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Technik, Naturwissenschaften und ökonomische Bildung - die Mischung macht`s.

MINT-Bildung plus unternehmerisches Denken Die Wissensfabrik hat 2012 viel bewegt und sich für 2013 viel vorgenommen Mehr als 100 Mitglieder – so lautet ein wichtiger Meilenstein der Wissensfabrik in diesem Jahr. Aber in einem Mitmach-Netzwerk sind nicht allein Zahlen wichtig, sondern ausschlaggeben ist, was die Wissensfabrik bewegt: Power4School als neues Bildungsprojekt erweitert seit diesem Jahr das Portfolio um das Themenfeld Energie, das Wirtschaftsplanspiel ProFi wurde neu aufgelegt und das Uni-Projekt Student2Start-up als Schnittstelle zwischen ökonomischer Bildung und Gründerförderung erfreut sich mit vier Veranstaltungen 2012 immer größerer Beliebtheit. WECONOMY hat in diesem Jahr mit 12 Top-Managern eine rege Beteiligung verzeichnet und die Wissensfabrik hat sich mit 22 weiteren überregional tätigen Organisationen zum Nationalen MINT-Forum zusammengeschlossen. „Dies war ein wesentlicher Schritt, um alle Initiativen in Deutschland, die sich für MINTBildung engagieren, stärker zu vernetzen“, so Wissenswert 5 | 2012

Johanna Coleman, Vorstandsvorsitzende der Wissensfabrik. Die im Nationalen MINT-Forum zusammengeschlossenen Organisationen verstehen Kenntnisse in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) als wesentlichen Bestandteil einer umfassenden Bildung und stehen für die gesamte Bildungskette. „Hier auch für eine enge Verzahnung der Initiativen zu sorgen, damit das Rad nicht immer zweimal erfunden wird, wird im kommenden Jahr eine wichtige Aufgabe sein“, so Coleman. In diesem Zusammenhang wird sich die Wissensfabrik auch verstärkt der Verbindung von ökonomischer und naturwissenschaftlichtechnischer Bildung widmen. „Wirtschaft ist überall. Das beginnt schon mit dem Taschengeld für Schüler und der Frage, wie wirtschafte ich damit“, sagt Coleman. „Menschen besitzen unterschiedliche Talente und diese müssen entwickelt werden. Und der Blick über den Tellerrand wird immer wichtiger. Günstig ist zum Beispiel, wenn ein Maschinenbauer auch etwas

von Umwelttechnik und Recycling versteht und wie solche Zusammenhänge zum unternehmerischen Erfolg seiner Firma beitragen.“ Auch in der Lehrerausbildung plant die Wissensfabrik, ihr Engagement zu verstärken und mit den entsprechenden Instituten zusammenzuarbeiten. Dafür hat die Wissensfabrik das Projekt „Lehrerunternehmen“ initiiert, in dem Lehrer eine eigene Geschäftsidee umsetzen und die Grundlagen unternehmerischen Handelns durch ihre eigenen Erfahrungen besser an die Schüler weitergeben können. Auch hier gilt es im kommenden Jahr geeignete Partner zu finden.

In dieser Ausgabe: MINT-Förderung in Europa

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Das WECONOMYNetzwerkwochenende

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Unterricht schafft Unternehmergeist

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Leuchttürme

Aktuelles aus den Projekten

B. Braun Melsungen AG, Melsungen B. Braun startete neuartiges Projekt Im Rahmen des Bildungsprojektes „NaWi – geht das?“ hat die B. Braun Melsungen AGKiel eine Bildungspartnerschaft mit der Fuldatalschule in Melsungen abgeschlossen. Gleichzeitig überreichte B. Braun der Schule die sogenannte NaWi-Kiste, eine Experimentierkiste für Grundschüler. In der Kiste finden sich Unterrichtsmaterialien,Hamburg die den Schülern das Lernen von chemischen, physikalischen und technischen Themen erleichtern sollen. Erstmals in Deutschland wurde damit für das Projekt „NaWi – geht das?“ eine BildungsBremen partnerschaft zwischen einem Unternehmen und einer Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen und geistige Entwicklung abgeschlossen.

