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„Komm, mach MINT.“ Erfahrungen, Umsetzungsstrategien und Erfolge des Nationalen Paktes für Frauen in MINT-Berufen und seiner Partner


IMPRESSUM Wir danken allen Paktpartnern für die wertvolle Zusammenarbeit! Diese Broschüre wurde im Rahmen des Nationalen Paktes für Frauen in MINTBerufen »Komm, mach MINT.« erstellt. Das zugrundeliegende Vorhaben wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 01FP1109 gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt liegt beim Herausgeber.

Herausgeber: Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. Konzeption: Christina Haaf, Geschäftsstelle des Nationalen Paktes für Frauen in MINT-Berufen Text: Andrea Blome, Journalistin Redaktion: Ines Großkopf, Geschäftsstelle des Nationalen Paktes für Frauen in MINT-Berufen Inhaltliche Beratung: Dr. Ulrike Struwe, Leiterin der Geschäftsstelle des Nationalen Paktes für Frauen in MINTBerufen Prof. Barbara Schwarze, Professorin für Gender und Diversity Studies an der Hochschule Osnabrück Design: Christina Weiß, Geschäftsstelle des Nationalen Paktes für Frauen in MINT-Berufen Druck: Gieselmann Druck und Medienhaus, Bielefeld Bezugsadresse: Geschäftsstelle des Nationalen Paktes für Frauen in MINT-Berufen Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. Wilhelm-Bertelsmann-Straße 10, 33602 Bielefeld Tel.: +49 521 329 821 64, Fax: +49 521 329 821 66 info@komm-mach-mint.de www.komm-mach-mint.de

Bildnachweise: © BMBF: Seite 2 © fotolia.com: Seiten 4-5 / 29: Timurock; Seite 13: Roman Sakhno; Seite 15: tom; Seite 17: treenabeena; Seiten 18-19: Franz Pfluegl; Seite 23: Elena Pahl © com.X Institut für Kommunikations-Analyse & Evaluation: Seiten 6 / 7 Veit Mette – Fotografie: Titel, Seiten 4-5 / 8-9 / 13 / 25

1. Auflage © 2012 | Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V.


INHALT Vorwort Bundesministerin für Bildung und Forschung, Professorin Dr. Annette Schavan

Seite 2

Einleitung Professorin Barbara Schwarze

Seite 3

„Komm, mach MINT.“ Alle an einem Strang: Hintergrund – Ziele – Netzwerk

Seite 4 - 5

Zielgruppe erreicht MINT? Kenn‘ ich! Evaluationsergebnisse kompakt

Seite 6 - 8

Best Practice der Paktpartner Schülerinnen und Studentinnen erreichen

Seite 9 - 12

Vorbilder zeigen

Seite 13 - 15

Hürden nehmen und Unterstützung anbieten

Seite 16 - 17

Frauen in Führungspositionen bringen

Seite 18 - 20

Seite 21 - 23

Ideen weitertragen: Maßnahmen umsetzen & Öffentlichkeit schaffen In Zukunft mit MINT

Interview mit Dr. Ulrike Struwe

Seite 24 - 25

Die Zahlen der MINT-Studienanfängerinnen und -Absolventinnen steigen

Seite 26

Memorandum

Seite 27 - 28

Geschäftsstelle Nationaler Pakt für Frauen in MINT-Berufen

Seite 29

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VORWORT Prof. Dr. Annette Schavan, MdB Bundesministerin für Bildung und Forschung und Initiatorin des Nationalen Paktes für Frauen in MINT-Berufen Sehr geehrte Leserinnen und Leser, unter dem Motto „Komm, mach MINT.“ wurde 2008 ein besonderer Pakt geschlossen. Ziel war und ist es, mehr Frauen für duale und akademische Berufe in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu gewinnen. Der Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen hat sich mittlerweile zu einer wichtigen Aktionsplattform entwickelt. Grundlage dafür ist ein starkes Bündnis aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Sozialpartnern, Verbänden und Medien. Die große Resonanz und die steigende Nachfrage nach den Angeboten der Partner verdeutlichen: Chancengerechtigkeit und Vielfalt sind enorm wichtig für die Attraktivität des Wirtschafts- und Forschungsstandorts Deutschland. Gerade im MINT-Bereich gibt es hervorragende berufliche Karrieremöglichkeiten mit anspruchsvollen Herausforderungen. Menschen in MINT-Berufen haben große Chancen, gegenwärtige und künftige Lebensbereiche mitzugestalten. Unternehmen und Institutionen sind sich des Potenzials gut ausgebildeter Frauen sehr bewusst. Sie wollen, dass sich diese Frauen mit ihren individuellen Talenten und Begabungen verstärkt einbringen. Der Pakt bietet den Partnern die Möglichkeit, Kooperationen zu starten sowie gemeinsam neue Kampagnen zu entwickeln und durchzuführen. Die Plattform www.komm-mach-mint.de stellt Informationen für Entscheidungen bei der Berufs- und Studienwahl bereit. Und die Projektlandkarte zeigt, wo in Deutschland die Paktpartner ihre Angebote eingerichtet haben. Die vorliegende Broschüre bilanziert die Erfolge des Nationalen Paktes für Frauen in MINT-Berufen. Es geht um ausgewählte Beispiele, die für viele weitere wertvolle Aktivitäten stehen. Ich danke den Partnern des Paktes herzlich für ihr Engagement. Allen Leserinnen und Lesern der Broschüre wünsche ich eine anregende und spannende Lektüre.

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Einleitung Prof. Barbara Schwarze Professorin für Gender und Diversity Studies an der Hochschule Osnabrück Liebe Paktpartnerinnen und Paktpartner, liebe Leserinnen und Leser, der Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen »Komm, mach MINT.« hat sich in den letzten drei Jahren zu einem beeindruckenden Netzwerk entwickelt — 2008 mit 46 Partnern gestartet, verfolgen mittlerweile 100 Partner aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Verbänden das gemeinsame Ziel, mehr Frauen für MINT zu gewinnen. »Komm, mach MINT.« bietet eine ideale Plattform, um die bestehenden Angebote zur Motivierung und Aktivierung junger Mädchen und Frauen zu bündeln, miteinander zu vernetzen und übergreifend öffentlich sichtbar zu machen. Darüber hinaus findet zwischen den Paktpartnern ein breiter Erfahrungsaustausch statt. Vorhandene Maßnahmen können so verbessert, neue Projekte zielgruppengerecht initiiert werden. Die Vernetzung untereinander bedeutet gleichzeitig, dass die Angebote aufeinander abgestimmt sind und ineinandergreifen können. Nur so können wir dem Anspruch einer MINT-Bildung entlang der gesamten Bildungskette gerecht werden und Mädchen und junge Frauen bei der Berufswahl kontinuierlich unterstützen. In der vorliegenden Broschüre wird die Entwicklung und Entfaltung von »Komm, mach MINT.« aufgezeigt. Hintergrund, Ziele und Aufgaben des Netzwerks werden im ersten Kapitel näher beleuchtet. Erfolg und Wirkungsweise des Paktes wurden während der gesamten ersten Paktphase durch eine Evaluation kontinuierlich nachgehalten und optimiert. In Kapitel zwei werden spezifische Ergebnisse der Evaluation entlang definierter Ziele präsentiert. Es folgt die Vorstellung ausgewählter Partnerprojekte, die die ganze Bandbreite der Angebote und Maßnahmen für mehr Frauen in MINT aufzeigen. 1.000 solche und ähnliche Projekte sind auf der Projektlandkarte des Paktes auf www.komm-mach-mint.de gebündelt. Sie bieten jungen Frauen bundesweit jede Menge Möglichkeiten, MINT kennenzulernen oder Unterstützung vor und während des Studiums zu erhalten. Die Broschüre schließt mit einem Ausblick auf die Paktaktivitäten der nächsten Jahre und die Entwicklung der Zahlen der MINT-Studienanfängerinnen und -absolventinnen. Allen Paktpartnern danke ich für ihr großartiges Engagement und die stets inspirierende Zusammenarbeit! Ihre

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„KOMM, MACH MINT.“ Alle an einem Strang: Hintergrund – Ziele – Netzwerk Die Kraft des Netzwerks nutzen Der Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen MINT-Berufe haben eine starke Zukunft. Ein Studium oder eine Ausbildung in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik eröffnet große berufliche Chancen. Besonders in diesen Fächern steigt in den kommenden Jahren der Bedarf an Akademikerinnen, Akademikern und Fachkräften. Auf das Potenzial der Frauen können und wollen Wirtschaft und Wissenschaft dabei nicht mehr verzichten. Besonders die junge Frauengeneration bringt gute Voraussetzungen für die MINT-Berufe mit und ist so gut ausgebildet wie nie zuvor. Trotzdem entschieden sich 2010 nur 15 Prozent aller Studienanfängerinnen für ein Studium im Bereich der Mathematik und Naturwissenschaften. In den Ingenieurwissenschaften waren es nur neun Prozent.

Startpunkt: 2008 Die Geschichte des Paktes Um das Interesse von Mädchen und Frauen an MINT zu wecken und zu fördern und um ihre Ein- und Aufstiegschancen zu verbessern, wurde im Juni 2008 der Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen ins Leben gerufen. Er ist Teil der Qualifizierungsinitiative »Aufstieg durch Bildung« der Bundesregierung und setzt auf eine intensive Kooperation mit Partnern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien. Gefördert wird der Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Mehr Frauen auf allen Ebenen Die Ziele des Paktes Die Zielgruppe des Paktes sind junge Frauen an der Schnittstelle Schule und Studium und am Übergang in den Beruf. Gemeinsam mit seinen zahlreichen Partnern will der Pakt:

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• den Anteil der Studienanfängerinnen in MINT-Fächern auf mindestens europäisches Niveau steigern — das ent- spricht einem durchschnittlichen Anstieg um fünf Prozentpunkte,

• den Frauenanteil bei Neueinstellungen im MINT-Bereich mindestens auf den Anteil der Hochschulabsolventinnen in den entsprechenden Fächern erhöhen,

• den Frauenanteil in Führungspositionen an Hochschulen und in Forschungseinrichtungen um mindestens einen Prozentpunkt pro Jahr steigern,

• den Frauenanteil in Führungspositionen in den beteiligten Unternehmen gemäß selbst gesetzter Zielmarken deutlich erhöhen.


»Komm, mach MINT.« Alle an einem Strang Die Partner des Paktes Der Pakt lebt von der Vernetzung. Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Verbände, Medien und viele andere verpflichten sich als Paktpartner, die gemeinsamen Ziele voranzutreiben. Die großen Verbände und Bündnisse sind dabei wichtige Multiplikatoren und sorgen für eine breite Öffentlichkeit. Im Netzwerk gelingt es, erfolgreiche Initiativen und Maßnahmen bekannt zu machen und weiterzutragen sowie neue Ideen zu entwickeln und in bestehende Strukturen zu integrieren. Bis Ende 2011 konnten bereits über 100 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Medien gewonnen werden – und es werden immer mehr. Wo die Fäden zusammenlaufen Die Geschäftsstelle als Knotenpunkt In der ersten Phase des Paktes wurde die Geschäftsstelle „Komm, mach MINT.“ aufgebaut. Sie ist der zentrale Knotenpunkt im Netzwerk der Paktpartner. Hier laufen die Fäden zusammen. Die Geschäftsstelle bündelt die Aktivitäten des Paktes, sie sorgt für die Öffentlichkeitsarbeit, informiert und berät die Paktmitglieder. Das Webportal und die Publikationen der Geschäftsstelle informieren aktuell über Daten und Fakten aus der MINT-Welt; zugleich vermitteln sie Schülerinnen und Studentinnen Informationen, Orientierung und Vorbilder für den Weg in die berufliche Zukunft.

Netzwerken im Pakt Der Pakt setzt auf Kooperation. In vielen Bundesländern haben sich Unternehmen und Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Schulen zusammengefunden und verfolgen gemeinsam das Ziel, Frauen für MINT-Berufe zu gewinnen. So entstehen nachhaltige Initiativen. Je stärker die Partner sind, umso stärker sind das Netzwerk und die dadurch entstehenden Synergien. Einige Beispiele:

• Mit pro-femMINT – Frauen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik etabliert die Fachhochschule Kaiserslautern ein Netzwerk zwischen Hochschulen, Schulen, Wirtschaft und Politik in der Region Rheinland-Pfalz/ Saarland, um gemeinsam weitere Aktionen für Mädchen und Frauen durchzufüh- ren.

• Die Landesregierung Niedersachsen, die Kammern, Verbände und Arbeitsagenturen vernetzen sich und gründen als Partner die Qualifizierungsoffensive Niedersachsen.

• Die Unternehmen Hewlett Packard und Bosch haben, aufbauend auf einem ge- meinsamen Mentoring-Programm, ihren Austausch zur Fortentwicklung von Diversity verstärkt.

• Die Hochschule Osnabrück und die Harting Technologiegruppe haben gemeinsam das MINT-Technikum, ein Praktikum zur Studien- und Berufsorientierung, ins Leben gerufen.

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ZIELGRUPPE ERREICHT MINT? Kenn' ich! Evaluationsergebnisse kompakt Erfolge der ersten Paktphase • 100 Paktpartner Ende 2011 – seit Paktstart hat sich die Zahl der Partner mehr als verdoppelt. • 1.000 MINT-Projekte – gebündelt in der Projektlandkarte auf www.komm-mach-mint.de – erzielen mindestens 436.000 Teilnahmen von Mädchen/Frauen. • Mit über 87.400 zusätzlichen Teilnahmen von Mädchen/Frauen wurde das Paktziel von MINT-Angeboten für mindestens 20.000 Mädchen/Frauen klar übertroffen. • Durchschnittlich 69 Prozent der ehemaligen Teilnehmerinnen von BMBF-geförderten „Komm, mach MINT.“Projekten schlagen eine MINT-Laufbahn ein oder streben diese an. • 82 Prozent der Paktpartner haben ihre Maßnahmen rund um „Frauen und MINT“ seit Paktbeitritt ausgebaut. • Mit fast 4.000 unterschiedlichen Medienbeiträgen zum Pakt dominiert er die Berichterstattung zu Frauen und MINT. • www.komm-mach-mint.de verzeichnete rund 255.000 Besuche. • Auf mindestens 100 Veranstaltungen jährlich präsentiert die Geschäftsstelle den Pakt.

