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Herr der Fotos iPhoto ist die zentrale Anlaufstelle für alles, was auf dem Mac mit Bildern zu tun hat. Das Programm kümmert sich um Import, Bearbeitung und Ausgabe. Mit der einfachen Oberfläche von iPhoto kommen auch Einsteiger schnell zurecht

iPhoto 9 im Überblick Die Mediathek enthält alle Fotos und bietet die Einteilung nach Ereignissen, Gesichtern und Orten Unter „Neu“ finden sie Bilder, an denen sich zuletzt etwas geändert hat. Auch Fotostream und der Papierkorb sind hier

Hier erscheinen gemeinsam genutzte Mediatheken und Backup-DVDs Unter Geräte sehen Sie Kameras und iOS-Geräte Ein Album enthält Verweise auf Fotos. Intelligente Alben (mit Zahnrad auf dem Icon) basieren auf Regeln, normale Alben haben fest zugewiesene Inhalte. Alben lassen sich in Ordner sortieren

Webexporte auf Mobile Me, Flickr und Facebook

Mit iPhoto angelegte Kalender, Postkarten und Fotobücher. Diashows erhalten eigenen Bereich

Größe der Bilder im Vorschaubereich wählen

Zum Suchen klickt man auf die Lupe

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AK TUELL

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Bildeingabe Bevor man seine Fotos komfortabel via Mac nutzen kann, muss man sie erst mal dort hinbekommen. Wir zeigen, welche Wege es für Fotos von Kamera, iPhone oder alte Dias und Negative gibt

M

an kann mit iPhoto und anderen Programmen viele

liche Tipps hierzu gibt es ab Seite 18. Smartphones lie-

spannende Dinge mit seinen Fotos anstellen. Bevor

gen voll im Trend, allen voran das iPhone. Mit den rich-

es so weit ist, muss man die Bilder aber erst aufnehmen

tigen Apps kann man nicht nur die Fähigkeiten der ein-

und in den Rechner importieren. Damit beschäftigen wir

gebauten Kamera erweitern, sondern das iPhone auch

uns zum Einstieg in die digitale Fotografie.

zum kleinen mobilen Fotostudio machen (Seite 20).

Am Anfang steht die Wahl der richtigen Kamera. Die

Nach dem Schuss folgt der Import auf den Mac. Die

Handyhersteller werden nicht müde, ihre Geräte mit im-

verschiedenen Wege per Kabel, drahtlos oder iCloud

mer besseren Kameras anzupreisen. Aber können

stellen wir ab Seite 26 vor. Daran anschließend widmen

iPhone & Co. wirklich eine richtige Kamera ersetzen?

wir uns ausführlich dem Digitalisieren von alten Dias

Welche Vorzüge bieten die verschiedenen Kategorien,

und Negativen und der nötigen Aufbereitung für die

von der kompakten bis zur Spiegelreflexkamera? Nütz-

zeitgemäße Nutzung per Mac (Seite 28). Matthias Zehden

Die richtige Kamera Seite 18

Fotos am iPhone Seite 20

Bilder importieren Seite 26

Dias und Negative Seite 28

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EINFÜHRUNG 17


© blankmag

Die richtige Kamera Das Angebot an Kameras reicht vom Fotohandy für fünf Euro Aufpreis bis zum Profigerät zum Preis einer Limousine. Wir sagen Ihnen, was Handys, Kompakt- und Systemkameras voneinander unterscheidet

U

m gute Fotos zu machen, braucht man auch eine

viel weniger Details liefern, als mit dieser Datenmenge

gute Kamera – so jedenfalls lautete über Jahrzehnte

möglich wäre. Kriterien für technisch gute Bilder sind

hinweg die gängige Ansicht. Doch im Zeitalter des Foto-

vielmehr Rauscharmut, Dynamik – also der maximal

handys scheint diese Regel nicht mehr zu gelten, denn

mögliche Kontrast zwischen dunklen und hellen Stellen

deren Kameras bieten heutzutage längst höhere Auflö-

im Bild – sowie Farbtreue. Dazu kommen gestalterische

sungen als frühere Digitalkameras. Da fragt sich man-

Möglichkeiten durch verschiedene Brennweiten oder

cher, warum er dann noch eine Kompaktkamera kaufen

das mögliche Spiel mit Schärfe und Unschärfe im Bild.

soll oder warum System- und Spiegelreflexkameras mit

Letzteres hängt aufgrund der optischen Gesetze mehr

Wechselobjektiven weiterhin sehr beliebt sind.

oder weniger direkt von der Sensorgröße ab.

Ganz offensichtlich sind es also nicht nur Megapixel, die Kameras voneinander unterscheiden. Bei Licht be-

Fotohandys

trachtet, ist die physikalische Auflösung heute kaum

Mittlerweile gibt es praktisch kein Handy oder Smart-

noch ein Thema, denn, grob gesagt, reichen schon sechs

phone mehr ohne Kamera. Der größte Vorteil ist, dass

Megapixel locker für einen Ausdruck in A4-Größe und

man sie stets dabeihat und jederzeit ein Bild machen

auch einmal darüber hinaus. Das Problem ist eher, dass

kann. Die Qualität steigt dabei noch immer mit jeder

viele Kameras und hier speziell die winzigen Kamera-

neuen Generation. Ältere Fotohandys lieferten meist

module in Fotohandys aufgrund optischer Mängel oder

nur matschige Bilder in geringer Auflösung, neuere hin-

zu aggressiver Aufbereitung der Daten in der Praxis

gegen machen oft sehr anständige Aufnahmen. Dezi-

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EINGABE

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© Martin Hochrein

Bitte lächeln! Das iPhone hat als Fotohandy viel zu bieten. So nutzen Sie seine Kamera und erweitern die Möglichkeiten mit den richtigen Apps

D

ie Kamera des iPhone hat Apple konsequent mit

rekt auf dem iPhone nachbearbeiten oder mit coolen Ef-

jeder Generation verbessert. Das iPhone 4S kann

fekten versehen und dann unterwegs über das Funknetz

sich zwar nicht mit einer guten Kompaktkamera messen,

auf alle möglichen Dienste hochladen. Hinzu kommt die

liefert aber durchaus brauchbare Bilder. Hinzu kommen

gute Integration von iPhone und Mac über iTunes, iPhoto

zwei große Vorteile. Man hat sein Handy ständig dabei,

und Fotostream. Da kann keine Kamera mithalten.

und der Funktionsumfang des iPhone lässt sich durch

Im Folgenden zeigen wir, welche Möglichkeiten die

Apps enorm erweitern. So können Sie viele nützliche

iPhone-Kamera bietet, und stellen die besten Apps zum

Funktionen für die Aufnahme nachrüsten, die Bilder di-

Thema Fotografie vor. Matthias Zehden

1. Kamera aktivieren Fotografiert wird mit der App Kamera. iOS 5.1 blendet einen Griff mit dem Kamerasymbol neben dem Schieber zum Entsperren ein, über den sich der Sperrbildschirm nach oben schieben und die Kamera schnell aktivieren lässt (auch wenn ein PIN-Code festgelegt ist). Als Auslöser lässt sich seit iOS 5 die Plustaste der Lautstärkesteuerung am iPhone oder am Headset nutzen. Fokussiert wird durch Antippen des Bildschirms. Tippt man lange auf eine Stelle, kann man die Einstellung für Belichtung und Fokus speichern („AE/AF-Sperre“), während man die Kamera bewegt. Das digitale Zoomen erfolgt ab iOS 5 über die übliche Kneifgeste. Dabei erscheint auch ein Zoomschieber.

