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AUSGABE 1, April 2013 SONDERVERÖFFENTLICHUNG

Das Magazin l a i -spec b&p

INTERNATIONALE GARTENSCHAU HAMBURG +++ INTERNATIONALE BAUAUSSTELLUNG HAMBURG


AUSGABE 1, APRIL 2013 SONDERVERÖFFENTLICHUNG

INTERVIEW Sechs Fragen an Olaf Scholz:

Installation

„Hier wird die Zukunft der Stadt entwickelt“

Donnerbogen mit Flüsterkuppeln Der Schweizer Musiker und Klangarchitekt Andres Bosshard lädt ab Mai dazu ein, die überraschend vielfältigen Klangräume und Höraussichtspunkte auf der Alten Harburger Elbbrücke zu erkunden. Eine Beflaggung entlang der gesamten Brücke markiert die „unsichtbaren Räume der fliegenden und tanzenden Klangwogen“. Die ungewöhnliche Installation wird von der SAGA GWG und der Sparkasse Harburg-Buxtehude großzügig gesponsert und stellt quasi einen gefühlt akustischen Sprung über die Elbe dar.

KLANGBRÜCKE

Fotos: Andres Bosshard

Der Schweizer Andres Bosshard plant die ungewöhnliche Lärmvisualisierung entlang der Süderelbbrücke.

Eine Studie: So könnte die Beflaggung auf der Brücke aussehen.

Bosshard hat ein ähnliches Klangthema auf der Expo in Biel umgesetzt. Jetzt will er die Alte Süderelbbrücke mit Flaggen und Bändern ausstatten und das die Brücke umgebende Getöse visualisieren. „Wir sind mit dem Fahrrad durch Wilhelmsburg gefahren, um einen Ort für so eine Installation zu finden. Dann kamen wir an die Alte Süderelbbrücke, und ich wusste: Das ist es! Ein wunderbarer Ort. Ich habe festgestellt, dass Wilhelmsburg von Donnertoren umgeben ist. Die Lastwagen auf der nahegelegenen Autobahnbrücke erzeugen dieses Donnern. Der Wind setzt die Flaggen und Bänder in Bewegung – wie Bojen, die auf den Klangwogen tanzen. Ich synchronisiere Hören und Sehen. Dadurch entsteht ein völlig neues Hörerlebnis.“ Etwa 50 bis 60 Flaggen will Bosshard aufhängen. Er spricht von einer Choreophonie, sogar von einem Kampf der Klänge. Hier die große, luftige, sogar stille historische Alte Elbbrücke, daneben die laute Brücke des 17. Juni sowie die Autobahn A253 (Europabrücke). Der Schweizer Musiker und Klangkünstler verspricht sich von der Aktion eine neue Wahrnehmung der akustischen Welt. Damit könnte die Klangbrücke ein Zeichen gegen Lärm setzen. >> Eröffnet wird die „Klangbrücke“ am Sonnabend, 25. Mai, um 13 Uhr. Vom 26. bis 29. Mai finden zwei Mal täglich Hörspaziergänge mit Andres Bosshard und Soundbike-Touren mit Kaspar König statt. wb

Hamburgs Bürgermeister über Chancen und Perspektiven durch IBA und igs

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Das Magazin: Die internationale Bauausstellung IBA Hamburg und die internationale Gartenschau igs 2013 haben Wilhelmsburg und teilweise auch Harburg bereits deutlich sichtbar verändert. Was versprechen Sie sich von diesen beiden Großveranstaltungen für die Zukunft im Süden der Hansestadt? Scholz: Mit der IBA – und der internationalen Gartenschau (igs) – werden sich Wilhelmsburg und die Elbinseln über die Grenzen Hamburgs und Deutschlands hinaus präsentieren. Hunderttausende Besucherinnen und Besucher werden kommen und sich ein Bild von diesem Teil Hamburgs machen. Ich bin sicher, dass viele von ihnen ihr bestehendes Bild nach dem Besuch korrigieren werden. Und Sie haben mit Ihrer Frage recht: Wilhelmsburg und Harburg haben sich bereits durch IBA und igs verändert. Ich bin sicher, dass sich der positive Wandel dort fortsetzen wird. Für die künftige Stadtentwicklungspolitik insgesamt können wichtige Erkenntnisse gewonnen werden – nicht nur für den Süden, sondern für ganz Hamburg und über die Grenzen Hamburgs hinaus.

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Foto: Wolfgang Becker

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Das Magazin: Politisch betrachtet, haben Sie den „Sprung über die Elbe“ geerbt, aber dennoch frühzeitig klargemacht, dass die grundsätzliche Ausrichtung bestehen bleibt. Warum ist die Stadtentwicklung Richtung Süden so wichtig? Scholz: Zunächst wollen wir die Stadt so weiterentwickeln, dass die Elbinsel ihren Bewohnerinnen und Bewohnern bietet, was die von einer Stadt mit mehr als 50 000 Einwohnern erwarten: einen Kern, der sich entwickelt – mit Einkaufs- und Kundenzentrum, mit einem S-Bahnhof inklusive mehrerer Verbindungen in die City. Nicht unterschätzen sollte man die angedachte Umsteigemöglichkeit an den Elbbrücken. Dort soll man später von der S-Bahn in die U4 umsteigen und in Richtung HafenCity fahren können. Ein modernes Zentrum wäre das Bindeglied, mit dem Reiherstiegviertel und Wilhelmsburger Osten verbunden würden, Spreehafen und

zirke für sinnvoll und wünschenswert? Scholz: Durch Verlagerung von Institutionen, Unternehmen und auch Behörden kann man sicher an bestimmten Stellen der Stadt eine Weiterentwicklung oder Aufwertung erreichen. Das kann auch für die Verlagerung der BSU gelten. Daraus eine generelle Haltung zu entwickeln, dass mit Behördenansiedlungen Strukturpolitik betrieben wird, fände ich schwierig. Das muss man sich im Einzelfall jeweils genau ansehen. Klar ist, dass die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt gut nach Wilhelmsburg passt, nicht nur wegen der unmittelbaren Nachbarschaft zu den IBA-Projekten.

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Das Magazin: Welche städtebaulichen Impulse für Hamburg erhoffen Sie sich von der IBA, welche touristischen Impulse von der igs? „Tür auf“ – der Türöffner im Café „vju“ auf Scholz: Mit der IBA wollen wir erprodem Energie-Bunker hat fast Symbolcharakben, wie eine große, moderne Stadt wachsen kann, ohne ökologisch oder ter. Das Foto zeigt Hamburgs Bürgermeister in eine Schieflage zu kommen. sozial Olaf Scholz bei der Pressekonferenz zur Insoweit sind Veddel, Wilhelmsburg IBA-Eröffnung. und der Harburger Binnenhafen Labore, in denen die Zukunft der Stadt Hauland, West und Ost, Nord und Süd. Das entwickelt wird. Wilhelmsburg ist nach übergeordnete Ziel für Wilhelmsburg – wie Manhattan in New York die zweitgrößte befür andere Stadtteile Hamburgs, die attrak- wohnte Flussinsel der Welt. Und für Wiltiver werden – lautet: Aufwertung ohne helmsburg ist die IBA eine große Chance: Verdrängung. Denn Wilhelmsburg kann während der IBA von vielen als attraktiver, moderner LebensDas Magazin: Mit der igs bekommt Wil- raum erfahren werden. Besucherinnen und helmsburg nicht nur einen Volkspark, son- Besucher werden Wilhelmsburg als einen dern sogar einen Sportpark – hat dieses Stadtteil empfinden, in dem man gern lebt, neue Areal über die Grenzen der Elbinsel wo man arbeitet, wohnt und seine Freizeit verbringt. Wo Kinder glücklich aufwachsen hinaus Bedeutung für Hamburg? können und Schulen sie auf ihre Zukunft Scholz: Ja. Und mehr als das. Allein die Kletterhalle wird Sportler auch über die vorbereiten. Die IBA wird zu einem positiGrenzen Hamburgs hinaus anziehen. Ham- ven Wandel für Wilhelmsburg und die Bürgerinnen und Bürger dort beitragen. burg ist eine sportbegeisterte Stadt.

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Das Magazin: Mit dem Umzug der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) nach Wilhelmsburg hat der Senat ein wichtiges Signal gesetzt und zugleich eine bezirkliche Forderung erfüllt, die lange vor Erfindung des „Sprungs über die Elbe“ bestand. Halten Sie weitere Behördenverlagerungen aus der Innenstadt in die Randbe-

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Das Magazin: Haben Sie schon eine Dauerkarte für die Gartenschau? Und falls ja, werden Sie die nutzen? Scholz: Ich habe schon seit dem 26. April 2012 eine Dauerkarte. Und genau ein Jahr später werde ich den Bundespräsidenten auf der igs begleiten. Das soll aber nicht mein einziger Besuch sein. Interview: wb


AUSGABE 1, APRIL 2013 SONDERVERÖFFENTLICHUNG

DIE ERÖFFNUNG

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Fotos: Wolfgang Becker (5), Björn Hähn (1)

Seite / Thema

Große Erwartungen: Zum Forum „IBA meets IBA” kamen viele Besucher auch aus Wilhelmsburger Kreisen.

Interview mit Bürgermeister Olaf Scholz

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Startforum: IBA meets IBA

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Was ist wo? Übersichtsplan IBA

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Schülerin Gizem Yilmaz (14) schneidet das IBA-Band von Bord einer Barkasse aus durch. Ihr assistiert Sabrin Mustapha (rechts daneben).

Keine Angst vor der großen Stadt! „IBA meets IBA“ Start-Forum mit gut 800 Teilnehmern – Eine erste Zwischenbilanz – Mahnende Worte von US-Soziologe Richard Sennett

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Interview mit IBA-Geschäftsführer Uli Hellweg Leitthema Metrozonen Leitthema Stadt im Klimawandel / Termine Leitthema Kosmopolis / Termine Hier geht’s rein / Das sagt die WLH Die SAGA GWG und das Weltquartier

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Die neue Stadtentwicklungsbehörde

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Zu Besuch im LichtAktivHaus

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Schlossinsel und Co.

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Acht von 80 Gärten

Kleine Algen kommen groß raus Der Wald wohnt in der Stadt Hamburgs erster Innovations Campus / Die ZEBAU Der Harburger Binnenhafen / Archäologie John Langley im Gespräch / igs in Zahlen Interview mit Senatorin Jutta Blankau / Tickets

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Theater / Konzerte: Highlights April bis Juli

IMPRESSUM / INHALT

Die Straße sollte vor Beginn r kam aus New York, sprach der internationalen gartenkaum zehn Minuten und schau hamburg verlegt werhatte die Situation in Wilden, was jedoch planungshelmsburg erfasst. Der rerechtlich misslang. nommierte US-Soziologe RiIn den kommenden Jahren chard Sennett, Professor an werden laut Scholz etwa der New York University, 5000 weitere Wohnungen sagte vor den rund 800 Teilgebaut. Dazu sei es nötig, die nehmern des Startforums mit der IBA begonnene „IBA meets IBA“ jene inhaltsEntwicklung ständig und perschweren Sätze, die die manent fortzusetzen. Schon Rechtfertigung für die IBA Ein Forum, drei Redner: Der US-Soziologe Richard Sennett (von links), jetzt sei eine deutliche Verjünliefern und zugleich die städHamburgs Bürgermeister Olaf Scholz und IBA-Geschäftsführer Uli Hellgung der Bevölkerung durch tebaulichen Sünden der Verweg sprachen vor rund 800 Zuhörern im Bürgerhaus. den Zuzug der Altersgruppe gangenheit offenlegen: „Ich 18 bis 30 zu spüren. Scholz: bin gespannt, was uns hier „Den Skeptikern versichere erwartet, gleichzeitig aber auch traurig: Die hier gezeigte hohe Qualität Deutschland und vielen Wilhelmsburgern ich: Der Sprung über die Elbe ist kein Strohsteht in starkem Kontrast zu den Gebäuden im grundsätzlich zur Zukunft der Elbinsel zu äu- feuer. Die Attraktivisierung des Südens ist eine Umfeld. Das Baudesign der 70er-, 80er- und ßern. Seine wichtigste Botschaft: „Keine Angst Bereicherung für die ganze Stadt. Die IBA vor der großen Stadt!“ Soziologen und Stadt- 2013 wird das Gesicht Hamburgs verändern.“ 90er-Jahre in Europa ist ein Desaster.“ Wie wahr, möchte man sagen. Sennett kriti- planer prognostizierten einen weiteren Zu- IBA-Geschäftsführer Uli Hellweg ließ in einer siert, dass es beim Bauen häufig nur um die wachs. Mit Stichworten wie Bildung, Sicher- ersten Zwischenbilanz die vergangenen sechs Funktion, nicht um die sozialen Beziehungen heit, Wohnen, Arbeiten, Energiewende und Jahre Revue passieren, erinnerte an den zögeht – ein Punkt, den die IBA frühzeitig auf- Infrastruktur angereichert, malte Scholz das gerlichen Start, private Investoren zu begeisgegriffen, verändert und beispielhaft umge- Bild von der weiterhin wachsenden Stadt. tern, und zeichnete den Weg über öffentliche setzt hat. Der US-Professor weiter: „Ich glau- Nun sei es an der Politik, diese Stadt grün und Investments zum jetzt vorliegenden Ergebnis be, dass wir jetzt ein neues Kapitel aufschla- lebenswert zu gestalten und mit einer guten nach: „Die IBA 2013 ist auch ein Erfolg der pagen können. Wir müssen die DNA der Gesell- Infrastruktur auszustatten. Daran habe auch triotischen Gesinnung, die in Hamburg Tradition hat.“ Er nannte aber auch die Achillesverschaft analysieren, öffentliche Diskussionen in die igs 2013 großen Anteil. Gang setzen – und daran die Architektur Scholz: „Hamburg hat zurzeit das vermutlich se: die Hamburger Verkehrsplanung. Bis heute orientieren.“ Kurz: Es geht um mehr Demo- bundesweit größte Wohnungsbauprogramm gebe es kein Landesverkehrskonzept. Es herrkratie bei der Planung öffentlicher Räume, zu in Arbeit. Ende 2012 waren 8712 Wohnein- sche eine mangelnde Integration der Verdenen im weitesten Sinne auch der Woh- heiten genehmigt. Wir wissen, dass dies in kehrsplanung in die Stadtplanung vor. Hellnungsbau zählt. Der Designergrundsatz den kommenden Jahren so weitergehen weg: „Da sind wir an unsere Grenzen gesto„Form follows function“ (Die Funktion be- muss.“ Und: „Um die grünen Flächen zu ßen. Gut, dass dieses Konzept jetzt als politistimmt die Form) könnte nach seiner Lesart in schützen und den vorhandenen Raum besser sches Ziel im Regierungsprogramm festge„Function follows citizen participation“ (Bür- auszunutzen, werden wir hier und da auch schrieben ist.“ Ein weiterer schwieriger Punkt gerbeteiligung bestimmt die Funktion) umge- etwas höher bauen.“ Nach dem Motto „Auf- sei das negative Image Wilhelmsburgs geweschrieben werden – zumindest im architekto- wertung ohne Verdrängung“ soll die Elbinsel sen – bis dato eine „investitionspolitische Nogerade auch im Bereich Wohnungsbau wach- go-Area“. Bis 2009 habe es gedauert, dann nischen und stadtplanerischen Bereich. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz nutzte sen – beispielsweise entlang der Flächen, die endlich seien die ersten privaten Investoren wb das Forum, um sich vor Fachleuten aus ganz nach Verlegung der Reichsstraße frei werden. „ibazeugt“ gewesen.