Rostock

Clariant Produkte (Deutschland) GmbH, Frankfurt

Berlin Clariant gewinnt neue Bildungspartner Clariant hat kürzlich zwei neue Bildungspartnerschaften unterzeichnet. Damit brachte das Unternehmen „NaWi – geht das?“ an die KätheKollwitz-Schule in Zeilsheim und die Karl-vonIbell-Schule in Ulb. Das Lehrerkollegium beider Schulen freut sich, mit dem Projekt den Schülern die Themen „Wasser, Luft und Lebensmittel“ noch besser und anschaulicher erklären zu können.

Wissensfabrik, Ludwigshafen Neuauflage von ProFi Ab sofort ist die neue Version des Planspiels ProFi in der Geschäftsstelle der Wissensfabrik erhältlich. Das Spiel, das für den Grundschulunterricht konzipiert wurde, vermittelt Schülern erste Einblicke in wirtschaftliche Zusammenhänge. In die überEssen arbeitete Version hat die Wissensfabrik ihre Erfahrungen aus den vergangenen Jahren einfließen lassen. Damit können den Schülern die GrundlaKöln gen wirtschaftlichen Handelns noch realistischer und verständlicher erklärt werden.

Melsungen

Erfurt

Kontakt: michael.detmer@wissensfabrik-deutschland.de

Daimler AG, Stuttgart

Frankfurt

Saarbrücken

Dresden

Geniale Kooperation Genius, die WissensCommunity von Daimler, richtete Anfang Dezember in Stuttgart einen Lehrerkongress für Grundschulen aus und stellte ihr neues Antriebstechnik-Projekt für die Grundschule vor. Die Wissensfabrik war auch dabei und präsentierte Best Practice aus ihrem Netzwerk.

Ludwigshafen

Ingolstadt Stuttgart

Continental AG, Ingolstadt

München

40. Bildungspartnerschaft unterzeichnet Continental hat erneut eine Bildungspartnerschaft abgeschlossen: Gemeinsam mit der JohannMichael-Sailer-Schule in Ingolstadt unterzeichnete die Continental Tochter Conti temic microelectronic GmbH einen KiTec-Kooperationsvertrag. Damit schloss Continental die inzwischen 40. Bildungspartnerschaft. Wissenswert 5 | 2012

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Schlaglicht Wissensfabrik aktuell

Praxisbezug für den Unterricht – ein Thema in ganz Europa Johanna Coleman beim Handelsblatt-Kongress in Berlin „Der Fachkräftemangel ist ein Thema in ganz Europa“, sagte Johanna Coleman, Vorstandsvorsitzende der Wissensfabrik, in ihrem Vortrag auf dem Handelsblattkongress „Wirtschaft und Schule“ im November in Berlin. Mittlerweile setzten immer mehr Länder auf die Kooperation von Schulen und Unternehmen, um mehr Praxisbezug in den Unterricht zu bringen. Dies belege vor allem das 2011 initiierte Europa-Projekt inGenious, das BestPractice-Beispiele von Kooperationen zwischen Schulen und Unternehmen in Europa identifiziert und validiert. Stärkster Antrieb für neue Wege im Bildungssystem sei sowohl die schwindende Anzahl an MINT-Studenten als auch die alarmierenden PISA-Ergebnisse in diesen Fächern, so Coleman. So lägen beispielsweise die meisten PISA-Ergebnisse in MINTFächern der asiatischen Länder höher

als die des besten europäischen Landes Finnland. In den Niederlanden war im Jahr 2000 die Anzahl der MINT-Absolventen mit am geringsten im weltweiten Vergleich. Daher setzen die Holländer bereits seit Längerem auf Kooperationen von Schule und Unternehmen. „In Holland existieren geringere Berührungsängste, was die Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft betrifft als etwa in Deutschland“, so Coleman. „Die niederländische Organisation Jet-Net besteht bereits seit zehn Jahren und ist Teil einer nationalen MINT-Plattform, an der sich alle drei relevanten Ministerien, Bildung, Soziales und Wirtschaft sowie führende lokale Unternehmen beteiligen.“ Dem nationalen Aktionsplan zufolge will die Organisation mit einem Budget von 60 Millionen Euro erreichen, dass 2016 vier von zehn Absolventen aus den MINT-Fächern kommen.

