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Transparent und renditestark

W i s s e n > S e i t e 12

Bollinger-Bänder (Bollinger Bands)

01/13 15. Januar 2013

Roh s tof f e c ke > S ei te 16

Platin weiter vorn

Titelgeschichte > Seite 7

Das Tradingtagebuch – Lernen aus der Vergangenheit

www.trading-kompakt.de


Editorial

Aktuell

Thomas Uhlig Leiter Redaktion trading kompakt

kompakt

trading trading kompakt

Editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2 Indizes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3 Trading-News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3 Aktuell Transparent und renditestark . . . . . . . . . . . . . . .5 Titelgeschichte Das Tradingtagebuch – Lernen aus der Vergangenheit . . . . . . . . . . . . . . 7 ChartCheck Devon Energy, EADS, Plum Creek Timber . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 Gastbeitrag Oliver Bossmann. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 Wissen Bollinger-Bänder (Bollinger Bands). . . . . . . . . 12 Lexikon . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 Rohstoffecke Platin weiter vorn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 Charttechnik: Mais, Zinn, Lebendrind. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 Trading-Termine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 Impressum/Disclaimer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18

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Titelgeschichte

ChartCheck

Gastbeitrag

Wissen

Rohstoffecke

Termine

Liebe Leserinnen und Leser, zum Jahreswechsel wird meist nicht nur zurückgeblickt, auch gute Vorsätze für das nächste Jahr sind bei vielen Leuten obligatorisch. Aufhören zu rauchen, mehr Sport treiben oder sich mehr Zeit für die Familie nehmen, sind einige davon. Ein guter Vorsatz für Anleger könnte, falls noch nicht praktiziert, das Führen eines Trading-Tagebuchs sein. Schließlich ist der Lerneffekt, der sich aus bereits abgeschlossenen Trades erzielen lässt, beträchtlich und ein Schatz, den es sich zu heben lohnt. Ein TradingTagebuch erfasst möglichst detailliert die Fakten und Umstände, die Grundlage für Handelsentscheidungen und das Verwalten von Positionen waren. Diese Informationen können dann genutzt werden, um mit vergleichsweise geringem Aufwand Erträge und Risiken in der Zukunft zu optimieren. Gerade für Trader kann das TradingTagebuch, um das es in der Titelgeschichte dieser Ausgabe geht, daher ein wichtiger Faktor sein, um die eigene Handelsperformance kontinuierlich zu verbessern. Apropos Performance: 2012 erzielte Platin die beste Performance innerhalb der vier großen Edelmetalle. Im noch jungen neuen Börsenjahr 2013 setzte sich diese Tendenz fort, und es führt bis dato die Gewinnerliste vor Silber, Palladium und Gold an.

Grund genug, in der Rohstoffecke einmal etwas genauer hinzuschauen. Zumal sich auch der untypische Preisabschlag von Platin zum Gold weiter verringert hat. Dazu beigetragen hat auch die Schwäche des gelben Edelmetalls seit Anfang Dezember. Offenbar scheint es angesichts der vermeintlichen Beruhigung bezüglich der vielen Krisen seine Stellung als „sicherer Hafen“ erst einmal etwas eingebüßt zu haben. Allerdings sollte man sich von den scheinbar abnehmenden Sorgen nicht in Sicherheit wiegen lassen. Die Risiken sind nach wie vor immens, sodass Gold 2013 schnell wieder interessant und auch das Börsenjahr an den Finanzmärkten insgesamt turbulent werden könnte. Wir wünschen Ihnen eine angenehme Lektüre. Herzlichst, Ihre trading kompakt-Redaktion


Trading-News/Indizes

Aktuell

Titelgeschichte

ChartCheck

Gastbeitrag

Wissen

ON V ISTA BA NK

Indizes

Festpreis-Aktion für Aktien aus Tigerstaaten

Marktüberblick

Zum Jahresauftakt startet die OnVista Bank eine Festpreis-Aktion mit der Baader Bank: Bis zum 31. März 2013 können rund 260 Aktien aus den asiatischen Tigerstaaten Thailand, Südkorea, Indonesien, Taiwan und Hongkong pauschal für 3,95 Euro gehandelt werden (zuzüglich eventueller Fremdspesen oder Handelsplatzgebühren). Das Angebot gilt ausschließlich im außerbörslichen Direkt- und Limithandel mit der Baader Bank und für alle Käufe und Verkäufe ab einer Ordergröße von 2.000 Euro.

Für Transaktionen über die Börse oder andere Emittenten sowie Aufträge unter 2.000 Euro fallen bei der OnVista Bank wie gewohnt 5,99 Euro plus 0,23% des Ordervolumens (maximal 39 Euro) an. Mögliche Freikäufe, die Kunden eines FreeBuy-Depots der OnVista Bank zur Verfügung stehen, werden im Rahmen der Aktion automatisch eingesetzt, teilte der Online-Broker mit. Ausführlich über Tigerstaaten-Aktien informieren können sich Anleger direkt bei www.onvista.de.

M A X BLUE

Flat Fee-Aktion mit db-X markets Kunden von maxblue, dem Online-Broker der Deutschen Bank, kommen bis Ende Januar in den Genuss einer neuen Flat Fee-Aktion: Im Rahmen des Angebots können alle Produkte von db-X markets ab einem Ordervolumen

von 1.000 Euro für 5,55 Euro pro Order gehandelt werden. Besagte Aktion gilt für online erteilte Orders im außerbörslichen Handel über maxblue Direct Trade mit dem Handelspartner Deutsche Bank db-X markets.

DAX Dow Jones

7.729,52

+1,75% +25,82% +2,83% +8,74%

1.470,68

+4,04% +14,09%

NASDAQ 100

2.735,70

+4,09% +15,33%

EURO STOXX 50

2.715,16

+3,22% +16,13%

Nikkei 225

10.801,57 +10,93% +27,08%

Hang Seng

23.413,26

+3,57% +21,92%

HSCEI

12.003,75

+7,73% +12,85%

1.080,72

+3,63% +13,41%

EUR/USD

1,3377

+1,63% +5,49%

EUR/Yen

119,70

+8,91% +22,67%

EUR/GBP

0,8321

+2,24% +0,52%

EUR/CHF

1,2339

+2,11% +2,20%

EUR/AUD

1,2671

+1,68% +2,96%

MSCI Emerging Markets Währungen

Rohstoffe WTI Crude CME ($/bbl)

94,2

+8,51%

-4,88%

Gold Forex ($/Unze)

1668,00

Aluminium LME Spot ($/t)

2062,5

-3,28%

-2,25%

Kupfer LME Spot ($/t)

7968

-0,94%

-0,29%

Weizen CME ($c/bu)

767

-5,77% +27,36%

Mais CME ($c/bu)

724

-0,92% +20,77%

75,54

+0,55% -21,09%

142,59

-1,69% +1,92%

VDAX-NEW

13,48

-13,08% -49,32%

VIX

13,52

-20,47% -35,34%

Sparmöglichkeiten im Derivate- und ETF/ ETC-Handel

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+/- % 1Jahr

13.507,32

Sonstige

3

+/- %

S&P 500

Baumwolle ICE ($c/lb)

der am Gesamtmarkt verfügbaren Produkte zum Pauschalpreis zur Verfügung. Die günstigen Gebühren für Produkte der Star Partner gelten im DAB Sekunden-Handel, dem außerbörslichen Handel der DAB bank. Dieser zeichnet sich durch lange Handelszeiten sowie eine transparente Kursstellung aus. Auch für die Produktgattungen der ETFs und ETCs gibt es seit kurzem „DAB Star Partner“, deren Produkte zu einer Flat Fee gekauft werden können: iShares und Lyxor im Bereich der ETFs, ETF Securities und Source bei den ETCs. ETCs sind einfache und transparente

Stand

14.01.2013 1 Monat

Termine

Aktienmärkte weltweit

DA B BA NK

Seit Anfang des Jahres sind die BNP Paribas und das Bankhaus Vontobel „Star Partner Derivate“ der DAB bank. Deren Kunden können nunmehr Optionsscheine, Zertifikate und Aktienanleihen von insgesamt fünf Star Partnern online zur Flat Fee von 4,95 Euro handeln – ohne zusätzliche handelsplatzabhängige Entgelte oder Courtagen. Neben BNP Paribas und Vontobel zählen die Commerzbank, Lang & Schwarz sowie HVB onemarkets zu den „Star Partnern Derivate“. Damit stehen DAB-Kunden nunmehr rund 400.000 Derivate und damit etwa ein Drittel

Rohstoffecke

Euro-Bund-Future

-1,57% +1,84%

Wertpapiere, die Anlegern den Handel mit Rohstoffen erlauben, ohne dass ein Handel mit Futures oder eine physische Auslieferung erforderlich ist. ETFs oder ETCs der neuen Star Partner sind bei der DAB ab einem Ordervolumen von 1.000 Euro online zum Pauschalpreis von 4,95 Euro handelbar. Handelsplatzabhängige Entgelte und Courtagen fallen darüber hinaus nicht an. Besagte Kaufgebühren gelten im außerbörslichen Handel der DAB bank über den Handelsplatz „DAB Star Partner ETF/ETC“, für den der Market Maker Lang & Schwarz steht.