Um den Pakt zu steuern und die Erreichung seiner Ziele zu prüfen, hat das BMBF eine externe Evaluation beauftragt. Drei Jahre lang hat das Bochumer Institut com.X den Pakt begleitet, regelmäßig Rückmeldung zum Status quo der Zielerreichung gegeben sowie Optimierungsempfehlungen abgeleitet, die bereits in der ersten Paktphase mit eingeflossen sind.

„Komm, mach MINT.“ – wir sind dabei Der Aufbau eines tragfähigen Netzwerks ist gelungen: Gestartet mit 46 Paktpartnern, überspringt die Zahl der Partner Ende 2011 die 100er-Marke. Ebenfalls stark gestiegen ist die Zahl der Angebote, die in der Projektlandkarte verzeichnet sind. Diese bündelt und präsentiert die MINT-Angebote von Unternehmen, Hochschulen, Verbänden und vielen weiteren Institutionen für Mädchen und Frauen und macht sie damit an zentraler Stelle für die Zielgruppen zugänglich. Ende 2011 verzeichnet die Landkarte 1.000 Projekte. Die Projekte konnten von Mitte 2008 bis Mitte 2011 insgesamt 436.790 Teilnahmen von Mädchen und Frauen zählen. Davon entfallen allein 167.288 Teilnahmen auf Projekte der Paktpartner.1 Auch die Befragung der Paktpartner zum Ende der ersten Paktlaufzeit zeigt: Die große Mehrheit der Partner (82 %) hat ihre Maßnahmen Einfluss des Paktes auf Aktivitäten der Paktpartner rund um „Frauen in MINT“ Paktpartnerbefragung 2011, n = 49 Darstellung: Prozentwerte

Seitdem wir dem Pakt beigetreten sind, haben wir Aktivitäten rund um „Frauen und MINT“ ...

In welchem Maße hat der Paktbeitritt zur Aufstockung bzw. Neuentwicklung beigetragen? Paktbeitritt war ausschlaggebend

ausschließlich unverändert fortgeführt

aufgestockt oder neu entwickelt Paktbeitritt hatte damit wenig bis gar nichts zu tun

© com.X Institut für Kommunikations-Analyse & Evaluation

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Paktbeitritt hatte daran Anteil

rund um „Frauen und MINT“ seit Paktbeitritt ausgebaut, indem sie neue Angebote entwickelt und bestehende ausgeweitet haben. Bei 2/3 dieser Partner war der Pakt entweder ausschlaggebend oder hatte Anteil an diesem Ausbau.2 Besonders aktiv sind die Partner in der Durchführung von Berufsund Studienorientierungsangeboten (70 %), Personalrekrutierungsmaßnahmen (62 %) sowie in der gendersensiblen Konzeption und Kommunikation eben jener Maßnahmen (60 %). Jeweils rund die Hälfte kümmert sich darüber hinaus intensiv darum, interne Strukturen familienfreundlicher zu gestalten und talentierte MINT-Frauen innerhalb ihrer Institution gezielt zu fördern, etwa durch Personalentwicklungs- und Mentoringangebote. Angebote für mindestens 20.000 Mädchen und Frauen zusätzlich! Diese Zielmarke ist deutlich überschritten worden: Insgesamt konnte der Pakt gut 87.400 zusätzliche Teilnahmen durch Mädchen und Frauen erzielen. In diese Zahl fließen nur Projekte und Veranstaltungen ein, die unter Einfluss des Paktes neu gestartet oder ausgebaut wurden. Dazu zählen neu initiierte oder aufgestockte Projekte der Paktpartner ebenso wie die durch das BMBF im Rahmen des Paktes geförderten „Komm, mach MINT.“-Projekte (hier nur Projekte mit intensivem Kontakt zu Teilnehmerinnen).3 Teilnehmerinnen dieser „Komm, mach MINT.“-Projekte sind nicht nur mit dem Angebot sehr zufrieden, sondern wurden in aller Regel darin bestärkt, sich auch mittelfristig weiter in Richtung MINT zu orientieren. Im Schnitt der Projekte haben 69 Prozent der Teilnehmerinnen am Ende der ersten Paktlaufzeit entweder bereits ein MINT-Studium bzw. eine MINT-Ausbildung begonnen oder planen dies zu tun.4


MINT? Kenn' ich! Netzwerk aus- und aufbauen Eine der wichtigsten Erwartungen, die die Paktpartner mit ihrem Paktbeitritt verknüpft haben, ist in vollem Umfang erfüllt worden: Der inhaltliche Austausch und die Vernetzung der Mitglieder untereinander sind durch den Pakt in starkem Maße befördert worden. Durchaus selbstkritisch äußern sich die Partner dagegen mit Blick auf weiter reichende Synergie- und Kooperationsziele: Was die Abstimmung von MINT-Aktivitäten untereinander sowie die Durchführung gemeinsamer Projekte betrifft, sehen sie zukünftig durchaus noch Potenzial. Die Koordination und die Weiterentwicklung des Paktes liegen bei der vom BMBF als Projekt des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. geförderten Geschäftsstelle, deren Arbeit bei den Paktpartnern eine hohe Wertschätzung erfährt: Sie bewerten sämtliche Service-, Beratungs- und Bündelungsleistungen der Geschäftsstelle mit gut und sehr gut. „Wir präsentieren MINT nach auSSen!“ Breite Öffentlichkeitsarbeit, um MINT-Berufsbilder zutreffend zu vermitteln Im Rahmen der übergreifenden Öffentlichkeitsarbeit setzte die Geschäftsstelle zahlreiche Formate erfolgreich ein. So wurde die Präsenz des Paktes auf Zielgruppenveranstaltungen (Berufsmessen, Jugendmessen etc.) kontinuierlich und effizient ausgebaut, etwa durch Kooperationsveranstaltungen mit Paktpartnern oder den Verleih der stark nachgefragten MINT-Zukunftsbox.5 Die Zugriffe auf die Pakt-Website wurden stetig gesteigert: Rund 255.000 Visits (zusammenhängende Nutzungsvorgänge) konnten insgesamt verzeichnet werden.6 Von Beginn an ist es dem Pakt gelungen, erfolgreich „Agenda Setting“ zu betreiben und den Mediendiskurs zum Thema „Frauen und MINT“ zu fördern – der weitaus größte Anteil der Berichterstattung zum Themenbereich ist auf Paktpartner zurückzuführen. Fast 4.000 unterschiedliche Beiträge konnten Paktpartner, deren Aktivitätsgrad diesbezüglich während der ersten Paktlaufzeit stark ansteigt, und die Geschäftsstelle in den Medien platzieren.7 Besonders positiv: Der Anteil der Berichterstattung in zielgruppenaffinen Medien bzw. Rubriken in allgemeinen Medien (z.B. Karriere- und Berufs-Specials in Tageszeitungen) steigt stetig an. In zunehmendem Maße gelingt es auch, zentrale Positivbotschaften zu MINT-Berufen in der Berichterstattung zu verankern (sichere Berufsaussichten, Frauen sind willkommen, MINT ist attraktiv). „MINT – find ich gut!“ Mehr Mädchen und Frauen für MINT begeistern Die Ausweitung der Aktivitäten sowie die forcierte Kommunikation tragen Früchte: Das Bild der MINT-Berufe hat sich sowohl in der Bevölkerung als auch bei MINT-interessierten Schülerinnen und MINT-Studentinnen/-Absolventinnen positiv verändert.8 Daran hat der Pakt nachweislich einen großen, aber selbstverständlich nicht den alleinigen Anteil. Stark angestiegen ist die Bekanntheit des MINT-Begriffs, insbesondere bei den Primärzielgruppen: 38 Prozent der MINT-interessierten

Schülerinnen und 54 Prozent der Studentinnen von MINT-Fächern kennen ihn mittlerweile. Dabei werden die Schülerinnen 2011 nicht nur stärker durch das Internet mit MINT-Themen erreicht (78 % gegenüber 59 % in 2009), sondern fragen auch stärker Informationsund Veranstaltungsangebote nach (65 % gegenüber 53 %). In der Bevölkerung und bei den beiden Primärzielgruppen hat sich das Image einzelner MINT-Berufe9 verbessert, wobei sich die stärksten Veränderungen bei den Schülerinnen zeigen. Signifikant stärker als früher nehmen diese MINT-Berufe als spannend, attraktiv, kommunikativ, teamorientiert und als Beruf für Frauen wahr – das Klischee des rauen Arbeitsklimas verblasst dagegen. Die positivere Wahrnehmung schlägt sich auch in den veränderten Studienwünschen nieder. Konnten sich 2009 z.B. noch 52 Prozent der an Informatik interessierten Schülerinnen ein entsprechendes Studium vorstellen, ist dieser Anteil 2011 bereits auf 66 Prozent gestiegen. Image von MINT-Berufen bei Schülerinnen mit Interesse an M, I, N oder T Online-Befragung Schülerinnen mit Interesse an M, I, N oder T, n = 254/251 Darstellung: Mittelwerte

Wie stellen Sie sich den Beruf ... vor? Bitte geben Sie an, welche der beiden Eigenschaften stärker zutrifft oder ob keine der beiden Eigenschaften zutrifft. trifft voll zu

trifft voll zu

Spaß an der Arbeit

2011

keinen Spaß an der Arbeit

2009

vielseitig

einseitig gering bezahlt

gut bezahlt

wenig Karrieremöglichkeiten

viele Karrieremöglichkeiten spannend

langweilig

im Team arbeiten

für sich allein arbeiten

attraktiv

unattraktiv

kommunikativer Beruf

kein kommunikativer Beruf

ein Beruf für Frauen

kein Beruf für Frauen

angenehmes Arbeitsklima

raues Arbeitsklima 

© com.X Institut für Kommunikations-Analyse & Evaluation

Werte auf dem 5%-Niveau signifikant verschieden

Frauenanteil an Studienanfänger/-innen um durchschnittlich 5 Prozentpunkte steigern Die Studierendenzahlen sind zwischen 2008 und 2010 insgesamt stark gestiegen – dabei steigt die Anzahl der Frauen, die sich für ein MINT-Studium entscheiden, zwar langsam, dafür aber seit drei Jahren stärker, als dies die Jahre zuvor der Fall war. In einigen MINT-Fächern ist die Zahl der Frauen sehr viel stärker angestiegen als die der Männer. So beträgt 2010 der Anteil der Studienanfängerinnen im Bereich Informatik 19,1 Prozent, im Bereich Physik/ Astronomie 24,3 Prozent und in der Elektrotechnik verbleibt er mit 10,3 Prozent im zweiten Jahr hintereinander im zweistelligen Bereich. Als besonders erfolgreich in der Akquise weiblicher Studierender erweist sich der Verbund UAS710, der den Frauenanteil in der Informatik um 1,9 Prozentpunkte und in den Naturwissenschaften sogar um 5,7 Prozentpunkte erhöhen konnte und damit in letzterem Bereich sogar die Zielmarke von 5 Prozent Steigerung übertrifft. Ausführlichere Daten sind in dieser Broschüre im Kapitel „Die Zahlen der MINT-Studienanfängerinnen und -Absolventinnen steigen“ auf Seite 26 zu finden.

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ZIELGRUPPE ERREICHT MINT? Kenn' ich! Frauenanteil an Neueinstellungen mindestens auf den Absolventinnenanteil der entsprechenden MINT-Fächer steigern und den Frauenanteil in Führungspositionen erhöhen Knapp zwei Drittel der Paktpartner11 konnten den Frauenanteil bei Neueinstellungen im MINT-Bereich steigern; bei der Hälfte liegt er 2010 mindestens auf oder sogar über dem Absolventinnenniveau der entsprechenden Fächer. Dass die Zielmarken damit für Mathematik und Informatik deutlich übertroffen wurden, liegt auch am bereits hohen Ausgangsniveau der Partner, die sich im Pakt engagieren. Dennoch konnte der Anteil der eingestellten Frauen in der Informatik und vor allem in Technik/Ingenieurwissenschaften gegenüber 2008 weiter angehoben werden. Gleichzeitig ist es gut jeder vierten Paktmitgliedsinstitution12 gelungen, den Frauenanteil an Führungspositionen13 um 1 Prozentpunkt pro Jahr zu steigern.

Fazit Es ist gelungen, ein umfangreiches und funktionierendes Partnernetzwerk aufzubauen. Bündelung, Vernetzung und Ausbau von MINT-Aktivitäten sowie die gemeinsamen Kommunikationsanstrengungen haben die Wahrnehmung von MINT in der Öffentlichkeit und bei den Zielgruppen, allen voran den Schülerinnen, positiv verändert. Bei den Studienanfängerinnenzahlen, dem Frauenanteil an Neueinstellungen sowie an Führungspositionen sind erste Erfolge sichtbar – bis zur Erreichung der ambitionierten Ziele des Memorandums ist es jedoch noch ein weiter Weg. So lautet denn auch die wichtigste Aufgabe aus Sicht der Paktpartner für die kommenden Jahre: „Wir müssen unsere Anstrengungen fortführen und ausbauen!“

Quelle: Strukturdatenerhebungen von Paktprojekten i.w.S. 2009 (n = 238, N = 584), 2010 (n = 180, N = 696) und 2011 (n = 370, N = 990). 2 Quelle: Paktpartnerbefragung 2011 (n = 50, N = 79). 3 Quelle: Strukturdatenerhebungen von Paktprojekten, siehe 1. 4 Quelle: Online-Teilnehmerinnenbefragung „Komm, mach MINT.“-Projekte (n = 426, N = 2.027). 5 Quelle: Fortlaufende Analyse des Outputs der Geschäftsstelle. 6 Quelle: Fortlaufende Analyse der Website-Nutzungszahlen. 7 Gesamtauflage der ausgewerteten Printmedien: rund 147 Millionen. 8 Quelle: Telefonische Bevölkerungsbefragung (je n = 1.000); Online-Befragungen MINT-interessierte Schülerinnen (n = 254/251) und MINT-Studentinnen/-Absolventinnen (n = 259/259): jeweils Nullmessung im Frühjahr 2009, Wiederholungsmessung 2011. 9 Abgefragt wurden die vier Berufe (Mathematiker/-in, Informatiker/-in usw.) jeweils einzeln; für diese Darstellung wurden die Mittelwerte aus allen Einzelbewertungen für MINT gesamt zusammengefasst. 10 Seven Universities of Applied Sciences (www.uas7.org). 11 Erhebung memorandumsrelevanter Daten im Rahmen der Paktpartnerbefragungen 2009 und 2011. Die Ergebnisse beziehen sich jeweils auf 15 Mitglieder, die Neueinstellungen vorgenommen haben und in beiden Erhebungen Angaben zu dieser Fragestellung machen konnten. 12 Ebd.. Hier beziehen sich die Ergebnisse auf 29 Mitglieder, die in beiden Erhebungen Angaben zu dieser Fragestellung machen konnten. 13 Für Hochschulen: Professuren der Besoldungsgruppen W2 und W3 (ehemals C3 und C4) sowie alle Angehörigen der Hochschulleitung; alle anderen Institutionen: Positionen mit Personal- und/oder Budgetverantwortung. 1

