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№ 5 · Sonntag, 3. Februar 2013

SPEZIAL > Seite 8

Quo vadis Europa? Editorial

LIEBE LESER IN NEN U ND LESER, der zuletzt überwiegende Konjunkturoptimismus könnte durch einige der jüngsten Daten Kratzer bekommen haben. Die makroökonomischen Fakten spiegeln zwar lediglich die vergangenen Entwicklungen wider und in der mehrheitlich postulierten Zuversicht hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung ist der Blick nicht zurück, sondern nach vorn gerichtet, außer Acht lassen sollte man die Daten aber nicht. Schließlich offenbaren sie, dass es konjunkturell derzeit an vielen Stellen knirscht. So gab es in den USA im Schlussquartal 2012 einen überraschenden Rückgang der Wirtschaftsleistung. Und auch in Europa sieht es düster aus. Ein Beispiel dafür ist der starke

Rückgang des spanischen Bruttoinlandsproduktes im vierten Quartal 2012. Selbst die europäische Konjunkturlokomotive Deutschland kann ihre rostigen Stellen nur schwer kaschieren. So sind die im Dezember eingebrochenen Einzelhandelsumsätze ein weiteres Indiz für die seit Jahren anhaltende schwache Binnennachfrage. Aber wie gesagt, die Optimisten blicken nach vorn und hoffen, dass die konjunkturelle Flaute bald enden wird. Der Realist hat daran aber so seine Zweifel. Herzlichst, Ihre Redaktion von BÖRSE am Sonntag


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Schliekers Woche

Kein Geschäft ist es wert … Sonntag, 3. Februar 2013

AKTIEN & MÄRKTE Schliekers Woche. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 Tops und Flops-, Zitat- und Zahl der Woche. . . . . . . . . . . . 3 Markt im Fokus: Spanien – Party vorbei?. . . . 4 Märkte im Überblick: Dow Jones, DAX, EURO STOXX 50. . . . . .5 Aktie der Woche: QIAGEN . . . . . . . . . . . 6 SPEZIAL Europa Wirtschaftsperspektiven 2013. . . . 8 Gastbeitrag: Udo Baader. . . . . . . . . . . . . . 11 SERIE Aktienanleihen Teil 4. . . . . . . . . . . . . . . . 12 UNTERNEHMEN Unternehmen der Woche: Friendsurance. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 News: Caterpillar, facebook, Pfizer. . . . . . . 15 FONDS Fonds der Woche: Schroder Global Property Securities. . . . 16 Fonds-News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17

ZERTIFIKATE Zertifikate-Idee: Apple-Capped-Bonus-Zertifikat. . . . . . . 18 Zertifikate-News. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 Rohstoffe Rohstoff der Woche: WTI-Öl . . . . . . . . . . . 20 Rohstoffanalysen: Brent, Zink, Mais Gold . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21 Lebensart Event der Woche: Ausstellung in Mannheim – Die Geburtsstunde der Fotografie. . . . . . . . 22 Kulturkalender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 Coffeetable-Favourites: Berlin. . . . . . . . . 23 Impressum/Disclaimer . . . . . . . . . . . . . . 24

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… den guten Ruf der Deutschen Bank aufs Spiel zu setzen – so argumentierte vor einiger Zeit noch der damalige Chef Josef Ackermann. Seine Nachfolger stehen sicherlich in der TraReinhard Schlieker dition dieser Aussage, ZDF Wirtschafts­ denn wohin sonst korrespondent sollte der von Anshu Jain und Jürgen Fitschen versprochene Kulturwandel gehen? Um sich wandeln zu können, muss die Kultur allerdings wohl noch immer nicht das gewünschte Format haben, was wiederum bedeutet, dass Ackermanns Ausspruch von 2011 noch seiner unbedingten Befolgung harrt. Die verworrene Kulturlage hat hingegen wohl nur indirekt mit dem Verlust von fast 2,2 Mrd. Euro zu tun, den die Bank diese Woche zu berichten. Der stammt aus allen möglichen Risiken, die man abfedern wollte, nicht zuletzt auch, um die geforderte Eigenkapitalausstattung nach Basel III zu erreichen: mindestens 7% harte Kernkapitalquote. Da stören unberechenbare Risiken noch mehr als bisher. Der seit einigen Monaten amtierende aktuelle Doppelvorstand zeigt erkennbar den Willen, die kapitalen Böcke, die man einst geschossen hat, vergessen zu machen. Wobei in der Bilanz ebenso wie in der Kultur noch Gespenster lauern. Immerhin wird man bei einigen Risiken künftig sagen können: „Nun gut, den Prozess haben wir verloren, bezahlt haben wir ihn aber schon vor Jahren“ Oder: „Unsere Rückstellungen waren damals zu hoch, zum Glück, jetzt bleibt uns sogar noch was übrig.“ Darauf spekulieren die Chefs vermutlich, während sie sonstige Spekulation im Hause gleichzeitig eindämmen und den leitenden Mitarbeitern nachvollziehbare Gehälter verordnen. Andererseits kann eine Bank mit einer Bilanzsumme von 2 Bio. Euro und weltweitem Geschäft niemals komplett aus den Schlagzeilen verschwinden – irgendwo wird es immer eine Baustelle geben, irgendwer

wird immer beleidigt sein von Äußerungen der Deutschen Bank. Wer die schiere Existenz des Hauses schon für ein Verbrechen hält, kann von keinem Vorstand jemals überzeugt werden. Man könnte allerdings versuchen, keine PR-Desaster anzurichten, deren Schaden den Gewinn eines Geschäfts weit übersteigt. Beispiel Agrarrohstoffe: Es ist in der Tat nachweisbar und wurde auch schon wissenschaftlich untersucht und ist ökonomisch klar zu begründen, dass sogenannte Spekulation auf die Preise von Weizen, Zucker und Ähnlichem die Preissprünge eher einebnet, als sie zu vergrößern, und dass wilde Preiseskapaden vor allem bei jenen Nahrungsmitteln auftreten, die gar nicht an Warenbörsen gehandelt werden. Es nützt alles nichts, nicht einmal der Wunsch der Erzeuger, mit dem Terminhandel eine Absicherung ihrer Produktion zu bekommen, alles zwecklos. Das Bauchgefühl der Öffentlichkeit steht fest, da hilft nichts, und gewisse Organisationen gießen nur zu gern noch Öl in dieses Feuer, auf dem sie ihr eigenes, dann „fair“ gehandeltes Süppchen kochen. Dagegen kommt man nicht an, und deshalb hätte die Deutsche Bank es auch weiterhin einfach sein lassen sollen, kürzlich. Die Marge ist es nicht wert und der volkswirtschaftliche Schaden, den der Verzicht auf diese Möglichkeit des Handels für alle erzeugt, ist ja nicht das Problem der Bank. War es also Trotz, Rechthaberei? Man weiß es nicht. Aber man hätte den Spruch des Josef Ackermann hier vielleicht beherzigen können. Andererseits: Als Deutsche Bank jemals ein geachtetes, wohl gar geliebtes Mitglied der Gesellschaft zu werden, scheint eine fast unlösbare Aufgabe. Aufgeben sollte man trotzdem nicht.

Was denken Sie über dieses Thema? Schreiben Sie direkt an den Autor, Herrn Reinhard Schlieker unter schlieker@boerse-am-sonntag.de


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Tops und Flops der Woche

tops Sartorius: Mehr umgesetzt und verdient 2012 erhöhte der vor allem für seine Analysewaagen bekannte Laborausrüster Sartorius (WKN: 716563) den um Sonderposten bereinigten Gewinn von 52,8 auf 62,9 Mio. Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) ohne Sondereffekte legte von 112,2 auf 135,0 Mio. Euro zu, die entsprechende EBITA-Marge von 15,3% auf 16,0%. Der Umsatz zog von 733,1 auf 845,7 Mio. Euro an. Im laufenden Jahr soll der Umsatz wechselkursbereinigt um 6% bis 9% anziehen und die EBITA-Marge 16,5% erreichen. Jenoptik: Messtechniksparte stützt Nur dank der brummenden Messtechniksparte, die von einer anhaltend hohen Nachfrage aus der Automobilindustrie profitierte, steigerte Jenoptik (WKN: 622910) den Vorsteuergewinn im vergangenen Jahr nach ersten Berechnungen von 34,9 auf mehr als 45 Mio. Euro. Vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte der Gewinn von 49,2 auf mehr als 54 Mio. Euro zu. Der Umsatz zog von 543,3 auf rund 585 Mio. Euro an. Lediglich die Messtechniksparte verzeichnete ein deutliches Umsatzplus – von 140,1 auf mehr als 180 Mio. Euro. Wirecard: Operativer Gewinn gestiegen Wirecard (WKN: 747206) erhöhte den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im vierten Quartal von 25,8 auf 31,3 Mio. Euro. Der Umsatz zog von 92,4 auf 114,6 Mio. Euro an. 2012 legte das EBITDA von 84,4 auf 109,4 Mio. Euro zu, der Umsatz von 324,8 auf 394,1 Mio. Euro. Mitte November hatte der Anbieter elektronischer Zahlungsabwicklungen eine EBITDA-Spanne von 106 bis 113 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Im laufenden Jahr soll das EBITDA 120 bis 130 Mio. Euro erreichen.

Zitat der Woche

„Die deutsche Industrie war, ist und bleibt europäisch.“ Der neue BDI-Präsident Ulrich Grillo sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel volle Unterstützung bei ihrem Kurs zur Stärkung Europas und zur Verteidigung des Euro zu.

Zahl der Woche

5,8 Punkte Die jüngste Konsumklimastudie des Marktforschungsinstituts GfK stellt eine deutlich optimistischere Haltung der Verbraucher fest: Der Index steigt auf 5,8 Punkte – nach revidiert 5,7 Punkten im Januar. Zuletzt war der Index zweimal in Folge gesunken und schien damit eine Art Trendwende eingeleitet zu haben.

Flops Software AG: Beratungssparte lahmt Nach wie vor belastet das schwache Beratungsgeschäft die Software AG (WKN: 330400). Im vierten Quartal sank der Gewinn von 51,9 auf 50,7 Mio. Euro, vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 78,0 auf 75,4 Mio. Euro. Der Umsatz schrumpfte von 294,0 auf 276,7 Mio. Euro. Während der Produktumsatz von 189,2 auf 196,8 Mio. Euro anzog, brach der Beratungs- und Dienstleistungsumsatz von 103,4 auf 79,6 Mio. Euro ein. Im Gesamtjahr ging der Gewinn von 177,2 auf 164,7 Mio. Euro zurück. Der Umsatz sank von 1,10 auf 1,05 Mrd. Euro. Deutsche Bank: Dunkelrotes Schlussquartal Im vierten Quartal verlor die Deutsche Bank (WKN: 514000) – belastet vom Konzernumbau, Gerichtskosten in Milliardenhöhe sowie Abschreibungen – 2,15 Mrd. Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte der deutsche Branchenprimus 186 Mio. Euro verdient. Vor Steuern stieg der Fehlbetrag von 351 Mio. auf 2,57 Mrd. Euro. Die Erträge legten von 6,90 auf 7,87 Mrd. Euro zu. Gleichzeitig stiegen die zinsunabhängigen Aufwendungen von 6,71 auf 10,00 Mrd. Euro. Im Gesamtjahr brach der Gewinn von 4,33 Mrd. auf 665 Mio. Euro ein. Dennoch soll für 2012 eine unveränderte Dividende von 0,75 Euro je Aktie ausgeschüttet werden. Infineon: Gewinn implodiert Der von Infineon (WKN: 623100) im ersten Geschäftsquartal erzielte Überschuss brach im Vergleich zur Vorjahresperiode von 96 auf 19 Mio. Euro ein. Der Gewinn je Aktie fiel von 0,09 auf 0,02 Euro. Im fortgeführten Geschäft sackte der Gewinn von 104 auf 26 Mio. Euro ab, der operative Gewinn von 129 auf 35 Mio. Euro. Der Umsatz schrumpfte von 946 auf 851 Mio. Euro. Im Gesamtjahr rechnet der Chip-Produzent weiterhin mit einem Umsatzrückgang im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich.

