-Diplomaten klar machten, dass kein Euro-Mitglied Griechenland aus dem Euro drängen wolle und dass Geld fließen werde. Abgesehen von dem neuen Akt in der griechischen Tragödie gab es auch aus der Eurozone insgesamt abermals Erschreckendes. Die Arbeitslosenquote erreichte im September einen neuen traurigen Rekord.

S&P 500

DAX

FTSE Greece Index

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Stand: 02.11.2012

Stand: 02.11.2012

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Aktie der Woche

Sartorius:

Starke Zahlen, starker Kursverlauf

Die Aktien des Anbieters von Labor- und Prozesstechnologie beeindrucken im bisherigen Verlauf 2012 durch eine glänzende Performance. Bislang um mehr als 80% kletterten die im TecDAX gelisteten Vorzugsaktien und liegen damit innerhalb des Index klar vorn. Die Investoren honorieren wohl die glänzende Geschäftsentwicklung, die jüngst durch die vorgelegte 9-Monats-Bilanz sowie das erneut angehobene Gewinnziel 2012 untermauert wurde. Kräftige Ergebnissteigerungen und angehobene Prognosen werden von Investoren gern gesehen. Sartorius dürfte daher mit der jüngst vorgelegten 9-Monats-Bilanz gepunktet haben. Das Unternehmen glänzte mit zweistelligen Wachstumsraten. Dazu beigetragen hat auch ein starkes drittes Quartal, sodass die 1870 gegründete Traditionsfirma an die positive und dynamische Entwicklung der vorigen Quartale anknüpfte. Im Zeitraum Juli bis September erhöhte sie den Umsatz zum Vorjahr um 15,8% auf 217,3 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (EBITA) legte um 15,4% auf 33,8 Mio. Euro zu. Nach Steuern verdiente Sartorius mit 19,8 Mio. Euro 23,8% mehr und profitierte dabei auch von einem verbesserten Finanzergebnis. 06

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Gefragte Produkte In den ersten drei Quartalen insgesamt summierte sich der Umsatz auf 639,4 Mio. Euro, was einem Zuwachs von 18,1% entspricht. Dazu

Sartorius Vz.

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beigetragen hat der Ende 2011 erfolgte Zukauf (Biohit-Liquid-Handling-Geschäft), auf den etwa 6 Prozentpunkte entfielen. Daneben profitierte die Gesellschaft von positiven Wechselkurseffekten. Darum bereinigt lag der Zuwachs bei 13,8%. Erfreulich entwickelte sich auch der Auftragseingang, der um 15,8% auf 636,6 Mio. Euro zunahm. Die Produkte und Dienstleistungen des weltweit tätigen Konzerns bleiben somit offenbar gefragt. Die wichtigsten Abnehmer kommen aus der Biotech-, Pharma- und Nahrungsmittelindustrie sowie aus öffentlichen Forschungseinrichtungen und Laboren. Erklärtes Ziel ist es, ihnen dabei zu helfen, komplexe und qualitätskritische Prozesse in der Biopharmaproduktion und im Labor zeit- und kosteneffizient umzusetzen. Gegliedert ist das Geschäft seit Anfang des Jahres in drei Sparten, die in den ersten neun Monaten allesamt Umsatzsteigerungen verzeichneten und sich auch bei den Erträgen prächtig entwickelten. Wachstumsbereich Einweg In dem nach Umsatz größten Bereich Bioprocess Solutions konzentriert sich die Gesellschaft auf Einwegprodukte für die Medikamentenherstellung. Insgesamt bietet sie ein umfangreiches Technologie-, Produkt- und Serviceportfolio, mit denen sie der Kundschaft hilft, Medikamente und Impfstoffe auf biologischer Basis sicher und effizient zu entwickeln und herzustellen. Dazu gehören beispielsweise Filter für die unterschiedlichsten Einsatzgebiete, Behälter, Mischsysteme, BioreakAusrichtung des Geschäfts- toren und Membranen. Der Bereich Einwegpromodells und eine gute dukte gilt als Wachstumsbereich, angesichts des Marktposition sind beste fortschreitenden Technologiewechsels weg von Voraussetzungen für anhal- den Mehrweglösungen. Im Vergleich zu den hertend profitables Wachstum. kömmlichen, fest installierten Edelstahlanlagen in der Biotechproduktion sind Einweglösungen flexibel einsetzbar und weniger zeit- und kostenintensiv. Beispielsweise entfällt der Aufwand für die Reinigung. Von diesem Trend profitiert auch Sartorius, wie die geschäftliche Entwicklung in der Sparte verdeutlicht. In den ersten neun Monaten expandierte der Umsatz um 19% (wechselkursbereinigt 14,4%) auf 360,3 Mio. Euro. Das um Sondereffekte bereinigte EBITA kletterte um 26,1% auf 66,8 Mio. Euro. Labortechnik Die neue Sparte Lab Products & Services bündelt das gesamte Laborportfolio von Sartorius. Der größte Bereich in dieser Sparte ist heute die Laborwägetechnik. Neben weiteren Laborinstrumenten wie insbesondere das im Dezember akquirierte Biohit-Liquid-HandlingGeschäft (Pipetten) gehört ein breites Portfolio an Verbrauchsmaterialien zu dieser Sparte. Sie steigerte in den ersten neun Monaten den Umsatz um 22,5% (wechselkursbereinigt 17,9%) auf 202,5 Mio. Euro. Zu dem Wachstumsschub beigetragen hat der Zukauf von Biohit. Das 07

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bereinigte EBITA nahm um 16,2% auf 26,4 Mio. Euro zu. Das Geschäft mit industrieller Wäge- und Kontrolltechnik wird seit Januar in der dritten Sparte Industrial Weighing geführt. Für dieses Geschäft prüft Sartorius verschiedene strategische Optionen inklusive eines mittelfristigen Verkaufs. Hier stieg der Umsatz in den ersten neun Monaten um 4,5% (wechselkursbereinigt 2,2%) auf 76,7 Mio. Euro. Das bereinigte EBITA verbesserte sich um 17,7% auf 6,8 Mio. Euro. Gewinnziel erneut angehoben Die Ertragssteigerung in den einzelnen Sparten spiegelt sich auch konzernweit in ordentlich verbesserten Gewinnkennzahlen wider. So erhöhte sich das EBITA um 22,5% auf 90,3 Mio. Euro. Um Sondereffekte bereinigt legte es um 22,7% auf 100 Mio. Euro zu. Nach Steuern verdiente Sartorius 49,2 Mio. Euro und damit 23,3% mehr als vor einem Jahr. Um Sondereffekte bereinigt stieg der Überschuss um 22,1% auf 46,8 Mio. Euro. Aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung in den ersten neun Monaten hob der Konzern erneut das Gewinnziel für das Gesamtjahr an. Unter der Annahme eines im Wesentlichen unveränderten Währungsumfeldes erwartet er nun eine Steigerung des EBITA von etwa 18%. Bislang wurden etwa 15% angepeilt. Sartorius Vz. ISIN: DE0007165631 WKN: 716563 Kurs 02.11.2012: 64,98 EUR 52-Wochen-Hoch: 65,67 EUR 52-Wochen-Tief: 32,80 EUR Empf. Stop-Loss: 54,00 EUR Unser Anlageurteil: spekulativer Kauf

Gleichzeitig bekräftigte Sartorius das bislang prognostizierte Umsatzplus von wechselkursbereinigt etwa 11%.

