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№ 23 · Sonntag, 09. Juni 2013

J u b i l äu m 2003 - 2013

SPEZIAL > Seite 10

Türkischer Zorn verschreckt Investoren Editorial

LIEBE LESER IN NEN U ND LESER, eine Protestwelle mit Toten und weit über 4.000 Verletzten erschüttert die Türkei. Auslöser war ein einzelnes Bauvorhaben, doch schlaglichtartig wurden Verletzlichkeit und Zerrissenheit des gesamten Staatsgebildes deutlich. Auch 90 Jahre nach Atatürks Gründungsakt, dem der Holocaust an den Armeniern und die Vertreibung der Griechen voranging, sind tiefe Wunden im Land am Bosporus zu bemerken. Ministerpräsident Erdogan versucht bislang, die aktuelle Protestwelle, die doch so tief blicken lässt, herabzuspielen. Er spricht von Randalierern, ja, von Terroristen, und gibt sich kampflustig. Im Schatten der Proteste strebt er aber – und das beunruhigt auch die Börsianer – hin zu einer stark islamisierten Gesellschaft. Die uralte, vielfältige

Kultur, die sogar die Osmanen noch tolerierten: in der Türkei scheinen derzeit auch ihre letzten Reste keine Zukunft zu haben. Die politische Unsicherheit irritert Investoren, die Konjunktur am Bosporus flaut ohnehin seit etwa zwei Jahren ab. An der Börse in Istanbul brachen die Aktienkurse ein, die türkische Lira wurde erneut abgewertet. Mehr dazu lesen Sie im Spezial dieser Ausgabe. Doch das ist nur eines unserer Themen. Auch zum drohenden Handels­k rieg mit China und den volatilen Aussichten an den Aktien­märkten möchten wir Sie informieren. Herzlichst Ihre Redaktion von BÖRSE am Sonntag


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Schliekers Woche

Der Knieschuss-Wettbewerb Sonntag, 09. Juni 2013

AKTIEN & MÄRKTE Schliekers Woche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 Tops und Flops-, Zitat- und Zahl der Woche. . . . . . . . . . . . 3 Markt im Fokus: Lettland – Aus Lats wird Euro. . . . . . . . . . 4 Märkte im Überblick: S&P 500, DAX, EURO STOXX 50 . . . . . 5 Aktie der Woche: Intel . . . . . . . . . . . . . . . 7 SPEZIAL Türkei. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 UNTERNEHMEN Unternehmen der Woche: Lechler GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13 News: Voestalpine, Tesco, Ciena. . . . . . . 14 FONDS Fonds der Woche: DWS Top Dividende . . . . . . . . . . . . . . . 15 Fonds-News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 ZERTIFIKATE Zertifikate-Idee: Münchener Rück-Bonus-Zertifikat Pro. . . 17 Zertifikate-News. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 Rohstoffe Rohstoff der Woche: Kakao . . . . . . . . . . . 19 Rohstoffanalysen: Mageres Schwein, Mais, Platin, Zucker. . . 20 Lebensart Produkt der Woche: Headboards – schlafen wie im Grand Hotel. . . . . . . . . . 22 Impressum/Disclaimer . . . . . . . . . . . . . . 23

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Die Europäer, genauer gesagt die EU, noch genauer gesagt die Europäische Kommission, haben die beneidenswerte Fähigkeit – neben vielen anderen –, mit schlafwandlerischer Reinhard Schlieker Sicherheit Sachen zu ZDF Wirtschafts­ korrespondent erfinden, die bestenfalls nutzlos, meist aber grotesk schädlich sind. Das mag auch daran liegen, dass die Kommission eine Machtfülle besitzt, vor der bald jeder in Europa kapitulieren muss, und in der Schlange derjenigen, die resigniert ihre Waffen abliefern wollen, steht der gesunde Menschenverstand stets an prominenter Stelle. Die Vorgänger und Vorvorgänger statteten die Kommission mit ihren unveräußerlichen Rechten aus, und die heutigen Regierungen entsandten dorthin Leute, die bestenfalls als Knallchargen Dienst tun, das aber laut und deutlich. Ein Handelskommissar namens De Gucht kann so behaupten, er tue ja nur seinen Job, wenn er Strafzölle gegen chinesische Solarpaneele erhebe – elf Prozent bis Ende August, danach 47 Prozent. Die Menschheit wäre wohl besser dran, wenn der Mann auf die Ausübung seines Job verzichten würde. Denn die Herstellung solcher Module ist für Europa keine wichtige Industrie: es ist keinerlei „HighTech“, die chinesische Preisgestaltung trifft nur eine verschwindend kleine Teileinheit der Solarindustrie – dem großen Rest schadet der EU-Strafzoll, denn die Preise werden steigen. Das betrifft alle Lieferanten von Komplettsystemen. Hierzulande, wohlgemerkt. Natürlich beziehen die chinesischen Firmen alle Werkzeugmaschinen und Ausrüstung aus Europa, und zusätzliche Technologie zu den Zellen und Paneelen kauft das Land auch hier: ehe es seine Module weltweit exportiert. Der Handelskommissar hat den Wettbewerb im Selber-ins-Knie-Schießen klar für sich entschieden. Das sieht auch Bundeswirtschaftsminister

Rösler so, den man auf dem Familienunternehmertag in Berlin fragen konnte. Die Strafzölle sind Nonsens, 17 EU-Länder sind dagegen, aber vor 2014 werden sie nicht gefragt werden. Was den Fragesteller erstaunt, ist die resignierende Nonchalance, die mit dieser Feststellung einhergeht. Auch wenn der Minister immerhin zugibt, dass solche Strafzölle auch deshalb vermintes Gelände sind, weil man ja gerade der ganzen Solarchose in Europa definitiv nicht nachsagen kann, dass sie völlig staatsfrei abliefe. Die deutsche EEG-Förderungspolitik würde China, wäre man dort entschlossen, gute Gründe geben, weitere Einfuhren zu stoppen. Wenn man überdies die traditionelle europäische Agrarpolitik betrachtet und danach noch Lust verspürt, sich die Struktur- und Regionalförderungen anzusehen, die es hierzulande gibt, dann kann man ermessen, was bei strenger Betrachtung an Strafzöllen auf Europa zukommen müsste. Welch ein Glück, dass hier noch ein paar Dinge erzeugt werden, die die Welt braucht! Wehe uns, wenn das mal nicht der Fall sein wird. In der Geschichte sind Zölle und sonstige Handelshemmnisse öfter der scheinbar günstige Ausweg aus Krisen gewesen – genützt hat es nie. Als England seine Industrie im 19. Jahrhundert schützen wollte, indem andere Länder gezwungen wurden, Herkunftsbezeichnungen auf ihre Güter zu schreiben, wirkte das wie ein Konjunkturprogramm für den Kontinent: "Made in Germany" wurde zum Qualitätsmerkmal, ja, zum Ehrenemblem jeder Maschine, jedes Werkzeugs, jedes Stahlrohrs. Das eigene Knie haben die Briten damals zielsicher getroffen. Das könnte man in Brüssel wissen, aber dort scheint man den Schuss nicht gehört zu haben.

Was denken Sie über dieses Thema? Schreiben Sie direkt an den Autor, Herrn Reinhard Schlieker unter schlieker@boerse-am-sonntag.de


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Tops und Flops der Woche Zitat der Woche

tops Morphosys: Ausblick optimistischer Angesichts einer Vorauszahlung von GlaxoSmithKline (WKN: 940561) in Höhe von 22,5 Mio. Euro hat Morphosys (WKN: 663200) die Einnahmen-Prognose für 2013 von 48 bis 52 Mio. auf 68 bis 72 Mio. Euro erhöht. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll statt -18 bis -22 Mio. Euro nun -2 bis +2 Mio. Euro erreichen. Der britische Pharmakonzern wird einen Antikörper (MOR103) von Morphosys zur Behandlung von rheumatoider Arthritis weiterentwickeln und vermarkten. Ahold: Gewinnsprung dank Beteiligungsverkauf Der in Europa und in den USA aktive niederländische Handelskonzern Ahold (WKN: A0MZBE) vervielfachte den Gewinn im ersten Quartal von 285 Mio. auf 1,95 Mrd. Euro. Der Verkauf der schwedischen Lebensmittelkette ICA hatte das Ergebnis mit 1,75 Mrd. Euro aufpoliert. Aus fortgesetzter Geschäftstätigkeit schrumpfte der Gewinn von 257 auf 208 Mio. Euro. Der Umsatz legte von 9,72 auf 10,12 Mrd. Euro zu. Statt für 500 Mio. Euro sollen nun eigene Aktien für insgesamt 2 Mrd. Euro zurückgekauft werden. Voestalpine: Dividende steigt Voestalpine (WKN: 897200) erhöhte den Überschuss im Geschäftsjahr 2012/13 (Ende: 31. März) dank reduzierter operativer Kosten von 413,27 auf 521,93 Mio. Euro. Der Vorsteuergewinn (EBT) legte von 504,37 auf 654,66 Mio. Euro zu. Vor Zinsen und Steuern (EBIT) steigerte der österreichische Stahlkonzern den Gewinn von 704,19 auf 853,63 Mio. Euro. Der Umsatz schrumpfte dagegen von 12,06 auf 11,52 Mrd. Euro. Aktionäre sollen an der Gewinnentwicklung mit einer von 0,80 auf 0,90 Euro erhöhten Dividende beteiligt werden.

