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Der J채nner

2010.


S e r v i c e Landestheater Linz  

Kartenservice 0800 218 000 (kostenfrei aus ganz Österreich) International +43 (0)732/76 11-400 • Fax DW 105 E-Mail kassa@landestheater-linz.at Tickets online www.landestheater-linz.at Adresse Promenade 39, 4020 Linz Öffnungszeiten Kartenservice Mo–Fr 9.00–18.00 Uhr, Sa 9.00–12.30 Uhr, sonn- und feiertags geschlossen Abendkassen Die Abendkassen Großes Haus und Kammerspiele sind jeweils 1 ½ Stunden vor Vorstellungs­beginn geöffnet, im Eisenhand (Eisenhandstraße 43) und im u\hof: (Landstraße 31) 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn. (Bei allen Vorstellungen im Eisenhand ist das Café Fino bis zum Vorstellungs­ beginn geöffnet.)

Kartenbüros Kartenbüro Pirngruber Landstraße 34, 4020 Linz, +43 (0)732/77 28 33 tickets@pirngruber.com, www.pirngruber.com Öffnungszeiten: Mo–Fr 9.00–18.00 Uhr, Sa 9.00–13.00 Uhr Linzer Kartenbüro Herrenstraße 4, 4020 Linz, +43 (0)732/77 88 00 linzer-kartenbuero@aon.at, www.kdschroeder.at Öffnungszeiten: Mo–Fr 9.00–18.00 Uhr, Sa 9.00–12.00 Uhr

Theatermagazin Falls Sie durch die Beilage in den OÖNachrichten das Theatermagazin zweimal erhalten, können Sie die Zusendung des Landestheaters per E-Mail unter kassa@landestheater-linz.at abbestellen.

Eine Viertelstunde vor Vorstellungs­beginn gibt es an den Abendkassen Großes Haus, Kammerspiele, Eisen­ hand und u\hof: für Schüler, Lehrlinge, Studenten, Wehr- und Zivildienst­leistende bis 27 Jahre mit einem gültigen Ausweis Last-Minute-Karten um o 5,–.

StudentInnenmittwoch An jedem Mittwoch im Winter- und Sommer­semester (September 2009 bis Juni 2010) gibt es für Linzer StudentInnen folgendes Angebot: – Großes Haus, Platzgruppe 1 und 2 (je nach Ver­füg­ barkeit): h 10,– – Kammerspiele, Platzgruppe 1: h 8,– – Eisenhand: h 7,–

Günstig ins Theater

Telefon Abendkassen Großes Haus 0800 218 000-1; Kammerspiele 0800 218 000-2; Eisenhand 0800 218 000-6; u\hof: 0800 218 000-3 Kostenlose Zusendung des Monatsspielplans unter 0800 218 000 (Mo–Fr 9.00–18.00 Uhr, Sa 9.00–12.30 Uhr) oder per E-Mail kassa@landestheater-linz.at

Um o 5,– ins Landestheater!

Theaterkarte = Fahrschein Ihre Theaterkarte oder Ihr Abonnementausweis gelten als . Sie fahren auf dem gesamten Fahrschein der Streckennetz (ausgenommen AST und Pöstlingbergbahn) gratis zu unseren Vorstellungen und der wieder nach Hause. Gültig am Tag der Vorstellung ab 2 Stunden vor Beginn der Vorstellung bis Betriebsschluss . der (ausgenommen Eintrittskarten mit dem Vermerk „Keine Fahrkarte“)

Ab Verkaufsfreigabe erhalten StudentInnen bis 27 Jahre gegen Vorlage des gültigen Studenten­ausweises 1 Karte pro Person und Vorstellung (ausgenommen von der Direktion festgelegte Vor­stellungen).

Schon gehört? – Ö1-Club-Rabatt! Ö1-Club-Mitglieder erhalten 10 % Ermäßigung auf die Vorstellungen des Landes­ theaters Linz. Dieses Angebot gilt inklusive einer Begleitperson für den gesamten Vorverkaufs­ zeitraum und an der Abendkasse (ausgenommen ­Premieren, Gastspiele und von der Direktion festgelegte Vorstellungen).

Kartenservice-Info Liebe Theaterbesucher, wenn Sie die Theaterkarte als Fahrkarte für ein öffentliches Verkehrsmittel benützen, gilt diese ab zwei Stunden vor der Vorstellung bis 24.00 Uhr am Vorstellungstag. Das Kartenservice-Team wünscht Ihnen fürs neue Jahr Glück, Gesundheit und viele schöne Augenblicke.

Landabo Für die Eisenhand-AbonnentInnen geht es weiter mit Karl M. Sibelius’ Matchgirl Opera für: Abo 25 + 26: Samstag, 23. Jänner 2010 , 20.00 Uhr Abo 27 + 28: Mittwoch, 27. Jänner 2010, 20.00 Uhr Mit den besten Wünschen für das neue Jahr 2010

Doris Dworaczek, Tel. (0732) 76 11-130 (9.00 – 13.00 Uhr), Fax (0732) 76 11-303, E-Mail: dworaczek@landestheater-linz.at

Hinter den Kulissen Kostenlose Führungen An einem Freitag im Monat findet jeweils eine kostenlose Führung im Landestheater statt. Nächste Führung: 8. Jänner 2010, 17.00 Uhr – Treffpunkt: Großes Haus, Foyer IMPRESSUM Theatermagazin Jänner 2010 Medieninhaber und Verleger OÖ. Theater und Orchester GmbH, Promenade 39, 4020 Linz, Tel. +43 (0)732/76 11-0, Fax DW 371, www.landestheater-linz.at Intendant Rainer Mennicken Kauf­männischer Vorstands­ direktor Dr. Thomas Königstorfer Schlussredaktion Viktoria von Aigner E-Mail von.aigner@landestheater-linz.at Redaktion Viktoria von Aigner, Inez Ardelt, Thomas Barthol, Isabel Biederleitner (BOL), Kathrin Bieligk, Anke Held, Franz Huber, Felix Losert, Elke Ranzinger, Elisabeth Strauß, Julia Zirkler Mitarbeit Susanne Kuffner Gastbeitrag Ursula Knoll Termine Helene von Orlowsky Alle Promenade 39, 4020 Linz Layout Claudia Erblehner Fotos Norbert Artner, Christian Brachwitz, Paul Leclaire, Reinhard Winkler (USA-Tournee, S. 16), Peter Wurst (Fotos Leopold Köppl, S. 18) Titelfoto Christian Brachwitz Im Dickicht der Städte Anzeigen­annahme Gutenberg-Werbering, Alfred Oyrer, Telefon (0732) 69 62-219, E-Mail a.oyrer@gutenberg.at Druck Gutenberg-Werbering – Änderungen, Irrtümer, Satz- und Druckfehler vorbehalten


i n h a lT

Der Jänner 2010. T!PP des Monats

Dornröschen 2

von Heilbronn

6

Premieren Romeo

Titus

…..................……

Die Linzer Theater im Jänner

Seite 13

…..................……

10

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Konstantin Bühler

Interview

13

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8

…..................……

und Julia

4

Theaterpädagogik

12

Tournee, Konzertkalender

Einwürfe

von Ursula Knoll 20

16

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..................……

Jubiläum

Service Kartenservice,

pro

18

…..................……

Porträt

13 Fragen auf

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Zum letzten Mal

Quartett

Silke Grabinger

USA-

19

& artnok

International +43 (0)732/76 11-400 Fax +43 (0)732/76 11-105 www.landestheater-linz.at kassa@landestheater-linz.at

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Termine

Landabo, Hinter den Kulissen, Impressum U2

Linz verändert?!