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Uni Von der Kita bis zur in Ingenieur- und Naturwis Frauen – A Das Projekt FIN senschaften rufen so stark rum Frauen in MINT-Be Es gibt viele Gründe, wa nn zu einer ka e tuf Jede Bildungss d. sin rt tie en räs rep unter n den Mut oder dchen und junge Fraue Mä r de in n, rde we lle Fa -Fächern verlieren. das Interesse an MINT d in Zusamment dem Projekt FINA un Die TU Dresden hat mi aus der Region len und Unternehmen arbeit mit Kitas, Schu das Mädchen , mtkonzept entwickelt ein integratives Gesa le und Univerhu Sc Kindergarten über und junge Frauen vom Interesse für em ihr in den Beruf in g an erg Üb m zu bis sität . ssenschaften bestärkt Ingenieur- und Natur wi ebot für das ng sa ng ldu rbi A ein Weite Konkret entwickelte FIN Praxisprojekte l in den Kindergärten, pädagogische Persona en und Schüstätten für Schülerinn und Experimentier-Werk tungen und tal ns e I, Informationsvera ler der Sekundarstuf tufe sowie ers Ob die jektwochen bis in ngen an wissenschaftliche Pro ltu sta ran ve hr hlungen für Le pfe Em d un n se aly An der Universität. 2010. Einige Proendete mit dem Jahr Die Laufzeit von FINA rch. Die Schultät aber weiterhin du jekte führt die Universi und Lehrer sie n legt, dass Lehrerinne projekte sind so ange ren können. füh rch enständig du eig ln tte Mi n he fac mit ein r Aus- und Weie Know-how wird in de dig en tw no für da s Da ittelt. nen und Lehrern verm terbildung von Leherin asse mit der in der zehnten Kl »Wenn man erst spät. Da , ist es schon zu Förderung beginnt festgeh lic en schon ziem sind die Interess fahren.« te der TU Dresichstellungsbeauftrag Dr. Brigitte Schober, Gle ordinatorin den und FINA-Projektko Kontakt: TU Dresden Dr. Brigitte Schober Projekkoordination Tel.: 0351/463 364 23 sden.de brigitte.schober@tu-dre na e/fi www.tu-dresden.d


BEST PRACTICE DER PAKTPARTNER Schülerinnen und Studentinnen erreichen Memorandumsziel: »Wir wollen einen Beitrag leisten, um die besonders technisch begabten und interessierten Schülerinnen (rd. 40 %) gezielt anzusprechen und zu fördern.« Berufsorientierung ist ein komplexer Prozess. Wer Mädchen und junge Frauen für technische und naturwissenschaftliche Fächer und Berufe begeistern will, muss früh anfangen und wissen, wer Einfluss auf die Entscheidungen der Mädchen hat. Die Förderung des Interesses an MINT-Themen durch Mitmach-Experimente bereits in der frühkindlichen Bildung und die Einbindung der Erzieherinnen in diese Angebote sind hier beispielhaft zu nennen, ebenso wie die Etablierung eines gendergerechten Technikunterrichts in den Grund- und weiterführenden Schulen. Gleichzeitig müssen Eltern und Lehrkräfte für die unterschiedliche Herangehensweise von Mädchen und Jungen an Technik und Naturwissenschaften sensibilisiert werden. Im Rahmen des Paktes engagieren sich die Partner insbesondere an der Schnittstelle Schule – Studium und haben den Fokus auf die Ansprache der technisch interessierten, aber in ihrer Entscheidung noch unsicheren jungen Frauen gelegt. Die Angebote geben den teilnehmenden Schülerinnen die Gelegenheit, die spannende Welt der MINT-Berufe und deren Anforderungen kennenzulernen. Zudem werden zahlreiche Maßnahmen für Studentinnen aufgelegt, die einen frühzeitigen Einblick in das Berufsleben ermöglichen, das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten stärken und beim Übergang vom Studium in den Beruf unterstützen. Sechs Projekte zeigen unterschiedliche Möglichkeiten und Herangehensweisen.

On the Road „CampusThüringenTour“ macht Lust auf Ein MINT-Studium Eine Woche lang fährt der Bus mit Schülerinnen der Klassen 10 bis 13 aus allen Bundesländern zu allen sieben Thüringer Hochschulen, die Studienfächer im MINT-Bereich anbieten. „CampusThüringenTour“ heißt das Projekt, das 2011 bereits zum fünften Mal startete. So oder ähnlich sieht der Tourplan mit den Aktivitäten vor Ort aus: Bauhaus-Universität Weimar Verkehrs- und Bauingenieurwesen: Im Workshop „Mobility Girl“ am Computer eine eigene Stadt bauen. Friedrich-Schiller-Universität Jena Physik: die Funktion einer Solarzelle kennenlernen und einen Solarmotor bauen.

Fachhochschule Nordhausen Erneuerbare Energien: Solarenergie und Photovoltaik als Zukunftstechnologien kennenlernen. »Die Mädchen, die an der Tour teilnehmen, haben alle ein gezieltes Interesse an MINTFächern. Aber sie sind sich nicht sicher, ob sie das wirklich können. Diese zurückhaltende Einschätzung der eigenen Fähigkeiten erleben wir bei den Mädchen immer wieder. Im Lauf der Tour rücken aber solche Fragen mehr in den Hintergrund. Denn sie bekommen im persönlichen Kontakt einen sensibleren Blick für die facettenreichen MINT-Berufe und zugleich schöne Einblicke ins Studentenleben.«

Fachhochschule Schmalkalden Techniken lernen für das schnelle Skizzieren von Produktideen.

Irma Bergknecht, Projektkoordinatorin

Technische Universität Ilmenau Medientechnologie: „Was mit Medien machen ...“ Das geht auch in einem MINT-Studium.

Kontakt: Thüringer Koordinierungsstelle NWT Irma Bergknecht Projektkoordination c/o TU Ilmenau Tel.: 03677/692 551 thueko@tu-ilmenau.de www.thueko.de

Fachhochschule Erfurt Einen Querschnitt durch die MINT-Fächer bietet ein kompaktes Workshop-Programm: Vom Straßenbau im Bauingenieurwesen bis zu Wärme- und Lichtexperimenten in der Chemie. Fachhochschule Jena Informatik: Hier stellen Frauen den Studiengang vor und setzen dem Klischee des Berufsbildes spannende Einblicke in die angewandte Informatik entgegen.

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BEST PRACTICE DER PAKTPARTNER Schülerinnen und Studentinnen erreichen Licht und Berufe Light up your life – Für Girls mit Grips Fast 180 Mädchen haben über zwei Jahre an dem Projekt „Light up your life“ des Instituts für Angewandte Physik, dem MExLab Physik der WWU und der Fachhochschule Münster teilgenommen. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Von der 8. bis zur 10. Klasse haben die Mädchen das Thema „Licht“ und Berufe aus dem Bereich der optischen Technologien kennengelernt – in Workshops, bei Firmenbesuchen, den Light-at-work-Events und in der Webcommunity Lilli-Club. Ein Gespräch mit der Projektkoordinatorin Inga Zeisberg: Warum ist Licht ein gutes Thema für Mädchen? Inga Zeisberg: „Wir haben das Thema „Licht“ gewählt, weil die optischen Technologien viel Potenzial für tolle Arbeitsplätze mit Zukunft bieten. Gleichzeitig ist es ein Thema, das sich im Alltag wiederfinden lässt: Handy, Scanner oder auch das Sonnenlicht – das alles sind gute Anknüpfungspunkte für Mädchen.“

Die Mädchen, die teilgenommen haben, hatten aber bereits ein Interesse an Physik und Technik? „Der Erfolg besteht darin, die Mädchen nicht zu verlieren. Die Pubertät ist eine ganz entscheidende Phase, in der sie sich häufig von technischen Themen – und erst recht von einem so männlich konnotierten Fach wie der Physik – abgrenzen. Parallel zu den Projektteilnehmerinnen haben wir eine große Vergleichsgruppe zum Interesse an MINT-Themen befragt. Das Ergebnis: Das Interesse der Lilli-Mädchen ist zwar gesunken – durchaus typisch für diese Altersgruppe –, aber nicht so stark wie bei anderen Mädchen. Es bleibt auf demselben hohen Niveau wie das technische Interesse der gleichaltrigen Jungen.“ Wie konnten Sie das Interesse der Mädchen halten? „Über die großen Workshops, die Light-at-work-Events, Exkursionen zu Firmen und Forschungseinrichtungen und die OnlineCommunity war eine kontinuierliche Begleitung möglich. Das ist in dieser Lebensphase das Wichtigste.“ Kontakt: Westfälische WilhelmsUniversität Münster Institut für Angewandte Physik Prof. Dr. Cornelia Denz Projektleitung Inga Zeisberg Projektkoordination Tel.: 0251/83 335 16 zeisberg@uni-muenster.de www.lightupyourlife.de

Und diesen Alltagsbezug brauchen sie? „Ja. Wir wissen, dass Physik mit Abstand eines der unbeliebtesten Fächer bei den Mädchen ist. Im Unterricht werden häufig physikalische Themen in einem technischen Zusammenhang dargestellt, an großen Maschinen zum Beispiel. Sobald das Setting ein anderes ist, steigt nachweisbar das Interesse der Mädchen.“

Talente fördern Junior-Akademien und Talent Schools von Telekom Stiftung und Fraunhofer-Instituten Wie viel Mathe steckt in MP3? Und was haben die Infektionskrankheiten Cholera und Ruhr gemeinsam? Wie lassen sich Staus berechnen und wie die Wettervorhersage? Talente von Jugendlichen fördern – das ist das Ziel der Fraunhofer-Talent-School und der Deutschen Telekom Stiftung. Im Rahmen einer Kooperation realisieren sie bundesweit Talent Schools, um insbesondere den Anteil von Mädchen und jungen Frauen in technischen Berufen zu erhöhen. Gefördert wird das Vorhaben sowie das Internetportal „my Talent“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. In der Junior-Ingenieur-Akademie (JIA) – einem Angebot der Telekom Stiftung – erhalten Schülerinnen und Schüler Einblick in ingenieurwissenschaftliche Berufsbilder und erfahren in der Praxis, wie Arbeitsplätze in der Industrie, in Wissenschaft und Forschung aussehen. Die JIA wird als Wahlpflichtfach in der gymnasialen Mittelstufe angeboten und ist damit Teil der schulischen Ausbildung. Im Rahmen der neuen Kooperation haben Absolventinnen der Junior-Ingenieur-Akademie die Möglichkeit, ihre Kompetenzen über die Mittelstufe hinaus in der Fraunhofer-Talent-School zu vertiefen und auszubauen. Hier wird, begleitet von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, an konkreten Projekten und Fragen geforscht. Über das Internetportal „my Talent“ (www.mytalent-portal.de) können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer miteinander und mit der Fraunhofer-Gesellschaft in Kontakt bleiben. Kontakt: Fraunhofer-Gesellschaft Michael Vogel Abteilungsleitung Personalentwicklung Tel.: 089/120 521 00 michael.vogel@zv.fraunhofer.de www.izb.fraunhofer.de/veranstaltungen/talentschool.html

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Deutsche Telekom Stiftung Dr. Gerd Hanekamp Projektleitung Tel.: 0228/181 920 10 gerd.hanekamp@telekom.de www.telekom-stiftung.de/junior-ingenieur-akademie


Schülerinnen und Studentinnen erreichen Fahrzeugtechnik wird weiblicher Das Projekt „Frauen in technischen Berufen“ (FiT) der Ford-Werke Um mehr junge Frauen für technische Berufe zu begeistern, haben die Ford-Werke 1999 das Projekt „Frauen in technischen Berufen“ (FiT) in Köln ins Leben gerufen. FiT richtet sich an Mädchen von der 7. bis zur 13. Klasse. Im Verlauf dieser Schuljahre können Mädchen verschiedene Angebote nutzen: Besichtigungen, Praxisprojekte und Berufsinfotage im Ausbildungszentrum, Ferienpraktika oder das Sommerferienprogramm Try-Ing. Pro Jahr nehmen über 800 Mädchen an ca. 40 FiT-Veranstaltungen teil. Neben den Schülerinnen sind Lehrkräfte eingeladen, die sich für die Berufsorientierung in der Schule fit machen wollen. Auch für sie gibt es Informationstage, Fortbildungen und Praktika, um Einblicke in technische Arbeitsfelder und die beruflichen Chancen zu gewinnen. Der Anteil der Mädchen in technischen Berufspraktika ist bei den Ford-Werken seit 1999 kontinuierlich von sieben auf durchschnittlich 25 Prozent angestiegen. Der Anteil der

weiblichen Auszubildenden konnte seit 2000 in den gewerblich-technischen Ausbildungsgängen auf durchschnittlich 18 Prozent deutlich erhöht werden. Zum Vergleich: Bundesweit liegt der Frauenanteil hier bei fünf Prozent. Seit Einführung des dualen Studiengangs do2technik in 2003 konnte auch hier der Anteil von Frauen von 25 auf heute durchschnittlich 45 Prozent gesteigert werden. Internen Befragungen zufolge haben weit über die Hälfte aller Mädchen, bis zu 65 Prozent, bei Ford im Vorfeld an einer FiT-Veranstaltung teilgenommen. Kontakt: Ford Aus- und Weiterbildung e.V. Birgit Kendziora Projektkoordination Tel.: 0221/90 182 72 bkendzio@ford.com www.ford.de/UeberFord/BerufKarriere/Einstieg/Schuelerin nen_Schueler/Frauen_in_technischen_Berufen

Lego-Roboter sind erst der Anfang Projekt-Bausteine bei National Instruments Das Unternehmen National Instruments (NI) engagiert sich für eine nachhaltige MINT-Bildung. Es gibt zahlreiche Initiativen, die Schülerinnen und Schüler für MINT-Themen begeistern sollen: Pilotprojekte in Kindergärten, Lehrerfortbildungen sowie eigene akademische Programme zur Zusammenarbeit mit Schulen, Ausbildungsstätten und Hochschulen. Kontakt: National Instruments Germany GmbH Michael Dams – Director Central Europe www.ni.com/careers/students.htm

MINT-Lehrerfortbildungszentrum Das MINT-Lehrerfortbildungszentrum wurde von der LPE Technische Medien GmbH und der National Instruments Germany GmbH ins Leben gerufen, um Lehrkräften aller Schulformen sowie Ausbilderinnen und Ausbildern die Möglichkeit zu geben, sich in den Bereichen Robotik und Messtechnik fortzubilden.