Trading-News

Aktuell

Titelgeschichte

ChartCheck

Gastbeitrag

Wissen

Rohstoffecke

Termine

COMDIR ECT BA NK

ETF-Offensive mit db x-trackers und ComStage Die Comdirect Bank verlängert ihre ETFOffensive: Anleger können zu besonders attraktiven Konditionen in insgesamt 50 Indexfonds der Anbieter db x-trackers und ComStage investieren. Bei einer Einmalanlage fallen für Kauf oder Verkauf zwischen

1.000 und 25.000 Euro lediglich 3,90 Euro Ordergebühr an, bei einem Sparplan entfallen die Ordergebühren vollständig. Die Orderabwicklung ist über die Börsenplätze Xetra und TradegateExchange möglich. Bei der Suche nach dem richtigen ETF-Produkt hilft der ETF-Selector auf der Website der Comdirect. Dabei können Kunden gezielt nach Kriterien wie Anlagetyp oder Abbildungsart auswählen.

LY N X

Mindestkommissionen für Aktienorders sinken LYNX Broker, der deutsche Ableger des US-Anbieters Interactive Brokers, hat die Mindestkommission für Aktienkäufe und -verkäufe innerhalb der Eurozone von 6,00 auf 5,80 Euro gesenkt. Das Besondere: Alle Börsen- und Drittgebühren sind bereits enthalten, wobei das Angebot für

Bestands- und Neukunden gilt. Wie bisher berechnet LYNX auch weiterhin keine Depotführungsgebühren. Auch der Handel über XETRA ist bereits ab 5,80 Euro möglich. Ausgenommen sind indes die Frankfurter und die Stuttgarter Wertpapierbörse. Besonders vorteilhaft für LYNX-Kunden: Der in Berlin ansässige Broker führt die auf Aktiengewinne fällige Abgeltungssteuer erst im Folgejahr an den deutschen Fiskus ab.

CORTA L CONSORS

Neue Fremdwährungskonten im Angebot Wä h r u ng sspeku la nten kom men bei Cortal Consors auf ihre Kosten, denn die Direktbank setzt zunehmend auf Währungen außerhalb des Euroraums und erweitert ihre Palette an Fremdwährungskonten deutlich: Statt bisher drei stehen jetzt insgesamt zehn verschiedene Währungskonten zur Verfügung. Zu den bisherigen Fremdwährungskonten in US-Dollar, Schweizer Franken und Britischem Pfund gesellen sich ab sofort auch Konten in Kanadischem Dollar, Australischem Dollar, Norwegischer Krone, Schwedischer Krone, türkischer Lira, japanischem Yen und südafrikanischem Rand. 4

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Dem Broker zufolge haben Consors-Kunden aktuell so viel Geld auf Fremdwährungskonten angelegt wie noch nie. Diese sind auch für Wertpapieranleger interessant, denn über ein Fremdwährungskonto lassen sich auch Transaktionen in der jeweiligen Währung tätigen, etwa für Wertpapierkäufe an ausländischen Börsen. Nutzt der Kunde das Fremdwährungskonto zur Abrechnung seiner Wertpapierkäufe, spart er sich die sonst anfallenden Umtauschgebühren – ein klarer Renditevorteil gegenüber der Abrechnung in Euro. Die Eröffnung eines Fremdwährungskontos ist für Kunden der Direktbank bequem online möglich. Für den Währungstausch berechnet die Bank eine pauschale Umtauschgebühr von 19,95 Euro. Kontoführungsgebühren fallen nicht an. Eine Mindestanlagesumme gibt es ebenfalls nicht, jedoch werden derzeit auch keinerlei Guthabenzinsen gezahlt.


Aktuell

Titelgeschichte

ChartCheck

Gastbeitrag

Wissen

Rohstoffecke

Termine

News/Indizes

Transparent und renditestark

Sowohl der DAX als auch die Aktienindizes anderer europäischer Länder sind im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Nun ist das Aufwärtspotenzial jedoch nicht mehr sonderlich groß. Deshalb bietet sich der Kauf von StayHigh-Optionsscheinen an, die mit üppigen Renditen und einem leicht nachvollziehbaren Funktionsmechanismus überzeugen. Dank der Interventionen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Genehmigung des Euro-Rettungsschirms ESM durch das Bundesverfassungsgericht ist die durch die Probleme in den Krisenländern der Eurozone ausgelöste Verunsicherung der Marktteilnehmer fast vollständig verschwunden. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass sich die Leitindizes der hoch verschuldeten Euro-Länder seit Anfang September 2012 positiv entwickelt haben. Seither ist beispielsweise das spanische Kursbarometer IBEX 35 um etwa 40% gestiegen. Im selben Zeitraum kletterte Italiens Leitindex FTSE MIB um rund 16% nach oben. Nun dürften sich die Aktienmärkte in Portugal, Italien, Griechenland und Spanien aber eine Verschnaufpause gönnen. Schließlich wird die Wirtschaftsleistung in diesen vier Ländern 2013 schrumpfen. Börsenstimmung dürfte gut bleiben Deutschland wird hingegen auf Wachstumskurs bleiben. Hans-Werner Sinn vom Münchner ifo-Institut erwartet hierzulande in diesem Jahr einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,7%. Angesichts dieser erfreulichen Perspektive sind Analysten optimistisch bezüglich der diesjährigen Entwicklung des deutschen Aktienmarktes. Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank rechnet beispielsweise mit einem DAX-Anstieg auf 8.500 Punkte bis Ende 2013. Ob er mit seiner Prognose richtig liegen wird, steht in den Sternen. Unabhängig davon dürfte der Blue Chip-Index in den kommenden Monaten kaum fallen, denn eine nachhaltige Eintrübung der Börsenstimmung ist zurzeit ein ziemlich unwahrscheinliches Szenario. 5

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Exotische Optionsscheine für mutige Anleger Nicht ganz so optimistisch wie Halver sind die Analysten der DekaBank – sie erwarten, dass der DAX in diesem Jahr die 8.000-Punkte-Marke erklimmen wird. Legt man diese Prognose zugrunde, verfügt der Index über ein Aufwärtspotenzial von weniger als 300 Punkten. In den kommenden Wochen könnte der DAX allerdings durchaus in einem Seitwärtstrend stecken bleiben, zumal er im vergangenen Jahr bereits um knapp 30% gestiegen ist. Daher sind derzeit StayHigh-Optionsscheine ein interessantes Investment für risikofreudige Anleger. Mit diesen exotischen Finanzprodukten vom französischen Bankhaus Société Générale lassen sich üppige Renditen erzielen, sofern der Kurs des Basiswerts während der Laufzeit die jeweilige Knock-out-Schwelle nicht erreicht oder unterschreitet. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Optionsscheinen, bei denen viele Kennzahlen beachtet werden müssen, ist der Funktionsmechanismus der StayHigh-Produkte ziemlich einfach: Wird die Knock-out-Schwelle nicht verletzt, gibt es


Aktuell

Titelgeschichte

ChartCheck

nach dem Fälligkeitstermin eine Gutschrift von zehn Euro pro Schein. Anderenfalls ist das vom Anleger eingesetzte Kapital vollständig verloren. Drei kaufenswerte StayHigh-Scheine Gute Konditionen bietet ein StayHighOptionsschein (WKN: SG3KRA) auf den DAX, der mit einer Knock-out-Schwelle bei 6.600 Punkten ausgestattet und aktuell für 7,77 Euro zu haben ist. Fällig wird er am 20. September 2013. Geht die Spekulation auf, erzielen Anleger mit diesem Produkt eine Rendite von 28,7%. Wer eine Knock-outSchwelle bei 6.200 Punkten bevorzugt, kann sich den StayHigh-Optionsschein auf den DAX mit der WKN SG3HP3 mit derselben Laufzeit ins Depot legen. Bei diesem risikoarmen Derivat muss man sich jedoch mit einer Rendite von 15,3% zufrieden geben. Die Société Générale hat auch auf den FTSE MIB StayHigh-Produkte emittiert. Beispielsweise können Anleger mit dem Schein der WKN SG3L89 darauf spekulieren, dass der italienische Leitindex bis zum 20. September 2013 nie auf oder unter 14.400 Punkte fällt. Dieses Produkt kostet derzeit 7,48 Euro.

