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Biogas Nord AG - Bielefeld

Konzernabschluss zum 31.12.2010 und Konzernlagebericht f체r das Gesch채ftsjahr vom 01.01. bis 31.12.2010


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Biogas Nord AG

Geschäftsbericht 2010


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Inhalt

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers Bericht des Aufsichtsrats Lagebericht 1. Einführung 2. Allgemeines 2.1. Die Geschäftstätigkeiten 2.2. Technologie und Prozess 2.2.1. Planung 2.2.2. Zulassung 2.2.3. Konstruktion 2.2.4. Erstinbetriebnahme 2.3. Auftraggeber 2.4. Unternehmensstruktur 2.5. Strategie 2.6. Unternehmenssteuerung 3. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen 3.1. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung 3.2. Kapitalmärkte 3.3. Biogasmarkt in Deutschland 3.4. Ausland 4. Geschäftsverlauf 4.1. Allgemein 4.2. Ausland 4.3. Aktien des Unternehmens 4.4. Jahreshauptversammlung 2010 4.5. Aktionärsstruktur 5. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage 5.1. Allgemeines

5.2. Aktiva per 31. Dezember 2010 5.3. Passiva per 31. Dezember 2010 5.4. Erläuterungen ausgewählter Bilanzpositionen 5.4.1. Immaterielle Anlagewerte 5.4.2. Sachanlagen 5.4.3. Kapitalanlagen 5.4.4. Umlaufvermögen und Bestand 5.4.5. Forderungen für Waren und Dienstleistungen 5.4.6. Latente Steuerforderungen 5.4.7. Rückstellungen 5.4.8. Wandelanleihen 5.4.9. Verbindlichkeiten/ Erhaltene Anzahlungen für Bestellungen 5.5. Finanzierung der Gruppe 6. Risikobericht 7. Bericht über die Offenlegung von möglichen Übernahmehemmnissen 8. Prognose 8.1. Aussichten für die Branche 8.2. Aussichten für den Konzern 8.3. Forschung und Entwicklung 8.4. Schlussfolgerung 9. Nachtragsbericht

Konzernabschluss von Biogas Nord zum 31.12.2010 Biogas Nord AG – Konzernbilanz zum 31.12.2010 Biogas Nord AG – Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung vom 01.01. bis 31.12.2010 Biogas Nord AG – Konzern-Kapitalflussrechnung vom 01.01. bis 31.12.2010 Biogas Nord AG – Konzerneigenkapitalentwicklung vom 01.01. bis 31.12.2010 Biogas Nord AG – Konzern-Anlagenspiegel zum 31.12.2010 Biogas Nord AG – Konzernanhang zum 31.12.2010

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Allgemeiner Bestätigungsvermerk für Konzernabschlüsse nach HGB. Englische Fassung (mit dem IDW abgestimmt).

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der Biogas Nord AG, Bielefeld,

überwiegend auf der Basis von Stichproben

aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus

beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung

Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang,

der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss

Kapitalflussrechnung und Eigenkapitalspiegel

einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung

und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr

des Konsolidierungskreises, der angewandten

vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 geprüft.

Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze

Die Aufstellung von Konzernabschluss und

und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands

Konzernlagebericht nach den deutschen

sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des

handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der

Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft.

Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung

Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von

eine hinreichend sichere Grundlage für unsere

uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über

Beurteilung bildet.

den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der

Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen

Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht

Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung

der Konzernabschluss den gesetzlichen

vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu

Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der

planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten

Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein

und Verstöße, die sich auf die Darstellung des

den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes

durch den Konzernabschluss unter Beachtung

Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung

des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in

und durch den Konzernlagebericht vermittelten

Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt

Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des

wesentlich auswirken, mit hinreichender

Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der

Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der

zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche

Bielefeld, den 30. Juni 2011

und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die

PricewaterhouseCoopers

Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt.

Aktiengesellschaft

Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben

Carsten Schürmann ppa. Dr. Heinz T. Petermann

im Konzernabschluss und Konzernlagebericht

Wirtschaftsprüfer

Wirtschaftsprüfer

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Bericht des Aufsichtsrats

Zurück zu profitablem Wachstum In 2010 erfuhr die Biogas Nord AG nach Jahren mit Verlusten, begründet durch die BiogasKrise und im Zusammenspiel mit der globalen Finanzkrise, eine dramatische Veränderung zum Positiven. Davon zeugen der Rekordumsatz von 55.962 Mio. EUR (+50,66%) und die Rückkehr in die Gewinnzone mit einem Jahresergebnis von 957.309,90 EUR. Noch 2008 hatte sich die Gruppe am Rande der Insolvenz befunden. Gegen Ende des Jahres 2008 begann das Management von Biogas Nord Verhandlungen mit potentiellen Investoren, um eine kurzfristige Finanzierung der Gruppe zu garantieren. Dies beinhaltete auch die Möglichkeit des Erwerbs von Aktien von Herrn Holz – dem Gründer der Gesellschaft. Im Zuge der Restrukturierung und Sanierung übernahm die European Business Partners sp. z.o.o. (EBP) aus Warschau, Polen, nach monatelangen Verhandlungen schließlich am 27. April 2009 1.136.875 Aktien (44,3 % des Unternehmens) von Gerrit Holz, welcher vorher 49,3 % der Aktien besaß.

Veränderungen im Aufsichtsrat Am 14. Dezember 2009 war Herr Robert Szyszko als drittes Mitglied in den Aufsichtsrat gewählt worden. Die Nominierung wurde vom Amtsgericht Bielefeld am 18. Dezember 2009 bestätigt. Am 21. Dezember 2009 hatte der Aufsichtsrat Herrn Andrzej Jazwinski zum

Vorsitzenden und Herrn Boleslaw Piechucki zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt. Somit setzte sich der Aufsichtsrat zu Beginn und für den größten Teil des Geschäftsjahres aus diesen drei Personen zusammen. Zwei Mitglieder des bisherigen Aufsichtsrates, Herr Robert Szyszko und Herr Andrzej Jazwinski, traten zum 27. Dezember 2010 zurück. Der Vorstand beantragte daraufhin beim Amtsgericht Bielefeld, die Herren Prof. Dr. Hermann Locarek-Junge (Dresden) und Marek Bierut-Bernatowicz (Jazgarzeweszczyna, Polen) zu Mitgliedern des Aufsichtsrates zu bestellen. Die Bestellung durch das Amtsgericht Bielefeld erfolgte erst am 6. Juni 2011.

Veränderungen im Management des Unternehmens Am 27. August 2009 war Frau Asnat Drouianov zum neuen CFO und zu einem der Geschäftsführer der Biogas Nord Anlagenbau GmbH ernannt worden. Am 1. Oktober 2009 war Herr Aleksander R e c h t e r, E i g e n t ü m e r d e r E B P, z u m Geschäftsführer der Biogas Nord Anlagenbau GmbH, und gleichzeitig zum Vorstandsvorsitzenden der Biogas Nord AG bestellt worden. Am 4. Januar 2010 wurde Herr Aleksander Rechter auch zum Chief Executive Officer (CEO) der Biogas Nord AG ernannt. Er übernahm die Position von Herrn Gerrit Holz, der zum Chief Technological Officer (CTO)

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der Biogas Nord AG ernannt wurde. In dieser Funktion war er auch weiterhin Geschäftsführer der GmbH.

laufend überwacht. Die folgenden Themen wurden dem Aufsichtsrat vorgestellt und vom Aufsichtsrat diskutiert:

Kapitalerhöhung

1. Die notwendigen Maßnahmen um die finanzielle Situation der Firma weiter zu stabilisieren. 2. Die globale Entwicklung der Gesellschaft und die Gründung oder der Verkauf von Niederlassungen im Ausland. 3. Die Entwicklung der neuen 100%igen Tochtergesellschaft, Biogas Nord Power AG, welche in Biogasanlagen investiert. 4. Der Jahresplan für 2011, einschließlich eines Business-Plans bis 2014. 5. Eine Agenda für die Jahreshauptversammlung am 12. August 2010.

Einem Beschluss der Jahreshauptversammlung vom 31. August 2009 folgend hatte die Gesellschaft 1.281.250 Wandelschuldverschreibungen mit einem Nennwert von je 1,10 Euro ausgegeben. Diese konnten von ihren Besitzern in 1.281.250 Aktien umgewandelt werden. Ende Februar 2010 waren ca. 99% der Wandelschuldverschreibungen in Aktien getauscht worden. Das gezeichnete Kapital ergab sich damit zu 3.825.377,00 EUR. Davon hält EBP 46,16%, Gerrit Holz 5,02%, die Mitarbeiter 2,08% (Stand 31.12.2010) bei einem Free Float von 46,74%.

Aufsichtsratssitzungen Im Laufe des Jahres 2010 traf sich der Aufsichtsrat zu 3 Sitzungen, einschließlich der Sitzung anlässlich des Rücktritts der Aufsichtsratsmitglieder. Die Beschlüsse des Aufsichtsrates erfolgten sowohl in den Sitzungen als auch gemäß §12 Abs. 3 der Satzung im Wege der schriftlichen, fernmündlichen oder elektronischen Abstimmung. Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung a u f g r u n d d e r Vo r s t a n d s b e r i c h t e u n d gemeinsamer Sitzungen mit dem Vorstand

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Jahresabschlussprüfung Die Prüfung des Aufsichtsrats umfasste gemäß § 171 Absatz 1 AktG den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Ergebnisverwendung, den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht. Außerdem hat der Aufsichtsrat nach § 314 Absatz 2 AktG den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen geprüft. Diese Berichte wurden dem Aufsichtsrat vorgelegt und erklärt. In gemeinsamer Sitzung mit dem Vorstand wurde jedes einzelne Dokument sowie die Jahresplanung auf Richtigkeit, Konsistenz und Aussagekraft überprüft.


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Am 12. August 2010 wurde bei der Hauptversammlung das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Price Waterhouse Coopers AG, Bielefeld (PWC) mit der Prüfung des konsolidierten Jahresabschlusses der Gruppe beauftragt. PWC hat die Jahresabschlussberichte und den Vorstandsbericht zum 31. Dezember 2010 nach den Richtlinien des deutschen Handelsgesetzes geprüft. Dem Jahresabschluss wurde ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk erteilt. Weiter hat PWC den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen geprüft. Der Bericht wurde ebenfalls mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Aufsichtsrat hat nach ausführlicher Prüfung und Diskussion keine Einwände gegen diese Dokumente. Er stimmt den Ergebnissen der Prüfungsberichte und dem Finanzbericht der Gesellschaft per 31. Dezember 2010 zu. Er billigt den vom Vorstand vorgelegten Geschäftsbericht mit dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2010 sowie den Vorschlag über die Ergebnisverwendung.

deutlich, dass die im Jahr 2009 eingeleitete Wende den Weg zurück zu ertragreichem Wachstum für die Gruppe brachte. Besonderer Dank gilt den Mitgliedern des Aufsichtsrats, welche die Firma durch die schwere Zeit geführt und zu einer Basis für eine erfolgreiche Zukunft beigetragen haben. Wir sind mit der Leistung der Firma sehr zufrieden und vertrauen darauf, dass 2011 ein Jahr des stetigen Wachstums sein wird, in dem der Vorstand weiterhin den Wert der Gesellschaft für die Aktionäre erhöhen wird. Der Aufsichtsrat dankt außerdem den Aktionären der Firma für ihr Vertrauen und ihre Unterstützung in dieser schwierigen Zeit. Bielefeld, Juni 2011 Prof. Dr. Hermann Locarek-Junge, Vorsitzender Aufsichtsrat Biogas Nord AG

Danksagung Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeitern der Firma für ihre harte Arbeit und hervorragenden Leistungen in den letzten Jahren. Während der Jahres 2008 und 2009 hatte die Firma noch eine schwierige Zeit durchlaufen. Aber die Ergebnisse zum 31.12.2010 zeigen

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Lagebericht

1. Einführung Wir können mit Zufriedenheit berichten, dass 2010 ein weiteres Jahr der Konsolidierung und des Wachstums für unsere Gesellschaft war. Nach 2009, als sich die Biogas Nord AG („die Gesellschaft“) von ihrem 2008 erlittenen Trauma erholte, konnte die Gesellschaft 2010 belegen, dass die 2009 erzielten Ergebnisse nicht nur ein vorübergehendes Wachstum bedeuteten. 2010 konnte eine Umsatzsteigerung von mehr als 53 Prozent (gegenüber 2009) verzeichnet werden und damit erstmals seit 2006 eine Rückkehr in die Gewinnzone. Erreicht haben wir diese Ergebnisse ohne Rückgriff auf Betriebsmittelkredite von Banken (ausgenommen für langfristige Projektfinanzierungen). Das Management führt die Ergebnisse des Jahres 2010 auf mehrere Faktoren zurück. Der Erste ist die anhaltende Stärke des deutschen Marktes. Der Zweite ist die Straffung unserer internen Abläufe, wodurch wir die erhöhte Belastung durch einen nahezu verdoppelten Umsatz tragen konnten, obwohl wir unsere Mitarbeiterzahl nur leicht erhöhten. Unsere allgemeinen Ziele für das Jahr 2011 und darüber hinaus bleiben gegenüber dem Vorjahr unverändert. Das erste Ziel liegt darin, ein wirklich globaler Anbieter schlüsselfertiger Biogasanlagen zu werden. Wir erkennen, dass sich die Welt zunehmend der Bedeutung erneuerbarer Energien bewusst wird, insbesondere der von Biogas. Noch deutlicher zeigt sich dies infolge der nuklearen Katastrophe im japanischen Fukushima und in den hieraus resultierenden Entscheidungen in

Deutschland, Atomkraftwerke abzuschalten. Zwar deutet dies zusammen mit dem neuen EEG auf eine erhöhte innerdeutsche Nachfrage hin, doch wird dieser Trend nicht ewig anhalten. Folglich müssen wir, wenn wir unseren derzeitigen Wachstumskurs fortsetzen wollen, unseren Blick über die Grenzen Deutschlands und sogar über die Europas hinaus richten. Zwar sind wir bereits ein internationales Unternehmen mit Biogasanlagen in elf Ländern, darunter neben Deutschland die USA, Weißrussland, Großbritannien, Irland, Kuba, Thailand, Italien, Lettland, Rumänien und die Niederlande, doch diese Anlagen wurden als Reaktion auf eine Nachfrage gebaut. Um ein wirklich globales Unternehmen zu werden, müssen wir eben jene Nachfrage auf der ganzen Welt anstoßen und sie dann befriedigen. Dies erfordert ein völlig anderes logistisches Konzept hinsichtlich der Art und Weise, wie wir Anlagen verkaufen und vermarkten. Vor allem jedoch benötigen wir ein neues Konzept, um die logistischen Probleme zu bewältigen, die bei der Genehmigung und beim Bau von Anlagen entstehen, die weit von unserem Hauptsitz in Bielefeld entfernt sind. Ferner bedeutet dieses Ziel, strategische Partner in den Ländern zu finden, welche nicht von Deutschland aus gesteuert werden müssen. Mit dahingehenden Tätigkeiten haben wir bereits begonnen. So haben wir in Südkorea gemeinsam mit einem führenden inländischen Anbieter von EPC-Dienstleistungen (Engineering, Procurement, Construction) eine Tochtergesellschaft gegründet. In Polen haben wir einen langfristigen Vertriebsvertrag mit dem führenden polnischen Biogasunternehmen Biopower S.A. geschlossen. Außerdem haben wir erste Kontakte für einen

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Wiedereinstieg in den US-Markt geknüpft. Uns ist bewusst, dass wir als TechnologieUnternehmen bei technologischen Innovationen führend bleiben müssen, um unsere Biogasanlagen weiterhin zu modernsten Einrichtungen auf dem Stand der Technik hochrüsten zu können. Hierzu haben wir unsere Technologieabteilung mit zwei neuen Mitarbeitern verstärkt. Für unser neues Produkt BiNo Liquifeed haben wir einen exklusiven, langfristigen Vertrag mit einem führenden Technologieanbieter geschlossen, wodurch eine effizientere Verarbeitung von Silagematerial und somit ein höherer Gasertrag und eine verringerte Aufbewahrungszeit ermöglicht werden. Uns ist außerdem bewusst, dass Biogas zu einer immer wichtigeren Energiequelle wird und sich folglich unsere Kundenzielgruppe ändert. Daher müssen wir unsere Produkte an diese sich verändernden Bedürfnisse anpassen. In der Vergangenheit waren die meisten unserer Kunden Landwirte, die die Investition in eine Biogasanlage als zusätzliche Einkommensquelle betrachteten. Heute hingegen verstehen immer mehr Industrielle, Investmentfonds und andere Kapitalgruppen, aber auch Banken, die Investitionen in Biogasprojekte finanzieren, Biogasanlagen als langfristige Investition in erneuerbare Energien. Diese letztere Gruppe interessiert sich weniger für die dahinterstehende Technologie als für die Minimierung ihres Risikos durch eine Garantie, dass ihre Investitionen eine Rendite abwerfen. Als Antwort auf diese Nachfrage haben wir das Spektrum unserer Produkte erweitert. Wir bieten nun eine Leistungsgarantie für Biogasanlagen,

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die einen vorher vereinbarten Stromertrag und somit Finanzerträge gewährleistet. Wir sind das erste und bislang einzige Unternehmen in Deutschland, das ein solches Produkt anbietet. Unser zweites Ziel besteht weiterhin darin, Eigner von Biogasanlagen zu werden. Mit diesem Ziel vor Augen haben wir die Biogas Nord Power AG, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Biogas Nord AG, gegründet, die zukünftig die Anteile an mehreren deutschen Biogasanlagen halten wird. Wir beabsichtigen, diesen Kurs fortzusetzen und darüber hinaus Anteile an Biogasanlagen in anderen europäischen Ländern zu erwerben. Wir erwarten, dass diese Gesellschaft weiter dazu beitragen wird, die finanzielle Stärke von Biogas Nord zu festigen, indem sie bei vorübergehenden Rückgängen der Nachfrage nach unseren schlüsselfertigen Biogasanlagen die nötige Liquidität bereitstellt.

