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J u b i l äu m 2003 - 2013

№ 30 · Sonntag, 28. Juli 2013

Coca-Cola

So wetterfühlig ist die Coca-Cola Aktie

Foto: coca-cola-deutschland.de

Unternehmen der Woche > Seite 10

Kopf der Woche: Dr. Christine Bortenlänger > Seite 4

Markt im Fokus: Japan > Seite 5

Hüterin der Aktienkultur

Was geschieht nach den Wahlen?

Aktie der Woche: Google > Seite 7

Rohstoff der Woche: Silber > Seite 18

Angriffslustiger Internetriese

Vor dem Trendwechsel?


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Kolumne

Ein neuer spanischer Erbfolgekrieg? Sonntag, 28. Juli 2013

AKTIEN & MÄRKTE Kolumne Dr. Sebastian Sigler . . . . . . . . . . . 2 Tops und Flops-, Zahl der Woche, Termine der Woche . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 Kopf der Woche: Dr. Christine Bortenlänger, Zitat der Woche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 Markt im Fokus: Japan – Zeit zum Handeln . . . . . . . . . . . . 5 Märkte im Überblick: S&P 500, DAX, EURO STOXX 50 . . . . . 6 Aktie der Woche: Google. . . . . . . . . . . . . . 7 UNTERNEHMEN Unternehmen der Woche: Coca-Cola. . . . . 10 News: Apple, Swatch Group, K+S, Canon, Facebook. . . . . . . . . . . . . . . 12 FONDS Fonds der Woche: SchroderISF Japanese Equity EUR hedged. . . . 14 Fonds-News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 ZERTIFIKATE Zertifikate-Idee: Microsoft-Discount-Zertifikat. . . . . . . . . 16 Zertifikate-News. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 Rohstoffe Rohstoff der Woche: Silber . . . . . . . . . . . . 18 Rohstoffanalysen: Baumwolle, Gold, Kupfer, WTI-Öl. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 Lebensart Refugium der Woche: Hotel Zur Tenne . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21 Produkt der Woche: Mercedes-Benz Silberpfeil. . . . . . . . . . . . . 22 Impressum/Disclaimer . . . . . . . . . . . . . . 23

02

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Im Sommer 1713 der Lizenzen an. Milliarden werden allein atmete ganz Europa hier zu investieren sein. So liegt der Einauf. Der Friede von druck nahe, die iberische Telefon-Armada, Utrecht war geschlos- tief im Wasser liegend aufgrund enormer sen. Ein Meilenstein Schulden, wolle sich mithilfe holländischer zur Beendigung des Golddoublonen­sanieren und wieder manöäußerst blutig geführ- vrierfähig werden. Fünf Milliarden und ein ten Erbfolgekrieges. Paket ­eigener Aktien von 17,6 Prozent legt Die spanische Krone Telefónica dafür auf den Tisch. Dr. Sebastian Sigler verlor durch diesen Gewonnen ist das Spiel mit diesem Angebot Chefredakteur Friedensschluss die aber noch lange nicht. Was passiert, wenn Niederla nde, d ie die Kartellwächter die erneute – diesmal virKräfteverhältnisse in Europa wurden neu tuelle – Übernahme der Niederlande durch geordnet – und das betraf ganz direkt auch die spanische Mobilfunk-Armada kassieren? die Deutschen. Die Wettbewerbshüter bestanden bislang Sommer 2013 – exakt 300 Jahre später. Kom- immer darauf, dass es hierzulande vier vonmen die Spanier wieder? Heutzutage schießt einander unabhängige Mobilfunkanbieter man nicht mehr mit Vorderladergewehren am Markt präsent sind, und es ist überhaupt aufeinander, nein, man horcht gegenseitig kein Grund dafür ersichtlich, dass sie nun elegant die Datenleitungen ab und über- plötzlich einknicken sollten. nimmt die Anteile des Konkurrenten – das Der Zusammenschluss O² und E-Plus zum ist gesundheitsschonender. Ökonomisch sind deutschen Marktführer wirkt prima vista wie die Effekte indes vergleichbar. Und in dieser ein big deal. In Wirklichkeit ist diese Fusion, schönen, neuen, virtuellen, mobilen Welt wer- wenn sie denn je stattfindet, die Rettung für den die Niederlande nun wieder spanisch. Die zwei, die kurz davor sind, in Seenot zu geraiberische Telefónica schluckt die königlich- ten. Die Zeche für die spanische Übernahme niederländische KPN, oder, für uns Betrof- zahlt sowieso, heute wie im Erbfolgekrieg, der fene: O² verleibt sich E-Plus ein. kleine Mann – damals hieß er Tagelöhner Ungläubig weiten sich die Augen. Beide oder Knecht, heute wird er Verbraucher geMobil­funkanbieter ergänzen sich einiger- nannt. Denn, und das ist eine Binsenweisheit, maßen, das schon. Aber beide haben große in einer Gruppe von drei Marktteilnehmern Schwierigkeiten. Vor allem das E-Netz, von – neben O² noch ­Vodafone und Telekom – dem E-Plus seinen Namen hat, kann mit den ­bückt man sich nicht wegen kleiner ­Münzen. Standards der Konkurrenz vielerorts kaum Die Mobilfunktarife werden erst weniger mithalten. Tut, tut, keine Verbindung, Netz ­sinken und dann steigen. Der Verbraucher überlastet. Doch auch O² hat einen Klotz am wird schon zahlen. Bein. Der spanische Telefonriese steht mit 52 Milliarden Euro bei seinen Gläubigern in der Kreide. Schon macht der uralte Witz vom Was denken Sie über dem Blinden und dem Lahmen die Runde. dieses Thema? Längst laufen Dienste wie Whatsapp – natürlich kostenlos – der SMS-Nachricht den Rang Schreiben Sie direkt an den Autor, ab. Der Markt für Mobilfunkanbieter wird Herrn Dr. Sebastian Sigler unter härter, und für 2017 steht die Verlängerung sigler@weimermedia.de


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Tops und Flops der Woche

tops Boeing: Erwartungen übertroffen Im zweiten Quartal erhöhte der US-Flugzeugbauer und Rüstungskonzern Boeing (WKN: 850471) den Überschuss von 0,97 auf 1,09 Mrd. US-Dollar. Je Aktie zog der Gewinn von 1,27 auf 1,41 US-Dollar an, vor Sonderposten von 1,48 auf 1,67 US-Dollar. Der Umsatz stieg von 20,00 auf 21,82 Mrd. US-Dollar. Analysten hatten 21,05 Mrd. USDollar ­Umsatz und 1,58 US-Dollar Gewinn je Aktie vor Sonderposten prognostiziert. 2013 sollen der Gewinn je Aktie statt 5,00 bis 5,20 nun 5,10 bis 5,30 US-Dollar erreichen. Daimler: Beteiligungsverkauf poliert Bilanz auf Daimler (WKN: 710000) hat seine vorläufige Zahlen für das zweite Quartal bestätigt und ergänzt: Der Gewinn stieg dank des Verkaufs der Restbeteiligung an EADS und einer niedrigeren Steuerbelastung von 1,56 auf 4,58 Mrd. Euro. Vor Steuern (EBT) legte der Gewinn von 2,09 auf 5,06 Mrd. Euro zu. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg, wie bereits veröffentlicht, von 2,27 auf 5,24 Mrd. Euro – 3,2 Mrd. Euro spülte der Beteiligungsverkauf in die Kasse. Von 28,88 auf 29,69 Milliarden Euro klettert der Umsatz. Texas Instruments: Quartalsüberschuss erhöht Dank reduzierter Kosten steigerte der US-Chipproduzent Texas Instruments (WKN: 852654) den Gewinn im zweiten Quartal von 446 auf 660 Mio. US-Dollar. Der Gewinn je Aktie zog von 0,38 auf 0,58 US-Dollar an. Vor Sonderposten erreichte der Gewinn je Aktie 0,42 US-Dollar. Der Umsatz schrumpfte von 3,34 auf 3,05 Mrd. US-Dollar. Analysten hatten mit 3,06 Mrd. US-Dollar Umsatz und 0,41 US-Dollar Gewinn je Aktie vor Sonderposten gerechnet. Im dritten Quartal sollen 3,09 bis 3,35 Mrd. US-Dollar umgesetzt und 0,49 bis 0,57 US-Dollar je Aktie verdient werden.

Zahl der Woche

6,2

Milliarden Euro

lässt sich eine Investorengruppe unter ­ ührung von Unternehmenschef Bobby F ­K otick die Mehrheitsanteile am Spiele­ hersteller ­Activision Blizzard kosten, der Computerspiele wie World of Warkraft herstellt. Das Geld erhält der hochverschuldete Vivendi-Konzern, dem der Speielhersteller bislang gehörte.

Flops

TERMINE der Woche

Software AG: Weniger umgesetzt und verdient Der von der Darmstädter Software AG (WKN: 330400) im zweiten Quartal erzielte Überschuss sank von 37,46 auf 28,82 Mio. Euro, der operative Gewinn von 53,02 auf 45,27 Millionen Euro. Der Umsatz schrumpfte von 258,64 auf 237,75 Millionen Euro. Nach wie vor belastet das Beratungsgeschäft: Der entsprechende Dienstleistungsumsatz ging von 82,70 auf 68,28 Mio. Euro zurück. Sinkende Umsätze verzeichneten auch das Wartungsgeschäft und das Geschäft mit Software-Lizenzen.