Fazit Mit dem kräftigen Kursanstieg in den vergangenen Monaten und den dabei erreichten neuen historischen Höchstwerten haben die Investoren die positive Geschäftsentwicklung und die wohl auch vielversprechenden Zukunftsperspektiven honoriert. Sartorius konzentriert sich auf Produkte und Dienstleistungen, die der Kundschaft insbesondere bei der Qualitätssicherung und der Produktivitätssteigerung ihrer Herstellungsprozesse helfen, und legt dabei den Schwerpunkt auf die Biotech-/ Pharma- und Nahrungsmittelindustrie, die vergleichsweise unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung sind und zudem als langfristige Wachstumsbranchen gelten. Die Ausrichtung des Geschäftsmodells sowie die gute Marktposition sind somit gute Voraussetzungen für anhaltend profitables Wachstum. Alles zusammen bleibt die Aktie daher ein interessantes Investment und aus charttechnischer Sicht könnte ein nachhaltiger Ausbruch der weitaus liquideren Vorzugsaktie über ihr bisheriges Allzeithoch von 65,67 Euro neue spekulative Long-Positionen rechtfertigen. Gemessen am KGV (2012e) von etwas mehr als 20 ist die Bewertung zwar nicht gerade günstig, aber noch akzeptabel. Außerdem interessant ist, dass die Marktkapitalisierung auf Basis der ausstehenden Stamm- und Vorzugsaktien zusammen bei etwa 1,17 Mrd. Euro liegt. Dabei ist doch schon allein der Anteil von 84% an der börsennotierten Tochter Sartorius Stedim aktuell rund 993 Mio. Euro wert.

Stand: Freitag nach Börsenschluss

Derivate auf Sartorius Vz. WKN CZ160B CZ02DS CZ02DT

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Aufstieg und Fall der

Technologiekonzerne Die Elektronikriesen Sharp und Nokia kämpfen um ihr nacktes Überleben. Sony und Panasonic schreiben tiefrote Zahlen. Apple und Samsung hingegen eilen von einem Rekord zum nächsten. Wie eng Erfolge und Pleiten im Technologiesektor beieinanderliegen, musste jüngst auch Google erfahren. Welche Tech-Werte sind jetzt noch interessant?

Vor etwas mehr als einem Jahrzehnt waren Yahoo und Sony auf ihrem jeweiligen Gebiet das Maß aller Dinge. Die Japaner dominierten die Unterhaltungselektronik in jeglicher Hinsicht und drängten amerikanische und europäische Traditionskonzerne reihenweise aus dem Markt. Auf dem gerade in seiner Entstehung begriffenen InternetSektor spielten hingegen ausschließlich junge amerikanische Firmen eine Rolle und auch auf dem Software-Markt waren die Rollen klar verSchwergewichte in teilt: Erst kam Microsoft und dann lange nichts.

Die neuen der Unterhaltungselektronik sind Apple und Samsung.

Sony, Sharp & Co. vor dem Knock-out Heute sieht die Welt nicht nur in der Unterhaltungselektronik ganz anders aus. Die einstige Vorzeigebranche der japanischen Industrie steckt in einer existenziellen Krise. In der vergangenen Woche meldete Sharp, dass das Unternehmen im zweiten Quartal netto und operativ schwere Verluste verbuchen musste und unter einem massiven Cashflow-Problem leidet: „Das stellt die Fortführung unseres Unternehmens erheblich infrage“, erklärte der Konzern am Donnerstag. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit einem Rekordverlust, obwohl man eigentlich in einer Zukunftstechnologie gut aufgestellt ist: Sharp ist der größte japanische Hersteller der in Smartphones, Tablets und Fernsehern verbauten Flüssigkristall-Bildschirme. Zuvor

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hatten bereits Panasonic und Sony hohe Verluste melden müssen. Die Panasonic-Aktie verlor kurz nach der Bekanntgabe 20% an Wert. Allein in den letzten zwölf Monaten büßten die Papiere der beiden Firmen rund 45% ihres Wertes ein. Die k. u. k. Monarchie Die neuen Schwergewichte in der Unterhaltungselektronik sind Apple und Samsung. Die Kalifornier sind bei Umsatz und Rentabilität derzeit das Maß aller Dinge: Mit dem Bericht für das dritte Quartal wurde im Juli erneut ein Rekordergebnis vorgelegt, denn nie waren Umsatz und Gewinn in einem dritten Quartal höher. Insgesamt wies Apple einen Umsatz von 35 Mrd. US-Dollar aus, das entspricht einem Plus von 22% gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal. Der Gewinn legte um 20,5 auf 8,8 Mrd. US-Dollar zu. Doch offenbar hegen zahlreiche Anleger Zweifel daran, dass sich die Rekordjagd fortsetzen lässt. In den letzten


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Monaten ist der Aktienkurs von Spitzenwerten bei ca. 540 Euro auf rund 460 Euro deutlich zurückgekommen. In Sachen Stückzahl hat auf dem viel beachteten Smartphone-Markt ohnehin die koreanische Samsung die Nase vorn: Laut den aktuellen Zahlen, die das Marktforschungsunternehmen International Data Corporation (IDC) auf seiner Webseite veröffentlicht, liegt der Marktanteil der Südkoreaner bei 31,3%. Auch bei Umsatz und Gewinn sind die Koreaner spitze. An Hüten sollten sich Anleger vor dem Duo aus Kalifornien und Korea kommt so Einzeltiteln, die im Zuge von schnell keiner vorbei.

Trends auf exorbitante Bewertungen getrieben werden.

Pleiten, Pech und Pannen Der einstige Marktführer Nokia taucht in der Liste der Top 5 erstmals nicht mehr auf. Ein entsprechendes Bild bietet auch der Aktienkurs: In den letzten drei Jahren verlor der Wert um über 77%! In den letzten drei Monaten hat sich der Titel jedoch stabilisiert. Wer Anfang August Nokia-Aktien

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Börse persönlich 24.11.2012 09.00 BIS 17.00 UHR ALTE FRANKFURTER WERTPAPIERBÖRSE 50 AUSSTELLER 30 FACHVORTRÄGE EINTRITT FREI MEDIENPARTNER:

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erworben hat, kann sich heute über einen Gewinn von fast 10% freuen – während Apple-Jünger, die Anfang August eingestiegen sind, auf Verlusten von über 7% sitzen. Zwar ist der Vergleich nur eine Momentaufnahme, er zeigt jedoch deutlich, wie schnell sich der Wind im Technologiesektor drehen kann. Davon können mittlerweile auch die erfolgsverwöhnten Google-Investoren ein Lied singen. Nicht genug damit, dass es bei der Veröffentlichung der jüngsten Quartalsergebnisse eine Panne gab, diese fielen auch noch deutlich schlechter aus als erwartet. Der Aktienkurs sank daraufhin in kürzester Zeit um 10%. Auf Sicht der letzten zwölf Monate beträgt das Plus trotzdem komfortable 22%. Henning Wagener, Analyst bei AC Research, rät in einer Analyse zum Kauf von Google-Aktien: „Auf diesem Kursniveau erscheint der Titel mit einem KGV 2013e von knapp 15 vor dem Hintergrund der weiterhin hohen Wachstumspotenziale nach wie vor relativ moderat bewertet.“ Aussichtsreiche Tech-Stocks Apropos Bewertung. Informationstechnologiewerte sind nach Ansicht von Sam Stovall, Leiter Anlagestrategie bei S&P, mit einem Bewertungsabschlag von knapp 5% gegenüber dem S&P 500 deutlich unterbewertet. Im Interview mit dem US-Magazin „Forbes“ zeigte er sich von den Aussichten überzeugt: „Für die Titel aus der Informationstechnologiebranche erwartet die S&PCapital-IQ-Abteilung in den Jahren 2012 und 2013 ein überdurchschnittliches KGVWachstum“, so Stovall. „Die anstehende Einführung neuer Produkte und eine Anhebung der Dividenden lassen den Sektor attraktiv erscheinen“, so Stovall weiter. Seine drei Top-Favoriten sind der Software-Riese Microsoft, der Mobilfunktechnologie­ anbieter Qualcomm und der Datenspeicherspezialist EMC. Auch der Fondsmanager des Franklin Technology Fonds, JP Scandalios, ist von den Aussichten der Branche überzeugt: „Nach Berechnungen


