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№ 8 · Sonntag, 24. Februar 2013

Nachhaltige Investments am Scheideweg SPEZIAL > Seite 9

Editorial

LIEBE LESER IN NEN U ND LESER, bei den laufend betonten Fortschritten im Euro-Schulden­ schlamassel steht man immer wieder vor der Frage, ob sie ernst gemeint oder pure Ironie sind. Auch diese Woche lassen einen die Worte eines Vorstandsmitgliedes der Deutschen Bundesbank rätselnd zurück. Andreas Dombret gibt zwar keine Entwarnung, sieht jedoch Hinweise auf ein Abflauen der Euro-Schuldenkrise. Vor allem mit Blick auf das Wachstumsgefälle zwischen den Staaten der Eurozone gebe es „viele Anzeichen, die auf einen Silberstreif am Horizont hindeuten.“ Auf dem Weg hin zum Ausgleich der Wachstumsunterschiede innerhalb des Währungsraums habe es Fortschritte gegeben, betonte er und verwies

auf die Entwicklung der Leistungsbilanzen in Griechenland, Spanien, Portugal, Italien und Irland. Die Durchsetzung von Strukturreformen in den Krisenländern beginne „Dividenden abzuwerfen“. Ob er damit die soziale Verelendung und den wirtschaftlichen Niedergang ohne Perspektive auf Besserung meint? Und es kommt noch besser. Dombret ist auch überzeugt, dass für die gemeinsame Währung „die besten Tage noch vor uns liegen“. Puh! Das muss man erst einmal wirken lassen. Herzlichst, Ihre Redaktion von BÖRSE am Sonntag


AKTIEN & MÄRKTE

Sonntag, 24. Februar 2013

AKTIEN & MÄRKTE Kolumne: Dr. Wolfram Weimer . . . . . . . . 2 Tops und Flops-, Zitat- und Zahl der Woche. . . . . . . . . . . . 3 Markt im Fokus: Italien bittet zur Urne. . . 4 Märkte im Überblick: S&P 500, DAX, EURO STOXX 50 . . . . . 5 Aktie der Woche: Dialog Semiconductor. . . . . . . . . . . . . . . 7 SPEZIAL Ökologische & nachhaltige Investments . . . . . 9 Gastbeitrag: Carsten Scholz. . . . . . . . . . . 13 UNTERNEHMEN Unternehmen der Woche: Mahle . . . . . . 14 News: Photon Energy Investments, Dell . . . . . . 15 FONDS Fonds der Woche: Threadneedle Latin America. . . . . . . . . . 16 Fonds-News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 ZERTIFIKATE Zertifikate-Idee: Daimler-Sprint-Zertifikat. . . . . . . . . . . . 18 Zertifikate-News. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 Rohstoffe Rohstoff der Woche: Brent-Öl. . . . . . . . . . 20 Rohstoffanalysen: Gold, Kakao, Mageres Schwein, Platin. . . . . . . . . . . . . 21 Lebensart Event der Woche: Kopfputz – Kopfbedeckungen im Wandel der Zeit. . . . 22 Kulturkalender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 Coffeetable-Favourites: Terra Maxima – Die Rekorde der Menschheit . . . . . . . . . 23 Impressum/Disclaimer . . . . . . . . . . . . . . 24

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SPEZIAL

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16 600 000 000 000 Dollar Schulden Der amerikanischen Notenbankern wird es langsam mulmig. Bei der letzten Sitzung des Offenmarkt­ ausschusses äußerten mehrere Teilnehmer Sorgen über die massiven Auf käufe von Dr. Wolfram Weimer Staatsanleihen und Geschäftsführer Weimer Media Group Hypothekenpapieren GmbH durch die Fed. Kaum wurde diese Diskussion publik, brach an den Weltbörsen Nervosität aus. Denn der großen Cashparty droht das Ende. Doch die Sorge vor einem plötzlichen Versiegen der Geldschwemme ist unbegründet. Die Notenbanken werden die Liquidität am Laufen halten – obwohl die Risiken daraus gewaltig wachsen. Ben Bernanke wird in die Geschichte eingehen als der Mann, der das meiste Geld in der Geschichte der Menschheit schuf. Alleine in diesem Jahr spendiert er den USA eine neue Billion Dollar. Seine Federal Reserve hat ihr enormes Geldschöpfungsprogramm noch einmal ausgeweitet. Zu den monatlich 40 Milliarden Dollar an Hypotheken-Papieren werden seit Jahresbeginn auch noch 45 Milliarden Dollar an Staatsanleihen angekauft. Bernanke pumpt Geld ins Finanzsystem, um den zähen Aufschwung in Fahrt zu bringen – er will seine Geldflutpolitik so lange weiter führen, bis die Arbeitslosigkeit unter 6,5% angelangt ist. Solche Planvorgaben kannte man bislang nur aus sozialistischen Ordnungen. Kein Wunder also, dass seine Kollegen langsam nervös werden. Die Geldschöpfung wächst nicht, sie eskaliert. Doch wie lange traut man dem großen Billionen-Monopoly der Amerikaner? Die offizielle Verschuldung

der USA ist nun auf 16,6 Billionen Dollar empor geschnellt. Bei Obamas Amtsantritt 2009 hatte die US-Staatsschuld noch 10,6 Billionen Dollar betragen. Die 6 Billionen neue Schulden in nur einer Legislatur sind ein historisches Fanal. Nur bedingungslose Optimisten können glauben, dass das dauerhaft funktioniert. Auch die laufende Haushaltsführung erinnert eher an Hempels legendäre Sofaunterwelt als an ein geordnetes Finanzgebaren. Das Defizit der Regierung belief sich seit 2009 im Schnitt auf 1274 Milliarden Dollar jährlich. Alleine 2013 Jahr wird Washington so viel neue Schulden machen wie ganz Osteuropa, das Baltikum, ganz Skandinavien, und die Problemkinder Griechenland, Portugal und Irland zusammen genommen in Jahrzehnten angehäuft haben. Die Sorgen, die wir uns über Griechenland machen, sind lächerlich im Vergleich zum Ungemach, das sich in Amerika zusammenbraut. Die letztjährige Schuldenkrise hat ahnen lassen, wie gefährlich Vertrauenskrisen werden können. Darum sollten gerade die Zentralbanken darauf achten, dass sie Geldwerthüter bleiben und nicht Geldeskalierer werden. Auch einer Notenbank wird irgendwann die Rechnung für das viele Geld präsentiert. Vielleicht nicht – wie viele anfangs fürchteten – mit einer Inflation. Aber das Risiko eines Vertrauensschocks steigt von Monat zu Monat - wenn nämlich plötzlich die Weltöffentlichkeit begreift, dass all die Dollars nicht wirklich gedeckt sind. Ben Bernanke ist Sohn eines Apothekers. Er sieht seine Geldspritzen als Heilmittel für eine kranke Volkswirtschaft. Langsam aber läuft er in die Gefahr der Überdosierung. Und wie bei jeder Medizin gilt auch in der Geldpolitik: In zu hohen Dosen sind auch Heilmittel tödlich.


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Tops und Flops der Woche

tops Allianz: Gewinnsprung Im vierten Quartal steigerte die Allianz (WKN: 840400) den Gewinn von 560 Mio. auf 1,29 Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn (EBT) legte von 1,10 auf 2,14 Mrd. Euro zu. Im operativen Geschäft erhöhte sich der Gewinn dagegen „nur“ von 2,00 auf 2,28 Mrd. Euro. Der Umsatz zog von 25,0 auf 25,9 Mrd. Euro an. Im Gesamtjahr stieg der Überschuss von 2,80 auf 5,49 Mrd. Euro, der operative Gewinn von 7,87 auf 9,50 Mrd. Euro. Dennoch will der Versicherer lediglich eine unveränderte Dividende von 4,50 Euro je Aktie ausschütten. Wal-Mart: Mehr umgesetzt und verdient US-Einzelhandelsriese Wal-Mart (WKN: 860853) erhöhte den Gewinn im Schlussquartal (Ende: 31. Januar) von 5,41 auf 5,88 Mrd. US-Dollar. Je Aktie legte der Gewinn auch dank einer gesunkenen Aktienzahl von 1,50 auf 1,67 US-Dollar zu. Der operative Gewinn stieg von 8,40 auf 8,60 Mrd. US-Dollar, der Gesamtumsatz von 123,17 auf 127,92 Mrd. Dollar. Experten hatten mit 128,5 Mrd. US-Dollar Umsatz sowie 1,57 US-Dollar Gewinn je Aktie gerechnet. Im laufenden ersten Geschäftsquartal soll der Gewinn je Aktie von 1,09 auf 1,11 bis 1,16 US-Dollar zulegen. Hewlett-Packard: Besser als befürchtet Der von Hewlett-Packard (WKN: 851301) im ersten Geschäftsquartal erzielte Gewinn schrumpfte von 1,47 auf 1,23 Mrd. US-Dollar. Je Aktie fiel der Gewinn von 0,73 auf 0,63 US-Dollar, vor Sonderposten von 0,92 auf 0,82 US-Dollar. Der operative Gewinn sank von 2,04 auf 1,75 Mrd. US-Dollar, der Umsatz von 30,04 auf 28,36 Mrd. US-Dollar. Analysten hatten 27,9 Mrd. US-Dollar Umsatz und vor Sonderposten 0,71 US-Dollar Gewinn je Aktie prognostiziert. Im laufenden Quartal will der Drucker- und Computerhersteller vor Sonderposten 0,80 bis 0,82 US-Dollar je Aktie verdienen.

Zitat der Woche

„Sie haben eine Neigung zum Nicht-Handeln, Noch-Nicht-Handeln, Später-Handeln.“ Schlagabtausch im Bundestag: SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wirft Kanzlerin Merkel vor, zu wenig gegen die Krise zu unternehmen und eine "Last-Minute-Kanzlerin" zu sein. Zahl der Woche

107,4 Punkte Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich zum vierten Mal in Folge verbessert. Der ifo-Geschäftsklimaindex kletterte um 3,1 auf 107,4 Punkte, teilte das Münchner Institut am Freitag mit.

Flops

TERMINE DER WOCHE

Lufthansa: Keine Dividende Dank des Verkaufs von Beteiligungen verdiente die Lufthansa (WKN: 823212) im vergangenen Jahr 990 Mio. Euro. Im Jahr zuvor hatte die Fluggesellschaft einen Fehlbetrag von 13 Mio. Euro ausgewiesen. Der operative Gewinn sank von 820 auf 524 Mio. Euro. Dagegen zog der Umsatz von 28,7 auf 30,1 Mrd. Euro an. Nach dem Willen des Vorstandes soll die Dividende gestrichen werden. Für 2011 hatte die Lufthansa 0,25 Euro je Aktie ausgeschüttet. Gleichzeitig kündigte das Management die Schließung von zwei Standorten an.

26.02. 16:00 USA Verbrauchervertrauen,

Aixtron: Vorstandschef geht Paul Hyland, Chef von Aixtron (WKN: A0WMPJ), will den Anbieter von LED-Produktionsanlagen Ende Februar verlassen. Nachfolger wird Martin Goetzeler, der bis 2011 Geschäftsführer der Siemens-Tochter Osram war. Goetzeler kehrte dem Lichtspezialisten 2012 den Rücken, nachdem er seinen Chefposten verloren hatte. Ende Januar 2013 waren die Aixtron-Aufsichtsratsmitglieder Holger Jürgensen und Karl-Herrmann Kuklies mit sofortiger Wirkung aus ihren Ämtern geschieden. Pfeiffer Vacuum: Prognosen verfehlt Im vergangenen Jahr erhöhte Pfeiffer Vacuum (WKN: 691660) den Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) nach vorläufigen Zahlen von 61,8 auf 67,7 Mio. Euro. Der Umsatz schrumpfte von 519,5 auf 461,3 Mio. Euro. Die EBIT-Marge stieg von 11,9% auf 14,7%. Anfang November 2012 hatte der Vakuumpumpen-Hersteller für das Gesamtjahr mindestens 470 Mio. Euro Umsatz sowie eine operative Gewinnmarge von 15% prognostiziert. Aufgrund des zuletzt unsteten Geschäftsverlaufes wagt das Unternehmen keine Prognose für 2013.

