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HUG-NEWS

Ausgabe 10 / 2012

Treffen der HYDRA Users Group 2012

highlights

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Get-Together

Neues aus der HUG

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Best-Practice-Austausch

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Editorial Success Story HYDRA Users Group Auch dieses Jahr durfte ich als Präsident des HUG-Vorstands wieder eine Steigerung der Teil­ nehmer verzeichnen. Mir wurde während des HUG-Treffens mehrfach bekundet, wie hoch der Nutzen sei – auch für neue HUG-Mitglieder. Die­ses Jahr habe ich das erste Mal feststellen können, dass sich die Personen mittlerweile gut kennen und sich in intensiven Gesprächen austauschen. Dies hat mich persönlich sehr ­ gefreut, da dies eines der gesteckten Ziele aus dem Jahr 2011 war. Wir haben in diesem Jahr viele Neuerungen ein­geführt, die uns helfen sollen, gemeinsam an der Gestaltung der HYDRA-­ Lösung mitzuwirken und mehr aktive Mitglieder zu gewinnen. Durch die tatkräftige Mitwirkung an ­Arbeitskreisen und Vorträgen erweitert sich das Netzwerk ständig und bringt uns alle ­ voran. Auch in wirtschaftlich schweren Zeiten ist der Besuch der Arbeitskreise attraktiv, da es ein Geben und Nehmen ist. Wir haben in diesem Jahr einige Vorträge­zur wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland ge­ hört. Zwei Punkte sind mir besonders im Ge­

dächtnis verblieben­: „Stär­ ken der eigenen Leis­ tungs­ kraft“ & „Gestärkt mit Daumen hoch in die Zukunft blicken“. Die HUG ist sowohl für die HYDRA-Anwender als auch für MPDV sehr wichtig. Der gegenseitige Austausch bringt allen einen großen Nutzen­ und trägt zur Weiterentwicklung von ­ HYDRA bei. Ich selbst leite den Arbeitskreis Strategie – hier kann ich immer wieder feststellen, wie offen und konstruktiv MPDV mit den teilweise heiklen Themen umgeht. Ein besonderer Dank gilt meinen Beiratskollegen. Die HUG wird getragen durch einen Vorstand, der langjährige Erfahrung und viel persönliche Initiative mitbringt. Aus den ersten Gesprächen mit den neuen Arbeitskreisleitern IT und Fertigung bin ich überzeugt, dass wir auch weiterhin gemeinsam viel erreichen werden. Der wichtigste Dank gilt aber Ihnen als aktives Mitglied. Dank ihrer Mithilfe wird aus der HUG ein lebendiges Instrument mit großem Nutzen für die Zukunft.

Bruno Hildebrand Vorsitzender des HUG-Vorstands SSUM

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HUG-Treffen Stetiger Erfolg macht sich bezahlt

HYDRA Users Group 2012 Am 27.09.2012, einen Tag nach dem 5. Forum Effektive Fabrik, fand das Anwendertreffen der HYDRA Users Group (HUG) mittlerweile wie gewohnt in der Stadthalle in Hockenheim statt. Ein weiterer Anstieg der Teilnehmer von damals 170 auf jetzt 180 zeigt die Relevanz dieser Veranstaltung auf. Trotz der steigenden Belastung von Mitarbeitern in produzierenden Unternehmen hat die Teilnahme an der HUG einen sehr hohen Stellenwert, da man sich vom Austausch mit Gleichgesinnten sehr viel erwartet. Das jährliche Anwendertreffen der HUG ist zu einem wichtigen Forum für HYDRA-Anwender geworden. Das Manufacturing Execution System (MES) der MPDV Mikrolab GmbH kommt mittlerweile bei mehr als 750 Kunden zum Einsatz. Entsprechend groß ist der Bedarf der Anwender, sich über die Möglichkeiten und Einsatzgebiete auszutauschen. Des Weiteren bietet die HUG den Anwendern die Chance, Ihre Anregungen und Ideen gesammelt an den Hersteller MPDV zurück zu spielen. Somit ergibt sich eine konstruktive Win-Win-Situation. Nach den Berichten über die HUG-Aktivitäten seit dem letzten Anwendertreffen durch den HUG-Vorsitzenden Bruno Hildebrand stellte MPDV neben aktuellen HYDRA-Projekten die Neuerungen sowie die geplanten Innovationen der MES-Lösung HYDRA vor. Der gemeinsame Business-Lunch bot ausreichend Zeit und Möglichkeit für Networking. Am Nachmittag konnte sich jeder Teilnehmer ein individuelles Programm aus Best-Practice-Vorträgen und Workshops zusammenstellen. Die Themen reichten

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von „Effiziente Ausweiserstellung“ über „Produktionskennzahlen“ bis hin zu IT-lastigen Themen wie „Virtuelle Server“. Somit war für jeden „etwas Passendes“ dabei. Das übliche Get-Together fand wie gewohnt am Vorabend statt. Nach einer heiteren Darbietung des Kabarett-Künstlers DeSimo im ­Theater des Schwetzinger Schlosses genossen die Teilnehmer einen kulinarisch anspruchsvollen Abend bei vielen interessanten Gesprächen mit Branchenkollegen, Mitarbeitern anderer Unternehmen und MPDV-Vertretern. Angereichert mit einer Vielzahl neuer Ideen und Anregungen begann gegen 16.00 Uhr für die Teilnehmer der HUG-Anwenderkonferenz 2012 der Weg nach Hause. Save-the-date Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in 2013. Bitte merken Sie sich jetzt schon den Termin vor: 25./26. September 2013

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Get-Together Kabarett und gemeinsames Abendessen im Schloss Schwetzingen

Einstimmung auf HUG-Anwendertreffen Zu jeder Konferenz gehört auch ein unterhaltsamer Part. Dieser fand wieder am Vorabend der diesjährigen HUG-Anwenderkonferenz statt. Das Schloss Schwetzingen bot einen exklusiven Rahmen für die erwartungsvollen Teilnehmer des Anwendertreffens. Bereits im Schlossgarten entwickelten sich angeregte Gespräche bei einem Glas Sekt und leckeren Häppchen. Ein Gruppenfoto vor dem Schloss sollte die Erinnerung an einen kommunikativen und unterhaltsamen Abend festigen.