Nachgefragt bei Wolfgang Schiele

Neue didaktische Wege durch internationalen Austausch Zehn deutsche Schulen beteiligen sich je Schuljahr gemeinsam mit ihren Partnerunternehmen an dem europäischen Projekt inGenious. Koordinator für die Schulen ist Wolfgang Schiele, Lernbegleiter an der Freien Schule Anne-Sophie in Künzelsau.

mit vorgegebenen Praxisbeispielen, die von großen internationalen Mitgliedsfirmen des European Round Table (ERT) zur Verfügung gestellt werden. Zum anderen werden die Beispiele auch an den Schulen weiterentwickelt und tragen somit zur Identifizierung von Best-Practice-Projekten bei.

Herr Schiele, ein Pilotdurchgang ist bereits beendet, der zweite läuft in diesem Schuljahr. Welche Projekte sind in Deutschland im Einsatz? Die teilnehmenden Schulen sind in der glücklichen Lage, dass die Kooperation zwischen Schulen und Unternehmen bereits ein Bestandteil des Schullebens ist. Gerade für die MINT-Fächer ist dies von besonderer Bedeutung. Im internationalen Vergleich kommt uns dies in allen Projekten zugute. Die Schulen beschäftigen sich zum einen

Welche Inhalte sind das konkret? Die Schüler der Freien Schule Anne-Sophie können beispielsweise Akustik im weltgrößten Akustiklabor bei Ziehl-Abegg erleben, die chemischen und ökologischen Themen werden in Kornwestheim in Kooperation mit Farbenherstellern behandelt, der Technikschwerpunkt liegt bei Automobilzulieferern wie der Benteler AG in Paderborn oder die Ammoniaksynthese mit multimedialen Materialien wird gemeinsam mit der BASF umgesetzt.

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An der Freien Schule Anne-Sophie in Künzelsau unterrichten Lernbegleiter, die gemäß dem Konzept der Modellschule die Schüler nicht nur im klassischen Sinne unterrichten, sondern sie individuell in ihrer Entwicklung fördern. Einer dieser Lernbegleiter ist Wolfgang Schiele.

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Uschi Glas, Schauspielerin und Vorstand des Vereins brotZeit, und ihr Ehemann Dieter Hermann informieren sich auf dem Handelsblatt-Kongress über KiTec.

Was ist inGenious? Das European SchoolNet und der European Round Table of Industrialists (ERT) haben das Projekt inGenious 2011 ins Leben gerufen, um Schüler in ganz Europa für die MINT-Fächer zu faszinieren und insbesondere Partnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen zu fördern. Best-Practice-Projekte werden dabei in allen Mitgliedsländern getestet und unter wissenschaftlicher Begleitung durch die Universität Barcelona ausgewertet. Die Wissensfabrik ist als sogenannte nationale Plattform dafür verantwortlich das Projekt in Deutschland zu koordinieren. Die Wissensfabrik hat KiTec als Best-Practice-Projekt eingebracht, das 61 Lehrer aus 23 europäischen Ländern in einem Workshop in Österreich kennenlernen konnten.

Wie haben Sie die teilnehmenden Schulen gefunden? Im ersten Pilotdurchgang 2011/2012 durch den Kontakt der Wissensfabrik und die persönlichen Kontakte zu Schulen, die im MINT-Bereich besonders engagiert sind. Im zweiten Durchgang waren die Kultusministerien stärker eingebunden und haben zusätzlich Schulen für dieses Projekt motiviert. Was sind Ihre Erfahrungen bisher? Die Kooperation zwischen Schulen und Unternehmen ist im MINT-Bereich eine nicht zu übertreffende Bereicherung des Schulalltags mit hervorragenden Ergebnissen. Die Lehrerinnen und Lehrer der teilnehmenden Schulen sind zudem weit über das übliche Maß engagiert. InGenious gibt uns die Möglichkeit, uns mit Schulen aus anderen europäischen Ländern auszutauschen. InterWissenswert 5 | 2012

Ausgezeichnete MINT-Freundlichkeit Auch in diesem Jahr haben die Initiative „MINT Zukunft schaffen“ und die Wissensfabrik wieder Schulen aus dem Netzwerk der Wissensfabrik ausgezeichnet. Insgesamt 17 Schulen erhielten die Plakette als „MINT-freundliche Schule“. Damit werden Schulen gelobt, die einen Schwerpunkt auf die MINT-Bildung legen. Bildungspartner der Schulen sind die Siemens Stiftung, Bosch, BASF, Boehringer Ingelheim, WAFIOS, TRUMPF, Reich, Continental, Harting und Drägerwerk.

