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Asien Konsum erlebt einen Boom

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BB Biotech Rendite in der Pipeline

04/13 24. April 2013

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Smallcaps Besser als je zuvor

Spezial > Seite 8

Fondsbasierte Immobilieninvestments

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Liebe Leserinnen und Leser, Dr. Wolfram Weimer Verleger

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Editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2 Investmentfonds Schwerpunkt: Asien – Konsum erlebt einen Boom. . . . . . . . 3 Fonds-Nachrichten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 Fonds im Fokus: BB Biotech: Rendite in der Pipeline. . . . . . . . . . . . 6 Buchtipp: Bulle 8 Geldspiel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .7 Spezial: Fondsbasierte Immobilieninvestments. . . . . . .8 Rund um ETFs: Smallcaps sind besser als je zuvor. . . . . . . . . . . 10 Impressum/Disclaimer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 Geschlossene Fonds Nachrichten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13

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auf stattliche 7,7% belief sich das Wachstum der chinesischen Volkswirtschaft im ersten Quartal 2013. Viele Analysten zeigten sich trotz der für europäische Verhältnisse traum­ haften Wachstumsrate enttäuscht, lag das Wachstum im vierten Quartal 2012 doch bei 7,9%. Um der Wirtschaft neuen Schwung zu verleihen, hat die Regierung Konjunktur­ programme in Milliardenhöhe aufgelegt. Diese sollen vor allem die Binnennachfrage stärken. Angesichts des Nachholbedarfs und der wach­ senden Mittelschichten, die inzwischen immer mehr an Kaufkraft gewinnen, sind die Aus­ sichten für den Konsumsektor in China und weiten Teilen Asien positiv. Mit welchen Fonds Anleger an diesem Trend partizipieren können, erörtern wir in unserem Schwerpunktthema, das sich dem Konsumboom in Asien widmet. Den „Fonds im Fokus“ bildet mit dem BB Biotech in dieser Ausgabe ein Fonds aus der chancenreichen Biotechnologiebranche. Auslaufende Patente bei großen Pharmakon­ zernen sowie aussichtsreiche Produktpipelines bei vielen Biotechnologiefirmen machen die Unternehmen zu begehrten Partnern für die Pharmaindustrie oder potenziellen Über­ nahmekandidaten. Allerdings gibt es auch genügend Beispiele dafür, dass gerade in der Biotechnologiebranche der Erfolg eines Unter­ nehmens stark mit dem Erfolg einzelner Pro­ dukte verknüpft ist. Erfüllen sich die in die jeweiligen Hoffnungsträger gesetzten Erwar­ tungen nicht, hat dies oftmals signifikante Kursverluste zur Folge. Umso wichtiger ist es, bei einem Investment im Bereich Biotech­ nologie die Risiken auf mehrere Unternehmen zu verteilen. Für den BB Biotech übernimmt

diese Aufgabe Fondsmanager Tazio Storni. Er hält den Sektor für attraktiv bewertet und glaubt, dass der Aufwärtstrend seinen Höhe­ punkt noch nicht erreicht hat. In Zeiten von Schuldenkrise und niedriger Zinsen sind viele Investoren auf der Suche nach Anlagealternativen, die ein gewisses Maß an Sicherheit versprechen und zugleich eine Rendite abwerfen, mit der sich auf jeden Fall die Inflation ausgleichen lässt. Immobilien sind eine solche Alternative. Als Sachwerte bieten sie einen langfristigen Inflationsschutz und durch Mieteinnahmen regelmäßige Auszahlungen. Wem das nötige Kleingeld fehlt, um sich eine eigene Immobilie zuzulegen, der kann mittels Immobilienfonds in Betongold investieren. Der Vorteil dieser Lösung: Man investiert in ein breit gestreutes Immobilienportfolio. Wahl­ weise können Anleger dabei auf offene Immo­ bilienfonds oder auf Immobilienaktienfonds zurückgreifen. Wo die Unterschiede liegen und was es dabei zu beachten gilt, erfahren Sie in unserem Spezial zum Thema fondsbasierte Immobilieninvestments. Wir wünschen Ihnen eine angenehme Lektüre! Herzlichst, Ihre fonds kompakt-Redaktion


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Asien –

Konsum erlebt einen Boom

Während es für den Handel in der westlichen Welt immer schwieriger wird, seine Umsätze zu steigern, erlebt der Kon­ sum in Asien einen regelrechten Boom. Hier besteht wirklicher Nachholbedarf einer wachsenden und inzwischen auch kaufkräftigen Mittelschicht. Experten sprechen von einem Megatrend, von dem auch Fondsanleger profitieren können. Asien ist grundsätzlich eine interessante Anlageregion. Das Wachstum liegt deutlich über dem der Industrienationen, die Staatsfinanzen sind gesund und die Inflation ist in den meisten Ländern unter Kontrolle. Einige gute Gründe sprechen dafür, sich innerhalb der Region Asien gezielt mit dem Thema Konsum auseinander zu setzen. Große Wünsche und die Möglichkeiten sie zu realisieren nehmen zu Trotz steigendem Wohlstand in Asien ist die Marktdurchdringung von Konsumgütern nach wie vor gering. Viele Menschen arbeiten in erster Linie um zu überleben, Konsum bedeutet für sie vor allem den Kauf von Lebensmitteln. Aber mit dem Trend zur Urbanisierung ist in den Städten eine neue Mittelschicht entstanden, die sich deutlich mehr leisten kann. Aufgrund der demographischen Entwicklung wird diese Mittelschicht in den nächsten Jahren deutlich anwachsen. Dazu kommt, dass die Privathaushalte in Asien nur gering verschuldet sind und erst beginnen, Konsumentenkredite für sich zu entdecken. Beispiel China In China zählten 2000 nur 1% der Haushalte zur sogenannten Mit­ telschicht (Jahreseinkommen 16 bis 34 TUS$). 2010 waren es bereits 6% der Haushalte und 2020 wird jeder zweite chinesische Haushalt dieser Mittelschicht angehören. Prognosen gehen davon aus, dass der Anteil des privaten Konsums in China in fünf Jahren­bereits 9% der 3

