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Ak tuell > Seite 5

Exotische Öl-Optionsscheine Stattliche Renditen locken

W i s s e n > S e i t e 13

Point & Figure Der Blick aufs Wesentliche Teil 7

07/12 17. Juli 2012

Roh s tof f e c ke > S ei te 16

Kakao Aufwärts im zweiten Halbjahr? Titelgeschichte > Seite 7

Volatilität –

Emotionen handeln

www.trading-kompakt.de


Editorial

Aktuell

Stefan Gätzner Leiter Redaktion trading kompakt

kompakt

trading trading kompakt Editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2 Indizes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3 Trading-News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3 Aktuell Exotische Öl-Optionsscheine locken mit stattlichen Renditen. . . . . . . . . . . . . . . 5 Titelgeschichte Volatilität – Emotionen handeln . . . . . . . . . . . 7 ChartCheck E.ON, Fresenius Medical Care, Kabel Deutschland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 Gastbeitrag Heiko Müller . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 Wissen Point & Figure: Der Blick aufs Wesentliche – Teil 7 . . . . . . . . . 13 Lexikon . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 Rohstoffecke Kakao: Aufwärts im zweiten Halbjahr? . . . . 16 Charttechnik: Kaffee, Weizen, Zucker. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 Trading-Termine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 Impressum/Disclaimer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18

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Titelgeschichte

ChartCheck

Gastbeitrag

Wissen

Rohstoffecke

Termine

Liebe Leserinnen und Leser, an den weltweiten Finanzmärkten mangelt es derzeit nicht an Gesprächsstoff. Zum einen ist in Sachen europäischer Staatsschuldenkrise alles beim Alten. Hier gibt es zwar hin und wieder ein Aufatmen, das Thema dürfte aber wohl weiterhin beschäftigen und für Unsicherheit und Nervosität sorgen. Zum anderen verdichten sich die Anzeichen einer nachlassenden Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft, wie die zuletzt zumeist veröffentlichten Konjunkturdaten und Frühindikatoren verdeutlichen – sei es aus China, den USA oder Europa. Damit rücken auch die Notenbanken stärker in den Fokus. In China lockerten die Währungshüter zuletzt ihre Geldpolitik mehrmals, um die heimische Wirtschaft zu stimulieren. Und auch in Europa wurde der Leitzins zuletzt gesenkt, wenngleich man sich fragen muss, welchen Effekt dies für die Realwirtschaft haben soll, war das Niveau doch bereits äußerst niedrig. Wenig helfen wird auch der ebenfalls gesenkte Zinssatz, den die Europäische Zentralbank (EZB) für die bei ihr gebunkerten Einlagen der Geschäftsbanken zahlt. Dafür gibt es nun nicht mal mehr den bisherigen

Minizins von 0,25%, sondern nichts mehr bei der so genannten Einlagefazilität. Der brachliegende Interbankenmarkt dürfte dadurch aber nicht angekurbelt werden. So werden die Geschäftsbanken, die überschüssige Liquidität haben, diese wohl zwar nicht mehr als Einlagefazilität bei der EZB parken, aber wohl auch nicht an von einer Pleite bedrohte andere Kreditinstitute verleihen. Stattdessen dürften sie die Gelder im Posten Sichtguthaben bei der EZB belassen. Dies zeigt einmal mehr, dass die EZB wohl mittlerweile alle geldpolitischen Mittel ausgeschöpft hat, ohne dass sie fruchteten. Ähnliches gilt auch für die US-Geldpolitik. Spekulationen und Hoffnungen auf noch drastischere Schritte der Notenbanken wie fragwürdige neue Geldspritzen oder große weitere Anleihenkaufprogramme könnten jedoch auch weiterhin immer mal wieder hochkochen. Wir wünschen Ihnen eine angenehme Lektüre.

Herzlichst, Ihre trading kompakt-Redaktion


Trading-News/Indizes

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Gastbeitrag

Wissen

ON V ISTA BA NK

Indizes

Zehn neue internationale Handelsplätze

Marktüberblick

Die OnVista Bank hat ihr Angebot im Auslandshandel deutlich ausgebaut und zehn neue Börsen angeschlossen. Nunmehr können die Kunden des Frankfurter Online-Brokers auch in Kanada, England, Schweden, Norwegen, Dänemark und Finnland handeln. Bisher ermöglichte die OnVista Bank bereits den Zugang zu den drei USBörsen NYSE, NASDAQ und AMEX. Zu den neu angeschlossenen Börsenplätzen zählen Toronto Exchange und Venture Exchange in Kanada, die London Stock Exchange sowie die skandinavischen Handelsplätze Stockholm, Burgundy Schweden, First North, Oslo, Burgundy Norwegen, Kopenhagen und Helsinki. Die Ordererteilung erfolgt bei den US-Börsen – bis auf NASDAQ OTC – wahlweise über das Webtrading oder über die professionelle Handelssoftware GTS. Bei den übrigen Auslandsbörsen ist vorerst nur der Handel per Telefon möglich. Die Abrechnung erfolgt in Euro. Ein Währungskonto sei nicht erforderlich, teilte OnVista mit und verweist auf die laufende „3,99 Euro pro Trade“-Aktion. OnVista-Neukunden handeln für sechs Monate ab Depoteröffnung zum Festpreis von 3,99 Euro. Dieser Preis gilt für alle Ordervolumina. Des Weiteren sind jeden Monat bis zu 30 kostenlose Wertpapierkäufe im Modell FreeBuy Cash möglich.

CMC M A R K ETS

Studie bescheinigt Marktführerschaft Rund 35% der derzeit 43.000 aktiven CFD-Trader in Deutschland haben ein Konto bei CMC Markets. Damit ist der Broker nach wie vor Marktführer unter den CFD-Anbietern in Deutschland. Diese Ergebnisse gehen aus einer repräsentativen Studie des MarktforschungsInstituts Investment Trends hervor, die im Frühjahr in Deutschland durchgeführt worden ist. CMC-Kunden hoben als besondere Stärke die Funktionalität der neuen Handelsplattform „Next Generation“, die niedrigen Handelsspannen und Kommissionen, das breite CFDAngebot sowie die attraktiven Sicherheitshinterlegungen hervor. 68% der Befragten (Kunden und Nichtkunden) attestierten CMC Markets den höchsten Bekanntheitsgrad unter den CFD-Anbietern. Außerdem interessant: Der Studie zufolge nimmt das Mobile Trading einen wachsenden Platz im deutschen CFD-Handel ein. Derzeit setzen 30% der CFD-Trader ihre Smartphones oder Tablets für das CFD-Trading ein. Dem deutschen Markt wird in Westeuropa das größte Potenzial zugeschrieben: Es gibt bereits mehr aktive CFDTrader in Deutschland als in Frankreich, Großbritannien, Singapur und Australien. Allerdings ist der britische Spreadbetting-Markt, 3

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Rohstoffecke

Termine

Stand

+/- %

+/- % 1Jahr

6.565,72

+5,40%

-9,06%

16.07.12 15.06.12

Aktienmärkte weltweit DAX Dow Jones

12.727,21

-0,31% +1,98%

S&P 500

1.353,64

+0,80% +2,85%

NASDAQ 100

2.577,05

+0,23% +9,35%

EURO STOXX 50

2.251,96

+3,24% -15,83%

Nikkei 225

8.724,12

+1,81% -12,54%

Hang Seng

19.121,34

-0,59% -12,59%

9.218,78

-5,40% -24,84%

926,73

+0,16% -18,39%

EUR/USD

1,2271

-2,93% -13,32%

EUR/Yen

96,77

-2,76% -13,61%

EUR/GBP

0,7849

-2,42% -10,54%

EUR/CHF

1,2010

+0,00% +4,04%

EUR/AUD

1,1977

-4,54%

-9,86%

88,20

+4,78%

-9,53%

1.589,90

-2,24%

-0,22%

HSCEI MSCI Emerging Markets Währungen

Rohstoffe WTI Crude CME ($/bbl) Gold Forex ($/Unze)

Aluminium LME Spot ($/t) 1.862,00

-2,74% -24,00%

Kupfer LME Spot ($/t)

+2,62% -20,27%

7.695,00

Weizen CME ($c/bu)

884,50 +45,12% +27,31%

Mais CME ($c/bu)

773,25 +32,58% +10,27%

Baumwolle ICE ($c/lb)

73,11

-8,66% -26,49%

144,84

+1,96% +12,26%

Sonstige Euro-Bund-Future VDAX-NEW

20,19

-37,05%

-6,51%

VIX

17,11

-18,95% -12,39%

ähnlich dem hiesigen CFD-Markt, größer als der deutsche Markt. Derzeit handeln 43.000 Anleger CFDs in Deutschland, dem nach Großbritannien für CMC Markets zweitwichtigsten Markt. CMC Markets ist mit einem prozentualen Kundenanteil von 28% auch nach wie vor der größte ForexAnbieter in Deutschland. Zurzeit handeln 29.000 Personen in Deutschland aktiv Forex (entweder über CFDs oder direkt). In Australien handelt es sich um 54.000 ForexTrader, in Singapur sind es 25.000 und in Frankreich 16.000.


