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№ 43 · Sonntag, 28. Oktober 2012

SPEZIAL > Seite 9

ETF –

echte Top-Fonds Editorial

LIEBE LESER IN NEN U ND LESER, „Draghi besänftigt Kritiker“ lautete das mediale Echo auf die Rede des EZB-Chefs im Bundestag. Super-Mario hatte einmal mehr den umstrittenen Kurs der EZB in der Euro-Krise verteidigt. Seinen Ausführungen zufolge gibt es keine übermäßigen Risiken für die Steuerzahler. Auch die Unabhängigkeit der Notenbank sei nicht gefährdet. Ob der Mann selbst daran glaubt? Man ist versucht, daran zu zweifeln. Gleiches gilt für das Thema Inflation. Draghi wies erneut die Befürchtungen zurück, dass die geplanten Ankäufe von Staatsanleihen zu einer hohen Inflation führen. Vielmehr beteuerte er, dass das Programm wichtig sei, um stabile Preise garantieren zu können. „Grandios!“, findet

der Volkswirt ironisch und fragt sich, wie die EZB mit der Ausweitung der Geldmenge die Preise stabil halten will. Da passt doch was nicht. Ein Teil der politischen Kaste ließ sich dennoch überzeugen, wie einige Reaktionen implizieren. Dabei scheint es doch offensichtlich, dass eine stärkere Inflation gewollt ist, um Schuldenkrise und die Probleme in der Wirtschaft zu lösen. Nur klappen wird dies nicht und der die Zeche dafür zahlende kleine Sparer ist der Dumme. Herzlichst, Ihre Redaktion von BÖRSE am Sonntag


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Schliekers Woche

Teuer ist unbillig Sonntag, 28. Oktober 2012

AKTIEN & MÄRKTE Schliekers Woche. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 Tops und Flops-, Zitat- und Zahl der Woche. . . . . . . . . . . . 3 Markt im Fokus: Spanien – Spirale dreht sich weiter abwärts . . . . . . . . . 4 Märkte im Überblick: S&P 500, DAX, EURO STOXX 50 . . . . . . .5 Aktie der Woche: Amgen. . . . . . . . . . . . . 6 SPEZIAL ETFs. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 UNTERNEHMEN Unternehmen der Woche: Dürr. . . . . . . . 12 News: Philips, Aixtron . . . . . . . . . . . . . . . 14 FONDS Fonds der Woche: Fisch CB-ICEF. . . . . . 15 Fonds-News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 ZERTIFIKATE Zertifikate-Idee: DAX-Reverse-Bonus-Zertifikat . . . . . . . 18 Zertifikate-News. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 Rohstoffe Rohstoff der Woche: Mageres Schwein . . . . 20 Rohstoffanalysen: Baumwolle, Blei, WTI-Öl, Sojabohnen. . . . . . . . . . . . . . . . 21 Lebensart Event der Woche: Zweite Aachener Krimitage. . . . . . . . . . . . . 22 Kulturkalender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 Coffeetable-Favourites: Style Feed – Blog Around The Clock. . . . 23 Impressum/Disclaimer . . . . . . . . . . . . . . 24

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Die Inf lation, die und wieder aufstöhnen. Der Glaubenssatz man fürchtet, ist fast „Sozis können nicht mit Geld umgehen“ beso schlimm wie jene, einflusste das Wahlverhalten der Bürger bis die man schon hat. in die 70er-Jahre hinein. Und die Einführung Es ist nämlich ein ei- des Euro ließ sogleich das Wort vom Teuro genartig Ding um das aufkommen – bis heute nicht eine Sekunde menschliche Emp- lang zu Recht. Die Brunnenvergifter also gibt finden: Es will so gar es nicht, aber dennoch hat die Furcht auch Reinhard Schlieker nicht rational ange- ihr Gutes: Das Bestehen auf dem Geldwert ist, ZDF Wirtschafts­ passt daherkommen. vermutlich unabsichtlich, ein durchgreifendes korrespondent Bei manchen Sachen Rezept für soziale Balance. Wenn hierzulande im Leben widerspre- das Statistische Bundesamt, so wie morgen chen Erfahrung, Erwartung und Gefühl der wieder, seine Daten auf den Tisch legt, wird Realität in einem erstaunlichen Maße, be- jeweils klar, wie sehr Preissteigerungen und stimmen es aber sogar: Wenn einem früher -stabilität gerade da zu Buche schlagen, wo mal schlecht wurde, war der Brunnen wohl der sogenannte kleine Mann betroffen ist: vergiftet worden, was auch sonst? Wer Viren Energie, Lebensmittel, Kleidung. Dass die in nicht kannte und Übertragungswege, der Deutschland vergleichsweise günstigen Lekam ganz schnell auf fahrendes Volk, Juden, bensmittelpreise auch den unterdurchschnittHexen oder sonstige Hassprojektionen. Mit lich Verdienenden noch Spielräume eröffnen, der Verfolgung jener Gruppen wurde zwar wer wollte das beklagen? Verwunderlich eher, das Leiden nicht besser, aber das Gefühl dass Sensibilität dafür in anderen europäider Gerechtigkeit stellte sich ein. schen Ländern nicht vorhanden ist. Dort geht Um Leib und Leben geht es heute in Mittel- die Stimmung dann in eine andere Richtung: europa eher selten, und wenn, dann zumin- Wenn alles teuerer wird, ist das unbillig, heißt dest nicht in einer Anwandlung von Selbst- es, und per Streik wird der Verlust wieder justiz. Aber fatale Entscheidungen treffen hereingeholt, und wenn es kracht. Fatal für stimmungsgetriebene Menschen weiterhin Randgruppen, die keine Lohnsteigerungen mit Leidenschaft. Auf dem weiten Feld des aushandeln können. So gesehen geht es hierUmgangs mit Geld hat sich schon mancher zulande gemäßigter zu. Die Furcht vor der völlig ruiniert, trotz ausreichender Versorgung Geldentwertung allerdings macht Deutsche mit reinem Brunnenwasser, der seine Bauch- tendenziell zur leichten Beute für KrisengeKopf-Trennung nicht umfassend im Griff winnler: Man flüchtet in vermeintlich sichere hatte. So gehen dann ganze Reiche verloren. Häfen und verliert zuerst den Überblick, und Im heutigen Deutschland fürchtet man nichts dann sein Geld. Angst ist ein schlechter Ratso sehr wie ein Gespenst von vorgestern: die geber, dessen Kosten aber inflationär steigen, Inflation. Geldentwertung bringt die hiesigen wenn es Zeit dafür ist. Gefühle in Wallung. Auch wenn niemand abgesehen von rüstigen Über-Hundertjährigen noch Erinnerung an Schubkarren voller Was denken Sie über Scheine mit dem Gegenwert zweier Brötchen hat – das kollektive Gedächtnis ist wach. Es dieses Thema? lenkt, ob man will oder nicht, die Geschicke Schreiben Sie direkt an den Autor, bis heute, und inzwischen sogar die halb Eu- Herrn Reinhard Schlieker unter ropas. Schon die Preisstabilitätsorientierung schlieker@boerse-am-sonntag.de der Bundesbank ließ Europa ehedem hin


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Tops und Flops der Woche

tops Volkswagen: Umsatz- und Gewinnsprung Volkswagen (WKN: 766403) steigerte den Überschuss im dritten Quartal dank der Neubewertung von Optionen im Zusammenhang mit der Porsche-Übernahme von 7,15 auf 11,33 Mrd. Euro. Der Vorsteuergewinn legte von 8,40 auf 12,90 Mrd. Euro zu. Dagegen sank der im operativen Geschäft erzielte Gewinn von 2,89 auf 2,34 Mrd. Euro. Der Umsatz zog von 38,51 auf 48,85 Mrd. Euro an, der Absatz von 2,07 auf 2,33 Mio. Fahrzeuge. 2012 soll der Umsatz das Vorjahresniveau übertreffen, der operative Gewinn dieses erreichen. Xing: Übernahmeangebot von Burda Burda Digital, Tochter des Medienkonzerns Burda, hat weitere 519.236 Aktien des im TecDAX notierten Karriere-Netzwerkes Xing (WKN: XNG888) erworben. Damit erhöht sich die Beteiligung von 29,43% auf 38,89%. Insgesamt hält Burda 2,13 Mio. Aktien. Die Bayern waren im November 2009 bei Xing eingestiegen. Im Rahmen eines Pflichtangebotes werden den übrigen Aktionären 44 Euro je Aktie offeriert. Xing hatte vor Bekanntgabe des Übernahmeangebotes mit 37,32 Euro geschlossen. facebook: Erwartungen übertroffen facebook (WKN: A1JWVX) verlor im dritten Quartal 59 Mio. US-Dollar beziehungsweise 0,02 US-Dollar je Aktie. In der entsprechenden Vorjahresperiode hatte das soziale Netzwerk 227 Mio. US-Dollar beziehungsweise 0,10 US-Dollar je Aktie verdient. Vor Sonderposten stagnierte der Gewinn bei 0,12 US-Dollar je Aktie. Der Umsatz zog von 954 Mio. auf 1,26 Mrd. US-Dollar an. Analysten hatten 1,23 Mrd. US-Dollar Umsatz und vor Sonderposten 0,11 US-Dollar Gewinn je Aktie erwartet.