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gesamten Weltwirtschaftsleistung ausmacht, 1990 war es nur 1%. Durch Maßnahmen wie der Anhebungen der Mindestlöhne oder dem sozialen Wohnungsbau in den Städten unterstützt die Politik diese Entwicklung zusätzlich. Im aktuellen Fünf-Jahres-Plan ist die Stimulierung des Binnenkonsums ein zentrales Thema, mit dem China seine Abhängigkeit von der Weltwirtschaft redu­ zieren möchte. Unterschiedliche Entwicklungs­ stufen – unterschiedliches Konsum­ verhalten Die Länder Asiens befinden sich auf sehr unterschiedlichen Entwicklungsstufen. Ent­ sprechend differenziert muss auch ein Fonds­ managern bei der Auswahl seiner Titel in der Region vorgehen: Beginnt im einen Land gerade die Nachfrage nach Basiskonsumgü­ tern wie Nahrungsmitteln aus dem Super­ markt, Zahnpasta oder Waschmittel, sind in anderen Ländern und dort vor allem in den Städten andere Waren gefragt. Hier ist die


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Basisversorgung bereits Standard und die Menschen verfügen über zusätzliche Mittel, die sie gerne für ihre Freizeitgestaltung, Automo­ bile, Mode oder auch eine bessere Gesundheitsversorgung ausgeben. Selbst Luxusartikel werden in großen Mengen nachgefragt. Über 60% des weltweiten Umsatzes mit Luxus­gütern entfallen inzwischen auf die Schwellen­länder. Kein Wunder, dass Asien hier ganz vorne mitmischt, denn inzwischen kommt jeder vierte Milliardär aus dieser Region. Breites Fondsangebot Anleger, die am Konsum in Asien partizipieren möchten, finden unter­ schiedliche Fondslösungen vor. Einige Fonds setzen ausschließlich auf China, mit Sicherheit einer der interessantesten Märkte in der Region. Gleichzeitig hat diese starke Fokussierung aber auch einen großen Nach­ teil. Finden sich keine attraktiv bewerteten Titel in China oder bricht der Markt beispielsweise wegen negativer politischer Nachrichten ein, hat der Fondsmanager keine Ausweichmöglichkeit. Empfehlenswer­ ter erscheinen daher etwas breiter ausgerichtete Fonds, die ganz Asien (ohne Japan) berücksichtigen. Fondsidee I: Invesco Asia Consumer Demand Der Invesco Asia Consumer Demand Fund wird von Mike Shiao und William Yuen von Hong Kong aus verwaltet. Die beiden Fondsmana­ ger investieren in asiatische Konsumwerte. Ihr Fondsportfolio ergibt sich durch die fundamentale Auswahl einzelner Titel, nicht durch eine vorgeschaltete Gewichtung nach Ländern. Shiao und Yuen sind der festen Überzeugung, dass die Konsum­nachfrage in Asien eine langfristige Wachstumsstory ist. Um interessante Firmen zu identifizieren, untersuchen sie Trends und Änderungen im Ausgabever­ halten der Kunden. Gerne investieren die Fondsmanger in Unternehmen, die führend in einer Produkt­kategorie sind oder andere Vorteile gegen­ über den Wettbewerbern im Konsumsektor vorweisen können. In nächster Zeit erwarten Shiao und Yuen noch größere Schwankun­ gen, da die Richtung des asiatischen Aktienmarktes derzeit stark von den Stimmungen und Ereignissen in Europa und den USA beeinflusst werde. Der langfristig steigende Trend für asiatische Konsumwerte sei aber intakt und werde zu einem stabilisierenden Faktor für die asiati­ sche Wirtschaft, meinen die Fondsmanager. Mehr als die Hälfte des Fondsvermögens haben sie derzeit in China, Hongkong und Korea investiert, größter Einzeltitel ist Samsung.

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Fondsidee II: UBS EF Asian Consumption Wie seine Kollegen von Invesco setzt auch Namit Nayeganghi­von der schweizerischen UBS auf regional ansässige Unternehmen, die von der Konsumfreudigkeit der asiatischen Bevölkerung profitieren. Nayegandhi­managt den UBS Asian ­Consumption Fund von Sin­ gapur aus und ist außerdem für einen Indien­ fonds des Hauses verantwortlich. In einem ersten Screening werden aus dem gesamten Anlageuniversum rund 100 bis 150 Titel herausgefiltert, die attraktive Bewertun­ gen bieten. Im nächsten Schritt werden dar­ aus mittels fundamentaler Analyse die Unter­ nehmen ausgewählt, deren Geschäftsmodell und Produktangebot den Manager überzeugt. Nach der Risikokontrolle mündet dies in ein relativ konzentriertes Fonds­portfolio aus 30 bis 60 Einzelwerten. Im Vergleich zu seiner Benchmark setzt ­Nayegandhi derzeit weniger auf Basiskon­ sumgüter. Er favorisiert Unternehmen die höherwertige Waren, Dienst- und Gesund­ heitsleistungen oder Luxusgüter anbieten. Die findet er aktuell vor allem in Korea, China und Indien – hier sind insgesamt fast 60% des Fondsvermögens investiert - wobei er China und Indien im Vergleich zur Benchmark überund Korea untergewichtet hat.

Fazit Konsum in Asien ist eine langfristige Wachs­ tumsstory, bei der es zwischenzeitlich auch zu starken Wertschwankungen kommen kann. Für risiko­bereite Anleger macht eine Beimi­ schung Sinn.