Trading-News

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A DMIR A L M A R K ETS

DAX-30-Offensive verlängert Der Online-Broker Admiral Markets aus Tallin hat seine so genannte „DAX-30-Offensive“ anlässlich seines einjährigen Jubiläums auf dem deutschen Markt bis Ende Juli verlängert. Mit diesem Angebot können Trader den deutschen Leitindex ohne Spread handeln. Um von der Aktion zu profitieren, müssen Bestands- und Neukunden einmalig mindestens 1.000 Euro auf ihr bestehendes Konto einzahlen, beziehungsweise ein Konto mit 1.000 Euro eröffnen. Weitere

Bedingung sind mindestens 50 Roundturns innerhalb von 30 Kalendertagen. Zusätzlich gibt es bei einer Einzahlung von 10.000 Euro einen Bonus von 1.000 Euro. Teilnehmen können alle Neu- und Bestandskunden, die bislang noch nicht von dem Angebot Gebrauch gemacht haben.

COMDIR ECT

Online-Broker wirbt mit intelligenten Orderoptionen Wer im Urlaub keine Sorgen um sein Wertpapierdepot im Gepäck haben möchte, kann es vor der Abreise mit intelligenten Orderfunktionen absichern, wirbt die comdirect bank für ihren Service. Mit einem Trailing Stop etwa könnten sich Anleger nicht nur gegen Verluste schützen, sondern auch von eventuellen Kurssteigerungen profitieren. Fällt der Handelskurs auf oder unter einen festgelegten Wert, wird das Stop-Loss der Order aktiviert und das Wertpapier zum nächstmöglichen Zeitpunkt verkauft. Bei steigenden Kursen jedoch wird der Stopwert automatisch nach oben angepasst – mögliche Gewinne werden also durch einen dynamischen Puffer abgesichert. Wer aufgelaufene Gewinne realisieren und sich gleichzeitig gegen Verluste wappnen möchte, kann sich für die Order One Cancels Other entscheiden: Dabei wird eine Stop-Loss-Order mit einem Verkaufslimit nach oben kombiniert. Kommt eine der beiden

Funktionen zur Ausführung, wird die andere Order entsprechend gelöscht. Zwei Orders gleichzeitig geben Anleger auch bei der Funktion Next Order auf. Allerdings aktiviert hier die Ausführung des ersten Handelsauftrags automatisch die Aufgabe der zweiten Order: Damit kann zum Beispiel ein Wertpapier beim Kauf über ein Limit sofort vor einem Verlust durch eine StopLoss-Order geschützt werden. Sämtliche Komfort-Orders sind bei comdirect neben dem Handel via Börsenparkett mit Ausnahme der Next Order auch im außerbörslichen Handel („LiveTrading“) verfügbar.

ACTIV TR A DES

Neues MetaTrader 5-Konto ab 0,9 Pips Seit Mitte Juni bietet ActivTrades seinen Kunden ein neues Konto für die beliebte Handelsplattform MetaTrader 5 an, das Advantage Konto. Mit diesem können Anleger sämtliche Vorteile der MT5Plattform nutzen und gleichzeitig von niedrigen Spreads profitieren. Das Advantage-Konto erfordert 250 Euro Mindesteinzahlung und bietet variable Spreads im 5-Dezimalstellen-Format, ab 0,9 Pips im EUR/USD und USD/JPY, Hebel von 1 bis zu 400, 4

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Mini-Lots und Mikro-Lots sowie automatisiertes Handeln durch Expert Advisors und den gebührenfreien Handel. Als besonderen Service für interessierte Trader gibt es ein Webinar mit einem Einführungsvideo zu MT5. Das Video ist im Webarchiv unter www.ActivTrades.de hinterlegt.


Aktuell

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News/Indizes

Öl

-Optionsscheine Exotische locken mit stattlichen Renditen Im zweiten Quartal 2012 sind die Ölpreise stark gefallen. Doch zuletzt wurde der Abwärtstrend gebrochen. Mittelfristig dürfte sich das „schwarze Gold“ allerdings nicht weiter verteuern. Da trifft es sich gut, dass Anleger mit exotischen Optionsscheinen auch von seitwärts tendierenden Ölpreisen profitieren können. Analysten liegen mit ihren Prognosen häufig daneben. Daher überrascht es nicht, dass sich die Preise der Ölsorten Brent und WTI (West Texas Intermediate) in den zurückliegenden Monaten anders entwickelt haben als Rohstoffexperten es erwartet hatten. Fakt ist, dass die zwei wichtigsten Ölsorten im zweiten Quartal dieses Jahres entgegen vieler Vorhersagen deutlich billiger geworden sind. Zurückzuführen ist diese Entwicklung unter anderem auf die Transaktionen von Hedgefonds-Managern, die Terminkontrakte auf das „schwarze Gold“ in großem Stil handeln. Dadurch werden die Trends der Ölpreise erheblich verstärkt. Von allen Rohstoffen ist Öl übrigens derjenige, dessen Preisentwicklung von Hedgefonds-Managern am stärksten beeinflusst wird. Iran könnte sich gegen Sanktionen wehren Fundamentaldaten spielen natürlich auch eine Rolle bezüglich der Ölpreisentwicklung. Beispielsweise hat vor kurzem der deutliche Rückgang der US-Rohöllagerbestände die Ölpreise leicht nach oben getrieben. Überdies könnten im Spätsommer während der Hurrikansaison Förderausfälle im Golf von Mexiko steigende Ölnotierungen zur Folge haben. Bedenken sollte man zudem, dass die iranische Regierung bereits mehrfach mit einer Schließung der Straße von Hormus gedroht hat – und zwar für alle Schiffe aus Ländern, die die

jüngst in Kraft getretenen Sanktionen gegen den Iran unterstützen. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass ein Großteil der weltweiten Öllieferungen, die über den Seeweg transportiert werden, diese Meeresenge passieren müssen. Deshalb würde sich Öl signifikant verteuern, wenn der Iran seine Drohung umsetzt. Globale Ölnachfrage dürfte kaum steigen Es gibt also durchaus Faktoren, die die Preise des „schwarzen Goldes“ nach oben schießen lassen könnten. Unabhängig davon spricht ein Sachverhalt dafür, dass die Ölpreise mittelfristig in einer Seitwärtsbewegung verharren oder sogar fallen werden – und das ist die Abkühlung der Weltwirtschaft. Dass sich dieser Trend umkehrt, ist unwahrscheinlich. Denn aktuell schwächt sich das Wirtschaftswachstum in den USA ab, und in Europa könnte es zu einer leichten Rezession kommen. Des Weiteren lässt die Dynamik des Konjunkturaufschwungs in vielen Schwellenländern nach. Deshalb dürfte die weltweite Ölnachfrage kaum steigen. Hinzu kommt, dass die OPECMitgliedsstaaten im Falle einer anziehenden Nachfrage ihre Fördermengen drastisch erhöhen würden, um einen starken Preisanstieg zu verhindern. Möglich wäre dies auf jeden Fall. Schließlich ist die OPEC ein mächtiges Kartell, dem zwölf Länder angehören, auf die insgesamt ein Drittel der globalen Ölförderung entfällt.