Flops Daimler: Weniger verdient Im dritten Quartal sank der Gewinn von Daimler (WKN: 710000) von 1,36 auf 1,20 Mrd. Euro. Der Vorsteuergewinn schrumpfte von 1,98 auf 1,64 Mrd. Euro, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 1,97 auf 1,92 Mrd. Euro. Von 26,41 auf 28,57 Mrd. Euro stieg der Umsatz. Gleichzeitig erhöhten sich die Herstellungskosten von 20,26 auf 22,25 Mrd. Euro, die Vertriebskosten von 2,30 auf 2,60 Mrd. Euro. Angesichts der weltweiten Konjunktureintrübung werde das EBIT im Gesamtjahr statt 8,76 nur noch 8 Mrd. Euro erreichen, warnte Daimler. DuPont: Quartalsüberschuss implodiert In den vergangenen drei Monaten implodierte der Gewinn des US-Chemiekonzerns DuPont (WKN: 852046) von 460 auf 13 Mio. US-Dollar. Der Gewinn je Aktie brach von 0,48 auf 0,01 US-Dollar ein. Vor Sonderposten sank der Gewinn je Aktie wie erwartet von 0,69 auf 0,44 US-Dollar. Der Umsatz schrumpfte von 8,30 auf 7,34 Mrd. US-Dollar. Prognose: 8,1 Mrd. US-Dollar. Für 2012 stellt DuPont einen Gewinnrückgang von 3,55 auf 3,25 bis 3,30 US-Dollar je Aktie vor Sonderposten in Aussicht. Zuvor sollten 4,20 bis 4,40 US-Dollar je Aktie verdient werden. Caterpillar: Prognose für 2012 gesenkt Der US-Baumaschinenhersteller Caterpillar (WKN: 850598) steigerte den Gewinn im dritten Quartal von 1,15 auf 1,70 Mrd. US-Dollar. Je Aktie legte der Gewinn von 1,71 auf 2,54 US-Dollar zu. Von 15,72 auf 16,44 Mrd. US-Dollar kletterte der Umsatz. Experten hatten mit 16,6 Mrd. US-Dollar Umsatz sowie 2,21 US-Dollar Gewinn je Aktie gerechnet. 2012 sollen angesichts der weltweiten Konjunkturabkühlung 66 Mrd. US-Dollar umgesetzt sowie 9,00 bis 9,25 US-Dollar je Aktie verdient werden. Zuvor waren 68 bis 70 Mrd. US-Dollar Umsatz und 9,60 US-Dollar Gewinn je Aktie in Aussicht gestellt worden. 03

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Zitat der Woche

„So sehen Bauern­opfer aus.“ Nachdem CSU-Parteisprecher Hans Michael Strepp seinen Posten wegen der Medienaffäre geräumt hat und behauptet, eigenmächtig gehandelt zu haben, vermuten dennoch viele wie Grünen-Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke, dass jemand ihm den konkreten Auftrag zur Intervention gab. Zahl der Woche

18,9% Der Beitragssatz zur Rentenversicherung sinkt zu Beginn des kommenden Jahres von 19,6% auf 18,9% auf den niedrigsten Stand seit 18 Jahren. Der Bundestagsbeschluss entlastet Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer zusammen um bis zu 6,3 Mrd. Euro im Jahr.

TERMINE DER WOCHE 31.10. 08:00 DE Einzelhandelsumsatz September 31.10. 14:15 USA ADP-Arbeitsmarktbericht Oktober 31.10. 15:45 USA Chicago Einkaufsmanagerindex Oktober 01.11. 02:00 China Einkaufsmanagerindex verarb. Gew (CFLP) Oktober 01.11. 14:30 USA Arbeitsmarktbericht Oktober 01.11. 16:00 USA ISM-Index (verarbeitendes Gewerbe) Oktober 01.11. 16:00 USA Auftragseingänge Industrie September


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Markt im Fokus

Spanien:

Spirale dreht sich weiter abwärts

Nach der kleinen Erholungsrally von Juli bis September scheint die Luft bei den spanischen Aktien erst einmal raus zu sein. Nachdem die berauschende Droge Hoffnung mit dem Beschluss der EZB, Staatsanleihen zu kaufen, ihre treibende Wirkung verloren hat, sind womöglich die harten Wirtschaftsfakten wieder stärker in den Fokus geraten. Und hier sieht es düster aus. Spaniens krisengeschüttelte Wirtschaft stürzt weiter ab. Nach jüngsten Angaben der spanischen Zentralbank ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal Dow Jones Spain Index

Indizes Index Dow Jones S&P 500 NASDAQ DAX MDAX TecDAX SDAX EUROSTX 50 Nikkei 225 Hang Seng

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um 0,4% zum Vormonat gesunken. Zum Vorjahreszeitraum ging es um 1,7% abwärts. Die Rezession geht damit weiter. Der Niedergang spiegelt sich auch in der Stand: 26.10.2012 (11:30 Uhr)

Stand: Freitag nach Börsenschluss

26.10.2012 % Vorwoche 52weekHigh % 52week 13107,21 -1,77% 13661,87 +10,43% 1411,94 -1,48% 1474,51 +13,68% 2987,95 -0,59% 3196,93 +12,72% 7231,85 -2,02% 7478,53 +20,21% 11413,57 -0,54% 11579,96 +26,32% 801,15 -1,23% 830,91 +13,69% 5016,48 -1,56% 5257,70 +10,64% 2496,10 -1,82% 2611,42 +6,90% 8933,06 -0,77% 10255,15 +2,11% 21545,57 -0,03% 21847,70 +13,00%

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Arbeitslosenquote wider. Im dritten Quartal erreichte sie einen neuen Rekordwert von 25,02%, wie am Freitag mitgeteilt wurde. Überraschend ist dieser traurige Wert nicht angesichts der Entwicklung in den vergangenen Monaten. Und die Beschäftigungslage könnte sich eingedenk der strikten Sparvorgaben der Regierung noch weiter verschlechtern. Im öffentlichen Bereich, vor allem im Gesundheits- und im Bildungssektor, dürften weitere Stellen gekürzt werden. Inzwischen wurde das fünfte Sparprogramm auf den Weg gebracht. Am Mittwoch hatte nun der Sparhaushalt der Regierung für das Jahr 2013 bereits die erste Hürde im Parlament genommen. Die Löcher im Haushalt wollen einfach nicht kleiner werden. Wie die spanische Tageszeitung „El Confidencial“ berichtete, hat die Regierung in Madrid die EU informiert, dass das Defizit 2012 bei 7,3% des BIP liegen werde und damit das mit den europäischen Partnern vereinbarte Maximalziel von 6,3% deutlich verfehlen würde. Darüber hinaus lag das Defizit 2011 mit 9,4% höher als bisher mit 8,5% angenommen. Alle Vorhaben und Versprechen, den Haushalt wieder in Ordnung zu bringen, sind somit Makulatur. Daran dürfte sich auch künftig nichts ändern, wenn der eingeschlagene Spardiktatkurs zulasten der breiten Bevölkerung fortgesetzt wird. Vielmehr wird sich die Spirale weiter abwärts drehen.


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Märkte im Überblick

usa

Deutschland

Charttechnik mahnt zur Vorsicht

Europa

„Keine Inflationsgefahren“

Verluste

Die vergangene Handelswoche beendeten die US-Indizes mit Verlusten. Einmal mehr belasteten enttäuschend aufgenommene Bilanzen. Konnten sich die Kurse dabei am Montag noch von ihren im Handelsverlauf markierten Tiefs erholen, folgten am Dienstag größere Verluste. Aus dem Dow Jones sorgten unter anderem die Bilanzen und Ausblicke von DuPont und 3M am Berichtstag für Ernüchterung. An den folgenden Tagen fielen die Ausschläge dann geringer aus. Am Mittwoch gab es leichte Verluste. Einen stützenden Effekt hatten dabei positive US-Immobiliendaten (FHFA-Hauspreisindex, Verkäufe neuer Häuser) sowie verbesserte Konjunkturindikatoren aus China. Die Ergebnisse der Ratssitzung der US-Notenbank waren indes nicht überraschend und generierten kaum Impulse. Die Fed machte wie erwartet keine Abstriche an ihrer extrem expansiven Geldpolitik und bekräftigte zudem die Aussage der vorangegangenen Zinsentscheidung, dass die faktische Nullzinspolitik bis Mitte 2015 fortgesetzt werde. Am Donnerstag folgten dann leichte Zuwächse, was mit positiv aufgenommenen Konjunkturdaten (Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter September) begründet wurde. Vor dem Wochenende gingen die Indizes ungeachtet des stärker als erwarteten BIP-Wachstums für Q3 dann uneinheitlich aus dem Handel. Insgesamt mahnt das charttechnische Bild bei den US-Indizes aber weiter zur Vorsicht

Die deutschen Aktienindizes waren jüngst wieder im Abwärtsmodus und gaben nach. Sie knüpften damit an das seit dem Zwischenhoch von September auszumachende Hin und Her an. Das charttechnische Bild bleibt damit spannend und es ist auch ein gewisses Maß an Vorsicht angebracht, weil größere Korrekturen nicht ausgeschlossen werden können. Der DAX hat jüngst erneut seine Unterstützung bei 7.194 Punkten getestet, hielt sich dank der Zuwächse am Freitag aber per Wochenschluss darüber. Zudem hatte er an der Aufwärtstrendlinie seit Juni gekratzt. Sollten beide Marken nachhaltig gebrochen werden, wäre dies bearish zu werten und würde wohl für weitere Abgaben sprechen. Die nun auch hierzulande Fahrt aufnehmende Berichtssaison könnte Einfluss auf die weitere Entwicklung haben. Allerdings sind auch hier Enttäuschungen bei Zahlen und Ausblicke denkbar. Schließlich verdunkeln sich die Konjunkturaussichten zunehmend. So ist beispielsweise der jüngst veröffentlichte ifo Geschäftsklimaindex für Oktober weiter gesunken. Der Frühindikator gab damit bereits den sechsten Monat hintereinander nach. Zudem bekommt auch die lange kolportierte stabile Lage auf dem heimischen Arbeitsmarkt als Folge der Konjunkturflaute immer mehr Risse. Der im Oktober übliche Rückgang der Arbeitslosigkeit fiel nur halb so stark aus wie im Schnitt der vergangenen fünf Jahre.