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EINGABE

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Wer Digitalfotos macht, kommt an iPhoto nicht vorbei. Das Programm kümmert sich um Import, Bearbeitung und Ausgabe der Bilder

W

as iTunes im Bereich Musik ist, ist bei digitalen Bil-

Programme, für den Druck oder die Veröffentlichung im

dern Apples iPhoto. Für knapp zwölf Euro erhält

Internet. Beim Fotoimport ist iPhoto sehr flexibel, die

man die Bilderzentrale im Mac App Store, sie gehört

Arbeit geht leicht von der Hand. iPhoto unterstützt alle

zur iLife-Suite von Apple. Das Programm kümmert sich

gängigen Kameramodelle und Bildformate beim Import.

nicht nur auf diversen Wegen um den Import der Bil-

Es ist ideal für Laien und Hobbyfotografen und ein-

der von der Digitalkamera oder digitalisierter Fotos von

fach zu bedienen. Neben iPhoto hat Apple mit Aperture

einem Dienstleister (Seite 30), sondern erlaubt Bear-

(Seite 44) noch ein Profitool im Angebot, ganz kosten-

beitung, Verschlagwortung und die Ausgabe an andere

los klappt der Import mit Digitale Bilder. vr

Alleskönner iPhoto Das knapp zwölf Euro teure Programm iPhoto ist ideal für Fotolaien und Hobbyfotografen mit einer Kompaktkamera. Diese lässt sich einfach mit dem Mac per USB verbinden, iPhoto erkennt die Kamera und bietet den Import einzelner Bilder oder aller Aufnahmen an. Neben dem Import per USB-Verbindung erkennt iPhoto auch Speicherkarten von Digitalkameras und bietet über die Funktion „Fotostream“ die Übertragung von mit iPhone & Co. aufgenommenen Bildern über Apples iCloud-Dienst. iPhoto kümmert sich nach dem Import um das Anlegen von Alben, Bildbearbeitung und Ausgabe.

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EINGABE

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© Klaus Westermann

© Cachaco

Fotos importieren


© Klaus Westermann

Analoge Schätze digitalisieren Es lohnt sich immer, eine Sammlung von Dias und Negativen zu digitalisieren. Wir zeigen, wie Sie Ihre analogen Fotos umwandeln und für die digitale Nutzung vorbereiten

F

ast jeder Haushalt hat Schachteln mit Diapositiven

Mit geeigneten Tools lassen sich dann auch Metadaten

oder Negativfilmstreifen in irgendeiner Ecke gebun-

den Bildern hinzufügen, etwa das Entstehungsdatum

kert. Seien das nun die ersten Fotos, die Sie selbst vor

des Fotos und weitere Informationen. Wie das geht, zei-

mehr als 20 Jahren aufgenommen haben, oder Erinne-

gen wir in diesem Workshop. Ab Seite 48 zeigen wir, wie

rungen von Eltern und Großeltern. Dias und Negative

Sie Ihre digitalisierten Bilder mit Geodaten ausstatten.

sind stetigem Verfall ausgesetzt, die Chemikalien zer-

Das Digitalisieren von Dias und Kleinbildfilmen zu

setzen sich besonders bei unsachgemäßer Lagerung

Hause erfordert einen guten Scanner, wer die Zeit und

schnell. Wer die kostbaren Erinnerungen retten will,

viele Dias und Negative zu scannen hat, kann das tun.

muss sie selbst mit einem geeigneten Scanner digitali-

Höherwertige Scanner haben mit dem ICE-Verfahren

sieren oder das einem Fachservice überlassen.

Bildverbesserungssysteme per Hardware, sind aller-

Nach einem hochauflösenden Scan erfolgt in den

dings auch sehr teuer. Wer stattdessen einen Digitali-

meisten Fällen eine Bildkorrektur, Fehler, Fussel und

sierservice in Anspruch nimmt, sollte die Billiganbie-

Ähnliches lassen sich mit geeigneter Software entfer-

ter meiden, die Qualität ist meist nicht berauschend.

nen, den oft verblassten Bildern wieder Farbe verpas-

Wir haben seit Jahren sehr gute Erfahrungen mit dem

sen (ab Seite 38). Ist das geschehen, lassen sich aus den

Dienstleister Digiscan (www.digiscan.de) gemacht. Ein

hochauflösenden TIFF-Bildern JPEGs zur weiteren digi-

Diascan mit Fehlerkorrektur Digital ICE4 inklusive Bild-

talen Nutzung bis zum Druck der Fotos erstellen.

optimierung bei bis zu 4000 dpi kostet rund 40 Cent.

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EINGABE

vr

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Perfekte Bilder Digitale Bilder lassen sich hervorragend per Computer verwalten. Außerdem können Sie kleine Aufnahmefehler korrigieren, und selbst Montagen oder coole Effekte sind für jedermann möglich

G

erade im Bereich Verwaltung und Bearbeitung ha-

Bildbearbeitungen. Eine sehr leistungsfähige Alternative

ben digitale Bilder enorme Vorteile gegenüber ihren

präsentieren wir im Anschluss daran mit Photoshop Ele-

analogen Vorfahren. Die Verwaltung per Computer spart

ments (Seite 42). Wer ambitionierter zu Werke geht,

nicht nur Platz in den Schränken, sondern erlaubt selbst

kann durch Raw-Bilder mehr Qualität herausholen. Hier-

bei großen Sammlungen eine übersichtliche Organisa-

für stellen wir ab Seite 44 Apples Aperture und Adobe

tion und bequeme Suche (Seite 34).

Photoshop Lightroom in der neuen Version 4 vor.

Der nächste Schritt ist die nachträgliche Optimierung

Geodaten verknüpfen Fotos mit Orten. Wie das funk-

von Fotos. Auch als Laie kann man problemlos kleine

tioniert, lesen Sie ab Seite 48. Um den Bereich Bearbei-

Aufnahmefehler korrigieren. Wie das geht, zeigen wir ab

tung abzurunden, stellen wir ab Seite 52 Programme für

Seite 38 am Beispiel von iPhoto, aber die Standardfunk-

coole Effekte vor und zeigen anschließend, wie sich das

tionen finden Sie genauso gut in den meisten anderen

iPad für Fotos nutzen lässt (Seite 54). Matthias Zehden

Fotos optimieren Seite 38

PS Elements 10 Seite 42

Geodaten nutzen Seite 48

Bilder am iPad Seite 54

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EINFÜHRUNG 33


© Cachaco

Die Ansicht „Fotos“ zeigt

Bilder im Griff

alle Bilder im Archiv mit einstellbarer Sortierung.