Experimentieren mit LEGO® MINDSTORMS® und NI LabVIEW In Zusammenarbeit mit LEGO engagiert sich NI, um den Forschungseifer und den Entdeckungsdrang von Kindern und Jugendlichen zu wecken. Zum Beispiel in LEGORoboter-Projekten.

NI WorldClass Studentinnen und Studenten aus ganz Europa erhalten die Möglichkeit, fünf Tage lang an einem komplexen Roboterprojekt zu arbeiten. In Projektteams beschäftigen sich die Teilnehmenden intensiv mit Robotik, Regelungstechnik und Kinematik, Visualisierung, Messtechnik, digitaler Kommunikation sowie Bildverarbeitung.

FIRST (For Inspiration and Recognition of Science and Technology) FIRST ermutigt Schülerinnen und Schüler, den Reiz von Wissenschaft und Technik für sich zu entdecken. Dafür wurden eine Reihe von Robotikwettbewerben ins Leben gerufen, etwa die Junior FIRST LEGO League, FIRST LEGO League, FIRST Technical Challenge und die FIRST Robotics Competition.

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BEST PRACTICE DER PAKTPARTNER Schülerinnen und Studentinnen erreichen TALENTE ENTDECKEN MÄTA – Bundesweite Mädchen-Technikkongresse »Kongresse und Veranstaltungen nur für Mädchen geben diesen einen wichtigen Raum, um ihre Talente ungestört zu entdecken und in Ruhe die Erfahrung zu machen, dass sie etwas erreichen können. So wachsen Interesse und Selbstbewusstsein. Nachhaltig sind Angebote wie diese allerdings nur, wenn Mädchen wiederholt angesprochen werden und sie so die Möglichkeit haben, sich kontinuierlich zu informieren.« Dr. Bettina Kühne, Institut für Innovation und Technik (iit) in der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH An vielen Schulen, Hochschulen und in Unternehmen gibt es Aktivitäten, um mehr Mädchen für MINT-Fächer und -Berufe zu gewinnen. Wenn man sich kennt, zusammenarbeitet, vor Ort gemeinsam

etwas auf die Beine stellt, dann wachsen nachhaltige Netzwerke. Das ist die Idee des bundesweiten Mädchen-Technikkongresses MÄTA. Im Fokus: Mikrosystemtechnik, Nanotechnologie und optische Technologie. Sieben bundesweite Kongresse haben stattgefunden. Fast 1.800 Mädchen von der 5. bis zur 13. Klasse haben die Kongresse besucht; sie haben experimentiert, sich über Berufe informiert und Role Models kennengelernt. Ausgangspunkt der Aktivitäten waren jeweils regionale runde Tische, an denen die Akteurinnen und Akteure vor Ort organisiert sind. Ihre Aufgabe war die Vor- und Nachbereitung der Kongresse, die Netzwerkarbeit sowie die Vermittlung von Gender-Technikkompetenz. So wurden neben den praxisorientierten Kongressen für die Mädchen immer auch Gendertrainings für Lehrkräfte angeboten. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die an den runden Tischen entstandene Zusammenarbeit wird fortgesetzt. Ihre Aufgabe, eine Initialzündung für die Region zu sein, haben die Kongresse erreicht. Kontakt: Institut für Innovation und Technik (iit) der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH Dr. Bettina Kühne – Projektleitung Tel.: 030/310 078 316 kuehne@iit-berlin.de www.mst-ausbildung.de/maeta

MITMACHEN ERWÜNSCHT ! Die MINT-Zukunftsbox ist ein Angebot für Veranstalterinnen und Veranstalter. Sie ist eines von zahlreichen Mitmach-Modulen, die die Geschäftsstelle entwickelt hat und für Veranstaltungen zur Verfügung stellt. Die Zukunftsbox ist mit einer professionellen Webcam, einem PC mit Touchscreen und einer Tastatur ausgestattet. An der Zukunftsbox Light können Jugendliche ihr persönliches MINTStatement abgeben und ihre Wünsche und Vorstellungen zum Thema MINT äußern. Die Fotos und Statements werden an das MINT-Internetportal übertragen und als Fotowall auf www.komm-mach-mint.de veröffentlicht. Wer außerdem Ideen für Veranstaltungsformate braucht, vielleicht ein MINT-Speeddating umsetzen will oder Beratung bei der Planung eines Kongresses wünscht, Gesprächspartnerinnen für Podien oder Interviews sucht, ist ebenfalls in der Geschäftsstelle richtig.

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BEST PRACTICE DER PAKTPARTNER Vorbilder zeigen Memorandumsziel: »Wir verpflichten uns zu konkreten Maßnahmen, beispielsweise durch die Gewinnung und Freistellung von weiblichen Vorbildern für den Einsatz bei berufsorientierenden Veranstaltungen.« Vorbilder sind unglaublich wichtig, wenn es darum geht, Nachwuchskräfte zu gewinnen. Besonders in den nach wie vor männlich dominierten MINT-Berufen ist es wichtig, Schülerinnen durch den Kontakt mit weiblichen Vorbildern deutlich zu machen, dass Frauen, die eine MINT-Richtung gewählt haben, keine Exotinnen sind, sondern einfach Spaß an ihrem Beruf haben und gerne darin

arbeiten. Durch den Austausch mit Fachfrauen, Studentinnen und Auszubildenden wird den Schülerinnen zudem der Studien- und Berufsalltag und das breite Spektrum der Berufsmöglichkeiten nahegebracht. Falschen und oftmals negativen Vorstellungen von einem MINT-Studium und -Beruf kann so entgegengewirkt werden. Auch die verstärkte Darstellung von MINT-Frauen in der Öffentlichkeit bewirkt einen Bewusstseinswandel – sowohl in der Gesellschaft als auch bei den jungen Frauen. Mehr und mehr wird es als selbstverständlich wahrgenommen, dass junge Frauen erfolgreich als Ingenieurin, Technikerin oder Naturwissenschaftlerin arbeiten.

Per E-Mail in neue Rollen wachsen CyberMentor – E-Mentoring für Mädchen im MINT-Bereich Fragen stellen, neugierig sein, von den Erfahrungen einer berufstätigen Frau oder einer Studentin lernen – das ist Mentoring. Was im direkten, persönlichen Kontakt gelingt, funktioniert auch per E-Mail. Denn Mädchen und junge Frauen kommunizieren ganz selbstverständlich im Netz. So ist CyberMentor gewachsen, Deutschlands größtes E-Mentoring-Programm für Mädchen in MINT. Per E-Mentoring lassen sich Distanzen überwinden. „Wer sich für Meeresbiologie interessiert, muss nicht bis an die Küste reisen, um Einblicke in die Arbeit vor Ort zu bekommen“, sagt Projektkoordinatorin Sigrun Schirner. 2.500 Mädchen und ebenso viele Mentorinnen haben seit 2009 an dem Projekt teilgenommen, das an den Universitäten Regensburg und Ulm entwickelt wurde und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Jedes Jahr werden mindestens 800 neue Mentoring-Paare gebildet. Neben dem Kontakt mit der persönlichen Mentorin bietet die Online-Community Schülerinnen die Möglichkeit, sich unkompliziert auch mit anderen Fachfrauen, Schülerinnen und Studentinnen in Verbindung zu setzen. Ein regelmäßiger Austausch mit der Mentorin per Mail ist Bedingung für eine gewinnbringende und vertrauensvolle Beziehung. Diese gestalten die Tandems ganz unterschiedlich – mal mit täglichen Mails und konkreten Fragen zu Studienorten oder -fächern, mal mit Chat-Terminen in einem festen Rhythmus, bei denen Fragen aus der Schule und aus dem Alltag ebenso wichtig sind. Eine Mentorin erfüllt dabei immer auch eine Vorbildfunktion. Damit sie ihre Rolle als Ratgeberin gut ausfüllen können, sind alle Mentorinnen regelmäßig zu Schulungen eingeladen. »Es ist schön zu sehen, wie sich die Mädchen durch den regelmäßigen Austausch per E-Mail entwickeln. In ihrem Alltag erleben sie es oft als schwierig, andere an technischen oder naturwissenschaftlichen Themen Interessierte zu finden. Bei CyberMentor genießen sie es spürbar, sich mit anderen selbstverständlich über diese Themen zu unterhalten. Es ist toll zu sehen, wie viele Schülerinnen tatsächlich die MINT-Richtung weiterverfolgen. Und so manche ehemalige Mentee engagiert sich heute schon als Mentorin und gibt ihre Erfahrungen aus dem Studium weiter.« Dr. Sigrun Schirner, Projektkoordination Kontakt: Universität Regensburg – Lehrstuhl für Schulpädagogik Dr. Sigrun Schirner – Projektkoordination Tel.: 0941/943 2534 sigrun.schirner@cybermentor.de www.cybermentor.de

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BEST PRACTICE DER PAKTPARTNER Vorbilder zeigen Weibliche Gesprächspartnerin gesucht MINT Role Models Eigentlich sollten es nur 300 sein. Das war die Zielmarke, die sich der Verein Deutscher Ingenieure e.V. zusammen mit dem Ingenieurinnen-Netzwerk und naturwissenschaftlichen Institutionen für das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt MINT Role Models gesetzt hatte. Inzwischen sind mehr als 370 Ingenieurinnen, Naturwissenschaftlerinnen und Studentinnen der MINT-Fachrichtungen in der Datenbank des VDI verzeichnet. „Wir waren selbst von der Resonanz überrascht“, sagt Projektleiterin Tina Lackmann. „Aber die Frauen haben ein großes Bedürfnis, ihre Erfahrungen weiterzugeben, Vorbilder zu sein und dazu beizutragen, dass sich das Bild ihres Berufsstandes verändert.“ Von der Elektrotechnikstudentin bis zur gestandenen Geschäftsführerin, von der Raffinerie bis zur Universität reicht das Spektrum der Role Models, die die gesamte Vielfalt der MINT-Berufe und -Wissenschaften abdecken. Dabei stehen sie einerseits für den direkten Kontakt mit Schülerinnen und Studentinnen bereit, begleiten Messen oder Berufsorientierungstage. Sie sind zugleich aber Ansprechpartnerinnen für die Medien oder Gäste bei Veranstaltungen. „Wir erleben ein starkes Interesse von Veranstalterinnen und Veranstaltern, die Gesprächspartnerinnen zu technischen Themen suchen. Da helfen wir mit passgenauen Kontakten weiter und sind ein wichtiger Dienstleister.“ MINT Role Models sind beispielsweise: Sabine Wüst (Dipl.-Ing.) arbeitet am Innenleben von Autos. Zusammen mit ihrem Team entwickelt sie Cockpits, also alles rund um Instrumententafel und Mittelkonsole. Marika Müller studiert Nautik an der Seefahrtschule Leer. Wenn sie ihre Kapitänsausbildung abgeschlossen hat, kann sie große Frachter über die Ozeane steuern. Isabell Steinke (Dipl.-Phys.) ist Wolkenforscherin. In einer sieben Meter hohen Wolkensimulationskammer erforscht die Doktorandin buchstäblich den Himmel auf Erden. Lea Kristin Beel macht eine Ausbildung zur Fachinformatikerin. Sie testet mit ihrem Team das komplette Automatisierungssystem eines russischen Walzwerks vor Produktionsstart auf Herz und Nieren. Kontakt: Verein Deutscher Ingenieure e.V. Tina Lackmann Projektleitung Tel.: 0211/621 44 63 lackmann@vdi.de www.mint-role-models.de

VORBILDER ERZÄHLEN ! Die Broschüren der Geschäftsstelle „Komm, mach MINT.“ sind viel mehr als Sammlungen von Informationen zu Berufsbildern. Sie erzählen Geschichten, lassen Studentinnen, Auszubildende und berufstätige Frauen zu Wort kommen und geben so einen lebendigen Einblick in die Vielfalt der MINTBerufe. Alle Broschüren sind gedruckt bei der Geschäftsstelle erhältlich. Es gibt sie auch zum Download auf der Website. → Vielfalt + Chancen = Mathematik. Die Summe deiner Berufsmöglichkeiten (2011) → Energiegeladen in die Zukunft. Dein Einstieg in eine faszinierende Berufswelt (2010) → Ich werde Informatikerin! (2010) Broschüren zu Naturwissenschaften und Technik folgen 2012.