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von Franklin Templeton übertrafen im ersten Quartal 2012 über 70% der Technologieunternehmen ihre Prognosen. Bei einer stabilen oder auch sich leicht verbessernden Konjunktur dürften diese Unternehmen überdurchschnittlich wachsen. Insbesondere der Boom bei Smartphones und Tablet-PCs bringt einen Schub in der Technologiebranche, aber auch Cloud Computing und neue Verfahren der Datenanalyse haben durchaus Potenzial.“ Achtung Falle! Hüten sollten sich Anleger jedoch vor Einzeltiteln, die im Zuge von Trends auf exorbitante Bewertungen getrieben werden. Ein Beispiel hierfür ist das genannte Thema Cloud Computing. Firmen wie Netapp (WKN: A0NHKR), Carbonite (WKN: A1JJ44) und Acme Packet (WKN: A0LBT5) konnten im Zuge des Die Hightech-Branche Hypes zunächst deutbefindet sich in einem lich zulegen. Als sich stetigen Wandel. jedoch zeigte, dass nicht jede Firma, die auf dem Gebiet tätig ist, aufgekauft wird, stürzten die Kurse wieder ab. Die Titel von Netapp verloren innerhalb der letzten zwölf Monate um 26%, Carbonite um 37% und Acme Packet um über 50%! Wie hoch die Erwartungen sind, zeigt ein Blick auf die Relationen des Rechenzentrumbetreibers Equinix (WKN: 165241): Innerhalb der letzten zwölf Monate hat sich der Wert des Papiers verdoppelt – das KGV liegt nun bei luftigen 92. Online Payment wächst weiter Dieses exorbitante Verhältnis ist keineswegs ein Einzelfall. Bei facebook liegt das KGV – trotz des zwischenzeitlichen Kursrückgangs – bei stolzen 197 und amazon ist bei einem Börsenwert von über 100 Mrd. Dollar zuletzt sogar wieder in die Verlustzone gerutscht. Mit einem KGV 11

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von 16 wirkt der Online-Marktplatz eBay da schon fast wie ein Schnäppchen. Dies gilt umso mehr, als der E-Commerce-Spezialist seinen Umsatz im ersten Quartal des laufenden Jahres mit +28,7% sogar stärker steigern konnte als Google (24,1%). Die Tochter PayPal leistete hierzu einen nicht unwesentlichen Beitrag. Auch die Analysten bewerten die Aktie daher mittlerweile wieder überwiegend positiv. Das Thema Online Payments und mobile Bezahlverfahren ist dabei auch abseits von PayPal ein äußerst spannendes Geschäftsfeld. Als Pure Play bieten sich hier die Aktien von ACI Worldwide (WKN: A0MXU1) und Wirecard (WKN: 747206) an.

Fazit Die Hightech-Branche befindet sich in einem stetigen Wandel. Wohl nirgendwo sonst vollziehen sich Auf- und Abstieg in so kurzen Zyklen. Wer gestern, wie Nokia und RIM, noch ganze Märkte dominierte, kann morgen bereits bedeutungslos geworden sein. Von Stock-Picking ist aufgrund der hohen Bewertungsniveaus einiger Titel sowie der Komplexität der Märkte abzuraten. Ausgewählte Zertifikate, Branchenfonds oder ETFs bieten dagegen eine gute Möglichkeit, von neuen Technologien und den exorbitanten Margen der Marktführer zu profitieren.

Ausblick auf das nächste Spezial Ausgabe 45 (11.11.2012) Die US-Wirtschaft

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WMF –

Foto: WMF AG, Geislingen/Steige

Unternehmen der Woche

Expansion in Asien und Amerika wird fortgesetzt Künftig dürfte WMF auf Wachstumskurs bleiben. Denn das Management treibt die Internationalisierung des Konzerns voran – und wird dabei von dem US-Beteiligungsunternehmen KKR unterstützt. Bekannt geworden ist die 1853 gegründete WMF Württembergische Metallwarenfabrik AG (WMF) durch ihre qualitativ hochwertigen Töpfe und Bestecke. Das Unternehmen produziert aber auch Küchengeräte und Kaffeemaschinen. Eine der bekanntesten Erfindungen aus dem Hause WMF ist Cromargan – ein rostfreier, säureresistenter Edelstahl mit 18% Chrom und 10% Nickel. Bestecke aus Cromargan sind unverwüstlich, spülmaschinenfest, rostfrei und formstabil. Geschäft im Ausland floriert Der Stammsitz von WMF befindet sich in Geislingen an der Steige. Zudem gehören mehr als 20 Tochtergesellschaften im Ausland zu dem Konzern, der sich als Anbieter von Markenprodukten versteht, die in Gestaltung, Qualität und Gebrauchsnutzen höchsten Ansprüchen gerecht werden. Stark nachgefragt werden die Produkte des Traditionsunternehmens seit einiger Zeit im Ausland. Der dort erwirtschaftete Umsatz erhöhte sich im ersten Halbjahr 2012 um 19% auf 231,8 Mio. Euro. Im Inland ist der Umsatz aufgrund geplanter Projektverschiebungen ins zweite Halbjahr um 4% auf 229,3 Mio. Euro zurückgegangen. Der Auslandsanteil am Umsatz lag im Berichtszeitraum bei 50% (erstes Halbjahr 2011: 45%). Begrenzte Wachstumschancen in Deutschland Seit mehreren Jahren setzt das WMF-Management eine Standort-Optimierungsstrategie um. Dabei wird geprüft, ob sich WMF-Filialen noch in 1-A-Lagen befinden. Zudem wird die Optik der Filialen sukzessive an den Stand der Zeit angepasst. Derzeit betreibt WMF in Deutschland rund 200 Filialen. Hierzulande geht es wegen der begrenzten Wachstumsmöglichkeiten eher darum, die gute Marktposition von WMF zu halten. Im Ausland dürften die Erlöse künftig allerdings weiter steigen. Deshalb überrascht es nicht, dass Vorstandschef Thorsten Klapproth im Rahmen der Hauptversammlung von WMF am 14. Juni 2012 ein organisches Umsatzwachstum von mindestens 5% in den kommenden drei Jahren in Aussicht gestellt hat. Die EBIT-Marge soll auf dem im Geschäftsjahr 2011 erreichten Niveau von 6,6% gehalten werden. 12

