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№ 16 · Sonntag, 21. April 2013

J u b i l äu m 2003 - 2013

SPEZIAL > Seite 9

Aktienfonds sind ein Muss, nur welche? Editorial

LIEBE LESER IN NEN U ND LESER, Gold scheint seinen Glanz verloren zu haben. Das legt zumindest der kräftige Kurssturz in den vergangenen beiden Wochen nahe. Die Talfahrt seit Oktober 2012 setzte sich damit sehr dynamisch fort. Der Einbruch wirft Fragen über die Gründe auf. Einige der gelieferten Antworten sind jedoch sehr abenteuerlich: die eventuellen Goldverkäufe der zyprischen Notenbank? Lachhaft! Das sind doch nur ein paar Krümel. Eine Entspannung in der Euro-Krise? Zum Totlachen! Zudem rührt der Einbruch nicht vom physischen Markt, sondern vom Terminmarkt her. Vielleicht musste hier der eine oder andere Spekulant größere Positionen auf den Markt werfen. Vielleicht gibt es dazu in

der nächsten Zeit Erkenntnisse. Letzten Endes wären sie jedoch egal. Denn im übergeordneten Bild stellt sich die grundsätzliche Frage, wer Interesse an einem schwachen Goldpreis haben könnte. Dies sind ganz klar die Verfechter des aktuellen Papiergeldsystems. Wer weiß? Vielleicht wird ja tatsächlich nachgeholfen, Gold zu diskreditieren. Es nun abzuschreiben ist jedoch nicht angebracht, schließlich scheint das Fiat-Money-Vehikel mit Karacho gegen die Wand zu fahren. Herzlichst Ihre Redaktion von BÖRSE am Sonntag


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Sonntag, 21. A pril 2013

AKTIEN & MÄRKTE Kolumne: Dr. Wolfram Weimer . . . . . . . . 2 Tops und Flops-, Zitat- und Zahl der Woche. . . . . . . . . . . . 3 Markt im Fokus: Goldminen – Übertriebener Ausverkauf. . . . . . . . . . . . . . 4 Märkte im Überblick: S&P 500, DAX, EURO STOXX 50 . . . . 5 Aktie der Woche: Danone . . . . . . . . . . . . 6 SPEZIAL Die besten Aktienfonds. . . . . . . . . . . . . . . . 9 Gastbeitrag: Cédric de Fonclare. . . . . . . 12 UNTERNEHMEN Unternehmen der Woche: Steag . . . . . . . . . 13 News: Ekotechnika, Yahoo, German Pellets, SAP. . . . . . . . . . . . . . . . 14 FONDS Fonds der Woche: HSBC Turkey. . . . . . .15 Fonds-News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 ZERTIFIKATE Zertifikate-Idee: BASF-Discount-Zertifikat . . . . . . . . . . . . 17 Zertifikate-News. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 Rohstoffe Rohstoff der Woche: Gold . . . . . . . . . . . . 19 Rohstoffanalysen: Kakao, Zinn, Silber, WTI . . . . . . . . . . . . 20 Lebensart Refugium der Woche: The Peninsula New York . . . . . . . . . . . . . . 22 Impressum/Disclaimer . . . . . . . . . . . . . . 23

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Das Modell Zypern Der Bundestag hat Ursachen dieser Krise sind kein bisschen die Zypernhilfe be- beseitigt. Diese liegen nämlich nicht – wie schlossen und alle Europas Linke in einem ideologischen SünPolitiker mühen sich, denbockreflex Glauben machen will – in eidie Pleite des Insel- nem entfesselten Bankenkapitalismus oder staates als Sonderfall in der Gier einzelner Manager. Die Krise Dr. Wolfram Weimer kleinzureden. Richtig hat zwei größere Ursachen: die mangelnde Verleger ist: Zyperns Bankrott Wettbewerbsfähigkeit und die hohe Verwird Europa nicht schuldung vieler Staaten Europas. An dieser umhauen. Falsch aber ist der Eindruck, Eu- fundamentalen, bitteren Wahrheit hat sich in ropas Schuldenkrise sei überwunden. den vergangenen zwei Jahren nichts geändert. Das Infektionsrisiko liegt diesmal nicht Die Hoffnung, das Schlimmste sei vordarin, dass Europas Finanzmärkte sich in bei, nur weil sich die Lage an den Finanzeinen neuen Crash hinein paniken. Dazu märkten entspannt hat, ist trügerisch und ist Zypern nun wirklich zu klein. Die An- sogar problematisch. Denn das senkt den steckungsgefahr ist aber mentaler Art. Seit Handlungsdruck auf die Politik, die beiden dieser Woche wissen alle Europäer, wie die Grundsatzprobleme endlich entschieden aufSchuldenkrise auch für sie enden könnte – in zuarbeiten. Stattdessen neigt die politische einer handstreichartigen Enteignung ihrer Stimmung eher der Illusion zu, man müsse Geldvermögen. Die Europäische Kommis- weder sparen noch sich Wettbewerbsposision hat dies jetzt noch einmal ausdrücklich tion zurückerobern. Solange die Notenbank betont: Bankeinlagen sind nicht sicher und das Schuldenkarussell am Laufen halte, sei werden im Notfall zur Sanierung einbehal- Merkels Reformkurs der falsche Weg. ten. Dieses Fanal wird das Anlageverhalten Vor allem Frankreich und Italien geben hier in Europa tief greifend verändern. Das Miss- Anlass zur Sorge. Frankreich verliert rapide trauen in Banken, ins Geld und in Regierun- Weltmarktanteile, versinkt in neuen Schulden gen und ihre Garantien steigt weiter. Denn und betreibt eine Politik der Sozialillusionen. nun ahnt jeder: Der Schuldensozialismus ist Italien hat sich politisch blockiert, der Schuldie Vorstufe zur Enteignung. denberg ist erdrückend und die Wirtschaft Die Beschwichtigungsreden der Politik lahmt. Da Italien und Frankreich absolute können also nicht verhindern, dass die Sor- Herzstücke der Euro-Union sind, können gen über die Schuldenkrise wieder wachsen, ihre Probleme – anders als im Falle Zyperns dass die hochriskante Politik des leichten – das ganze europäische Haus in Flammen setGeldes und der massiven Politisierung un- zen. Die Zentralbanker haben – ein Sündenserer Notenbank irgendwann im Pay Day fall erster Güte – Italien bereits Staatsanleihen zu enden droht. im Wert von mehr als 100 Mrd. Euro abgeIn Wahrheit macht die Schuldenkrise nur nommen. Da sind die 10 Mrd. für Zypern eine Atempause. Denn die eigentlichen wirklich nur so etwas wie Kleingeld.


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Tops und Flops der Woche

tops Citigroup: Prognosen überboten Im ersten Quartal steigerte Citigroup (WKN: A1H92V) den Gewinn von 2,93 auf 3,81 Mrd. US-Dollar beziehungsweise von 0,95 auf 1,23 US-Dollar je Aktie. Vor Sonderposten übertraf der Gewinn mit 1,29 US-Dollar (1. Quartal 2012: 1,11 US-Dollar) je Aktie die Prognose von 1,17 US-Dollar. Der Gewinn aus fortgeführter Geschäftstätigkeit stieg von 3,06 auf 3,96 Mrd. US-Dollar. Im Vergleich zur Vorjahresperiode erhöhte die New Yorker Großbank ihren Umsatz von 19,41 auf 20,49 Mrd. US-Dollar. Experten hatten 20,2 Mrd. US-Dollar Umsatz erwartet. Sprint Nextel: Übernahmeangebot Der im US-Bundesstaat Colorado ansässige Satelliten-TV-Anbieter Dish Networks (WKN: A0NBN0) will die US-Mobilfunkgesellschaft Sprint Nextel (WKN: 857165) für 25,5 Mrd. US-Dollar übernehmen. Je Aktie werden 4,76 US-Dollar bar sowie 0,05953 eigene Anteile geboten – dies entspricht insgesamt 7 US-Dollar je Sprint-Aktie. Vor Abgabe der Offerte notierte Sprint Nextel mit 6,22 US-Dollar, Dish mit 37,63 US-Dollar. Im vergangenen Oktober hatte Sprint allerdings zugestimmt, 70% des Unternehmens für 20 Mrd. US-Dollar an die japanische Softbank zu verkaufen. Goldman Sachs: Quartalsüberschuss erhöht Von Januar bis Ende März steigerte die US-Investmentbank Goldman Sachs (WKN: 920332) den Gewinn von 2,11 auf 2,26 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn je Aktie legte auch dank einer gesunkenen Aktienzahl von 3,92 auf 4,29 US-Dollar zu. Vor Steuern zog der Gewinn von 3,18 auf 3,37 Mrd. US-Dollar an. Der Umsatz kletterte von 9,95 auf 10,09 Mrd. US-Dollar. Marktbeobachter hatten 9,7 Mrd. US-Dollar Umsatz sowie 3,90 US-Dollar Gewinn je Aktie prognostiziert. Im Investmentbanking kletterte der Umsatz von 1,15 auf 1,57 Mrd. US-Dollar.

Flops Coca-Cola: Umsatz und Gewinn gesunken Der von Coca-Cola (WKN: 850663) im Anfangsquartal erzielte Überschuss schrumpfte von 2,07 auf 1,77 Mrd. US-Dollar – der Umbau des Nordamerika-Geschäftes belastete. Je Aktie fiel der Gewinn von 0,45 auf 0,39 US-Dollar. Vor Sonderposten stieg der Gewinn von 0,44 auf 0,46 US-Dollar je Aktie. Der operative Gewinn sank von 2,51 auf 2,41 Mrd. US-Dollar. Im Vergleich zur Vorjahresperiode ging der Umsatz von 11,14 auf 11,04 Mrd. US-Dollar zurück. Analysten hatten mit 10,97 Mrd. US-Dollar Umsatz und 0,45 US-Dollar Gewinn je Aktie vor Sonderposten gerechnet. Intel: Smartphone & Co. belasten Der Trend zu Tablet-Computern und Smartphones macht Intel (WKN: 855681) das Leben schwer: Im ersten Quartal brach der Gewinn von 2,74 auf 2,04 Mrd. US-Dollar ein. Je Aktie fiel der Gewinn wie erwartet von 0,53 auf 0,40 US-Dollar. Der Umsatz schrumpfte von 12,91 auf 12,58 Mrd. US-Dollar. Prognose: 12,6 Mrd. US-Dollar. Gleichzeitig erhöhten sich die Herstellungskosten von 4,64 auf 5,51 Mrd. US-Dollar. Im laufenden Quartal will der ChipProduzent 12,9 Mrd. US-Dollar +/–500 Mio. US-Dollar umsetzen. Experten erwarten bisher 12,86 Mrd. US-Dollar Umsatz. Stratec: Dividende schrumpft Gestiegene Kosten ließen den Gewinn des Laborausrüsters Stratec Biomedical (WKN: 728900) im vergangenen Jahr von 15,3 auf 14,0 Mio. Euro schrumpfen. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank von 21,8 auf 17,6 Mio. Euro. Der Umsatz stieg von 116,6 auf 122,4 Mio. Euro. Stärker als der Umsatz erhöhten sich die Herstellungskosten – von 76,2 auf 82,9 Mio. Euro. Aktionäre sollen an der Gewinnentwicklung mit einer von 0,55 auf 0,50 Euro reduzierten Dividende beteiligt werden. Für 2013 prognostiziert Stratec eine höhere EBIT-Marge. 2012 war diese von 18,7% auf 14,4% gesunken. 03

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Zitat der Woche

„Die Hähne krähen, aber die Hennen legen die Eier“ Der legendäre Spruch von Maggie Thatcher zur Tatkraft von Männern und Frauen ist in dieser Woche ihrer Beerdigung häufig zitiert worden. Vor allem im Umfeld von Angela Merkel wurde das Zitat zum Spruch der Woche. Zahl der Woche

426.000.000.000 Euro. Um diesen Wert sind die Goldreserven der Zentralbanken binnen weniger Tage geschmälert worden. Der Crash am Goldmarkt hat den Gesamtwert der gehaltenen Reserven auf 1,4 Billionen Dollar zusammen schrumpfen lassen.