Mit iPhoto verwalten und organisieren Sie Ihre Fotos auf komfortable Weise und behalten auch bei großen Sammlungen die Übersicht

D

as Kerngeschäft von iPhoto ist die Verwaltung der

matisch in Bildern aufzuspüren. So lassen sich selbst

Fotosammlung. Hierzu bietet das Programm mit ver-

große Mediatheken gut in den Griff bekommen und so

schiedenen Ansichten, Alben und den iPhoto-typischen

organisieren, dass man wirklich jedes Foto wiederfindet.

Ereignissen beste Voraussetzungen. Hinzu kommt noch

Gleichzeitig bietet die Einteilung von Fotos in Alben und

eine ausgezeichnete Suchfunktion sowie die Möglichkeit

Ereignisse die Möglichkeit, den Abgleich mit iOS-Geräten

Bewertungen, Schlagworte oder auch Ortsinformationen

zu erleichtern oder Bilder auszugeben (Seite 58).

(Seite 48) zu nutzen. Eine weitere nützliche Funktion

Auf den folgenden Seiten beschäftigen wir uns aus-

ist die integrierte Gesichtserkennung, die nach etwas

führlich mit den Möglichkeiten von iPhoto, für Ordnung

Training durchaus dazu in der Lage ist, Personen auto-

im Fotoarchiv zu sorgen. Matthias Zehden

1. Fensteroptik anpassen Die Darstellung der Fotos und Ereignisse in der Übersicht lässt sich über die Einstellungen unter „Erscheinungsbild“ anpassen. Während Kontur und Schattenwurf der kleinen Vorschaubilder eher nette Kosmetik sind, kann der Hintergrund die Wirkung der Bilder deutlich verändern. Zur Beurteilung und Auswahl von Fotos empfiehlt sich ein neutraler grauer Hintergrund. Schwarz eignet sich eher zur Präsentation von Bildern, weil es kontraststeigernd wirkt und die Fotos mehr leuchten lässt. Über das Menü „Darstellung“ können Sie weitere Infos einblenden lassen, zum Beispiel den Dateinamen oder die Bewertung.

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BEARBEITUNG

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Bilder verschönern iPhoto ist nicht nur eine mächtige Bilddatenbank, sondern leistet bei einfachster Bedienung auch Erstaunliches bei der Optimierung von Fotos. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mehr aus Ihren Bildern holen

M

it iPhoto legt Apple neuen Macs eine sehr univer-

vorbildlich, komplexe Funktionen hinter einfachen Knöp-

selle Software für Fotografen bei, die deutlich

fen zu verbergen. Ein paar nette Effekte hat iPhoto

mächtiger ist, als es auf den ersten Blick scheint. Dabei

auch zu bieten. Nur wer Bilder montieren, mit Ebenen

werden vor allem die Bearbeitungsmöglichkeiten in

arbeiten oder Fotos im Detail manipulieren will, muss

iPhoto oft unterschätzt. Meist reichen wenige Maus-

auf leistungsfähigere Programme, zum Beispiel Photo-

klicks, um schiefe Bilder zu begradigen, einen falschen

shop Elements (Seite 42), ausweichen. Auch die Share-

Weiß abgleich zu korrigieren o der für die richtige

ware Graphic Converter ist eine gute Wahl (Sie finden

Schärfe zu sorgen. Das Programm beherrscht die Kunst

beide zum Ausprobieren auf der Heft-DVD). spa/maz

1. Bearbeitungsmodus aufrufen Nach der Auswahl eines Bildes in der Datenbank führt ein Klick auf das Bleistiftsymbol in den Bearbeitungsmodus. Die Werkzeuge sind über die drei Reiter oben im Fenster in „Einfache Korrekturen“, „Effekte“ und „Anpassungen“ unterteilt. Da iPhoto die Bilddatei selbst nie verändert, sondern nur Ihre Bearbeitungsschritte speichert und erst bei der Ausgabe anwendet, dürfen Sie ohne Risiko probieren, denn jeder Arbeitsschritt lässt sich rückgängig machen, und die Originaldatei bleibt stets erhalten.

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BEARBEITUNG

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Der gelungene Vollbildmodus des Photoshop Elements Organizer blendet Bedienfenster automatisch ein.

Der neue Bearbeitenassistent „Orton-Effekt“ kann bei passenden Motiven sehr gute Ergebnisse liefern.

Für Anspruchsvolle Photoshop Elements hat bei der Bearbeitung von Fotos deutlich mehr zu bieten als iPhoto und empfiehlt sich für ambitionierte Hobbyfotografen. Ein Pluspunkt sind die sehr guten Assistenten

D

igitalfotografen, die mit ihren Bildern etwas mehr

mit Stichwort-Tags sowie die sehr gute Vollbildansicht

bei der Nachbearbeitung anstellen wollen, als

der Bilder. Die Stichwort-Tags können im Gegensatz zu

iPhoto erlaubt, erhalten mit Photoshop Elements ein

iPhoto hierarchisch aufgebaut sein, also beispielsweise

sehr vielseitiges Programm. Es bietet umfangreiche

„Urlaub > Spanien > Andalusien“.

Bearbeitungsmöglichkeiten, viele schöne Effekte und mit dem Photoshop Organizer eine sehr leistungs fähige

Umfangreiche Funktionen

Verwaltung für Fotos und Filme. Auf der Heft-DVD fin-

Gegenüber der schon recht ausgefeilten Vorgängerver-

den Sie eine 30 Tage voll funktionsfähige Testversion.

sion hat sich wenig geändert. Einige Funktionen, die der

Alle Bilder im Griff

große Photo shop-Bruder hat, wurden anscheinend bewusst nicht integriert, um die Abstufung zum teureren

Der Photoshop Organizer bietet einen gelungenen Voll-

Produkt aufrechtzuerhalten. So gibt es nach wie vor

bildmodus und mausert sich immer mehr zur ernst-

keine Möglichkeit, Farbkanäle einzeln zu bearbeiten

haften Alternative zu iPhoto. Hier kann man nun auch

oder Gradationskurven individuell zu verändern.

nach doppelten oder sich stark ähnelnden Fotos in der

Dafür glänzt Photoshop Element immer noch mit

Bibliothek suchen. In der Praxis lassen sich so beispiels-

sehr guten Automatikfunktionen, mit denen man bei-

weise sehr schnell viele Sonnenuntergangsbilder fin-

spielsweise gut Motive auswählen oder Bildelemente

den. Weitere Aufgaben von Photoshop Organizer sind

retuschieren kann. Auch Ebenen mit Ebenenmasken

automatische Bildkorrekturen und das Weitergeben

lassen sich anlegen, damit kann man bei Bedarf selbst

der Fotos. Gut gelungen ist auch die Verschlagwortung

aufwendigere Composings erstellen.