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Conference Board Februar 27.02. 14:30 USA Auftragseingänge langlebige Güter Januar 28.02. 00:50 Japan Industrieproduktion Januar 28.02. 14:30 USA BIP Q4/2012 (zweite Schätzung) 01.03. 02:00 China Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe (CFLP) Feb. 01.03. 08:00 DE Einzelhandelsumsatz Januar 01.03. 16:00 USA ISM-Index (verarb. Gewerbe) Februar


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Markt im Fokus

Italien

bittet zur Urne

Am heutigen Sonntag dürfen die Italiener ein neues Parlament wählen. Es ist offen, wer die Nase vorne haben wird und ob es am Ende zur Bildung einer handlungsfähigen Regierung reicht. Spannung ist damit garantiert. Spannend ist die Wahl nicht zuletzt deshalb, weil die Ergebnisse einmal mehr zeigen könnten, dass die eingeschlagene „EuroRettungspolitik“ nicht im Sinne breiter Bevölkerungsschichten ist. Bereits im Vorfeld FTSE MIB

Stand: 22.02.2013 (11:15 Uhr)

Indizes Index Dow Jones S&P 500 NASDAQ DAX MDAX TecDAX SDAX EUROSTX 50 Nikkei 225 Hang Seng

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des Urnenganges war daher zunehmende Nervosität bei „Euro-Rettern“ und an den Finanzmärkten zu spüren. Schließlich könnte das Land vom eingeschlagenen „Reformkurs“ abkommen und damit auch die

Stand: Freitag nach Börsenschluss

22.02.2013 % Vorwoche 52weekHigh % 52week 14000,57 +0,14% 14058,27 +8,21% 1515,60 -0,28% 1530,94 +11,63% 3161,82 -0,95% 3213,60 +7,80% 7661,91 +0,90% 7871,79 +11,95% 13119,80 +1,20% 13269,04 +26,39% 906,71 +0,80% 912,14 +16,62% 5989,33 +0,21% 6045,92 +18,08% 2630,05 +0,57% 2754,80 +4,41% 11385,94 +1,90% 11510,52 +19,18% 22782,44 -2,82% 23944,74 +5,72%

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zuletzt vermeintlich stabile Lage in der EuroKrise wieder mächtig ins Wanken bringen. Die Gründe liegen auf der Hand. Italien ist gebeutelt von der rigiden Sparpolitik des Übergangspremiers Mario Monti, der damit erst einmal die Pleite des immens verschuldeten Landes vermied. Aber zu welchem Preis? Bevölkerung und Wirtschaft stöhnen unter einer gewaltigen Steuerlast. Eine hohe Arbeitslosigkeit sorgt für soziale Spannungen. Fehlende Perspektiven und eine frustrierte und desillusionierte Jugend runden das trübe Bild ab. Natürlich liegen die Gründe für die desolate Lage weitaus tiefer. Italien wurde in der Regierungszeit Silvio Berlusconis gänzlich heruntergewirtschaftet. In dieser Zeit stieg die Staatsverschuldung immens. Das Versäumnis struktureller Reformen sowie Schattenwirtschaft und Korruption taten ihr übriges, um die wirtschaftliche Entfaltung zu beeinträchtigen. Dennoch stellt sich die Frage, ob der von den Euro-Rettern aufgezwungene Weg drastischer Einschnitte zielführend ist. Zudem sind auch hier Zweifel am Nutzen des Euros für Italien zulässig. Ob es nach der Wahl eine Regierung gibt, die auch diese Punkte mit in ihre Erwägungen über den künftigen Kurs Italiens einbezieht? Man darf gespannt sein. Es sieht aber wohl eher nicht danach aus. Stattdessen könnte der eingeschlagene Weg fortgesetzt und damit das Land noch tiefer in die Perspektivlosigkeit gestürzt werden.


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Märkte im Überblick

usa

Deutschland

Europa

Fed als Party-Killer?

ZEW und ifo erneut gestiegen!

Brüller und Sorgen

Nach landläufiger Redensart soll man dann gehen, wenn es am schönsten ist. Auch die Investoren am US-Aktienmarkt scheinen sich jüngst danach gerichtet zu haben. Nachdem die US-Indizes neue Zwischenhochs markiert hatten, verließen einige offenbar ganz schnell die Party. Stimmungskiller war womöglich die US-Notenbank (Fed). Die Aussagen in dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll zur Januar-Sitzung verstärken wohl die Spekulationen, dass ein Ende der extrem expansiven US-Geldpolitik näher rücken könnte. Offenbar diskutieren die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses der Fed weiterhin intensiv über ein vorzeitiges Ende der Wertpapierkaufprogramme. Passiert ist jedoch noch nichts. Außerdem könnte es sich bei den im Protokoll gemachten Äußerungen nur um eine geschickte verbale Strategie handeln, um die Spekulationen am Aktienmarkt nicht ausufern zu lassen und vielleicht auch die Abwertung des US-Dollar vorerst ein bisschen zu bremsen. Falls es so war, ging die Rechnung zunächst auf. Zwar erholten sich die US-Indizes am Freitag etwas deutlicher, Vorsicht heißt aber weiterhin die Devise. Könnten doch immer mehr Bullen in Erwägung ziehen, die Party zu verlassen. Denn die Fed-Töne sind vielleicht ein willkommenes Argument, um Kasse zu machen. Und kommt die Herde erst einmal in Bewegung, könnte es eng am Ausgang werden.

Auf die Frühindikatoren ist Verlass. Warum Trübsal blasen, wenn das Gute liegt so nah. Die ZEW-Konjunkturerwartungen kletterten im Februar erneut und sehr kräftig, wodurch sie den höchsten Stand seit fast drei Jahren erreichten. Laut ZEW-Chef haben die Finanzexperten das schwache vierte Quartal abgehakt. „Nach ihrer Auffassung bläst der Gegenwind aufgrund der Eurokrise der deutschen Wirtschaft weniger stark ins Gesicht als noch vor wenigen Monaten.“ Womöglich spiegelt sich in der vom ZEWIndex zum Ausdruck gebrachten guten Stimmung der Finanzakteure jedoch nur die positive Entwicklung am Aktienmarkt wider. Daher sollte man immer vorsichtig werden, wenn wie aktuell, Extremwerte beim ZEWIndex mit relativ hohen Aktienkursen einhergehen. Selbst dann, wenn auch der ifo Geschäftsklimaindex erneut Zuversicht versprühende Signale sendet. Er ging im Februar beinahe durch die Decke. Deutlich von 104,3 auf 107,4 Punkte geklettert, verzeichnete er nun den vierten Anstieg in Folge. Bei vielen Volkswirten nährt dies die Zuversicht einer deutlichen Konjunkturerholung im ersten Quartal 2013. Da kann man doch eigentlich nur jauchzen vor Glück. Trotz Wochenplus von 0,9% beim DAX, der sich komfortabel über 7.600 Punkten hielt, gilt es weiterhin wachsam zu bleiben. Das Szenario einer größeren Korrektur ist noch nicht vom Tisch.

Die Konjunkturprognosen der EU-Kommission sind immer wieder ein Brüller. Nun hat sie doch tatsächlich feststellt, dass die Rezession in den Euro-Ländern wohl etwas länger dauern dürfte als erhofft. Bislang für 2013 von einem kleinen Zuwachs von 0,1% ausgegangen, rechnet sie nun mit einer schrumpfenden Wirtschaftsleistung von 0,3%. Die lange ersehnte Erholung bleibt damit erst einmal aus. Aber 2014, dann soll der Aufschwung kommen. Die EU-Kommission geht von einem Wachstum von 1,4% aus. Die Wetten sind eröffnet, wann die jüngsten Ziele kassiert werden. Einen Dämpfer hinsichtlich der weiteren konjunkturellen Aussichten im Euroraum gab es in der vergangenen Woche auch durch die MarkItEinkaufsmanagerindizes. Nach drei Anstiegen in Folge sanken sie im Februar wieder. Laut MarkIt dürfte die Wirtschaft im ersten Quartal 2013 zum vierten Mal in Folge schrumpfen, wenn wohl auch mit -0,2 bis -0,3% nicht ganz so stark wie im Vorquartal mit 0,6%. Mit Blick auf die beiden größten Volkswirtschaften der Euro-Zone interessant ist, dass die Forscher für Deutschland recht zuversichtlich sind, sich aber um Frankreich zunehmend Sorgen machen. Nicht ohne Grund. Denn nicht nur die Wahlen in Italien, sondern auch eine weitere Zuspitzung der Wirtschafts- und Haushaltslage in der Grande Nation könnten 2013 die Euro-Krise wieder deutlich auflodern lassen.

S&P 500

DAX

EURO STOXX 50

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Stand: 22.02.2013

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Stand: 22.02.2013

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Aktie der Woche

Dialog Semiconductor:

Attraktives Kursniveau

Der Anbieter hochintegrierter Halbleiterlösungen ist im Geschäftsjahr 2012 erneut profitabel gewachsen. Es gab neue Rekorde bei Umsatz und Profit. Dies spiegelt sich jedoch nicht in der Kursentwicklung der vergangenen Monate wider, die seit dem Zwischenhoch im März 2012 abwärts gerichtet ist. Dadurch ist jedoch die Bewertung der Aktie auf ein attraktives Preisniveau gesunken, was Käufe rechtfertigen könnte. Wodurch kann ein Unternehmen besser Investoren überzeugen, als mit steigenden Ergebnissen? Wird dabei außerdem wie bei Dialog Semiconductor die Rekordserie fortgesetzt, dürften kaum Wünsche offen bleiben. Allenfalls ein Blick in die Zukunft kann das Bild etwas trüben. Aber auch diesbezüglich gibt es wenig Grund zur Sorge. Zwar erwartet die Gesellschaft im ersten Quartal 2013 ein im Vergleich zum Schlussquartal 2012 saisonal bedingt niedrigeres Geschäftsvolumen, zum Vorjahreszeitraum prognostiziert sie aber einen höheren Umsatz. Konkret soll er von 166,3 auf 177 bis 187 Mio. US-Dollar wachsen. Die sich daraus ergebende Steigerung von 6,4 bis 12,5% ist zwar nicht sehr groß, dies ist aber ebenso wenig dramatisch wie die gegenüber dem vierten Quartal 2012 erwartete, etwas niedriger ausfallende Bruttomarge. Sie soll sich im Jahresverlauf wieder schrittweise verbessern und im Gesamtjahr auch gegenüber 2012 zulegen. Ferner zeigte sich der Vorstand mit Blick auf den Auftragseingang zuversichtlich, auch bei den Umsätzen erneut 07

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wachsen zu können. Aufgrund neuer Produkteinführungen geht er dabei von einem deutlich stärkeren zweiten Halbjahr aus. Leistungsstark und energieeffizient Insbesondere eine anhaltend starke Nachfrage nach Tablets und Smartphones sollte weiterhin die Geschäfte ankurbeln. Dies gilt nicht nur 2013, sondern auch darüber hinaus. Es kommen immer mehr Modelle auf den Markt. Sie sind zunehmend leistungsfähiger und sparsamer im Energieverbrauch, um den wachsenden Anforderungen der

