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April 2013

Leipziger Bücherbrief

40 Leipziger Buchmesse 13.–16. März 2014

Mit Schwung ins Bücherjahr! Eindrucksvoll hat Leipzig bewiesen, dass Bücher in allen Facetten hoch im Kurs stehen. Ein Mut machendes Signal für die Branche.

Leipzig lockt, begeistert, weckt Spaß am Lesen, am Bücherkaufen – in einer Zeit, da sich der Kosmos der Leser erweitert und die fortschreitende Digitalisierung alle Bereiche der Wertschöpfungskette erfasst. Die direkte Begegnung von Autoren, Verlegern, Buchhändlern und Lesern ist durch nichts zu ersetzen. „Leipzig liest“, das Frühjahrsfest der Bücher, bewährte sich verlässlich als Publikumsmagnet, die Messe als perfekte Marketingbühne. Vier tolle Tage, die der Branche reichlich Rückenwind und frische Ideen fürs neue Geschäftsjahr geben. Der März sorgte für Frühlingsgefühle im Sortiment. Ein schwungvoller Start ins Bücherjahr – nicht nur auf der Leipziger Buchmesse, sondern auf dem Buchmarkt!

Besucher gesamt: 168.000 (2012: 163.500), davon

Fachbesucher (insgesamt) Buchhändler Lehrer/Erzieher 50.000 (47.500) 5.218 (6.050) 28.000 (26.900)

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Die Leipziger Buchmesse 2013 in Zahlen: Aussteller: 2.069 aus 43 Ländern (2012: 2.071 aus 44 Ländern) | Akkreditierte Journalisten: 2.601 aus 22 Ländern | Bruttofläche: 69.000 m2 (2012: 69.000 m2) | Nettofläche: 29.218 m2

Liebe Leserinnen und Leser, der „alte Winter“ aus Goethes Osterspaziergang quälte uns Frühjahrs-Sehnsüchtige in diesem Jahr über Gebühr. Zugegeben: Wir waren ein wenig besorgt, ob unser Publikum nicht lieber mit „Fräulein Smilla“ am warmen Ofen kuscheln würde, statt in Schnee und Eis den Bücherfrühling zu suchen. Gerade noch rechtzeitig hat sich strahlender Sonnenschein eingestellt: Die Leipziger Buchmesse 2013 wurde zu einem stimmungsvollen, ganz und gar nicht unterkühlten Lesefest. 168.000 Besucher haben die Hallen regelrecht gestürmt. Für uns Messemacher, Sie ahnen es, sind Publikums-Rekorde Segen und Fluch zugleich. Wir werden uns mit unseren Logistikern einiges einfallen lassen, um die zu Recht gerühmte Leipziger Lockerheit, die ausgewogene Balance zwischen Trubel und Konzentration auch weiterhin zu erhalten. Wie gut Leipzig in der Lage ist, nachhaltige Impulse fürs anbrechende Bücherjahr zu setzen, hat der Auftritt im März erneut bewiesen. „Leipzig liest“ mit internationaler Autoren-Prominenz und Newcomern zum Anfassen ließ keine Wünsche offen. Die Mischung aus Großevent und familiärer Stimmung in den Hallen brachte Verlage wie nirgends sonst auf Tuchfühlung mit ihren Zielgruppen. Sie, die Profis der Branche, pflegten ihre Netzwerke, lernten neue Kunden und Partner fürs eigene Geschäft kennen, das sich im Zeichen der Digitalisierung neu justiert. Unser „Bücherbrief“ möchte Ihnen noch einmal Höhepunkte und Entdeckungen aus vier tollen Leipziger Tagen ins Gedächtnis rufen. Wenn sich deren Optimismus übers Jahr in konkrete Geschäfte verwandelt, ist unsere Rechnung aufgegangen. Ihr Oliver Zille Direktor der Leipziger Buchmesse