Ausgewählte Produkte

Stand: 18.06.2012

WKN

Derivate-Typ

Emittent

Basiswert

SG2U32

Inline-Optionsschein

Société Générale

SG2U3W

Inline-Optionsschein

SG21SW RCE3RZ

5

Knock-out-Schwellen

Barriere

Fälligkeit

Brent-Öl-Future

65,00 USD / 190,00 USD

21.06.2013

Société Générale

Brent-Öl-Future

70,00 USD / 175,00 USD

21.12.2012

Inline-Optionsschein

Société Générale

Brent-Öl-Future

70,00 USD / 155,00 USD

21.06.2013

Capped Bonuszertifikat

Raiffeisen Centrobank

Brent-Öl-Future

78,91 USD

09.05.2013

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Aktuell

Titelgeschichte

Totalverlustrisiko von Inline-Options­ scheinen lässt sich eingrenzen Unter Berücksichtigung aller Faktoren kommt man zu dem Fazit, dass die Ölpreise in den nächsten Wochen steigen könnten, aber mittelfristig wahrscheinlich erneut

korrigieren werden. Ein solches Szenario können Anleger mit den vom französischen Bankhaus Société Générale emittierten InlineOptionsscheinen optimal ausnutzen. Mit diesen Papieren lassen sich hohe Renditen erzielen. Allerdings eignen sie sich nur für

ChartCheck

Gastbeitrag

Einfacher geht‘s nicht. Trader‘s Box.

Die APP mit Realtime Kursen.

www.derivate.bnpparibas.de

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Rohstoffecke

Termine

News/Indizes

risikobereite Naturen, da es zu einem Total­ verlust des eingesetzten Kapitals kommen kann, wenn der Preis des Underlyings eine der beiden Knock-out-Schwellen eines Inliners erreicht. Dieses Risiko lässt sich jedoch durch das Platzieren von Stopkursen beherrschen. Drei Inliner mit guten Konditionen Kaufenswert ist beispielsweise ein Brent-ÖlInliner (WKN: SG2U32), der mit Knockout-Barrieren bei 65 und 190 US-Dollar ausgestattet ist und im Juni 2013 fällig wird. Dieser exotische Optionsschein ist für 7,80 Euro (Stand: 16.07.2012) zu haben. Am 21. Juni 2013 gibt es für diesen Schein eine Gutschrift von zehn Euro, sofern beide Barrieren nicht verletzt wurden. Wer eine kürzere Laufzeit bevorzugt, kann sich den Brent-Öl-Inliner mit der WKN: SG2U3W ins Depot legen. Damit lässt sich bis zum 21. Dezember 2012 eine Rendite von 13,9% (Stand: 16.07.2012) erzielen – vorausgesetzt der Basiswertpreis erreicht während der Laufzeit nie die untere Knock-out-Schwelle bei 70 US-Dollar und nie die obere Knock-out-Schwelle bei 175,00 USDollar. Mutige Anleger, die davon überzeugt sind, dass der Preis der Nordsee-Ölsorte Brent bis Mitte Juni 2013 weder auf 155 US-Dollar steigen, noch auf 70 US-Dollar fallen wird, können den Brent-Öl-Inliner mit der WKN: SG21SW ordern, mit dem sich eine Rendite von 61,3% (Stand: 16.07.2012) erzielen lässt.

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Wissen

Risikoarmes Zertifikat Eine interessante Alternative für konservative Anleger, denen Inline-Optionsscheine zu heiß sind, ist ein von der österreichischen Raiffeisen Centrobank emittiertes Capped Bonuszertifikat auf den Brent-Öl-Future (WKN: RCE3RZ). Dessen Besitzer erhalten am 9. Mai 2013 eine Gutschrift von 113,00 Euro pro Zertifikat, sofern der Brent-Öl-Future während der Laufzeit nie auf oder unter 78,91 US-Dollar fällt. Erfreulicherweise wird dieses risikoarme Bonuspapier an der Börse mit einem geringen Spread gehandelt. Letzteres ist bei Inline-Optionsscheinen leider nicht der Fall – aber dafür punkten diese Derivate mit stattlichen Renditen.


Titelgeschichte

ChartCheck

Gastbeitrag

Wissen

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Termine

News/Indizes

Aktuell

Volatilität – Emotionen handeln Volatilität ist ein facettenreicher Begriff. Jeder Trader, der sich mit den Märkten beschäftigt, kommt mit negativen oder positiven Aspekten von unterschiedlicher Schwankungsintensität in Berührung. Vielfach dient Volatilität als Maßstab für das Risiko der Märkte. Allerdings können mit diesem Aspekt neben dem Risiko auch Chancen verbunden sein, wenn Volatilität beispielsweise gewinnbringend in Tradingansätze integriert wird. Volatilität von Aktienkursen wird mathematisch als Standardabweichung von Kursveränderungen in einem bestimmten Zeitraum definiert. Oft sind volatile Phasen im Chart auf den ersten Blick durch Kerzen mit langen Körpern sichtbar, die sich optisch von Phasen abheben, in denen Kerzen mit kurzen Körpern dominieren. Bei Optionsscheinen spielt die implizite Volatilität, also die erwartete Schwankungsbreite des Basiswerts, eine wichtige Rolle. Ist die Volatilität hoch, nehmen Trader in der Regel Abstand vom Kauf von Warrants, da dies zu höheren Preisen bei diesen Produkten führt. Kombinierte Scheine Bei niedriger impliziter Volatilität sind sowohl Call- als auch Put-Optionsscheine vergleichsweise günstig. Erhöht sich die Volatilität, steigen die Preise beider Optionsscheinarten an. Trader können mit so genannten Straddle- oder Strangle-Kombinationen von einem Anstieg der Volatilität profitieren. Eine Straddle-Position besteht aus Calls und Puts mit gleichem Basispreis und gleicher Fälligkeit. Beim Straddle wird der 7

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Basispreis der Scheine am Geld gewählt, das heißt er liegt in der Höhe des aktuellen Kurses des Underlyings. Die Optionsscheine gewinnen bei steigender Volatilität, egal ob der Basiswert gewinnt oder verliert. Natürlich ist auch ein Straddle kein Königsweg zum sicheren Gewinn. Bleibt der Anstieg der Volatilität aus, verbilligen sich beide Scheine durch den Verlust an Zeitwert. Ein Strangle ist eine weitere Möglichkeit, von einer ansteigenden Volatilität zu profitieren. Er ähnelt dem Straddle, unterscheidet sich aber dadurch, dass die Basispreise der Calls und Puts nicht identisch sind, sondern leicht auseinander liegen. Der Strangle ist preiswerter als der Straddle, allerdings muss bei dieser Kombination die Volatilität stärker ansteigen, damit der Trader einen Gewinn erzielt. Die entsprechende Kennziffer unter den Bewertungskennzahlen der Optionsscheine für Volatilitätsänderungen ist das Vega. Je höher das Vega, umso höher ist die Reagibilität des Optionsscheins auf Volatilitätsänderungen. Bei Optionsscheinen am Geld ist der Einfluss der Volatilität am größten. Das gilt sowohl bei Puts als auch bei Calls. Chaikins Volatilitäts-Indikator Einen allgemeinen Überblick über das vorherrschende Volatilitätsniveau gibt der Volatilitätsindikator von Mark Chaikin. Der Indikator oszilliert um seine Null-Linie. Er lässt sich u.a. dahingehend interpretieren, dass ein starker Anstieg eine bevorstehende Konsolidierungsphase andeutet und ein starker Rückgang auf eine wieder anziehende Volatilität hinweist. Das Instrument eignet sich kaum zur alleinigen Verwendung im Rahmen eines Handelsansatzes. Vielmehr nützt er