30.07. 16:00 USA Verbrauchervertrauen,

Aixtron: Rote Zahlen Im zweiten Quartal erhöhte Aixtron (WKN: A0WMPJ) den Verlust von 11,56 auf 11,79 Mio. Euro. Der Vorsteuerverlust (EBT) schrumpfte dagegen von 15,95 auf 9,57 Mio. Euro, der Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 16,46 auf 9,77 Mio. Euro. Während der Umsatz von 46,13 auf 45,34 Mio. Euro sank, stiegen die Herstellungskosten von 31,39 auf 33,06 Mio. Euro. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung wurden von 17,56 auf 12,74 Mio. Euro gesenkt. Nach wie vor wagt Aixtron keine Prognose für das Gesamtjahr. Caterpillar: Umsatz- und Gewinneinbruch Der Gewinn des US-Baumaschinenproduzenten Caterpillar (WKN: 850598) brach im zweiten Quartal von 1,71 auf 0,96 Mrd. US-Dollar ein. Je Aktie fiel der Gewinn von 2,54 auf 1,45 US-Dollar. Der Umsatz sank von 17,37 auf 14,62 Mrd. US-Dollar. ­Experten hatten mit 15,09 Mrd. US-Dollar Umsatz und 1,69 US-Dollar Gewinn je Aktie gerechnet. Im Gesamtjahr sollen nun 56 bis 58 Mrd. US-Dollar umgesetzt und 6,50 USDollar je Aktie verdient werden.

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Conference Board Juli 31.07. 14:30 USA BIP Q2/2013 (erste Schätzung) 31.07. 15:45 USA Chicago Einkaufs­ managerindex Juli 31.07. 20:00 USA Fed, Zinsbeschluss der Ratssitzung 30./31.07. 01.08. 13:45 EWU EZB, Ergebnis der Ratssitzung 01.08. 16:00 USA ISM-Index (verarbeitendes Gewerbe) Juli 02.08. 14:30 USA Arbeitsmarktbericht Juli


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Kopf der Woche

Hüterin der Aktienkultur

Dr. Christine Bortenlänger "Meist fehlt es bei uns schlicht an Mit 33 Jahren wurde sie Chefin Wissen", so Bortenlänger: "man der Bayerischen Börse zu Münerklärt die Aktie zum Risiko­ chen – das war zur Jahrtausendpapier, das schreckt ab, dabei gibt wende ein feuerwerksgleiches es kaum etwas Transparenteres als Ereignis. Sie hatte, wenn nicht die Miteigentümerschaft an einem darauf hingearbeitet, so doch Unternehmen". Das zu ändern, praktisch mit ihrer Ausbildung würde mehr Verständnis in der den Weg vorgezeichnet: Ihre Politik, mehr Aufklärung im UnPromotion befasste sich nach Dr. Christine terricht bedeuten; "gar nicht mal dem Studium der Betriebswirt- Bortenlänger Geschäftsführendes unbedingt ein eigenes Schulfach schaftslehre in München mit ­Vorstandsmitglied des dem Thema "Börsenautomati- Deutschen Aktieninstituts, ­ Wirtschaft; es würde schon reichen, in Geschichte oder Politik sierung". Dieser hochkomplexe Frankfurt am Main oder im Mathematikunterricht Bereich war auch Gegenstand eiFinanzwissen zu vermitteln". Wones internationalen Forschungsprojektes für die Deutsche Forschungs­ her unser Wohlstand eigentlich stammt, zum gemeinschaft gewesen – das Gebiet, so Beispiel. Aus der Sozialen Marktwirtschaft, muss sie damals sicher erkannt haben, hatte oder? Wer die Industrialisierung vorangetrie­Zukunft, und die vielfältige Entwicklung ben und finanziert hat? Aktiengesellschaften, mit Chancen und Risiken seitdem bestätigt so Bortenlänger, nicht etwa Verwaltungen. das natürlich. Im September 2012, nach fast War das DAI nun ein Kultur­schock? Nein, 14 Jahren bei der Bayerischen Börse, wechselte sagt sie: Sowohl das Team im Hause als auch sie den Finanzplatz, aber nicht das Thema. die beteiligten Unternehmen, deren CFOs, Das Deutsche Aktieninstitut kümmert sich seien geradezu begeisternd, sagt die Chefin. um die Fortentwicklung der Aktienkultur Vielleicht wird es noch etwas mit der Aktienin Deutschland, und die hat es auch nötig: kultur, der deutschen.

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Zitat der Woche

„Larry Summers is the front runner for Fed chair.” Der gewöhnlich äußerst gut informierte Washington-Post-Korrespondent Ezra Klein über die Nachfolge für Ben Bernanke an der Spitze der Federal Reserve. Der ehemalige US-­Finanzminister könnte demnach dieses Rennen­für sich entscheiden. Bislang hatte ­Yanet Yellen als Faviritin gegolten.

Aphorismus der Woche

Es gibt eben für den Menschen kein Glück – nur eine Sehnsucht nach dem Glück gibt es. Anton Pawlowitsch Tschechow (1860 - 1904), russischer Meister der impressionistischen Erzählung und Dramatiker, in seinem Drama „Drei Schwestern“.


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Lebensart

Markt im Fokus

Japan:

Zeit zum Handeln Die Wahl zum Oberhaus hat Japans Ministerpräsident Shinzo Abe gewonnen. Nun kann er seine Wirtschaftspolitik und Reformen durchführen, ohne von der Opposition gebremst zu werden. Erste Erfolge von „Abenomics“sind sichtbar: Die Wirtschaft wächst, in Tokio steigen die Kurse. Damit der Aufschwung nachhaltig ausfällt, muss die Regierung aber auch die strukturellen Probleme angehen. Kein Wachstum und sinkende Preise – 22 Jahre litt die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt an Deflation. Ministerpräsident Shinzo Abe und der neue Notenbankchef Hirohiko Kuroda haben nun der ungesunden Kombination den Kampf angesagt. Die Bank of ­ illion Japan wird in den kommenden zwei Jahren mit rund einer B Euro die Wirtschaft fluten. Bis dahin soll die Inflationsrate auf zwei Prozent­steigen, derzeit beträgt die Teuerungsrate lediglich Nikkei 225

Stand: 26.07.2013

Indizes Index Dow Jones S&P 500 NASDAQ DAX MDAX TecDAX SDAX EUROSTX 50 Nikkei 225 Hang Seng

05

Stand: Freitag nach Börsenschluss

26.07.2013  % Vorwoche 52weekHigh  % 52week 15558,83 +0,10% 15604,22 +20,72% 1691,65 -0,03% 1698,78 +24,38% 3613,17 +0,71% 3624,54 +24,88% 8244,91 -1,04% 8557,86 +25,25% 14208,06 +0,16% 14327,16 +32,51% 987,18 -0,48% 1006,98 +27,78% 5938,55 -0,16% 6121,09 +22,89% 2741,96 +0,95% 2851,48 +21,81% 14129,98 -3,15% 15942,60 +67,36% 21968,95 +2,84% 23944,74 +16,28%

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0,3 Prozent. Gleichzeitig legt die Regierung ein schuldenfinanziertes,90 Milliarden Euro schweres Konjunkturpaket auf, das insbesondere kleineren und mittleren Betriebenzu gute kommen soll. Zudem will die Regierung die Unternehmen durch Steuersenkungen zu Investitionen motiviert werden. Der neue Kurs in Tokio verfehlt nicht seine Wirkung. Dank eines rund 30 Prozent abgewerteten Yens steigen insbesondere die Exporte. Der Autobauer Toyota etwa verbuchte im ersten Quartal einen Absatzrekord. Experten schätzen, dass ­Japans Brutto­inlandsprodukt um 1,6 bis 2,5 Pro­zent­­ zulegen wird. Deutschland dagegen traut der Internationale Währungsfonds nur ein Plus von 0,9 Prozent zu. Die hellen Konjunkturperspektiven im Land der aufgehenden Sonne spiegeln sich an der Börse wider. In den vergangenen sechs Monaten klettere der Nikkei um 48 Prozent. Damit Börsen- und Wirtschaftsaufschwung anhält, müsste Premier Abe nun aber erklären, wie er die vielen strukturellen Probleme des Inselstaates lösen will. Unter anderem sind Japans Binnen- und Arbeitsmarkt noch zu sehr reguliert. Vor allem aber fehlt bislang ein schlüssiges Konzept, wie die Rekordverschuldung von 240 Prozent und ein Haushalsdefizit von knapp Prozent zehn Prozent des Bruttoninlandsprodukts bei abnehmender Bevölkerungszahl nachhaltig abgebaut werden kann. Trotz des neuen Optimismus muss zur daher Vorsicht geraten werden, wenn es um ein Engagement in Japan geht.


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Märkte im Überblick

usa

Deutschl a nd

BASF und Siemens belasten

Seitwärtsmodus

Europa

Positiver Einkaufsmanagerindex

In den USA tendierten auf Wochensicht die wichtigen Indizes wie der S&P 500 (+/- 0 %) und der DOWJONES INDUSTRIAL (+ 0,1 %)­seitwärts. Der NASDAQ 100 konnte immerhin 1 % zulegen. Für den S&P-500 und den Dow Jones reichte es für neue Allzeithochs, die aber ohne große Aufwärtsdynamik erreicht wurden. Allerdings ist auch von einer Verkaufsbereitschaft wenig zu spüren. Der Kalender mit Unternehmens­daten war in der vergangenen Woche prall gefüllt. So kamen beispielsweise von 3M, ­General M ­ otors, International Paper­und Dow Chemical­Gewinnzahlen. Alle genannten Unter­nehmen konnten beim Gewinn die Analystenprognosen toppen. Von der Konjunkturseite kamen positive Daten zu den langlebigen Wirtschaftsgütern. Die Auftragseingänge im Juni legten deutlich um 4,2 % zu. Erwartet wurde nur ein Anstieg um 1,1 %. Nach Bekanntgabe der Daten am vergangenen Donnerstag verbuchten die US-amerikanischen Staatsanleihen Kursverluste. Die Zahlen schürten Ängste, dass die US-Notenbank ihre Anleihekäufe zur Stützung der Konjunktur früher als geplant einstellen könnte. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe boten kein Überraschungspotential. Es wurde ein Anstieg um 7.000 auf 343.000 Anträge gemeldet. Experten hatten mit einem Zuwachs in dieser Größenordnung gerechnet.

