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Buchtipp > Seite 7

Die Start-up-Strategie von Reid Hoffman und Ben Casnocha

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Mit geringem Risiko in fallenden Märkten Geld verdienen

03/13 08. Februar 2013

S p e z i a l > S e i t e 11

Aktienanleihen Alternativen im Zinstief

T i t e l g e s ch i ch t e > Se i t e 3

Apple und Facebook – Die Wege trennen sich

www.zertifikate-kompakt.de


Editorial

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Liebe Leserinnen und Leser, Steffen Droemert Redaktion zertifikate kompakt

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Editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 Titelgeschichte: Apple und Facebook – Die Wege trennen sich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 Zertifikate-News. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 Buchtipp: Die Start-up-Strategie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 Gastbeitrag: Renditesuche mit Aktienanleihen – Ausweg aus dem Anlagedilemma? . . . . . . . . . . .8 Produktprüfung: Mit geringem Risiko in fallenden Märkten Geld verdienen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Spezial: Aktienanleihen – Alternativen im Zinstief. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 Marktanteile der Emittenten in derivativen Wertpapieren . . . . . . . . . . . . . . . . 13 Impressum/Disclaimer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13

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Moden kommen und gehen. Ein Phänomen, das sich auch am Aktienmarkt beobachten lässt. So gaben Investoren Mitte der 90er Jahre kaum mehr einen Pfifferling auf die Aktie von Apple. Dann leiteten die Rückkehr des Firmengründers Steve Jobs und die Neuausrichtung des Konzerns eine neue glanzvolle Ära ein. Mit ipod, iPhone und iPad traf Jobs den Nerv der Zeit und verschaffte Apple neuen Kultstatus. Die Aktie avancierte zum Liebling der Anlegergemeinde und legte innerhalb der letzten zehn Jahre von unter 10 US-Dollar auf mehr als 700 US-Dollar zu. Umso schwerer wiegt der Verlust von Steve Jobs, der stets ein Gespür für neue Trends hatte und Apple beständig mit Innovationen versorgte. Inzwischen macht nicht nur die südkoreanische Konkurrenz auf dem Smartphone-Markt Apple das Leben schwerer. Auch Analysten zeigten sich mit den jüngsten Unternehmensergebnissen unzufrieden, da die Erwartungen höher lagen. An der Börse ließ die Begeisterung für Apple-Aktien in den letzten Monaten dann auch spürbar nach: Die Aktie notiert inzwischen rund 35% unter ihrem im September 2012 erreichten Allzeithoch. Im Gegensatz zu Apple kann sich Facebook derzeit neuer Begeisterung unter Investoren erfreuen. Inszeniert wie ein mediales Großereignis, geriet der Börsengang des sozialen Netzwerks zu einem Flop. Investoren zweifelten daran, ob es Facebook gelingen werde, nachhaltig Gewinne zu erwirtschaften. Vor allem die fehlenden Werbeeinnahmen bei der Nutzung mobiler Endgeräte wurden von vielen Analysten

kritisch gesehen. Inzwischen verdient Facebook rund ein Viertel seiner Werbeeinahmen durch Werbung auf mobilen Geräten. Der Kurs der Facebook-Aktie hat sich von seinen im Sommer vergangenen Jahres markierten Tiefständen wieder erholt. Die Beispiele zeigen, dass es gerade im Technologiebereich gilt, genauer hinzuschauen. Dass die Mühe sich lohnen kann, zeigt nicht nur die Performance von Apple. Welche US-Technologieaktien derzeit en vogue sind, mit welchen neuen Entwicklungen der Hightechsektor aufwartet und wie Anleger davon profitieren können, lesen Sie in unserem Titelthema. Apropos Performance. Angesichts der Rally, die der DAX in den letzten Monaten hingelegt hat, ist das deutsche Blue Chip-Barometer reif für eine Korrektur. Dies umso mehr, da sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Europa keineswegs verbessert haben. Konservative Anleger, die zwar an fallenden Kursen beim DAX verdienen, aber nicht gleich den Hebel ansetzen wollen, können alternativ zu Reverse Bonuszertifikaten greifen. Wir stellen eines dieser Zertifikate im Rahmen unserer Produktprüfung genauer vor. Eine interessante Lektüre wünscht, Ihre zertifikate kompakt-Redaktion


Titelgeschichte

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Produktprüfung

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Editorial

Apple und Facebook – Die Wege trennen sich Apple und Facebook sind zwei der größten Namen aus dem US-Hightechsektor. Doch in den letzten Monaten sind die fundamentalen Entwicklungen und die Börsenkurse sehr unterschiedliche Wege gegangen. Während bei Apple die jahrelange Partystimmung abflaut, feiert Facebook an der Börse ein unerwartetes Comeback.

Apple und Facebook waren zwei der größten Hightech-Storys der vergangenen zehn Jahre. Doch im letzten Jahr spürten beide Konzerne nach Jahren des grenzenlosen Wachstums erstmals heftigen Gegenwind. Der Börsengang von Facebook wurde zu einem gigantischen Fiasko, und Sorgen um die Monetarisierungsmöglichkeiten im mobilen Internet sorgten für massive Kurseinbrüche.

Apple hat die Zeiten des TurboWachstums überschritten.