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TERMINE DER WOCHE 04.02. 16:00 USA Auftragseingänge Industrie Dezember 05.02. 16:00 USA ISM-Index (Dienstleistungsgewerbe) Januar 06.02. 12:00 DE Auftragseingangsindex verarb. Gewerbe Dezember 07.02. 12:00 DE Produktionsindex produzierendes Gew. Dezember 07.02. 13:45 EU EZB, Ergebnis der Ratssitzung 07.02. 21:00 USA Verbraucherkredite Dezember 08.02. 08:00 DE Daten zum Außenhandel


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Markt im Fokus

Spanien: Party vorbei? Spanische Papiere gehörten in der vergangenen Woche zu den größten Verlierern an den europäischen Aktienmärkten. Offenbar nimmt man nach den kräftigen Zuwächsen seit Juli 2012 erst einmal ein paar Gewinne mit. Angesichts der jüngsten Konjunkturdaten verwundert dies nicht. Der kräftige Rückgang am spanischen Aktienmarkt ist bislang jedoch nur eine Korrektur. Vielleicht geht es nach einer eventuellen mehr oder minder großen Verschnaufpause

Dow Jones Spain Index

Indizes Index Dow Jones S&P 500 NASDAQ DAX MDAX TecDAX SDAX EUROSTX 50 Nikkei 225 Hang Seng

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wieder aufwärts. Dazu müsste der in den vergangenen Monaten im Kursanstieg zum Ausdruck gebrachte Optimismus aber wohl auch durch harte makroökonomische Fakten

Stand: 01.02.2013 (10:45 Uhr)

Stand: Freitag nach Börsenschluss

01.02.2013 % Vorwoche 52weekHigh % 52week 14009,79 +0,82% 14019,78 +10,17% 1513,17 +0,68% 1514,41 +14,28% 3179,10 +0,93% 3196,93 +11,62% 7833,39 -0,31% 7871,79 +18,39% 12757,00 +0,21% 12814,87 +25,95% 880,32 -0,99% 893,31 +16,47% 5827,27 +0,72% 5842,88 +21,37% 2710,08 -1,24% 2754,80 +9,69% 11191,34 +2,42% 11237,84 +27,03% 23721,84 +0,60% 23916,16 +16,67%

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unterlegt werden. Hier verstärken sich angesichts der jüngsten Daten eher die Zweifel, als dass sie abnehmen. Eventuell ist die Party daher doch vorbei. Zwar gab es mit dem jüngst veröffentlichten Leistungsbilanzüberschuss für November, der sich zum Vormonat von 0,9 auf 1,8 Mrd. Euro verdoppeln konnte, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Defizit von 3,9 Mrd. Euro zu Buche geschlagen hatte, einen Lichtblick. Der vermeintliche Erfolg in der Außenbilanz ist jedoch teuer erkauft und daher zwiespältig zu betrachten. Schließlich spiegelt dies lediglich die Folgen der drastischen Sparmaßnahmen wider. Dazu gehört der drastische Einbruch der Binnennachfrage, was durch die jüngsten Daten zu den Einheitsumsätzen einmal mehr deutlich wird. Sie sanken im Dezember preisbereinigt um 10,2%. Im Gesamtjahr 2012 ging es um 6,8% abwärts. In diesen Daten schlägt sich wiederum die extrem hohe Arbeitslosigkeit in Spanien nieder. Der rückläufige Konsum sorgt folglich für eine geringere Nachfrage an ausländischen Gütern, was das Volumen der Importe verringert. Die Verbesserung der Leistungsbilanz ist somit mitnichten ein Grund zur Freude. Dies zeigt sich auch in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im Schlussquartal 2012 um 0,7% zum Vorquartal und um 1,8% zum Vorjahresquartal. Die Abwärtsdynamik der Rezession verschärfte sich damit erneut.


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Märkte im Überblick

usa

Deutschland

Europa

Allzeithochs noch näher gerückt

Schritt zurück

Wird es bald holprig?

Zwar minderten die Verluste an den beiden letzten Tagen im Monat die Gewinne etwas, dennoch war der Januar 2013 für Dow Jones (+5,8%) und S&P 500 (+5%) einer der besten Jahresstarts seit Langem. Folglich wurde die Januar-Regel häufig zitiert. Laut dieser spricht ein positiver Januar für ein Plus im Gesamtjahr. Dies mag statistisch im Endergebnis auch oft zutreffen, Prognosen lassen sich daraus aber nicht ableiten. Zudem kann es im Jahresverlauf zu deutlichen Einbrüchen kommen. Die Januar-Regel kann man also getrost vergessen. Vielmehr gilt es, auf Quartalszahlen und Konjunkturdaten zu schauen. Derzeit scheint aber auch diesbezüglich eitel Sonnenschein oder zumindest werden die Zahlen so hingebogen, dass sie einem die Laune nicht vermiesen. So gab es im Schlussquartal 2012 mit 0,1% ein sinkendes BIP. Das sehe aber schlimmer aus, als es ist, und zudem nur ein Ausrutscher und nicht der Beginn einer neuen Rezession, hieß es. Schön geredet wurde auch der Arbeitsmarktbericht für Januar. Was jucken ein mäßiger Stellenzuwachs und eine gestiegene Arbeitslosenquote, wenn es doch eine als üppig bezeichnete Aufwärtsrevision für 2012 gab. Nichts, wie die kräftigen Zuwächse bei den US-Indizes am Freitag verdeutlichen, die damit zu einer positiven Wochenperformance führten. Die Allzeithochs von Dow Jones und S&P 500 rücken damit immer näher.

An den kräftigen Anstieg der Vorwoche konnte der DAX jüngst nicht anknüpfen. Offenbar gehen dem Markt mehr und mehr die Käufer aus. Es ist zwar nach wie vor eine Attacke zum Allzeithoch bei 8.152 Punkten denkbar und vielleicht kann es auch erreicht und sogar überschritten werden. Das könnte jedoch nur die finale Etappe der übergeordneten Aufwärtsbewegung sein. Spätestens wenn die Titelseiten voll sind mit Meldungen über neue Rekorde beim DAX, ist Vorsicht geboten. Aber schon jetzt kann es nicht schaden, Ausstiegsszenarien parat zu haben. Damit zu den jüngsten Konjunkturdaten. Auffällig hier ist einmal mehr der postulierte Optimismus bezüglich des deutschen Konsums. Die Marktforscher der GfK stellten in ihrer neuesten Studie fest, dass die Verbraucher für 2013 wieder mit höheren Einkommen rechnen und daher auch wieder größere Anschaffungen planen. Dazu trage neben einem stabilen Arbeitsmarkt die moderate Preissteigerung bei. Auch in der deutschen Industrie wachse die Zuversicht. Hierzu fällt einem eigentlich nur eine Zeile aus einem bekannten Kinderlied ein: „2 x 3 macht 4 widewidewitt und 3 macht 9! Ich mach mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt.“ Denn die jüngst schwachen Einzelhandelsdaten für Dezember und das Gesamtjahr 2012 sowie die steigenden Arbeitslosenzahlen zu Jahresbeginn sprechen nicht gerade für einen boomenden Konsum.

An den europäischen Aktienmärkten verzeichneten die meisten Kursbarometer in der vergangenen Woche Verluste. Der EURO STOXX 50 gab um 1,2% nach. Nachdem viele Leitindizes im Januar an die positive Tendenz des Schlussquartals 2012 angeknüpft hatten, wird es den Bullen wohl nun so langsam mulmig. Selbst den Optimistischsten unter ihnen dürfte nicht entgangen sein, dass die immer wieder hervorgehobene und betonte Zuversicht hinsichtlich einer wirtschaftlichen Erholung in Europa in der zweiten Hälfte 2013 auf äußerst wackeligen Annahmen beruht. Da sichert man doch lieber seine Gewinne. Sollte sich diese Tendenz verstärken, kann es schnell holprig werden. Denn auch der in den vergangenen Monaten aufputschende Stoff namens „lockere Geldpolitik der Notenbanken“ könnte mehr und mehr seine Wirkung verlieren. Gibt es dann keine neue Dosis, könnte ein dicker Kater folgen. Zur Vorsicht veranlassen auch einige charttechnische Signale. Der Euro STOXX 50 hat mit dem Verlust in der vergangenen Woche im Kerzenchart auf Wochenbasis ein Muster (Bearish Engulfing) gebildet, was für eine Trendwende sprechen könnte. Sollte es daher nun bestätigt werden, ist zumindest eine größere Korrektur denkbar. Mögliche Anlaufstellen könnten dann die Unterstützungen bei 2.611 und 2.448 Punkten sowie die 200-Tage-Linie bei derzeit 2.443 Zählern sein.

Dow Jones

DAX

EURO STOXX 50

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Stand: 01.02.2013

Stand: 01.02.2013

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QIAGEN

will auch 2013 profitabel wachsen

Die in der vergangenen Woche vorgelegten Zahlen für das Geschäftsjahr 2012 können überzeugen. Der BiotechKonzern ist profitabel gewachsen. 2013 soll es weiter aufwärtsgehen. QIAGEN will das Innovations- und Wachstumstempo beschleunigen und dadurch auch die Ergebnisse weiter steigern. Ein Hoffnungsträger für das laufende Geschäftsjahr ist das Laborgerät QIAsymphony. Hinter diesem melodisch klingenden Schlüsselelement in der Wachstumsstrategie des Unternehmens verbirgt sich den Angaben zufolge das branchenweit erste modulare System, das sowohl kommerzielle Tests als auch eine Vielzahl im Labor entwickelter Nachweisverfahren verarbeiten kann. 2012 wurden davon mehr als 200 Stück abgesetzt, sodass die Zahl der weltweit installierten Systeme gegenüber 2011 von 550 auf mehr als 750 zulegte. Im laufenden Jahr rechnet QIAGEN mit einer weiterhin starken Nachfrage für diese automatisierte Plattform und geht von einem Anstieg auf mehr als 1.000 installierte Einheiten aus. Damit erweitert das Unternehmen, das laut eigener Aussage weltweit führend bei sogenannten Probenvorbereitungs- und Testtechnologien ist, die Basis für künftig gute Geschäfte. Plausible Strategie Schließlich sind der Verkauf und damit die weltweite Verbreitung der Systeme zur Automatisierung nur der erste Schritt zur Umsatzgenerierung. Nach Installation der Geräte sorgen Verbrauchsmaterialien für immer wiederkehrende Einnahmen. Dazu zählen Reagenzien, Testkomponenten sowie Probenvorbereitungs- und Testkits. 2012 steuerten diese Materialien rund 86% zum Umsatz bei. QIAGEN verfolgt damit im Rahmen des Geschäftsmodells eine plausibel klingende Strategie. Eingesetzt werden die Produkte zum einen, um Nukleinsäuren wie 06

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DNA und RNA oder Proteine aus biologischen Proben wie Blut oder Gewebe zu isolieren und für Analysen vorzubereiten. Zum anderen können diese Biomoleküle mit den Testtechnologien dann sichtbar und einer Auswertung zugänglich gemacht werden. Die Einsatzgebiete sind vielfältig. Mit ihnen können Viren, Bakterien sowie Genmutationen nachgewiesen werden. Die Kunden stammen aus den Bereichen molekulare Diagnostik (Gesundheitsfürsorge), angewandte Testung (Forensik, Veterinärdiagnostik und Lebensmitteltestung), Pharma (pharmazeutische und biotechnologische Firmen) sowie der