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BEARBEITUNG

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Apple Aperture richtet sich durchaus an Profis, ist aber auch für Amateure gut bezahlbar.

Adobe Photoshop Lightroom wird vielen professionellen Kameras als Raw-Konverter beigelegt.

Rohkostverwerter Wenn iPhoto nicht mehr reicht, bieten sich mit Aperture und Lightroom zwei interessante Alternativen, die vor allem bei Raw-Bildern glänzen

M

it iPhoto bietet Apple Fotofreunden ein praktisches

Rohdaten wie ein Negativ zu verwahren und niemals

Programm zum Verwalten ihrer Fotosammlung.

zu verändern. Stattdessen werden alle Bearbeitungs-

Zwar ist iPhoto universell wie ein Schweizer Taschen-

schritte protokolliert und für die Darstellung am Bild-

messer, aber keineswegs profitauglich, denn die Bear-

schirm nur simuliert. Erst wenn das Bild beispielsweise

beitungsmöglichkeiten sind eher rudimentär. Mit Apple

in eine Datei ausgegeben werden soll, errechnet die

Aperture und Adobe Photoshop Lightroom gibt es zwei

Software auf Basis der Rohdaten und der Einstellungen

sehr viel mächtigere und mit 63 (Aperture) beziehungs-

eine neue, unabhängige Bilddatei daraus. Der Vorteil ist,

weise 130 Euro (Lightroom) mittlerweile auch für Ama-

dass jeder Bearbeitungsschritt zu jeder Zeit rückgän-

teure erschwingliche und interessante Alternativen.

gig gemacht werden kann. Und um eine zweite Version

Raw-Workflow

versuch, zu erstellen, wird nicht das ganze Bild kopiert,

eines Bildes, wie beispielsweise einen Schwarzweiß-

Der ursprüngliche Entstehungsgrund für Aperture wie

sondern einfach ein zweites Bearbeitungsprotokoll er-

Lightroom ist die Idee des „Raw-Workflows“ und der

zeugt, das kaum Speicherplatz benötigt.

„nicht destruktiven“ Bildbearbeitung. Hochwertige Kameras speichern Bilder in Form von Rohdaten, wie sie

Selektive Bearbeitung

der Sensor der Kamera liefert, und versuchen gar nicht

Selbst wenn einen diese Möglichkeiten kalt lassen, ha-

erst, schon in der Kamera ein perfektes Bild daraus zu

ben beide Programme iPhoto die Fähigkeit voraus, mit

errechnen. Das passiert im sehr viel leistungsfähigeren

einer Vielzahl von Werkzeugen auch nur Teile eines

Rechner mit dem zusätzlichen Vorteil, dass der Fotograf

Bildes zu bearbeiten, während iPhotos Korrekturen

hier mehr Einfluss auf die Wandlung nehmen und bei

stets das ganze Bild betreffen. Dazu kommen deutlich

Bedarf zusätzliche Reserven herauskitzeln kann. Bei

mehr Features, Ausgabemöglichkeiten und Werkzeuge,

Aperture und Lightroom kommt die Idee hinzu, diese

als iPhoto dem Fotografen bieten kann. Holger Sparr

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BEARBEITUNG

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© Anders Peter Amsnæs

Geotagging für Fotos nutzen Wer wissen will, wann er wo ein Bild aufgenommen hat, versieht es mit Geodaten, dem Ort der Aufnahme. Wir zeigen, wie Ortsdaten in Ihre Fotos kommen und was Sie damit machen können

V

or der Erfindung der Digitalkamera gingen Men-

Alle aktuellen Digitalkameras verzeichnen in den Exif-

schen mit Fotoapparat sparsam mit Schnappschüs-

Daten (Exchangeable Image File Format) zum Bild –

sen um. Filmmaterial, Entwicklung und Abzüge waren

also in jeder Fotodatei – zumindest Datum und Uhrzeit,

einfach zu teuer. Die wenigen Bilder einer Urlaubsreise

Brennweite, Belichtungszeit, Blendeneinstellung und den

wurden dann in ein Album geklebt – zumindest bei Men-

ISO-Wert („Lichtempfindlichkeit“), lediglich der Ort der

schen mit einem Hang zur Dokumentation von Lebenser-

Aufnahme fehlt in den meisten Fällen.

eignissen – und mit Informationen wie „Klaus und Petra am Südstrand von Rhodos, 25. Mai 1987“ versehen. Ent-

Ortsangaben in Fotos

sprechend sortiert, baute man sich auf diese Weise eine

Den Digitalkameras der ersten Stunde fehlte dazu ein

Fotochronik des Lebens auf.

Bauteil, das eine automatische Bestimmung der Geo-

Schon mit den ersten Digitalkameras war Schluss

daten beim Aufnehmen eines Fotos erfassen und ver-

mit der Sparsamkeit. Da Benutzer die Fotos zunächst

zeichnen kann. Ein GPS-Modul ist heute in den meisten

am Rechner betrachten können, Kosten für Entwick-

Smartphones verbaut und verrichtet dort vielfältige

lung ganz entfallen und im Bedarfsfall nur ausgewählte

Aufgaben. So kann es auf Wunsch Ortsdaten in mit der

Schnappschüsse zu Papier gebracht werden, knipsen Be-

Smartphone-Kamera aufgenommenes Fotos integrie-

sitzer einer Digitalkamera mehrfach jedes Motiv, ob im

ren, Navi-Apps in Echtzeit mitteilen, wo sich der Smart-

Urlaub, bei Feiern oder einfach so.

phone-Nutzer gerade befindet oder Facebook-Einträge

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BEARBEITUNG

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Flare Ü

ber 90 Effekte, Texturen und Rahmen hat das acht Euro teure Flare zu bieten. Wahlweise kann man aus

vorgegebenen Effekten wie Night Life, Loho und 300 eine Vorgabe auswählen oder eigene Effekte zusammenstellen. Bei letzterem Modus stehen klassische Bildbearbeitungsfunktionen wie Belichtung, Blur und Sättigung aber auch komplexe Textureffekte zur Verfügung. So kann man ein Foto um eine Ebene mit Texturen wie Papier oder Sonnenlicht aufpeppen, sechs verschiedene Ebenenarten stehen zur Wahl. Iconfactory, www.flareapp.com

Geniale Foto-Apps aus dem Mac App Store Apples Mac App Store bietet viele leicht bedienbare Foto-Apps, die zwar kein Photoshop ersetzen, aber schnell und bequem zu eindrucksvollen Ergebnissen führen