Kartenservice 0800 218 000

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Bruckner Orchester Linz Presse

…..................……

Leopold Köppl

9

Erste Liebe; Luciano Pavarotti

92. Lesezeichen 14 ; Theaterstammtisch mit Georg Bonn und Vasilij Sotke 15

; Ich tanze mit dir in den Himmel hinein 15

Das Käthchen

Theater-Uni

Fuckhead meets Brecht

Theater Extra

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Linz hat sich verändert, und zwar sehr zum Positiven. Das merkt man schon alleine an den öffentlichen Verkehrsmitteln, die endlich auch zu späteren Stunden noch fahren, wie das in einer mittleren Stadt üblich ist. Allgemein hat Linz09 dafür gesorgt, dass positive Akzente gesetzt wurden und an jeder Ecke Überraschungen warteten. Die Kultur war einfach viel präsenter, sei es durch den Höhenrausch, den Zu- und Neubau des Ars Electronica Centers oder durch scheinbar kleine Dinge, wie das Projekt „In situ“, das mit Schriftzügen am Asphalt an die braune Vergangenheit von Linz gemahnt. Kerstin Wieltsch, Werkstättenleiterin

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Linz verändert? Verändert Linz? Nein. Gebürtige und praktizierende Linzerinnen und Linzer verändern. Stahlstadtkinder verändern. Sich. Andere. Anderes. Sicheres. Manchmal zum Positiven, zum Negativen, zum Schöneren und Hässlicheren. Sie verändern Straßenzüge, Gebäude, Plätze, Beleuchtung, Architektur. Ihr Verhalten. Ihre Liebe. Ihre Neigungen. Ihre Sicht der Dinge. Doch Linz? Die alte Dame sitzt auf ihrem Granitsockel, lässt der Zeit wie der Donau ihren Lauf und wird dies wohl noch einige Zeit lang so tun. Und sie hat sicherlich nichts dagegen, wenn wir uns, und was auch immer, verändern. Also tun wir es. Manchmal. Jan Hax Halama, Bühnen­ und Kostümbildner


T i p p des Monats 

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Bei uns gibt’s die kitschfreie Version. Dornröschen – Phantastisches Ballett von Jochen Ulrich – Musik von Peter Iljitsch Tschaikowsky 6. Jänner 2010 im Großen Haus

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romeo und Julia

Auch wer Romeo und Julia noch nie gesehen, noch nie gelesen hat, hat von ihrer unbedingten Liebe bis in den Tod gehört. Aber kennen Sie die Geschichte? Testen Sie Ihr Romeo und Julia­Wissen und gewinnen Sie Karten für die Premiere.

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1. Wann schrieb William Shakespeare Romeo und Julia? (D) Zwischen 1590 und 1599 (B) Zwischen 1600 und 1609 (S) Zwischen 1610 und 1619

  S c h au s p i e l im Großen Haus

11. Wer schließt Romeo und Julias Ehe? (x) Bruder John (u) Bruder Lorenzo (p) Mercutio

21. Wie und wo begeht Romeo Selbstmord? (h) Mit einem Strick auf dem Marktplatz. (j) Mit einem Dolch in Julias Schlaf­ zimmer. (n) Mit Gift in Julias Grab.

2. Wer regierte England zur Entstehungszeit von Romeo und Julia? (e) Königin Elisabeth I. (i) König James I. (x) König Henry VIII.

12. Warum fordert Tybalt Romeo zum Duell? (n,) Er ist beleidigt, dass Romeo seine Cousine Julia liebt. (t,) Er ist verärgert, dass Romeo auf dem Fest der Capulets erscheint. (j,) Tybalt fordert nicht Romeo zum Duell; er fordert Mercutio.

3. In wen ist Romeo zu Beginn des Stückes krankhaft verliebt? (s) Sich selbst (f) Julia (n) Rosaline

13. Wer tötet Mercutio? (h) Sampson (v) Romeo (w) Tybalt

23. Wer verspricht, dass eine Goldstatue von Julia in Verona errichtet werden wird? (u) Montague (a) Lady Capulet (k) Paris

14. Wen verflucht Mercutio, als er im Sterben liegt? (a) Die Montagues und Capulets (b) Tybalt (y) Romeo und Tybalt

24. In welchem Jahr starb Shakespeare? (ck) 1610 (rt) 1594 (ss) 1616

4. Wo treffen sich Romeo und Julia zum ersten Mal? (n) Auf dem Fest der Capulets (g) In der Zelle von Bruder Lorenzo (t) Auf dem Fest der Montagues 5. Wer versucht als erster, Romeo zu über­ reden, auf das Fest zu gehen? (K) Mercutio (L) Benvolio (Z) Lady Montague 6. Wer ist die Fee, die laut Mercutio Romeo im Schlaf besucht? (u) Puck (i) Queen Mab (l) Ariel

15. Warum wird Romeo verbannt? (s) Weil er Tybalt ermordet hat. (n) Weil er Julia gegen den Willen ihres Vaters geheiratet hat. (k) Weil er Mercutio ermordet hat. 16. Am Morgen nach der Hochzeitsnacht hören Romeo und Julia einen Vogel singen. Welcher ist es nach Julias erster Aussage? (n) Eine Eule (s) Eine Nachtigall (q) Eine Lerche

7. Womit vergleicht Romeo Julia zu Beginn der Balkonszene? (t) Dem Mond (r) Einem Sommertag (e) Der Sonne

17. Was rät die Amme Julia, nachdem Romeo verbannt wurde? (u) Ihrem Ehemann ins Exil zu folgen. (i) Zu handeln, als ob Romeo tot sei, und dann Paris zu heiraten. (l) Selbstmord zu begehen.

8. Bei wem soll Romeo seine Liebe nicht schwören? (b) Beim Mond (s) Bei seinem Herz (f) Bei seinem Namen

18. Warum verkauft der Apotheker Romeo Gift? (e) Er ist arm und braucht das Geld. (a) Er hat Angst, dass Romeo ihm etwas antut, wenn er es ihm verweigert. (o) Er ist ein Freund von Bruder Lorenzo.

9. Mit welcher Figur ist Paris verwandt? (a) Montague (e) Prinz Escalus (o) König Richard

19. Wie lange hält der Schlaftrunk an, den Julia trinkt? (p) 12 Stunden (w) 1 Woche (t) 42 Stunden

10. Auf welchem Gebiet ist Bruder Lorenzo ein Experte? (m) Sprachen (t) Pflanzen und Kräuter (n) Fechten

20. Wer entdeckt Julia, nachdem sie den Trank von Bruder Lorenzo getrunken hat? (g) Lady Capulet (f) Capulet (u) Die Amme

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22. Wer ist die letzte lebende Person, die Julia sieht, bevor sie sich selbst ersticht? (x) Paris (m) Bruder Lorenzo (c) Tybalt

Die vor den Antworten stehenden Buchstaben ergeben der Reihe nach zusammengefügt ein ­Zitat aus Romeo und Julia. Schicken Sie diesen Lösungssatz bis zum 12. Jänner 2010 an Landestheater Linz Stichwort Romeo und Julia-Quiz Promenade 39 4020 Linz oder per E-Mail an quiz@landestheater-linz.at Unter allen richtigen Einsendungen verlost das Landestheater 5 x 2 Karten für die Romeo und Julia-Premiere am 16. Jänner 2010 um 19.30 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Romeo und Julia Tragödie von William Shakespeare Deutsch von Gerhard Willert Premiere 16. Jänner 2010 Koproduktion von Schauspiel und u\hof: Für alle ab 14 Jahren Inszenierung Gerhard Willert Bühne und Kostüme Alexandra Pitz Musik Christoph Coburger Dramaturgie Elke Ranzinger Mit Nora Dirisamer, Verena Koch, Nicole Reitzenstein, Christiane Schulz; Aurel von Arx, Georg Bonn, Tobias Graupner, Thomas Kasten, Klaus Köhler, Erich Josef Langwiesner, Stefan Matousch, Peter Pertusini, Vasilij Sotke, Ralf Wegner


s c h au s p i e l in den Kammerspielen  

Das Käthchen von Heilbronn oder Die Feuerprobe Die Welt wankt aus ihren Fugen! (Akt V)

Schwaben, Mittelalter: Graf Wetter vom Strahl muss sich vor einem Femegericht verantworten. Der Heilbronner Waffenschmied Theobald Friedeborn beschuldigt ihn, seine Tochter Käthchen verhext zu haben. Das Mädchen folgt dem Ritter, seit es ihn das erste Mal sah, auf Schritt und Tritt … In der folgenden Ereigniskette von Ritterfehde über Burgbrand zu Giftanschlag offenbart sich das spannungsreiche Verhältnis zweier Menschen, die auf den ersten Blick nichts gemeinsam haben, deren heimliches Band aber der Traum bildet. In seinem Käthchen dringt Heinrich von Kleist unter die Oberfläche der Vernunft, um die Labyrinthe des Begehrens und die Rätsel der Träume zu erkunden. Er lässt seine Figuren in die tiefsten Innerlichkeiten stürzen, ohne dass sie sich dessen bewusst werden. Käthchen ist für ihn „die Kehrseite der Penthesilea, ihr anderer Pol, ein Wesen, das ebenso mächtig ist durch gänzliche Hingebung, als jene durch Handeln“.