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Get-Together Im wunderschönen Rokokotheater begrüßten Prof. Dr.-Ing. Jürgen Kletti, MPDV Geschäftsführer, und Bruno Hildebrand, HUG-Vorsitzen­der, die Teilnehmer und wünschten allen gute Gespräche in der herrlichen Schlossanlage. Künstler der Worte und Illusionen Der Kabarettist Detlef Simon (DeSimo) aus Hannover knüpfte nahtlos an und begeisterte sein Publikum mit spritzigen Wortspielen, beeindruckenden Zaubertricks und allerlei unterhaltsamer Interaktion mit einzelnen Z ­uschauern. Neben einem modernen Gedicht mit Messer und Gabel zeigte er so manche Illusion und integrierte dabei immer wieder HUG-Teilnehmer aus dem Publikum. So bewies er seine Fähig­keiten als „The Next Uri Geller“, in dem er mehrfach erriet, in welcher Hand ein Teilnehmer eine Münze versteckte. Auch den Geschlechterkampf ließ er in einem nicht ganz fairen Quiz live auf der Bühne von HUG-Teilnehmern austragen. Alles in allem waren die Darbietungen von DeSimo sehr amüsant und kurzweilig. In jedem Fall war es die Zeit wert, die die Teilnehmer auf ein kulinarisch ansprechendes Abendessen „warten“ mussten.

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Get-Together Gemeinsames Abendessen Bei Salaten, leckeren Vorspeisen, delikaten Hauptmenüs und köstlichen Desserts kamen die Teilnehmer der HUG sehr schnell ins Gespräch. Da wurde von eigenen HYDRA-Einführungen berichtet, über diese oder jene Herausforderung diskutiert sowie über Gott und die Welt gesprochen. Die Gespräche waren teilweise so intensiv, dass so mancher sogar das Essen vergaß. Neben den vielseitigen Speisen war HYDRA in aller Munde. Leider kamen die Shuttle-Busse, welche die Gäste gegen 22:30 Uhr zurück ins Hotel bringen sollten, zwar pünktlich aber im Sinne der Kommunikation viel zu früh. Viele der angefangenen Gespräche würde man am nächsten Tag in den Pausen fortführen. Insgesamt war dies ein gelungener Start in ein weiteres erfolgreiches HUG-Anwendertreffen.

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HUG-Treffen Anwender treffen Anwender und MES-Experten

Tagung der HYDRA Users Group In mittlerweile gewohnter Weise eröffnete Bernd Matejat, Sprecher des HUG-Arbeitskreises Personal, als Moderator den offiziellen Teil des HUG-Anwendertreffens mit der Begrüßung aller Teilnehmer und stellte die Agenda vor. Während am Vormittag im Plenum die Aktivitäten der HUG und Vorträge der MPDV-Paten stattfanden, hatten die Teilnehmer am Nachmittag die Wahl, sich in diversen Fachforen und BestPractice-Vorträgen zu informieren. Bericht des HUG-Vorstands Bruno Hildebrand, Vorsitzender des HUG-Vorstands, berichtete zunächst über die Aktivitäten der HYDRA Users Group. Die Arbeits­kreise Ferti­ gung sowie Strategie waren erwartungsge­mäß besonders aktiv. Die Umbenennung des Beirats in Vorstand und die Verwendung der Bezeichnung „Beirat“ für den neuen Ombudsmann­ wurde verkündet. Die Leiter der Arbeitskreise Produktion (Ingo Pedersen) sowie IT (Joachim­ Drees) wurden verabschiedet und Ingo Peder­ sen zum Ehrenmitglied der HYDRA Users Group ernannt. Als Nachfolger wurden für den Arbeitskreis Produktion Harm Hübert (Phoenix Contact) vorgeschlagen und Mathias Schmälze (Ruch Novaplast) für den Arbeitskreis IT. Beide neuen Arbeitskreisleiter wurden ohne Gegenstimmen von der Anwenderversammlung gewählt.

Das Internet-Forum der HYDRA Users Group muss aufgrund mangelnder­ Beteiligung und In­ teresse der User ge­ schlossen werden­. Zur Aktivierung neuer HUG-Mitglie­ der wurden neben dem obligatorischen Networking auch die Best-Practice-Besuche, die Steckbriefe anderer installierter HYDRA-­ Lösungen und die Gegenleistungen von MPDV erläutert. Alle Arbeitskreise werden sich künftig an einem Tag in einem Werk treffen, in dem HYDRA installiert ist. Dies soll den Aufwand für Teil­nehmer reduzieren und die Möglichkeit bie­ten, sich an mehreren Arbeitskreisen zu betei­ligen. Durch Aktivitäten in der HUG können die Mitglieder zukünftig Punkte sammeln, welche sie dann für MPDV-Dienstleistungen und Produkte einlösen können. Nähere Informationen zum Punktesystem werden in Bälde kommuniziert. Der neu eingeführte Ombudsmann der HYDRA­ Users Group soll als unparteiischer Beirat neutral zwischen HYDRA-Anwendern und MPDV vermitteln. Außerdem soll der Ombudsmann sich persönlich um die Akquirierung neuer HUG-Mitglieder kümmern. Für bestehende Mitglieder der HUG ist die Inanspruchnahme des Ombudsmanns kostenlos. Folgende Personen übernehmen das Amt des Ombudsmanns

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HUG-Treffen in den jeweiligen Regionen in Deutschland: ­Thomas Andres (Nord), Harm Hübert (West), Bernd Matejat (Ost) und Herbert Hajek (Süd). Für alle anderen wird sich Bruno Hildebrand verantwortlich fühlen.

Im Anschluss präsentierte er die aktuellen Geschäftszahlen von MPDV, welche ein durchwegs positives Bild ergeben. Insbesondere ging er dabei auf die neue MPDV-Niederlassung in Shanghai ein.

Ergebnis des Arbeitskreises Strategie ist das neue Support-Tool, in dem alle Informationen zwischen Anwendern und MPDV-Support online gesammelt werden. Der Launch ist noch für dieses Jahr geplant.

Im Rahmen weiterer MPDV-Akti­ vitäten stellte er das neue Fachbuch „HYDRALeitfaden“ vor, welches in Bälde im Springer-Verlag auch unter dem Titel „MESKompendium“ erscheinen wird.