Gastbeitrag

Wissen

Rohstoffecke

Termine

News/Indizes

Etwas günstiger ist ein StayHigh (WKN: SG3L9T) auf den Hang Seng China Enterprises-Index (HSCEI) – er notiert bei 6,79 Euro, wird ebenfalls im September fällig und ist mit einer Knock-out-Schwelle bei 10.000 Punkten ausgestattet. Chancenreiche StayLow-Scheine Eine Alternative zu den StayHighs sind die StayLow-Produkte, mit denen Anleger darauf spekulieren können, dass der Kurs des Underlyings die Knock-out-Schwelle nicht erreicht oder überschreitet. Auch mit diesen Papieren lassen sich hohe Gewinne erzielen. Lohnen dürfte sich der Einstieg bei einem StayLow (WKN: SG3K8V) auf die CommerzbankAktie mit einer Knock-out-Schwelle bei 1,95 Euro, der im Juni fällig wird. Das Chance/Risiko-Verhältnis dieses Optionsscheins ist gut, da sich der Anteilsschein des Finanzinstituts in den zurückliegenden Wochen signifikant verteuert hat und infolgedessen das Kurspotenzial nach oben zurzeit gering ist. Kaufenswert ist auch ein StayLow (WKN: SG3K4U) auf die Renault-Aktie, der ausgeknockt werden würde, wenn der Kurs des Basiswerts die 51-Euro-Marke bis zum 21. Juni 2013 erreicht oder überspringt.

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Titelgeschichte

ChartCheck

Gastbeitrag

Wissen

Rohstoffecke

Termine

News/Indizes

Aktuell

Das Tradingtagebuch –

Lernen aus der Vergangenheit Viele Trader richten ihren Blick hauptsächlich in die Zukunft und schauen, wann sich die nächste Tradinggelegenheit ergibt. Dabei wird oft die Vergangenheit vernachlässigt. Dabei ist der Lerneffekt, der sich aus bereits abgeschlossenen Trades erzielen lässt, beträchtlich. Ein Tradingtagebuch erfasst möglichst detailliert die Fakten und Umstände aus den Trades der Vergangenheit. Es erleichtert das Analysieren schlechter Trades und ermöglicht mit vergleichsweise geringem Aufwand, Erträge und Risiken in der Zukunft zu optimieren.

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Software Bei der Führung des Tradingtagebuchs können Trader entsprechende Spezialsoftware nutzen, die bei der Aufbereitung der Daten behilflich ist. Mit etwas mehr Aufwand lassen sich die entsprechenden Daten allerdings auch in einer Excel-Tabelle verwalten. Zumindest sollten die Hilfsmittel mit Rechenfunktionen ausgestattet sein. Werden Charts zum Handel genutzt, helfen Screenshots des Bildschirms, die dem Tagebuch beigelegt werden können, dabei, den Trade besser nachzuvollziehen. Im Internet ist es möglich, Tradingtagebücher in speziellen Communities auch anonymisiert zu veröffentlichen und mit anderen Tradern zu diskutieren. Dies führt zu einem zusätzlichen Lerneffekt, der durch Erfahrungen anderer Trader bereichert wird.

ursprünglich gewählten Plan nicht einzuhalten. Häufig werden aus emotionalen Impulsen Positionen zu früh geschlossen und dabei nur kleine Gewinne mitgenommen oder Positionen zu lange gehalten und dadurch Verluste vergrößert. Werden die Befindlichkeiten schriftlich fixiert, erleichtert das den Zugang zu zunächst unbewussten Mechanismen. Ins Tagebuch eingetragen werden sollten auch Gedanken, die den Trader aus dem Alltag begleiten und die verhindern, dass er den Kopf für den Handel frei hat.

Soft Facts Es ist durchaus sinnvoll neben den harten Daten des Trades wie Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkt, Höhe des investierten Kapitals und Verlauf, auch eigene Gedanken und Emotionen zum Trade festzuhalten. Gerade die emotionale Komponente des Tradings wird immer noch von vielen Tradern vernachlässigt. Viele Marktteilnehmer haben schon die Erfahrung gemacht, dass Trades, die aus einer schlechten Stimmung heraus gemacht werden, oft auch schlecht verlaufen. Das Tradingtagebuch kann dazu beitragen festzustellen, wie die Stimmung des Traders mit dem Erfolg oder Misserfolg korreliert. Dazu zählen auch Emotionen, die den Trader dazu bewegen, den

Gebühren und Slippage Selbstverständlich sollte ein Tradingtagebuch auch die Gebühren der Trades beinhalten. Gewinne sind erst Gewinne nach Kosten. Darüber hinaus sollte das Journal Hinweise zu Gewinnzielen enthalten, wenn diese Bestandteil des Tradingplans sind, sowie Details zur Verwendung von Stops. Werden im Tagebuch aus Lernzwecken Aufzeichnungen über fiktive Trades geführt, sollte auch unter der Rubrik Kosten ein

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Titelgeschichte

ChartCheck

Gastbeitrag

bestimmter Prozentsatz für Slippage aufgeführt werden. Darunter versteht man beim Einstieg oder Ausstieg den Unterschied zwischen dem Kurs, zu dem der Trader kaufen bzw. verkaufen möchte und dem Kurs, den er tatsächlich erzielt und der häufig für ihn ungünstiger sein kann als erwartet.

Beispiel: Allianz-Chart

Wissen

Rohstoffecke

Termine

News/Indizes

Aktuell

Kursziele und Trailing-Stops Der Trader sieht am 09.11. ein charttechnisches Signal, das zu einem Longeinstieg genutzt werden könnte. Die Kerze bildet einen bullischen Hammer mit kurzem oberen und langem unteren Schatten, der das untere Bollinger-Band unterschritten hat. Der Wert kommt auf die Watchlist für den folgenden Tag, da noch eine mögliche Bestätigung abgewartet wird. Am 10.11. eröffnet der Kurs der Aktie über dem Schlusskurs des 09.11. und übersteigt das Hoch des Vortages. Der Einstieg am 10.11. erfolgt einen Tick über dem Hoch des Hammers bei 94,13 Euro. Das Einstiegsszenario wird so im Tradingtagebuch vermerkt. In einem weiteren Schritt erfolgt die Ermittlung eines sinnvollen Stopkurses. Dieser kann einen Tick unter dem unteren Schatten des Hammers vom 09.11. liegen. Bei einem Kurs von 91,37 Euro würde die Position wieder geschossen. Das Risiko liegt also bei 2,76 Euro pro Aktie. In einem weiteren Schritt wird ein erstes mögliches Kursziel definiert. Hier bietet sich das Hoch der Aktie vom 14.09.2012 an, das bei 97,33 Euro lag. Nach dem Einstieg indizieren weiße Kerzen steigende Kurse bis am 16.11. eine lange schwarze Kerze fallende Kurse anzeigt. Allerdings ist die Stop-Marke bei 91,37 Euro nicht in Gefahr. Die schwarze Kerze vom 16.11. erweist sich als Bärenfalle. Danach nehmen die Kurse nämlich deutlich an Fahrt auf. Die zunächst avisierten 97,33 Euro werden am 23.11. erreicht.