Flops MAN: Warnung vor Gewinneinbruch Die im MDAX notierte VW-Tochter MAN (WKN: 593700), die Wolfsburger halten 75% des Nutzfahrzeug-, Motoren- und Maschinenbauers, muss im zweiten Quartal für verschiedene Risiken weitere 146 Mio. Euro zurückstellen. Anfang April waren bereits 140 Mio. Euro zur Seite gelegt worden. Im Gesamtjahr soll der Umsatz das Vorjahresniveau erreichen. Die Umsatzrendite werde jedoch „ganz erheblich“ unter dem Wert von 2012 liegen, warnte der Vorstand. Im vergangenen Jahr hatte MAN 15,8 Mrd. Euro umgesetzt und eine Umsatzrendite von 6,1% erzielt (2011: 9,0%). Zynga: Ausgespielt Der eng mit Facebook (WKN: A1JWVX) verbandelte kalifornische Spieleentwickler Zynga (WKN: A1JMFQ) streicht aus Kostengründen 18% seiner Stellen. 520 Mitarbeiter müssen bis August gehen, verschiedene Standorte werden geschlossen. Auf diese Weise sollen vor Steuern jährlich 70 bis 80 Mio. US-Dollar eingespart werden. Zunächst wird der Stellenabbau das zweite Quartal allerdings mit 24 bis 26 Mio. US-Dollar belasten, das dritte Quartal mit 2 bis 5 Mio. US-Dollar. Zynga prognostiziert vor diesem Hintergrund für das laufende Quartal 28,5 bis 39 Mio. US-Dollar Verlust. HHLA: Verbannung aus MDAX Mit Wirkung zum 24. Juni wird die Hamburger Hafen & Logistik AG (WKN: A0S848) – kurz HHLA – aus dem MDAX verbannt. Der freie Platz geht an den Börsenneuling LEG Immobilien (WKN: LEG111). Aus dem SDAX fliegen Constantin Medien (WKN: 914720) und IVG Immobilien (WKN: 620570). Neu in den Index werden HHLA sowie RTL Group (WKN: 861149) aufgenommen. DAX und TecDAX bleiben unverändert. Die nächste planmäßige Index-Überprüfung findet am 4. September statt. 03

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„Davon halten wir nichts!“ Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Strafzöllen für chinesische Produkte. Deutschland solle, so Merkel, stattdessen alles daran setzen, die aktuellen Handelskonflikte „durch möglichst viele Gespräche zu lösen“. Sie warnt davor, „in eine Art von Auseinandersetzung zu verfallen, die zum Schluss nur in gegenseitigen Zollerhebungen endet“. Zahl der Woche

94,5 Milliarden Für 94,5 Milliarden Euro exportierte Deutschland im April 2013 Waren in Ausland. Das ist eine Steigerung um 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und ein Plus von 1,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat, also März 2013. Bei Einfuhren im Wert von 76,4 für ergibt sich ein Überschuss von 18,1 Milliarden Euro für die deutsche Außenhandelsbilanz im April 2013.

TERMINE der Woche 10.06. 01:50 Japan BIP Q1 (2. Veröffentlichung) 11.06. 10:00 DE BVerfG, Verhandlung ESM/EZB (bis 12.6.) 11.06. - Japan Bank of Japan, Ergebnis der Ratssitzung 12.06. 11:00 EU Industrieproduktion April 13.06. 14:30 USA Einzelhandelsumsätze Mai 14.06. 15:15 USA Industrieproduktion & Kapazitätsauslastung Mai 14.06. 15:55 USA Verbraucherstimmung Uni Michigan (1. Umfrage) Juni


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Markt im Fokus

Lettland: Aus Lats wird Euro Lettland ist fit für den Euro. EU-Kommission und Europäische Zentralbank (EZB) haben grünes Licht für dessen Einführung ab 2014 gegeben. Endgültig entscheiden müssen die EU-Finanzminister, voraussichtlich bei ihrer Sitzung im Juli. An der Börse in Riga löste die Nachricht keinen Jubel aus. Hier ging es jüngst eher unschlüssig zu. Dies mag an dem insgesamt von Korrekturen geprägten Umfeld an den Aktienmärkten gelegen haben. Zudem

NASDAQ OMX Riga Index

Indizes Index Dow Jones S&P 500 NASDAQ DAX MDAX TecDAX SDAX EUROSTX 50 Nikkei 225 Hang Seng

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dürfte das „o.k.“ erwartet worden sein. Vielleicht sind die Investoren jedoch auch einfach unschlüssig darüber, ob der Euro Fluch oder Segen für das Land ist. Schließlich ist die Euro-Schuldenkrise noch immer nicht

Stand: 07.06.2013 (12:45 Uhr)

Stand: Freitag nach Börsenschluss

07.06.2013 % Vorwoche 52weekHigh % 52week 15248,12 +0,88% 15542,40 +22,37% 1643,38 +0,78% 1687,18 +24,97% 3469,22 +0,39% 3532,04 +22,54% 8254,68 -1,13% 8557,86 +34,35% 13846,80 -1,75% 14325,15 +35,38% 956,03 -0,92% 985,03 +27,66% 5978,44 -1,75% 6121,09 +25,12% 2724,08 -1,65% 2851,48 +27,11% 12877,53 -6,51% 15942,60 +49,05% 21575,26 -3,65% 23944,74 +15,51%

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bewältigt, obgleich es diesbezüglich derzeit eher ruhig zugeht. Lettlands Aufnahme in den erlauchten Kreis der Euro-Mitglieder ist daher vor allem ein willkommenes politisches Signal. Schließlich können die Verfechter europäischer Austeritätspolitik hier ein gelungenes Beispiel für die Richtigkeit ihrer Thesen reklamieren. Lettland war im Sog der weltweiten Finanzkrise 2007/08 arg in die Bredouille geraten und sogar von der Staatspleite bedroht. Notkredite wurden nötig. Staatshaushalt und Gehälter wurden drastisch gekürzt. Nun gilt es mit Verweis auf einige Zahlen als der Musterschüler. Die Staatsverschuldung lag 2012 bei 40,7 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP), erlaubt sind laut den Maastricht-Kriterien 60 %. Und auch das Haushaltsdefizit war mit 1,2 % deutlich niedriger als der zulässige Wert von 3 %. Zugegeben, die Werte sind toll. Jedoch muss man sich fragen, ob sich Lettland einen Gefallen tut, sich das Korsett des Euro überzustülpen. Von den vielen Risiken sei nur eines erwähnt: Inflation. Wegen des wirtschaftlichen Auf holprozesses sind in den nächsten Jahren steigende Teuerungsraten zu befürchten. Aufgrund der einheitlichen Geldpolitik in der Eurozone fehlen den Letten aber die Mittel, um dagegen anzusteuern. Anleger, die dennoch an positive Effekte durch den Euro für lettische Firmen glauben, bleibt nur der Weg über Einzeltitel. Auf den lettischen Index OMX Riga gibt es bislang keine Index-Zertifikate.


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Märkte im Überblick

usa

Deutschland

Arbeitsmarktdaten bejubelt

Europa

Zumeist schwächer

DAX mit Bärenfalle

Wird die US-Notenbank ihr Wertpapierankaufprogramm schon bald drosseln oder nicht? Diese Frage ist die derzeit brennendste an der Wall Street. Auch in der vergangenen Woche wurden daher wieder sämtliche Konjunkturdaten in diesem Zusammenhang bewertet. Zu gute Fakten bezüglich der konjunkturellen Entwicklung in den USA erhöhen das Risiko, baldiger Anpassungen. Auf der anderen Seite dürfen die Daten aber auch nicht zu schlecht sein, da sonst Konjunktursorgen die Kauflaune bremsen könnten. Entsprechend unschlüssig waren die Investoren an den vergangen Handelstagen, was sich auch in dem hin und her bei den US-Indizes niederschlug. Zudem wurde mit Hochspannung auf dem US-Arbeitsmarktbericht am Freitag gewartet. Schließlich ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt ein Hauptkriterium bei der Steuerung der US-Geldpolitik. Die Zahlen waren schließlich nicht zu gut aber auch nicht zu schlecht und damit Balsam für die Seelen der Investoren. Zwar wurden mit 175.000 etwas mehr neue Stellen geschaffen als erwartet, die beiden Vormonatswerte wurden jedoch nach unten korrigiert. Außerdem legte die Arbeitslosenquote überraschend von 7,5 auf 7,6 % zu. Wie positiv die Daten aufgenommen wurden, zeigt das Kursfeuerwerk am Freitag. Die US-Indizes, die im Wochenverlauf deutlicher in die Minuszone gerutscht waren, verzeichneten daher im Vergleich zur Vorwoche doch noch Gewinne.

Die seit Ende Mai auszumachende Verschnaufpause am deutschen Aktienmarkt setzte sich in der vergangenen Woche zunächst mit gesteigerter Abwärtsdynamik fort. Auch hierzulande war die US-Geldpolitik das beherrschende Thema und die diesbezügliche Unsicherheit drückte die deutschen Indizes recht ordentlich ins Minus. Der DAX büßte bis zu seinem am Freitagmittag markierten Wochentief 3,8 % an Wert ein. Dank der dann folgenden kräftigen Erholung von mehr als 200 Punkten schrumpfte der Verlust jedoch auf 1,1 % zusammen. Für Rückenwind kurz vor dem Wochenende sorgten der positiv aufgenommene US-Arbeitsmarktbericht und die daraufhin feste Wall Street. Damit hellte sich auch das charttechnische Bild beim DAX wieder etwas auf. Er war am Donnerstag unter das alte Allzeithoch von Juli 2007 bei 8.152 Zählern gerutscht, was als klares Short-Signal zu werten war. Das erwies sich jedoch erst einmal als Bärenfalle, konnte diese Marke doch am Freitag zurückerobert werden. Der Index beendete die Woche bei 8.255 Zählern. Allerdings ist ein erneuter Test in der nächsten Zeit nicht ausgeschlossen. Zuvor ist zwar durchaus ein Aufwärtsimpuls in Richtung des kürzlich gesehenen Rekordhochs von 8.558 Punkten vorstellbar, die aktuelle Konsolidierung dürfte aber wohl noch nicht vorbei sein. Erst wenn es über die magische Marke, über die 8.558 geht, wäre dies der Fall.

An den europäischen Aktienmärkten überwogen in der vergangenen Woche die negativen Vorzeichen. Besonders deutlich fiel der türkische Leitindex (–8,9 %). Hier belastete die politische Unsicherheit wegen der aktuellen Proteste (siehe dazu unser Spezial). Im Vergleich dazu fällt der ebenfalls große Verlust beim EURO STOXX 50 von 1,7 % moderat aus. Er hatte zwischenzeitlich zudem noch deutlich tiefer notiert. Auch hier halfen am Freitag die US-Arbeitsmarktdaten und die damit schwindende Unsicherheit bezüglich der US-Geldpolitik. Von der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag kamen indes weniger gute Impulse. Wie von den meisten Beobachtern erwartet ließ sie das Leitzinsniveau trotz schwacher Konjunktur und niedriger Inflation unverändert. Auch bezüglich eventuell anderer Stützungsmaßnahmen hielten sich die Währungshüter bedeckt. Die daraufhin negative Reaktion des Marktes spricht wohl für Enttäuschung bei den nach billiger Liquidität lechzenden Investoren, dass es nichts Konkretes gab. Daneben dürfte der schwache Konjunkturausblick belastet haben. Zwar sieht EZB-Chef Mario Draghi Stimmungsdaten, die in Richtung einer moderaten Verbesserung deuten, er betonte aber erneut die Abwärtsrisiken. Zudem rechnet die EZB für 2013 nun mit einem noch etwas stärkeren Rückgang der Wirtschaftsleistung und passte die Prognose von –0,5 auf –0,6 % an.