national angebotene Workshops bringen Lehrkräfte und Vertreter der Industrie zusammen und lassen neue didaktischmethodische Wege entstehen. Welche neuen Wege sind dies? Zu den neuen Wegen gehören beispielsweise „Future-Labs“, speziell für die Naturwissenschaften geschaffene Klassenräume. Hier ist es möglich alle relevanten Arbeitsschritte in verschiedenen Zonen zu absolvieren, wobei dem selbstständigen Lernen und der Nachhaltigkeit ein hoher Stellenwert zukommt. Zudem wird der Unterricht durch die Kooperation mit Unternehmen besonders aktuell und erhält einen Bezug zur Realität. Sind Schüler fasziniert von dem Unterrichtsstoff und erschließt sich ihnen der Sinn, trägt dies zum Erreichen der Ziele von inGenious bei.

Termine 19. Juni 2013: Mitgliedertag bei Daimler in Stuttgart Am 19. Juni 2013 findet der Mitgliedertag bei Daimler in Stuttgart statt. Genutzt wird der Mitgliedertag in jedem Jahr, um sich über die Projekte zu informieren, sich auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und Wissen zu teilen.

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Gründergeist Neues aus dem Netzwerk

Beeindruckend, inspirierend und Mut schaffend Das WECONOMY-Netzwerkwochenende ist bereichernd für Gründer und Top-Manager Es gibt Top-Manager, die sind mittlerweile Wiederholungstäter aus Überzeugung. Franz Fehrenbach, Vorsitzender des Bosch-Aufsichtsrats, Dr. Jürgen Hambrecht, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der BASF, Prof. Burkhard Schwenker, Aufsichtsratsvorsitzender von Roland Berger, oder Prof. Klaus Fischer von der fischergruppe, nehmen seit Beginn des WECONOMY-Wettbewerbs 2007 als Ratgeber für die Start-

ups an dem Gewinner-Wochenende teil. Aber auch auf neue Teilnehmer geht die Begeisterung schnell über. Insgesamt 12 Top-Manager und Unternehmerpersönlichkeiten der deutschen Wirtschaft standen in diesem Jahr den Jungunternehmern an einem Tag Rede und Antwort – davon vier zum ersten Mal. „Ich komme im nächsten Jahr sehr gerne wieder, denn ich habe beeindruckende junge Menschen

getroffen, die den Mut haben, ihre brillanten Ideen umzusetzen“, sagte Margret Suckale Vorstandsmitglied der BASF SE. Ebenso ging es Peter Kirschbauer, Geschäftsführer der InterComponentWare AG: „Das Wochenende ist inspirierend, man kann über den Tellerrand hinausschauen und schafft so auch Mut für Aufgaben im eigenen Job.“ Unter 93 Bewerbungen hat die Jury im Sommer zehn Gewinner-Start-ups ausgewählt, die kein Geld, sondern diese Kontakte

Margret Suckale, BASF-Vorstandsmitglied, im Gespräch mit den Entwicklern des Online-Umfrage-Tools LamaPoll.

Student2Start-up an der Hochschule Hannover

Gründungsfunke übergesprungen Was haben die Smartphone-App eventpal, das Webmail-System Tutanota und die interaktive Arbeitsplattform EDYOU gemeinsam? Sie alle sind innovative Produkte junger Unternehmensgründer mit vielversprechenden Erfolgsaussichten. Dennoch standen die Unternehmer vor Fragen zu verschiedenen Aspekten ihrer Start-upIdeen. Antworten auf diese Fragen erhielten sie jetzt von 18 Studierenden der Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Hannover. „Wer sind potenzielle Nutzergruppen?“, „Welche Marketingmaßnahmen erreichen Wissenswert 5 | 2012

möglichst viele Kunden?“ und „Wie sollte ein Empfehlungsdienst für eine App aufgebaut sein?“. Das sind Fragen, denen die meisten Studenten in ihrem Universitätsalltag nur in der grauen Theorie begegnen. Im Rahmen eines sechs-wöchigen „Student2Start-up“Projekts hatten die Studierenden nun die Möglichkeit, diese Fragestellungen auch praktisch zu bearbeiten. Die Ausgangslage: Je fünf bis sieben Studenten betreuten und berieten sechs Wochen lang ein Start-up und stellten ihre Ergebnisse in einer Abschlusspräsentation vor. Dabei standen ihnen zwei erfahrene Gründer als Mentoren zur Seite: Dr. Klaus Dibbern von flinc und Sven-Oliver Pink von ergobag. Das Konzept begeisterte:

„Die Ideen der Studenten sind super, ich habe großartigen Input für mein Unternehmen erhalten“, so Christopher Bick, Mitbegründer von EDYOU, einer digitalen Arbeitsplattform für Schulen. Tatsächlich können sich die Resultate der Projektarbeit sehen lassen. Den Römer „Tutus“ in roter Rüstung beispielsweise hat ein Studententeam als Marketingmaßnahme für das Webmail-System Tutanota von Tutao erarbeitet. Ihre Idee: „Tutus“ soll im Rahmen einer Guerilla-Kampagne als Briefbote eingesetzt werden und damit Aufmerksamkeit auf das Produkt ziehen. Als bestens gerüsteter Aufpasser symbolisiert er den sicheren E-Mail-Verkehr, den Tutao bietet. 5


Unten: Eckard Gatzke, Vorsitzender und Sprecher der Geschäftsführung von Randstad, nutzte die Gelegenheit, sein Wissen an die nächste Generation weiterzugeben.

Links: Dr. Jürgen Hambrecht, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der BASF, und Peter Kirschbauer, Geschäftsführer der InterComponentWare AG, im Gespräch.

gewinnen. In Einzelgesprächen konnten sie während des Netzwerkwochenendes ihre Geschäftsideen diskutieren und nach konkreten Tipps fragen. „Es ist eine super organisierte Veranstaltung, die uns Gründern die Möglichkeit gibt, mit TopManagern in Kontakt zu kommen, wie wir wahrscheinlich nie mehr die Gelegenheit dazu haben werden“, sagte Robert Schmid von Saxray, der mit seiner Entwicklung neuer Komponenten für Röntgengeräte zu den Gewinnern in diesem Jahr zählt. „Wir lernen die Top-Manager hier wirklich von einer ganz anderen Seite kennen. Die

Tutao-Mitgründer und WECONOMYGewinner Thomas Gutsche zeigte sich über die Präsentation der Nachwuchsgründer hocherfreut: „Die Studenten haben tolle Ergebnisse geliefert, mit denen ich konkret weiterarbeiten kann.“ So lud er im Anschluss an die Präsentation dann auch alle Studenten des Teams ein, für ein Praktikumsgespräch bei Tutao vorbeizukommen. Auch Karl Bredemeyer, Mitbegründer von eventpal, einer App zum Planen von Veranstaltungen, hofft darauf, dass der ein oder andere Student Lust auf die Mitarbeit bei seinem Start-up bekommen hat. Die Zusammenarbeit mit den Studenten hat ihm wertvolle Erkenntnisse gebracht: Wissenswert 5 | 2012

Ehrfurcht am Beginn verfliegt schnell und es ist eine ganz vertrauensvolle, professionelle und sehr angenehme Atmosphäre“, sagte Johannes Biechele von evation, Entwickler eines innovativen Antriebssystem für Mountainbikes. Mindestens ebenso wichtig wie die Ratschläge der erfahrenen Unternehmer ist das Netzwerk, dem die Gründer mit ihrem Gewinn angehören. „Das Wertvollste ist für mich der Austausch mit anderen Gründern. Wir kommen hier in ein Netzwerk mit anderen Gründern hinein, die gleiche Probleme und ähnliche Lösungsansätze

haben“, sagte Sascha Klement, Entwickler einer Software für gestengesteuerte Geräte. „Das Netzwerk ist wirklich faszinierend“, findet auch Thomas Henn, Entwickler von intelligenten Funksensoren. „Das wollen wir weiter ausbauen und die Chancen, die sich bieten, wirklich nutzen.“ Die teilnehmenden Unternehmerpersönlichkeiten verleihen dem Wettbewerb allein durch ihren Namen Bedeutung und Gewicht. Dass die Veranstaltung sie wirklich begeistert, beweist, dass sie bis zehn Uhr am Abend bleiben - trotz gefüllter Terminkalender.

Dieses Studenten-Team erarbeitete Lösungen für die Eventplanungs-App eventpal.