Ward, seit die Welt steht, so etwas erlebt? (Akt I)

Die Küsse der Frauen in Kleists Werken können ungeheuer sein. Als würde die Männer in der Gestalt der Frauen jene Wahrheit beißen, die sie schon so lange suchen, aber nirgends finden.*

Keinen Laut bringt sie hervor. (Akt I)

Premiere 23. Jänner 2010

Ach, und erzählte, und erzählte, und fand kein Ende zu erzählen. (Akt II)

Schauspiel von Heinrich von Kleist Inszenierung Ingo Kerkhof Bühne und Kostüme Florian Parbs Musik Philipp Ludwig Stangl Geräusche Max Bauer Dramaturgie Kathrin Bieligk Mit Eva-Maria Aichner, Barbara Novotny, Julia Ribbeck, Johanna Ullmann; Thomas Bammer, Konstantin Bühler, Manuel Klein, Joachim Rathke, Lutz Zeidler

Der Zufall bei Kleist: die Entfesselung des am Grund der Welt lauernden Wahnsinns.*

Leben aber ohne Liebe sei Tod; die Welt nannt er ein Grab, und das Grab eine Wiege (Akt II) 6




Du, deren junge Seele, als sie heut nackt vor mir stand, von wollüstiger Schönheit gänzlich triefte (Akt II)

Die Welt ist für Kleist ein Labyrinth von Irrwegen und Sackgassen, in dem kein unmittelbarer Ausblick auf etwas möglich ist. Dagegen ist für ihn die Wahrheit etwas Unmittelbares, das wie ein Blitz ist: sie bedarf nicht einmal der Worte.*

Geführt am Strahl seines Angesichts, fünfdrähtig, wie einen Tau, um ihre Seele gelegt (Akt I) O du - - - wie nenn ich dich? (Akt II) Kleists Trieb zum Tod ist eine verwachsene, revoltierte Liebe.*

Im Netz der Wörter Dich lähmt der bloße Blitz aus meiner Wimper? (Akt V) Der Boden gleitet unter der Seele weg, und als sie sich auffangen will, kann sie sich an nichts festhalten. Der Schlund des Nichts verschlingt sie – und durch diesen rutscht sie direkt in die Hölle hinunter.*

Was mir ein Traum schien, nackte Wahrheit ists (Akt IV) Alles ist dicht vorm Feuerfangen. Kleist ist ein poète maudit. Beispiel einer Verweigerung, einer Härte. Er zerbrach sich selbst.*

Nun steht mir bei, ihr Götter: ich bin doppelt! (Akt IV)

Paradoxerweise sind die Gestalten in Kleists Erzählungen und Dramen umso mehr mit sich identisch, je mehr jeder Zusammenhang, an dem sie sich festhalten könnten, zerbricht. Die Welt kommt ihnen abhanden, und sie beginnen plötzlich zu leben.*

Kleists Ziel besteht darin: die Worte selbst wirklich zu machen.*

Hätt ich zehn Leben, nach der Hochzeitsnacht, Opfr’ ich sie jauchzend jedem von euch hin! (Akt V)

Das nenn ich menschlich nicht verfahren. (Akt I) * László F. Földényi: Heinrich von Kleist. Im Netz der Wörter

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s c h au s p i e l u\hof: mobil    Österreichische Erstaufführung

Titus

Premiere 26. Jänner 2010 Jan Sobrie u\hof: mobil in den Schulen von Linz und Umgebung Empfohlen für alle ab 12 Jahren Inszenierung und Spiel Holger Schober

Eigentlich ist der Siebtklässler Titus ein aufgeweckter Junge. Doch in dem Jugendlichen brodelt es. Seine erste große Liebe hat ihm den Laufpass gegeben. Freunde zu haben ist ein Fremdwort in seinem Leben. Sein Vater, ein alleinerziehender Fleischermeister, ist mit seinen eigenen Problemen zu beschäftigt, um die Sorgen und Nöte seines Sohnes wahrzunehmen. Eine Mutter hat er nicht mehr, abgehauen, weg. Titus ist irgendwie „nichts Besonderes“, sogar das Lieblingsschwein seines Vaters, Namens­ geber für seinen Sohn, konnte mit 26 verschiedenen Grunzlauten punkten. Titus beginnt, seine Gedanken an die Wände seines Zimmers zu schreiben. Und nun steht Titus auf dem Dach seiner Schule. Plötzlich steht er im Mittelpunkt. Hier fühlt er sich stark wie Titus Andronicus, der mächtige römische Feldherr. Mitschüler, Vater, Schuldirektor – alle sind da, unten am Schulhof, und warten.

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Auch Titus wartet – und lässt sein junges Leben Revue passieren. Mit viel Witz und Einfühlungsvermögen hat der niederländische Autor Jan Sobrie ein Klassenzimmerstück über einen Jugendlichen geschrieben, der wortwörtlich am Abgrund steht. Damit hat er sich eines sehr aktuellen Themas angenommen. Denn Selbstmord unter Kindern und Jugend­lichen ist gar kein so seltenes ­Thema. Es gibt heutzutage deutlich mehr Jugendliche und Kinder, die Selbstmord­ gedanken haben und ihr Leben am liebsten sofort beenden möchten, als früher. Ist ­Suizid, das willentliche Beenden des eigenen Lebens, eine Folgeerscheinung des gestiegenen Leistungsdrucks und der zunehmenden Perspektivenlosigkeit der heutigen Gesellschaft? In hohem Tempo erzählt Jan Sobrie aus dem Leben eines Jugendlichen. Wahres und Unwahres, Schönes und Trauriges,


 

  S p e z i a l p r oj e k t für Theaterbegeisterte

10 Tage Theater-Uni Semesterferien am Landestheater Linz 12. – 21. Februar 2010

Witziges und Nachdenkliches vermischen sich zu einem differenzierten Porträt. Unverkitscht, klischeefrei und sensibel zeichnet das Stück die Gedankengänge, Nöte und Glücksmomente eines Jungen in der Pubertät nach. Für sein Einpersonenstück erhielt Sobrie 2007 den Jungdramatikerpreis, „ein Stück, bei dem man beim Lesen laut lacht und leise weint“, so die Jury.

Titus ist eine mobile Produktion, die speziell für den Theaterraum Klassenzimmer geeignet ist. Buchungen über das u\hof:-Büro, 0800 218 000-8 oder uhof@landestheater-linz.at

Das u\hof:-Team hat bereits in der vergangenen Spielzeit neue Impulse in der Theaterpädagogik gesetzt. Unter dem ­Titel 10 Tage – Von Null auf Hundert ­starteten unter der Leitung von Nora ­Dirisamer, Jan Hax Halama und Rebecca Hofbauer 22 Jugendliche im Alter zwischen 15 und 25 Jahren zu einem Intensivprojekt durch. Innerhalb von zehn ­Tagen wurde eine komplette Inszenierung auf die u\hof:-Bühne gestellt, in der die Jugendlichen für alle Teilbereiche auf und hinter der Bühne verantwortlich zeichneten. Tatkräftig unterstützt von vielen MitarbeiterInnen des Landestheaters konnte dieses engagierte Projekt erfolgreich gelingen.

vorhanden sind, wer für die einzelnen Arbeitsbereiche verantwortlich ist, und was es dabei für Sicherheitsvorschriften zu beachten gilt. Genauso gut können sich die TeilnehmerInnen aber auch im szenischen Schrei­ ben oder im Tanz ausprobieren und/oder in die technischen Bereiche wie Licht­ design und Bühnentechnik hineinschnuppern. Dort werden Fragen geklärt wie: Wie kann ich eine Bühne perfekt ausleuchten und welche Hilfsmittel brauche ich dazu? Wie entstehen unterschiedliche Lichtstimmungen, wie sogenannte Lichteffekte? Was hat bei all dem ein Inspizient zu tun? Wie wäre es, wenn jetzt noch ein Video gebraucht würde?

Heuer wird wiederum ein spezielles ­Projekt innerhalb der Semesterferien für die 15- bis 25-Jährigen angeboten. In Kooperation mit der Kunstuniversität Linz wird es eine Theater-Uni geben, die es möglich macht, das Theater vor und hinter den Kulissen intensiv kennenzulernen.

Wer Antworten auf diese und mehr ­Fragen rund ums Theater finden und den Theateralltag vor und hinter den Kulissen erleben möchte, kann sich bei der Theater-Uni anmelden!

Für alle Interessierten wird es über diese zehn Tage einen umfangreichen „Studien­ plan“ geben, der sie, je nach Wunsch, in verschiedene Bereiche des Theaters führt: So können die Beteiligten unter der Anleitung von Theaterprofis z. B. das Spiel auf der Bühne ausprobieren und erfahren, wie Kulissen und Kostüme entstehen. Auf dem Programm steht auch, welche Schritte für die Fertigung der Ausstattung nötig sind, welche Werkstätten dafür gebraucht werden und im Landestheater

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Die Liste der vollständigen Teilbereiche ist auf dem Anmeldeflyer für die Theater-Uni nachzulesen, der in allen Spielstätten des Landestheaters aufliegt. Wir schicken diesen auf Wunsch auch gerne zu.