TERMINE DER WOCHE 22.04. 11:00 EU Öffentliche Defizite und Verschuldung 2012 (1. Meldung) 23.04. 03:45 China Einkaufsmanagerindex verarb. Gew. (HSBC) (1. Veröff.) April 23.04. 10:00 EU Einkaufsmanager­ indizes (1. Veröffent­ lichung) April 23.04. 15:00 USA FHFA-Hauspreisindex Februar 24.04. 10:00 DE ifo Geschäfts­ klimaindex April 24.04. 14:30 USA Auftragseingänge langlebige Güter März 26.04. 14:30 USA BIP Q1/ (erste Schätzung)


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Markt im Fokus

Goldminen:

Übertriebener Ausverkauf Die Talfahrt des Goldpreises in den vergangenen Monaten hat auch die Aktien der Produzenten unter Druck gebracht. Wie üblich vollziehen sie die Bewegungen stärker nach. Zuletzt fand daher ein noch größerer Ausverkauf statt als beim Edelmetall selbst. Dabei sieht es nach einer Übertreibung aus. Bewegt sich der Goldpreis, dann bewegen sich auch die Kurse von Goldminenaktien. Das meist überproportional, einerlei ob ab- oder aufwärts. Deutlich wird dies

NYSE Arca Gold BUGS

Indizes Index Dow Jones S&P 500 NASDAQ DAX MDAX TecDAX SDAX EUROSTX 50 Nikkei 225 Hang Seng

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auch bei der jüngsten Talfahrt des Edelmetalls. Es fiel seit dem Zwischenhoch im Oktober 2012 um mehr als 26%. Allein in den vergangenen beiden Wochen

Stand: 19.04.2013 (11:30 Uhr)

Stand: Freitag nach Börsenschluss

19.04.2013 % Vorwoche 52weekHigh % 52week 14547,51 -2,14% 14887,51 +11,62% 1555,25 -2,12% 1597,35 +12,28% 3206,06 -2,70% 3306,95 +5,76% 7459,96 -3,68% 8074,47 +10,81% 13019,09 -2,17% 13586,28 +22,11% 906,69 -2,43% 949,07 +15,79% 5625,74 -3,21% 6075,07 +10,65% 2575,16 -2,21% 2754,80 +10,62% 13316,48 -1,25% 13568,25 +37,75% 22013,57 -0,34% 23944,74 +5,93%

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rauschte der Preis in der Spitze um fast 17% in den Keller. Dazu der Vergleich mit dem Branchenindex NYSE Arca Gold BUGS, in dem 16 Aktien weltweiter Goldproduzenten zusammengefasst sind, die in den zurückliegenden 18 Monaten ihr Gold nicht auf Termin verkauft haben. Er brach seit seinem letzten Zwischenhoch von September 2012 um mehr als 50% ein. In den vergangenen beiden Wochen tauchte er um fast 22% ab. Er fiel damit auf ein Niveau zurück wie seit März 2009 nicht mehr. Seinerzeit lag der Preis für eine Feinunze Gold in der Region von 900 US-Dollar und damit deutlich unter dem heutigen Niveau. Allein von dieser Warte aus scheint der Ausverkauf bei den Goldminenaktien reichlich übertrieben. Die Talfahrt ist aber nach wie vor im Gange und von großer Dynamik geprägt. Zur Vorwoche riss der Kurs dabei sogar eine Lücke. Ein Zeichen für großen Verkaufsdruck. Die sinkende Tendenz könnte sich daher noch fortsetzen. Allerdings könnte die Lücke auch ein sogenanntes Erschöpfungs-Gap sein, das kurz vor dem Ende eines starken Trends auftritt. Dafür sprechen die stark überverkauften Indikatoren. Vielleicht gibt es daher bald zumindest eine Stabilisierung, vielleicht sogar eine größere Gegenbewegung. Interessant wird es, sollte auch die Lücke geschlossen und nachhaltig übersprungen werden. Dies könnte sogar sehr spekulative Käufe rechtfertigen.


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Märkte im Überblick

usa

Deutschland

Schwache Woche

Europa

Korrektur fortgesetzt

Und zack!

Die Börsenwoche am US-Aktienmarkt war geprägt von fallenden Kursen. Sie begann gleich mit deutlichen Verlusten. Schlecht aufgenommene Wirtschaftsdaten aus China, aber auch ernüchternde Fakten aus den USA drückten offenbar auf die Stimmung. So war der NY Empire Manufacturing Index für April noch deutlicher eingebrochen als ohnehin schon erwartet. Darüber hinaus war der NAHB-Hausmarktindex abermals und damit bereits das dritte Mal in Folge gesunken, sodass die Erholung am US-Immobilienmarkt weiter ins Stocken gerät. Nach dem schwachen Wochenstart folgte am Dienstag eine schnelle Gegenbewegung und die Bullen meldeten sich zurück. Für Kauflaune sorgten wohl die Daten zu den Baubeginnen im März, die über den Erwartungen lagen. Allerdings übernahmen am Mittwoch die Bären gleich wieder das Ruder. Offenbar können auch die Quartalszahlen nicht die Kauflaune heben. Zwar gibt es neben durchwachsenen Resultaten auch viele Ergebnisse, die die Prognosen übertreffen, allerdings sind die Firmenerwartungen oft so niedrig, dass man trotz eines augenscheinlich besseren Abschneidens nicht punkten kann. Auch der neuste Konjunkturbericht (Beige Book) der US-Notenbank, der etwas positiver ausfiel als im März, half nicht. Am Freitag erholten sich die US-Indizes dann etwas, sie verbuchten dennoch so große Verluste zur Vorwoche wie seit November 2012 nicht mehr.

Mit einem Wisch ist alles weg! Nach der kleinen Erholung in der Woche zuvor folgten am deutschen Aktienmarkt jüngst deutliche Verluste. Er bleibt damit im Korrekturmodus. Beim DAX war der Anstieg in der Vorwoche aus charttechnischer Sicht daher tatsächlich nur ein Pullback an den gebrochenen Aufwärtstrend seit Juni 2012. Mit den jüngsten Abgaben wurden nun die Unterstützungen bei 7.600 und 7.479 Zählern sowie die kurz darunter verlaufende 200-Tage-Linie getestet. Die beiden Erstgenannten wurden verletzt. Letzterer hielt erst einmal stand. Der Kurs liegt aber nur knapp darüber. Das Bild bleibt daher angeschlagen und tendenziell bearish. Was nun? Vielleicht gelingt im Bereich des besagten Haltezonenbündels zumindest eine Stabilisierung. Einen kleinen Strohhalm könnte dabei der Money-Flow-Indikator liefern, bei dem eine bullishe Divergenz auszumachen ist. Allerdings ist eine Fortsetzung der Korrektur nicht ausgeschlossen. Daher ist auch ein Test der langfristigen Aufwärtstrendlinie seit September 2011 noch nicht vom Tisch, die aktuell bei etwa 7.080 Zählern verläuft. In Sachen Konjunktur sehen indes die führenden Wirtschaftsforscher Deutschland auf Erholungskurs. In ihrem Frühjahrsgutachten korrigierten sie zwar die Wachstumsprognose 2013 von 1% auf 0,8%. Sie gehen aber für 2014 nach wie vor von einem Aufschwung von 1,9% aus.

Sind es tatsächlich neue Konjunktursorgen, die jüngst für eine fortgesetzte Korrektur an den europäischen Aktienmärkten sorgten? Oder realisieren die Investoren nun lediglich mehr und mehr, dass sich die trüben Aussichten bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung nicht mit den hohen Aktienkursen in Einklang bringen lassen? Wie dem auch sei: Viele Indizes gaben deutlich nach. Der EURO STOXX 50 verlor um 2,2%. Er hatte im Wochenverlauf seine 200-TageLinie unterschritten, hielt sich letztlich aber knapp darüber. Ein nachhaltiger Bruch bleibt denkbar und könnte weitere Investoren veranlassen, Kasse zu machen. Innerhalb der europäischen Indizes jüngst am stärksten unter Druck war indes der NASDAQ OMX Helsinki mit –5,3%. Hierzu hat unter anderem die Schwäche von Nokia beigetragen. Der angeschlagene Handyhersteller konnte mit seinen jüngst vorgelegten Zahlen zum ersten Quartal nicht überzeugen. Bezüglich der Konjunktur warnte der Internationale Währungsfonds (IWF) in seinem neuen Weltwirtschaftsausblick davor, dass Europa Gefahr läuft, vom Rest der Weltwirtschaft abgehängt zu werden. Weil der IWF in einigen Krisenländern (z. B. Italien und Spanien) nun 2013 etwas größere Konjunkturrückgänge erwartet und auch für Frankreich jetzt von einem Abschwung von 0,1% ausgeht, wurden die Erwartungen für die gesamte Eurozone von –0,1% auf –0,3% gesenkt.