Titelgeschichte

ChartCheck

Gastbeitrag

hinsichtlich einer Unterscheidung zwischen volatilen und weniger volatilen Märkten. Wenn ein Trader sich in bestimmten Volatilitätsphasen vom Markt fernhalten will, kann dieser Indikator Aufschluss geben. Ausbrüche handeln Ein beliebtes charttechnisches Instrument sind die Bollinger-Bänder. Sie bestehen in der Standardeinstellung aus einem gleitenden Durchschnitt der letzten zwanzig Tage. Das obere bzw. untere Bollinger-Band befindet sich im Abstand von zwei Standardabweichungen über bzw. unter der Mittellinie. Verengen sich die beiden Bänder, nimmt die Volatilität des Basiswerts ab. Liegen die beiden Bänder vergleichsweise eng beieinander, ist in naher Zukunft mit einem Anstieg der Volatilität zu rechnen, der die Bänder wieder weiter auseinander führt. Allerdings kann durch die Bollinger-Bänder nur festgestellt werden, dass ein Ausbruch relativ nahe bevorsteht. Über die Richtung des Ausbruchs kann durch die Bollinger-Bänder keine Aussage getroffen werden. Dazu müssen ergänzende Indikatoren hinzugezogen werden. Momentum und Volatilität Momentum-Trader suchen nach trendstarken Aktien. Sie gehen davon aus, dass sich ein positives Momentum weiter fortsetzen wird und agieren meist trendfolgend. Ein Problem bei trendfolgenden Strategien ist ihre Untauglichkeit in Seitwärtsmärkten. Hier können Bollinger-Bänder dazu dienen, Seitwärtsphasen von Trendphasen zu unterscheiden. Verlaufen die Bollinger-Bänder parallel seitwärts, deutet das auf eine trendlose Phase hin. So kann die Beobachtung der Richtung der Marktbewegung (Momentum) mit der Beobachtung der Schwankungsintensität (Volatilität) kombiniert werden. Average True Range (ATR) Der ATR-Indikator dient als gebräuchlicher Hinweisgeber für eine zunehmende oder abnehmende Volatilität. Entwickelt wurde 8

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Wissen

Rohstoffecke

Termine

News/Indizes

Aktuell

DAX mit ATR

Stand: 13.07.2012

Deutsche Post mit ID/NR4-Regel

Stand: 13.07.2012

die True Range, die auch Kurslücken von einem Tag auf den anderen berücksichtigt, von Welles Wilder. Meist wird in der Praxis ein 14-Tages-Durchschnitt gebildet, die Average True Range. Dabei muss berücksichtigt werden, dass eine steigende ATR keine steigenden Kurse des Basiswertes anzeigt, sondern eine steigende Schwankungsintensität. Der Indikator dient auch als Signalgeber für volatilitätsbasierte Stopkurse. Dazu wird die ATR beispielsweise mit einem definierten Faktor multipliziert. Das Ergebnis wird bei Long-Positionen vom aktuellen Kurs abgezogen bzw. bei Short-Positionen zum Kurs addiert und dient als Verlustbegrenzung. Ein Trader sollte bei volatileren Basiswerten den Stop etwas weiter setzen als bei Basiswerten, die schwankungsärmer


Titelgeschichte

ChartCheck

Gastbeitrag

Wissen

Rohstoffecke

sind. Ansonsten besteht die Gefahr, dass er aus dem Trade geworfen wird, ohne dass er in die gewünschte Richtung laufen kann. Volatilität und Trendsuche Ein Ansatz des bekannten Traders Larry Williams konzentriert sich auf Szenarien des Volatilitätsausbruchs. Ein Volatilitätsausbruch erfolgt, wenn die aktuelle Volatilität höher liegt als der Durchschnitt einer bestimmten Zeitperiode in der Vergangenheit. Dabei dient der ATR als Signalgeber. Dabei nimmt man an, dass bei steigender Volatilität der Beginn eines Trends auszumachen ist. So kann man als Kaufsignal werten, wenn der aktuelle Schlusskurs gegenüber dem Schlusskurs des vorigen Tages um mindestens das 1,5-Fache des ATR-Wertes im Plus liegt. Der DAX notierte am 28.06.2012 zum Schluss bei 6.149,91 Punkten. Der 14-Tage-ATR lag bei 110,28. Multipliziert mit dem Faktor 1,5 ergibt sich ein Wert von 165,42. Am kommenden Tag schließt der DAX bei 6.416,28 und damit höher als (6.149,91 + 165,42 = 6315,33). Der DAX legte bislang in Folge auf über 6.642 Punkte zu. ID/NR4-Regel Eine vergleichsweise einfache Handelsregel, die die Volatilität berücksichtigt, ist die so genannte ID/NR4-Regel. Sie wurde von Linda Raschke und Laurence Connors entwickelt. Dabei werden vier aufeinander folgende Kerzen betrachtet. Beim aktuellen Tag ist die geringste Handelsspanne der letzten vier Tage festzustellen. Darüber hinaus ist der Tag ein so genannter Inside-Day. Das bedeutet, dass das aktuelle Hoch niedriger ist als das gestrige Hoch und das aktuelle Tief der Tageskerze höher liegt als das gestrige Tief. Die Position wird am nächsten Tag eröffnet, wenn das Hoch der vierten Kerze über- oder unterschritten wird. Der Ausbruch bestimmt die Richtung des Trades. Falls das Hoch überschritten wird, geht der Trader eine Long-Position ein, wird das Tief unterschritten, erfolgt ein Short-Engagement. Zur Gewinnsicherung kann entweder ein Kursziel definiert oder die Position mit Trailing-Stops abgesichert werden. Bei der Aktie der Deutschen Post lässt sich das Chartmuster Anfang Mai beobachten. Nach dem Inside-Day am 9.05., der die geringste Volatilität

Termine

Basiswert Volatilität Volatilitätsindizes auf Aktien-Benchmarks dienen häufig als Nervositätsindikator für den Markt. Zu den bekanntesten Volatilitätsbarometern zählt der VDAX-NEW für den deutschen Leitindex DAX-30, der VSTOXX für den EURO STOXX-50 und der VIX für den S&P-500. Der VDAX-New gibt in Prozentpunkten an, welche Volatilität in den kommenden 30 Tagen beim deutschen Leitindex zu erwarten ist. Berechnungsgrundlage sind DAX-Optionen, die am Geld oder aus dem Geld notieren. Emittenten von HebelProdukten haben diese Basiswerte für Trader mittlerweile zugänglich gemacht. So hat beispielsweise die französische Bank Société Générale VSTOXX-Produkte im Angebot.

Fazit: Kenntnisse über Volatilität sind für jeden Trader unabdingbar. Das betrifft sowohl die Einschätzung von Marktphasen bzw. die Nutzung von Volatilität in systematischen Handelsansätzen als auch die Auswahl von Instrumenten, mit denen man handelt. Chancen und Risiken bei hoher Volatilität sind die zwei Seiten derselben Medaille.

Heiße Hebel – MINI Future Zertifikate von RBS Mit MINI Futures können Sie, bei richtiger Markteinschätzung, schon mit geringem Einsatz überproportional an Kursbewegungen partizipieren, und das sowohl bei steigenden als auch bei fallenden Kursen. WKN: AA5B1V WKN: AA46KA

Hebel: 10,09 Hebel: 10,79

Alle MINI Future Produkte können Sie unter www.rbs.de/markets einsehen. Stand: 13. Juli 2012

Mehr zu unseren Produkten: Online rbs.de/markets Der allein verbindliche Prospekt ist bei der The Royal Bank of Scotland N.V. Niederlassung Deutschland, Junghofstr. 22, 60311 Frankfurt am Main, kostenfrei erhältlich. Kein Vertrieb an US-Personen. © The Royal Bank of Scotland N.V. Alle Rechte vorbehalten.

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Aktuell

der letzten vier Kerzen aufwies, erfolgt ein Gap mit fallenden Kursen. Die nächsten Tage sind ebenfalls von stark fallenden Kursen bis in den Bereich von 12,64 Euro am 04.06. geprägt. Der Einstiegskurs wäre bei 13,94 Euro am 10.05. gelegen.