Erst hatte der Chef der EZB, Mario Draghi, im Deutschen Bundestag den umstrittenen Kurs der Zentralbank bei der Bewältigung der Euro-Krise vehement verteidigt und diesbezüglich von einer unbegründeten Inflationsangst gesprochen. Kurze Zeit später stieß Jörg Asmussen, Deutschlands Vertreter im Direktorium der EZB, ins gleiche Horn. Er verteidigte vor Top-Managern ebenfalls das beschlossene, aber umstrittene Kaufprogramm von Staatsanleihen pleitebedrohter Länder und versicherte, dass dies keine inflationären Folgen haben werde. Es gehe auch nicht um die Monetisierung von Schulden, wie einige Kommentatoren behaupten, führte er aus und ergänzte, dass das Geld, das dem Markt mit den Ankäufen zugeführt, an anderer Stelle wieder abgezogen werde. „Im Euro-Raum findet Anpassung nicht über den scheinbar einfachen Weg der Inflation statt, sondern über den harten Weg von Reformen“, betonte Asmussen weiter. Soso. Hier kommt einem irgendwie die alles bezeichnende Aussage von Jean-Claude Juncker (Vorsitzender der Euro-Gruppe) zur Euro-Krise in den Sinn: „Wenn es ernst wird, muss man lügen.“ Abgesehen von der beunruhigenden, jüngst fortgesetzten verbalen Beschönigungs- und Verneblungstaktik zum Thema Inflation sind auch die Konjunkturaussichten weiterhin besorgniserregend. So hatte sich der Einkaufsmanagerindex der Eurozone im Oktober weiter eingetrübt.

S&P 500

DAX

EURO STOXX 50

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Stand: 26.10.2012

Stand: 26.10.2012

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Amgen:

Profitable Biotechnologie Der weltweit größte unabhängige Biotechnologiekonzern hat erneut ein starkes Quartal verzeichnet. Darüber hinaus hob Amgen abermals die Prognosen für das Gesamtjahr an. Und auch die mittel- bis langfristigen Perspektiven könnten Argumente für Käufe liefern. Amgen gilt als Pionier und Wegbereiter der modernen Biotechnologie. Die Ursprünge reichen bis 1980 zurück, als eine Gruppe junger Wissenschaftler die Firma Applied Molecular GENetics gründete. Kurze Zeit später, 1985 – inzwischen in Amgen umfirmiert – verzeichnete sie ihren ersten wissenschaftlichen Meilenstein. Dank Gentechnik gelang es erstmals, ein menschliches Hormon herzustellen, das gezielt die Bildung roter Blutzellen anregt. Daraus entwickelte die Gesellschaft ein Medikament (Erythropoetin, kurz EPO), das eine Alternative zu Bluttransfusionen für die Behandlung von Anämien bietet. Es folgten weitere Meilensteine und Amgen baute sich bis heute ein diversifiziertes Portfolio an Wirkstoffen und Medikamenten auf und mauserte sich dabei zum weltweit größten unabhängigen Biotech-Konzern. Blockbuster Basis war und ist die hohe Priorität von Wissenschaft und Forschung. Das Unternehmen 06

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steckt jedes Jahr etwa 20% seines Umsatzes in die Erforschung und Entwicklung neuer Wirkstoffe. Dabei konzentriert sich das Unternehmen neben Hämatologie und Onkologie auf die Bereiche Nephrologie, Rheumatologie, Immunologie, Endokrinologie und Zelltherapie. Zu den zehn umsatzstärksten Arzneien gehören einige Blockbuster, also Produkte, die mehr als 1 Mrd. US-Dollar

Amgen

Stand: 26.10.2012


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jährlich erlösen. Das sind Neulasta und Neupogen, die beide zur Behandlung von Neutropenien bei Chemotherapie eingesetzt werden, Enbrel (Entzündungshemmer) sowie Aranesp und Epogen (beide zur Behandlung von Anämie). Profitable Biotechnologie Die meisten Produkte werden biotechnologisch produziert, was das Firmencredo unterstreicht. Amgen ist davon überzeugt, dass die Biotechnologie das Potenzial hat, bislang unbesiegbare Krankheiten behandeln zu können. Abgesehen von diesem hehren Ziel lässt sich damit sehr gut Geld verdienen. Im Geschäftsjahr 2011 erzielte der Konzern einen Umsatz von 15,58 Mrd. US-Dollar (+3,5%). Im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Ausgaben für Forschung und Entwicklung, Vertrieb, Verwaltung, aber auch die Aufwendungen für einen rechtlichen Vergleich drückten jedoch die Erträge. Das Ergebnis vor Der Pionier in der modernen Zinsen und Steuern (EBIT) verringerte sich Biotechnologie dürfte daher von 5,55 auf 4,31 Mrd. US-Dollar. Der auch künftig seinen sehr Nachsteuergewinn schrumpfte von 4,63 auf profitablen Wachstumskurs 3,68 Mrd. US-Dollar. Das Ergebnis je Aktie fortsetzen. (EPS) nahm von 4,79 auf 4,04 US-Dollar ab. Trotz der Rückgänge waren die Profite stattlich und mit einer Nettomarge von 23,6% war Amgen einmal mehr hoch profitabel. Bereinigt um Sondereffekte schrumpfte der Überschuss zudem weit weniger, und zwar nur von 5,02 auf 4,86 Mrd. US-Dollar, sodass auf dieser Basis sogar eine Nettomarge von 31,2% zu Buche schlägt. Das bereinigte Ergebnis

je Aktie (EPS) legte zudem von 5,21 auf 5,33 US-Dollar zu. Ziele erneut angehoben Im laufenden Geschäftsjahr 2012 will Amgen nun noch mehr verdienen als im Vorjahr und hob jüngst die Prognosen erneut an. Beim bereinigten EPS sollen nun 6,50 bis 6,60 US-Dollar herausspringen, was einer Steigerung von mindestens 22% entspräche. Hier wurden bislang 6,20 bis 6,35 US-Dollar erwartet. Darüber hinaus soll der Umsatz nun 17,2 bis 17,3 Mrd. US-Dollar erreichen und somit mindestens 10,4% höher sein als 2011. Bisher hatte der Vorstand 16,9 bis 17,2 Mrd. US-Dollar angepeilt. Basis für die Anhebung der Ziele war das starke dritte Quartal. Amgen verzeichnete einen Umsatzanstieg um 9,5% auf 4,32 Mrd. US-Dollar und sprach von einer starken Performance im gesamten Portfolio. Gleichzeitig schnellte das EBIT von 0,53 auf 1,42 Mrd. US-Dollar, weil die Sondereffekte (insbesondere wegen des Wegfalls des rechtlichen Vergleichs) nun deutlich geringer waren. Dies schlägt sich auch im Nachsteuerprofit nieder, der von 0,45 auf 1,11 Mrd. US-Dollar zulegte.

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Um Sondereffekte bereinigt erhöhte sich der Überschuss von 1,28 auf 1,31 Mrd. USDollar. Auf dieser Basis nahm das EPS von 1,40 auf 1,67 US-Dollar zu. Zuwächse gab es auch in den ersten neun Monaten. Der Umsatz erhöhte sich von 11,61 auf 12,84 Mrd. US-Dollar. Das EBIT legte von 3,15 auf 4,49 Mrd. US-Dollar zu. Nach Steuern verdiente der Konzern 3,56 Mrd. US-Dollar, nach 2,75 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Um Sondereffekte bereinigt verbesserte sich der Profit von 3,82 auf 4,03 Mrd. US-Dollar. Die Nettomarge lag somit bei 31,4%. Das bereinigte EPS stieg von 4,11 auf 5,11 USDollar. Sollte nun das vierte Quartal ähnlich gut verlaufen wie das dritte, scheint das ausgegebene EPS-Ziel für das Gesamtjahr sehr gut erreichbar. Prall gefüllte Pipeline Aber nicht nur der kurzfristige Blick nach vorn stimmt zuversichtlich, auch die mittel- bis langfristigen Geschäftsaussichten sind vielversprechend. Zwar laufen auch bei Amgen in den nächsten Jahren einige Patente aus, die aktuelle Produkt-Pipeline ist jedoch prall gefüllt. An mehr als 40 Projekten wird derzeit geforscht. Diesbezüglich erläuterte Firmenlenker Robert A. Bradway jüngst bei Vorlage der Quartalsbilanz noch einmal, Amgen ISIN: US0311621009 WKN: 867900 Kurs 26.10.12: 87,63 USD 52-Wochen-Hoch: 89,95 USD 52-Wochen-Tief: 54,59 USD Empf. Stop-Loss: 76,50 USD Unser Anlageurteil: spekulativer Kauf

dass das Unternehmen bei den Schlüsselprodukten weiter Fortschritte macht. Neue Produkte könnten somit die möglichen Einbußen im Zusammenhang mit Patentabläufen und der daraus entstehenden Konkurrenz von Nachahmerprodukten, sogenannten Biosimilars, auffangen. Darüber hinaus will Amgen selbst in die Entwicklung von Biosimilars einsteigen. Das dafür nötige Kleingeld sowie die Expertise bei der Entwicklung und Herstellung von Medikamenten mittels Biotechnologie sind vorhanden. Ohnehin ist Amgen mit einem starken operativen Cashflow sowie reichlich finanziellen Mitteln sehr potent, was einerseits eine gute Basis ist, die eigene kostenintensive Forschung und Entwicklung weiter voranzutreiben. Andererseits ergibt sich daraus auch Spielraum, sich eventuell durch ergänzende Zukäufe weiter zu verstärken, wie die Übernahme der Firma Micromet zu Jahresbeginn verdeutlicht. Fazit Der hoch profitable Pionier in der modernen Biotechnologie hat erneut starke Ergebnisse vorgelegt. Zusammen mit den angehobenen Prognosen 2012 sowie den vielversprechenden mittel- bis langfristigen Perspektiven bleibt die Aktie damit ein interessantes Investment. Zwar kletterte der Aktienkurs im bisherigen Jahresverlauf 2012 bereits kräftig und markierte zuletzt sogar neue Rekorde, die Bewertung anhand des KGV (2012e) von etwa 13 ist jedoch nicht zu teuer. Sollte sich daher nun ein nachhaltiger Sprung über die Hürde bei 86,92 US-Dollar, die aus dem bisherigen Allzeithoch von 2005 resultiert, abzeichnen, scheinen spekulative Käufe erwägenswert.