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Hoch hinaus: der Kletterhallen-Test Frische Blumen aus den Vierlanden Freie Bahn für die Monorail Jede Woche eine neue Blumenschau ParkSport im Sportpark Interview mit Heiner Baumgarten Wo ist was? Übersichtsplan igs / Barkassentour Sieben Themen – sieben Welten Schnuckenalarm in Wilhelmsburg

Impressum Redaktion: Wolfgang Becker (verantwortlich), Frauke Maaß, Claudia Michaelis, Björn Hähn (Fotos), Andre Lenthe (Fotos) Grafik und Layout: Gunda Schmidt Titelfotos: IBA / Martin Kunze, Wolfgang Becker, SSC GmbH / Dr. Martin Kerner, IBA / Johannes Arlt, igs Anzeigen: Jens Kalkowski Druckauflage: 100 000 „Das Magazin“ erscheint im Rahmen einer Marketing-Kooperation der Harburger Anzeigen und Nachrichten mit der IBA Hamburg und der igs 2013. Die nächste Ausgabe kommt am 25. Juli 2013 heraus. Redaktions- und Anzeigenschluss ist am 24. Juni. Anzeigenkunden können unter 040/77177-300 Kontakt aufnehmen.

Neubau der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt Mit dem Neubau der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt in der Neuen Mitte Wilhelmsburg setzt die Sprinkenhof AG Maßstäbe für den Verwaltungsneubau und leistet einen bedeutenden Beitrag im Rahmen der Internationalen Bauausstellung 2013. Der Neubau nach einem Entwurf der ARGE Sauerbruch Hutton/Reuter Rührgartner soll sowohl die hohen klimapolitischen Ziele als auch den Anspruch an Architektur und Baukultur in Hamburg umsetzen und international beachtete Maßstäbe für die Architektur, Nutzungsvielfalt, Attraktivität, Nachhaltigkeit sowie für die Wirtschaftlichkeit und effiziente Zusammenarbeit bei der Entwicklung eines Großprojekts setzen. Seit dem Baustart im Dezember 2010 ist das für ca. 1.400 Mitarbeiter vorgesehene Gebäude nach nunmehr zweieinhalb Jahren im vorgesehenen Kostenrahmen errichtet worden. Es werden die Energieeinsparpotentiale durch ein innovatives und interdis-

ziplinäres Gebäudekonzept mit einer Kombination aus baulichen Maßnahmen und komplexer Gebäudetechnik erschlossen. Ein wesentlicher Bestandteil dieses Konzepts ist die Nutzung der auf dem Baugrundstück vorhandenen Geothermie in Verbindung mit Wärmepumpen als regenerative Energiequelle. Hierzu werden 834 der insgesamt 1.604 Bohrpfähle der Gebäudegründung für die Beheizung und die Kühlung des Gebäudes genutzt. Die Beheizung und freie Kühlung der Bürobereiche erfolgt über Thermoaktivdecken. Insgesamt wurde für den Neubau ein ganzheitlicher Ansatz der energe-tischen Optimierung und des ressourcenschonenden Bauens angestrebt. Als ein Ergebnis dieses Ansatzes ist der Neubau von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. mit dem Vorzertifikat in Gold ausgezeichnet worden.

Die Sprinkenhof AG ist der kompetente Partner und Berater der Stadt und garantiert durch ein hohes Maß an immobilienwirtschaftlichem Know-how die professionelle Planung, Steuerung und Realisierung von Projekten im Interesse der FHH. Die Sprinkenhof AG vernetzt fundiertes Immobilien-Wissen von Kaufleuten, Architekten und Technikern unter einem Dach. Steinstraße 7 | 20095 Hamburg | Fon 040 – 33 95 4 – 0 | info@sprinkenhof.de | www.sprinkenhof.de


AUSGABE 1, APRIL 2013 SONDERVERÖFFENTLICHUNG

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AUSGABE 1, APRIL 2013 SONDERVERÖFFENTLICHUNG

INTERVIEW / DIE IBA AUF EINEN BLICK Veddel

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Interview mit Uli Hellweg

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Barkassenanbindung und Ausbau der Kanustrecke

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Kunst- und Kreativzentrum Veringhöfe

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Einspeisung von Strom in das Infozentrum

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Das klimaneutrale Infozentrum am- Energieberg Energieverbund Wilhelmsburg Mitte ein Netz, das allen nützt

Eingangskomplex am Inselpark

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W8 Neubau der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

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sind im Bau oder fertiggestellt, darunter 516 Modernisierungen. Es wurden 100 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche für Büro- und Gewerbe sowie 71,5 Hektar Grünfläche geschaffen (ohne igs). Vorhandene Wasserwege wurden um insgesamt 3 Kilometer verlängert. Es wurden gebaut und/oder saniert: 8 Bildungseinrichtungen, 2 Senioren-Wohn- und Pflegeheime, 4 Kindertagesstätten, 4 Sporteinrichtungen und 1 Zentrum für Künstler und Kreative.

Das Magazin: Das klingt schon besser . . . Hellweg: . . . ist aber immer noch viel zu wenig, um im Alleingang eine Bauausstellung auf die Beine zu stellen. Deshalb haben wir das Prinzip der Exzellenz-Projekte erfunden. Bei besonders zukunftsträchtigen Vorhaben, die heute noch nicht wirtschaftlich realisiert werden können, haben wir den unrentierlichen Teil gefördert. Der Investor übernimmt die üblichen Kosten für Bau und Grunderwerb, wir fördern zukunftsorientierte Technologien. Ein Beispiel ist die Algenfassade beim BIQ. Auch der Einsatz von Photovoltaik-Textilien beim Soft House zählt dazu. Besonders wichtig waren uns auch die sozialen Aspekte. Zum Beispiel der Bau von Gemeinschaftsflächen auf den Etagen, die bei dem Projekt Hamburger Terrassen entstanden sind. Insgesamt sind auf diesem Weg 100 Millionen Euro in die Projekte geflossen. Das Magazin: Wie teilte sich der gesamte Etat auf? Hellweg: Von den ursprünglich 100 Millionen Euro waren 80 für die

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Die Bilanz der IBA bis 2013:

Foto: IBA / Johannes Arlt

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Die Rechnung ist aufgegangen: Uli Hellweg ist als Geschäftsführer der IBA Hamburg GmbH für das Gelingen der Bauausstellung verantwortlich. Er hat seinen Ursprungsetat für die Ausstellung quasi verzehnfacht.

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r hat sich zumindest nach außen nie aus der Ruhe bringen lassen: Uli Hellweg stand auch 14 Tage vor der Eröffnung wie ein Fels in der Brandung, als die Wilhelmsburger Mitte noch aussah wie eine Großbaustelle, zahlreiche Häuser noch mit Planen eingerüstet waren und jeder Rundgang durch die künftige Bauausstellung ein Knirschen zwischen den Zähnen hinterließ – vom Sand, nicht vom Ärger. Uli Hellweg wird zweifellos als „Mister IBA“ in die Hamburger Stadtentwicklungsgeschichte eingehen, denn er hat den „Sprung über die Elbe“ in die Tat umgesetzt und dafür gesorgt, dass insgesamt eine Milliarde Euro in den „Aufbau Süd“ geflossen sind. HANRedakteur Wolfgang Becker sprach mit ihm über ein heikles Thema: Geld. Das Magazin: Wenn sie heute, am Anfang des Präsentationsjahres 2013, ein erstes Fazit der IBA Hamburg ziehen müssten, was würden Sie sagen? Hellweg: Diese IBA hat im Vergleich mit den vorangegangenen Internationalen Bauausstellungen zweifellos den höchsten Hebeleffekt. Das steht jetzt schon fest. Wir sind 2006 mit einem Gesamtetat von 100 Millionen Euro gestartet. Das ist wenig, wenn man bedenkt, dass die IBA Emscher Park in Nordrhein-Westfalen damals in den 90er-Jahren unter Ministerpräsident Johannes Rau drei Milliarden Mark zur Verfügung hatte. Uns war also von vornherein klar, dass wir vor allem private Investitionen auslösen mussten. Das Magazin: Und der Hamburger IBA-Etat wurde dann auch noch gekürzt . . . Hellweg: Das war 2011, als alle einen Sparbeitrag leisten mussten. Wir auch. So blieben dann noch 90 Millionen Euro. Allerdings haben wir durch EFRE-Mittel, den Bund und zusätzliche Landesmittel überwiegend aus Haushaltsmitteln im Bereich Klimaschutz weitere 30 Millionen Euro aktiviert, sodass wir tatsächlich 120 Millionen Euro zur Verfügung hatten.

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Enorme Hebelwirkung ausgelöst – „Mister IBA“ Uli Hellweg über ein heikles Thema: Geld . . . Förderung von zwei Dutzend Projekten vorgesehen, je zehn für den Bereich Verwaltung und Betrieb sowie für die Ausrichtung der drei Präsentationsjahre. Da wir am Ende 120 Millionen zur Verfügung hatten, stieg die Investitionsförderung auf 100 Millionen Euro – allerdings für mehr als 60 IBA-Projekte. Das Magazin: Wie hoch ist die Investitionssumme, die damit ausgelöst wurde? Hellweg: Bis Ende 2013 kommen wir auf 700 Millionen Euro private Investitionen. Dazu zählen auch die Harburger Projekte im Binnenhafen und auf der Schlossinsel. Interessant ist: Wir haben auch öffentliche Investitionen ausgelöst – insgesamt rund 300 Millionen Euro. Darunter fallen insbesondere Infrastrukturmaßnahmen wie die Neugestaltung des Kanalplatzes in Harburg, die Verlängerung des Assmannkanals und der Deichpark der Hamburg Port Authority. In Summe kommen wir also auf eine Milliarde Euro – ausgelöst durch ursprünglich 100 Millionen. Das ist die große Hebelwirkung. Das Magazin: Einige Projekte hat die IBA in Eigenregie umgesetzt – die Ausnahme von der Regel. Welche sind das? Hellweg: Das IBA-Dock, der IBA-Bunker, die Veringhöfe und der kleine Pavillon auf dem Weimarer Platz. Das sind unsere vier Projekte. Zwölf Millionen Euro sind in den alten Flakbunker an der Neuhöfer Straße geflossen, allerdings überwiegend EFRE-Mittel sowie die kalkulatorischen Abrisskosten, die Hamburg gespart hat und uns bereit stellte. So wurde aus der Kriegsruine der Energiebunker. Für die Technik im Innenraum ist allein Hamburg Energie verantwortlich. Das Magazin: Wie viel Geld hat die Europäische Union beigesteuert? Hellweg: Insgesamt 9,1 Millionen Euro – für die Projekte Weltgewerbehof, Energiebunker und Horizontweg sowie das Künstlerquartier Veringhöfe.

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Bürogebäude der Hafenbahn auf der Spreehafeninsel

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umgangssprachlich auch EU-Regionalfonds) ist ein wichtiger Strukturfonds der Europäischen Union, der für den wirtschaftlichen Aufholprozess der ärmeren Regionen sorgen soll. Um dies zu realisieren, werden unter anderem mittelständische Unternehmen unterstützt, damit dauerhafte Arbeitsplätze geschaffen, Infrastrukturprojekte durchgeführt und technische Hilfsmaßnahmen angewandt werden.

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Sparkasse. Gut für den Süden Hamburgs.


AUSGABE 1, APRIL 2013 SONDERVERÖFFENTLICHUNG

IBA-LEITTHEMA

Info

Die Division ContiTech, Teil der Continental AG, gehört zu den weltweit führenden Anbietern von technischen Elastomerprodukten und ist ein Spezialist für Kunststofftechnologie. Sie entwickelt und produziert Funktionsteile, Komponenten und Systeme für die Automobilindustrie und andere wichtige Industrien. ContiTech beschäftigt insgesamt rund 28 000 Mitarbeiter und erzielte 2012 nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von rund 3,7 Milliarden Euro. mt

Foto: Björn Hähn

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ie IBA Hamburg wird häufig auf die Bauausstellung in der Bauausstellung reduziert, denn fälschlicherweise könnte man ausschließlich eine Präsentation zukunftsorientierter Bauten erwarten. Tatsächlich soll die Internationale Bauausstellung jedoch grundlegende Fragen beantworten. Die IBA Hamburg ist der Versuch einer ganzheitlichen Antwort auf die Frage nach der künftigen Entwicklung von Metropolen. Dieses Ziel spiegelt sich in den drei Leitthemen, die beim ersten Hinsehen eher abstrakt wirken: Metrozonen, Stadt im Klimawandel, Kosmopolis. Die Namensfindung stand ganz am Anfang – noch bevor das erste Konzept überhaupt öffentlich vorgestellt wurde. IBA-Geschäftsführer Uli Hellweg: „Es ging um drei Fragen: Wo wachsen die Städte? Wie wachsen sie? Für wen wachsen sie? Also Metrozonen, Stadt im Klimawandel und Kosmopolis.“ Und mit einem Lächeln fügt er hinzu: „Das Thema so zu formulieren, ist mir leider erst nach sechs Jahren eingefallen – es gibt zweifellos bessere Literaten als mich . . .“ Die Frage, wie man die Räume aus der In-

Schon heute die

Stadt von morgen besuchen METROZONE Wenn aus postindustriellen Grenz- und Übergangsorten neue Quartiere werden dustriemoderne nennt, die zwar in den Metropolen liegen, aber nicht wirklich integriert sind, tauchte also frühzeitig auf. Die besten Beispiele: die Wilhelmsburger Mitte und die Harburger Schlossinsel. Letztere war jahrzehntelang geprägt von Hafennutzung zwischen Werft und Umschlag. Dazwischen vereinzelte Bürogebäude, Liegeplätze für Segelschiffe und Motorboote, Bauhöfe, Logistikflächen und ein marodes Mietshaus mit herzöglicher Vergangenheit – das Harburger Schloss. Hier regierte

der „achte Bezirk“ der Hansestadt: die Hamburg Port Authority. Stadtentwicklung schien undenkbar. Das Gros der Harburger hätte sich freiwillig niemals in diese morbide Gegend verirrt. Es ist der IBA zu verdanken, dass die einstige Industriebrache heute Teil der „Harburger Hafen-City“ geworden ist und durch ein Bekenntnis zum Wohnen einen grundlegenden Wandel erfahren hat. Spannend bleibt, ob es gelingt, Arbeiten und Wohnen, alte Hafennutzung und

Kindertagesstätte, Skipper-Alltag und Chillen auf der Dachterrasse nachbarschaftlich und nachhaltig zu harmonisieren. Klar ist schon heute: In Harburg ist es gelungen, aus den „inneren Stadträndern“ ein lebenswertes Quartier zu machen. Dasselbe gilt zweifellos für die Wilhelmsburger Mitte – das postindustrielle Niemannsland zwischen Kirchdorf-Süd und Alt-Wilhelmsburg ist Sitz der Bauausstellung in der Bauausstellung und zugleich ein Ort, auf den die Architektur- und Bauszene 2013 besonders schauen wird. Hier ist schon heute die Stadt von morgen zu sehen. Der Begriff Metrozonen entstand im Rahmen eines Brainstormings und wurde schließlich von Hellweg ausgewählt, um das Leitthema zu beschreiben und die häufig brach liegenden Zonen innerhalb von Großstädten/Metropolen zu benennen. Er sagt: „Diesen Begriff gab es vorher nicht. Mittlerweile ist er etabliert. In der Fachwelt weiß man, was unter Metrozonen zu verstehen ist. Es gibt sogar Uni-Projekte und Forschungsarbeiten zu diesem Thema.“ wb

Die verhinderte Metrozone Phoenix Compounding: Beispiel für gelebte innerstädtische Industrie-Integration

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m Herzen des Harburger Südens begegnen sich moderne Industrie und städtisches Leben. Seit Jahrzehnten bilden sie ein nachbarschaftliches Gefüge, ganz im Sinne der IBASchwerpunktthemen: Metrozonen und Kosmopolis – die Zukunft des Miteinanders in der Metropole. Das weitläufige Werksgelände der ehemaligen Phoenix AG, heute ContiTech, liegt ganz in der Nähe des Harburger Zentrums und grenzt unmittelbar an das Wohngebiet Phoenixviertel. Die Gummifabrik ist fester Bestandteil von Harburg und wurde in den vergangenen Jahren mit Millionenaufwand modernisiert. Heute stehen in den wunderschönen alten, teils denkmalgeschützten Backsteingebäuden hochmoderne Maschinen.