Zum Abschluss dankte Bruno Hildebrand den MPDV-Paten sowie den Organisatoren der HUG und des Anwendertreffens. Er sprach auch den HUG-Mitgliedern seinen Dank aus und betonte nochmals die Ziele: Miteinander reden, eine Gruppe werden und gemeinsam etwas bewegen. Neues von MPDV Prof. Dr.-Ing. Jürgen Kletti, knüpfte an die Ausführungen von Bruno­Hildebrand an und ­betonte die Bedeutung der HUG-Arbeitskreise für MPDV und die Weiterentwicklung­von HYDRA. Er dankte sowohl den zahlreichen ­ HUG-Mitgliedern­ als auch den aktiven­ Vertretern des Vorstands für Informationen­  aus ers­ ter Hand und bekräftigte­  die HUG in dem Wunsch, auf 200 Mitglieder­ anzuwachsen. Professor Kletti begann seinen Vortrag mit einer Folie der ARC Advisor Group, die verdeutlicht, dass MES mittlerweile­in einem Atemzug mit EnterpriseSystemen wie ERP, Supply-Chain-Management und PLM genannt und somit als strategisches IT-System anerkannt wird.

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Neue HYDRA-Projekte Auch Rainer Deisenroth, Vertriebsleiter und Mitglied der MPDV-Geschäftsführung, dankte für die Möglichkeit, vor der HUG zu sprechen und stellte ausgewählte HYDRA-Projekte vor. Er hob dabei als besonders bemerkenswertes Projekt die HYDRA-Einführung bei geobra Brandstätter (Playmobil, Lechuza) hervor. In der kurzen Projektlaufzeit von ca. 3 Monaten wurden bei geobra bereits mehr als 300 Maschinen an HYDRA angeschlossen. Danach zählte­Deisenroth diverse internationale Roll­ outs von deutschen Kunden auf. Zudem ­bemerkte er, dass der größte MPDV-Kunde, Tyco Electronics, mittlerweile Konkurrenz im Hinblick auf die Anzahl der internationalen Standorte bekommt. HYDRA 8 wurde bereits über hundert Mal installiert­und arbeitet in etwa 60 Werken schon produktiv. Das ist ein deutliches I­ndiz dafür, dass die „Kinderkrankheiten“ nun überstanden sind. Der neue Partner P­ enta, liefert künftig High-End-Touch-Panels an MPDV. Diese sind bereits bei geobra Brandstätter erfolgreich im Einsatz.

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HUG-Treffen Unter dem Titel „Druck von außen!“ stellte ­Rainer Deisenroth die HYDRA-Module Energie­ management (EMG) und Zutrittskontrolle (ZTK) in Zusammenhang mit den Anforderungen von Zollbehörden (AEO) vor. Zum Abschluss seines Vortrags zeigte Rainer­ Deisenroth die vielfältigen Vertriebsaktivitäten von MPDV auf: „Mit drei Kunden­ foren, 14 MESInfotgen und sieben Best-Practice-Workshops konnten wir etwa 700 Kunden und Interessenten erreichen.“ Auf Nachfrage des Moderators erläuterte ­Rainer Deisenroth kurz den Support für USA, welcher zurzeit noch projektbasiert erbracht wird. Zusammen mit Singapur soll in Zukunft ein 24/7 Support nach dem Follow-the-SunPrinzip eingerichtet werden. HYDRA-News aus dem Produktmana­gement Nach der Kaffeepause stellte Thors­ten Strebel, Leiter MPDV Pro­ duktmanagement, sein ReferentenTeam vor und er­ klärte den Unterschied zwischen ei­ner zeitnahen­ Weiterentwicklung­ und einer zukunfts­­ orientierten Innovation. Zunächst ging Michael Hagel­, MPDV-Produkt­ ma­nager Maschinen- und Prozessdaten, auf das

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Energie­management ein. Anders als klassische Energiemanage­ mentsysteme können mit dem HYDRA-­Modul EMG die erfassten Verbräuche auch den jeweili­ gen  Verursachern­ zugeordnet werden. Damit­ sind umfassende­  Ana­ lysen und Auswer­ tungen möglich­, die von der ISO 50001 gefordert wer­den. Thorsten Strebel ergänzte, dass das Energiemanagement nun auch als Modul für ­HYDRA 7-Kunden angeboten werden soll. Als nächstes stellte Hans-Christian Herter, MPDV-Pro­duktmanager Planung, die Neuerun­ gen im grafi­schen Maschinen­park vor. Dank der Implementierung von Microsoft WPF (Windows Presentation­ Foundation) kön­ nen jetzt sogar dynamische 3DModelle einer Halle eingebunden bzw. LiveStreams von Kameras in der Produktion angezeigt werden. Gleich im Anschluss ging Herter auf die Entwicklung eines Java-basierten Terminals ein, welches Linux als Betriebssystem nutzt. Matthias March, MPDV-Produktmanager Lo­ gis­ tik, behandelte als nächstes das Thema „branchenspezifische Funktionen“ und erläuterte ­ dabei zunächst die Anforderungen und notwendigen Begrifflichkeiten an ein Transportmanagement (Intralogistik). Eine etwas umfangreichere Funktionalität stellt hin­gegen das

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HUG-Treffen Thema ­Gattierung dar. Da­runter versteht man die Zusammenstellung des Schmelzmaterials beispielsweise in Gießereien. Als letz­tes Branchenthema stellte er die neue „MultiTerminal-Lösung“ für große Ma­ schinen wie zum Beispiel Durch­ lauföfen vor. An Ma­schinen mit gro­ßen Abmessungen von oftmals mehr als 50 Metern ist die Bedienung mit nur einem Terminal sehr unpraktisch. Daher sollen Eingaben künftig auf mehreren Terminals an einer Maschine möglich sein. Die Überleitung zu den Innovationen verdeutlichte Thorsten Strebel anhand eines „Ausflugs ins Weltall zum Planeten HYDRA“. Das wachsende „Chaos“ an Anforderungen kann nur noch durch Betrachtung mittels Filtern der Themen, beispielsweise nach Branchen, bewältigt werden. Mit Hilfe dieser Betrachtungsweise leitete Strebel das Thema „Acquisition by Design“ ein. Sinn und Zweck ist hierbei die Steigerung der Flexibilität in HYDRA, ohne dabei die Komplexität zu erhöhen. Dies kann durch eine prozessnahe Modellierung von Erfassungsabläufen und durch die Trennung von Erfassung und Verbuchung gelingen. Dies vereinfacht die Anpas-