Fondsdaten Name

WKN

ISIN

Kategorie

Ausrichtung

Auflagedatum

Volumen

Invesco Asia Consumer Demand A acc

A0NJXK

LU0334857355

Aktienfonds

Konsumwerte, Asien

25.03.08

553 Mio. €

UBS (Lux) Equity Fund – Asian Consumption (USD) P acc

933564

LU0106959298

Aktienfonds

Konsumwerte, Asien

28.02.00

403 Mio. €

Quelle: Morningstar Fondsanalyst (Stand 29.03.2013)

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Swiss Fund Data

Vorsicht bei Schwellenländer-Investments „US-Aktien erklimmen ein Allzeithoch, Japan erlebt eine bemer­ kenswerte Renaissance und selbst in Europa laufen einige Märkte gut”, schreibt das Schweizer Analysehaus Swiss Fund Data in einer jüngst veröffentlichten Studie. Die Emerging Markets könnten da nicht mithalten, denn das Wachstumsthema Schwellenländer werde von Investoren zunehmend kritisch hinterfragt, meint Swiss Fund Data. Das größte Problem sei, dass die private und quasi-öffentliche Verschuldung in vielen Schwellenländern seit Jahren schneller wachse als das nationale Einkommen. Das Niveau der Verschuldung sei zwar

noch vergleichsweise tief, doch wenn insbesondere das aufstrebende Asien so weitermache, werde es überschuldet sein, bevor es auf brei­ ter Bevölkerungsbasis so reich sei, wie der Westen oder Japan. Die Regierungen in den betroffenen Ländern, vor allem in China, dürf­ ten daher versuchen, das Kreditwachstum nach Möglichkeit zu dros­ seln und die Einkommens-, Sozial- und Umweltsituation der breiten Bevölkerungsschichten zu verbessern. „Das macht volkswirtschaftlich und politisch Sinn, kann aber kurzfristig Wirtschaftswachstum und Unternehmensgewinne belasten“, so Swiss Fund Data weiter.

Fidelity

Neuer FAST-Fonds aufgelegt Fidelity Worldwide Investment ergänzt seine Fidelity Active Strategy (FAST) Palette. Mit dem FAST Asia Fund (ISIN: LU0862795175) können Anleger sowohl von steigenden als auch von fallenden Kursen in Asien-ex-Japan profitieren. Der Fonds nutzt, wie alle FAST Fonds, neben Aktien auch derivative Ins­ trumente. Für den gezielten Einsatz von Short-Positionen in Aktienfonds gäbe es laut Fidelity gute Gründe: Rund 40% der Empfehlungen des weltweiten Researchs von Fidelity seien Ver­ kaufsempfehlungen und damit potenziell als Short-Position inte­ ressant. Seit der Auflegung der ersten FAST Fonds im Jahr 2004

konnten die Produkte regelmäßig die Wertentwicklung ihrer Ver­ gleichsmärkte übertreffen. Im Gegensatz zu den im Markt über­ wiegenden 130-30-Strategien, die starr 30% des Fondsvermögens in Short-Positionen und 130% in Long-Positionen investieren, shorten die FAST-Manager eine Aktie nur dann, wenn dafür ein günstiges Umfeld besteht oder ein Titel konkretes Abwärtspoten­ zial verspricht. Bis zu 135% des Nettofondsvermögens können bei den Fidelity FAST Fonds in Long-Positionen investiert sein, bis zu 30% in Short-Positionen. Die Mindestanlage in Fonds der FASTStrategie beträgt 50000 Dollar.

BNP Paribas

Chancen bei Small Caps 2012 stieg der MSCI Europe Small Caps mit knapp 27% deutlich stärker als der MSCI Europe (17,3). Damien Kohler, Fondsmanager des Parvest Equity Europe Small Cap Fund (ISIN: LU0212178916) sieht auch weiterhin hohes Renditepotenzial bei europäischen Nebenwerten. In Europa gibt es laut Kohler aktuell etwa 1000 inves­ tierbare Unternehmen. Zu diesen zählt etwa der britische Finanz­ dienstleister International Personal Finance, der Privatpersonen in Schwellenländern Kredite anbietet. 2012 stieg der Aktienkurs um 120%. Ein weiteres Beispiel sei das Telekom-Unternehmen Talk Talk Telecom, das auf günstige Produkte in Märkten mit weniger 5

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konsumstarken Käufern spezialisiert sei und im vergangenen Jahr Erträge von 70% erzielt habe. Die guten Ergebnisse würden laut Kohler Begehrlichkeiten wecken. „Gegenwärtig ist viel Liquidität im Markt. Dadurch könnten einige der kleineren Unternehmen zu Übernahmekandidaten werden, was in der Regel deren Aktienkurse treibt.“ Zudem entwickelten sich Small Cap Aktien in schwierigen Marktlagen oft deutlich besser als Aktien von großen Unterneh­ men. Der Grund: Bei den Unternehmen entscheide weniger der Aktienmarkt und das Indexgewicht als vielmehr wirtschaftlicher Erfolg über die Kursentwicklung.


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BB Biotech: Rendite in der Pipeline

Investments in Biotechunternehmen sind gewagt, aber auch chancenreich. Erteilen die Gesundheitsbehörden wegen ausbleibender Erfolge in der Testphase einer Arznei keine Marktgenehmigung, geht der Aktienkurs meist steil nach unten. Bei einer gelungenen Produkteinführung dagegen ziehen die Notierungen deutlich an. Um un­ erwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden, empfiehlt es sich, diversifiziert via Fonds einzusteigen. Tazio Storni, Manager des BB Biotech, überzeugt mit medizinischem Sachverstand und profundem Börsenwissen. Das Anlagesegment Biotech erfreut sich bes­ ter Gesundheit. Forschungserfolge, Über­ nahmen sowie eine hohe Zulassungsrate für Biotech-Präparate seitens der US Food & Drug Administration sorgten in den vergan­ genen zwei Jahren für eine starke Aufwärts­ bewegung. Auch 2013 steht die Branche bei Anlegern hoch im Kurs. Das wichtigste Börsen­barometer der Branche, der Nasdaq Biotech, legte bislang 16% zu. Günstige Bewertung trotz Rally Tazio Stroni, Fondsmanager des BB Biotech,­ glaubt, dass der Aufwärtstrend seinen Höhe­ punkt noch nicht erreicht hat. „DieSektor­ performance dürfte weiterhin durch positiven Newsflow zu Pipeline-Produkten, Arzneimit­ telzulassungen und fortlaufende Produktlan­ cierungen getrieben werden“, folgert der Fondsmanager des BB Biotech. Zudem hält er – trotz der starken Rally – angesichts eines Fondsdaten BB Biotech ISIN:

LU0415392322

Fondsvolumen:

22,4 Mio. US-Dollar

Fondswährung:

US-Dollar

Auflagedatum:

31.03.2009

Managementgebühr:

1,60%

Gesamtkostenquote:

2,47%

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Kurs-Gewinn-Verhältnisses von 18 bei einem geschätzten durchschnittlichen Gewinn­ wachstum von 2013 bis 2017 von 20% die Anlageklasse immer noch für attraktiv bewertet. Stroni, der Biotechnologie in der Schweiz studierte und lange Zeit als A ­ nalyst bei der Schweizer Bank UBS arbeitete, kon­ zentriert sich bei der Aktienauswahl auf profitable Midcap-Werte und Blue Chips. Die Selektion erfolgt dabei unabhängig von der Benchmark anhand medizinischer Indi­ kationen und den Wachstumspotenzialen der Unternehmen. Die meisten Chancen erkennt der Manager derzeit bei Unterneh­ men, die in den Bereichen Onkologie und Immunkrankheiten tätig sind. Geogra­ fisch hat Stroni über 85% der Mittel in den USA angelegt, je zwei Prozent entfallen auf Schweizer und indische Unternehmen. Blockbusterprodukt im Angebot Mit knapp 10% der Mittel ist Gilead Science­ im Portfolio am höchsten gewichtet. Das US-Unternehmen, das bereits eine ganze Reihe innovativer Medikamente erforscht, entwickelt und vermarktet hat, meldet der­ zeit Fortschritte bei dem zur HIV-Behand­ lung eingesetzten Produkt TAF. Für Kurs­ fantasie sorgt auch das gegen Hepatitis C entwickelte Medikament Sofosbuvir.­Sollte der Wirkstoff von der Food and Drug Administration seine Zustimmung erhalten,

eröffnet sich für Gilead Science eine neue bedeutende Einnahmequelle. Unter den Top-Ten-Werten findet sich zudem Vertex. Das US-Unternehmen entwickelt Wirk­ stoffe unter anderem gegen zystische Fibrose, die häufigste Stoffwechselerkrankung bei hellhäuti­ gen Menschen in Europa und den USA. Nicht immer aber stellen sich die erhofften Kurszuwächse sofort ein. Der Kurs von Medi­ vation gab zuletzt deutlich nach, obwohl die Absatzzahlen nach Stronis Ansicht auf eine robuste Nachfrage hindeuten. Der Manager glaubt, dass Investoren am Umsatzpotenzial des Medikaments Xtandis, welches als The­ rapeutikum vor Chemotherapien eingesetzt wird, derzeit noch zweifeln. Der insgesamt guten Wertentwicklung des Fonds hat die Schwäche von Medivation jedoch nicht geschadet. Seit Jahresanfang steht ein Plus von über 17% zu Buche. Auf Sicht von drei Jahren bringt es der Fonds auf ein Plus von 43%.

Fazit: Aussichtsreicher Fonds. Anleger gehen jedoch Währungsrisiken ein. Zudem ist die Gesamt­ kostenquote sehr hoch.


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Neues Spiel macht Wirtschaftszyklen erfahrbar Monopoly ist Kult. Seit der ersten Auflage haben Generationen von Mitspielern ein Vermögen mit Häusern oder Hotels gemacht – oder alles mit Fehlinvestitionen verloren. Glücklicherweise sind die Schulden hier vergessen, sobald man das Spielbrett wieder in den Karton geräumt hat, doch die Lektionen aus Erfolg und Misserfolg bleiben. So macht das Spiel nicht nur Spaß, sondern vermittelt gleichzeitig eine wertvolle Lektion über den Umgang mit Geld. Rea le gesa mt wirtscha f tliche Zusa m­ menhänge haben dabei bisher eine eher untergeordnete Rolle gespielt. Weder ein Boom noch eine Deflation mussten in der Spielstrategie beachtet werden: Wer über Los ging, erhielt seine 4000 Mark, wer ins Gefängnis musste eben nicht. Auch die Straßen kosteten das ganze Spiel lang gleich viel und wer sein Geld auf die Bank brachte hatte seinen fixen Zinssatz. Das ändert sich jetzt, denn mit dem „Bulle 8 Geldspiel“ kann der Spieler eine weitere

Bulle 8 Geldspiel Eine rasante Partie durch alle Wirtschaftsphasen Infla/Defla-Set für Monopoly Preis: 29,80€ 208 Seiten | gebunden ISBN: 978-3-930851-82-9 TM Börsenverlag AG, 2012

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Dimension in das Monopoly-Spiel einbauen: Durch das Erwei­ terungsset erfährt er am eigenen Leib, wie sich Inflation, Defla­ tion, Hyperinflation, Boom und Goldstandard auf Sachwerte und liquide Mittel auswirken. Die bekannten Regeln des Spiels bleiben ansonsten gleich. Ziel des Spiels ist es natürlich, als reichster Spie­ ler vom Feld zu gehen und zusätzlich alle monetären Szenarien zu meistern – genau wie bei der Basisvariante von Monopoly. Zu Beginn des Spiels erhält jeder Mitspieler eine Wirtschaftszy­ klustabelle, auf der die genauen Auswirkungen des gerade aktu­ ellen Wirtschaftszyklus angegeben sind. Diese ändert sich jedes Mal, wenn ein Spieler auf einem Eckfeld landet. Bei einem Pasch kann es also durchaus passieren, dass mehrere Zyklen durchlau­ fen werden. Außerdem gibt es noch zusätzliche Ereigniskarten mit Anweisungen wie „Umverteilung von rechts nach links: Jeder Spieler muss seinen eigenen Bargeldbestand an den Spieler zu sei­ ner Linken übergeben.“ oder „Konjunkturprogramm: Der Banker teilt Ihnen ohne weitere Erklärung mit, dass alle Hypotheken ab sofort getilgt sind.“ Das Erweiterungsset „Bulle 8 Geldspiel“ macht Monopoly nicht einfacher – im Gegenteil, es kann sogar richtig knifflig werden – bringt aber noch mehr Spannung und Spaß in den Spielver­ lauf. Was im einen Zyklus die richtige Strategie ist, kann im nächsten schnell in den Bankrott führen. Schnelle Anpassung an die neuen Gegebenheiten ist gefragt! Wer denkt, mit den übli­ chen Strategien ans Ziel zu kommen, wird schnell eines Besseren belehrt. Auch alte Hasen können also mit dem Erweiterungsset das Monopolyspiel neu entdecken.