Dialog Semiconductor

Stand: 22.02.2013


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Kunden gerecht zu werden. Hier kommt Dialog Semiconductor ins Spiel. Der Konzern liefert wichtige Bauteile für diese Geräte. Er entwickelt integrierte Mixed-Signal-Schaltungen, die nach eigenen Angaben weltweit zu den energieeffizientesten Halbleiterprodukten zählen. Sie werden in tragbaren Anwendungen für drahtlose Kommunikation im Nahbereich, in Displays, Beleuchtungen sowie im Automobilbereich eingesetzt. Schwerpunkt der Tätigkeit bildet das energieeffiziente Power-Management. Auf diesem Gebiet hat der Konzern jahrzehntelange Erfahrung und sich mit seinem Angebot an Audio-, drahtlosen Nahbereichsund VoIP-Technologien ein großes Know-how vor allem bei Lösungen für mobile Anwendungen wie Smartphones, Tablet-PCs, digitale drahtlose Telefone und Spiele erarbeitet. Die Produkte erhöhen die Leistungsfähigkeit sowie die Batterielebensdauer und verbessern damit das Multimedia-Nutzererlebnis. Dialog Semiconductor stellt seine Erzeugnisse dabei nicht selbst her, sondern greift auf weltweit anerkannte Fertigungspartner zurück. Dadurch kann sich der Konzern voll und ganz auf die Entwicklung neuer Lösungen konzentrieren. Fleißig geforscht und entwickelt Auch 2012 unternahm Dialog Semiconductor erhebliche Investitionen in Technologie und Entwicklung für Standardlösungen und kundenspezifische Produkte. Gemessen am Umsatz sank der Anteil der Forschungs- und Entwicklungskosten zwar um 0,6 Prozentpunkte auf 16,5%, absolut stiegen die Ausgaben aber erneut deutlich von etwa 90 auf fast 128 Mio. US-Dollar. Der Konzern setzt damit seine Strategie konsequent fort, dass eigene Portfolio durch kontinuierliche Innovationen auszubauen und zu diversifizieren, um damit letztlich auch die Kundenbasis zu vergrößern. Er legt damit die Grundlage, um auch künftig seine Erfolgsgeschichte fortzusetzen. Rekordergebnisse Und das Dialog Semiconductor eine Erfolgsgeschichte ist, davon zeugt die 08

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Derivate auf Dialog Semiconductor WKN CK1M48 TB8ZSJ DZD0ZZ

Typ Hebel-Zert. (Long) Hebel-Zert. (Long) Hebel-Zert. (Short)

Basispreis 9,552 Euro 9,464 Euro 17,088 Euro

Ergebnisentwicklung der vergangenen Jahre. Auch 2012 trug die Strategie Früchte. Es gab neue Rekorde. Es verwundert daher nicht, dass sich Firmenlenker Dr. Jalal Bagherli hochzufrieden zeigte. Im Schlussquartal verbesserte sich der Umsatz um 56% auf 267,7 Mio. US-Dollar. Gleichzeitig schoss das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 21,5 auf 44,5 Mio. US-Dollar. Daraus resultierte eine von 12,5 auf 16,6% gestiegene EBIT-Marge. Nach Steuern verdiente Dialog Semiconductor 30,2 Mio. US-Dollar und damit 53% mehr als im Vorjahreszeitraum. Kräftige Zuwächse und Rekorde gab es auch im Gesamtjahr 2012. Hier erhöhte sich der Umsatz um 47% auf 773,6 Mio. US-Dollar. Das Unternehmen konnte damit das sechste Jahr hintereinander zulegen. Vor allem das Geschäft im größten Segment Mobile Systems trug zu der erfreulichen Geschäftsentwicklung 2012 bei. Das Unternehmen verzeichnete hier in den letzten Wochen des Jahres eine unerwartet stark anziehende Nachfrage. Dies führte im Gesamtjahr zu einem Bereichsumsatz, der zum Vorjahr um 72% auf 639 Mio. US-Dollar kletterte. Sehr erfreulich entwickelten sich 2012 auch die Erträge. Das EBIT nahm um 48% auf 91 Mio. US-Dollar zu. Dies war ebenfalls ein neuer Spitzenwert. Außerdem war dies die sechste Verbesserung hintereinander. Gleiches gilt für das Nachsteuerergebnis. Es lag 2012 mit 62,5 Mio. US-Dollar um 9% über dem von 2011. Das vergleichsweise geringe Plus resultierte aus einem deutlich höheren effektiven Steuersatz, der gegenüber 2011 von 6,6 auf 27,4% zunahm. Das Ergebnis je Aktie (EPS) verbesserte sich von 0,86 auf 0,93 US-Dollar.

Knockout 10,28 Euro 9,937 Euro 16,293 Euro

Laufzeit Hebel open end 3,01 open end 3,08 open end 5,00

Dialog Semiconductor ISIN: GB0059822006 WKN: 927200 Kurs 22.02.13: 14,38 EUR 52-Wochen-Hoch: 18,84 EUR 52-Wochen-Tief: 12,13 EUR Empf. Stop-Loss: k. A. Unser Anlageurteil: spekulativer Kauf Stand: Freitag nach Börsenschluss

Fazit Dialog Semiconductor profitierte 2012 von einer starken Nachfrage an Smartphones und Tablet-PCs. Es gab deutliche Zuwächse bei den Ergebnissen und neue Rekorde. Vor allem im Schlussquartal brummten die Geschäfte kräftig. Damit konnten die im Jahresverlauf zwischenzeitlich etwas belastenden Effekte, wie die deutlich anziehenden Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie die höhere Steuerquote, mehr als ausgeglichen werden. Mit den Investitionen in neue Produkte und den Ausbau des Sortiments legte der Konzern eine wichtige Grundlage, um auch künftig weiter profitabel zu wachsen. Einerseits erweitert man den Abnehmerkreis. Andererseits verstärkte man seine Position in dem derzeit boomenden Bereich der Smartphones und Tablet-PCs. Hier scheint die positive Marktentwicklung zudem ungebrochen. Anleger, die davon ausgehen, dass es auf diesem Gebiet eine anhaltend hohe Nachfrage gibt, für die könnte die Aktie von Dialog Semiconductor daher ein interessantes Investment sein. Zudem hat sich die Bewertung angesichts des sinkenden Kurses in den vergangenen Monaten verringert, sodass innerhalb der aktuellen Korrektur charttechnische Signale hinsichtlich eines neuerlichen Aufwärtsimpulses genutzt werden könnten, spekulative Käufe zu tätigen.


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Nachhaltige Investments am Scheideweg Die Energiewende und insbesondere ihre Kosten sind derzeit in aller Munde. Ungeniert wird eines der wichtigsten Themen für den Wahlkampf ausgeschlachtet. Bedauerlicherweise. Denn es entsteht der Eindruck, dass nachhaltige Investments stets teuer erkauft werden. Dies gilt jedoch weder für die Energiewende, noch für nachhaltige Finanzanlagen im Allgemeinen. 1.000 Milliarden Euro. Soviel könnte die Energiewende kosten, warnte Umweltminister Peter Altmaier in der letzten Woche. Eine gigantische Zahl, die sich plakativ verwenden lässt. Doch abgesehen davon, dass es sich lediglich um eine grobe Schätzung handelte, wird wie so oft darauf verzichtet den Gesamtkontext herzustellen. Dabei rechnet sich die Energiewende und damit das derzeit wohl „teuerste“ nachhaltige Investment überhaupt. Energiewende größtes nachhaltiges Investment Gerne werden nämlich einige Fakten unter den Tisch gekehrt. Die Kosten des Atomstroms beinhalteten beispielsweise zu keinem Zeitpunkt adäquate Versicherungsprämien, geschweige denn die Kosten für die Entsorgung. Auch die Tatsache, dass ohnehin hohe Die Tatsache, dass ohnehin Investitionen in die in die Jahre gekommene hohe Investitionen in die Netzinfrastruktur investiert werden müssen, in die Jahre gekommene Netz­ wird gerne übersehen. Viel entscheidender infrastruktur investiert werden sind jedoch die langfristigen Auswirkungen müssen, wird gerne übersehen. des Unterfangens auf die deutsche Volkswirtschaft. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes machen Erdöl und Erdgas den größten Teil unserer Rohstoffimporte aus: „2011 wurden Erdöl und Erdgas im Wert von 82 Milliarden Euro importiert, das waren 9,1% der Gesamtimporte“. Ein nicht unerheblicher Teil dieser 82 Milliarden Euro – die bislang Jahr für Jahr ins Ausland abfließen – würde bei einer 09

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erfolgreichen Energiewende jedoch zukünftig in Deutschland verbleiben. Welche Dimension hier realistischerweise erwartet werden dürfen, zeigen die Einsparungen, die bereits seit Mitte der 1990er Jahre durch steigende Energieeffizienz und den Ausbau erneuerbarer Energien realisiert wurden: Allein im Jahr 2011 betrugen diese laut Schätzungen der Bundesregierung bereits 25 Milliarden Euro! Das beste Konjunkturprogramm Aufgrund der dezentralen Struktur der ökologischen Energiegewinnung wandert dieses Geld nicht in die Taschen der großen Energiekonzerne und Versorger, sondern zu Stadtwerken, mittelständischen Betreibergesellschaften und privaten Erzeugern. Ein besseres Programm für die Binnenkonjunktur ist kaum denkbar: „Teilindikatoren deuten an, dass die Energiewende vorteilhafte Wirkungen auf Innovation, Investitionen, Beschäftigung sowie durch die Vermeidung von Energieimporten und externen Kosten hat“, heißt es etwa im ersten Monitoring-Bericht „Energie der Zukunft“


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der Bundesregierung vom 20.12.2012. Noch deutlicher sind die Ergebnisse einer weiteren Analyse: „Spätestens ab dem Jahr 2030 wird die Stromerzeugung durch erneuerbare Energien kostengünstiger sein, als die Erzeugung mit Hilfe konventioneller Energieträger und volkswirtschaftliche Einsparungen bringen“, heißt es in einer Studie, die das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), im Auftrag des Umweltministeriums für Baden-Württemberg erstellt hat. Alleine in diesem einen Bundesland schafft der „Zubau von Anlagen erneuerbarer Energien sowie der Netzausbau weitere rund 5.000 Arbeitsplätze“, heißt es dort. Nimmt man nun – unter Berücksichtigung der vom Bundesumweltminister selbst bezifferten Einsparmöglichkeiten von 300 Milliarden Euro – einen Betrag von 700 Milliarden Euro als Bezugsgröße und kalkuliert mit jährlichen Einsparungen in Höhe der für 2011 geschätzten 25 Milliarden, hätte sich die Energiewende in weniger als 30 Jahren amortisiert. Nachhaltig rechnet sich Doch nicht nur bei dem Großprojekt Energiewende herrschen Zweifel an der ökonomischen Sinnhaftigkeit: „39 Prozent der Deutschen sind der Überzeugung, dass Nachhaltigkeit Rendite kostet“. Dies ist das Ergebnis einer bevölkerungsrepräsentativen Studie von AX A Investment Managers (AX A IM) und dem Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest. Dass dies keineswegs der Fall ist wurde in zahlreichen Studien nachgewiesen. Das heißt jedoch nicht, dass nachhaltige Anlagen automatisch besser abschnei39 Prozent den als konventionelle Investments: „Es der Deutschen sind der gibt empirische Studien, die besagen, dass Überzeugung, nachhaltige Anlagen tendenziell besser perdass Nachhaltigkeit formen als normale. Andere Studien sind Rendite kostet. zum gegenteiligen Schluss gekommen. Man kann als Fazit sagen, dass nachhaltige Anlagen in etwa ähnlich rentieren wie normale“, bringt es Urs von Arx, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Center for Corporate Responsibility and Sustainability (CCRS) der Universität Zürich, in einem Stocks-Interview auf den Punkt. Dabei haben nachhaltige Investments jedoch einen entscheidenden Vorteil: Geringe Risiken. Das zeigt sich im Großen - wie beim Super-Gau in Japan und der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko – aber auch im Kleinen: „Wir glauben fest daran – und unsere Zahlen belegen das –, dass es sich unter Rendite-Risiko-Aspekten lohnt, sich mit Nachhaltigkeit zu befassen. Firmen, die nachhaltig wirtschaften, haben ein geringeres Risiko", so Roderick Munsters, der CEO von Robeco in einem Interview. 10