QIAGEN

Stand: 01.02.2013


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akademischen Forschung. Abgesehen von der Verbreiterung der installierten Basis der automatisierten Plattformen wie QIAsymphony gehören die Erweiterung des Testportfolios sowie der Ausbau der geografischen Präsenz zur Wachstumsstrategie. Ergebnissteigerungen erwartet Damit sollten sich aufbauend auf den guten Ergebnissen 2012 auch 2013 die geschäftlichen Kennzahlen weiter erhöhen. Der Konzern selbst geht, getragen von organischem Wachstum und den Beiträgen der 2012 gekauften Firma AmniSure von einem wechselkursbereinigten Umsatzplus von etwa 5% bis 6% aus. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) soll auf 1,16 bis 1,18 US-Dollar und damit um 7,4% bis 9,3% zulegen. Darin nicht berücksichtigt sind mögliche Haushaltskürzungen in den USA, die zu weiteren Beschneidungen der staatlichen Forschungsförderung im Life-ScienceBereich führen könnten. Firmenlenker Peer M. Schatz sagte bezüglich der Prognosen: „Obwohl das Geschäftsumfeld weiterhin herausfordernd bleibt, greift unsere Strategie. Darum haben wir uns zum Ziel gesetzt, die Ergebnisse weiter zu steigern.“ Ziele übertroffen Bereits 2012 war von einem nicht ganz einfachen Umfeld geprägt. Allerdings führten die laut QIAGEN bedeutenden Fortschritte bei der Umsetzung der Initiativen zur Förderung von Innovation und Wachstum zu Ergebnissteigerungen. So auch im Schlussquartal. Das Umsatzplus war hier mit 4% zum Vorjahreszeitraum auf 346,5 Mio. US-Dollar zwar nicht sonderlich hoch, es kann jedoch als robust bezeichnet werden. Auch weil das Vergleichsquartal von großen Produktausschreibungen geprägt war. Zudem verbesserte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) deutlich. Fiel im vierten Quartal 2011 aufgrund von Restrukturierungskosten noch ein Verlust von 19,6 Mio. US-Dollar an, gab es nun einen Profit von 48,9 Mio. US-Dollar. 07

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Derivate auf QIAGEN WKN CK85KT TB3F7Z CZ1DLS

Typ Hebel-Zert. (Long) Hebel-Zert. (Long) Hebel-Zert. (Short)

Basispreis Knock-out 11,12 Euro 11,70 Euro 10,97 Euro 11,52 Euro 19,00 Euro 18,05 Euro

Aber auch bereinigt um Sondereffekte, wie Restrukturierungs- und Übernahmekosten, aktienbezogene Vergütung sowie Abschreibungen auf erworbene immaterielle Vermögenswerte, legte das EBIT zu und stieg um 11% auf 106 Mio. US-Dollar. Das im Vergleich zum Umsatz stärkere Wachstum führte zu einer von 29% auf 31% erhöhten EBIT-Marge. Nach Steuern verdiente QIAGEN 38,4 Mio. US-Dollar, nach 0,4 Mio. US-Dollar Verlust im Vorjahreszeitraum. Bereinigt kletterte der Profit um 13% auf 82,8 Mio. US-Dollar. Mit diesen Ergebnissen konnte der Konzern seine eigenen Ziele übertreffen. Auch im Gesamtjahr schnitt er besser ab als erwartet. Hier erhöhte sich der Umsatz um 7% auf 1,25 Mrd. US-Dollar. Bereinigt um Wechselkurseffekte waren es +10%. Davon steuerten die 2011 und 2012 akquirierten Firmen 6 Prozentpunkte bei. Die restlichen 4 entfielen auf organisches Wachstum. Das um Sondereffekte bereinigte EBIT stieg um 12% auf 356,4 Mio. US-Dollar. Unter dem Strich blieb ein bereinigter Profit von 260,7 Mio. US-Dollar übrig, der damit 11% über dem Vorjahreswert lag. Schwellenländer als Wachstumstreiber Mit Blick auf die einzelnen Absatzregionen zeigte sich einmal mehr das größte Wachstum in dem Gebiet Asien/Pazifik/Japan (Umsatzanteil: 19%). Hier gab es wechselkursbereinigt mit 15% erneut prozentual zweistellige Zuwächse, insbesondere wegen einer stärkeren Nachfrage in China, Japan und den Schwellenländern wie Indien und Südkorea. In der Region Europa/Nahost/ Afrika, die rund 34% zu den Konzernerlösen beisteuert, ging es um 9% aufwärts. Die

Laufzeit Hebel open end 3,51 open end 3,41 open end 4,44

QIAGEN ISIN: NL0000240000 WKN: 901626 Kurs 01.02.13: 15,44 EUR 52-Wochen-Hoch: 15,69 EUR 52-Wochen-Tief: 11,13 EUR Empf. Stop-Loss: 13,50 Unser Anlageurteil: spekulativer Kauf Stand: Freitag nach Börsenschluss

absatzstärkste Region Amerikas (Umsatzanteil: 46%) verzeichnete einen Zuwachs von 8%. Als wichtigen Wachstumstreiber hat QIAGEN die Erweiterung der Präsenz in den attraktiven Märkten weltweit im Blick. Nachdem die sieben führenden Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien, China, Südkorea, Mexiko und die Türkei 2012 insgesamt 12% zu den Konzernerlösen beitrugen und dabei ein wechselkursbereinigtes Wachstum von 12% verzeichneten, geht der Vorstand hier auch 2013 von zweistelligen Steigerungsraten aus.

Fazit Die Zuwächse im vergangenen Geschäftsjahr sind zwar nicht sonderlich spektakulär, dennoch überzeugt QIAGEN mit robustem Wachstum. Die in Aussicht gestellten weiteren Steigerungen für 2013 unterfüttern die Solidität des Geschäftsmodells. Es ist zudem so konzipiert, dass es auch darüber hinaus langfristig anhaltend profitables Wachstum verspricht. Die Aktie des Biotech-Konzerns bleibt damit ein vielversprechendes Investment. Zusammen mit der jüngst geknackten Hürde von 15,25 Euro könnten daher derzeit spekulative Käufe infrage kommen.


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Europa Wirtschaftsperspektiven 2013

Quo vadis Europa? Allen Krisenberichten zum Trotz: Europa ist ein wirtschaftliches Schwergewicht. Mit einem BIP von über 13,2 Bio. ist die Europäische Union die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt. Natürlich sind noch längst nicht alle Probleme gelöst, aber das schlimmste scheint überstanden. Lesen Sie hier, wo es schon 2013 aufwärtsgeht und wie Anleger davon profitieren. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen werden sich auch im laufenden Jahr weiter verstärken: Der Osten und der Norden wachsen – der Süden schrumpft. Während die Wirtschaft in Griechenland, Zypern und Portugal weiterhin in einer heftigen Rezession steckt, könnte Deutschland auf ein Plus von 0,8% kommen. Die baltischen Staaten dürften um über 3% zulegen, Polen, Rumänien und Schweden pendeln um einen Wert von 2%. Arbeitslosigkeit steigt auf Rekordwert Unter dem Strich reicht das für die Kehrtwende: Im Jahr 2012 ist die Wirtschaft in der Eurozone um 0,4% geschrumpft. Für das laufende Jahr erwartet die Europäische Kommission eine schrittweise Rückkehr auf den Wachstumspfad: Das BIP dürfte laut dem Herbstgutachten in der EU um 0,4% und im Euro-Raum um 0,1% anDie neuesten Zahlen steigen. Für die Menschen ist diese Trendzeigen eine deutliche wende jedoch noch nicht spürbar, denn die Stimmungsaufhellung. Arbeitslosigkeit in der Eurozone wird im laufenden Jahr weiter steigen „und in der zweiten Jahreshälfte mit fast 20 Mio. Arbeitslosen ihren Höhepunkt erreichen. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 waren in den Euroländern 15,9 Mio. Menschen arbeitslos. Die höchsten Arbeitslosenquoten werden mit 28%, 27% und 17% in diesem Jahr Griechenland, Spanien und Portugal aufweisen“, so Ernst & Young 08

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in der aktuellen Studie „Ernst & Young Eurozone Forecast“. Unternehmen positiv gestimmt Ganz anders die Stimmung in den deutschen Unternehmen. So blicken die 272 vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) befragten Finanzexperten äußerst optimistisch auf 2013. Die neuesten Zahlen zeigen eine deutliche Stimmungsaufhellung, und zwar nicht nur die zukünftigen Erwartungen, sondern auch die aktuelle Lage betreffend. Der entsprechende Index stieg gar auf den höchsten Wert seit Mai 2010. Zur Erinnerung: In diesem Jahr erreichte Deutschland mit 4,2% das höchste Wirtschaftswachstum seit vielen Jahren. Zwar sind solche Werte nicht mehr zu erwarten, aber die Ergebnisse legen doch nahe, dass sich die hiesige Wirtschaft besser entwickeln könnte, als viele bislang erwartet hatten. Einmal mehr könnte die Bundesrepublik also zur Konjunkturlokomotive für den alten Kontinent avancieren. Die Entkopplung von


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seinen Nachbarstaaten betrifft jedoch nicht nur das Wirtschaftswachstum. Die Bedeutung der europäischen Handelspartner sinkt: „Der Warenaustausch mit den Emerging Markets gewinnt weiter an Gewicht. Lag der Anteil an den deutschen Exporten z. B. der BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) im Jahr 2000 noch bei 4,5%, so wird er im nächsten Jahr bereits rund 15% betragen“, so der Deutschen Industrie- und Handelskammertag in seinem AHK-Weltkonjunkturbericht 2012/13. Exportstark und heimatverbunden In besonderem Maße haben von dieser Entwicklung die Firmen im MDAX profitiert. Die mittelgroßen Firmen haben die Chancen der Globalisierung genutzt und sind in den Emerging Markets und den USA äußerst erfolgreich. Es ist daher kein Zufall, dass der DAXplus Export Strategy Index, der die die Wertentwicklung der zehn exportstärksten Unternehmen aus DAX und MDAX widerspiegelt, acht MDAX-Mitglieder enthält. Gleichzeitig profitiert der MDAX aber auch in hohem Maße von der Stärke der heimischen Wirtschaft. Diese Doppelfunktion ist

das Erfolgsgeheimnis des Nebenwerteindex: Der kleine Bruder des DAX eilt derzeit von einem Rekordhoch zum nächsten und steht mit fast 12.700 Punkten so hoch wie nie zuvor. Die Analysten sind weiterhin optimistisch. Die Landesbank Berlin etwa prognostiziert für den MDAX in den nächsten zwölf Monaten einen Anstieg auf 13.300 Punkte. Am einfachsten gelingt der Einstieg über entsprechende Index-Zertifikate und ETFs (z. B. WKN: 593392). Dafür spricht auch, dass in einer Erholungsphase Mid und Small Caps generell interessant werden. Eine Einschätzung, die laut einer dpa-Meldung Frank-Peter Martin, Mitglied des Partnerkreises und Chief Investment Officer bei Metzler Asset Management, teilt. Gleichzeitig warnte er jedoch vor zu hohen Erwartungen: „Es geht nicht um eine Rendite von 20% oder 25%, sondern vor allem um den Vermögenserhalt.“ Setzen Sie auf die Peripherie Wer auf der Suche nach etwas mehr Rendite ist, muss zwangsläufig größere Risiken eingehen. Wer dazu bereit ist, dem bieten sich ob der aktuellen Krise in den südeuropäischen

