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19. Dezember 2012

MANAGEMENT I N T E R V I E W IM INTERVIEW

Konstantin Bissias Geschäftsführer von MS Deutschland

MS Deutschland: „Auf sehr gutem Weg zur nachhaltigen Profitabilität“ Obwohl die Investoren bei der Mittelstandsanleihe der MS Deutschland an einem Tag 50 Millionen Euro gezeichnet haben, ist der Kurs nach der Zeichnung etwas „unter die Räder gekommen“. Dabei haben viele Investoren in der Eile übersehen, dass die Anleihe nicht nur mit einer erstrangigen Schiffshypothek gesichert ist, sondern mit noch einer weiteren Sicherheit ausgestattet ist. Unter der Aegide von AURELIUS, der 100 Prozent der Holdinggesellschaft MS „Deutschland“ Beteiligungsgesellschaft mbH gehört, konnten zudem die Auslastungszahlen der letzten 12 Monate deutlich gesteigert werden. Der Geschäftsführer von MS Deutschland, Konstantin Bissias hat sich den Fragen von „Financial.de“ gestellt.

Interview MS Deutschland

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financial.de: Herr Bissias, 50 Millionen Euro neue Mittel, die nicht von Banken, sondern von vornehmlich Ihnen freundlich gestimmten Ankerinvestoren kommen, müssen Sie jetzt ja wieder ruhiger schlafen lassen. Wie sehen Sie die aktuelle finanzielle Situation? Konstantin Bissias: Unsere finanzielle Situation ist weiterhin gut! Bisher waren wir klassisch über ein Bankenkonsortium finanziert. Die Anleihe macht uns nun unabhängiger von den Banken und erlaubt eine Homogenisierung der Bilanz zu langfristig stabilen Konditionen. Das sehen wir als großen Vorteil, denn sie ist

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Bestandteil unseres vor kurzem aufgelegten Investitions- und Wachstumsprogramms.

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financial.de: Warum haben Sie die 60 Millionen Euro nicht voll ausgeschöpft? Konstantin Bissias: 60 Mio. Euro haben wir immer als Obergrenze kommuniziert und uns nun dazu entschlossen, das Emissionsvolumen auf 50 Mio. Euro zu begrenzen. Wichtige Ankerinvestoren hatten den Wunsch nach einer höheren Besicherungsquote geäußert. 50 Mio. Euro erlauben uns sowohl die Bilanz zu harmonisieren, als auch die erstrangige hypothekarische Besicherung mit hohem Sicherheitspuffer für die Anleiheinvestoren auszustatten. Die geplanten Investitionen werden wir auch mit der Unterstützung des Gesellschafters umsetzen. financial.de: Die Anleihe ist mit einer erstrangigen Schiffshypothek gesichert und außerdem gibt es noch eine Zusatzsicherheit, können Sie uns diese bitte erläutern? Konstantin Bissias: Die erstrangige hypothekarische Besicherung bedeutet, dass die Anleihezeichner ein vorrangiges Recht an der DEUTSCHLAND haben, welches im Schiffsregister eingetragen ist. Ein aktuelles Gutachten bemisst den Wert der DEUTSCHLAND mit rund 77 Mio. Euro, was im Verhältnis zum Emissionsvolumen einen Beleihungswert von nur ca. 65% bedeutet. Die Gesellschaft hat sich außerdem verpflichtet, weitere Sicherheiten zu Gunsten der Anleiheinvestoren zu stellen, falls der Beleihungswert über die Laufzeit der Anleihe 90% überschreitet.