S&P 500

DAX

EURO STOXX 50

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Stand: 19.04.2013

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Danone: Babys und Schwellenländer als treibende Kraft

Beim französischen Lebensmittel- und Wasserkonzern lief es umsatzmäßig im ersten Quartal 2013 nicht schlecht. Insbesondere die Schwellenländer glänzten mit kräftigem Wachstum. Die Investoren zeigten sich zufrieden, wie die positive Kursreaktion impliziert. Sie honorierten damit wohl außerdem die Strategie des Konzerns, sich zunehmend unabhängig vom derzeit kriselnden Europa zu machen. Fruchtzwerge, Actimel oder Volvic: Wahrscheinlich kennt hierzulande jeder mindestens eine dieser Marken des französischen Konzerns. Sie sind jedoch nur eine Auswahl aus dem von internatiDie Umsatzentwicklung im onal und regional starersten Quartal überzeugt ken Marken geprägten und scheint die Sinnhaftig­ Sortiment, mit dem keit der Konzernstrategie zu Danone weltweit aktiv unterfüttern. ist. In den vergangenen Jahren wurde dabei insbesondere die Stellung außerhalb Europas ausgebaut. Wurden 2007 noch etwa 59% der Einnahmen auf dem alten Kontinent (ohne Russland) erzielt, waren es im vergangenen Geschäftsjahr 40%. Naturgemäß hat sich der Anteil der in den übrigen Ländern erzielten Umsätze von 41% auf 60% erhöht. Dazu beigetragen haben Akquisitionen und Joint Ventures. Die Franzosen setzten dabei vor allem auf die Expansion in wenig gesättigte Wachstumsmärkte. Dazu gehören Schwellenländer wie 06

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China, Brasilien, Indien und Indonesien, aber auch Russland und selbst Nordamerika. Diese Internationalisierungsstrategie zahlt sich nun aus. Während es in Europa angesichts der dortigen konjunkturellen Schwäche nicht richtig rund läuft, kann Danone in den Wachstumsmärkten punkten, wie die Umsatzentwicklung im ersten Quartal verdeutlicht. Außerhalb Europa läuft es glänzend Die Erlöse stiegen um 4,3% auf 5,34 Mrd. Euro. Auf vergleichbarer Basis, also bereinigt um Währungs- und Übernahmeeffekte, waren es Danone

Stand: 19.04.2013


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sogar +5,6%. Dieses organische Wachstum ist überzeugend. Einen besonders großen Anteil daran hatte die Absatzregion ALMA (Asien/Pazifik, Lateinamerika, Mittlerer Osten, Afrika), in denen mit 2,17 Mrd. Euro ganze 16,6% mehr umgesetzt wurden. Sie war damit die umsatzstärkste und übertraf die Erlöse in Europa, die um 5,1% auf 2,01 Mrd. Euro gesunken waren. Eine deutliche Steigerung von 8,5% auf 1,16 Mrd. Euro gab es indes auch im dritten Verkaufsgebiet, in dem Nordamerika, Russland sowie die anderen Nachfolgestaaten der früheren Sowjetunion zusammengefasst sind. Angesichts der vorgelegten Umsatzzahlen sprach Konzernchef Franck Riboud von einer soliden Performance, hob jedoch hervor, dass die Entwicklung einmal mehr eindrucksvoll die Unterschiede zwischen dem starken Wachstum in den Schwellenländern und der Stagnation in Europa zeige. Der Schwäche in Europa wird mit Kostensenkungen begegnet. Dadurch sollen die jährlichen Ausgaben bis Ende 2014 um 200 Mio. Euro sinken. Sparen will man vor allem bei den Führungskräften und in der Verwaltung. Darüber hinaus bleibt der Konzern bei seiner Strategie, sich noch unabhängiger von den derzeit tief in der Krise steckenden südeuropäischen Ländern zu machen. Er setzt dabei weiterhin vor allem auf die asiatischen Schwellenländer und andere Wachstumsregionen. Vier Segmente Die regionale Expansion ist jedoch nur ein Bestandteil der Strategie, die dem Konzern nun zugutekommt. Ein weiterer ist die Veränderung im Produktportfolio. Nach einer jahrelangen Restrukturierung, in denen sich Danone von Randgeschäften (Bier, Pasta, Soßen) trennte und 2007 die Gebäcksparte verkaufte, konzentriert er sich seither auf die vier Segmente Milchprodukte, Wasser, Babynahrung und medizinische Kost (Medical Nutrition). Die beiden zuletzt genannten wurden 2007 durch den Kauf von Numico signifikant ausgebaut und seither weiter ergänzt. 07

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Haupteinnahmequelle ist aber nach wie vor das Geschäft mit Milch- und Milchprodukten. 2012 steuerte es 56% zum Konzernumsatz bei. Zu den bekanntesten Produkten gehören Actimel, Activia, Dany, Fruchtzwerge,

Gervais und Obstgarten. Danone verkauft dabei so viel Joghurt wie kein anderer weltweit. Stark positioniert ist man zudem im Wassergeschäft (Evian, Volvic, Aqua, Bonafont, Font Vella u. a.) und bei der Babynahrung (z. B.

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Milupa, Aptamil, Dumex, Gallia, Mellin, Nutricia). Mit Wasser wurden 2012 rund 18% und mit Babynahrung rund 20% der Erlöse erwirtschaftet. Auf das Segment Medical Nutrition, das Sonder- und Ergänzungsnahrung (z. B. FortiCare, Fortisip, Nutricia) für bestimmte Krankheiten oder zur Ernährung älterer Menschen anbietet, entfielen 6%. Babynahrung als Wachstumstreiber Die veränderte Produktstrategie zahlte sich im ersten Quartal 2013 ebenfalls aus. Während der Umsatz im Kerngeschäft mit Milchprodukten um 0,3% auf 2,95 Mrd. Euro sank und es auch organisch nur ein mageres Plus von 0,7% gab, überzeugten die drei anderen Segmente. Dabei sticht das Geschäft mit Babynahrung heraus, in dem es ein sehr beachtliches Umsatzplus von 16,1% (organisch: 17,1%) auf 1,18 Mrd. Euro gab. In der Sparte Wasser stiegen die Erlöse um 5,5% (organisch: 8,6%) auf 887 Mio. Euro. Das kleinste Konzernsegment Medical Nutrition verzeichnete einen Anstieg von 6,4% (organisch: 6,3%) auf 322 Mio. Euro. Ziele bekräftigt Insgesamt betrachtet ist die Geschäftsentwicklung im ersten Quartal 2013 damit sehr überzeugend, auch wenn wie üblich keine Ertragskennzahlen vorliegen. Angaben zu

Danone ISIN: FR0000120644 WKN: 851194 Kurs 19.04.13: 56,61 EUR 52-Wochen-Hoch: 56,75 EUR 52-Wochen-Tief: 45,61 EUR Empf. Stop-Loss: 50,50 EUR Unser Anlageurteil: langfristiger Kauf

den Gewinnen gibt es nur für das Halb- respektive Gesamtjahr. Für Letzteres bekräftigte Danone die Prognosen. Der organische Umsatz soll weiterhin um mindestens 5% zulegen. Damit dürfte das Wachstum 2013 in etwa so ausfallen wie im Vorjahr mit 5,4% auf 20,87 Mrd. Euro. Zudem erwartet der Vorstand eine weiter sinkende operative Marge. Sie war 2012 organisch um 0,5 Prozentpunkte auf 14,18% gefallen. Für 2013 wird ein Rückgang von 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte erwartet. Dies geht zum Teil auf hohe Rohstoffkosten sowie die einmaligen Ausgaben für das Sparprogramm zurück. Die Maßnahmen zur Kostensenkung verliefen dabei nach Plan, wie der Vorstand betonte. Er hatte schon vor längerer Zeit 2013 als Übergangsjahr definiert. Neben den Einsparungen in Europa will er dort das Sortiment besser an die sich geänderten Anforderungen der Kundschaft anpassen. Im Rest der Welt setzt er indes weiterhin auf die Expansion der Produktkategorien sowie die Stärkung der regionalen Präsenz. Mit den geplanten Maßnahmen will Danone die Basis legen, um im nächsten Jahr wieder auf einen deutlich stärkeren profitablen Wachstumskurs zurückzukehren.

Fazit Der französische Konzern hat die Zeichen der Zeit rechtzeitig erkannt. Er expandierte in den vergangenen Jahren außerhalb Europas und setzte dabei neben dem Geschäft mit Milchprodukten auch auf Babynahrung, Wasser und medizinische Kost. Die Strategie scheint aufzugehen und sollte für weiterhin profitables Wachstum sorgen. Die Aktie könnte daher als langfristiges Investment infrage kommen.

Stand: 19.04.2013 (9.30 Uhr)

Derivate auf Danone WKN VT3A34 DZ55KK BP7H29

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Typ Hebel-Zert. (Long) Hebel-Zert. (Long) Hebel-Zert. (Short)

Basispreis 43,361 Euro 42,544 Euro 69,59 Euro

Knock-out 45,433 Euro 44,694 Euro 66,11 Euro

Laufzeit Hebel open end 4,19 open end 4,07 open end 4,26

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Die internationalen Aktienmärkte profitieren immer stärker von der Geldschwemme der Notenbanken. Die Deutschen favorisieren vor allem heimische Werte. In den letzten drei Jahren sind sie damit gut gefahren. Doch die aktuellen Champions stehen selten auch morgen noch auf dem Siegertreppchen. Die bei hiesigen Anlegern besonders beliebten Fonds mit Schwerpunkt auf deutsche Aktien ließen in den letzten drei Jahren alle anderen Fondsklassen weit hinter sich. Laut Bundesverband Investment und Asset Management betrug die Wertentwicklung der Aktienfonds Deutschland in diesem Zeitraum im Schnitt 35,3%. Zum Vergleich: Aktienfonds mit Schwerpunkt Emerging Markets schafften im gleichen Zeitraum lediglich ein Plus von 7,4%. Selbst die boomenden Anleihemärkte verhalfen den Emerging-Markets-Rentenfonds nur zu einem Zuwachs von 25,9%. Kein Wunder also, dass die Anleger ihr Geld im vergangenen Jahr vor allem in Aktienfonds steckten. Zahl der Aktionäre sinkt Trotz dieser erfreulichen Entwicklung ging die Zahl der Aktionäre in der zweiten Jahreshälfte 2012 signifikant zurück: „Insgesamt waren 8,8 Mio. Anleger direkt oder indirekt in Aktien investiert. Dies entspricht 13,7% der Bevölkerung. Nach einem starken Anstieg um 1,5 Mio. Anleger im ersten Halbjahr bedeutet dies einen Rückgang um 1,3 Mio. im weiteren Jahresverlauf “, teilte das Deutsche Aktieninstitut (DAI) Ende Februar mit. Den Grund für den Rückgang 09