Fotos: ContiTech

CONTI IN HARBURG

Der alte PhoenixSchriftzug ist erhalten. Er erinnert an mehr als ein Jahrhundert Harburger Industriegeschichte.

Den größten Betrieb in Harburg stellt die Phoenix Compounding Technology GmbH. Die rund 400 Mitarbeiter produzieren an sechs Mischerlinien rund um die Uhr pro Jahr bis zu 60 000 Tonnen hochwertige Gummimischungen, die zu Dichtungen, Reifen, Matten und Schutzmasken weiterverarbeitet werden. Die ContiTech Luftfedersysteme fertigt auf dem Gelände Federsysteme für Züge und Nutzfahrzeuge, die Ausbildungswerkstatt steht nicht nur Auszubildenden von ContiTech zur Verfügung, sondern wird auch von anderen Harburger Unternehmen genutzt. Darüber hinaus arbeiten mehrere Entwicklungs- und Vertriebsgesellschaften am Standort: ContiTech MGW (Kühlerschläuche für die Automobilindustrie), Eddelbüttel& Schneider (Spezialschlauchanwendungen), Phoenix Conveyor Belt Systems (Transportbänder), ContiTech Vibration Control (Metall-Gummi-Artikel). So arbeiten insgesamt fast 800 Mitarbeiter für ContiTech in Harburg.

Typisch Metrozone: Auf dem lange Jahre brach liegenden Güterbahnhof im Harburger Binnenhafen entsteht das Baugebiet „Harburger Brücken“.

Das Werksgelände der ehemaligen Phoenix AG, heute ContiTech, wird trotz der innerstädtischen Lage bis heute industriell genutzt – ein seltenes Beispiel für gelungene Industrie-Integration.

Das Werksgelände der Phoenix AG entwickelte und veränderte sich durch die Jahrzehnte wie der Stadtteil rings umher. Wo die Menschen heute in den Geschäften des Phoe-

nix-Centers bummeln, wurden von der Phoenix AG bis 2000 Förderbänder, Profile und Luftfedern gefertigt. Eine Metrozone wurde das Grundstück nie, denn mit Aufgabe der Fer-

tigung an diesem Ort begann sofort die politische Debatte um die Nachnutzung – damit war der Weg frei für ECE, Betreibergesellschaft des Phoenix-Centers, und Harald Falckenberg, dessen berühmte Kunstsammlung mit 1900 Werken in einem umgebauten Altgebäude an der Wilstorfer Straße zu finden ist. Anfang des Jahres ist das bis zu siebengeschossige Verwaltungsgebäude an der Hannoverschen Straße, das der Phoenix AG bis 2005 als Konzernverwaltung diente, als Gebäude auf einer Erbpachtfläche an die Stadt Hamburg zurückgefallen. Derzeit wird die zukünftige Nutzung geplant, wobei auch eine teilweise Nutzung als Entwicklungs- und Vertriebszentrum für verschiedene Gesellschaften der ContiTech denkbar ist. mt

ALLES GUTE ZUR IBA 2013 VON OTTO WULFF.

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AUSGABE 1, APRIL 2013 SONDERVERÖFFENTLICHUNG

IBA-LEITTHEMA

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Termine

Karsten Wessel, Koordinator der Projekte im Bereich Klimawandel, auf der Brücke des IBA-Docks. Auch das schwimmende Bürogebäude, in dem die Geschäftsstelle der IBA untergebracht ist, ist ein IBA-Projekt und ein Exponat für klimaschonendes und flutsicheres Bauen.

Ein Müllberg und ein Bunker als Modelle für umweltfreundliche Energiegewinnung STADT IM KLIMAWANDEL Die flutbedrohte Elbinsel Wilhelmsburg wird Sinnbild für die Bedeutung der klimaverträglichen Metropole

E

s ist nicht weniger als das große Zukunftsproblem schlechthin, für das die IBA-Macher Lösungsansätze entwickeln mussten: Wer die Stadt von morgen planen will, muss zwangsläufig Antworten finden auf die drängende Frage, wie sie sich die Metropolen klimaverträglich umbauen lassen. Weltweit sind die Ballungszentren Hauptverursacher des Klimawandels, und gerade auf der Elbinsel Wilhelmsburg wird die Bedrohung durch das von allen Seiten präsente Wasser deutlich greifbar. Die Erinnerung an die verheerenden Sturmfluten ist bei den Menschen dort noch sehr lebendig, weiß Karsten Wessel, Projektmanager im IBA-Leitthema „Stadt im Klimawandel“. Eine spannende Aufgabe also, vor der die IBA-Macher vor sieben Jahren standen. Überall gab es eine große Bereitschaft, etwas zu tun, echte Vorbilder jedoch gab es weder national noch international. Die Messlatte hieß: Reduzierung der Treibhausgase, aber wie das funktionieren kann, war ein völlig unbeschriebenes Blatt. In dem klar umrissenen Raum von Europas größter Flussinsel Lösungen zu ersinnen und nicht zuletzt dem gerade beschlossenen Bau des Kohlekraftwerks Moorburg auf Projektebene etwas entgegenzusetzen, war eine ungeheure Heraus-

forderung, erinnert sich der 51-jährige Landschaftsarchitekt. Zwei Projekte drängten sich schnell allein durch ihre Dauerpräsenz als ungelöste Problemfälle auf: Der Müllberg der alten Deponie Georgswerder und der hässliche alte Flakbunker im Reiherstieg-Viertel. „Viele haben anfangs gesagt: Das schafft ihr nie“, erinnert sich Wessel. „Dann aber entwickelte sich eine ganz eigene Dynamik, viele Akteure kamen auf uns zu mit Ideen und Anregungen. Inzwischen ist die Altdeponie zu

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Kooperation mit Hamburg Energie

einer Art Gipfel der erneuerbaren Energien, der Kriegsbunker mit Sonnenkollektoren und riesigem Wasserspeicher zum Energiebunker geworden. Auch das Erleben des Umbaus durch die Bürger, das Wiedergewinnen etwa des Energiebergs für die Bevölkerung, war uns ganz wichtig.“ Als Partner stand der IBA der Energieversorger Hamburg Energie zur Seite, der beispielsweise die Technik im Bunker stellt und betreibt.

Inzwischen sind die gut 20 Projekte, die unter dem Leitthema Klimawandel laufen, die ersten Schritte zur Umsetzung eines umfassenden Klimaschutzkonzepts „Erneuerbares Wilhelmsburg“ geworden, das den Stadtteil schrittweise auf eine dezentrale, regenerative Energieversorgung umstellen soll. „Wir haben schon das Gefühl, Objekte angeschoben zu haben, die in der Breite wirksam und umsetzbar sind“, sagt Wessel. Das Projekt Energieverbund WilhelmsburgMitte, das erste offene Wärmenetz, bei dem die Anwohner das Recht haben, Wärme ins öffentliche Netz einzuspeisen, könnte bundesweit Vorbildcharakter haben,” resümiert Wessel. Auch der Bunker als Modell der Bündelung von Erzeugung und Verteilung von Wärme ist vorzeigbar. Alle Projekte werden deshalb über die IBA-Phase hinaus begleitet. Bis Ende 2014 läuft ein Forschungsprojekt, in dem die Konzepte im Betrieb weiterverfolgt werden. 2015 gibt es einen Abschlussbericht, so dass auch die Gebäudekonzepte weiter nachvollzogen und vermittelt werden können und nicht in der Schublade verschwinden, sagt Wessel: Schließlich sollen alle Projekte der Beginn einer neuen, nachhaltigen Entwicklung sein.“ cm

TERMINE / ANKÜNDIGUNGEN / SERVICE

Foto: Claudia Michaelis

Der IBA-Bus Der umweltfreundliche Hybridbus fährt täglich außer dienstags jede Stunde zu den IBA-Ausstellungen auf den Elbinseln Wilhelmsburg und Veddel sowie im Harburger Binnenhafen. Bereits während der Fahrt informiert ein IBA-Guide. Auf dem Rundkurs ist an jeder angefahrenen Haltestelle ein flexibler Ein- und Ausstieg möglich. Das Tagesticket kostet fünf Euro. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre zahlen nichts.

Handlich informiert Für Entdeckungstouren auf eigene Faust kann die kostenlose IBA-App herunterladen werden. Den IBA-Taschenkatalog „Wege zur neuen Stadt“ gibt es in den IBA-Ausstellungen und im Buchhandel (8,95 Euro). Alles über die IBA Hamburg steht im IBAMonatsprogramm, in den IBA-Ausstellungen und auf der Website: >> www.iba-hamburg.de

Ausstellungen • Informationszentrum Energieberg Georgswerder bis zum 3. November, täglich 10 bis 18 Uhr, Eintritt frei. Am 1. Samstag im Monat bis 22 Uhr. • IBA-Infopoint Wilhelmsburg Mitte, Haus der InselAkademie, bis 3. November, täglich 9 bis19 Uhr, Eintritt frei. • Das Café vju in 30 Metern Höhe bietet vom Energiebunker aus einen einzigartigen Blick über Hamburg, den Hamburger Hafen und bis hin zu den Harburger Bergen. Täglich außer dienstags, 10 bis 18 Uhr, Eintritt gegen Kauf eines 1-EuroVerzehrbons für das Café, Neuhöfer Straße. • Das IBA-Schaufenster im Gloria-Tunnel, Lüneburger Straße in Harburg, ist bis zum 3. November täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt frei. • Saga GWG und IBA stellen das Weltquartier an der Weimarer Straße in Wilhelmsburg vor: Bis 3. November täglich außer dienstags, 11 bis 17 Uhr, Eintritt frei, Führungen: 1. und 3. Montag sowie letzter Sonnabend im Monat ab 14 Uhr, Anfragen/Führungen: >> Presse@saga-gwg.de.

Elbsprung Nur ein Sprung über die Elbe ist es zwischen den großen Stadtentwicklungsprojekten der Hansestadt: der IBA Hamburg und der HafenCity. Nach einem Spaziergang in Wilhelmsburg Mitte fahren Sie mit der Barkasse vom Bürgerhaus Wilhelmsburg bis in die HafenCity, die Sie anschließend zu Fuß erkunden. Jeden Samstag und Sonntag, 14 bis 17 Uhr, Start: IBA-Infopoint Wilhelmsburg Mitte I, Endpunkt: HafenCity, Anmeldung erforderlich, Kosten: acht Euro.

Wohnen in Hamburgs Süden 2013 ist für Wilhelmsburg und damit auch für SAGA GWG ein ganz besonderes Jahr. Als Partner der IBA engagiert sich Hamburgs großer Vermieter für stabile Nachbarschaften und Quartiersentwicklung. Nicht nur in Hamburgs Süden. SAGA GWG Vermietungshotline: (0 40) 42 666 666 www.saga-gwg.de


AUSGABE 1, APRIL 2013 SONDERVERÖFFENTLICHUNG

IBA-LEITTHEMA

Wie Städtebau soziale Brücken schafft

Termine (Tourenanmeldung und Anfragen zur individuellen IBA-Guide-Tour unter: >> www.ibahamburg.de/touren, Tel. 0 40/226 227-228, Mail: willkommen@iba-hamburg.de)

KOSMOPOLIS Hier werden die Themen Bauen und Bildung zusammengebracht

Der Gründungsort Harburgs, die Harburger Schlossinsel, hat schon manchen Wandel gesehen: erst Residenz und Festung, dann industrielles Hafengebiet. Nun ist das Leben in die frühere Metrozone zurückgekehrt: Ein Spaziergang führt zu den verschiedenen IBA-Projekten vor Ort. Donnerstags, 17.15 bis 19.15 Uhr Start: Zug der Ideen 2013, Lotsekai, Anmeldung erforderlich.

Fotos: Claudia Michaelis (2)

TERMINE / ANKÜNDIGUNGEN / SERVICE

Quartiersspaziergänge

Das gründerzeitliche Quartier im Nordwesten Wilhelmsburgs, das Reiherstiegviertel, ist quirlig-urbane Heimat von Menschen unterschiedlichster Herkunft und zahlreicher IBA-Projekte. Kurz: Multikulti pur. Donnerstags, 17 bis 19 Uhr, Start am Energiebunker. Die Ausstellung im Informationszentrum macht die Verwandlung der Deponie Georgswerder in einen regenerativen Energieberg erlebbar. Der Horizontweg eröffnet fantastische Ausblicke aus gut 40 Metern Höhe auf ganz Hamburg. Freitags, 14.30 bis 16 Uhr, jeden Sonnabend und Sonntag 13.30 bis 15 Uhr und 15.30 bis 17 Uhr, Start: Informationszentrum Energieberg Georgswerder. Im früher brach liegenden Inselzentrum ist ein neues Wohn-, Arbeits- und Freizeitquartier entstanden – das Herzstück der IBA: Wilhelmsburg Mitte. Jeden Freitag, Sonnabend, Sonntag von 15 bis 16.30 Uhr, Start: IBA-Infopoint Wilhelmsburg Mitte, Anmeldung erforderlich.

Neue Architektur entdecken – die „Bauausstellung in der Bauausstellung“ gibt mit vier unterschiedlichen Typen innovativer Wohnungsbauprojekte Antworten darauf, wie man in Zukunft bauen und wohnen wird: in Smart Price Houses, Smart Material Houses, Hybrid Houses und WaterHouses. Jeden Sonnabend und Sonntag, 11 bis 12.30 Uhr, Start: IBA-Infopoint Wilhelmsburg Mitte, Anmeldung erforderlich.