2. Allgemeines 2.1 Die Geschäftstätigkeiten Die Biogas Nord AG ist ein globales Unternehmen für den Bau schlüsselfertiger Biogasanlagen. Sie ist eine seit Dezember 2006 an der Frankfurter Börse im Entry Standard notierte Aktiengesellschaft. In Deutschland werden die Geschäfte über ihre Tochtergesellschaft Biogas Nord Anlagenbau GmbH, in Spanien über Biogas Nord España S.L., in Italien über Biogas Nord Italia S.R.L., in Großbritannien über Biogas Nord UK Ltd., in Polen über Biogas Nord Polska Sp. z o. o. und in Südkorea über Biogas Nord Korea Ltd. abgewickelt.


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Das Unternehmen wurde 2006 infolge eines Aktienaustausches mit seiner hundertprozentigen Tochtergesellschaft Biogas Nord Anlagenbau GmbH gegründet, welche selbst im Jahr 2000 ihren Betrieb aufnahm. Durch dieses Geschäft und den Börsengang wurde Herr Gerrit Holz Hauptaktionär des Unternehmens. Der Hauptsitz des Konzerns ist in Bielefeld. Das Unternehmen hat bereits mehr als 300 Biogasanlagen weltweit errichtet, darunter in Deutschland, den Niederlanden, USA, Italien, Großbritannien, Weißrussland, Rumänien, Irland, Thailand, Kuba und Lettland. Das Unternehmen bietet Lösungen in allen Bereichen der Biogastechnologie, angefangen bei Konzeptentwicklung, Betriebs- und Durchführbarkeitsanalysen, detaillierten Entwürfen und Planung, Einholung von Genehmigungen und Lizenzen, Konstruktion und Auftragsvergabe, bis hin zu Betrieb, Management, Service und Instandhaltung.

Die hochentwickelte Anlagentechnologie des Unternehmens hat sich über die Jahre als langlebig, flexibel und verlässlich erwiesen. Die Konzeption einer Anlage richtet sich stets nach den Bedingungen vor Ort, verbunden mit der optimierten Anwendung effizienter, hochwertiger Komponenten. Ideale Betriebsergebnisse werden durch eine Fermentierungstechnologie erzielt, die auf flexible Substratauswahl ausgelegt ist, zusammen mit niedrigen Betriebskosten und einem hohen Gasertrag. Bei jeder Anlage werden weitere Leistungssteigerungen durch die Integration eines Wärmerückgewinnungssystems erreicht. Das Unternehmen verfügt zudem über Beteiligungen an Unternehmen, die Biogasanlagen besitzen. Im Januar 2010 wurde die Biogas Nord Power AG gegründet, die sich der Kapitalbeteiligung an Biogasanlagen widmen soll. Zum Zeitpunkt der Berichtserstellung

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waren die Anlagen noch nicht unter dem Namen der Biogas Nord Power AG registriert.

2.2 Technologie und Prozess Die Biogasanlagen wenden ein Durchflussverfahren an, welche den Betrieb eines oder mehrerer Fermenter vorsieht, durch die kontinuierlich Substrat gespeist wird. Die Fermenter und Lagerbehälter der Biogasanlage sind fest verbaute, zylindrische Container aus Stahlbeton. Die Größe, Anzahl und technische Ausstattung dieser Container hängt von der Art und Menge der eingespeisten und verarbeiteten Substanzen ab. Für die Beschickung mit Rohstoffen werden leistungsstarke Pumpen oder Vorrichtungen zur Feststoffbeschickung, wie Förderschnecken oder Schubböden verwendet. Substrate für CoFermentationsanlagen müssen hygenisiert, also auf eine vordefinierte Temperatur erhitzt werden, bevor sie in die Fermenter befördert werden können. Die Fermenter sind mit bis zu vier Rührwerken und doppelten Membrandächern zur Gasspeicherung ausgestattet. Die doppelte Membran besteht aus einer inneren Schicht zur Rückhaltung des Gases und einer äußeren Schicht zum Schutz gegen das Wetter. In den Betonwänden des Fermenters sind Wand- und Bodenheizelemente installiert. Die Außenwände des Fermenters und Nachgärers sind wärmegedämmt und trapezförmig ausgekleidet. Nach der Lösung des Schwefelwasserstoffes aus dem Biogas wird es mit einem Generator in Elektro- und Wärmeenergie umgewandelt. Ein Teil der produzierten elektrischen Energie

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wird für den Energiebedarf der Biogasanlage selbst verwendet, der Rest ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Ein Teil der erzeugten Wärmeenergie fließt in die Beheizung des Faulbehälters, während die überschüssige Wärme für die Beheizung von Wohnhäusern und Gebäuden sowie für landwirtschaftliche und industrielle Prozesse mit hohem Wärmeenergiebedarf verwendet werden kann.

2.2.1 Planung Auf Basis eines umfangreichen Fragenkatalogs entwirft das Unternehmen das optimale Konzept für die Anlage mit einer umfassenden Wirtschaftlichkeitsanalyse, die speziell auf die Anlage zugeschnitten ist. Der Eigentümer erhält so eine Aufstellung notwendiger Investitionen, die voraussichtliche Biogas- und Energiegewinnung sowie die voraussichtliche Wirtschaftlichkeit der Biogasanlage. Anschließend werden Pläne zur Umsetzung der Anlagenkonstruktion auf dem Gelände entworfen und die notwendigen Zulassungsdokumente zur Unterstützung bei Anträgen auf öffentliche Förderung zusammengestellt.

2.2.2 Zulassung Biogas Nord entwirft die Pläne zur Umsetzung der Anlagenkonstruktion auf dem Gelände des Auftraggebers, stellt die notwendigen Zulassungsdokumente zusammen und unterstützt den Auftraggeber bei Anträgen auf öffentliche Förderung. Das Unternehmen übernimmt die Verantwortung hinsichtlich der Zusammenstellung von Dokumenten für die Zulassung der


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Anlagenkonstruktion sowie weitere rechtliche und administrative Verfahren und organisiert den gesamten Zulassungsprozess bis hin zum Zulassungsbescheid.

von Impfschlamm eine Bakterienflora erzeugt, der Faulbehälter extern beheizt und die Fördermengen und -zeiten angepasst.

2.3 Auftraggeber 2.2.3 Konstruktion Das Team von Biogas Nord aus qualifizierten und erfahrenen Mitarbeitern, darunter Ingenieure, Biologen, Business Management-Spezialisten und Techniker, begleitet den Auftraggeber Schritt für Schritt – von der Planungsphase und Konstruktion bis hin zur Inbetriebnahme der Biogasanlage. Biogas Nord übernimmt mit seinen eigenen Projekt- und Bauleitern sowie kompetenten und erfahrenen Montageteams die Verantwortung für die vollständige Umsetzung des gesamten Konstruktionsprozesses.

2.2.4 Erstinbetriebnahme Sobald der Bau der Anlage fertiggestellt ist, wird sie einer ersten Inbetriebnahmephase unterzogen. Es wird die optimale Substratzusammenstellung ermittelt und anschließend durch Injektion Land

Die Auftraggeber des Unternehmens sind zum Großteil landwirtschaftliche Beteiligungen. Die Anzahl der Industrieunternehmen, Kommunen und institutionellen Investoren steigt jedoch ebenfalls kontinuierlich an. Der Konzern hat mehr als 300 Biogasanlagen entwickelt und errichtet, von denen 273 in Deutschland und die weiteren im Ausland stehen. Derzeit befinden sich in Deutschland, den Niederlanden, England, Italien und Lettland weitere 68 Biogasanlagen in Planung, Entwicklung und Konstruktion. Stand Juni 2011 befanden sich Anlagen mit einem Gesamtauftragswert von 39 Millionen Euro im Bau.

2.4 Unternehmensstruktur Die Biogas Nord AG ist die Holdinggesellschaft. Sie hält Anteile an der Biogas Nord Anlagenbau Anzahl Referenzen

Deutschland

273

Niederlande

9

Rumänien

1

Italien

3

Weißrussland

2

England

4

Irland

1

Lettland

0

Aktuelle Projekte im Bau (Juni 2011) 25

1

4

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GmbH (100%), der Biogas Nord Power AG (100%), ihrem Tochterunternehmen für Biogasinvestitionen, an der Biogas Nord Espana SL (99,98%), ihrem spanischen Tochterunternehmen, und Promociones Rurales De Biogas S.A. (24%), ihrer Beteiligungsgesellschaf für Biogasinvestitionen in Spanien, an der Biogas Nord Italia S.r.l. (90%), ihrem italienischen Tochterunternehmen, an der Biogas Nord UK Ltd. (100%), ihrem Tochterunternehmen in Großbritannien, an der Biogas Nord Korea Ltd. (51%), ihrem südkoreanischen Tochterunternehmen und an der Biogas Nord Polska Sp. z o. o. (100%), ihrem polnischen Tochterunternehmen. Biogas Nord SAS, ihre 100%

99,98%

BIOGAS NORD Anlagenbau GmbH

BIOGAS NORD Espana S.L.

Stammkapital: 500.000,- EUR Gesellschafter: BIOGAS NORD AG

Konzernbeteiligungsstruktur (Stand: 31. Dezember 2010)

100%

100%

BIOGAS NORD Italia S.R.L.

BIOGAS NORD UK Ltd.

BIOGAS NORD POWER AG

Bio.S Biogas Grimma GmbH & Co.KG

Bio.S Biogas Verwaltungs GmbH

NaWaRo Wendlinghausen GmbH & Co.KG

Stammkapital: 50.000,- EUR

Stammkapital: 100.000,- EUR

Stammkapital: 100.000,- £

Stammkapital: 50.000,- EUR

Stammkapital 617.000,- EUR

Stammkapital: 25.000,- EUR

Stammkapital: 1.700.000,- EUR

Gesellschafter: BIOGAS NORD AG

Gesellschafter: BIOGAS NORD AG

Gesellschafter: BIOGAS NORD AG

Gesellschafter: BIOGAS NORD AG

Gesellschafter: BIOGAS NORD AG

Gesellschafter: BIOGAS NORD AG

Gesellschafter: BIOGAS NORD AG

58,5%

49%

90%

französische Tochtergesell-schaft, wurde am 30. November 2010 an den Minderheitsaktionär veräußert. Das Unternehmen plant, eine neue Tochtergesellschaft in Frankreich unter dem Namen Biogas Nord zu gründen. Zusätzlich hält es 55,25% der Anteile an der Biogas Bio.S Grimma GmbH & Co. KG, 65% der Biogas Bio.S Verwaltungs GmbH, 58,5% der Bioenergie Ahlen GmbH & Co. KG, 49% der Bioenergie Ahlen Verwaltungs GmbH sowie 5,88% an der Wendlinghausen GmbH & Co.KG, von denen alle über eigene Biogasanlagen verfügen.

51%

Bioenergie Ahlen Verwaltungs GmbH

BIOGAS Nord Korea Co., Ltd.

Bioenergie Nord Polska Sp. z o.o.

Kommandit kapital 685.000,- EUR

Stammkapital: 25.000,- EUR

Stammkapital: 50.000,000KRW

Stammkapital: 50.000,- zi

Gesellschafter: BIOGAS NORD AG

Gesellschafter: BIOGAS NORD AG

Gesellschafter: BIOGAS NORD AG

Gesellschafter: BIOGAS NORD AG

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65%

5,88%

100%

Bioenergie Ahlen GmbH & Co.KG

Biogas Nord AG

55,25%

Die Anzahl der Konzernmitarbeiter ohne Vorstände und Geschäftsführer lag am 31.12.2010 bei 131 (31.12.2009: 109).


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2.5 Strategie

schlüsselfertiger Biogasanlagen dienen.

Nach einer Analyse der allgemeinen globalen wirtschaftlichen Situation, des Biogasmarktes in Deutschland, Europa und andernorts, sowie der Marktsituation und der Fähigkeiten des Konzerns, hat das Management beschlossen, die Ressourcen des Konzerns auf die folgenden Ziele zu lenken:

2.6 Unternehmenssteuerung

1. Steigerung der weltweiten Umsätze des Konzerns. Der Umsatz mit Biogasanlagen in Deutschland, der derzeit sehr solide sind, wird dem Management zufolge im Verlauf von 2012 einen Sättigungspunkt erreichen. Aus diesem Grund liegt der Schlüssel zum Fortbestand des Konzerns und der Expansion als Lieferant schlüsselfertiger Biogasanlagen in der weltweiten Steigerung des Konzernumsatzes. 2. Kapitaleigentum bei Biogasanlagen. Im Januar 2010 gründete der Konzern die Biogas Nord Power AG (BNP), eine hundertprozentige Tochtergesellschaft mit der Aufgabe, sich mit Kapital an Biogasanlagen zu beteiligen. Fünf Biogasprojekte, von denen zwei sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium der Umsetzung befinden und bei denen sich der Konzern bereits mit Kapital beteiligt, sollen von BNP gehalten werden. BNP könnte noch mehr Kapital aufbringen, um die Anzahl der Projekte mit Kapitalbeteiligung zu erhöhen. Der zukünftige Kapitalfluss aus Anlagen mit BNP-Beteiligung wird für den Konzern als Puffer zur Stabilisierung des Kapitalflusses in Zeiten geringer Nachfrage nach dem Bau

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Seit dem 04. Januar 2010 ist Herr Alexander Rechter Vorstandsvorsitzender der Biogas Nord AG. Gleichzeitig ist Herr Rechter, Rechtsanwalt und ein Unternehmer mit langjähriger Erfahrung in verschiedenen Bereichen, Geschäftsführer der European Business Partners Sp. z o.o., dem Hauptaktionär der Biogas Nord AG. Frau Asnat Drouianov, ein CPA (certified public accountant) mit langjähriger Erfahrung in einer renommierten israelischen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, wurde als Chief Financial Officer (CFO) der Biogas Nord AG und als Geschäftsführer der Biogas Nord Anlagenbau GmbH ernannt. Herr Gerrit Holz, Gründer der Firma, und der Chief Technical Officer (CTO), ist einer der führenden Pioniere der Biogasindustrie, und der Entwickler der Technologie des Konzerns Herr Holz ist Geschäftsführer der Biogas Nord Anlagenbau GmbH. Die Zahl der Mitarbeiter im Konzern, hat sich seit Beginn des Jahres 2010 von 109 bis zum Ende des Geschäftsjahres auf 131 erhöht. Die EBP gewährte der Gruppe ein Darlehen im Jahr 2009 in Höhe von ca. 1,5 Millionen Euro, welches bis zum Erstellungsdatum dieses Berichtes noch nicht zurückgezahlt wurde.


