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6. März 2014

MANAGEMENT I N T E R V I E W IM INTERVIEW

Klaus Weinmann CEO CANCOM SE

CANCOM SE: „Wir müssen unsere Claims abstecken“ Mit dem Erwerb der HPM Networks wagt die CANCOM-Gruppe den Schritt in die USA. Das Unternehmen ist der größte HP Enterprise Group Partner der US Westküste und bietet gute Voraussetzungen für den Einstieg in das amerikanische Cloud-Geschäft. CEO Klaus Weinmann stand financial.de Rede und Antwort und berichtet von den Chancen, die er für CANCOM in der sich verändernden IT-Landschaft sieht.

Interview CANCOM SE

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financial.de: Herr Weinmann, mit 6,6 Millionen Euro Down Payment ist zwar die Anfangsinvestition überschaubar, hat jedoch bei der Größe von HPM Networks auch gewisse Risiken. Wie können Sie gewährleisten, dass das Kapital gut investiert ist? Klaus Weinmann: Der Kaufpreis enthält neben der fixen noch eine variable Earn-Out-Komponente über die nächsten vier Jahre, außerdem ist mit dem CEO und dem Executive Vice President eine weitere Intensivierung für die darauf folgenden Jahre vereinbart. Insofern haben die Gesellschafter der HPM Networks, die weiterhin an Bord bleiben und das Top-Management stellen, ein Interesse an der erfolgreichen Entwicklung und sind entsprechend motiviert.

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financial.de: Warum haben Sie gerade HPM Networks als Wachstumspartner für die Expansion der CANCOM-Gruppe ausgewählt? Klaus Weinmann: HPM Networks verfügt als Value Added Reseller im CloudInfrastruktur-Umfeld über langjährige Partner- und Kundenbeziehungen und hervorragendes Mitarbeiter-Knowhow. Das Unternehmen bietet aufgrund seines Markt-, Partner- und Kundenzugangs für CANCOM eine gute Plattform, unser Business-Cloud-Portfolio bei den Kunden der HPM Networks sowie bei potenziellen Neukunden zu positionieren. financial.de: Warum hat HPM Networks nicht in Amerika selbst, z. B. in der Venture-Capital-Szene, weiteres Wachstumskapital besorgt? Klaus Weinmann: HPM Networks hätte diese Möglichkeit gehabt, auch USWettbewerber waren am Kauf des Unternehmens interessiert. Was der HPM Networks für das Wachstum aber eigentlich fehlt, ist eine eigene Cloud-Lösung, wie wir es haben. Mit einem strategischen Partner wie der CANCOM-Gruppe haben sie nun ein umfangreiches Cloud-Portfolio im Rücken, welches sie ihren Kunden anbieten können. Zudem ergibt sich zusätzliches Wachstumspotenzial durch die Möglichkeit, im CANCOM-Verbund größere Projekte zu gewinnen. Da das US-Management die nächsten Jahre noch einiges vorhat und viel Entwicklungspotenzial im Unternehmen sieht, waren wir der ideale Partner. financial.de: Mit welchem Ergebnis wird die HPM Networks 2014 voraussichtlich abschließen? Klaus Weinmann: Das Unternehmen ist unseres Erachtens stand-alone in der Lage, 5 Millionen Dollar EBITDA zu erwirtschaften. Wir haben jedoch vereinbart, dass 2014 die Etablierung der CANCOM Cloud-Lösungen im Vordergrund steht und werden einen Teil des Cash-flows nutzen, um dieses Ziel voran zu bringen. Entsprechend steht 2014 nicht die Maximierung des Ergebnisses im Vordergrund.

CANCOM vertraut verstärkt auf die Unterstützung von Romi Randhawa, der als CEO weiterhin die Geschäfte von HPM antreibt

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financial.de: Kommen wir zum ersten Quartal: Wie ist in den ersten zwei Monaten das Geschäft gelaufen? Klaus Weinmann: Wir sind nach einem Rekordgeschäftsjahr 2013 gut ins neue Jahr gestartet. Trotzdem erwarten wir nicht, dass 2014 ein Selbstläufer wird. Für ein weiteres Erfolgsjahr werden wir hart arbeiten und in verschiedenen Bereichen auch die eine oder andere nötige Investition tätigen. financial.de: Was ist beim Cloud-Geschäft in Deutschland gegenüber den USA grundsätzlich anders? Klaus Weinmann: Die Treiber, warum Unternehmen ihre IT in die Cloud transformieren, sind in den USA nicht anders als in Deutschland. Die USA sind, was den Zukunftsmarkt Cloud Computing angeht, insgesamt weiter. Das liegt aber auch daran, dass die wesentlichen IT-Player amerikanische Konzerne sind und derzeit dort die großen Clouds entstehen. Das Thema Datensicherheit wird in Deutschland häufiger und zum Teil kontrovers diskutiert, insofern punkten wir hier sehr stark mit der „Deutschen Business Cloud“ und unserem Private-CloudAnsatz. Wenn die Integration unserer Cloud-Lösung in den USA klappt, dann exportieren wir quasi unseren deutschen Sicherheitsstandard. financial.de: Könnten Sie denn Ihre Mitarbeiter in den USA noch effizient steuern, wenn Sie 50 Prozent Ihrer Arbeitszeit in München verbringen würden? Klaus Weinmann: Mit einem unserer erfahrensten Manager stellen wir der HPM Networks Manpower aus dem CANCOM-Konzern zur Seite. Der Austausch mit HPM wird sehr eng sein, dafür gibt es ja zum Glück die Möglichkeiten der modernen Kommunikation. Meine tägliche Arbeit ist inzwischen nicht mehr an einen Schreibtisch gebunden. WebEx, E-Mail und Messenger sind wichtige Tools geworden. Wir nutzen den „Workplace of the Future“, den wir im Rahmen unserer Cloud-Lösungen verkaufen. financial.de: Haben Sie im laufenden Jahr noch weitere Akquisitionen vor, oder ist der Investitionshunger jetzt erst einmal gestillt? Klaus Weinmann: Wenn sich passende Gelegenheiten bieten, werden wir auch weiterhin zukaufen. Im Cloud-Umfeld werden die Märkte heute verteilt, wir müssen deshalb unsere Claims abstecken. Erreichen wollen wir das im täglichen Geschäft genauso wie über Zukäufe. Wenn ich über die Erfahrungen meines letzten Silicon-Valley-Aufenthalts nachdenke, dann müssen wir in Zukunft auch noch unkonventionellere Wege gehen als in der Vergangenheit. Die technologische Entwicklung findet heute statt, sie wartet nicht darauf, dass wir Deutschen unsere Ängste ablegen. Wenn wir die Zukunft mitgestalten wollen, dann müssen wir jetzt damit beginnen. financial.de: Herr Weinmann, besten Dank für das Gespräch.

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Haftungsausschluss/Disclaimer: Das Interview wurde von financial.de im Auftrag und auf Veranlassung des Kunden geführt. Es dient ausschließlich zu Informationszwecken und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Die darin getroffenen Aussagen spiegeln die Meinung des Interviewten wider, die nicht notwendigerweise der Meinung der Redaktion entspricht. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen sowie für Vermögensschäden wird daher keinerlei Haftung übernommen.

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CANCOM SE: "Wir müssen unsere Claims abstecken"