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Mehr Transparenz dank neuer Organisationsstruktur Per 1. Januar 2011 wurde bei WMF die Organisationsstruktur geändert. Seither gliedert sich das operative Geschäft des Konzerns in die Sparten WMF-Filialen, Tisch und Küche, Elektrokleingeräte, Hotel und Kaffeemaschinen. Zuvor gab es lediglich eine Unterteilung in Objekt- und Konsumgeschäft. Durch die Neugliederung der Geschäftsbereiche wurde die Transparenz des Unternehmens verbessert. Zudem kann sich WMF dank der Umsetzung dieser strategischen Maßnahme noch besser auf die Kunden konzentrieren. Deutlicher Gewinnanstieg und solide Bilanz Im ersten Halbjahr 2012 hat sich das Geschäft in den fünf Sparten unterschiedlich entwickelt. Unabhängig davon kann sich die Ergebnisentwicklung im Konzern sehen lassen. Schließlich wurde das EBIT um 32% auf 29,3 Mio. Euro gesteigert. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich sogar um 50% auf 1,47 Euro. Des Weiteren verfügt WMF über eine solide Bilanz, wenngleich die Eigenkapitalquote per 30. Juni 2012 mit 55% leicht unter dem Vorjahreswert von 57% lag. Erwähnenswert ist auch der Anstieg des Cashflows aus betrieblicher Geschäftstätigkeit von 1,0 auf 25,3 Mio. Euro. Diese erfreuliche Entwicklung ist auf die deutliche EBIT-Steigerung und eine geringere Mittelbindung im Working Capital zurückzuführen. Großaktionär mit globalem Netzwerk Größter Aktionär von WMF ist die Finedining Capital GmbH mit einem Anteil am Grundkapital von 71,08%. Diese Gesellschaft gehört zum US-Beteiligungsunternehmen KKR (Kohlberg Kravis Roberts & Co. L. P.). Laut Thorsten Klapproth wird WMF gemeinsam mit KKR die Internationalisierung des Konzerns vorantreiben und sich dabei insbesondere auf den Ausbau des Geschäfts in Asien und Amerika fokussieren. Der Vorstandsvorsitzende ist davon überzeugt, dass WMF von der langjährigen Expertise und dem weltweiten Netzwerk von KKR profitieren wird.


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Drägerwerk

Kostenanstieg drückt SicherheitstechnikGewinn sparte belastet Höhere Kosten ließen den im dritten Quartal von Bayer (WKN: BAY001) erzielten Überschuss von 646 auf 534 Mio. Euro schrumpfen. Der Vorsteuergewinn sank von 875 auf 666 Mio. Euro, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 1,10 Mrd. auf 838 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum legte der Umsatz von 8,67 auf 9,66 Mrd. Euro zu. Gleichzeitig erhöhten sich die Herstellungskosten von 4,28 auf 4,69 Mrd. Euro, die Vertriebskosten von 2,13 auf 2,47 Mrd. Euro und die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 157 auf 637 Mio. Euro. Im Gesamtjahr will Bayer nach wie vor 39 bis 40 Mrd. Euro umsetzen. Der um Sonderposten bereinigte Gewinn je Aktie soll um 10% zulegen. In den vergangenen neun Monaten stagnierte der Gewinn je Aktie bei 2,51 Euro, vor Sonderposten kletterte der Gewinn je Aktie von 3,86 auf 4,35 Euro – ein Plus von 12,7%. Daneben wurde bekannt, dass die Leverkusener für 1,2 Mrd. US-Dollar den US-Hersteller von Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln Schiff Nutrition International (WKN: A0HHKX) übernehmen wollen. Je Aktie werden 34 US-Dollar geboten. Schiff hatte vor Bekanntgabe der Offerte mit 23,19 US-Dollar geschlossen. Im vergangenen Geschäftsjahr setzte das Unternehmen mit rund 400 Mitarbeitern 259 Mio. US-Dollar um.

Im dritten Quartal sank der Überschuss von Drägerwerk (WKN: 555063) aufgrund deutlich gestiegener Kosten von 25,6 auf 25,2 Mio. Euro. Der Vorsteuergewinn schrumpfte von 37,9 auf 36,7 Mio. Euro, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 45,2 auf 43,6 Mio. Euro. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stagnierte der Gewinn bei 59,9 Mio. Euro. Der Umsatz legte von 524,0 auf 573,9 Mio. Euro zu. Gleichzeitig stiegen die Herstellungskosten von 261,6 auf 295,8 Mio. Euro, die operativen Kosten von 216,7 auf 233,6 Mio. Euro. Die darin enthaltenen Ausgaben für Forschung und Entwicklung erhöhte Drägerwerk von 38,8 auf 51,1 Mio. Euro. Die Vertriebskosten kletterten von 140,8 auf 148,6 Mio. Euro. Dagegen sanken die Verwaltungskosten von 35,4 auf 32,9 Mio. Euro. Im Geschäftsbereich Medizintechnik legte der Umsatz von 335,2 auf 377,6 Mio. Euro zu, das EBIT von 37,9 auf 38,9 Mio. Euro. In der Sicherheitstechniksparte kletterte der Umsatz von 196,2 auf 205,4 Mio. Euro, das EBIT brach infolge überproportional gestiegener Kosten von 20,9 auf 15,9 Mio. Euro ein. Für das Gesamtjahr prognostizieren die Lübecker eine EBITMarge im mittleren Bereich der bisherigen Vorhersage von 8,0% bis 9,5% (2011: 9,5%). In den vergangenen neun Monaten sank die Marge von 9,0% auf 8,3%.

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Bayer

Datum 05.11.2012 06.11.2012 06.11.2012 06.11.2012 07.11.2012 07.11.2012 07.11.2012 07.11.2012

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Uhrzeit Name - Toyota Motor Corp. - BMW AG - Hannover Rück AG - LANXESS AG - Hochtief AG - Munich Re - Heidelberger Druckmaschinen AG - Henkel KGaA

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Ereignis Halbjahresbericht 2012/13 9-Monats-Bericht 9-Monats-Bericht 9-Monats-Bericht 9-Monats-Bericht 9-Monats-Bericht Halbjahresbericht 2012/13 9-Monats-Bericht

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BL-Global 50 –

im Vordergrund steht der Kapitalerhalt Die Aktienmärkte schwanken stark. Das hält sicherheitsorientierte Anleger von einem Engagement ab. Anderer­seits werfen bonitätsstarke Anleihen nur wenig ab. Joël Reuland agiert geschickt in beiden Anlage­ klassen. Der Fondsmanager des von der Banque de Luxembourg aufgelegten BL-Global 50 erzielt so ordentliche Renditen und reduziert im Vergleich zu reinen Aktienanlagen die Volatilität. Der Mischfonds BL-Global 50 investiert in der Regel 50% in Aktien und 50% in geldmarktnahe und festverzinsliche Papiere. Von dieser Aufteilung kann Manager Reuland maximal bis zu 15% abweichen. Aktuell liegt die Aktienquote bei rund 60%, wovon 23% über Futures abgesichert sind. Renten hat er mit 23% gewichtet. Über 17% der Mittel hält er in bar. Sein Ziel: „In erster Linie geht es uns um den Kapitalerhalt. Wir streben eine Rendite an, die über der des Rentenmarktes liegt. Gleichzeitig wollen wir die Volatilität deutlich niedriger als bei einer reinen Aktienanlage halten.“ Das gelingt nicht immer. 2008 gab der Fonds um rund 15% ab. Im Jahr darauf machte Reuland den Verlust aber wieder wett. Auch 2012 ist der Fonds auf Kurs: Bislang erzielte er ein Plus von 4,8%. Seit Auflegung im Oktober 1993 schaffte der Fonds ein durchschnittliches jährliches Plus von 4,5%. Ein Grund für die kontinuierlich gute Leistung: Reuland kann unabhängig von einer Benchmark agieren. Der Manager ist daher nicht gezwungen, Trends hinterherzulaufen und bei Titeln einzusteigen, die schon gut gelaufen sind. Und er verfolgt eine sehr disziplinierte Philosophie. „Unser wichtigster Anlageansatz lautet: Der Preis bestimmt die Rendite“, sagt Reuland. Auf der Suche nach Value-Werten Das Portfolio bestückt der Manager konsequent mit Aktien, die seiner Auffassung nach unter ihrem fairen Wert notieren. Dabei orientiert er sich aber nicht nur am Kurs-Gewinn-Verhältnis. Seiner Meinung nach hat die lockere Geldpolitik der Notenbanken die Gewinne der Unternehmen künstlich aufgebläht und damit auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis verwässert. Reuland sieht sich daher lieber langfristige Bewertungsreihen an, um festzustellen, ob eine Aktie noch günstig ist. 14