Echoraum der Bücher Motivationsschub für die Branche, fürs Publikum ein Fest: Vier Tage lang bieten Buchmesse und „Leipzig liest“ die perfekte Bühne für alle Facetten der Literatur. Immer selbstverständlicher werden analoge und digitale Lesekultur dabei als zwei Seiten einer Medaille begriffen. Minusgrade, Messefieber: Während in Rom weißer Rauch über der Sixtinischen Kapelle aufsteigt, feiert die Branche im Gewandhaus die Ankunft des Bücherfrühlings. Schnee? Minusgrade? Egal! Leipzig ist im Messefieber. Und da, weiß ein kundiger Oberbürgermeister, helfen nur schwere Medikamente, am besten viel davon: „Bücher. Bücher. Bücher.“ Eines steht an diesem festlichen Abend im Mittelpunkt, Klaus-Michael Bogdals brillante Studie „Europa erfindet die Zigeuner“ wird mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet. „Bosheit ist wie Kohle, sie brennt und schwärzt“ – in einer performancehaften Verdichtung führt Laudator Feridun Zaimoglu die Nachtseite der ach so aufgeklärten Zivilisationshochburg Europa vor. Bogdal, der Literaturwissenschaftler, begreift die Auszeichnung auch als Ermutigung für ein Fach, dessen Bücher immer mehr in die Kata-

loge von Spezialsortimenten abgedrängt werden. Viele Schätze sind noch zu heben. Stellt man sich jetzt noch vor, dass sie auf engagierte Verleger und Buchhändler, auf viele neugierige Leser treffen – die Buchmesse könnte nicht hoffnungsvoller beginnen. Impulsgeber: Dass Buchhändler, Autoren und Verleger in diesen Tagen enger zusammenrücken, hat einen weiteren, brandaktuellen Grund. In einer kämpferischen Rede warnt Börsenvereins-Vorsteher Gottfried Honnefelder vor der Monopolisierung der Buchkultur durch große Online-Anbieter und stellt seine Vision des stationären Handels als „Weltmeister im Bestellservice, als Onlinehändler mit stationärer Kompetenz, als Fundgrube für jedes Buch“ dagegen. Dass es nicht gleichgültig ist, wo man kauft und verkauft, wusste schon Goethes Faust. Die Branchen-Kampagne

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„Vorsicht Buch!“ kommt zur rechten Zeit; in den Hallen sind Amazon und die „Buy local“Initiative allgegenwärtiger Gesprächsstoff. Und so sieht Leipzig schwarz-gelb, passend zum Look der bundesweiten Aktion, die, wie die Messe selbst, neue Leser fangen und den Buchhändler vor Ort stärken will. Nicht nur für die Kameras der Kultur-Magazine ist die Riesen-Buchinstallation, in der sich Promis wie Hellmuth Karasek oder Cordula Stratmann werbewirksam zwischen den Seiten verstrickten, ein begehrtes Motiv. Die Messe beweist Gespür für Schnee. Und bewährt sich, wieder einmal, als Impulsgeber für den Buchmarkt. Vorsicht Leben: „Den eigentlichen Preis habe ich schon erhalten“, sagt Jan Wagner – und meint damit jenes Spenderorgan, das ihm das Weiterleben ermöglichte. Sein Buch „Leben“, in dem er, gänzlich unpathetisch, die


> 1 Applaus und herzliche Umarmung: Jan Wagner freut sich über den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik > 2 Selbstbewusste Selfpublisher: Strahlende Gesichter bei den Gewinnern des erstmals vergebenen autoren@leipzig Awards > 3 Das Buch als Fesselungskünstler: Prominente wie Hellmuth Karasek lassen sich zum Start der bundesweiten Branchen-Kampagne werbewirksam zwischen den Seiten verstricken > 4 Engagierter Netzwerker: Martin Pollack kuratiert die zweite Ausgabe des tranzyt-Programms > 5 Zwei Freunde: Feridun Zaimoglu freut sich mit Klaus-Michael Bogdal über den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung > 6 Stars zum Anfassen: Auch Paul Maar kommt seinen jungen Lesern ganz nah