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Ökologische & nachhaltige Investments

Nicht nur ökologisch richtig Doch was heißt überhaupt nachhaltig und wo bleibt hier die ökologische Betrachtung? Nach ethischen, sozialen und ökologischen Gesichtspunkten getätigte Investments werden international unter den Begriffen Socially Responsible Investments (SRI) beziehungsweise Environment, Social, Governance (ESG) zusammengefasst. Hierzulande wird dafür der Oberbegriff nachhaltige Anlagen verwendet. Vielfach werden auch die Bezeichnungen grünes Geld und grüne Investments gebraucht, die genau genommen aber nur einen Teilaspekt abdecken. Denn um nachhaltige Investitionen handelt es sich, wenn neben wirtschaftlichen Aspekten, wie beispielsweise Gewinnmarge und KGV, auch die Art und Weise, wie der Gewinn erwirtschaftet wird, von Bedeutung ist. Dazu gehören aber eben nicht nur ökologische Kriterien, sondern wie im englischen Ausdruck Environment, Social, Governance zum Ausdruck kommt - auch die Berücksichtigung sozialer und ethischer Belange.

der Sarasin Sustainable Portfolio Balanced (WKN: 973502) oder der KCD-Union Nachhaltig Mix (WKN: 975000).

Fazit Die Energiewende ist für Deutschland eine historische Chance. Mit diesem Megaprojekt kann gezeigt werden, dass sich Nachhaltigkeit und ökonomische Interessen nicht widersprechen. Im Gegenteil: Diese Herangehensweise hat das Potenzial unser Land und unsere Wirtschaft zum Besseren hin zu verändern. Es wäre für die nachhaltigen Investments der Wendepunkt – der Schritt aus der Nische und hin zu sichtbaren Auswirkungen.

Schöner Schein Doch mit der Definition ist das Problem noch nicht gelöst: „Bei nachhaltigen Investments gibt es zwar ein reichhaltiges Produktangebot, aber keinen einheitlichen Mindeststandard, der aussagt, was unter Nachhaltigkeit zu verstehen ist. Das verwirrt – und hält möglicherweise interessierte Anleger von einer Investition ab“, so Karin Kleinemas, Head of Marketing, Communications & Brand Northern Europe bei AXA IM. Erschwerend kommt hier hinzu, dass nicht jeder Fonds, der die Schlagwörter Nachhaltigkeit, Öko, SRI & Co. im Namen führt, diesen Ansprüchen auch gerecht wird: „Mit dem Begriff Nachhaltigkeit wird ein Haufen Schindluder getrieben", warnte der Wirtschaftswissenschaftler Bruno S. Frey, von der Universität Zürich, in einem Interview mit der Zeitschrift Öko-Test. So finden Sie den Richtigen Angesichts dieser Probleme verwundert es kaum, dass über ein Drittel der Deutschen laut der Axa IM Studie gerne nachhaltig investieren würde, aber keine geeigneten Anlageprodukte kennt. Bei der Auswahl sollten Anleger von einem besonders eng gefassten, ökologisch dominierten Verständnis Abstand nehmen. Letzteres würde dazu führen, dass lediglich Firmen aus dem Bereich regenerativen Energien übrig bleiben. Dass dies kein geeigneter Ansatz ist, hat die Entwicklung der vergangenen Jahre gezeigt: Die Windkraftund Solarfirmen gerieten in schwere Turbulenzen – die Notierungen stürzten ab. Breiter aufgestellte Fonds beziehungsweise Indizes sind dagegen ihren Geschwistern ohne Nachhaltigkeits-Fokus ebenbürtig. Dazu zählen beispielsweise der Ökoworld Ökovision Classic (WKN: 974968), der Triodos Sustainable Equity (WKN:A0RJ28), 11

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Ausblick auf das nächste Spezial Ausgabe 9 (03.03.2013) Die IT-Branche


ADVERTORIAL

Grünes Gold: Minenabraum-Recycling Recycling von Minenabraum aus Goldminen erschließt jedem Anleger die Chance für aktiven Umweltschutz. Gleichzeitig bietet sich die Möglichkeit für ein lohnendes Investment. Das Potenzial an zu recycelndem Material ist enorm: 100 Jahre industrielle Goldgewinnung hinterließen milliardenfache Spuren. Der Schweizer RecyclingSpezialist United Commodity AG startet im kanadischen Cobalt gerade durch: Die erste Recycling-Anlage produziert bereits. Interview mit Jochen Schäfer, dem Vizepräsidenten des Verwaltungsrats der United Commodity AG.

Jochen Schäfer Vizepräsident des Verwaltungsrats der United Commodity AG

Herr Schäfer, womit beschäftigt sich die United Commodity AG? Wir sind ein an der Stuttgarter Börse gelistetes Schweizer Unternehmen, das sich als Spezialist für die Gewinnung und Produktion von Gold sowie anderen Edelmetallen mittels innovativen und nachhaltigen Raffinerieund Recycling-Technologien positioniert. Dabei liegt der Schwerpunkt im Minenabraumrecycling für Edelmetallvorkommen und der Gewinnung von Edelmetallrestbeständen bei gleichzeitiger Entgiftung der Minenabraum-Halden. Ende Januar wurde die erste Anlage im kanadischen Cobalt in Betrieb genommen.

Warum ist das Recycling von Minenabraum denn gerade jetzt besonders attraktiv? Das Recycling von Minenschutt avanciert derzeit in der Minenindustrie zu einem Nischenmarkt mit enormem Wachstumspotenzial. Dank der steigenden Preise für Edel- und Grundmetalle bieten sich aktuell besonders profitable Gelegenheiten für das Recycling von Minenabraum. Warum wurden Sie gerade in Kanada aktiv? Hier steht das Minenschutt-Recycling noch an seinen Anfängen. Doch auch in Kanada findet ein Umdenken statt, denn immerhin werden in Kanada jeden Tag über 2 Mio. Tonnen Minenabraum verursacht. Aktuell werden in einer Datenbank des Ministeriums für Entwicklung und Minen der Provinz Ontario über 5.700 Minenabräume aufgelistet, wovon 4.200 toxisch sind. Betreiben Sie dort eigene Anlagen? Ja, wir haben in diesem Jahr unsere erste Edelmetallraffinerie in Kanada im Januar in Betrieb genommen. Die im kanadischen Cobalt stehende yukon Raffinerie wird nun im ersten Schritt mittels eines sogenannten Autoklave-Prozesses das enthaltene Arsen in eine stabile, umweltverträgliche Verbindung bringen. Im weiteren 12 16

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Produktionsverlauf wird aus den Cobalt/Silber-Feeds das Cobalt und das Silber raffiniert und extrahiert. Wie werden sich Ihre Kapazitäten weiter entwickeln? Kann das einfach skaliert werden? Wir haben unsere Technologie bereits erfolgreich im Rahmen des Pilotprojekts getestet. Nach diesem Erfolg planen wir noch in diesem Quartal die gewerbliche Gewinnung von Gold, Cobalt und Silber aus Abraum sowie Konzentrat zu beginnen. Für die zweite Hälfte des Jahres 2013 ist die Einrichtung einer Anlage mit einer Kapazität von 150 Tonnen geplant. Die bisherigen guten Ergebnisse machen uns daher zuversichtlich, dass unsere Technologie skalierbar ist. Welche Strategie verfolgen Sie für die Zukunft der United Commodity AG? Wir betreiben eine klare Multiplikations-Strategie. Das unternehmerische Risiko wird dabei durch eine gesunde Eigenkapitalbasis, einen hohen Cashflow und die Beschränkung der unternehmerischen operativen Tätigkeiten auf politisch stabile Länder – wie Kanada – minimiert. Welche Vorteile bieten sich interessierten Investoren? Nun, wir verfügen über eine eigene innovative Technologie und das Potenzial, in einem neuen Nischenmarkt die Marktführerschaft zu erlangen. Hinzu kommt, dass die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz immer mehr an Bedeutung gewinnen. Und durch das wachsende Umweltproblem des Minenschutts steigt die Notwendigkeit, diesen Schutt zu recyceln und zu entsorgen. Wir bieten dazu maßgeschneiderte, individuelle Lösungen. Weiterhin sind vor dem Hintergrund von Währungsunsicherheiten Edelmetalle wie Gold und Silber sichere Werte. Demzufolge ist das Minenschutt-Recycling ein unbeachteter Nischenmarkt mit großem Wachstumspotenzial. Wir sind in diesem Zukunftsund Nischenmarkt rechtzeitig und sehr gut aufgestellt. Wir laden interessierte Investoren ein, an unserem Erfolg teilzuhaben. Weitere aktuelle Informationen fi nden Sie stets auf unserer Homepage im Internet unter www.united-commodity.com.


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Neue Trends im Kapitalmarkt:

Geldanlage Holzpellets Die Energiewende kommt an. Die Deutschen investierten 2012 deutlich mehr Geld in erneuerbare Energien. Ökostrom, Heizungssanierung, Biosprit – in einer Umfrage gaben zwölf Prozent der Deutschen an, bereits in Erneuerbare investiert zu haben, dreimal so viele wie bei der letzten Erhebung 2010. 35 Prozent der Befragten halten den Umwelt- und Klimaschutz für das wichtigste Problem der Gegenwart – damit rückt dieses Thema auf Platz zwei hinter der wirtschaftlichen Lage.