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sung von HYDRA an die Prozesse des Kunden signifikant. Anschließend­stell­ te Andreas­ Cordt, MPDV-­ Produktmanager Qualität, das Thema­„Workflow­ management“ vor. Im Hinblick auf die Kern­ kompetenzen von MPDV kommt hier ein Partnertool­ – BPM (Business Pro­cess Management) – zum Einsatz. Damit können Workflows de­ signt werden, wel­ che HYDRA dann „abarbeitet“ bzw. verfolgt. Als ers­tes Beispiel für ei­ nen Workflow in HYDRA präsentierte er das Re­kla­ mationsmana­gement. Anhand einer übersichtli­ chen Flow-Chart-Grafik kann man auf einen Blick sehen, wo der Ablauf gerade steht und was als nächstes passieren wird bzw. muss. Bei der Beantragung von Fehlzeiten kann der Benutzer am Terminal bzw. in der Web-Anwendung künftig den aktuellen Status seiner Fehlzeitenbuchung einsehen. Eine weitere Innovation zielt auf die Standardi­ sierung von Maschinenschnittstellen. In Zusam­ menarbeit mit dem Forschungsprojekt LUPO (Leistungsfähigkeitsbeurteilung unabhängiger Produktionsobjekte) der Universität Potsdam entwickelte MPDV den neuen Standard UMCM (Universal Machine Connectivity for MES). ­Michael Hagel erläuterte die Komplexität, die sich durch die Vielzahl an Schnittstellenstandards ergibt – immerhin unterstützt MPDV mittlerweile mehr als 1.200 unterschiedliche Maschinentypen. Zukünftig soll UMCM die universelle Schnittstelle werden, die etwa 80% aller Fälle abdeckt und mit der ein Großteil aller Installationen bewältigt werden kann. Eine Abdeckung aller nur erdenklichen Möglich-

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HUG-Treffen keiten ist im Hinblick auf die dann unnötige Komplexität nicht vorgesehen. All dies erfolgt auf Basis der VDI-Richtlinien und langjähriger MES-Erfahrung. Als letzte Innovation stellte Thorsten Strebel Neuerungen im HYDRA-Leitstand vor. Hierzu zeigte er (anhand einer Analogie zur Routenplanung mit Google Maps bzw. einem Navi­ gationssystem) das zwar ähnliche Aussehen eines Leitstands im ERP und im MES auf, verwies aber gleichzeitig auf die unterschiedlichen Aufgaben und Herausforderungen der beiden Applikationen. Hierauf baute Hans-Christian Herter nun seine Ausführungen zur Materialverfügbarkeitsprüfung auf. Hierbei sollen künftig sowohl Bestände aus einem Lagerverwaltungssystem, WIP-Bestände aus HYDRA-MPL (Material- & Produktionslogis­tik), geplante Arbeitsgänge zur Herstellung des Materials als auch geplante Materialbewegungen (z.B. Lieferungen) berücksichtigt werden. Um Missverständnisse zu vermeiden betonte Herter, dass die Materialverfügbarkeitsprüfung keineswegs die Planungsfunk­tionen im ERP ersetzen soll.

schiedlichen Auslieferungsmodelle von Cloud Services und verdeutlichte auch, welche Prozesse und Funktionen ein Unternehmen besser selbst (on premise) bzw. in der Cloud (on ­demand) abbilden wird. Die bereits h ­ eute Service-Orientierte Architektur (SOA) von ­HYDRA ist bereits der richtige Weg in Richtung CloudFähigkeit. Alles in allem ist HYDRA bestens für die Zukunft gerüstet. Und damit entließ Thorsten Strebel die Teilnehmer des HUG-Anwendertreffens in die Mittagspause.

Als letzten kleinen Exkurs ging Thorsten Strebel kurz vor der Mittagspause noch auf das ­Hype-Thema „Cloud-Computing“ ein. Anhand­ einer Übersichtsgrafik erläuterte er die unter-

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Best-Practice-Vortrag Best-Practice-Vortrag F1.1

Effiziente Ausweiserstellung und -verwaltung in HYDRA Bernd Matejat, Leiter Personalinfosysteme bei der Diehl Metall Stiftung & Co. KG, berichtete von der Einführung des Zutrittskontrollsystems (HYDRA-ZTK) bei Diehl zur Vorbereitung der angestrebten AEO-Zertifizierung (Authorized Economic Operator) zum „Zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten“ (ZWB). Ausgangssituation Zur Zeit hat jeder Mitarbeiter bei Diehl Metall einen Schlüsselanhänger mit einer aufgebrachten Nummer, basierend auf dem Legic-PrimeStandard. Sie dienen der Öffnung von diversen Drehkreuzen, die den Zugang zum Firmengelände ermöglichen. Außerdem ist der Zugang ohne mechanische Sperren über Wachen mit Sichtkontrolle geregelt, die nach Bedarf auch eine Überprüfung des Ausweises vornehmen. Zur Erfüllung der angestrebten AEO F-Zertifizierung („Zollrechtliche Vereinfachung / Sicherheit“) mussten neue Ausweise nach ISO 27001 mit Lichtbild eingeführt werden, die in der Regel offen zu tragen sind und die eine mechanische Zugangskontrolle an Drehkreuzen bzw. Rollbalken ermöglichen. Umstellungsplanung Als neuer Standard wurde Legic-Advant ausgewählt, da mit diesen Lesern auch die „alten“ Legic-Prime Ausweise gelesen werden können. Zur Vereinfachung der Ausweiserstellung wurde die HYDRA-Lizenz zur inte­ grierten Fotoerstellung beschafft. Nun können mit einer speziellen Kamera Fotos von Mitarbeitern direkt im Personalstamm erstellt und abgelegt werden­ .

Bernd Matejat de­ monstrier­te an die­ ser Stelle, dass hierbei sogar das Gesicht des Mitarbeiters automatisch erkannt und basie­ rend darauf der pas­ sende Bildausschnitt ausgewählt wird. Umstellungsdurchführung Mit dem Ausweisgestaltungstool in HYDRA können feste Elemente (z.B. das Firmenlogo) und variable Felder (wie Name oder Personalnummer) sowie ein Barcode beliebig angeordnet werden. Ein extern angeschlossener Ausweisdrucker wurde angeschafft und somit konnte die Herstellung der Ausweise beginnen. Matejat betonte, dass man bei einem Vorhaben dieser Art unbedingt frühzeitig den Betriebsrat einbinden sollte. Am besten schließt man gleich eine Betriebsvereinbarung ab, welche auch die Ausweis-Tragepflicht für Mitarbeiter in rele­vanten Bereichen beinhaltet. Für die Fotoak­tion plante Bernd Matejat zwei Monate ein. Da HYDRA nur eine eindeutige Ausweisnummer verwalten darf, muss die Ausweiserstellung und Ausgabe zeitnah sein – nach dem Druck des neuen Ausweises funktioniert der alte Schlüsselanhänger nicht mehr. Bernd Matejat ist guter Dinge, dass nun alles mehr oder weniger reibungslos abläuft und sieht der AEO-Zertifizierung im Dezember gelassen entgegen.