Stand: Freitag nach Börsenschluss

Derivate auf Amgen WKN CZ0C3Q TB3SHL CZ176S

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Typ Hebel-Zert. (Long) Hebel-Zert. (Long) Hebel-Zert. (Short)

Basispreis Knock-out Laufzeit Hebel 66,47 USD 69,15 USD open end 4,23 63,59 USD 66,77 USD open end 3,62 110,00 USD 105,60 USD open end 3,89


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In den Ranglisten der besten Aktienfonds tauchen immer mehr Indexfonds auf. Weil die Kostenbelastung gleichzeitig besonders niedrig ist und sich mittlerweile nahezu alle Marktsegmente mit den Senkrechtstartern abdecken lassen, steigt ihre Bedeutung rasant. Nur viele Privatanleger schauen immer noch zu. Das Jahr 2012 hat für die ETF-Branche hervorragend begonnen. Das weltweit in Indexfonds verwaltete Vermögen wuchs im Januar 2012 um über 8% auf 1,4 Bio. US-Dollar. Auch hierzulande boomen die Produkte: Lag das Volumen am Anfang der Jahrtausendwende gerade einmal bei 0,4 Mrd. Euro, kletterte das verwaltete Vermögen bis Ende 2011 auf 157 Mrd. Euro. Für das laufende Jahr wird nach Angaben Mutter des Erfolgs ist die der Deutschen Börse mit einem Plus von rund simple Konstruktionsweise 45% gerechnet.

und die daraus resultierende besonders niedrige Kosten­ belastung der Produkte.

Das ist ein ETF Unter Exchange Traded Fonds (ETF) versteht man in der Regel passiv gemanagte, börsengehandelte Fondsprodukte, die lediglich die Wertentwicklung einer bestimmten Benchmark nachvollziehen sollen. Die Absicht, eine Outperformance oder bestimmte Zielrenditen zu erwirtschaften, sucht man in dem Konzept vergeblich. Stattdessen sind die Indexfonds in ihrer Zusammensetzung und Gewichtung strikt an einen bestimmten Basisindex gebunden, den sie möglichst 1 : 1 abbilden. Im Unterschied zu herkömmlichen Investmentfonds werden sie – wie Aktien – direkt und kontinuierlich an einer Börse gehandelt. Achtung: Die Liquidität des ETF hängt in der Regel nicht direkt mit der Höhe seiner Handelsumsätze zusammen, sondern wird vor allem durch die Liquidität des Underlyings, also des zugrunde liegenden

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Index bestimmt. Auch die Größe spielt eine Rolle. Denn zwischen der Fondsgröße und der Spanne zwischen den An- und Verkaufskursen besteht ein enger Zusammenhang: Bei großen Fonds ist die Spanne deutlich geringer als bei Produkten mit niedrigen Volumina. Je kleiner die Spanne, desto besser fährt der Anleger. Drum prüfe, wer sich lange bindet Mutter des Erfolgs ist die simple Konstruktionsweise und die daraus resultierende besonders niedrige Kostenbelastung der Produkte. So beträgt die Management-Gebühr eines Aktienfonds nach Berechnungen der Deutsche-Bank-Tochter db X-trackers durchschnittlich 1,91% – die ManagementGebühr eines Aktien-ETFs in Europa beträgt hingegen lediglich 0,42%. Auf diese Weise bieten sie Anlegern zu unschlagbar günstigen Preisen die Flexibilität einer Aktie verbunden mit den Diversifizierungseffekten eines Investmentfonds sowie die Gewissheit, zumindest genauso gut abzuschneiden wie


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der Markt. Trotzdem sollten Anleger auch hier die Produkte verschiedener Anbieter vergleichen, denn manchen Emittenten gelingt die Abbildung des Basiswertes besser als anderen. So blieb beispielsweise der DAX-ETF von ETFlab nach Analysen der Unicredit in den vergangenen vier Jahren nur 20 Basispunkte hinter dem Index zurück – während es beim Lyxor ETF Dax 120 Punkte (1,2%) waren. ETX_127x187_bas_20121014_Layout 1 11.10.12 09:58 Seite 1 Anzeige

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Private Investoren kaum investiert Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass die Mehrzahl der aktiven Fonds ihren Vergleichsindex langfristig nicht übertreffen kann. In Europa schafften es laut Bloomberg Active Index for Funds über fünf Jahre (über zehn Jahre) beispielsweise nur 15% (25%) der 230 aktiven Fonds, den MSCI Europe zu schlagen. Für Deutschland – beziehungsweise die Benchmark DAX – ergeben sich sehr ähnliche Werte. Daraus folgt zwangsläufig, dass man mit passiven Investments besser fährt. Trotzdem stecken laut db X-trackers bislang nur 2,8% des Fondsvolumens in Europa in ETFs, während es in den USA bereits 9% sind. Vor allem private Investoren in Europa sind bislang kaum in ETFs investiert. ETFs rücken in die Spitze vor Ein Blick auf die Performance-Statistiken macht deutlich, dass dieses Verhalten allein der Trägheit der Masse der Anleger geschuldet ist. Wer sich um sein Geld selbst kümmert und den honorargetriebenen Angeboten der Finanzberater zumindest kritisch gegenübersteht, kommt nämlich kaum an den passiven Produkten vorbei: „Gleich neun ETF haben sich für unsere jüngste Rangliste der 30 Aktienfonds mit der besten Wertentwicklung qualifiziert, die das Fondsanalysehaus Lipper regelmäßig erstellt“, meldete beispielsweise die FAZ Anfang Juni. Darunter der iShares Nasdaq-100 (WKN: A0F5UF) mit einem Plus von 75% in den letzten drei Jahren. Aktienmärkte im Fokus Die guten Ergebnisse sind keineswegs ein Einzelfall und es ist daher wenig verwunderlich, dass die zusätzliche Liquidität, die die Notenbanken in das System pumpen, über das Vehikel der ETFs vor allem in die Aktienmärkte f ließt: Laut Analysen von BlackRock entfiel im ersten Halbjahr 2012 mit 56 Mrd. Dollar das Gros der Zuflüsse auf Aktien-ETFs. Ein Trend, der sich auch im dritten Quartal fortsetzte: „Seit Anfang


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September beobachten wir signifikante Zuflüsse in Aktien-ETFs. Der September ist bisher der stärkste Monat seit Jahresbeginn“, sagt Dodd Kittsley, Leiter des globalen ETP-Researchs von BlackRock, in einem Interview mit der Finanzzeitung „Cash“. Infolge der enormen Zuflüsse erzielten viele Indizes zunächst neue Jahreshöchststände, bevor es in den letzten Wochen wieder etwas abwärtsging. Wie viel Risiko darf es sein? Neben dem Interesse an Produkten aus dem Bereich der Aktienmärkte erfreut sich vor allem das Segment der festverzinslichen Wertpapiere wachsender Nachfrage. Mit einem Zuwachs von 42 Mrd. Dollar waren Rentenfonds in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres beliebt wie nie. Den Bereich Unternehmensanleihen, Hochzinsanleihen, aber auch Staatsanleihen aus den Emerging Markets betrachtet Sven Württemberger, Leiter Wealth Sales Germany von iShares, daher auch weiterhin als Trend und Wachstumstreiber für den ETF-Markt. Das Angebot hat sich in diesem Bereich in den letzten Jahren enorm verbreitert und erlaubt Anlegern eine sehr genaue Umsetzung der eigenen Anlagestrategien. So gibt es neben ETFs für Die Qualität der Produkte und Investment-Grade-Anleihen aus verschiedenen die wachsende Zahl Währungsräumen auch spezielle Produkte für an Selbstentscheidern Investments im High-Yield-Bereich, wiederum werden für eine Fortsetzung getrennt nach Investment-Grade- und Nondes Booms sorgen. Investment-Grade-Bereich. Im Umfeld der auf Euro lautenden Unternehmensanleihen mit Investment Grade erfreuen sich beispielsweise der iShares Markit iBoxx Euro Corp. Bond (WKN: 778928) und der Lyxor Euro Corporate Bond (WKN: LYX0EE) großer Beliebtheit. Um den Non-Investment-Grade-Bereich abzudecken, nutzen viele Investoren den iShares Markit iBoxx Euro High Yield (WKN: A1C8QT). Kurzfristige Spekulationsobjekte Überraschenderweise werden ETFs von Privatanlegern bislang häufig auch für kurzfristige Spekulationszwecke eingesetzt: „Wir beobachten zwar, dass ETFs in den Depots der Privatanleger oft zur kurzfristigen Spekulation eingesetzt werden. Doch private Investoren setzen sie zunehmend auch für den langfristigen Vermögensaufbau ein“, so Dirk Althoff, Cortal Consors. Gleichwohl erlaubt es die Vielzahl an sehr spezialisierten Produkten tatsächlich, eine bestimmte Marktmeinung bequem und günstig umzusetzen. Ein Beispiel hierfür ist die saisonale Spekulation auf steigende Gaspreise. Mit dem RBS S&P GSCI Natural Gas Official Close TR (WKN: AA2C8V) ließen sich innerhalb des letzten Monats 13% verdienen. In Erwartung eines kalten Winters konnten die Gaspreise in den letzten Wochen kräftig zulegen und die Natural-Gas-ETFs avancierten in der Folge zu den größten Gewinnern. 11

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Fazit Der Markt für ETFs ist erwachsen geworden. Die Qualität der Produkte und die wachsende Zahl an Selbstentscheidern werden für eine Fortsetzung des Booms sorgen. Bei der Auswahl sollten Anleger auf die Liquidität, niedrige Handelskosten sowie die Abbildungsqualität achten. Gerade für den langfristigen Vermögensaufbau sind die Produkte ideal, lassen sich verschiedene Asset- und Risikoklassen doch wie Bausteine zusammensetzen.