Carsten Scholz Leiter Investoren­betreuung und Kapital­akquisitionen bei German Pellets

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Auch der Geld- und Kapitalmarkt zeigt ganz deutlich diese Tendenz. Die Nachfrage nach Geldanlagen im Erneuerbaren Energiesektor boomt. Erneuerbare Energien sind weltweit ein Wachstumsmarkt, der attraktive Renditen bietet und zugleich die Möglichkeit, mit gutem Gewissen zu investieren. Getrieben wird diese Entwicklung auch vom schwachen Zinsniveau bei konventionellen Geld- und Kapitalanlagen. Zahlreiche Anlageprodukte können keine hinreichenden Renditen mehr bieten. Selbst die als stabil geltende Rentenfonds sind vom Dauer-Niedrigzins betroffen. Wir beobachten, dass Anleger bei der Wahl eines Investments kritischer geworden sind. Die Enttäuschung über fehlgeschlagene Investments bei zum Teil nicht mehr erklärbaren Finanzprodukten ist groß. Anleger müssen wissen, was mit ihrem Kapital passiert, und wie das Geschäftsmodell eines Zielinvestments funktioniert. Verständliche Produkte und eine transparente Kommunikation sind enorm wichtig. Dem Wunsch nach einer guten Anlageberatung kommen wir bei German Pellets gerne nach, und während Banken ihre Beraterkapazitäten reduzieren und Filialen schließen, bauen wir gerade unsere Investorenberatung und -betreuung weiter aus. Wichtig ist uns dabei,

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darüber aufzuklären, dass auch bei grünen Investments die Regeln der Märkte gelten. Hier muss bei der Anlageentscheidung – wie bei allen Investments – zwischen Rendite und Risiko die richtige Balance gefunden werden. Wir empfehlen unseren Anlegern deshalb immer eine breite Streuung des Kapitals und weisen stets klar auf die Risiken der Geldanlage hin. Die Erneuerbaren-Branche bietet heute bereits zahlreiche Anlagemöglichkeiten. Neben Investments in Windenergie- und Solarprojekte haben sich auch andere Energiesegmente mit nachhaltigen Kapitalanlagen etabliert. Der wachsende Erneuerbare Energiemarkt wird Anlegern hier in Zukunft weitere Möglichkeiten der grünen Geldanlage bieten. Die Zahl der Unternehmen mit diesem Branchenfokus wird tendenziell steigen. Bei der Auswahl eines Investments in diesem Segment sollte der Anleger vor allem überprüfen, wie lange der Emittent bereits am Markt tätig ist und welche erfolgreichen Referenzen er beispielsweise hinsichtlich erfolgter Zinszahlungen und Marktpräsenz vorweisen kann. Die aktuellen Entwicklungen auf dem Kapitalmarkt lassen auch die Nachfrage nach Genussrechten von German Pellets steigen. Mehr als 1.000 Zeichner nutzen bereits die Möglichkeit, vom Wachstumsmarkt Holzpellets zu profitieren. Dieser gilt als besonders robust und wächst jedes Jahr im zweistelligen Bereich. Der weltweite Pelletbedarf steigt immens. Getrieben wird diese Entwicklung von steigenden Preisen für fossile Energien. Holzpellets als Brennstoff bieten die Möglichkeit, die Energiekosten deutlich zu reduzieren. Obendrein sind die aus Holzspänen gepressten Stäbchen ein umweltweltfreundlicher und nachhaltiger Energieträger, der vielseitig verwendbar ist. So kommen Holzpellets heute in Privathaushalten, aber auch im Wohnungsbau, in Industrie und Gewerbe sowie zur Erzeugung von grünem Strom in Kraftwerken zum Einsatz.


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Unternehmen der Woche

Mahle bringt

Motoren zum Laufen Der Motor ist das Herz jedes Fahrzeugs. Die Antriebsaggregate müssen heute ein Vielzahl von Anforderungen erfüllen. Einerseits sollen sie zuverlässig hohe Leistung erbringen, andererseits sollen Verbrauch und Schadstoffe immer weiter gesenkt werden. Dank der Komponenten von Mahle gelingt es den Autoherstellern immer besser, diesen Spagat zu bewältigen.

Mahle gehört zu den größten deutschen Automobil­ zulieferern.

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Mahle gehört zu den größten deutschen Automobilzulieferern. Im vergangenen Jahr hat der Stuttgarter Konzern einen Umsatz von mehr als sechs Milliarden Euro erzielt. Fast alle großen Autohersteller sind Kunden des Herstellers von Motorkomponenten. Hinzu kommt eine umfangreiche Produktion für industrielle Anwendungen. Zur Spezialität des Zulieferers gehören Aluminiumkolben für Ottound Dieselmotoren. Dank immer höherer Leistungen werden an die Kolben extreme Anforderungen gestellt. Steigende Betriebstemperaturen und hohe Drehzahlen gilt es bei gleichzeitiger Einschränkung der Emissionen zu bewältigen. So müssen die Kolben Spitzendrücke von 170 bis 200 bar verkraften. Zum Vergleich: Ein hart aufgepumpter Rennradreifen ist mit 11 bar gefüllt. Um das zu erreichen, verwendet Mahle neuartige Aluminiumlegierungen. Ein anderer Schwerpunkt sind Luftmanagementsysteme, die von der Rohluftansaugung über die Filtration bis hin zur Zuführung zu den Brennräumen alle Schritte abdecken. Die Systeme erstrecken sich auch auf den Innenraum. Innenraumluftfilter schützen vor Staub, Pollen, Sporen und Ruß. Mit Hilfe von Aktivkohle werden unangenehme Gerüche, Schadstoffe und selbst hohe Ozonbestandteile in der Umgebungsluft absorbiert. Als Beweis für die große Haltbarkeit seiner Komponenten sieht Mahle die Erfolge im Rennsport. Viele Teams vertrauen bei ihren Fahrzeugen auf Mahle-Bauteile. Der Stuttgarter blickt seit den 1930er Jahren auf Erfahrung im Rennsport zurück. So gewann das Audi-Team von 2006 bis 2010 in LeMans – und das mit einem Dieselmotor, der mit Mahle-Kolben ausgerüstet war. Außerhalb des Autobereichs ist das schwäbische Unternehmen mit Komponenten für Diesel- und Gasmotoren im industriellen Einsatz vertreten. Die Aggregate werden zur Energieerzeugung, in der Schifffahrt und dem Schienenverkehr eingesetzt. Ein anderer Schwerpunkt sind Kleinmotorenkomponenten. Sie werden in Werkzeugen wie etwa Motorsägen eingesetzt, die auch unter schwierigen klimatischen Bedingungen einwandfrei funktionieren müssen. Andere Beispiele sind Motorräder und Fahrzeuge wie Snowmobiles.

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Auch bei anderen industriellen Anwendungen ist Mahle aktiv. Dazu zählen Filteranlagen zur Reinigung und Reinhaltung von Flüssigkeiten und Luft sowie Thermomanagment. Das Angebot reicht hier von Kühlern bis zu kompletten Kühl- und Klimamodulen. Die Expertise von Mahle bei Motoren reicht bis 1920 zurück. Damals gründete der Ingenieur Helmuth Hirth in Stuttgart eine Werkstatt, in der er Zweitaktmotoren entwickelte und baute. Noch im gleichen Jahr trat der Namensgeber des Konzerns, der Kaufmann Hermann Mahle, in die Firma ein und zwei Jahre später folgte sein Bruder, der Ingenieur Ernst Mahle. In den folgenden Jahren konzentrierte sich das Unternehmen immer mehr auf Kolben aus Leichtmetall, die Vorteile gegenüber den bisherigen schweren Grauguss-Kolben besaßen. Der Erfolg der neuen Kolben gab dem Unternehmen die Möglichkeit, den Leichtbauansatz auf andere Motorenbereiche auszudehnen. In den 1970er Jahren wurden sogar ganze Motorblöcke aus Aluminium gefertigt und 2003 baute Mahle den ersten eigenen Komplettmotor. Das rasante Wachstum in den vergangenen Jahrzehnten und mehrere Übernahmen anderer Unternehmen haben die Stuttgarter zu Weltmarktführern bei Kolben und verschiedenen anderen Komponenten gemacht. Mahle ist heute ein globaler Konzern und lediglich ein Fünftel der Mitarbeiter ist noch in Deutschland beschäftigt.


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Photon Energy Investments

Dell

Geldsammlung

Umsatz- und Gewinnrückgang

Bis zu 40 Mio. Euro will die niederländische Photon Energy Investments (PEI) mittels einer Anleihe von Anlegern zur Finanzierung von „Photovoltaik-Kraftwerken“ einsammeln. Das Geld soll in entsprechende Projekte in Nordamerika und Australien sowie nach Rumänien und in die Türkei fließen. Eigenen Angaben zufolge betreibt die Gesellschaft zur Zeit 25 Solarkraftwerke in Tschechien, in der Slowakei und Italien. Die Anleihe (WKN: A1HELE) wird mit 8% pro Jahr verzinst, wobei die Zinsen (Geldzuflüsse aus Einspeisevergütungen) quartalsweise ausgeschüttet werden sollen. Von Creditreform wird der Emittent Photon Energy Investments mit „BB-“ bewertet. Die RatingAgentur bemängelt unter anderem, dass es „aufgrund des zeitlich erst kurzen Bestehens der Gesellschaft noch keine nachhaltig belastbaren Geschäftszahlen“ gebe. PEI wurde erst im Juni 2012 im Zuge der Umstrukturierung der seit 2008 bestehenden Photon Energy gegründet. So erklären sich auch die im Vergleich zu den derzeit marktüblichen Mini-Zinsen angebotenen 8%. Merke: Hohe Rendite gleich hohes Risiko. Die Anleihe, die vom 25. Februar bis zum 11. März 2013 gezeichnet werden kann, soll nach fünf Jahren am 12. März 2018 vollständig zurückgezahlt werden. Erster Handelstag am Open Market der Frankfurter Börse ist voraussichtlich der 12. März.

Der anhaltende Erfolg von Apple, Samsung & Co mit Smartphones und Tablet-Computern spiegelt sich in der Bilanz von Dell (WKN: 121092) wider: Der Gewinn des vor der Privatisierung durch ein Konsortium um den Firmengründer und Konzernchef Michael Dell stehenden texanischen Computerbauers sackte im vierten Geschäftsquartal von 764 auf 530 Mio. US-Dollar ab. Je Aktie sank der Gewinn von 0,43 auf 0,30 US-Dollar, vor Sonderposten von 0,51 auf 0,40 USDollar. Der Vorsteuergewinn schrumpfte von 907 auf 660 Mio. US-Dollar, der operative Gewinn von 931 auf 698 Mio. US-Dollar. Im Vergleich zur Vorjahresperiode ging der Umsatz von 16,03 auf 14,31 Mrd. Dollar zurück. Die operativen Kosten sanken nur leicht von 2,45 auf 2,41 Mrd. US-Dollar. Experten hatten 14,1 Mrd. US-Dollar Umsatz sowie 0,39 US-Dollar Gewinn je Aktie vor Sonderposten erwartet. Aufgrund der beabsichtigten Übernahme will Dell weder für das laufende erste Quartal noch für das gesamte Geschäftsjahr eine Prognose abgeben. Zur Erinnerung: Je Aktie werden 13,65 USDollar geboten. Das Transaktionsvolumen liegt damit bei etwa 24,4 Mrd. US-Dollar. Verschiedene Großaktionäre haben bereits Widerstand gegen das in ihren Augen zu niedrige „Abfindungsangebot“ angekündigt.