Ähnlich wie die Aktienmärkte in Übersee zeigte sich auch der DAX ohne klare Richtung. Zum Wochenschluss blieb ein Verlust von 1 %. Am Donnerstag sorgten vor allem BASF und Siemens für eine Verstimmung der Anleger. Im zweiten Quartal verbuchte der Ludwigshafener Chemiekonzern einen Gewinnrückgang. Die Gesamtjahresprognose wurde vom Markt als verkappte Gewinnwarnung präsentiert. Nach Bekanntgabe der Zahlen geriet die Aktie unter Druck. Siemens hatte bereits im Mai bekannt gegeben, dass die Gewinnprognosen für das aktuelle Jahr nicht mehr realistisch seien. Jetzt wurde auch das Margenziel für 2014 zurückgenommen. Als Gründe nannte das Unternehmen ein geringeres Wachstum in den Emerging Markets wie China. ­Siemens wurde dafür noch härter abgestraft als BASF. Beide Unternehmen trugen im DAX am Donnerstag die rote Laterne als größte Kursverlierer. Positive Nachrichten kamen von der Konjunkturseite. Der Ifo-Index hat im Juli um 0,3 Punkte auf 106,2 zugelegt und signalisiert damit eine Stimmungsauf hellung in der deutschen Wirtschaft. Damit wurde zum dritten Mal in Folge ein Zuwachs verbucht. Allerdings ging die Erwartungskomponente zur zukünftigen Geschäftsentwicklung leicht zurück.

Der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone lag mit 50,4 Punkten über der Prognose und zum ersten Mal seit Januar 2012 wieder über der wichtigen 50-Punkte-Marke. Trotzdem reichte das nicht für nachhaltig steigende Kurse. Die Aufwärtsbewegung des EURO STOX X 50 geriet am Donnerstag ins Stocken. Trotzdem verblieb auf Wochensicht ein Plus von gut einem Prozent. Ein Grund für die fallenden Kurse nach Wochenmitte waren unter anderem Gewinnmitnahmen und enttäuschende Quartalszahlen bei einigen wichtigen Titeln, es fehlte Phantasie. So meldete zum Beispiel der französische Luxusgüterkonzern LVMH einen niedrigeren Gewinn für das erste Halbjahr 2013. Finanzkräftige Kunden im immer wichtiger werdenden chinesischen Markt greifen auf alternative Produkte anderer Luxuskonzerne zurück, die teurer sind und damit einen höheren Status signalisieren. LVMH beabsichtigt nun mehr Produkte in Höchstpreissegementen anzubieten. Zum Wochenanfang hatten noch positive Unternehmenszahlen von UBS und Philips für sonnige Stimmung an den europäischen Börsen gesorgt. Philips hatte mit guten Umsätzen in einigen Schwellenländern punkten können.

S&P 500

DAX

EURO STOXX 50

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Stand: 26.07.2013

Stand: 26.07.2013

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greift Apple an Die Aktie des Internet-Konzerns macht Anlegern Freude. Doch die Risiken scheinen zu wachsen - ist sie noch ein Kauf? In der vergangenen fünf Jahren hat sich der Kurs verdreifacht. Seit Jahresbeginn ist er um 30 Prozent gestiegen, und ein Ende des Wachstums scheint bei Google nicht in Sicht. Aktionäre wie Analysten sind auf den ersten Blick zufrieden, obwohl die Aktie derzeit mit der psychologisch wichtigen Marke von 900 Dollar ringt. Doch ist Google nicht schon zu teuer? Stimmt die Wachstums- und Innovationsperspektive wirklich? Einen Schub könnte die Google-Aktie durch die neueste Version des Tablets ­Nexus 7 bekommen, das in dieser Woche auf einer Presse­konferenz in New York mit einigem Pomp vorgestellt wurde. Es soll dem I-pad Mini von Apple Konkurrenz machen. Das Nexus 7 besticht nicht nur durch eine einzigartig scharfe Bildschirmauflösung. Es ist das erste Gerät mit dem brandneuen B ­ etriebssystem Android 4.3. Der neue ­Tablet-­P C ist darüber hinaus mit zwei Kameras­ausgestattet, einer rückwärtige mit fünf Megapixeln, sowie einer Front-Videocam mit 1,2 Megapixeln. Das Gehäuse des neuen ­Nexus ist zwei Milli­ meter dünner, 50 Gramm leichter, sowie 07

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mit einem schmaleren Rand versehen als sein Vorgängermodell. Am Sound hat Google zusammen mit dem Fraunhofer Institut gearbeitet, der Akku soll bis zu 10 Stunden halten. Das neue Nexus 7 wird mit 16 GB oder 32 GB Datenspeicher zu einem Preis von 239 bzw. 269 Dollar angeboten. Euro-Preise wurden zwar noch nicht bekannt gegeben, das neue Google Tablet soll aber bereits in wenigen Wochen den deutschen Markt erobern. Derartige technische Durchbrüche braucht Google dringend. Denn die Erwartungen an die zukünftige Entwicklung der Google-Aktie sind hoch, und erste Analysten zweifeln ob das Unternehmen diesen dauerhaft gerecht werden kann. Bereits heute liegt das KursGewinn-Verhältnis des Tech-Riesen bei 20 und ist damit doppelt

Google

Stand: 26.07.2013


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so hoch wie beispielsweise das KGV des Konkurrenten Apple. Die Anleger sind also bereit einen Risikoaufschlag auf künftige ­Innovationen und Geschäfte zu zahlen. Dazu zählt insbesondere die für Mitte des kommenden Jahres geplante Einführung der Datenbrille Google Glass. Dabei handelt es sich um einen Minicomputer, der an ein Brillengestell montiert Informationen direkt in das Sichtfeld des Nutzers einblenden soll. Die Bedienung von Google Glass soll durch leichte Kopf bewegungen und Gesprochenes, sowie auch mit einem integrierten Touchpad möglich sein. Die dafür nötigen Bewegungen sind für Umstehende unauffällig, versichert der amerikanische Weltkonzern. Die Möglichkeit des Zugriffs auf das Internet, während die Hände zeitgleichen für andere Tätigkeiten beansprucht werden können, ist der große Vorteil der Brille. Scott ­Huffman, Vizepräsident von Google, erklärt, der Konzern wolle die Kommunikation zwischen Google und dem Nutzer von einer künstlich tastaturgestützten auf eine natürliche Ebene bringen. Doch ob Google Glass die vollmundigen Revolutionsproklamationen der Konzernherren wirklich erfüllen kann, bleibt abzuwarten. Optimisten erhoffen sich davon jedenfalls einen ähnlichen strategischen Durchbruch wie einst die Einführung des I-Phones von Apple. Skeptiker wollen nur ein überflüssiges­Spielzeug erkennen. Surfen im Google-Auto Phantasie weckt auch das Projekt, mit dem im Auftrag von Google im US-Bundesstaat Nevada selbstfahrende Autos getestet werden. Diese sind mit Kameras, Radarsensoren und auffälligen Laserscannern auf dem Dach ausgerüstet, die dazu verhelfen, die Umgebung des Autos zu erfassen. Außerdem greifen die Computer der Fahrzeuge auf den Informationsschatz in den Datenbanken von Google zurück, die Stadtpläne 08

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und Landkarten enthalten. Anthony Levandowski, Projektleiter für das Google-Autoprojekt, ist davon überzeugt, dass selbstfahr­ ende Autos noch deutlich vor dem nächsten Jahrzehnt Marktreife erlangen­werden. Zum einen könnten Autofahrer die Zeit, die sie während der Fahrt im Fahrzeug verbringen für andere TätigDie Möglichkeit des Zugriffs keiten nutzen - zum Beispiel im Internet auf das Internet, während die surfen -, andererseits würde der StraßenverHände zeitgleichen für andere­ kehr mit selbstfahrenden Autos viel sicherer Tätigkeiten beansprucht werwerden, da die meisten Unfälle menschliden können, ist der große ches Versagen als Ursache haben. Welche Vorteil der Brille. Absichten Google mit diesem Projekt verfolgt, dass weit entfernt von dem eigentlichen Kerngeschäft des Unternehmens zu liegen scheint, darüber wird viel spekuliert. Denkbar wäre, dass der Internetriese die Technik an Autohersteller verkaufen könnte, oder aber selbst in die Autoherstellung einsteigt. Trotz dieser kreativen Ideen zur Geschäftserweiterung bleibt die Suchmaschine auf absehbare Zeit das Herzstück des globalen Spielers, obgleich einige kleinere Suchmaschine-Anbieter den Markt nicht Google alleine überlassen wollen. Doch der Vorsprung von Google ist immer gewaltig. Das Kerngeschäft, die

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Werbung durch Textanzeigen bei der Suchmaschine, steuert 90 Prozent von Gewinn und Umsatz bei. Dieser bleibt allerdings auch im Unternehmen und wird für Wachstums-Investitionen genutzt. Wer als Aktionär Wert auf Dividendeneinnahmen legt, wird von „Google“ enttäuscht. Das Unternehmen zahlt an seine Aktionäre nämlich keine Dividenden. Die Deutsche Bank rät derzeit nicht nur zum Halten der ­Aktie, Angesichts des jüngsten Umsatzwachstums im zweiten Quartal von April bis Ende Juni sondern spricht sogar eine von 19 Prozent auf 14,1 Milliarden Dollar Kaufempfehlung aus. und einer Gewinnverbesserung im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar, dürften die Aktionäre ihre Forderungen auf die Einführung einer Dividendenzahlung verstärken, wenngleich das Management diese bislang konsequent abgeblockt hat. Herausforderungen für den Online-Riesen Die wenig spendable Position der Unternehmensführung ist jedoch nicht ganz unbegründet, denn auch Google hat mit einigen Baustellen zu kämpfen. Der zugekaufte Handyhersteller Motorola etwa erweist sich bisher als großer Verlustbringer, und verzeichnete im zweiten Quartal ein Minus von 218 Millionen Dollar vor Sonderposten. Außerdem ging der Preis, den Werbekunden Google pro Anzeigenklick zahlen um sechs Prozent zurück, während es in den ersten drei Monaten des Jahres lediglich vier Prozent waren. Dennoch sind die Werbeklicks laut Google Finanzchef Patrick Pichette um 23 Prozent gestiegen. Allerdings könnte die zunehmende Nutzung mobiler Geräte für Google zu einem Problem werden, da dort nicht so häufig Werbung angeklickt wird wie auf PCs. Obwohl der Weltkonzern in den kommenden Quartalen verstärkt unter Beweis stellen muss, dass er den Herausforderungen beim Übergang des Nutzerverhaltens auf mobile Geräte gewachsen ist, bleibt der US-Titel für den Analyst der Hamburger Sparkasse Marco Günther weiterhin haltenswert. Die Deutsche Bank rät derzeit nicht nur zum Halten der Aktie, sondern spricht sogar eine Kaufempfehlung aus, wenngleich das Kursziel von 1000 auf 970 Dollar gesenkt wurde. Währenddessen hat das Analysehaus S&P Capital das Kursziel erhöht, von 925 auf 950 Dollar, und eine Hold-Empfehlung ausgesprochen. Die US-Investmentbank Morgan Stanley bekräftigt ein Kursziel von 996 Dollar. Analyst Scott Devitt hob in einer Studie hervor, dass der Internetgigant das vierzehnte Quartal in Folge ein Wachstum der Kernerlöse von mindestens 22 Prozent erzielt habe. Derzeit bewegt sich die Google Aktie knapp unter der 900 Dollar Marke. Sollte es Google gelingen, seine Innovationsprojekte erfolgreich auf dem Markt zu etablieren, weiterhin ein sehr beliebter 09