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Best-Practice-Vortrag Best-Practice-Vortrag F1.2

HYDRA-Rollouts auf andere Werke erfolgreich durchführen Stefan Sauskat, CIO bei KIRCHHOFF Automotive, präsentierte den erfolgreichen Rollout von HYDRA auf mehrere Werke mittels Templates. Er erläuterte sowohl den Entscheidungsprozess als auch die ersten Planungen bis hin zum unternehmensweiten Rollout der MES-Lösung, welcher teilweise mit dem SAP-Rollout gekoppelt war. Ausgangssituation Im Jahr 2005 sah sich KIRCHHOFF Automo­tive vielen Insellösungen gegenüber: verschie­dene, teilweise eigenentwickelte ERP-Systeme und mehrere lokale MES-Module verschiedener Anbieter waren im Einsatz. Eine globale Aussage zu Performance und Verfügbarkeit war ebenso wenig möglich wie der Vergleich von Werken, Maschinen oder Prozessen. IT-Strategie Zur Verbesserung der nicht mehr tragbaren Situation wurde ein 3-Stufen-Plan entwickelt, ­ dessen letzte Stufe einen globalen MES-Standard vorsieht. Nach der erfolgreichen Einführung von SAP in den ersten beiden Stufen wurden die globalen Anforderungen an die neue MES-Lösung definiert. 2008 fiel die Entscheidung für HYDRA von MPDV, welche durch eine Pilotins­ tallation im Werk in Polen abgesichert wurde. Hierbei wurden deutliche Differenzen zwischen den automatisch ermittelten Daten und den ehemals manuell erfassten Werten festgestellt.

Ziele der MES-Einführung Mit dem neuen MES wollte das Unternehmen eine globale Transparenz über alle Produk­ tionsdaten schaffen. Stückzahlen und Produk­ tionsunterbrechungen sollten automatisch und effizient erfasst werden. Ziel war ein weltweit einheitliches Produktionsreporting und die Bildung von Planungsstandards. Basis für die Standardisierung war die Vereinheitlichung von Unterbrechungsgründen, An-/Abmelde­ szenarien sowie der Bildschirmoberflächen an Konsolen und Terminals in der Fertigung. Globale Rollout-Strategie Basierend auf den Erkenntnissen der Pilotinstallation wurden technische Rahmenbeding­ungen und Teams mit klar abgegrenzten Verantwortlichkeiten zur Rollout-Unterstützung definiert. Alle Details wurden im KIRCHHOFF-Template zusammengefasst und an alle Standorte verteilt. Insgesamt wurden etwa 600 Arbeitsplätze/Maschinen an zwölf Standorten in elf Ländern angebunden. Dafür wurden etwa 180 WindowsTerminals installiert und elf HYDRA-Server aufgesetzt. Heute arbei­ten mehr als 750 Anwender mit HYDRA. Auf die Frage aus dem Publikum nach der Mehrsprachigkeit des MES-Systems erläuterte Stefan Sauskat, dass bei KIRCHHOFF Automotive sowohl die von MPDV angebotenen Pakete gängiger Sprachen zum Einsatz kommen als auch die Key-User des jeweiligen Landes lokale Übersetzungen einspielen ­können.

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Workshop Workshop F1.3

Praktische Umsetzung der ISO 50001 mit HYDRA-EMG Dipl.-Wirt.-Ing. Sylvia Wahren vom Fraunhofer-Institut Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) veranschaulichte die Relevanz der ISO 50001 in der heutigen­Zeit und vor allem für die Zukunft. Etwa ein Drittel des Energieverbrauchs in Deutschland ist auf die Industrie zurückzuführen. Energieeffizienz ist ein relevanter Wettbewerbsfaktor. ISO 50001 Es geht bei der Zertifizierung nach ISO 50001 nicht nur um die Verbesserung des CO2-Aus­ stoßes des Unternehmens oder eine bessere Res­ sourcen-Nutzung sondern auch um eine ganzheitliche Betrachtung des Unternehmens. Das zentrale Instrument des Energiemanagements, erläutert Silvia Wahren, ist die Ermittlung­ des aktuellen Energieverbrauchs des Unternehmens in einem bestimmten Zeitraum. Es sollte hier die PDCA-Vorgehensweise durchlaufen wer­ den: Plan, Do, Check, Act. Um Energieverbräuche analysieren und bewerten zu können, müs­ sen diese zuerst ermittelt und erfasst werden. Dies kann nur mit Hilfe eines Datenerfassungs­ systems wie HYDRA erfolgen. Die enorme Aussagekraft von Analysen und Be­wertungen kann noch einmal verbessert­werden, wenn diese Kennzahlen bzw. Werte ein­ ander gegenübergestellt werden können. Das Fazit des Frauenhofer IPA ist, dass Prozesse zur Verbesserung der Energieeffizienz im Unternehmen durch die ISO 50001 unterstützt werden. Ebenso sind kontinuierliche Ver­besserungen der Energieeffizienz und eine Transparenz in der Energieverwendung essenziell­.

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HYDRA-EMG Michael Hagel, MPDV-Produktmanager Maschi­ nen- und Prozessdaten, beschrieb anschließend, wie mit dem HYDRA-Modul Energiemana­ ge­ ment (EMG) die von der ISO 50001 geforder­ ten Normen erfüllt werden können. Das MES-System­ ermöglicht­ die Er­ fassung von Da­ ten und Informa­ tionen, die Visua­ lisierung und Ana­ lysen von Ver­ bräuchen sowie die Maßnahmen­ definition – und unterstützt damit­ den Regel­kreis der ISO 50001. Dabei können Daten sowohl manuell als auch automatisch erfasst werden, wobei es nicht immer heißt, „dass automatisch gleich besser ist!“. Aber nicht nur die Datenerfassung wurde erwähnt, auch die Verwaltung und Verarbeitung dieser Daten muss gewährleistet sein. HYDRA visualisiert im Energiemonitoring Verbrauchswerte inkl. historischer Werte und bietet Analysen dazu. Hieraus können Maßnahmen abgeleitet werden, um die gewünschten Ziele der ISO 50001 zu erreichen. Michael Hagel­ beendete seinen Vortrag mit den Worten: „Nun ist der Energieverbrauch nicht mehr ein Ergebnis der Produktion, sondern die Produktion kann unter Berücksichtigung des Energiebedarfs ­geplant und optimiert werden.