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Ländern interessante Möglichkeiten. Antizyklisches Potenzial bieten vor allem die Aktien südeuropäischer Konzerne. So antwortete beispielsweise Gottfried Urban, Vermögensverwalter bei der Neue Vermögen AG, im „Handelblatt“-Interview auf die Frage: „Wie sieht es aus mit Unternehmen, die nicht in Deutschland aktiv sind?“ mit: „Da denke ich an die Südländer. Deren Unternehmen sind derzeit am deutlichsten unterbewertet. Italienische Energieversorgeraktien sind attraktiv, aber auch Aktien französischer und spanischer Unternehmen – Banken ausgenommen.“ Allerdings hat etwa der griechische Athex-Index mit einem Plus von 33% im letzten Jahr sogar den DAX (+29%) abgehängt. Interessanter erscheint hier ein breit gefächerter Einstieg. Möglich macht dies z. B. das RBS Euro Peripherie Value Select TR Basket Zertifikat (WKN: AA5BF2) – ein Papier, das in 15 Einzelwerte aus Spanien, Portugal und Italien investiert. Vorbildlicher Osten Völlig aus dem Blickfeld vieler Investoren verschwunden ist scheinbar auch Zentral- und Osteuropa (CEE). Zu Unrecht: „Die Bewertungen liegen derzeit bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 6,5 und werden damit mit einem Abschlag von 60% gegenüber den globalen Schwellenländern gehandelt“, so Allen Conway, Fondsmanager des Schwellenländerfonds Schroders ISF Emerging Europe, in einem Interview mit der „Wirtschaftswoche“. Auch die Staaten der Region stehen heute deutlich besser da, als ihre westlichen Nachbarn. Die Staatsverschuldung liegt im Verhältnis zum BIP in den meisten CEE-Staaten nur bei rund 40%. Die Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Lage in der CEE-Region hat sich zudem im Januar leicht verbessert. Dies hat der ZEW-Erste Group Bank Konjunkturindikator ergeben. Mit dem Lyxor ETF Eastern Europe (WKN: A0F6BV) holen sich Anleger die gesamte Region ins Depot. Europas Stärken Im Rahmen der Veröffentlichung ihres „2013 European Attractiveness Survey“ kommt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young zu dem Schluss, dass „die Investoren die Unsicherheit und Volatilität in einigen europäischen Ländern und Branchen nunmehr als die neue Normalität akzeptiert zu haben scheinen“, ohne dabei die Stärken des Kontinents aus dem Blick zu verlieren. Dazu zählen laut Ernst & Young insbesondere die größte Konzentration besonders vermögender Konsumenten, die Masse gut ausgebildeter Arbeitskräfte aller Fachrichtungen, die hohe Arbeitsproduktivität, die unübertroffene Innovationsbereitschaft und die hervorragende Infrastruktur. Diese Stärken und die Chancen, die diese wohl einmalige Konstellation den Staaten Europas eröffnet, gingen in der Berichterstattung über die Krise zuletzt gänzlich unter.

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Fazit Trotz der berechtigten Kritik an den mangelhaften ordnungspolitischen Rahmenbedingungen und dem Reformstau in einigen Ländern darf dabei nicht aus den Augen verloren werden, dass die notwendigen Veränderungen von den Menschen mitgetragen werden müssen, um am Ende Erfolg zu haben. Dies kann jedoch nur gelingen, wenn der Bevölkerung eine positive Vision vermittelt wird. Ein erstrebenswertes Ziel, für das es sich lohnt, die Mühen und Einschränkungen auf sich zu nehmen. Die Voraussetzungen für Wachstum und Wohlstand in Europa sind jedenfalls vorhanden. Gute Aussichten also – auch für Euro-Aktionäre.

Ausblick auf das nächste Spezial Ausgabe 6 (10.02.2013) Konsumgüterbranche


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Gastbeitrag

Modell Schweden – erneut Vorbild für Europa Europa, der kranke Kontinent. Europa, der alte Kontinent ohne Vision. Der Kontinent, der es wohl nicht schaffen wird, sich zu einen und die Kräfte zu bündeln. Europa, das seine Politiker beim Geldausgeben nicht zu zähmen versteht und so sein Wirtschaftssystem an die Grenzen der Belastbarkeit führt. Europa, Wiege und bald auch Grabstätte der Demokratie? Wissen Sie was? Ich kann das nicht mehr hören. Und es ärgert mich, dass wir im außereuropäischen Ausland so schlechtgeredet werden. Seit 2008 versuchen Politiker in den GIIPSStaaten (Griechenland, Italien, Irland, Portugal und Spanien), Ausgaben zu kürzen und Einnahmen zu erhöhen, um die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen. Ob Griechen, ItaUdo Baader liener, Spanier oder Portugiesen: Durch reguVorstand der Baader latorische Rezepturen erpressen sie immer neue Bank AG Kredite, denen nur der existenzielle Druck der Kapitalmärkte Einhalt gebietet. Wo wurzelt die Multi-Krise? Der Kern des Problems ist der zügellose Umgang der Politiker mit öffentlichen Geldern und ihre Möglichkeit, durch Schuldenmachen Wiederwahlen zu erkaufen. Um sich das Schuldenmachen zu erleichtern, haben sie sich über die Bankenregulierung unfaire Vorteile in der Begebung von Staatsanleihen eingeräumt. Die Folge: Alle Banken sind in den vergangenen zehn Jahren auf dieselbe Seite des Kapitalmarktbootes gelaufen und haben es damit nahezu zum Kentern gebracht. Die Bankbilanzen sind übervoll mit Staatskrediten. Diese müssten fairerweise wertberichtigt werden, doch da stehen wiederum die Politiker davor, um ihre verschwenderische Ausgabenpolitik nicht zu gefährden. So wurde die Schuldenkrise zur Bankenkrise, denn durch die Fehlregulierung haben wir lauter Banken mit ähnlichen Problemen, die sich untereinander nicht mehr vertrauen. Aus Einzelrisiken wurde ein systemisches Risiko, das die Europäische Zentralbank (EZB) nur heilen konnte, indem sie ihre eigenen Regeln kurzerhand über Bord warf – und sich dafür auch noch feiern ließ. Unsere Kanzlerin überschrieb dieses Verhalten mit „alternativlos“. Sie könnte mit dieser Einschätzung kaum weiter danebenliegen. Denn nicht in der kopflosen Kreditvergabe der EZB, sondern in der Befreiung der wirtschaftlichen Kräfte der Privathaushalte und Unternehmen liegt die Lösung. In Europa gibt es ein Land, das dafür Modell stehen könnte. Dieses Land hat sich aus eigener Kraft aus der seinerzeit ebenfalls selbst 11

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verschuldeten Misere herausgearbeitet. Ich spreche von Schweden. Schweden erlebte Anfang der 90er-Jahre als Spätfolge seiner Sozialismusexperimente eine dramatische Staatsschuldenkrise mit der Folge einer Bankenkrise. Alle großen Finanzinstitute wurden verstaatlicht. Die Kreditbücher der Banken steckten voller schwedischer Staatsanleihen. Schweden, das sozialistische Schweden oder, wie viele Deutsche es damals bezeichneten, das „Modell Schweden“, war pleite. Der Staatsanteil der Wirtschaftsleistung betrug zu dieser Zeit 70% bis 80%. Die Steuersätze lagen auf Höchstmarken, trotzdem gingen die Steuer­einnahmen zurück. Die sozialistische Regierung wurde schließlich von einer bürgerlichen Regierung abgelöst. Diese setzte erstaunliche Maßnahmen um: nn nn nn

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 ie Liberalisierung des Arbeitsmarkts mit der Folge d einer spürbaren Senkung der Jugendarbeitslosigkeit; die Freistellung der Geringverdiener von Sozialversicherungsbeiträgen; die deutliche Anhebung des steuerlichen Eingangssatzes, d. h. der Grenze, ab der Arbeitnehmer Steuern zahlen mussten, auf rund 1.500 Euro. Das erhöhte die Zahl der Erwerbstätigen und senkte die Soziallasten; die Senkung der Einkommenssteuersätze mit der Folge bald wachsender Steuereinnahmen; die Abschaffung der Vermögenssteuer und der Erbschaftssteuer. Die damit getroffene Ansage war klar: Wir belohnen und schützen die Kapitalbildung; die deutliche Abwertung der schwedischen Krone zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit.

Der Staat setzte Leistungsanreize. Die Wirtschaft, die Steuereinnahmen und damit der Staat erholten sich. Man kann heute getrost vom „neuen Modell Schweden“ sprechen. An diesem Land geht der größte Teil der gegenwärtigen Krise vorbei. In den vergangenen fünf Jahren hat Schweden das so oft gerühmte Deutschland in Sachen Wachstum hinter sich gelassen. Denn Schweden hat seine Lektionen gelernt. Wie schön wäre es, wenn die Politiker in Europa die Kraft fänden, dem zu folgen.


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Aktienanleihen Teil 4

Produkte nach Maß Anleger können je nach Aktienanleihen-Typ ihr Verlustrisiko reduzieren. Im Gegenzug nehmen sie geringere Renditemöglichkeiten in Kauf. Wie im zweiten Teil der Serie erläutert (siehe BÖRSE am SonntagAusgabe 03/13), reduzieren Anleger mit Aktienanleihen ihr Aktienkurs-Risiko durch den Sicherheitsabstand zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswerts und dem Basispreis. Bei einer klassischen Aktienanleihe erhält der Anleger den Nominalwert der Anleihe vollständig zurück, wenn die unterlegte Aktie am Laufzeitende auf dem Level des Basispreises oder höher notiert. Wird die Marke, verfehlt, führt dies zu Verlusten, wenn der ausgezahlte Kupon den Aktienkursverlust nicht mehr kompensieren kann. Risikoneigung

Je nach können Anleger aus verschiedenen Aktienanleihen-Varianten auswählen.

Easy Aktienanleihe Je nach Risikoneigung können Anleger aus verschiedenen Aktienanleihen-Varianten auswählen. So bietet die Deutsche Bank beispielsweise Easy Aktienanleihen an, die zusätzlich mit einer Barriere unterhalb des Basispreises ausgestattet sind. Entscheidend für die Rückzahlung des Nominalbetrags ist der Kurs der Aktie zum Laufzeitende. Easy Aktienanleihen weisen durch die vergleichsweise tief liegende Barriere ein geringeres Risiko auf als herkömmliche Aktienanleihen. Zum besseren Verständnis der Funktion dieser Variante ein Beispiel: Basiswert der Easy Aktienanleihe ist eine Aktie, die aktuell bei 100 Euro notiert. Die Laufzeit beträgt ein Jahr und der Kupon 8 %. Der Basispreis liegt bei 90 Euro und die Barriere bei 50 Euro. Sollte die Aktie am Ende der Laufzeit die 50-Euro-Marke nicht berühren oder unterschreiten, erhalten Anleger den Nominalwert

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vollständig zurück. (Die Kuponzahlung erhalten sie unabhängig von der Wertentwicklung der Aktie.) Sollte jedoch die Barriere verletzt werden – die Aktie also die 50-Euro-Marke berührt oder unterschritten haben –, greift der zweite Sicherheitsmechanismus: der Basispreis. In dem Fall wandelt sich die Easy Aktienanleihe in eine klassische Aktienanleihe. Sofern die Aktie am Laufzeitende auf oder oberhalb der 90 Euro-Schwelle (= Basispreis) notiert, wird der Nominalwert zu 100 Prozent zurückgezahlt. Hat die Aktie jedoch die Barriere verletzt und notiert zum Laufzeitende unter dem Basispreis von 90 Euro, erfolgt die Rückzahlung in Form der Lieferung einer bestimmten Anzahl von Aktien oder eines entsprechenden Barauszahlungsbetrages. In dem Beispiel würden Anleger Verluste erleiden, da der Kupon von 8 Prozent die Kursverluste der Aktie nicht mehr wettmachen kann. Aktienanleihe Plus Eine andere Variante ist die Aktienanleihe Plus. Sie funktioniert vom Prinzip her wie die Easy Aktienanleihe, die mit einer


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Aktienanleihen Teil 4

Barriere unterhalb des Basispreises ausgestattet ist, – bis auf einen wichtigen Unterschied: Die Barriere darf während der gesamten Laufzeit nie berührt oder unterschritten werden, damit Anleger den Nominalbetrag zu 100 Prozent wieder zurückerhalten. Sollte die Barriere hingegen verletzt werden, wird aus der Aktienanleihe Plus eine herkömmliche Aktienanleihe. Entsprechend wird nur dann zum Nennbetrag getilgt, wenn der Basiswert am Laufzeitende auf oder über dem Basispreis notiert. Wird diese Marke nicht erreicht, erfolgt die Rückzahlung in Form der Lieferung einer bestimmten Anzahl von Aktien oder eines entsprechenden Barauszahlungsbetrages. Dabei entstehen Verluste, wenn der Kupon die Aktienkursverluste nicht mehr wettmachen kann.

die sich von der Aktienanleihe Plus in nur einem Punkt unterscheidet: Die Barriere wird nur innerhalb eines bestimmten Zeitraums – und nicht über die gesamte Laufzeit – beobachtet. Dadurch vergrößert sich die Wahrscheinlichkeit, dass die Barriere nicht gerissen und der Nominalbetrag vollständig ausgezahlt wird.