Einlauf der MS Deutschland

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financial.de: Die Modernisierungsarbeiten, die Sie für die Steigerung der Attraktivität der MS Deutschland benötigen, sollen auf hoher See durchgeführt werden, oder für wann sind sie geplant? Konstantin Bissias: Um den luxuriösen Standard unseres „Grandhotels auf See“ zu erhalten, verschönern und pflegen wir unser „Traumschiff“ laufend. Alleine dafür haben wir ständig ein Team an Bord und investieren Jahr für Jahr Millionenbeträge – das ist nicht anders als bei jeder Spitzenimmobilie. Für die geplanten umfangreichen Modernisierungsarbeiten wie beispielsweise den Einbau der French Balconies müssen wir die DEUTSCHLAND allerdings aus dem Wasser holen. Sie stehen bei unserem nächsten Werftaufenthalt im Herbst 2014 an. financial.de: Ab 2013 wollen Sie auch den Umsatz mit Donaukreuzfahrten wieder steigern. Gehört die „Mozart“ auch zu Ihrer Flotte, oder haben Sie diese frisch angemietet? Konstantin Bissias: Wir vermarkten die „Mozart“ im Rahmen einer Vertriebskooperation zusammen mit unserem Partner DERTOUR dem das Schiff gehört. Hierfür haben wir einen eigenen Katalog aufgelegt. Erste ausgesuchte Reisetermine für 2013 sind ab sofort buchbar. Wir wissen, dass Flusskreuzfahrten bei unseren Kunden ankommen und das klassische Flair der Mozart sie anspricht. Eine eigene Deilmann-Reiseleitung wird sie an Bord betreuen. Der Charme der Kooperation ist, dass wir unser Potenzial in diesem Bereich heben, allerdings mit überschaubarem Risiko. financial.de: Auch für die Weihnachtskreuzfahrt gibt es nur noch Warteliste und die anschließende Tour ist gut gebucht. Worauf ist denn dieser erfolgreiche Umschwung in den Buchungen zurückzuführen? Konstantin Bissias: Wir haben unseren Vertrieb optimiert und führen laufend zielgerichtete Vertriebsmaßnahmen mit unseren Top-Keyaccounts in Deutschland, der Schweiz und Österreich durch. Zudem haben wir ein Yield-Management-System eingeführt. Allein auf Basis bestehender Buchungen wird die Auslastung im ersten Quartal 2013 um 20 Prozentpunkte über dem Vorjahresquartal liegen. Wir konnten somit zeigen, dass wir mit Einmaleffekten, wie dieser aus dem Fukushima-Unglück, professionell und wirtschaftlich effizient umgehen und die Zahlen belegen, dass wir uns auf sehr gutem Weg zu nachhaltiger Profitabilität befinden. financial.de: Gibt es schon Pläne, wann das „Traumschiff“ wieder im Fernsehen auslaufen wird? Konstantin Bissias: Traditionell sticht das „Traumschiff“ im ZDF am zweiten Weihnachtsfeiertag und an Neujahr in See. Diesmal werden die Zuschauer auf Reisen nach Singapur und die Insel Bintan (Indonesien) und am 1. Januar nach Puerto Rico zum Träumen gebracht.

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Financial.de: Ihr Anspruch ist es ein „traditionsreiches Grandhotel auf See“ zu sein. Wie viele vergleichbare Kreuzfahrtschiffe mit einem gleichen oder ähnlichen Anspruch machen Ihnen Konkurrenz? Konstantin Bissias: Die DEUTSCHLAND ist einzigartig! Mit Platz für rund 500 Gäste sind wir deutlich kleiner als die meisten Kreuzfahrtschiffe und verfügen über eine ganz besondere Positionierung am Markt. Die klassische Ausstattung mit hochwertigen Materialen in Kombination mit einer Vielzahl an Annehmlichkeiten macht das Reisen bei uns zu etwas ganz Besonderem. Wir bieten Luxus, Persönlichkeit und Exklusivität in einem von Riesenschiffen und Massentourismus geprägten Umfeld. Financial.de: Lassen Sie haben vor wenigen Tagen verkündet, dass Sie im kommenden Jahr von einem EBITDA zwischen 5 und 7,5 Millionen Euro und einem positiven Jahresüberschuss ausgehen. Was macht Sie so sicher, dass Sie den Break Even Point in 2013 überschreiten? Konstantin Bissias: Völlig richtig. Für uns ist die Cash-Flow Perspektive entscheidend und wir gehen von einem EBITDA, das wir übrigens nach Investitionen betrachten, von 5 – 7,5 Millionen Euro aus. Der Jahresüberschuss ist abschreibungsbedingt bei unserem Geschäftsmodel wenig aussagekräftig. Für nachhaltige Profitabilität kommt es auf ein gutes Management von Auslastung, Tagesrate und anfallenden Kosten an. Auf Basis der aktuellen Geschäftsentwicklung, die sich ja in den bereits fest gebuchten Reisen widerspiegelt, sind wir sehr zuversichtlich diese gesteckten Ziele zu erreichen. Financial.de: Können die Anleihezeichner 2013 Quartalsberichte erwarten? Konstantin Bissias: Wir werden, wie es die Regeln der Deutschen Börse verlangen, halbjährlich testierte Berichte veröffentlichen. Zusätzlich werden wir unseren Investoren im Rahmen einer offenen und transparenten Kommunikationspolitik regelmäßig Informationen zum Geschäftsverlauf und aktuellen Ereignissen um und auf der DEUTSCHLAND zur Verfügung stellen. Unsere Investor Relations- und Presse-Ansprechpartner stehen das ganze Jahr für Fragen rund um die MS DEUTSCHLAND Anleihe und unserem Traumschiff zur Verfügung. Financial.de: Besten Dank für das Interview.

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MS Deutschland: "Auf sehr gutem Weg zur nachhaltigen Profitabilität"