Ausblick auf das nächste Spezial Ausgabe 45 (11.11.2012) Die US-Wirtschaft


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Gut positioniertes Traditionsunternehmen Sowohl 2011 als auch im ersten Halbjahr 2012 liefen die Geschäfte bei Dürr hervorragend. Zurückzuführen ist dies vor allem auf die starke Präsenz des Maschinen- und Anlagenbaukonzerns in Schwellenländern wie Brasilien, Mexiko, China, Indien und Russland. Die Historie der Dürr AG reicht bis ins Jahr 1895 zurück. Damals gründete Paul Dürr im schwäbischen Bad Cannstatt in der Nähe von Stuttgart eine Bauflaschnerei. Deren Geschäftstätigkeit wurde 1917 auf den Bereich Blechbearbeitung ausgeweitet. 1932 übergab der Gründer das Unternehmen an seinen Sohn Otto Ein bedeutsamer Erfolgsfaktor des Dürr, der ein Konstruktionsbüro einrichMaschinen- und tete. Mit dem Anlagenbau begann das Anlagenbaukonzerns ist Unternehmen 1950. Des Weiteren insdessen starke Präsenz in den tallierte Dürr 1963 in einem Ford-Werk Schwellenländern. eine Anlage zur Tauchlackierung von Autokarossen. In den Jahren 1964 und 1966 wurden Tochtergesellschaften in Brasilien und Mexiko gegründet und 1970 wurde eine Niederlassung in Amerika errichtet. Acht Jahr später expandierte das Unternehmen in die Bereiche Automation und Fördertechnik.

Geschäft in den Schwellenländern ist ein Wachstumstreiber Ein bedeutsamer Erfolgsfaktor des Maschinen- und Anlagenbaukonzerns ist dessen starke Präsenz in den Schwellenländern, auf die im vergangenen Jahr 65% des Auftragseingangs entfielen. Erfreulicherweise bieten die Emerging Marktes nach wie vor Wachstumspotenzial für Dürr. Denn Analystenschätzungen zufolge wird die Anzahl der in diesen wirtschaftlich starken Ländern produzierten Autos von 42 Mio. in diesem Jahr auf 55 Mio. im Jahr 2015 steigen. In den Industrienationen wird im selben Zeitraum lediglich ein Anstieg der Jahresproduktion von 36 auf 42 Mio. Fahrzeuge erwartet.

Fokussierung auf die Automobilbranche Den Sprung aufs Börsenparkett wagte Dürr 1989. Seither ist die Gesellschaft kräftig gewachsen. Der Fokus des Geschäftsmodells lag dabei stets auf der Automobilindustrie. Diese Branche beliefert der weltweit aktive Konzern mit Lackierstraßen, Endmontageprodukten sowie Reinigungs- und Filtrationsanlagen. Aufgrund einer hohen Nachfrage aus Asien und Osteuropa erweiterte Dürr 2006 und 2007 die Fertigungskapazitäten und gründete weitere Tochterunternehmen. Außerdem verlagerte das Traditionsunternehmen im Sommer 2009 seine Stuttgarter Aktivitäten nach Bietigheim-Bissingen.

Deutlicher Gewinnanstieg und ein stattlicher Auftragsbestand Im Geschäftsjahr 2011 steigerte Dürr den Umsatz um 52,4% auf 1,92 Mrd. Euro. Die EBIT-Marge verbesserte sich von 2,9% auf 5,5% und der Nettogewinn sprang von 7,1 auf 64,3 Mio. Euro. Im ersten Halbjahr 2012 ist der Konzern auf Wachstumskurs geblieben. Der Umsatz erhöhte sich in diesem Zeitraum um 49% auf 1,16 Mrd. Euro und das EBIT ist um 113% auf 72,3 Mio.

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Euro gestiegen. Ende Juni 2012 standen Aufträge im Gesamtwert von 2,39 Mrd. Euro in den Büchern des MDAX-Unternehmens – somit sind dessen Produktionskapazitäten bis weit ins kommende Jahr hinein ausgelastet. Zudem geht Vorstandschef Ralf Dieter davon aus, dass Dürr das Fiskaljahr 2012 wie geplant mit einer EBIT-Marge zwischen 6,5% und 7,0% abschließen wird. Weltmarktführer in den meisten Geschäftsbereichen Erfreulich ist neben dem beeindruckenden Umsatz- und Gewinnwachstum auch die Tatsache, dass sich das Management von

Dürr nicht den Kopf über die Konkurrenz zerbrechen muss. Schließlich verfügt der Konzern in den meisten Geschäftsbereichen über eine weltweit führende Marktstellung. Vorteilhaft ist auch, dass Dürr in Brasilien schon seit 48 Jahren aktiv ist und in China immerhin seit 28 Jahren. Weitere Innovationen in der Pipeline Dank hoher Eintrittsbarrieren in allen Sparten ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Wettbewerber Dürr Marktanteile abjagen werden. Verhindert wird dies auch dadurch, dass im Rahmen der Umsetzung der Unternehmensstrategie „Dürr 2015“ weitere Innovationen auf den Markt gebracht werden. Diese Strategie umfasst Wachstumsmaßnahmen wie die Expansion in China sowie Optimierungsmaßnahmen wie die sukzessive Erweiterung der Produktionskapazitäten in den Emerging Markets.

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DER SPORT1 MÄNNER MOVIE IMMER DONNERSTAGS 20:15 UHR

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Dank einer brummenden Medizintechniksparte steigerte der niederländische Elektronikkonzern Philips (WKN: 940602) den Überschuss im dritten Quartal von 76 auf 170 Mio. Euro. Der Gewinn je Aktie zog auch aufgrund einer deutlich reduzierten Aktienzahl von 0,08 auf 0,18 Euro an. Vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte der Gewinn von 273 auf 333 Mio. Euro zu, vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) von 368 auf 450 Mio. Euro. Die EBIT-Marge stieg von 5,1% auf 5,4%. Der Umsatz erhöhte sich von 5,39 auf 6,13 Mrd. Euro. In Westeuropa kletterte der Umsatz von 1,48 auf 1,49 Mrd. Euro. Wesentlich stärker wuchs der in Nordamerika erzielte Umsatz – von 1,64 auf 1,90 Mrd. Euro. Hauptumsatzträger war und ist die Medizintechniksparte. In den vergangenen drei Monaten legte der Umsatz von 2,08 auf 2,44 Mrd. Euro zu. Das EBIT kletterte von 207 auf 278 Mio. Euro. In der Beleuchtungssparte zog der Umsatz von 1,89 auf 2,14 Mrd. Euro an. Dagegen brach das EBIT im Zuge der laufenden Umstrukturierung von 86 auf 1 Mio. Euro ein. Im Geschäftsbereich Consumer Lifestyle flossen 1,45 Mrd. Euro durch die Bücher – gegenüber 1,33 Mrd. Euro in der entsprechenden Vorjahresperiode. Das EBIT legte von 49 auf 106 Mio. Euro zu.

Deutlich gestiegene Kosten sowie Abschreibungen bescherten Aixtron (WKN: A0WMPJ) im dritten Quartal 78,34 Mio. Euro Verlust. Im Vorjahreszeitraum hatte der im TecDAX notierte LED-Produktionsanlagenbauer ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt. Vor Steuern (EBT) sank das Ergebnis von +1,81 auf –77,92 Mio. Euro, vor Zinsen und Steuern (EBIT) von +0,62 auf –78,27 Mio. Euro. Der Umsatz schrumpfte von 89,81 auf 62,17 Mio. Euro. Die Herstellungskosten erhöhten sich von 51,16 auf 104,48 Mio. Euro. Darin enthalten sind Abschreibungen in Höhe von 51,5 Mio. Euro auf Vorräte. Zudem stiegen die Vertriebskosten von 7,17 auf 11,61 Mio. Euro, die Forschungs- und Entwicklungskosten von 11,82 auf 17,81 Mio. Euro. Die allgemeinen Verwaltungsausgaben sanken von 7,35 auf 3,85 Mio. Euro. Zum Stichtag 30. September schrumpfte der Auftragseingang von 51,5 auf 34,5 Mio. Euro, der Auftragsbestand von 244,8 auf 109,8 Mio. Euro. Vor diesem Hintergrund rechnet Aixtron im Gesamtjahr mit einem EBIT-Verlust von rund 125 Mio. Euro sowie 220 Mio. Euro Umsatz. Zuvor sollte ein ausgeglichenes operatives Ergebnis erzielt werden. In den vergangenen neun Monaten gingen auf EBIT-Basis 113,0 Mio. Euro verloren. 2011 waren 611 Mio. Euro durch die Bücher geflossen. Das EBIT erreichte 112,9 Mio. Euro.

Unternehmenstermine

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Datum 29.10.2012 29.10.2012 30.10.2012 30.10.2012 30.10.2012 31.10.2012 31.10.2012 01.11.2012

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Uhrzeit 07:30:00 20:00:00 07:15:00 07:15:00 07:30:00 07:00:00 07:15:00 13:00:00

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Name LINDE AG Deutsche Börse AG Deutsche Bank AG Metro AG Bayer AG Fresenius SE & Co. KGaA Vossloh AG Exxon Mobil Corp.