Unternehmenstermine Datum 25.02.2013 25.02.2013 26.02.2013 26.02.2013 26.02.2013 27.02.2013 28.02.2013 28.02.2013

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Uhrzeit - - 07:00 07:00 12:00 - - 07:00

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Name Daimler AG Philips Electronics BASF SE Fresenius SE & Co KGaA Home Depot Inc Salzgitter AG Aurubis AG Hochtief AG

Ereignis Ergebnisbericht 2012 Ergebnisbericht 2012 Ergebnisbericht 2012 Ergebnisbericht 2012 Ergebnisbericht 2012/13 Ergebnisbericht 2012 Hauptversammlung Ergebnisbericht 2012

Die Schuldenkrise ist nur aufgeschoben, nicht aufgehoben. Diesmal geht es um mehr als eine Wirtschaftsschwäche. In Wahrheit droht Europa ein Schlag von historischer Dimension. Denn – so mahnt Wolfram Weimer – wir leiden nicht nur an einer finanziellen, sondern auch an einer kulturellen Schuldenkrise. Das Abendland geht seinem Sonnenuntergang entgegen. Seine Werte, seine Religion, seine Tradition werden ausverkauft. Weimer bringt den gefühlten Kulturpessimismus unserer Zeit auf den Punkt. Er analysiert, dass der akuten Krise ein langfristiger Substanzverlust zugrunde liegt. Und er warnt davor, dass wir wie vor 100 Jahren wieder an einem Abgrund stehen. Dieses Buch entschlüsselt das neue Titanic-Syndrom vom drohenden Untergang. Es ist eine wuchtige Fundamentalkritik: Lustvoll, intelligent, polemisch. € 10,00 (D) / ISBN 978-3-579-06655-4

www.gtvh.de GÜTERSLOHER VERLAGSHAUS


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Threadneedle Latin America – Neue Kursfantasie Mit über einer Milliarde Dollar zählt der Threadneedle Latin America zu den volumenstärksten Lateinamerika-Fonds. Nach einem schwachen Börsenjahr 2012 erkennt Fondsmanager Daniel Isidori nun wieder gute Chancen. Zu den möglichen Wachstumskatalysatoren zählen nicht zuletzt die Fußball WM 2014. Im vergangenen Jahr legte der brasilianische Leitindex Bovespa gerade mal sieben Prozent zu, chilenische Werte erzielten ein Plus von nur vier Prozent. Um knapp 20% verbesserte sich dagegen Mexikos Börsenbarometer IPC. Andere Schwellenländermärkte und der deutsche DAX schnitten im Vergleich deutlich besser ab. Als kursbelastend hatte sich vor allem die Konjunkturabkühlung in China ausgewirkt. Sie verhagelte Lateinamerikas Rohstofflieferanten das Geschäft. Die Unternehmen mussten einen Rückgang der Gewinne von bis zu 20% hinnehmen. Nun zieht die Industrieproduktion in China aber wieder an. Das weckt neue Kursfantasien für lateinamerikanische Aktien. Ausgewiesener Experte für Titel aus der Region ist Daniel Isidori. Der Argentinier managte bereits für HSBC und Barclays Lateinamerika-Mandate. Seit 2009 ist er für den über eine Milliarde Dollar schweren Threadneedle Latin America verantwortlich. WM und Olympiade sorgen für Jobs Seine Aktienauswahl stützt Isidori auf eine umfassende Analyse sowohl der Unternehmenskennzahlen als auch der volkswirtschaftlichen Entwicklungen. Aktuell hat er rund 54% der Mittel in Brasilien angelegt. Zu den Top-Favoriten zählen der Minenwert Vale und der Ölriese Petrobras. Ein Engagement in Lateinamerikas größter Volkswirtschaft ist jedoch nicht nur wegen wieder verbesserter Exportbedingungen attraktiv. Auch die Binnenkonjunktur nimmt laut Isidori wieder Fahrt auf. Für 2013 wird ein Wirtschaftswachstum zwischen 3 und 4% prognostiziert. Die Politik hilft beim Aufschwung tatkräftig mit. Brasilien ist Austragungsort der Fußballweltmeisterschaft im kommenden Jahr. 2016 finden zudem die Olympischen Sommerspiele statt. Um die dazu notwendige Infrastruktur zu schaffen, investiert die Regierung über 30 Milliarden US-Dollar, durch die rund 250.000 neue Jobs geschaffen werden sollen. Zu den Unternehmen, die vom steigenden Lebensstandard profitieren können, zählt Manager Isidori den Betreiber von Shopping Malls BR Properties sowie den Nahrungsmittelkonzern Lojas Renner. Auch bei CCR, Brasiliens größtem Autobahnbetreiber, sieht der Manager Potenzial. 16

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Ambitionierte Ziele in Mexiko Noch hellere Perspektiven als in Brasilien erkennt Isidori derzeit in Mexiko; das Land ist mit 24% im Fonds gewichtet. „Der neue Präsident Enrique Pena Nieto strebt eine jährliche Wachstumsrate des Bruttosozialprodukts von 6% an“, sagt Isiodori. Eine deutliche Erholung der Wirtschaft des nördlichen Nachbarn – die USA nehmen 80% der mexikanischen Exporte ab – ist dafür aber Voraussetzung. Chancen sieht Isidor unter anderem bei Alfa, dem weltgrößte Hersteller von Zylinderköpfen und dem Zementhersteller Cemex. Ohne Gefahren ist ein Engagement allerdings nicht. So droht in Brasilien die Inflation kräftig zu steigen. Die Notenbank könnte sich daher gezwungen sehen, die Zinsen zu erhöhen, was wiederum die Kurse unter Druck setzen würde. Gravierende Folgen speziell für den mexikanischen Aktienmarkt hätte es auch, wenn sich in den USA die Politik nicht auf eine Ausweitung der Schuldenobergrenze einigen könnte. Zudem ist die Abhängigkeit von China weiterhin hoch. Der Fonds eignet sich daher nur für risikobereite Anleger, die mit hohen Volatilitäten leben können.

Threadneedle Latin America ISIN: Fondsvolumen: Fondswährung: Auflagedatum: Managementgebühr: Gesamtkostenquote:

GB0002769866 1,3 Mrd. Dollar Dollar 14.11.1997 1,5 % 1,81 %


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Fondskäufer orientieren sich an Ranglisten Für die Mehrheit der Deutschen ist die gute Platzierung eines Fonds in Ranglisten oder eine Auszeichnung von Fachpublikationen oder Ratingagenturen entscheidendes Kriterium beim Fondskauf, so das Ergebnis einer aktuellen bevölkerungsrepräsentativen Studie, die AXA Investment Managers (AXA IM) mit dem Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest bei 1.000 Interviewten durchgeführt hat. „Anleger wünschen sich Orientierung bei der Fondsauswahl. Bei aktuell über 7.500 zugelassenen Publikumsfonds in Deutschland ist es nachvollziehbar, dass eine eigene objektive Auswahl und Bewertung gar nicht darstellbar ist", so Karin Kleinemas, Head of

Marketing, Communications & Brand Northern Europe. Der gute Name eines Anbieters spielt bei der Entscheidung für einen Investmentfonds ebenfalls eine wichtige Rolle – allerdings über die letzten Jahre mit sinkender Tendenz. Vor allem Besserverdiener achten bei der Fondsauswahl auf den Namen des Anbieters (73%). Für diejenigen, die sich schlecht mit Finanzthemen auskennen, spielt die Namhaftigkeit des Anbieters überraschenderweise die geringste Rolle (44%). Die Fondsgesellschaften selbst sind weitgehend unbekannt. 81 Prozent der Deutschen können spontan keine einzige Fondsgesellschaft benennen .

RobecoSAM

Nachhaltigkeitsindex für EM-Aktien Mit fortschreitender Bedeutung der Schwellenländer ist der Bedarf an einem Referenzindex für nachhaltig orientierte Investoren gestiegen. Die exklusiv auf Sustainability Investing fokussierte Gesellschaft RobecoSAM und S&P Dow Jones Indices, der größte Anbieter von Finanzmarktindizes, haben nun den Dow Jones Sustainability Emerging Markets Index kreiert. Mit dem DJSI Emerging Markets können Anleger die Kursentwicklung der Firmen verfolgen, die von RobecoSAM im Rahmen des jährlichen Corporate Sustainability Assessment (CSA) als die nachhaltigsten ihrer Branche identifiziert werden. Das CSA bewertet die Unternehmen anhand ökonomischer, ökologischer

und sozialer Kriterien. Von den insgesamt 800 Emerging-MarketUnternehmen, die zur Teilnahme am CSA 2012 berechtigt waren, wurden 69 als „Sustainability Leader“ identifiziert und in den Index aufgenommen. Somit enthält der DJSI Emerging Markets laut RobecoSAM Unternehmen aus 20 Schwellenländern, die besser aufgestellt sind als ihre Mitbewerber, um langfristige Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen zu adressieren. Im Index vertreten sind aktuell unter anderem Taiwan Semiconductor, die Industrial & Commercial Bank of China, China Mobile, die brasilianische Bank Itau Unibanco S.A und der Ölkonzern Petroleo Brasileiro.

Phaidros Funds

Gefallene Engel im Portfolio Der von der Münchner Asset Manager Eyb & Wallwitz neu aufgelegte Phaidros Funds Fallen Angels legt schwerpunktmäßig in Anleihen großer Unternehmen an, deren Rating unter die Marke von BBB (Investmentgrade) gefallen ist. Der Fonds ist in zwei thesaurierenden (ISIN: LU0872913917 und LU0872914139) und einer ausschüttenden Variante (ISIN: LU0872914485) erhältlich. Die zur Gruppe der Fallen Angels zählenden Zinspapiere sind ursprünglich mit einem Investmentgrade Rating an den Anleihenmarkt gekommen. Anschließende Bonitätsherabstufungen sorgen dann für Kurseinbußen, die oftmals über das gerechtfertigte Maß hinausgehen. Die 17

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Fondsmanager des Phaidros Funds Fallen Angels streben ein Portfolio an, das zu etwa 75% aus Euro-notierten Anleihen etablierter Unternehmen mit einem BB bzw. BB+ Rating besteht, dem höchsten für High Yield Titel. Nach Recherchen von Eyb & Wallwitz kommen Hochzinsanleihen im globalen Maßstab auf eine durchschnittliche jährliche Ausfallrate von 4,3%. Bei Fallen Angels beträgt dieser Wert nur 1,4%. Die Bonds werden auch wesentlich liquider gehandelt. In einem Drittel aller Fälle könnten die betroffenen Unternehmen ihren guten Ruf als Investmentgrade-Gesellschaft später sogar wieder herstellen, was Kurssteigerungen der Anleihen nach sich ziehe.


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Daimler-Sprint-Zertifikat – Damit fahren Anleger besser Seit Anfang 2006 hat sich der Anteilschein von Daimler per Saldo kaum verteuert. Sollte der DAX-Titel in den kommenden 14 Monaten Gas geben, erzielen die Besitzer eines darauf basierenden Sprint-Zertifikats eine wesentlich höhere Rendite als die Aktionäre des Automobilherstellers. Dieter Zetsche ist seit mehr als sieben Jahren Vorstandschef von Daimler. Er konnte leider manche seiner Versprechen nicht halten. Deshalb hat sich die Aktie des Stuttgarter Automobilkonzerns erheblich schlechter entwickelt als die Papiere der Rivalen BMW und Volkswagen. Genau genommen ist die Kursentwicklung der Daimler-Aktie ein Trauerspiel. Denn der aktuelle Kurs liegt nur etwa einen Euro über dem Niveau vom Januar 2006, als Zetsche sein Amt angetreten hat. Mittelfristig erwarten einige Analysten allerdings einen deutlichen Kursanstieg.

sondern auch in Deutschland die Effizienz in der Fertigung verbessern. Sein Ziel ist es, die Montagezeit pro Auto bis 2015 von 40 auf 30 Stunden zu verringern.