Wettbewerb Kinder und Jugendliche können es beim Modellbauwettbewerb „Bauen im Klimawandel“ den Architekten gleichtun und Häuser entwerfen. Am 14. Juni werden die Modelle zur „Wasserstadt Müggenburg“ zusammengesetzt. Anmeldung bis 31. Mai, Abgabe bis 14. Juni, 15 Uhr. Alle Infos unter: >> www.ibahamburg.de/modellbauwettbewerb

24 Stunden IBA Das komplette 24-Stunden-IBA-Programm finden Sie ab Mai 2013 unter: >> www.iba-hamburg.de/24-stunden-iba

Er ist verantwortlich: Kosmopolis-Projektkoordinator René Reckschwardt.

Anne Krupp ist die Managerin im IBAProjekt „Bildungsoffensive Elbinseln“. Foto: IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

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den musste, ist bereits in die saamburg – das Tor zur Welt. nierten Häuser zurückgekehrt, Das Motto der Hafenstadt gilt und die von den Kritikern geäufür Handel und Wirtschaft, ßerte Befürchtung, die Mieten aber auch für die Bevölkewürden unerschwinglich, hat rungsentwicklung. Auf den sich nicht bewahrheitet, betont Elbinseln fokussiert sich der Kosmopolis-Projektkoordinator soziale Aspekt der internatioRené Reckschwardt. „Die Mienaler werdenden Metropole: ten sind durchschnittlich um Auf 55 Quadratkilometern Der Sprung über die Elbe mal ganz anders: Zur Eröffnung 13 Prozent gestiegen und die Fläche leben hier Menschen des Media Docks veranstaltete die IBA ein Kinderfest. Wohnqualität ist deutlich besaus fast 100 Nationen. Fast ser geworden.“ 80 Prozent der Bewohner auf der Veddel haben einen Migrationshinter- Bürger – der Kosmopolit, der Weltbürger. In Im Rahmen der „Bildungsoffensive Elbingrund, fast 60 Prozent sind es in ganz Wil- den Konzepten der Kosmopolis sind Bauen, seln“ arbeiten mehr als 100 Institutionen helmsburg. Die Bildungssituation ist be- Bildung und Integration stets zusammenge- gemeinsam daran, den Zugang zu Bilkanntermaßen schwierig, der Ruf schlecht. dacht. Unter aktiver Beteiligung der Bewoh- dungs- und Erziehungsangeboten für alle 15 Prozent eines jeden Jahrgangs verlassen ner des Stadtteils sind fast 30 Projekte ent- Altersgruppen zu verbessern. „Wir wollen dort die Schule ohne Abschluss. Viele mittel- standen, die zum Teil Entwürfe für völlig Hemmschwellen reduzieren durch die ständische Familien ziehen weg, sowie die neue Formen des Zusammenlebens aufzei- Schaffung attraktiver Orte, an denen man Kinder in die Schule kommen, weiß Anne gen. So wie das Veringeck, das erste multi- gerne zusammenkommt“, sagt Anne Krupp, Managerin im IBA-Projekt „Bil- kulturelle Altenheim, das auch eine De- Krupp. Fünf Projekte sind bereits umgesetzt, menz-WG für türkischstämmige Senioren darunter so innovative wie das „Bildungsdungsoffensive Elbinseln“. zentrum Tor zur Welt“ in Kirchdorf, das im Mit architektonischen Mitteln allein ist die beherbergt. Mai eröffnet wird: eine lernende „Stadt in Aufgabe, das soziale und kulturelle Miteinder Stadt“, in der Schule, Kita, Erwachsenander der Menschen in der globalisierten bildungseinrichtungen und BeratungszenStadt, nicht zu lösen. Zukunftsweisende tren auf einem Campus eng miteinander Stadtplanung muss soziale Räume, Chanvernetzt agieren. Schulen, Kitas, Sportvereicen für Bildung und Teilhabe eröffnen, sagt Krupp. Für das dritte Leitthema der IBA Gewissermaßen als bauliches Herz der Kos- ne erarbeiten gemeinsam neue Angebote, haben die Planer bewusst einen positiv be- mopolis entstehen aus der alten Arbeiter- die an den Bedürfnissen der Menschen setzten Begriff gewählt, der diese Aufgabe siedlung rund um den Weimarer Platz im orientiert sind. Zum Teil betreten die Akteuim Kontext einer großen abendländischen südlichen Reiherstiegviertel das Weltquar- re völliges Neuland, wie im Sprach- und BeTradition definiert. Kosmopolis: aus dem tier und der Weltgewerbehof als interkultu- wegungszentrum am Rotenhäuser Feld. Wie Griechischen von Kosmos (= Welt) und der relle Lebens- und Arbeitsräume. Der Groß- dort Sprachunterricht konkret „in Bewegriechischen Polis, dem antiken Stadtstaat, teil der Bewohner, der für den Umbau der gung“ gebracht wird, wird gerade gemeincm als Gemeinschaft selbstbestimmt lebender mehr als 750 Wohnungen umgesiedelt wer- sam erprobt.

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DER IBA-EINGANG

Wilfried Seyer im Interview

Manchmal braucht man einfach ein

Plötzlich wird der Süden schick . . .

bisschen Glück!

Seyer: Es war absolut wichtig und längst überfällig, den grünen Teppich Richtung Süden auszurollen. IBA und igs schaffen die Verbindung von Hamburg nach Harburg. Man musste den Hamburgern endlich Gelegenheit geben, Harburg als Stadtteil der Hansestadt zur Kenntnis zu nehmen. Das wird jetzt geschehen. Wir im Landkreis Harburg merken von der Oberzentrenfunktion des Bezirkes Harburgs nicht sehr viel. Die Struktur des Bezirkes hat sich eher negativ auf das Image des Hamburger Südens ausgewirkt. Durch die IBA und die igs wird das Oberzentrum gestärkt. Damit wächst auch wieder die Attraktivität der Harburger Innenstadt. Wenn es dort Wirtschaftswachstum gibt, profitiert auch das Umland. Das Magazin: Was halten Sie von der Architektur? Seyer: Allein schon die neue Stadtentwicklungsbehörde und die vielen neuen innovativen Hausentwürfe mit Nachhaltigkeitsfaktor – darunter so etwas wie das Algenhaus. Solche Impulse erwartet man von einem Oberzentrum. So etwas kann nicht in Buchholz oder Buxtehude investiert werden. Es war immer klar: Starke kulturelle und architektonische Impulse müssen in Hamburg passieren. Und jetzt passiert es! Das ist einfach grandios. Man muss sagen: Plötzlich wird der Süden schick. Ich erhoffe mir dadurch eine Stärkung der gesamten Metropolregion, speziell natürlich hier im Süden.

DIE WIRTSCHAFTSFÖRDERUNGSGESELLSCHAFT IM LANDKREIS HARBURG MBH (WLH) Die WLH ist ein kommunales Kompetenzzentrum. Sie fördert die Region durch Wirtschaftskraft, berät Kommunen sowie Unternehmen und vermittelt Gewerbegrundstücke, auch aus eigener Erschließung. Sie begleitet Existenzgründungen, betreibt Innovationsförderung und bewirbt den Wirtschaftsstandort Landkreis Harburg.

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Ärztehaus, Wälderhaus, Seniorenwohnanlage, Hotel, Quartiersgarage, IBA-Infopoint, Wohnungen: Der Eingangskomplex und seine Vorgeschichte

Der gebürtige Westfale Hubert Lakenbrink ist Wahl-Berliner aus Leidenschaft. Als Diplom-Ingenieur (Architekt) verantwortet er den Eingangskomplex, die Inselparkhalle, die Waterhouses und die Gesamtkoordination der Wilhelmsburger Mitte.

D

as Bauen neuer Häuser ist eigentlich ein völlig strukturierter Vorgang, denn was wie groß und wie hoch entstehen soll, regelt im Normalfall der Bebauungsplan. So war es auch mitten in der Wilhelmsburger Mitte, genaugenommen im Zentrum des Geschehens – dem Eingangsbereich zur internationalen gartenschau. Vorgesehen war ein großer langgestreckter Bau vis-àvis der Stadtentwicklungsbehörde. Er zeigte wie ein monumentaler Finger auf das Gelände der Gartenschau. Hubert Lakenbrink, als Projektkoordinator für die „Mitte“ verantwortlich, in der Rückschau: „Für dieses Objekt gab es schlicht keine Interessenten, zumal der künftige Investor auch noch eine große Quartiersgarage und ein Hotel bauen musste. Dafür gab es keinen Markt.“ Doch dann kam alles ganz anders. 2010 übernahm die IBA das Projekt Eingangsbereich von der igs. Mitten in der Phase, als man gemeinsam mit der Finanzbehörde über eine neue Ausschreibung nachdachte, erschien die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Hamburg, auf dem Plan, präsentierte eigene Pläne und fragte nach einem Grundstück – das war die Geburtsstunde des Wälderhauses (Seite 14). Damit war der südliche Teil des Baufeldes sinnvoll und ganz im IBA-Sinne belegt.

Foto: IBA / Martin Kunze

Das Magazin: In den vergangenen Jahren hat sich der Hamburger Süden durch die Aktivitäten der IBA und der igs erheblich verändert. Wie bewerten Sie diese Entwicklung vor Ihrer Haustür? Seyer: Wir begrüßen diese Entwicklung vorbehaltlos. Und wir sind froh, dass die Hansestadt Hamburg ihre Chance genutzt hat, den eigenen Süden neu zu entdecken. Seit Herbert Weichmann habe ich immer wieder gehört, Hamburgs Zukunft liege im Süden. Schön, dass dies jetzt nach vielen Jahren wahr werden kann. Und das meine ich ganz ehrlich. Ich habe bereits eine Führung über das igs-Gelände mitgemacht. Das Konzept ist absolut stimmig. Das Magazin: Als Wirtschaftsförderer müssten Sie doch eigentlich die Interessen der Wirtschaft in den Vordergrund stellen . . . Seyer: Es stimmt: Durch die IBA und die igs gehen Hamburg Hafenwirtschaftsflächen verloren. Die Bevorratung von Logistikflächen wurde aufgegeben – zugunsten hochattraktiver Quartiere mit dem Schwerpunkt Wohnen und Arbeiten. Hamburg müsste nun ökonomische Ausgleichsflächen schaffen – ein Begriff, den es in dieser Form noch gar nicht gibt. Dieser Ausgleich kann in Teilen auch im Landkreis Harburg stattfinden. Wenn dies gewünscht ist, sollten wir uns an einen Tisch setzen und darüber sprechen. Das Magazin: Wo liegen die Chancen für das Umland?

Ein Foto aus der Bauphase, die auch noch etwas andauern wird: Der IBA-Eingangsbereich als Winterbaustelle.

Lakenbrink: „Wir suchten dann Investoren für die verbliebene Fläche. Ein weiterer Glücksfall: Die ‚Benno und Inge Behrens-Stiftung‘ stieg ein und legte den finanziellen Grundstein für die InselAkademie. Da hier das Thema Sport im Vordergrund steht, beteiligte sich die Stiftung auch am Bau der Blumenhalle, die nach der

Info Stationäre Pflege für Senioren

STICHWORT KERVITA

WLH

Wilfried Seyer, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Landkreis Harburg WLH (Buchholz), über die Chancen der IBA und der igs für das südliche Hamburger Umland.

AUSGABE 1, APRIL 2013 SONDERVERÖFFENTLICHUNG

Foto: IBA / Johannes Arlt

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wurde 2005 von der Familie Kerling gegründet. Es hat sich auf die Planung, den Bau und den Betrieb von stationären Pflegeeinrichtungen spezialisiert. Die KerVita-Gruppe hat ihre Firmenzentrale in Hamburg und ist mittlerweile an elf Standorten in Norddeutschland vertreten, unter anderem auch in Egestorf (Landkreis Harburg). Bis Ende 2013 werden zwei weitere Senioren-Zentren eröffnet – in Wilhelmsburg und in Meckelfeld (Seevetal).

igs als Drei-Feld-Sporthalle genutzt wird. Hinzu kamen ein Ärztehaus, Wohnungen und die Seniorenwohnanlage von KerVita. So wurde aus dem einstigen Block ein aufgelockertes Gebäudeensemble mit einer zweistöckigen Garage, Außenstellflächen, den beiden Stadthäusern ‚Holz 5 ¼‘ und dem Wälderhaus.“ Die Seniorenwohnanlage verfügt über einen ausgeprägten Schallschutz. Sie schirmt die innen liegenden Stadthäuser (28 Wohnungen in Holz- und Stahlbeton-Bauweise) ab. An der Neuenfelder Straße steht das Ärztehaus. Insgesamt sind hier 26 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche entstanden sowie 320 Stellplätze, die auch für die Besucher der Kletterhalle, des Hochseilgartens, der Schwimmhalle und der künftigen Sporthalle zur Verfügung stehen. Der Eingangsbereich wird zur Eröffnung der IBA nicht fertig sein, aber der Innenausbau läuft auf Hochtouren. Die Senioren werden für den Herbst erwartet. In Betrieb wird jedoch der Infopoint der IBA sein, der im Erdgeschoss des Hauses der InselAkademie zu finden sein wird und auf die Fußgängerrampe Richtung Gartenschaugelände mündet – ein wichtiger Punkt, denn von dort aus starten alle Führungen im Ausstellungsgebiet Wilhelmsburg Mitte. wb

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AUSGABE 1, APRIL 2013 SONDERVERÖFFENTLICHUNG

DAS WELTQUARTIER

Der Großteil des Wohnungsbestandes ist aufwendig saniert worden.

Foto: IBA / Martin Kunze

Die „Heimatforscher”, sprachbegabte Studenten, befragten die Bewohner nach ihren Wünschen.

Foto: IBA / Martin Kunze

Eines der wenigen reinen IBA-Projekte: der Pavillon auf dem Weimarer Platz.

Foto: IBA / Superurbahn

„Wilhelmsburg hat eine ausgesprochen gute Entwicklung vor sich“ SAGA GWG-Vorstand Willi Hoppenstedt stellt das Weltquartier vor – ein 100 Millionen Euro teures Modernisierungsprojekt mit Modellfunktion

Foto: SAGA GWG

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it dem Weltquartier steuert die städtische Wohnungsbaugesellschaft SAGA GWG nicht nur ein 100-Millionen-Euro-Projekt zum Gelingen der Internationalen Bauausstellung bei; sie erbringt auch den Nachweis, wie sich alte Bausubstanz auf einen hohen energetischen Standard trimmen lässt. Aus dem eher schlichten Reiherstiegviertel zwischen der Veringstraße und Weimarer Straße ist ein völlig neues Quartier geworden – mit Neubaukomfort, effizienter Energieversorgung und nach wie vor niedrigen Mieten. Doch damit nicht genug: Bei der Planung durften die etwa 1700 Menschen aus mehr als 30 Ländern, die in den 750 Wohnungen leben, mitreden. Für Willi Hoppenstedt, Vorstandsmitglied von SAGA GWG, ist damit ein neues Kapitel der Stadtentwicklung aufgeschlagen worden. Und das sei der IBA zu verdanken. Das Reiherstiegviertel entstand größtenteils in den Jahren 1939/40. Gebaut wurde es für Arbeiter der Howaldtswerke, einem Hamburger Werftbetrieb (seit 1968 Howaldtswerke-Deutsche Werft/Sitz in Kiel). Die alte Bausubstanz und die teils kleinen Wohnungen ließen sich günstig vermieten, so wurde aus dem Viertel ein multikulturelles Quartier. Und ein Fall für die IBA, die nämlich keineswegs nur die technische Seite des Bauens beleuchtet, sondern vor allem dem Thema Stadtentwicklung breiten Raum gibt. Dabei geht es vor allem um Menschen, denn die sollen in den neuen Quartieren leben und sich wohlfühlen.