Aktienanleihe Plus Pro Als dritte Abwandlung der klassischen Aktienanleihe gibt es die Aktienanleihe Plus Pro,

Haben Sie Fragen oder Anregungen zu dem Thema? Gerne können Sie uns dazu eine Nachricht schreiben an serie@boerse-am-sonntag.de

Das Rendite/Risiko-Profil selbst bestimmen Anleger können sich, je nachdem welche Erwartung sie für den jeweiligen Basiswert haben, mit den passenden Aktienanleihe-Typen positionieren. Dabei sollte ihnen klar sein: Je größer der Sicherheitspuffer, desto geringere Renditemöglichkeiten ergeben sich. Umgekehrt heißt das: Je kleiner der Sicherheitspuffer, desto höhere Renditen können sie erzielen. Die kommende Ausgabe behandelt die Investmentchancen von Aktien­anleihen. Weiterhin geht es um das Markt- und Emittentenrisiko der Produkte. Darüber hinaus erhalten Leser einen Einblick in die steuerliche Behandlung der Papiere.

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Chance auf attraktive Renditen Aktienanleihen mit hohem Zins auf DAX-Werte Aktienanleihe auf BASF

Aktienanleihe auf Deutsche Telekom

Aktienanleihe auf Volkswagen VZ

WKN

DX44AX

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DX422Y

Geldkurs

101,900%

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Basispreis

70,00 EUR

Basispreis

8,50 EUR

Basispreis

180,00 EUR

Zinszahlung p.a.

7,00%

Zinszahlung p.a.

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Zinszahlung p.a.

10,00%

Stückzins

0,78 EUR

Stückzins

1,50 EUR

Stückzins

1,67 EUR

Abstand zum Basispreis 5,14%

Abstand zum Basispreis 3,95%

Abstand zum Basispreis 1,59%

Seitwärtsrendite

4,82%

Seitwärtsrendite

6,45%

Seitwärtsrendite

6,69%

Max. Rendite

4,82%

Max. Rendite

6,45%

Max. Rendite

6,69%

Emissionstag

23.01.2013

Emissionstag

21.01.2013

Emissionstag

21.01.2013

Laufzeit

17.12.2013

Laufzeit

17.12.2013

Laufzeit

17.12.2013

Nominalvolumen

1.000

Nominalvolumen

1.000

Nominalvolumen

1.000

Hier zur Aktienanleihe!

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Der maßgebliche Prospekt für die genannten Wertpapiere kann unter www.dbxmarkets.de heruntergeladen oder bei der Deutsche Bank AG, db-X markets, Große Gallusstrasse 10-14, 60311 Frankfurt, kostenfrei angefordert werden.

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Unternehmen der Woche

Friendsurance –

facebook im Versicherungssektor

Die Versicherungsbranche gilt als konservativ. Sie wird dominiert von großen Konzernen mit langer Geschichte. Für Neulinge scheint es da kaum Platz zu geben. Doch Friendsurance zeigt, dass man mit pfiffigen Ideen auch in die Versicherungsbrache frischen Wind bringen kann. Versicherungen beruhen traditionell auf dem Kollektivprinzip. Viele Versicherungsprämien, weil so das Sicherheitsnetz, das einer VersicheMitglieder zahlen kontinuierlich Beiträge, die in einen gemeinsamen rung mit Selbstbeteiligung ähnelt, stärker wird. Topf fließen und vom Versicherer verwaltet werden. Schadensfälle Das lohnt sich gerade bei Versicherungen, die mit geringen Schawerden dann aus diesen Mitteln behoben. Nicht anders funktioniert densbeiträgen verbunden sind. So liegt der durchschnittliche Haftes auch bei der Alecto GmbH oder Friendsurance.de, wie die Platt- pflichtschaden in Deutschland bei 140 Euro. Mit dem überschauform des Versicherungsvermittlers heißt. Allerdings mit einem klei- baren Beitrag sind jedoch hohe Kosten durch Schadensaufnahme, nen, aber wichtigen Unterschied: Während bei den großen Versiche- -prüfung und -regulierung verbunden. Da bei Friendsurance kleine rungen die Versicherten anonym sind und sich in den meisten Fällen Schäden durch das gemeinsame Sicherheitsnetz abgefangen werden, nicht kennen, ist das bei Friendsurance anders. An die Stelle der gro- sparen die Versicherer hohe Kosten, die sie weitergeben können. ßen Gemeinschaft der Versicherten tritt eine kleine Community. Die Neben den günstigeren Prämien haben die Kunden von Mitglieder, zum Beispiel Freunde oder die Familie, schließen sich Friendsurance weitere Vorteile. Tritt kein Schadensfall ein, dann erhalten die Mitglieder einen Teil ihrer Beiträge aus dem Topf zurück. über Friendsurance zu einer Gruppe zusammen und zahlen Beiträge in einen gemeinsamen Topf. Sollte es nun zu einem Schaden kom- Dabei baut Friendsurance auf die Ehrlichkeit der Kunden. Während men, wird er hieraus beglichen. Natürlich werden die so gewonnenen die Anonymität großer Versicherer zu Versicherungsbetrug verlockt, Mittel nicht die Höhe einer traditionellen Versicherung erreichen, in ist die Wahrscheinlichkeit dafür bei Freunden oder Familienmitgliedie Tausende von Mitgliedern einzahlen. Trotzdem brauchen die dern geringer. Sollten die Schadensfälle aber wider Erwarten hoch Versicherten keine Angst zu haben, auf größeren Schäden sitzen zu sein, bietet Friendsurance seinen Mitgliedern einen zusätzlichen Serbleiben. Denn ab einer bestimmten Schadenshöhe übernehmen nor- vice und erstattet den Betrag, der über die jährliche Ersparnis bei male Versicherungen die Kosten. den Versicherungsprämien hinausgeht. Somit muss kein Versicherter Damit das funktioniert, arbeitet Friendsurance mit einem zweiteiligen mehr bezahlen, als in einem normalen Tarif fällig gewesen wäre. Modell. Zunächst können die Nutzer auf der Homepage Verbindun- Friendsurance ist ein echtes Start-up. Die Plattform wurde erst 2010 gen zu sogenannten V-Freunden aufbauen. Das „ V“ erinnert dabei von Tim Kunde, Sebastian Herfurth, Sebastian Beuster, Kay Bucksch nicht umsonst an die bekannten V-Männer. Hier wie da steht es für und Janis Meyer-Plath gegründet. Die Jungunternehmer verfügen Vertrauen, also Personen, die als zuverlässig angesehen werden. Unter- über berufliche Erfahrungen in der Versicherungsbranche und mit einander bilden sie ein Sicherheitsnetz und unterstützen sich gegensei- dem Aufbau von Internet-Plattformen. Mit dieser Expertise haben tig im Schadensfall. Dann schließen die V-Freunde eine Versicherung sie das Vertrauen und die finanzielle Unterstützung mehrerer Prider gleichen Art ab, wobei es nicht notwendig ist, dass sie beim glei- vatinvestoren aus dem Internet- und Versicherungsbereich gewonnen. chen Versicherer Kunde werden. Für ihre Eigenleistung bekommen sie Auch die Versicherungsbranche ist vom Konzept angetan. Sie erhofft von den Assekuranzen einen Nachlass, da der Versicherer erst bei grö- sich neben Einsparungen auch die Gewinnung neuer Kundengrupßeren Schadensfällen einspringen muss. Ganz wie in der Social-Media- pen aus der „facebook-Generation“. Daher hat sie die Berliner Firma Welt kommt es darauf an, möglichst viele Freunde zu haben, denn je 2011 mit dem Service-Innovationspreis Assekuranz in der Kategorie mehr Mitglieder sich zusammenschließen, desto günstiger werden die „Vernetzung“ ausgezeichnet. 14

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News

Caterpillar

facebook

Quartalsgewinn mehr als halbiert

Immer mehr mobile MAUs

Der US-Baumaschinenproduzent Caterpillar (WKN: 850598) hatte bereits im Vorfeld gewarnt: Im Schlussquartal brach der Gewinn von 1,56 Mrd. auf 700 Mio. USDollar ein. Der Gewinn je Aktie sackte von 2,32 auf 1,04 US-Dollar ab. Aufgrund von Unregelmäßigkeiten zwischen Ist- und SollLagerbestand einer im vergangenen Jahr übernommenen chinesischen Firma mussten 580 Mio. US-Dollar abgeschrieben werden. Caterpillar hatte für die Übernahme einst 650 Mio. US-Dollar gezahlt. Der Gewinn je Aktie wurde dadurch mit 0,87 US-Dollar belastet. Vor Steuern sackte der Gewinn von 1,98 Mrd. auf 912 Mio. US-Dollar ab, der operative Gewinn von 1,96 auf 1,04 Mrd. US-Dollar. Trotz Wachstums in der Finanzsparte schrumpfte der Gesamtumsatz von 17,24 auf 16,08 Mrd. US-Dollar. Experten hatten rund 16 Mrd. US-Dollar Umsatz sowie vor Sonderposten 1,69 US-Dollar Gewinn je Aktie erwartet. 2013 will der auch oft als Konjunkturindikator herangezogene Konzern 60 bis 68 Mrd. US-Dollar umsetzen und je Aktie 7,00 bis 9,00 US-Dollar verdienen. Im vergangenen Jahr steigerte Caterpillar den Gewinn von 4,98 auf 5,72 Mrd. US-Dollar beziehungsweise von 7,40 bis 8,48 US-Dollar je Anteilschein. Der Umsatz zog von 60,14 auf 65,88 Mrd. US-Dollar an.

Der Gewinn von facebook (WKN: A1JWVX) brach im Schlussquartal infolge einer verdoppelten steuerlichen Belastung von 302 auf 64 Mio. US-Dollar ein. Je Aktie implodierte der Gewinn von 0,14 auf 0,03 US-Dollar. Vor Sonderposten legte der Gewinn je Aktie von 0,15 auf 0,17 US-Dollar zu. Experten hatten keine Veränderung erwartet. Der Vorsteuergewinn schrumpfte nur leicht von 520 auf 505 Mio. US-Dollar, der im operativen Geschäft erzielte Gewinn von 548 auf 523 Mio. USDollar. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kletterte der Umsatz von 1,13 auf 1,58 Mrd. US-Dollar (Prognose: 1,51 Mrd. US-Dollar). Davon spülten Werbeeinnahmen 1,33 Mrd. US-Dollar in die Kasse – ein Plus von 41%. Gleichzeitig erhöhten sich die Gesamtkosten von 583 Mio. auf 1,06 Mrd. US-Dollar. Im Dezember stieg die Zahl der monatlich aktiven Netzwerknutzer (MAU = monthly active users) im Jahresvergleich um 25% auf 1,06 Mrd., die Zahl der täglich aktiven Nutzer (DAU = daily active users) um 28% auf 618 Mio. Die Zahl der mobilen MAUs kletterte im letzten Monat des vergangenen Jahres um 57% auf 680 Mio. Ein Problem (nicht nur) für facebook, denn auf Smartphones, Tablets & Co. lässt sich aufgrund der geringeren Display-Größe nur schwierig sinnvoll BannerWerbung platzieren.