Vertriebsstruktur in China wurde optimiert Erfreulicherweise ist Daimler gut ins Geschäftsjahr 2013 gestartet. Im Januar verkaufte das Unternehmen 102.180 Autos – das sind 8,1% mehr als im entsprechenden Vorjahresmonat. Zu diesem Anstieg haben vor allem die Verkäufe in China beigetragen. Dort steigerte der Automobilkonzern den Absatz im Januar um 15,4% auf 16.695 Fahrzeuge. Auch in den kommenden Monaten dürften die Geschäfte im Reich der Mitte florieren, zumal dort im vierten Quartal 2012 die Vertriebsstruktur von Daimler optimiert wurde. Aber Zetsche will nicht nur die Absatzchancen in dem asiatischen Land optimal nutzen,

Sprint-Zertifikat mit überzeugenden Konditionen Der Analyst Philippe Houchois vom Schweizer Bankhaus UBS stuft die Daimler-Aktie als kaufenswert ein und taxiert das Kursziel auf 55,00 Euro. Obwohl der von Houchois in Aussicht gestellte Kursanstieg eine realistische Prognose ist, sollten Anleger nicht vorschnell Daimler-Aktien ordern. Denn ein darauf basierendes Sprint-Zertifikat (WKN: DZE2KR) von der DZ Bank ist eine lukrative Alternative. Der Clou ist, dass die Besitzer dieses Finanzprodukts an einem Anstieg des Aktienkurses von 48,00 auf 55,00 Euro mit einem Hebel von zwei partizipieren. Deshalb würden sie am 27. Juni 2014 pro Zertifikat 62,00 Euro erhalten, wenn der Anteilschein des Autoproduzenten an diesem Termin mindestens bei 55,00 Euro notiert. Für einen Kauf dieses Sprint-Zertifikats spricht auch die Tatsache, dass es zurzeit rund 7,2% günstiger ist als der Basiswert. Aufgrund des Abgelds können Anleger mit dem Zertifikat auch von einer Seitwärtsbewegung des Aktienkurses profitieren.

Kosten runter, Gewinn rauf Des Weiteren tritt das Management auf die Kostenbremse. Deshalb werden in der Nutzfahrzeug-Sparte insgesamt 2.100 Stellen gestrichen – 1.300 in der Produktion in Nordamerika und 800 in der Administration in Deutschland. Auch im Pkw-Bereich soll gespart werden. Die Kostensenkungsmaßnahmen werden aber voraussichtlich erst 2014 den operativen Gewinn nach oben treiben – in diesem Jahr dürfte er stagnieren. Immerhin erhalten die Aktionäre im April eine üppige Dividende von 2,20 Euro pro Anteilschein.

Daimler-Sprint-Zertifikat Zertifikattyp Sprint-Zertifikat

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Emittent Basiswert Fälligkeit WKN DZ Bank Daimler 27.06.2014 DZE2KR


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BÖRSE STUTTGART

Zertifikatebörse verlängert Handelszeiten Die auf den Handel mit Optionsscheinen und Zertifikaten spezialisierte Börse Stuttgart verlängert ihre Handelszeiten: Ab März können dort sämtliche inländischen und ausländischen Aktien sowie Genussscheine bis 22 Uhr gehandelt werden. Darüber hinaus sind auch

sämtliche Investmentfondsanteile und Exchange Traded Products (ETPs), zu denen Exchange Traded Funds (ETFs) und Exchange Traded Commodities (ETCs) zählen, in der Zeit von 8 bis 22 Uhr handelbar. Bisher hat die Stuttgarter Börse von 8 bis 20 Uhr geöffnet.

VONTOBEL

8% Rendite mit Konsumaktienanleihe? Eine neue Protect Multi Aktienanleihe (WKN: VTA7MM) auf die europäischen Konsumwerte Danone, Carrefour und Unilever steht noch bis Ende kommender Woche zur Zeichnung bereit. Unabhängig vom Kursverlauf der drei Basiswerte zahlt Emittent Vontobel einen Zinskupon von 8% per anno. Auf welche Art und Weise Anleger am Ende der Laufzeit ihren Einsatz zurückerhalten, hängt dagegen vom Kursverlauf der drei Blue Chips ab: Berühren die Papiere während der einjährigen Laufzeit niemals ihre bei 70% des jeweiligen Startwertes angesiedelte

Barriere, wird die Anleihe im März 2014 vollständig zurückbezahlt. Berührt oder unterschreitet hingegen eine der Aktien besagte Barriere und notiert am Laufzeitende einer der drei Titel unterhalb seines Startpreises, so erfolgt die Tilgung in Form von Aktien. Zur Tilgung der Anleihe liefern die Eidgenossen in diesem Fall das Papier mit der schlechtesten Wertentwicklung aus, was Anlegern zumindest Chancen auf eine spätere Erholung einräumt. Wer besagte Wette wagen möchte, muss mindestens 1.000 Euro anlegen.

WGZ Bank

Easy-Express auf RWE Noch bis zum 8. März können Anleger ein neues WGZ Easy-ExpressZertifikat (WKN: WGZ7DG) auf die RWE-Aktie zeichnen. Das Agio beträgt 1%. Das Papier läuft bis 25. Mai 2014 und verspricht einen Bonus von 7,25 Euro je Zertifikat am Laufzeitende. Zeichnern winkt somit eine Maximalrendite von 5,18%. Besagte Rendite in Form des Bonusbetrages zahlt die WGZ Bank jedoch nur, wenn die RWE-Aktie im Mai 2014 über einer bei 70% des Startwertes

angesiedelten Barriere notiert. Geht diese Spekulation schief, müssen Anleger auf jeglichen Bonusertrag verzichten. Außerdem werden sie dann an der negativen Wertentwicklung der Versorger-Aktie beteiligt und erleiden Verluste. Somit ist der neue Easy-Express auf RWE lediglich für risikobereite Anleger geeignet, die sowohl bei leicht steigenden, stagnierenden oder moderat nachgebenden Kursen der RWE-Aktie Erträge erzielen möchten.

DEUTSCHE BANK

6% mit Starbucks-Express? Bereits am Dienstag schließen die Zeichnungsbücher für ein interessantes Express-Zertifikat auf die US-Kaffeehauskette Starbucks (WKN: DB9ZWV). Emittent Deutsche Bank verlangt bei der Zeichnung ein Agio von 1,50%. Im Idealfall werden aus 100 Euro in einem Jahr 107,80 Euro, was einer Renditechance von rund 6,20% entspricht. Hierfür muss die Starbucks-Aktie allerdings am 21. Februar 2014 über ihrem Anfangsreferenzpreis vom 26. Februar schließen. Ist dies nicht der Fall, verlängert sich die Laufzeit um ein weiteres Jahr. Im Februar 19

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2015 legt der Emittent dann erneut die Messlatte an: Notiert Starbucks dann über dem Startniveau, ist besagter Express bereits 115,60 Euro je Zertifikat wert und Anleger erhalten ihren Einsatz nebst Expresszahlung zurück. Dieses Prozedere – dann mit Chancen auf 139 Euro pro Zertifikat – wiederholt sich letztmalig im Februar 2018. Notiert die Starbucks-Aktie allerdings auch dann unter ihrem Startniveau, kommt die Barriere von 60% ins Spiel. Sie entscheidet, ob Anleger zumindest ihren vollständigen Einsatz zurückerhalten.


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Rohstoff der Woche

Brent-Öl schmiert ab – Trendwende? Die Preise der Ölsorten WTI und Brent gerieten in der vergangenen Woche stärker unter Druck. Aus charttechnischer Sicht wurde beim Brent-Öl dabei ein potenzielles Trendwendemuster komplettiert. Dies könnte zumindest für eine größere Korrektur sprechen. Am vergangenen Mittwoch brachen beim Öl plötzlich die Dämme. Die Kurse gaben ohne ersichtlichen Grund binnen kurzer Zeit deutlicher nach. Über die Ursachen wurde trefflich spekuliert. Gemutmaßt wurde, dass ein Hedgefonds hinter den massiven Abschlägen stehen könnte. Vielleicht wird hier nach der rasanten Rally seit Dezember letzten Jahres aber einfach nur Kasse gemacht. Schließlich sind es wohl weniger fundamentale Aspekte, die zur Aufwärtsbewegung geführt haben, sondern vielmehr liquiditätsgetriebene Spekulationen angesichts der extrem lockeren Geldpolitik sowie in Ermangelung von Anlagealternativen. In diesem Zusammenhang interessant sind auch die jüngsten Ausführungen der US-Notenbank (Fed) in ihrem am Mittwochabend veröffentlichten Protokoll der Januarsitzung. Aus diesem geht hervor, dass im geldpolitischen Ausschuss die Sorge über den extrem aggressiven Kurs nicht abnimmt. Mehrere Mitglieder meinen demnach, die Notenbank solle sich dafür vorbereiten, das Tempo der Anleihekäufe anzupassen. Diese Aussagen könnten die Spekulationen über ein vorzeitiges Ende dieser Maßnahmen nähren. Auch der US-Dollar profitierte und wertete etwas auf.

Dies könnte zusammen mit der wachsenden Annahme einer weniger expansiven Geldpolitik die Ölpreise zusätzlich belastet haben. Daraus ergibt sich nun eine interessante charttechnische Konstellation beim Brent-Öl. Sowohl der April, Mai als auch Juni-Future zeigen im Kerzenchart auf Wochenbasis ein potenzielles Trendwendemuster (Evening Star). Verstärkt wird dieses Signal dadurch, dass es knapp unter einer Hürde gebildet wurde. Alles in allem gibt es somit Indizien, die zumindest für eine größere Korrektur sprechen könnten. Daher könnten spekulative Short-Spekulationen erwägenswert sein. Zu beachten bei den in der Tabelle angegebenen Hebel-Zertifikaten ist die begrenzte Laufzeit.

Brent – Juni-Future (ICE)

Derivate auf Brent-Öl (Basiswert: Juni-Future (ICE)) Typ Hebel-Zert. (short) Hebel-Zert. (short) Hebel-Zert. (short)

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WKN BP6515 BP6516 BP6517

Basispreis/Knock-out 140,00/140,00 USD 135,00/135,00 USD 130,00/130,00 USD

Laufzeit Hebel 13.05.2013 4,14 13.05.2013 5,06 13.05.2013 6,51


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Rohstoffanalysen

Rohstoffe im Überblick Gold – Spotpreis in US-Dollar

Rohstoffe (Auswahl)

Nach den kräftigen Verlusten in der Vorwoche gab es auch in der vergangenen deutlichere Abschläge. Die untere Begrenzung der übergeordneten Seitwärtsspanne bei etwa 1.520 US-Dollar rückt damit immer näher. Ein Test dieser Region scheint wohl ausgemachte Sache. Interessant ist dann, ob sie abermals hält oder ob sie dann verletzt wird.

Markt Kurs Rohöl WTI Crude NYMEX ($/bbl)

93,36

-2,83%

3,28

+3,90%

Heizöl NYMEX ($c/gal)

310,77

-3,39%

Gold NYMEX ($/Unze)

1579,60

-1,91%

28,78

-3,53%

735,25

-2,52%

Platin Spot ($/Unze)

1605,00

-4,32%

Aluminium Spot ($/t)

2024,50

-4,64%

Blei Spot ($/t)

2291,75

-5,33%

Kupfer Spot ($/t)

7773,25

-4,88%

Nickel Spot ($/t)

16745,00

-8,25%

Zinn Spot ($/t)

23295,00

-6,54%

Zink Spot ($/t)

2069,75

-3,58%

Baumwolle ICE ($c/lb)

82,910

+1,96%

Kaffee "C" ICE ($c/lb)

143,70

+2,75%

2142,00

-0,28%

Mais CBOT ($c/bu)

690,50

-1,04%

Orangensaft gefr. ICE ($c/lb)

130,20

+1,64%

1459,75

+2,39%

715,00

-3,67%

Zucker No.11 ICE ($c/lb)

18,16

+0,89%

Lebendrind CME ($c/lb)

128,40

-1,50%

Mastrind CME ($c/lb)

141,13

-1,57%

81,70

-3,06%

Erdgas NYMEX ($/MMBtU)

Silber Spot ($/Unze) Palladium Spot ($/Unze)

Kakao – Mai-Future (ICE) Seit dem Zwischenhoch im September 2012 ist der Kakaopreis im Rückwärtsgang. Nun hat er beinahe die Unterstützung bei 2.090 USDollar (Zwischentief Dezember 2011) erreicht. Die Frage ist nun, ob sie bei einem möglichen Test, wie schon im Juni 2012, verteidigt werden kann oder ob sie diesmal nachhaltig unterschritten wird.