Dass seine App flexibler sein muss zum Beispiel, oder dass sie noch weitere Ergänzungen nötig hat. Als Mitarbeiter bei eventpal könnten die Studierenden ihre Ideen direkt in die Tat umsetzen. Student Julius Hörmann ging noch einen Schritt weiter. Anstatt an einer Mitarbeit bei einem der Start-ups, zeigte er sich selbst an einer Gründung interessiert: „Ich habe sehr viel mitgenommen. Jetzt kann ich mir gut vorstellen, schon während meines Studiums ein eigenes Start-up zu gründen.“ 6


Partnerschaft Köpfe der Initiative

Unterricht schafft Unternehmergeist Die Wissensfabrik ist seit kurzem Mitglied des Initiativkreises „Unternehmergeist in die Schulen“. Anfang 2012 hatte sie sich dem Kreis vorgestellt, jetzt wurde der Antrag zur Aufnahme von den anderen Mitgliedern mit breiter Mehrheit angenommen. Mit ihrem Grundschulprojekt „KIEWIS“ steuert die Wissensfabrik eigene Inhalte bei, außerdem profitiert sie von den Kontakten des schon bestehenden Netzwerks. Der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderte Kreis wurde 2007 gegründet und besteht aus 14 renommierten Initiativen. Durch ihren

Beitritt baut die Wissensfabrik die bestehende Kooperation mit dem BMWi weiter aus. Ziel des Zusammenschlusses ist es, Lehrer dabei zu unterstützen, wirtschaftliche Themen stärker in den Unterricht zu integrieren und auf spannende und lebensnahe Weise zu vermitteln. Dadurch können die Pädagogen Wirtschaftsthemen im Schulalltag mehr Raum und Aufmerksamkeit verschaffen. „Unternehmergeist in die Schulen“ stellt außerdem den Kontakt zu Unternehmen her, organisiert Gründerwettbewerbe, berät Schülerfirmen und stellt Lehrmaterial zur Verfügung.

KiTec für Schriesheimer Schüler

Rotary-Club und Bilfinger unterstützen Schule Vorfreude in Schriesheim: Bilfinger SE, der Rotary-Club Schriesheim und die Strahlenberger Grundschule haben im November eine Bildungspartnerschaft unterzeichnet. Mit dem Projekt „KiTec – Kinder entdecken Technik“ unterstützen die Partner die Schule mit modernen

Technikkisten, Unterrichtsmaterial sowie Know-how. Die Erstausstattung mit den KiTec-Kisten wird vom Rotary-Club gespendet. Die Kosten der Lehrerfortbildung, alle späteren Nachlieferungen von Materialien sowie die Implementierung weiterer Leuchtturmprojekte übernimmt die Bilfinger SE, Mannheim.

NaWi plus in Altötting

Wenn Lehrer wieder Schüler sind Einmal mit dem Feuer spielen - beim Gedanken daran, beginnen nicht nur Kinderaugen zu glänzen. Kürzlich traf sich das Lehrerkollegium der JosefGuggenmos-Schule in Altötting zu einer Fortbildung zum Thema “Experimentieren im Sachunterricht“. Eine Experimentierkiste randvoll gefüllt mit spannenden Experimentvorschlägen auch zum Thema Brandschutz begeisterte dabei die Lehrer. Die Fortbildung wurde im Rahmen des Projekts „NaWi plus“ von der Siemens Stiftung durchgeführt. Bereits im letzten Jahr hatte die Siemens Stiftung die Experimentierkiste „NaWi – geht das?“ zu den Themen „Wasser, Luft und Lebensmittel“ an die Schule gebracht. Nun erhielt die Schule das nächste Modul zu den Themengebieten „Stoffe und ihre Eigenschaften“, „Umweltschutz und Recycling“ sowie „Feuer und Brandschutz“.

Kraftvolles Lernen Volle Kraft voraus, die Segel sind gehisst: das Projekt „Power4School – Schüler entdecken Energie“ ist startklar. Nach den drei erfolgreichen Piloten kann das Projekt ab 2013 deutschlandweit durchstarten. „Power4School“ beantwortet Schülern der fünften bis siebten Klasse Fragen rund um das Thema Energie. Anmeldungen zur Teilnahme am Projekt nimmt Michael Detmer entgegen: michael-detmer@wissensfabrik-deutschland.de.