einer Lebertransplantation erzählt, gewinnt in der Kategorie Belletristik den Preis der Leipziger Buchmesse. Rumor und Debatte, das „Beben der Leser“, so Jury-Vorsitzender Hubert Winkels, will dieser einzigartige Preis anstoßen – dazu laden auch Eva Hesses Übertragung der „Cantos“ und Helmut Böttigers Geschichte der „Gruppe 47“ ein. Die Tagungen der legendären Runde sind wohl die Urszenen des heutigen literarischen Eventbetriebs, zu dem auch die Buchmesse gehört. Zum Glück triumphieren in Leipzig, bei allem Trubel, Autoren und Inhalte. Ob die Leipziger ihren ‚Gorbi’ vor der überfüllten Peterskirche mit „Wir sind das Volk“ begrüßen oder man zur mitternächtlichen Lyriksession in der HGB die sprichwörtliche Stecknadel fallen hört: Die Messe und „Leipzig liest“ präsentierten sich mit 2800 Veranstaltungen an 365 Orten so bunt und vielfältig wie das literarische Leben

selbst. Harte Zeiten für Nachtschwärmer. Glücklicherweise gibt es Leipziger wie Ekki Grundmann. Zum Messefrühstück des Aladin Verlags im „Maitre“ hat der Café-Chef Saft von sonnengereiften Muldental-Äpfeln auf Flaschen gezogen – ein Vitamin-Stoß, der am partygeschwächten Buchmessevolk wahre Wunder tut. Unterwegs nach Europa: Der Blick nach Osten – noch nie war er spannender als jetzt. Der Messe beschert er in schöner Regelmäßigkeit die interessantesten, überraschendsten Momente. Wer wüsste das besser als Martin Pollack und Alida Bremer, diese Hochleistungsathleten des geistigen Ost-West-Transfers? Das von Pollack kuratierte „tranzyt“-Programm mit Autoren aus Polen, der Ukraine und Belarus zog noch mehr Leser an als zur Premiere im Vorjahr. Das Schönste: Die literarische

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Graswurzelarbeit trägt Früchte: Autoren und Zeitschriften in den einzelnen Ländern vernetzen sich untereinander; die ersten Bücher, die unmittelbar aus dem 2012 gestarteten Projekt hervorgegangen sind, liegen in deutscher Übersetzung vor. Den Literaturen Südosteuropas bietet das von Alida Bremer und dem Kulturnetzwerk TRADUKI geschnürte Programm ein attraktives Forum. Der Balkan in Leipzig, das sind vier Tage und Nächte voller hitziger Debatten und emotionsgeladener Literatur. „Unser Pflänzchen“, sagt Pollack, „wächst und gedeiht.“ Vollkommene Lesemaschine: In der Kassenschlange der rappelvollen Messebuchhandlung möchte man es kaum glauben: Das gute alte Buch und „das Ding, das mit E anfängt“ (Hubert Winkels) beharken sich mal wieder. Die Zukunft des Gutenberg-Leitmediums ist


> 1 Hommage an einen großen Ungarn: Peter Esterhazy gehört zu den Stargästen der Messe > 2 Junge Wilde: An der Leseinsel junger Verlage begeistern die Enkel von Grass, Walser & Co. > 3 Wir sind das Volk: Die Leipziger bereiten Michail Gorbatschow einen begeisternden Empfang > 4 Wischen bis zum Abwinken: Die Tablets im Digitalen Familiencafé sind heiß begehrt

eines der großen Themen der Messe. Für Dave Eggers, den Bestseller-Autor und Verleger aus San Francisco, ist die Antwort klar: „Wir wollen schöne Dinge anfassen, aufbewahren, uns an sie erinnern, sie an unsere Kinder weitergeben.“ Sagt’s – und streichelt versonnen sein Beutestück von der Antiquariatsmesse: Ein Insel-Bändchen aus dem Verlag Anton Kippenbergs, gedruckt in Leipzig. Vor 50 Jahren wurden hier erstmals die „Schönsten Bücher aus aller Welt“ gekürt. Zum Jubiläum präsentiert die Stiftung Buchkunst nicht nur die kompletten Einreichungen des aktuellen Jahrgangs – 575 Bücher aus 32 Ländern, von Belarus bis Ungarn – sondern auch alle Preisträger der „Goldenen Letter“ seit 1963: Die „Schönsten der Schönen“ im Zeitraffer. Diesmal geht die höchste Auszeichnung an HansJörg Pochmann, einen HGB-Absolventen. „Fallen“ heißt sein Buch; der Text rotiert im