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3. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen 3.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Die Weltwirtschaft erholte sich 2010 weiter von ihrer Krise, die 2008 ihren Anfang nahm. Zahlen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge stieg das Welt-Bruttosozialprodukt 2010 um 5,1 Prozent, nachdem es 2009 um 0,5 Prozent geschrumpft war. Der IWF berichtete außerdem, dass unter den Industrieländern die USA schneller wuchsen als die Europäische Union. Insgesamt betrug die Wachstumsrate der Industrieländer 2010 2,5 Prozent, während sie in den Entwicklungsländern bei 6,75 Prozent lag. Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sank die globale Arbeitslosenquote leicht von 6,3 Prozent im Jahr 2009 auf 6,2 Prozent 2010. Diese Zahlen stehen im Gegensatz zur Erholung der Weltwirtschaft. Der deutsche Arbeitsmarkt erholte sich weiter von der Krise des Jahres 2008, und die Arbeitslosenquote sank von 7,8 Prozent Ende 2009 auf 7,1 Prozent im Jahr 2010. Auch die Finanzmärkte setzen 2010 ihre Erholung von der Krise fort. Der DAX zog im Laufe des Jahres um 15,6 Prozent an und beendete das Jahr bei 6.914 Punkten. Der Preis für Rohöl stieg von 75 auf 90 US-Dollar pro Barrel. Trotz dieser Indikatoren einer wirtschaftlichen Erholung hielten die Zentralbanken ihre Leitzinsen 2010 auf historischen Tiefständen. Seit Dezember 2008 gewährt die US-Notenbank Bankdarlehen zu einem Zinssatz von 0 bis 0,25 Prozent, in der

Eurozone wurde der Leitzins von 1,0 Prozent 2010 im April 2011 auf 1,25 Prozent angehoben. Die japanische Zentralbank gewährt noch immer zinsfreie Darlehen. Die deutsche Landwirtschaft konnte 2010 annähernd gleichbleibende Indikatoren vorweisen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurde 2010 ein durchschnittlicher Ertrag von über 66,7 dt Getreide pro Hektar verzeichnet, 2009 lag er noch bei 72,1 dt pro Hektar. Bei Winterraps verringerte sich der Ertrag geringfügig von 4,29 auf 3,91 Tonnen pro Hektar. Die gesamte Anbaufläche für Feldfrüchte in Deutschland nahm um 3,9 Prozent auf insgesamt 6.636 Millionen Hektar ab. Der Gesamtertrag bei Feldfrüchten lag 2010 bei 44.293 Millionen Tonnen. Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft zufolge sind die Strompreise in den letzten zehn Jahren um rund 35 Prozent gestiegen. Dabei wirkten sich die Einführung des Emissionsrechtehandels 2005 und die innerhalb der EU gegen Stromerzeuger auf dem Schwarzmarkt verhängten Strafen auf die Energiepreise aus. Die Strompreise für Industriekunden, aber auch für private Haushalte stiegen 2010 leicht. Der Energiebedarf in Deutschland erhöhte sich 2010 aufgrund der wirtschaftlichen Erholung und des langen Winters. Der Bruttostromverbrauch in Deutschland stieg um 4,3 Prozent auf 604 Mrd. kWh (2009: 578 Mrd. kWh). Der Erdgasverbrauch stieg

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22

trotz der kühleren Witterung im ersten Quartal 2010 ebenfalls nur um 4,2 Prozent auf 938 Mrd. kWh. Ferner erhöhte sich aufgrund der wirtschaftlichen Erholung auch die Nachfrage von Industrieunternehmen nach Erdgas. Der Industriesektor machte dabei etwa 45 Prozent des gesamten Strom- und Gasverbrauchs aus.

3.2 Kapitalmärkte Die internationalen Kapitalmärkte, insbesondere die europäischen, wurden 2010 von der Finanzkrise in einigen europäischen Ländern, vor allem in Griechenland, stark in Mitleidenschaft gezogen. Im Großen und Ganzen setzten die Aktienmärkte ihre Aufwärtsfahrt nach dem Zusammenbruch von 2008 jedoch fort. Der DAX startete im Januar 2010 bei 5.975 Punkten und gab in den ersten zwei Monaten des Jahres auf 5.433 Punkte nach. Im Dezember 2010 erreichte der Index mit 7.087 Punkten seinen Höchststand und schloss das Jahr bei einem Stand von 6.914 Punkten ab. Die Schuldenkrisen in Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien schwächten den Euro zu Beginn des Jahres 2010. Als Reaktion darauf wurde ein „Stabilisierungsmechanismus“ in Gang gesetzt, um die betroffenen Länder der Eurozone zu unterstützen.

3.3 Biogasmarkt in Deutschland Angaben des Fachverbands Biogas e.V. zufolge waren in Deutschland zum Ende des Jahres 2010 5.905 Biogasanlagen in Betrieb (2009: 4.984).

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Insgesamt produzierten alle Biogasanlagen Deutschlands rund 2.000 MW elektrische Leistung (2009: 1.650 MW) und deckten somit den Bedarf von fast fünf Millionen Haushalten. Dem Fachverband Biogas e.V. zufolge sind mehr als 18.500 Menschen in der Branche beschäftigt. Die Verabschiedung des neuen EEG im Juni 2008 und dessen Umsetzung zum 1.1.2009 verliehen dem Biogasmarkt neue Impulse. Außerdem hatte die Erhöhung der Grundeinspeisevergütung bessere Bedingungen für Biogasanlagen zur Folge. Aufgrund seiner Komplexität enthält das Gesetz jedoch missverständliche Regelungen. Durch die speziellen Boni, die das neue Gesetz vorsieht, wurde eine Nachfrage nach kleineren Projekten mit bis zu 250 Kilowatt elektrischer Leistung geschaffen. Viele kleine landwirtschaftliche Betriebe mit entsprechenden Substratmengen haben nun endlich die Voraussetzungen erfüllt, die für die Tragfähigkeit ihrer eigenen Biogasanlage notwendig sind. Infolgedessen wurde die lokale Nachfrage merklich angekurbelt. Für den gesamten deutschen Biogasmarkt ist es von großer Bedeutung, dass die Regierung weiter auf den Ausbau der erneuerbaren Energien setzt und diese Politik durch einen geeigneten rechtlichen Rahmen stützt. Ein klares Zeichen dafür, dass der Biogasmarkt seine Talsohle durchschritten hat, ist der Projektstau bei der Mehrzahl aller Biogasunternehmen. Besonders in ländlichen Regionen werden durch diese


23

Entwicklung neue Arbeitsplätze geschaffen. Das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 sechs Milliarden Kubikmeter Biogas in das Erdgasnetz einzuspeisen, kann nur mit starken und gesunden inländischen Biogasunternehmen erreicht werden. Zurzeit werden lediglich 163 Millionen Kubikmeter (2,7 Prozent des Zielwerts) ins Netz eingespeist. Dabei wird das Biogas heutzutage vor allem von den großen Gasunternehmen eingespeist. Damit mittelständische, dezentrale Biogasanlagen in diesen Markt eintreten können, bedarf es günstiger Einspeisevergütungen für Biogas. Hierdurch stünden die Betreiber vor der Wahl, mittels Wärmenutzung vor Ort Strom zu erzeugen oder Gas ins Netz zu pumpen.

3.4 Ausland Die Vorstellung von Biogas als erneuerbare Energiequelle dringt langsam aus Deutschland in den Rest der Welt vor. Dementsprechend verzeichneten die ausländischen Biogasmärkte 2 0 1 0 e i n k r ä f t i g e s Wa c h s t u m . Vi e l e europäische Länder führten eigene Gesetze zur Förderung erneuerbarer Energien ein oder bauten bestehende Rahmenbedingungen aus. Inspiriert wurden diese Regulierungen, die

attraktive Einspeisevergütungen vorsehen, vom deutschen EEG. Und auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für Biogasprojekte in anderen europäischen Ländern scheinen vielversprechend. Allerdings verfügt dabei jedes Land über sein eigenes System mit bestimmten Vor- und Nachteilen, weshalb es einer einheitlichen europäischen Gesetzgebung bedarf, die für gleiche Bedingungen in allen europäischen Ländern sorgt. In Bezug auf die Förderung der Biogasproduktion wird sich auch der Rest der Welt an einem solchen einheitlichen System orientieren können. Als Folge ihrer Ausbreitung in den globalen Märkten und ihrer anerkannt hohen Standards können deutsche Anbieter von Biogastechnologie mit einem Ausbau ihres weltweiten Geschäfts rechnen.

4. Geschäftsverlauf 4.1 Allgemein 2010 war ein gutes Jahr für den Konzern. Die Umsetzung des EEG führte zu einer erhöhten Nachfrage nach Biogasanlagen, und auch die weltweite Nachfrage stieg kontinuierlich. 2005

2006

2007

2008

2009

2010

Gesamtleistung (in Mio. EUR)

16,7

30,5

25,8

17,7

35,3

54,1

Umsatz (in Mio. EUR)

10,2

28,7

31,9

12,1

37,1

56,0

Umsatz pro Projekt (in Mio. EUR)

0,28

0,57

0,56

0,93

1,20

1,10

Erstellte Anlagen / abgenommene Projekte

36

50

57

13

33

51

Anlagen / Projekte (kumuliert)

96

146

203

216

249

300

Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt)

50

105

151

149

115

121

Biogas Nord AG

Geschäftsbericht 2010


24

Biogas Nord AG

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25

2010 schloss der Konzern den Bau von 51 Projekten (2009: 33 Projekte) ab, wovon fünf im Ausland gebaut wurden. Stand Juni 2011 befinden sich 68 Projekte in verschiedenen Bauphasen. Der Fachverband Biogas e.V. berichtete, dass 2010 in Deutschland rund 920 Biogasanlagen errichtet wurden. Folglich beträgt der Marktanteil des Konzerns rund 5,2 Prozent. Im Laufe des Jahres 2011 verzeichnete die Biogas Nord Anlagenbau GmbH ein Auftragsvolumen von ca. 90 Mio. EUR (2009: 48,4 Mio. EUR). Zum Bilanzstichtag 31.12.2010 lag der Auftragsbestand bei 58,7 Mio. EUR (31.12.2009: 34,8 Mio. EUR). In der ersten Jahreshälfte 2011 wurden weitere Verträge über ein Volumen von 31,1 Mio. EUR unterzeichnet. Stand Juni 2011 sind mehr als 320 Biogasprojekte vom Konzern errichtet worden. Stand Mai 2011 wurden insgesamt 152 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 45 am Bau der Anlagen beteiligte Monteure und Bauleiter.

Gesamtumsatz Inland Ausland Summe

4.2 Ausland ֿ2010 sank der Anteil ausländischer Projekte am Gesamtumsatz des Konzerns gegenüber 28,2 Prozent in 2009 auf 10,2 Prozent. 2009 wurde der Großteil des weltweiten Umsatzes in Italien, den Niederlanden und Großbritannien erzielt. 2010 lag der Auslandsumsatz schwerpunktmäßig in Großbritannien, Rumänien und den Niederlanden. Für den Rückgang des Auslandsumsatzes zeichneten mehrere Gründe verantwortlich: • 2009 geschlossene Verträge über den Bau von Anlagen in 2010 mit einem Volumen von 6. Mio. EUR wurden auf 2011 verschoben. • Ein Großteil der Vertriebsaktivitäten wurde auf den deutschen Markt konzentriert, um die anhaltende Nachfrage dort zu bedienen. • In mehreren Märkten (Polen, Spanien, Italien) nahmen die Genehmigungsverfahren mehr Zeit in Anspruch als ursprünglich vorausgesehen. 2010 wurde eine neue globale Vertriebsabteilung eingerichtet, welche die Grundlage für die weltweite Expansion in den kommenden Jahren bildet.

2005

2006

2007

97,20%

89,30%

2,80%

10,70%

2008

2009

2010

86,00%

69,40% 71,80%

89,39%

14,00%

30,60% 28,20%

10,64%

100,00% 100,00% 100,00% 100,00% 100,00%

100,00%

Biogas Nord AG

Geschäftsbericht 2010


26

Länder, in denen der Konzern eine Tochtergesellschaft hat.

Länder, in denen der Konzern Anlagen errichtet hat

4.3 Aktien des Unternehmens Das Finanzergebnis des Jahres 2008 und ein mangelndes Vertrauen in die Fortdauer des

Biogas Nord AG

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Turnarounds von 2009 wirkten sich 2010 zum Teil auf die Aktien des Unternehmens aus. Nach der Veröffentlichung des Ergebnisses für Juni 2010 und der partiellen Erholung


27

der Finanzmärkte stieg der Aktienkurs ab September 2010 und erreichte im weiteren Verlauf des Jahres den höchsten Stand seit 2008. Anfang Januar 2010 betrug der Preis der Aktie 2,70 EUR. Nach der Veröffentlichung des Ergebnisses für Juni 2010 im September 2010

und der partiellen Erholung der Finanzmärkte stieg der Aktienkurs und erreichte am 15. Dezember 2010 mit 6,60 EUR je Aktie seinen Jahreshöchststand. Am 31.Dezember 2010 lag der Preis je Aktie bei 5,995 EUR (Dez. 2009: 2,78 EUR) und damit ca. 116 Prozent über dem Wert vom 1. Januar 2010.

Biogas Nord Aktien 2010 7 6 5 4 3 2 1 0 01.01.2010

01.04.2010

01.07.2010

01.10.2010

31.12.2010

Das durchschnittliche Handelsvolumen der Aktien des Konzerns belief sich 2010 auf 5.177 Aktien je Handelstag. 35.000 30.000 25.000 20.000 15.000 10.000 5.000 0 01.01.2010

01.04.2010

01.07.2010

01.10.2010

Biogas Nord AG

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28

4.4 Jahreshauptversammlung 2010 Die ordentliche Jahreshauptversammlung des Unternehmens für das Geschäftsjahr 2009 fand am 12. August 2010 in Bielefeld statt. Alle Tagesordnungspunkte wurden angenommen. Die ordentliche Jahreshauptversammlung für das Geschäftsjahr 2010 wird voraussichtlich im August 2011 stattfinden.

der Mitarbeiter des Unternehmens gehalten. Anteile in Höhe von 5,02 Prozent befanden sich im Besitz von Gerrit Holz, Gründer und Vorstandsmitglied des Unternehmens. Die übrigen Anteile in Höhe von 46,74 Prozent befanden sich im Streubesitz. Die nachfolgende Übersicht zeigt die Aktionärsstruktur zum 31. Dezember 2010.

5. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

4.5 Aktionärsstruktur

5.1. Allgemein

Das Grundkapital des Unternehmens bezifferte sich zum 31. Dezember 2010 auf 3.825.377 EUR, eingeteilt in 3.825.377 nennwertlose auf den Inhaber lautende Stückaktien. Die Aktien des Unternehmens haben einen rechnerischen nominellen Wert von 1,00 EUR je Aktie.

2010 war eine besondere Herausforderung für Biogas Nord. Die Übernahme des Unternehmens durch EBP Anfang 2009 und die Änderungen im Management ermöglichten es dem Unternehmen, die Finanzkrise zu überwinden, die es im Jahr 2008 durchlief. Dennoch warf die Wende bei den Geschäftstätigkeiten des Unternehmens die bisher unbeantwortete Frage auf, ob es dem neuen Management gelingen wird, die internen Änderungen umzusetzen, die Expansion des Unternehmens 2010 zu konkretisieren und die Betriebsgrundlage für die kommenden Jahre auszuweiten.

Hauptaktionär des Unternehmens mit 46,16 Prozent war zum 31. Dezember 2010 European Business Partners sp. z o.o. (EBP). 2,08 Prozent der Anteile wurden zu diesem Zeitpunkt von der Biogas Nord Treuhand GmbH treuhänderisch zugunsten

Das Management der Gruppe hat eine Reihe von Verbesserungen, technischen Änderungen und Kontrollinstrumenten eingeführt, die es ermöglichen, die Anfang des Jahres gesetzten Ziele zu erreichen: •

Aktionärsstruktur des Unternehmens zum 31. Dezember 2010.

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D i e A b t e i l u n g Te c h n i k u n d Ingenieurwesen wurde ausgeweitet. Es wurden neue Ingenieure eingestellt, um neue Technologien zur Erzielung größerer Effizienz zu integrieren, sowohl im internen als auch im externen Bereich


29

Es wurde eine Inbetriebnahmeabteilung eingerichtet, die sich auf die Inbetriebnahme jeder Biogasanlage konzentriert. Einer der Schlüsselpunkte, die die Zufriedenheitsrate des Kunden betrifft, ist die Inbetriebnahme und eine reibungslose Übergabe einer Anlage. Daher wurde ein Inbetriebnahmeteam zusammengestellt, das eine reibungslose und effiziente Aufnahme des Betriebs ermöglicht.

bessere Positionierung zu erreichen, hat die Gruppe ihr Know-How bei der Entwicklung neuer Produkte unter Beweis gestellt, die auf dem Markt eingeführt wurden. Dazu gehören ein hitzeintegriertes Konzept auf Basis eines Satelliten-Blockheizkraftwerkes, Bioenergiedörfer und umfassende Lösungen für Schlachtbetriebe, Zuckerraffinerien, Nahrungsmittelfabriken und Gewächshäuser. •

Für den Fokus auf die internationalen Märkte wurde die Internationale Vertriebsabteilung vergrößert. Es wurden ein erfahrener Sales Manager sowie mehrsprachige Key Account Manager für jede Region der Welt eingestellt. Internationale Seminare – für die Gebietsleiter und die Vetriebsmitarbeiter vor Ort wurde ein Intensiv-Seminar organisiert. Das Seminar konzentrierte sich auf die Präsentation der Stärken der Technologie der Gruppe und auf die Ausstattung der Teilnehmer mit den Marketingwerkzeugen und Verkaufsinstrumenten der Gruppe.