Interessenten melden sich bitte baldmöglichst, spätestens aber bis 14. Jänner 2010 per E-Mail: held@landestheater-linz.at Ansprechpartnerin: Anke Held


Die Linzer Theater GroSSeS hauS

kam m e rSpi e le

u\hof: unD eiSenhanD

landestheater linz – kartenservice 0800 218 000 – www.landestheater-linz.at

Unter www.landestheater-linz.at finden Sie alle derzeit feststehenden Termine des Kalenderjahres 2009, die mit hinzukommenden Vorstellungen laufend aktualisiert werden

TheaTer phÖnix

Karten unter 0732/666 500 www.theater-phoenix.at

FR

1

SA

2

19.30 – ca. 22.50 Les Contes d’Hoffmann 2 für 1

19.30 – 22.55 Im Dickicht der Städte 2 für 1

19.30 Saal Big Bang Löbinger

14.00 und 16.30 Das Dschungelbuch

SO

3

MO

16.00 – 16.50 u\hof: Ein Schaf fürs Leben 20.00 Eisenhand Matchgirl Opera

5+

DI

16.00 – 16.50 u\hof: Ein Schaf fürs Leben 20.00 – 21.15 Eisenhand Savannah Bay

5+

4 5

MI

19.30 – 22.00 Dornröschen

14.00 und 16.30 Das Dschungelbuch

DO

19.30 – ca. 22.50 Les Contes d’Hoffmann Abo 16 + 17

10.30 – 11.45 Das Dschungelbuch 19.30 – 21.45 Die Katze …

11.00 – 12.00 u\hof: Frankensteins Sohn 20.00 – 21.30 Eisenhand Quartett

FR

19.30 – 22.15 Das Land des Lächelns Abo 18 + 19

10.30 – 11.45 Das Dschungelbuch 19.30 Im Dickicht … Abo 4/Linzer Aktivpass-Erm.

20.00 – 21.15 Eisenhand Savannah Bay

SA

19.00 Einführung im Foyer 19.30 – 22.00 Kepler Abo 80

19.30 – 20.50 Delirium zu zweit 2 für 1

SO

19.30 – 22.15 Das Land des Lächelns Abo 36

6 7 8 9

10

19.30 Saal Der Himmel is a Eierspeis

Gastspiel

19.30 Saal Big Bang Löbinger 10+

19.30 Saal Big Bang Löbinger 19.30 Saal Big Bang Löbinger 19.30 Saal Big Bang Löbinger 19.30 Saal Big Bang Löbinger Theatersonntag/ letzte Vorstellung

MO

11 DI

19.30 – ca. 22.50 Les Contes d’Hoffmann Abo 2/Linzer Aktivpass-Ermäßigung

19.30 – 21.15 Geld macht glücklich Abo 41

MI

19.30 – 21.30 Ich tanze mit dir in den Himmel hinein Abo 12 + 13

10.30 – 11.45 Das Dschungelbuch 19.30 – 20.50 Delirium zu zweit Abo 61

10.30 – 11.30 u\hof: Moby Dick 20.00 – 21.30 Eisenhand Quartett

8+

10.30 – 11.45 Das Dschungelbuch

10.30 – 11.30 u\hof: Moby Dick 20.00 Eisenhand Matchgirl Opera Abo 7

8+

12 13 DO

14 FR

19.30 – ca. 22.50 Les Contes d’Hoffmann Abo 88

19.30 – 21.15 Geld macht glücklich Abo 5

10.30 – 11.30 u\hof: Moby Dick

8+

SA

19.30 Uhr Romeo und Julia Premierenabo

19.30 – 21.45 Zum letzten Mal

16.00 – 17.00 u\hof: Moby Dick

8+

SO

19.30 – ca. 22.50 Les Contes d’Hoffmann Abo 53

20.00 – 21.15 Eisenhand Savannah Bay

MO

Ballett-Gastspiel in Ljubljana Lorenzaccio

11.00 – 12.15 u\hof: Wir alle für immer

zusammen

10+

DI

19.30 – 22.15 Das Land des Lächelns Abo 20 + 21

11.00 – 12.00 u\hof: Frankensteins Sohn 20.00 Eisenhand Lesung Erste Liebe

10+

MI

19.30 Romeo und Julia Abo 3 + 72

DO

11.00 Klassiker um elf Romeo und Julia 19.30 Les Contes d’Hoffmann Abo 54

19.30 – 21.30 Lustvoll schlank

Gastspiel

FR

11.00 – ca. 12.30 Dornröschen Theaterpaket 19.00 Einführung/19.30 Romeo und Julia Abo 9+89

19.30 – 21.30 Lustvoll schlank

Gastspiel

SA

19.30 – 22.15 Das Land des Lächelns Abo 77

19.30 Das Käthchen von Heilbronn

15 16 17 18 19 20 21 22 23

Premiere

Die Katze auf dem heißen Blechdach

Premiere

24

SO

17.00 Das Käthchen von Heilbronn Abo Szenario Familie/Linzer Aktivpass-Ermäßigung

MO

10.30 und 14.00 Das Dschungelbuch

25 DI

19.30 Romeo und Julia Abo 78

MI

19.30 Romeo und Julia Abo 10 + 11

DO

18.00 Landesgalerie Festsaal Theaterstammtisch Elisabeth Buchmann (ORF) – Georg Bonn und Vasilij Sotke

FR

26

10.30 – 11.45 Das Dschungelbuch 19.30 Das Käthchen von Heilbronn

19.30 Balkon Linz auf der Couch

Uraufführung

11.00 – 12.00 u\hof: Frankensteins Sohn 20.00 – 21.15 Eisenhand Savannah Bay

10+

16.00 – 16.50 u\hof: Ein Schaf fürs Leben 5+ 20.00 Eisenhand Matchgirl Opera Abo 25 + 26

19.30 Balkon Linz auf der Couch 19.30 Balkon Linz auf der Couch Theatersonntag

u\hof: mobil Titus Premiere 12+ 10.30 u\hof: Moby Dick 8+ / 20.00 Eisenhand Savannah Bay

19.30 Saal

Kompositionen für den Alltag Konzert

10.30 – 11.30 u\hof: Moby Dick 8+ 20.00 Eisenhand Matchgirl Opera Abo 27 + 28

19.30 Balkon Linz auf der Couch

10.30 und 14.00 Das Dschungelbuch

11.00 – 12.15 u\hof: Wir alle für immer … 20.00 – 21.30 Eisenhand Quartett

10+

19.30 Balkon Linz auf der Couch

19.30 – ca. 22.50 Les Contes d’Hoffmann Abo 55

10.30 und 14.00 Das Dschungelbuch 19.30 Luciano Pavarotti Freunde des Linzer Musiktheaters

11.00 – 12.00 u\hof: Frankensteins Sohn 10+ 20.00 – 21.30 Eisenhand Quartett Zum letzten Mal

19.30 Balkon Linz auf der Couch

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19.00 Einführung im Foyer / 19.30 – 22.15 Der gute Mensch von Sezuan Abo 80

19.30 – 21.15 Geld macht glücklich Abo 42

16.00 – 17.00 u\hof: Frankensteins Sohn

19.30 Balkon Linz auf der Couch

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11.00 Foyer 1. Rang 92. Lesezeichen /15.00 Ich tanze … Abo Acht Aufwärts/Linzer Aktivpass-Erm. Zum letzten Mal

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15.00 – 16.00 u\hof: Moby Dick 20.00 – 21.15 Eisenhand Savannah Bay

10+ 8+

19.30 Balkon Linz auf der Couch Theatersonntag


im Jänner 2010. linzer kellerTheaTer Karten unter 0732/784120 www.linzerkellertheater.at

TheaTer DeS kinDeS

linzer puppenTheaTer

Karten unter 0732/60 52 55 www.theater-des-kindes.at

Karten unter 0732/60 22 58 www.puppentheater.at

bühne04

Karten unter 0699/11 399 844 www.buehne04.at

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16.00 Honigherzchen

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16.00 Wie hoch ist oben

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19.30 Die Perle Anna von Marc Camoletti

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16.00 Wir können noch viel zusammen

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16.00 20000 Meilen unter den Meeren 8+

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15.00 – 16.00 Die Drachenschätze in der Eishöhle von Christa Koinig 15.00 – 16.00 Die Drachenschätze in der Eishöhle von Christa Koinig

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16.00 Tek und Tük finden das Glück von und mit Margit Zierhut

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15.00 – 16.00 Die Drachenschätze in der Eishöhle von Christa Koinig

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10.30 Platz … Gastspiel 5+ / 16.30 Wie hoch … Gastspiel 6+ 16.00 Tek und Tük finden das Glück 3+

15.00 – 16.00 Die Drachenschätze in der Eishöhle von Christa Koinig

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09.30 Wir können noch viel zusammen

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20.00 Warten auf Godot von Samuel Beckett im Linzer Kulturzentrum HOF