Satzspiegel um 180 Grad, man hält förmlich die Schwerkraft in Händen. Die digitale Konkurrenz, Leipzig zeigt es eindrucksvoll, lockt Gestalter aus der Reserve. Künftig wird noch mehr Kreativität und Sorgfalt nötig sein, um schöne und schönste Bücher herzustellen. Friedliche Koexistenz beider Welten – für den Moment keine so schlechte Idee. Autoren von morgen: Die digitale Revolution erweitert nicht nur der Kosmos der Leser, auch das Verhältnis zwischen Autoren und Verlagen ist dabei, sich radikal zu verändern. Vorbei die Zeiten, da Selbstverleger nur als erfolglose Hobbyautoren galten. 60.000 Exemplare hat Marah Woolf, die Gewinnerin des ersten autoren@leipzig Awards in der Sparte Belletristik, von ihrer Romantrilogie „MondSilberLicht“ verkauft. Der neue Preis und das Programm autoren@leipzig reagieren

nicht nur auf ein offenkundiges Publikumsbedürfnis – sie wollen die neuen Selfpublisher an klassische Verlage binden und ihre Arbeit professionalisieren. So freuen sich die Preisträger nicht nur über Bares, sondern ebenso über Lektoratsbetreuung und PR-Beratung. Bei der ersten Leipziger Autorenrunde diskutieren freie Texter, Blogger und Netz-Dichter über neue Geschäftsmodelle, Urheberrecht und die Tücken der Selbstvermarktung. Manche kennen sich bislang nur aus InternetForen; das Speed-Dating an zehn runden Tischen schafft persönliche Begegnungen. Paradies für Feinverlage: „Verglichen mit uns lebt ihr im Paradies“, hörte Stefan Weidle von einem russischen Kollegen, als er letzten Dezember für die Kurt-Wolff-Stiftung an einer Moskauer Tagung zur Situation unabhängiger Verlage teilnahm. Dass es ein Paradies auf

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> 1 Poetisiert euch: Kleine unabhängige Verlage sind die „Trüffelschweine“ der Branche – in Leipzig kommen sie ganz groß raus > 2 Lesezeit: Auch die Swiss Independent Publishers (SWIPS) sind Stammgäste auf der Messe > 3 Hier spielt die Musik: Leseförderung und musikpädagogische Basisarbeit gehen auf der Messe Hand in Hand > 4 Leipzig schwitzt: Für vier tolle Tage stehen alle im Bann der Bücher – auch in der Sauna Blue Moon wird gelesen > 5 Goldene Letter: Der Wettbewerb um die „Schönsten Bücher aus aller Welt“ feiert seinen 50. Geburtstag

Zeit sein könnte, macht er mit Verve in seiner Rede zur Kurt-Wolff-Preisverleihung im überfüllten „Berliner Zimmer“ deutlich. Auch Kulturstaatsminister Bernd Neumann zeigt klare Kante: Die Feier, in deren Mittelpunkt Wallstein und binooki stehen, gerät, deutlicher als je, zum Statement für den Erhalt einer vielfältigen Literatur- und Verlagsszene. Zur Messe präsentieren sich die Independents – sei es an phantasievoll gestalteten Ständen, an der dicht umlagerten „Leseinsel Junge Verlage“ oder während der traditionellen „UV-Lesung“ in der Schaubühne – einmal mehr als innovative Kraft der Bücherlandschaft. Beim „Independence Dinner“ im „Chinabrenner“ schweißt authentische Sichuan-Küche Medienleute und unabhängige Verleger aus Österreich, Deutschland und der Schweiz dann wie Klebereis zusammen. Auch hier werden, wie so oft in Leipzig, neue Allianzen und Projekte