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Fondsbasierte Immobilieninvestments Für viele Anleger sind Immobilien der Inbegriff von Solidität und Wertbeständigkeit. Als Sachwerte bieten sie langfristigen Inflationsschutz und durch Mieteinnahmen regelmäßige Auszahlungen. Gründe genug dafür, dass Immobilieninvestments ein fester Platz in einem gut strukturierten Anlageportfolio gebührt. Viele Anleger suchen die Sicherheit von beständigen Sachwerten und wollen in Immobilien investieren. Wer mit dem direkten Immobi­ lienerwerb Erfolg haben möchte, muss jedoch viele Dinge beachten – Lage, Bausubstanz, Preis, Mieter usw. – und in der Regel einen hohen Betrag in ein einzelnes Objekt investieren. Selbst wenn die Qualität der Immobilie stimmt, bleibt also der Nachteil der geringen Diversifikation und der nicht vorhandenen Liquidität der Anlage. Über Fondsanlagen baut man dagegen schon mit geringen Einsät­ zen und ohne Verwaltungsaufwand ein breit gestreutes Immobilien­ portfolio auf. Dabei können zwei komplett unterschiedliche Wege beschritten werden. Offene Immobilienfonds Das Vermögen offener Immobilienfonds besteht aus direkten oder indirekten Immobilienbeteiligungen an einzelnen Objekten und einer Liquiditätsreserve. Um Preise für die Fondsanteile zu ermitteln, werden die Immobilien regelmäßig durch Sachverständige bewertet. Mit dieser Systematik haben offene Immobilienfonds jahrzehntelang gut funktioniert und sehr stabile Erträge bei geringen Wertschwan­ kungen erzielt – bis zur Finanzkrise 2008. Als viele Investoren gleichzeitig ihre Anteile an offenen Immobili­ enfonds veräußern wollten, waren die liquiden Mittel einiger Fonds dafür nicht ausreichend. Objekte konnten nicht schnell genug zu Geld gemacht werden und eine große Anzahl offener Immobilien­ fonds musste geschlossen werden. Die langfristige Immobilienanlage war nicht mehr mit der täglichen Verfügbarkeit des Kapitals für die Anleger vereinbar. Bei der Veräußerung von Objekten musste man dann häufig feststellen, dass die gutachterlich bestimmten Werte nur 8

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selten am Markt zu erzielen waren. Dadurch sind diese Fonds stark in die Kritik geraten. Neue Regeln sollen Konzept der offenen Immobilienfonds retten Seit diesem Jahr gelten deshalb Kündi­ gungs- und Haltefristen für Anleger. Damit soll verhindert werden, dass es noch einmal zu schnellen und ungeplanten Mittelabflüs­ sen kommen kann. Die meisten Privatan­ leger dürften mit diesen Regelungen leben können, pro Halbjahr können sie bis zu 30.000€ aus ihren Immobilienfonds ent­ nehmen. Doch anstehende weitere Regelun­ gen durch eine EU-Richtlinie könnten die Attraktivität von offenen Immobilienfonds bald nochmals schwächen. Immobilienaktienfonds Einen komplett anderen Weg gehen Immobi­ lienaktienfonds. Wie der Name sagt, investie­ ren diese nicht direkt in Immobilien, sondern in Aktiengesellschaften, die Immobilienbe­ stände besitzen, handeln oder bewirtschaften. Da viele Immobilienaktiengesellschaften aus steuerlichen Gründen große Teile ihrer Erträge ausschütten, sind die Werte sehr divi­ dendenstark, was ihnen eine gewisse Stabilität verleiht. Dennoch haben Immobilienaktien


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eher die Charakteristik einer Aktien- als den einer Immobilienanlage - sie unterliegen deutlichen Marktschwankungen. Mit der Aktienanlage ist aber auch die börsentägli­ che Handelbarkeit verbunden. Auf mögliche Liquiditätsengpässe oder Haltefristen muss sich der Anleger hier nicht einstellen. Fondsidee I: Hausinvest Der von der Mario Schüttauf verwaltete offene Immobilienfonds Hausinvest ist mit einem Fondsvolumen von über 9 Mrd. Euro einer der größten in Europa. Als Fonds mit Banken­ hintergrund – Initiator ist die CommerzbankTochter Commerz Real - war er nicht von einer Schließung betroffen. Mit einer Bruttoliquidi­ tät von rund 14% oder 1,3 Mrd. Euro fühlt sich das Management, insbesondere im aktuel­ len Niedrigzinsumfeld, gut aufgestellt. Das Vermögen des Hausinvest ist aktuell in 116 Objekte investiert und über 66 Städte in 17 Ländern gestreut. Rund 60% der Immo­ bilien liegen in Frankreich, Großbritannien und Deutschland. Der Rest ist, abgesehen von einem 7,5%-igen Anteil in Asien, im übrigen Europa investiert. Im Bestand befinden sich hauptsächlich Büro- und Einzelhandelsobjekte. Die Vermietungsquote liegt bei rund 90%. Das Hausinvest Fondsmanagement kon­ zentriert sich bei Neuengagements weiter­ hin auf die europäischen Kernmärkte, die Benelux-Staaten und Skandinavien. Dabei soll der Anteil an Einzelhandelsobjekten weiter ausgebaut werden.