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Arbeitgeber für die Mitarbeiter zu sein, um somit hochqualifizierte, engagierte junge Menschen an das Unternehmen binden zu können, und die Werbeeinnahmen bei mobilen Geräten zu steigern, dann sieht die Zukunft für den Internetgiganten­ und seine A ktionäre langfristig rosig aus. Doch ob der Kauf der Google Aktie auch kurzfristig bei den Anlegern Grund zum ­Optimismus beschert, das dürfte in nicht unerheblichen Maßen von den Verkaufszahlen des neuen Nexus 7 abhängen. Droht das Tablet zu floppen, wäre die weiße Weste von Google nach der Motorola-­E nttäuschung nicht mehr ganz so unbefleckt. WIM

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So wetterfühlig ist die

Coca-Cola Aktie

Die Quartalszahlen des US-amerikanische Getränkehersteller sind enttäuschend. Kommt der langjährige Aufwärtstrend langsam an sein Ende? Die Substanz des Kultkonzern bleibt jedenfalls enorm. Die Kultmarke Coca-Cola geht immer - und das schon seit 1886. So denken weltweit die Genießer der dunklen Brause, ebenso wie Aktio­ näre des US-amerikanischen Getränkeherstellers. Doch weit gefehlt: Die Coca-Cola Company, die in den 80-er Jahren sogar Astronauten im All mit Getränken versorgte, hat mit irdischen Problemen zu kämpfen. So war verregnetes Wetter im zweiten Quartal diesen Jahres ein Grund für schlechte Ergebnisse - besonders in Europa. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank der Konzernumsatz um 3 Prozent auf 12,8 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn schrumpfte auf 2,7 Milliarden US-Dollar (-4 Prozent). Auch die Aktie tut sich schwer und ist von Ihren Jahreshochs im Frühjahr ein gutes Stück zurückgekommen. Erste Analysten fragen: Wird der jahrelange Aufwärtstrend damit gebrochen? Lediglich in Asien und Afrika lief es zuletzt gut, doch insgesamt sei die Leistung des Unternehmens nicht zufriedenstellend, analysierte Konzernchef Muhtar Kent selbstkritisch die aktuelle Lage. Nichtsdestotrotz stehe man in Atlanta, dem Hauptsitz des weltweit

agierenden Unternehmens, zu dem Versprechen, das Ergebnis zu verbessern. Doch vielleicht ist es nicht nur das schlechte Wetter, mit dem der Hersteller zu kämpfen hat. Es könnte sein, dass die scheinbar unangreifbare Coca-Cola durch das wachsende Angebot an Alternativen und Variationen, vor allem an biologischen, umweltbewussteren und gesünderen Marken, strategisch Marktanteile verliert. Ein Indiz dafür ist, dass Coca-Cola selber diesem Trend nun folgt. Ab sofort gibt es nämlich die Coca-Cola Life - eine grüne Coke. Diese soll rund die Hälfte der Kalorien einer regulären Coca-Cola enthalten, indem sie mit dem natürlichen Süßstoff Stevia gesüßt wird. Zu bitter würde dadurch der Geschmack, behaupten Kritiker. Getestet wird die Cola Life auf dem argentinischen Markt. Hier hat die Coca-Cola Company einen 50-prozentigen Anteil am Er­ frischungsgetränkemarkt. Wenn es gut läuft, könnte es die Brause in grüner Verpackung auch bald in Deutschland geben. Das erinnert an 2005: Damals wurde die neue Coke Zero zunächst in Australien getestet und später in aller Welt verkauft.

Coca-Cola

Die Konkurrenz schläft nicht Über 500 Getränkeprodukte vertreibt der Konzern und ist nach eigenen Angaben auch die Nummer eins bei kohlensäurehaltigen Getränken und Ready-to-drink-Kaffee. Zu den Produkten der Coca-Cola Company gehören Erfrischungsgetränke, Wasser, Säfte, Fruchtsaftgetränke, Sportgetränke, Energy Drinks sowie trinkfertiger Tee und Kaffee. Insgesamt gibt es aber drei Hauptprobleme, die Cola zu schaffen machen. Erstens gibt es Coca-Cola außer in Nordkorea und Kuba bereits in jedem Land der Welt, Expansion in neue Länder ist damit unmöglich. Zweitens schadet dem Wachstum in den Märkten USA und Europa das geänderte Gesundheitsbewusstsein und die Wirtschaftskrise. Die Aktie mit dem Symbol CCC3 tendiert dazu, Indexrückgänge der großen Börsen

Stand: 26.07.2013

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in etwa gleichem Umfang mitzuvollziehen. Die Rolle des strukturellen Outperformers geht verloren. Drittens kommt immer mehr Konkurrenz, auch in Schwellenländern, hinzu. „Forbes“ berichtete kürzlich von einem chinesischen Anbieter ­ „ Future Cola“, Diverse Analysten raten zum der im ländlichen Kauf bzw. Halten des Papieres. Raum eine günstigere Cola anbietet, die sich gut verkauft. Auch in Deutschland gibt es etliche Cola-Marken, die es mit dem Getränke-Riesen aufnehmen wollen. Die meisten gibt es in Bayern - wegen der vielen Brauereien. Cola-Hauptstadt Deutschlands ist aber Hamburg, die Heimat dreier Colas. Auch ein Blick auf den größten Konkurrenten lohnt sich. ­PepsiCo leidet nämlich unter denselben Problem. Mit 65 Milliarden US-Dollar Umsatz (2012) ist PepsiCo sogar wesentlich größer als die Coca-Cola Company. Das liegt vor allem daran, dass Pepsi neben Limonaden, Fruchtsäften (Tropicana) und Eistee (Lipton) auch Snacks (Lay's, Doritos) und Frühstücksflocken (Quaker Oats) herstellt. Alles in allem geht es der ­PepsiCo aber ähnlich gut wie der Coca-Cola Company. Anleger haben ihre Freude an diesen Aktien, die zusätzlich auch noch solide Dividenden ausschütten. Die Dividendenrenditen liegen bei knapp drei Prozent. Kaufempfehlung sogar bei Regenwetter Coca-Cola gehört zu den Top-5 der wertvollsten Marken der Welt. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 218 Milliarden­ Euro und ist somit mehr als doppelt so hoch als die des Konkurrenten ­PepsiCo. Zusammen mit ihren Lizenzpartnern beschäftigt die Coca-Cola Company weltweit mehr als 700.000 Mitarbeiter,

die in über 200 Ländern tätig sind. Der Absatz an Coca-Cola Marken­ produkten beträgt jährlich rund 152 Milliarden Liter. Das Coca-Cola Wertpapier ist vor allem für Langzeitaktionäre lukrativ: Der Kurs des Dow Jones-Unternehmen hat sie sich seit 2009 verdoppelt und steht heute bei rund 40,80 US-Dollar. An deutschen Börsen bei rund 30,80 Euro. Diverse Analysten raten zum Kauf bzw. Halten des Papieres. Das Analysehaus Independent Research hat das Kursziel für Coca-Cola zwar von 45 auf 43 US-Dollar gesenkt, die Einstufung aber auf „halten“ belassen. Die Resultate für das zweite Quartal seien wenig überzeugend, so Analyst Lars Lusebrink in einer Studie Mitte Juli. Vor allem das deutliche Nachlassen der Absatzdynamik habe ihn enttäuscht. Positiv sei hingegen die verbesserte Margenentwicklung. Die New Yorker Analysten von Bernstein Research belassen ein Kursziel von 47 US-Dollar und raten „kaufen“. Auch in dieser Studie wird die Enttäuschung über das geringe Absatzwachstum ausgedrückt und auf die Frage hingewiesen, wie überzeugt das Unternehmen wirklich davon sei, dass sich diese Entwicklung im zweiten Halbjahr nicht fortsetze. Ausgehend vom Ertragspotenzial der Aktie lässt sich feststellen, das der gehandelte Preis ein relativ fairer Preis ist. Das KGV beträgt 19,50 und gehört damit zu den höheren Werten im Dow Jones. 57,80 des Unternehmens befinden sich im Streubesitz. Warren Buffetts Berkshire Hathaway ist mit 5,70 Prozent an der Coca Cola Company beteiligt. Momentan spielt das Wetter zumindest in Europa dem Getränkehersteller wieder in die Karten. Ob die Zahlen für das dritte Quartal dadurch wirklich besser werden, steht noch in den ­Sternen, und zwar in denen, die selbst für Coca-Cola unerreichbar sind. Doch wer eine solide verzinste Geldanlage sucht, der wird mit einer Dividendenrendite von 2,72 Prozent eine gewisse Freude haben. Ganz im Sinne des Werbespruches: Enjoy Coca-Cola. Wer aber auf eine dauerhafte Fortsetzung der Erfolgsgeschichte setzt, der muss ­w issen, dass das Papier nicht mehr billig ist und die Wachstums­ perspektiven unsicherer werden. WCW