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Workshop Workshop F2.1

HUG-Empfehlung „Produktionskennzahlen“ Jochen Schumacher, Leiter MPDV Campus und HUG-Pate, stellte die Ergebnisse und Empfehlungen vor, die mit Hilfe der HUG-Mitglieder zum Thema Produktionskennzahlen entwickelt wurden. Zu Beginn der Präsentation stellte Jochen Schumacher einige Fragen in den Raum: ­ „­Welche Kennzahlen benötigen wir als Unter­ nehmen überhaupt, welche sind wichtig und wie oft müssen diese ermittelt werden?“– „Wer ist für die Auswertung der Kennzahlen zuständig?“ – „Und welche dieser Zahlen sind für Lean Production wichtig?“ Zu diesem Thema wurde eine Projektgruppe­ mit folgenden HUG-Mitgliedern gegründet­ : Fritz Schiess AG, Gedia Gebrüder Dingerkus­ GmbH, Synventive Molding Solu­ tions GmbH, Otto Brauckmann­Ferti­ gungsmanagement sowie die TU Darmstadt­ und die Hochschule Heil­ bronn. Diese Zusammenarbeit zeigt wieder einmal auf, wie intensiv sich MPDV und deren Anwender für die Entwicklung und kontinuierliche Verbesserung der Prozesse in Unternehmen einsetzen. Ziel der Projektgruppe war, eine Kennzahlenempfehlung für alle Organisationsebenen zu entwickeln und diese daraufhin dem MPDV-Projektmanagement vorzustellen.

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Jochen Schumacher­ stellte in seinem Vor­trag den aktuel­ len Arbeitsstand des Kennzahlen-Pro­jekts vor. Ein wichtiges­ Ergebnis­war die Einigung­auf die S-M-A-R-T-Formel (Specific, Measur­ able, Achievable, Re­levant, Time). Da­ mit können die we­ sentlichen Kennzahlen ermittelt werden. Diese Kennzahlen wurden dann zur besseren Gliederung in vier Gruppen aufgeteilt: Auftrag, Maschinen, Personal und Material. Darunter könnten dann jeweils hierarchisch Kennzahlen eingeordnet werden. Abschließend gab Jochen Schumacher noch einen Ausblick auf die nächsten Schritte, um das Thema Produktionskennzahlen der Projektgruppe abzuschließen. In einem ersten Schritt soll die finale Zusammenfassung der HUG-Anforderungen an ein Kennzahlensystem mit dem MPDV-­ Produktmanagement besprochen werden. Im zweiten Schritt sollen diese Kennzahlen als HUG-Empfehlung vermarktet werden­.

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Best-Practice-Vortrag Best-Practice-Vortrag F2.2

Effiziente Materialidentifikation mit RFID am Beispiel von eKanban Claus Kleedörfer, Geschäftsführer des Bereichs Smart Network Infrastructure bei HARTING­Deutschland, zeigte am Beispiel von eKanban auf, wie HYDRA in Kombination mit RFID zu Effizienzsteigerung in der Produktion, Senkung der Durchlaufzeiten, Steigerung der Prozesssicherheit und maximaler Transparenz führen kann. eKanban bei HARTING Die Vorzüge eines Kanban-Systems liegen auf der Hand: Komplexitätsreduzierung. Die elektro­ nische Variante eKanban bietet neben der Inte­ gration in eine MES-Lösung weitere Vorteile: durch die Abschaffung der alten Kanban-Tafeln konnten bei HARTING 90.000 Produktionspapiere und über 2500 Kanban-Karten aus Papier sowie täglich etwa zwei Arbeitsstunden eingespart werden. Mit den neuen elektronischen Kanban-Tafeln, in welche außerdem viel mehr Input inte­ griert werden kann als zuvor, ist alles auf einen Blick zu erkennen und außer­dem transparent sowie systemgesteuert. Zur Um­ setzung des gesamten Prozesses ist es notwendig, dass alle Vorgänge automatisch erfasst und in den vorhandenen Systemen wie SAP und HYDRA doku­mentiert werden, erläuterte Kleedörfer. RFID ist eine hervorragende Technologie, um ein solches Vorhaben zu unterstützen. RFID und HYDRA Bei lediglich geringen Mehrkosten bietet RFID eine 99-prozentige Erkennungsrate – auch ohne Sichtkontakt zum Objekt – und somit deutliche Vorzüge gegenüber dem weitverbreiteten Barcode. In HYDRA werden dank RFID sowohl die Identifikation der Transportboxen – und somit das Material selbst – als auch der aktuelle Standort (anhand der Reader-ID) automatisiert erfasst. Dies senkt den Aufwand für

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Erfassungen und schließt Tippfehler durch manuelle Eingaben­aus, was die Prozesssicherheit deutlich erhöht. Erst durch die Kombination von ­HYDRA und RFID ergeben sich Einsparungen so­ wohl beim Material (Pa­ pier) als auch beim Aufwand (Zeit). Zudem ermöglicht RFID eine lücken­ lose Herstellungsdokumentation eines Produkts in HYDRA­und legt damit die Grundlage für spätere­Rückverfolgbarkeit (Tracking & Tracing) und ein effizientes Intralogistik-System. ROI-Betrachtung Neben den bereits eingangs genannten Zielen konnte HARTING durch die Einführung des eKanban-Systems bereits nach weniger als zwei Jahren die Amortisation der Investitionen und dank HYDRA zusätzlich signifikante Einsparungen vorweisen. Da die Kosten für RFIDTechnologie mittlerweile sehr niedrig sind, lohnt sich für immer mehr Unternehmen der Vergleich mit Barcode-Lösungen. Letztendlich ist Claus Kleedörfer stolz auf die „Realisierung einer innovativen Fertigung unter Einsatz von modernen Technologien“ und meint damit insbesondere die Kombination des MES HYDRA und RFID als Vertreter für Auto-IDTechnologie.