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Fondsidee II: Henderson Horizon Pan European Property Equities Das Vermögen des Henderson Pan European Property Equities wird in europäische Aktiengesellschaften investiert, die Immobilien in Europa besitzen, verwalten oder entwickeln. Fondsmanager Patrick Sumner und Guy Bernard wählen aussichtsreiche Zielländer, -städte und Immobilientypen aus. Anschließend untersuchen sie die in Frage kommenden Unternehmen nach Wachstumsaussichten, Bilanzdaten, Immobilienportfolio und Managementqualität. Unternehmen, die dabei gut abschneiden und deren Bewertung im Vergleich zu Mittbe­ werbern günstig erscheint, sind dann ein klarer Kauf. Das Fondsport­ folio ist sehr kompakt, derzeit befinden sich nur 32 Werte im Fonds. Die schwache wirtschaftliche Verfassung Europas spricht derzeit nicht gerade für ein Engagement. Die Fondsmanager sind jedoch der Meinung, dass dies bereits in den Bewertungen der Unterneh­ men eingepreist ist und die Ertragskraft der Immobilien immerhin deutlich über der von langlaufenden Staatsanleihen liegt. Besonders positiv sehen Sumner und Bernard den Markt in Großbritannien, insbesondere London. Ebenfalls übergewichtet sind sie derzeit in Frankreich und Skandinavien. Der Fonds zählt zwar zu den besseren Angeboten in seiner Vergleichs­ gruppe, das Ziel die Benchmark kontinuierlich zu schlagen, haben die beiden Fondsmanager in den letzten Jahren jedoch nicht erreicht.

Fazit Immobilien sind eine wichtige Anlageklasse mit einzigartigen Merkma­ len. Investitionen mit Fonds bieten wegen ihrer breiten Risikostreuung, dem Zugang zu vielen Märkten und dem professionellen Management eine gute Alternative zur Direktanlage. Aber gerade bei der Geldanlage gibt es eben keine eierlegende Wollmilchsau. Ob offener Immobilien­ fonds oder Immobilienaktienfonds, beide Konzepte haben Vor- und Nachteile, die der Anleger kennen und akzeptieren muss.

Fondsdaten Name

WKN

ISIN

Kategorie

Ausrichtung

Hausinvest

980701

DE0009807016

Offener Immobilienfonds

Europa

Henderson Horizon Pan European Property Equities

989232

LU0088927925

Aktienfonds

Immobilienaktien Europa

Auflagedatum

Volumen

07.04.72 9.287 Mio. € 01.07.98

338 Mio. €

Quelle: Morningstar Fondsanalyst (Stand 29.03.2013)

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Smallcaps

sind besser als je zuvor Sie sind für viele Anleger das Salz in der Suppe: die Rede ist von Small-Caps, also Unternehmen mit kleiner Marktkapitalisierung. Im Vergleich zu den etablierten Standardwerten oder auch Large-Caps ist das Geschäft kleinerer Unternehmen oftmals noch nicht so weit entwickelt. Die Folge: Anlegern winken im Erfolgsfall hohe Wachstumsraten. Im Börsen-Boom-Jahr 2010 hängte der SDAX, also der Index mit den kleinsten in einem deutschen Index gesammelten Werten den großen DAX deutlich ab. Während der DAX eine Rendite von 16% erreichte, kletterte der SDAX um satte 45%. Hohe Bewertungen für Indizes täuschen 2012 sah das bereits anders aus: Im vergangenen Jahr machte der SDAX gegen den DAX keinen Stich und erwirtschaftete nur knapp 19% statt der 29% des großen Bruders. Diese relative Underperfor­ mance kleiner Aktientitel ruft zunehmend Investoren auf den Plan. Immer mehr Fondsmanager erkennen die Chancen der Smallcaps, können aber aufgrund bestimmter Umstände nicht im großen Stil investieren. Während Aktien von DAX-Titeln leicht zu handeln sind - eigentlich finden sich binnen Sekunden Käufer oder Verkäu­ fer am elektronischen Handelsplatz Xetra, ist dies bei Werten mit kleinerer Kapitalisierung anders: Oftmals ist die Spanne (Spread) zwischen Geld- und Briefkurs so groß, dass es schwer wird, zu den Konditionen des letzten Handelsgeschäfts Käufer oder Verkäufer zu finden. Für Fonds ist dies natürlich ein Risiko, das beachtet werden muss - und das dazu führt, dass der Markt für Smallcaps weniger effizient ist. Genau hier liegen Chancen. 10

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Diese Chancen sieht auch Holger Steffen, Smallcap-Experte von „Der Anlegerbrief “: „Vor der Finanzkrise waren Nebenwerte in aller Munde, aber eben auch teuer. Das ist heute anders. Nebenwerte sind günstig.“ Blickt man auf die Bewertungen der gän­ gigen Smallcap-Indizes, beispielsweise des US-Index Russell 2000, stößt man durch­ aus auf hohe KGV-Werte - der Russell ist im Schnitt beispielsweise mit einem KursGewinn-Verhältnis von 17 bewertet. Auch beim SDAX liegt das KGV vieler Werte deutlich über 10. Dass es allerdings auch Ausreißer gibt, die KGVs jenseits der 20 bis hin zu über 100 erreichen, zeigt, wie trüge­ risch es ist, die durchschnittliche Bewertung


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von Indizes zu betrachten - zu heterogen sind diese zusammenge­ setzt. Smallcap-Analyst Steffen wirft aus diesen Gründen einen Blick in die Nische: „Kleinere Unternehmen, die Dividenden aus­ schütten, befinden sich überwiegend in einem stabilen Aufwärts­ trend – das geht quer durch alle Branchen“, so Steffen. Performance von Smallcaps: USA schlägt Deutschland Bleibt die Frage nach dem Risiko: „Smallcaps weisen ein höheres Risiko auf als Large-Caps. Das liegt daran, dass kleinere Unterneh­ men hinsichtlich ihres Geschäftsbereichs weniger stark diversifiziert sind. Daher ist auch die Volatilität der Aktien größer“, erklärt Steffen. Anders sieht dies Christoph Kaserer, Professor für Finanzwissenschaft an der TU München: „Wenn man Smallcaps aus verschiedenen Regi­ onen über eine lange Zeit analysiert, gibt es keinen starken Zusam­ menhang zwischen Marktkapitalisierung und Risiko. Eher schwach ist dieser Zusammenhang übrigens in Deutschland ausgeprägt.“ Trotz des vermeintlich höheren Risikos sieht Analyst Steffen während der vergangenen Jahre eine positive Entwicklung bei Smallcaps: „Die Geschäftspolitik und auch die Kommunikation nach außen ist bei vielen Smallcaps deutlich konservativer geworden.“ Vergleicht man die Performance der gängigsten Smallcap-Indizes, so fällt auf, dass insbesondere Smallcaps aus den USA zuletzt besser gelaufen sind als ihre deutschen Pendants. Professor Kaserer erklärt dieses Phänomen so: „Für so eine Konstellation gibt es immer eine Vielzahl von Erklärungen. Auf den ersten Blick könnte die relative