Ereignis 9-Monats-Bericht 9-Monats-Bericht 9-Monats-Bericht 9-Monats-Bericht 9-Monats-Bericht 9-Monats-Bericht 9-Monats-Bericht 9-Monats-Bericht

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Fisch CB-ICEF –

geschützt vor Inflation und Deflation Wandelanleihen schützen sowohl vor Inflation als auch vor Deflation. Das macht die Papiere für Investoren gerade jetzt interessant. Die Mindestanlagesumme ist jedoch hoch, Privatanleger entscheiden sich daher für die deutlich günstigere Fondsvariante. Der Fisch CB-ICEF (International Convertible Expert Fund) zählt zu den besten der Anlageklasse. Seit Anfang September wurden in Europa und den USA Wandelanleihen im Volumen von über neun Milliarden CHF platziert. Im vergangenen Jahr war dagegen die Emissionstätigkeit fast zum Erliegen gekommen. Zu den Unternehmen, die motiviert durch die verbesserte Marktstimmung, reine Convertible Bonds aufgelegt haben, zählen unter anderem der norwegische Ölfelddienstleister Subsea, die Immobiliengruppe British Land sowie der finnische Technologiekonzern Nokia. Langfristig schneiden Convertibles Für Investoren sind Convertible Bonds klar besser als Aktien attraktiv. „Sie sind mit einem Kupon oder herkömmliche Anleihen ab. ausgestattet. Der ist zwar etwas niedriger als der von herkömmlichen Anleihen des gleichen Schuldners, doch dafür können Anleger am Ende der Laufzeit wählen, ob sie das Papier in Aktien tauschen oder sich den Kapitalbetrag auszahlen lassen wollen“, erklärt Beat Thoma, Fondsmanager des von der Schweizer Anlagegesellschaft Fisch Asset Management aufgelegten Fisch CB-ICEF. Für die Aktie entscheiden sich die Investoren, wenn der Kurs über dem Nominalbetrag der Anleihe liegt. Notiert die Aktie dagegen darunter, lassen sich Investoren ihren eingesetzten Betrag zurückbezahlen. Meist wandelt man aber gar nicht, sondern verkauft den Bond, wenn er deutlich zugelegt hat. Dank ihres Aktien- als auch Anleihencharakters partizipieren Anleger an Kurssteigerungen von Aktien mit limitiertem Risiko. 15

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Generell gilt: „Wandelanleihen machen zwei Drittel eines Aufschwungs am Aktienmarkt mit. Sie sind von Abwärtsbewegungen an den Börsen dagegen nur zu einem Drittel betroffen“, erklärt Thoma. Langfristig schneiden Convertibles sogar klar besser als Aktien oder herkömmliche Anleihen ab. Laut Thoma erzielten Convertibles von 1996 bis September 2012 im Schnitt pro Jahr 6,6 Prozent. Der MSCI World schaffte dagegen nur fünf Prozent, der Index für Unternehmensanleihen brachte es auf jährlich 5,6 Prozent. Ein weiterer Vorteil von Convertible Bonds macht die Anlageklasse für Investoren gerade jetzt interessant. „Auf Grund ihrer Zwitterstruktur sichern sie sowohl gegen Inf lation als auch Def lation ab“, sagt Thoma. Ein klares Bild, in welche Richtung die Entwicklung gehen wird, zeichnet sich derzeit nicht ab. „Droht Inflation, sind Sachwerte, und dazu gehören Aktien, gefragt. Das würde wiederum die Notierungen der Wandelanleihen nach oben ziehen“, erklärt Thoma. Es gibt aber


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auch Argumente für Deflation. So könnte ein Nachlassen der weltwirtschaftlichen Tätigkeit, kombiniert mit Angstsparen, einen anhaltenden Rückgang des Preisniveaus auslösen. „In diesem Fall würden die Aktienkurse zwar nach unten gehen. Dem Wandelanleiheinvestor bleiben dann aber Kapital und Zins garantiert“, sagt Thoma. A llerdings werden Convertible Bonds meist erst ab 50 000 Euro angeboten. Der Fisch CB-ICEF ist da wesentlich günstiger, die Mindestanlagesumme liegt bei 2.500 Euro. Manager Thoma investiert überwiegend in Convertible Bonds, die mit Investmentgrade beurteil sind. Maximal 10% entfallen auf Noninvestmentgrade-Papiere. Das Portfolio ist mit rund

Fisch CB-ICEF (International Convertible Expert Fund) ISIN: LU0162829799 Fondsvolumen: 1,2 Mrd Euro Fondswährung: Euro Auflagedatum: 06.03.2003 Managementgebühr: 1,50% Gesamtkostenquote: 1,68%

50 bis 70 Titel bestückt. Sie werden in der Regel so lange gehalten bis der Kurs der Wandelanleihen auf etwa 130% steigt. „Dann verkaufen wir und suchen erneut nach attraktiven Wandelanleihen.“ Bislang hat Thoma einen guten Job gemacht. Auf Sicht von drei Jahren erzielte der Fonds ein Plus von über 18%.

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felix AuStri A? StiftunGSpl Atz ÖSterreich im VerGleich GeSpr äch Christoph Kraus, AktuelleS Generalsekretär des VÖP, über Neuere Gerichts Ziele urteile erschwe sowie die volkswir und Erfolge ren den Steuerab zug von Austschaftliche Bedeutung und landsspenden durch hohe verFlexibilität der österreichischen fahrensrechtlich Privatstiftung e Hürden und Anforderungen an die Prüfung

Schwerpunk t Entwicklung, Stellenwert und Status Quo des Stiftungswesens in Österreich im Wettbewerb mit anderen Stiftungsstando rten in Europa und „offshore“

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Ethische Fonds untersucht Aktienfonds mit ethischem beziehungsweise nachhaltigem Label wollen langfristig eine höhere Rendite erwirtschaften als herkömmliche Fonds. Allerdings klaffen Anspruch und Wirklichkeit auseinander. Scope Analysis hat die drei Assetklassen mit dem größten Anteil an ethischen Fonds – Aktien Global, Aktien Global Nebenwerte und Aktien Europa – untersucht. Betrachtet wurden die Zeitfenster ein, drei, fünf und zehn Jahre. Laut Scope konnten in keinem einzigen Zeitfenster und in keiner einzigen der drei Assetklassen ethischen Fonds eine bessere Rendite erzielen. Die Vola­t ilität sei in beiden Kategorien in etwa gleich,

wohingegen beim maximalen Verlust ethische Fonds sogar teilweise deutlich schlechter abschnitten. So zeigten bei den globalen Small Caps ethische Fonds über drei Jahre eine Gesamtperformance von -6,78% und einen maximalen Verlust von 29,60%. Klassische Fonds hätten hingegen im Schnitt eine positive Rendite von 27,54% erzielt bei einem zwischenzeitlich maximalen Verlust von -19,9%. Verantwortlich für das schlechte Abschneiden sind laut Scope die Anlagerestriktionen, denen die Manager unterworfen seien sowie die große Heterogenität der Anlageklasse in puncto Ausrichtung, Ansatz und Ziel.

HSBC GIF Turkey

Chancen am Bosporus Über 45% hat die türkische Börse seit Jahresanfang schon zugelegt. Noch besser schnitt der HSBC GIF Turkey Fonds (ISIN: LU0213961682) ab. Er bringt es auf ein Plus von 52%. Angesichts der starken Rally sei die Versuchung groß, Gewinne mitzunehmen, schreibt John Lomax, Emerging-Market-Experte von HSBC in einer aktuellen Studie. Seiner Meinung nach gäbe es aber noch Luft nach oben, auch wenn das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis mittlerweile um 25% über dem Durchschnittswert der vergangenen fünf Jahre läge. Eine genaue Analyse des türkischen Aktienmarktes zeige jedoch, dass vor allem der Komsumsektor schon sehr teuer sei. Dagegen

sei das Kurs-Buchwertverhältnis bei Banken, die 50% der Marktkapitalisierung ausmachten, immer noch attraktiv. So beträgt zum Beispiel das Kurs-Buchwerthältnis der Institute Vakifbank und Bank Asya 0,70 respektive 0,86. Ein Verhältnis von unter eins bedeutet, dass die Substanz des betreffenden Unternehmens höher ist, als der Preis, der an der Börse gezahlt wird. Zudem wiesen eine Reihe von Unternehmen attraktive Dividendenrenditen auf. Der türkische Aktienmarkt sollte auch vom Wachstumsrückgang in China und der Minenkrise in Südafrika profitieren. Investoren könnten ihre Mittel aus diesen Ländern abziehen und am Bosporus anlegen.

First State

Die Liga der besten Schwellenländerfonds Auf Sicht von fünf Jahren (Daten per Ende September) hat der First State Emerging Markets Leaders (ISIN: GB0033873919) über 76% zugelegt. Der Fonds zählt damit zu den besten Schwellenländerfonds. Künftig werden die Zuwächse jedoch nicht mehr so hoch ausfallen, warnt Manager Jonathan Asante Investoren in einem Gespräch mit Citywire. Seiner Meinung nach steige die Gefahr einer Blasenbildung an den Börsen der Schwellenländer. Den Auslöser für die mögliche Schwäche sieht Asante in den globalen konjunkturellen Stimulierungsversuchen und der lockeren Geldpolitik der Notenbanken. Kontinuierliches Gelddrucken sei für die Weltwirtschaft eine große

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Gefahr, warnt Asante. Der Manager erwartet anhaltend niedrige Zinsen am Rentenmarkt, hohe Volatilität, tiefe Aktienrenditen und geringes weltweites Wirtschaftswachstum. Die Schwellenländer bleiben davon nicht unberührt. Die größten Chancen für Kurssteigerungen in den Schwellenländern sieht Asante in der starken Binnennachfrage. Er setzt daher vor allem auf Konsumwerte. Sie sind im Fonds klar übergewichtet. Auch bleibt Südafrika trotz der aktuellen Krise im Rohstoffsektor sein Länderfavorit. Nach dem starken Kursrückgang bei Minenwerten ist Asante jüngst zum ersten Mal beim Platin­förderer Impala eingestiegen.