S&P 500

DAX

EURO STOXX 50

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Stand: 07.06.2013

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Intel:

Neue Ära schon begonnen? Das Label „Intel inside“ findet sich auf den meisten Notebooks und PCs. Es zeigt an, dass Chips des Halbleiter­ riesen verbaut sind – weltweit ist dies in vier von fünf Geräten der Fall. Bei den derzeit boomenden Produkten, vor allem Tablets und Smartphones, wird man indes wenig fündig, was die hellblau-weißen Label betrifft. Hier fasste Intel bislang noch nicht richtig Fuß. Angesichts der jüngst ermutigenden Signale kann sich das jetzt ändern, was auch für Investoren interessant sein dürfte. Kaum im Amt - schon ein Achtungserfolg. Brian Krzanich, bislang als COO (Chief Operating Officer) fürs Tagesgeschäft zuständig, wird den Posten des Firmenlenkers von Paul Otellini übernehmen, das Intel hat gute Chancen, teilte der weltweit größte bei den Chips für mobile Chipkonzern Anfang Mai Anwendungen nun einiges dieses Jahres mit. Bei seian Boden gut zu machen. ner Ernennung kündigte Krzanich an, Intel in eine nächste Ära führen zu wollen. Er zielt offensichtlich vor allem darauf ab, Intel bei den Chips für die aktuell boomenden mobilen Geräten, also Tablets und Smartphones, endlich einen bedeutenden Schritt voranzubringen. Otellini hatte im November 2012 überraschend seinen Rückzug angekündigt. Coup gelandet Kaum hatte Krzanich am 16. Mai das Ruder übernommen, ließ der neue Kapitän seinen Worten Taten folgen. Bereits Ende Mai 07

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wurde bekannt, dass Intel die GPS-Sparte GNSS vom Joint Venture ST-Ericssons kaufen will. Sie soll in die Abteilung Wireless Platform R&D (WPRD) der Sparte Mobile and Communications integriert werden. Das ist eine bedeutende Investition in Techniken zur Positionsbestimmung. Die weitaus dickere Überraschung gab es jedoch Anfang dieser Woche. Man kann schon von einem Coup sprechen, den die Nummer 1 im weltweiten Markt für Computerchips landete. Der südkoreanische Elektronikriese Samsung baut Intel-Prozessoren in sein am Montag auf der Messe Computex in Taiwan

Intel

Stand: 07.06.2013


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vorgestelltes neues Tablet Galaxy Tab 3 ein. Damit kommt der US-Konzern Intel erstmals bei einem der großen Tablet-Hersteller zum Zuge. Zwar ist es noch zu früh, um von einem Durchbruch zu sprechen. Die Signal­ wirkung ist jedoch nicht ohne. Schließlich hatten die Amerikaner bislang nur bei klassischen Computern wie Notebooks und Desktop-PCs die Nase vorn. Seit einiger Zeit sinken hier jedoch die Verkaufszahlen, unter anderem, weil Tablets und Smartphones immer beliebter werden. Doch auch diese Geräte benötigen elektronische Gehirne. Bislang finden sich in den mobilen Geräten zumeist Chips auf Basis der Technologie des britischen Rivalen ARM Holdings, die vor allem eingesetzt wurden, weil sie weniger Strom verbrauchen. Gelingt nun der Durchbruch? Das ausgerechnet Samsung, der bislang ebenfalls auf ARM-Technologie setzte, nun auch Intel-Prozessoren verbaut, wenn auch erst einmal nur in einem Modell, könnte als erstes Indiz gewertet werden, dass Intel nun mit der aktuelle Generation mobiler Prozessoren der Durchbruch gelingen könnte. Sollte sich das Samsung-Tablet mit „Intel inside“ nun auch in der Praxis beweisen, es soll noch in diesem Monat auf den Markt kommen, könnten die Südkoreaner auch weitere Modelle mit Intel-Chips bestücken. Samsung experimentiert bereits fleißig. Das Unternehmen setzt dabei offenbar auch auf deren Rechenstärke. Damit könnten die Tablets besser für den Einsatz als Arbeitsgerät angepasst werden und nicht nur als reine Media-Plattform dienen. Neben der Leistung stimmt außerdem die Energieeffizienz. Intel geht daher mit konkurrenzfähigen Bauteilen in den Ring. Damit bestehen sehr gute Chancen, dass die Intel-Bauteile den Wettbewerbern Marktanteile streitig machen. Tick-Tock-Modell Unter anderem auch weil Intel bereits mit der nächsten auf Smartphones und Tablets zugeschnittenen Generation des Atom 08

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System-on-a-Chip (SoC) in den Startlöchern steht. Sie wurde jüngst offiziell lanciert. Die Prozessoren basieren auf der neuen Atom-Mikroarchitektur Silvermont. Laut Branchenexperten sind sie nicht nur leistungsfähiger, sondern verbrauchen auch weniger Energie als die derzeitig bekannten ARM-Chips. Intel setzt zudem nun auch hier auf das bewährte Tick-Tock-Modell, das das Unternehmen bei Prozessoren für klassische PCs zur unangefochtenen Spitze gemacht hat. Anzeige

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Nach dieser Strategie wird zuerst immer die derzeit aktuelle Architektur geschrumpft (Tick) und anschließend eine neue entwickelt (Tock). Die neue Atom-Architektur Silvermont (Tock) ist der Anfang der Umsetzung dieses Modells im Bereich der Chips für den mobilen Bereich. In den Die ersten Tablets mit kommenden drei Jahren Chips auf Basis der soll es jeweils einen weiSilvermont-Architektur teren Schritt geben. Das werden laut Intel zum nächste Tick ist schon in Weihnachtsgeschäft 2013 Vorbereitung. Werden die verbaut sein. Silvermont-Chips mittels 22-nm-Fertig ung hergestellt, will Intel diese Architektur mit dem Nachfolger Airmont übernehmen und 2014/15 in die 14-nmFertigung führen. Bereits ein Jahr später soll es wieder eine brandneue Architektur auf 14-nm-Basis geben. Die ersten Tablets mit Chips auf Basis der Silvermont-Architektur werden laut Intel zum Weihnachtsgeschäft 2013 in Endgeräten zahlreicher Hersteller verbaut sein. Anfang 2014 könnte es dann erste Smartphones mit dieser Technik geben. Belebung bei klassischen PCs? Die viel versprechende Produktpipeline und die Samsung-Nachricht wecken hohe Intel ISIN: US4581401001 WKN: 855681 Kurs 07.06.13: 24,59 USD 52-Wochen-Hoch: 27,75 USD 52-Wochen-Tief: 19,23 USD Empf. Stop-Loss: 22,80 USD Unser Anlageurteil: spekulativer Kauf

Erwartungen, wie der jüngste zwischenzeitliche Kurssprung der Aktie impliziert. Die Investoren sind offenbar zunehmend zuversichtlich, dass Intel auch bei den Chips für mobile Anwendungen bald eine größere Rolle spielen kann. Aber nicht nur diesbezüglich scheint es gute Perspektiven zu geben. Auch im Bereich der Chips für Notebooks, Server und PCs lassen sich Argumente für wieder bessere Geschäfte ausmachen. Intel hatte kurz vor der Messe Computex seine neue ProzessorGeneration Haswell vorgestellt. Sie ist einmal mehr leistungsstärker und energieeffizienter als der Vorgänger. Zusammen mit dem für Herbst erwarteten kostenlosen Upgrade des aktuellen Windows-Betriebssystems 8 auf 8.1 könnte dies für eine Belebung der Verkäufe bei klassischen PCs sorgen.

Fazit Intel hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, um nun auch bei den Chips für mobile Anwendungen endlich die Rolle zu spielen, die man von dem Halbleiterriesen erwarten würde. Zwar wird die Konkurrenz nicht kampflos aufgeben, es bestehen jedoch gute Chancen, dass Intel nun einiges an Boden gut macht. Die aktuellen leistungsstarken und effizienten Prozessoren sowie deren noch bessere Nachfolger scheinen jedenfalls das Potenzial zu haben. Die jüngste Nachricht, dass nun auch Samsung ein Tablet mit Intel-Chips bestückt unterstützt diese Zuversicht. Darüber hinaus könnte es bei den Chips für die sich aktuell eher schleppend verkaufenden klassischen Computer eine Belebung gehen. Alles zusammen ist die Aktie daher womöglich eine Spekulation wert.

Stand: Freitag nach Börsenschluss

Derivate auf Intel WKN DZK7G8 DZG0GL VT4N50

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Typ Hebel-Zert. (Long) Hebel-Zert. (Long) Hebel-Zert. (Short)

Basispreis 20,21 USD 18,953 USD 30,74 USD

Knockout 21,272 USD 19,945 USD 29,17 USD

Laufzeit Hebel open end 5,32 open end 4,13 open end 3,79


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Türkischer Zorn verschreckt Investoren Istanbuler Börse bricht ein. Kurze Verschnaufpause oder längere Talfahrt?