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16.00 Tischlein deck dich Märchen für Kinder In den Redoutensälen / 19.30 Die Eisernen

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15.00 – 16.00 Die Drachenschätze in der Eishöhle von Christa Koinig

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16.00 Honigherzchen

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15.00 – 16.00 Die Drachenschätze in der Eishöhle von Christa Koinig

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16.00 Platz für den König 16.00 Wir können noch viel … Gastspiel

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15.00 – 16.00 Die Drachenschätze in der Eishöhle von Christa Koinig

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20.00 Warten auf Godot von Samuel Beckett im Linzer Kulturzentrum HOF Zum letzten Mal

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25 20.00 Abgefahren Theatersatire in einem Zug Premiere (UA) im Linzer Kulturzentrum HOF

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16.00 Tischlein deck dich Märchen für Kinder In den Redoutensälen / 17.00 Die Eisernen

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15.00 – 16.00 Die Drachenschätze in der 3+ Eishöhle von Christa Koinig Zum letzten Mal

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i nte rvi ew  

Fuckhead meets Brecht

Didi Bruckmayr und Siegmar Aigner in Brechts Schauspiel Im Dickicht der Städte „Sehr geehrte Damen und Herren, Androiden und provinzielle Modernisten! Bitte begrüßen Sie die neue offizielle diplomatische Ver­ tretung von Österreich: Fuckhead! Sehen und staunen Sie über die perfekte Repräsentation der Schönheit und Modernität dieses Landes.“ – So harmlos präsentiert sich die aktionistische Rockgruppe mit dem klingenden Namen Fuckhead auf ihrer Homepage. Gegründet 1988 in Linz, gehören die F***köpfe längst zum Inventar der progressiven österreichischen Szene. Im Mittelpunkt ihrer Auftritte stehen Körperlichkeit, der Mensch und die Technologie. Es geht um das Spiel mit Identitäten und das Zerbrechen von Persönlichkeiten. Was mitunter auch einmal damit endete, dass sich Chef-Kopf Didi Bruckmayr ein Stahlseil durch den Oberkörper fädelte. So extrem geht es bei Fuckhead heute nicht mehr zu, aber die Affinität zu Grenzerfahrungen, Experimenten mit Körperflüssigkeiten und der Groteske sind geblieben. Im Zuge der Produktion Im Dickicht der Städte arbeitet die musikalische Performance-Truppe zum ersten Mal mit dem Landestheater Linz zusammen. Didi Bruckmayr und Siegmar Aigner singen dabei nicht nur live auf der Bühne, sondern beteiligen sich in vielfältiger Weise an der Aufführung und übernehmen auch diverse Rollen. „Modern Primitives“ im ehrwürdigen Landestheater? Ja, geht denn das? – Lesen Sie selbst im E-Mail-Interview, das Inez Ardelt mit Didi Bruckmayr und Siegmar Aigner führte. pflichteten produktion, ist für derartige taktiken kein platz.

Im Dickicht der Städte Schauspiel von Bertolt Brecht 2., 8. Jänner 2010 in den Kammerspielen

wie ist es für zwei alphatiere wie didi und sigi, sich dem regisseur unterzuordnen? wir sind teamplayer. zudem ist uns ja die hierarchie des theaterbetriebes klar. solange der regisseur weiß, wofür er uns eigentlich engagiert hat, uns respektvoll behandelt und uns zumindest ansatzweise unsere arbeit gut machen lässt, haben wir keine probleme. der theaterbetrieb ist ohnehin eine autoritäre angelegenheit. die türen gehen zu, ich verhalte mich für mehrere stunden reg- und lautlos, während mir ein schauspieler von der bühne herunter kluge dinge aus den archiven einer bürgerlichen geisteswelt auf den kopf zu sagt. frontal­ unterricht sozusagen. hihihi

die rocker sagen, fuckhead sei zu sehr kunst. in der kunstszene heißt es, dass fuckhead zu sehr rock sind. – wo fühlt ihr euch mehr zugehörig? wir sind eine multimedia performance­ truppe geworden, die international auf ­festivals, in museen, clubs und theatern in unterschiedlichen personellen konstella­ tionen spielt. zusätzlich sind wir seit jahren auf filmkunstfestivals durch unsere digitalen videos präsent. während wir zwei gerade in linz sind, spielt einer in japan und ein ­anderer arbeitet gerade in wien für eine ­andere theaterproduktion. unsere letzte performance carnivals of souls im theater brut/wien im oktober war eigentlich der abschied vom musikgeschäft im engeren sinn.

gibt es in dieser produktion platz für die gewohnte spontaneität? stichwort stöpsel, arsch und wäscheleine. genannte dinge sind eher etablierte aktionistische witzchen, die wenig mit spon­ taneität zu tun haben. in unseren shows schaffen wir uns aber grundsätzlich improvisatorische oder ekstatische freiräume bzw. ausnahmezustände, in denen dann unsere intuition regiert. wir agieren viel im publikum. die reaktionen und befindlichkeiten des publikums sind daher ein weiterer relevanter faktor. viele performative ideen entstehen im moment und werden eventuell in weiteren shows wieder angewendet. in dieser, dem deutschen sprechtheater stark ver-

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was erwartet das landestheater-publikum? zwei adrette herren mit festen stimmen, ­frischem mut und wüsten sounds. was erwartet ihr euch vom landestheaterpublikum? viel verwunderung und freude. wie geht’s weiter, was macht ihr als nächstes? die nächsten projekte: ab märz 2010 in berlin, hamburg etc. im wilden musiktheater i furiosi über fußball-hooligans. ein soundtrack für othello im theater phönix. donaufestival krems. einige clubshows. ich dann voraussichtlich noch ende 2010 in der elektronischen oper alexander in rom, cagliari usw.


Frühstücken. 2) Was hörst du gerade?

8) Wenn du einen anderen Beruf aus­ üben müsstest, welchen würdest du wählen? Zur Auswahl: Bauarbeiter und Fußballer.

U2. 3) Dein Traum vom Glück? Reisen. 4) Was wolltest du in Linz immer schon mal machen, hast es aber noch nicht geschaff t?

9) Welche drei Dinge würdest du auf KEINEN Fall auf eine einsame Insel mitnehmen? Computer, Handy, Fernseher. 10) Theater ist für mich … … die Kunst, in der ich mich am ehesten ausdrücken kann.

VOEST besichtigen. 5) Was macht dich verlegen? Manchmal Komplimente. 6) Was hast du in deiner Hosentasche? Glückscent. 7) Was ist das erste Theaterereignis, an das du dich erinnern kannst? Des Kaisers neue Kleider in der Grundschule – ich hatte einen Satz: „Die sind schon alt und nicht mehr weise.“

11) Welches Kunstwerk, gleich welchen Genres, hat in dir die stärkste Emotion ausgelöst? Konzerte von U2 und Mylène Farmer. 12) Stell dir vor, du bist einen Tag lang unsichtbar. Was würdest du machen? Ich würde mich an die Fersen von Menschen heften, die mich faszinieren. Oder ich würde mich in Züge und Flugzeuge und Schiffe setzen und reisen. 13) Dein liebster Ort in Linz? Meine Suche ist noch nicht beendet …

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Fragen auf Seite 13

1) Was ist dein Morgenritual?

Konstantin Bühler Konstantin Bühler wurde 1979 in Düssel­ dorf geboren. Nach dem Abitur begann er ein Studium der Amerikanistik, Kompara­ tistik und Neueren Geschichte in Bonn, wel­ ches er abbrach, um an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frank­ furt/Main zu studieren. Nach der Schauspielausbildung folgten Engagements am Theater Heidelberg (2003 bis 2005) und am Landestheater Linz (2005 bis 2007), danach arbeitete er als freier Schauspieler mit Hauptwohnsitz Ber­ lin. Während dieser Zeit wirkte er als Gast bei Produktionen in der Muffathalle Mün­ chen, am Theater Oberhausen, bei den Luisenburgfestspielen Wunsiedel und in der Radowanhalle Wien mit. Er arbeitete unter anderen mit Wolfgang Maria Bauer, Bernarda Horres, Gerhard Willert, Ingo Kerkhof, Stefan Maurer, FM Einheit, Christoph Coburger und Matthias Langhoff. Wichtige Rollen waren für ihn der Tauge­ nichts aus Eichendorffs Aus dem Leben einen Taugenichts, Basini aus Musils Die Verwirrungen des Zöglings Törleß, die Titelrolle in Sophokles’ Oedipus, Otto von Aigner aus Schnitzlers Das weite Land und Franz Moor aus Schillers Die Räuber. Zur Zeit ist er als Brick in Die Katze auf dem heißen Blechdach, als Garga in Im Dickicht der Städte und ab 23. Jänner als Wetter vom Strahl in Das Käthchen von Heilbronn zu sehen.