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sieht das DAI vor allem in einer Beruhigung der Lage: „Die öffentliche Diskussion um die Sicherheit des Euro hat sich zwischenzeitlich stark beruhigt und Inflationstendenzen haben sich bislang auch nicht eingestellt. Die Anleger haben sich scheinbar an die Dauerkrise gewöhnt, sodass das Angstmotiv für die Aktienanlage entfallen ist.“ Dies ist umso erstaunlicher, als sich der Anlagenotstand weiter verschärft hat. Deutsche Staatsanleihen, Sparbuch, Festgeld & Co. bieten kaum noch eine Verzinsung des eingesetzten Kapitals – geschweige denn einen Inflationsausgleich. Dividendenregen winkt Insofern mag die Zahl der Deutschen, die ihr Geld in börsennotierte Unternehmen stecken, sinken – das große Geld fließt jedoch weiter in Aktien: Dow Jones


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Aktienfonds sind alternativlos Insgesamt könnten sich die Ausschüttungen im laufenden Jahr auf rund 27,6 Mrd. Euro belaufen, wie aus einer kürzlich veröffentlichten Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young hervorgeht. Damit würde nicht nur der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2008 (27,3 Mrd. Euro) knapp übertroffen, sondern auch die durchschnittliche, erwartete Dividendenrendite im DAX auf stolze 3,8% steigen. Die Entscheidung für oder gegen Aktienfonds wird dem Sparer also abgenommen: Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen liegt aktuell bei 1,35%, Sparkonten bringen im Schnitt nur noch 0,4% und beim Tagesgeld sind maximal 1,85% drin. Trotz einer zuletzt rückläufigen Preissteigerungsrate bleibt das Problem des Kaufkraftverlustes somit unvermindert bestehen. +50% mit deutschen Aktien Angesichts dieser Umstände sind Aktienfonds in den kommenden Jahren für alle, die ein Vermögen auf bauen oder für das 10

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Alter vorsorgen müssen, ein „Must-have“. Allein die Höhe des Aktienanteils im Anlagemix und die geografische Ausrichtung sollten der individuellen Situation angepasst sein. Schwierig wird es hingegen bei der Auswahl der einzelnen Aktienfonds. Die Tabellen mit den jeweils besten Fonds des zurückliegenden Jahres erfreuen Im weltweiten Vergleich sich stets großer Beliebtheit. Daher wollen schnitten Aktienfonds mit Fokus wir Ihnen diese Aufstellung für 2012 nicht Türkei, Thailand und Österreich vorenthalten. In der Kategorie Aktienfonds besonders gut ab. Deutschland liegt der DWS Deutschland (WKN: 849096) mit einer Wertentwicklung von 36,9% auf dem dritten Platz. Rang 2 geht mit einer Performance von 37% an den Deutschland-INVEST (WKN: 847928) von der LBB-Invest. Die Spitzenposition hat sich der HAIG MB S Plus B (WKN: HAFX2B) von Hauck & Aufhäuser mit sagenhaften 50,8% verdient (Quelle: fundresearch.de; Finanzen Fundanalyzer). Die Performance-Weltmeister Im weltweiten Vergleich schnitten Aktienfonds mit Fokus Türkei (+60%), Thailand (+36,6%) und Österreich (+28,8%) besonders gut ab. Die Rekordjagd am Bosporus sorgte auch dafür, dass die Performance-Rankings für 2012 von entsprechenden Produkten dominiert werden: Der GIF Turkey Equity (WKN: A0D9FL) von HSBC liegt hier mit 72,19% unangefochten auf Platz 1. Dahinter rangiert der

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Von einer unerhörten Begebenheit

B E C K E N B AU E R FOR PRESIDENT Der Fußballkaiser kandidiert für das Amt des Bundespräsidenten – und zwingt die Kanzlerin in ein spektakuläres Abenteuer. Wolfram Weimer, einer der profiliertesten Journalisten des Landes, entlarvt in seiner Realsatire den Berliner Politikbetrieb auf unterhaltsame Weise.

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und S&P 500 kletterten zuletzt jeweils auf neue Rekordstände. Dem DAX fehlen dazu gerade einmal ein paar Prozent und der japanische Nikkei 225 notiert auch immerhin so hoch wie seit viereinhalb Jahren nicht mehr. „Es ist allein das billige Geld, das die Kurse rund um den Globus derzeit antreibt”, so Peter Cardillo von Rockwell Global Capital. Weil ein Ende der Liquiditätsschwemme nicht in Sicht ist – sowohl die Fed als auch die Europäische Zentralbank (EZB) erklärten jüngst, die lockere Geldpolitik fortsetzen zu wollen – dürfte sich daran so schnell nichts ändern. Die Zurückhaltung kommt die hiesigen Anleger jedoch teuer zu stehen. Denn wer keine Aktien oder Aktienfonds hält, an dem gehen Börsenboom und Dividendensegen gänzlich vorbei.


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Die besten Aktienfonds

DWS Türkei (WKN: A0DPW3) mit 69,08%. Auf dem dritten Platz folgt der KBC Equity Fund Turkey (WKN: A0MRMD) mit einem Plus von 66,96% (Quelle: fundresearch.de; Finanzen Fundanalyzer). Ein weiterer Top-Performer des Jahres 2012 war mit +30% der Allianz Thailand Equity IT (WKN: A0Q1MC). Das Fondsmanagement gibt auch im laufenden Jahr weiter Gas und kann für die letzten zwölf Monate mittlerweile eine Wertentwicklung von mehr als +55% vorweisen. Damit können die 2012 ebenfalls sehr erfolgreichen Produkte mit Fokus auf den österreichischen Aktienmarkt nun nicht mehr mithalten. Im Kalenderjahr 2012 wies beispielsweise der ERSTE Responsible Stock Austria T (WKN: A0LB1F) noch eine ähnliche Wertentwicklung auf wie der Allianz Thailand IT – auf Sicht der letzten zwölf Monate fällt er mit nur mehr +20% jedoch deutlich ab. Diese Entwicklung verdeutlicht einmal mehr, warum eine Fokussierung auf die performancestärksten Fonds eines Kalenderjahres zu kurz greift.

Sachen Risikoertragsprofil in einer anderen Liga als beispielsweise der HSBC GIF Turkey Equity mit 0,57 oder das Extrembeispiel HAIG MB S Plus B mit –0,17.

Fazit An Aktienfonds führt im Zuge eines langfristigen Vermögensauf baus derzeit kein Weg vorbei. Bei der Auswahl sollten Anleger zunächst auf das Risikoertragsprofil der Produkte und einen breiten Anlagefokus achten. Im zweiten Schritt sollten Fondsgröße, Management und Gebühren in Augenschein genommen werden.

Glück meist von kurzer Dauer Denn die sensationellen Wertzuwächse verstellen häufig den Blick auf die langfristige Entwicklung und das jeweilige Risikoprofil der Produkte. Dies lässt sich am oben genannten HAIG MB S Plus B nachvollziehen. Über drei Jahre liegt die Wertsteigerung lediglich bei 5,76%. Ein Blick auf die längerfristige Wertentwicklung scheint daher angeraten. Zusätzlich sollte dem Parameter Volatilität beziehungsweise Risiko ausreichend Aufmerksamkeit geschenkt werden. Denn bei der Ermittlung der besten Produkte ist eine reine PerformanceBetrachtung nicht der Königsweg. Um zu ermitteln, ob das Fondsmanagement einen echten Mehrwert für den Anleger generiert hat, sollte stattdessen die Performance der Fonds mit dem Risiko in Bezug gesetzt werden. Auf diese Weise kommt man zur risikoadjustierten Rendite. Letztere wird in Form der sogenannten Sharpe Ratio berechnet. Eine positive Sharpe Ratio zeigt demnach an, dass gegenüber der risikolosen Geldmarktanlage eine Überrendite erwirtschaftet wurde und in welchem Verhältnis diese zu dem eingegangenen Risiko steht. Auf eigenes Risiko In einer aktuellen Studie untersuchte e-fundresearch beispielsweise das Universum der globalen Aktienfonds mit Vertriebszulassung in Österreich, Deutschland und der Schweiz hinsichtlich der besten langfristigen Risikoertragsprofile. Gemessen an der Sharpe Ratio über den Zeitraum der letzten fünf Jahre ergibt sich folgendes Ranking. Mit einem Wert von 0,59 rangiert der Fidelity Funds – Global Consumer Industries (WKN: 941083) auf dem ersten Platz. Dahinter folgen – mit einem Wert von 0,58 – der Morgan Stanley Global Brands (WKN: 579993) und der Pictet-Security-P (WKN: A0LASD). Mit einer Sharpe Ratio zwischen 1,14 und 1,39 über einen Zeitraum von drei Jahren spielen die genannten Produkte damit in 11

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Ausblick auf das nächste Spezial Ausgabe 17 (28.04.2013) Technische Analyse


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Gastbeitrag

Auf europäische Champions setzen – Investieren jenseits der Politik Im August 2012 kündigte Mario Draghi an, unbegrenzt Staatsanleihen aufzukaufen. Seitdem boomen die Aktienmärkte. Die Stimmung unter Investoren bewegte sich von einem Extrem ins andere. Aufgrund der Schuldenkrise waren die Märkte letztes Jahr noch äußerst pessimistisch.

Cédric de Fonclare Fondsmanager des Jupiter European Opportunities SICAV, von der unabhängigen britischen Investmentboutique Jupiter Asset Management.

Mittlerweile sind Investoren jedoch wesentlich positiver gestimmt. Selbst die Wahlen in Italien und die jüngste Krise um den drohenden Bankrott Zyperns änderten wenig daran. Anleger sollten daher über die jeweils aktuelle Makrolage und politische Situation hinausblicken und entsprechend handeln. Der Versuch, politische Entwicklungen zu antizipieren, ist vergeudete Zeit. Der Entschuldungsprozess im Westen ist ein langfristiges Problem, das kurzfristig nicht zu lösen sein wird. Investoren sollten daher losgelöst von der Politik nach Unternehmen suchen, die global vom strukturellen Wachstum profitieren. Globales Wachstum nutzen Auch wenn die Aussichten für Europa düster bleiben, lassen sich exzellent geführte europäische Unternehmen finden, die vom globalen Wachstum profitieren. Wir konzentrieren uns primär auf europäische Unternehmen aus Ländern, die seit langer Zeit Exportnationen sind. Die Schweiz oder andere kleinere Länder sind schon lange gezwungen, außerhalb der Landesgrenzen nach Wachstum zu suchen. Größere Länder wie Deutschland sind hingegen seit Jahrzehnten mit einem schwachen Binnenmarkt konfrontiert und haben darauf mit Export reagiert. Anleger können über deutsche Traditionsunternehmen wie zum Beispiel adidas einen guten Zugang zu den Wachstumsmärkten in Asien erhalten. adidas gewinnt weltweit an Marktanteilen und hat eine starke Produktpipeline. Zudem ist die Bewertung im Vergleich zu Wettbewerbern attraktiv.