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Workshop Workshop F2.3

Systemoptimierung – Umstellung auf virtuelle Server Unter dem Titel „Systemoptimierung“ stellten Mike Stiebling, stellvertretender IT-Leiter bei Borbet Thüringen GmbH und Ulrich F. Kelsch, Leiter Inbetriebnahme/System­ integration bei MPDV die Umstellung von HYDRA auf virtuelle Server vor. Vorzüge & Risiken von virtuellen Servern Hauptgrund für die Virtualisierung von Servern ist die Konsolidierung. Mehrere nur gering ausgelastete physikalische Server werden zu einem virtualisierten System zusammengefasst. Dadurch reduzieren sich sowohl Platz- und Ener­ giebedarf als auch die Betriebs­ kosten. Außerdem kön­ nen Testumgebungen einfach und schnell aufgesetzt werden. Allerdings wird durch die Konso­ lidierung vieler Serverdienste auf wenige physika­li­ sche Server eine Ausfallabsicherung zwingend nötig. Im Hinblick auf die Performance von virtuellen Servern empfahl Ulrich Kelsch: „Prüfen Sie die Relevanz der Virtualisierung für jeden Dienst einzeln und beschränken Sie sich auf wenige virtuelle Server je Host-System. Die durchschnittliche Auslastung sollte 60 – 70 % nicht übersteigen.“

seinen Bestrebungen und Erfolgen bei Borbet Thüringen. Nach einem Hardware-Crash des HYDRA-Servers entschied man sich für die Nutzung­der bereits vorhandenen Virtualisierungsplattform inkl. Hochverfügbarkeitscluster und beschloss zudem, HYDRA­an ein StorageSystem (SAN) anzubinden. In der virtuellen Welt angekommen, schwärmt Mike Stiebling von den gewonnenen Vorteilen: Die Ausfallzeit im „Unglücksfall“ beträgt nun geschätzt etwa 10 Minuten – diese Zeit wird benötigt, um den HYDRA-Server automatisch auf der Ausfallsicherungshardware neu zu starten (Fail-Over). Weitere Vorteile sind die Wartung bzw. Aufrüstung der Hardware ohne Ausfallzeit sowie der Remotezugriff und dadurch die Möglichkeit, den H ­ YDRA-Server aus der Ferne sogar neu zu starten. Und das Beste überhaupt: Ein Testsystem erhält man jetzt durch einfaches Klonen des Live-Systems – das ist ein Handgriff und weniger als eine Stunde Wartezeit.

HYDRA auf virtuellen Servern Grundsätzlich empfiehlt MPDV, HYDRA-Systeme­ nur bis zu einer mittleren Größe virtuell­zu betreiben und dabei die Systemanforderungen zu beachten. Im Anschluss an die all­ gemeine Einführung in die Welt der virtuellen Server berichtete Mike Stiebling von

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Interview Im Interview mit Bruno Hildebrand

Fünf Fragen an den Vorstand der HYDRA Users Group HUG: Herr Hildebrand, welche Bedeutung hat die HUG für die Anwender? Die HYDRA Users Group (HUG) hat mittlerweile über 180 Mitglieder – das sind 180 Möglichkei­ ten, Ideen und Lösungen von anderen zu erfah­ren und unser Wissen auszutauschen. Damit­ sind wir ein wichtiger Partner für MPDV, um das Produkt auf einer breiten Basis abzustützen und weiterzu­entwickeln. Die aktiven Mitglieder stellen in den Arbeitskreisen (AK) fest, dass sich die eingesetzte Zeit mehr als lohnt. HUG: Viele Anregungen aus der HUG haben bereits zu neuen Produkten der MPDV geführt. Welchen Nutzen ziehen die Anwender daraus? Durch die Zusammenarbeit in der Bruno Hildebrand, Vorsitzen­ der des HUG-Vorstands HUG können die User Anforderungen auf ein breites Feld unter­schiedlichster Unternehmen stützen. Dadurch gelangen praxis­ nahe Lösungen in den HYDRA­-Standard. Die Priorisierung der Themen in den AKs stellt sicher, dass MPDV die wichtigsten Punkte zeitnah umsetzen kann. Neben den vielen Anpassungsvor­ schlägen aus dem AK Fertigung bringt auch das neue Support-Tool in Zukunft mehr Transparenz. HUG: Wie wollen Sie zukünftig für das Wachstum der HUG sorgen? Wir haben dieses Jahr viel getan, um die Mitglieder zur aktiven Mitgestaltung von HYDRA zu animieren. Vor allem das Punktesystem, der HUG-Newsletter und eine Konzentration der AK-Treffen auf einen Tag soll bei weniger Zeitaufwand viel Nutzen bringen. Zu guter Letzt wollen wir die HUG mit dem Ombudsmann um eine neutrale Unterstützungsfunktion bereichern. Im Hinblick auf das sehr intensive Net-

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working in der HUG werden wir sicher durch Mund-zu-Mund-Werbung weitere interessierte Personen erreichen können. Unser klares Ziel: Beim 10-jährigen ­Bestehen (in 2014) wollen wir mehr als 200 aktive Mitglieder zählen. HUG: Welche Motivation steckt hinter dem neuen Punktesystem und was bringt es den Anwendern? Die Idee dazu entstand in einer Vorstandssitzung. Wir wollten in unseren Unternehmen Freiräume schaffen, um die Zeit der HUG widmen­ zu können. In der aktuellen Wirtschaftslage ist es oft schwierig, an AK-Treffen teilzunehmen, wenn nicht sofort ein ROI daraus entsteht, da unter anderem auch Reisekosten und Arbeitszeitaus­ fall entstehen. Das Punktesystem soll den Unternehmen den Nutzen für die jeweiligen Beiträge zur HUG aufzuzeigen. Ich bin überzeugt, dass damit ein wichtiger Meilenstein in der HUG erreicht wurde, um mit Geben und Neh­men die MES-Lösung HYDRA weiter zu entwickeln­. HUG: MPDV wächst auch international. Was planen Sie diesbezüglich mit der HUG? Wir hatten in den vergangenen Jahren bereits einen Anlauf genommen, eine HUG Internatio­ nal zu gründen. Leider war es dem initiierenden­ Mitglied nicht mehr möglich, aktiv zu sein. Trotzdem ist der Bedarf geblieben. Daher werden wir demnächst einen weiteren Versuch starten. Angedacht sind verschiedene internationale Gruppen, um Reisetätigkeiten möglichst gering zu halten. Ich bin überzeugt, dass wir zum 10-jährigen Jubiläum auch hier die Weiterentwicklung der HUG vorstellen können. HUG: Vielen Dank für das interessante Gespräch. Wir freuen uns auf viele Jahre konstruktive Zusammenarbeit.