Apple sieht sich immer stärkerer Konkurrenz aus Asien gegenüber und konnte 2012 erstmals seit Jahren keine wirklichen Innovationen mehr präsentieren. Über allem hängt weiterhin der traurige Tod von Apple-Gründer Steve Jobs, dem kreativen Genie des Konzerns. Apple: Zeit des Turbo-Wachstums ist vorbei Die Apple-Fans weisen trotzdem auf die gigantischen CashBestände und die günstige Bewertung der Apple-Aktie hin. Das Kurs/Gewinn-Verhältnis für 2013 beträgt rund zehn und liegt für 2014 sogar unter neun. Beide Faktoren sind natürlich richtig, waren aber nie der Grund, warum Börsianer AppleAktien kauften. Die beiden Hauptgründe waren vielmehr ein

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zertifikate kompakt · 03/1  3

überdurchschnittliches Wachstum und die Fantasie auf neue Produkte. Doch Apple hat die Zeiten des TurboWachstums überschritten. Lassen Sie sich nicht davon täuschen, dass Apple bei seinen Geschäften immer wieder Umsatz- oder Verkaufsrekorde berichten wird. Diese beziehen sich nur auf die absoluten Summen. Das prozentuale Wachstum verlangsamt sich und nähert sich immer weiter dem Branchendurchschnitt an. Dieser Trend kann nur durch neue Produkte umgekehrt werden. Aber diese Innovationsfantasie ist aus der Apple-Aktie seit dem Ableben von Steve Jobs gewichen. Börsianer glauben derzeit nicht daran, dass Apple den Konsummarkt auch ohne Jobs noch mal revolutionieren kann – so wie mit dem iPod, dem iPhone und dem iPad.


Titelgeschichte

Zertifikate-News

Buchtipp

Gastbeitrag

Mittelfristiger Aufwärtstrend ist gebrochen Auch die charttechnische Situation hat sich bei Apple deutlich verschlechtert: Die Masse der Anleger hat es aufgrund der langjährigen Aufwärtsbewegung noch nicht realisiert, aber der mittelfristige Aufwärtstrendkanal ist inzwischen nachhaltig durchbrochen worden. Dieser Aufwärtstrend war seit dem Ende der Finanzkrise 2008 gültig. Der langfristige Aufwärtstrend ist natürlich weiterhin einwandfrei intakt. Aber in den letzten Jahren hat sich die Apple-Aktie sehr weit von diesem Trend entfernt – und kann dementsprechend deutlich korrigieren, ohne dass die langfristige Aufwärtsbewegung in Gefahr gerät. Anleger sind der

Immer mehr Meinung, dass Mark Zuckerberg das entscheidende „Mobile Problem“ erfolgreich lösen wird.

Dazu passt ins Bild, dass die Verkäufe institutioneller Investoren zugenommen haben. Verstehen Sie uns nicht falsch: Wir erwarten keinen Einbruch der Apple-Aktie. Dafür ist die Aktie in der Tat zu attraktiv bewertet und besitzt zu starke Markenprodukte, die immer noch ein gutes (wenn auch eben nicht mehr sensationelles) Wachstum sichern. Börsianer zweifeln an Wachstumsfantasie Aber wir rechnen nun mit einer mittelfristigen Seitwärtsbewegung der Aktie – so wie es bei Microsoft oder Dell nach dem Ende deren starker Wachstumsphasen passierte. Microsoft war eine der heißesten Aktien in den 90er Jahren. Aber in den letzten zehn Jahren läuft die Aktie unter Schwankungen nur noch seitwärts.

Ohne eine neu entfachte Fantasie für neue, innovative Produkte ist die Luft aus der Apple-Aktie raus. Offensichtlich glauben Anleger derzeit nicht daran, dass Apple eine neue Produktrevolution ohne Jobs schaffen wird. Deshalb sollten Anleger, die sich für die Apple-Aktie interessieren, primär auf Capped Bonuszertifikate setzen. Damit lassen sich auch in einer Seitwärtsphase noch sehr attraktive Renditen erzielen. Denn die Apple-Story ist nicht vorbei. Sie verlangsamt sich nur, und erste Experten gehen nun davon aus, dass sich Apple an der Börse in den kommenden Jahren von einer Wachstumsstory zu einer Value-Story verändern wird. Facebook: Das Comeback läuft Bei Facebook sieht die Situation genau umgekehrt aus. Nach den jüngsten Geschäftszahlen ist die Wachstumsfantasie zurückgekehrt – und mit ihr die Anleger. Tatsächlich machen an der Wall Street 4

zertifikate kompakt · 03/1  3

Produktprüfung

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Gerüchte die Runde, dass einige große Fonds in den vergangenen Monaten ihre Positionen von Apple in Facebook umgeschichtet haben. Immer mehr Anleger sind der Meinung, dass Mark Zuckerberg das entscheidende „Mobile Problem“ erfolgreich lösen wird. Das „Mobile Problem“ belastet alle Internetunternehmen: Immer mehr User nutzen ihre Smartphones, um im Internet zu surfen. Rund 680 Millionen der 1,06 Milliarden Facebook-User nutzen das mobile Internet als Zugang zu Facebook. Aber das mobile Internet bietet nicht die gleichen Werbemöglichkeiten wie der klassische PC oder Tablet-Computer. Doch die neuen Zahlen zeigen, dass Facebook mit neuen Werbeinitiativen auch im mobilen Internet immer mehr Erfolg hat. Im vierten Quartal machten die Umsätze aus dem mobilen Internet bereits 23% (306 Mio. US-Dollar) der Gesamtumsätze aus (1,59 Milliarden US-Dollar). Im zweiten Quartal 2012 lag der Umsatzanteil de facto noch bei Null (14% im dritten Quartal). Gegenüber dem Vorquartal konnte Facebook die Einnahmen aus dem mobilen Internet verdoppeln (152 Millionen US-Dollar im dritten Quartal 2012).

Problem „mobiles Internet“ löst sich auf Die Aktie von Facebook ist weiterhin teuer – wenn die Börsenbewertung auch nicht mehr so absurd überzogen ist wie beim Börsengang. Das KGV für 2013 liegt bei 50 (2014: 37). Aber solange die Fantasie und die Wachstumsraten bei Facebook stimmen, können Anleger mit den hohen Bewertungen leben. Aufgrund der hohen Bewertungen eignet sich Facebook jedoch nur für risikobereite Anleger. Bei Facebook bieten sich neben Bonuszertifikaten für spekulative Anleger auch Faktor-Zertifikate an. Allerdings sollten dort unbedingt Stopkurse gesetzt werden, um übermäßige Verluste zu vermeiden.