Analog W

ie alte Analogaufnahmen sehen Fotos nach der Bearbeitung mit dem Tool

Analog aus. Zwanzig gut gemachte Filter stehen zur Verfügung, die mit starker Randabdunklung, falscher Farbwiedergabe und anderen Effekten ein altes Foto simulieren. Zusätzlich stehen sechzehn verschiedene Rahmen zur Wahl, die überwiegend das Aussehen eines Analog-Filmstreifens nachbilden. Werkzeuge für Beschneiden und Drehen ruft man über ein Einblendmenü auf, versenden kann man das Bild per E-Mail oder lädt es bei Facebook, Picasa, Flickr und CloudApp hoch. Erhältlich ist die Software, die leider kaum Voreinstellungen bietet, für 5,49 Euro. Realmac Software, www.realmacsoftware.com

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BEARBEITUNG

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Das iPad ist ein nützlicher Begleiter. Mit ihm lassen sich Fotos überall einlesen, kontrollieren, bearbeiten und auf Onlinedienste hochladen

D

as iPad ist unterwegs eine prima Ergänzung zur

einstelligen Eurobereich bleiben. Damit lassen sich die

Digitalkamera, im Notfall kann man sogar direkt

üblichen Bearbeitungsschritte unterwegs am iPad erle-

mit dem iPad fotografieren. Apple hat die eingebaute

digen, sodass der Rechner zu Hause bleiben kann. Als

Kamera in der dritten iPad-Generation deutlich verbes-

neuen Standard für Foto-Apps hat Apple eine interes-

sert. Das ändert aber nichts daran, dass ein iPad als Ka-

sante iOS-Version von iPhoto vorgestellt, die die iLife-

mera vergleichsweise unhandlich ist. Mit einer richtigen

Apps für die mobilen Geräte nun komplettiert.

Kamera fotografiert es sich deutlich angenehmer.

Die ersten beiden iPad-Generationen sind knapp an

Die Bilder von einer Kamera lassen sich importieren

Arbeitsspeicher, der die Auflösung der Bilder auf etwa

und auf dem iPad-Screen sichten, viel besser als auf

6 (Ur-iPad) bis 8 (iPad 2. Generation) Megapixel be-

den relativ kleinen Kameradisplays. Vor allem das neue

grenzt. Mit iPhoto und dem neuen iPad will Apple die

iPad bietet mit dem hochauflösenden Bildschirm eine

Auflösungen bis 19 Megapixel unterstützen.

beindruckende Darstellungsqualität. Ebenfalls praktisch ist, dass man durch die Übertragung aufs iPad auch

Fotos weitergeben

gleich noch ein Backup seiner Fotos bekommt.

Die fertigen Bilder kann man nicht nur daheim auf den

Bilder nachbearbeiten

zum Beispiel verschicken. Außerdem gibt es Apps für

Seit iOS 5 verfügt die Foto-App des iPad über einige

Online-Dienste wie Facebook, Flickr, Dropbox & Co. Bei

Mac überspielen, sondern auch gleich am iPad nutzen,

einfache Bildbearbeitungsfunktionen. Damit kommt

einem iPad mit 3G-Chip steht das Internet fast überall

man zwar nicht weit, aber wer mehr braucht, kann auf

zur Verfügung. Die anderen Modelle sind auf WLAN an-

eine große Auswahl externer Apps zurückgreifen. Die

gewiesen, das man in vielen Cafés, Hotels, Bahnhöfen

Kosten halten sich dabei sehr in Grenzen. Die Auswahl

und Flugplätzen findet. Über Videoadapter lassen sich

reicht von einfachen, kostenlosen Apps für Standard-

Diashows auf dem Fernseher ausgeben. Wir zeigen, wie

korrekturen bis zu ausgewachsenen Bildbearbeitungen,

sich Fotos via iPad nutzen lassen, und geben Tipps für

die kaum noch Wünsche offen lassen und trotzdem im

nützliche Apps und sinnvolles Zubehör. Matthias Zehden

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BEARBEITUNG

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© Klaus Westermann

© Cachaco

Mobiles Fotostudio


Fotos ausgeben Es gibt viele Wege, die Fotosammlung des Mac zu nutzen – klassisch als Diashow, gedruckt auf Papier oder Gegenständen, als Fotobuch oder online über Fotogalerien und soziale Netze

M

an kann sich im stillen Kämmerlein an seinen Fotos

beliebige Distanzen zu teilen, erklären wir die komfor-

erfreuen, aber so richtig Spaß macht es eigentlich

table Nutzung verschiedener Onlinedienste (Seite 64).

erst, wenn man andere daran teilhaben lässt. Die Aus-

Eine schöne Erinnerung und ein prima Geschenk für

gabe kann dabei direkt vom Computer erfolgen oder

die ältere computerlose Generation sind Fotobücher.

auch durch die Wahl eines geeigneten Dienstleisters,

Wir zeigen, wie man sie am Mac gestaltet und ausgibt

Wir beginnen den Ausgabebereich mit der guten al-

(Seite 68). Dafür kommt auch ein Fotodienstleister in-

ten Diashow. Wir zeigen, wie man sie am Mac anspre-

frage, der nicht nur normale Prints und Fotobücher er-

chend gestaltet und ausgibt (Seite 60). Als größerer

stellt, sondern Poster, Tassen, T-Shirts und alle mögli-

Bildschirm bietet sich der Fernseher an und für unter-

chen anderen Dinge bedruckt (Seite 70). Zum Abschluss

wegs iPhone und iPad. Alles kein Problem, wenn man

erklären wir, wie man eigene Fotos verkauft, um die Ur-

weiß, wie. Um Bilder mit sehr vielen Leuten oder über

laubskasse wieder aufzufüllen (Seite 72). Matthias Zehden

Fotos online Seite 64

Fotobuch erstellen Seite 68

Bilder verkaufen Seite 72

© Luana Rigolli

Diashow zeigen Seite 60

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EINFÜHRUNG 59


© Jossi

Bilder marsch! Sind die Fotos präpariert, will man sie auch Familie oder Freunden zeigen. Wir erklären, wie man eine Diashow erstellt und via Mac oder TV vorführt

D

er gute alte Diaabend mit abgedunkeltem Raum

hen. Dazu hat iPhoto Zugriff auf die iTunes-Mediathek,

und surrendem Projektor gehört im digitalen Zeit-

sodass man auch gleich noch für die passende musika-

alter praktisch der Vergangenheit an. Stattdessen zeigt man die Fotos der Familienfeier oder vom letzten Urlaub

lische Begleitung der Vorführung sorgen kann.

zeitgemäß auf dem Mac, iPhone, iPad oder für mehrere

Mit TV-Gerät verbinden

Zuschauer einfach auf dem großen Flachbild-TV. Die Prä-

Für die Ausgabe auf dem Fernseher findet man bei mo-

sentation der Bilder übernimmt iPhoto. Im Folgenden

dernen HD-Geräten einen HDMI-Eingang, den man mit

zeigen wir, wie man damit eine sehenswerte Diashow er-

entsprechenden Adaptern direkt am DVI-, Minidisplay-

stellt und diese auf verschiedenen Geräten ausgibt.