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• Brent Crude Oil MINI Long • Brent Crude Oil MINI Short

News/Indizes

Produktinformation


ChartCheck

Gastbeitrag

Wissen

E.ON

Rohstoffecke

Termine

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Aktuell

Titelgeschichte

Stand: 13.07.2012

Seit dem Allzeithoch im Januar 2008 von 51,37 Euro zeigt die Aktie des Versorgers E.ON eine Abwärtstendenz. Im Rahmen dieser übergeordneten Bewegung bildete sich 2009 ein Abwärtstrendkanal. Das Tief von September 2011 bei 12,50 Euro stellt dabei einen Verbindungspunkt der unteren Begrenzung dar. Innerhalb dieses Trendkanals ist eine Abwärtstrendlinie (Verbindung der Zwischenhochs von Januar 2011 und März 2012) auszumachen, die zuletzt nachhaltig überwunden worden zu sein scheint. Sollte jetzt auch noch die Hürde bei 18,68 Euro geknackt werden, könnte im Rahmen einer Gegenbewegung im Abwärtstrendkanal deren obere Begrenzung von derzeit etwa 24,00 Euro angesteuert werden. Trade-Box E.ON Angenommener Kaufkurs: 18,90 EUR Chance/Risiko-Verhältnis: 2,2

Ziel: 23,50 EUR Stop: 16,80 EUR

Chance: +19,6% Risiko: -11,1%

Fresenius Medical Care

Stand: 13.07.2012

Die Aktie des Dialysespezialisten hatte im Juni dieses Jahres den langfristigen Aufwärtstrend und die 200-Tage-Linie getestet. Beide hielten, und davon ausgehend startete ein kurzfristiger Aufwärtsimpuls innerhalb dessen die Hürde bei 55,77 Euro überwunden wurde. Zudem lugte der Kurs in der vergangenen Woche zwischenzeitlich über das bisherige Allzeithoch von Februar 2012 bei 57,03 Euro und markierte damit neue Spitzenwerte. Sollte nun der Widerstand von 57,03 Euro überwunden werden, könnte dies für weiter steigende Notierungen sprechen. Die obere Aufwärtstrendlinie, aktuell bei etwa 67,00 Euro verlaufend, könnte dabei eine potenzielle Anlaufstelle sein. Trade-Box Fresenius Medical Care Angenommener Kaufkurs: 57,75 EUR Chance/Risiko-Verhältnis: 2,2

Ziel: 67,00 EUR Stop: 53,50 EUR

Chance: +13,8% Risiko: -7,4%

Kabel Deutschland

Stand: 13.07.2012

Das Papier von Kabel Deutschland hatte von April bis Juni dieses Jahres versucht, die aus dem Hoch von Juli 2011 resultierende Hürde zu überwinden. Zwar wurde mehrmals kurz daran gekratzt oder kurz darüber gelugt, sie erwies sich jedoch als zu hartnäckig, um nachhaltig geknackt zu werden. Der seit dem Zwischentief von Juli ausgehende Aufwärtsimpuls hatte hingegen so viel Kraft, dass Ende Juni ein Sprung darüber gelang. In der vergangenen Woche noch einmal kurz getestet, setzte der Kurs schließlich deutlicher davon ab, so dass es nach einem nachhaltigen Ausbruch aussieht. Dies könnte für Long-Positionen mit einem ersten mittelfristigen Kursziel im Bereich von 60,00 Euro sprechen. Trade-Box Kabel Deutschland Kurs: 51,09 EUR Chance/Risiko-Verhältnis: 2,4

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Ziel: 60,00 EUR Stop: 47,30 EUR

Chance: +14,9% Risiko: -7,4%


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Heiko Müller Geschäftsführer Alpari Deutschland

Chancen und Risiken von

Carry Trades Devisenstrategien, bei denen gezielt unterschiedliche Zinsniveaus genutzt werden, gehören bei Profi-Investoren längst zum Standard-Repertoire. Doch auch Privatanleger können sich die so genannten Carry Trades zunutze machen – wenn dabei einige Regeln beachtet werden. Mit einem historischen Schritt hat die Europäische Zentralbank (EZB) Anfang Juli für Aufregung an den internationalen Finanzmärkten gesorgt. Die Senkung um 25 Basispunkte auf 0,75% hat den Leitzins in der Eurozone so tief nach unten geschleust wie noch nie zuvor. Mit dem Schritt reagierte EZB-Chef Mario Draghi auf die wirtschaftlichen Risiken im gemeinsamen Währungsraum. Die niedrigeren Zinsen sollen die Kreditvergabe und damit die Konjunktur ankurbeln. Direkt nach der Entscheidung ging der Kurs des Euro in die Knie. Die europäische Einheitswährung verlor etwa gegenüber dem US-Dollar innerhalb von wenigen Stunden knapp eineinhalb Cent. Zu dem Kursrutsch trugen auch so genannte Carry Trades bei. Vereinfacht ausgedrückt verschulden sich Spekulanten bei dieser Anlagestrategie in einer Währung mit niedrigem Zins – im konkreten Fall dem Euro – und legen das Geld in Währungen mit höheren Zinsniveaus an. Die Differenz aus diesem Geschäft ist der Gewinn des Anlegers. Weil die EZB-Zinssenkung die Kreditaufnahme in Euro billiger gemacht hat, ist die europäische Einheitswährung für Carry Trader lukrativer geworden. Die als Kredite aufgenommenen Euro kommen als zusätzliches Angebot auf den 11

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Devisenmarkt, was auf den Kurs der Währung drückt. Zugleich steigt die Nachfrage nach Hochzinswährungen, wodurch deren Notierungen gestützt werden. Carry Trades gehören bei Profi-Investoren längst zum Standard-Repertoire. Meist wird diese Anlagestrategie von Hedge Funds eingesetzt, die bei entsprechend großem Einsatz schon bei kleinsten Zinsdifferenzen große Erträge generieren. Doch auch Privatanleger können sich Carry Trades zunutze machen. Hierzu muss kein Kredit bei einer ausländischen Bank aufgenommen werden. Vielmehr reicht es, die Währung mit dem niedrigeren Leitzins zu verkaufen und diejenige mit dem höheren Zins zu kaufen. Als klassische Carry Trade-Währungen gelten derzeit neben dem Euro auch der US-Dollar, der Japanische Yen und das Britische Pfund. In allen vier Währungsräumen liegen die Leitzinsen nahe null. Die Notenbanken dieser Länder dürften weiterhin für ein Niedrigzinsumfeld sorgen, so dass die Kredite in diesen Währungen billig bleiben. Auf der anderen Seite sind Anlagen in Devisen von rohstoffreichen Staaten und Schwellenländern wie Australien, Kanada, Brasilien, Neuseeland, Mexiko, Südafrika und Indonesien

aufgrund des vergleichsweise hohen Zinsniveaus gefragt. Um mit Carry Trades erfolgreich zu sein, müssen einige Regeln beachtet werden. Zum einen gibt es ein Zinsrisiko: Die Leitzinsen können durch die Notenbanken jederzeit erhöht oder gesenkt werden. Wenn beispielsweise die australische Zentralbank ihre Geldpolitik lockert, würde der künftige Zinsertrag schrumpfen. Zum anderen lauert eine weitere Gefahr am Devisenmarkt selbst. Denn wenn sich die Wechselkurse nicht in die gewünschte Richtung bewegen, kann es aufgrund der Hebelwirkung des Carry Trades schnell zu großen Verlusten kommen. Zu guter Letzt muss auch die Kontowährung beachtet werden. Denn wenn beispielsweise US-Dollar verkauft und Australische Dollar gekauft werden, ist die Zinsdifferenz zwar positiv. Die Kursgewinne werden jedoch in die Kontowährung – in der Regel Euro – konvertiert. Daher muss also nicht nur die Wertentwicklung des US-Dollar zum Australischen Dollar, sondern auch jene des Dollar zum Euro beachtet werden. Abhilfe schaffen zwar Fremdwährungskonten. Jedoch ist man auch hier am Schluss bei der „Rückkonvertierung“ in Euro auf einen vorteilhaften Wechselkurs angewiesen.