Ausgewählte Zertifikate für Apple und Facebook Typ

Basiswert

Emittent

Laufzeit

Capped Bonuszertifikat (defensive Variante)

Apple

RBS

20.12.2013

Capped Bonuszertifikat (offensive Variante)

Apple

Vontobel

20.12.2013

VT4 9UX

Faktor-Zertifikat

Facebook

Commerzbank

endlos

CZ3 5DM

Capped Bonuszertifikat (defensive Variante)

Facebook

RBS

20.12.2013

AA5 HJJ

Capped Bonuszertifikat (defensive Variante)

Facebook

BNP Paribas

20.12.2013

BP5 3MET

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WKN AA4 4CP


Zertifikate-News

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RAIFFEISEN CENTROBANK

RCB: Neues Twin Win-Zertifikat verwandelt Verluste in Gewinne Bis zum 22. Februar bietet die Raiffeisen Centrobank (RCB) ihr Europa Twin Win-Zertifikat (WKN: RCE67C) auf den EURO STOXX 50 zur Zeichnung an. Das neue Produkt der Österreicher bietet sowohl bei steigenden als auch bei fallenden Kursen Ertragschancen, verzichtet aber auf einen Kapitalschutz. Zeichner partizipieren bis zum Ende der Laufzeit im Mai 2016 ohne Begrenzung an der positiven Wertentwicklung des EURO STOXX 50. Noch besser: Auch bei einer negativen Performance des Kursbarometers winken letztlich positive Renditen. Hierfür darf der Index in den kommenden

drei Jahren jedoch niemals mehr als 40% seines Startwerts einbüßen. Ist diese Voraussetzung erfüllt, wandelt der Emittent zum Laufzeitende eine negative Kursentwicklung von bis zu minus 40% in einen entsprechenden Gewinn um. Wird besagte 60%-Barriere jedoch berührt oder unterschritten, erfolgt die Rückzahlung im Mai 2016 entsprechend der Basiswertentwicklung. Interessenten müssen für diese Spekulation mindestens 1.000 Euro in die Hand nehmen und bei der Zeichnung 2% Ausgabeaufschlag einkalkulieren.

BÖRSE STUTTGART

Börse Stuttgart: Gold-ETCs immer beliebter Nach einer aktuellen Studie der Steinbeis Hochschule sind 12 Mio. Bundesbürger mit Wertpapieren in Gold investiert – damit besitzt fast jeder fünfte Deutsche über 18 Jahren ein entsprechendes Wertpapier. Während sich der durchschnittliche Anlagebetrag eines Erwachsenen auf 685 Euro beläuft, ist das in börsengehandelte Goldpapiere investierte Vermögen seit 2009 um 4 auf 47 Mrd. Euro gewachsen. Auch die Börse Stuttgart verzeichnet eine steigende Nachfrage nach physisch hinterlegten Exchange Traded Commodities (ETCs), also nach

Wertpapieren, die mit Gold unterlegt sind. Bestes Beispiel: der GoldETC EUWAX Gold. Ende September des vergangenen Jahres war das Produkt erstmals an der Börse Stuttgart handelbar – inzwischen beträgt der physische Goldbestand rund 350 Kilogramm. Physisch hinterlegte Wertpapiere auf Gold, wie besagtes EUWAX-Produkt, sind an der Börse so einfach zu handeln wie eine Aktie, zeichnen die Entwicklung des Goldpreises direkt nach und verbriefen gleichzeitig einen Lieferanspruch auf Gold.

SOCIETE GENERALE

Société Générale macht anziehende Volatilität handelbar Da der jüngste Höhenflug von DAX, EURO STOXX 50 & Co. vorerst gestoppt scheint, werden Investments interessant, mit denen Anleger in Abwärtsphasen ihre Aktienpositionen absichern oder sogar von zunehmenden Schwankungen profitieren können. Ein solches Produkt sind die erstmals von der Société Générale (SG) emittierten Partizipations-Zertifikate auf den VSTOXX Mini Futures. Dieser Basiswert leitet sich aus dem VSTOXX-Index ab, der das Ausmaß der erwarteten Kursschwankungen des EURO STOXX 50 für die nächsten 30 Tage abbildet. Die von der SG jetzt angebotenen sieben neuen Partizipations-Zertifikate beziehen sich auf kurzfristige Laufzeiten der VSTOXX Mini Futures (Mitte März 2013, Mitte April 2013, Mitte Mai 2013, Mitte Juni 2013, Mitte Juli 2013, Mitte August 2013 und Mitte September 2013). Am Ende der jeweiligen Laufzeit eines Partizipations-Zertifikats wird das Papier mit dem dann 6

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aktuellen Stand des jeweiligen VSTOXX Mini Futures in Euro ausbezahlt. Ein Beispiel verdeutlicht die einfache Funktionsweise: Das Partizipations-Zertifikat mit der WKN SG3VU9 auf den VSTOXX Mini Future wurde bei einem Indexstand von 18,50 Punkten zu 18,50 Euro ausgegeben. Finaler Bewertungstag ist der 17. April, bei einem Bezugsverhältnis von eins zu eins. Sollte der Basiswert nun am Laufzeitende zum Beispiel bei 30 Punkten liegen, erhalten Anleger pro Partizipations-Zertifikat jenen Betrag in Euro ausgezahlt. Der Vorteil dieser Kurzläufer: Anleger müssen sich lediglich für einen überschaubaren Zeitraum eine Meinung zum weiteren Börsengeschehen bilden. In der Regel steigen die Volatilitäten bei fallenden Aktienkursen. Das heißt für die Basiswerte der Partizipations-Zertifikate: Fällt der EURO STOXX 50, steigt die Volatilität und damit der Kurs der VSTOXX Mini Futures.


