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Bayerisches Staatsministerium f체r Landwirtschaft und Forsten

Cluster Ern채hrung Milchwirtschaft

www.ernaehrungscluster.bayern.de


Schwerpunkte –

Regierungsbezirk Schwaben und das Allgäu, das südöstliche Oberbayern und die südöstliche Oberpfalz

Beschreibung und Bedeutung – Bayern ist mit ca. 7,5 Mio. t Milchproduktion eine der größten zusammenhängenden Milcherzeugerregionen Europas. Rund 50 000 Milcherzeugerbetriebe produzieren ein Viertel der gesamten Milch in Deutschland. – Es bestehen sowohl ausgeprägte vertikale (über mehrjährige Milchlieferverträge) als auch horizontale Kooperationen (über Erzeugerzusammenschlüsse). – Die Milchbe- und -verarbeitung hat mit einem Umsatz von 7,5 Mrd. € einen Anteil von 37 % am Umsatz des gesamten bayerischen Ernährungsgewerbes und ist damit die bedeutendste Branche. – Derzeit gibt es in Bayern 84 Molkereiunternehmen mit 120 Betriebsstätten. – Auf der Erzeuger- und Verarbeiterebene besteht hinsichtlich der Interessensvertretung ebenfalls bereits ein funktionsfähiges Netzwerk, z. B. Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft e. V., Genossenschaftsverband Bayern e. V., Verband der Bayerischen Privaten Milchwirtschaft e. V., Zentralverband der Milcherzeuger in Bayern e. V., Milchwirtschaftliche Vereine Allgäu Schwaben e. V. und Franken e. V. – Mit den Forschungseinrichtungen des Wissenschaftszentrums Weihenstephan der TU München in Freising, der Milchwirtschaftlichen Untersuchungs- und Versuchsanstalt (MUVA) in Kempten (Kooperationsvertrag mit TUM) sowie den Instituten und Versuchsstationen der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) besteht eine intensive Zusammenarbeit. – Auch in Fragen der Qualitätssicherung besteht über die MUVA Kempten, den Milchprüfring Bayern e. V. sowie die Lehr-, Versuchs- und Fachzentren für Milchwirtschaft in Kempten und Triesdorf eine enge Vernetzung. – Zudem steht die Branche im Austausch mit der Verpackungsindustrie, z. B. über die FH Kempten (Fachbereich Maschinenbau, Kontakte zu Verpackungsmaschinenherstellern) und die MUVA.

Ziele und mögliche Entwicklungen im Rahmen der clusterorientierten Wirtschaftspolitik – Weiterentwicklung der Zusammenarbeit mit einschlägigen Forschungseinrichtungen. – Fortsetzung einer effizienten Marktstrukturförderung unter veränderten Rahmenbedingungen. – Weiterentwicklung der Absatzförderung, v. a. im Hinblick auf neue Märkte. – Stärkere Betonung der Rolle der Milchviehhaltung hinsichtlich der Pflege der Kulturlandschaft (z. B. in den Ferienregionen des Voralpenlandes und Bergregionen). 2


Teilcluster Milchwirtschaft Chancen – Risiken, Stärken – Schwächen Markt insgesamt Chancen

Risiken

– Gute Wachstumsperspektiven im Export/Neue Märkte (EU-Beitrittsländer etc.)

– Verringerung des Außenschutzes

– Hohes Innovationspotential im Molkereisektor

– Senkung der Erzeugerpreise durch Reduzierung der Marktstützung EU (Interventionsregelung und Exporterstattung)

– Milchprodukte entsprechen Gesundheits- und Fitnesstrends

– Weiterer Preisdruck durch zunehmenden Discount

Cluster Stärken – Historisch gewachsener sehr enger und effektiver Verbund (Genossenschaften, Verbände) – Starke berufsständische Aktivitäten, vor allem im Rahmen der Landesvereinigung der bayerischen Milchwirtschaft

Schwächen – Im europäischen Vergleich relative Strukturnachteile sowohl auf Seiten der Molkereiwirtschaft als auch hinsichtlich der Milcherzeugerbetriebe

– Hohe Produktqualität und Innovationsfähigkeit – Hohe Verbraucherakzeptanz bayerischer Molkereiprodukte (Innovationen und bayerische Spezialitäten)

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Milchwirtschaft