Eine Protestwelle erschüttert derzeit die Türkei. Lange aufgestauter Unmut über die Regierung des Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan bricht sich Bahn. Diese antwortet mit Gewalt. Bei den Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei wurden bislang drei Menschen getötet, weit über 4.000 wurden verletzt, 43 von ihnen ringen um ihr Leben. Erinnerungen an den 2010 begonnenen arabischen Frühling mit Protesten, Aufständen und Revolutionen in der arabischen Welt werden wach. Auch die türkische Regierung sieht sich nun einer Machtprobe dieser Größenordnung ausgesetzt. Große politische Unsicherheit ist die Folge. Sie ist auch am türkischen Aktienmarkt zu spüren. Hier brachen die Kurse jüngst deutlich ein. Es begann als friedlicher Protest in der Hauptstadt Istanbul. Überwiegend jungen Menschen versammelten sich Ende Mai im TaksimGezi-Park, um gegen die geplante Abholzung von rund der Hälfte aller Bäume zu demonstrieren. Die Grünanlage sollte einem Einkaufszentrum weichen. Am 31. Mai eskalierte die Lage, als Polizisten mit Wasserwerfern und Tränengas gewaltsam ein Lager räumte, das selbsternannte Parkschützer errichtet hatten. Das brachte ein Fass zum Überlaufen, dessen brisanter Inhalt auch nach Jahrzehnten die Gemüter erregt, denn auch die schleichende Entwicklung der Türkei in Richtung eines radikal-islamischen Staates ist nur ein Grund unter mehreren. Die darunterliegende, mentale Magmakammer betrifft den Holocaust an den Armeniern, den Umgang mit den 12,5 Millionen Aleviten im Lande, die zumeist kurdischer Abkunft sind, sowie die Vertreibung der Griechen aus Ionien, vor allem aus dem heutigen Izmir, sowie aus Städten wie Adrianopel, heute Edirne. Ein kleiner Funke genügte, um die alten Ängste und Verletzungen wachzurufen. Inzwischen wurde das ganze Land von Protesten erfasst. Seither gab es täglich gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei. Nicht zuletzt auch deshalb, weil der seit 2002 amtierende Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogans einmal mehr Taktgefühl vermissen ließ und zusätzlich Öl ins Feuer 10

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goss. Zwar versuchten Mitglieder seiner Regierung zu deeskalieren und gaben öffentlich zu, dass das harte Vorgehen gegen die Demonstranten im Taksim-Gezi-Park falsch gewesen sei. Erdogan hielt jedoch unbeirrt am Bau des Einkaufszentrums fest, dessen Planung auf dem Grund des Taksim-Platzes die Unruhen aislöste. Er betonte diesbezüglich, dass sich die Regierung nicht einer Minderheit beugen werde und der Taksim-Platz kein Ort sein dürfe, an dem Extremisten machen können, was sie wollen. Die Demonstranten wurden, derart desavouiert, in ihren Protesten gegen die Regierung noch gestärkt. Kritik an der Regierung Schon seit längerem herrscht wachsender Unmut in der Bevölkerung über die Regierung Erdogans und seine islamisch-konservative Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP). Bemängelt wird beispielsweise, dass im Sinne einer strikt religiösen Auslegung des Koran immer mehr Bürgerrechte beschnitten werden. Der Gewerkschaftsbund KESK rief angesichts des jüngsten gewaltsamen Vorgehens der Polizei im Taksim-Gezi-Park sogar zu einem zweitägigen Streik im öffentlichen Dienst auf, um so ein Zeichen für eine „demokratische Türkei“ zu setzen und gegen den „Faschismus“ der Regierungspartei AKP auf die Barrikaden zu steigen. In den aktuellen Demonstrationen schlägt sich zudem die Empörung über den autoritären, selbstherrlichen Regierungsstil Erdogans sowie die immer wieder so empfundene Staatswillkür nieder. Das aktuelle Beispiel mit dem Einkaufszentrum unterfüttert dies eindrucksvoll. Eine Modernisierung des Staates unter strikt islamischen Vorzeichen, die allein darauf begrenzt ist, einen wirtschaftlichen Aufschwung mit allen Mitteln durchzusetzen,


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zur Not auch mit Gewalt, scheint in der Türkei kaum durchführbar. Eine starke gesellschaftliche Gruppe kämpft für eine laizistische Türkei, und sie hat in den westlichen Landesteilen eine Mehrheit. Dauerhaft lässt sich die Art, mit Koran und Knüppel zu regieren, nicht rechtfertigen. Solange in breiten Bevölkerungsschichten das WirtschaftswachsDer mit Staunen beobachtum, sofern vorhanden, auch fühlbar ankommt tete Boom in der Türkei oder zumindest die Zuversicht auf steigende Löhne scheint erst einmal vorbei besteht, mag dies gut gehen. Wehe aber, wenn sich zu sein. die Hoffnungen nicht erfüllen! Und genau dies ist in den letzten beiden Jahren zu beobachten. In den aktuellen Protesten dürften sich, basierend auf den Wunden aus der Vergangenheit, somit auch die Auswirkungen der zuletzt merklich nachgelassen Konjunkturdynamik widerspiegeln. Wachstum hat sich merklich abgekühlt In der Tat, der mit Staunen beobachtete Boom in der Türkei scheint erst einmal vorbei zu sein. In der seit 2002 dauernden Amtszeit Erdogans hatte das Schwellenland am Bosporus einen gewaltigen wirtschaftlichen Aufschwung mit einer schnell fortschreitenden Industrialisierung erlebt. Zudem gab es Fortschritte bei Erdogans

erklärtem Ziel, die eklatante Kluft zwischen dem industrialisierten Westen und dem vor allem durch Landwirtschaft geprägten und damit strukturschwachen Osten zu verringern. Außerdem investierte das Land fleißig in den Ausbau seiner Infrastruktur, insbesondere in Häfen, Eisenbahnen, Straßen sowie die Strom- und Wasserversorgung. Damit kurbelte Erdogan den Handel mit den Nachbarn an und förderte Investitionen aus dem Ausland. Der Boom wurde nur 2008/2009 kurz unterbrochen, als sich die Türkei der weltweiten Konjunkturflaute auch nicht entziehen konnte. 2010 und 2011 gab dafür einen umso stärken Aufschwung: In diesen beiden Jahren lagen die Quartalssteigerungen beim Bruttoinlandsprodukt jeweils bei mehr als fünf Prozent, und das teils sogar deutlich. Im ersten Quartal 2011 waren es sogar 12,4 Prozent (siehe Grafik 1). Seither kühlte sich das Wirtschaftswachstum

Advertorial

gamigo: Anleihe mit 8,775 Prozent Rendite 8,775 Prozent effektive Rendite pro Jahr bie- Kupon von 8,5 Prozent pro Jahr bei vierteltet die Mittelstandsanleihe der gamigo AG jährlicher Auszahlung der Zinsen (daraus er(WKN A1TNJY), die seit 5. Juni gezeichrechnet sich die Effektivrendite net werden kann. Mit der Anleihe von 8,775 Prozent p.a.) haben Anleger die Möglichkeit, in und fünfjähriger Laufden Wachstumsmarkt Onlinezeit bietet die Anleihe Effektivzin Spiele zu investieren. gamigo von gamigo den s hat sich in diesem Markt mit Gläubigern mehrere attraktiven Spielen wie Fiesta Schutzrechte. So Online, Last Chaos und steht zum Beispiel WKN: A1T Cultures Online positioniert. ein signif ikanter NJY Neben diesen Erfolgs-Games Teil der Gesellschafverfügt gamigo über eine Pipeline terdarlehen im Rang mit weiteren Games, von denen eihinter der Anleihe, zudem nige noch im laufenden Jahr an den Markt gibt es eine Ausschüttungssperre kommen sollen. von 25 Prozent für Gewinne. Bis zu 15 Millionen Euro will gamigo mit Die A nleihe kann ab einer Stückeder Anleihe einsammeln und das Geld für lung von 1.000 Euro gezeichnet werdie weitere Expansion nutzen. Neben einem den: über die Hausbank mit Angabe des

8,775 %

11

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Börsenplatzes „Frankfurt“ bis maximal 18. Juni 2013 oder auch über die Website www.gamigo-anleihe.de. Bei großer Nachfrage kann das Angebot vorzeitig beendet werden. Ab 20. Juni soll die Anleihe dann im Entry Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notieren.

Die gamigo-Anleihe auf einen Blick Volumen: bis zu 15. Mio Euro Kupon: 8,5% p.a.  (effektiver Zins 8,775% p.a.) Laufzeit: 5 Jahre Zeichnungsfrist: 5. bis max. 18. Juni WKN:A1TNJY Börse: Frankfurter Wertpapierbörse  (Entry Standard)


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jedoch kontinuierlich von Quartal zu Quartal ab. In der zweiten Jahreshälfte 2012 lag es bei nur noch 1,6 respektive 1,4 Prozent Deutlich wird die nachlassende Dynamik auch an den türkischen Jahreswachstumsraten. Wurden 2010 und 2011 noch stattliche Steigerungen von 9,2 und 8,8 Prozent erzielt, waren es 2012 im Jahresdurchschnitt nur noch 2,2 Prozent (siehe Grafik 2). Laut den Prognosen des IWF soll die Dynamik 2013 und 2014 jedoch wieder auf mehr als drei Prozent zunehmen. Ob diese Erwartungen realistisch sind, bleibt abzuwarten. Ein erster Hinweis könnte sich am nächsten Dienstag ergeben, wenn die BIP-Daten für das erste Quartal 2013 veröffentlicht werden. Gute Daten sind dabei wohl aber nicht zu erwarten. Schließlich hatte die türkische

Stand: 06.06.2013

100000 90000 80000 70000 60000 50000 40000 30000 20000 10000 2013

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3,7% 2014e

2,2%

3,4%

8,8% 2011

0,7%

2013e

9,2% 2010

4,7%

6,9%

8,4%

5%

Quelle: Türkisches Statistikamt 

2012

2009

2008

2007

-10%

2006

-5%

-4,8%

0%

2005

5,3% 3,3% 2,9% 1,6% 1,4%

Q1/12

Stand: 06.06.2013

10%

9,4%

12,6% 10,4% 5,9%

9,3% 12,4% 9,3% 8,7%

Q1/11

Q1/08

Q1/07

Q1/06

Q1/05

Q1/04

Quelle: Türkisches Statistikamt

Q1/03

-20%

Q1/10

-7,0%

-15%

Q1/09 -14,7%

-10%

-7,8%

-2,8%

-5%

Entwicklung des türkischen Bruttoinlandsproduktes (jährlich) Quellen: Türkisches Statistikamt, IWF

0%

Quelle: Türkisches Statistikamt 

12

5,3%

11,1% 8,1% 4,0% 4,3% 5,2% 10,0% 11,9% 8,1% 8,0% 8,5% 7,7% 7,6% 9,8% 5,9% 9,7% 6,3% 5,7% 8,1% 3,8% 3,2% 4,2% 7,0% 2,6% 0,9%

5%

0,3%

10%

6,4% 6,2%

15%

Q1/02

% Vorjahresquartal (preis- und kalenderbereinigt)