Vorführung vorbereiten

port- oder Thunderbolt-Anschluss eines Macs betreiben kann. Die Adapter sind relativ günstig, da sie normalerweise keine aufwendige Elektronik enthalten. Für

Mit iPhoto lassen sich die Bilder nicht nur prima sortie-

das Bildsignal passen sie nur die Stecker an. Probleme

ren und kleine Schwächen korrigieren. Hat man seine

kann es beim Ton geben. Den können erst die ab etwa

Fotos fertig bearbeitet, sollen andere sie natürlich auch

Mitte 2010 vorgestellten Macs per Minidisplayport (oder

sehen. Hier hilft iPhoto ebenfalls weiter. Apples Foto-

Thunderbolt) ausgeben. Bei älteren Macs muss bei Be-

tool ist die App der Wahl, wenn es darum geht, die Fotos

darf eine separate Audioverbindung hergestellt werden.

standesgemäß zu präsentieren. Hat man die Bilder aus-

Das Adapter- und Tonproblem lässt sich elegant um-

gewählt, kann man sie mit effektvollen Übergängen ver-

gehen, in dem man die Verbindung zum Fernseher über

binden. Es gibt einfache Schnitte und Überblendungen,

ein Apple T V herstellt, das man drahtlos per Airplay

aufwendigere Effekte oder auch den bekannten „Ken

füttert. Als klassische Option für weniger digitalisierte

Burns Effekt“ (Zoom und Animation). Vernünftig dosiert,

Haushalte können iLife-Anwender auch eine Diashow auf

können diese der Präsentation das gewisse Etwas verlei-

Video-DVD erstellen. Matthias Zehden

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AUSGABE

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© silent_47

Fotos im Web optimal teilen Schöne Aufnahmen zeigt man gerne Freunden — oder der ganzen Welt. Wie Sie Fotos vom Mac oder iPhone per Mail, mit OnlineGalerien, Facebook und Online-Speichern weitergeben, lesen Sie hier

H

eute wird im Allgemeinen sehr viel fotografiert. Aus

Web, um seine Fotos zu zeigen. Die Möglichkeiten dort

dem Urlaub, von Konzerten, Feiern oder einfach der

sind vielfältig, und daher stehen viele vor der Qual der

letzten ausgiebigen Fotosession bringt man heute Hun-

Wahl, wie sie ihre Bilder verbreiten. Nicht nur in spe-

derte Bilder auf prall gefüllten Speicherkarten mit nach

ziellen Fotosharing-Diensten wie Flickr oder Picasa kann

Hause. Zusätzlich wird mit dem iPhone alles Interessante

man Fotogalerien anlegen oder einzelne Bilder veröf-

geknipst, was spontan vor die Linse kommt. Irgendwann

fentlichen, es geht auch mit Sozialen Netzwerken wie

landet dann alles auf dem Mac, zum Beispiel in iPhoto.

Facebook, Twitter und Google+. Außerdem sind Online-

Die Flut von Digitalbildern macht aber nur den halben

Speicherdienste wie Dropbox dazu geeignet, Fotoalben

Spaß, wenn sie ungenutzt auf der Festplatte herumliegt.

zum Download bereitzustellen und sie so Freunden zu-

Interessant wird die Sache erst, wenn man sie Freunden,

gänglich zu machen. Welches Portal die beste Möglich-

Familie oder sogar der ganzen Welt zeigt.

keit zum Teilen von Bildern ist, lässt sich grundsätzlich

Viele Möglichkeiten, aber auch Verwirrung

nicht sagen — es kommt auf die individuellen Bedürfnisse an. Wir helfen bei der Entscheidung.

Diavorführungen oder mit der Post verschickte Ab-

Wenn es darum geht, nur ein paar Fotos an einen

züge gehören der Vergangenheit an, heute kann jeder

Freund zu schicken, genügt das simple Weiterschicken

Schnappschuss sofort nach dem Auslösen einem kleinen

per E-Mail. iPhoto und die Fotos-App in iOS bringen da-

oder großen Publikum gezeigt werden. Man nutzt das

für den „Bereitstellen“-Button mit, danach reicht die Ein-

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AUSGABE

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Mit iPhoto lassen sich mit wenig Aufwand sehr schicke Fotobücher gestalten, die man nicht unbedingt über Apple drucken lassen muss

D

as Programm iPhoto bietet nicht nur nützliche Funk-

können allerdings in der Regel nicht mit dem Komfort

tionen für Verwaltung und einfache Bildkorrekturen,

von iPhoto mithalten, sodass Apples Fototool erste Wahl

sondern punktet auch bei der Ausgabe. Dazu gehört

bleibt. Das fertige Buch lässt sich jedoch, teilweise über

die Möglichkeit, mit wenig Aufwand sehr ansprechende

einen kleinen Umweg, bei fast beliebigen Dienstleistern

Foto bücher zu erstellen, die man dann gleich bestellen

drucken. Im Folgenden zeigen wir, wie Sie mit iPhoto ein

kann. Dieser Komfort hat seinen Preis, doch es gibt auch

Fotobuch erstellen und passend exportieren. Als stark

deutlich günstigere Fotodienstleister, die ebenfalls gute

komprimiertes PDF lässt es sich auch nach einer Feier

Qualität liefern. Deren eigene Apps für die Buchmontage

prima per Mail an alle Gäste verschicken. Matthias Zehden

1. Neues Fotobuch anlegen Am besten legen Sie sich ein Album mit den gewünschten Fotos an und bringen diese darin schon ungefähr in die richtige Reihenfolge. Wählen Sie danach über „Ablage > Neues Buch“ ein neues Fotobuch (das erscheint später in der Seitenleiste unter „Projekte“). Für den Buchtyp bietet iPhoto reichlich Auswahl. Am oberen Fensterrand wählen Sie die Bindung und Layout, links unten die Größe und rechts unten die Grundfarbe für Hintergründe. In der Mitte sehen Sie die Ansichten der Layouts. Einige konzentrieren sich ganz auf die Fotos, andere bieten auch Textanteile. Nach einem Klick auf „Erstellen“ legt iPhoto los und verteilt die Fotos automatisch.