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Schwäche in Europa mit der Schwäche des Photovoltaik-Sektors zusammenhängen. In Europa und insbesondere in Deutschland gab es in der Vergangenheit viele Emissio­ nen im Bereich der regenerativen Energien. Einige dieser Unternehmen stecken in einer Krise. In den USA gibt es diese Branchen­ übergewichtung so nicht.“ Diversifizierte Investments lohnen sich Für Wertpapier-Analyst Steffen sind gerade einige Titel aus dem gefallen PhotovoltaikSektor das Salz in der Suppe: „Ein besonderes Chance-Risiko-Profil weisen TurnaroundWerte auf. Nach der Krise sind diese meist durch ein tiefes Tal der Restrukturierung gegangen. Inzwischen trägt die Restrukturie­ rung Früchte und trifft auf ein zunehmend freundliches Börsenumfeld.“ Zugleich weist der Analyst aber auch darauf hin, dass Anleger im Bereich der Photovoltaik-Werte unbedingt Stockpicking betreiben sollten - im Korb sollte man Turnaround-Werte oder gefallene SolarAktien eher nicht kaufen. Meist ist dies sowieso nicht möglich, da besonders gebeutelte Aktien meist in keinem Index mehr vertreten sind.

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Rund um ETFs

Geschlossene Fonds

Editorial

Schwerpunkt

Fonds-Nachrichten

Fonds  im  Fokus

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Spezial

Grundsätzlich lohne sich allerdings ein diversifiziertes Investment in Smallcaps. Das Risiko würde so auf mehrere Werte ver­ teilt. Hinzu komme, dass Titel mit beson­ ders hohen Risiko auf diese Weise gefiltert werden: „Wer in den SDAX investiert, setzt gemessen an der Marktkapitalisierung auf den Mittelbau des Smallcap-Segments. Einige Risiken kann man allein durch diese Entscheidung ausklammern“, weiß Steffen.

ist es möglich, passiv in fast jeden interessanten Smallcap-Markt der Welt zu investieren. Langfristig bestechen vor allem Smallcaps aus den USA: Der S&P Smallcap 600 legte während der vergangenen drei Jahre um annähernd 60% zu. Auch im laufenden Jahr sind kleine Aktientitel aus den USA in den Performance-Ranglisten weit vorne dabei. Konkurrenz bekommen sie allerdings von Smallcaps aus Japan: Der CS ETF (IE) on MSCI Japan Small Cap IE kletterte seit dem Jahreswechsel um knapp 19%.

Während der vergangenen Jahre haben ETF-Anbieter immer mehr passende Pro­ dukte auf den Markt gebracht. Inzwischen

Dieser Beitrag wird Ihnen vom EXtra-Magazin präsentiert. Weitere Infos zum EXtra-Magazin finden Sie unter www.extra-funds.de.

Smallcap-ETFs im Überblick KAG

WKN

Kosten (TER)

Kurs

Volumen

Indexabbildung

Fondswährung

Ausschüttung

Rendite lfd. Jahr

ComStage

ETF005

0,70%

55,37

72,62

synthetisch

EUR

Nein

8,30%

iShares

A0YBR0

0,74%

53,04

284,73

optimiert

USD

Ja

8,00%

iShares

A0DPMZ

0,40%

22,78

232,93

optimiert

EUR

Ja

3,23%

ETF Sec.

A0Q8NE

0,45%

27,66

33,91

synthetisch

USD

Nein

15,70%

iShares

A0RFEB

0,40%

26,24

217,59

optimiert

USD

Ja

15,00%

Credit Suisse

A0X8SD

0,58%

89,85

31,48

optimiert

JPY

Nein

18,80%

iShares

A0RFEF

0,74%

22,38

55,47

optimiert

USD

Ja

10,60%

Quelle: Extra-Funds.de (Stand 22.04.2013)

Impressum V.i.S.d.P. : Christian Ernst Frenko

Technik: Marcus Brauer, menthamedia

Herausgeber: Weimer Media Group GmbH Maximilianstraße 13, 80539 München

Layout: addna, Nürnberg

Geschäftsführer: Dr. Wolfram Weimer

Erscheinungsweise: monatlich

Amtsgericht: München, HRB 198201

Auflage: 93.000

Mitarbeiter dieser Ausgabe: Christian Ernst Frenko, Margot Habjan, Nina Bradinova, Dr. Wolfram Weimer, Michaela Ellen Lenz, Jörg Billina, Steffen Droemert, Alexander Rabe

fonds kompakt Archiv: http://www.fonds-kompakt.de/archiv

Anzeigenkunden wenden sich bitte an: Michaela Lenz, Tel: 0911 / 274 00-0, michaela.lenz@boerse-am-sonntag.de