SAGA GWG-Vorstand Willi Hoppenstedt.

Bereits 2007 zählte die SAGA GWG zu den ersten Partnern, die gemeinsam mit dem damaligen Bürgermeister Ole von Beust die IBA-Konvention unterschrieben. So wurde das Reiherstiegviertel aus seinem Dornröschenschlaf geweckt und zu einem Modellprojekt für interkulturelles Wohnen. Willi Hoppenstedt: „Wir hatten bereits Mitte der 90er-Jahre damit begonnen, alte Wohnquartiere zu modernisieren – beispielsweise Heimfeld-Nord in Harburg. Noch vor Beginn der IBA hatten wir das Thema ‚Wohnen in Hamburgs Süden‘ neu formuliert, deshalb waren wir auch sofort interessiert, als bekannt wurde, dass Hamburg im Süden der Stadt eine Internationale Bauausstellung bekommen würde. Die drei IBALeitthemen Kosmopolis, Metrozonen und Stadt im Klimawandel haben dem Ganzen noch einmal zusätzlichen Schub verliehen. Das traf genau unsere wichtigen Punkte.“

Schon vor der IBA hatte die SAGA in Wilhelmsburg rund 140 Millionen Mark in Sanierungsprojekte gesteckt und damit den in Heimfeld begonnenen Kurs fortgesetzt. Hoppenstedt: „Wie schon zuvor ging es uns auch im Reiherstiegviertel darum, die Menschen, die dort leben, nicht zu vertreiben.“ Dennoch war klar: Allen 750 Mietern stand früher oder später eine Umquartierung ins Haus, denn sonst hätte man nicht sanieren können. Mittlerweile sind einzelne Häuser abgerissen worden, neue im Bau. Einige Wohnblocks sind bereits saniert. Am Weimarer Platz ist mit dem Pavillon eine Begegnungsstätte entstanden – eine Art Ting des 21. Jahrhundert. Ein Ort, an dem man zusammenkommen kann, um Nachbarn zu treffen und zu palavern. Be-

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Kommunikative Garteninseln

trieben wird der Pavillon von Der Hafen e.V. und dem Türkischen Elternbund. Neue Grünanlagen und Spielplätze sind entstanden sowie separate Garteninseln auf der parkähnlichen Achse zwischen den Häuserzeilen an der Weimarer Straße und der Veringstraße. Hoppenstedt: „Wir haben muttersprachliche Interviewer eingesetzt, um die Mieter zu befragen. Wir wollten wissen, wie sie wohnen möchten. Dabei ist im Wesentlichen herausgekommen, dass sie genauso wohnen möchten wie die Deutschen

auch. Allerdings sind die Familien häufig größer, also werden mehr Zimmer gebraucht. Das haben wir berücksichtigt. Außerdem halten sich manche Ethnien gern im Freien auf und haben dort ihre Kontakte. Dem Wunsch sind wir mit den kleinen Garteninseln nachgekommen. Da kann man sitzen, reden und grillen.“ Alle Neubauten erfüllen Passivhausstandard. Die Altbauten sind umgebaut, zum Teil erweitert und gedämmt worden, sodass die Energiekosten kräftig sinken. Hoppenstedt: „Die Warmmieten sind lediglich um durchschnittlich 20 Cent pro Quadratmeter angestiegen. Jetzt müssen wir sehen, wie die Mieter damit umgehen, denn das Energiesparen erfordert gewisse Verhaltensregeln.“ Versorgt wird das gesamte Viertel über den Energiebunker an der Neuhöfer Straße. Von hier kommt die Wärme und über Wärmetauscher in den Häusern warmes Wasser. Willi Hoppenstedt, der übrigens als Botschafter auch ein begeisterter Unterstützer der internationalen gartenschau ist, sagt: „Die IBA hat deutlich gemacht, dass Stadtentwicklung als Projektarbeit verstanden werden muss. Ganz wichtige Punkte sind dabei auch die Bereiche Bildung/Schule. Und der IBA ist es gelungen, private Investoren nach Wilhelmsburg zu holen. Das ist ihr vielleicht größtes Verdienst. Ich bin sicher: Wilhelmsburg hat eine ausgesprochen gute Entwicklung vor sich. Und ich habe den Eindruck, so langsam glauben das die Wilhelmsburger auch.“ wb

Foto: IBA / Martin Kunze

Infos Die Ausstellung

AUSSTELLUNG UND FÜHRUNGEN

Einige der alten Häuser im Reiherstiegviertel wurden abgerissen, hier wird neu gebaut.

„SAGA GWG und die IBA Hamburg – Nachhaltigkeit in der Quartiersentwicklung” in der Weimarer Straße 81 (direkt gegenüber des Pavillons) ist bis zum 3. November 2013 über den gesamten IBA-Zeitraum geöffnet: Täglich außer dienstags von 11 bis 17 Uhr. Gezeigt werden 19 Schautafeln, ein Fassadenschnitt durch ein Passivhaus sowie ein knapp 60-minütiger Film über die Entwicklung der Elbinseln und Einschätzungen ihrer Bewohner. Mediale Unterstützung bietet zudem eine kostenlose iPad-App zur Ausstellung, der dazugehörige Ausstellungskatalog sowie eine QR-Code-Rallye durch die Veddel und Kirchdorf-Süd.

Kostenlose Führungen durchs Weltquartier veranstaltet SAGA GWG an jeden 1. und 3. Montag sowie an jedem letzten Sonnabend im Monat. Beginn: jeweils um 14 Uhr vor beziehungsweise in den Räumen der Ausstellung in der Weimarer Straße 81. Auch individuelle Sonderführungen können vereinbart werden.

Kontakt: Direkt in der Ausstellung während der genannten Öffnungszeiten oder unter 040/42 666-2388 sowie per E-Mail unter Presse@saga-gwg.de.

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SPRINKENHOF AG

Henning Tants, Vorstandssprecher der Sprinkenhof AG, erläutert die DreiSäulenPhilosphie aus Ökonomie, Ökologie und Funktionalität.

AUSGABE 1, APRIL 2013 SONDERVERÖFFENTLICHUNG

DIE STADTENTWICKLUNGSBEHÖRDE

Historie Ein Blick in die Geschichte 1935 übernahm die Freie und Hansestadt Hamburg das gesamte Aktienkapital der „Geschäftshaus Altstadt AG“, die Ende der 1920erJahre in der Innenstadt den bekannten Bürokomplex Sprinkenhof gebaut hatte. Ein paar Jahre später bekam die Verwaltungsgesellschaft den Namen „Sprinkenhof Aktiengesellschaft“, dieser Name wurde später in „SpriAG – Sprinkenhof AG” geändert. Zum Geschäftsumfang zählten nun laut Satzung auch „der Erwerb und die Verwaltung von Grundeigentum sowie die Vornahme aller mit einer Grundstücksverwaltung zusammenhängenden Geschäfte“. Auf dieser Grundlage übertrug die Hansestadt der Sprinkenhof AG ab 1950 die Bewirtschaftung aller staatseigenen bebauten und überwiegend gewerblich genutzten Mietobjekte. Die Verwaltung öffentlicher Liegenschaften nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen war damals ein Novum in Deutschland. Längst ist die Sprinkenhof AG auch als Bauherr tätig. So baute sie das neue Rathausforum in Harburg und schon mit dem Um- und Ausbau der alten Pionierkaserne ein repräsentatives Eingangsgebäude für die Technische Universität Harburg. Die SpriAG – Sprinkenhof AG ist eingebunden in die stadteigene Holding „HGV Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH”. Quelle: Sprinkenhof AG

Fotos: Wolfgang Becker

12 |

Henning Tants auf einer der mit gekälkten Eichenstäben verkleideten Wendeltreppen.

E

s steht auf 1600 Pfählen, die 18 Meter tief in den feuchten Boden der Elbinsel gerammt wurden: Schon jetzt ist das neue Gebäude der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) ein Superlativ der Internationalen Bauausstellung – und zugleich ein Glücksfall für den Standort Willhelmsburg. Gebaut hat es die städtische Immobiliengesellschaft Sprinkenhof AG. Unter der Führung des Vorstandssprechers Henning Tants ist ein architektonisches Wahrzeichen entstanden, das nicht nur optische Akzente setzt, sondern zweifellos eine DeutschlandPremiere im Bereich öffentlicher Bauten darstellt. Tants macht kein Hehl aus seiner anfänglichen Skepsis: „Ich sage ganz ehrlich: Ich hatte großen Respekt vor der Realisierung, als wir uns die eingereichten Architektenentwürfe anschauten.“ Die Sauerbruch Hutton Generalplanungsgesellschaft mbH (Berlin) und die Innius RR GmbH aus Rosbach gingen mit ihrem Konzept als Gewinner aus dem Rennen im europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb. Heute ist Tants, der das mit 192 Millionen Euro Investitionssumme größte Sprinkenhof-Projekt aller Zeiten zur Chefsache erklärt hat, ein großer Befürworter des gewählten Nachhaltigkeitskonzeptes – nicht zu-

Wissen. Technologie. Märkte. Fruchtbare Kooperationen zwischen Hochschulen, Unternehmen und Verwaltung ermöglichen einen lebendigen Wissensaustausch mit dem entsprechenden Nutzen für alle Seiten! Wir sind die erste Adresse für alle Dienstleistungen rund um den Technologie- und Wissenstransfer.

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Die farbigen Ton-Scheiben verleihen dem Gebäude einen ganz besonderen Charme. Die geschwungene Form der Außenarchitektur findet sich auch in dem BSU-Komplex wieder – zum Beispiel in den Atrien.

In

20 Farben

rund ums Haus . . . Mit dem neuen Gebäude der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt setzt die Sprinkenhof AG Maßstäbe letzt, weil der Neubau in die DreiSäulen-Philosophie der Immobiliengesellschaft hineinpasst: Ökonomie, Ökologie und Funktionalität. Letzteres im Sinne der etwa 1370 Menschen, die dort im Laufe dieses Sommers ihre neuen Arbeitsplätze einnehmen werden. Tants: „Die Leute sollen sich dort wohlfühlen. Das meinen wir mit Funktionalität.“ Zugleich gilt der BSU-Bau als zukunftsweisend, denn er ist ein Niedrigenergiehaus. Tants: „So große Gebäude kann man heutzutage nur bauen, wenn man einen guten Zertifizierer an der Seite hat – sonst lassen sie sich langfristig nicht vermieten.“ Das gilt insbesondere für den energetischen Bereich. „Wir haben geschaut, was wir hier vor Ort vorfinden – vor allem Wasser im Boden. Deshalb haben wir 800 Pfähle für Geothermie

genutzt. Wir holen im Winter das etwa konstant 16 Grad warme Wasser hoch, erzeugen über Wärmepumpen ca. 20 bis 22 Grad, die wir in die Decken pumpen. Etwa 156 Kilometer Schlauch sind hier verarbeitet. Und das Gute: Im Sommer können wir mit dem 16-Grad-Wasser kühlen“, erklärt der Sprinkenhof-Chef. Dazu lasse sich jeder Raum individuell belüften. Was Tants besonders freut: Die mit 1500 Euro/Quadratmeter angesetzten Baukosten sind im Wesentlichen (Gebäude und Technik) eingehalten worden, was bei Bauvorhaben dieses Ausmaßes eher ungewöhnlich ist. „Ja, wir haben unser Ziel erreicht. Dazu hat die Sprinkenhof AG vor einiger Zeit ein neues Kosten-Controlling eingeführt und eine eigene Software entwickeln lassen. Also, was das Thema angeht, schlafe ich ruhig.“

Dasselbe gilt für die ungewöhnliche Optik des Gebäudes, das aus einem 54 Meter hohen Hochhaus besteht und aus zwei fünfstöckigen Flügeln von jeweils vier miteinander verbundenen Einzelhäusern. Tants: „Das ist gute Architektur, denn darüber kann man streiten.“ Der Clou: Die Fassade besteht aus rund 27 000 Keramikelementen, die in 20 verschiedenen Farbtönen Stück für Stück in Emmerich gebrannt wurden. Während es gegenüber bei der igs „In 80 Gärten um die Welt“ heißt, gilt für die BSU „In 20 Farben rund ums Haus“. Die Ton-Scheiben sind durchweg individuell, da der ganze Bau eine geschwungene Form hat. Die ursprünglich vorgesehenen kräftigen Farben wurden etwas abgemildert. Die Elemente sollen ihre Farbintensität jedoch halten. Tants hat längst seinen Frieden mit dem kühnen Entwurf gemacht. Die technischen Herausforderungen seien im Vergleich zu standardisierten Bauvorhaben sehr hoch gewesen, aber „jetzt bin ich von dem Bau überzeugt“. Acht Mitarbeiter sitzen in dem Sprinkenhof-Team und überwachen das Bauvorhaben. Die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen hat das Projekt in Gold vorzertifiziert. Die acht Häuser in den Flügeln sind modular zu betrachten. wb

Wissen. Technologie. Märkte.


AUSGABE 1, APRIL 2013 SONDERVERÖFFENTLICHUNG

BIQ - DAS ALGENHAUS

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Foto: SSC GmbH / Dr. Martin Kerner

So funktioniert´s

Foto: Wolfgang Becker

Foto: IBA / Martin Kunze

stammt von dem Büro Splitterwerk aus Graz.

Kurz vor der IBA-Eröffnung: Hier wird die Reaktorfassade am Algenhaus montiert.

W

er spontan ein innovatives Projekt der IBA nennen soll, der nennt mit hoher Wahrscheinlichkeit zwei Worte: „Das Algenhaus!“ Der Begriff hat sich bei all jenen eingebrannt, die sich vor allem mit der Bauausstellung in der Bauausstellung befassen und den Fokus auch Bautechnologie von morgen richten. Zugegeben – es gibt auch noch weitere spektakuläre Projekte, aber das Algenhaus der Otto Wulff Bauunternehmung hat es irgendwie geschafft, zum Sinnbild der IBA Hamburg zu werden. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Zum einen war es der Unternehmer Stefan Wulff, der mit seinen Investments zum IBA-Pionier wurde und damit der Bauausstellung zum

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Weltweites Interesse

Durchbruch verhalf. Nach dem Hybrid House Hamburg, dem ersten fertiggestellten Neubau in der Wilhelmsburger Mitte (heute igs-Zentrum), wagte er sich an ein heikles Thema: ein Haus mit lebender Fassade. Unter dem Namen „BIQ – das Algenhaus“ wird hier weltweit erstmals versucht, mit Hilfe von Algen Wärme zu erzeugen und diese direkt im Haus zu nutzen. Urheber des Konzeptes ist

Knallgrün mit großen Sprechblasen: Im „BIQ das Algenhaus” wird die Photosynthese von Algen genutzt um Wärme und Gas zu produzieren – Ein bislang weltweit einmaliger Versuch zur Umsetzung dieses Prinzips.