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Zufrieden trotz Gewinnrückgang

Positiver Ausblick bei Luxusuhren

Apple meldete die Zahlen zum dritten Quartal des Geschäftsjahres (Ende: 30. Juni), die vom Markt mit positiv aufgenommen wurden, obwohl sie eher durchwachsen waren. Erwartet wurde allerdings ein noch schlechteres Ergebnis. Das Iphone-Unternehmen verbuchte einen Gewinn von 6,9 Mrd. US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahresquartal bedeutete das einen Rückgang um 22 %. Der Umsatz lag bei 35,3 Mrd. USD, was in etwa dem Vorjahresquartal entsprach und für Erleichterung sorgte, da man nur mit 35 Mrd. gerechnet hatte. Verkaufsschlager unter den Produkten blieben die iPhones. Davon wurden 31,2 Mio. Stück verkauft, im Vorjahreszeitraum lag die Zahl bei 26 Mio. Bei anderen Apple-Produkten wie iPad und Mac-Computern lagen die aktuellen Verkaufszahlen allerdings niedriger als im Vorjahr. Teilweise spielen saisonale Gründe eine Rolle, da neue iPad-Varianten meist vor Weihnachten vorgestellt werden und sich potentielle Käufer im Vorfeld daher­ zurückhalten. ­Allerdings ist auch durch Konkurrenten wie Samsung Druck auf die Apple-Verkaufszahlen zu spüren.

Die Swatch Group, zu der auch die Uhrenmarken Omega und Breguet zählen, meldete einen Halbjahresumsatz in Höhe von umgerechnet 3,4 Mrd. Euro (4,2 Mrd. Schweizer Franken). Das bedeutete eine Steigerung um 8,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Gewinn lag bei 768 Mio. Schweizer Franken, eine Steigerung um 6%. Für das Gesamtjahr rechnet man im günstigen Fall mit einem Umsatz von 9 Mrd. Schweizer­ Franken. 2012 verbuchte der Konzern bereits einen Umsatzrekord bei 8,1 Mrd. Schweizer Franken. Einen guten Beitrag zu den Verkaufszahlenim zweiten Halbjahr erwartet sich die Swatch-Konzernführung von Harry Winston, einem Luxusjuwelier, der übernommen wurde und seit März in der Unternehmensrechnung geführt wird. Den Swatch-Konzern hatten die Bestrebungen der chinesischen Regierung belastet, Luxus und Korruption einzudämmen. Die Schweizer Uhrenbranche musste einen Umsatzrückgang von 18,7% in China gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbuchen. Die Talsohle scheint aber erreicht zu sein, Swatch sieht ­aktuell ­wieder steigende Umsätze in diesem Land.

Unternehmenstermine Datum 30.07.2013 31.07.2013 31.07.2013 01.08.2013 01.08.2013 01.08.2013 01.08.2013 02.08.2013

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Uhrzeit Name Ereignis - Fresenius SE & Co. Halbjahresbericht 2013 - HeidelbergCement AG Halbjahresbericht 2013 - Volkswagen AG Halbjahresbericht 2013 - BMW AG Halbjahresbericht 2013 - Continental AG Halbjahresbericht 2013 - Metro AG Halbjahresbericht 2013 - Siemens AG 9-Monatsbericht 2012/13 - Allianz SE Halbjahresbericht 2013

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K+S

Sippenhaft Wer noch keine eigenen Zahlen vorzulegen hat, muss damit leben, für die - schlechten! - Ergebnisse der Konkurrenz in Sippenhaft genommen zu werden. Der Düngemittelund Salzproduzent K+S (WKN: KSAG88), dessen Aktienkurs sich schon seit Monaten auf Talfahrt befindet, will erst am 13. August­ seine Bücher öffnen und das vergangene Quartal bilanzieren. Wesentlich schneller gerechnet haben der US-Konkurrent ­Mosaic (WKN: A1JFWK) und der kanadische Wettbewerber Potash (WKN: 878149). Beiden Konzernen machte der Preisrückgang bei Düngemitteln zu schaffen. So schrumpfte der Gewinn von Mosaic von 506,9 auf 485,4 Mio. US-Dollar, der Gewinn je Aktie von 1,19 auf 1,14 US-Dollar. Der Umsatz sank von 2,82 auf 2,69 Mrd. US-Dollar. Potash steigerte den Gewinn von 522 auf 643 Mio. US-Dollar beziehungsweise von 0,60 auf 0,73 US-Dollar je Aktie – in der Vorjahresperiode hatten allerdings Abschreibungen im Volumen von 341 Mio. US-Dollar das Ergebnis belastet. Der Umsatz ging von 2,40 auf 2,14 Mrd. US-Dollar zurück. Im Gesamtjahr sollen statt 2,75 bis 3,25 US-Dollar nur noch 2,45 bis 2,70 US-Dollar verdient werden. Unbeeindruckt vom schwach­en konjunkturellen Umfeld bestätigte die NordLB zuletzt ihre Kaufempfehlung für K+S. Analysten von Exane BNP Paribas stufen die Aktie dagegen nach wie vor mit ­„underperform“ ein.


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CANON

Gesenkte Gewinnprognose Der japanische Kamerahersteller hat seine Gewinn­prognose für das Gesamtjahr kassiert. Probleme sieht das Unternehmen vor allem durch die Krise in vielen europäischen Ländern sowie einer beginnenden Schwäche der Wirtschaftsleistung in China. Besonders betroffen ist das Geschäft mit Digitalkameras. Die aktuelle Gewinnprognose wurde um 10 % gesenkt und liegt nun bei 260 Mrd. Yen. Das entspricht in etwa 2 Mrd. Euro.Die Zahlen für das im Juni zu Ende gegangene Geschäftsquartal können sich allerdings sehen lassen. Der Nettogewinnlegte um 29 % auf 66,5 Mrd. Yen zu. Der Umsatz stieg in diesem Zeitraum gegenüber dem Vorjahr um 7,5 % auf fast 967 Mrd. Yen. Damit wurden die Prognosen der Analysten deutlich übertroffen. Das Unternehmen macht etwa 80 % des Umsatzes außerhalb des Heimatlandes. Die guten Zahlen sind auch einer schwächeren japanischen Währung geschuldet, die japanische Produkte im Ausland preiswerter und dadurch auch konkurrenzfähiger machen. Allerdings belastet die Nutzung von Smartphones und Tablets für Fotoaufnahmen Canon vor allem im Segment der Kompakt-Kameras. Dagegen halten will das Unternehmen mit hochwertigen Kameras. Rund ­ anon macht 60% des operativen Gewinns bei C die Kamerasparte aus. Ein weiterer Geschäftszweig, nämlich Fotokopierer und Drucker,­ schwächelt ebenfalls.

Facebook

Zahlen überraschen Auch im zweiten Quartal schrieb Facebook (WKN: A1JWVX) schwarze Zahlen: Unter dem Strich verdienten die Kalifornier 333 Mio. US-Dollar – zwölf Monate zuvor 13

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mussten 157 Mio. US-Dollar Verlust ausgewiesen werden. Das Ergebnis je Aktie stieg von -0,08 auf +0,13 US-Dollar. Vor Sonderposten legte der Gewinn von 0,12 auf 0,19 US-Dollar je Aktie zu und übertraf damit die Prognose um 0,05 US-Dollar. Das operative Ergebnis erhöhte sich von -743 auf +562 Mio. US-Dollar. Der Umsatz zog von 1,18 auf 1,81 Mrd. US-Dollar an. Analysten waren von 1,62 Mrd. US-Dollar ausgegangen. 1,60 Mrd. US-Dollar des Gesamtumsatzes fußt auf Werbeeinnahmen, davon wurden 41 % mit Werbung für Mobilgeräte erzielt. Gleichzeitig reduzierte Facebook die Kosten von 1,93 auf 1,25 Mrd. US-Dollar. Unter anderem wurden die Ausgaben für Forschung und Entwicklung von 705 auf 344 Mio. US-Dollar halbiert. Die Verwaltungskosten schrumpften von 463 auf 173 Mio. US-Dollar. Die Zahl der täglich im Netzwerk aktiven Nutzer stieg im Juni im Jahresvergleich um 27 % auf 699 Mio. (davon griffen 469 Mio. via Smartphone oder Tablet-PC auf Facebook zu), die der mindestens einmal im Monat aktiven Nutzer um 21 % auf 1,15 Mrd.; 819 Mio. von ihnen nutzten den Zugang via Mobilgerät. Anzeige


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SchroderISF Japanese Equity EUR hedged –

Japan mit Währungssicherung Der Aktienmarkt in Nippon lag viele Jahre im Dornröschenschlaf. Immer wieder wurde zum Einstieg geblasen. Eine nachhaltige Trendumkehr blieb allerdings aus. Möglicherweise gelingt es diesmal mit massiver politischer Unterstützung. Eine Möglichkeit davon zu profitieren ist der Schroder ISF Japanese Equity EUR hedged, der das Währungsrisiko für Euro-Anleger ausräumt. Portfoliozusammensetzung Fondsmanager Shogo Maeda betreut das Fondsportfolio seit Juni 2006. Maeda blickt auf eine jahrzehntelange Investmenterfahrung mit Aktien im pazifisch-asiatischen und japanischen Bereich zurück. Bereits 1987 war er Senior Portfolio Manager für diese Region beim japanischen Vermögensverwalter Nomura Investments. Beim Blick auf das aktuelle Portfolio fällt auf, dass die zwei am stärksten gewichteten Positionen aus dem Bankensektor kommen, nämlich Sumitomo Mitsui Financial und Mitsubishi UFJ Financial Group. Das Portfolio ist breit über die einzelnen Sektoren gestreut. Die Bankenbranche ist im Fonds in gleicher Höhe gewichtet wie im Vergleichsindex, dem Tokyo Stock Exchange 1st Section Index (TR) EUR Hedged. Deutlich übergewichtet ist Maeda im Sektor Großhandel - 8,1 % im Fonds vs. 4,4 % in der Benchmark. Maeda bildet dieses Segment u.a. mit den Aktien von Itochu und Mitsui Schroder ISF Japanese Equity EUR Hedged A Acc ISIN: LU0236737465 Fondsvolumen: 165.438 Mio. JPY Fondswährung: Euro Auflegungsdatum 02.08.1993 Gesamtkostenquote: 1,77%