Beispiel: Adidas-Chart

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Auch das wird im Tradingtagebuch vermerkt, mit dem Hinweis, in welchem zeitlichen Rahmen die Kurse diese Marke berührt haben. Dies ist deshalb von Bedeutung, weil der Trader sich auch überlegen kann, zeitliche Stops einzuführen. Das bedeutet, dass eine Position geschlossen wird, wenn sie sich nicht in einer bestimmten Zeit in die gewünschte Richtung bewegt. Getreu dem Motto Gewinne laufen zu lassen und Verluste zu begrenzen, kann der Trader seine Stops nachziehen. Dazu wird ein Trailing-Stop verwendet, der dazu beiträgt, den Trade zu managen. Auch die Regeln für den Trailing-Stop werden ins Tagebuch eingetragen. Das trägt zur Disziplin bei, weil es verhindert, dass der Trader willkürliche Kriterien verwendet, um den Trade zu beenden. Im Beispiel wurde ein ursprüngliches Risiko von 2,76 Euro pro Aktie akzeptiert. Ist das Kursziel erreicht, wird der Stop 2,76 Euro unter dem Hoch der Kerze an dem Tag, an dem das Kursziel erreicht wurde, platziert. Es folgt eine dynamische längere Aufwärtsbewegung. Am 09.01. wird der Trade zur Eröffnung bei 105,40 Euro geschlossen.


Titelgeschichte

ChartCheck

Gastbeitrag

Wissen

Rohstoffecke

Berechnung der Positionsgröße Vor Eingehen des Trades sind Überlegungen zur Höhe des Kapitaleinsatzes nötig. Als Faustregel gilt, dass pro Trade nicht mehr als 2% des eingesetzten Kapitals riskiert werden sollten. Diese 2% des Tradingkapitals beziehen sich allerdings nur auf das Risiko, es ist nicht die Höhe des eingesetzten Kapitals pro Trade. Wenn bei einem 25.000 Euro-Depot 2% riskiert werden, dann sind das 500 Euro, die maximal bei einem Trade verloren gehen dürfen. Wird das Tradingtagebuch von einem Papertrader mit fiktiven Trades geführt, müssen auch noch Gebühren und Slippage-Kosten berücksichtigt werden. Hier kann man beispielsweise 0,60% ansetzen. Das Risiko beim Beispiel der AllianzAktie liegt bei 2,76 Euro zuzüglich der Kosten in Höhe von 0,56 Euro (94,13 x 0,60%), insgesamt also bei 3,32 Euro. Daraus lässt sich die Anzahl der Aktien errechnen, mit der die Position eingegangen wird. Gehen wir davon aus, dass wir bei einem Depot von 25.000 Euro maximal 500 Euro riskieren wollen, wird der Aktienkauf mit 150 Aktien umgesetzt (500 Euro/3,32 Euro = 150). Fällt die Aktie unter die StopLoss-Marke, wird die Verlustgrenze nicht überschritten. Risiko gering halten Am oberen Bollinger-Band zeigt sich am 10.09. bei der Adidas-Aktie ein so genannter Shooting-Star, eine Kerze mit langem oberem und kurzem unterem Schatten. Er deutet ein potenzielles Ende einer Aufwärtsbewegung und eine Trendumkehr an. Der kommende Tag scheint diese Sicht zunächst zu bestätigen. Die Eröffnung erfolgt mit einem Gap nach unten. Der Trader plant einen Leerverkauf, der beispielsweise mit CFDs umgesetzt werden kann. Der Einstieg erfolgt bei 63,79 Euro zur Eröffnung am 11.09., der Stop wird einen Tick über dem Hoch des Shooting-Stars bei 64,60 Euro gesetzt. Der Kurs am 11. schließt fast am Tageshoch, was signalisiert, dass die Bullen wieder das Zepter zu übernehmen scheinen. An den folgenden Tagen bewegt sich die Aktie sowohl nach oben als auch nach unten, was auf einen Kampf der Marktteilnehmer über die Richtung schließen lässt. Entgegen der ursprünglichen

Termine

News/Indizes

Erwartung des Traders bewegen sich die Kurse weiter nach oben. Am 18.09. erreicht der Kurs ein Niveau von 64,60 Euro, und die Position wird mit einem Verlust geschlossen. Mit dem Einstieg wurde bereits ein vergleichsweise enger Stop definiert. Mit Hilfe eines Tradingtagebuchs können unterschiedliche Stop-Varianten verglichen werden und somit attraktive Chance/Risiko-Verhältnisse identifiziert werden.

Fazit: Tradingjournale sind ein hilfreiches Instrument, um die eigenen Trades auf Herz und Nieren zu überprüfen. Nur bei einer ausgiebigen Analyse der eingegangenen Trades in der Vergangenheit lässt sich dauerhaft Erfolg in der Zukunft erzielen. Bei einem sinnvoll geführten Tradingtagebuch können auch die Verluste, wenn schon nicht monetär so doch vom Lerneffekt her, gewinnbringend sein. Ein Tradingtagebuch eignet sich auch für Einsteiger, die erst im Papertrading Erfahrung sammeln wollen, bevor sie mit echtem Geld handeln. Trader begründen den Verzicht auf ein Tradingtagebuch häufig mit mangelnder Zeit, da Trading meist neben dem Beruf betrieben wird. Dabei wird übersehen, dass entsprechende Aufzeichnungen dazu führen, dass weniger aber qualitativ hochwertigere Trades mit weniger zeitlichem Aufwand umgesetzt werden.

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Devon Energy

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Termine

News/Indizes

Aktuell

Titelgeschichte

Stand: 10.01.2013

Bei der Aktie des US-Öl- und Gaskonzerns könnte aktuell eine Spekulation auf eine mögliche Gegenbewegung innerhalb des übergeordneten Abwärtstrends infrage kommen. In den beiden Wochen rund um den Jahreswechsel 2012/13 wurde im Kerzenchart auf Wochenbasis knapp über der Haltezone bei 50,74 US-Dollar das potenzielle Trendumkehrmuster Bullish Engulfing gebildet. In der vergangenen Woche folgte ein kleiner Rücksetzer, der den Kurs wieder unter die in der Woche zuvor überschrittene Hürde bei 54,01 US-Dollar drückte. Ein nachhaltiges Knacken dieser Marke bleibt jedoch denkbar, was dann Kurspotenzial bis in die Region von 60 bis 64 US-Dollar eröffnen könnte. Trade-Box Devon Energy Angenommener Kaufkurs: 55,10 USD Chance/Risiko-Verhältnis: 2,1

Ziel: 62,50 USD Stop: 51,50 USD

Chance: +11,8% Risiko: -6,5%

EADS

Stand: 10.01.2013

Seit dem Mehrjahrestief von April 2009 bei 8,19 Euro zeigt sich ein übergeordneter Aufwärtstrend bei der Aktie des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns. Vorläufiger Höhepunkt war das Zwischenhoch im April 2012 bei 31,66 Euro, der eine recht breit angelegte Konsolidierung mit dynamischen Auf- und Abschwüngen folgte. Der Aufwärtsimpuls seit November führte den Kurs nun über die Hürde bei 31,66 Euro und generierte damit ein Kaufsignal. Jetzt könnte, vielleicht auch erst nach einem eventuellen Pullback an die übersprungene Marke, das bisherige Allzeithoch bei 35,44 Euro anziehend wirken und damit eine Long-Spekulation rechtfertigen. Trade-Box EADS Angenommener Kaufkurs: 32,40 EUR Chance/Risiko-Verhältnis: 2,1

Ziel: 35,00 EUR Stop: 31,15 EUR

Chance: +7,4% Risiko: -3,9%

Plum Creek Timber

Stand: 11.01.2013

Innerhalb der seit dem Zwischentief von Juli vergangenen Jahres auszumachenden Aufwärtsbewegung scheint die Aktie des USForstkonzerns nun die Hürde von 44,99 US-Dollar (Zwischenhoch September 2012) sowie die obere Begrenzung der aufwärts gerichteten Bewegung der vergangenen Jahre nachhaltig überschritten zu haben. Aus dem daraus resultierenden Kaufsignal könnte in etwa ein mittelfristiges Kursziel bis in die Region von 56 US-Dollar abgeleitet werden. Die Marke von 56 US-Dollar stellt zudem das bisherige Allzeithoch auf Tagesschlusskursbasis von September 2008 dar und könnte daher auch von dieser Warte aus anziehend wirken. Trade-Box Plum Creek Timber Angenommener Kaufkurs: 46,60 USD Chance/Risiko-Verhältnis: 2,8

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Ziel: 56,00 USD Stop: 43,20 USD