Entwicklung des türkischen Bruttoinlandsproduktes (quartalsweise)

2004

2012

6,2%

2011

5,3%

2010

2003

2009

2002

2008

-5,7%

2007

2001

2006

6,8%

2005

2000

2004

-3,4%

2003

1999

0 2002

Börse unter Druck Die Wirtschaftszahlen sind gewiss wichtig, doch entscheidend wird sein, wie sich die Proteste gegen die Regierung weiter entwickeln. Sie sind eine ernst zu nehmende Machtprobe für Erdogan. Die sich daraus ergebende politische Unsicherheit ist auch an der türkischen Börse zu spüren. In der Vorwoche bereits in den Reigen der weltweit an vielen Aktienmärkten auszumachenden Korrekturen eingeschwenkt, brachen die Kurse türkischer Firmenpapiere am vergangenen Montag dann deutlich ein. Der Leitindex BIST 100 rutschte zwischenzeitlich um bis zu 10,5 Prozent ab, beruhigte sich an den folgenden Tagen dann jedoch wieder etwas. Unsicherheit mögen Investoren gar nicht, sodass es nicht verwundert, wenn sie erst einmal Kasse machen. Ausgehend vom Allzeithoch am 22. Mai hatte das Kursbarometer sogar um 17,6 Prozent an Wert verloren. Dieser Rücksetzer ist damit zweifelsohne beachtlich, im Kontext der letzten großen Aufwärtswelle seit Januar 2012 – der Leitindex stieg um fast 90 Prozent – kann aber noch von einer normalen Korrektur gesprochen werden. Dies gilt umso mehr bei Betrachtung des übergeordneten Anstiegs seit dem Zwischentief von November 2008 von beinahe 350 oder, noch weiter gefasst, für die Bilanz der vergangenen zehn Jahre, die mit einem Kursplus von rund 750 Prozent glänzend ausfällt. Der Blick auf den Langfristchart offenbart zudem, dass kurze, aber knackige Korrekturen auftreten können. Die Vorhersage, ob diese sich zu größeren Schwächephasen ausweiten, ist indes schwer. So stellt sich aktuell einerseits die Frage, ob es sich bei dem jüngsten Einbruch nur um eine temporäre normale Verschnaufpause handelt oder ob mehr dahintersteckt. Eine weiter eskalierende Lage in der Türkei würde die politische Unsicherheit deutlich verstärken und damit weitere Investoren verschrecken. Der jüngste Kursrutsch könnte daher der Anfang eines noch größeren Einbruchs gewesen sein.

% Vorjahr (preisbereinigt)

BIST 100

Notenbank im Mai abermals die Leitzinsen von fünf auf das Rekordtief von 4,5 Prozent gesenkt. Sie lockerte damit bereits zum dritten Mal seit November 2012 die Zinsschraube.

Stand: 06.06.2013


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Unternehmen der Woche

Lechler GmbH –

Spritzdüsentechnologie mit globaler Ausrichtung

Das in Metzingen beheimatete Unternehmen hat Standorte, die über den ganzen Globus verteilt sind. Der Mittelständler verfügt nicht nur über eine hohe technologische Expertise im Bereich von Spritzdüsen. Auch das karitative Engagement gehört von Anfang zum Selbstverständnis des Unternehmens. Die Lechler GmbH nimmt einerseits durch eine globale Orientierung Chancen der Zukunft wahr, andererseits steht das Unternehmen fest auf dem Fundament einer langen Tradition. Das 1871 gegründete deutsche Kaiserreich zählte gerade acht Jahre, als Paul Lechler sein eigenes Unternehmen gründete. Einschlägige Erfahrungen hatte er bereits in der väterlichen Lackfabrik gemacht. Gemeinsam hatten Vater und Sohn in der Firma „Christian Lechler und Sohn“ entschieden, zehn Prozent der Unternehmenserträge für wohltätige Zwecke zu verwenden. Die neue Firma lag ganz in der Verantwortung des Sohnes. Zunächst etablierte sie sich als Handelshaus mit technischen Produkten wie zum Beispiel Dichtungen für die sich entwickelnde Autoindustrie. Darüber hinaus wurden auch Schutzlacke, Holzschutzmittel und Schmieröle vertrieben. Ein entscheidender Meilenstein für die Zukunft des Unternehmens war der Erwerb eines Patents für Flüssigkeitszerstäubungsdüsen durch Paul Lechler. An dem karitativen Engagement der Lechler GmbH hat sich bis heute nichts geändert. Zehn Prozent der Unternehmenserträge lassen die Gesellschafter auch heute noch wohltätigen Zwecken zufließen. Eine eigene Stiftung, die nach dem Firmengründer benannt ist, widmet sich im Besonderen dieser Aufgabe. Sie wurde bereits 1928 vom Sohn des Firmengründers, Paul Lechler jun., ins Leben gerufen. Schwerpunkte liegen in der Jugend- und Altenhilfe sowie in Ausbildung und Hilfe für behinderte Menschen. Das Unternehmen beliefert unterschiedliche Industriezweige. Die Spritzdüsen finden beispielsweise in der Agrarwirtschaft, aber auch in der Stahl- und Chemieindustrie Verwendung. Beim Einsatz in der Landwirtschaft sollen die Spritzdüsen nicht nur einfach Flüssigkeiten versprühen, sie müssen auch so konstruiert sein, dass die Flüssigkeit sehr zielgenau und ohne Verluste an den vorgesehenen 13

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Stellen aufgetragen wird. Eine lange Tradition hat die Herstellung von Spritzdüsen zur Kühlung von Stahl mit dem Ziel der schnelleren Weiterverarbeitung. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen 645 Mitarbeiter. Walter H. Lechler, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens, ist zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des börsennotierten Automobilzulieferers Elring Klinger. Der Blick über den heimischen Tellerrand hinaus hat das Unternehmen bereits 1972 durch die Übernahme eines britischen Unternehmens bewiesen. Die jüngste Expansion erfolgte vor neun Jahren nach China. Nicht nur große deutsche Unternehmen, die im Gefolge politischer Delegationen in China auftreten, prägen die Handelsbeziehungen – auch Mittelständler mit gefragten Nischenprodukten sind aus diesem Markt nicht mehr wegzudenken. Bei Lechler kommen aktuell immerhin etwa zehn Prozent des Gesamtumsatzes aus dem Reich der Mitte. Ein Standort in China bietet Vorteile hinsichtlich der attraktiven Produktionskosten. Das Zusammentreffen unterschiedlicher Unternehmenskulturen bringt allerdings auch unweigerlich Reibungen. So verzichtet die Firma, die sich an ethischen Standards ausrichtet, strikt auf teilweise übliche Bestechungen, auch wenn dadurch in Ländern wie China Aufträge verloren gehen. Die Missachtung von Patentrechten und das Kopieren fremden Know-hows in Asien ist immer noch eine Herausforderung, die dem Unternehmen zu Überlegungen Anlass gibt, welche Teile in Deutschland und welche in China produziert werden. Darüber hinaus werden die Handelsbeziehungen beider Länder aktuell durch die Verhängung von Schutzzöllen durch die EU auf chinesische Solarmodule belastet. Durch eine Eskalation der Situation ist ein Handelskrieg zwischen der EU und der Volksrepublik China nicht ausgeschlossen, der möglicherweise auch weitere Kreise zieht. Bei LEchler sieht man’s mit Besorgnis.


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VOESTALPINE

TESCO

Gewinnsteigerung

Umsatzrückgang

Voestalpine gab die Geschäftszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2012/13 bekannt. Der Umsatz gab leicht nach und fiel um 4,4% von 12,1 auf 11,52 Mrd. Euro. Bis 2020 soll der Umsatz auf 20 Mrd. Euro steigen. Das EBITDA stieg um 11% von 1,3 auf 1,45 Mrd. Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern legte um 21% von 704 auf 853,6 Mio. Euro zu. Für das aktuelle Jahr erwartet der Chef des Stahlkochers, Wolfgang Eder, einen leicht steigenden Umsatz. Dieser soll zwischen 11,5 und 12 Mrd. Euro liegen gegenüber 11,5 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2012/13, das Ende März auslief. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern im aktuellen Geschäftsjahr wird sich den Prognosen zufolge in etwa auf dem Niveau des vorherigen Geschäftsjahres einpendeln. Auch bei der Reduzierung der Schulden kam der Konzern voran. Sie verminderten sich um 327 Mio. Euro auf 2,3 Mrd. Euro. Ein Grund, warum die Österreicher weniger von Konjunktureintrübungen betroffen sind als die Konkurrenz, liegt darin, dass sie sich auf margenstarke Spezialprodukte konzentrieren, zum Beispiel Hochgeschwindigkeitszüge. Aufgrund des guten Ergebnisses dürfen sich die Aktionäre auf eine Erhöhung der Dividende von 0,80 auf 0,90 Euro freuen.

Der Einzelhändler aus Großbritannien hat zum ersten Mal seit 20 Jahren einen Umsatzrückgang verbuchen müssen. Dabei wurden die Markterwartungen verfehlt. Für das laufende Geschäftsjahr hält sich das Unternehmen mit Prognosen bedeckt. Im Heimatmarkt, der zwei Drittel des Umsatzes ausmacht, fiel im vergangenen Quartal der Umsatz um 1%. Im Vorquartal gelang der Supermarktkette noch ein Umsatzplus. Das ist ein umso härterer Schlag, da Tesco-Chef Philip Clarke Investitionen von 1,2 Mrd. Euro zugesagt hatte, um Läden in Großbritannien zu renovieren und neue Mitarbeiter einzustellen. Der negative Trend machte sich auch im restlichen Europa und Asien bemerkbar. In Südkorea, dem größten Überseemarkt, litt der Umsatz an der Einschränkung der Geschäftsöffnungszeiten durch die dortige Regierung. Nur in zwei Ländern konnte Tesco im letzten Quartal Umsatzzuwächse verbuchen, nämlich in Ungarn und Malaysia. Einer der Gründe für die Kaufverweigerung einiger Konsumenten war der Pferdefleischskandal. Auch eine von der Unternehmensführung verordnete Rabattpolitik erreichte die verunsicherten Verbraucher nicht in ausreichendem Maße.