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DAX-Reverse-Bonus-Zertifikat – lukratives und nervenschonendes Investment Eine erneute Rally ist am deutschen Aktienmarkt in den kommenden Monaten nicht zu erwarten. Deshalb bietet sich der Kauf eines DAX-Reverse-Bonus-Zertifikats an. Damit können Anleger eine attraktive Rendite erzielen, ohne ein großes Risiko einzugehen. Die Stimmung an der Börse hat sich zuletzt eingetrübt. Zurückzuführen ist dies unter anderem darauf, dass die jüngsten Quartalszahlen einiger US-Unternehmen enttäuschend ausgefallen sind. Zudem haben Konzerne in Amerika seit dem 1. September den Abbau von insgesamt 62.000 Arbeitsplätzen bekannt gegeben. Die Massenentlassungen deuten darauf hin, dass sich die Konjunktur im Land der unbegrenzten Möglichkeiten 2013 eintrüben wird. Deshalb sind derzeit die meisten Marktteilnehmer verunsichert. Spanien steckt in einer Rezession Vor Kurzem gab es auch in Europa schlechte Nachrichten. Beispielsweise wurde bekannt gegeben, dass der französische Geschäftsklimaindex auf ein 3-Jahres-Tief gefallen ist. Zudem ist Spaniens Wirtschaftsleistung im dritten Quartal 2012 im Vergleich zum Vorquartal um 0,4% zurückgegangen. Die Rezession in der viertgrößten EuroVolkswirtschaft treibt die Neuverschuldung des Landes nach oben: In diesem Jahr wird das Haushaltsdefizit gemäß den Angaben der Regierung in Madrid 7,3% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen. Ursprünglich geplant war ein Defizit von 6,3% des BIP. Risikoarme DAX-Bonus-Zertifikate sind kaufenswert Schon allein angesichts der relativ tristen Konjunkturperspektiven in Europa und Amerika dürften sich viele Anleger in den nächsten Wochen mit Aktienkäufen zurückhalten. Überdies hat sich jüngst das Chartbild des DAX leicht eingetrübt, da der Index unter die aktuell bei 7.293 Punkten verlaufende 38-Tage-Linie abgetaucht ist. Vor diesem Hintergrund ist es derzeit riskant, mit Index-Zertifikaten auf

eine baldige Erholung des deutschen Kursbarometers zu setzen. Es spricht aber nichts dagegen, ein risikoarmes DAX-Bonuspapier zu kaufen. Kurze Restlaufzeit und attraktive Rendite Gute Konditionen bietet beispielsweise ein von der Deutschen Bank emittiertes ReverseBonus-Zertifikat (WKN: DX0TCZ) auf den DAX. Dieses Finanzprodukt ist mit einer Barriere bei 8.500 Punkten ausgestattet und wird in etwa acht Monaten fällig. Derzeit ist dieses Zertifikat für 99,72 Euro (Stand: 26.10.2012) zu haben. Erreicht oder überschreitet der deutsche Leitindex während der Laufzeit die 8.500-Punkte-Marke nicht, kassieren die Besitzer des Finanzprodukts im Juni 2013 eine Gutschrift von 108 Euro pro Zertifikat. Somit errechnet sich eine Rendite von 8,3%. Ein Manko ist jedoch, dass das Reverse-Bonus-Papier deutlich an Wert verlieren würde, wenn die Barriere verletzt wird. Deshalb sollten Anleger das Zertifikat verkaufen, wenn der DAX während der Laufzeit auf 8.100 Punkte steigt. Ein solches Szenario ist allerdings ziemlich unwahrscheinlich.

DAX-Reverse-Bonus-Zertifikat Zertifikattyp Reverse-Bonus

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Emittent Deutsche Bank

Basiswert Fälligkeit DAX 21.06.2013

WKN DX0TCZ


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SOCIETE GENERALE

Franzosen emittieren erstmals Condor-Scheine Die Société Générale hat erstmals sogenannte Condor-Optionsscheine auf den DAX und den EURO STOXX 50 aufgelegt, die Call- und Put-Mechanismus in einem Produkt verbinden und ohne Knock-out-Gefahr eine interessante Alternative zu anderen Korridorprodukten (wie zum Beispiel Inline-Optionsscheinen) darstellen. Diese Kombination aus Discount-Call- und Put-Optionsschein bietet insbesondere Chancen auf Seitwärtsrenditen. Der Name CondorOptionsschein leitet sich von der Condor-Optionsstrategie ab, bei

HVB

Neues Open-End-IndexZertifikat auf „Best Ager“ So genannte „Best Ager“, kaufkräftige Konsumenten im Alter von 45 bis 66 Jahren, werden laut Statistischem Bundesamt bereits im Jahr 2020 etwa 40% der Menschen im Erwerbsalter darstellen. Anlegern, die auf Unternehmen setzen möchten, deren Produkte und Dienstleistungen für jene Gruppe besonders interessant sind, bietet die HypoVereinsbank (HVB) nun das HVB Open End Index-Zertifikat auf den Solactive Best Age Performance Index (WKN: HV3AGE) an. Dieses von der Structured Solutions AG berechnete Kursbarometer enthält 30 internationale Unternehmen, die nach Sektorzugehörigkeit und Marktkapitalisierung ausgewählt werden. Derzeit zählen Vertreter aus den Branchen Tourismus, Pharmazie, Bekleidung, Automobil oder Finanzdienstleistungen dazu. Eine Anpassung des Aktienkorbes erfolgt jährlich im September, wobei Dividenden in der Kursentwicklung berücksichtigt werden. Das neue Zertifikat vollzieht – ohne automatische Laufzeitbegrenzung – die Kursentwicklung des Index nahezu 1 : 1 nach. Das Papier ist bereits börsennotiert und jederzeit börslich und außerbörslich zum aktuellen Kurs handelbar.

welcher jeweils zwei Preis-Spread-Positionen kombiniert werden. Ein Beispiel verdeutlicht die Funktionsweise: Beim Papier auf den DAX mit der WKN SG3K94 und einer Laufzeit bis zum 21. Dezember 2012 liegt das untere Level bei 6.250 Punkten und das obere Level bei 7.250 Punkten. Notiert der DAX am Laufzeitende über dem unteren und nicht über dem oberen Level, erhalten Anleger den maximalen Auszahlungsbetrag von 5 Euro. Bei einem aktuellen Kurs um 3,45 Euro würde dies einer Rendite von 45% entsprechen. Sollte das Kursbarometer allerdings am Laufzeitende unter 5.750 Punkten beziehungsweise über 7.750 Punkten schließen, erleiden Anleger einen Totalverlust.

BNP

Flatfee-Aktion mit Onvista verlängert Kunden des Onlinebrokers Onvista Bank können den sogenannten BNP-Vorteil nun bis Ende des Jahres genießen. Bei Trades im Direkthandel müssen sie nur 5 Euro Ordergebühr zahlen, sofern es sich um Produkte der französischen BNP Paribas handelt. Das Angebot gilt ab einer Ordergröße von 2.500 Euro und für eine mehr als 60.000 Produkte umfassende Palette an Anlagezertifikaten und Hebelprodukten des Emittenten.

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Rohstoff der Woche

Mageres Schwein: Leckerli für die Bären? Der Preis für mageres Schwein zeigt seit September einen Aufwärtsimpuls. In der Vorwoche erreichte er nun die vom Hoch im Februar dieses Jahres ausgehende Abwärtstrendlinie. Davon prallte er jüngst aber erst einmal nach unten ab. Im Februar hatte der Preis (Dezember-Future) für lebende schlachtreife Schweine mit einem Alter von etwa einem halben Jahr in der Spitze 86,00 US-Cent je US-Pfund erreicht. Es folgte eine Abwärtsbewegung, innerhalb der zwar von Mai bis Juli zunächst eine Erholung auszumachen war. Der Preis drehte dann jedoch wieder nach unten und die Talfahrt wurde mit zunehmender Dynamik fortgesetzt. Das große Angebot drückte. Viele Züchter hatten ihre Tiere zum Schlachten gebracht, weil die Futterkosten angesichts der steigenden Getreidepreise (insbesondere Mais) wegen der Dürre in den USA in die Höhe schossen. Das Ende der Korrektur lag im September bei 70,10 US-Cent. Seit diesem Tief ist eine recht dynamische Gegenbewegung auszumachen. Einerseits war es wohl Zeit für eine Erholung. Andererseits trieb eine starke kurzfristige Nachfrage, was sich an festen und weiter steigenden Preisen für Schweinefleisch am Cash-Markt niederschlug und sich damit auch auf den Terminmarkt auswirkte. In der Vorwoche wurde in der Spitze nun schließlich die Abwärtstrendlinie resultierend aus der Verbindung der Zwischenhochs von Februar und Juli 2012 erreicht. Kurz darüber

befindet sich das 61,8%-Fibonacci-Retracement der Abwärtswelle von Februar bis September. Ein nachhaltiger Sprung über beiden Hürden könnte für weiter steigende Kurse sprechen. Jüngst kam der Kurs aber erst einmal etwas zurück. Dabei könnte es sich zwar nur um ein Anlaufnehmen handeln, um dann die Widerstände erneut ins Visier zu nehmen, allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass die Luft vorerst raus ist. Sollte sich der jüngste Rücksetzer daher als Abprall erweisen, drohen Rückgänge. In die Karten der Bären könnte dabei auch spielen, dass derzeit eher eine typische Zeit für ein steigendes Angebot und damit eher saisonal sinkende Preise ist. Jedoch könnte das diesmal bereits im Sommer vorweggenommen worden sein.

Mageres Schwein – Dezember-Future (CME)

Derivate auf mageres Schwein (Basiswert: Dezember-Future [CME]) Typ Index-Zertifikat (quanto) Hebel-Zert. (long) Hebel-Zert. (short)

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WKN SG0PLJ CM2PZ6 CM3N5Z

Basispreis/Knock-out - 58,40/60,00 US-Cent 97,40/94,80 US-Cent

Laufzeit Hebel open end open end 3,92 open end 4,02


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Rohstoffanalysen

Rohstoffe im Überblick Baumwolle – Dezember-Future (ICE)

Rohstoffe (Auswahl)

Der Baumwollkurs hatte mit dem kräftigen Anstieg in der Vorwoche, vor allem wohl wegen der Schließungen von Short-Positionen, versucht, die Hürde 77,49 US-Cent zu knacken. Zwischenzeitlich darüber gelugt fiel der Preis jedoch wieder darunter. Jüngst folgten nun dynamische Abgaben. Ein Bruch der Haltezone 70,22 US-Cent wäre bearish.