Das Berichtsjahr 2010 war ein Jahr des stetigen Wachstums für die Gruppe. 2010 belief sich die Gesamtleistung aus Umsatzerlösen für fertiggestellte Produkte, Bestandsänderungen bei laufenden Projekten, an Tochtergesellschaften erbrachte Dienstleistungen und anderen Erträgen insgesamt auf TEUR 54.063 (2009 – TEUR 35.304); eine Steigerung um 53,14% (2009 – 99,5%). Im Vergleich zum Jahr 2008 gelang der Gruppe eine Verdreifachung (305%) ihrer Gesamtleistung.

Neue Produkte – Während der letzten zwei Jahre erfährt die deutsche Biogasindustrie ein höheres Wettbewerbsaufkommen und die Marktteilnehmer sind so hoch entwickelt wie nie zuvor. Aus diesem Grund wird die Gewinnspanne immer kleiner. Um den Marktanteil halten zu können und eine

TEUR Gesamtleistung

Nischenmärkte – Das breite Spektrum an Kundengruppen zwangen die Gruppe zu einem besseren Marketingansatz, bei dem der Markt in verschiedene Nischen aufgeteilt wurde. Industriekunden weisen kaum Gemeinsamkeiten mit Landwirten oder einer Investmentgruppe aus. Daher übernahm die Gruppe einen fachgerichteten Ansatz und stellte Vertriebsmitarbeiter ein, die den Bedürfnissen des Kunden aufgrund ihrer Ausrichtung auf den jeweiligen Nischenmarkt entsprechen.

2005

2006

2007

2008

2009

2010

10,202

30,561

25,805

17,695

35,304

54,063

2007-2010: Konzern. 2005-2006: nur Biogas Nord Anlagenbau GmbH

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30

2010 beliefen sich die Gesamtkosten für Material und bezogene Leistungen auf TEUR 41.635 (2009 – TEUR 25.735). Der Rohergebnis lag Ende 2010 bei 12,43 Mio. Euro (22,99% der Gesamtleistung), im Vergleich zu 9,57 Mio. 2009 (27,10 % der Gesamtleistung). Zwei Hauptgründe für den gesunkenen Prozentsatz des Rohergebnisses 2010 im Vergleich zu 2009 sind: 1) Änderungen bei unfertigen Projekten sind als Teil der Gesamtleistung berücksichtigt. Infolge dessen steigern und verringern Schwankungen zwischen den Jahren bei der Menge an unfertigen Projekten das Roherergebnis wesentlich. Würden die Änderungen bei laufenden Aufträgen als Teil der Baukosten und nicht als Teil der Gesamtleistung berücksichtigt, läge das Rohergebnis bei 21,94% der Gesamtleistung 2010, im Vergleich zu 24,22% in 2009. Dies hätte einen Rückgang um 2,28% bedeutet, im Gegensatz zu der aktuell dargestellten Verringerung um 4,12%. 2) 2010 änderte das Management seine Strategie von der Eigenproduktion bestimmter Komponenten hin zu deren Vergabe an Dritte. Durch diese strategische Entscheidung gelang es der Gruppe, das Risiko durch die Übertragung der Gewährleistungskosten auf die Subunternehmer zu verkleinern und die Abhängigkeit von hohen Lohnkosten und den Marktschwankungen zu beschränken. Infolge dessen stiegen die bezogenen Leistungen um 71,55 % im Vergleich zu 2009, obwohl der Umsatz nur um 53,14% stieg.

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Die vorstehend dargestellte strategische Änderung spiegelte sich auch in der Anzahl der Angestellten und den Personalkosten wieder. 2009 wurde die Anzahl der Angestellten von 149 Angestellten im Dezember 2008 auf 105 Angestellte im Dezember 2009 gesenkt. 2010 wurde die Anzahl der Angestellten aufgrund der betrieblichen Vergrößerung der Gruppe auf 131 (zum 31. Dezember 2010) erhöht. 2010 beliefen sich die Personalkosten auf TEUR 6.049 bzw. 11,19% der Gesamtleistung im Vergleich zu TEUR 5.857 bzw. 16,59% der Gesamtleistung 2009. Die Lohnkosten stiegen um weniger als 3,27% im Gegensatz zu einer Steigerung um 53,14% bei der Gesamtleistung. Der Betriebsgewinn nach Abzug d e r Personalkosten beläuft sich insgesamt auf TEUR 6.379 im Vergleich zu TEUR 3.712 im Jahr 2009, was eine Steigerung um 71,8% bedeutet und im Hinblick auf die Gesamtleistung 2010 einen Prozentsatz von 11,26% im Vergleich zu 9,4% in 2009 darstellt. Die sonstigen Aufwendungen beliefen sich insgesamt auf TEUR 4.279 (2009 – TEUR 4.084), eine Steigerung um 4,75% im Vergleich zum Jahr 2009. Die Abschreibungen beliefen sich in 2010 insgesamt auf TEUR 600 bzw. 1,11% der Gesamtleistung, im Vergleich zu TEUR 574 bzw. 1,62% in 2009, was einer Steigerung um 4,62% entspricht. Das EBITDA (Erträge vor Zins, Abschreibung und Steuern) belief sich in 2010 auf TEUR 2.069 (3,86% der Gesamtleistung), im Vergleich zu


31

dem negativen EBITDA von TEUR (389) in 2009 (-1,10% der Gesamtleistung).

die 300er-Marke und das EBITDA belief sich insgesamt auf TEUR 2.069.

Zinsen und Finanzkosten beliefen sich 2010 auf TEUR 185 bzw. 0,34% der Gesamtleistung, im Vergleich zu TEUR 148 bzw. 0,42% der Gesamtleistung in 2009. Der Anstieg bei den Finanzkosten erfolgte aufgrund von Zinsausgaben im Zusammenhang mit einem Darlehen für den Bau der Biogasanlagen im Besitz der Gruppe.

Nachfolgender Tabelle können Sie die Entwicklung von EBIT und EBITDA seit 2005 entnehmen:

Das EBIT (Erträge vor Zinsen und Steuern) beläuft sich in 2010 auf TEUR 1.469 (2,75% der Gesamtleistung), im Vergleich zum negativen EBIT von TEUR (963) (-1,78% der Gesamtleistung) im Jahr 2009.

Die beschriebenen internen Änderungen und strategischen Entscheidungen hatten ein kontinuierliches Wachstum zur Folge und das EBIT der Gruppe in Höhe von TEUR 1.469 erreichte im Geschäftsjahr 2010 einen prozentualen Anteil von 5,46%, am Gesamtvermögenswert in Höhe von TEUR 26.889 im Vergleich zu einem Verlust vor Zinsen und Steuern in Höhe von 4,2% im Jahr 2009.

Der Konzernjahresüberschuss beträgt nach Steuern in Höhe von TEUR - 406 und Minderheitenanteilen in Höhe von TEUR 64 in 2010 insgesamt TEUR 957, im Vergleich zu einem Nettoverlust von TEUR - 642 nach Erträgen aus latenten Steuern in Höhe von TEUR 245 und Erträgen aus Minderheitenanteilen von TEUR 205 im Jahr 2009. Die gesamte betriebliche Leistung pro Arbeitnehmer stieg 2010 von TEUR 322 auf TEUR 462, was einer Steigerung um 43,6% entspricht. 2010 und zum ersten Mal seit der Gründung haben die Betriebsergebnisse neue Rekorde erzielt. Es wurde im Laufe des Jahres ein Umsatz von über 55 Mio. Euro erzielt, die Anzahl der gebauten Projekte erreichte bis Dezember 2010

TEUR

EBIT EBITDA

2005

553 659

2006

2007

2008

2009

2010

1,344 -4.375 1,602 -3.730

-8.571 -8.006

-962 -389

1,469 2,069

2007-2010: Konzern; 2005-2006: nur Biogas Nord Anlagenbau GmbH

Auf Grundlage des bestehenden Auftragsbestandes bei den Projekten erwartet das Unternehmen für 2011 eine weitere Verbesserung ihrer finanziellen Ergebnisse. Im Jahr 2009 stellte die European Business Partners Sp. z o.o. (EBP) der Biogas Nord Anlagenbau GmbH ein Darlehen zur Verfügung, welches zum 31. Dezember 2010 sich in Höhe von TEUR 1.578 belief. Im Dezember 2010 vereinbarten die Parteien einen Verzicht auf die bis zu diesem Zeitpunkt auf dieses Darlehen angewandte Rangrücktrittserklärung.

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32

5.2. Aktiva per 31. Dezember 2010 Die Aktivseite der Bilanz im Vergleich zum Vorjahr gestaltet sich wie folgt:

Aktiva

2010

2009

EUR

EUR

A. Anlagevermögen

5,257,358

5,147,476

I. Immaterielle Vermögensgegenstände

1,171,831

1,179,118

72.212

105,506

1.099.619

1,073,612

3,530,915

3,460,163

578.389

581,615

1.745.843

1,869,051 1,009,497

1. Konzessionen. gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und

Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten

2. Geschäfts- oder Firmenwert

II. Sachanlagen

1. Grundstücke. grundstücksgleiche Rechte und Bauten

2. Technische Anlagen und Maschinen

3. Andere Anlagen. Betriebs- und Geschäftsausstattung

766.278

4. Geleistete Anzahlungen. Anlagen im Bau

440.406

-

III. Finanzanlagen

554,612

508,195

1. Beteiligung

172.003

100,000

2. Sonstige Ausleihungen

382.609

408,195

19,740,062

15,197,620

I. Vorräte

4,901,885

5,126,348

1. Roh-. Hilfs- und Betriebsstoffe

1.549.439

732,032

2. In Ausführung befindliche Bauaufträge

3. Geleistete Anzahlungen

  B. Umlaufvermögen

963.202

3,547,312

2.389.243

847,005

II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

11,846,412

6,996,719

1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

11.105.578

6,415,942

2. Sonstige Vermögensgegenstände

III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten C. Rechnungsabgrenzungsposten D. Aktive latente Steuern

740.835

580,778

2,991,765

3,074,553

207,971

94,087

1,683,975

2,182,788

26,889,366

22,621,971

  Bilanzsumme

Biogas Nord AG

Geschäftsbericht 2010


33

5.3. Passiva per 31. Dezember 2010 Die Passivseite der Bilanz setzt sich folgendermaßen zusammen:

Passiva

2010

2009

EUR

EUR

4,373,678

1,479,748

A. Passiva I. Gezeichnetes Kapital

3,825,377

2,562,500

10,981,393

10,855,105

19,721

1,620

-11,920,646

-11,278,771

V. Jahresüberschuss /-fehlbetrag

957,310

-641,875

VI. Minderheitenanteile

510,523

-18,831

175,078

107,557

6,608,025

3,738,053

74,400

41.500

6,533,625

3.696.553

II. Kapitalrücklage III. Ausgleichsposten aus der Fremdwährungsumrechnung IV. Verlustvortrag

B. Sonderposten für Investitionszuschüsse C. Rückstellungen 1. Steuerrückstellungen 2. Sonstige Rückstellungen

  D. Verbindlichkeiten

15,732,585

17,286,601

20,210

1.409.369

2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

1,683,455

1.856.698

3. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen

4,635,452

6.035.279

4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

5,251,441

4.598.461

5.Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

1,578,795

1.491.548

6. Sonstige Verbindlichkeiten

2,563,232

1.895.246

-

10,013

26,889,366

22,621,971

1. Anleihen. davon konvertibel

E. Passive latente Steuern Bilanzsumme

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5.4. Erläuterung ausgewählter Bilanzpositionen 5.4.1. Immaterielle Vermögensgegenstände Die immateriellen Vermögensgegenstände umfassen Konzessionen und gewerbliche Schutzrechte in Höhe von TEUR 72 und den fortgeschriebenen Firmenwert mit einem Wert von TEUR 1.100 zum Bilanzstichtag (31. Dezember 2009 – TEUR 1.074), welcher zum einen im Rahmen der Erstkonsolidierung der Biogas Nord GmbH 2006 gebildet und über die voraussichtliche Nutzungsdauer von 10 Jahren abgeschrieben wird. Er spiegelt die zukünftigen Ertragserwartungen der Gesellschaft wider. Weiterhin wurde ein zusätzlicher Geschäftsund Firmenwert aus der Übernahme von Minderheitenanteilen der Biogas Nord UK Ltd. über die voraussichtliche Nutzungsdauer von 5 Jahren abgeschrieben.

5.4.2. Sachanlagen 2010 haben sich die Sachanlagen hauptsächlich aufgrund von Anzahlungen für eine Biogasanlage mit einem Gesamtwert von TEUR 440 und zusätzlichen, während des Jahres in Computer und Geschäftsausstattung investierten TEUR 112 erhöht. Der jeweilige Cashflow aus den Investitionstätigkeiten ist in der Kapitalflussrechnung dargestellt.

5.4.3. Finanzanlagen Die Finanzanlagen enthalten ein an einen

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Dritten vergebenes Darlehen in Höhe von TEUR 287. Dieses Darlehen ist durch Anteile an einer Biogasanlage gesichert. Die Finanzanlagen enthalten weiterhin eine Investition in Höhe von TEUR 100 an der Biogasanlage der Wendlinghausen GmbH & Co. KG und spiegelt ein Eigentumsrecht von 5,8% an dieser Rechtsperson wieder. Eine weitere Investition in Höhe von TEUR 72 betrifft 24% der Beteiligungsrechte an Promociones Rurales de Biogás S.A. wieder, einem im Januar 2010 zwischen Biogas Nord España S.A., einer führenden spanischen Bank und vier weiteren strategischen Partnern errichteten Unternehmen.

5.4.4 Umlaufvermögen und Vorräte Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe stiegen von TEUR 732 per 31. Dezember 2009 auf TEUR 1.549 per 31. Dezember 2010. Diese Steigerung von TEUR 817 ist hauptsächlich auf die Ausweitung der Gruppentätigkeiten zurückzuführen.

5.4.5. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Aufgrund der Ausweitung der Gruppentätigkeiten stiegen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von TEUR 6.416 per 31. Dezember 2009 um TEUR 4.690 auf TEUR 11.106 zum 31. Dezember 2010. Dieser Anstieg spiegelt die fertig gestellten, von den Kunden jedoch zum Bilanzstichtag noch nicht bezahlten Projekte wieder.


35

5.4.6. Latente Steuerforderungen Latente Steuerforderungen stellen den erwarteten Wert der vorgetragenen Verluste dar, die während der Folgejahre mit vernünftiger Wahrscheinlichkeit realisiert werden könnten. Auf die vorgetragenen Verluste der deutschen Unternehmen berechnete latente Steuern beliefen sich auf TEUR 1.299, im Fall der Verluste der ausländischen Unternehmen auf TEUR 385. Es wird erwartet, dass der damit zusammenhängende Steuervorteil aufgrund der vorgetragenen Verluste mit vernünftiger Wahrscheinlichkeit innerhalb der nächsten fünf Jahre realisiert werden kann. Die latenten Steuerforderungen basieren auf einem detaillierten Geschäftsplan, der die voraussichtlichen Erträge untermauert. Aufgrund der negativen Entscheidung in Bezug auf das sogenannte Sanierungsprivileg gem. § 8c KStG, dessen Zulässigkeit von der EU Kommission überprüft wurde, hat die Finanzverwaltung die steuerlichen Verlustvorträge der Biogas Nord AG und der Biogas Nord Anlagenbau GmbH im Gesamtwert von TEUR 5.766 gekürzt. Die passiven latenten Steuern wurden in Höhe von TEUR 10 erfolgswirksam aufgelöst.

Lieferanten oder Dienstleistern noch nicht in Rechnung gestellten Arbeiten, sowie auch Restarbeiten bei fertiggestellten Projekten und andere Rechtsrisiken. Die Rückstellungen enthalten einen Betrag in Höhe von TEUR 5.046 die im Zusammenhang mit Fertigungsaufträgen stehen, einen Betrag in Höhe von TEUR 648 für Verfahrenskosten und einen Betrag in Höhe von TEUR 160 für Gewährleistungen gegenüber Kunden mit abgerechneten Biogasanlagen.

5.4.8. Wandelanleihen Nach der Ausgabe von 1.281.250 Anleihen im Dezember 2009 zu einem Zinssatz von 2% p.a., wurden 1.262.877 Anleihen (98,56%) im Februar 2010 ausgeübt und in Anteilskapital umgewandelt. Die übrigen Wandelanleihen in Höhe von TEUR 20 wurden im Februar 2010 nicht ausgeübt.

5.4.9. Verbindlichkeiten/Erhaltene Anzahlungen für Bestellungen Die erhaltenen Anzahlungen für Bestellungen sanken aufgrund der Fertigstellung von Arbeiten zum Ende des Jahres von TEUR 6.035 im Dezember 2009 um TEUR 1.399 auf TEUR 4.635 im Dezember 2010.