Großer Auftritt für kleine Algen:

dig, eine funktionierende Schnittstelle zwischen Fassade und Haustechnik sicherzustellen. 4,7 Millionen Euro hat das Gesamtprojekt gekostet. Die IBA fördert den

„Dieses Haus lebt!“

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Mit „BIQ – das Algenhaus“ hat die Otto Wulff Bauunternehmung eines der spektakulärsten IBA-Projekte realisiert Dr. Martin Kerner (SSC), der die Algen im Feldversuch bereits erfolgreich als Energiequelle nutzt. Jetzt wird das Kerner-Modell erstmals konkret an einem Wohnhaus umgesetzt. Marc Hoischen, zuständiger Projektleiter der Otto Wulff Bauunternehmung, ist derzeit ein gefragter Mann: „Uns erreichen ständig Anfragen. Zeitungen, Fachzeitschriften, Radiosender, das Fernsehen – alle wollen über das Algenhaus berichten. Das BIQ hat eine ungeheure Wirkung und erfüllt auch uns im Unternehmen mit Stolz. Das ist spürbar.“ Wulff ist damit nicht nur als Investor Pionier, sondern auch technologisch weit voraus. Hoischen: „Es liegen uns

bereits Anfragen von Wohnungsunternehmen vor, die überlegen, Algenfassaden zu bauen. Wir denken durchaus daran, aus dem modellhaften Projekt ein Produkt zu machen. Aber zunächst werden wir nach dem Start ein ausgedehntes Monitoring durchführen, damit wir greifbare Ergebnisse vorweisen können.“ Das BIQ ist zugleich ein universitäres Forschungsprojekt. Das energetische Grundprinzip steuert Dr. Kerner bei, die technische Umsetzung im Zusammenhang mit einem Wohnhaus ist Aufgabe von Hoischens Kollegen Hartmut Sass und Thomas Jerosch. Letzterer ist als „Reaktorbeauftragter“ dafür zustän-

Wohnen à la Splitterwerk

Bau der Bioreaktorfassade. In dem Haus sind 13 konventionelle und zwei Sonderwohnungen untergebracht. Die „Hamburger Wohnung“ und die „Mailänder Wohnung“ sollen während der IBA besichtigt werden können. Hier zeigt das Büro Splitterwerk (Graz), wie das Wohnen der Zukunft aussehen könnte. Die ersten BIQ-Mieter sind mittlerweile eingezogen. Ihr neues Zuhause ist knallgrün und mit großen Sprechblasen an den Wänden versehen. Wer in der Loggia sitzt, erlebt hautnah mit, wie die Algen ihren Job machen. Die Reaktoren blubbern bei Sonneneinstrahlung leise vor sich hin und geben Sauerstoff ab. Das Bio-Passivhaus ist zumindest außen höchst aktiv. Hoischen bringt es auf den Punkt: „Dieses Haus lebt!“ wb

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Kontakt: www.biq-wilhelmsburg.de

In solchen Reaktoren leben die Algen und werden mit Heizungsluft (CO2) „gefüttert”.

ALGEN IM REAKTOR

Das Wohnen der Zukunft: So sieht es in den Musterwohnungen im BIQ aus. Das Konzept

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Aus CO2 wird Sauerstoff Die Südost- und die Südwestseite des BIQ sind mit flachen Behältern aus Sicherheitsglas bestückt, den so genannten Reaktoren. Sie sind zu fünf Clustern zusammengeschaltet und enthalten Wasser – den Lebensraum der Mikroalgen. Dem Kreislauf werden Nährstoffe und Kohlendioxid (Heizungsabluft) zugeführt. Die Algen teilen sich einmal pro Tag (funktioniert zwischen minus sieben und plus 32 Grad Celsius), das heißt die Masse wächst beständig (15 Gramm pro Tag und Quadratmeter Reaktorfläche) und muss einmal pro Wochen abgeerntet werden. Zwei Effekte: Durch Photosynthese (Umwandlung von Kohlendioxid in Sauerstoff) und Solarthermie werden Biomasse und Wärme erzeugt. Die Wärme wird dem zirkulierenden Kreislauf durch Wärmetauscher entzogen und direkt im Haus genutzt. Die Biomasse wird extern zu Biogas konvertiert. Konkret sieht das so aus: Tausche Algenernte gegen Gasflasche. Nach vorliegenden Berechnungen sollen die Algen den Wärmejahresbedarf eines vierköpfigen Haushaltes sichern. Zusätzlich ist das BIQ mit Geothermie ausgestattet und an den Energieverbund Wilhelmsburg angeschlossen. Auch Photovoltaik ist im Einsatz. wb


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AUSGABE 1, APRIL 2013 SONDERVERÖFFENTLICHUNG

DAS WÄLDERHAUS

Öffnungszeiten und Führungen Das Wälderhaus ist während der igs täglich von 9 bis 19 Uhr, ansonsten von März bis Oktober von 10 bis 18 Uhr (im Winter bis 17 Uhr) geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene 5,10 Euro (ermäßigt 4,30 Euro) und für Kinder 2,70 Euro. Auf Anfrage werden thematische Führungen durch Ausstellung und Haus angeboten. Eine Führung dauert rund 60 Minuten. Der Preis für die Führung beträgt 1,90 Euro pro Person, zuzüglich zum Eintritt in die Dauerausstellung.

Barrierefreie Ausstellung Die Ausstellung im Wälderhaus ist für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehhilfen in Begleitung geeignet. Anfragen per E-Mail unter gruppen@waelderhaus.de.

Fotos: IBA / Johannes Arlt (2)

Fotos: IBA / Bernadette Grimmenstein (2)

Von seiner Gründung bis zum Dach zeigt sich das Wälderhaus als mächtiger Baum der Nachhaltigkeit. Das beginnt ganz unten, sozusagen im Wurzelwerk: Mit 94 Energiepfählen in 18 Metern Tiefe versorgt eine Geothermieanlage das Gebäude mit umweltfreundlicher Erdwärme. Oben auf dem Dach produziert eine Photovoltaikanlage Strom aus Sonnenlicht. Durch die Kombination hocheffizienter Dämmung und Haustechnik verbraucht das Wälderhaus ein Drittel weniger Energie als in der Energieeinsparverordnung vorgeschrieben. Der gesamte Hotelteil hat sogar Passivhausstandard. Das Dach des Wälderhauses ist mit 9000 Büschen, 500 Hainbuchen und weiteren heimischen Baumarten bepflanzt. Das Gründach verbessert das Mikroklima, schützt vor Wärme und Kälte. Die Pflanzen binden Staub und Schadstoffe in der Luft.

Das Licht tropft wie Harz von der Decke Nachhaltige Versorgung von der Wurzel bis zur Krone: Das Wälderhaus holt den Wald mitten ins Zentrum von Wilhelmsburg

„I

st das noch nicht fertig?“ Unwillkürlich drängt sich dem Besucher die Frage auf, wenn er das Wälderhaus zum ersten Mal betritt. Die hellgrauen Betonwände und das offen liegende, silbern glänzende Rohrlabyrinth der Be- und Entlüftungsanlage, die den Gast im Foyer empfangen, wirken fast so, als hätten die Handwerker das Bauwerk vorzeitig verlassen. Der Effekt ist gewollt. Der Hamburger Architekt Andreas Heller, der das weltweit einzigartige Multifunktionsgebäude konzipiert hat, hat ganz bewusst entschieden: Was hier an hochmoderner Technik drinsteckt, soll nicht unter einer abgehängten Decke versteckt werden. Schon nach ein paar Minuten Aufenthalt im Foyer geschieht etwas Bemerkenswertes: Im Zusammenspiel mit dem gemaserten hellen Holz der Einrichtung offenbaren die Beton-

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Schlagartig zur Ruhe kommen

wände mit ihren sichtbaren Stoßnähten plötzlich eine fast organische Textur. Das exakt austarierte Raumklima der Fußbodenheizung, die großen Glasfronten der dreifachverglasten Schallschutzfenster, durch die kaum ein Laut nach innen dringt, lassen den Besucher schlagartig zur

Foto: Claudia Michaelis

NACHHALTIGKEIT / FÜHRUNGEN / EINTRITT

Info

Hubert Lakenbrink (59), Projektkoordinator fürs Wälderhaus.

Ruhe kommen. Willkommen im Wälderhaus. Das Leitthema Wald durchdringt das prägende Bauwerk im Eingangsbereich der IBA. Von außen hat Heller den kantigen Klotz optisch dem nachempfunden, was sich im Wald findet: Geformt wie ein gewachsenes Stück Holz, mit verschobenen Linien und Winkeln, kommt die komplett mit Lärchenholz aus dem Sieger- und Sauerland verkleidete Fassade architektonisch spektakulär daher. Überall sind Nischen eingelassen, in denen sich Pflanzen und Tiere ansiedeln können. Das Waldthema zieht sich bis ins kleinste Detail: Die kleinen gelben Glaslampen, die wie an langen Fäden

Nur 5 Stationen vom Hauptbahnhof entfernt

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Oben: Ganz in Holz – die Hotelzimmer in den oberen Etagen strahlen eine angenehme Wärme aus. Darunter: Das Wälderhaus bietet lichtdurchflutete Konferenzräume mit ganz besonderem Flair.

im Foyer von der Decke hängen, sind Harztropfen nachempfunden. Zur Linken liegt das Restaurant Wilhelms, das regionale Produkte anbietet. Rechterhand geht es ins „Science Center Wald“, das thematische Zentrum des Hauses. Mit dem Wälderhaus hat dessen Bauherr, der Hamburger Landesverband der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, nach zwölfjähriger Vorplanung ein einzigartiges Ausstellungs- und Schulungshaus geschaffen. In einer interaktiven Ausstellung im Erdgeschoss und im ersten Stock erfahren die Besucher auf 600 Quadratmetern Fläche an rund 80 Erkundungsstationen alles Wissenswerte über die norddeutschen Wälder. Die Bedeutung des Waldes – hier wird sie für den Stadtmenschen auf lebendige Weise erlebbar. Aus Brandschutzgründen sind die beiden ersten Etagen des fünfgeschossigen Hauses aus Stahlbeton. Das gesamte Haus rein aus Holz zu bauen, hätte die Auflagen zu hoch und umfangreich werden lassen, erklärt Hubert Lakenbrink, IBA-Projektkoordinator für das Wälderhaus. Warmes Holz neben kühlem Beton: Für den 59-jährigen Diplomingenieur ist das kein Widerspruch, sondern vielleicht sogar die Materialkombination der Zukunft. Denn die Herstellung von Zement ist das Ener-

giereichste am Bau, Holz als CO2neutraler Baustoff dazu ein idealer Kontrapunkt. In den drei oberen Etagen ist das „Raphael Hotel Wälderhaus“ untergebracht. Die ökologische Ausrichtung setzt sich nahtlos bis in die Zimmer des Drei-Sterne-Hauses und dessen Ausstattung fort. Decken, Böden und Wände sind aus Fichtenholz, das in den Gängen mit Brandschutzlack behandelt, in den 82 Zimmern sogar völlig naturbelassen ist. Heizkörper sucht man hier vergebens. Ein kontinuierlicher Zu- und Abluftkreislauf mit Wärmerückgewinnung sorgt für angenehmes und gesundes Raumklima. Das wird auch durch die Holzwände reguliert, die Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben. Nur aus Komfortgründen können die Fenster trotzdem noch geöffnet werden, erklärt Hoteldirektor Marc Dechow, den die konsequente Umsetzung des Leitgedankens im Haus begeistert. Als weiteres kleines ökologisches Zukunftsthema soll nun noch das urbane Imkern im Haus etabliert werden. Auf dem Dach sollen bald Bienenkörbe stehen, wünscht sich Dechow: „Wir hoffen, dass wir hier bald unseren eigenen Frühstückshonig produzieren können.“ cm

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Kontakt: www.waelderhaus.de


AUSGABE 1, APRIL 2013 SONDERVERÖFFENTLICHUNG

DER INNOVATIONSCAMPUS Der weitaus größte Arbeitgeber Hamburgs:

Expertengespräch

QUALITÄTSSICHERUNG

Bei der IBA im Einsatz: ZEBAU-Geschäftsführer Dipl.-Ing. Architekt Peter-M. Friemert (oben) und der Qualitätssicherer Dipl.Ing. Architekt Lars Beckmannshagen.

Die ZEBAU GmbH hat 14 IBA-Projekte begleitet und die Energieeffizienz zertifiziert Die Energiewende ist ein großes Thema auf dem Bausektor, denn heutzutage sollen Gebäude nachhaltig und mit zukunftsweisenden Energiekonzepten gebaut werden. Doch was heißt das für die Umsetzung auf der Baustelle? Die Zentrum für Energie, Bauen, Architektur und Umwelt GmbH begleitet Projekte von der Erstellung des Energiekonzepts bis hin zur Zertifizierung. Die ZEBAU GmbH beschäftigt 21 Mitarbeiter – darunter vor allem Experten für energetische Optimierung neuer und bestehender Bauten. Die ZEBAU GmbH hat 14 IBA-Projekte zertifiziert,

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angewendet werden können. Lars Beckmannshagen, Diplom- Ingenieur, Architekt und zertifizierter Qualitätssicherer, sagt: „Den goldenen Weg gibt es nicht. Der Mix macht es.“ Und: „Bei Neubauten ist es relativ einfach, einen hohen energetischen Standard herzustellen. Beim Sanieren im Bestand sieht das schon anders aus.“ Friemert sieht dennoch eine generelle Entwicklung, sich bewusst mit dem Energiethema auseinanderzusetzen: „Wir müssen bereits heute das denken, was in 20 oder 30 Jahren Standard sein wird.“ Weil das früher nicht

„Bereits heute denken, was morgen Standard wird”

darunter beispielsweise den WOODCUBE der WOODCUBE Hamburg GmbH und Smart ist Grün von Behrendt Wohnungsbau – beide Objekte sind Teil der Bauausstellung in der Bauausstellung am Inselpark in Wilhelmsburg. Geschäftsführer Dipl.-Ing. Architekt Peter-M. Friemert: „Für die energetische Sanierung oder aber entsprechend energieeffiziente Neubauten gibt es Fördermittel der Hamburgischen Wohnungsbaukreditanstalt WK. Werden die bewilligt, muss die Qualitätssicherung gewährleistet sein – das bieten wir an.“ Zwei Kollegen, ausgewiesene Fachleute im Bereich Qualitätssicherung, haben die IBABauten begleitet. Friemert: „Wir sind für diese Leistungen eine neutrale Kontrollinstanz.“ Um Energieeffizienz herzustellen, gibt es zahlreiche Maßnahmen, die beim Bauen

gemacht wurde, werden heute vielfach architektonisch durchaus gelungene Bauten aus den 60er- und 70er-Jahren abgerissen – weil sie enerAnforderungen getische nicht erfüllen und eine Sanierung zumeist viel zu teuer ist. Das Bauen der Zukunft, so wie es die IBA darstellt, kommentiert der ZEBAU-Chef so: „Hier werden flexible Wege gesucht, den Gedanken der Nachhaltigkeit zu erfüllen. Eine Algenfassade ist da vielleicht eher pilothaft zu sehen, und ich bin sicher, dass die IBA auch wegen derartiger Projekte viel beachtet sein wird. Die Ausstellung gibt viele Antworten auf Gegenwartsfragen. Besonders bemerkenswert finde ich auch den Ansatz, Wege zu suchen, wie sich eine ganze Flussinsel CO2-neutral weiterentwickeln kann.“ wb

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Kontakt: www.zebau.de

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Im ICGT sollen vor allem Mikroorganismen arbeiten . . . TuTech Innovation GmbH plant den InnovationsCampus für Grüne Technologien im Harburger Binnenhafen

Foto: Wolfgang Becker

Fotos: Wolfgang Becker

Viele Antworten auf Gegenwartsfragen

Grafiken: Windels Architekten/masterbox

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Dr. Helmut Thamer arbeitet seit Jahren an der Realisierung dieses Projekts.