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ab. Im Schnitt finden sich im Fonds, gemessen am KGV, preisgünstigere Aktien als im Vergleichsindex. Im Schnitt weisen die Unternehmen, die im Index versammelt sind, ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 18,5 auf. Bei den Aktien des Fondsportfolios beträgt diese Kennziffer nur 14,8. Aktuell investiert Maeda in über 90 Einzeltitel. Auswirkung der Wahlen Die Partei des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe hat die Wahlen im Oberhaus gewonnen und verfügt nun über eine Mehrheit in beiden Parlamentskammern. Der Weiterführung der Abenomics, dem Versuch Abes die Deflation in Japan mit Hilfe von Konjunkturprogrammen und einer Geldschwemme zu beenden,steht damit nichts mehr im Wege. „Zuerst dürfte die Mehrheit Shinzo Abe erlauben, sich auf das Implementieren der Wachstumsstrategien zu fokussieren. Das bedeutet auch, dass er unverblümter seine unternehmerfreundliche Politik fortführen wird. Noch wichtiger ist, dass sich eine stabile und länger fortdauernde Regierung etabliert hat. Das sollte das Durchführen einer kohärenteren Wirtschaftspolitik ermöglichen. Letztlich wird Shinzo Abe sich wahrscheinlich in Geduld üben müssen, um ein Thema, das ihm Herzen liegt, weiter

anzuschieben – das Überarbeiten der japanischen Verfassung“,so Shogo Maeda. Erträge, Risiko und Ausblick Auf Sicht von drei Jahren liegt der Fonds mit über 52 % im positiven Terrain. Der maxi­male Verlust (Maximum Drawdown) in dieser Periode liegt bei knapp -24 %. Minister­präsident Abe wird weiter für einen schwachen Yen sorgen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Zur Erreichung einer Inflationsrate von 2 % soll die Geldmenge in Japan verdoppelt werden. Damit wird Treibstoff für weiter steigende Kurse in Japan zur Verfügung gestellt, von denen auch das Fonds­portfolio profitieren wird. Denn selbst nach den Kursgewinnen der vergangenen Monate sind die Allzeithochs am Kabutocho, dem japanischen Finanzdistrikt, noch in weiter Ferne.

Fazit Ein Problem für viele Japan Investoren aus anderen Währungsräumen ist eine Abschwäch­ ung des japanischen Yen, die auch in Zukunft wahrscheinlich ist. Dieses Problem kann mit dem Fonds behoben werden. Andererseits müssen Anleger damit natürlich auch auf mögliche Währungsgewinne verzichten.


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DEKA INVESTMENT

Fusion der Fondshäuser Die ETFlab Investment GmbH ist rückwirkend zum Jahresanfang auf die Deka Investment GmbH verschmolzen worden. Damit ist gewährleitstet, dass die ETF-Sparte nun auch vom Namen der Deka zuzuordnen ist. Ansonsten wird das Produktangebot bei den ETFs um einen Indexfonds ausgeweitet. Dabei handelt es sich um den Deka DAX ex Financials 30 UCITS ETF (ISIN: DE000ETFL433). Über den Index-Fonds investieren Anleger in die 30 wichtigsten Unternehmen aus DA X (25 Unternehmen) und MDA X (fünf Unternehmen). Außen vor bleiben

allerdings Unternehmen aus den Branchen Versicherungen,­ ­B anken und Finanzdienstleistungen. Der Index wird vierteljährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst. Ein Unternehmen kann mit maximal 10 % im Index gewichtet sein.In den vergangenen 2 1/2 Jahren haben diese Unternehmen mit Stichtag vom 30. Juni 2013 den DA X um fast 7 % outperformt. Nach Angaben von Oliver Behrens, Vorstand der DekaBank für institutionelle Kunden, Wertpapieranlagen & Kapitalmarkt, soll das Angebot an ETFs weiter ausgebaut werden.

INVESCO

Abhängigkeit von den Notenbanken John Greenwood, Chefvolkswirt bei Invesco, sieht eine starke Abhängigkeit der Finanzmärkte von den Notenbanken. Invesco ist ein US-amerikanischer Vermögensverwalter, der weltweit über 700 Mrd. US-Dollar Anlagegelder betreut. Greenwood wertet die nervöse Reaktion der Finanzmärkte in Folge von Bernankes Hinweisen auf ein mögliches Ende der ultralockeren Geldpolitik als Indiz dafür, wie sehr die Märkte von der Zinspolitik beeinflusst werden. Darüber hinaus sieht der Volkswirt globale Wachstumsprobleme. In den USA wird seiner Meinung nach das Wirtschaftswachstum durch die restriktive Fiskalpolitik und eine nur geringe Zunahme bei den Konsumausgaben gebremst. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in dieser

Volkswirtschaft sieht er im aktuellen Jahrbei unter 2 %. Deutlich pessi­mistischer schätzt Greenwood die Situation in der Eurozone ein, wo er ein Deflationsrisiko ausmacht. Für das aktuelle Jahr sieht er in der Eurozone eine Schrumpfung des Bruttoinlandsprodukts um 0,6 %. „Ich sehe auch keine Grundlage für eine nachhaltige Erholung im Jahr 2014", prognostiziert Greenwood. Etwas optimistischer ist er mit einem prognostizierten Wachstum von 1,2 % für Großbritannien. In Japan macht der Volkswirt weiterhin Unwägbarkeiten aus, die u.a. durch hohe Erwartungen bedingt sind. Unklar sei, ob es der japanischen Notenbank gelingt, genügend Optimismus zu verbreiten, damit die Geschäftsbanken Kredite vergeben und die Unternehmen investieren.

SCP INVESTMENT

SemperReal Estate ohne Handelsbeschränkungen Offene Immobilienfonds in Deutschland unterliegen bei Käufen ab dem 22. Juli einer 24-monatigen Mindestanlagedauer und einer 12-monatigen Kündigungsfrist. „Für den Offenen Immobilienfonds SemperReal Estate (ISIN: AT0000A0B5Z9) der SEMPER CONSTANTIA IMMO INVEST GMBH, einem Unternehmen der SEMPER-Gruppe aus Wien, gilt diese Regelung aufgrund seiner schon seit 2008 bestehenden Vertriebszulassung in Deutschland erst ein Jahr später, also erst ab dem 22. Juli 2014. Bis dahin sind alle Neuerwerbe weiter voll täglich handelbar, also weder mit einer Mindestanlagedauer, einer Kündigungsfrist noch einer Betrags­ beschränkung versehen“, so Detlef Schumacher, Geschäftsführer

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der SCP INVESTMENT DEUTSCHLAND GmbH, die den SemperReal Estate in Deutschland vermittelt. Das Fondsmanagement investiert nur in Deutschland und Österreich. Seit Auflegung im Juli 2007 liegt die Wertentwicklung bei 5,28 % p.a. 2013 wurden bislang 2,67 % erzielt. „Der SemperReal Estate investiert in die Bereiche Büro, Einzelhandel und Logistik. Um Risiken zu minimieren, werden keine Projektenwicklungen durchgeführt, sondern nur fertiggestellte und vermietete Objekte erworben, die sofort einen laufenden Mietertrag generieren“, so Louis Obrowsky, Geschäftsführer der Semper Constantia Immo Invest GmbH über die Strategie des Fondsmanagements.


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Foto: microsoft.com

Zertifikate-Idee

Microsoft-Discount-Zertifikat–

Kursrückgang nutzen Ein deutlicher Kursrutsch der Microsoft-Aktie am 19. Juli schockte die Aktionäre des Softwarekonzerns. Die Aktie eröffnete mit einer deutlichen Kurslücke (Gap) zum Vortag. Blickt man hinter die Kulissen ist die Situation möglicher­ weise weniger dramatisch als der Blick auf den Chart nahelegt. Investoren können über ein Discount-­Zertifikat ihren Einstieg im Vergleich zum Direktinvestment in die Aktie preiswerter gestalten und so ihren Ertrag optimieren. Günstige Einstiegsmöglichkeit? Der Gewinn im vierten Quartal des Geschäftsjahres (Ende am 30. Juni) lag bei knapp 5 Mrd. US-Dollar, was einem Gewinn von 0,59 US-­ Dollar pro Aktie entspricht. Allerdings hatten Analysten mit 0,75 USDollar deutlich mehr erwartet. Der Quartalsumsatz stieg um 10 % auf 19,9 Mrd. US-Dollar, allerdings wurde auch hier mit 20,7 Mrd. deutlich mehr prognostiziert. Morgan Stanley Analyst Keith Weiss sieht in einer aktuellen Studie im Kursrückgang möglicherweise attraktive Einstiegskurse. Die Einschätzung lautet weiter „overweight“, das Kursziel wird mit 37 US-Dollar benannt. Seiner Auffassung nach war der starke Ergebnisrückgang dem Umbau des Unternehmens geschuldet. Betroffen war vor allem der Software-Bereich im Privatkundengeschäft. Wenig glücklich gelaufen ist auch das Geschäft mit den Tablet-PCs namens Surface. Hier wurden Abschreibungen in Höhe von 900 Mio. US-Dollar durch Bewertungsanpassungen der Lager­bestände ­fällig. Im Klartext: die Verkaufserwartungen wurden drastisch­verfehlt. ­Allerdings kommen neue Impulse aus dem Geschäftskunden- und Cloud-Segment. Ein weiterer Pluspunkt für Microsoft sind die hohen Cashbestände von etwa 77 Mrd. US-Dollar, mit denen problemlos ­Firmen zugekauft werden können. Zurück in die Zukunft Microsoft hat verstanden. Das neueste Betriebssystem Windows 8, das Ende 2012 auf den Markt gebracht wurde, fand bei den Nutzern wenig Gefallen. Zwar wurden über 100 Millionen Lizenzen von Windows 8, das auch für Touchscreens geeignet ist, verkauft.Mit dem Update auf Windows 8.1 sollen liebgewordene Funktionen wie der Startknopf