T h e at e r E x t r a   

Vortrag in den Kammerspielen

Lesung im Eisenhand

Erste Liebe

Eine inszenierte Lesung nach Erste Liebe von Samuel Beckett Mit Karin Enzler

Ein Obdachloser begegnet nach dem Tod seines Vaters einer Prostituierten – seiner ersten Liebe – und zieht bald darauf bei ihr ein. Zu lieben aber ist für den Protagonisten ein quälender Zustand; er empfindet schon das bloße Denken an seine Liebe als Abhängigkeit und Störung seines eigenen Lebens. Alice Buddeberg, Regiestudentin aus Hamburg, hat einen berührenden Abend über das Wunder der Liebe inszeniert, gespielt von einer jungen Frau und einer Puppe. 19. Jänner 2010, 20.00 Uhr

Luciano Pavarotti

Große Film- und Tondokumentation anlässlich des 75. Geburtstages des unvergessenen Tenors Gestaltet und präsentiert von Rudolf Wallner Kein Zweifel: Luciano Pavarotti war einer der größten Stars der Operngeschichte, ein legitimer Nachfolger der großen Tenöre der Vergangenheit wie Enrico Caruso, Beniamino Gigli oder Giuseppe di Stefano. Ein Stimmmaterial von seltener Qualität war ebenso wie ein perfektes Management die Basis für eine Weltkarriere, die ihresgleichen sucht. Unser abendfüllendes Porträt wird, unterstützt durch Tonraritäten und Filmaufnahmen, ein vielfältiges Bild vom Leben und Wirken des großen Künstlers zeichnen: Pavarotti als Familienvater, als Genussmensch, als Filmschauspieler, Gesangslehrer u. v. a. Ein Abend des Gedenkens an einen der ganz Großen. Rudolf Wallner, ausgebildeter Opernsänger, Dolmetscher, Stadtführer, Buchautor, Organisator und Leiter internationaler Musikreisen, wird nach Künstler-Porträtvorträgen an der Wiener und Hamburger Staatsoper, dem Mozarteum Salzburg, der Casa Verdi in Milano etc. zum zweiten Mal einen Künstlerbiografie-Abend am Linzer Landestheater gestalten. Eine Veranstaltung der Freunde des Linzer Musiktheaters Eintrittskarten beim Kartenservice Eintritt für Mitglieder frei (Karten über das Vereinsbüro, LKZ Ursu­linen­hof, Land­ straße 31, Mo – Fr 9 – 12 Uhr, Tel. (0732) 775621, E-Mail office@musiktheater.at). 29. Jänner 2010

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92. Lesezeichen im Großen Haus, Foyer 1. Rang

Poesie der Ekstase Vom Hohen Lied der Liebe zu Charles Bukowski Mit Schauspieler Erich Josef Langwiesner, Herwig Strobl (Geige) und Atanas Dinovski (Akkordeon)

„Deine Lippen sind wie eine scharlachfarbene Schnur, und dein Mund ist lieblich. Deine Schläfen sind hinter deinem Schleier wie eine Scheibe vom Granatapfel.“ So heißt es im Hohelied Salomos. Und diesem sinnlichen Ton aus dem Alten Testament stellt Erich Josef Langwiesner den raueren Ton der Liebesgedichte Charles Bukowskis gegenüber, dessen Protagonisten häufig Kleinkriminelle, Säufer, Obdachlose oder Prostituierte sind. Dazu jiddische und amerikanische Musik, live interpretiert von Herwig Strobl ­(Geige) und Atanas Dinovski (Akkordeon). 31. Jänner 2010, 11.00 Uhr


T h e at e r E x t r a   

  z u m l e t z t e n m a l

Talkrunde im Festsaal der Landes­galerie

Schauspiel im Eisenhand

Ein geniales Duo Theaterstammtisch Moderation Elisabeth Buchmann (ORF) Zu Gast die beiden Schauspieler Georg Bonn und Vasilij Sotke

Richtig gut haben sich die beiden Schau­ spieler bei David Mouchtar-Samorais In­ szenierung von Goethes Faust I kennengelernt. Viele Monate lang verbrachten Georg Bonn (Heinrich Faust) und Vasilij Sotke (Mephistopheles) sehr viel Zeit miteinander. Demnächst stehen sie in Shakespeares Romeo und Julia gemeinsam auf der Bühne, als Bruder Lorenzo und Julias Vater Capulet. Landesgalerie Extra In gewohnter Weise wird im Anschluss eine Ausstellung der OÖ Landesmuseen vor­ gestellt. Diesmal wird die Kuratorin Ute Streitt die Dauerausstellung Technik im Schlossmuseum Linz vorstellen. Eintritt frei! 28. Jänner 2010, 18.00 Uhr Fotoausstellung im Großen Haus, 2. Rang „Christian Brachwitz – Romeo und Julia-Inszenierungen“ Anschließend an die laufende Fotoausstellung „Faust-Inszenierungen“ des interna­ tional tätigen Theaterfotografen Christian Brachwitz wird ab 16. Jänner 2010 seine Sammlung „Romeo und Julia-Inszenierungen“ zu sehen sein. Vernissage 16. Jänner 2010, 18.45 Uhr

Quartett Heiner Müller nach dem Briefroman Gefährliche Liebschaften von Choderlos de Laclos Mit Verena Koch und Sebastian Hufschmidt Eigenen Angaben zufolge hatte Heiner Müller schon seit den 50er Jahren den Plan, nach der Vorlage des 1782 erschienenen Briefromans Les Liaisons dangereuses (Ge­ fährliche Liebschaften) ein Stück zu schreiben. Die Gefährlichen Liebschaften sind ­einem größeren Publikum durch den gleich­namigen Film von Stephen Frears (mit Glenn Close und John Malkovich) bekannt. Die Marquise de Merteuil erwartet ihren einstigen Liebhaber Vicomte de Valmont. Das körperliche Begehren ihrer Beziehung ist dem Diskurs über Liebe, Sexualität, ­Affären und Intrigen gewichen. Im Rollenwechsel vollführen beide ein lustvolles und schmerzhaftes Spiel der Verführung und Erniedrigung. Ein Spiel im Spiel entwickelt sich, das tödlich endet: In der Rolle der von ihm verführten Präsidentengattin Tourvel stirbt Valmont an dem Gift, das ihm die Marquise reicht. Ein Trümmerfeld der Begierden und Leidenschaften, die nicht erlöst werden. Zum letzten Mal 29. Jänner 2010, 20.00 Uhr

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Ballett im Großen Haus

Ich tanze mit dir in den Himmel hinein Ein Strandvergnügen von Jochen Ulrich und Fabrice Jucquois Mit dem Ballettensemble des Landes­ theaters Linz, Live-Band, Franz Binder, Franziska Cramer und Karl M. Sibelius. Von der schwebenden Leichtigkeit des Seins an einem Sommertag, Urlaubsliebe und den kleinen Pannen, die beim Rendezvous passieren können, erzählt diese Tanzrevue. The Girl from Ipanema, Ordinary Day, Lazing on a Sunday afternoon, Surfin’USA, Un gelato al limon, Azzurro, I put a spell on you, Un año de amor … das sind nur einige der Songs, die an diesem Abend zum Schwelgen und Schwärmen verführen. Zum letzten Mal 31. Jänner 2010, 15.00 Uhr Gastspiel in Ljubljana: Lorenzaccio – Ballett von Jochen Ulrich nach dem Drama von Alfred de Musset, Musik von Alexander Balanescu Das Ballettensemble des Landestheaters Linz ist am 18. Jänner 2010 mit seiner Erfolgsproduktion des Jahres 2007 zu Gast in Slowenien.


b r u c k n e r o r c h e S T e r l i n z in den USA

“the Bruckner Orchestra, conducted by Dennis russell Davies, has become one of Central europe’s leading orchestras.” The Florida Times­Union, 13.11. (Jacksonville, Florida)

“It was modern music at its best.”

, 12.11. (Chapel Hill, North Carolina)

“Dennis Russell Davies rarely conducts in New York, but is greatly in demand by most European orchestras for good reason. He has far-ranging eclectic tastes, especially in American music. […] He has the kind of orchestra which probably does the most beautiful Schubert.” ConcertoNet .com , 9.11.(Avery Fisher Hall, New York City) “The Charleston Concert Association brought Bruckner Orchester Linz to the Gaillard Auditorium for a smashing all-Leonard Bernstein concert. The Danube and the Hudson must run with the same waters, because these Austrians played this all-American music with the utmost aplomb and style.” The Post and Courier, 17.11. (Charleston, South Carolina)

Das Bruckner Orchester Linz unter Dennis Russell Davies (Purchase, 8.11.) Die Mezzosopranistin Kathryn Handsaker wird mit Dennis Russell Davies bejubelt (Jacksonville, 13.11.)