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ausgetüftelt. Manchmal können Verleger echte Glückskekse sein. Lesen, staunen, mitmachen: Bewegt sich da was auf den Seiten? Selbstvergessen streichelt das kleine Mädchen im „Digitalen Familiencafé“ der Messe ihr Tablet. Die elektronischen Lesegeräte, auf denen ein Dutzend Verlage ihre Apps für Kids und Teens präsentierten, sind bis zum Akku-Leerstand im Dauereinsatz. Was zum AKJ-Symposion „Lesen auf Knopfdruck?“ oder im aktuellen Trendbericht Kinder- und Jugendbuch theoretisch dingfest gemacht wird, ist auf der Messe mit Händen zu greifen: Die Lesevorlieben des Nachwuchses ändern sich. In Leipzig wird jedoch nicht nur gewischt, bis die Platte glüht. Wie begehrt gedruckte Bücher sind, beweist die nicht enden wollende Schlange in der Kindermessebuchhandlung. Mit einer Pro-

duktpalette vom Papp-Bilderbuch bis zum digitalen Edutainment und mehr als 500 Veranstaltungen ist die Themenwelt „Kinder & Jugend“ ein Erlebnis für die ganze Familie. Wenn Kai Meyer oder Manga-Superstars aus Japan signieren, befinden sich „Leseinsel Fantasy“ und „Schwarzes Sofa“ im Ausnahmezustand. Lehrer und Erzieher, die in Kongressen und Workshops über Bildung und neue Wege der Leseförderung diskutieren, bleiben naturgemäß gelassener. Initiativen wie der „Leipziger Lesekompass“ oder die Auszeichnung „Schulbuch des Jahres“ blasen frischen Wind in deutsche Klassenzimmer. Die Messe leistet damit einen wichtigen Beitrag in der gesellschaftlichen Debatte um die Zukunft unserer Kinder. Bei der SchulbuchKür bekommen vier Lehrwerke die Eins mit Sternchen. Eine Note, die sich auch der Buchmessejahrgang 2013 verdient hat.

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„Liebesspiel der Leser mit ihren Helden“ Die Leipziger Buchmesse 2013 im Spiegel der Presse

Während die Branche weiter an der Nulllinie zittert, lässt die Leipziger Buchmesse zum Frühlingsauftakt die Hoffnungen sprießen. Sortimenter, die der Transformationsprozess im Buchkosmos frösteln lässt, konnten am umströmten Laufsteg der Novitäten an vier Tagen Optimismus tanken. Und Verlage die Gewissheit mitnehmen, dass Bücher und Autoren nach wie vor generationsübergreifend als Attraktoren wirken können. Buchreport Selten trifft die Eröffnung der Leipziger Buchmesse, die am Mittwochabend im Gewandhaus stattfand, so ins Herz der politischen Aktualität wie dieses Jahr. Gregor Dotzauer, Tagesspiegel Der türkischstämmige Schriftsteller Feridun Zaimoglu adaptierte in kühner Rollenprosa mit fast unheimlicher Suggestivität die entmenschlichende Sprache des Rassisten. Von der beklemmenden Wirkung der Rede befreite sich das Auditorium im Gewandhaus durch minutenlangen heftigen Applaus: eine denkwürdige Preisverleihung. Bettina Schulte, Badische Zeitung Leipzig, das ist eine Publikumsbuchmesse, wie sie das hektische Frankfurt nie sein wird – ein Liebesspiel der Leser mit ihren Helden, den fiktiven wie den schreibenden. Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung

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Die Stadt mit ihrem großen Lesefest und das Messegelände funktionieren seit Jahren gut als Schaufenster der Branche, in dem eine Performance die andere ablöst. Die wichtigste Währung der Leipziger Messe ist die physische Präsenz von Autoren, Verlegern, Buchhändlern, Funktionären, Kritikern, Lesern. Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung

Herausgeber Leipziger Messe GmbH Postfach 100720 04007 Leipzig www.leipziger-buchmesse.de