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Vorbilder zeigen Ideen für die Medienzukunft ARD/ZDF Förderpreis „Frauen + Medientechnologie“ Wie kann ich bei 350 km/h Geschwindigkeit im ICE störungsfrei auf dem Smartphone fernsehen? Wie lässt sich auf meinem Kopfhörer zu Hause per Knopfdruck zwischen dem Raumklang der MET in New York und der Mailänder Scala wechseln? Warum wird einem bei manchen 3-D-TV-Sendungen flau im Magen und wie lässt sich das vermeiden? Das sind einige Fragestellungen aus Abschlussarbeiten von Preisträgerinnen des Förderpreises aus den letzten Jahren. Unter den Bewerberinnen finden sich viele interessante Frauen. Im Berufsfeld ist ihre Anzahl im Vergleich zu Männern (noch) klein(-er), ihr Potenzial aber groß. Besonders begeistern die Persönlichkeiten der Frauen, die als junge Wissenschaftlerinnen – persönlich engagiert, praktisch orientiert und wissenschaftlich fundiert – ihre Impulse zur technischen Zukunft geben. Diese Talente gezielt aufzuspüren und zu fördern, ist Teil des Engagements von ARD und ZDF für mehr Frauen in technischen Fach- und Führungspositionen. Der ARD/ZDF Förderpreis „Frauen + Medientechnologie“ ist der öffentlichkeitswirksame Leuchtturm dazu. Der mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Förderpreis wird 2012 bereits zum vierten Mal verliehen. Ohne Beschränkung auf bestimmte Studienfächer oder Studiengänge sind Abschlussarbeiten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gesucht, die sich mit technischen Fragen der audiovisuellen Medienproduktion und -distribution sowie angrenzenden Themenfeldern befassen. Fast 100 Bewerberinnen haben bislang ihre Visitenkarte abgegeben. „Es sind nicht nur die Preisgelder verlockend“, sagt Monika Gerber vom Projektbüro des Förderpreises und Leiterin des Geschäftsbereiches „Überfachliches Angebot“ an der ARD.ZDF medienakademie, dem führenden Trainingsinstitut für audiovisuelle Medien im deutschsprachigen Raum. „Für die jungen Frauen ist die Bewerbung auch eine tolle Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen und ihre Karriere voranzutreiben.“ Kontakt: ARD.ZDF medienakademie Monika Gerber – Leitung Projektbüro Tel.: 0911/961 94 95 info@ard-zdf-foerderpreis.de www.ard-zdf-foerderpreis.de

„Ingenieurin ist ein toller Beruf“ Die Top 25 der einflussreichsten Ingenieurinnen Sie sind Geschäftsführerinnen, Vorstandsmitglieder, Werksleiterinnen, Professorinnen, Unternehmerinnen, Managerinnen – Ingenieurinnen in Deutschland. Gemeinsam ist ihnen: Als Frauen in einem technischen Beruf und in einer Führungsposition stellen sie noch immer eine Besonderheit dar, die Vielfalt ihrer Arbeitsfelder ist öffentlich kaum sichtbar. Das will der deutsche ingenieurinnenbund (dib) ändern. Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens im Jahr 2011 veröffentlichte er eine Liste der 25 einflussreichsten Ingenieurinnen Deutschlands, die aus 200 Nominierten von einer unabhängigen Jury ausgewählt wurden. „Noch immer erleben Mädchen und junge Frauen in der Familie, der Schule und Medienwelt Geschlechterrollen, zu denen kaum eine Frau in einem technischen Beruf gehört und schon gar keine Führungskraft“, so der dib. „Wir möchten den jungen Frauen zeigen: Ingenieurin ist ein toller Beruf.“ Die Veröffentlichung der Liste sorgte für ein breites Medieninteresse. Auf diesem Weg kommen Vorbilder in die Öffentlichkeit und als Mutmacherinnen auch bei Mädchen und jungen Frauen an. Der dib freut sich, wenn die Initiative nachgeahmt wird. Nach dem deutschen ingenieurinnenbund arbeitet derzeit die Schweizer Vereinigung der Ingenieurinnen an einer entsprechenden Liste.

»Die Wirk ung der T op 25 ist tig. In Un vielfälternehmen und Forsc einrichtun hungsgen kann sie wirken, nac h dem eige als Ansporn nen weibli Potenzial chen zu schau en. Es mu Institutio ss für nen peinlic h sein, au solchen L f ei iste nicht präsent zu ner Die Liste zielt aber sein. auch auf dienschaff die Meenden und signalisiert lohnt sic : Es h, bei te chnischen nach weib Fragen lichen Ges prächspar nen zu sc tnerinhauen.« Prof. Dr. Susann e Staude, Hoc hschule Ruhr Mitglied der Ju West, ry Top 25

Kontakt: deutscher ingenieurinnenbund e.V. Tel.: 0700/342 38 342 info@dibev.de www.dibev.de

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BEST PRACTICE DER PAKTPARTNER Hürden nehmen und Unterstützung anbieten Memorandumsziel: »Wir verpflichten uns zu konkreten Maßnahmen, beispielsweise durch gezielte Maßnahmen vor und während des Studiums, um jungen Frauen die Studienorientierung zu erleichtern und Abbruchquoten zu verringern.« Der Übergang von der Schule in die Hochschule ist ein großer Schritt ins Ungewisse. Wer sich als Frau für ein naturwissenschaftliches oder technisches Studienfach interessiert, stößt zudem vielfach auf wenig Zuspruch durch Freundinnen, Freunde und Familie. Gleichzeitig zweifeln viele junge Frauen an ihren eigenen technischen Kompetenzen. Dies führt dazu, dass auch die Frauen, die prinzipiell an MINT interessiert sind, sich schlussendlich doch gegen einen Studiengang aus diesem Bereich entscheiden. Einige Projekte setzen genau hier an: Die Teilnehmerinnen erleben sich in realen, praktischen Aufgaben und erhalten eine fundierte Rückmeldung zu ihren Fähigkeiten. Auf dieser Basis können sie anschließend viel sicherer ihre Studienentscheidung treffen. Die hohen Studienabbruchraten in den MINT-Studiengängen zeigen, wie notwendig hier Strukturveränderungen sind. Zusätzlich müssen bedarfsorientierte Angebote für Studentinnen angeboten werden, die bei der Karriereentwicklung und in schwierigen Situationen unterstützen.

Probieren vor dem Studieren Technik Ausprobieren, Stärken Entdecken – tasteMINT 12 Teilnehmerinnen verbringen 3 Tage an 1 Hochschule und durchlaufen in Teams von 4 Personen und allein 5 Aufträge, bei denen sie von ca. 6 Beobachterinnen und Beobachtern bewertet werden, 5 Einzelfeedbackgespräche und 1 Abschlussdokumentation erhalten.

Das ist tasteMINT: Ein Potenzial-Assessment-Verfahren, das speziell für Abiturientinnen entwickelt wurde, die herausfinden wollen, ob eines und welches der zahlreichen MINT-Fächer für sie als Studium in Frage kommt. Denn auch Mädchen, die in der Schule Spaß an Mathe, Physik, Informatik oder Chemie haben, wissen nicht, was an der Hochschule eigentlich auf sie zukommt. tasteMINT vermittelt Einblicke in MINT-typische Berufe und Studienfächer, es bietet Kontakte zu Studentinnen und ermöglicht ihnen, die eigenen Fähigkeiten zu erproben und selbst einzuschätzen. 2010 wurde vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall ein Wettbewerb ausgelobt. Zehn Hochschulen mit den besten Konzepten zum Einsatz von tasteMINT wurden mit je 3.000 Euro unterstützt. In-

»Frauen u nterschätz en sich Wer eine gern. 2 oder 3 in Mathe traut sich hat, nicht in ei n MINT-F Die Stärke ach. von tasteM INT ist, da es die Vielf ss alt der MI NT-Fächer den Hochs an chulen zei gt und die sicherheit Under Mädc hen aufgr Damit ist eift. es ein gro ßer Gewin beide Seite n für n. Eine beso ndere Win -win-Situ erleben wir ation an den Hoc hschulen, das Asses wo sment mit dem Lehra studium ve mtsrbunden w ird. Studier aus den päd ende agogischen Studiengäng machen hie en r hervorrag ende Erfah gen mit ko runmpetenzund handlu orientierte ngsm Lernen.«

Annemarie Co rdes, LIFE e.V. , Projektleiteri tasteMINT n zwischen wird das Programm an mehr als 16 Universitäten und Fachhochschulen eingesetzt. Mehr als 350 Schülerinnen haben deutschlandweit bislang an tasteMINT teilgenommen. Nur vier Prozent von ihnen entschieden sich gegen ein MINT-Studium, viele wechselten die ursprüngliche Fächerwahl und 22 Prozent, die zunächst unsicher waren, starteten doch in ein MINT-Fach. Die Entwicklung und Erprobung von tasteMINT wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. kontakt: LIFE e.V. Annemarie Cordes Projektleitung Tel.: 030/308 798 33 cordes@life-online.de www.tastemint.de

ORIENTIERUNG BIETEN ! Die Projektlandkarte bietet mit derzeit 1.000 Projekten eine bundesweite Übersicht an Projekten, Schnuppertagen, Stipendien, Mentoringangeboten und Wettbewerben für Schülerinnen, Studentinnen und MINT-Berufstätige.

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Hürden nehmen und Unterstützung anbieten Es fehlt an der professionellen Integration Das Forschungsprojekt „Spurensuche“ Der Frauenanteil in den Ingenieurwissenschaften steigt. An den neun führenden Technischen Universitäten Deutschlands (TU9) kommt dieser Trend allerdings nur bedingt an. Wie finden Frauen den Weg in die Eliteuniversitäten und was motiviert sie zum Bleiben? Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Forschungsprojekt „Spurensuche“ ging diesen Fragen von Ende 2007 bis 2009 nach. Ein Gespräch mit Projektleiterin Prof. Dr. Susanne Ihsen: Welche Gründe haben Sie für den geringen Anteil von Frauen an den TU9 gefunden? Prof. Dr. Susanne Ihsen: „Wir haben herausgefunden, dass die Studentinnen – anders, als es andere Studien zeigen – ein hohes technisches Interesse haben und die gesellschaftliche Relevanz ihrer Arbeit als eher uninteressant einschätzen. Die TU9 erreicht also viele von denen, die eher kontextbezogen motiviert sind, nicht.“ Was müssen die Hochschulen tun, um Abiturientinnen zu erreichen? „Der erste Weg der Informationsbeschaffung führt immer über das Internet. Als wir 2008 die Webseiten der TU9 begutachtet haben, fanden wir sie sehr forschungslastig und detailgenau, eher für Kollegen gemacht als für potenzielle Studierende. In einzelnen Fakultäten hat sich seither viel geändert.“

Bezug zum gesamten Fach im Studienverlauf zu spät kommt. Für die Studentinnen kommt hinzu, dass sie sich sozial zwar bestens integriert fühlen, fachlich-professionell aber immer wieder beweisen müssen, ob sie als Frau in einem technischen Fach erfolgreich sein können.“ Sind Angebote nur für Frauen dann überhaupt sinnvoll? „Wir stellen fest: Die Frauen wollen sehr wohl frauenspezifische Angebote. Sie müssen aber so aufgesetzt sein, dass sie als ergänzendes Studienangebot besonders attraktiv sind – und durchaus einen Neideffekt bei den Männern wecken. Für kulturelle Veränderungen in den Fakultäten brauchen wir eine größere Gendersensibilität der Lehrenden, die das Thema Geschlechterstereotype offensiv angehen – auch unter Kollegen von Mann zu Mann.“ Kontakt: TU München, Gender Studies in Ingenieurwissenschaften Prof. Dr. Susanne Ihsen Fachgebietsleitung Tel.: 089/289 238 01 www.gender.edu.tum.de/spurensuche.html

Sind die Studentinnen erst einmal da, ist die Gefahr des Abbruchs groß. 30 Prozent gehen nach den ersten Semestern wieder. „Studienabbrüche wird es immer geben. Problematisch sind die, die nicht aus Leistungsgesichtspunkten gehen, für die etwa der

Individuelle Beratung und Orientierung MINT-Karriereberatungsstellen für Frauen In den MINT-Karriereberatungsstellen für Frauen an fünf baden-württembergischen Hochschulen finden Studentinnen der naturwissenschaftlich-technischen Fachrichtungen Unterstützung und Beratung vom Studienstart bis zum Berufseinstieg. Das Beratungsangebot reicht von individuellen Beratungs- und Coachingangeboten über Seminare und Workshops bis hin zur Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz und der Teilnahmemöglichkeit an einem Mentoring-Programm. Durch die Einrichtung der MINT-Karriereberatungsstellen für Frauen wird den MINT-Studentinnen deutlich signalisiert, dass ihre Wünsche und Bedürfnisse ernst genommen werden. Zudem können sich die Studentinnen in schwierigen Phasen ihres Studiums an diese Stelle wenden und erhalten bei der Planung und Gestaltung ihres Studiums Unterstützung. Studienabbrüche können so vermieden und die Berufsübergangsquote der Absolventinnen in den MINT-Fächern erhöht werden. Gefördert werden die MINT-Karriereberatungsstellen vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg aus Mitteln der Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen in Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung“, die gemeinsam mit dem Ministerium für Finanzen und Wirtschaft durchgeführt wird, und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF). KONTAKT: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg Claudia Pralle Projektkoordination Tel.: 0711/279 3096 claudia.pralle@mwk.bwl.de

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BEST PRACTICE DER PAKTPARTNER Frauen in Führungspositionen bringen Memorandumsziel: »Wir wollen den Frauenanteil an Führungspositionen in den beteiligten Unternehmen gemäß selbst gesetzter Zielmarken deutlich erhöhen.« Frauen sind in Führungspositionen nach wie vor in der Minderheit. Auch und gerade im Bereich von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik nimmt der Anteil von Frauen ab, je höher die Hierarchieebene ist. Die Partner im Nationalen Pakt „Komm, mach MINT.“ reden deshalb nicht mehr nur von Einstieg, sondern auch von Aufstieg. Denn gerade Frauen, die auf der Führungsebene angekommen sind, dienen wiederum als Vorbilder für andere Frauen und zeigen, dass der Aufstieg möglich und mit vielfältigen Lebensentwürfen vereinbar ist. An den Hochschulen konnten durch das Professorinnen-Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bereits sichtbare Erfolge erzielt werden. Viele Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen setzen auf Mentoring und individuelle Orientierungs- und Entwicklungsgespräche, wenn es darum geht, die eigenen weiblichen Nachwuchskräfte bei der Karriereentwicklung zu unterstützen. Die Telekom AG geht einen Schritt weiter und hat eine verbindliche Frauenquote für mehr Vielfalt im Management eingeführt. Gleichzeitig bleibt es von besonderer Bedeutung, die Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf so zu verändern, dass Frauen und Männer nicht das Gefühl haben, sie müssen sich zwischen Kind und Karriere entscheiden.