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Gastbeitrag

Produktprüfung

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Editorial

Titelgeschichte

Zertifikate-News

Die Start-up-Strategie Steigende Arbeitslosenzahlen und verunsicherte Branchen. Ein gnadenloser Wettbewerb um gute Jobs und steigende Zahlen bei den befristeten Arbeitsverträgen. Die Karriereleiter ist ständig überfüllt. Arbeitsplatzsicherheit und Loyalität zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gehören zunehmend der Vergangenheit an. Kurz gesagt: Die Situation, in der sich viele Arbeitnehmer im Moment befinden, ist unsicher. Höchste Zeit also, das Leben aus einer neuen Perspektive zu betrachten – ganz besonders das Berufsleben. Folgt man Reid Hoffman, einem der Gründer von LinkedIn, und Ben Casnocha, ist der zentrale Erfolgsfaktor für ein erfolgreiches und erfüllendes Berufsleben, sich selbst als Unternehmer und das eigene Leben als Unternehmen zu begreifen. Dabei werden Arbeitgeber zu Investoren und die eigene Leistung zum Produkt, das es zu vermarkten gilt. Die beiden Experten analysieren zunächst alle Schlüsselfaktoren erfolgreicher Startup-Unternehmen. Ohne dabei belehrend zu wirken, fordern Hoffman und Casnocha den Leser dazu auf, die Essenz gelungenen

Reid Hoffman und Ben Casnocha Die Start-up-Strategie ca. 320 Seiten, gebunden 22,90 Euro (A: 23,50 Euro] ISBN: 978-3-864700-49-1

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Unternehmertums als Rezept für den eigenen persönlichen Erfolg anzuwenden. Überzeugend und leicht nachvollziehbar begründen die Autoren ihre Thesen anhand der wichtigsten erfolgsrelevanten Aspekte für Unternehmen. So gilt es zum Beispiel für einen Arbeitnehmer – analog der Strategie erfolgreicher Wirtschaftsunternehmen – seinen eigenen, persönlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber den zahllosen Konkurrenten am Arbeitsmarkt zu schaffen. Dies gelingt, wenn er in sich selbst und seine Persönlichkeitsentwicklung investiert. Denn auch Startup-Unternehmen und ihre Gründer investieren in erster Linie in sich selbst. (Über-)lebenswichtig ist es auch, tragfähige persönliche Netzwerke aufzubauen und zu pflegen. Viele erfolgreiche Start-ups sind schließlich nur deshalb so erfolgreich, weil sie in Netzwerken agieren. Das bedeutet, zeitweise auch in die Karriere von anderen Netzwerkteilnehmern zu investieren, die im Gegenzug an anderer Stelle wiederum bei der eigenen beruflichen Karrieregestaltung behilflich sein werden. Es ist eine Grundüberzeugung der Autoren, dass der Erfolg jedes Einzelnen maßgeblich davon abhängt, wie die Akteure sich untereinander verhalten. Das Resultat ist ein ständiges Geben und Nehmen, das jeden der Beteiligten auf der Karriereleiter nach oben bringt.

Fazit: Reid Hoffmann und Ben Casnocha richten einen klaren Appell an die Leser ihres Buches: Behandeln Sie die eigene Karriere so, als ob sie ein Start-up-Unternehmen wäre! Investieren Sie in sich selbst. Investieren Sie in Ihr Netzwerk. Investieren Sie in die Gesellschaft. Entstanden ist ein spannendes Buch über Selbstbestimmung und Selbsterkenntnis und darüber, wie es gelingt, sich erfolgreich am Arbeitsmarkt zu positionieren und zu vermarkten.


Gastbeitrag

Produktprüfung

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Christian Neubauer Produktmanagement Derivate, WGZ BANK

Renditesuche mit Aktienanleihen – Ausweg aus dem Anlagedilemma? Zinsen oberhalb der Inflationsrate, dieser Anlegerwunsch ist derzeit nur schwer zu realisieren. Denn die Zinsentwicklung kannte in den vergangenen Jahren weltweit nur eine Richtung: Die Notenbanken senkten die Zinsen auf Sätze nahe Null, Staatsanleihen von erstklassigen Schuldnern haben stark an Attraktivität eingebüßt, und die Sparzinsen für Tages- oder Festgelder bieten schon lange keinen Inflationsausgleich mehr. In Zeiten, in denen die private Altersvorsorge notwendiger ist denn je, stehen viele Anleger vor der Frage, wie sie ihr Geld anlegen sollen. Immer deutlicher wird, dass sich Anleger bei der Geldanlage neu orientieren müssen. Eine wesentliche Erkenntnis lautet: Wer den Wert seines Vermögens erhalten will, wird zukünftig Risiken eingehen müssen. Die Zeit risikoloser Zinsen und Renditen von 4% plus x dürfte zunächst vorbei sein. Und auch die Notenbanken machten zuletzt wenig Hoffnung auf ein Ende des Zinstiefs.

realen Vermögenserhalt bieten. Und das bei einem im Vergleich zur Aktienanlage deutlich reduzierten Risiko.

Doch der Schwenk „raus aus Anleihen – rein in den Aktienmarkt“ fällt gerade deutschen Anlegern häufig schwer. Gleichzeitig wächst vielfach die Sorge, eine anziehende Inflation könnte den Wert des Ersparten mindern. Aktienanleihen verbinden, wie der Name schon sagt, diese beiden Anlageformen zu einem Mittelweg: feste Zinsen und eine am Aktienkurs orientierte Rückzahlung.

Großes Angebot – viele Varianten An attraktiven Angeboten mangelt es nicht. Inzwischen haben Anleger die Möglichkeit, zwischen mehr als 40.000 verschiedenen Aktien- bzw. Indexanleihen zu wählen. Neben dem klassischen Produkttyp konnten sich in den vergangenen Jahren auch zahlreiche Varianten am Markt etablieren, die zum Ziel haben, Anlegern ein höheres Maß an Absicherung zu bieten. Insbesondere Aktienanleihen Plus bzw. Plus Pro bieten auch für Börsen-Einsteiger interessante Alternativen zu klassischen Anlageformen. Durch die oftmals hohen Sicherheitspuffer sind Anleger vor größeren Verlusten des Basiswerts geschützt und können auch dann eine attraktive Rendite erzielen, wenn es an den Aktienmärkten nicht nur aufwärts geht.