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Weitere Bedingung für den Kauf einer Aktie: Die Unternehmen müssen über starke Marken verfügen. „Dann kann es sich auch in schwachen Märkten behaupten“, folgert Reuland. Diese Fähigkeit dürfte in den kommenden Monaten an den Aktienmärkten entscheidend sein. So ist der Index der EU-Kommission für die Konjunkturerwartungen in Europa auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren gefallen. Auch in China lässt die Wirtschaftsdynamik nach. Im dritten Quartal wurde nur noch ein Plus von 7,6% erzielt. Vor allem aber investiert Reuland nur in das, war er versteht. Von Bankwerten hält er sich daher fern. Insbesondere von großen Instituten könne er die Bilanzen nicht zufriedenstellend beurteilen. Im Anleihenbereich setzt der Fonds überwiegend auf die als sicher eingeschätzten deutschen und niederländischen Staatsanleihen. Sie sollen im Portfolio die von den Aktienpositionen stammenden Volatilitäten senken. Aktuell liegt die Schwankungsbreite des Fonds über drei Jahre bei 5,1%. Geografisch favorisiert Reuland derzeit Europa. Dagegen erkennt er vor allem im US-Leitindex S&P viele überbewertete Unternehmen. Eine zunehmend wichtige Rolle spielen die Schwellenländer im Portfolio. Doch auch da bleibt Reuland seinem Grundsatz treu, nur in das zu investieren, was er wirklich versteht. Er sucht daher nicht nach Einzelwerten, sondern investiert in Fonds. Der Aberdeen Global Asia Pacific zählt zu seinen Top-Holdings. Fondsdaten BL Global 50 ISIN:  Fondsvolumen:  Fondswährung:  Auflagedatum:  Managementgebühr:  Gesamtkostenquote. 

LU0048292808 458 Mio. Euro Euro 25.10.1993 1,00 % 1,32 %


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Franklin Templeton Investments

Aussichtsreiches Afrika Franklin Templeton Investments bietet Anlegern in Deutschland ab sofort den währungsgesicherten Templeton Africa Fund (ISIN: LU0744128314) an, einen neuen Aktienfonds mit Fokus auf afrikanische Unternehmen. Lead-Fondsmanager ist Mark Mobius, Vorsitzender der Templeton Emerging Markets Group. CoManager für den Templeton Africa Fund ist der Deutsche Carlos von Hardenberg, der von Istanbul aus schon seit 2008 auch den Templeton Frontier Markets Fund an der Seite von Mobius verantwortet. Aufgrund eines zunehmend vertrauenswürdigen Investorenumfelds und besserer Wirtschaftspolitik gepaart mit der

steigenden Nachfrage aus Industrie- und Schwellenländern nach den Rohstoffen des Kontinents dürfte Afrika laut Templeton in den nächsten 20 Jahren starkes Wachstum verzeichnen. Davon sollten auch die lokalen, noch jungen börsennotierten Unternehmen profitieren. Der Templeton Africa Fund ist für langfristig orientierte Anleger interessant, die die potenziell höheren Wertschwankungen in Kauf nehmen können. Der Fonds ist auch wegen der niedrigen Korrelation der afrikanischen Märkte zu Industrie- und auch Schwellenländeraktien gut zur Beimischung unter dem Aspekt der Diversifikation geeignet.

PEH

Risikoscheu wird zum Risiko Klaudius Sobczyk, Leiter Asset Management bei der Anlagegesellschaft PEH, warnt vor einer Blasenbildung bei traditionell als risikoarm eingestuften Werten. Angesichts niedriger Renditen bei sicheren Staatsanleihen interessierten sich Anleger verstärkt für Aktienstrategien, die eine möglichst geringe Volatilität versprächen. Dazu zählen unter anderem Qualitätsaktien aus nicht zyklischen Branchen wie Konsum oder Pharma. Auch entsprechende Fonds oder ETFs erlebten derzeit starke Zuwächse. Der Experte sieht darin jedoch eine Herdenbewegung, die ihn an den Boom bei Technologieaktien 1998 erinnert. Seiner Meinung nach sind

vermeintlich risikolose Aktien schon sehr teuer. „Es gibt realistische Gründe für die Annahme, dass sich hier eine Blase bildet“, sagt Sobczyk. Als Alternative böten sich Value-Aktien an, wie zum Beispiel die Telekomwerte Belgacom oder KPM. „Value-Aktien unterliegen einer höheren Schwankung, da Investoren sich ihrer Qualität nicht sicher sind“, sagt Sobczyk. Nach dem Einbruch 2008 hätten Investoren sich bei Value-Werten sehr zurückhaltend engagiert. Die Kurse vieler solcher Titel dürften nun aber den Boden erreicht haben. „Hier liegen interessante Bedingungen für einen Einstieg vor“, meint Sobczyk.

Deka Investment

Sofortrente ab 60 Die Dekabank bietet ab dem 19. November 2012 mit Deka-RenteDirekt eine Sofortrenten-Lösung zur privaten Altersvorsorge an. Zielgruppe sind Anleger im Alter von 60 bis 67 Jahren. Die Mindestanlage beträgt 10.000 Euro. Die Kapitalanlage erfolgt bis zum 85. Lebensjahr in Investmentfonds der Deka Investment GmbH. Die Leistungen der neuen Sofortrente fließen zunächst in Form eines Auszahlplans und gehen ab dem 85. Lebensjahr in eine lebenslange Leibrente über. Die Anleger erhalten garantierte, lebenslange Mindestleistungen. Hinzu kommen jährliche, nicht garantierte Bonuszahlungen in Abhängigkeit von der individuellen Anlageentwicklung. Bei Deka-RenteDirekt wird

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zu Beginn der Auszahlungsphase das Anlagekapital zu etwa einem Drittel auf den aktienorientierten Dachfonds Deka-ZukunftsPlan I und zu etwa zwei Dritteln auf den Rentenfonds RenditDeka aufgeteilt. Ergänzend kann in den Geldmarktfonds Deka-LiquiditätsPlan TF umgeschichtet werden. Die Aufteilung wird laufend kundenindi­ viduell überprüft. So kann die Anlagemischung über die Zeit je nach Entwicklung des Anlagewertes und der Restlaufzeit des Fondsauszahlungsplans bei Bedarf angepasst werden. Das Anlagekapital ist bis zum 85. Lebensjahr jederzeit verfügbar und vollständig, also inklusive der Wertentwicklung, vererbbar.