Zielmarke: 200 Das Professorinnen-Programm des BMBF Mindestens 200 Professuren mit hoch qualifizierten Wissenschaftlerinnen besetzen – das war 2007 die Vision der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Annette Schavan, für ihre Initiative „Professorinnen-Programm des Bundes und der Länder“. Drei Jahre später war die vorläufige Zielmarke erreicht: Mit Prof. Dr. Christina Noack an der Universität Osnabrück wurde die 200. Professorin berufen. Insgesamt konnten sogar 260 Professuren in die Finanzierung über das Programm aufgenommen werden. Mit insgesamt 150 Millionen Euro werden in der Programmlaufzeit von Bund und Ländern zu gleichen Anteilen Hochschulen gefördert, die ein schlüssiges Gleichstellungskonzept verbindlich umsetzen. Sie erhalten damit für fünf Jahre Mittel für jeweils bis zu drei Berufungen von hoch qualifizierten Wissenschaftlerinnen. Knapp die Hälfte aller deutschen Hochschulen haben ihre Gleichstellungskonzepte eingereicht, drei Viertel davon mit Erfolg. 1999 lag der Anteil der Professorinnen an deutschen Hochschulen noch bei 9,9 Prozent. Dass er im Jahr 2010 um nahezu 10 Prozentpunkte auf rund 19 Prozent gestiegen ist, ist auch ein Erfolg des Professorinnen-Programms. Gezielt wurde dadurch auch die Anzahl der Professorinnen in MINT-Fächern erhöht: Ein gutes Drittel, 31 Prozent der durch das Programm neu berufenen Wissenschaftlerinnen, kommt aus natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fächern. »Professorinnen haben eine wichtige Vorbildfunktion. Wer Frauen in Spitzenpositionen von Wissenschaft und Forschung bringt, investiert in Exzellenz, in Chancengerechtigkeit und damit in die Profilbildung. Hochschulen, die für Frauen in Forschung und Lehre attraktiv sind, bieten jungen Frauen auch Rollenvorbilder für ihre Wissenschaftskarrieren.« Christina Hadulla-Kuhlmann, Bundesministerium für Bildung und Forschung

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Kontakt: Bundesministerium für Bildung und Forschung Referat Chancengerechtigkeit in Bildung und Forschung MinR’in Christina Hadulla-Kuhlmann – Leitung www.bmbf.de/de/494.php

Mentoring im Netzwerk Das Mentoring-Programm Minerva FemmeNet und die Mentoring-Programme anderer außeruniversitärer Forschungseinrichtungen kooperieren miteinander. Die FraunhoferGesellschaft (59 Institute), die Max-Planck-Gesellschaft (80 Institute), die Helmholtz-Gemeinschaft (17 Forschungszentren, über 30 Zweigstellen) und seit Kurzem auch die Leibniz-Gemeinschaft (87 Einrichtungen) bündeln damit ihre Erfahrungen, führen gemeinsam Veranstaltungen durch und kooperieren auch bei der Suche nach Mentorinnen und Mentoren. Ihr gemeinsames Ziel ist es, langfristig den Anteil von Frauen in Führungspositionen in Wissenschaft und Industrie zu erhöhen.


Frauen in Führungspositionen bringen Aufschlag zum Berufsstart „MINT-Studentinnen“ erreicht junge Frauen und Personalverantwortliche Was kann ich? Was will ich? Welche Erwartungen habe ich an meinen Arbeitsplatz? Wie sieht der Arbeitsalltag aus? Wie lässt sich der Beruf mit der Familie vereinbaren? Das Projekt „MINT-Studentinnen“ des VDE, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird, hilft Studentinnen und Berufsanfängerinnen der Elektro- und IT-Branche dabei, diese Fragen zu beantworten. Jeweils 50 bis 100 Studentinnen und Berufsanfängerinnen haben einmal jährlich Gelegenheit, sich bei den Personalverantwortlichen und Fachleuten aus Unternehmen und Hochschulen schlau zu machen. Im Rahmen von Workshops stehen hier Berufsorientierung, Berufseinstieg und die Vorbereitung auf die erste Arbeitsstelle im Vordergrund. Seit 2009 haben die Veranstaltungen bislang in Berlin, München und Nordrhein-Westfalen stattgefunden. Der VDE begleitet das Projekt mit Studien zur Situation von Studentinnen und Berufseinsteigerinnen in der Elektro- und IT-Branche. In dem aktuellen VDE-MINT-Report „Elektro-/Informationstechnik - Frauen gewinnen! MINT Best Practice für Unternehmen und Studentinnen“ sind die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst. Unternehmen erhalten damit praxisnahe Empfehlungen, wie sie ihre Betriebe für junge Frauen attraktiver aufstellen können. Die Studie ist unter folgendem link zu finden: www.vde.com/de/InfoCenter/Studien-Reports/Seiten/Studien.aspx. »Wir wollen das Bild der MINT-Berufe in der Gesellschaft verändern, junge Frauen für naturwissenschaftliche und technische Studiengänge begeistern sowie Hochschulabsolventinnen für Karrieren in der Wirtschaft gewinnen. Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels muss sich die Elektro- und IT-Branche weiter für Frauen öffnen. Gute Ansätze sind zweifellos vorhanden, sie sind jedoch bei den Studentinnen nicht bekannt genug – daran haben vor allem Mittelständler zu knabbern.« Franziska Schömbs, Projektkoordinatorin Kontakt: VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. Franziska Schömbs – Projektkoordination Tel.: 069/630 8305 franziska.schoembs@vde.com www.vde.com/de/verband/mint/studentinnen/Seiten/MINT-Studentinnen.aspx

Mut zur akademischen Karriere Mentoring-Programm Minerva-FemmeNet 21 Absolventinnen des Max-Planck-Instituts für Biophysik in Frankfurt am Main machten 2001 den Auftakt. Sie waren die ersten Mentorinnen, die jeweils eine Doktorandin oder Postdoktorandin betreuten. Aus der Initiative der damaligen Frauenbeauftragten Barbara Legrum ist das Programm Minerva-FemmeNet entstanden, das seit 2009 fest in der MaxPlanck-Gesellschaft und ihren 80 Instituten verankert ist. Mehr als 400 Mitglieder zählt Minerva-FemmeNet heute, viele Mentorinnen haben längst mehrere junge Frauen betreut, andere waren früher Mentees und geben ihre Erfahrungen jetzt als Mentorinnen weiter. Immer institutsübergreifend, in aller Regel in einer Eins-zu-eins-Beziehung und vorrangig mit dem Ziel, die jungen Wissenschaftlerinnen – von der Diplomandin bis zur Juniorprofessorin – zu einer akademischen Karriere zu ermutigen. Ob es dann um Fragen der Karriereplanung geht, die konkrete Vorbereitung auf ein Bewerbungsverfahren, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder die Entscheidung über zukünftige Forschungsschwerpunkte – die Themen und die Gestaltung der Beziehung sind so individuell wie die beruflichen Wege der Frauen.

»Im Me nto wissensc ring gewinnen Na chwuchs haftlerin nen eine partnerin Gespräch , die den Forschu sinnen ken n gsbetrieb nt, die se von lbst hat und ihre beru Hürden genomme n flichen mitbringt Erfahrun . Jede M gen entorin k bild zeig ann als V en, welc orhe P erreichen können. D ositionen Frauen amit verä der Blick winkel vo ndert sic n Frauen h möglich auf das, ist, und was langfrist auch die ig hoffen Struktur tlich en auf de ebenen.« n Führun gsAnke Hüben thal, Projektk oordinatorin

Kontakt: Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte Anke Hübenthal Projektkoordination Tel.: 069/789 782 60 huebenthal@rg.mpg.de www.minerva-femmenet.mpg.de

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BEST PRACTICE DER PAKTPARTNER Frauen in Führungspositionen bringen Starker Wind mit der Quote Initiativen für mehr Frauen bei der Deutschen Telekom AG „Sei ein IT-Girl!“ steht auf der magentafarbenen Postkarte. Informationstechnologie anders an die Frau gebracht. „Wir haben festgestellt, dass die Sprache in unseren Stellenanzeigen und die Darstellungen auf unserem Bewerberportal sehr technisch und sehr männlich waren“, sagt Sabine Klenz, Genderexpertin bei der Deutschen Telekom AG. „Um Frauen für Jobs zu begeistern, braucht es eine besondere Ansprache.“ Schließlich gehe es darum, im Wettbewerb um die nur 18 Prozent Absolventinnen in technischen Berufen als Arbeitgeber zu überzeugen. Das Unternehmen attraktiv für Frauen machen und den Frauenanteil in den Führungsetagen zu erhöhen, das ist nicht erst seit der Quoteneinführung 2010 Chefsache bei der Telekom. „Auch vorher schon gab es viele Einzelaktivitäten, um eine vielfältige Unternehmenskultur zu etablieren“, so die Gender-Expertin. „Aber die Entscheidung für die Quote hat das gesamte Unternehmen für das Thema sensibilisiert. Bei der Umsetzung der Frauenquote sind nun alle zentralen Bereiche und alle Prozesse eingebunden.“ Das 17-köpfige Team des Diversity-Managements entwickelt mit diesen Bereichen Programme und Maßnahmen, die dann unternehmensweit umgesetzt werden. So wurden z.B. alle Besetzungs- und Auswahlprozesse einem Gender-Check unterzogen. Dass man Frauen nicht allein mit Quotenregelungen an die Spitze bringen kann, weiß man auch bei der Telekom. Deshalb treibt der Konzern ein umfangreiches Programm zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Männer und Frauen, begleitet von einer intensiven

Diskussion. „Besonders erfreulich ist, dass auch immer mehr Männer mutiger werden, Flexibilität und Vereinbarkeit einzufordern“, sagt Sabine Klenz, denn gerade die Männer brauche man, wenn man die Unternehmenskultur ändern will. Kontakt: Deutsche Telekom AG Group Diversity Management Sabine Klenz Gender-Expertin Tel.: 0385/723 593 70 sabine.klenz@telekom.de www.telekom.com/dtag/cms/content/dt/de/985388

FACE TO FACE ! Netzwerktagungen im Pakt Ein Netzwerk lebt von vielen Positionen und Erfahrungen. Diese zu bündeln, für alle Partnerinnen und Partner zugänglich und nutzbar zu machen, ist das Ziel des Paktes. Der Pakt lebt von den Aktivitäten vor Ort. Auf den jährlich stattfindenden Netzwerktagungen werden die Dialoge über Projektgrenzen hinaus intensiviert. Die Netzwerktagungen sind Gesprächsforen. Hier werden Maßnahmen vorgestellt und diskutiert, hier werden Ideen gemeinsam weiterentwickelt, hier werden Fachleute gehört und Projekte zum Anfassen gezeigt. Im persönlichen Austausch wachsen neue Ideen und Bündnisse.

Business and Professional Women

BPW Germany e.V.

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BEST PRACTICE DER PAKTPARTNER Ideen weitertragen: Maßnahmen umsetzen & Öffentlichkeit schaffen Memorandumsziel: »Wir verpflichten uns zur grundsätzlichen Unterstützung des Paktes durch Beteiligung an den gemeinsamen Öffentlichkeitsaktionen und Aktivitäten, die Einbeziehung des Themas in vorhandene Kampagnen bzw. … spezielle Medienangebote und gezielte Platzierungen des Themas.« Die Geschäftsstelle und die Paktpartner sind mit vielen MitmachAktionen auf Messen und Veranstaltungen aktiv. Infostände, Vorträge, Beratungsangebote und MINT-Speeddating-Aktionen mit Vorbildfrauen geben spannende Einblicke in technische und naturwissenschaftliche Berufe. Zudem werden Broschüren, Internetauftritte und vorhandene Kampagnen genutzt, um gezielt jungen Frauen Mut zu machen, ein MINT-Studium zu ergreifen. Anregungen für eine zielgerichtete Medienarbeit in der MINT-Berufsorientierung gibt die von der Geschäftsstelle herausgegebene Broschüre „Mehr MINT in die Medien“.

Im Netzwerk wachsen Ideen MINT in den Kampagnen der Arbeitsagentur Die Agenturen für Arbeit haben das Thema „Frauen in MINT-Berufe“ sämtlich auf ihrer Agenda. Sie sind in vielen Regionen Organisatorinnen des Girls‘Day, sie veranstalten MINT-Aktionstage, fördern Mentoring-Projekte oder laden Role Models in Berufsinformationszentren ein. In allen 176 Agenturen in Deutschland sind es die Beauftragten für Chancengleichheit (BCA), die für die Umsetzung Verantwortung übernehmen. „Durch unsere dezentrale Struktur gelingt es uns, das Thema praxisnah in die Regionen zu transportieren“, sagt Dagmar Hebmüller, Leiterin des Stabes Chancengleichheit am Arbeitsmarkt bei der Bundesagentur (BA). „Jede Agentur entscheidet eigenverantwortlich darüber, welche Maßnahmen in welchem Umfang realisiert werden

sollen – abhängig von den Strukturen und dem Budget vor Ort.“ Welche MINT-Aktivitäten wo stattfinden, das wird im BA-Firmen-Intranet auf einer eigenen Seite kommuniziert. Und damit nicht jede BCA ihre Ideen allein erfinden muss, gibt es für ihr Netzwerk eine separate Steckbriefseite für die unkomplizierte und schnelle Ideenkommunikation. Einmal jährlich melden die Arbeitsagenturen dann ihre Leuchtturmprojekte an die zentrale Koordinationsstelle in Nürnberg. Die „Girls‘Day-Akademie“ zum Beispiel, die in BadenWürttemberg kreiert wurde und mit einem einjährigen Programm – auch im Sinne der kooperierenden Unternehmen – auf Nachhaltigkeit setzt. Oder der „Experimentierbus“ in der Lausitz, der wie ein Girls‘Day-Mobil von Schule zu Schule fährt und spielerische Zugänge zu MINT-Themen ermöglicht. Wo die Bundesagentur in Sachen Berufsorientierung unterwegs ist, da ist auch das MINT-Thema im Gepäck. Auf Messen mit der MINT-Box und dem Experimentierlabor der „Komm, mach MINT.“Geschäftsstelle und flächendeckend natürlich mit den Magazinen „Planet Beruf“ und den Sonderheften „abi“, zu denen es auch entsprechende Webseiten gibt. „Was wir in Richtung der Mädchen immer stärker kommunizieren: Wer kreativ sein will, mit Menschen arbeiten möchte und einen Zukunftsberuf sucht, sollte ein MINTFach wählen“, sagt Dagmar Hebmüller. Nicht zuletzt dienen viele Aktivitäten auch der Präsentation der BA selbst als Arbeitgeber: „Wir sind schließlich einer der größten IT-Dienstleister im öffentlichen Bereich.“ KONTAKT: Bundesagentur für Arbeit Dagmar Hebmüller Leitung des Stabes Chancengleichheit am Arbeitsmarkt Tel.: 0911/179 2576 dagmar.hebmueller@arbeitsagentur.de www.arbeitsagentur.de

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BEST PRACTICE DER PAKTPARTNER Ideen weitertragen: Maßnahmen umsetzen & Öffentlichkeit schaffen „Ich will was mit Menschen machen ...“ THINK.ING des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall „Ich will was machen mit Kosmetik, Sprachen, Umweltschutz, Menschen, Büchern, Sport ...“ Berufsperspektiven von Mädchen klingen oft so. Auf all diese Wünsche gibt es in den Ingenieurwissenschaften Antworten. Das ist eine der vielen Überraschungen der Girls.ING-Seiten auf der Plattform THINK.ING. Und ein gutes Beispiel für die Integration der „Komm, mach MINT."-Ziele in bestehende Kampagnen. THINK.ING ist ein Projekt von Gesamtmetall (Gesamtverband der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie e.V.). Das Ziel der Plattform: Auf Ingenieurberufe und ingenieurwissenschaftliche Studiengänge neugierig machen – mit wissenswerten Geschichten, Filmen und Spielen, Interviews und Porträts, Hinweisen auf Veranstaltungen, Lesestoff zum Thema und einem Podcast-Blog.