W

er ein Haus für einen InnovationsCampus Green Technologies (ICGT) bauen will, der kommt nicht umhin, eben diese grünen Technologien anzuwenden. Und deshalb plant die TuTech Innovation GmbH, Transfer-Gesellschaft der Technischen Universität (TU) Hamburg, derzeit ein Nullenergiehaus, um zwischen dem TuTechHaus an der Harburger Schloßstraße und dem Westlichen Bahnhofskanal nicht nur den Vordenkern grüner Technologien eine Heimat zu bieten, sondern auch den Beweis anzutreten, dass eine nachhaltige Energieversorgung möglich ist. Deshalb wurde das Vorhaben zum IBA-Projekt. Das IBA-Projekt soll möglichst 2013 gestartet werden, aber TuTech-Geschäftsführer Dr. Helmut Thamer schließt nicht aus, dass sich der Baubeginn verzögern könnte: „Wir stehen vor komplexen Verfahrensfragen und wollen solide planen. Unser ursprüngliches Ziel, den ICGT bis 2014 fertigzustellen, ist nicht mehr zu schaffen.“ Seit 2010 ist Thamer an dem Thema dran. Dabei steht die Nutzung des modernen Baus bereits weitgehend fest. Geplant ist der Einzug eines TU-Instituts für Erneuerbare Energien samt Laboren. Die TU soll zudem Verfügungsflächen bekommen. Die TuTech möchte gemeinsam mit dem Institut für Wasserbau ein Kompetenzzentrum Klimafolgenmanagement einrichten. Ein „Prä-Inkubator“ soll

Oben: So soll der Neubau des ICGT im Binnenhafen aussehen. Exklusiv: Diese Studie (links) zeigt eine Innenansicht des InnovationsCampus‘ für Grüne Technologien.

Studierenden mit einer Gründungsidee als Startplattform dienen, diese Idee auf ihre technische Machbarkeit und wirtschaftliche Realisierung hin zu überprüfen. Des Weiteren soll im Bereich Industrielle Biotechnologien eine Ausgründung als eigene Gesellschaft vorbereitet werden. Auch Flächen für Start-Ups sind vorgesehen. Im Kompetenzzentrum Industrie-

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TU Harburg ist beteiligt

und Siedlungsabwasser tritt als Senior-Adviser ein alter Bekannter auf den Plan: Ivan Sekoulov, der einst als Abwasserexperte von sich reden machte. Diesmal geht es um den Einsatz von Biofilmen bei der Abwasserreinigung mit dem Ziel, den Energieeinsatz zu reduzieren. Gefördert wird dies von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Auch der Bau eines „Green Pressure Lab“, eines Hochdrucklabors, in dem beispielsweise Versuche zum Aufschluss von Ligninund Cellulose-haltiger Biomasse unter 400 bis 500 bar Druck durchgeführt werden können, um letzlich mittels Mikroorganismen Wertstoffe und Energie aus dieser Biomasse, zum Beispiel Stroh, zu gewinnen. Thamer: „Im ersten Bauabschnitt haben wir etwa 4600 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Diese Fläche geht etwa zu je einem Drittel an die

TU, die TuTech und an Gründer. Es liegen mir bereits Interessenbekundungen von Mietern vor.“ Der erste Bauabschnitt wird rund 13 Millionen Euro kosten. Im zweiten Schritt folgt der Bau einer Parkpalette mit einem Biotechnikum. Hier sollen weitere 2,5 Millionen Euro investiert werden. Der ICGT ist zudem baulich als auch planerisch mit der Likörfabrik verbunden, die der Harburger Bauunternehmer Arne Weber für Gastronomie sowie für Seminar- und Besprechungsräume, die von TuTech genutzt werden, sanieren will. Der Erhalt des Gebäudes war Voraussetzung für die Anhandgabe des städtischen Grundstücks an die TuTech. Ein städtebaulicher Vertrag regelt die Kooperation. Der Bauantrag für den InnovationsCampus soll in Kürze gestellt werden. Das Energiekonzept, das ein Blockheizkraftwerk oder eine Brennstoffzelle für die Versorgung des Gesamtensembles (ICGT, TuTech-Haus, Likörfabrik), eine passive Klimatisierung der Büros, bodennahe Geothermie sowie Photovoltaik einschließt, ist in Auftrag gegeben. Thamer: „Die bisherigen Berechnungen zeigen, dass wir für die energetische Grundversorgung des Gesamt-Ensembles eine Reduzierung des Primär-Energieverbrauchs erreichen können, obwohl wir die Nutzfläche verdoppeln.“ Das E-Konzept verteuert den Bau um 30 Prozent. Amortisation: nach etwa 15 Jahren. wb


AUSGABE 1, APRIL 2013 SONDERVERĂ&#x2013;FFENTLICHUNG

DAS LICHTAKTIV HAUS

Hintergrund

M

Ein vĂśllig neues Erleben der Jahreszeiten:

So wohnt es sich

Haus der Zukunft

im

Viel Licht von allen Seiten â&#x20AC;&#x201C; und die Energie wird selbst produziert: Die vierkĂśpfige Familie Oldendorf testet das LichtAktiv Haus und schonender Ressourcenverbrauch mit hohem Wohnkomfort verbinden lassen. Zugleich soll das Haus zum Nullenergiehaus werden und den gesamten Energiebedarf aus eigener Produktion decken.

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96 Quadratmeter Fensterfläche

Um unter realen Bedingungen herauszufinden, wie das funktioniert, dĂźrfen die Oldendorfs als Testfamilie zwei Jahre lang mietfrei darin wohnen. Das tun sie inzwischen mit Begeisterung. â&#x20AC;&#x17E;Das viele Licht und das offene, groĂ&#x;zĂźgige Wohnen haben wir schon immer geliebtâ&#x20AC;&#x153;, erzählt Irina Oldendorf. Allein 96 Quadratmeter Fensterfläche umgeben sie in ihrem neuen Heim. Im Sommer kann

sie die hohen GlasschiebetĂźren aufziehen, muss es aber nicht. Mit Hilfe von Sensoren in den Räumen lĂźftet sich das Haus vollautomatisch. Wird es durch die Sonneneinstrahlung zu warm, fahren sich die Jalousien und Markisen herunter. Im Winter ist es durch die vielen Fenster immer hell. Selbst an grauen und trĂźben Tagen mĂźssen sie nur selten tagsĂźber Licht anstellen. Und wenn hinter den groĂ&#x;en GlastĂźren der Schnee zentimeterhoch liegt, ist es drinnen dank FuĂ&#x;bodenheizung und exakt austariertem Raumklima trotzdem mollig warm. â&#x20AC;&#x17E;Man kriegt die Jahreszeiten viel intensiver mit. Man sitzt quasi im Garten und kann zusehen, wie sich im FrĂźhling die ersten BlĂźten langsam Ăśffnen. Man kann wie in Zeitlupe mitansehen, wie sich alles in der Natur entwickelt und weiĂ&#x; trotz-

dem, man verschwendet keine Energieâ&#x20AC;&#x153;, schwärmt Irina Oldendorf. Auf dem Dach des Anbaus gewinnt eine Solarthermieanlage die Wärme fĂźr Wasser und Heizung, eine Fotovoltaikanlage speist Strom ins Netz. Eine Regenwasserzisterne liefert das Wasser fĂźr ToilettenspĂźlung, Waschmaschine und Garten. â&#x20AC;&#x17E;Das viele Licht, die viele Luft, und dann noch zu wissen, dass man den eigenen Strom vom Dach verbraucht â&#x20AC;&#x201C; das ist schon totaler Luxus und fĂźhlt sich sehr gut anâ&#x20AC;&#x153;, sagt Irina Oldendorf. Anfang des Jahres sind die Oldendorfs noch einen Schritt weiter in Richtung Energieautarkie gegangen. Jetzt fahren sie auch ein Elektroauto, das mit dem Strom vom eigenen Dach aufgeladen wird. Mit seinen knapp 100 Kilometern Reichweite ist der kleine Flitzer fĂźr den Stadtverkehr optimal, findet Irina Oldendorf. Vater Christian, der als Fotoredakteur in Hamburg arbeitet, fährt damit zum Dienst, nach seiner RĂźckkehr abends ist der Akku leer. An der Steckdose im eigenen Carport wird er Ăźber Nacht aufgeladen und ist am nächsten Morgen wieder einsatzbereit. FĂźr Irina Oldendorf und ihre drei Männer ist schon seit Monaten klar: Sie wĂźrden gern in ihrem neuen hellen Domizil in Wilhelmsburg bleiben â&#x20AC;&#x201C; wenn es irgend geht und sie sich den Kaufpreis fĂźr das LichtAktiv Haus nach der Testphase leisten kĂśnnen: â&#x20AC;&#x17E;Das Wohnen hier ist ein Traum. Wir wollen hier nicht mehr weg.â&#x20AC;&#x153; cm

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AUS ALT MACH NULL

Fotos: Claudia Michaelis

Hell und freundlich: Irina Oldendorf im Wohnbereich mit offener KĂźche.

anchmal zucken die vier Oldendorfs noch zusammen, wenn sie beim Spielen zusammensitzen und es Ăźber ihnen plĂśtzlich knallt. Wie von Geisterhand Ăśffnen oder schlieĂ&#x;en sich dann die Dachfenster Ăźber dem offenen hohen Wohnzimmer ihres Hauses. Da sie selbst nicht wissen, wann ihr elektronischer â&#x20AC;&#x17E;Hausdienerâ&#x20AC;&#x153; den Befehl dazu an die Fenster schickt, kommt das Geräusch gelegentlich noch etwas Ăźberraschend, erzählt Irina Oldendorf. Selbst Hand anlegen muss sie zum LĂźften nicht, wenn sie nicht will. Den Wohnkomfort bei den Oldendorfs regelt eine hochmoderne Haustechnikanlage, in deren Steuerung sie selbst nur ab und zu per Fingerdruck eingreifen. Zum Beispiel wenn sie ihre Wunschtemperatur ein paar Grad verändern wollen: Dann drĂźcken sie sich durch das MenĂź auf einem der Monitore an der Wand. â&#x20AC;&#x17E;Das geht recht einfach, fast wie beim Handyâ&#x20AC;&#x153;, erzählt die 38-jährige Verlagsassistentin. Mit ihren SĂśhnen Lasse (9) und Finn (7) sind Irina und Christian Oldendorf im Dezember 2011 aus ihrer alten, zu eng gewordenen Wohnung in Ottensen nach Kirchdorf gezogen. Dort hat der Fensterhersteller Velux ein ehemaliges Siedlungshäuschen aus den 50er-Jahren aufwendig modernisiert und zum LichtAktivHaus 2020 umgebaut. Die alte Doppelhaushälfte im Katenweg 41 wurde entkernt und mit einem Anbau in den Garten hinein von vorher 96 auf jetzt 132 Quadratmeter Wohnfläche erweitert. Das europaweite Modellprojekt will zeigen, wie sich in einer Bestandsimmobilie Energieeffizienz

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Die Herausforderung:

Ein Nachkriegshaus zum PlusEnergiehaus wandeln Heute gilt etwa die Hälfte aller Wohneinheiten in Deutschland als energetisch sanierungsbedßrftig. Die besondere Herausforderung fßr die Initiatoren des Projekts lag in der Anforderung, keinen Neubau, sondern ein älteres Einfamilienhaus zum Nullenergiehaus oder sogar zum PlusEnergiehaus zu wandeln. Ein Plus-Energiehaus produziert mehr Energie, als es selbst verbraucht. Das 1954 erbaute Siedlungshaus in der Kirchdorfer Siedlung Finkenriek hat dabei Vorbildcharakter. Bei ihrem Probewohnen wird die Familie von einem interdisziplinären Forscherteam aus Technikern, Architekten und Soziologen begleitet, die die Erfahrungen der Bewohner auswerten.

Das premiumsanierte LichtAktiv Haus hat einen Neuwert von rund 460 000 Euro. Rund 140 000 Euro sind in die Grundsanierung des Altbaus geflossen, rund 274 000 Euro hat die ErweiterungsModernisierung von Altund Anbau gekostet.

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Marina auf der

Schlossinsel maritim - grĂźn - urban

Ein Projekt der Lorenz-Gruppe

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www.schlossinsel.de Hotline (040) 28 00 65 80


AUSGABE 1, APRIL 2013 SONDERVERÖFFENTLICHUNG

AUSGABE 1, APRIL 2013 SONDERVERÖFFENTLICHUNG

DIE IBA IN HARBURG

Fast fertig gebaut: Die Marina auf der Schlossinsel im Binnenhafen.

Hier entstehen 63 Wohnungen: das Projekt am Hafencampus.

Marina auf der Schlossinsel: Der Zugang zum Wasser ist für Jedermann offen.

Wohnen am Kaufhauskanal: Der erste Bauabschnitt beginnt noch 2013.

Foto: L+P GmbH/Datenland Architektursimulation

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>> „Neue Blicke auf Harburg“ heißt eine Führung mit Birgit Caumanns. Sie lädt jeweils donnerstags von 17.15 bis 19.15 Uhr zu einer „Hochpunkte-Tour“ ein. Hier ist eine Anmeldung erforderlich (s.u.).

>> IBA-Fahrradtouren (alle zwei Wochen): „Der neue Harburger Binnenhafen“, sonnabends, 14 bis 16 Uhr, Gebühr: fünf Euro. Mit Anmeldung.