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In China ist jedoch Vorsicht geboten. Dort sollte nur mit Bedacht investiert werden. Die Solarbranche hat gezeigt, dass auf Wachstum nicht notwendigerweise Gewinne folgen. Die Konsumgüterbranche in Asien ist vielversprechender. Dufry, der Schweizer Weltmarktführer im Duty-Free-Markt, profitiert von der zunehmenden Reiselust der Menschen in Asien. Unterschiedliche Wachstumstreiber in den globalen Märkten Bei der Wahl einer Aktie ist der Haupttreiber nicht die Bewertung des Unternehmens, sondern vielmehr die Frage nach Gewinnentwicklung und überdurchschnittlichen Wachstumschancen. Ein Beispiel hierfür aus der Chemiebranche ist das Schweizer Unternehmen Syngenta, Marktführer im Bereich Pflanzenschutzmittel. Das Geschäftsmodell setzt auf eine wachsende Weltbevölkerung und Knappheit von Nahrung. In den Entwicklungsländern steigt der Konsum von Rindfleisch. Dies erfordert eine höhere Getreidemenge als Futtermittel für die Rinderzucht. Die Bauern müssen also mehr Getreide pro Anbaufläche erwirtschaften und dafür ist mehr Pflanzenschutz nötig. Ein weiteres Beispiel ist Sika. Das Unternehmen für Spezialchemikalien aus der Schweiz stellt vor allem Produkte für den Bausektor her; eine Branche, die von der Krise schwer getroffen wurde. Die Beimischung von Chemikalien im Zement hilft, weniger Wasser zu verbrauchen. In Entwicklungsländern ist dies sehr wichtig. Durch die zunehmende Marktdurchdringung kann Sika das durchschnittliche Wachstum im Zementmarkt übertreffen. Diese zwei Unternehmensbeispiele in zyklischen Sektoren verdeutlichen die Möglichkeit europäischer Unternehmen, von unterschiedlichen globalen Wachstumstreibern zu profitieren. Die Größe des Unternehmens ist nicht das wichtigste Kriterium. Wir glauben, dass wir uns in einem Umfeld befinden, in dem starke international ausgerichtete Unternehmen aus Europa mit einem qualitativ hochwertigen Geschäftsmodell noch stärker werden – und das ungeachtet der aktuellen makroökonomischen Lage oder der politischen Situation.


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Unternehmen der Woche

Steag –

seit 75 Jahren unter Strom

Zu den traditionsreichsten deutschen Unternehmen im Bereich der Energieerzeugung gehört Steag. Bereits seit 75 Jahren ist der Essener Konzern aktiv und das längst nicht mehr nur in Deutschland. Der etwas technisch klingende Namen Steag steht für Steinkohlen Elektrizität AG. Der Name beschreibt treffend, worum es zunächst ging: die Gewinnung von Elektrizität aus Steinkohle. Gegründet wurde die Steag 1937 gemeinsam von mehreren Unternehmen des Ruhrbergbaus, die damit ihre Stromerzeugung zusammenfassten. Hinter der Neugründung stand aber noch ein anderes Ziel. In der Nähe von Dortmund bauten die Vereinigten Aluminium Werke (VAW) damals eine Aluminiumhütte, um die wachsende Nachfrage der Rüstungsbetriebe nach dem Leichtmetall zu decken. Da Nach der bei der Aluminiumerzeugung enorme MenWiederver­ gen an Strom verbraucht werden, musste die einigung Energieerzeugung also aufgestockt werden, wurde Steag zumal fast gleichzeitig im Ruhrgebiet das auch außer­ Bunawerk der Chemischen Werke Hüls erhalb des Ruhr­ richtet wurde, das mit der Produktion von gebiets aktiv. künstlichem Kautschuk ebenfalls von großer rüstungstechnischer Bedeutung war. Um den Bedarf zu decken, errichtete die Steag bis 1940 zwei Kraftwerke. Obwohl die Kraftwerke den Krieg einigermaßen unbeschadet überstanden, dauerte es einige Zeit, bis die Nachfrage wieder anzog. Dabei profitierte das Unternehmen von den Steinkohlepreisen, die Ende der 1950er-Jahre unter Druck kamen. In den folgenden Jahren entstanden mehrere neue Kraftwerke, die als Gemeinschaftsprojekte mit anderen Firmen realisiert wurden. Zugleich engagierte sich Steag in der Fernwärme und versorgte unter anderem die Ruhr-Universität, die damals gebaut wurde. Durch die Gründung der Ruhrkohle AG, die in den 1970er-Jahren zum Mehrheitseigner wurde, gelangten auch zahlreiche kleinere Kraftwerke, die früher zu Zechen gehört hatten, unter die Kontrolle von Steag. Die 1980er-Jahre waren vom Ausbau bestehender Werke und technischer Verbesserungen wie Senkung der Emissionen geprägt. Nach der Wiedervereinigung wurde Steag dann auch außerhalb des 13

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Ruhrgebiets aktiv. Zugleich engagierten sich die Essener mehr und mehr bei erneuerbaren Energien wie Biomasse, Geothermie und Grubengas. Heute betreibt Steag Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 9.400 Megawatt, was etwa den sieben größten deutschen Atomkraftwerken entspricht. Auch in der Türkei, in Kolumbien und auf den Philippinen betreibt der Konzern Steinkohlekraftwerke. Das ist aber nur ein Teil der Unternehmensaktivitäten. Durch die Neuausrichtung der RAG kamen die Bereiche Kohlehandel, Kraftwerksbau und -betrieb, Entsorgung, Gas- und Fernwärmeversorgung zu Steag. Damit kann das Unternehmen nun eine ganze Palette an Leistungen rund ums Thema Energieerzeugung anbieten. So ist Steag einer der führenden Importeure und Vermarkter für Steinkohle. Die Expertise beim Kraftwerksbau kommt auch anderen Kunden zugute. Vom Reißbrett bis zur Inbetriebnahme tritt Steag hier als Dienstleister auf. Auch bei der Betriebsführung stehen die Essener parat und bieten unter anderem Software zur Kosten- und Verfahrensoptimierung an. Das gilt nicht nur für herkömmliche Kraftwerke, sondern auch für erneuerbare Energien. Hier ist Steag in 15 Ländern nicht nur mit eigenen Anlagen vertreten, sondern auch bei der Realisierung und Betriebsführung von Projekten mit Partnern aktiv. Andere Bereiche sind Entsorgung und Vermarktung von Reststoffen wie Flugasche, Schmelzkammergranulat, Kesselsand und Gips, die beim Betrieb von Kraftwerk anfallen. Zudem tritt Steag als Personaldienstleister auf und vermittelt Experten für Kraftwerke. Darüber hinaus helfen die Essener bei der Optimierung der Personalstruktur und unterstützen durch Schulungen. Sogar für den Stromtransport ist Steag Experte und bietet Komplettlösungen für Netz- und Anlagenbetreiber. Dazu gehören Projektierung und Montage von Neuanlagen sowie Betrieb und Instandhaltung bestehender Anlagen. Angesichts der Vielzahl von Aktivitäten kann die Größe von Steag kaum überraschen. Das Unternehmen beschäftigt 5.800 Mitarbeiter und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 3,1 Mrd. Euro.


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Ekotechnika

Yahoo

Neue Bankiers gesucht

Gewinnplus dank Sparkurs

Renditejäger aufgepasst: Wer schon immer in die Rolle eines Bankiers schlüpfen wollte, sollte die zur Zeichnung anstehende Anleihe der Walldorfer Ekotechnika GmbH näher unter die Lupe nehmen. Ekotechnika, die als deutsche Holding des russischen Landtechnikhändlers (Traktoren, Mähdrescher etc.) Ekoniva-Technika fungiert, will von furchtlosen Anlegern 60 Mio. Euro einsammeln – in Zeiten von allgemein kaum noch wahrnehmbaren Zinssätzen mit einem Zinscoupon von 9,75%. Der Blick auf die Bonitätsbewertung von Creditreform Rating mit „BB–“ offenbart den Hintergrund der Großzügigkeit. Merke: hohe Rendite gleich hohes Risiko. Wird die Anleihe vollständig platziert, fließen Ekotechnika rund 57,9 Mio. Euro zu. Davon sollen 53 Mio. Euro für die Ablösung von bestehenden Bankverbindlichkeiten verwendet werden, der Rest (4,9 Mio. Euro) wird eigenen Angaben zufolge in den Ausbau von Servicezentren investiert. Die Zeichnungsfrist der fünfjährigen Anleihe (WKN: A1R1A1) mit einer Stückelung von 1.000 Euro beginnt am 29. April und endet voraussichtlich am 8. Mai 2013. Die Zinsen sollen jährlich am 10. Mai ausgeschüttet werden. Geplant ist die Aufnahme der Anleihe in das Handelssegment Bondm der Börse Stuttgart.

Dank reduzierter Kosten steigerte das kalifornische Internet-Urgestein Yahoo (WKN: 900103) den Gewinn im ersten Quartal von 287,5 auf 390,9 Mio. US-Dollar. Der Gewinn je Aktie legte, zusätzlich begünstigt von einer gesunkenen Aktienzahl, von 0,23 auf 0,35 US-Dollar zu. Vor Sonderposten stieg der Gewinn von 0,27 auf 0,38 US-Dollar je Aktie. Experten hatten vor Sonderposten 0,24 US-Dollar prognostiziert. Der Vorsteuergewinn zog von 171,7 auf 203,0 Mio. US-Dollar, der operative Gewinn von 169,4 auf 186,0 Mio. US-Dollar an. Der Umsatz schrumpfte von 1,22 auf 1,14 Mrd. US-Dollar, bereinigt um Provisionszahlungen von 1,08 auf 1,07 Mrd. US-Dollar. Prognose: 1,1 Mrd. US-Dollar (bereinigt). Stärker als der Umsatz sanken die operativen Kosten – von 1,05 auf 0,95 Mrd. US-Dollar. Die darin enthaltenen Ausgaben für Marketing und Vertrieb wurden von 285,3 auf 257,0 Mio. US-Dollar zusammengestrichen. Die Aufwendungen für die Entwicklung neuer Produkte schrumpften von 228,5 auf 219,6 Mio. US-Dollar. Die reinen Verwaltungskosten erhöhten sich jedoch von 124,3 auf 133,4 Mio. US-Dollar. Im zweiten Quartal sollen bereinigt 1,06 bis 1,09 Mrd. US-Dollar umgesetzt werden. Analysten erwarten auf dieser Basis bisher 1,11 Mrd. US-Dollar.