5.4.7. Rückstellungen

5.5. Finanzierung der Gruppe

Zum 31.12.2010 stiegen die Rückstellungen von TEUR 3.697 zum 31.12.2009 auf TEUR 6.534, was einer Steigerung um 77% entspricht. Diese Steigerung betrifft vor allem von den

2010 sank der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit um TEUR 1.368 auf TEUR 223. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeiten belief sich 2010 auf TEUR -661 im Vergleich

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zu TEUR -2.032 im Jahr 2009, während sich der Mittelzufluss aus der Finanztätigkeit im Laufe des Jahres auf TEUR 342 im Vergleich zu TEUR 3.428 im Jahr 2009 belief. Zum Bilanzstichtag, und ohne Erhalt von Geldern aus öffentlichen Emissionen oder Fremdkapital, beliefen sich die Barmittel der Gruppe in Kasse und Bank auf TEUR 2.992 im Vergleich zu TEUR 3.075 zum 31. Dezember 2009.

6. Risikobericht Die Geschäftsleitung des Unternehmens hat sich gemäß § 91 Abs. 2 AktG verpflichtet, eine Risikomanagementstrategie aufrechtzuerhalten und ein Warnsystem einzurichten, das ein frühzeitiges Erkennen von Entwicklungen ermöglichen wird, die eine Bedrohung für die künftige finanzielle Situation des Konzerns darstellen könnten. Der finanzielle Erfolg des Konzerns wird u. a. von den Marktbedingungen und der Situation der Biogasindustrie beeinflusst. Die weltweiten Marktbedingungen haben Einfluss auf die Finanzierung von Projekten, so dass bestimmte Projekte möglicherweise verschoben oder gestrichen werden, weil die Banken keine Finanzierung bereitstellen oder sehr restriktive Anforderungen an eine Finanzierung stellen. Entscheidungen werden ferner von der Stabilität der gesetzlichen Rahmenbedingungen innerhalb des Landes und auf ausländischen Märkten beeinflusst. Deshalb ist die Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ab

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01.01.2012 ein wichtiger Faktor für den Erfolg von Biogas Nord. Biogas Nord ist für die im Prognosebericht beschriebenen Veränderungen gut aufgestellt. Zu den Schlüsselfaktoren, die Einfluss auf die Biogasbranche haben, gehören die Rohstoffpreise. Aufgrund des Anstiegs der Nachfrage an den Rohstoffmärkten sind 2010 die Einkaufspreise für Rohstoffe gestiegen. Die Veränderung am Rohstoffmarkt wie auch die steigende Nachfrage Chinas nach Baumaterialien hat zu einem Nachfrageüberschuss an den Rohstoffmärkten geführt. Der Konzern musste prüfen, inwieweit er von möglichen Steigerungen der Rohstoffpreise betroffen ist, und sich gegen mögliche Verluste schützen. Ein weiteres Risiko des Konzerns hängt mit der weiteren Entwicklung und dem Ausbau seiner Aktivitäten im Ausland zusammen. Die Zeitspanne bis zum ersten Verkauf und damit die kostenintensive Anfangsphase globaler Aktivitäten stellt ein Risiko dar. Auch der Zusammenbruch einzelner Märkte kann nicht ganz ausgeschlossen werden. Der Konzern hat daher seine globalen Aktivitäten auf Märkte konzentriert, die aus strategischer Sicht die größten Wachstumspotentiale bieten, und damit Risiken minimiert. Darüber hinaus versucht der Konzern, durch strikte Sparprogramme, enge Budgetvorgaben und die Einhaltung von Fristen die Risiken noch weiter zu reduzieren. Die Beschaffungsrisiken hängen in erster Linie mit dem allgemeinen Anstieg der Rohstoffpreise zusammen und beeinflussen daher hauptsächlich den Preis von großen Komponenten wie


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etwa Fermenter oder Blockheizkraftwerken. Lieferengpässe aufgrund von steigender Nachfrage nach Schlüsselkomponenten (z.B. Blockheizkraftwerken), die weltweit verwendet werden und von einer begrenzten Anzahl von Herstellern angeboten werden, sind ebenfalls möglich. Um das Risiko des Konzerns zu begrenzen wurde ein Preisanpassungsmechanismus eingerichtet. Das Risiko der Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten oder Subvertragsnehmern wird durch Erweiterung der globalen Beschaffungsquellen des Konzerns reduziert werden. Die meisten Aktivitäten des Konzerns werden am Standort ausgeübt. Das bedeutet, dass schlechtes Wetter die Umsetzung von Projekten verzögern könnte. Auch gesetzliche Bestimmungen können zu einer Verschiebung von Projekten führen. Weitere typische Risiken in Verbindung mit der Lieferung von Anlagen sind Forderungsausfälle und andere unvorhergesehene Ereignisse. Durch ein kontinuierliches Projektüberwachungssystem werden diese Risiken auf ein allgemein akzeptiertes Risikoniveau reduziert. Es gibt beträchtlichen Wettbewerb zwischen den verschiedenen Technologieanbietern der deutschen Biogasindustrie, der die Preise nach unten treibt. Es ist davon auszugehen, dass dieses Preisrisiko die Rentabilität der Hersteller in naher Zukunft beeinträchtigen wird. Das Unternehmen hat versucht, die Senkung seiner Verkaufspreise durch die folgenden beiden Hauptstrategien zu vermeiden: (1)

Klare Differenzierung von den Wettbewerbern durch Qualität und Anlageneffizienz. (2) Besonderes Augenmerk auf die Entwicklung und Penetration des globalen Marktes, wo der Wettbewerb nicht so stark ausgeprägt ist. Da der Konzern weltweit tätig ist, könnte es zu Wechselkursrisiken kommen. Daher wird bei allen ausländischen Projekten, bei denen unterschiedliche Währungen im Spiel sind, der Vertragswert an einen Basis-Wechselkurs gebunden, und es wird klar zwischen den Kosten in lokaler Währung und den Kosten in Euro unterschieden. Voraussetzung für geschäftliches Wachstum, insbesondere für die Entwicklung von ausländischen Märkten, ist die Rekrutierung von qualifizierten Mitarbeitern. Die mit der Mitarbeiterrekrutierung, etwa durch Personalvermittler, verbundenen Kosten stellen ein Risiko dar. Ein wachsendes Unternehmen ist ferner mit internen Risiken konfrontiert, die etwa die rechtzeitige und angemessene Anpassung an neue Bedingungen, die Restrukturierung der Organisationsstruktur und ausreichende Wachsamkeit seitens des Managements erfordern. Um diese Risiken zu vermeiden, hat der Konzern seine Organisationsstruktur modernisiert und sein Managementteam erweitert.

7. Bericht zur Offenlegung von möglichen Übernahmehemmnissen Das Unternehmen ist die Muttergesellschaft

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des Konzerns. Die Aktien dieser Gesellschaft werden im Freiverkehr im Entry Standard der Deutschen Börse AG gehandelt und damit nicht an einem organisierten Markt im Sinne des § 2 Abs. 7 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG). Das Aktienkapital des Unternehmens belief sich am 31.12.2010 auf 3.825.377,00 EUR, aufgeteilt auf 3.825.377 Nennwertaktien. Es gibt keine Stimmrechtsbeschränkungen. Am 31.12.2010, dem Bilanzstichtag, gewährt jede ausgegebene Aktie ihrem Inhaber eine Stimme in der Hauptversammlung. Am Bilanzstichtag, dem 31.12.2010, hielt die European Business Partners Sp. z o.o. (EBP) 1.765.762 Aktien; dieser Bestand liegt unterhalb der Schwelle von 50%. Am Bilanzstichtag lagen dem Unternehmen keine Informationen darüber vor, dass ein anderes Rechtssubjekt 10% der Stimmrechte oder mehr hält. Ein Stimmrecht ist definiert als ein Ereignis, bei dem ein über Aktienkapital des Unternehmens verfügendes Rechtssubjekt seine Kontrollrechte nicht direkt ausübt. Die Mitarbeiter des Konzerns haben Rechte an Aktien des Unternehmens, die von der Biogas Nord Treuhand GmbH gehalten werden. Diese Aktien wurden zuvor von Biogas Nord Treuhand & Gerrit Holz KG gehalten. Die Stimmrechte dieser Aktien wurden an EBP übertragen. Die Inhaber dieser Aktien haben keine besonderen Rechte.

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Am Bilanzstichtag gibt es keine Vereinbarungen in Bezug auf eine Änderung d er K o n tr o llv er h ältn is s e im R ah m e n eines Übernahmeangebots. Es gibt keine Vereinbarungen über Entschädigungen für Manager oder Führungskräfte des Unternehmens im Falle einer Änderung der Kontrollverhältnisse des Unternehmens.

8. Prognose 8.1. Aussichten für die Branche Wegen der unklaren rechtlichen Situation in Verbindung mit dem Neuentwurf des EEG, der am 1. Januar 2012 in Kraft treten soll, ist die deutsche Biogasindustrie momentan vorsichtig mit Zukunftsprognosen. 2010 wurden ca. 920 neue Anlagen gebaut, so dass es Ende Dezember 2010 5.888 Installationen in Deutschland gab. Gegenwärtig scheint sich der deutsche Markt auf die Fertigstellung von Neuinstallationen und die Erweiterung vorhandener Anlagen bis Ende Dezember 2011 zu konzentrieren. Der Fachverband Biogas hat am 12.05.2011 veranschlagt, dass bis Ende 2011 etwa 1.100 Biogasanlagen, 2012 dagegen nur 300 Installationen entstehen werden. 2010 belief sich der Gesamtumsatz der Anlagen auf etwa 1 Mrd. Euro. Der Umsatz des Konzerns macht demnach 5% des gesamten Marktvolumens aus. Der Neuentwurf des EEG, der gegenwärtig in Bearbeitung ist und kurz vor dem Abschluss


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steht, sieht in seiner letzten, am 31. Mai 2011 veröffentlichen Fassung mehrere wesentliche Änderungen im Vergleich zum bestehenden Gesetz vor: (1) eine verpflichtende Nutzung von Wärme im Umfang von 45% der gesamten produzierten Wärme; (2) eine Begrenzung der Verwendung von Getreide auf 50% der Gesamtmenge; (3) ein neuer Einspeisetarif für Anlagen mit bis zu 75kw/h; (4) einen höheren Tarif für Anlagen mit mehr als 500 kW bei denen eine Verwendung von Gülle / Mist möglich ist Der Neuentwurf des EEG in seiner aktuell vorliegenden Form sieht einen niedrigeren Einspeisetarif für die meisten Anlagen mit bis zu 1MW und einen höheren Einspeisetarif für Anlagen mit 2MW und mehr vor. Wegen des niedrigeren Einspeisetarifs und der begrenzten Kapazität des deutschen Marktes erwartet das Konzernmanagement für 2012 ein um etwa 50% niedrigeres Geschäftsvolumen auf dem lokalen Markt. Infolge des Kyoto-Protokolls haben viele europäische Länder Subventionen für erneuerbare Energien bereitgestellt. Dies erfolgte durch lukrative Einspeisetarife, die spezielle Förderung von Projekten im Bereich erneuerbare Energien und die Steuerbefreiung für Einkünfte aus erneuerbaren Energien. Infolgedessen wurden hauptsächlich europäische Länder von Photovoltaik- und

Windkraftanlagen überschwemmt, die Hunderte Megawatt Strom produzierten. Photovoltaik und Windenergie sind zwar einfach, aber auch instabil, weil diese Energieformen von Sonnenlicht und Wind abhängen. Im Vergleich zu diesen anderen Quellen erneuerbarer Energie ist Biogas eine stabile und nachhaltige Energiequelle. Erzeuger von Müll, die bis vor kurzem noch Strafen für den täglich von ihnen produzierten kontaminierten Müll zahlen mussten, können nun (1) die auf organischen Müll erhobenen Strafen umgehen, (2) Strom aus organischem Müll produzieren, (3) Wärme produzieren, (4) biologisch abgebauten Müll als hochwertigen Dünger verkaufen. Jede Gemeinschaft, die sich eine stabile, kontinuierliche Quelle nachhaltiger Energie wünscht, sollte Biogastechnologie als ihre Energiequelle nutzen. Ein stabiles Stromnetz kann nicht allein auf Photovoltaik oder Windmühlen aufgebaut werden.

8.2. Aussichten für den Konzern Der Konzern geht davon aus, dass er 2011 seine Geschäftstätigkeit in Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Frankreich, Lettland und Spanien ausbauen wird, und beabsichtigt gleichzeitig, an neuen Standorten wie in Polen, Kroatien, der Tschechischen Republik, Russland, Korea und der Ukraine Fuß zu fassen. Am 14. Dezember 2010 hat der Konzern einen Kooperationsvertrag mit Biopower

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SA Polen, einem Tochterunternehmen von EBP, für den Bau von Biogasanlagen in Polen abgeschlossen. Auf der Basis des oben genannten Kooperationsvertrages hat Biopower dem Konzern ein Exklusivrecht für den Bau der Anlagen eingeräumt, die jetzt und in Zukunft von Biopower entwickelt werden. Als Gegenleistung für den zwischen den Parteien abgeschlossenen Exklusivvertrag und aufgrund des Netzes von Verkaufsvertretern, das Biopower in Polen entwickelt hat, hat der Konzern Biopower zu seinem Alleinvertreter auf dem polnischen Markt ernannt. Im Januar 2010 hat das Unternehmen zusammen mit lokalen Partnern ein Tochterunternehmen in Südkorea und zusammen mit führenden lokalen Partnern ein weiteres strategisches Konzernunternehmen in Spanien gegründet. Momentan laufen in Spanien 7 Projekte in jeweils unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Die Entwicklung dieser Projekte erfolgt in Kooperation mit den strategischen Partnern vor Ort. Im Juni 2011 wurde ein neuer Country Manager für Italien ernannt. Der italienische Markt gilt als der wichtigste Markt für die künftige Entwicklung des Konzerns, da er die höchsten Einspeisetarife in Europa hat, die zudem für 15 Jahre von der Regierung garantiert werden. Der Konzern konzentriert sich auf die Erweiterung seiner Aktivitäten in Italien, indem er dort Kooperationsverträge abschließt, neue Verkaufsvertreter einstellt und seine Marketingfähigkeiten festigt. Stand Juni 2011 gibt es 5 Verträge in jeweils unterschiedlicher

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Entwicklungs- oder Bauphase in Italien. In Polen, Lettland, Kroatien und Spanien werden Bausubventionen von 30-50% gewährt. Der Konzern bereitet daher zahlreiche Projekte in diesen Ländern vor und geht von einer signifikanten Erweiterung seiner globalen Aktivität im Jahr 2011 aus. Um die künftigen, durch Marktveränderungen bedingten Schwankungen der Konzerneinnahmen zu regulieren und das Vertrauen der Kunden in die Technologie des Unternehmens zu stärken, hat das Management die strategische Entscheidung getroffen, zusammen mit Kunden des Unternehmens in Biogasanlagen zu investieren. Im Januar 2010 wurde eine 100%ige Tochtergesellschaft, die Biogas Nord Power AG gegründet, die sich auf Eigenkapitalinvestitionen in Biogasanlagen konzentriert, welche ganz oder teilweise dem Konzern gehören. Ende Juni 2011 gibt es 14 Projekte in jeweils unterschiedlichem Entwicklungsstadium mit einem Eigentumsanteil zwischen 10% und 100%. Das Management hat beschlossen, sich darauf zu konzentrieren, ein globaler Konzern zu werden, der in allen führenden Regionen der Welt präsent ist. Infolgedessen werden neue Ressourcen in das globale Marketing und den weltweiten Verkauf gesteckt. Umfangreiche Budgetmittel wurden in die Erweiterung der Globalen Vertriebsabteilung gesteckt, um mehrsprachiges Personal, erfahrene Verkaufsmanager und Schulungsseminare für Verkaufsvertreter zu bezahlen.


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Es wird davon ausgegangen, dass sowohl 2011 als auch 2012 weitere Wachstumsjahre werden. Zum Jahresende 2011 wird ein Wachstum des Konzernumsatzes um 35% und ein positives Betriebsergebnis erwartet. In 2012 wird mit einer leichten Abschwächung des Umsatzund Ertragswachstums gerechnet. Auf der Basis der Strategie des Konzerns, die eine weltweite Expansion und die Penetration neuer Märkte vorsieht, und unter der Annahme, dass keine größeren unerwarteten Veränderungen eintreten, wird davon ausgegangen, dass 2012 ein Jahr des Übergangs vom lokal ansässigen Technologieanbieter zu einem globalen Unternehmen sein wird.

8.3. Forschung und Entwicklung Das Unternehmen ist an mehreren Forschungsprojekten beteiligt, deren Ziel es ist, die Effizienz seiner Technologie zu verbessern. Dazu gehören Prozesse zur Erhöhung des erzeugten Gasvolumens durch Ultraschall und Forschungen zu einer Vielfalt von Enzymen. Es unterstützt ferner eine Vielzahl von externen Forschungsprojekten wie etwa zur Produktion von Mikroalgen als Substrat und zu alternativen Lösungen für die Nutzung des biologisch abgebauten Materials. Wertvolle Erkenntnisse gewinnt das Unternehmen außerdem aus seinem Tagesgeschäft, insbesondere im Bereich der Unterstützung und Aufrechterhaltung des biologischen Systems. Diese Erkenntnisse gehen kontinuierlich in die Produkte des Unternehmens ein.