Unternehmenstermine Datum 10.06.2013 11.06.2013 11.06.2013 11.06.2013 12.06.2013 12.06.2013 14.06.2013 14.06.2013

14

Uhrzeit Name - Texas Instruments Inc 13:00 Deutsche Lufthansa AG - Jungheinrich AG - SKW Stahl-Metallurgie AG 07:00 Fraport AG 07:00 Inditex SA 07:40 Gerry Weber International AG - Deutsche Beteiligungs AG

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Ereignis Mid-Quarter Update Q2 Verkehrszahlen Mai Hauptversammlung Hauptversammlung Verkehrszahlen Mai Ergebnisbericht Q1 2013/14 Halbjahresbericht 2012/13 Halbjahresbericht 2012/13

CIENA

Gefragte Netzwerke Der Netzwerkspezialist Ciena konnte den Unternehmensverlust im zweiten Geschäftsjahresquartal von 27,78 auf 27,08 Mio. US-Dollar leicht verringern. Pro Aktie ergab sich ein Verlust von 0,27 nach 0,28 US-Dollar im Vergleichsquartal des Vorjahres. Vor Sonderposten sank der Gewinn von 0,04 auf 0,02 US-Dollar. Das überraschte den Markt positiv, da Analysten mit einem Verlust von 0,01 US-Dollar gerechnet hatten. Die Umsätze des zweiten Quartals lagen bei 507,7 Mio. US-Dollar. Im laufenden Quartal erwartet CEO Gary Smith einen Umsatz zwischen 515 und 545 Mio. US-Dollar, unter anderem erwartet er einen starken Anstieg des mobilen Datenvolumens. Analysten gingen im Schnitt bislang von einem Umsatz von 509 Mio. US-Dollar aus. Damit steigt der Optimismus hinsichtlich einer wieder erstarkenden Nachfrage, nachdem in den vergangenen Jahren die Nachfrage seitens der Telekomunternehmen schwach war. Umsatzzuwächse sieht das Unternehmen aus Maryland im Bereich Cloud Computing und Smartphones. Darüber hinaus bieten US-Telekomunternehmen neue Dienstleistungen im Mobilfunkstandard der vierten Generation (4 G) an, was das Netzwerkgeschäft belebt.


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DWS Top Dividende Ausschüttungen im Blick Der Beitrag der Dividende zum Gesamtertrag bei Aktieninvestments sollte laut Experten im Schnitt bei konservativer Betrachtung auf mindestens ein Drittel kommen. Allerdings ist nicht nur die absolute Höhe der Ausschüttung entscheidend. Im Fonds der Woche wird auch auf die Substanz des Unternehmens und die Nachhaltigkeit der Ausschüttung geachtet. Fondsmanager Thomas Schuessler sucht am globalen Aktienmarkt eher defensive Unternehmen mit einer überdurchschnittlichen Dividendenrendite. Er strebt dabei auch in Krisenzeiten eine Größenordnung zwischen 4 und 4,5% an. In der Vergangenheit ging die Strategie auf, und so konnte der Fonds vergangenen April seinen 10. Geburtstag feiern. Die durchschnittliche Rendite von 10% seit Fonds-Auflegung führte über die Jahre zu einem deutlichen Zufluss von Anlagegeldern. Die Mischung macht’s Regionale Schwerpunkte des Fondsportfolios liegen aktuell in Europa und den USA. Die Gewichtung der USA beträgt 39,2% und übertrifft damit die Gewichtung des Landes in der Benchmark (MSCI World High Dividend Index), die bei 37,2% liegt. Das Portfolio war auch schon jeweils zu einem Drittel in den USA, zu einem Drittel in Europa sowie zusammen genommen zu einem Drittel in Kanada, Japan und kleineren Ländern investiert. „In den USA setzen wir auf das gegenwärtig positive wirtschaftliche Momentum und attraktives Dividendenwachstum. Dort und in Asien hat die Dividendenstrategie sehr gut funktioniert. In Europa dagegen war die Situation eher schwierig. Branchen mit traditionell hohen Dividendenrenditen haben hier eher gelitten. Bei den Banken und Versicherungen war die Finanzkrise die Ursache, bei den Telekom-Titeln der harte Wettbewerb und bei den Versorgern die politischen Entscheidungen zur Abkehr von der Atomenergie“, erläutert Denise Kissner, Produktspezialistin DividendenStrategie der DWS. Bei der Selektion der Aktien liegt ein Schwerpunkt auf internationalen Blue Chips, die stetig wachsende Dividendenzahlungen aufweisen. Hier steht die absolute Höhe der Dividende nicht im Vordergrund. Ergänzt werden diese Aktien durch substanzstarke Unternehmen mit hohem Wachstum bei Gewinn und Dividende. Daneben werden auch Titel beigemischt, bei denen die absolute Höhe der Dividende ein Auswahlkriterium ist. Gesundes Portfolio Schuessler und sein Team sind von ihren aktuellen Schwerpunkten Gesundheitswesen und Hauptverbrauchsgüter her eher defensiv 15

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positioniert. Damit ist das Portfolio gut gerüstet, wenn von der Konjunkturseite Gegenwind kommen sollte, denn die genannten Branchensind vergleichsweise konjunkturunabhängig. Seit 2008 dürfen theoretisch maximal 30% des Volumens in Renten und am Geldmarkt angelegt werden. De facto bleibt aber der Charakter eines Aktienfonds erhalten „In der Regel sind wir voll am Aktienmarkt investiert. Generell streben wir etwa 5% Liquidität für Rückflüsse oder Kaufgelegenheiten an“, so Kissner. Outperformance Die Umsetzung der Fondsstrategie hat ein wichtiges Qualitätsmerkmal erfüllt, nämlich die Outperformance einer passiven Benchmark. Der Fonds legte seit April 2003 160,02% zu, die Benchmark nur 116,01%. Diese Outperformance gelang zudem mit einer um mehr als 4 Prozentpunkte geringeren Volatilität. Trotzdem müssen Anleger natürlich eine gewisse Risikobereitschaft mitbringen. Dividenden können Kursverluste puffern, jedoch nicht ausschließen.

Fazit Schuessler steht für ein Portfolio, das nicht an der Benchmark klebt. Der Fonds ist für Anleger interessant, die neben Kursgewinnen auch regelmäßige Dividendenerträge erzielen wollen. Der vergleichsweise lange Track Record belegt einen qualitätvollen Auswahlprozess der Einzeltitel.

DWS Top Dividende ISIN: DE0009848119 Fondsvolumen:  10392,4 Mio. Euro Fondswährung: Euro Auflegungsdatum 28.04.2003 Gesamtkostenquote: 1,45%


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Neuer Nebenwertefonds Die Deka-Gruppe hat einen neuen Aktienfonds mit dem Anlageschwerpunkt deutsche small und midcaps aufgelegt, den DekaDeutschland Nebenwerte (ISIN: LU0923076540). Fondsmanager Christian Reindl sieht bei Nebenwerten häufig eine überdurchschnittliche Gewinndynamik. Diese Firmen profitieren seiner Meinung nach stark von der Industrialisierung der Emerging Markets. Das potentielle Anlageuniversum, aus der das Fondsportfolio zusammengestellt wird, besteht aus 200 Unternehmen, die zum überwiegenden Teil im MDAX und SDAX gelistet sind. Hinsichtlich der unterschiedlichen Sektoren erfolgt eine breite Streuung. Die Firmen

kommen u.a. aus den Bereichen Maschinenbau, Elektro- und Medizintechnik sowie Automobilzulieferung. Die Einzeltitelauswahl erfolgt einerseits durch einen Bottom-up-Ansatz, bei dem vor allem die strategische Ausrichtung des Unternehmens, die Qualität des Managements und die Positionierung im Markt im Fokus stehen. Dabei macht sich das Fondsmanagement auch im direkten Kontakt mit den Entscheidungsträgern ein Bild über das Unternehmen. Ergänzt wird dieser Ansatz durch eine Top-Down-Komponenten, die vom makroökonomischen Research der Deka betrieben wird und u.a. die Exportmärkte der Unternehmen beobachtet.

JUPITER

Anleihegläubiger als Zahlmeister Anleger, die ihr Geld in Staatsanleihen westlicher Industrienationen anlegen, zahlen den Preis für die Geldpolitik, die eine Entschuldung der Staaten über die Inflation fördert. Diese Auffassung vertreten Miles Geldard und Lee Manzi, die Fondsmanager des Jupiter Strategic Total Return L EUR-Fonds (ISIN: LU0522253292). Die Anleger machen laut Geldard und Manzi Verluste, solange die Anleihen-Kupons unter der Inflationsrate liegen. Dieser Zustand entspricht der Zielsetzung der Politik: „Wenn sich die Notenbanken aktiv um ein negatives Real­zinsniveau bemühen, folgt daraus, dass sie den Anlegern negative Realrenditen aufbürden. Faktisch unterwerfen sie die Gläubiger einer

unsichtbaren Steuer und erzwingen damit eine Umverteilung des Vermögens von jenen, die keine sofortigen Ausgaben planen, zu denen, die ihr Vermögen jetzt investieren“. Die Kursgewinne an den Aktienmärkten beurteilen die Fondsmanager positiv, allerdings verweisen sie auf die unsichere politische und wirtschaftliche Situation auch großer Volkswirtschaften wie Frankreich, das unter sinkenden Exporten und steigenden Schulden leidet. Zuversichtlich sind sie für die USA, weil sich die dortigen Verbraucher ihrer Meinung nach wiederum als Stütze des globalen Wachstums erweisen werden. Auch bei japanischen Aktien wird nach einer Konsolidierung noch Potential gesehen.

UNIVERSAL-INVESTMENT

Beeindruckendes Rekordwachstum Universal-Investment, die größte unabhängige Investmentgesellschaft im deutschsprachigen Raum meldete zum Stichtag 30. April einen Zuwachs des verwalteten Vermögens um 31 Mrd. auf 168,6 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auf Sicht der vergangenen fünf Jahre haben sich die Assetsundermanagement verdoppelt. Seit Jahresanfang sind knapp 9 Mrd. Euro neue Anlagegelder zugeflossen. „Gefragt sind insbesondere umfassende 360-Grad-Lösungen von der Strukturierung über die Administration bis hin zum Risikomanagement“, so Bernd Vorbeck, Sprecher der Geschäftsführung von Universal-Investment. Als größter 16

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Anbieter von Private-Label-Fonds, also von Produkten, deren Strategien aus dem Haus unabhängiger Vermögensverwalterkommen, verzeichnete Universal-Investment auch in diesem Bereich Wachstum. Aktuell werden insgesamt 457 Fonds mit einem Volumen von 18,9 Mrd. Euro verwaltet. „Wir bauen die Partnerschaften mit unabhängigen Vermögensverwaltern weiter aus. Zugleich etablieren wir uns aber zunehmend auch als zentraler Partner für international agierende Asset Manager“, so Vorbeck. Zu den Bestsellern unter den Publikumsfonds zählen aktuell unter anderem der Acatis Gané Value Event Fonds UI(ISIN: DE000A0X7541).