wieder zur Verfügung stehen. Klar ist, dass der PC- und Laptop-Markt weiter leiden wird und das Wachstum von gefragten mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablets sowie deren Vernetzung kommt. Microsoft ist zuzutrauen, dass es diese Richtungsänderung erfolgreich vollzieht. Anlegen mit Rabatt Investoren können über ein Discount-Zertifikat der DZ Bank mit Abschlag von der Kursentwicklung der Software-Schmiede profitieren (ISIN: DE000DZC0483). Die Kurs­ obergrenze des Discount-Zertifikats liegt mit 30 US-Dollar unterhalb des aktuellen AktienKurses (31,39 US-Dollar). Anleger ­müssen allerdings auch die Kursentwicklung des Euro zum US-Dollar im Auge behalten, da das Papier nicht währungsgeschützt ist. Das ­Discount-Zertifikat wird am 27. Juni 2014 fällig. Der Discounter kann aktuell zu 20,83 Euro erworben werden. Einen Kursverlust erleiden Anleger zum Laufzeitende erst dann, wenn die Microsoft-Aktiezu diesem Zeitpunkt unter 27,69 US-Dollar notiert, vorausgesetzt man unterstellt den aktuellen Wechselkurs von 1,3293 US-Dollar für einen Euro.

Microsoft Discount-Zertifikat Zertifikattyp Emittent Discount-Zertifikat DZ Bank

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Basiswert Fälligkeit WKN Microsoft 27.06.2014 DZC048


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UBS

Gewinne mit Big Data Die Schweizer UBS hat ein Open-end-Indexzertifikat auf den Solactive Big Data Total Return Index aufgelegt (ISIN: DE000UBS1BD1). DasUS-amerikanische BeratungsunternehmenIDC sieht hier einen nachhaltigen Trend. Bis ins Jahr 2020 soll die Datenmenge gegenüber dem Jahr 2005 um den Faktor 200 gewachsen sein. Die in dem Sektor tätigen Unternehmen bieten sowohl Hard- als auch Softwarelösungen an. Darüber können Kunden auch Beratungsdienstleistungen nutzen. Der von der Solactive AG berechnete Index konzentriert sich auf Konzerne, die im Big Data-Geschäft bereits eine Vorreiterrolle ausüben bzw. Unternehmen, die diesen Bereich ausbauen und das Potenzial aufweisen, einen bedeutenden Teil ihres Umsatzes damit zu generieren.

Da noch nicht absehbar ist, welche Unternehmen die größten Teile des Kuchens abbekommen, ist Flexibilität gefragt. Aus diesem Grund wird der Index alle sechs Monate überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die Unternehmen müssen Mindestvoraussetzungen hinsichtlich der Marktkapitalisierung und destäglichen Handelsvolumens erfüllen. ­Aktuell besteht der Index aus sieben US-amerikanischen Unternehmen, die im Index gleichgewichtet sind. Das Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung ist Teradata Corporation. Der Konzern blickt auf eine über 30-jährige Erfahrung im Datenspeicherungs­ geschäft zurück. Anleger profitieren auch von den Nettodividenden der Unternehmen, die in den Index reinvestiert werden.

BLB

Chancen auf jährlich 5 Prozent Zinsen Von der Bayerischen Landesbank (BLB) wird eine Memory-ExpressAnleihe auf die RWE-Aktie emittiert (ISIN: DE000BLB2GJ5). Die Anleihe ist mit einem Nominalwert von 1.000 Euround einer maximalen Laufzeit bis zum 14. August 2017 ausgestattet. Der XetraSchlusskurs der RWE-Aktie am 14. August bildet den Startwert. Die Kuponschwelle liegt bei 50 % des Startwerts. Während der Laufzeit sind jährliche Beobachtungstage vorgesehen, der erste am 7. August 2014. Notiert die RWE-Aktie an diesen Tagenmindestens auf der ­Kuponschwelle, erhalten Anleger 5 % Zinsen auf den Nominalbetrag. Die Laufzeit verlängert sich um ein weiteres Jahr, wenn der Schlusskurs der RWE an den jeweiligen Beobachtungstagen unterhalb des Startwertes liegt.Erreicht die RWE-Aktien an einem dieser Tage dagegen

den Startwert, wird das Produkt vorzeitig fällig und mit Zinsen getilgt. Die Memory-Funktion sorgt dafür, dass eventuell ausgefallene Zinszahlungen nachgeholt werden können. Notiert die RWE-Aktie an einem Beobachtungstag unter der Kuponschwelle, entfällt die Zinszahlung nämlich zunächst. Diese Zahlung wird nachgeholt, wenn die Aktie an einem der folgenden Beobachtungstage wieder mindestens die Kuponschwelle erreicht. Am finalen Bewertungstag erfolgt spätestens die Rückzahlung der Anleihe zum Nominalwert, wenn die Aktie mindestens auf der Kuponschwelle notiert. In diesem Falle wird die letzte Zinszahlung sowie alle vorher ausgefallenen nachgeholt. Hat die RWE-Aktie zum Laufzeitende stärkere Kursverluste verbucht, bekommt der Anleger eine vorher bestimmte Anzahl von Aktien geliefert.

HSBC T&B

S&P 500 mit Abschlag HSBC Trinkaus & Burkhardt hat eine Reihe neuer Discount-Zertifikate auf den US-amerikanischen S&P 500-Index emittiert. Fälligkeit der Produkte ist jeweils am 23. Dezember 2013, am 16. Juni 2014 sowie am 16. Dezember 2014. Die Kursobergrenzen (Caps) liegen

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zwischen 1.200 und 2.000 Indexpunkten. Die Produkte sind nicht währungsgesichert, so dass neben der Kursentwicklung des S&P-500 auch die Veränderungen der Euro/US-Dollar-Parität Einfluss auf die Kursentwicklung der Zertifikate hat.


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Rohstoff der Woche

Silber:

kurze Erholung oder Trendwechsel?

Der Ausverkauf im Silber bis auf gut 18 US-Dollar war für viele Freunde des Edelmetalls eine herbe Enttäuschung, vor allem da der kleine Bruder des Goldes noch im April 2011 in stratosphärischen Höhen bei knapp 50 US-Dollar notierte. Seit Jahresanfang hat Silber etwas mehr als 10 US-Dollar bzw. 34 Prozent verloren. Laut Bloomberg hatten Analysten zur Jahreswende einen deutlichen Preisanstieg für Silber im laufenden Jahr eingeplant, ein klassischer Fall eines Kontraindikators. Einer der Gründe für den Preisverfall: Anleger investierten verstärkt in die Aktienmärkte und ließen den Glanz des Silbers blass aussehen. Darüber hinaus gab es massive Verkäufe von Silber über den Terminmarkt. Um die physische Nachfrage auf Anlegerseite ist es gar nicht schlecht bestellt. Von deutschen Investoren, die physisches Silber bevorzugen, wird in diesem Jahr eine verstärkte Nachfrage nach Silbermünzen erwartet. Der Grund liegt in der Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Silbermünzen in Deutschland 2014 von sieben auf 19 Prozent. Allerdings ist der Trend zu Silbermünzen jenseits der Steuerthematik auch in den USA zu bemerken. Hier spielt die amerikanische Schuldenkrise und ein Vertrauensverlust in den US-Dollar eine Rolle. Häufig bewegt sich der Silberkurs in die gleiche Richtung wie der Goldkurs nur mit einem höheren Hebel. Die Edel­ metall-Märkte hängen zurzeit stark an 18

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den Lippen von Fed-Chef Bernanke. Gibt es leiseste Andeutungen einer strafferen Geldpolitik, geben die Edelmetalle nach. Werden Signale ausgesendet, dass die Märkte weiterhin mit Geld überschüttet werde, ziehen sie an. Für Silber gibt es dann gleich zwei Gründe zum Kauf. Einerseits dient es als Inflationsschutz und andererseits als Metall, das auch in der Industrie Verwendung findet und somit von einem konjunkturellen Aufschwung profitiert. Der Preisverfall auf Niveaus um 18 US-Dollar, von der schon im Herbst 2010 eine große Aufwärtsbewegung gestartet ist, könnte eine Trendwende einläuten. Investoren achten daher darauf, dass die Tiefs von Ende Juni nicht mehr überschritten werden. Eine Range zwischen diesem Tief und dem Widerstand um 26 US-­ Dollar könnte in den nächsten Monaten den Silberkurs bestimmen. Silber

Stand: 26.07.2013


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Rohstoffanalysen

Rohstoffe im Überblick Baumwolle – Oktober-Future (ICE)

Rohstoffe (Auswahl)

Nach den Preisanstiegen Anfang bis Mitte Juni konsolidiert der Kurs. Ein Ausbruch aus dem Chart-Dreieck sollte die weitere Richtung vorgeben. Eine Unterstützung findet sich auf der steigenden Trendgeraden aktuell bei 83,7 USCent. Ein Widerstand liegt bei 86,7 US-Cent. Die Bollinger-Bänder verengen sich, was für einen baldigen Ausbruch spricht.

Markt Kurs Rohöl WTI Crude NYMEX ($/bbl)

% zur Vorwoche

104,69

-3,49%

3,56

-5,49%

Heizöl NYMEX ($c/gal)

301,36

-2,50%

Gold NYMEX ($/Unze)

1333,30

+2,91%

20,04

+2,55%

722,50

-3,38%

Platin Spot ($/Unze)

1424,00

-0,26%

Aluminium Spot ($/t)

1761,50

-0,65%

Blei Spot ($/t)

2042,50

+1,13%

Kupfer Spot ($/t)

6848,00

-0,88%

Nickel Spot ($/t)

13830,00

-1,07%

Zinn Spot ($/t)

19315,00

-1,45%

Zink Spot ($/t)

1820,25

-0,49%

Baumwolle ICE ($c/lb)

85,160

-0,86%

Kaffee "C" ICE ($c/lb)

122,60

-0,12%

2331,00

-0,94%

Mais CBOT ($c/bu)

475,25

-5,00%

Kupfer kämpft mit der Marke von 7.000 USDollar für die Tonne. Der Ausbruch über die Marke von 7.076 US-Dollar, an der eine fallen­de Trendgerade einen Widerstand bildete, ist nicht gelungen. Kursverluste waren die Folge. Vor diesem Hintergrund ist es wahrscheinlich, dass der Kupferpreis die Tiefs bei ca. 6.640 US-Dollar noch einmal testet.