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Bildnachweis: Fotolia

Leserservice: leserservice@fonds-kompakt.de Deutsche Bibliothek: ISSN 1862-6645

Risikohinweis/Disclaimer: Die Redaktion bezieht Informationen aus Quellen, die sie als vertrauenswürdig erachtet. Eine Gewähr hinsichtlich Qualität und Wahrheitsgehalt dieser Informationen besteht jedoch nicht. Indirekte sowie direkte Regressinanspruchnahme und Gewährleistung wird für jegliche Inhalte kategorisch ausgeschlossen. Leser, die aufgrund der in diesem Newsletter veröffentlichten Inhalte Anlageentscheidungen treffen, handeln auf eigene Gefahr, die hier veröffentlichten oder anderweitig damit im Zusammenhang stehenden Informationen begründen keinerlei Haftungsobligo. Ausdrücklich weisen wir auf die im Wertpapiergeschäft erheblichen Risiken hoher Wertverluste hin. Dieser Newsletter darf keinesfalls als Beratung aufgefasst werden, auch nicht stillschweigend, da wir mittels veröffentlichter Inhalte lediglich unsere subjektive Meinung reflektieren. Für alle Hyperlinks gilt: Die Weimer Media Group GmbH erklärt ausdrücklich, keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten zu haben. Daher distanziert sich die Weimer Media Group GmbH von den Inhalten aller verlinkten Seiten und macht sich deren Inhalte ausdrücklich nicht zu Eigen. Diese Erklärung gilt für alle in den Seiten vorhandenen ­Hyperlinks, ob angezeigt oder verborgen, und für alle Inhalte der Seiten, zu denen diese Hyperlinks führen.


Geschlossene Fonds

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Scope

Steigende Renditeprognosen bei Geschlossenen Immofonds Die Prognoserenditen von geschlossenen Fonds sinken nach Anga­ ben der Ratingagentur Scope. Die prognostizierten Renditen für Beteiligungen, die im Jahr 2012 emittiert wurden, betrugen im Durchschnitt 5,3% p.a. nach Steuern. Im Jahr 2011 stellten Initia­ toren ihren Anlegern noch 5,6% jährlich in Aussicht. Im Jahr 2008 waren es durchschnittlich sogar 6,4%. Vor allem bei Energiefonds ließ sich 2012 ein deutliches Absinken der Renditen beobachten. Während die Fondsprospekte im Jahr 2011 noch durchschnittlich 5,8% nach Steuern auswiesen, waren es im Jahr 2012 nur noch 5,3%. Sinkende Einspeisevergütungen bei erneuerbaren Energien

und die gleichzeitig gestiegene Konkurrenz bei der Akquise von Energie-Investments hätten auf die Renditen gedrückt. Die einzige Ausnahme vom Rückgang der Prognoserenditen beobachtet Scope im Segment Immobilien. Im Jahr 2012 prognostizierten die Anbie­ ter geschlossener Immobilienfonds durchschnittlich 5,3% p.a. nach Steuern. Im Jahr zuvor waren es nur 5,1%. Der Hauptgrund dafür: Im vergangenen Jahr wurden vermehrt Fonds mit Nischenimmobi­ lien – z.B. Pflegeimmobilien oder Studentenwohnheime – angebo­ ten. Diese Immobilientypen weisen zum Teil höhere Renditen als herkömmliche Core-Büroimmobilien auf.

MPC CAPITAL

Anteile an HCI verkauft Das Hamburger Emissionshaus MPC Capital hat im Geschäfts­ jahr 2012 einen Konzern-Gewinn in Höhe von 8,4 Millionen Euro erzielt. Im Jahr zuvor waren es 7,1 Millionen Euro gewesen. Die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hätten laut MPC Capital jedoch zu deutlichen Abschreibungen und Wertbe­ richtigungen geführt, die das ausgewiesene Betriebsergebnis um 9,8 Mio. Euro belastet haben. Demgegenüber ergaben sich aus der Restrukturierungsvereinbarung vom Dezember 2012 positive Ergebniseffekte, die zu außerordentlichen Erträgen in Höhe von fast 36 Millionen Euro geführt hatten. Zum Stichtag 31. Dezember

2012 konnte MPC Capital ein Eigenkapital in Höhe von 13,2 Mil­ lionen (2011: 7,0 Mio Euro) ausweisen, welches einer Eigenkapital­ quote von rund 13,1% entsprach. Eine weitere Stärkung des Eigen­ kapitals ist mit der für Ende April/Anfang Mai 2013 geplanten Kapitalerhöhung im Umfang von bis zu rund 17 Euro Millionen vorgesehen. Die Anteile an der HCI Capital AG in Höhe von insge­ samt 25,58 Prozent hat MPC Capital vergangene Woche vollstän­ dig an dritte Investoren veräußert. Das Unternehmen ist so eigenen Angaben von allen finanziellen Risiken im Zusammenhang mit der Beteiligung an der HCI Capital AG befreit.

WealthCap

Erneutes Abkommen mit Singapore Airlines Der Münchner Anbieter von Sachwertanlegen WealthCap hat erneut ein Flugzeug des Typs A380 von Singapore Airlines erworben. Damit gelang der 100 prozentigen Tochtergesellschaft von UniCredit Bank AG die zweite Transaktion binnen sechs Monaten, die mit der Air­ line aus Asien abgeschlossen werden konnte. Wie bereits bei der ersten Transaktion ist der A380 für zehn Jahre an Singapore Airlines verleast. Die Fluggesellschaft besitzt außerdem Verlängerungsoptionen von bis zu 5 Jahren. Das Flugzeug – mittlerweile der 18. Airbus den Singapore Airline in den regulären Linienflugverkehr aufgenommen hat – wird 13

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vorwiegend auf Langstreckenverbindungen zwischen dem asiatischen Stadtstaat und Europa eingesetzt. Das Asset-Management übernimmt das Unternehmen EastMerchant Capital GmbH, das seit 1998 Flug­ zeugtransaktionen begleitet und seither mehr als 130 Transaktionen durchgeführt hat. WealthCap ist seit 1996 im Bereich von Flugzeuglea­ singfonds am Markt aktiv und hat seither 25 Beteiligungen aufgelegt. Das Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich dabei auf rund 1,7 Milli­ arden Euro. WealthCap plant mit dem A380 und dem Leasingnehmer Singapur Airlines den 26. Flugzeugfonds aufzulegen.

Ausgabe 04/13 (Spezial: Fondsbasierte Immobilieninvestments)  
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