Chance: +16,8% Risiko: -7,3%


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News/Indizes

Aktuell

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ChartCheck

Oliver Bossmann Marktanalyst, ETX Capital

Diversifikation beim Trading Für Investment- und Fondsmanager ist die Diversifikation über verschiedene Anlageklassen, Märkte und Zeithorizonte ein wesentlicher Baustein im Kampf um Rendite und eine effiziente Risikominimierung. Der Diversifikationsansatz ist logisch nachvollziehbar, heißt doch schon ein bekanntes Sprichwort „Setze nie alles auf eine Karte“, und wurde aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht in der modernen Portfoliotheorie nach Markowitz formal-mathematisch formuliert. Eine effiziente Diversifikation steht und fällt zuallererst mit der Unkorreliertheit der Investments, die sich im Depot befinden. Was den Investment- und Fondsmanagern in den letzten Jahren immer schwerer fiel, nämlich lohnende und stark voneinander unkorrelierte Investments zu finden, das könnte Tradern aufgrund ihrer Schnelligkeit bei der Umsetzung und der hohen Freiheitsgrade bei der Wahl der Finanzprodukte und Strategien wesentlich besser gelingen. Wenn man als Trader bereit ist, tiefer in die Materie einzutauchen, um z.B. über die konventionellen Richtungstrades auf DAX, Dow und EUR/ USD hinauszuschauen, dann könnte sich ein großes Strategiespektrum eröffnen, dass sich optimal zur Diversifikation eignet. Systemtrader, die nach fixen Regelwerken handeln, um vor allem den emotionalen Faktor beim Trading auszuschalten, fassen das Konzept der Diversifikation unter dem Begriff „System of Systems“ zusammen. Hier wird auf Grundlage von historischen Backtests oder realen Trading-Resultaten versucht, langfristig profitable Strategien effizient zu mischen und zu gewichten, mit dem Ziel, die Rendite zu maximieren und im gleichen Zug das Risiko bzw. den maximalen Drawdown der Performancekurve zu minimieren. In der Praxis des Systemtradings häufig angewandte Diversifikationsverfahren beruhen auf dem fortlaufenden Ranking verschiedener Systeme anhand von Kennzahlen, von denen dann z.B. die besten fünf gehandelt werden. Für einen rein diskretionären Trader hingegen gibt es kein festes Regelwerk. Seine individuelle Analyse basiert auf Erfahrung, Intuition, technischer Analyse, aktueller Berichterstattung und vielen anderen Faktoren mehr. Das Ergebnis seiner subjektiven Analyse äußert sich dann in der Regel in klaren Richtungstrades. Es scheint so als gäbe es hier wenig Ansatzpunkte für eine quantitative Diversifikation, so wie sie Investmentmanager und Systemtrader anwenden. Aber gerade 11

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aufgrund der hohen Freiheitsgrade steht dem diskretionären Trader ein weites Strategiefeld zur Verfügung, das er zu seinem eigenen Vorteil nutzen kann, indem er auch andere, alternative Ansätze in sein Trading mit einbezieht. Ein Beispiel eines unkonventionellen Tradingansatzes wäre die statistische Arbitrage, auch marktneutrale Strategie genannt, bei der die allgemeine Marktrichtung nicht für das Gelingen des Trades relevant ist, sondern die Konvergenz oder Divergenz zweier Werte. Andere, zum konventionellen Trading völlig unkorrelierte Ansätze könnten auch fortgeschrittene Optionsstrategien sein, wie z.B. Stillhaltergeschäfte, die darauf abzielen, dass der Trader von ruhigen, langweiligen Seitwärtsmärkten profitiert. Es gibt weitere Beispiele die man aufzählen könnte. Entscheidend für eine solche Herangehensweise ist jedoch, dass sich der Trader ein tiefes Fachwissen aneignet, um unkonventionelle Strategien überhaupt umsetzen und einschätzen zu können. Vorausgesetzt er hat ein diszipliniertes Risikomanagement, dann könnte das Resultat sein, dass er sein eigenes Handeln durch die Unkorreliertheit der verschiedenen Strategien effizient diversifiziert und Drawdowns wesentlich glättet. Es bleibt jedoch stets zu beachten, dass das Trading trotz allem immer ein gewisses Risiko in sich birgt.


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Gastbeitrag

Bollinger-Bänder (Bollinger Bands)

Bollinger-Bänder (Bollinger Bands) gehören zu den Standardinstrumenten vieler Charttechnikprogramme. Sie liefern in der Regel für sich allein genommen jedoch keine Handelssignale, sondern dienen lediglich als Grundlage, um bei bestimmten Konstellationen andere technische Instrumente auf mögliche Handelssignale zu überprüfen. Entwickler der Bollinger-Bänder ist John liegenden Periode im Durchschnitt abgewichen sind. Der Wert der Bollinger. Als Optionshändler suchte er Standardabweichung wird dann mit dem Wert der Durchschnittsnach einer Möglichkeit, die gerade im Ter- linie summiert, woraus sich das obere Bollinger-Band ergibt. Das mingeschäft äußerst wichtige Volatilität in untere Bollinger-Band entsteht wiederum aus der Differenz von gleieinen Trading-Band darzustellen. Während tendem Durchschnitt und Standardabweichung. die seit den 1960er-Jahren entwickelten zahlreichen Trading-Bänder eher statisch konst- „Anhäufung in der Mitte“ ruiert waren, indem die oberen und unteren Bollinger setzte mit dieser Konstruktion auf die aus der Statistik beBänder um einen bestimmten Prozentsatz kannte „Anhäufung in der Mitte“, mit der man die Verteilung von oder einen festen Betrag zum als Mittellinie Daten rund um ihren Mittelpunkt herum beschreibt. Hintergrund ist fungierenden gleitenden Durchschnitt pa- somit der Umstand, dass statistische Ergebnisse stets eine Konzentrarallel verschoben wurden, nutzte Bollinger tion um den Mittelwert zeigen. Im Fall der Bollinger-Bänder gib die in seinen 1983 entwickelten Bändern die Standardabweichung somit vereinfacht gesagt die durchschnittliche Standardabweichung. Er berechnete dazu Entfernung aller gemessenen Schlusskurse (in der Standardeinstelzunächst einen einfachen gleitenden Durch- lung 20 Schlusskurse) vom Durchschnitt an. Die Ausprägung der schnitt (GD), manchmal auch als mittleres Standardabweichung lässt dabei Rückschlüsse auf die Volatilität zu. Bollinger-Band bezeichnet. Standardeinstel- Nimmt die Schwankungsintensität des Basiswerts ab, wird also welung zur Berechnung des GDs sind 20 Peri- niger volatil, verringert sich die Standardabweichung, was zu einem oden (Wochen, Tage, Stunden usw.). Dann kleiner werdenden Abstand zwischen dem gleitenden Durchschnitt wird die Standardabweichung berechnet, und den Bändern führt. Eine zunehmende Volatilität führt wiederdie angibt, wie weit die einzelnen Kurse von um zu einer größer werdenden Standardabweichung, so dass sich der der Durchschnittslinie in der ihr zugrunde Abstand von den Bändern zum gleitenden Durchschnitt ausweitet. 12

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Bollinger-Bänder reagieren damit sehr stark auf die kurzfristigen Kurs- respektive Volatilitätsveränderungen. Einstellungen Für kurz- bis mittelfristige Trends verwendete Bollinger einen einfachen 20-PeriodenGD als Standardeinstellung. Um den größten Teil der Schwankungsbreite einfangen zu können, empfahl Bollinger zudem die Standardabweichung mit einem Faktor zu multiplizieren. Während die einfache Standardabweichung gut 70% aller Kurse abdeckt, empfahl er den Faktor zwei, da die Berechnung einer zweifachen Standardabweichung rund 95% aller festgestellten