Markt Kurs Rohöl WTI Crude NYMEX ($/bbl)

86,13

-4,45%

3,40

-5,11%

Heizöl NYMEX ($c/gal)

307,70

-1,21%

Gold NYMEX ($/Unze)

1711,90

-0,70%

32,08

-0,97%

596,25

-4,83%

Platin Spot ($/Unze)

1542,75

-4,51%

Aluminium Spot ($/t)

1899,50

-3,90%

Blei Spot ($/t)

2015,50

-4,39%

Kupfer Spot ($/t)

7819,75

-2,38%

Nickel Spot ($/t)

16100,00

-5,32%

Zinn Spot ($/t)

19925,00

-8,31%

Zink Spot ($/t)

2065,25

-3,44%

Baumwolle ICE ($c/lb)

72,410

-5,47%

Kaffee "C" ICE ($c/lb)

157,70

-2,11%

2389,00

-3,24%

Mais CBOT ($c/bu)

738,25

-3,05%

Orangensaft gefr. ICE ($c/lb)

111,90

-0,40%

1561,25

+1,76%

863,75

-1,00%

Zucker No.11 ICE ($c/lb)

19,43

-4,19%

Lebendrind CME ($c/lb)

125,40

-1,55%

Mastrind CME ($c/lb)

145,45

-2,00%

78,88

-0,94%

Erdgas NYMEX ($/MMBtU)

Silber Spot ($/Unze) Palladium Spot ($/Unze)

Blei – Spot-Preis (LME) Blei hat nun die nächste Unterstützung nachhaltig verletzt. Der Preis rutschte unter 2.156 US-Dollar (Zwischenhoch von April dieses Jahres). Dies spricht für eine Fortsetzung der seit dem Zwischenhoch von Anfang Oktober auszumachenden Korrektur. Potenzielle Anlaufstellen sind dabei die Haltezonen bei 1.841 und 1.744 US-Dollar.

Kakao ICE ($/t)

WTI-Öl – Dezember-Future (ICE) Die seit dem Zwischenhoch von September auszumachende Korrektur setzte sich in der vergangenen Woche fort. Nachdem WTI zuletzt im Bereich von etwa 90 bis 93 US-Dollar konsolidierte, ging es nun wieder dynamischer abwärts. Dabei wurde jüngst auch das 61,8%-Fibonacci-Retracement der Sommerrally verletzt, was weitere Abgaben impliziert.

Sojabohnen – Januar-Future (CME) Seit dem Rekord im September ist Soja im Korrekturmodus. In den vorangegangenen drei Wochen wurde dabei das 50%-Retracement der Rally von Juni bis September getestet. Es hielt und der Preis setzte sich jüngst weiter davon nach oben ab, was als erstes Indiz für eine Wiederaufnahme der Aufwärtsbewegung interpretiert werden könnte.

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% zur Vorwoche

Sojabohnen CBOT ($c/bu) Weizen CBOT ($c/bu)

Schwein mag. CME ($c/lb)

Rohstoff-Indizes (Auswahl) Index Kurs

% zur Vorwoche

NYSE Arca Gold BUGS Index (HUI) 490,81

-0,98%

NYSE Arca Oil & Gas Index

1225,90

-2,09%

143,00

-2,30%

Reuters-Jeffries CRB Futures-Index 309,30

+0,00%

Rogers Int. Commodity Index

-3,63%

DJ AIG Commodity Index

3676,01


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Event der Woche

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Kulturkalender

„Monica Bonvicini: Desire Desiese Devise – Zeichnungen 1986–2012“ Ausstellung, 07.09.12–18.11.12, Deichtorhallen Hamburg, Hamburg, www.deichtorhallen.de „Die Fledermaus – von Johann Strauß“ Bühne, 11.11.12/23.11.12, Nationaltheater Mannheim, Mannheim, www.nationaltheater.de

Zweite Aachener Krimitage – Achtung Hochspannung! Vom 27. Oktober bis zum 15. November 2012 wird es in Aachen wieder spannend: Die zweiten Aachener Krimitage, initiiert von der Volkshochschule Aachen, stehen an. Knapp drei Wochen voll von Lesegenuss, Kriminalistik und Spürsinn. So vielfältig und wechselhaft sowohl das Wetter als auch die Stadt sind, so unterschiedlich und facettenreich präsentiert sich auch wieder das von Uwe Appelbe zusammengestellte Programm der diesjährigen zweiten Auflage der Aachener Krimitage. Neben Verbrechen und Ermittlungen in eher vertrauter Umgebung sind internationale Verschwörungen und weit entfernte Länder Thema der Krimitage. Dabei wird die gesamte Bandbreite des Kriminalgenres präsentiert: von lebensnahen Berichten über die Arbeit eines Profilers bis zur spannenden Spekulation über internationale Verbrecherorganisationen. Aber auch Bühne und Kino stehen ganz im Zeichen krimineller Energie: szenische Lesungen im Theater K, französische und schwedische Filmklassiker im Eden Kino und dazwischen erklingt die düstere Stimme von Edgar Wallace … Abwechslungsreicher und bunter könnte das Programm kaum sein. Man darf szenischen 22

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Lesungen des bewährten Theater-Duos „KrimiMimis“ beiwohnen, kommt in den Genuss eines herrlich schrullig-skurrilen EdgarWallace-Films und kann den schwedischen Romanautor Jan Arnald alias Arne Dahl und seinen aktuellen Krimi „Gier“ im Rahmen einer Literaturlesung kennenlernen. Arnald, Literatur- und Theaterkritiker, wurde bereits zweimal mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet. Interessant werden sicher auch die zwei Gesprächsabende zum Thema „Im Land des Lächelns – Mord und Totschlag in Asien“, an denen die Dozentin verschiedene Autoren vorstellt und bei grünem Tee und asiatischen Snacks Hintergrundinformationen über Länder und Leute, Sitten und Gebräuche aus erster Hand liefert. Für die Aachener gilt im Oktober und November: Vorsicht Hochspannung! W eitere Infos unter: www.aachener-krimitage.de

„Krimilesung – Aachener Krimitage“ Literatur/Unterhaltung, 11.11.12, Buchhandlung am Dom, Aachen, www.gmeiner-verlag.de „HimmelsKlang – RAUM – KLANG – STILLE“ Musik/Konzert, 11.11.12, Evangelische Stadtkirche Karlsruhe, Karlsruhe, www.zkm.de „Tue Greenfort – GASAG Kunstpreis 2012“ Ausstellung, 02.11.12–09.04.13, BERLINISCHE GALERIE, Berlin, www.berlinischegalerie.de „Internationaler Gitarrensalon La Guitare G8” Musik, 11.11.12, Stadtbibliothek, Nürnberg, www.la-guitare.de „ANGSTMÄN“ Bühne, 10.11.12–11.11.12, Garage Theater Erlangen, Erlangen, www.theater-erlangen.de

A phorismus der Woche „Die Leute können ein Großmaul nicht ausstehen, aber zuhören werden sie immer.“ (Muhammad Ali)


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Coffeetable-Favourites

Style Feed: Blog Around The Clock Wenn zwei Trends aufeinandertreffen, entsteht manchmal eine wunderbare Symbiose, etwas völlig Neues, Trendweisendes. So in etwa verhält es sich, wenn Mode auf moderne Kommunikation trifft. Style-Blogs dominieren das World Wide Web und zeigen, wo es modisch langgeht.

Style Feed William Oliver Verlag: Prestel Verlag Ausgabe: 304 Seiten Sprache: Englisch ISBN: 978-3-7913-4718-9 Preis: 19,95 Euro www.randomhouse.de/ prestel

Wer der Welt etwas zu sagen hat, nutzt mehr und mehr die modernen Kommunikationswege, die das Internet zu bieten hat. In sogenannten Blogs kann man seine Gedanken festhalten, sie kommunizieren und mit anderen teilen. Der eigene Mode-Blog ist heute mindestens ebenso wichtig wie der eigene Stil. Modetrends werden nicht mehr nur über „Vogue“, „Elle“ oder „Dazed & Confused“ lanciert, sondern immer öfter durch eine schier unübersehbare Fülle von Blogs, in denen Modesüchtige rund um den Globus ihre Leidenschaft teilen. Allen, die fürchten, dabei den Überblick zu verlieren, kommt das Buch „Style Feed: The World’s Top Fashion Blogs“ zu Hilfe. Die Blog-Ikone Susie Bubble hat sich durch Tausende von Blogs weltweit geklickt und eine Best-of-Liste der 60 unverzichtbaren Höhepunkte der Blogosphäre ausgewählt. Gemeinsam mit William Oliver, Autor und Modejournalist, der in „Style Feed“ die Entstehungsgeschichte der Blogs skizziert und deren Schwerpunkte sowie

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die Menschen, die hinter ihnen stecken, porträtiert, schafft Bubble Orientierung zwischen Streetstyle, Outfitpost und Branchenklatsch. Vorgestellt werden die wichtigsten Blogs und deren Betreiber – mit dabei sind Branchengrößen wie The Men Repeller, Facehunter und Garance Doré, aber auch die eine oder andere Überraschung lässt sich auf den 304 Seiten finden.

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V.i.S.d.P. : ​Christian Ernst Frenko

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Herausgeber: ​ Weimer Media Group GmbH Maximilianstraße 13 80539 München

Archiv: www.boerse-am-sonntag.de/archiv

Geschäftsführer Dr. Wolfram Weimer Amtsgericht: München HRB 198201 Vertriebsleitung: Andreas Fiek, Tel.: 0911 / 274 00 0 andreas.fiek@finanzpark.de Anmeldung: Um „BÖRSE am Sonntag“ kostenfrei zu beziehen, melden Sie sich an unter: www.boerse-am-sonntag.de Abmeldung: Zur Abmeldung vom Bezug der „BÖRSE am Sonntag“ senden Sie einfach eine Email an: abmelden@boerse-am-sonntag.de

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Bildnachweis: Fotolia Layout: addna, Nürnberg Technik: Daniel Gruber, finanzpark AG Erscheinungsweise: wöchentlich, jeweils Sonntag Mitarbeiter dieser Ausgabe: Christian Ernst Frenko, Miriam Feuerstein, Thomas Uhlig, Margot Habjan, Andreas Fiek, Steffen Droemert, Michael Amtmann, Michaela Ellen Lenz, Reinhard Schlieker, Wolfgang Tenor, Sven Heckle, Michael Fuchs, Sven Heckle, Christian Bayer, Jörg Billina, Die Charts wurden mit freundlicher Unterstützung von TradeSignal erstellt. Deutsche Bibliothek: ISSN 1610-7446 Auflage: 117.000

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Ausgabe 43/12 (Spezial: ETFs)