Alternative im Zinstief Bei der Suche nach lohnenden Alternativen mit überschaubarem Risiko haben Aktienanleihen in der Anlegergunst zuletzt stark zulegen können. Dabei kommt ihnen nicht nur die zuletzt äußerst positive Entwicklung der Aktienmärkte zugute. Aktien- und Indexanleihen ermöglichen vor allem Renditen, die mindestens an die erwartete Teuerungsrate herankommen, also die Chance auf einen 8

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Per 30.11.2012 waren in Deutschland insgesamt mehr als 5 Mrd. Euro in Aktienanleihen investiert, ein Zuwachs von mehr als 30% in nur elf Monaten. Von allen Produkten mit Teilabsicherung verzeichneten Aktien- und Indexanleihen das stärkste Wachstum, ihr Anteil am gesamten Zertifikate-Markt liegt inzwischen bei 5,4% – Tendenz weiter steigend (vgl. Marktvolumenstatistik des DDV).

Damit die Suche nach Rendite nicht zum Verlustgeschäft wird, sollten Anleger neben der überdurchschnittlichen Verzinsung immer auch auf die Rückzahlungsmodalitäten achten, denn einen Kapitalschutz gewähren Aktienanleihen i.d.R. nicht. Die Grundregel der Geldanlage gilt selbstverständlich auch hier: Je höher die Renditechance, desto höher ist auch das Risiko. Aber gerade die einfachen, leicht verständlichen Produkte eröffnen bei näherer Betrachtung und klarem Risikobewusstsein neue Perspektiven und einen Ausweg aus dem Zinstief.


Produktprüfung

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Gastbeitrag

Mit geringem Risiko in fallenden Märkten Geld verdienen Nach der massiven Rally der vergangenen Monate ist der DAX eigentlich reif für eine Korrektur. Zumal sich die fundamentale Situation in Europa keineswegs verbessert hat. Eine Anlagealternative zu den risikoreichen Hebelprodukten bietet dieses Reverse Bonuszertifikat. Damit können Anleger mit geringerem Risiko an fallenden Kursen verdienen. Die Rally im DAX ist beeindruckend. In den letzten 1,5 Jahren ist der deutsche Aktienindex um fast 50% angestiegen. In den letzten sieben Monaten legte der deutsche Blue Chip-Index rund 20% zu. Für einen so kurzen Zeitraum eine unglaubliche Performance. Inzwischen steht der DAX nicht mehr weit von seinem Allzeithoch entfernt.

Weitsichtige und clevere Anleger setzen daher nicht blind auf steigende Kurse, sondern sichern ihre Depots auch gegen eine mögliche Korrekturphase ab. Reverse Bonuszertifikate eignen sich dabei hervorragend für konservative Anleger, die ihr Depot bei kontrolliertem Risiko absichern wollen.

In den USA hat der Dow Jones Anfang Februar zum ersten Mal seit 2007 die magische Marke von 14.000 Punkten übersprungen. Die Stimmung ist positiv. Die Masse der Anleger ist sich sicher: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der DAX neue Höchststände markiert. Doch Vorsicht!

Gewinne in fallenden Märkten … Denn dieses Anlageprodukt ist deutlich risikoärmer als die meisten Derivate für fallende Märkte, da diese fast immer gehebelt sind (z.B. klassische Put-Optionsscheine oder Short-Faktorzertifikate). Das Problem bei den typischen „Put“-Derivaten: Aufgrund ihrer Hebelwirkung können sie kompakt in volatilen Märkten schnell hohe Verluste zertifikate anhäufen. Qualitätssiegel

Trotz bullischem Marktumfeld … Erfahrene Börsianer wissen: Wenn an der Börse alle euphorisch sind, sollte man selbst nicht in blinde Partylaune verfallen, sondern einen kühlen Kopf bewahren und das Depot vielmehr gegen fallende Kurse absichern. Dabei merken die Bären zu Recht an, dass sich die fundamentale Situation in Europa im letzten halben Jahr nicht so verbessert hat, dass sie Indexsprünge von 20% rechtfertigen. Auch wenn das Marktumfeld (hohe Liquidität, angeschlagener Anleihenmarkt, niedrige Zinsen etc.) weiterhin für steigende Kurse spricht, könnte es damit durchaus zu einer größeren Korrekturbewegung kommen. Schließlich ist die Situation in Südeuropa überhaupt nicht gelöst. … sollten Anleger Korrekturrisiken nicht vergessen Auf der anderen Seite des Ozeans sorgen sich Ökonomen in den USA, dass die auslaufenden Steuervergünstigungen und Steuererhöhungen den gerade wieder anziehenden Konsum abwürgen. Dies würde das Wachstum der US-Wirtschaft schwächen. Zudem haben die letzten Jahre gezeigt, dass es leider immer einen neuen „Black Swan“ gibt, den am Jahresanfang niemand auf dem Börsenradar hat. 9

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ausgezeichnet für

Transparenz

Bei derartigen Papieren müssen Anleger ganz nah am Marktgeschehen sein – und selbst dann sind die Verlustrisiken noch hoch.

Bewertung

Innovation:

HHHHI

Transparenz:

HHHHH

Chance:

HHHII

Risiko:

HHIII

Kosten:

HHHHI

Gesamturteil:

HHHHI


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Spezial

Editorial

Titelgeschichte

Denn wirkliches Geld verdienen Anleger mit diesen Produkten nur, wenn der Aktienmarkt fällt. Diese Probleme haben Reverse Bonuszertifikate nicht. Dabei profitieren Anleger mit diesen Zertifikaten genau so von fallenden Kursen beim deutschen Leitindex. … ohne Risiken der klassischen „Put“-Derivate Da es sich um ein Reverse Bonuszertifikat handelt („Reverse“ ist das englische Wort für „Gegenteil“ oder „rückwärts“), steigt das Papier im Wert, wenn der DAX fällt. Aber nur im einfachen Verhältnis eins zu eins – ohne risikoreichen Hebel. Fällt der DAX um 2%, dann steigt das Zertifikat also um 2% an. Aufgrund der Bonusstruktur hat der Investor aber auch noch die Chance auf eine Bonusrendite, solange der DAX während der Laufzeit nicht über eine vorher definierte Bonusschwelle ansteigt. Der Anleger kann also auch noch Geld verdienen, wenn der Basiswert während der Laufzeit doch nicht fällt und nur seitwärts läuft. Bonusstruktur bietet Gewinnchancen … Tatsächlich kann der DAX sogar moderat ansteigen, solange er nicht über eine vorher definierte Bonusschwelle ansteigt. Mit dem Reverse Bonuszertifikat verdienen Anleger also gleich in drei Marktphasen: in Bärenmärkten (durch die „Reverse“-Struktur) und in Seitwärtsmärkten bzw. leichten Haussen (durch die „Bonus“-Struktur). Damit sind Reverse Bonuszertifikate sämtlichen anderen Short-Derivaten deutlich überlegen. Denn Turbozertifikate erzielen bei längeren Seitwärtstrends keine Performance. Put-Optionsscheine verlieren in solchen Phasen sogar aufgrund der sinkenden Volatilität und dem Zeitwertverlust an Wert. … selbst wenn die Börse nicht fällt Das hier vorgestellte Reverse Bonuszertifikat von Goldman Sachs besitzt sehr attraktive Kennzahlen. So liegt die Bonusschwelle für den DAX bei hohen 9.050 Punkten. Also rund 18% über dem aktuellen Stand des DAX – und noch mal mehr als 10% über den Allzeithochs. Selbst wenn der DAX also ein neues Allzeithoch markiert und danach noch mal 10% ansteigt, verdient der Anleger also immer noch. Denn die Bonuskonstruktion bleibt gültig, solange die Marke von 9.050 Punkten nicht berührt wird. Der deutsche Leitindex kann also bis

Reverse Bonuszertifikat für den DAX Typ

Basiswert

Emittent

Laufzeit

Reverse Bonuszertifikat

DAX

Goldman Sachs

20.12.2013

10

zertifikate kompakt · 03/1  3

WKN GT1 LR8

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Gastbeitrag

zum Jahresende sogar um 17% ansteigen – und der Anleger macht mit diesem Produkt trotzdem Gewinn. Attraktive Bonusrendite von 19% Denn solange die Bonusschwelle nicht getroffen wird, erhält man am Laufzeitende eine Bonusrendite von hohen 19%. Das ist eine sehr attraktive Bonusrendite – und die gibt es sogar, wenn der DAX nur seitwärts läuft oder moderat ansteigt. Das negative Szenario muss also gar nicht aufgehen, damit Anleger mit diesem Produkt satte Gewinne machen. Der DAX darf nur nicht eine ähnliche Rally wie 2012 auf das Börsenparkett legen. Aber wie wahrscheinlich ist es, dass ein Blue ChipIndex zwei Jahre in Folge eine Rally um 20% aufs Börsenparkett legt? Die meisten Analysten rechnen deshalb mit Jahresendständen beim DAX zwischen 7.800 bis 8.500 Punkten – also weit unter der Bonusschwelle von 9.050 Punkten. Wenn der DAX aber auf der anderen Seite fällt, gewinnt das Reverse Bonuszertifikat mit jedem Prozent, das der deutsche Leitindex verliert, an Wert. Dabei besitzt das Zertifikat keinen „Cap“. Der Anleger partizipiert an fallenden Kursen also in vollem Umfang. Das Emittentenrisiko stufen wir bei Goldman Sachs, der größten Investmentbank der Welt, als sehr gering ein.

Fazit: Reverse Bonuszertifikate eignen sich als hervorragende Alternative, um von fallenden Kursen zu profitieren. Konservative Anleger können so ihre Depots besser gegen eine überraschende Korrektur der Märkte absichern, ohne sich den Risiken von Hebelprodukten auszusetzen. Die Laufzeit des Zertifikats beträgt 10,5 Monate. Eine ideale Laufzeit, um ein möglicherweise schwaches Börsenjahr 2013 abzusichern.


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Produktprüfung

Aktienanleihen – Alternativen im Zinstief In einem Umfeld niedriger Zinsen bieten Aktienanleihen eine mögliche Alternative. Allerdings müssen Investoren berücksichtigen, dass sie bei Basiswerten aus dem Aktien- oder Aktienindexbereich auch entsprechenden Marktrisiken unterliegen. Für dieses Risiko werden sie mit vergleichsweise üppigen Zinskupons entschädigt. Ausstattungsmerkmale Aktienanleihen sind mit einem fixen Zinskupon ausgestattet und weisen eine begrenzte Laufzeit auf. Das Auszahlungsprofil bei Laufzeitende wird von der Kursentwicklung des Basiswerts bestimmt, auf den sich die Aktienanleihe bezieht. In jedem Fall erhält der Anleger an den festgesetzten Terminen seine Zinserträge. Allerdings hängen die Zinszahlungen und die Auszahlung zum Laufzeitende von der Bonität der emittierenden Bank ab. Die Notierung an der Börse erfolgt in Prozent vom Nominalbetrag. Bei einem Kurs von 90% und einem Nominalbetrag von 1.000 Euro sind 900 Euro zu zahlen. Notiert das Papier unter 100% des Nominalbetrags, winken zusätzliche Kursgewinne. Notiert es dagegen über 100%, reduziert das den Ertrag, da die Aktienanleihe am Laufzeitende im besten Fall zu 100% des Nominalbetrags getilgt wird. Käufer dieser Produkte müssen auf die Zahlung einer möglichen Dividende verzichten, die ein Aktionär erhält.