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Danone-Capped-Bonus-Zertifikat –

ein Leckerbissen fürs Depot Angesichts unsicherer Konjunkturperspektiven in den Industrienationen sind für vorsichtige Anleger zurzeit defensive Zertifikate erste Wahl. Zu denen zählt ein von der Commerzbank emittiertes Bonuspapier auf die Danone-Aktie. Gegessen und getrunken wird immer – und deshalb können die Aktionäre von Lebensmittel- und Getränkeherstellern auch dann ruhig schlafen, wenn sich die Wirtschaft abkühlt. Daher dürften die Anteilscheine solcher Unternehmen in den kommenden Wochen in den Fokus konservativer Börsianer rücken. Ein chancenreiches Investment ist laut Goldman-Sachs-Analyst Alexis Colombo die Aktie des französischen Nahrungsmittelkonzerns Danone. Der EUROSTOX X-50-Titel hat sich zwar zuletzt schlechter als der Gesamtmarkt entwickelt, aber unabhängig davon punktet Danone laut Colombo mit dem besten Produktportfolio der Branche. Viele Qualitätsprodukte im Sortiment Zu den bekanntesten Marken von Danone bei den Milchprodukten zählen Actimel, Fruchtzwerge und Obstgarten. Im Mineralwassersegment verfügt der Konzern mit Evian und Volvic über zwei starke Marken. Im Portfolio befinden sich zudem Kindernahrung und medizinische Nahrungsergänzungsmittel. Neben dem breit gefächerten Angebot an Qualitätsprodukten überzeugt Danone auch mit einer hervorragenden Marktstellung: Weltweit ist das 16

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1919 gegründete Unternehmen in etwa 120 Ländern aktiv. Verbraucher in Südeuropa müssen sparen Gut liefen die Geschäfte von Danone im dritten Quartal 2012 in den Regionen Lateinamerika, USA sowie Afrika/Naher Osten. Dadurch wurde die schwache Entwicklung in Europa mehr als ausgeglichen. Im Berichtszeitraum hat der weltweit größte Joghurthersteller darunter gelitten, dass Verbraucher in Südeuropa verstärkt preisgünstigere Produkte anderer Anbieter gekauft haben. Daran wird sich mittelfristig wahrscheinlich nichts ändern. Aber für Danone ist das kein Drama, da sich vor allem in den Schwellenländern die Erlöse positiv entwickeln dürften. Analysten erwarten Gewinnanstieg im nächsten Jahr Im dritten Quartal 2012 steigerte Danone den Umsatz im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 9,4% auf 5,26 Mrd. Euro. Das Gesamtjahr will der

Nahrungsmittelgigant mit einem Umsatzwachstum zwischen 5% und 7% abschließen. Voraussichtlich wird aber die operative Marge einen halben Prozentpunkt unter dem Vorjahreswert von 14,72% liegen. Der Gewinn je Aktie wird Analystenschätzungen zufolge in diesem Jahr 3,04 Euro betragen und 2013 auf 3,26 Euro steigen. Somit errechnet sich ein 2013er-KGV von 14,6 – ein Schnäppchen ist der EUO-STOXX-50-Titel also nicht. Kaufenswertes Bonuszertifikat Eine lukrative Alternative zur Danone-Aktie ist ein darauf basierendes Capped-BonusZertifikat (WKN: CZ0YSU), das die Commerzbank auf den Markt gebracht hat. Die Besitzer dieses Finanzprodukts kassieren im September 2013 eine Gutschrift von 54 Euro pro Zertifikat, sofern der Kurs des Basiswerts während der Laufzeit nie auf oder unter 37,50 Euro fällt. Derzeit notiert die Danone-Aktie mehr als 10 Euro über dem Niveau der Barriere. Aufgrund dieses komfortablen Puffers sowie der Bonusrendite von 9,5% (Stand: 01.11.2012) ist das Bonuspapier ein klarer Kauf.

Capped-Bonus-Zertifikat auf Danone Zertifikattyp Emittent Basiswert Fälligkeit WKN Capped-Bonus Commerzbank Danone 26.09.2013 CZ0YSU


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Franzosen legen neue Euro-Wette auf Seit dem Ausbruch der Euro-Krise wächst die Zahl der Zertifikate, mit denen Anleger von einem schwächer werdenden Euro profitieren können, darunter auch Produkte, die an einem Währungskorb partizipieren. Nun legt die Société Générale ihre Euro-Diversifikations-Anleihe in neuer Version II (WKN: SG3MEK) auf: Das Papier mit einer Laufzeit von sechs Jahren ist noch bis zum 30. November in der Zeichnung. Anleger können hiermit an der Wertentwicklung eines Korbes aus den vier Wechselkurspaaren Euro/australischer Dollar, Euro/US-Dollar, Euro/kanadischer Dollar sowie Euro/norwegische Krone partizipieren. Ist die durchschnittliche Wertentwicklung negativ oder null, erhalten

Anleger am Ende der Laufzeit 100% ihres Einsatzes zurück. Entwickelt sich der Korb aber auch nur leicht positiv, winkt 2018 ein fester Bonus von 30%. Wertet der Währungskorb stärker als 30% gegenüber dem Euro auf, werden Anleger auch an dieser Performance vollständig beteiligt. Bei einer 50-prozentigen Aufwertung erhalten Anleger beispielsweise 1.500 Euro pro Zertifikat zurück. Interessenten können das Papier aktuell in einer Stückelung von 1.000 Euro zeichnen, müssen hierbei allerdings einen recht üppigen Ausgabeaufschlag von 3% zahlen. Wer erst nach der Börsennotierung zuschlagen möchte, muss sich bis zum 10. Dezember gedulden.

LBBW

Neuer Zins-Floater Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) bietet bis zum 12. November eine Zins-Floater-Anleihe (WKN: LB0P2W) bezogen auf den EURO STOXX 50 zur Zeichnung an. Der Ausgabeaufschlag beträgt 1%. Während der Laufzeit von vier Jahren bietet die Zins-Floater-Anleihe einen an die Entwicklung des 3-MonatsEURIBOR gekoppelten Coupon. Besagter EURIBOR ist der maßgebliche Geldmarktzinssatz, zu dem sich Banken untereinander Geld mit einer Laufzeit von drei Monaten leihen. Die Mindestverzinsung des LBBW-Floaters beträgt 3% pro Jahr. Die Zinszahlungen erfolgen jeweils am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und am 15. November

eines jeden Jahres, beginnend am 15. Februar 2013. Die Rückzahlung des Papieres hängt indes von der Entwicklung des EURO STOXX 50 ab: Sollte der europäische Blue-Chip-Index in der Zeit bis zum November 2016 nicht mehr als 70% verlieren, erhalten Anleger ihren vollständigen Einsatz zurück. Geht die Spekulation schief, drohen erhebliche Verluste, denn Anleger werden in diesem Fall 1 : 1 an den möglichen Verlusten des Kursbarometers beteiligt. Der neue Zins-Floater eignet sich somit lediglich für Anleger, die in den kommenden Jahren mit einem leicht fallenden, seitwärts tendierenden oder leicht steigenden EURO STOXX 50 rechnen.

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Blei:

Korrektur beendet?