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© dusk

© Cachaco

Fest gebunden


Fotos im Web verkaufen Warum nicht das Fotohobby in bare Münze verwandeln? Wir zeigen, wie und wo Sie Ihre besten Bilder im Web verkaufen können, was Erfolg verspricht und was Sie in Sachen Recht beachten müssen

F

otografieren ist ein schönes Hobby und macht noch

tos („Stock“ von englisch „Stockpile“, es gibt stapelweise

mehr Spaß, wenn man damit etwas Geld dazuverdie-

gebrauchsfertige Fotos) sind heute die größte, schnellste

nen kann – etwa um neues Equipment zu kaufen. Warum

und günstigste Quelle, wenn es um Bildmaterial für Gra-

also nicht einige der besten eigenen Bilder im Web zum

fik vom Hobby- bis Profibereich geht. Wenn jemand

Verkauf anbieten? Eigentlich funktioniert der Einstieg

ein bestimmtes Motiv sucht, schickt er heute nur selten

ganz einfach, da es im Web schon fertige Verkaufsplatt-

einen Fotografen vor Ort, um das Bild aufzunehmen,

formen gibt, die sich um alles Wichtige kümmern. Zum

sondern kauft meistens den passenden Shot bei einer

Start gibt es einiges zu beachten, natürlich damit sich die

Bildagentur. Wenn Sie ein Foto aufnehmen, erhalten Sie

Mühe lohnt und um rechtliche Probleme zu vermeiden.

automatisch das Copyright (obwohl es hier einiges zu

Wir zeigen, wie der Einstieg klappt.

beachten gibt, später dazu mehr). Wenn jemand Ihr Bild

Bildagenturen als ideale Partner

für den Druck, im Web oder andere Medien verwenden möchte, muss er die Genehmigung dafür haben. Die Nut-

Theoretisch könnten Sie Fotos über die eigene Website

zungsrechte kann er bei Bildagenturen einkaufen. Also

verkaufen. Doch dann müssten Sie sich um Bezahlung,

verkaufen Sie nicht das Bild selbst, sondern nur die

Rechte und vieles mehr selbst kümmern. Viel einfacher

Rechte, es zu verwenden. Solange Sie ein Bild nicht bei

ist es, eine oder mehrere der etablierten Bildagenturen

einem Anbieter exklusiv anbieten, können Sie die Rechte

als Plattform für die eigenen Bilder zu nutzen. Stockfo-

auf mehreren Plattformen verkaufen. Auf der anderen

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© javier brosch

Richtig fotografieren Für ein gelungenes Foto sorgt nicht die Kamera, sondern der Fotograf. Mit der richtigen Aufnahmetechnik und einigen simplen Tipps können mit jeder Kamera spannende Aufnahmen entstehen

1: Zeit nehmen

3: Raus aus der Mitte

Manchmal muss es zwar auch schnell gehen, aber wann

Wenn Sie Ihr Hauptmotiv immer in die Bildmitte rücken,

immer es geht, lassen Sie sich Zeit, um das Motiv richtig

wirkt dies auf Dauer langweilig. Als besonders harmo-

zu erfassen. Probieren Sie verschiedene Perspektiven,

nisch gilt das gedankliche Aufteilen des Bildes in Drit-

bestimmen Sie den richtigen Ausschnitt, und drücken Sie

tel. Verlegen Sie das Hauptmotiv in eines der Drittel

erst ab, wenn Sie glauben, dass das Bild auch gedruckt

oder auffällige Linien wie den Horizont genau auf eine

spannend aussehen wird. Nur selten entstehen gute Bil-

der Trennlinien. Damit lässt sich oft eine harmonischere,

der durch einen Schuss aus der Hüfte im Vorbeigehen.

spannendere oder dynamischere Bildwirkung erzielen

2: Ran ans Motiv Der wichtigste Leitsatz der frühen Fotoreporter, die

als mit dem Positionieren in der Bildmitte. Die Drittelregel klappt im Hoch- wie im Querformat gleichermaßen.

noch ohne Telezoom auskommen mussten, lautete: „You

4: Porträts vor ruhigem Hintergrund

can’t get close enough“. Gehen Sie so nah ans Motiv he-

Porträts wirken erst, wenn man vom Hintergrund mög-

ran, dass auf dem Foto später vollkommen klar wird,

lichst wenig wahrnimmt und sich voll auf das Gesicht

wen oder was Sie fotografieren wollten. Lassen Sie

konzentrieren kann. Bei Systemkameras mit lichtstarken

Überflüssiges aus dem Bild heraus. Das gilt auch dann,

Objektiven öffnet man dazu die Blende so weit, dass der

wenn Sie beispielsweise mit einem Fotohandy eh schon

Hintergrund in der Unschärfe verschwimmt. Ansonsten

sehr nahe ans Motiv heran müssen.

achtet man auf einen ruhigen Hintergrund ohne Details.

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© julien tromeur

Fotokonverter Automator erlaubt die Automatisierung von Arbeitsabläufen. Wir zeigen, wie man sich ein Utility zum Umwandeln von Fotos in ein vorgegebenes Format ganz einfach selbst bauen kann

D

ie Lion-App Automator ermöglicht es, ohne beson-

einem mit Datum versehenen Ordner und legen ihn im

dere Programmierkenntnisse eigene kleine Pro-

„Bilder“-Verzeichnis des Benutzers zur Archivierung ab.

gramme zur Ausführung von öfter wiederkehrenden

Der gesamte Ablauf lässt sich als ausführbares Pro-

Arbeiten zu erstellen. Als Beispiel dafür wandeln wir

gramm speichern. Zieht man anschließend Fotos darauf,

Fotos ins JPEG-Format um und skalieren sie auf eine

werden die automatisch entsprechend bearbeitet.

bestimmte Größe. So könnte man zum Beispiel seine

Auf der Heft-DVD finden Sie den hier erstellten Ar-

Urlaubsbilder für die private Fotogalerie im Web auf-

beitsablauf, eine kurze Einführung in die Arbeit mit Au-

bereiten. Als Ergänzung sammeln wir die Bilder in

tomator sowie einige weitere Beispiele. Matthias Zehden

1. Fotos konvertieren Automator zeigt im linken Bereich des Fensters die Bibliothek, also die verfügbaren „Aktionen“, die ausgeführt werden können. Rechts erscheint der daraus zusammengestellte Arbeitsablauf. Da wir die Originalfotos nicht verändern wollen, beginnen wir den Arbeitsablauf mit der Aktion „FinderObjekte kopieren“. Sie bewirkt, dass im Folgenden nur mit Kopien der Originalfotos gearbeitet wird. Als Ziel wählen wir über das Menü einen Ordner namens „Zwischenlager“, den wir für diesen Zweck auf dem Schreibtisch angelegt haben. Es folgt die Umwandlung auf 640 Pixel Bildgröße (für die lange Seite) mit „Bilder skalieren“. Als Drittes wandelt „Bildtyp ändern“ die Fotos in JPEG-Dateien um.