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Interview Im Interview mit Prof. Dr.-Ing. Jürgen Kletti

Fünf Fragen an den Geschäftsführer von MPDV HUG: Professor Kletti, welche Bedeutung hat die HYDRA Users Group für MPDV? Die HUG ist für uns enorm wichtig. Die Vielzahl an Anwendern, die inzwischen Mitglied der HUG sind, liefern uns eine repräsentative Sammlung von neuen, praxisnahen Anforderungen an HYDRA. Durch die Aktivitäten in den Arbeitskreisen werden die Bedürfnisse der Anwender verdichtet und priorisiert. Das hilft uns sehr bei der Entscheidung, wie wir HYDRA weiterentwickeln. Vor allem ist der strategische Aspekt für uns dabei sehr wichtig. HUG: Stimmt es, dass bereits viele Anregungen aus der HUG zu neuen Produkten der MPDV geführt haben? Welche waren das und was bringt das MPDV? Prof.-Dr.-Ing. Jürgen Kletti, Ja, das stimmt. Große Teile Geschäftsführer MPDV des WRM-Moduls basieren auf Anforderungen aus der HUG. Und noch viel wichtiger – HYDRA 8 wäre ohne die Unterstützung der HUG niemals so schnell zu einem erfolgreichen Produkt geworden. Ein wichtiger Meilenstein war hierbei auch der Betatest von HYDRA 8 bei HUG-Mitgliedern. Mittlerweile ­ wurde HYDRA 8 mehr als 100 Mal installiert und etwa 60 Installationen arbeiten bereits produktiv­. HUG: Wie wollen Sie bzw. MPDV zukünftig die HUG unterstützen? Uns ist klar, dass ein Engagement in der HUG schwierig ist, da die Mitarbeiter in diesen Zeiten nicht im eigenen Unternehmen produktiv sein können. Daher haben wir zusammen mit dem HUG-Vorstand unter anderem ein Punktesys­ tem entwickelt, mit dem wir den aktiven HUGMitgliedern eine Gegenleistung für deren Engagement anbieten.

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HUG: Welche Motivation steckt hinter dem neuen Punktesystem und was bringt es MPDV? Das Punktesystem soll das Geben und Nehmen in der HUG unterstützen. Für Beiträge zur HUG (z.B. aktive Teilnahme an einem Arbeitskreis) bekommt das Unternehmen Punkte, die es dann bei uns gegen Dienstleistungen oder Lizenzen eintauschen kann. Dadurch fördern wir einerseits die Aktivität der HUG und andererseits können wir den Kunden bei der Weiter­ entwicklung bzw. Optimierung seiner Installation unterstützen. Dadurch wird der Kunde zufriedener und bringt diese positive Motivation wieder in die HUG ein. Das ist ein sich selbst antreibender Kreislauf, von dem wir alle etwas haben – eine klassische Win-WinSituation. HUG: MPDV wächst auch international. Was erwarten Sie diesbezüglich von der HUG? Richtig, wir bekommen immer mehr Kunden, die HYDRA über die ganze Welt verteilt einsetzen. Das sind einerseits Niederlassungen von deutschen Kunden und andererseits immer mehr Kunden, die unsere Tochterfirmen in USA, Singapur und jetzt ganz neu in China akquiriert haben. Auch diese Kunden haben das Bedürfnis, sich mit anderen Anwendern auszutauschen. Daher hoffen wir sehr, dass sich die HUG in absehbarer Zeit auch internationaler aufstellt – und das, ohne die Intimität einer rein deutsch-sprachigen Gruppe zu verlieren. Das wird eine große Herausforderung – aber ich bin guter Dinge. HUG: Vielen Dank für das interessante Gespräch. Wir freuen uns auf die weitere konstruktive Zusammenarbeit.

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Ihre HUG Ansprechpartner HUG-Vorstand und Arbeitskreise

MPDV Paten

HUG-Vorsitzende

MPDV Pate (allgemein)

Vorsitzender Bruno Hildebrand Amcor Flexibles Kreuzlingen Fon: +41 71 677-7317 bruno.hildebrand@amcor.com

Stellvertreter Thomas Andres Otto Bock Healthcare GmbH Fon: +49 5527 848-1497 andres@ottobock.de

Jochen Schumacher

AK-Leiter Harm H체bert PHOENIX CONTACT GmbH & Co. KG Fon: +49 52353 48078

MPDV Fachpate Hans-Christian Herter

Fon: +49 6202 9335-550 hug@mpdv.de

Arbeitskreis Fertigung

hhuebert@phoenixcontact.com

Fon: +49 6261 9209-0 hug.fertigung@mpdv.de

Arbeitskreis Personal AK-Leiter Bernd Matejat Diehl Metall Stiftung & Co. KG Fon: +49 911 5704-300 bernd.matejat@diehl.com

MPDV Fachpate Bernd Berres Fon: +49 6261 9209-0 hug.personal@mpdv.de

Arbeitskreis Qualit채t AK-Leiter Herbert Hajek Oechsler AG Fon: +49 9141 990-336 h.hajek@oechsler.com

MPDV Fachpate Andreas Cordt Fon: +49 7152 90634-0 hug.qualitaet@mpdv.de

Arbeitskreis IT AK-Leiter Mathias Schm채lzle RUCH NOVAPLAST GmbH + Co. KG Fon: +49 7802 806-123 mschmaelzle@ruch.de

MPDV Fachpate Ulrich F. Kelsch

AK-Leiter Bruno Hildebrand Amcor Flexibles Kreuzlingen Fon: +41 71 677-7317

MPDV Fachpate Prof. Dr. J체rgen Kletti

Fon: +49 6261 9209-0 hug.it@mpdv.de

Arbeitskreis Strategie

bruno.hildebrand@amcor.com

Weitere Informationen finden Sie unter www.hydra-usersgroup.com

Fon: +49 6261 9209-0 hug.strategie@mpdv.de

HUG-Sekretariat Sabine Tremmel Fon: +49 6202 9335-550 hug@mpdv.de


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