16 Warten auf den Konzertauftritt (Chapel Hill, 11.11.)


Konzertkalender Jänner 2010



1. Jänner 2010, 16.00 Uhr Neujahrskonzert des Brucknerhauses 2010 Gustav Holst „Die Planeten“, Sinfonische Suite op. 32 Joseph Haydn Sinfonie Nr. 104 D-Dur Dennis Russell Davies, Dirigent Mozartchor des Linzer Musikgymnasiums Brucknerhaus Linz Karten: www.brucknerhaus.at Die Künstler vor der Brooklyn Academy of Music (BAM, New York, 18.11.)

19. Jänner 2010, 16.00 Uhr Jugendsinfoniekonzert des Landesjugendreferats OÖ Carl Orff „Carmina Burana“ Ingo Ingensand, Dirigent Albert Landertinger, Moderation Chor des Musischen Gymnasiums Linz (Dr. Michael Wruss, Einstudierung) Mozartchor des Linzer Musikgymnasiums (Prof. Wolfgang Mayrhofer, Einstudierung) Brucknerhaus Linz Karten: www.ooe-jugend.at

“Dennis Russell Davies, unquestionably Mr. Glass’s most eloquent interpreter these many years, kept the musical focus on the work’s novel touches, and on the beauty and power of the vocal writing.” , 20.11.

“Kepler is his most chromatic, complex, psychological score. The orchestra dominates, and the Linz Brucknerians proved focused, serious and compelling. I was struck by the muted, glowing colors, the character of many orchestral solos and the poignant emphasis on bass instruments. Davies made everything sound. The six ­soloists were strong, and the chorus was commanding.” , 19.11.

Solisten des Landestheaters Linz bei der Amerikanischen Erstaufführung von Kepler (BAM, 18.11.)

“Europe pays more attention. Linz is a town of 200,000, and its performances of Kepler (which runs through early January) serve as a tourist attraction and sell out. Linz knows what we don’t – that Glass, following Kepler’s lead, understands that there really may be a music of the spheres. Kepler is a wise, major opera.” , 19.11. (Brooklyn Academy of Music, New York City) Der Landestheaterchor bei der Amerikanischen Erstaufführung von Kepler (BAM, 18.11.)

Standing Ovations nach einem der vielen Konzerthighlights (Charleston, 16.11.)

19. Jänner 2010, 19.30 Uhr MOSAIK Konzert Ludwig van Beethoven Serenade D-Dur op. 25 für Flöte, Violine und Viola Nino Rota Nonetto für Streicher und Bläser Ernst von Dohnányi Sextett C-Dur op. 37 für Klavier, Klarinette, Horn und Streichtrio Heinz Haunold, Josef Fuchsluger, Svetlana Teplova, Violine; Gunter Glössl, Gerhard Pitsch, Ulrike Landsmann, Bratsche; Elisabeth Bauer, Bertin Christelbauer, Violoncello; Ildiko Deak, Anneliese Fuchsluger, Flöte; Franz Scherzer, Oboe; Judith Paukovits, Kathrin Moser, Klari­ nette; Clemens Wöß, Fagott; Christian Pöttinger, Robert Schnepps, Horn; Till Alexander Körber, Klavier Brucknerhaus Linz (Mittlerer Saal) Karten: www.brucknerhaus.at 27. Jänner 2010, 19.30 Uhr Das Große Abonnement des Brucknerhauses Ernest Bloch Deux Poèmes pour Orchestre Béla Bartók Konzert für Viola und Orchester op. posth. Sergej Prokofjew Sinfonie Nr. 5 B-Dur op. 100 Steven Sloane, Dirigent Tabea Zimmermann, Viola Brucknerhaus Linz Karten: www.brucknerhaus.at 30. Jänner 2010, 19.30 Uhr Musik der Meister Edvard Grieg Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 16 Gustav Holst „Die Planeten“, Sinfonische Suite op. 32 Dennis Russell Davies, Dirigent Yang Jiang, Klavier Mozartchor des Linzer Musikgymnasiums (Prof. Wolfgang Mayrhofer, Einstudierung) Musikverein Wien Karten: www.musik-der-meister.at

www.brucknerorchester.at 17 Dennis Russell Davies mit Philip Glass nach der Kepler-Aufführung (BAM, 18.11.)


J u b i l äu m   

Tenöre leiden mehr Leopold Köppl zum 30. Bühnenjubiläum

Am 24. Jänner 2010 jährt sich zum 30. Mal der Tag, an dem der Bariton Leopold Köppl zum ersten Mal auf der Bühne des Landestheaters Linz stand. Nach dem Studium und ersten Anfangsjahren in Salzburg wechselte er 1980 nach Linz. Rund 200 Premieren, fast ebenso viele Rollen und unzählige Vorstellungen hat er hier gesungen. Es ist unmöglich, sie alle aufzuzählen. Was bleibt von einer bereits so lang andauernden Theaterkarriere? Viele Erinnerungen: „Als ich 1973 in Salzburg nach meinem Studium in Benjamin Brittens Albert Herring debütierte, klemmte gleich bei meiner dritten oder vierten Vorstellung eine Türe des Bühnenbilds. Eine ganze Gruppe Sänger musste auftreten und wir haben versucht in diesen Raum zu kommen, haben gerüttelt, dass die Wände gewackelt haben, bis die Tür nachgegeben hat und wir alle auf einmal auf die Bühne gepurzelt sind.“ Oder, bereits am Landes­ theater Linz, eine Aufführung der Spanischen Stunde von Maurice Ravel, in der Köppls Frau, die als Souffleuse am Theater arbeitete, auf einen musikalischen Punkt einen Mechanismus betätigen musste, damit in der Arie des Uhrenträgers Ramiro Vögel flattern konnten: „Es hat einfach nicht geklappt und ich habe gedacht, sie habe es vergessen und sie böse angeschaut, bis ich draufgekommen bin, wer auf der Leitung steht – ich. Im wahrsten Sinne des Wortes!“ Von seinen Partien („schöne große Rollen, wie auch schöne kleine Rollen“) hat er am liebsten die Verlierer gehabt, nicht die Grafen und Herren. „Die Siegertypen lagen mir weniger nahe. Wozzeck zum Beispiel habe ich unglaublich gerne gemacht, weil er so eine tragische, geknechtete Gestalt ist. In gewisser Weise traf das für mein Gefühl auch auf Silvio im Bajazzo zu, den ich einfach sehr gerne gesungen habe. Und natür-

lich Papageno, obwohl er ja am Schluss doch seine Papagena gewinnt!“ In diesem Zusammenhang weist Köppl auch auf seine große Affinität zum Liedgesang hin: „Liederabende zu singen war immer mein Herzenswunsch!“ Besonders gerne hat er Zyklen wie Die schöne Magelone, Dichterliebe oder Die Winterreise interpretiert. „Übrigens geht es da auch um einen Verlierer!“ meint er und fügt schmunzelnd hinzu: „Im Traum wollte ich aber immer Tenor sein, die Tenöre leiden nämlich mehr!“ Trotz seiner Verbundenheit zum Linzer Landestheater gastierte Leopold Köppl auch in anderen Städten. Besonders stolz ist er auf seine Mitwirkung in Benjamin Brittens War Requiem in Großbritannien und darauf, dass er bei einem Gastspiel des Bolshoi-Theaters mit Sängergrößen wie Galina Wischnewskaja oder Vladimir Atlantow zusammen gesungen hat. Auf Russisch! In seiner Jubiläumsspielzeit war Leopold Köppl bereits als Antonio in Le nozze di Figaro und seit kurzem als Luther in Les Contes d’Hoffmann zu erleben und bereitet sich gerade auf eine neue aufregende Aufgabe vor. In Viktor Ullmanns Der Kaiser von Atlantis wird er ab 18. Februar 2010 in den Kammerspielen die Partie des Lautsprechers übernehmen. Selbst für einen Routinier wie Köppl eine spannende Heraus­ forderung, auch darstellerischer Art, da es sich um eine wichtige Figur handelt, die das ­Publikum quasi durch den Abend führt. „Die Musik ist sehr interessant und anspruchsvoll, zudem gibt es jede Menge Text zu lernen!“, sagt der engagierte Künstler und eilt schon auf seine nächste Probe.

1 Belcore in Der Liebestrank, 1981 – 2 Wozzeck, 1991 – 3 Papageno in Die Zauberflöte, 1982 bis 1985 4 Don Giovanni, 1980 – 5 Faninal in Der Rosenkavalier (mit KS Helmut Berger-Tuna als Ochs), 1989

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  P o r t r ät

Der Stoff, aus dem die Träume sind Von Las Vegas nach Linz oder vom Little Darling zum Little Matchgirl. Die Tänzerin Silke Grabinger spielt mit Karl M. Sibelius und Martin Dvořák in Matchgirl Opera mit dem Feuer.