Unternehmenstermine Datum 22.04.2013 22.04.2013 23.04.2013 24.04.2013 24.04.2013 25.04.2013 25.04.2013 26.04.2013

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Uhrzeit 07:00 13:30 22:30 07:30 13:00 07:00 14:00 07:00

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Name Philips NV Caterpillar Inc. Apple Inc. Daimler AG Procter & Gamble Co. Software AG Exxon Mobil Corp. BASF SE

Ereignis Ergebnisbericht Q1 2013 Ergebnisbericht Q1 2013 Halbjahresbericht 2012/13 Ergebnisbericht Q1 2013 9-Monats-Bericht 2012/13 Ergebnisbericht Q1 2013 Ergebnisbericht Q1 2013 Ergebnisbericht Q1 2013

German Pellets

Expansion in Nordamerika Die in Wismar beheimatete German Pellets GmbH, der größte europäische HolzpelletProduzent, expandiert in die USA. Im April nimmt ein Werk im texanischen Woodville seine Arbeit auf. Daneben soll im Norden des US-Bundesstaates Louisiana eine weitere Betriebsstätte errichtet werden. Für das Pellet-Werk in Urania wird ein jährlicher Ausstoß von 1 Mio. Tonnen Holzpellets angestrebt. In Woodville werden 0,5 Mio. Tonnen pro Jahr produziert. Der Transport der Pellets nach Europa wird in beiden Fällen über den Tiefwasserhafen Port Arthur am Golf von Mexiko mit eigenen Lager- und Verladeeinrichtungen abgewickelt.

SAP

Erwartungen verfehlt SAP (WKN: 716460) steigerte den Gewinn im ersten Quartal von 444 auf 520 Mio. Euro. Auf um Sonderposten bereinigter Basis legte der Überschuss von 583 auf 689 Mio. Euro zu – Analysten hatten jedoch 705 Mio. Euro erhofft. Der operative Gewinn zog von 631 auf 646 Mio. Euro an. Im Vergleich zur Vorjahresperiode kletterte der Umsatz von 3,35 auf 3,60 Mrd. Euro. Der Umsatz mit Software-Lizenzen stieg von 637 auf 657 Mio. Euro. Prognose: 725 Mio. Euro. Im Gesamtjahr soll der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn nach wie vor von 5,21 auf 5,85 bis 5,95 Mrd. Euro zulegen.


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Fonds der Woche

HSBC Turkey –

profitieren vom Boom am Bosporus Über 57% legte die Börse in Istanbul im vergangenen Jahr zu. Die Türkei belegt damit in der Rangliste der weltweit besten Finanzplätze Platz 3. Trotz der Rally erkennen Investoren weiterhin Potenzial. Das Land zwischen Europa und Asien könnte noch in diesem Jahr von Moody’s oder S&P mit Investment Grade beurteilt werden. Zugang zu den Anlagechancen in Istanbul bietet der HSBC GIF Turkey. Seit Auflage im März 2005 erzielte der Länderfonds ein Plus von 197% und lässt damit Benchmark und Konkurrenz hinter sich. 2012 schlug Manager Ercan Günner den Leitindex ISE National 100 sogar um 10 %. In den vergangenen Jahren hat die Türkei enorme wirtschaftliche Reformanstrengungen unternommen und damit die Voraussetzungen für Wachstumsraten in Höhe von jährlich 5% geschaffen. Auch in diesem Jahr wird das Land sich dynamisch entwickeln. Ercan Günner, Fondsmanager des HSBC GIF Turkey, rechnet nach einem schwächeren Jahr 2012 mit einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukt von erneut 5%. In dem Tempo sollte es zumindest bis 2017 weitergehen. Auf dem Weg zum Investment Grade Fortschritte erzielte die Türkei auch bei der Schuldenreduktion. Die Gesamtverschuldung beträgt aktuell nur noch rund 40% des Bruttoinlandsprodukts. Ebenso wurde der Staatshaushalt saniert. Die im Vergleich zu früheren Jahren deutlich solider ausgerichtete Finanzpolitik veranlasste die Rating-Agenturen zu Bonitätsheraufstufungen. Fitch hat der Türkei mittlerweile den ersehnten Status Investment Grade verliehen. „Wir erwarten, dass sich in diesem Jahr eine weitere Agentur diesem Urteil anschließen wird“, sagt Günner. Dies könnte dem Aktienmarkt zusätzlichen Schub verleihen, da ausländische Investoren in der Regel nach Rating-Erhöhungen ihr Engagement erhöhen. Der Boom am Bosporus spiegelt sich an der Börse in Istanbul wider. Allerdings schwanken die Notierungen zwischenzeitlich immer wieder stark. 2008 rutschten die Kurse um 50% nach unten, im Jahr darauf verbesserten sich die Titel wieder um 102%. Auch wöchentliche Verluste von rund 10% sind immer wieder möglich. Investoren brauchen daher gute Nerven. Keine Angst vor faulen Krediten Günner ist jedoch optimistisch, dass Anleger 2013 Gewinne erzielen werden, und verweist auf die günstige Bewertung. Bei einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2013 von 12 traut der Fondsmanager türkischen Aktien in diesem Jahr einen Anstieg von 20% bis 30% zu. Chancen sieht er vor allem bei Finanzwerten wie 15

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der Turkiye Halk Bankasi oder der Akbank . Sie sind im Fonds mit über 70% gewichtet. Böse Überraschungen aufgrund riskanter Spekulationen muss Günner nicht fürchten. Seit der Bankenkrise 2001 sind die streng kontrollierten Institute ausschließlich im klassischen Bankgeschäft tätig. Rund 8% der Mittel hat der Manager in Konsumtitel gesteckt. Dank steigender Löhne nimmt die Binnennachfrage zu. Allerdings dürften die Konsumausgaben in den kommenden Monaten nicht allzu steil nach oben gehen. Die private Verschuldung insbesondere bei jungen Türken hat zuletzt stark zugenommen. Unternehmen, die ihre Produkte ins Ausland exportieren, können dagegen eine stagnierende Binnennachfrage kompensieren. Die Industrie- und Finanzgruppe Sabanci Holding operiert mittlerweile in mehr als 18 Staaten. Die Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Entwicklung in der Eurozone hat die Holding bereits reduziert. Gingen 2008 noch 77% der Exporte dorthin, sind es aktuell nur noch 56%. Das reduziert die Risiken eines Engagements.

Fazit Zur Beimischung geeignet. Hohe Schwankungen sind jedoch möglich. Der maximale Ausgabeaufschlag von 5,54% und die Gesamtkostenquote von 2,17 sind allerdings zu hoch.

HSBC GIF TURKEY EQUITY A CAP ISIN:  Fondsvolumen:  Fondswährung:  Auflagedatum:  Management-Gebühr:  Gesamtkostenquote: 

LU0213961682 292 Mio. Euro Euro 22.03.2005 1,75% 2,17%


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BVI

Mischfonds gesucht Publikumfonds flossen im Februar 2013 nach Angaben des Deutschen Fondsverbandes BVI rund 4,5 Mrd. Euro zu. Besonders gefragt waren Mischfonds. Die in Renten und Aktien anlegenden Produkte sammelten netto 1,8 Mrd. Euro ein. Auch Rentenfonds blieben mit Nettozuflüssen von 1,4 Mrd. Euro stark gefragt. Aktienfonds erzielten mit Zuflüssen von 1,1 Mrd. Euro zum vierten Mal in Folge einen positiven Saldo. In offene Immobilienfonds flossen per saldo 0,5 Mrd. Euro. Aus Geldmarktfonds zogen die Anleger dagegen wegen des niedrigen Zinsniveaus 0,2 Mrd. Euro ab. Die Zuflüsse in die Aktienfonds entfallen mit 0,4 Mrd.

auf weltweit anlegende und mit 0,3 Mrd. auf europaweit investierende Fonds. Auch Fonds mit Anlageschwerpunkt Nordamerika (+0,1 Mrd. Euro) und Emerging Markets (+0,1 Mrd. Euro) waren gefragt. Dagegen zogen die Anleger aus osteuropäischen Aktienfonds 0,1 Mrd. Euro ab. Insgesamt waren im Februar in Publikumfonds 677 Mrd. Euro angelegt. Die in Deutschland verkauften Fonds aus dem EU-Raum stammen zu zwei Dritteln (67%) aus Luxemburg. Jeder sechste der ausländischen Fonds (17%) wurde in Irland aufgelegt. Jeweils 5% der ausländischen Fonds stammen aus Österreich und Frankreich.

Scope

Biotechfonds schneiden bislang am besten ab Der globale Aktienmarkt konnte in den vergangenen drei Monaten deutlich zulegen. Allerdings fallen die Renditeunterschiede in den einzelnen Anlageklassen sehr hoch aus. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Analysehaus und Rating-Agentur Scope. Demnach verzeichneten Fonds der Kategorie „Aktien Global“ im Durchschnitt 8,8% Wertzuwachs. Unter den Top-Performern befindet sich die Branche Biotechnologie mit +19,7%. Sehr gute Ergebnisse erzielten auch Fonds mit den Schwerpunkten Thailand, Indonesien und Japan. Die Branche Gesundheit, deren Fonds im Schnitt 15,8% erwirtschafteten,

liegt auf Platz 5. Weniger erfolgreich waren dagegen Fonds mit dem Fokus auf Edelmetalle. In den vergangenen drei Monaten liegen sie mit –13,5% auf dem letzten Platz. Zurückzuführen ist dies insbesondere auf den deutlichen Rückgang des Goldpreises. Ebenfalls wenig Erfolg hatten Fonds mit Schwerpunkt auf Nischenmärkte. So liegt die Kategorie Österreich mit –2,3% auf dem vorletzten Platz. Scope klassifiziert Aktienfonds in insgesamt 83 Kategorien. Davon haben neun in den vergangenen drei Monaten ein negatives Ergebnis erzielt. Immerhin 74 Aktienfondskategorien konnten ein Plus vorweisen.

Legg Mason

Deutsche Investoren meiden Investment-Grade-Staatsanleihen Die US-Investment-Gesellschaft Legg Mason hat rund 3.000 Investoren in 13 Ländern zu ihrem Anlageverhalten befragt. Der Auswertung zufolge findet es die Mehrheit der befragten Deutschen (61%) wichtig, in Finanzprodukte mit regelmäßigen Erträgen zu investieren. Deutsche Anleger nutzen diese hauptsächlich zum Vermögensschutz und zur Vermögenserweiterung, aber auch zur Deckung der Lebenshaltungskosten. Insbesondere Immobilien sind im Rahmen des Income Investings bisher bei deutschen Investoren (39%) ein beliebtes Anlagevehikel. An zweiter Stelle rangieren Income-Aktienfonds (32%) und klassische 16

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Garantieprodukte auf gleichem Beliebtheitsniveau. In Anleihen von Staaten und Unternehmen investieren die Deutschen offenbar weniger gern. Aus der Studie geht hervor, dass hier das Vertrauen in die Regierungen oder Unternehmen angesichts der Schuldenkrise fehlt. Zum Beispiel geben nur 12% der befragten deutschen Anleger an, in InvestmentGrade-Anleihen, also in Schuldner mit eher guten Bonitätsbewertungen, zu investieren. Zum Vergleich: Anleihen mit Investment Grade kommen in Portfolios amerikanischer (27%) oder chinesischer (59%) Anleger stärker vor. Der globale Durchschnitt liegt bei 36%.