Einfluss auf die Kurse Aktienanleihen können während der Laufzeit börsentäglich gehandelt werden. Dabei unterliegt die Preisbildung unterschiedlichen Einflüssen. Dazu zählen vor allem die Kursentwicklung des Basiswerts sowie die erwartete Schwankungsbreite des Underlyings gemessen an der impliziten Volatilität. Ähnlich wie bei Discount-Zertifikaten, die ein ähnliches Risikoprofil wie Aktienanleihen aufweisen, wird das Produkt über ein Optionsgeschäft konstruiert, das für den Anleger verbrieft wird. Die emittierende Bank erwirbt eine Anleihe, gleichzeitig wird eine Put-Option mit einem Basispreis verkauft, der dem Basispreis der Aktienanleihe entspricht. Die eingenommene Optionsprämie dient dazu, den höheren Zinssatz des Produkts gegenüber dem marktüblichen Zins zu finanzieren. Sportlicher Kupon Mit einem Kupon von 10% p.a. ist eine Aktienanleihe auf den Sportartikelhersteller adidas ausgestattet (WKN: DX4222). Emittentin ist

die Deutsche Bank, Fälligkeit der Aktienanleihe ist der 20.12.2013. Der Basispreis des Produkts liegt bei 72 Euro. Damit befindet er sich oberhalb des aktuellen Kurses der adidas-Aktien in Höhe von knapp 68 Euro. Liegt der Kurs der Aktie am Laufzeitende unterhalb des Basispreises, erhalten Anleger 13 adidas-Aktien und 0,888 Anteile der Aktie in bar. Liegt der Aktienkurs an diesem Termin dagegen bei 72 Euro oder darüber, wird das Produkt zum Nominalwert von 1.000 Euro getilgt. Mit Zins und Währungsschutz Anbieter von Aktienanleihen haben auch Produkte auf Aktien im Angebot, die in einer Fremdwährung notieren. Von der RBS kommt ein Papier auf das Internet-Versandhaus Amazon (WKN: AA6WNX). Das Papier ist mit einem Zinskupon von 9% p.a. ausgestattet, der Basispreis liegt bei 230 USDollar und damit etwa 33 US-Dollar unterhalb des aktuellen Kurses der Aktie. Fälligkeit der Aktienanleihe ist am 31.12.2013, der

Aktienanleihen Typ

Emittent

Basiswerte

Zinssatz p. a.

Basispreis/Barriere

Fälligkeit

Aktienanleihe

Deutsche Bank

adidas

10%

72 Euro/keine

20.12.2013

DX4222

WKN

Aktienanleihe

RBS

Amazon

9%

230 US-Dollar/keine

31.12.2013

AA6WNX

Aktienanleihe plus

UBS

Euro Stoxx 50

8%

3200 Punkte/1800 Punkte

28.03.2014

UA0TV0

Protect Multi-Aktienanleihe

Vontobel

Axa, Daimler, Royal Dutch Shell

8,9%

13,805/9,664, 43,45/30,415, 25,84/18,088 Euro

07.02.2014

VT7HTM

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zertifikate kompakt · 03/1  3


Spezial

Nominalbetrag liegt bei 1.000 Euro. Normalerweise müssen Anleger aus dem Euroraum bei einem Investment in ein Wertpapier, das in einer ausländischen Währung notiert, auf das Wechselkursrisiko bei den Währungen achten. Das ist hier jedoch nicht nötig. Die Aktienanleihe ist mit einer so genannten Quanto-Funktion ausgestattet, so dass die Entwicklung des Euro zum US-Dollar keinen Einfluss auf die Kursentwicklung und das Auszahlungsprofil des Papiers hat. Indexgewinne im Seitwärtsmarkt Von der UBS wurde eine Aktienanleihe auf eine europäische Benchmark, den EURO STOXX 50, begeben (WKN: UA0TV0). Der Index repräsentiert die 50 wichtigsten Aktien aus dem Euro-Währungsraum. Das Produkt, eine so genannte Aktien-Anleihe plus, weist im Vergleich zu herkömmlichen Aktien-Anleihen eine zusätzliche Sicherheitskomponente auf. Neben dem Basispreis (3.200 Indexpunkte) ist das Papier mit einer Barriere (1.800 Indexpunkte) ausgestattet. Berührt der Index während der Laufzeit diese Barriere nicht, wird die Aktienanleihe zum Nominalbetrag von 1.000 Euro getilgt, auch wenn der Kurs des Index am Laufzeitende

Editorial

Titelgeschichte

Zertifikate-News

unter dem Basispreis liegt. Wird die Barriere berührt, gibt es zwei Auszahlungsmöglichkeiten. Notiert der Kurs des EURO STOXX 50 zum Laufzeitende über 3.200 Punkten, erhält der Anleger ebenfalls den Nominalbetrag. Ansonsten wird der Indexstand mit dem Bezugsverhältnis 0,3125 multipliziert und ausgezahlt. Den Zinsertrag bekommen Anleger in jedem Fall gutgeschrieben. Protect Multi-Aktienanleihen Investoren, die eine Marktmeinung zu verschiedenen Einzeltiteln haben, könnten bei Protect Multi-Aktienanleihen fündig werden. Eine Mischung aus europäischen und deutschen Basiswerten bietet ein Produkt von Vontobel (WKN: VT7HTM). Als Basiswerte dienen der französische Versicherungskonzern A X A, der deutsche Automobilhersteller Daimler und der niederländisch-britische Ölkonzern Royal Dutch Shell. Bei diesem Produkt ist jede Aktie mit einem Basispreis und einer Barriere ausgestattet (AXA: 13,805/9,664 Euro; Daimler: 43,45/30,415 Euro; Royal Dutch Shell: 25,84/18,088 Euro). Damit befindet sich die Barriere jeweils 30% unterhalb des Basispreises. Das Produkt mit einer Fälligkeit

Buchtipp

Gastbeitrag

Produktprüfung

am 07.02.2014 ist mit einem jährlichen Zinskupon von 8,90% ausgestattet. Wenn eine der Aktien während der Laufzeit die Barriere berührt bzw. unterschreitet und eine Aktie am Bewertungstag unterhalb des Basispreises liegt, bekommt der Anleger – entsprechend des Bezugsverhältnisses – die Aktien mit der schlechtesten Kursentwicklung geliefert. Unabhängig davon wird in jedem Fall der Zinsbetrag ausgezahlt.