In Pasching muss die Luft besonders gut sein. Neben Theaterass Birgit Minichmayr hat die proportional gesehen reichste Gemeinde Oberösterreichs nämlich noch eine zweite große Tochter: Tänzerin Silke Grabinger, die als einzige Österreicherin beim Cirque du Soleil ihre Zelte aufschlug. In der Sensationsshow Love, in der der musika­lische Nachlass der Beatles aufge­ arbeitet wurde, tanzte die Autodidaktin als Groupie „Little Darling“ mit. Zweimal täglich, fünfmal die Woche, zwei ganze Jahre lang. Von der Bühne des Hotel Mirage in Las Vegas hat es Silk (Englisch für Seide), wie die zarte 28-Jährige in Künstlerkreisen heißt, wieder in die Heimat zurückverschlagen. In Karl M. Sibelius’ Matchgirl Opera (Uraufführung 30. Dezember 2009 im Eisen­hand) lässt sie das „kleine Mädchen mit den Schwefelhölzchen“ mit ihrem Bewegungsvokabular aus Breakdance und zeitgenössischem Tanztheater sprechen. Ein schöner Abschluss für das Kulturhauptstadtjahr, das auch für Silke Grabinger persönlich äußerst erfolgreich war. Erst kürzlich bekam sie das Staatsstipendium für Musik und Darstellende Kunst, im Frühling erhielt sie den TanzTage-Preis von Linz09 und Posthof. Als nächstes arbeitet die selbstbewusste junge Frau an einem „Versuch“, wie sie es selbst nennt, für ImPulsTanz. 2011 treibt es Silk auf den schwarzen Kontinent, wo sie unter anderem zum Umbrella-Festival, dem größten Tanzfestival Afrikas, eingeladen ist.

Matchgirl Opera Karl M. Sibelius frei nach Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern von Hans Christian Andersen 4., 14., 23., 27. Jänner 2010, um 20.00 Uhr im Eisenhand

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e i nwürfe 

knoten

ursula knoll

von bangkok nach pattaya fährst du genauso lange wie von wien nach linz. auf der sukhumvit rumpelt der wagen mehr als auf der A1, weil sich die betonblöcke stellenweise nicht mehr richtig aneinanderfügen und dann eine kante machen oder eine spalte oder stückweise noch rippbeton sind, der einen höllenlärm verursacht, wenn der autoreifen drüberrollt, und du so jedesmal aus dem schlaf gerissen wirst, weil sich dein magen nach oben gegen die brust drückt, und es dich, in der eingesunkenen haltung, in der du in der letzten reihe eines minibusses verharrst, die oberschenkelmuskeln ­immer leicht angespannt, zur stabilisierung (das merkst du erst am nächsten tag, am ziehen), der kopf auf die brust gefallen und ein leichter speichelfilm rund um den mund, es dich also bei jeder kante ein stück hochhebt und dann sofort wieder nach unten drückt, in den sitz hinein, du spürst es zuerst an den arschknochen, die sich in den ausgeleierten sitz hineinbohren, am magen, der den arschknochen folgt und schließlich am kopf, der leicht mitwippt, dein ganzer körper in einer s-bewegung, der schwingung des hecks folgend, was beides zugleich ist, ärgerlich und einlullend, nicht zu vergleichen mit der zugfahrt auf der west­ strecke, die du nicht mit deinem ganzen körper spürst, weil da meistens nur du bist und ein buch und die felder und hügel draußen, die je nach jahreszeit anders aussehen, aber immer irgendwie gleich. zufällig hat es dich in diesen minibus verschlagen, ebenso zufällig wie in den zug, und dann fragst du dich natürlich, was dir so ein zufall erzählen will. und genauso passieren dir dann auch texte, die du irgendwann in ­einem buchgeschäft gekauft hast, die zu lesen du immer vor dir hergeschoben hast, die jetzt in deinem koffer liegen, dann in deiner hand. das, was vor und im und nach dem minibus passiert, diskutierst du mit ­ihnen, hörst zu oder redest auf sie ein, er­ widerst etwas und lässt dich kurz entwaffnen. niemals wieder wirst du captain delano

aus herman melvilles benito cereno auf seinen unverhohlenen rassismus antworten, er verschwindet irgendwo im regal. und immer wirst du nadine gordimers none to accompany me in deinem rucksack mitschleppen, gerade weil vera stark den titel unterlaufen und dich begleitet hat. eine form von begleiten, die dich nicht mehr loslässt, als du aus dem minibus aussteigst, weil du sie brauchst, zum festknoten. denn plötzlich ist der begriff white trash, den du irgendwann mal aufgeschnappt hast und gern mit einem lächeln einstreust, ein wort, an das sich fleisch drangehängt hat, meistens ausgefressen, ungepflegt, autoaggressiv, versoffen und verbraucht. denn wenn du über die beach road in pattaya gehst und dem white trash zusiehst, wie er thai frauen oder kinder an der hand haltend wie packerl hinter sich herzieht, und auf die finger schaust, die in dieser position des händchenhaltens wie ein knoten aussehen, der dir alles zusammenschnürt, ein fingergestrüpp wie ein drahtzaun, der es dir vermiest, deine hand einmal wieder in eine andere hand zu legen, dann weißt du nicht, was du mit deiner wut machen sollst und der gleichzeitigkeit von impulsen, die durch dein hirn schießen, ja, schießen zum beispiel wär erleichternd, nein speiben gehen, weinen, ein manifest schreiben, die augen zumachen, die ohren auch, widerständig hinstarren, tief ins meer tauchen, zu ­schreien anfangen. wenn sie den mund auf­ machen, sind sie dir vertraut, jede form des deutschen, englischen, russischen und französischen kommt dir dort unter, aus jedem erdenklichen eck, und du kennst ihre körper, in angezogener form meistens, zum glück, doch hier haben sie ihre leicht in sich eingesunkene haltung verloren und blinken dich an mit einer enthemmtheit, die dir neu ist, graue land-, klein- oder großstadtmenschen, die sich ganz selbstverständlich wie master und mistress aufführen und eine normalität setzen, die dich sprachlos macht, weil du hinschaust und es trotzdem nicht

glauben kannst, dass dieser alptraum des staubsaugerblicks, der sich an jedem körper, auch auf deinem, festkrallt und alles ablutscht, ganz banale alltäglichkeit ist, die du da plötzlich teilst. deine arschknochen aber bohren sich in den sitz eines minibusses oder zugs, nicht in den barhocker einer dieser unzähligen bars, und du spürst plötzlich das, was du ohnehin weißt, was für ein glück du gehabt hast, das privileg eines eigenen raums und der selbstbestimmung. und dann fragst du dich natürlich, wie du mit dem privileg, das dir passiert ist, umgehst, ob du es gut behandelst und nicht zu oft darauf vergisst, und obwohl es heiß ist spürst du die hitze gar nicht, weil du so abgelenkt bist, und erkennst an den schweißrändern unter den achseln, dass dein körper nicht nur gegen die hitze arbeitet, dass sich im schwitzen dieser unbestimmte kampf ausdrückt. wie dein leben im zug mit der beach road zusammengeht, auf der du gerade stehst. du hörst die stimme noch ganz genau, die dir ohne zögern und ohne den anflug einer irritation, nein, mit einem unterschwelligen stolz, den du dir immer mit irgendwelchen jägern in deiner fernsehvorstellung von wald oder schnäppchenjägern auf einem flohmarkt zusammendenkst: drei in zwei tagen. nur dreißig euro, ja, unschlagbar. du suchst in diesem blick vergeblich nach etwas, wo du einhaken kannst, um zu verstehen, dass sich darin nicht der geringste zweifel auftut. an einem anderen tag hättest du wahrscheinlich über die arm­ seligkeit gelacht, über die sich dieser eigenartige stolz drüberstülpen muss. du hättest zu gordimers buch in deinem rucksack gegriffen und wieder diesen satz gefunden: „,Finger in der Kasse‘ wurde für sie in ihrer Privatsprache zum Losungswort für ironische Urteile.“ in diesem langen moment hältst du ihn vor dich wie ein schild. und dann wird es dir klarer, ohne dass du es genau fassen kannst, was dich in jedem zug oder minibus begleitet.

In der Spielzeit 2009/2010 werden die „Einwürfe“ abwechselnd von zwei Autoren bestritten. Die Thomas BernhardStipendiatin des Jahres 2009 Ursula Knoll, die im Frühsommer drei Monate in Linz lebte und arbeitete, wird diese Kolumne abwechselnd mit dem vertrauten Linzer Kulturjournalisten Franz Schwabeneder verfassen.

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