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BASF-Discount-Zertifikat –

hier stimmt die Chemie Die BASF-Aktie ist ein solides Investment. Fraglich ist jedoch, ob der Kurs in den kommenden Monaten deutlich steigen wird. Deshalb ist ein Rabattpapier auf den Chemietitel zurzeit eine interessante Anlagealternative. Langfristig orientierte Anleger ordern oftmals Aktien von weltweit führenden Unternehmen, da diese Krisenzeiten meistens ziemlich gut überstehen und anschließend rasch auf den Wachstumspfad zurückkehren. In den Depots dieser Börsianer dürften sich auch Anteilscheine von BASF befinden. Der größte Chemiekonzern der Welt überzeugt mit einer umfangreichen Produktpalette und einer bewährten Strategie. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang vor allem die Innovationskraft von BASF, die laut Vorstandschef Dr. Kurt Bock zum einen die Basis für weiteres ertragreiches Wachstum ist und zum anderen die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sichert. Entwicklung neuer Produkte wird vorangetrieben Bis 2020 will BASF jährlich einen Umsatz von 30 Mrd. Euro mit Produkten erwirtschaften, die nicht älter als zehn Jahre sind. Daher ist es durchaus nachvollziehbar, dass der Chemiegigant in diesem Jahr die Ausgaben für Forschung und Entwicklung erneut erhöhen wird, nachdem sie 2012 bereits um 9% auf 1,7 Mrd. Euro angehoben wurden. Diese Aufwendungen kann der Konzern problemlos schultern. Schließlich stieg das um Sondereinflüsse bereinigte EBIT im vergangenen Jahr um 5% auf 8,9 Mrd. Euro. Im selben Zeitraum kletterte der Umsatz um 7% auf 78,7 Mrd. Euro. Bald wird Dividende ausgezahlt Als Wachstumstreiber fungiert bei BASF vor allem das Geschäft in den Schwellenländern. Deshalb erwartet Dr. Bock im laufenden Jahr Steigerungen bei Umsatz und Ergebnis. Neben diesem erfreulichen Ausblick ist aus Anlegersicht auch die Dividende interessant – und die kann sich sehen lassen: Im Rahmen der diesjährigen

Hauptversammlung am 26. April soll für das Fiskaljahr 2012 eine Ausschüttung von 2,60 Euro pro Aktie beschlossen werden. Somit errechnet sich eine attraktive Dividendenrendite von rund 4%. Zertifikat deutlich günstiger als Aktie Positiv zu werten ist auch, dass die BASFAktie mit einem 2013er-KGV von 12,4 günstig bewertet ist. Daher eignet sie sich als Depotbeimischung. Unabhängig davon könnte der Kurs einige Monate in einem Seitwärtstrend hin und her pendeln. Von einem solchen Szenario können Anleger mit einem Discount-Zertifikat (WKN: CK4PVH) profitieren. Mit diesem von der Commerzbank emittierten Finanzprodukt lässt sich bis zum 27. März 2014 eine Rendite von 11,3% erzielen, sofern die BASFAktie am Laufzeitende mindestens bei 65,00 Euro notiert. Derzeit ist das Zertifikat für 58,40 Euro zu haben. Der Anteilschein des Chemieriesen notiert hingegen bei 65,63 Euro (Stand: 18.04.2013). Anleger können mit dem Rabattpapier auch dann einen Gewinn erzielen, wenn der Basiswert während der Laufzeit geringfügig an Wert verliert.

Discount-Zertifikat auf BASF Zertifikattyp Discount

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Emittent Basiswert Fälligkeit WKN Commerzbank BASF 27.03.2014 CK4PVH


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CREDIT SUISSE

Neuer One Touch Memory Express auf BMW Ein neuer One Touch Memory Express auf BMW (WKN: CS8AK9) der Credit Suisse verspricht Zeichnern einen jährlichen Bonus von mindestens 5 Euro pro Zertifikat. Hierfür muss die BMW-Aktie jeweils innerhalb eines Beobachtungsjahres an nur einem Tag auf oder über der Bonusschwelle von 60% des Startwertes schließen. Ist dies der Fall, fließen 5 Euro pro 100 Euro Nennwert. Da ein Kurssturz der BMW-Aktie um mehr als 40% binnen eines Tages sehr unwahrscheinlich ist, ist es nahezu sicher, dass es in der vom 2. Mai 2013 bis zum 30. April 2014 laufenden ersten Beobachtungsperiode zu einer Bonuszahlung in Höhe von mindestens 5 Euro je Zertifikat kommen wird. Alle weiteren Beobachtungsperioden dauern ebenfalls rund ein Jahr. Zudem kann es dank Expressfunktion nach einem Jahr zu einer vorzeitigen Rückzahlung zu 100 Euro (plus Bonus) kommen. Daher ist eine Laufzeit des Zertifikats

von einem Jahr, zwei, drei oder vier Jahren möglich. Durch die OneTouch-Funktion – ein Tag auf oder über der Schwelle genügt als Auslöser für den jährlichen Bonus – haben Anleger eine größere Chance als bei herkömmlichen Memory-Express-Strukturen, jeweils den 5 Euro-Bonus einzustreichen. Zusätzlich können ausgefallene Bonuszahlungen nachgeholt werden (Memory-Funktion). Interessenten können die Neuemission noch bis Ende April zeichnen. Hinzu kommt ein Ausgabeaufschlag von bis zu 1 Euro. Die maximale Laufzeit des Produktes beträgt vier Jahre bis zum 9. Mai 2017, falls es nicht zu einer vorzeitigen Rückzahlung kommt. Hat die BMW-Aktie schließlich im Mai 2017 nicht mehr als 40% ihres Startwerts verloren, erhalten Anleger ihren vollen Einsatz nebst Bonus zurück. Ist dies nicht der Fall, werden sie an der negativen Wertentwicklung des Basiswertes beteiligt.

VONTOBEL

7,75% Rendite mit Blue-Chip-Trio? Eine neue Protect Multi Aktienanleihe (WKN: VT79K8) auf die deutschen Blue Chips Daimler, Telekom und K+S steht bis zum 26. April zur Zeichnung bereit. Unabhängig vom Kursverlauf der drei Basiswerte zahlt Emittent Vontobel einen Zinscoupon von 7,75% pro Jahr. Wie Anleger am Ende der Laufzeit ihren Einsatz zurück erhalten, hängt indes vom Kursverlauf der drei DAX-Werte ab: Berühren die Papiere während der einjährigen Laufzeit niemals ihre bei 65% des jeweiligen Startwertes angesiedelte Barriere, wird die Anleihe im

Mai 2014 vollständig zurückbezahlt. Berührt oder unterschreitet hingegen eine der Aktien besagte Barriere und notiert am Laufzeitende einer der drei Titel unterhalb seines Startpreises, so erfolgt die Tilgung in Form von Aktien. Zur Tilgung der Anleihe liefern die Eidgenossen in diesem Fall die Aktie mit der schlechtesten Wertentwicklung aus, was Anlegern zumindest Chancen auf eine spätere Erholung einräumt. Wer besagte Wette wagen möchte, muss mindestens 1.000 Euro anlegen.

DDV

Zertifikate-Anleger investieren kurzfristig Der Deutsche Derivate Verband (DDV) hat Privatanleger nach ihrem Anlageverhalten befragt. Der Online-Umfrage zufolge investiert mehr als die Hälfte der Befragten mit Zertifikaten nur kurzfristig. Gut ein Viertel setzen Zertifikate hingegen zum mittel- und langfristigen Vermögensaufbau ein. Knapp 23% der Anleger sichern demnach mit Zertifikaten ihre Depots ab. „Mit Zertifikaten lassen sich 18

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sehr unterschiedliche Anlagestrategien umsetzen. Viele Zertifikate bieten gerade in stagnierenden oder schwankungsreichen Märkten gute Renditechancen“, sagt Hartmut Knüppel, geschäftsführender Vorstand des DDV. Bei den Anfang April Befragten handelte es sich in der Regel um gut informierte Anleger, die als Selbstentscheider ohne Berater investieren, teilte der DDV mit.


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Rohstoff der Woche

Gold:

Historischer Absturz Gold wurde zuletzt regelrecht verprügelt. Der Preis verbilligte sich deutlich. Mediale Schläge und Häme folgten. Die Blase ist geplatzt, freuten sich einige. Die Übertreibung hat endlich ein Ende, frohlockten andere. Daneben gab es Stimmen, wonach Gold seine Stellung als Wertanlage nun endgültig eingebüßt haben könnte. Hört, hört! Zugegeben, der Preisverfall in den vergangenen zwei Wochen war sehr dynamisch und kann schon als historisch bezeichnet werden. In der Spitze ging es um fast 17% abwärts. Seit dem Zwischenhoch von Oktober 2012 rutschte der Goldpreis damit um mehr als 26% ab. Seit dem Allzeithoch von September 2011 sind es sogar mehr als 31%. Aus charttechnischer Sicht fiel Gold in der Vorwoche aus der Seitwärtsspanne seit Herbst 2011 nach unten heraus. Der Bruch der unteren Begrenzung von etwa 1.520 US-Dollar wird wohl etliche Stop-Loss-Order ausgelöst haben, was den Abwärtsdruck verstärkt haben dürfte. Die kleinen horizontalen Haltezonen bei 1.478 und 1.431 US-Dollar wurden daher gleich überrollt. Zum Tief näherte sich der Preis den nächsten Unterstützungen bei 1.307, 1.265 und 1.227 US-Dollar. Kurz vor Erreichen setzte dann jedoch eine Erholung ein. Womöglich wurde das deutlich verbilligte Niveau als gute Einstiegsgelegenheit genutzt. Zwar ist es gefährlich, in ein fallendes Messer zu greifen, wie eine Börsenweisheit rät, dennoch sollte man die weitere Entwicklung genau beobachten. So kann es durchaus

noch weiter abwärtsgehen, allerdings kann es nicht schaden, nach eventuellen Einstiegsgelegenheiten Ausschau zu halten. Denn Gold hat in Zeiten eines immer maroderen Papiergeldsystems mitnichten seine Stellung als Wertanlage verloren. Im Gegenteil. Zudem scheint für den jüngsten Kurssturz nicht der verstärkte Verkauf physischen Goldes verantwortlich. Vielmehr ist der Einbruch vom Terminmarkt ausgegangen. Über die Gründe (verzockt, Liquiditätsbeschaffung usw.) lässt sich spekulieren. Die einsetzende Talfahrt dürfte dann durch die vermehrte Schließung von Long-Positionen verstärkt worden sein. Gold sollte man daher nicht abschreiben, auch wenn viele das gerne wohl täten. Gold – Spot-Preis in US-Dollar

Stand: 19.04.2013

Derivate auf Gold (Basiswert: Spot-Preis in US-Dollar) Typ Index-Zertifikat (Quanto) Hebel-Zert. (long) Hebel-Zert. (short)

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WKN GS72X2 DZK6RP DZC5VW

Basispreis/Knock-out - 1.040,27/1.070,00 US-Dollar 1.763,38/1.735,76 US-Dollar

Laufzeit Hebel open end open end 3,99 open end 3,85


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Rohstoffanalysen

Rohstoffe im Überblick Kakao – Juli-Future (ICE)

Rohstoffe (Auswahl)

Der Anstieg aus der Vorwoche setzte sich jüngst fort. Dabei testete der Preis die mittelfristige Abwärtstrendlinie, ohne sich jedoch zu überwinden. Prallt er letztlich davon ab, dürfte es sich beim Anstieg seit März nur um eine Gegenbewegung im übergeordneten Abwärtstrend gehandelt haben. Ein nachhaltiger Ausbruch wäre indes bullish zu werten.