In dieser Fundgrube spielen Frauen nicht nur auf ihrer Seite www. think-ing.de/girls-ing eine Rolle. Auf girls-ing. gibt es vor allem weibliche Vorbilder, Eindrücke aus besonders frauenfreundlichen Hochschulen und Hinweise auf Veranstaltungen speziell für Mädchen. Ein weiterer Vorteil: Ingenieurinnen sind auch für Jungen gute Vorbilder – das ist längst angekommen. Kontakt: Arbeitgeberverband Gesamtmetall Wolfgang Gollub – Projektleitung info@think-ing.de www.think-ing.de

»KOMM, MACH MINT.« ONLINE ! Das Herzstück ist die Website mit Informationen zu aktuellen MINT-Themen, neuen Studiengängen, MINT-Stipendien und Self-Assessments. Interviews mit MINT-Frauen, ein „MINT-Test“, aktuelle News der Paktpartner und eine MINT-Jobbörse runden das Angebot ab. www.komm-mach-mint.de Neben einem breit gefächerten Informationsportal zeigt sich „Komm, mach MINT.“ aber auch verstärkt in den sozialen Netzwerken, um hier gezielt Mädchen und junge Frauen zu informieren. Die Online-Kommunikation von „Komm, mach MINT.“ hat viele Kanäle. Auch auf Facebook, Twitter und YouTube gibt es von „Komm, mach MINT.“ spannende Profile: → Facebook: www.facebook.com/kommmachmint → Twitter: http://twitter.com/#!/komm_mach_MINT → YouTube: www.youtube.com/user/kommmachmint

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Ideen weitertragen „Don’t think it’s only entertainment“ Das Projekt MINTiFF und berufliche Rollenvorbilder im Unterhaltungsfernsehen »Jugendliche messen fiktionalen Fernsehformaten – insbesondere Fernsehserien – einen hohen beruflichen Orientierungsgehalt bei und geben Spielfilme und Serien als wichtige Quelle für die Entdeckung ihrer Traumberufe an. MINT-Berufe und Frauen in MINT-Berufen sind in der deutschen Film- und Serienwirklichkeit jedoch kaum vertreten. Nicht nur im ‚realen‘ Leben, sondern auch in der Medienwirklichkeit begegnen Jugendliche einer geschlechtstypisch strukturierten Berufswirklichkeit, in der es an ermutigenden Rollenvorbildern für Frauen in MINT-Berufen fehlt.« Prof. Dr. Marion Esch, Projektleiterin MINT und Chancengleichheit im Fictionformat – diesem Zusammenhang geht das Projekt MINTiFF nach. Dass Spielfilme und Serien das Interesse junger Frauen an naturwissenschaftlich-technischen Berufen wecken können, belegen Beispiele aus den USA: Charismatische Frauenfiguren in Serien wie CSI oder LA Law lösten einen Run auf die entsprechenden Studienfächer aus. Die amerikanischen Serien Bones, Numbers, Dr. House oder auch Big Bang Theory haben eine große jugendliche Fangemeinde – nicht trotz, sondern wegen ihres MINT-Bildungsgehalts. „Deutschland hat andere Erzähltraditionen als die USA“, sagt MINTiFF-Projektleiterin Marion Esch. „Zugleich gab es in der deutschen TV- und Filmszene bislang kaum ein Bewusstsein dafür, dass wir die MINT-Welt aus der fiktionalen Erzählung ausblenden. MINT-Bildungschancen in Unterhaltungsformaten wahrzunehmen, ist in Deutschland weitaus weniger üblich als in den USA.“

Das Projekt MINTiFF forscht zu diesem Themenkomplex und fördert in Partnerschaft mit der Fraunhofer-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Max-Planck-Gesellschaft und der TU Berlin die Vernetzung und den Austausch zwischen Wissenschaft und Unterhaltungsindustrie. Zwei internationale Konferenzen „Don’t think it’s only entertainment“ haben bislang stattgefunden. Die Veranstaltungsreihe „Science meets Fiction“ bietet ein Forum zum Dialog, die MINTiFF-Beratungsstelle schafft Verbindungen zu ausgewiesenen MINT-Fachleuten. Durch Ideenwettbewerbe und Fellowships für Filmschaffende werden ambitionierte Stoffentwicklungsprojekte gefördert. Nach der ersten Projektphase 2009 – 2011 geht MINTiFF bis 2013 in die zweite Runde. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Kontakt: Technische Universität Berlin Prof. Dr. Marion Esch Wissenschaftliche Leitung Tel.: 030/314 220 16 marion.esch@tu-berlin.de www.mintiff.de

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IN ZUKUNFT MIT MINT Interview mit Dr. Ulrike Struwe

Leitung Geschäftsstelle „Komm, mach MINT.“

Das Thema hat an Fahrt gewonnen Ein Gespräch mit Dr. Ulrike Struwe über die Erfolge der ersten drei Jahre im Nationalen Pakt für Frauen in MINTBerufen. Was ist Ihr Eindruck beim Rückblick auf die vergangenen drei Jahre? Was konnte der Pakt bewegen? Dr. Ulrike Struwe: „Mein Eindruck ist, dass wir durch den Netzwerkgedanken deutlich effektiver geworden sind. Die Sichtbarmachung vieler Initiativen und Projekte und die enge Zusammenarbeit der Partner untereinander zeigen die Vorteile eines Netzwerkes. Damit kommt ein ganz anderer Schwung in die Bemühungen um eine stärkere Präsenz von Frauen in MINT-Studiengängen und -Berufen. Vor allem im vergangenen Jahr hat das Thema an Fahrt gewonnen. Nach einem intensiven Aufbau der Geschäftsstelle und dem Ausbau des Netzwerkes kommen die Wirkungen des Netzwerkes deutlicher zum Tragen.“ Was hat den Schwung gebracht? „Wir haben mit dem Aufbau der Geschäftsstelle einen wichtigen Knotenpunkt installieren können, von dem alle Projekte und alle Partner profitieren. Wenn die Paktpartner wissen, wo sie zum Thema „Frauen und MINT“ Beratung bekommen, wo sie Expertinnen und Experten anfragen und mit wem sie kooperieren können, ohne lange recherchieren zu müssen, dann ist das in der Praxis eine große Erleichterung. Auf diese Weise muss das Rad nicht neu erfunden werden; vielmehr kann deutlich mehr Kraft in die inhaltliche und fachliche Arbeit gelegt werden. Auf diese Weise wird die Zusammenarbeit spürbar intensiver und damit natürlich effektiver.“ Woran machen Sie das fest? „Das Thema MINT ist deutlich bekannter geworden. Da haben wir in kurzer Zeit viel erreicht. Das Image der MINTBerufe hat sich in den vergangenen Jahren positiv verändert. Daran ist auch der Pakt mit seinen zahlreichen Partnern vor Ort beteiligt. Was man nicht unterschätzen darf, das ist die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit über unsere Plattform. „Komm, mach MINT.“ macht Akteurinnen und Akteure sichtbar und zeigt Ressourcen und Potenziale.“ Das langfristige Ziel lautet: Mehr Frauen in MINT-Berufe. Wie weit sind Sie auf diesem Weg? „Die Anteile der Frauen in den MINT-Studiengängen befinden sich nach wie vor auf einem niedrigen Niveau, aber die Kurve geht seit drei Jahren stärker als bisher nach oben. Unser Ziel ist es, eine überproportionale Steigerung zu erreichen. Und dafür werden wir unsere Anstrengungen weiter intensivieren.“ Wo werden Sie weiter aktiv werden? Wir haben in der ersten Phase einen starken Fokus auf den Übergang von der Schule in die Hochschule und die Bildungsgänge gelegt. An dieser ersten Schwelle waren wir sehr aktiv, um den Mädchen und jungen Frauen zu zeigen:

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»Komm, mach MINT.« So sehen Studiengänge aus. So sehen Berufe aus. Hier werden wir uns noch stärker engagieren, ebenso wie an der zweiten Schwelle Studium – Beruf. Was wir aber zudem erreichen wollen, ist die Verbesserung der qualitativen Zusammenarbeit mit den Partnern in den unterschiedlichen Segmenten. Dies gilt für die Unternehmen ebenso wie für die Wissenschaft, für die Medien ebenso wie für die unterschiedlichen Verbände. Die Automobilindustrie hat beispielsweise andere Bedürfnisse als die Energiebranche. Bei der Entwicklung von Maßnahmen müssen wir hier noch differenzierter werden, damit die Partner und das gesamte Netzwerk die Zielgruppe der technisch interessierten jungen Frauen noch besser erreichen können.“ Brauchen Sie dazu weitere Partner? „Wir möchten auf jeden Fall weitere Partner gewinnen, die Zusammenarbeit qualitativ ausbauen, nach Bedürfnissen differenzieren und entsprechend weiterentwickeln. Wir haben jetzt 100 Partner, das ist ein tolles Ergebnis. Es können aber noch deutlich mehr werden. Gemeinsam mit Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Verbänden und Medien wollen wir positiv auf das öffentliche Bild der MINT-Berufe einwirken. Wenn wir mehr Selbstverständlichkeit gegenüber Frauen in MINT-Berufen erreichen wollen, dann brauchen wir weiterhin dieses Zusammenspiel aller Partner.“ Gab es für Sie im Prozess der vergangenen Jahre Überraschungen? „Was mich überrascht hat, das ist das große Interesse der Unternehmen und Hochschulen, mehr Frauen für technische Berufsfelder und Studiengänge zu gewinnen. Dieser Gedanke ist wirklich angekommen – und zwar von den Führungsspitzen bis in die unteren Ebenen hinein und zum Beispiel bis in die Recruiting-Praxis. Nichtsdestotrotz ist es noch ein weiter Weg, die Kulturen nachhaltig zu verändern.“ Mit Ihren zukünftigen Paktpartnern? „Ja, wir spüren schon jetzt, dass die Paktpartnerschaft auf ein wachsendes Interesse stößt. Man möchte Teil dieser Initiative sein und von diesem großen Netzwerk profitieren – sei es durch den gegenseitigen Austausch, den fachlichen Input, durch das Lernen voneinander, durch die Erfahrungen, die im Pakt vorhanden sind, oder durch die Expertise und Unterstützung der Geschäftsstelle. Letztlich ist die Partnerschaft im Netzwerk „Komm, mach MINT.“ eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.“

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IN ZUKUNFT MIT MINT Die Zahlen der MINT-Studienanfängerinnen und -Absolventinnen steigen Hochschulen, Wissenschaft und Wirtschaft sind in Bewegung, wenn es um eine stärkere Einbindung von Frauen in MINT-Fächer und -Berufe geht. Das bestätigen die Erfahrungen aus den Projekten der Paktpartner. Das belegt auch ein Blick in die Statistik. Noch nie haben so viele Frauen technische und naturwissenschaftliche Fächer studiert wie 2011. Studienanfängerinnen Im Studienjahr 2011 (Sommersemester 2011 und Wintersemester 2011/2012) nahmen nach ersten vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes insgesamt 515.800 Studienanfängerinnen und Studienanfänger ein Studium an Hochschulen in Deutschland auf.1 Die Zahl der Erstsemester stieg damit im Vergleich zu 2010 um 16 Prozent und damit deutlich stärker als 2010 (4 %) und 2009 (7 %). Die Zahl der männlichen Studienanfänger nahm mit 23 Prozent deutlich stärker zu als die der weiblichen mit 9 Prozent. Gleichwohl zeigt ein Blick in die absoluten Zahlen einen deutlichen Trend: Immer mehr Frauen finden den Weg in die naturwissenschaftlichen und technischen Studiengänge. Die Zahl der Frauen, die ein Informatikstudium aufnehmen, steigt deutlich an. 9.616 Studienanfängerinnen starten 2011 im 1. Fachsemester. Für das Studienjahr 2011 verzeichnet der Studienbereich Informatik damit einen Zuwachs bei den Frauen im Vergleich zum Vorjahr um 22,3 Prozent (+1.751). Ihr Anteil liegt bei 19,9 Prozent, eine Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte zum Vorjahr. Seit 2007 hat sich die Zahl der Studienanfängerinnen im 1. Fachsemester Informatik damit fast verdoppelt (2007: 5.315; 2008: 6.432; 2009: 7.282; 2010: 7.865; 2011: 9.616). Im Vergleich zum Jahr 1995 (1.778) zeigt sich sogar eine Erhöhung um mehr als das Fünffache. Im Studienbereich Maschinenbau/Verfahrenstechnik entscheiden sich 2011 10,9 Prozent (+990) mehr Frauen für ein Studium in diesem Bereich als noch im Jahr zuvor. 10.097 Studentinnen nehmen an Hochschulen in Deutschland 2011 ein Maschinenbau- oder Verfahrenstechnikstudium auf. Da allerdings auch das Interesse der Männer stark steigt (2010: 39.209; 2011: 48.515), sinkt ihr Anteil auf 17,2 Prozent (2010: 18,8 %). Doch hat sich die Zahl der Studienanfängerinnen im 1. Fachsemester seit 1995 (2.544) fast vervierfacht, seit 2007 (7.023; 2008: 8.126; 2009: 8.579; 2010: 9.107) stieg sie um fast 44 Prozent. Wie schon in den Jahren zuvor, weisen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes auch für das Studienjahr 2011 einen erneuten Anstieg bei den Erstsemestern auf. Im Vergleich zum Vorjahr entscheiden sich 2011 23,4 Prozent mehr Studienanfängerinnen und Studienanfänger für ein Studium im Bauingenieurwesen (+3.390 Studierende). Der positive Verlauf wird besonders bei den Studienanfängerinnen deutlich. Begannen 2007 noch 2.294 Frauen ein Studium in dieser Fächergruppe, so sind es 2011 mit 4.650 mehr als doppelt so viele. Damit zeigen die Jahre ab 2008 (2.932; 2009: 3.455; 2010: 3.883) die stärksten Steigerungen. Zuvor schwankten die Studienanfängerinnenzahlen seit 1995 zwischen 2.000 und 2.800 und waren zuletzt stark gesunken (2005: 2.007). Auch im Studienbereich Elektrotechnik ist eine Erhöhung der Studierendenzahlen im 1. Fachsemester zu erkennen. Begannen im