Blei war innerhalb der Industriemetalle jüngst ganz vorn bei der Performance zur Vorwoche. Vielleicht ist damit die Korrektur seit September wieder beendet. Die im August gestartete Rally trieb den Bleipreis bis zu den Hürden bei 2.272 und 2.288 US-Dollar. Allerdings reichte die Kraft nicht, sie nachhaltig zu knacken. Stattdessen gab es Anfang Oktober ein Fehlsignal und der Kurs fiel wieder darunter. Es folgte eine Korrektur, die den Preis in der Vorwoche unter das 50%-Retracement der Aufwärtsbewegung von Juni bis September 2012 drückte. In dieser Region gab es jüngst eine Gegenbewegung. Aus charttechnischer Sicht besteht somit die Chance, dass die übergeordnete mittelfristige Aufwärtsbewegung wieder aufgenommen wird. Widerstände wären dabei das Zwischenhoch von April bei 2.156 US-Dollar sowie die Marken 2.272, 2.288 und 2.315 US-Dollar. Erweist sich der jüngste Aufwärtsimpuls indes nur als kurzzeitige technische Erholung, was bei einem Rücksetzer unter das Zwischentief aus der Vorwoche bei 2.002 US-Dollar der Fall sein könnte, dann droht eine fortgesetzte Korrektur mit potenziellen Anlaufstellen bei 1.841 und 1.744 US-Dollar. Jüngst aus fundamentaler Sicht für Unterstützung sorgten wohl besser als erwartete Frühindikatoren aus China. Daneben könnte die Saisonalität für Blei sprechen. Im

Herbst und Winter werden in der nördlichen Hemisphäre viele Autobatterien ersetzt. Auf der anderen Seite wirkt die Entwicklung der Bleibestände in den Lägern der LME nicht gerade bullish. Nachdem sie von Oktober 2011 bis Anfang Oktober 2012 von etwa 389.000 auf rund 248.000 Tonnen gesunken waren, haben sie wieder kräftig angezogen und erreichten zuletzt etwa 325.000 Tonnen. Und auch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage spricht nicht für große Preissprünge. Zwar war der Überschuss in den ersten acht Monaten 2012 mit 80.000 Tonnen etwa nur halb so groß wie im Vorjahreszeitraum und dürfte auch im Gesamtjahr mit erwarteten 108.000 Tonnen unter dem Wert von 2011 von 174.000 liegen. Dieses Niveau könnte 2013 angesichts der schwächelnden Automobilkonjunktur aber wieder erreicht werden. Blei – Spot-Preis (LME)

Derivate auf Blei (Basiswert: Dezember-Future [LME]) Typ Index-Zertifikat (quanto) Hebel-Zert. (long) Hebel-Zert. (short)

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WKN DZ0CKK DZ1XQA DZ7KA9

Basispreis/Knock-out - 1.526,29/1.626,16 USD 2.683,44/2.583,66 USD

Laufzeit Hebel open end open end 3,63 open end 3,86


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Rohstoffanalysen

Rohstoffe im Überblick Baumwolle – Dezember-Future (ICE)

Rohstoffe (Auswahl)

Baumwolle knüpfte jüngst an die sinkende Tendenz der Vorwoche an. Der Preis verletzte dabei den mittelfristigen Aufwärtstrend und testete auch die Unterstützung bei 70,22 USCent (Zwischentief von Oktober 2012). Bricht sie nachhaltig, könnte es weiter abwärtsgehen und ein Test des Zwischentiefs von Juni bei 64,61 US-Cent ins Haus stehen.

Markt Kurs Rohöl WTI Crude NYMEX ($/bbl)

84,79

-1,68%

3,55

+4,51%

Heizöl NYMEX ($c/gal)

294,99

-4,14%

Gold NYMEX ($/Unze)

1678,40

-1,96%

30,93

-3,59%

600,89

+0,78%

Platin Spot ($/Unze)

1545,75

+0,19%

Aluminium Spot ($/t)

1937,00

+1,97%

Blei Spot ($/t)

2098,50

+4,12%

Kupfer Spot ($/t)

7661,75

-2,02%

Nickel Spot ($/t)

16150,00

+0,31%

Zinn Spot ($/t)

20300,00

+1,88%

Zink Spot ($/t)

2065,25

-3,44%

Baumwolle ICE ($c/lb)

70,300

-2,91%

Kaffee "C" ICE ($c/lb)

154,50

-2,03%

2444,00

+2,30%

Mais CBOT ($c/bu)

740,25

+0,27%

Orangensaft gefr. ICE ($c/lb)

108,30

-3,22%

1525,75

-2,27%

864,50

+0,09%

Zucker No.11 ICE ($c/lb)

19,41

-0,10%

Lebendrind CME ($c/lb)

125,30

-0,08%

Mastrind CME ($c/lb)

146,98

+1,05%

77,85

-1,33%

Erdgas NYMEX ($/MMBtU)

Silber Spot ($/Unze) Palladium Spot ($/Unze)

US-Bauholz – Januar-Future (CME) Eine erwartete steigende Nachfrage nach Bauholz, wegen der Schäden des Hurrikans „Sandy“ und auch erneut besser als erwartete Immobiliendaten (Case/Shiller-Hauspreisindex) trieben den Preis jüngst wohl weiter an und er setzte zunächst die kleine Rally seit Ende September fort. Die Hochs konnten aber nicht gehalten werden.

Kakao ICE ($/t)

Orangensaft – Januar-Future (ICE) Mit den Verlusten in der vergangenen Woche testete Orangensaft die Haltezone von etwa 107,05 bis 105,05 US-Cent. Wird sie nachhaltig verletzt, drohen weitere Abgaben. Erweist sie sich jedoch als solide, ist davon ausgehend zumindest eine Gegenbewegung denkbar, die vielleicht sogar das Septemberhoch bei 130,10 US-Cent ansteuern könnte.

Platin – Spot-Preis in US-Dollar Seit Anfang Oktober zeigt Platin eine Korrektur. Es verletzte dabei zuletzt das 50%-Retracement des Aufwärtsimpulses von August bis Oktober, drehte jüngst jedoch kurz vor dem 61,8%-Fibonacci-Retracement nach oben und eroberte es zurück. Eine Aufnahme des Aufwärtstrends, zumindest eine ausgedehntere Gegenbewegung ist nun vorstellbar.

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BÖRSE am Sonntag · 44/1 2

% zur Vorwoche

Sojabohnen CBOT ($c/bu) Weizen CBOT ($c/bu)

Schwein mag. CME ($c/lb)

Rohstoff-Indizes (Auswahl) Index Kurs

% zur Vorwoche

NYSE Arca Gold BUGS Index (HUI) 477,75

-2,77%

NYSE Arca Oil & Gas Index

1223,94

-0,28%

140,37

-1,84%

Reuters-Jeffries CRB Futures-Index 309,30

+0,00%

Rogers Int. Commodity Index

+0,09%

DJ AIG Commodity Index

3679,24


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Kulturkalender

„Stefan Strumbel – Holy Heimat“ Ausstellung, 28.07.12–25.11.12, Badisches Landesmuseum Karlsruhe, Karlsruhe, www.landesmuseum.de „Kalteis“ Bühne, 18.11.12, Kleines Theater Haar, München, www.junges-schauspiel-ensemble.de

Pablo Picasso, »Das offene Fenster (Das Atelier des Künstlers)«, 1929, Staatsgalerie Stuttgart, Sammlung Steegmann © VG Bild-Kunst, Bonn 2011