Markt Kurs Rohöl WTI Crude NYMEX ($/bbl)

87,90

-3,04%

4,41

+3,40%

Heizöl NYMEX ($c/gal)

279,26

-2,75%

Gold NYMEX ($/Unze)

1399,70

-5,78%

23,20

-11,39%

675,25

-5,20%

Platin Spot ($/Unze)

1423,50

-4,72%

Aluminium Spot ($/t)

1871,50

+1,66%

Blei Spot ($/t)

1998,25

-1,35%

Kupfer Spot ($/t)

6961,00

-5,61%

Nickel Spot ($/t)

15230,00

-4,51%

Zinn Spot ($/t)

21000,00

-7,81%

Zink Spot ($/t)

1851,00

+0,62%

Baumwolle ICE ($c/lb)

85,150

-1,00%

Kaffee "C" ICE ($c/lb)

142,65

+5,75%

2340,00

+3,22%

Mais CBOT ($c/bu)

652,00

-1,10%

Orangensaft gefr. ICE ($c/lb)

148,25

+2,74%

Sojabohnen CBOT ($c/bu)

1427,25

+0,97%

Weizen CBOT ($c/bu)

709,00

-0,80%

Zucker No.11 ICE ($c/lb)

17,87

-1,05%

Lebendrind CME ($c/lb)

121,38

+0,46%

Mastrind CME ($c/lb)

138,88

-1,54%

90,15

+0,42%

Erdgas NYMEX ($/MMBtU)

Silber Spot ($/Unze) Palladium Spot ($/Unze)

Zinn – Spot-Preis in US-Dollar (LME) Bei den Industriemetallen stand jüngst Zinn besonders unter Druck. Nachdem in der Vorwoche die Unterstützung bei 22.453 US-Dollar verletzt wurde, folgten nun weitere dynamische Abgaben. Damit könnten nun die Haltezonen bei 19.843 US-Dollar (Zwischentiefs Oktober 2012) und 17.638 US-Dollar (Zwischentief August 2012) in den Fokus rücken.

Kakao ICE ($/t)

Silber – Spot-Preis in US-Dollar Noch stärker als Gold brach der Preis für Silber in der vergangenen Woche ein. Nachdem er in der Vorwoche knapp die untere Begrenzung der übergeordneten Seitwärtsspanne verletzt hatte, ging es nun sehr deutlich darunter. Von seinem Wochentief bei etwa 22 US-Dollar erholte sich der Preis dann jedoch wieder ein gutes Stück.

% zur Vorwoche

Schwein mag. CME ($c/lb)

WTI – Juni-Future (ICE)

Rohstoff-Indizes (Auswahl)

Der Preis für US-Öl hatte in der Vorwoche den Aufwärtstrend seit Juni nachhaltig gebrochen. Jüngst folgten weitere dynamische Abgaben. Der Preis fiel zwischenzeitlich unter die Unterstützung bei 87,13 US-Dollar, die dann jedoch wieder zurückerobert wurde. Vielleicht besteht in dieser Region die Chance auf eine Stabilisierung.

Index Kurs

% zur Vorwoche

NYSE Arca Gold BUGS Index (HUI) 266,31

-11,64%

1283,10

-4,06%

131,51

-1,75%

Reuters-Jeffries CRB Futures-Index 282,90

-1,50%

Rogers Int. Commodity Index

-3,39%

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NYSE Arca Oil & Gas Index DJ AIG Commodity Index

3489,24


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Fotos: The Peninsula Hotels

Refugium der Woche

Beaux-Art-Architektur im Herzen Manhattans New York, Manhattan, Fifth Avenue - das ist ein Dreiklang, der Fantasien von Glamour, Luxus und Prachtbauten weckt und sich im Hotel The Peninsula New York spiegelt. Eine Sternstunde erlebten die Gäste der Nobelherberge im Oktober 2012: als Sturm Sandy das Leben der Weltmetropole lahmlegte, Geschäfte geschlossen blieben und keine U-Bahn mehr fuhr, funktionierten Zimmerservice und Gastronomie wie eine Idylle im Chaos. Das 23 Stockwerke hohe Jugendstilgebäude aus dem Jahr 1905 trotzte dem Orkan.

Foto: The Peninsula Hotels

Ein wahrhaft "aussichtsreiches" Highlight des Fünf-Sterne-Hotels ist das Peninsula Spa, das sich in den drei obersten Stockwerken erstreckt und Panoramablicke über die New Yorker Skyline bietet - ein urbanes Spa-Erlebnis auf über 3.500 Quadratmetern. Neben einem glasumschlossenem Lap-Pool, Saunen, Eisfontänen und Erlebnisduschen stehen zwölf Behandlungsräume zur Verfügung. Treffpunkt der New Yorker Szene und Hotspot hoch über den Dächern Manhattans ist die Lounge-Bar Salon de Ning im 23. Stockwerk mit bestem Blick, exquisiten Drinks und abwechslungsreichen Häppchen des deutschen Küchendirektors Cornel Ruhland.

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Die Zimmer und Suiten sind in einem typischen New Yorker Stil ausgestattet. Von Digitalanzeigern im Raum oder über die bedienungsfreundliche Konsole am Bett können sämtliche elektrischen und elektronischen Geräte im Zimmer wie etwa die Beleuchtung, Klimaanlage, Audio- und TV-Systeme oder die Vorhänge bedient werden. Über das Wetter ist man dank einer Anzeigetafel neben der Tür informiert. Wer die Sehenswürdigkeiten New Yorks zu Fuß erkunden möchte, für den ist das Peninsula eine perfekte Location im Herzen Manhattans. Rund um das Hotel ist die Welt zu Hause: in den berühmtesten Museen, den angesagtesten Boutiquen, den spektakulärsten Wolkenkratzern. W eitere Infos Zimmerreservierungen über Email: reservationgcsc@peninsula.com

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V.i.S.d.P. : ​Christian Ernst Frenko

Leserservice: leserservice@boerse-am-sonntag.de

Herausgeber: ​ Weimer Media Group GmbH Maximilianstraße 13 80539 München

Archiv: www.boerse-am-sonntag.de/archiv

Geschäftsführer Dr. Wolfram Weimer Amtsgericht: München HRB 198201 Vertriebsleitung: Michaela Lenz, Tel.: 0911 / 274 00 0 michaela.lenz@boerse-am-sonntag.de Anmeldung: Um „BÖRSE am Sonntag“ kostenfrei zu beziehen, melden Sie sich an unter: www.boerse-am-sonntag.de Abmeldung: Zur Abmeldung vom Bezug der „BÖRSE am Sonntag“ senden Sie einfach eine Email an: abmelden@boerse-am-sonntag.de

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Bildnachweis: Fotolia, The Peninsula Hotels Layout: addna, Nürnberg Technik: Marcus Brauer, menthamedia Erscheinungsweise: wöchentlich, jeweils Sonntag Mitarbeiter dieser Ausgabe: Dr. Wolfram Weimer, Christian Ernst Frenko, Thomas Uhlig, Margot Habjan, Andreas Fiek, Steffen Droemert, Michael Amtmann, Reinhard Schlieker, Michaela Ellen Lenz, Wolfgang Tenor, Michael Fuchs, Sven Heckle, Jörg Billina, Thorsten Scheck, Martin Münzenmayer, Hans-Joachim Michel, Cédric de Fonclare Die Charts wurden mit freundlicher Unterstützung von TradeSignal erstellt. Deutsche Bibliothek: ISSN 1610-7446 Auflage: 117.000

oder insbesondere ersetzen. Es wird drin- einer unerlaubten Handlung oder einer gend empfohlen, sich stets auch immer aus sonstigen gesetzlichen Bestimmung ergeanderen Quellen zu informieren. benden Verantwortlichkeit, zum Ersatz des aus der Befolgung des Rates oder der Es kann im Einzelfall nicht ausgeschlos- Empfehlung entstehenden Schadens nicht sen werden, dass der Redakteur oder ein- verpflichtet ist.“ zelne Mitarbeiter der Herausgeberin an Unternehmen beteiligt sind, die Gegen- Für alle Hyperlinks gilt: Die Weimer Mestand von Analysen oder anderen Berich- dia Group GmbH erklärt ausdrücklich, ten sind. Umso mehr stellen die veröffent- keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und lichten Artikel, Nachrichten, Daten und die Inhalte der gelinkten Seiten zu haben. Empfehlungen immer auch eine persönli- Daher distanziert sich die Weimer Media Die Herausgeberin will ihren Abonnen- che Meinung des Autors dar und erheben Group GmbH von den Inhalten aller verten die Möglichkeit bieten, sich eine un- weder Anspruch auf Vollständigkeit noch linkten Seiten und macht sich deren Inabhängige und eigenverantwortliche Mei- auf alleinige Richtigkeit. halte ausdrücklich nicht zu Eigen. nung zu bilden, keinesfalls jedoch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf Wir verweisen insbesondere auf § 675 Diese Erklärung gilt für alle in den Seiten von Wertpapieren oder Rechten abgeben. II BGB, wonach die Weimer Media vorhandenen Hyperlinks, ob angezeigt Die zur Verfügung gestellten Informatio- Group GmbH, unbeschadet der sich oder verborgen, und für alle Inhalte der nen sollen auch keine Beratung darstellen aus einem (anderen) Vertragsverhältnis, Seiten, zu denen diese Hyperlinks führen. 23

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Ausgabe 16/13: Spezial (Die besten Aktienfonds)