Fazit: Aktienanleihen sind vor allem in Seitwärtsmärkten attraktiv, wenn der Basiswert keine starken Kursverluste oder Kursgewinne zu verzeichnen hat. Sie eignen sich für aktienerfahrene Anleger, die in einem niedrigen Zinsumfeld von hohen Zinskupons profitieren wollen. Je nach gewähltem Basiswert und Zinskupon kann nach dem jeweiligen Chance/RisikoProfil investiert werden. Besteht ein höheres Sicherheitsbedürfnis, sollten Produkt-Varianten mit einer zusätzlichen Sicherheitsbarriere gewählt werden. Aktienanleihen bieten keinen Kapitalschutz. Notiert der Basiswert bei 0 Euro, entfällt die Rückzahlung.

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zertifikate kompakt · 03/1  3


Marktanteile der Emittenten in derivativen Wertpapieren

Editorial

Titelgeschichte

Zertifikate-News

Buchtipp

Gastbeitrag

Produktprüfung

Spezial

Deutscher Derivate Verband

1 %

2 %

Marktanteile der Emittenten in derivativen Wertpapieren Dezember 2012 Emittent

1 %

2 % 2 %

3%

Volumen ausgeführter Kundenorders

Anteil in Prozent

Deutsche Bank

704.775.631

26,39%

Commerzbank

525.806.159

19,69%

DZ BANK

234.636.447

8,79%

Goldman Sachs

165.507.484

6,20%

BNP Paribas

162.174.140

6,07%

UBS Investment Bank

135.669.780

5,08%

Royal Bank of Scotland

134.866.849

5,05%

Vontobel

106.669.743

3,99%

HSBC Trinkaus

106.443.617

3,99%

Citigroup

97.685.232

3,66%

Deutsche Bank

HSBC Trinkaus

Unicredit

54.539.734

2,04%

Commerzbank

Citigroup

Landesbank BW

53.544.483

2,00%

DZ BANK

Unicredit

Société Générale

49.582.163

1,86%

Goldman Sachs

Landesbank BW

Landesbank Berlin

25.718.842

0,96%

BNP Paribas

Société Générale

Barclays Bank

22.389.138

0,84%

UBS Investment Bank

Landesbank Berlin

Sonstige

90.815.574

3,39%

Royal Bank of Scotland

Barclays Bank

GESAMT

2.670.825.016

100,00%

Vontobel

Sonstige

4% 4 %

26 %

4 % 5 % 5 % 20 %

6% 6 %

9 %

Impressum V.i.S.d.P. : Christian Ernst Frenko

Bildnachweis: Fotolia

Herausgeber: Weimer Media Group GmbH Maximilianstraße 13, 80539 München

Erscheinungsweise: alle 14 Tage, jeweils Freitags

Geschäftsführer: Dr. Wolfram Weimer

Die Börsenumsätze von derivativen Wertpapieren werden mit freundlicher Genehmigung des Deutschen Derivate Verbands (www.derivateverband.de) veröffentlicht.

Amtsgericht: München, HRB 198201 Mitarbeiter dieser Ausgabe: Christian Ernst Frenko, Miriam Feuerstein, Margot Habjan, Steffen Drömert, Daniel Wilhelmi, Michaela Ellen Lenz, Wolfgang Tenor, Felicitas Kraus, Christian Neubauer Vertriebsleitung: Andreas Fiek, Tel: 0911 / 274 00-0, andreas.fiek@finanzpark.de Technik: Daniel Gruber Layout: addna, Nürnberg

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zertifikate kompakt · 03/1  3

Auflage: 49.000

Die Charts wurden mit freundlicher Unterstützung von TradeSignal erstellt. zertifikate kompakt Archiv: http://www.zertifikate-kompakt.de/archiv Leserservice: leserservice@zertifikate-kompakt.de Deutsche Bibliothek: ISSN 1862-6661

Risikohinweis/Disclaimer: „Sie erhalten diesen Newsletter als kostenlosen Service der Weimer Media Group GmbH. Alle veröffentlichten Artikel, Nachrichten, Daten und Empfehlungen werden von der Herausgeberin mit großer Sorgfalt erstellt; da die Redaktion ihrerseits aber auch auf Quellen Dritter angewiesen ist und auch den Mitarbeitern der Herausgeberin Fehler unterlaufen können, kann für die Richtigkeit aller Angaben keine Garantie übernommen werden. Die Herausgeberin will ihren Abonnenten die Möglichkeit bieten, sich eine unabhängige und eigenverantwortliche Meinung zu bilden, keinesfalls jedoch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Rechten abgeben. Die zur Verfügung gestellten Informationen sollen auch keine Beratung darstellen oder insbesondere ersetzen. Es wird fehltgend empfohlen, sich stets auch immer aus anderen Quellen zu informieren. Es kann im Einzelfall nicht ausgeschlossen werden, dass der Redakteur oder einzelne Mitarbeiter der Herausgeberin an Unternehmen beteiligt sind, die Gegenstand von Analysen oder anderen Berichten sind. Umso mehr stellen die veröffentlichten Artikel, Nachrichten, Daten und Empfehlungen immer auch eine persönliche Meinung des Autors dar und erheben weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf alleinige Richtigkeit. Wir verweisen insbesondere auf § 675 II BGB, wonach die Weimer Media Group GmbH, unbeschadet der sich aus einem (anderen) Vertragsverhältnis, einer unerlaubten Handlung oder einer sonstigen gesetzlichen Bestimmung ergebenden Verantwortlichkeit, zum Ersatz des aus der Befolgung des Rates oder der Empfehlung entstehenden Schadens nicht verpflichtet ist.“ Für alle Hyperlinks gilt: Die Weimer Media Group GmbH erklärt ausdrücklich, keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten zu haben. Daher distanziert sich die Weimer Media Group GmbH von den Inhalten aller verlinkten Seiten und macht sich deren Inhalte ausdrücklich nicht zu Eigen. Diese Erklärung gilt für alle in den Seiten vorhandenen Hyperlinks, ob angezeigt oder verborgen, und für alle Inhalte der Seiten, zu denen diese Hyperlinks führen.


Ausgabe 03/13 (Titelgeschichte: Apple und Facebook Die Wege trennen sich)