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Münchener Rück-Bonus-Zertifikat Pro –

Versicherungsriese auf Konsolidierungskurs Die Aktie der Münchener Rück hat vom Jahreshoch bereits über 13% abgegeben. Ein Grund waren Ängste der Anleger, die mit Belastungen des Unternehmens aus der aktuellen Flutkatastrophe rechnen.Die Chancen stehen trotzdem gut, dass die Aktie zumindest nicht deutlich einbricht. Der Münchner Versicherungsriese ist auf einem guten Weg. Die Anfang Mai bekannt gegebenen Zahlen zum 1. Quartal wiesen einen Gewinn von 972 Mio. Euro aus. Damit lag der Überschuss 25% über den Vergleichszahlen im Vorjahresquartal. Finanzvorstand Schneider zeigte sich optimistisch die avisierten 3 Mrd. Euro Gewinn auf Jahressicht auch tatsächlich liefern zu können. Einige Experten halten das Ziel sogar für zu konservativ. Allerdings hat das Unternehmen tatsächlich mit niedrigen Kapitalmarktzinsen zu kämpfen, die aller Voraussicht nach auch in naher Zukunft nicht steigen werden. Im vergangenen Jahr lag die Rendite der Kapitalanlagen bei 3,9%. Für das aktuelle Jahr werden nur noch 3,3% erwartet. Die Münchner Rück konnte jedenfalls im ersten Quartal 2013 mit dem Kerngeschäft, das 827 Mio. Euro zum Ergebnis beigetragen hat, gegenüber 634 Mio. Euro im Vorjahresquartal punkten. Ein Grund lag darin, dass die Schadenszahlungen im Vergleich zum Vorjahr geringer ausfielen. Ergo auf Kurs Auch das Ergebnis der Erstversicherungstochter Ergo stellte die Marktteilnehmer zufrieden. Das Quartalsergebnis stieg von 97 Mio. Euro

im ersten Quartal 2012 auf 120 Mio. Euro im ersten Quartal des aktuellen Jahres. Beim Produktangebot setzt Ergo auf Innovationen. So verabschiedet man sich leise von der klassischen Lebensversicherung. Im Juli kommt ein Altersvorsorgeprodukt ohne garantierte Mindestverzinsung auf den Markt. Bei Verträgen mit einer Mindestlaufzeit von 15 Jahren wird nur das eingezahlte Kapital garantiert. Ob sich das Produkt am Markt etablieren kann, wird sich zeigen. Einstelliges KGV Unter Bewertungsgesichtspunkten ist die Aktie der Münchener Rück nicht überbewertet. Das 2014er-KGV liegt bei unter 9, außerdem stützt eine Dividendenrendite von etwa 5%. Der Analyst Kailesh Mistry von der HSBC sieht ein Kursziel von 180 Euro, aktuell (Stand 06.06.) notiert die Aktie bei 137,60 Euro. Natürlich bilden etwaige Unwetter oder Anschläge ein Risikopotenzial, das nicht bis ins Letzte kalkulierbar ist. Insofern bieten sich Produkte mit einem Puffer an, die auch bei leicht fallenden Kursen noch Gewinne versprechen. Kurzzeit-Barriere Ein Bonus-Zertifikat Pro der Commerzbank auf die Aktie der Münchner Rück (WKN: CZ4CYM) bietet gegenüber dem Direktinvestment ein attraktives Chancen-Risiko-Profil. Zahltag ist am 25.09.2014. Die Barriere des Produkts liegt bei 115 Euro. Im Unterschied zu klassischen Bonus-Zertifikaten ist diese Barriere allerdings nicht während der gesamten Laufzeit aktiviert, sondern nur vom 18.06. bis 18.09.2014. Vorher ist das Unterschreiten der Barriere für das Auszahlungsprofil unerheblich. Der ausgezahlte Bonusbetrag liegt bei 165 Euro. An einer weiteren Kursentwicklung nach oben nehmen die Anleger weiterhin teil, da das Zertifikat keinen Cap vorsieht.

Münchener Rück-Bonus-Zertifikat Pro Zertifikattyp Bonus-Zertifikat Pro

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BÖRSE am Sonntag · 23/1 3

Emittent Commerzbank

Basiswert Fälligkeit Münchener Rück 25.09.2014

WKN CZ4CYM


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SOCIÉTÉ GÉNÉRALE

Knapp 100 neue Memory-Express-Zertifikate Von der französischen SociétéGénérale kam am 05.06. eine Neuemission von 96 Memory-Express-Zertifikaten auf europäische Blue Chips. Darunter befinden sich Papiere auf DAX-Titel wie Daimler, Deutsche Telekom und RWE aber auch Einzeltitel aus anderen europäischen Leitindizes. Die Memory-Schwellen liegen je nach Ausgestaltung der Zertifikate zwischen 50 und 75% des Ausgangsniveaus. Selbst bei Kursverlusten, die zwischen 25 und 50% ausmachen, bekommen Anleger einen jährlichen Kupon zwischen 4 und 14% auf den Nominalwert von 100 Euro. Für die Zertifikate ist eine

dreijährige Laufzeit vorgesehen, allerdings haben Investoren auch die Chance einer vorzeitigen Tilgung des Produkts, und zwar, wenn der Basiswert über dem jeweiligen Tilgungsniveau notiert. Die MemoryKomponente sorgt dafür, dass eventuell während der Laufzeit ausgefallene Kuponzahlungen nachgeholt werden können. Entscheidend für das Auszahlungsprofil der Memory-Express-Zertifikate sind jährliche Beobachtungstage. Das hat den Vorteil, dass selbst starke Kursrückgänge zwischen den Beobachtungstagen die Kupon-Zahlung nicht gefährden.

SCOPE

Qualitätsunterschiede bei den Emittenten Die Rating-Agentur Scope hat 18 Zertifikate-Emittenten auf Herz und Nieren geprüft und einem Management Rating unterzogen. Sieger mit einer AAA-Bewertung ist HSBC Trinkaus & Burkhardt. Der Emittent konnte vor allem mit einer geringen Abweichung vom Fair Value bei Discount-Zertifikaten und Aktienanleihen punkten. Auf die Plätze 2 und 3 schafften es die Commerzbank und die WGZ-Bank. Die Commerzbank konnte u.a. wegen enger Spreads bei Discount- und Bonus-Zertifikaten glänzen. Bei der WGZ lag der Grund für die gute Bewertung wie bei HSBC Trinkaus & Burkhardt

an der geringen Abweichung vom Fair Value bei den Discountern. Schlusslichter bildeten die Erste Bank, Morgan Stanley und Barclays. Bei Barclays wurde die inhaltliche Schwäche der Research-Materialien moniert. Besonders wichtig für Anleger ist die faire Preisbildung. Bei Aktienanleihen konnten hier die Schweizer – die Bank Vontobel und die UBS – überzeugen. Da Zertifikate aus mehreren Komponenten bestehen, ist die Preisbildung für den Anleger nicht aus dem Stand nachvollziehbar. Erst über mathematische Modelle lassen sich faire Preise errechnen.

DEUTSCHE BANK

Faktor-Zertifikate auf Edelmetalle Die Deutsche Bank hat Faktorzertifikate auf die Edelmetalle Platin und Palladium emittiert. Anleger können gehebelt sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse setzen. Bei diesen Produkten stehtjeweils für die Long- und Short-Variante ein Hebel von 2,4 und 6 zur Verfügung. Der Vorteil bei dieser Zertifikategattung gegenüber traditionellen Hebelprodukten wie beispielsweise Knock-outs oder Optionsscheine liegt darin, dass der Hebel täglich unverändert bleibt. Bei einem Faktor 2x-long-Zertfikat verdoppelt sich die Kursbewegung, wenn beispielsweise eines der Edelmetalle von einem Fixing-Kurs 18

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zum nächsten um einen bestimmten Prozentsatz zulegt. Geeignet sind Faktor-Produkte für risikobewusste Anleger in trendstarken Marktphasen. Die Papiere haben keine Laufzeitbegrenzung. Die Basiswerte bilden die jeweiligen Platin- bzw. Palladium-Preisindizes, die als Strategieindizes von der ICF Kursmakler AG berechnet und veröffentlicht werden. Sie können auf deren Website (www.icf-markets.de) eingesehen werden. Darüber hinaus entfallen durch die PreisindexKonstruktion Kosten, die entstehen würden, wenn das Produkt über den Platin-Future abgebildet würde.


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Rohstoff der Woche

Kakao: Hier bewegt sich was In den vorangegangenen vier Wochen im Korrekturmodus, machte der Kakaopreis jüngst einen kräftigen Satz nach oben. Begleitet wurde er von einem steigenden Handelsvolumen. Vielleicht ist das ein Indiz dafür, dass nun wieder die Bullen das Zepter übernehmen? Im März und April dieses Jahres hatten Spekulationen auf ein geringeres globales Kakaoangebot zu einer kräftigen Erholung beim Kakaopreis nach der Talfahrt seit September 2012 geführt. Vom Zwischentief im März 2013 kletterte der Juli-Future um mehr als 19 Prozent. Dann ging ihm jedoch erst einmal die Puste aus. Es folgte eine vierwöchige Korrektur. Der Schlusskurs der Vorwoche lag dabei knapp unter dem 61,8-Prozent-Fibonacci-Retracement des Anstiegs von März bis Mai. Davon ausgehend gab es jüngst einen starken Aufwärtsimpuls. Handfeste fundamentale Nachrichten sind dafür nicht auszumachen. Dennoch scheint das günstigere Preisniveau Käufer angelockt zu haben. Interessant in diesem Zusammenhang ist das gestiegene tägliche Handelsvolumen. Zwar könnte dazu auch die Schließung von Short-Positionen beigetragen haben, allerdings scheint auch das Interesse der Bullen zuzunehmen. Am Freitag der Vorwoche lag das durchschnittliche Handelsvolumen der vergangenen 30 Tage bei etwa 23.800 Kontrakten. An den ersten Handelstagen der aktuellen Woche waren es dann mehr als 50.000 Kontrakte.