Grafik 1

Quelle: tradesignalonline.com, finanzpark

Grafik 2

Quelle: tradesignalonline.com, finanzpark

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Kurse umfasst. Grafik 1 zeigt den DAX (Tageschart) mit Bollinger-Bändern. Gut zu erkennen ist hier, dass die Bänder, die auf einer mit dem Faktor zwei multiplizierten Standardabweichung beruhen (blaue Linien), deutlich mehr Kurse einfangen, als die Bänder (rote Linien), die lediglich die einfache Standardabweichung als Basis haben. Neben den gängigen Standardeinstellungen 20 Perioden für den GD und Faktor zwei bei der Standardabweichung, können die Parameter der Berechnung individuell angepasst werden. Beispielsweise kann für sehr kurzfristige Bewegungen ein 10-Perioden-GD genutzt werden, wobei der Faktor für die Standardabweichung verringert wird, wie in der Literatur zu finden beispielsweise auf 1,9 oder 1,5. Bei einem längerfristigen 50-Perioden-GD wird der Faktor für die Standardabweichung wiederum erhöht. Angegeben werden hier Werte von 2,1 oder 2,5. Auch weitere Variationen bei den Faktoren und Betrachtungsperioden bei der Berechnung der gleitenden Durchschnitte sind möglich, so dass sich die Bollinger-Bänder an die jeweiligen Volatilitäten anpassen lassen, die für bestimmte Märkte, Anlageklassen oder einzelne Basiswerte charakteristisch sind. Bollinger empfiehlt sogar, die Einstellung für den gleitenden Durchschnitt derart zu wählen, dass er den Kursverlauf gut nachzeichnet. Darüber hinaus lässt sich die Datenbasis für den gleitenden Durchschnitt variieren. So verwendete Bollinger nicht nur den Schlusskurs, sondern nutzte auch den typischen Kurs und den gewichteten Schlusskurs. Interpretation Bollinger selbst bewertete seine Bänder mit der Fähigkeit, den Großteil der Bewegungen festzuhalten. Sie sind jedoch nicht dazu konstruiert, um daraus konkrete Handelssignale abzuleiten. Sie stellen demnach lediglich ein Rahmenwerk dar, in dem Entscheidungen verankert werden müssen. Bollinger-Bänder dienen der Theorie nach

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somit lediglich dazu, festzustellen, ob ein Kurs über- bzw. unterbewertet ist. Die Praxis weicht davon jedoch ab, und es gibt inzwischen Ansätze für konkrete Kauf- respektive Verkaufsentscheidungen auf Basis der Bollinger-Bänder. Dazu gehört das Überschreiten der Bänder. Wird das obere überschritten, werden weiter steigende Kurse unterstellt, so dass sich daraus Long-Signale ableiten lassen. Wird das untere unterschritten, gilt dies wiederum als Indiz für weiter fallende Notierungen und damit als Short-Signal. In der Regel fungieren Bollinger-Bänder jeGerade in trendlosen Phasen doch nicht als Signalgeber. Stattdessen sollstellen Bollinger-Bänder ten andere technische Hilfsmittel eingesetzt Unterstützungs- und Widerwerden, um konkrete Signale zu erzeugen. standszonen dar Bollinger-Bänder können dabei Ausgangspunkte für derartige Anwendungen bieten. So können beispielsweise Indikatoren wie (RSI, MACD usw.) auf Divergenzen zum Kurs untersucht werden, wenn der Kurs das obere oder das untere Bollinger-Band erreicht, um daraus Umkehrpunkte im Markt zu identifizieren. Gibt es tatsächlich eine solche Divergenz zwischen Basiswert und Indikator, deutet dies mit erhöhter Wahrscheinlichkeit darauf hin, dass der Basiswert wieder in Richtung des gegenüberliegenden BollingerBands drehen wird. In Grafik 2 ist ein Beispiel für einen solchen Fall gegeben. Der DAX erreichte im März das obere Band, kletterte kurzzeitig darüber und erreichte ein neues Zwischenhoch (roter Kreis). Allerdings bildete der RSI kein neues Hoch, sondern lediglich ein tieferes Zwischenhoch (roter Kreis) aus, und die auszumachende Divergenz ließ Grund zu der Annahme, dass sich der Index wieder in Richtung des unteren Bollinger-Bands bewegen wird, was sich im Nachhinein auch bestätigte. Ist keine Divergenz auszumachen, spricht dies indes für eine neue Trendphase, in der sich der Kurs in der Nähe des betreffenden Bandes nach oben respektive unten hangelt. Solche Entwicklungen, in denen sich die Kurse längere Zeit in der Nähe eines der Bänder bewegen, sind charakteristisch für starke Trends. Innerhalb solcher Trendphasen kommt es dabei oft vor, dass der Kurs bis zum mittleren Bollinger-Band, also dem gleitenden Durchschnitt, korrigiert, um sich anschließend wieder zu dem Band in Trendrichtung zu bewegen. Der GD fungiert somit als Unterstützung. Sonstige Charakteristika Darüber hinaus besitzen Bollinger-Bänder folgende Charakteristika, die Anhaltspunkte für Handelsentscheidungen geben oder zur Bestimmung von Kurszielen und Stopmarken eingesetzt werden können. Demnach neigen Kurse dazu, sich von einem Band zum 14

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anderen zu bewegen. Gerade in trendlosen Phasen stellen Bollinger-Bänder somit Unterstützungs- und Widerstandszonen dar, was bei der Berechnung von Kurszielen und dem Setzen von Stops helfen kann. Ausbrüche aus den Bändern sind wiederum als extreme Ereignisse zu werten, und derartige Überdehnungen werden in der Regel schnell korrigiert. Kommen solche Ausbrüche jedoch in Phasen mit starken Trends vor, können sie Indiz für eine fortgesetzte Kursentwicklung in Richtung des Ausbruchs sein, was wiederum durch andere technische Hilfsmittel unterfüttert werden muss. Außerdem können BollingerBänder genutzt werden, um Tops oder Böden zu bewerten. Fußt die erste Phase einer Boden- oder Topbildung auf einem Extremwert außerhalb der Bollinger-Bänder, wie in Grafik 2 der linke grüne Kreis und wird die Boden- oder Topformation dann innerhalb der Bänder komplettiert, bestätigt dies derartige Formationen und unterfüttert somit die Annahme einer bevorstehenden Trendwende. Aufschluss über den Zustand des Basiswerts gibt außerdem der Abstand zwischen den Bändern. Liegen sie weit auseinander, spricht dies für große Schwankungen, und mit zunehmender Ausweitung der Bänder werden Konsolidierungen wahrscheinlicher. Trendlose Phasen sind wiederum von vergleichsweise schmalen Bändern gekennzeichnet. Hier ist die Volatilität entsprechend relativ gering. Je länger dieser Zustand anhält und umso weiter sich die Bollinger-Bänder ihrem gleitenden Durchschnitt annähern, desto wahrscheinlicher wird eine starke nachhaltige Bewegung. Allerdings lassen sich aus solchen schmalen Bändern keine Rückschlüsse über die Richtung eines eventuell bevorstehenden Kursimpulses ziehen. Hier bedarf es wieder anderer technischer Hilfsmittel. Relativ schmale Bänder finden sich außerdem in gleichmäßig verlaufenden starken Trends.


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[Lexikon Gleitende Durchschnitte

]

(Moving Averages) – Teil 4

Wie in Teil 3 dargelegt, können GDs als eigenständige technische Indikatoren verwendet werden und dienen als Grundlage für darauf aufbauende Handelssysteme. Das sind aber nicht die einzigen Einsatzgebiete. GDs dienen nicht nur dazu, um Kurs- oder Preisbewegungen zu glätten. Auch bei den verschiedensten technischen Indikatoren werden Durchschnittsberechnungen eingesetzt, um deren Verlauf ruhiger zu machen und Handelssignale zu generieren. Denn oft sind die Verläufe von Indikatoren wegen ihrer teils zerhackten oder zappeligen Muster wenig für eine Interpretation geeignet. Abhilfe können kurzfristig eingestellte GDs auf den Indikator selbst schaffen, wodurch es zu ruhigeren Verläufen kommt. Ein klassisches Beispiel ist der StochasticIndikator. In der Urform wirkt dieser Indikator sehr hektisch (siehe Grafik). Wird dieser mit einem GD geglättet, gängig ist ein 3-Perioden-GD, entsteht der Stochastic-Slow-Indikator, der schon wesentlich ruhiger verläuft und damit leichter zu interpretieren ist. Ferner gibt es Ansätze, bei denen die Ausgangsdaten geglättet werden, bevor der Indikator berechnet wird. Für einige Indikatoren ist eine solche Glättung von Ausgangsdaten oder vom Indikator selbst gar eine grundsätzliche Voraussetzung, um sie darzustellen und anzuwenden. GDs spielen aber nicht nur bei der eigentlichen Berechnung von den Indikatoren eine Rolle. Eine weitere wichtige Verwendung ist jene als Signallinie. Signallinien kommen in sehr vielen Indikatoren vor. Basis sind die jeweiligen Indikatorwerte, auf denen eine entsprechende Durchschnittsberechnung durchgeführt wird. Bei trendfolgenden Konzepten können Schnittpunkte von Indikator und Signallinie als Anhaltspunkte für eine Änderung des Trends interpretiert werden. Eine Rolle spielt auch die Lage von Indikator im Vergleich zur Signallinie. Liegt der Indikator über der Signallinie, wird ein Aufwärtstrend des Basiswerts unterstellt. Liegt der Indikator unter der Signallinie, wird ein Abwärtstrend angenommen. Etwas problematisch bei der Verwendung von Signallinien ist es, wenn der Indikator ein sehr unruhiges Verlaufsmuster aufweist. Daraus kann es zu einem häufigen Kreuzen kommen, was die Interpretation 15