Mythos Atelier – von Spitzweg

bis Picasso, von Giacometti bis Nauman

„Mythos Atelier“ ist mit einer Ausstellungsfläche von ca. 2.500 m2 eine der größten Sonderschauen in der Geschichte der Staatsgalerie Stuttgart. Das Thema „Atelier“ beschäftigt Künstler bis in die Gegenwart. Die Staatsgalerie würdigt dieses spannende Kapitel Kunstgeschichte erstmals mit einer multimedial konzipierten Museumsschau. Zu sehen sind in der Staatsgalerie Stuttgart aus der Berliner Nationalgalerie zu den hervom 27.Oktober 2012 bis zum 10. Februar ausragenden Leihgaben. 2013 Ateliersituationen von mehr als 70 Die rund 200 Exponate werden dem BesuKünstlern verschiedenster Art – ausgehend cher in einem weitläufigen Parcours von der vom 19. Jahrhundert bis heute. Neben den Neuen über die Alte Staatsgalerie präsenbeiden zentralen Atelierbildern „Atelier tiert. Eindrücklich wird vermittelt, wie für mit Gipskopf “ (1925) und „Das Atelier“ die Künstler das Atelier zur anschaulichen (1927/28) von Picasso aus dem Museum of Bildwerdung ihrer Ästhetik wird – sei es als Modern Art, New York, reist ein seit Jahr- gemaltes Programmbild, als inszenierte Fozehnten nicht mehr in Europa präsentiertes tografie oder, in jüngster Zeit, als VideoarAtelierbild von Henri Matisse, „Die 3-Uhr- beit und raumgreifendes Environment, wie Sitzung“ (1924), aus dem New Yorker Me- beispielsweise die begehbare Rekonstruktion tropolitan Museum of Art an. „Der arme des Ateliers von Piet Mondrian. Poet“ von Carl Spitzweg aus der Neuen „Mythos Atelier“ bietet eine erkenntnis- wie Pinakothek München, das berühmte abwechslungsreiche Beschäftigung mit der Gemälde „So lebt der Mensch (La condition veränderten Selbstwahrnehmung der Künsthumaine)“ (1933) von René Magritte aus ler in der Moderne. der National Gallery in Washington zählen ebenso wie das sechs Meter breite Tripty- W eitere Infos unter: chon „Atelier“ (1985) von Gerhard Richter www.staatsgalerie.de 20

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„Eins und eins – das macht zwei: ein Hildegard-Knef-Abend“ Bühne/Unterhaltung, 18.11.12, Theater der Altstadt im Westen, Stuttgart, www.theater-der-altstadt.de „Wein, Weib und Verdi – Operndinner in vier Gängen“ Musik/Unterhaltung, 18.11/9.12./16.12.12, Habel Weinkultur, Berlin, www.reichenbach-events.com „Wunden der Welt“ Ausstellung, 16.11.12–14.12.13, Rotebühlgalerie, Stuttgart, www.treffpunkt-rotebuehlplatz.de „Ludwig van Beethoven: Missa solemnis op. 123” Musik, 16.11.12–18.11.12, diverse Veranstaltungsorte, Hamburg, www.flensburger-bach-chor.de „DER MENSCHENFEIND“ Bühne, 26.10.12–25.11.12, FREIES SCHAUSPIEL ENSEMBLE FRANKFURT, Frankfurt am Main, www.freiesschauspiel.de

A phorismus der Woche „Moderne Geschichte sollte man nur mit dem Bleistift schreiben.“ (Golda Meir)


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Skitouren: Ausrüstung – Technik – Sicherheit Deutschland hat ihn bereits erlebt: den ersten Schnee der Saison 2012/13. Zeit, sich der weißen Pracht und allem, was sie an Spaß und Action mit sich bringen kann, zu widmen. Markus Stadler bringt in seinem neuen Buch das Skitourengehen näher.

Skitouren: Ausrüstung – Technik – Sicherheit Markus Stadler Verlag: Bergverlag Rother Ausgabe: 176 Seiten Sprache: Deutsch ISBN: 978-3763360338 Preis: 19,90 Euro www.rother.de

Das Skitourengehen liegt im Trend. Das beweist nicht nur die zunehmende Zahl an begeisterten Tourengehern auf den beliebten Mode-Skibergen der Alpen. Auch die Skitourenkurse und Lawinenlehrgänge der Alpenvereinssektionen und Bergschulen sind regelmäßig ausgebucht. Das breit gefächerte Angebot an erhältlicher Ausrüstung erfordert einiges an Hintergrundwissen, um den richtigen Durchblick bei dessen Neuanschaffung und Praxis­ einsatz zu haben. Die Skitechnik muss im Aufstieg und in der Abfahrt beherrscht werden, um Spaß bei der Fortbewegung im winterlichen Gebirge auf kommen zu lassen. Die Einschätzung der Lawinengefahr und das richtige Handeln bei einem

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BÖRSE am Sonntag · 44/1 2

Lawinenunglück gehören genauso dazu wie die Orientierung mit Karte, Kompass und GPS-Gerät, um auch bei Schneetreiben noch den Weg zu finden. Damit das in Kursen Erlernte nicht so schnell verblasst bzw. sich die wichtigen Informationen irgendwo nachschlagen lassen, hat Markus Stadler diesen Skiführer geschrieben. Stadler, seit vielen Jahren als Fachübungsleiter Skibergsteigen in der Ausbildung beim DAV tätig, arbeitet darüber hinaus als Sportartikelverkäufer in einem Bergsportfachgeschäft und ist bekannt als Betreiber einer umfangreichen Bergsport-Website und Autor mehrerer Skitourenführer. In diesem Buch stellt er dem Leser den Stand der Skitouren-Ausbildung übersichtlich und anschaulich dar. Insbesondere wendet sich die Lehrschrift an den ambitionierten Einsteiger, der alle Aspekte des Skitourengehens von Grund auf kennenlernen möchte, aber auch der fortgeschrittene Tourengeher wird sie als hilfreiches Nachschlagewerk zu schätzen wissen.

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V.i.S.d.P. : ​Christian Ernst Frenko

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Archiv: www.boerse-am-sonntag.de/archiv

Geschäftsführer Dr. Wolfram Weimer Amtsgericht: München HRB 198201 Vertriebsleitung: Andreas Fiek, Tel.: 0911 / 274 00 0 andreas.fiek@finanzpark.de Anmeldung: Um „BÖRSE am Sonntag“ kostenfrei zu beziehen, melden Sie sich an unter: www.boerse-am-sonntag.de Abmeldung: Zur Abmeldung vom Bezug der „BÖRSE am Sonntag“ senden Sie einfach eine Email an: abmelden@boerse-am-sonntag.de

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Bildnachweis: Fotolia, Sartorius, WMF AG Layout: addna, Nürnberg Technik: Daniel Gruber, finanzpark AG Erscheinungsweise: wöchentlich, jeweils Sonntag Mitarbeiter dieser Ausgabe: Christian Ernst Frenko, Miriam Feuerstein, Thomas Uhlig, Margot Habjan, Andreas Fiek, Steffen Droemert, Michael Amtmann, Michaela Ellen Lenz, Reinhard Schlieker, Wolfgang Tenor, Michael Fuchs, Christian Bayer, Jörg Billina Die Charts wurden mit freundlicher Unterstützung von TradeSignal erstellt. Deutsche Bibliothek: ISSN 1610-7446 Auflage: 117.000

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Ausgabe 44/12 (Spezial: Technologiekonzerne)