Unternehmenstermine Datum 05.02.2013 05.02.2013 05.02.2013 06.02.2013 06.02.2013 06.02.2013 07.02.2013 08.02.2013

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Uhrzeit Name 07:00 Toyota Motor Corp. 07:45 Munich Re 22:15 Walt Disney Co. 07:30 GEA Group AG - ArcelorMittal SA - Douglas Holding AG 08:00 Daimler AG 08:00 MAN SE

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Ereignis 9-Monats-Bericht 2012/13 Ergebnisbericht 2012 Ergebnisbericht Q1 2012/13 Ergebnisbericht 2012 Ergebnisbericht 2012 Ergebnisbericht Q1 2012/13 Ergebnisbericht 2012 Ergebnisbericht 2012

Pfizer

Spartenverkauf poliert Ergebnis auf Im vierten Quartal vervielfachte der USPharmariese Pfizer (WKN: 852009) den Gewinn dank des Verkaufs des Babynahrungsmittelgeschäftes an Nestlé von 1,45 auf 6,32 Mrd. US-Dollar. Im Gegenzug wurden 4,83 Mrd. US-Dollar in der Firmenkasse verbucht. Der Gewinn je Aktie legte von 0,19 auf 0,85 US-Dollar zu. Vor Sonderposten schrumpfte der Gewinn je Aktie von 0,49 auf 0,47 US-Dollar. Der Vorsteuergewinn aus fortgeführter Geschäftstätigkeit stieg von 2,16 auf 2,17 Mrd. US-Dollar. Im Vergleich zur Vorjahresperiode sank der Umsatz von 16,14 auf 15,07 Mrd. US-Dollar. Experten hatten mit 14,4 Mrd. US-Dollar sowie 0,44 US-Dollar Gewinn je Aktie vor Sonderposten gerechnet. Unter anderem brach der weltweite Umsatz des Cholesterinsenkers Lipitor – einst Blockbuster von Pfizer – aufgrund der Konkurrenz durch Nachahmerprodukte nach Ablauf des Patentschutzes von 2,00 Mrd. auf 584 Mio. US-Dollar ein. In den USA kollabierte der Lipitor-Umsatz von 816 auf 61 Mio. US-Dollar. 2013 sollen 56,2 bis 58,2 Mrd. US-Dollar durch die Bücher fließen und der Gewinn je Aktie 1,50 bis 1,65 US-Dollar, vor Sonderposten 2,20 bis 2,30 US-Dollar erreichen. Im vergangenen Jahr schrumpfte der Umsatz von 65,26 auf 58,99 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn je Aktie legte von 1,27 auf 1,94 US-Dollar zu, vor Sonderposten fiel der Gewinn von 2,27 auf 2,19 US-Dollar je Aktie.


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Schroder Global Property Securities – solides Fundament für Kursgewinne Im vergangenen Jahr haben Immobilienaktien ein erfreuliches Wachstum verzeichnet. Der weltweit die Entwicklung von Immobilienaktien abbildende FTSE Epra Index legte um über 17% zu. Der positive Trend sollte anhalten. Doch um auch künftig chancenreiche Titel aufzuspüren, sind Stock-Picker-Qualitäten gefragt. Ebenso wichtig ist die weltweite Analyse der Volkswirtschaften. Denn daraus resultiert die geografische Gewichtung. Jim Rehländer, Fondsmanager des Schroder ISF Global Property Securities, hat 2012 die richtigen Schlussfolgerungen für sein Portfolio gezogen. Der Fonds legte um über 23% zu. Krisen haben auch etwas Gutes – speziell die Besitzer von Immobilienaktien profitierten. Die Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung und die zurückhaltende Kreditvergabe seitens der Banken nährte in den vergangenen Jahren Sorgen vor einem weltweiten Angebotsmangel an Immobilien. Die drohenden Engpässe wiederum beflügelten die Aktienkurse der Unternehmen. Der Sektor hat nach Ansicht von Jim Rehländer, Fondsmanager des Schroder Global Property Securities, weiter Kurspotenzial. Die Unternehmen profitieren seiner Meinung nach vor allem vom anhaltend niedrigen Zinsumfeld. Das erleichtert die Finanzierung. So konnte der französische REIT (Real Investment Trust) UnibailRodamco zum Beispiel eine Wandelanleihe mit einem Coupon in Höhe von nur 0,75% erfolgreich platzieren. Auch andere Unternehmen zapften den Kapitalmarkt zu äußerst günstigen Konditionen an. „Sie verbessern so bereits im Vorfeld des Erwerbs einer Immobilie oder eines Unternehmens ihre Kapitalstruktur“, erklärt Rehländer. Globale Konjunktursorgen lassen nach Zusätzlich sieht der Manager eine Reihe von Entwicklungen, die die Nachfrage nach Immobilien sowie den Druck auf steigende Mieten und Preise erhöhen könnten: „Es gibt Anzeichen dafür, dass sich die Konjunkturdaten Chinas verbessern.“ Zudem seien deutliche Fortschritte bei der Lösung der Euro-Krise erzielt worden. Rehländer ist Schroder Global Property Securities ISIN:  Fondsvolumen:  Fondswährung:  Auflagedatum:  Managementgebühr:  Gesamtkostenquote: 

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LU0683716608 417 Mio. Euro Euro 05.10.2011 1,50% 2%

zuversichtlich, dass auch die USA ihre Fiskalprobleme in den Griff bekommen. „Da diese drei Hauptsorgen zerstreut werden, ist 2013 der Weg für ein Wachstumspotenzial von 8% bis 10 % im Immobiliensektor geebnet“, folgert Rehländer. Chinas Immowerte haben noch Luft nach oben Rund 17% der Mittel hat Rehländer im Reich der Mitte angelegt, obwohl im vergangenen Jahr chinesische Immobilienwerte schon zwischen 50% und 130 % gestiegen sind. „Nach einem so starken Anstieg wäre in der Regel Vorsicht geboten, doch die aktuellen Kurse von Immobilientiteln liegen noch immer unter ihren langfristigen Durchschnittsabschlägen auf den Nettoinventarwert.“ Als weiterhin aussichtsreich beurteilt Rehländer Hysan Development. Die USA hat Rehländer mit rund 42% gewichtet, auch wenn USWerte bereits einen Aufschlag gegenüber ihrem Nettoinventarwert von im Schnitt 5% bis 10 % aufweisen. Der Manager glaubt jedoch, dass sich im Laufe des Jahres die Job-Situation jenseits des Atlantiks verbessern und sich somit auch die Stimmung auf dem Markt für US-Einfamilienhäuser aufhellen wird. Auch sollte die Bautätigkeit wieder Fahrt aufnehmen. Für US-Werte spreche zudem eine durchschnittliche Dividendenrendite in Höhe von 3% bis 4%. Zu Rehbergers Favoriten zählen unter anderem Simon Property Group, Equity Residential und Boston Properties. In Europa konzentriert sich der Manager unter anderem auf den Londoner Immobilienmarkt. Dort gleiche die steigende Nachfrage nach Büroimmobilien seitens der Geschäftsbereiche Technik, Versicherung und Medien den Rückgang aus dem Finanzsektor aus. Trotz der aktuell guten Ausgangsbedingungen sind Immowerte nicht frei von Risiken. Zinserhöhungen dürften die Kursentwicklungen drücken. Rehberger rechnet mit einem Anheben der Sätze in den USA jedoch frühestens Ende 2013.


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Rentenfondsmanager

Pessimistisch für Europa Die Analysten von S&P Capital IQ Fondsresearch haben im vierten Quartal 2012 zahlreiche Manager europäischer Rentenfonds befragt. Die meisten stimmten darin überein, dass Gesamteuropa auch 2013 in der Rezession verbleiben werde. Viele der Fondsmanager gehen davon aus, dass es auch zu einer Verlangsamung der exportorientierten deutschen Wirtschaft kommen könnte, wenn die Nachfrage aus Europa und China zurückgeht. Fondsmanager Thomas Kristiansson von SEB Asset Management ist vor allem besorgt über die Immobilienblase in den Niederlanden. Deutsche und niederländische Fondsmanager, unter anderem von Delta Lloyd,

Kempen, Gerling und Zantke, zeigten innerhalb der Peergroup besonders eindeutig ein zurückhaltendes Kaufverhalten. Ihre Prognosen für 2013 sind laut S&P Capital IQ Fondsresearch klar negativ. Viele der Manager erstellten daher defensive Portfolios als Vorbereitung für ein Jahr des niedrigen Wachstums und der Rezession in Europa. Die Fondsmanager bescheinigten EZB-Präsident Mario Draghi jedoch gute Arbeit. „Sie sind auch der Ansicht, dass die politische Landschaft in Europa insgesamt stabiler geworden ist“, sagt Alastair Wainwright, Analyst und Sektorchef European Fixed Income bei S&P Capital IQ.

AXA WF Framlington Europe

Über 1 Mrd. schwer Der Investmentfonds A X A WF Framlington Europe (ISIN: LU0389655811) von AXA Investment Managers hat die Marke von 1 Mrd. Euro verwaltetem Vermögen übertroffen. Damit zählt der Fonds nun zu den 15 größten Aktienfonds innerhalb seiner Vergleichsgruppe. Der von Chrysoula Zervoudakis gemanagte Fonds legt sein Vermögen überwiegend in Unternehmen an, die in Europa notiert oder ansässig sind. Großbritannien, die Schweiz, Deutschland und Frankreich bilden aktuell den regionalen Schwerpunkt. Branchenfokus stellen derzeit Industrie, kurzlebige Konsumgüter und Finanzen dar. Die Einzeltitelauswahl des Fondsmanagements beruht

auf einem Bottom-up-Ansatz. In den letzten drei Jahren hat der Fonds eine Wertentwicklung von 25,15% erzielt und rangiert damit im Vergleichszeitraum im obersten Quartil seiner Vergleichsgruppe. „In einem schwierigen Marktumfeld, wie wir es die letzten drei Jahre hatten, hat der AXA WF Framlington Europe seinen langfristigen Fokus beibehalten und in qualitative Wachstumsunternehmen mit guter Transparenz und solidem Management investiert“, sagt Zervoudakis. Der AXA WF Framlington Europe richtet sich an langfristig orientierte Anleger mit einem Anlagehorizont von mindestens acht Jahren.

Fidelity

Zweistellige Renditen mit Aktien Laut Trevor Greetham, Leiter Asset Allocation und verantwortlich für die Fidelity Multi Asset Funds, ist es für Anleger Zeit, sichere Häfen wie hochwertige Staatsanleihen, Gold und Schweizer Franken zu verlassen. „17% Rendite brachten globale Aktien ihren Eigentümern im vergangenen Jahr ein. Oder anders gesagt: 16 Prozentpunkte mehr als Staatsanleihen höchster Bonität“, so Greetham. Auch in diesem Jahr dürften Aktien kräftigen Rückenwind haben. Die weltweit zu erwartende Konjunkturerholung und die gestiegene Toleranz der Geldpolitik gegenüber Inflation böten hierfür ein sehr günstiges Makro-Umfeld. Greetham erwartet, dass vorhandene Überkapazitäten und niedrige 17

BÖRSE am Sonntag · 05/1 3

Rohstoffpreise die Inflation bis auf Weiteres in Schach halten werden. Allen voran dürften Aktien aus Schwellenländern zu den Gewinnern gehören. Die Bewertungen dortiger Unternehmen seien moderat und ein Anziehen der Weltkonjunktur werde diesen ohnehin wachstumsstarken Märkten positive Impulse geben. Zunehmende Inflationserwartungen dürften somit weiter auf die Renditen von Anleihen drücken. Gleichzeitig stiegen damit für Aktien die Chancen auf ein weiteres Jahr mit zweistelligen Renditen. „Wir gehen davon aus, dass Anleger von dem soliden Ertragswachstum der Unternehmen und steigenden Aktienkursen profitieren werden“, kommentiert Greetham.


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Apple-Capped-BonusZertifikat – chancenreiche Alternative zur Apple-Aktie Große Kurszuwächse sind bei der Apple-Aktie in den kommenden Monaten nicht zu erwarten, denn die Wachstumsperspektiven des iPhone-Herstellers haben sich deutlich eingetrübt. Deshalb ordern konservative Anleger nicht die Aktie, sondern ein darauf basierendes Bonus-Zertifikat. Der römische Dichter Ovid schrieb einst: „Hoffen und Harren macht manchen zum Narren.“ Übertragen auf die Börse bedeutet dies, dass Anleger Aktien im Depot belassen, weil sie auf steigende Kurse hoffen, aber ihre Erwartungen enttäuscht werden. Letzteres passiert vor allem dann, wenn sich die Unternehmensaussichten nachhaltig verschlechtert haben – und dies ist bei Apple der Fall. Der Anteilschein des Technologiekonzerns verteuerte sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren und erreichte am 21. September 2012 ein Allzeithoch bei 705,07 US-Dollar. Seither hat der Titel in der Spitze 38,3% seines Wertes eingebüßt. Zwar gibt es nach wie vor Kaufempfehlungen für die Apple-Aktie, aber unabhängig davon sind die besten Zeiten des Unternehmens vorbei.