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bei der Trendbestimmung erschwert. Dem kann man wiederum begegnen, indem man die Signallinie etwas träger gestaltet, also den GD hinsichtlich seiner Periodenlänge entsprechend modifiziert und somit „etwas länger“ eingestellte GDs verwendet. Das „etwas länger“ hängt dabei vom jeweiligen Indikator, dem Basiswert und dem Einsatzzweck ab. Außerdem können nicht nur einfache GDs, sondern auch solche mit anderen Berechnungsmethoden genutzt werden. Signallinien werden außerdem in Oszillatoren eingesetzt. Hier können Schnittpunkte zwischen Indikator und Signallinie als konkrete Handelssignale interpretiert werden. Auch hier gilt: Je ruhiger der Indikator verläuft, umso kürzer kann der GD für die Berechnung der Signallinie eingestellt werden. Bei Signallinien von Oszillatoren werden zudem ebenfalls andere Methoden bei der GD-Berechnung verwendet, um sie reagibler zu gestallten. Welche unterschiedlichen Methoden es gibt, GDs zu berechnen, darum geht es im nächsten Teil. Stochastic und Stochastic Slow

Quelle: tradesignalonline.com


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Platin

weiter vorn Innerhalb der vier großen Edelmetalle war 2012 Platin das mit der besten Performance. Auch im noch jungen neuen Börsenjahr 2013 führt es die Gewinnerliste vor Silber, Palladium und Gold an.

Mehr als 4% liegt Platin seit Jahresbeginn im Plus. Aus charttechnischer Sicht zeigte sich dabei in den vergangenen zwei Wochen ein Aufwärtsimpuls, ausgehend von den Unterstützungen bei 1.513 und 1.508 US-Dollar. Mit dem jüngsten Anstieg und der besseren Performance Platin – Spotpreis in US-Dollar

Quelle: tradesignalonline.com, Stand: 10.01.2013

Derivate auf Platin (Basiswert: Spotpreis in US-Dollar) Typ

WKN

Index-Zertifikat (Quanto)

GS72WL

-

open end

-

Index-Zertifikat

GS0HH1

-

open end

-

Hebel-Zertifikat (long)

CZ24F8

16

trading kompakt · 01/1  3

Basispreis/Knock-out

1.173,91/1.207,00 US-Dollar

Laufzeit

open end

Hebel

3,76

als Gold verringerte sich damit der seit 2011 auszumachende untypische Preisabschlag zum gelben Edelmetall weiter. Kostete Platin im November noch mehr als 180 US-Dollar weniger, hat sich der Abstand auf zuletzt rund 52 US-Dollar verringert. Damit wurde auch der Wert von September 2012 unterschritten, als sich der Abschlag wegen der Rally des Platinpreises aufgrund der Streiks in Südafrika auf etwa 66 USDollar reduzierte. Vielleicht setzt sich die zuletzt gesehene Entwicklung fort, sodass sich eventuell der Normalzustand einstellt, in dem das seltenere Platin mit einem Preisaufschlag zum Gold gehandelt wird. Dazu müsste die bessere Performance gegenüber Gold aber anhalten. Und dazu müssten auch die fundamentalen Aspekte mitspielen. Dabei geht es aber weniger um die zuletzt für reichlich Diskussionsstoff sorgende bizarre Idee einer 1 Bio. US-Dollar Platinmünze in den USA, um mit diesem Trick die US-Staatsschulden zu senken. Vielmehr trugen zuletzt wohl einige positiv interpretierte Konjunkturdaten, beispielsweise aus China, mit zu der steigenden Tendenz des Platinpreises seit Jahresbeginn bei. Sollten sich die Erwartungen bezüglich der weltweiten konjunkturellen Entwicklung weiter aufhellen, könnte dies weiter stützend wirken. Zudem könnte die verringerte Produktion, 2012 wurden einige unrentable Minen in Südafrika (weltweit größter Produzent) stillgelegt, das Angebot verknappen. Wurde 2012 bereits ein globales Defizit zwischen Angebot und Nachfrage erwartet, dürfte es auch 2013 eine Lücke geben. Sollte sich die Erwartung eines Defizits erhärten und vielleicht durch erneute Streiks oder andere Produktionsunterbrechungen in wichtigen Förderländern (Südafrika, Russland) zusätzlich angefeuert werden, könnte dies weiter preistreibend wirken.


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Termine

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Mais – März-Future (CME)

Aktuell

Titelgeschichte

ChartCheck

Gastbeitrag

Wissen

Stand: 14.01.2013

Seit dem Hoch von August 2012 ist Mais im Korrekturmodus. Ausgehend vom Zwischenhoch im November startete dabei die letzte Abwärtswelle, die recht dynamisch ausfiel. Der Preis fiel dabei fünf Wochen hintereinander. In der vergangenen Woche wurde diese Serie nun mit einer kräftig steigenden Tendenz gebrochen. Mit der weißen Wochenkerze bildete sich dabei knapp über der in der Woche davor getesteten Unterstützung bei 681 US-Cent (Zwischenhoch August 2011) ein Muster (Bullish Engulfing), das als potenzielles Trendwendemuster gewertet, zumindest aber für eine größere Gegenbewegung sprechen könnte. Ein erstes Ziel könnte die Region zwischen 760 und 780 US-Cent sein. Derivate auf Mais (Basiswert: März-Future (CME)) Typ Hebel-Zert. (long) Hebel-Zert. (short)

WKN DZ9WKE DZ9DZV

Basispreis/Knock-out 537,766/562,226 US-Cent 913,296/889,208 US-Cent

Laufzeit open end open end

Hebel 3,79 3,66

Zinn – Spotpreis in US-Dollar (LME)

Stand: 11.01.2013

Nachdem im Dezember 2012 das Zwischenhoch von Anfang Oktober 2012 bei 22.453 US-Dollar geknackt und kurz vor dem Jahreswechsel das 38,2%-Fibonacci-Retracement überwunden wurde, nähert sich Zinn nun weiterhin der nächsten Hürde bei 25.445 US-Dollar, resultierend aus dem 50%-Retracement der Abwärtsbewegung von April 2011 bis August 2012. Knapp darüber, bei 25.625 US-Dollar, befindet sich zudem ein weiterer Widerstand (Zwischenhoch Februar 2012). Sollte dieses Widerstandsbündel geknackt werden, könnte dies dann weiteren Kursspielraum auf der Long-Seite eröffnen. Eine erste mögliche Anlaufstelle wäre dann die Region von etwa 27.000 bis 29.000 US-Dollar. Derivate auf Zinn (Basiswert: März-Future (LME)) Typ Hebel-Zert. (long) Hebel-Zert. (short)

WKN DZ1XQT DZ472K

Basispreis/Knock-out 16.558,95/16.842,40 USD 31.920,48/31.652,42 USD

Laufzeit open end open end

Hebel 2,92 3,54

Lebendrind – Februar-Future (CME)

Stand: 11.01.2013

Die seit dem Zwischentief von September 2012 auszumachende Aufwärtsbewegung führte den Preis für Lebendrind kurz vor Weihnachten über das Hoch von September 2012. Allerdings gelang es ihm erst einmal nicht, sich über dieser Marke nachhaltig festzusetzen, und mit den kräftigen Verlusten in der vergangenen Woche wurde sie sogar deutlich unterschritten. Damit scheint ein klares bärisches Signal gegeben zu sein. Sollte daher nun eine erneute baldige Attacke der Bullen ausbleiben, besteht weiteres Abwärtspotenzial, wobei als nächstes die Unterstützung bei 127,90 US-Cent ein erstes mögliches Korrekturziel darstellen könnte. Derivate auf Lebendrind (Basiswert: März-Future (CME)) Typ Hebel-Zert. (long) Hebel-Zert. (short)