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Mitmacher

Gemeinsam engagiert

Neue Mitgliedsunternehmen der Wissensfabrik

Hartmut Jenner, Vorsitzender der Geschäftsführung, Alfred Kärcher GmbH & Co. KG

Michael Dams, Geschäftsführer National Instruments Germany GmbH

René Walther, Arbeitsdirektor und Geschäftsführer Personal der Stadtwerke Halle GmbH

Heike Lindner, Leitung Trainingsentwicklung, G.I.T. Seminare GmbH & Co. KG

Kärcher beschäftigt in 60 Ländern und 100 Gesellschaften mehr als 9.000 Mitarbeiter. Seine Reinigungsgeräte produziert das Fa-

milienunternehmen in Deutschland, Italien, Rumänien, den USA, Brasilien, Mexiko und China. Für eine lückenlose Versorgung der Kunden auf der ganzen Welt sorgen mehr als 50.000 Servicestellen in allen Ländern. Innovation ist für Kärcher der wichtigste Wachstumsfaktor: In den Entwicklungszentren des Reinigungsgeräteherstellers arbeiten mehr als 650 Ingenieure und Techniker an der Konstruktion neuer Problemlösungen. www.kaercher.de

„NI fördert auf unterschiedlichste Art das Interesse und die Faszination für MINT. Als Great Place to Work liegt uns die Zukunft am Herzen, einer unserer Leitsätze lautet: ,It‘s OK to have fun‘. Wir helfen dem Einzelnen, dem Start-up sowie dem etablierten Unternehmen, Erfolge in der Technik schneller möglich zu machen: vom Kindergarten bis ,Rocket Science‘.“

National Instruments ist ein global tätiges Technologieunternehmen mit Stammsitz in Austin, TX, und bekannt für die grafische Systemdesignsoftware NI LabVIEW sowie modulare Hardware zum Messen, Steuern, Regeln und Simulieren. 6.600 Mitarbeiter betreuen weltweit Kunden in den unterschiedlichsten Märkten und Branchen. http://germany.ni.com/nextgeneration

„Uns ist es eine Herzensangelegenheit, die Wissensfabrik zu unterstützen, denn erstklassige Nachwuchskräfte zu fördern ist unser Ziel. Wir übernehmen Verantwortung und geben den jungen Menschen in unserer Region eine berufliche Perspektive und beste Voraussetzungen für den Eintritt ins Berufsleben“.

Wasserversorgung über den öffentlichen Personennahverkehr, Wertstofferfassung, Abwasserbeseitigung, Abfallentsorgung, Straßenreinigung, Winterdienst, Logistik-, Deponie- und Infrastrukturleistungen sowie Datenverarbeitungsservices bis hin zu Bäderbetrieb und Stadtbeleuchtung sämtliche Leistungen der kommunalen Daseinsvorsorge und Dienstleistungen für die Wirtschaft aus einer Hand. www.stadtwerke-halle.de

„Wir beteiligen uns gerne an der außergewöhnlichen Initiative Wissensfabrik, denn die Ausbildung junger Menschen hat bei Kärcher von jeher eine hohe Bedeutung. Das schließt bei uns als Familienunternehmen immer die Vermittlung von Werten, sozialem Verhalten und Umweltbewusstsein ein.“

Mit 2.720 Mitarbeitern und Auszubildenden bieten die Stadtwerke Halle von Energie- und

„Kindern erfahrbar zu machen, welche Welten Sprache eröffnet, ist ein Grundanliegen der Wissensfabrik. Wir freuen uns, wenn unsere 27-jährige Erfahrung mit erlebnisorientiertem Englisch-Training für das internationale Business dazu beitragen kann, dass Kinder lustvoll und kreativ mit Sprache umgehen.“ G.I.T. Seminare - Englisch sprechen im Business – richtet sich an Fach- und Führungskräf-

te, die ihre Sprachkompetenz für das globale Business in kürzester Zeit signifikant verbessern wollen. Basierend auf den Erkenntnissen der Gehirnforschung und Erfahrung mit moderner Suggestopädie hat G.I.T. ein hocheffizientes Sprachentraining für Englisch im Business entwickelt. G.I.T. fördert mit innovativen Lernmethoden gezielt die natürliche Neigung des Gehirns assoziativ zu lernen. www.git-seminare.de

Impressum Herausgeber: Wissensfabrik – Unternehmen für Deutschland e.V. 4. Gartenweg 4b, Gebäude Z17, 67063 Ludwigshafen

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Redaktion: Ina Ruhland – verantwortlich Simone Hofmann Judith Wachtmeister

Leserservice: Tel. 0621 60-40794 info@wissensfabrik-deutschland.de www.wissensfabrik-deutschland.de www.facebook.com/wissensfabrik.deutschland 8


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