2010 wurde die technische Abteilung erweitert, und es wurden erfahrene Ingenieure rekrutiert. Das Ergebnis ist, dass der Konzern dem Markt seine neue Einspeiselösung „BiNo-Liquifeed“ präsentieren konnte, die dem Kunden eine bessere Lösung für eine große Bandbreite von Substraten mit hohem Zellulosegehalt bietet.

8.4. Schlussfolgerung 2010 war für den Konzern ein Jahr der kontinuierlichen Expansion. Nach dem dramatischen Umbruch 2009 wurden 2010 die vom neuen Management gesteckten Ziele anvisiert. Nach Auswechslung des Managements wurden neue Ziele definiert, interne Prozesse restrukturiert und interne Kontrollverfahren implementiert. Die Ergebnisse zeigen, dass das Management diese Ziele erreicht hat. Obwohl die Anzeichen für eine Verbesserung zufrieden stimmen, müssen die vom Management gesetzten Ziele einer globalen Erweiterung der Geschäftstätigkeit und der Penetration neuer Märkte erst noch erreicht werden. Unter der Annahme, dass die oben genannten Veränderungen kontinuierlich implementiert werden und keine größeren unvorhergesehenen Ereignisse eintreten, erwartet das Management in den folgenden Jahren weitere positive finanzielle Ergebnisse. Diese werden dann noch verbessert durch die Barmittel, die künftig aus unternehmenseigenen Anlagen generiert werden.

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Abschließend ist zu sagen: Die Welt ist hungrig nach Energie, und wir sind darauf vorbereitet, jetzt und in den kommenden Jahren an der Befriedigung dieser Nachfrage mitzuwirken.

zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung und ist durch die in dem Bericht angegebenen getroffenen oder unterlassenen Maßnahmen nicht benachteiligt worden.“

9. Nachtragsbericht

Alle Änderungen, die zwischen dem Bilanzstichtag und dem Tag der Erstellung dieses Konzernabschlusses eingetreten sind, wurden nach unserem besten Wissen und Gewissen in diesen Konzernabschluss einbezogen.

Über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen wurde gem. § 312 AktG ein Abhängigkeitsbericht erstellt und dort abschließend erklärt: „Unsere Gesellschaft erhielt bei jedem im Bericht über Beziehungen

Biogas Nord AG

Geschäftsbericht 2010

Bielefeld, den 22. Juni 2011


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Biogas Nord AG

Geschäftsbericht 2010


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Biogas Nord Konzernbilanz per 31. Dezember 2010

Aktiva

31. Dez. 2010

31. Dez. 2009

(geprüft)

(geprüft)

EUR

EUR

A Anlagevermögen

5.257.358,39

5.147.475,84

I. Immaterielle Vermögensgegenstände

1.171.830,78

1.179.118,13

und Werten

72.212,25

105.506,04

2. Geschäfts- oder Firmenwert

1.099.618,53

1.073.612,09

II. Sachanlagen

3.530.915,39

3.460.162,73

578.388,86

581.614,86

1. Entgeldlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten

1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 2. Technische Anlagen und Maschinen

1.745.842,63

1.869.050,67

3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung

766.278,11

1.009.497,20

4. Geleistete Anzahlungen, Anlagen im Bau

440.405,79

0,00

III. Finanzanlagen

554.612,22

508.194,98

1. Beteiligung

172.002,82

100.000,00

2. Sonstige Ausleihungen

382.609,40

B. Umlaufvermögen

408.194,98

19.740.062,32

15.197.619,97

I. Vorräte

4.901.884,52

5.126.348,11

1.Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe

1.549.439,39

732.031,64

963.201,89

3.547.311,60

2. In Ausführung befindliche Bauaufträge 3. Geleistete Anzahlungen

2.389.243,24

847.004,87

II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

11.846.412,40

6.996.719,29

1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

11.105.577,84

6.415.941,56

740.834,56

580.777,73

2.991.765,40

3.074.552,57

2. Sonstige Vermögensgegenstände III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

C. Rechnungsabgrenzungsposten

D. Aktive latente Steuern Bilanzsumme

Die beigefügten Erläuterungen sind integraler Bestandteil des Finanzberichts

Biogas Nord AG

207.970,20

Geschäftsbericht 2010

94.087,41

1.683.974,55

2.182.787,54

26.889.365,46

22.621.970,76


47

Passiva

31. Dez. 2010

31. Dez. 2009

(geprüft)

(geprüft)

EUR

EUR

A. Eigenkapital

4.373.677,15

1.479.748,45

I. Gezeichnetes Kapital

3.825.377,00

2.562.500,00

10.981.393,21

10.855.105,51

19.720,97

1.620,31

-11.920.646,79

-11.278.771,44

V. Konzernjahresüberschuss /-fehlbetrag

957.309,90

-641.875,34

VI. Minderheitenanteile

510.522,86

-18.830,59

175.077,79

107.556,62

6.608.025,16

3.738.052,91

74.400,00

41.500,00

6.533.625,16

3.696.552,91

II. Kapitalrücklage III. Ausgleichsposten aus der Fremdwährungsumrechnung IV. Verlustvortrag

B. Sonderposten für Investitionszuschüsse C. Rückstellungen 1. Steuerrückstellungen 2. Sonstige Rückstellungen D. Verbindlichkeiten

15.732.585,36

17.286.600,05

20.210,30

1.409.369,30

2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

1.683.454,67

1.856.697,65

3. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen

4.635.452,13

6.035.277,77

4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

5.251.440,77

4.598.461,18

5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

1.578.795,48

1.491.548,16

6. Sonstige Verbindlichkeiten

2.563.232,01

1.895.245,99

0,00

10.012,74

26.889.365,46

22.621.970,76

1. Anleihen, davon konvertibel

E. Passive Latente Steuern Bilanzsumme

Die beigefügten Erläuterungen sind integraler Bestandteil des Finanzberichts

Biogas Nord AG

Geschäftsbericht 2010


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Biogas Nord Konzern Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 01. Januar 2010 - 31. Dezember 2010 01.01.201031.12.2010

01.01.200931.12.2009

1. Umsatzerlöse

55.962.342,02

37.144.928,24

2. Veränderung des Bestandes an in Ausführung befindlichen Bauaufträgen

-2.592.797,09

-4.201.939,29

3. andere aktivierte Eigenleistungen 4. Sonstige betriebliche Erträge

- davon Erträge aus Währungsumrechnung

0,00

1.530.656,47

693.241,63

830.059,96

8.542,71

14.54

54.062.786,56

35.303.705,38

-15.101.509,94

-10.268.215,57

-26.533.364,33

-15.467.116,86

-41.634.874,27

-25.735.332,43

12.427.912,29

9.568.372,95

-5.078.260,45

-4.938.579,04

-970.110,98

-917.989,62

-74.417,74

-168.113,22

-6.048.371,43

-5.856.568,66

-599.908,36

-573.374,43

-4.295.747,70

-4.083.747,49

-25.488.83

-49,83

-4.895.656,06

-4.657.121,92

1.483.884,80

-945.317,63

46.575,81

81.842,79

-230.867,36

-229.313,30

5. Materialaufwand

a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren b) Aufwendungen für bezogene Leistungen

6. Rohergebnis 7. Personalaufwand a) Löhne und Gehälter b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung

- davon für Altersversorgung

8. Abschreibungen

Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des

Anlagevermögens und Sachanlagen

9. Sonstige betriebliche Aufwendungen aus Währungsumrechnung

- davon Aufwendungen aus Währungsumrechnun

10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 11. Zinsen und ähnliche Aufwenungen 12. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 14. latente Steuern

-184.291,55

-147.470,51

1.299.593,25

-1.092.788,14

-66.123,10

-42.860,24

-325.207,66

305.644,22

15. Sonstige Steuern

-14.574,82

-17.169,12

16. Konzernjahresüberschuss /-fehlbetrag vor Minderheiten

893.687,67

-847.173,28

63.622,23

205.297,93

957.309,90

-641.875,35

17. Gewinn- /Verlustanteile Minderheitsgesellschafter 18. Konzernjahresüberschuss /-fehlbetrag nach Minderheiten

Die beigefügten Erläuterungen sind integraler Bestandteil des Finanzberichts

Biogas Nord AG

Geschäftsbericht 2010


49

Biogas Nord Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010 01.01.201031.12.2010

01.01.200931.12.2009

Konzernjahresüberschuss vor Minderheitenanteilen Abschreibungen auf das Anlagevermögen Gewinn/Verlust aus Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens Gewinn aus dem Abgang von Finanzanlagen Veränderung aktive latente Steuern Veränderung der passiven latenten Steuern Sub-Total

893.688 599.908 333 -84.119 334.423 -10.013 1.734.220

-847.173 573.374 -1.046 0 -291.284 27.140 -538.989

Veränderung der Vorräte Veränderung der Vorräte - Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe Veränderung der Vorräte - in Ausführung befindliche Bauaufträge Veränderung der geleisteten Anzahlungen Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Veränderung sonstiger Vermögensgegenstände Veränderung von Umsatzsteuerforderungen Veränderung sonstige Wertpapiere Veränderung aktiver Rechnungsabgrenzungsposten Veränderung der kurzfristigen Rückstellungen Veränderung der Verbindlichkleiten aus Lieferungen und Leistungen Veränderung der erhaltenen Anzahlungen Veränderung Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Veränderung sonstiger Verbindlichkeiten Veränderung von Umsatzsteuerverbindlichkeiten Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit

-817.408 2.584.110 -1.542.238 -4.696.772 -56.244 -112.908 0 -117.242 2.869.972 748.964 -1.399.826 2.810 206.286 819.641 223.364

-21.035 4.163.500 -87.541 -5.727.437 -82.849 -6.358 285.450 -34.960 2.269.001 1.784.366 -3.485.760 1.491.548 319.907 815.542 1.144.385

Auszahlungen für immaterielle Vermögensgegenstände Auszahlungen für Sachanlagen Auszahlungen für Finanzanlagen Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit

-207.113 -501.368 -72.003 96.381 22.859 -661.245

-14.886 -1.926.581 -100.019 2.500 6.512 -2.032.474

Netto-Cashflow

-437.882

-888.090

Veränderung der Minderheitenanteile (Kapitaleinzahlungen der Minderheitsgesellschafter) Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen Ab- / Aufbau von langfristigen Bankverbindlichkeiten Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit

476.491 6 -133.548 342.949

276.108 1.409.369 1.742.988 3.428.465

17.976 -76.956

12.704 2.553.079

-5.831 3.074.553 2.991.765

0 521.474 3.074.553

-230.867 0

-229.313 0

Veränderungen aus der Währungsumrechnung Summe der Mittelabflüsse Konsolidierungskreisbedingte Änderung des Bestandes Bestand am Anfang der Periode Bestand am Ende der Periode Nachrichtlich: gezahlte Zinsen gezahlte Ertragsteuern

Die beigefügten Erläuterungen sind integraler Bestandteil des Finanzberichts

Biogas Nord AG

Geschäftsbericht 2010


50

Biogas Nord Eigenkapitalentwicklung für den Zeitraum vom 01.01. bis 31.12.2010 Mutterunternehmen

Stand am 01.01.2009

Gezeichnetes Kapital Stammaktien

Kapitalrücklage

Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital

Kumuliertes übriges Konzernergebnis Ausgleichsposten aus der Fremdwährungsumrechnung

2.562.500,00

10.840.374,65

-11.278.771,45

-12.525,42

Änderungen des Konsolidierungskreises (Kapitaleinzahlungen der Minderheitsgesellschafter)

Konzern-Jahresüberschuss

/-fehlbetrag

Wandelanleihe

Übriges Konzernergebnis

-641.875,34 14.730,86 14.145,73

Konzerngesamtergebnis

2.562.500,00

10.855.105,51

-11.920.646,79

1.620,31

Stand am 31.12.2009

2.562.500,00

10.855.105,51

-11.920.646,79

1.620,31

2.562.500,00

10.855.105,51

-11.920.646,79

1.620,31

1.262.877,00

126.287,70

Stand am 01.01.2010 Ausgabe von Anteilen am 26.02.2010 Änderungen des Konsolidierungskreises (Kapitaleinzahlungen der Minderheitsgesellschafter)

Konzern-Jahresüberschuss/-

fehlbetrag

Übriges Konzernergebnis

957.309,90 18.100,66

Konzerngesamtergebnis

3.825.377,00

10.981.393,21

-10.963.336,89

19.720,97

Stand am 31.12.2010

3.825.377,00

10.981.393,21

-10.963.336,89

19.720,97

Die beigefügten Erläuterungen sind integraler Bestandteil des Finanzberichts

Biogas Nord AG

Geschäftsbericht 2010


51

Minderheitsgesellschafter Eigenkapital

Minderheits-

Konzern-

gesellschafter

eigenkapital

Minderheitenkapital

2.111.577,78

-89.640,15

2.021.937,63

0 ,00

276.107,49

276.107,49

-641.875,34

-205.297,93

-847.173,27

14.730,86

14.730,86

14.145,73

14.145,73

1.498.579,03

-18.830,59

1.479.748,45

1.498.579,03

-18.830,59

1.479.748,45

1.498.579,03

-18.830,59

1.479.748,45

1.389.164,70

1.389.164,70

0,00

592.941,57

592.941,57

957.309,90

-63.622,23

893.687,67

18.100,66

34,11

18.134,77

3.863.154,29

510.522,86

4.373.677,15

3.863.154,29

510.522,86

4.373.677,15

Biogas Nord AG

Geschäftsbericht 2010


52

Biogas Nord Konzernanlagenspiegel per 31. Dezember 2010

Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand am

Zugänge

Abgänge

01.01.2010

Stand am

Stand am

31.12.2010

01.01.2010

I. Immaterielle VG 1. Entgeldlich erworbene

Konzessionen, gewerbliche

Schutzrechte

306.149,84

22.053,16

0,00

328.203,00

200.643,80

2. Geschäfts- oder Firmenwert

1.590.536,42

185.060,08

0,00

1.775.596,50

516.924,33

Zwischensumme

1.896.686,26

207.113,24

0,00

2.103.799,50

717.568,13

588.156,57

0,00

0,00

588.156,57

6.541,71

1.896.560,59

19.036,32

70.466,20

1.845.130,71

27.509,92

2.094.560,99

93.407,36

141.257,24

2.046.711,11

1.085.063,78

0,00

440.405,79

0,00

440.405,79

0,00

4.579.278,15

552.849,47

211.723,44

4.920.404,18

1.119.115,41

1. Beteiligungen

100.000,00

72.002,82

0,00

172.002,82

0,00

2. Sonstige Ausleihungen

408.194,98

0,00

25.585,58

382.609,40

0,00

Zwischensumme

508.194,98

72.002,82

25.585,58

554.612,22

0,00

6.984.159,39

831.965,53

237.309,02

7.578.815,90

1.836.683,54

II. Sachanlagen 1. Grundstücke 2. Technische Anlagen und

Maschinen

3. Andere Anlagen, Betriebs

u. Geschäftsausst

4. Geleistete Anzahlungen und

Anlagen im Bau

Zwischensumme III. Finanzanlagen

TOTAL

Die beigefügten Erläuterungen sind integraler Bestandteil des Finanzberichts

Biogas Nord AG

Geschäftsbericht 2010


53

Abschreibungen Zugänge

Abgänge

Währungs-

Stand am

Buchwert

Buchwert

differenzen

31.12.2010

31.12.2010

31.12.2009

55.346,95

0,00

0,00

255.990,75

72.212,25

105.506,04

159.053,64

0,00

0,00

675.977,97

1.099.618,53

1.073.612,09

214.400,59

0,00

0,00

931.968, 72

1.171.830,78

1.179.118 ,13

3.226,00

0,00

0,00

9.767,71

578.388,86

581.614,86

88.794,36

17.016,20

0,00

99.288,08

1.745.842,63

1.869.050,67

293.820,27

98.326,72

124,34

1.280.433,00

766.278,11

1.009.497,20

0,00

0,00

0,00

0,00

440.405,79

0,00

385.840,63

115.342,92

124,34

1.389.488,79

3.530.915,39

3.460.162,73

0,00

0,00

0,00

0,00

172.002,82

100.000,00

0,00

0,00

0,00

0,00

382.609,40

408.194,98

0,00

0,00

0,00

0,00

554.612,22

508.194,98

600.241,22

115.342,92

124,34

2.321.457,51

5.257.358,39

5.147.475,84

Biogas Nord AG

Geschäftsbericht 2010


54

Biogas Nord AG

Geschäftsbericht 2010


55

Biogas Nord Konzernanhang Für das Geschäftsjahr vom 01.Januar 2010 bis zum 31. Dezember 2010

A. Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss 1. Grundsätzliche Angaben Die Biogas Nord AG ist eine Aktiengesellschaft deutschen Rechts. Die Einbeziehung der Aktien zum Börsenhandel erfolgte am 14. Dezember 2006. Die Biogas Nord AG wird am Open Market (Freiverkehr) der Frankfurter Börse gehandelt und ist zum „Entry Standard“ der Deutschen Börse AG zugelassen. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichtes Bielefeld (HRB 38960) eingetragen und hat ihren Sitz in D-33719 Bielefeld, Werningshof 2-4. Die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaften betreiben im Wesentlichen die Planung und Errichtung von Biogasanlagen, Handel mit Komponenten für Biogasanlagen sowie mit Biogasanlagen verbundene Serviceleistungen. Die Biogas Nord AG ist abhängiges Unternehmen der European Business Partners Sp. z o.o. (EBP), Warschau gemäß § 17 Abs 1 AktG. Die EBP wird im Konzernabschluss als verbundenes Unternehmen dargestellt im Sinne von § 271 Abs. 2 HGB. Die EBP hat mit Datum vom 29. April 2009 gemäß § 20 Abs. 1 AktG mitgeteilt, dass ihr mehr als der vierte Teil der Aktien der Gesellschaft gehört. Ihr Anteil an der Gesellschaft beträgt 46,16%. Gleichzeitig hat Herr Gerrit Holz, Bielefeld, mitgeteilt, dass ihm weniger als der vierte Teil der Aktien der Gesellschaft gehört. Auf Grund der negativen Entscheidung der Kommission zur förmlichen Prüfung

der Gewährung verbotener Beihilfen (Sanierungsklausel des § 8c Abs. 1a KStG) vom 26.01.2011 hat uns die Finanzverwaltung mit Steuerbescheid vom 11.02.2011 mitgeteilt, dass eine Kürzung der Verlustvorträge um 49,64% vorgenommen wird. Dies entspricht der Summe der Anteile aus dem direkten Erwerb der Anteile an der Biogas Nord AG durch die EBP sowie dem Erwerb der Anteile an der Biogas Nord Treuhand GmbH durch die EBP. Steuerliche Verlustvorträge bei der Biogas Nord AG und der Biogas Nord Anlagenbau GmbH im Wert von TEUR 5.766 sind damit von der Nutzung zur Reduzierung zukünftiger Steuerverpflichtung ausgeschlossen. 2. Grundlagen der Rechnungslegung Der Konzernabschluss der Biogas Nord AG zum 31. Dezember 2010 wurde gemäß den §§ 290 ff. HGB und den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes aufgestellt. Auf die Rechnungslegung des Konzerns finden die generellen Ansatz- und Bewertungsvorschriften der §§ 246 – 256 HGB sowie die besonderen Vorschriften für Kapitalgesellschaften im Sinne der §§ 264 ff. HGB Anwendung. Die Vorgaben des Deutschen Rechnungslegungs Standards Committee (DRSC) wurden mit Ausnahme des DRS 11 (Berichterstattung über nahe stehende Personen), bei dem es sich lediglich um eine Empfehlung handelt, beachtet. Die funktionale Währung des Konzerns ist der Euro. Alle Betragsangaben erfolgen deshalb in

Biogas Nord AG

Geschäftsbericht 2010


56

EUR bzw. TEUR. B. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Einzelabschlüsse der Biogas Nord AG und ihrer Tochtergesellschaften werden nach konzerneinheitlichen Vorgaben aufgestellt oder für Zwecke des Konzernabschlusses angepasst. Prinzipien der Realisation von Forderungen und Umsätzen Die Biogas Nord AG und ihre Tochtergesellschaften errichten schlüsselfertige Biogasanlagen auf der ganzen Welt. Dabei übernimmt die Biogas Nord sowohl das Engineering, die Beschaffung als auch die Montage dieser Anlagen (sog. turn key Anlagen). In der Regel handelt es sich um Werk- bzw. Werklieferungsverträge für die Biogas Nord den Erfolg schuldet. Das Realisationsprinzip (§ 252) HGB bedingt dabei, dass Erträge erst dann verwirklicht bzw. erfasst werden können, wenn die vertraglich vereinbarte Leistung vollbracht und damit der Anspruch auf Gegenleistung entstanden ist. Eine Realisation des Gewinns im Sinne von § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB kann bei Veräußerungen nur angenommen werden, wenn der Veräußerer den Vertrag wirtschaftlich erfüllt hat. Das ist dann der Fall, wenn er die vereinbarte Leistung oder Lieferung erbracht wurde. Der Zeitpunkt der Gewinnrealisation wird dabei grundsätzlich durch das Kriterium des Übergangs der Preisgefahr auf den Käufer

Biogas Nord AG

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bzw. die Anerkennung der vertragsgemäßen Herstellung durch den Auftraggeber bestimmt, welches im Anlagenbau in der Regel durch ein Abnahmeprotokoll seitens des Auftraggebers dokumentiert wird. Bei Biogas Nord Anlagenbau GmbH werden Forderungen und Umsätze bereits vor Endabrechnung als realisiert erfasst, sobald die Anlage im Wesentlichen vertragsgemäß hergestellt wurde (dies wird in der Regel bei einem Fertigstellungsgrad von 95 % angenommen) und sich der Abnehmer in Abnahmeverzug befindet. Für noch ausstehende Restarbeiten werden entsprechende Rückstellungen im Jahresabschluss berücksichtigt. 1. Immaterielle Vermögensgegenstände Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bilanziert und entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Der im Rahmen der Erstkonsolidierung der Biogas Nord Anlagenbau GmbH in 2006 entstandene Geschäfts- und Firmenwert wird über die voraussichtliche Nutzungsdauer von 10 Jahren abgeschrieben. Ein zusätzlicher Geschäfts- und Firmenwert, in Höhe von TEUR 185, welcher bei der Übernahme von Minderheitenanteilen der Biogas Nord UK Ltd. entstand, wird über die voraussichtliche Nutzungsdauer von 5 Jahren abgeschrieben. Software wird über 3 bis 5 Jahre abgeschrieben. 2. Sachanlagevermögen Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs-


57

b z w. H e r s t e l l u n g s k o s t e n a n g e s e t z t und um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Technische Anlagen werden über 10 bis 20 Jahre, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Kraftfahrzeuge werden über 3 bis 6 Jahre abgeschrieben. Dabei werden insbesondere die für den Eigenbetrieb erstellten Biogasanlagen über einen Nutzungszeitraum von 20 Jahren abgeschrieben. 3. Finanzanlagen Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bilanziert. Eventuelle langfristige Wertminderungen werden durch Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert berücksichtigt. 4. Vorräte Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und/oder niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt. Die in Ausführung befindlichen Bauaufträge werden zu aktivierungspflichtigen bzw. aktivierungsfähigen Herstellungskosten sowie unter Beachtung der verlustfreien Bewertung

zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. In die Herstellungskosten werden neben direkt zurechenbaren Kosten auch die Fertigungsund Materialgemeinkosten und allgemeine Verwaltungskosten, soweit sie der Fertigung zugerechnet werden können, einbezogen. Geleistete Anzahlungen sind zum Nennbetrag angesetzt. 5. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen und sonstige Vermögensgegen-stände sind zum Nennwert bzw. bei übergebenen Projekten entsprechend dem erwarteten Zahlungseingang angesetzt. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde allen risikobehafteten Posten durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Ausfall- und Kreditrisiko ist durch Pauschalwertberichtigungen auf die nicht einzelwertberichtigten Nettoforderungen berücksichtigt. 6. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten Die liquiden Mittel sind zum Nominalwert bewertet. Zum Bilanzstichtag sind TEUR 1.007 zur Avalsicherung als Festgeld hinterlegt. 7. Rechnungsabgrenzungsposten Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind zu Nennwerten angesetzt. Dabei handelt es sich um Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die einen Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem

Biogas Nord AG

Geschäftsbericht 2010


58

Bilanzstichtag darstellen. 8. Sonderposten für Investitionszuschüsse Für die Errichtung der eigenen Biogasanlage wurden Investitionszuschüsse über eine Förderbank ausgereicht. Diese Investitionszuschüsse wurden in einen Sonderposten für Investitionszuschüsse eingestellt und werden über die Nutzungsdauer der bezuschussten Vermögensgegenstände erfolgswirksam aufgelöst. 9. Steuerrückstellungen Steuerrückstellungen beinhalten Rückstellungen für Ertragssteuern. Passive latente Steuern werden separat als Posten E auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesen. 10. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen werden für ungewisse Verbindlichkeiten in Höhe des Betrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist und berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. 11. Verbindlichkeiten Anleihen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, gegenüber verbundenen Unternehmen und sonstige Verbindlichkeiten sind zu Rückzahlungsbeträgen bzw. zum Einbuchungsbetrag (erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen) angesetzt.

Biogas Nord AG

Geschäftsbericht 2010

12. Latente Steuern Aktive latente Steuern werden gebildet für hinreichend wahrscheinliche Vorteile, die sich aus bestehenden steuerlichen Verlustvorträgen der in den Konzern einbezogenen Gesellschaften ergeben, sowie für temporäre Ansatz- und Bewertungsunterschiede zwischen den für steuerliche Zwecke aufgestellten Abschlüssen sowie den Wertansätzen im Konzern. Latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten sind nicht verrechnet worden. Der Berechnung zum 31.12.2010 wurden die landesspezifischen Steuersätze zu Grunde gelegt. Dabei wurde für Deutschland ein Steuersatz von 31,05%, für Spanien 30%, für Italien 27,5% und für UK 30% angesetzt. 13. Währungsumrechnung Die Abschlüsse der einzelnen Konzernunternehmen werden in jeweiliger funktionaler Währung aufgestellt. Das ist die Währung des Landes, in der die Gesellschaften ihre Geschäftstätigkeit überwiegend ausüben. Für die Zwecke des Konzernabschlusses erfolgt eine Umrechnung in Euro als Berichtswährung des Konzerns, bei der die Vermögensgegenstände und Schulden zum Stichtagskurs sowie die Gewinn- und Verlustrechnung mit dem Jahresdurchschnittskurs umgerechnet werden.


59

C. Konsolidierung 1. Konsolidierungskreis und Aufstellung des Anteilsbesitzes In dem Konzernabschluss sind der Abschluss der Biogas Nord AG (Mutterunternehmen) sowie folgende Abschlüsse enthalten: Erstkonsolidierung

Stichtag

100

01.10.2006 

31.12.2010

99,98

08.08.2007 

31.12.2010

Biogas Nord UK Ltd., Bleachwell, Dorset / UK

100

26.06.2007 

31.12.2010

Biogas Nord US Inc., Wilmington, Delaware / USA

100

21.03.2007

31.12.2010

90

02.04.2008

31.12.2010

55,25

05.11.2008

31.12.2010

Tochtergesellschaft

Anteil in %

Biogas Nord Anlagenbau GmbH, Bielefeld Biogas Nord Espana S.L., Valencia / Spanien

Biogas Nord Italia S.R.L., Sirmione / Italien Bio.S Biogas Grimma GmbH & Co. KG, Grimma Bio.S Biogas Verwaltungs GmbH, Bielefeld

65

05.11.2008

31.12.2010

Biogas Nord Power AG, Bielefeld

100

04.01.2010

31.12.2010

Bioenergie Ahlen GmbH & Co. KG, Ahlen

58,5

11.01.2010

31.12.2010

49

12.01.2010

31.12.2010

51

08.06.2010

31.12.2010

100

24.06.2009

31.12.2010

Bioenergie Ahlen Verwaltungs GmbH, Bielefeld Biogas Nord Korea Co. Ltd., Seongnam-si Gyeonngi-do / Korea Biogas Nord Polska Sp. z o.o., Waschau / Polen 1 Kapital nicht vollständig eingezahlt

Sämtliche Gesellschaften werden aufgrund der Mehrheit der Stimmrechte der Muttergesellschaft als Tochtergesellschaften in den Konzernabschluss einbezogen. Die Tochtergesellschaften werden mittels Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss unter Berücksichtigung von Minderheitenanteilen einbezogen. An der Beteiligungsgesellschaft NaWaRo Wendlinghausen GmbH & CO.KG, dem Eigentümer einer Biogasanlage, hält die Biogas Nord AG einen Anteil von 5,8%. Die Einbeziehung in den Konzern erfolgt auf Basis

der Anschaffungskosten. An der Beteiligungsgesellschaft PROMOCIONES RURALES DE BIOGAS S.A. wird ein Anteil von 24 gehalten. Da die Gesellschaft ihren Jahresabschluss nicht offenzulegen hat, wird hier gem. § 286 HGB auf weitere Angaben verzichtet. Die Einbeziehung in den Konzern erfolgt auf Basis der Anschaffungskosten. 2. Angewandte Konsolidierungsmethoden Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Neubewertungsmethode gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 HGB.

Biogas Nord AG

Geschäftsbericht 2010


60

Die Einbringung sämtlicher Anteile der Biogas Nord Anlagenbau GmbH erfolgte am 27. September 2006. Die Erstkonsolidierung wurde zum 1. Oktober 2006 vorgenommen. Der Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung (Geschäfts- oder Firmenwert) wurde aktiviert und wird gemäß § 309 Abs. 1 in Verbindung mit § 253 HGB über die voraussichtliche Nutzungsdauer von 10 Jahren linear abgeschrieben. Er spiegelt die zukünftigen Ertragserwartungen der Gesellschaft wider. Die Tochtergesellschaften in Großbritannien, USA und Spanien sind Neugründungen und werden seit 2007 in den Konzernabschluss einbezogen.

die Anteile an der Biogas Nord S.A.S. Cléguer / Frankreich veräußert und die Beteiligung zum 30.11.2010 entkonsolidiert. Aus dem Abgang resultierte ein Konsolidierungserfolg in Höhe von TEUR 84. 3. Währungsumrechnungsdifferenzen Die sich aus der Währungsumrechnung der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften ergebenden Umrechnungsdifferenzen in Höhe von TEUR 18 werden erfolgsneutral im Währungsausgleichsposten im Eigenkapital erfasst.

D. Erläuterungen zur Konzernbilanz Im Geschäftsjahr 2010 haben sich folgende Änderungen in den Beteiligungsverhältnissen im BIOGAS KONZERN ergeben: Im Januar 2010 sind die Gesellschaften Biogas Nord Power AG, Bioenergie Ahlen GmbH & Co. KG und Bioenergie Ahlen Verwaltungs GmbH gegründet worden. Eine weitere Gründung erfolgte im Juni 2010 mit der Biogas Nord Korea Co. Ltd. Im Geschäftsjahr wird erstmalig die Biogas Nord Polska Sp. z o.o. vollkonsolidiert. Weiterhin erfolgte im Geschäftsjahr die Übernahme der vollständigen Minderheitenanteile an der Biogas Nord UK Ltd. Der aus der Übernahme der Minderheitenanteile resultierende Firmenwert wird über die voraussichtliche Nutzungsdauer von 5 Jahren linear abgeschrieben. Mit Vertrag vom 22. November 2010 wurden

Biogas Nord AG

Geschäftsbericht 2010

1. Anlagevermögen Hinsichtlich der Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2010 verweisen wir auf die entsprechende Darstellung im Anlagenspiegel. Der aufgrund der Erstkonsolidierung der Biogas Nord Anlagenbau GmbH zum 1. Oktober 2006 entstandene Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR 1.591 wurde im aktuellen Jahr um TEUR 159 abgeschrieben. Weiterhin wurde durch den Erwerb weiterer Anteile an der Biogas Nord UK Ltd. ein aktivischer Unterschiedsbetrag als zusätzlicher Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR 185 gebildet. Nach Berücksichtigung der Abschreibungen ergibt sich zum 31.12.2010 insgesamt ein Wert von TEUR 1.100. Die Restnutzungsdauer beträgt zwischen 5 und 6 Jahren.


61

Unter den Finanzanlagen wird im Wesentlichen ein Darlehen gegenüber Dritten in Höhe von TEUR 287 ausgewiesen, welches in Raten unter Verrechnung künftiger Kommissionen getilgt wird. Von der Werthaltigkeit des Darlehens wird ausgegangen, da dieses bei Nichterfüllung der Rückzahlungsverpflichtung gegen Anteile an einer Biogasanlage gewandelt werden kann. Es besteht ein weiteres Darlehen gegenüber Dritten in Höhe von TEUR 92, welches endfällig am 30. Juni 2025 ist. Von der Werthaltigkeit des Darlehens wird ausgegangen. Unter den Beteiligungen der Biogas Nord AG werden die Anteile an der NaWaRo Wendlinghausen GmbH & CO.KG, dem Eigentümer einer Biogasanlage, in Höhe von TEUR 100 ausgewiesen. Der Anteil entspricht einem Anteilswert von 5,8%. Ein Anteil von TEUR 72 wird an der PROMOCIONES RURALES DE BIOGAS S.A. gehalten. Die Beteiligung wird mittelbar über die Biogas Nord Espana S.L. gehalten. Die Beteiligung entspricht einem Anteilswert von 24%. 2. Vorräte Neben Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen in Höhe von TEUR 1.549 (i.Vj. TEUR 732) enthalten die Vorräte in Höhe von TEUR 963 (i.Vj. TEUR 3.547) unfertige Leistungen aus in Ausführung befindlichen Bauaufträgen sowie geleistete Anzahlungen in Höhe von TEUR 2.389 (i.Vj. TEUR 847).