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Point & Figure:

Der Blick aufs Wesentliche – Teil 7 In Teil 6 haben wir mit der Bestimmung von Preiszielen in Point & Figure-Charts begonnen. Damit soll es nun weitergehen. Im letzten Teil ging es um die Vorgehensweise, Preisziele mittels Vertical Counts aus den nach festgelegten Regeln infrage kommenden Säulen zu ermitteln. Die reine Ermittlung sagt aber nichts darüber aus, ob die Ziele tatsächlich praktische Anwendung finden. Dies ist nur dann der Fall, wenn bei einer X-Säule als Basis diese überschritten und bei einer O-Säule als Basis, diese unterschritten wird. Erst wenn dies gegeben ist, werden die Preisziele quasi aktiviert und können erst dann in die weiteren Überlegungen mit einbezogen werden. Abbildung 1 ist ein Beispiel dafür, wann es zu einer Aktivierung kommt. Ausgangslage ist die in Teil 6 in Abbildung 2 (links) skizzierte Situation, in der sich aus der X-Säule (Säule 4) das Preisziel von 62,00 ableiten lässt. Es ist aber erst aktiv durch die Säule 8 (Abbildung 1). Erst hier wird die BasisSäule mit dem X-Kästchen 53,00 (blau markiert) überschritten. In Abbildung 2 wird das Beispiel erweitert. Hier stellt die lange X-Säule (Säule 12) eine zweite Basis-Säule für ein Preisziel dar. Das davon ableitbare Preisziel ist jedoch erst aktiv durch die Säule

16. Wie die beiden Beispiele zeigen, müssen Aktivierungen nicht zwangsläufig mit der nächsten Säule erfolgen, sondern es können auch mehrere Säulen dazwischen liegen. Wichtig ist nur, dass die Aktivierung im selben Muster erfolgt. Daraus ergibt sich auch, dass nicht alle potenziellen Preisziele aktiviert werden. Zudem können Preisziele wieder zunichte gemacht werden, sodass sie aus der Analyse verschwinden. Im Falle eines aufwärts gerichteten Preisziels geschieht dies, wenn der Preis unter das tiefste Kästchen der gleich links neben der als Basis dienenden X-Säule befindlichen O-Säule fällt. In den Beispielen in der Abbildung 2 sind diese Niveaus durch blaue Linien gekennzeichnet. Bei einem abwärts gerichteten Preisziel ist es umgekehrt. Hier werden die Preisziele negiert, wenn der Preis das höchste Kästchen der X-Säule überschreitet, die gleich links neben der als Basis dienenden O-Säule liegt. Horizontal Counts – Horizontales Abzählen Neben der Methode Vertical Counts gibt es die der Horizontal Counts. Diese Art der

Preiszielbestimmung beruht auf der Breite (Anzahl der Säulen) von Konsolidierungen an einem markanten Hoch oder Tief, die eine potenzielle Trendumkehr darstellen. Abbildung 1 (Kästchengröße = 1, Umkehr = 3) 64,00

O O O O O O O O O

63,00 62,00 61,00

Preisziel erst hier aktiviert X X O X O X O O O O X O X X X O X O X O X O X O X O X O X O O O X O

60,00 59,00 58,00 57,00 56,00 55,00 54,00 53,00 52,00 51,00 50,00 49,00 48,00 47,00 46,00

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10 11 Quelle: finanzpark

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Wissen

Entsprechend bedarf es zunächst eines solchen Tops oder eines solchen Bodens, beispielsweise dargestellt durch eine lange X- respektive O-Säule oder durch klare Abwärts- bzw. Aufwärtstrends. Auf diese entsprechende X- oder O-Säule folgen dann eine Säule in entgegengesetzter Richtung sowie eine anschließende Konsolidierung, die mit einer starken Säule in die entgegengesetzte Richtung des übergeordneten Trends aufgelöst wird. Abbildung 3 soll dies an einem Beispiel verdeutlichen. Beispiel Horizontales Abzählen In den ersten vier Säulen ist ein deutlicher Abwärtstrend auszumachen. Nach einer langen O-Säule (Säule 4) folgt dann eine Gegenbewegung in Säule 5. Anschließend bildet sich eine Konsolidierung, die mit der langen X-Säule (Säule 11) schließlich in die entgegengesetzte Richtung aufgelöst wurde. Nun wird die Anzahl der Säulen in dem Muster (blauer Rahmen) gezählt, einschließlich der langen O-Säule zu Beginn und der langen X-Säule am Ende. Im Beispiel wären dies acht. Wie bei den Vertical Counts wird dieser Wert nun wieder mit der Kästchengröße (hier = 1) und der Umkehr (hier = 3) multipliziert. Das daraus resultierende Ergebnis wird dann mit dem Wert des tiefsten Kästchens einer O-Säule innerhalb des Musters (hier = 47,00) addiert. Im Beispiel liegt das Preisziel somit bei 8 x 1 x 3 = 24 + 47 = 71. Breitere Formationen Aus solchen in der Abbildung 3 dargestellten ersten schmaleren Konsolidierungen (blauer Kasten) entwickeln sich oftmals aber auch breitere Formationen, aus denen dann weitere Preisziele abgeleitet werden können. Weil die Anzahl der enthaltenen Säulen in solchen breiteren Formationen größer ist, erhöhen sich damit auch die Preisziele. Im Beispiel umfasst die breitere 14

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Konsolidierung (grüner Kasten) insgesamt 14 Säulen, was multipliziert mit Kästchengröße und Umkehr in diesem Fall 42,00 ergibt, sodass addiert mit dem Wert des tiefsten Kästchens der O-Säule innerhalb des Musters (hier 47,00) ein Preisziel von 89,00 ermittelt werden kann. Die Vorgehensweise bei der Ermittlung von abwärts gerichteten Preiszielen erfolgt analog, nur dass hier von Trendwenden am Top ausgegangen wird. Entsprechend wird hier das Muster von einer langen X-Säule sowie nach einer Konsolidierung von einer O-Säule „eingerahmt“. Nach Bildung des Produkts aus Säulenanzahl, Kästchengröße und Umkehr wird dieses dann mit dem Wert des höchsten Kästchens einer X-Säule innerhalb des Musters addiert, um so das Preisziel zu ermitteln. Im Vergleich zu den Vertical Counts bedürfen Horizontal Counts keiner separaten Aktivierung, weil eine solche mit der Vollendung der Formation bereits gegeben ist, indem die Konsolidierungsphase von einer starken Säule in der entgegengesetzten Richtung aufgelöst wird. Gemeinsam mit den Vertical Counts haben sie indes, dass auch hier Preisziele negiert werden können. Zwischenbetrachtung Preisziele Die mittels der beiden Methoden abgeleiteten Preisziele haben keinen Zeithorizont, das heißt es kann nicht abgeschätzt werden, wann sie erreicht werden. Dies ergibt sich aus der Bildung der Point & Figure-Charts, die keine Zeitachse haben. Entsprechend haben die Preisziele solange Bestand, bis sie negiert oder erfüllt werden. Zudem gilt, dass die am nächsten liegenden Preisziele logischerweise als erstes erreicht werden. An dieser Stelle sei noch einmal darauf verwiesen, dass die ermittelten Preisziele nicht zwangsläufig erreicht werden müssen, sondern lediglich grobe Anhaltspunkte darstellen. Dieser Umstand muss immer bedacht werden, wenn solche Ziele

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Gastbeitrag

Abbildung 2 (Kästchengröße = 1, Umkehr = 3) 64,00

O O O O O O O O O

X X O X O X O O O O O O O O O O

X X X X X O X O X X O X O X X O O X

X X X X X X X X X X X O X O X O X O X O X O O

X X O X X O X O X O X O X O O X O

63,00 62,00 61,00 60,00 59,00 58,00 57,00 56,00 55,00 54,00 53,00 52,00 51,00 50,00 49,00 48,00 47,00 46,00

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Quelle: finanzpark

Abbildung 3 (Kästchengröße = 1, Umkehr = 3) X X O X O O O O O O

X X O X O X O O O O O O O O O O

X X X O X O X O X O X O O X O O O

X X X X X X X X O X X O X O

X X X X X X X X O X X O X O X O X O X O O X O

X O X O X O X O

64,00 63,00 62,00 61,00 60,00 59,00 58,00 57,00 56,00 55,00 54,00 53,00 52,00 51,00 50,00 49,00 48,00 47,00 46,00

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Quelle: finanzpark

berücksichtigt werden. Um zu validieren, welche Preisziele am wahrscheinlichsten erreicht werden könnten, ist es hilfreich, Regionen zu identifizieren, in denen mehrere Preisziele, vielleicht auch aus unterschiedlichen Methoden, aufeinander treffen. Allerdings ist auch dies keine Garantie dafür, dass die Zielregion erreicht wird, es erhöht lediglich die Wahrscheinlichkeit. Weiter mit den Preiszielen geht es in Teil 8.