Nähere Informationen und Anmeldung unter 0 40/226 227-228,

>>: www.iba-hamburg.de/ besuchergruppen

ie Entlassung der Harburger Schlossinsel aus dem Zuständigkeitsbereich der Hamburg Port Authority hat Verwaltung und Politik im Bezirk über Jahre beschäftigt. Letztlich dürfte es auch der IBA geschuldet sein, dass die einst selbstständige Stadt heute wieder zu ihren Wurzel zurückkehren darf. Karen Pein, IBA-Projektkoordinatorin für den Harburger Bereich: „In den ersten beiden Jahren ging es bei meiner Arbeit vor allem darum, die Entlassung der Schlossinsel aus dem Hafengebiet zu beschleunigen. So haben wir zum Beispiel die Folgekosten der Entlassung mit einem Gutachten ermitteln lassen, sodass es für die zuständigen Behörden leichter war, sich über Zuständigkeiten und Finanzierung zu einigen.“ Dies führte am Ende dazu, dass noch bis 2020 umfangreiche Sanierungsund Erschließungsarbeiten in dem Areal durchgeführt werden – ein Glücksfall für die Harburger Stadtentwicklung. Das politische Versprechen

hatte der damalige Hamburger Bürgermeister Ole von Beust am 12. September 2002 bei der Grundsteinlegung des KaiSpeichers am Veritaskai gemacht. Als Pendant zu den aktuellen Schlossinsel-Projekten entwickelt sich auch der als Channel bezeichnete Teil des Binnenhafens zwischen Kaufhauskanal und Östlichem Bahnhofskanal kräftig weiter:

Brückenschlag am Kanalplatz Rund 40 Millionen Euro bringt die Hansestadt auf, um die Infrastruktur herzurichten. Dazu zählt unter anderem die Sanierung der teils maroden Kaimauern und Brücken. Ohne diese Maßnahmen wäre die heutige Entwicklung undenkbar gewesen. Allein 7,1 Millionen Euro ließ sich die Stadt die Sanierung des Kanalplatzes kosten. Er kann heute als attraktive Veranstaltungsfläche genutzt werden. Von hier aus soll eine 46 Meter lange Brücke zum gegenüber-

Das Quartier am Park ist mit einer Bootsgarage (im Vordergrund) ausgestattet.

Der IBA-Park rund um die Marina ist eine städtische Investition.

Kein IBA-Projekt, aber mitten im Park: das Harburger Schloss wird saniert.

Foto: Behrendt Wohnungsbau KG (GmbH & Co.)

Fotos: IBA / Martin Kunze (5)

Das lange Warten auf den wichtigen

„Trittstein“

Wohnen am Hafencampus

„Maritimes Wohnen am Kaufhauskanal“ verbindet Harburg und den neuen Binnenhafen liegenden Lotsekai führen – für Radfahrer und Fußgänger. Dieses Projekt scheiterte im ersten Anlauf jedoch an den viel zu hohen Kosten, sodass die Brücke neu ausgeschrieben werden musste. Karen Pein: „Der Brückenschlag ist auch ein städtisches Thema, denn die IBA gibt kein Geld für Infrastrukturmaßnahmen. Klar ist: In diesem Jahr wird die Brücke nicht gebaut, ich bin mir aber inzwischen sicher, dass sie kommen wird. Es sei denn, die neue Ausschreibung führt zu Kosten, die nicht darstellbar sind.“

Die gebürtige Hamburgerin Karen Pein (39) ist Diplom-Ingenieurin für Städtebau/ Stadtplanung (TU Harburg) und DiplomImmobilienökonomin. Bei der IBA ist sie seit 2006.

Studentenwohnheim Schellerdamm Der Harburger Binnenhafen ist das typische Beispiel für eine so genannte Metrozone und trifft somit eines der drei IBA-Leitmotive. Einfach ausgedrückt geht es um die Rückgewinnung von stadtnahen Flächen, die beispielsweise früher industriell genutzt wurden und häufig brach liegen – dazu zählen beispielsweise auch alte Bahnanlagen. Auf dem ehemaligen Gelände des Gü-

geschäft als Nahversorger einziehen. Investitionsvolumen: rund 18,5 Millionen Euro.

terbahnhofs zwischen Schellerdamm und dem Östlichen Bahnhofskanal plant die Aurelius Immobilien AG den Bau eines Wohnheims für fast 200 Studenten – ein kompliziertes Unterfangen, da hier öffentliche Mittel gefragt sind. Auch hier ist ein Effizienzhaus geplant – klimafreundlich durch Solarund Geothermie-Technologie, Photovoltaik und Grauwassernutzung. Der Energiebedarf soll 60 Prozent unter der aktuellen Vorgabe liegen. In dem Block soll möglichst auch ein Lebensmittel-

Mitten auf der ehemaligen Bahnfläche gelegen, ist auch das Projekt „Wohnen am Campuspark“ angesiedelt, bei dem Schlossinsel-Entwickler Frank Lorenz als Investor auftritt. Für 12,5 Millionen Euro baut er 63 Wohnungen (46 bis 117 Quadratmeter) und eine Gewerbeeinheit (280 Quadratmeter). Auch dieser Bau ist ein IBA-Projekt und als solches energieeffizient geplant.

InnovationsCampus für Grüne Technologien Dieses Vorhaben in Regie der TuTech Innovation GmbH wird ebenfalls erst 2014 an den Start gehen. Es gehört mit den beiden zuvor genannten zu den Projekten, die bei der IBA ganz konkret

angefragt wurden. Näheres zum ICGT auf Seite 16.

Maritimes Wohnen am Kaufhauskanal Zwölf Häuser mit etwa 130 Wohnungen – das Ganze für etwa 35 Millionen Euro. Das „Maritime Wohnen am Kaufhauskanal“ gehört zu den Vorhaben, die nicht nur Zeit, sondern auch Nerven kosten. Karen Pein: „Das war das schwierigste Projekt.“ Als „Trittstein“ zwischen der Harburger Innenstadt und dem Binnenhafen war es frühzeitig geplant und nach einem aufwendigen Wettbewerb 2009 vorgestellt worden. Den Zuschlag erhielt der ehrgeizige Entwurf der dänischen BIG Bjarke Ingels Group aus Kopenhagen. Lange Zeit hatte sich kein Investor an die anspruchsvolle Architektur herangetraut, doch mit finanzieller Unterstützung der IBA fand sich schließlich die Behrendt wb Wohnungsbau Hamburg bereit.

Wie damals: Wasser bedroht den Weg durch die Jahrhunderte

Neues Leben auf der alten Zitadelle

Stadtkerngrabung an der Harburger Schloßstraße – Helms-Museum auf der Suche nach den Siedlungsursprüngen

Mehr als 200 Wohnungen wurden auf der Harburger Schlossinsel gebaut

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Senatsbesuch an der Harburger Stadtgrabung in der Schlossstraße: Kultursenatorin Barbara Kisseler, begleitet von Grabungsleiter Dr. Philip Lüth (Mitte) und Professor Dr. RainerMaria Weiss, Direktor des Helms-Museums, lässt sich den Fortgang der Arbeiten erklären.

Foto: Wolfgang Becker

ie führen den ewigen Kampf gegen das Wasser – wie schon damals, als Harburg besiedelt wurde und die Stadt südlich der Schlossinsel begann, in Richtung Sand zu wachsen: Morgens, wenn die Archäologen und ihre Grabungsteams die Zelte an der Harburger Schloßstraße betreten, steht ab einer gewissen Grabungstiefe alles unter Wasser. Das Grundwasser drückt von unten durch die Sohle. Bereits im Februar waren die Gruben mehr als drei Meter tief und mussten jeden Tag aufs Neue freigepumpt werden (teilweise im Zwei-Stunden-Takt), dann erst ging es weiter – Schicht um Schicht in die Harburger Vergangenheit. Der Ort gegenüber des ehemaligen Thörlschen Verwaltungsgebäudes (heute Teil der TU Harburg) ist zwar historisch, zugleich aber mit einer besonderen städtebaulichen Perspektive versehen: Hier will die Behrendt Wohnungsbau KG

das IBA-Projekt „Wohnen am Kaufhauskanal“ umsetzen und damit ein wichtiges Verbindungsglied zwischen der Harburger Innenstadt und dem neuen Wohnen auf der Schlossinsel und im Channel schaffen – ein ehrgeiziges und architektonisch herausforderndes Konzept. Bevor gebaut wird, kommt die Bodendenkmalpflege zu ihrem Recht. Da das

IBA-Projekt auf historischem Grund steht, besteht nun die Chance, einmalige Einblicke in die Anfänge der etwa 800 Jahre alten Harburger Stadtentwicklung zu bekommen. Grabungsleiter ist Dr. Philip Lüth. Ihm zur Seite steht der Archäologe Kay-Peter Suchowa, der zehn Jahre lang die Stadtgrabung Lübeck begleitet hatte, bevor er in Harburg tätig wurde. Der sagte un-

Neubau Fertigstellung Anfang 2014

 Vermietung  Service  Beratung

längst bei einem Besuch von Hamburgs Kultursenatorin Barbara Kisseler: „Die Projekte Lübeck und Harburg sind vom Umfang her gleichauf. Wir haben hier die beiden größten Stadtgrabungen in ganz Deutschland.“ Pro Jahrhundert rechnen die Archäologen grob mit einem halben Meter Bodenwuchs (durch Aufschüttungen). Um die Gründungsebene zu erreichen, muss demnach fünf Meter tief ins Erdreich vorgestoßen werden – was aufgrund des Wassers schwierig ist. Auf dem Weg in die Tiefe wurden mehrere übereinanderliegende Bohlenwege gefunden – wenn ein Weg seinen Dienst nicht mehr erfüllte, wurde Erde draufgeschüttet und ein neuer Weg aus Holzbohlen angelegt. Auch Reste einer Reeperbahn tauchten auf – zumindest lassen die Holzständer die Deutung zu. Nach dem Brand von 1396, bei dem der Ort durch Kampfhandlungen fast

vollständig zerstört wurde, wurde Harburg unter herzöglicher Herrschaft Mitte des 16. Jahrhunderts grundlegend umstrukturiert und neu parzelliert. Belegt haben die mehr als 10 000 Einzelfunde der ersten beiden der insgesamt vier Grabungsfelder auch, dass Harburg ein recht bedeutender Handelsplatz gewesen sein dürfte. Dafür sprechen Keramikscherben italienischer und holländischer Herkunft. Sogar chinesisches Porzellan kam nach Hunderten von Jahren wieder ans Tageslicht. Dasselbe gilt für den spirituellen Nippes, der es Suchowa besonders angetan hat. Die Stadtgrabung Harburg unter Leitung des HelmsMuseums endet im März 2014. wb

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Kontakt: http://amh.de/index. php/news/18252

Ihr perfekter Platz für kreatives Arbeiten

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in Kinderspielplatz, mehr als 200 Wohnungen, zwei Kindertagesstätten, eine Parkanlage, eine Flaniermeile am Wasser – noch vor zehn Jahren wäre so eine Entwicklung auf der Harburger Schlossinsel undenkbar gewesen. Jetzt, im Präsentationsjahr der Internationalen Bauausstellung, wird deutlich, das auch der beste Status quo nichts taugt, wenn der Mensch eingreift und neue Chancen sieht: Aus der ehemaligen Industriebrache ist ein Harburger Vorzeigequartier geworden. Nun gilt es, das Hafenflair zu erhalten, ohne die neuen Inselbewohner zu verschrecken.

„Marina auf der Schlossinsel“ Den wohl größten Coup landete 2010 der Projektentwickler Frank Lorenz (Lorenz + Partner). Ihm war es gelungen, mit der Provinzial Rheinland einen auswärtigen Investor für Harburg zu inter-

essieren. Rund 70 Millionen Euro beträgt das Investment. Dafür entstehen unter dem Namen „Marina auf der Schlossinsel“ 162 hochwertige Mietund Eigentumswohnungen (60 bis 220 Quadratmeter), eine Kita (betrieben durch den Verein „Elbpiraten“), das Café „Vero“ und kleine Ladenflächen. Auf der einstigen mittelalterlichen Zitadelle ist bereits neues Leben eingezogen. Wohnfläche nur in diesem Projekt: rund 19 700 Quadratmeter. Die „Marina“ liegt auf den ehemaligen Betriebsflächen der Lagereifirma Andreas Hansen. Der alte Hansen-Speicher auf der Nordspitze der Schlossinsel konnte nicht erhalten werden, an seiner Stelle steht nun ein architektonisch nachempfundenes Gebäude mit dem Namen „Pearl“ – hier sind 30 Eigentumswohnungen direkt am Wasser entstanden, darunter ein über drei Stockwerke reichendes Luxusapart-

ment im Dachbereich. Lorenz hatte die Chancen der IBA frühzeitig erkannt und das Projekt so energieeffizient konzipiert, dass es 30 Prozent unterhalb der Energiesparverordnung liegt.

„Quartier am Park“ Nicht minder ambitioniert ist das IBAProjekt „Quartier am Park“. Hier haben sich zwei Investoren zusammengetan: Holger Cassens, Investor und Mäzen aus Hamburg, und Mathias Böttcher, Unternehmer aus Harburg. Cassens hat mit dem Projekt „Inselleben“ ein Haus entworfen, das 15 öffentlich geförderte und zehn frei finanzierte Wohnungen unter einem Dach vereint. Außerdem gehört zu dem Haus eine Kita, die das DRK betreibt. Zur Wasserseite hin hat Mathias Böttcher das „Boathouse“ gebaut – ein Wohnhaus, das im Sockel eine Bootsgarage bietet, die direkt in die Östliche Binnengraft mündet. Hier

Park auf der Harburger Schlossinsel 2,9 Millionen Euro hat der Bezirk Harburg in Zusammenarbeit mit der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt sowie der Finanzbehörde in den 1,5 Hektar großen Park investiert, der im Zentrum seiner fünf Arme das Harburger Schloss beherbergt. Letzteres wird in diesem Jahr von dem Hamburger Unternehmer und Investor Norbert Heymann (GardenArt) saniert und weiterhin als Wohnhaus genutzt. Heymann kam allerdings zu spät, um dieses Vorhaben noch als IBA-Projekt zu platzieren. Der neue Schlossherr, von Haus aus Gärtner, ist gerade auch von der Lage im Park begeistert und plant, das Schloss wieder zu einem besonderen Ort mit historischem Bezug zu machen. wb

Mit Eröffnung der IBA hat in Harburg auch der

>> „Zug der Ideen 2013“ Station gemacht. Die zukunftsweisenden Projekte der IBA Hamburg präsentieren sich dabei neben Themen wie

>> „Stadt der Menschen“ oder >> „Stadt in der Verantwortung“. Multimedial und interaktiv inszeniert entführt die Ausstellung auf eine eindrucksvolle Reise in die Stadt von morgen. Seit 2011 tourten die sechs Ausstellungscontainer durch Europa – als Werbeträger für Hamburg und die Bauausstellung. Geöffnet ist die Ausstellung montags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Für Gruppenbesuche wird um Voranmeldung gebeten: 0 40/226 227-228. >>: E-Mail: willkommen @iba-hamburg.de

Ausstellung

Ein besonderes IBA-Projekt widmet sich dem Harburger Gloria-Tunnel zwischen der Lüneburger Straße und der Seevepassage, denn dort betreibt der Künstler „Toro“ eine Galerie und ein Café. Im Präsentationsjahr 2013 ist dieser Ort den Harburger Projekten der IBA gewidmet – eine gute Gelegenheit, sich „im Vorbeigehen“ zu informieren. Öffnungszeiten: 8 bis 20 Uhr.

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ZUG DER IDEEN 2013

„Quartiersspaziergänge – IBA entdecken“ ist

Foto: IBA / Johanens Arlt

TOUREN-BINNENHAFEN

>> Unter dem Titel auch eine kostenfreie Serie von Führungen durch den Harburger Binnenhafen vorgesehen. Jeweils sonntags startet ein IBA-Guide um 11.45 Uhr am Lotseplatz, Ecke Zitadellenstraße (Treffpunkt: Ausstellung Zug der Ideen 2013) ins Revier. Die Tour endet gegen 12.45 Uhr. Anmeldung ist nicht erforderlich.

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