3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden Einzelwertberichtigungen in Höhe von TEUR 676 (i.Vj. TEUR 1.043) und Pauschalwertberichtigungen in Höhe von TEUR 54 (i.Vj. TEUR 20) gebildet. Die Restlaufzeit der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände beträgt in Höhe von TEUR 11.699 weniger als ein Jahr, Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von länger als einem Jahr bestehen in Höhe von TEUR 147. Ein Teil der Forderungen beruht auf Umsätzen, denen zum Bilanzstichtag noch keine Schlussrechnungen zugrunde lagen. Die Schlussrechnungen wurden angesichts vertraglicher Vereinbarungen erst zum Zeitpunkt der Jahresabschlussaufstellung gelegt. Die Abrechnung der Projekte erfolgt aber auf Grund von vorliegenden Bauabnahmen. Ein entsprechender Fertigstellungsgrad der Biogasanlage ist Voraussetzung. Bei den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten handelt es sich um Ausgaben vor dem Bilanzstichtag in Höhe von TEUR 208, welche einen Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen. 4. Konzerneigenkapital Hinsichtlich der Entwicklung des Konzerneigenkapitals im Geschäftsjahr 2010 verweisen wir auf die entsprechende Darstellung im

Biogas Nord AG

Geschäftsbericht 2010


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Konzerneigenkapitalspiegel.

von Wandelanleihen im Dezember 2009 umgesetzt.

5. Grundkapital Das Grundkapital der Muttergesellschaft betrug zum Geschäftsjahresende 2010 TEUR 3.825.

Diese 2%-Wandelschuldverschreibung der Biogas Nord AG, im Gesamtnennbetrag von TEUR 1.409 ist in 1.281.250 untereinander gleichrangige, auf den Inhaber lautende Te i l w a n d e l s c h u l d v e r s c h r e i b u n g e n i m Nennbetrag von je Euro 1,10 eingeteilt. Die Laufzeit der Wandelanleihe begann am 28.12.2009 und endet am 27.12.2012.

Die Hauptversammlung vom 31.08.2009 hat die Änderung der Satzung in § 4 (Bedingtes Kapital) beschlossen. Das Grundkapital ist durch Beschluss der Hauptversammlung um bis zu 1.281.250 Euro durch Ausgaben neuer Aktien bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Options- oder Wandlungsrechten, die mit den von der Gesellschaft auf Grund des Hauptversammlungsbeschlusses bis zum 30.08.2014 auszugebenden Options- oder Wandelschuldverschreibungen verbunden sind, von ihren Options- bzw. Wandlungsrechten Gebrauch machen bzw. Wandlungspflichten aus den Schuldverschreibungen erfüllt werden. Zum 26. Februar 2010 erfolgte eine Kapitalerhöhung in Höhe von EUR 1.262.877 auf Grund der Erfüllungspflichten aus dem Wandlungsrecht der Schuldverschreibungen. Vom Wandlungsrecht wurde zu 99% Gebrauch gemacht. Die übrigen Teilschuldverschreibungen werden am 28. Dezember 2012 zu ihrem Nennbetrag zurückgezahlt. 6. Kapitalrücklage Der Vorstand der Biogas Nord AG hat unter Zustimmung des Aufsichtsrats der Gesellschaft den Beschluss der Hauptversammlung vom 31.08.2009 zur Ermächtigung des Vorstands zur Herausgabe

Biogas Nord AG

Geschäftsbericht 2010

Da die Wandelanleihe nur eine einmalige Frist zur Wandlung in Aktien der Biogas Nord AG für den Zeitraum vom 02.02.2010 bis 26.02.2010 vorsah, von welchem auch zu 99% Gebrauch gemacht wurde, wurde eine Zuführung der Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 126 gem. § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB vorgenommen. 7. Sonderposten für Investitionszuschüsse Im Rahmen der Finanzierung einer eigenen Biogasanlage wurden anteilig Investitionszuschüsse über eine Förderbank ausgereicht. Diese Investitionszuschüsse werden ab dem Folgejahr über die gesamte Nutzungsdauer der Anlage von 20 Jahren erfolgswirksam anteilig aufgelöst. 8. Steuerrückstellungen Die Steuerrückstellungen wurden auf den Jahresüberschuss der Biogas Nord Anlagenbau GmbH abzüglich der Nutzung von Verlustvorträgen gebildet. Demzufolge wurde eine Rückstellung für Körperschaftssteuer incl. Solidaritätszuschlag in Höhe von TEUR 36 und für Gewerbesteuer in Höhe von TEUR 39 gebildet.


63

9. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen: Rückstellungen im Zusammenhang mit Fertigungsaufträgen Prozesskosten Gewährleistungsrisiken Provisionen Abfindungen Urlaubsansprüche Gutschriften Ansprüche aus geleisteten Überstunden Jahresabschlusskosten Schadenersatzleistungen Sonstige Aufsichtsratsvergütungen

2010 TEUR

2009 TEUR

5,046 648 160 126 119 113 100 86 60 35 30 11

2,362 639 160 82 48 63 50 50 65 85 76 17

Die Rückstellungen, welche im Zusammenhang mit Fertigungsaufträgen gebildet wurden, betreffen zum Stichtag noch nicht vorliegende Rechnungen von liefernden Unternehmen sowie noch zu erledigende Restarbeiten. Die Rückstellungen für Prozessrisiken betreffen überwiegend einen laufenden Rechtsstreit. 10. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Restlaufzeiten Gesamt

bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre

TEUR

TEUR

TEUR

TEUR

20

0

20

0

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

1,684

125

497

1,062

Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen

4,636

4,636

0

0

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

5,251

5,251

0

0

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

1,579

0

1,579

0

Sonstige Verbindlichkeiten

2,563

2,563

0

0

2,291

2,291

0

0

11

11

0

0

15,733

12,575

2,096

1,062

Anleihen

davon

aus Steuern

im Rahmen der sozialen Sicherheit

Summe Verbindlichkeiten

Biogas Nord AG

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Die Wandelanleihen wurden fast vollständig im Zeitraum vom 02.02.2010 bis 26.02.2010 in Aktien der Gesellschaft gewandelt. Die übrigen Anleihen werden am 28. Dezember 2012 zu ihrem Nennbetrag zurückgezahlt. Die ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind gemäß den getroffenen Sicherungsvereinbarungen durch Pfandrechte auf Sachanlagevermögen (Biogasanlage Grimma) abgesichert. Weiterhin besteht im Konzern eine Barkaution als Sicherheit für in Anspruch genommene Avale in Höhe von TEUR 1.007. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten ein Darlehen der EBP an die Biogas Nord Anlagenbau GmbH.

11. Latente Steuern Die aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 1.684 resultieren im Wesentlichen aus steuerlichen Verlustvorträgen der Jahre 2006 bis 2010. Es wird davon ausgegangen, dass der mit den Verlustvorträgen verbundene Steuervorteil mit hinreichender Wahrscheinlichkeit in den kommenden fünf Geschäftsjahren realisiert werden kann. Eine detaillierte Businessplanung liegt dieser Einschätzung zu Grunde. Die passiven latenten Steuern wurden 2010 in Höhe von TEUR 10 erfolgswirksam aufgelöst.

E. Erläuterungen zur Konzern - Gewinn- und Verlustrechnung 1. Aufgliederung des Umsatzes Biogas Nord Konzern

Umsätze in Deutschland Umsätze in EU Umsätze in Drittländern

Biogas Nord AG

Geschäftsbericht 2010

in TEUR

in %

50,007

89.36

5,955

10.64

0

0,00

55,962

100.00


65

Die Umsatzerlöse des Konzerns basieren zum Teil auf Umsätzen, denen zum Stichtag noch keine Schlussrechnungen zugrunde liegen. Wir verweisen auf unsere Erläuterungen zu den Forderungen. 2. Sonstige Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt und gemäß § 275 Abs. 2 HGB gegliedert. Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen, Erträge aus der Weiterberechnung von Sachbezügen und Erträge aus der Entkonsolidierung der Tochtergesellschaft Biogas Nord S.A.S. Frankreich.

Vj. TEUR 169), Rechts- und Beratungskosten (TEUR 660, i. Vj. TEUR 1.088), Versicherungen (TEUR 243, i. Vj. TEUR 145), die Provisionsund Gewährleistungsaufwendungen (TEUR 183, i.Vj. TEUR 304), die Aufwendungen für Betriebs- und Instandhaltung (TEUR 148, i. Vj. TEUR 63) sowie Forderungsverluste und Bildung von Wertberichtigungen auf Forderungen (TEUR 173, i. Vj. TEUR 74) an. Die sonstigen Zinsen und ähnliche Erträge resultieren hauptsächlich aus Festgeldanlagen und Verzinsung von Darlehen gegen Dritte. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag entfallen im Wesentlichen auf die Bildung der Gewerbe- und Körperschaftssteuerrückstellung der Biogas Nord Anlagenbau GmbH.

Der Anstieg des Personalaufwandes auf TEUR 6.048 (i. Vj. TEUR 5.857) ist insbesondere auf die Personalpolitik im Zusammenhang mit dem Anstieg des Geschäftsbetriebes zurückzuführen. Die Zusammensetzung der Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 600 (i.Vj. TEUR 573) ergibt sich aus dem Anlagenspiegel. Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen (TEUR 4.296, i,Vj. TEUR 4.084 ) fielen als laufende Leistungen größeren Umfanges die Werbe- und Reisekosten (TEUR 434, i.Vj. TEUR 521), die Kfz-Kosten (TEUR 491, i.Vj. TEUR 433), die Raumkosten (TEUR 513, i.Vj. TEUR 512), Bürobedarf (TEUR 192, i.

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3. Latente Steuern In der Gewinn- und Verlustrechnung sind folgende Sachverhalte erfasst:

2010 TEUR

2009 TEUR

10 57 0 67

94 570 1,576 2,240

392 0 392

360 1,574 1,934

-325

306

latenter Steuerertrag aus der Auflösung passiver latenter Steuern sowie Bildung aktiver latenter Steuern aus steuerlichen Verlustvorträgen des Geschäftsjahres aus erstmaligem Ansatz vorjähriger steuerlicher Verlustvorträge

latenter Steueraufwand aus der Auflösung aktiver latenter Steuern aus der Wertberichtigung aktiver latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge

F. Sonstige Angaben

in Höhe von TEUR 300.

1. Kapitalflussrechnung Es wird auf die entsprechende Darstellung verwiesen.

Weiterhin wurden sowohl Substratlieferverträge eines unserer Beteiligungsunternehmen mit einem jährlichen Betrag in Höhe von TEUR 227 an die die finanzierende Bank abgetreten, als auch eine Grundschuld zu Gunsten der finanzierenden Bank in Höhe des ausgereichten Darlehens eingetragen, wovon maximal TEUR 1.684 in Anspruch genommen werden können.

2. Haftungsverhältnisse Haftungsverhältnisse im Sinne des § 251 HGB für eigene Verbindlichkeiten bestanden zum 31. Dezember 2010 für Gewährleistungsverträge, Vertragserfüllungsund Vorauszahlungsbürgschaften in Höhe von TEUR 2.804, welche durch Barmittel zum Teil hinterlegt wurden. Weiterhin besteht eine Grundschuld zugunsten eines Leasinggebers

Verpflichtung aus mehrjährigen Mietverträgen mehrjährigen Leasingverträgen

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3. Sonstige finanzielle Verpflichtungen S o n s t i g e fi n a n z i e l l e Ve r p fl i c h t u n g e n bestanden am Bilanzstichtag für Miet- und Leasingverträge: 2011 TEUR 182 316 498

2012 bis 2015 TEUR 151 445 596

GESAMT TEUR 333 761 1,093


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4. Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer nach Gruppen Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter nach § 267 HGB gliederte sich wie folgt: Arbeiter Angestellte Teilzeitbeschäftigte

30 83 8

Mitarbeiter gesamt

121

5. Vorstand Der Vorstand setzte sich im letzten Geschäftsjahr wie folgt zusammen: • • •

Herr Aleksander Rechter, CEO (Vorsitzender), Warschau Frau Asnat Drouianov, CFO (Finanzen), Bielefeld Herr Dipl.-Ing. Gerrit Holz, CTO (Technik), Bielefeld

6. Aufsichtsrat Während des Berichtsjahres waren die folgenden Personen zu Mitgliedern des Aufsichtsrates bestellt: Mitglieder des Aufsichtsrates der Gesellschaft sind: Andrzej Jazwinski

Betriebswirt,Pruszkow

Mitglied Vorsitzender

seit 23.04.2009 seit 01.10.2009 bis 27.12.2010

Boleslaw Piechucki

Verwaltungsleiter, Warschau

Mitglied

seit 23.04.2009

Robert Szysko

Betriebswirt, Warschau

Mitglied

seit 18.12.2009 bis 27.12.2010

Biogas Nord AG

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Mit Datum vom 06. Juni 2011 wurden vom Amtsgericht Bielefeld folgende Aufsichtsratsmitglieder gerichtlich bestellt: • Herr Prof. Dr. Hermann Locarek-Junge, Akademiker, Dresden • Herr Marek Bierut-Bernatowicz, Unternehmer, Jazgarzeweszczyna, (Polen) 7. Bezüge der Organe Für die Bezüge des Vorstandes wurden im Geschäftsjahr TEUR 516 und für die Bezüge des Aufsichtsrates TEUR 18 aufgewendet.

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8. Abschlussprüferhonorar Für den Abschlussprüfer wurden im Geschäftsjahr als Aufwand erfasst: a) für Abschlussprüfungen TEUR 76, b) für Steuerberatungsleistungen TEUR 11, c) und für sonstige Leistungen, die für das Mutterunternehmen oder Tochterunternehmen erbracht worden sind TEUR 2. Bielefeld, den 22. Juni 2010


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Biogas Nord Anlagenbau GmbH

Biogas Nord Italia S.R.L.

Alexsander Rechter - Chief Executive Officer

Pietro Cipriani

Asnat Drouianov - Chief Financial Officer

Strada Savonesa 9

Gerrit Holz - Chief Technical Officer

c/o Palazzina Direzionale PST

Friedrich Schwenker - Chief Operating Officer

15057 Tortona (AL) Italia

Werningshof 2-4

Tel: 0039 0131 860095

D-33719 Bielefeld

info@agrodinamica.it

Tel. +49 (0)521 9633 0 Fax. +49 (0)521 9633 500

Biogas Nord Polska

info@biogas.de

Biopower S.A. Pulawska 182, 02-670 Warszawa

Biogas Nord UK Ltd.

Tel.: +48 (22) 620 29 21

Owen Yeatmen

Fax.: +48 22 620 29 12

HND Agriculture (Nuffield Farming Scholarship)

info@biopowersa.pl

Lowbrook Farm, Belchalwell Blandford Forum, Dorset DT11 0EQ Tel. +44 (0) 1258 475300 Fax. +44 (0)1258 475300 info-uk@biogas-nord.com

Biogas Nord Korea Co.Ltd. Roh Yoon Keun - Managing Director 155-2, Jeongja-dong, Bundang-gu, Seongnam-si Gyeonggi-do Tel.: +82 31 889 3865 / +82 10 4744 9103

Biogas Nord España S.L.

Fax.: +82 31 889 7174

Fernando Perez

kjwoo815@naver.com

Cale Marina Alta Dos, #9. 46530 Puzol, Valencia Mobile: +34 687 97 76 04 Tel. +34 (0)961 40 50 47 Fax +34 (0)961 40 50 47 fernando.perez@biogas-nord.com

Biogas Nord Power AG Werningshof 2-4 D-33719 Bielefeld Tel. +49 (0)521 9633 0 Fax. +49 (0)521 9633 500 power@biogas.de

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Biogas Nord AG

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Herausgeber und Verantwortlicher für den Inhalt

Kontaktinformationen

Biogas Nord AG Werningshof 2-4 33719 Bielefeld Telefon: +49 (0)521 9633 0 Telefax: +49 (0)521 9633 500 Email: info@biogas.de www.biogas.de Ust ID DE 253 839 483 Amtsgericht Bielefeld HRB 38960

Vorstand Aleksander Rechter (Vorstandsvorsitzender) Asnat Drouianov Gerrit Holz Vorsitzender des Aufsichtsrats Prof. Dr. Hermann Locarek-Junge

Bilder Biogas Nord AG

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