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Studienjahr 2010 noch 21.655 Studienanfängerinnen und Studienanfänger in diesem Studienbereich, so steigt ihre Zahl auf 26.427 bzw. um 22 Prozent. Verglichen mit dem Studienjahr 2007 (1.553) steigt die Zahl der Immatrikulationen der Frauen über die Jahre (2008: 1.787; 2009: 2.023; 2010: 2.230) auf 2.900 im Jahr 2011 und damit um 86,7 Prozent an. 2011 liegt der Frauenanteil in der Elektrotechnik bei fast 11 Prozent. Die Fächergruppe Mathematik/Naturwissenschaften2 ist durch eine deutlich unterschiedliche Beteiligung der Frauen gekennzeichnet. Mathematik und Chemie werden von Frauen deutlich häufiger als Studienfach gewählt als Physik/Astronomie. So steigt die Anzahl der Studienanfängerinnen in Mathematik zwischen 2007 und 2010 nahezu kontinuierlich an (2007: 8.824; 2008: 8.732; 2009: 9.911; 2010: 10.528). In der Chemie zeigt sich seit 2007 ein stetiger Anstieg (2007: 5.357; 2008: 5.543; 2009: 6.020; 2010: 6.390). Die Anteile der Frauen bewegen sich in der Mathematik im selben Zeitraum zwischen 50 Prozent und 53 Prozent, in der Chemie liegen sie über die Jahre zwischen 45 Prozent und 48 Prozent. Beide Fächer zeigen somit annähernd paritätische Verteilungen zwischen Frauen und Männern. Im Fach Physik/Astronomie ist der Frauenanteil zwischen 2007 (23 %) und 2010 (über 24 %) deutlich geringer. Allerdings zeigen sich große Zuwächse in den absoluten Zahlen: 2007: 1.796; 2008: 1.845; 2009: 2.165; 2010: 2.685. Dies entspricht 2010 einem Zuwachs von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einer Steigerung von 52 Prozent seit 2007. Absolventinnen Auch die Zahlen der Absolventinnen in den MINT-Fächern entwickeln sich positiv. In den Ingenieurwissenschaften (Maschinenbau/Verfahrenstechnik, Elektrotechnik, Bauingenieurwesen) stieg die Zahl der Absolventinnen von 2008 (11.004; 2009: 11.954) bis 2010 (13.159) um 19,6 Prozent. Der Frauenanteil liegt damit aktuell bei 22,2 Prozent. In der Fächergruppe Mathematik/Naturwissenschaften (Mathematik, Informatik, Physik/Astronomie, Chemie) ist die Zahl der Absolventinnen von 2008 (21.540; 2009: 23.259) bis 2010 (26.044) um 20,9 Prozent gestiegen. Der Frauenanteil in den mathematischnaturwissenschaftlichen Fächern ist in demselben Zeitraum von 40,2 Prozent auf 41 Prozent gestiegen. Den höchsten Frauenanteil in dieser Fächergruppe hat die Mathematik mit 54,3 Prozent; in der Informatik liegt er dagegen bei nur 14,8 Prozent. Mehr Informationen zu dem Thema unter: www.komm-mach-mint.de/Service/Daten-Fakten

Quelle: Statistisches Bundesamt, Bildung und Kultur, Schnellmeldungsergebnisse der Hochschulstatistik zu Studienanfänger/-innen – vorläufige Ergebnisse. Wiesbaden 23.11.2011, 24.11.2010, 25.11.2009 + Berechnungen Nationaler Pakt für Frauen in MINT-Berufen. 2 Quelle: Statistisches Bundesamt + Berechnungen Nationaler Pakt für Frauen in MINT-Berufen für den Zeitraum 2007 – 2010. In die Schnellmeldeergebnisse der Hochschulstatistik wird die Fächergruppe Mathematik/Naturwissenschaften nicht aufgenommen. 1


MEMORANDUM zum Nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen Berlin, den 17. Juni 2008 Bildung und Qualifizierung sind der Schlüssel für die Zukunft unseres Landes und aller Bürgerinnen und Bürger. Die Sicherung des Wirtschaftswachstums ist nur mit gut qualifizierten Fachkräften möglich. Deshalb ist es eine Frage der Zukunftsvorsorge, dass alle Menschen in Deutschland ihre Fähigkeiten und Talente voll entfalten können. Der konjunkturelle Aufschwung, die Veränderung der Wirtschaftsstruktur und die demographische Entwicklung führen zu einer stark steigenden Nachfrage nach Fachkräften. In vielen Branchen und Regionen ist bereits Fachkräftemangel erkennbar. Besonders Fachkräfte mit Abschlüssen in den Fächern Mathematik, Informatik, Natur- und Technikwissenschaften („MINT-Fächer“) werden gesucht. Um in Deutschland auch künftig einen Innovationsvorsprung im MINT-Bereich zu sichern, müssen alle Potenziale genutzt werden. Immer mehr Mädchen und Frauen erwerben in ihrer schulischen Laufbahn hervorragende Qualifikationen für technische und naturwissenschaftliche Berufe. Viele Mädchen und Frauen interessieren sich für Naturwissenschaften und Technik. Sie sind ein wichtiges Potenzial für die zunehmende Zahl wissensintensiver Arbeitsplätze in Deutschland. Ihr Anteil an Ausbildungs- und Studiengängen im MINT-Bereich ist jedoch viel zu niedrig. Internationale Vergleiche zeigen, dass Frauen in vielen anderen Ländern in wesentlich höherem Umfang in technischen und naturwissenschaftlichen Studienfächern präsent sind als in Deutschland. Um Mädchen und Frauen zu gewinnen, müssen zahlreiche Anstrengungen in allen Bildungsbereichen unternommen werden. Die Interessen und Kompetenzen von Mädchen müssen in der Schule und im Rahmen von außerschulischen Angeboten gefördert werden. Es bedarf einer breiten Öffentlichkeitsarbeit, um die Berufsbilder in Technik und Naturwissenschaften zutreffend zu vermitteln. Unternehmen, Gewerkschaften, Verwaltung, Kammern und Verbände müssen weiterhin aktiv dazu beitragen, reale Berufsbilder in der breiten Öffentlichkeit darzustellen, die die aktuellen Herausforderungen in den wissensbasierten und dienstleistungsorientierten Tätigkeitsfeldern aufgreifen. Technische und naturwissenschaftliche Fachbereiche und Fakultäten sind aufgerufen, die Attraktivität ihrer Studiengänge darzustellen und jungen Frauen, ihren Eltern, Lehrerinnen und Lehrern zielgruppengerecht zu vermitteln. Persönliche Kontakte zwischen jungen Frauen und erfolgreichen Frauen aus MINT-Berufen liefern darüber hinaus wichtige Impulse für die Studien- und Berufsorientierung. Besonders wichtig ist dabei, den jungen Frauen deutlich zu machen, dass für sie in diesen Berufen attraktive Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Als Unterzeichnende dieses Memorandums ist es unser erklärtes Ziel, insbesondere während der Laufzeit des Paktes mehr Mädchen und Frauen für die MINT-Studiengänge und -berufe zu begeistern. Wir wollen einen Beitrag leisten, um • besonders die technisch begabten und interessierten Schülerinnen (rd. 40 % der studienberechtigten jungen Frauen) gezielt anzusprechen und zu fördern,

• den Anteil von Studienanfängerinnen in naturwissenschaftlichtechnischen Fächern mindestens auf europäisches Niveau zu steigern; das bedeutet eine durchschnittliche Steigerung um fünf Prozentpunkte, • den Frauenanteil bei Neueinstellungen im MINT-Bereich mindestens auf den Frauenanteil bei den Hochschulabsolventen der entsprechenden Fächer zu erhöhen, • mehr Frauen auf ihrem Weg an die Spitze zu unterstützen mit dem Ziel, dass der Frauenanteil an Führungspositionen bei den Hochschulen und Forschungseinrichtungen um einen Prozentpunkt pro Jahr steigt, sowie • den Frauenanteil an Führungspositionen in den beteiligten Unternehmen gemäß selbst gesetzter Zielmarken deutlich zu erhöhen. Dabei ist insbesondere entscheidend, begabte Frauen zu fördern und ihre Potenziale zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund verpflichten wir uns für mindestens drei Jahre zur grundsätzlichen Unterstützung des Paktes für Frauen in MINT-Berufen durch Beteiligung an den gemeinsamen Öffentlichkeitsaktionen und Aktivitäten, oder durch eigene Materialien bzw. konkrete Maßnahmen beispielsweise durch • die Ausrichtung, Beteiligung bzw. Finanzierung von Veranstaltungen und Workshops zur Gewinnung von mehr Frauen in MINT-Berufen insbesondere in unseren Unternehmen und Organisationen bzw. • die Gewinnung und Freistellung von weiblichen Vorbildern für den Einsatz bei berufsorientierenden Veranstaltungen im Rahmen der Paktaktivitäten bzw. • Einbeziehung des Themas in bereits vorhandene Fachkräfteoder Nachwuchsinitiativen und -kampagnen bzw. • ein Angebot an Praxis- bzw. Praktikumsplätzen für Mädchen und Frauen im Rahmen der Berufsorientierung (z.B. für das Freiwillige Technische Jahr) bzw. • gezielte Maßnahmen vor und während des Studiums, um jungen Frauen die Studienorientierung zu erleichtern und Abbruchquoten zu verringern bzw. • die (Weiter-)Entwicklung familienfreundlicher Arbeitsstrukturen und Arbeitsplätze für Frauen und Männer in technischen Berufen, insbesondere auch deren öffentlichkeitswirksame Präsentation bzw. • die Erstellung öffentlichkeitswirksamer Materialien zur Präsentation erfolgreicher Frauen aus dem Unternehmen oder der Organisation zur Vermittlung eines modernen Berufsbildes der ingenieur- und naturwissenschaftlichen Berufe bzw.

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MEMORANDUM zum Nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen • spezielle Medienangebote und gezielte Platzierungen des Themas im Rahmen der Berufsorientierung der Bundesagentur für Arbeit sowie • aktive Kooperation mit der Geschäftsstelle1 und mit gemeinsamen Projekten sowie Bereitstellung entsprechender Daten und Materialien für eine Evaluation des Paktes. Die Bundesregierung wird in Kooperation mit einzelnen Partnern zunächst folgende gemeinsame Aktivitäten starten und damit zusätzliche Angebote für mindestens 20.000 Mädchen und Frauen schaffen:

Eva Viehoff Projektkoordination Tel.: +49 521 329 821 59 Fax: +49 521 329 821 66 viehoff@komm-mach-mint.de

• Neuentwicklung, Erweiterung und breite Durchführung von Veranstaltungen zur Übermittlung geeigneter Rollenvorbilder im MINT-Bereich, • Förderung einer sachgerechten und realistischen Darstellung von MINT-Berufen in den Medien, insbesondere im Fiction-Bereich, • Entwicklung und Durchführung von Technikcamps mit möglichst vielen unterschiedlichen Partnern, • Auf- und Ausbau eines Mentoringangebotes für Schülerinnen über Internet und E-Mail sowie • Entwicklung und Einsatz von gendergerechten Beratungs- und Assessmentverfahren zur Entscheidungsfindung für den Hochschulzugang im MINT-Bereich. Die Koordinierung des Paktes übernimmt die vom BMBF geförderte Geschäftsstelle. Sie stellt insbesondere den gemeinsamen Internetauftritt und die Präsentation aller Angebote in Form einer Aktionslandkarte, die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit sowie die Ausweitung des Paktes auf weitere Mitglieder insbesondere aus der Wirtschaft sicher.

Petra Hagen Projektassistenz Tel.: +49 521 329 821 64 Fax: +49 521 329 821 66 hagen@komm-mach-mint.de

Berlin, den 17. Juni 2008

Frank Möller Web-Programmierung Tel.: +49 521 106 7233 Fax: +49 521 329 821 66 moeller@komm-mach-mint.de

Ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Projekt des Vereins „Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit“

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GESCHÄFTSSTELLE Nationaler Pakt für Frauen in MINT-Berufen Dr. Ulrike Struwe Leitung Tel.: +49 521 329 821 57 Fax: +49 521 329 821 66 struwe@komm-mach-mint.de Prof. Barbara Schwarze Strategische Beratung Tel.: +49 521 329 821 55 Fax: +49 521 329 821 66 schwarze@komm-mach-mint.de

Christina Haaf Presse- & Öffentlichkeitsarbeit Tel.: +49 521 329 821 62 Fax: +49 521 329 821 66 haaf@komm-mach-mint.de Ines Großkopf Presse- & Öffentlichkeitsarbeit Tel.: +49 521 329 821 64 Fax: +49 521 329 821 66 grosskopf@komm-mach-mint.de

Carola Herbst Online-Kommunikation Tel.: +49 521 329 821 61 Fax: +49 521 329 821 66 herbst@komm-mach-mint.de

Wenn auch Sie sich im Pakt engagieren möchten oder Fragen zu „Komm, mach MINT.“ haben, wenden Sie sich bitte an die:

Christina Weiß Multimedia & Design Tel.: +49 521 329 821 60 Fax: +49 521 329 821 66 weiss@komm-mach-mint.de

Geschäftsstelle Nationaler Pakt für Frauen in MINT-Berufen Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. Wilhelm-Bertelsmann-Straße 10 D - 33602 Bielefeld Tel.: +49 521 106 – 73 22 Fax: +49 521 106 – 71 71 www.komm-mach-mint.de

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