44,7% im entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 38,6%. In den kommenden Quartalen könnte die Marge weiter schrumpfen. Denn der US-Konzern dürfte um Preissenkungen nicht herumkommen, da die Smartphones von Samsung, HTC und Motorola in Tests von Fachmagazinen mit einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis punkten. Hinzu kommt, dass in Westeuropa nur drei Viertel der iPhone-Besitzer der Marke Apple treu bleiben wollen.

Umsatz steigt, aber die Marge sinkt Immerhin sind die Zahlen von Apple für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2012/13 (Oktober bis Dezember 2012) zufriedenstellend ausgefallen: Der Umsatz stieg um 17,6% auf 54,5 Mrd. US-Dollar, aber der Gewinn erhöhte sich lediglich um 0,1% auf 13,08 Mrd. US-Dollar. Zurückzuführen ist dies auf einen Rückgang der Bruttogewinnspanne von

Bonuspapier mit großem Risikopuffer Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird der Kurs mittelfristig in einem Seitwärtstrend hin und her pendeln. Daher bietet sich der Kauf eines Capped-Bonus-Zertifikats (WKN: AA6X0C) auf die Apple-Aktie an, das von der Royal Bank of Scotland auf den Markt gebracht wurde. Die Barriere dieses Zertifikats liegt bei 320 US-Dollar und somit etwa 136 US-Dollar unter dem aktuellen Kurs des Basiswertes. Fällig wird das Bonuspapier am 27. Dezember 2013. Bis dahin können Anleger damit eine Rendite von 9,1% erzielen.

Verlust weiterer Marktanteile ist möglich Analystenschätzungen zufolge wird Apple das laufende Fiskaljahr mit einem Gewinn pro Anteilschein von 48,35 US-Dollar abschließen. Basierend auf dieser Prognose errechnet sich ein attraktives KGV von 9,4. Deshalb könnte der Kurs eventuell nochmals die 500-DollarMarke erklimmen. Einen Anstieg auf 600 oder sogar 700 US-Dollar sollten Anleger allerdings nicht erwarten. Schließlich ist Apple mittlerweile einfach zu groß, um weiterhin dynamisch wachsen zu können. Zudem könnten die Wettbewerber dem Technologiegiganten weitere Marktanteile abjagen.

Apple-Capped-Bonus-Zertifikat Zertifikattyp Capped-Bonus-Zertifikat

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Emittent Royal Bank of Scotland

Basiswert Fälligkeit Apple 27.12.2013

WKN AA6X0C


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SOCIETE GENERALE

Neue Outperformance-Zertifikate auf Blue Chips Die französische Société Générale legt 58 neue Outperformance-Zertifikate auf ausgewählte Aktien des Euro-Raums auf, mit denen Anleger überproportional von steigenden Aktienkursen profitieren können. Folgende Aktien sind Basiswerte der Neuemission: Air Liquide, Allianz, Axa, Banco Santander, BASF, Bilfinger Berger, BMW, BNP Paribas, Daimler, Danone, Deutsche Börse, Deutsche Post, E.ON, EdF, ENI, France Télécom, GDF Suez, Hannover Rück, Iberdrola, K+S, Metro, Munich Re, Philips, Repsol, RWE, Sanofi, Siemens, Total, Unilever, Veolia, Vinci sowie Vivendi. Ein Beispiel für die Funktionsweise der

neuen Outperformance-Zertifikate ist das aktuell etwa 27 Euro teure Papier mit der WKN SG3U5K auf den Versorger RWE: Dessen Partizipationsrate beträgt 260%. Finaler Bewertungstag ist der 19. Juni 2015, wobei der Basispreis bei 29 Euro liegt. Sollte die RWE-Aktie im Juni 2015 zum Beispiel bei 36 Euro und folglich über dem Basispreis schließen, würde das Zertifikat zu 29 + (36 – 29) x 2,6 = 47,20 Euro getilgt. Das würde einer Rendite von rund 75% entsprechen. Bei einem Direktinvestment in die RWE-Aktie (aktuell etwa 27,50 Euro) würden hingegen nur 31% Rendite zuzüglich Dividenden herausspringen.

RCB

Index Bond 3 übertrumpft Vorgänger Nach der vorzeitigen Schließung der Zeichnungsbücher für ihr Index Bond 2 Garantie-Zertifikat (WKN: RCE553) legt die Raiffeisen-Centrobank (RCB) nun nach: Die Österreicher bieten einen baugleichen Index Bond 3 (WKN: RCE6CA) an, den Interessenten bis zum 22. Februar zeichnen können. Basiswert des neuen Papiers sind abermals vier breit diversifizierte Indizes: Neben dem EURO STOXX 50 sowie dem amerikanischen S&P 500 findet sich der Wiener ATX sowie der S&P BRIC 40 im Indexkorb. Letzterer bildet die Aktienmärkte Brasiliens, Russlands, Indiens und Chinas ab und enthält die 40 führenden Unternehmen der BRIC-Staaten. Zeichnern des Index Bond 3 winkt in sieben Jahren

eine Gesamtrendite von 38%, wenn jeder einzelne der Indizes während der Laufzeit über einer bei 60% des jeweiligen Startwertes angesiedelten Barriere bleibt. Geht die Spekulation schief und die Chance auf Rendite erlischt, greift im Februar 2020 immerhin noch der Kapitalschutz. Lediglich das bei der Zeichnung fällige Agio in Höhe von 3% wäre dann verloren. Im Idealfall erzielen Zeichner, die mindestens 1.000 Euro in die Hand nehmen müssen, eine Maximalrendite von 4,27% jährlich. Zum Vergleich: Der Index-Bond 2 kommt nur auf maximal 4,09%. Zeichner sollten jedoch bei beiden Produkten die sehr lange Laufzeit beachten und das Emittentenrisiko im Auge behalten.

VONTOBEL

Börsenpremiere für zwei Protect-Multi-Kurzläufer Im Februar bereichert das Bankhaus Vontobel mit einer neuen Protect-Multi-Aktienanleihe (WKN: VT7HTN) den Kurszettel. Deren schlagendes Argument: eine stolze Verzinsung von 13,65%. Der Anlageerfolg hängt aber letztlich an den Aktien der beiden französischen Autobauer Peugeot und Renault, die Basiswerte dieser Protect-MultiAktienanleihe sind. In einem Jahr erhalten Anleger nur dann ihren Einsatz vollständig zurück, wenn beide Blue Chips während der Laufzeit nicht mehr als 40% verloren haben. Verletzt eine der beiden Aktien

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die bei 60% des Startwertes angesiedelte Barriere, liefert Vontobel im Februar 2014 statt Bargeld Aktien des Basiswertes mit der schlechtesten Wertentwicklung. Ein baugleiches Protect-Multi-Papier (WKN: VT7HTL) bezieht sich derweil auf die DAX-Werte E.ON, Siemens und VW. Hier beläuft sich der Puffer für alle drei Werte allerdings auf nur 30% und der Jahrescoupon schrumpft auf 7,15%. Bei beiden Neuemissionen müssen Interessenten mindestens 1.000 Euro in die Hand nehmen.


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Rohstoff der Woche

WTI-Öl:

Rally fortgesetzt Mit dem jüngsten Anstieg legte der Preis für die USÖlsorte WTI die siebte Woche hintereinander zu. Seit dem Zwischentief von November ging es damit in der Spitze um rund 14% aufwärts. Eine bemerkenswerte Entwicklung.

Eine treibende Kraft war wohl die Hoffnung auf eine weltweite konjunkturelle Erholung. Argumente dafür wurden zuhauf ausgemacht. In den USA wurde der Sprung von der Fiskalklippe vermieden und es gab einige Konjunkturdaten, die als Lichtblicke interpretiert wurden. In China geht man nach sieben Quartalen mit sinkenden Wachstumsraten von einer Trendwende aus. Zuversicht wurde auch für die Wirtschaft in Europa verbreitet. Zudem will Japan mit Gewalt die Wirtschaft aus Rezession und Deflation ziehen und setzt dabei auf eine noch lockere Geldpolitik. Kurzum: Öl als Schmierstoff für die Wirtschaft scheint angesichts der Konjunkturzuversicht gefragt. Dieses Argument könnte mit den jüngsten Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den USA jedoch einen Dämpfer bekommen. Laut erster Schätzung gab es im Schlussquartal 2012 einen auf das Jahr hochgerechneten Rückgang von 0,1%. Allerdings bedeutet diese leichte rezessive Tendenz im Umkehrschluss auch, dass die US-Notenbank ihre aggressive Geldpolitik fortsetzen wird. Sie enttäuschte nicht und machte nach ihrer jüngsten Sitzung klar, ihren ultralockeren Kurs weiterführen zu wollen. Für die Bullen

am Öl-Markt wohl weiteres Futter. Die Geldschwemme der Notenbanken könnte ohnehin die stärkste treibende Kraft hinter der zuletzt gesehenen Rally beim Ölpreis gewesen sein und diesen vielleicht auch noch weiter anheizen. Hinzu kommt, dass die geldpolitischen Maßnahmen in den USA den US-Dollar schwächen, was den Ölpreis zuletzt ebenfalls stützte. Alles in allem scheint die feste Tendenz damit aber vor allem auf viel heißer Luft und weniger auf fundamentalen Fakten zu fußen, wofür auch die nach wie vor hohen Lagerbestände für Rohöl in den USA sprechen. Somit scheint sich eine Spekulationsblase zu bilden. Bis sie platzt, könnte sie aber durchaus noch ein Stück weiter aufgeblasen werden.

WTI-Öl – März-Future (ICE)

Derivate auf WTI-Öl (Basiswerte: JPMCCI WTI und WTI-Future März [CME]) Typ Index-Zertifikat (Quanto) Hebel-Zert. (long) Hebel-Zert. (short)

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BÖRSE am Sonntag · 05/1 3

WKN VT10MU GS1Y8N CK1F46

Basispreis/Knock-out - 73,33/75,30 US-Dollar 122,60/119,97 US-Dollar

Laufzeit Hebel open end open end 4,12 open end 3,85


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Rohstoffanalysen

Rohstoffe im Überblick Brent – März-Future (ICE)

Rohstoffe (Auswahl)

Brent-Öl hat sich mit der steigenden Tendenz in der vergangenen Woche von der in der Vorwoche knapp überwunden Abwärtstrendlinie (Verbindung Zwischenhochs März und September 2012) weiter abgesetzt. Es sieht damit nach einem nachhaltigen Ausbruch aus, zumal auch gleich die nächste Hürde bei 115,70 USDollar geknackt wurde.

Markt Kurs Rohöl WTI Crude NYMEX ($/bbl)

97,60

+1,57%

3,30

-4,15%

Heizöl NYMEX ($c/gal)

316,08

+3,42%

Gold NYMEX ($/Unze)

1668,00

+0,58%

31,83

+1,95%

756,50

+2,22%

Platin Spot ($/Unze)

1688,25

-0,31%

Aluminium Spot ($/t)

2056,00

+0,66%

Blei Spot ($/t)

2441,00

+4,08%

Kupfer Spot ($/t)

8254,50

+3,21%

Nickel Spot ($/t)

18380,00

+6,46%

Zinn Spot ($/t)

24810,00

+0,41%

Zink Spot ($/t)

2155,75

+4,33%

Baumwolle ICE ($c/lb)

83,100

+2,82%

Kaffee "C" ICE ($c/lb)

147,55

-0,47%

2199,00

+0,78%

Mais CBOT ($c/bu)

735,75

+2,19%

Orangensaft gefr. ICE ($c/lb)

121,60

+7,14%

1476,00

+2,45%

765,00

-1,48%

Zucker No.11 ICE ($c/lb)

18,70

+1,91%

Lebendrind CME ($c/lb)

132,20

+1,07%

Mastrind CME ($c/lb)

149,30

+1,05%

88,78

-0,20%

Erdgas NYMEX ($/MMBtU)

Silber Spot ($/Unze) Palladium Spot ($/Unze)

Zink – Spot-Preis in US-Dollar (LME) Zink ist mit den jüngsten Anstieg deutlicher über die Widerstandszone von etwa 2.078 bis 2.099 US-Dollar geklettert und es sieht nach einem nachhaltigen Ausbruch aus, was als bullishes Signal gewertet und damit für weiter steigende Kurse sprechen könnte. Die nächste Hürde ist nun das Zwischenhoch von Januar 2012 bei 2.178 US-Dollar.