Mehr als 3000 „Likes“ auf Facebook, zwei TV-Auftritte in den Kulturmagazinen „Aspekte“ und „Titel, Thesen, Temperamente“ und ein breites Presse-Echo: Über mangelnde Resonanz kann sich die Buchmarketing-Kampagne nicht beklagen, die der Börsenverein zur Leipziger Buchmesse an die Startrampe geschoben hat. Börsenblatt

Die Welt ist bunt, manchmal ziemlich schräg, und an der Leipziger Buchmesse erhält man davon einen komprimierten Eindruck. Joachim Güntner, Neue Zürcher Zeitung

Kontrovers verlief die Podiumsdiskussion »Die vollkommene Lesemaschine – Über die Zukunft der Bücher« im Leipzig Congress Center. Dabei steckte die beste Lösung des Problems schon im Titel: „Bücher“ im Plural. Die Zukunft gehört beiden: dem E-Book und dem Buch aus Papier. Es war der US-amerikanische Autor Dave Eggers, der immer wieder mit Gelassenheit auf die Koexistenz beider Formen beharrte. Martin Hatzius, Neues Deutschland Online

Auf der aktuellen Bestsellerliste der „New York Times“ stehen sechs Bücher, bei denen Autoren- und Verlagsname übereinstimmen. […] Auch Wissenschaftler, die mit ihren Spezialthemen keinen Verlag finden, nutzen die neuen Chancen. Ein Nischenmarkt von SelfPublishern entwickelt sich zunehmend zu einem Phänomen. Die Leipziger Buchmesse trägt dem Rechnung und verleiht erstmals den Preis „autoren@leipzig Award“, der sich explizit an Selbstverleger richtet. Nina May, Hannoversche Allgemeine

Die Leipziger Buchmesse im Social Web www.facebook.com/leipzigerbuchmesse twitter.com/buchmesse www.leipziger-buchmesse.de/youtube

Projektteam Leipziger Buchmesse Direktor: Oliver Zille Redaktion: Swantje Hennig-Steuer Tel. +49(0)341 678-82 41 Tel. +49(0)341 678-65 54 Fax +49(0)341 678-82 42 s.hennig-steuer@leipziger-messe.de info@leipziger-buchmesse.de

Als im Pressezentrum der Anteil des E-Books am Gesamtumsatz der Branche vermeldet wurde, gab es Gelächter. Der Grund: Zwar hat sich der Anteil des lange als Gottseibeiuns der Gutenberggalaxis gefürchteten Elektrobuchs von 2011 auf 2012 abermals verdoppelt, indes nur von ein auf zwei Prozent. Es wird also weiter geblättert. Stefan Gmünder, Der Standard Die Lesenacht mit ihrer echten MassenBewegung von Literaturbegeisterten zeigt aber, dass der Kontakt mit den Text-Schöpfern nicht durch das Netz ersetzt werden kann. Nach fünf Stunden auf Klappstühlen merkt man, dass dies anstrengender ist, als mit dem Reader auf dem Sofa zu sitzen. Aber auch schöner. Jens Kassner; Leipziger Volkszeitung Eltern, Kinder und Teenager stürzten sich in Leipzig auf Bücher und Tablets, als gäbe es kein Morgen mehr. […] Vor allem in Halle 2 gehörte das Schlangestehen zum Messealltag. Stefan Hauck, Börsenblatt Wer sich von der Buchmesse aus in die Musikstadt begibt, kann in eine wunderbare Parallelwelt eintauchen. Auf der Messe gibt es die Stände der Musikverlage sowie den Salon „KlangQuartier“, ein Schaufenster der Leipziger Musikmuseen, in dem kleine Konzerte und Lesungen stattfinden. Doch am besten macht man sich ins Stadtzentrum auf, wo man zu Fuß der „Leipziger Notenspur“ folgen kann… Johan Schloemann, Süddeutsche Zeitung 168.000 Menschen wollten wissen, ob es das Buch immer noch gibt und ob es immer noch so wenig Features hat wie 2012. Hans Zippert, Die Welt

Leipziger Buchmesse 13.–16. März 2014 www.leipziger-buchmesse.de


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