Kakao ICE ($/t)

Mageres Schwein – April-Future (CME) Der Preis für Mageres Schwein setzte jüngst seine zuletzt gesehene Talfahrt fort. Dabei wurde nun auch die nächste Unterstützung bei 84 US-Cent nachhaltig unterschritten. Dies spricht für weitere Abgaben. Die nächste nennenswerte Haltezone findet sich nun bei 79,65 US-Cent, die aus dem Zwischentief von Mai 2012 resultiert.

Platin – Spotpreis in US-Dollar Platin scheiterte zuletzt an der Hürde von 1.736 US-Dollar und prallte erst einmal nach unten ab. Der Preis testete dabei jüngst das maximale zulässige Potenzial einer kurzfristigen Verschnaufpause aus und hielt sich nach einem Test über der 1.600er-Marke. Bricht sie, drohen weitere Abschläge bis zunächst 1.510 US-Dollar.

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% zur Vorwoche

Sojabohnen CBOT ($c/bu) Weizen CBOT ($c/bu)

Schwein mag. CME ($c/lb)

Rohstoff-Indizes (Auswahl) Index Kurs

% zur Vorwoche

NYSE Arca Gold BUGS Index (HUI) 359,98

-5,07%

NYSE Arca Oil & Gas Index

1329,66

-0,51%

136,69

-1,80%

Reuters-Jeffries CRB Futures-Index 293,73

-1,36%

Rogers Int. Commodity Index

-2,84%

DJ AIG Commodity Index

3721,55


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Kulturkalender

Märkisches Museum © Stadtmuseum Berlin | Foto: Setzpfandt

„Once Upon a Time in Mass Media. Digitale Montagen von Margret Eicher“ Ausstellung, 02.03.13 - 05.05.13, Schloss Neuenbürg, Karlsruhe, www.landesmuseum.de „Rudimentär – von August Stramm“ Bühne, 09.03.13 - 13.03.13, Theater tri-bühne, Stuttgart, www.tri-buehne.de „M. Schmitt, G. Huber: Brahms, Hindemith“ Musik, 10.03.13, Kölner Philharmonie, Köln, www.koelner-philharmonie.de

Seren Başoğul, Cover-Discover, 2012, Fotografie, © Stadtmuseum Berlin, Foto: Seren Başoğul

Kopfputz –

Gustav Richter, Cornelie Richter in orientalischem Kostüm, 1875, Öl auf Leinwand, © Stadtmuseum Berlin, Foto: Hans-Joachim Bartsch, Berlin

Kopfbedeckungen im Wandel der Zeit Unter dem Ausstellungsthema „Kopfputz | BlickWechsel im Märkischen Museum“ stehen vom 23.01.2013 - 20.05.2013 die verschiedenen Kopfbedeckungen und ihr Stellenwert damals und heute im Zentrum. Eine Ausstellung, die die Mode von Kopfbedeckungen im Wandel der Zeit beleuchtet. Das neue Ausstellungsformat BlickWechsel macht auf Veränderungen im alltäglichen Leben aufmerksam und ermöglicht erstaunliche Beobachtungen. Im Spiegel der Zeit eröffnen sich dem Besucher neue Perspektiven und Erkenntnisse, die eingefahrene Sichtweisen relativieren und in Frage stellen. Sie geben den Impuls, Denkmuster zu hinterfragen und vor diesem Hintergrund die Vielfalt in unserer Gesellschaft, die Pluralität in Berlin, als einen Wert anzuerkennen und zu schätzen. Diese Dauerausstellung im Märkischen Museum hat es sich zur Aufgabe gemacht, Zeugnisse historischer Berliner Straßenszenen zusammenzutragen und einem interessierten Publikum zu zeigen. Überall dort, wo Straßenszenen aus früheren Zeiten gezeigt werden, fehlen sie nicht – die 22

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unterschiedlichsten Kopfbedeckungen: ob Hüte, Kopftücher und Co., sie prägten einfach das Straßenbild. War es früher fast undenkbar, das Haus ohne geeignete bzw. schmückende oder schützende Kopf bedeckung zu verlassen, übrigens bei Männern, Frauen und Kindern gleichermaßen, so spielen Hut oder Kopftuch als Kopfbedeckung im heutigen Straßenbild eine eher wenig beachtete oder rein religiöse Rolle. Doch vielleicht erfährt der Hut ja bald eine Renaissance? Im Märkischen Museum kann man sich noch bis zum 20. Mai für mehr „Mut zum Hut“ inspirieren lassen.

W eitere Infos unter: www.stadtmuseum.de

„REST BAD FOR THE BONES“ Musik/Tanztheater, 28.02.13 - 10.03.13, Tafelhalle im KunstKulturQuartier, Nürnberg, www.katharinenruine.de „Zu dir oder zu mir? – von Royce Ryton“ Bühne, 03.03.13 - 31.03.13, Kleine Komödie Warnemünde, Warnemünde, www.volkstheater-rostock.de „6. Sinfoniekonzert – mit Werken von Beethoven und Tschaikowsky“ Musik, 10.03.13 - 11.03.13, Weimarhalle, Weimar, www.nationaltheater-weimar.de „AUSSTELLUNG: Kopfputz“ Ausstellung, 23.01.13 - 16.05.13, MÄRKISCHES MUSEUM | Stadtmuseum Berlin, Berlin, www.stadtmuseum.de

A phorismus der Woche „Kunst muss eine Botschaft haben, anderenfalls brauchen wir sie nicht.“ (Harry Belafonte)


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Coffeetable-Favourites

Terra Maxima – Die Rekorde der Menschheit Die Menschheit hat seit jeher Rekorde vollbracht – spektakuläre Pyramiden erbaut, faszinierende Wolkenkratzer in den Himmel wachsen lassen und prächtige Hotelanlagen kreiert, allein die Antike kannte sieben Weltwunder. Dieses Buch stellt die herausragenden Leistungen der Menschheit in einer atemberaubenden Zusammenstellung vor.

Terra Maxima – Die Rekorde der Menschheit Verlag: Kunth Verlag Ausgabe: 560 Seiten Sprache: Deutsch ISBN: 978-3-89944-815-3 Preis: 39,95 Euro www.kunth-verlag.de

Terra Maxima – Die Rekorde der Menschheit ist ein Bildband der um subjektiv empfundenen Adjektiven wie Superlative über die spektakulärsten Rekorde der Menschheit. Vom „schön“ und „vollkommen“ eine Kategorie des Petersdom bis zum 828 Meter hohen Burj Khalifa, dem höchsten Messbaren hinzuzufügen. Wolkenkratzer der Welt, werden die Höchstleistungen, die die Dieser Bildband präsentiert die spektakuMenschheit vollbracht hat, in diesem Werk eingehend zusammenge- lärsten Rekorde der Menschheit mit brillanstellt und mit fantastischen Bildern untermalt. ten Aufnahmen der weltbesten Fotografen, Um zu den sieben Weltwundern der Antike gezählt zu werden, musste vielen Ranglisten zum schnellen Überblick man bestimmte Kriterien erfüllen. So war es zum Beispiel entschei- und informativen Kurztexten zu Themen dend, dass eine Abgrenzung vorgenommen wurde, ob für die Wunder wie Länder und Völker, Sprache und Schrift, menschlicher Erfindungsgeist und Gestaltungswille verantwortlich war Glaube und Religion, Städte und Architekoder ob die Wunder von der Natur – ohne menschliches Zutun – her- tur, Transport und Verkehr, Forschung und vorgebracht wurden. Gradmesser waren in der Antike zudem Begriffe Wissenschaft, Kunst und Kultur, Sport und wie Schönheit, Größe und technische Raffinesse. Heute zählen diese Freizeit. Ein Bildband der Superlative über Kriterien nach wie vor, allerdings wird eher von Rekorden gesprochen, die Superlative der Welt!

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Geschäftsführer Dr. Wolfram Weimer Amtsgericht: München HRB 198201 Vertriebsleitung: Michaela Lenz, Tel.: 0911 / 274 00 0 michaela.lenz@boerse-am-sonntag.de Anmeldung: Um „BÖRSE am Sonntag“ kostenfrei zu beziehen, melden Sie sich an unter: www.boerse-am-sonntag.de Abmeldung: Zur Abmeldung vom Bezug der „BÖRSE am Sonntag“ senden Sie einfach eine Email an: abmelden@boerse-am-sonntag.de

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Bildnachweis: Fotolia, Carl Zeiss Meditec Layout: addna, Nürnberg Technik: Marcus Brauer, menthamedia Erscheinungsweise: wöchentlich, jeweils Sonntag Mitarbeiter dieser Ausgabe: Dr. Wolfram Weimer, Christian Ernst Frenko, Miriam Feuerstein, Thomas Uhlig, Margot Habjan, Andreas Fiek, Steffen Droemert, Michael Amtmann, Michaela Ellen Lenz, Wolfgang Tenor, Michael Fuchs, Christian Bayer, Jörg Billina, Thorsten Scheck, Martin Münzenmayer, Carsten Scholz Die Charts wurden mit freundlicher Unterstützung von TradeSignal erstellt. Deutsche Bibliothek: ISSN 1610-7446 Auflage: 117.000

oder insbesondere ersetzen. Es wird drin- einer unerlaubten Handlung oder einer gend empfohlen, sich stets auch immer aus sonstigen gesetzlichen Bestimmung ergeanderen Quellen zu informieren. benden Verantwortlichkeit, zum Ersatz des aus der Befolgung des Rates oder der Es kann im Einzelfall nicht ausgeschlos- Empfehlung entstehenden Schadens nicht sen werden, dass der Redakteur oder ein- verpflichtet ist.“ zelne Mitarbeiter der Herausgeberin an Unternehmen beteiligt sind, die Gegen- Für alle Hyperlinks gilt: Die Weimer Mestand von Analysen oder anderen Berich- dia Group GmbH erklärt ausdrücklich, ten sind. Umso mehr stellen die veröffent- keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und lichten Artikel, Nachrichten, Daten und die Inhalte der gelinkten Seiten zu haben. Empfehlungen immer auch eine persönli- Daher distanziert sich die Weimer Media Die Herausgeberin will ihren Abonnen- che Meinung des Autors dar und erheben Group GmbH von den Inhalten aller verten die Möglichkeit bieten, sich eine un- weder Anspruch auf Vollständigkeit noch linkten Seiten und macht sich deren Inabhängige und eigenverantwortliche Mei- auf alleinige Richtigkeit. halte ausdrücklich nicht zu Eigen. nung zu bilden, keinesfalls jedoch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf Wir verweisen insbesondere auf § 675 Diese Erklärung gilt für alle in den Seiten von Wertpapieren oder Rechten abgeben. II BGB, wonach die Weimer Media vorhandenen Hyperlinks, ob angezeigt Die zur Verfügung gestellten Informatio- Group GmbH, unbeschadet der sich oder verborgen, und für alle Inhalte der nen sollen auch keine Beratung darstellen aus einem (anderen) Vertragsverhältnis, Seiten, zu denen diese Hyperlinks führen. 24

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Ausgabe 08/13 (Spezial: Ökologische & nachhaltige Investments)