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[Lexikon] Directional Movement-Index (DMI) Der Directional Movement-Index (DMI) wird in vielen verschiedenen Handelsansätzen und Analysemethoden eingesetzt. Weil er nicht nur die Trendrichtung bestimmt, sondern auch gleichzeitig Aussagen über die Trendstärke ermöglicht, ist er vielseitig einsetzbar. Der DMI kann dabei als markttechnischer Indikator mit anderen Indikatoren kombiniert werden, um Handelsysteme zu erstellen, kann aber auch selbst als eigenständiges komplettes Handelssystem interpretiert werden. Letzteres liefert in Zeiten mit hoher Volatilität allerdings vermehrt Fehlsignale, weshalb diese Anwendung vorsichtig zu handhaben ist. „Konzept der gerichteten Bewegung“ Inhaltlich basiert der DMI auf dem „Konzept der gerichteten Bewegung“. Dieses fußt auf der Annahme, dass in einem Aufwärtstrend das heutige Hoch über dem gestrigen Hoch und in einem Abwärtstrend das heutige Tief unter dem gestrigen Tief liegt. Insgesamt besteht das System des DMI aus drei einzelnen Indikatoren. Das sind zunächst der Index für die Aufwärtsbewegung (+DI) und der Index für die Abwärtsbewegung (-DI). Diese zwei Indizes stellen wiederum die Basis für den DMI dar. Weil der DMI sehr unruhig verläuft, wird er in der Regel geglättet, woraus der ADX (Average Directional AT&T + DMI

Stand: 03.07.2012

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Quelle: tradesignalonline.com

Movement-Index) hervorgeht. Die Standardeinstellung für den DMI sind 14 Tage oder zwei Wochen. Interpretation Hauptsächlich werden die beiden DI-Linien beachtet. Sie dienen zur Bestimmung des vorherrschenden Trends beim Basiswert. Dabei gilt: Liegt die +DI-Linie über der -DI-Linie wird ein Aufwärtstrend unterstellt. Umgekehrt wird ein Abwärtstrend angenommen, wenn die -DI- Linie über der +DI-Linie liegt. Keine Rolle spielen dabei die absoluten Werte der jeweiligen Linien. Eine weitere wichtige Aussage kann durch den Abstand zwischen beiden Linien getroffen werden. Umso weiter die beiden Linien auseinander liegen, desto stärker ist die Trendintensität und umso höher ist auch der Wert des DMI respektive ADX. Daraus ergeben sich verschiedene Anwendungen. Anwendungen Der ADX misst die Trendintensität. Er zeigt an, wenn sich ein Trend entwickelt, der mit trendfolgegerichteten Handelsansätzen ausgenutzt werden kann. Dabei macht der ADX lediglich die Stärke eines Trends und nicht die Trendrichtung deutlich. Ein steigender ADX weist somit auf eine sich verstärkende Trendintensität hin, was sowohl für Aufwärts- als auch für Abwärtstrends gilt. Ein sinkender ADX zeigt wiederum eine nachlassende Trendintensität an. Die Kreuzungspunkte der beiden DI-Linien können wiederum konkrete Handelssignale generieren. Ein kreuzen der +DI-Linie nach oben über die -DILinie kann dabei als Long-Signal interpretiert werden. Ein kreuzen der -DI-Linie von oben unter die +DI-Linie stellt wiederum ein potenzielles Short-Signal dar. Um die sich so ergebenden Signale zu validieren, kann der ADX zu Hilfe genommen werden. Dabei gilt: Die Long- respektive Short-Signale sind nur dann gültig, wenn der ADX steigt. Bei einem fallenden ADX werden die Signale indes ignoriert. Das Beispiel in der Abbildung zeigt im April ein Kreuzen der +DILinie über die -DI-Linie bei gleichzeitig ansteigendem ADX, wenn auch nur leicht, was als Long-Signal interpretiert werden konnte.


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ChartCheck

Gastbeitrag

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Kakao:

Aufwärts im zweiten Halbjahr? Beim Kakaopreis ist gerade der Versuch in Gange, die mittelfristige Abwärtstrendlinie zu knacken. Sollte nach einem Gelingen auch der langfristige Abwärtstrend überwunden werden, könnte dies für ein heißes zweites Halbjahr mit steigenden Preisen sprechen. Das charttechnische Bild bei Kakao ist spannend. Erst einmal zeigt sich ein übergeordneter Abwärtstrend seit dem Zwischenhoch im März 2011. Innerhalb dieser Bewegung wurde im Dezember 2011 ein Tief markiert, das beim aktuell aktivsten Future (September 2012) Kakao – September-Future (ICE)

Stand: 11.07.2012; Quelle: tradesignalonline.com

Derivate auf Kakao (Basiswerte: JPMCCI – Cacao und September-Future (ICE)) Typ

WKN

Basispreis/Knock-out

Laufzeit

Index-Zertifikat

VT1FCM

-

open end

-

Hebel-Zert. (long) CK6AL2

1.694,56/1.747,08 USD

open end

4,16

Hebel-Zert. (short) CK5L5L

2.757,44/2.671,59 USD

open end

3,69

16

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Hebel

bei 2.038 US-Dollar lag. Davon ausgehend startete zunächst eine Gegenbewegung, bevor der Preis wieder kontinuierlich fiel. Nachdem Anfang Juni die Unterstützung 2.038 US-Dollar getestet und erfolgreich verteidigt wurde, folgte ein Anstieg bis zur mittelfristigen Abwärtstrendlinie, und es startete der Versuch, diese zu knacken. Ein nachhaltiger Bruch könnte gegeben sein, wenn die Hürde bei 2.372 US-Dollar überwunden wird, was mit einem Sprung über die langfristige Abwärtstrendlinie einhergehen könnte. Sollte dieses Szenario eintreten, könnte dies für eine mittelfristig größere Aufwärtsbewegung sprechen, die auch den Widerstand bei 2.533 US-Dollar vergleichsweise einfach pulverisieren könnte. Damit es zu einer solchen Entwicklung kommt, müsste es aber auch fundamentale Argumente geben. Hierbei im Blick dürfte insbesondere die Situation in Westafrika, mit den beiden weltweit größten Produzenten Elfenbeinküste und Ghana, sein. Diesbezüglich gab es zuletzt Sorgen, dass die dortigen Ernten wegen ungünstiger Wetterund damit Wachstumsbedingungen nicht so gut ausfallen könnten wie erwartet. Sollten sich die Anzeichen verdichten, könnte sich die Annahme eines größeren Defizits bewahrheiten. Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass eine größere Differenz zwischen Produktion und Verbrauch durch die Erwartung einer weiter sinkenden Nachfrage wegen der konjunkturellen Abkühlung in Europa sowie eines starken US-Dollars kompensiert wird. Jüngsten Daten zufolge ist der Verbrauch in der europäischen Schokoladen-Großindustrie im zweiten Quartal zum Vorquartal um 17,2% und zum Vorjahreszeitraum um 17,8% auf 292.551 Tonnen und damit das niedrigste Niveau seit dem zweiten Quartal 2009 gesunken.