Orangensaft gefr. ICE ($c/lb)

144,20

-0,31%

1350,25

-9,39%

650,25

-2,14%

Zucker No.11 ICE ($c/lb)

16,47

+1,17%

Lebendrind CME ($c/lb)

125,98

-0,14%

Mastrind CME ($c/lb)

152,85

+0,20%

84,85

-12,12%

WTI-Öl – September-Future (ICE)

Rohstoff-Indizes (Auswahl)

Die Kursrallye von knapp 93 US-Dollar für das Barrel (24.06.) bis zum aktuellen Hoch bei knapp 109 US-Dollar (19.07.) ist zunächst unterbrochen. Die Kursrückgänge bewegen sich im Rahmen einer normalen Korrektur, eine Trendwende steht noch nicht an. Solange der Bereich von 102 USDollar (Retracement-Linie) nicht deutlich unterschritten wird, sind neue Hochs möglich.

Index Kurs

% zur Vorwoche

NYSE Arca Gold BUGS Index (HUI) 249,58

+3,85%

NYSE Arca Oil & Gas Index

1400,58

-0,46%

126,62

-2,35%

Reuters-Jeffries CRB Futures-Index 286,90

-1,38%

Rogers Int. Commodity Index

-1,15%

Erdgas NYMEX ($/MMBtU)

Silber Spot ($/Unze) Palladium Spot ($/Unze)

Gold – Spotpreis in US-Dollar Die Feinunze Gold hat Ende Juni einen Boden bei etwa 1.180 US-Dollar ausgebildet. Im Juli bildete sich ein Aufwärtstrend. Solange die steigende Trendgerade - aktuell bei 1.314 US-Dollar - nicht nach unten durchbrochen wird, steht weiteren Kurssteigerungen nichts im Wege. Widerstände lauern bei Kursen knapp über 1.420 US-Dollar.

Kakao ICE ($/t)

Kupfer – Spotpreis in US-Dollar

19

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Sojabohnen CBOT ($c/bu) Weizen CBOT ($c/bu)

Schwein mag. CME ($c/lb)

DJ AIG Commodity Index

3571,92


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Refugium der Woche

Hotel Zur Tenne „Business follows Behaglichkeit“: das legendäre Kitzbüheler Hotel bietet den richtigen Rahmen für Entspannung wie Veranstaltungen.

Weitere Informationen unter:

www.hotelzurtenne.com

21

Wenn die Wirtschaftselite in Davos gipfelt, dann kehrt sie im Steigenberger Belvédère ein. Wenn sich die Milliardäre in Sankt Moritz treffen, dann gehen sie ins Badrutt's Palace. Und wer in Kitzbühel Prominente sieht, der weiß, sie residieren in der Tenne. Konzernlenker treffen hier auf Kinostars, Spitzensportler auf Schriftsteller und Politiker auf Finanztycoone. Vor allem rund um das weltberühmte Hahnenkamm-­ S kirennen, wenn Ende ­Januar die besten Ski-Athleten der Welt nach Kitzbühel­kommen und das Highlight des Weltcup-­Kalenders zelebrieren, trifft „man“ sich im Herzen der Stadt wie selbstverständlich im legendären Hotel.Bereits 1543 wird es das erste Mal urkundlich erwähnt – meist war es im Besitz von Bürgermeistern der Stadt, denn es galt von Anfang an als In­ stitution. Trotz eleganter Modernisierungen ist -um das historische Stadtbild zu wahren - die Fassade des Hotels unverändert geblieben. Auch das Interieur hat Geschichte: historische­ Lampen mit Tiroler-, Habsburger- und Österreichischen­Wappen sowie Zinn­lampen und kunstvolle Handschmiedearbeiten schmücken­die g­ emütlichen Zimmer.

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Schon das gediegene Ambiente verhindert, dass sich normale Gäste bei all den Prominenten hier fremd fühlen könnten. Das Haus ist ebenso urig wie fein – und das ist eine selten angenehme Kombination. Es ist – noch seltener - auch lebhaft und ruhig zugleich. Im historischen Zentrum liegt das Hotel umgeben von exklusiven Boutiquen, traditionsreichen Geschäften und Restaurants. Es bildet den perfekten Ausgangspunkt für alle Sommer- und Winteraktivitäten wie Skifahren, Langlauf, Wandern oder Golfen. Schließlich ist Kitzbühel nicht umsonst eine Hauptstadt des Sports. Und doch wohnt man in der Tenne wie im Wochenendhaus: Fern vom Lärm und in stiller Behaglichkeit der Tiroler Alpen. Hier findet der anspruchsvolle Gast 51 großzügige, im gemütlichen Tiroler Landhausstil eingerichtete Zimmer und Suiten. Die 27 Doppelzimmer, 12 Junior Suiten und 12 Suiten sind vielfach mit einem offenen Kamin sowie teilweise mit eigenem Whirlpool ausgestattet. Nach Tirol knistert es auch im Restaurant mit Kaminstube, Jaga­ stube und Wintergarten. Und da viele Vorstände und Aufsichtsräte von VIP-Vergnügungen einmal in die Tenne gelockt wurden, mehren sich inzwischen auch die echten Business-Termine im Haus. Konferenzen, Führungskräftetreffen und Strategietagungen finden in den Veranstaltungsräumen mit einer Gesamtkapazität von bis zu 400 Plätzen statt. Wenn das so weiter geht, dann muss sich Davos in acht nehmen. In Sachen Gemütlichkeit haben die Österreicher den Schweizern ja sowieso einiges voraus. Und wenn unter Architekten „Form follows­ Function“ gilt, dann heißt es unter Unternehmern zu­ sehends „Business follows Behaglichkeit“.


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Produkt der Woche

Das teuerste Auto der Welt Historischer Silberpfeil erzielt Weltrekordpreis von 22,7 Millionen Euro auf einer Auktion / Ferrari von John Lennon ebenfalls verkauft.

Juan Manuel Fangio im Jahre 1955 in dem jetzt für 22,7 Millionen Euro versteigerten Silberpfeil

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Es gibt teure Auto wie den Rolls Royce Phantom Cabrio oder den Lamborghini Murcielago - da muss man schon mal 350.000 Euro hinblättern. Es gibt aber auch die teuersten Autos der Welt wie den Bugatti Veyron Super Sport, die nicht nur schneller als 400 Stundenkilometer fahren, sondern auch noch fast zwei Millionen Euro kosten. Doch sie alle sind Schnäppchen im Vergleich zum Silberpfeil von 1954. Stolze 22,7 Millionen Euro erzielte der historische MercedesBenz Formel-1-Wagen, der im Rahmen des Festival of Speed nun in Goodwood versteigert wurde. Der ehemalige Werkswagen von Juan Manuel Fangio ist damit das teuerste je auf einer Auktion verkaufte Auto. Die offizielle Typenbezeichnung des Silberpfeils ist Mercedes-Benz W196R. Für das Unikat aus dem Jahre 1954, mit dem der argentinische Formel-1-Weltmeister die Großen Preise von Deutschland und der Schweiz gewann, bezahlte ein Telefonbieter – der Käufer will anonym bleiben – die bemerkenswerte Rekordsumme. Den bisherigen Bestwert, den seit 2011 ein Ferrari hielt, übertraf der FangioSilberpfeil um mehr als das Doppelte. Auktionator Robert Brooks schwärmte: „Es war ein persönliches Privileg, den Verkauf des Mercedes Benz W196 zu betreuen. Es ist nicht nur eines der bedeutendsten Autos des 20. Jahrhunderts, sondern auch der wichtigste Rennwagen, der je zum Verkauf angeboten wurde.“

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Offenbar entdecken nicht nur Oldtimerfans und Autoliebhaber den Markt teurer Historiensportwagen neu – auch Anleger und Spekulanten werden inzwischen immer häufiger auf derartigen Auktionen gesehen. In Goodwood­ waren rund 1.000 Auktions-Besucher zu sehen.­Ihre Gebote ließen den Gesamtumsatz auf 41,64 Millionen Euro steigen. Eine neue Rekordsumme erzielte auch der Maserati 300 S Rennsportwagen von 1955, für den der Hammer bei 4,63 Millionen Euro fiel. Dieser Wert ist ein neuer Rekord für ein Auto dieser italienischen Marke. Stolz vermeldete das englische Auktionshaus Bonhams außerdem neue Bestmarken für Bentley, Rolls-Royce und Aston Martin. Für Aufsehen sorgte auch der erste Wagen des 1984 ermordeten Beatles-Mitbegründers John Lennon. Der in auffälligem Azzuro Blu lackierte Ferrari 330GT 2+2 erzielte 416.254 Euro - und damit deutlich mehr als seinen Schätzwert von 260.000 Euro.


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Deutsche Bibliothek: ISSN 1610-7446

Chefredakteur: Dr. Sebastian Sigler

Erscheinungsweise: wöchentlich, jeweils Sonntag

Chefin vom Dienst: Nina Bradinova

Amtsgericht: München HRB 198201

Verlagsleitung: Michaela Ellen Lenz Tel.: 08022-7044443 Mobil: 0171-5597641 michaela.lenz@boerse-am-sonntag.de

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Anzeigenleiter/Mediaberater: Wolfgang Hansel Tel.: 08022-7044443 Mobil: 0173-6762590 hansel@weimermedia.de

Auflage: 117.000

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Ausgabe 30/13 (Unternehmen der Woche: Coca-Cola)