Die aktuelle Entwicklung könnte ein Indiz dafür sein, dass der Kakaopreis nun wieder in einen größeren Aufwärtsmodus einschwenkt und den Anstieg seit März fortsetzt. Dafür sprechen könnte auch, dass der Rücksetzer im Mai an dem 61,8%-Fibonacci-Retracement beendet wurde, der damit als normale Verschnaufpause interpretiert werden kann. Zudem eroberte der Preis jüngst seine 200-Tage-Linie zurück. Damit könnte nun die Abwärtstrendlinie (Verbindung Hochs September 2012 und Mai 2013) ins Visier genommen werden. Sollte sie nachhaltig überschritten werden, wäre dies als mittelfristiges Long-Signal zu interpretieren, was eventuell erstes Kurspotenzial bis in den Bereich von 2.550 US-Dollar eröffnen könnte. Dazu dürfte sich allerdings der Widerstand bei 2.437 US-Dollar nicht als hartnäckig erweisen. Kakao – Juli-Future (ICE)

Stand: 07.06.2013 (9:00 Uhr)

Derivate auf Kakao (Basiswerte: JPMCCI - Cocoa und Juli-Future (ICE)) Typ Indexzertifikat Hebel-Zert. (long) Hebel-Zert. (short)

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WKN VT1FCM CK6AL2 DZ52XJ

Basispreis/Knock-out - 1.775,25/1.821,56 USD 2.840,88/2.791,84 USD

Laufzeit Hebel open end open end 4,04 open end 4,97


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Rohstoffanalysen

Rohstoffe im Überblick Mageres Schwein – Juli-Future (CME)

Rohstoffe (Auswahl)

Mageres Schwein zeigt seit April einen Aufwärtsimpuls. In diesem spiegeln sich wohl auch die Erwartungen und Positionierungen einer saisonal typisch soliden Nachfrage im Sommer angesichts der dann auf Hochtouren laufenden Grillsaison wider. Jüngst setzte sich der Anstieg dynamisch fort. Der Preis kratzte an der Hürde 96,35 US-Cent.

Markt Kurs Rohöl WTI Crude NYMEX ($/bbl)

% zur Vorwoche

96,18

+4,99%

3,83

-3,89%

Heizöl NYMEX ($c/gal)

289,89

+4,26%

Gold NYMEX ($/Unze)

1381,20

-0,43%

21,61

-2,73%

759,00

+0,90%

Platin Spot ($/Unze)

1504,75

+2,92%

Aluminium Spot ($/t)

1933,50

+3,09%

Blei Spot ($/t)

2153,75

-2,44%

Kupfer Spot ($/t)

7198,00

-1,14%

Nickel Spot ($/t)

15050,00

+2,84%

Zinn Spot ($/t)

20980,00

+0,74%

Zink Spot ($/t)

1869,00

-1,31%

Baumwolle ICE ($c/lb)

84,730

+6,78%

Kaffee "C" ICE ($c/lb)

126,40

-0,43%

2356,00

+7,53%

Mais CBOT ($c/bu)

666,00

+0,26%

Mit dem jüngsten kräftigen Anstieg kletterte Platin über die Widerstandszone bei etwa 1.510 US-Dollar. Es sieht nach einem nachhaltigen Ausbruch aus, sodass wohl die Konsolidierung der vergangenen Wochen beendet ist und weiter steigende Preise impliziert. Negiert würde diese Annahme, wenn es wieder deutlicher unter 1.500 US-Dollar geht.

Orangensaft gefr. ICE ($c/lb)

150,55

+0,40%

1526,00

+1,09%

696,25

-1,31%

Zucker No.11 ICE ($c/lb)

16,43

-0,79%

Lebendrind CME ($c/lb)

119,28

-0,93%

Mastrind CME ($c/lb)

143,73

-0,55%

96,55

+2,63%

Zucker – Juli-Future (ICE)

Rohstoff-Indizes (Auswahl)

Die langfristige Talfahrt bei Zucker setzte sich jüngst fort. Seit dem Hoch im Oktober 2011 ging es damit nun um 33 % abwärts. Es mehren sich derzeit jedoch die Indizien für eine zumindest temporär mögliche Erholung. Beim RSI hat sich zuletzt eine Divergenz gebildet. Der Money Flow Index hat jüngst seine untere Extremzone verlassen.

Index Kurs

% zur Vorwoche

NYSE Arca Gold BUGS Index (HUI) 269,73

-1,76%

1383,63

-0,07%

DJ AIG Commodity Index

131,30

+0,51%

Reuters-Jeffries CRB Futures-Index

287,02

+1,61%

3565,55

+0,83%

Erdgas NYMEX ($/MMBtU)

Silber Spot ($/Unze) Palladium Spot ($/Unze)

Mais – Juli-Future (CME) Mais liegt weiterhin auf der Lauer. Wie schon in den vorangegangenen beiden Wochen pendelte er jüngst vor dem Widerstand bei 672 US-Cent hin und her, ohne jedoch einen Versuch zu wagen, ihn zu knacken. Allerdings rückt nun die Abwärtstrendlinie immer näher. Ausbruch nach oben oder Abprall nach unten stellt sich daher nun wohl die Frage.

Kakao ICE ($/t)

Platin – Spotpreis in US-Dollar

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Sojabohnen CBOT ($c/bu) Weizen CBOT ($c/bu)

Schwein mag. CME ($c/lb)

NYSE Arca Oil & Gas Index

Rogers Int. Commodity Index


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Produkt der Woche

Headboards – schlafen wie im Grand Hotel Ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Bett. Denn schlafen ist nicht nur wohltuend, sondern auch wichtig für unsere Gesundheit. Wir brauchen unseren täglichen Schlaf, um uns zu regenerieren, Kraft zu tanken, mit Power in den neuen Tag zu starten. Grund genug, optimale Schlafbedingungen zu schaffen.

Weitere Anregungen finden Sie unter: www.dreamywhitesonline.com www.designsponge.com www.stildecorflorence.com www.mademoiselletiss.fr www.wohnideen. minimalisti.com www.cinius.com www.elledecor.com

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Ausschlaggebend für einen guten Schlaf ist verleiten. Es hat sich zudem herumgesprochen, dass kühle Farben – da sind sich die Schlafanalytiker einig - die wie zum Beispiel Blau- und Grüntöne zusätzlich entspannen können. Umgebung, also frische Luft, mustergültige Ein neuer Zeitstil beschäftigt sich nun mit dem Bettgestell. In früRaumtemperatur, eine exzellente Matratze heren Zeiten hatte ein Bett in der Regel ein Kopf- und ein Fußteil und ein vollendetes Ambiente des Schlafraums. - meist aus Holz. Heute ist dieser Kopfabschnitt oft nicht mehr auNachdem in den letzten Jahrzehnten die rich- tomatisch Teil des Bettes. Mehr und mehr geht man dazu über, sich tige Auswahl von Matratze und Bettzeug zu das Bett sukzessive zusammenzustellen, angefangen mit der Liegefläeiner wahren Wissenschaft erhoben worden che. Diese wird dann durch ein sogenanntes “Headboard” am Kopfist, geht nun der Trend hin zu einer sorgsam ende aufgewertet. durchdachten Raumgestaltung jenes Zimmers, Die Idee, der Schlafstätte durch “Headboards” eine gemütlichere in dem man einen beachtlichen Teil seines Le- Note zu geben, stammt aus Amerika. Solche Kopfteile lassen sich bens verbringt – dem Schlafzimmer. separat kaufen, an der Wand einfach befestigen und dienen so als So sind sich nicht nur Feng Shui-Experten variables Gestaltungselement für das Schlafzimmer. Im Handumdresondern auch alle Lifestyle-Magazin-Redak- hen wird durch das “Headboard” aus einer schlichten Liege schnell tionen einig, dass Wäscheständer, Arbeits- ein Luxusbett. unterlagen und alles, was gerne leuchtet, aus Die Bandbreite reicht von gepolsterten, mit edlen Stoffen oder Ledem Schlafzimmer zu verbannen ist: Elek- der bezogenen Platten bis hin zu Kopfteilen aus alten Türen, aus tronische Wecker, Fernseher und Musikan- Schildern, aus Gemälden, ja sogar aus Büchern. Wer es rustikal mag, lagen sind somit tabu, ganz zu schweigen entscheidet sich fürHolzbretter oder gleich für einen ganzen Baumvon Fernsteuerungen oder Handys auf dem stamm. Es gibt so viele erstaunliche Kopfteile auf dem Markt wie es Nachttisch. Das Schlafzimmer ist zuneh- kreative Köpfe gibt. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie lassen das mend zum stylischen Raum mutiert, auf- Schlafzimmer extravaganter wirken und sorgen somit für ein wohligeräumt muss es sein und zur Entspannung ges Gefühl, die Grundvoraussetzung für einen guten Schlaf.

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Geschäftsführer Dr. Wolfram Weimer Amtsgericht: München HRB 198201 Verlagsleitung: Michaela Ellen Lenz, Tel.: 0911 / 274 00 0 michaela.lenz@boerse-am-sonntag.de Anzeigenleiter/Mediaberater: Wolfgang Hansel, Tel.: 0911 / 274 00 0 hansel@weimermedia.de Anmeldung: Um „BÖRSE am Sonntag“ kostenfrei zu beziehen, melden Sie sich an unter: www.boerse-am-sonntag.de

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Bildnachweis: Fotolia Layout: addna, Nürnberg Technik: Marcus Brauer, menthamedia Erscheinungsweise: wöchentlich, jeweils Sonntag Mitarbeiter dieser Ausgabe: Dr. Wolfram Weimer, Dr. Sebastian Sigler, Thomas Uhlig,Nina Bradinova, Christian Bayer, Michaela Ellen Lenz, Wolfgang Tenor, Die Charts wurden mit freundlicher Unterstützung von TradeSignal erstellt. Deutsche Bibliothek: ISSN 1610-7446 Auflage: 117.000

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Ausgabe 23/13 (Spezial: Türkei)  
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