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Kaffee – September-Future (ICE)

Aktuell

Titelgeschichte

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Wissen

Stand: 13.07.2012

Technische Gegenbewegung im Abwärtstrend oder Trendwende? Diese Frage könnte sich derzeit bei Kaffee stellen. Im Rahmen der Abwärtswelle seit dem Hoch im Mai 2011 ist seit dem Zwischentief vom Juli dieses Jahres ein dynamischer Anstieg zu erkennen. In der vergangenen Woche kletterte der Preis dabei über die Abwärtstrendlinie aus der Verbindung der Zwischenhochs von September 2011 und Januar 2012. Ein nachhaltiger Sprung darüber könnte als spekulatives Long-Signal interpretiert werden und weiteren Aufwärtsspielraum bis zunächst in die Region von etwa 207 bis 225 US-Cent eröffnen. Wird letztere Marke übersprungen, kann dann wohl von einer Trendwende gesprochen werden. Derivate auf Kaffee “C“ (Basiswert: September-Future (ICE)) Typ Hebel-Zert. (long) Hebel-Zert. (short)

WKN CM1FMA GS9NVW

Basispreis/Knock-out 140,76/144,40 US-Cent 228,75/217,00 US-Cent

Laufzeit open end open end

Hebel 4,04 4,19

Weizen – September-Future (CME)

Stand: 16.07.2012

Im Zuge des insgesamt festen Getreidekomplexes wurde auch der Preis für Weizen in den vergangenen Wochen nach oben katapultiert. Ende Juni wurden dabei die Abwärtstrendlinie (Verbindung der Zwischenhochs von Mai 2011 und Mai 2012) sowie die horizontalen Widerstände bei 717,00 und 729,25 US Cent geknackt. In der vergangenen Woche kratzte der Preis dann bereits an der nächsten Hürde von 853,50 US-Cent, konnte sich zunächst aber nicht darüber halten. Zu Beginn der neuen Börsenwoche erklomm der Preis sie aber erneut. Sollte dieser Ausbruch nachhaltig sein, wäre dann der nächste Widerstand bei 954,25 US-Cent (Zwischenhoch Mai 2011) auszumachen. Derivate auf Weizen (Basiswert: September-Future (CME)) Typ Hebel-Zert. (long) Hebel-Zert. (short)

WKN DZ9WKR DZ47NQ

Basispreis/Knock-out 645,65/675,00 US-Cent 1053,04/1024,21 US-Cent

Laufzeit open end open end

Hebel 4,03 4,56

Zucker – Oktober-Future (ICE)

Stand: 13.07.2012

Seit dem Zwischentief Anfang Juni bildete sich bei Zucker ein dynamischer Anstieg heraus. In der Vorvorwoche kratzte der Preis dabei an der Hürde von 22,22 US-Cent (Zwischentief Dezember 2011) und hielt sich minimal darüber. In der vergangenen Woche wurde der Widerstand dann deutlicher überwunden, was für ein nachhaltiges Überschreiten sprechen könnte. Damit rücken nun wohl die Abwärtstrendlinien ausgehend vom Zwischenhoch im Juli 2011 ins Visier, die aktuell bei etwa 23,30 und 23,85 US-Cent verlaufen. Hier kann ein Abprall nach unten nicht ausgeschlossen werden. Sollten sie jedoch geknackt werden, wäre der nächste Widerstand bei 24,69 US-Cent gegeben. Derivate auf Zucker (aktueller Basiswert: Oktober-Future (ICE)) Typ Hebel-Zert. (long) Hebel-Zert. (short)

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WKN CK1PLP CK3PFE

trading kompakt · 07/1  2

Basispreis/Knock-out 16,93/17,40 US-Cent 27,87/27,20 US-Cent

Laufzeit open end open end

Hebel 3,90 4,30


Trading-Termine

News/Indizes

Impressum

Volkswirtschaftliche Termine Datum

Uhrzeit (MEZ)

Land

V.i.S.d.P. : Christian Ernst Frenko

25.07.2012

10:00

Deutschland

Herausgeber: Weimer Media Group GmbH, Maximilianstraße 13, 80539 München Geschäftsführer: Dr. Wolfram Weimer

Aktuell

Titelgeschichte

ChartCheck

Gastbeitrag

Wissen

Termin ifo-Geschäftsklima Juli

26.07.2012

14:30

USA

Auftragseingänge langlebige Güter Juni

27.07.2012

14:30

USA

BIP Q2/2012 (erste Schätzung) Fed Konjunkturbericht (Beige Book)

Amtsgericht: München, HRB 198201

28.07.2012

20:00

USA

Mitarbeiter dieser Ausgabe: Christian Ernst Frenko, Miriam Feuerstein, Thomas Uhlig, Margot Habjan, Andreas Fiek, Michaela Ellen Lenz, Stefan Gätzner, Christian Bayer, Martin Münzenmayer, Wolfgang Tenor, Nina Bradinova, Heiko Müller

31.07.2012

08:00

Deutschland

01.08.2012

16:00

USA

ISM-Index (verarbeitendes Gewerbe) Juli

01.08.2012

18:30

USA

Fed, Zinsbeschluss der Ratssitzung 31.07./01.08.

02.08.2012

14:00

EWU

EZB, Ergebnis der Ratssitzung

Vertriebsleitung: Andreas Fiek, Tel.: 0911 / 274 00 0 andreas.fiek@finanzpark.de

02.08.2012

16:00

USA

Auftragseingänge Industrie Juni

03.08.2012

14:30

USA

Arbeitsmarktbericht Juli

03.08.2012

16:00

USA

ISM-Index (Dienstleistungsgewerbe) Juli

Bildnachweis: fotolia

14.08.2012

08:00

Deutschland

Layout: addna, Nürnberg

14.08.2012

14:30

USA

Einzelhandelsumsätze Juli

15.08.2012

15:15

USA

Industrieproduktion & Kapazitätsauslastung Juli

Erscheinungsweise: monatlich, jeden dritten Dienstag Anmeldung: Um trading kompakt kostenfrei zu beziehen, können Sie sich unter www.trading-kompakt.de anmelden. Abmeldung: Zur Abmeldung vom Bezug von „trading-kompakt“ senden Sie einfach eine Email an abmelden@trading-kompakt.de

Einzelhandelsumsatz Juni

BIP Q2/2012 (1. Veröffentlichung)

Rohstofftermine Datum

Uhrzeit (MEZ)

Land

Termin

18.07.2012

19:00

USA

EIA Öl- und Benzinlagerbestände (Woche) CFTC – Daten zur Positionierung der Anleger

Leserservice: leserservice.trading-kompakt@finanzpark.de

20.07.2012

21:30

USA

25.07.2012

19:00

USA

EIA Öl- und Benzinlagerbestände (Woche)

Archiv: www.trading-kompakt.de/archiv

27.07.2012

21:30

USA

CFTC – Daten zur Positionierung der Anleger

Die Charts wurden mit freundlicher Unterstützung von TradeSignal erstellt.

31.07.2012

21:00

USA

Agrarpreise Juli

01.08.2012

19:00

USA

EIA Öl- und Benzinlagerbestände (Woche)

Auflage: 25.000

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trading kompakt · 05/1  2

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EIA Öl- und Benzinlagerbestände (Woche)

09.08.2012

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OPEC, Oil Market Report

10.08.2012

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IEA Ölmarktbericht

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Unternehmenstermine Datum

Uhrzeit (MEZ)

Unternehmen

18.07.2012

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IBM

Termin Halbjahresbericht

23.07.2012

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Philips Electronics

Halbjahresbericht

25.07.2012

-

Daimler AG

Halbjahresbericht

25.07.2012

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SAP AG

Halbjahresbericht

25.07.2012

-

Caterpillar Inc

Halbjahresbericht

26.07.2012

-

BASF SE

26.07.2012

-

Siemens AG

Halbjahresbericht 9-Monatsbericht 2011/12

26.07.2012

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Volkswagen AG

Halbjahresbericht

31.07.2012

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Metro AG

Halbjahresbericht

31.07.2012

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Infineon Technologies AG

31.07.2012

-

Deutsche Bank AG

14.08.2012

-

Aurubis AG

9-Monatsbericht 2011/12 Halbjahresbericht 9-Monatsbericht 2011/12

16.08.2012

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Wal-Mart Stores, Inc.

Halbjahresbericht 2012/13

21.08.2012

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Dell Inc

Halbjahresbericht 2012/13

Ausgabe 07/12 (Titelgeschichte: Volatilität Emotionen handeln)  

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