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Die Fotosammlung enthält oft unwiederbringliche Schnappschüsse und wichtige Erinnerungen, die man vor Verlust schützen sollte

Ü

ber die Sorglosigkeit vieler Anwender beim Um-

es auch keinen Schuhkarton unten im Kleiderschrank

gang mit ihren Daten kann man sich eigentlich nur

mehr, der zur Not noch die Negative enthält. Stellen Sie

wundern. Gerade in der iPhoto-Sammlung finden sich

sich vor, Sie schalten morgen Ihren Mac an und die Fest-

oft Inhalte von großem ideellem Wert. Auch wenn sich

platte streikt – alle Fotos darauf sind futsch. Erschreckt

der Verlust der Fotos nicht in Euro und Cent ausrechnen

Sie das? Dann sollte ein Backup dieser wichtigen Daten

lässt, so ist er subjektiv doch gewaltig. Viele Aufnah-

eigentlich selbstverständlich sein. Wir zeigen Ihnen, wel-

men sind einfach unersetzbar und mit wichtigen Erinne-

che Möglichkeiten der Sicherung OS X Lion und iPhoto

rungen verknüpft. In Zeiten der digitalen Fotografie gibt

mitbringen und wie man sie nutzt. Matthias Zehden

1. Time Machine aktivieren Mit Time Machine bringt OS X bereits eine sehr einfache und effektive Backup-Funktion mit. Sie sichert einmal die komplette Festplatte und danach automatisch stündlich alle Änderungen. So lassen sich versehentlich gelöschte oder beim Nachbearbeiten verhunzte Fotos problemlos wiederherstellen. Konfiguriert wird Time Machine im gleichnamigen Feld der Systemeinstellungen. Hier schalten Sie die Funktion über den Schiebeschalter ein und wählen ein Ziellaufwerk. Eine einfache USB-Festplatte ist günstig und eignet sich perfekt als Backup-Laufwerk. Sie sollte in etwa doppelt so groß wie die interne Festplatte sein, damit sie genug Platz für ältere Dateiversionen bietet.

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© Diezer

© Cachaco

Backup für Fotos


Fotos retten Gelöschte Bilder auf Speicherkarten lassen sich mit den richtigen Tools wiederherstellen. Selbst eine Formatierung bedeutet nicht, dass alles verloren ist

S

chnell ist es in der Eile passiert: Statt die unscharfen

hand der Software Klix von Prosoft zeigen wir Schritt

Schnappschüsse auszusortieren, hat man leider die

für Schritt, wie man die verloren geglaubten Fotos wie-

einzige gelungene Aufnahme der Hochzeit gelöscht –

derherstellt. Das Tool kann man direkt von den Internet-

oder die Speicherkarte versehentlich sogar formatiert.

Seiten des Herstellers oder im App Store kaufen. Klix

Oft kann man jedoch in beiden Fällen noch die Fotos

bietet einen brauchbaren Funktionsumfang und ist mit

retten. Beim Löschen und Formatieren bleiben die Bild-

rund 16 Euro noch recht preiswert. Ebenfalls empfeh-

dateien selbst nämlich auf der Karte; entfernt wird le-

lenswerte Alternativen sind Cardraider Photo Recovery

diglich der dazugehörige Eintrag im Inhaltsverzeichnis

und Rescue Pro, die ganz ähnlich funktionieren. Eine

der Speicherkarte. Für die Wiederherstellung benötigt

Demo von Klix finden Sie auf der Heft-DVD, ebenso ei-

man lediglich eine spezielle Datenrettungssoftware. An-

nige kostenlose Hilfsprogramme. Stephan Wiesend

1. Speicherkarte auswählen Für die Wiederherstellung der Daten steckt man die Karte mit den zu rettenden Fotos in ein Lesegerät und startet Klix. In der App kann man nun das Medium auswählen. Dabei werden Speicherkarten und USB-Sticks unterstützt. Am besten funktioniert Klix, wenn man die Karte in ein externes Speicherkartenlesegerät oder in die SD-Schnittstelle eines Mac steckt. Bei einigen wenigen Kameramodellen funktioniert die Datenrettung ebenfalls, wenn man die Kamera über USB oder Firewire mit dem Mac verbindet. Klix unterstützt jedoch keine Speicherkarten im Format „XD Picture Card“, die von Fuji und Olympus verwendet werden.

Fotos auf der Speicherkarte suchen 2. Gelöschte Fotos suchen Um auf der Speicherkarte nach Fotos zu suchen, drückt man die Taste „Scan“. Klix durchsucht dann alle Speicherzellen der Karte nach Bilddaten – die Dauer ist abhängig von der Kapazität der Karte. Die Software findet alle Bilder, die nach Löschen oder Formatieren der Karte noch nicht zwischenzeitlich mit neuen Fotos überschrieben wurden. Nach einer kurzen Analyse des Mediums zeigt Klix in einem Fenster Vorschaubilder der gefundenen Fotos. Neben JPEG-Dateien unterstützt die Software viele Raw-Formate und Videodateien.

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© Klaus Westermann

Tipps für Fotos

iPhoto

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Vorschau

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Digitale Bilder

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iPhoto liegt jedem neuen Mac bei, und mit Digitale Bilder und Vorschau gehören zwei weitere nützliche Tools zum Lieferumfang von Lion. Wir zeigen, wie Sie im Fotoalltag mehr aus den genannten Apps herausholen

Mit mehreren iPhotoMediatheken arbeiten

M

an kann mit iPhoto zusätzliche Mediatheken anlegen, um verschiedene Fotosammlungen zu trennen oder

sehr große Mediatheken zu teilen. Letztere werden dadurch übersichtlicher und iPhoto beim Blättern schneller. Der Nachteil ist, dass man immer nur eine Mediathek zur selben Zeit öffnen kann. Um eine weitere Mediathek anzulegen, startet man iPhoto mit gedrückter Wahltaste („alt“) und klickt im sich öffnenden Dialogfenster auf „Neue erstellen“. Diese kann an einem beliebigen Ort liegen, auch auf einem externen Laufwerk. Eine Liste bietet die bereits benutzten Mediatheken zur Auswahl an. Außerdem können Sie mit

Hält man beim Start von iPhoto die Wahl („alt“)-Taste

„Andere Mediatheken“ eine Sammlung manuell auswählen.

gedrückt, kann man eine andere Mediathek auswählen.

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TIPPS & TRICKS

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© Klaus Westermann

Profi-Tipps Mit diesen Tipps, die Sie gleich mit der beiliegenden Testversion von Photoshop Elements ausprobieren können, machen Sie mehr aus Ihren Fotos – auch ohne jahrelanges Photoshop-Training

Bildelemente wegzaubern

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bhängig vom Motiv ist folgender Trick eine elegante und schnelle Möglichkeit, störende Bildelemente zu

entfernen. In unserem Beispiel möchten wir einen Mast in der Mitte des Fotos entfernen, da er nicht zu den Windkraftwerken passt. Dazu wählen wir „Bild > Neu zusammensetzen“ oder die Tastenkombination „Befehl-Wahltaste-R“

(„cmd-alt-R“). Das darauf erscheinende Informationsfenster zu diesem Werkzeug erklärt bereits unser Vorhaben: Mit dem roten Pinsel dieses Werkzeugs – zu finden oben rechts – markieren wir den Mast, und mit dem grünen Pinsel die Windkraftwerke, die wir erhalten wollen. Schiebt man nun das Bild zusammen, verschwindet der rot markierte Mast. Nun bestätigen wir den Befehl und ziehen das Bild auf die

Das Werkzeug „Neu zusammensetzen“ kann man auch verwenden,

ursprüngliche Breite zurück.

wenn man schnell störende Bildmotive entfernen möchte.

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TIPPS & TRICKS

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Herr der Fotos  
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