Kakao ICE ($/t)

Mais – März-Future (CME) Nach der kleinen Korrektur in der Vorwoche überwog jüngst wieder die Kauflaune. Der Mais-Preis legte deutlicher zu. Damit nimmt die Erholung seit dem Zwischentief von Anfang Januar Form an. Zudem wurde nun der Abwärtstrend seit August überwunden. Damit könnte nun die nächste Hürde bei 767,50 USCent ins Visier genommen werden.

Gold – Spot-Preis in Euro Gold in Euro hatte in der Vorwoche den langfristigen Aufwärtstrend sowie die horizontale Unterstützung 1.238 US-Dollar verletzt. An Letztere erfolgte jüngst ein kleiner Pullback. Der Preis blieb aber darunter. Das Bild bleibt damit bearish. Bei eventuell weiteren Rückgängen findet sich die nächste potenzielle Haltezone bei 1.203 US-Dollar.

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BÖRSE am Sonntag · 05/1 3

% zur Vorwoche

Sojabohnen CBOT ($c/bu) Weizen CBOT ($c/bu)

Schwein mag. CME ($c/lb)

Rohstoff-Indizes (Auswahl) Index Kurs

% zur Vorwoche

NYSE Arca Gold BUGS Index (HUI) 399,08

+0,01%

NYSE Arca Oil & Gas Index

1367,55

+2,81%

142,89

+1,59%

Reuters-Jeffries CRB Futures-Index 304,12

+1,23%

Rogers Int. Commodity Index

+1,35%

DJ AIG Commodity Index

3846,88


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Event der Woche

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Foto: © REM

„Die Welt der Kelten. Zentren der Macht – Kostbarkeiten der Kunst“ Ausstellung, 23.01.13–17.02.13, Landesmuseum Württemberg, Stuttgart, www.landesmuseum-stuttgart.de

© Walde Huth / Archiv Horst Gläser / www.waldehuth.de

Ausstellung in Mannheim:

Die Geburtsstunde der Fotografie – Meilensteine der Gernsheim-Collection verlängert bis zum 24. Februar 2013 Bereits über 30.000 Besucher haben die Ausstellung „Die Geburtsstunde der Fotografie. Meilensteine der Gernsheim-Collection“ in den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen gesehen. Jetzt wird die erfolgreiche Schau bis zum 24. Februar 2013 verlängert. 250 Exponate geben einzigartige Einblicke in die Fotografiegeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Unter ihnen befindet sich ein Sensationsfund: die erste Fotografie der Welt. Nicéphore Niépce gelang es im Jahr 1826, den Blick aus seinem Arbeitszimmer in Le Gras festzuhalten. Die Belichtungszeit dauerte noch ganze acht Stunden. Der Sammler Helmut Gernsheim entdeckte die Zinnplatte nach einer langen Odyssee 1952 in einem eingelagerten Überseekoffer in London. Seit 50 Jahren befindet sich die erste Fotografie der Welt jetzt bereits im Harry Ransom Center der Universität Texas und wurde nie zuvor ausgeliehen. Einzig für die Ausstellung „Die Geburtsstunde der Fotografie“ machte sie sich in einem ausgeklügelten Konservierungssystem auf den langen Weg nach 22

BÖRSE am Sonntag · 05/1 3

Mannheim. Nach dem Ende der Ausstellung geht sie zurück nach Texas. Eine erneute Ausleihe ist nicht geplant. Neben der ersten Fotografie vereint die Ausstellung zahlreiche Meisterwerke der Fotokunst. Pioniere wie Louis Jacques Mandé Daguerre und William Henry Fox Talbot sind ebenso mit Werken vertreten wie Ikonen des Bildjournalismus wie Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, Alfred Eisenstaedt oder Robert Lebeck. Das Forum Internationale Photographie präsentiert die Ausstellung im Museum Zeughaus C5. Die Schau ist dienstags bis sonntags von 11–18 Uhr geöffnet. W eitere Infos unter: www.rem-mannheim.de/ausstellungen

„Siegfried – von Richard Wagner“ Bühne, 17.02.13, Nationaltheater Mannheim, Mannheim, www.nationaltheater-mannheim.de „Von Liebe, Lust und Heiterkeit“ Musik, 17.02.13, Kellertheater Frankfurt, Frankfurt am Main, www.kellertheater-frankfurt.de „Krimineller Brunch mit Hardy Pundt“ Literatur/Unterhaltung, 17.02.13, Alte Backstube, Norden, www.gmeiner-verlag.de „Jazz und Literatur No 5: Der törichte Karpfen“ Musik/Unterhaltung, 17.02.13, Stadttheater Ingolstadt, Ingolstadt, www.theater.ingolstadt.de „Gala der Filmmusik“ Musik, 15.02.13–23.02.13, Apollo-Theater Siegen, Siegen, www.apollosiegen.de „Sachen|sucher – Menschen|finder“ Ausstellung, 18.01.13–03.03.13, Stadtmuseum Penzberg, Penzberg, www.museum-penzberg.de

A phorismus der Woche „Verantwortung ist der Preis, den wir alle für unsere Freiheit bezahlen müssen.“ (Edith Hamilton)


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Berlin „Berlin ist eine Reise wert“, sagt der Volksmund – und dass dem wirklich so ist, beweist das Vater-Sohn-Gespann Horst und Daniel Zielske in diesem imposanten Kunstbildband, einer fotografischen Hommage an die Hauptstadt, mit einem außergewöhnlichen Bilderzyklus.

Berlin H. und D. Zielske Verlag: Kunth Verlag Ausgabe: 112 Seiten Sprache: Deutsch ISBN: 978-3-86859-180-4 Preis: 68,00 Euro www.kunth-verlag.de

Horst Zielske und sein Sohn Daniel fotografieren seit 1993 im Team. Im Unterschied zur historischen Fotografie wollen sie mit ihren Bilder nicht nur dokumentieren, sondern sie bedienen sich oftmals einer poetischen Bildsprache, die von Kritikern als „poetische Sachlichkeit“ charakterisiert wird. Es ist die einzigartige Inszenierung des Lichts, eingefangen in vielminütigen Dauerbelichtungen, und der scharfe chirurgische Blick für das Bühnenbildhafte in der Stadtlandschaft, was die Fotografie der Zielskes so herausragend macht. Wie Landschaftsmaler zeigen Vater und Sohn in diesem Werk anhand 58 großformatiger Fotografien die urbanen Strukturen auf, spielen mit dem Licht und inszenieren das Kulissenhafte der Metropole Berlin. Ein magischer Realismus, der zeigt, was ist, und doch alles ganz anders erscheinen lässt. Denn die Ansichten, die bei den Reisen in die deutsche Hauptstadt entstanden, zeigen ein ganz eigenes Bild Berlins von seltener Intensität. Ein weitgehend menschenleeres Bild, in dem alles Klischeehafte fehlt.

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Sauber sezieren die Fotokünstler die historischen Schichten und erzählen die Geschichten dieser Stadt. Die Gründerzeit und das Berlin der Nazis, das jüdische Berlin und das Berlin des Kalten Krieges, das Berlin der Moderne und der Postmoderne, die Hauptstadt der DDR und Westberlin – und schließlich das Berlin der Nachwende mit seinen prunkenden Glasbauten. Horst und Daniel Zielske ist es durch ihren Erzählansatz und ihre besondere Bildsprache gelungen, der meist fotografierten Stadt Deutschlands vollkommen neue Facetten abzugewinnen und in ihren Bildern die Geschichte Berlins ungemein bewegend zu erzählen.

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Impressum/Disclaimer

V.i.S.d.P. : ​Christian Ernst Frenko

Leserservice: leserservice@boerse-am-sonntag.de

Herausgeber: ​ Weimer Media Group GmbH Maximilianstraße 13 80539 München

Archiv: www.boerse-am-sonntag.de/archiv

Geschäftsführer Dr. Wolfram Weimer Amtsgericht: München HRB 198201 Vertriebsleitung: Andreas Fiek, Tel.: 0911 / 274 00 0 andreas.fiek@finanzpark.de Anmeldung: Um „BÖRSE am Sonntag“ kostenfrei zu beziehen, melden Sie sich an unter: www.boerse-am-sonntag.de Abmeldung: Zur Abmeldung vom Bezug der „BÖRSE am Sonntag“ senden Sie einfach eine Email an: abmelden@boerse-am-sonntag.de

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Bildnachweis: Fotolia, Apple Layout: addna, Nürnberg Technik: Daniel Gruber, finanzpark AG Erscheinungsweise: wöchentlich, jeweils Sonntag Mitarbeiter dieser Ausgabe: Christian Ernst Frenko, Miriam Feuerstein, Thomas Uhlig, Margot Habjan, Andreas Fiek, Steffen Droemert, Michael Amtmann, Michaela Ellen Lenz, Reinhard Schlieker, Wolfgang Tenor, Michael Fuchs, Christian Bayer, Jörg Billina, Thorsten Scheck, Martin Münzenmayer, Gian Hessami, Udo Baader Die Charts wurden mit freundlicher Unterstützung von TradeSignal erstellt. Deutsche Bibliothek: ISSN 1610-7446 Auflage: 117.000

oder insbesondere ersetzen. Es wird drin- einer unerlaubten Handlung oder einer gend empfohlen, sich stets auch immer aus sonstigen gesetzlichen Bestimmung ergeanderen Quellen zu informieren. benden Verantwortlichkeit, zum Ersatz des aus der Befolgung des Rates oder der Es kann im Einzelfall nicht ausgeschlos- Empfehlung entstehenden Schadens nicht sen werden, dass der Redakteur oder ein- verpflichtet ist.“ zelne Mitarbeiter der Herausgeberin an Unternehmen beteiligt sind, die Gegen- Für alle Hyperlinks gilt: Die Weimer Mestand von Analysen oder anderen Berich- dia Group GmbH erklärt ausdrücklich, ten sind. Umso mehr stellen die veröffent- keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und lichten Artikel, Nachrichten, Daten und die Inhalte der gelinkten Seiten zu haben. Empfehlungen immer auch eine persönli- Daher distanziert sich die Weimer Media Die Herausgeberin will ihren Abonnen- che Meinung des Autors dar und erheben Group GmbH von den Inhalten aller verten die Möglichkeit bieten, sich eine un- weder Anspruch auf Vollständigkeit noch linkten Seiten und macht sich deren Inabhängige und eigenverantwortliche Mei- auf alleinige Richtigkeit. halte ausdrücklich nicht zu Eigen. nung zu bilden, keinesfalls jedoch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf Wir verweisen insbesondere auf § 675 Diese Erklärung gilt für alle in den Seiten von Wertpapieren oder Rechten abgeben. II BGB, wonach die Weimer Media vorhandenen Hyperlinks, ob angezeigt Die zur Verfügung gestellten Informatio- Group GmbH, unbeschadet der sich oder verborgen, und für alle Inhalte der nen sollen auch keine Beratung darstellen aus einem (anderen) Vertragsverhältnis, Seiten, zu denen diese Hyperlinks führen. 24

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Ausgabe 05/13 (Spezial: Europa Wirtschaftsperspektiven 2013)