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WKN CK0MCH CM9D1Z

trading kompakt · 01/1  3

Basispreis/Knock-out 100,69/102,50 US-Cent 162,36/159,20 US-Cent

Laufzeit open end open end

Hebel 4,36 4,10


Trading-Termine

News/Indizes

Impressum

Volkswirtschaftliche Termine Datum

Uhrzeit (MEZ)

Land

Termin

V.i.S.d.P. : Christian Ernst Frenko

16.01.2013

15:15

USA

Industrieproduktion & Kapazitätsauslastung Dez. Fed Konjunkturbericht (Beige Book) Januar

Herausgeber: Weimer Media Group GmbH, Maximilianstraße 13, 80539 München Geschäftsführer: Dr. Wolfram Weimer

Aktuell

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16.01.2013

20:00

USA

25.01.2013

10:30

Deutschland

ChartCheck

Gastbeitrag

Wissen

Rohstoffecke

ifo Geschäftsklimaindex Januar

Amtsgericht: München, HRB 198201

28.01.2013

14:30

USA

Auftragseingänge langlebige Güter Dezember

Mitarbeiter dieser Ausgabe: Christian Ernst Frenko, Miriam Feuerstein, Thomas Uhlig, Margot Habjan, Andreas Fiek, Michaela Ellen Lenz, Christian Bayer, Martin Münzenmayer, Wolfgang Tenor, Nina Bradinova, Oliver Bossmann

30.01.2013

20:15

USA

Fed, Zinsbeschluss der Ratssitzung 29./30.01.

30.01.2013

14:30

USA

31.01.2013

08:00

Deutschland

01.02.2013

14:30

USA

Arbeitsmarktbericht Januar

01.02.2013

16:00

USA

ISM-Index (verarbeitendes Gewerbe) Januar

Vertriebsleitung: Andreas Fiek, Tel.: 0911 / 274 00 0 andreas.fiek@finanzpark.de

05.02.2013

16:00

USA

06.02.2013

08:00

Deutschland

Bildnachweis: fotolia

13.02.2013

14:30

USA

Layout: addna, Nürnberg

14.02.2013

08:00

Deutschland

15.02.2013

15:15

USA

Erscheinungsweise: monatlich, jeden dritten Dienstag Anmeldung: Um trading kompakt kostenfrei zu beziehen, können Sie sich unter www.trading-kompakt.de anmelden. Abmeldung: Zur Abmeldung vom Bezug von „trading-kompakt“ senden Sie einfach eine Email an abmelden@trading-kompakt.de

BIP Q4/2012 (erste Schätzung) Einzelhandelsumsatz Dezember

ISM Index (Dienstleistungsgewerbe) Januar Auftragseingangsindex verarbeitendes Gew. Dez. Einzelhandelsumsätze Januar BIP Q4/2012 (1. Veröffentlichung) Industrieproduktion & Kapazitätsauslastung Jan.

Rohstofftermine Datum

Uhrzeit (MEZ)

Land

Termin

16.01.2013

-

Welt

OPEC, Oil Market Report

Leserservice: leserservice.trading-kompakt@finanzpark.de

16.01.2013

19:00

USA

EIA Öl- und Benzinlagerbestände (Woche)

18.01.2013

-

Welt

IEA Ölmarktbericht

Archiv: www.trading-kompakt.de/archiv

18.01.2013

21:30

USA

CFTC - Daten zur Positionierung der Anleger

Die Charts wurden mit freundlicher Unterstützung von TradeSignal erstellt.

24.01.2013

19:00

USA

EIA Öl- und Benzinlagerbestände (Woche)

25.01.2013

21:30

USA

CFTC - Daten zur Positionierung der Anleger

30.01.2013

19:00

USA

EIA Öl- und Benzinlagerbestände (Woche)

31.01.2013

21:00

USA

Agrarpreise Januar

01.02.2013

21:30

USA

CFTC - Daten zur Positionierung der Anleger

08.02.2013

18:15

Welt

USDA, World Agricultural Production

08.02.2013

21:30

USA

CFTC - Daten zur Positionierung der Anleger OPEC, Oil Market Report

Auflage: 25.000

Risikohinweise / Disclaimer: „Sie erhalten diesen Newsletter als kostenlosen Service der Weimer Media Group GmbH. Alle veröffentlichten Artikel, Nachrichten, Daten und Empfehlungen werden von der Herausgeberin mit großer Sorgfalt erstellt; da die Redaktion ihrerseits aber auch auf Quellen Dritter angewiesen ist und auch den Mitarbeitern der Herausgeberin Fehler unterlaufen können, kann für die Richtigkeit aller Angaben keine Garantie übernommen werden. Die Herausgeberin will ihren Abonnenten die Möglichkeit bieten, sich eine unabhängige und eigenverantwortliche Meinung zu bilden, keinesfalls jedoch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Rechten abgeben. Die zur Verfügung gestellten Informationen sollen auch keine Beratung darstellen oder insbesondere ersetzen. Es wird fehltgend empfohlen, sich stets auch immer aus anderen Quellen zu informieren. Es kann im Einzelfall nicht ausgeschlossen werden, dass der Redakteur oder einzelne Mitarbeiter der Herausgeberin an Unternehmen beteiligt sind, die Gegenstand von Analysen oder anderen Berichten sind. Umso mehr stellen die veröffentlichten Artikel, Nachrichten, Daten und Empfehlungen immer auch eine persönliche Meinung des Autors dar und erheben weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf alleinige Richtigkeit. Wir verweisen insbesondere auf § 675 II BGB, wonach die Weimer Media Group GmbH, unbeschadet der sich aus einem (anderen) Vertragsverhältnis, einer unerlaubten Handlung oder einer sonstigen gesetzlichen Bestimmung ergebenden Verantwortlichkeit, zum Ersatz des aus der Befolgung des Rates oder der Empfehlung entstehenden Schadens nicht verpflichtet ist.“ Für alle Hyperlinks gilt: Die Weimer Media Group GmbH erklärt ausdrücklich, keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten zu haben. Daher distanziert sich die Weimer Media Group GmbH von den Inhalten aller verlinkten Seiten und macht sich deren Inhalte ausdrücklich nicht zu Eigen. Diese Erklärung gilt für alle in den Seiten vorhandenen ­Hyperlinks, ob angezeigt oder verborgen, und für alle Inhalte der Seiten, zu denen diese Hyperlinks führen.

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trading kompakt · 01/1  3

12.02.2013

-

Welt

13.02.2013

-

Welt

IEA Ölmarktbericht

15.02.2013

21:30

USA

CFTC - Daten zur Positionierung der Anleger

Unternehmenstermine Datum

Uhrzeit (MEZ)

Unternehmen

16.01.2013

-

Goldman Sachs Group

Ergebnisbericht 2012

17.01.2013

-

Intel Corporation

Ergebnisbericht 2012

18.01.2013

-

General Electric Co

Ergebnisbericht 2012

22.01.2013

-

IBM Corp.

23.01.2013

-

Siemens AG

23.01.2013

-

SAP AG

24.01.2013

-

Microsoft Corp.

Termin

Ergebnisbericht 2012 Ergebnisbericht Q1 2012/13 Ergebnisbericht 2012 Halbjahresbericht 2012/13

29.01.2013

-

Philips Electronics

Ergebnisbericht 2012

31.01.2013

-

Deutsche Bank AG

Ergebnisbericht 2012

06.02.2013

-

ArcelorMittal SA

12.02.2013

-

ThyssenKrupp AG

14.02.2013

-

Nestlé SA

14.02.2013

-

Aurubis AG

19.02.2013

-

Dell Inc

Ergebnisbericht 2012 Ergebnisbericht Q1 2012/13 Ergebnisbericht 2012 Ergebnisbericht Q1 2012/13 Ergebnisbericht 2012

Ausgabe 01/13 (Titelgeschichte: Das Tradingtagebuch-Lernen aus der Vergangenheit)