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Tages-Anzeiger · Dienstag, 17. April 2007

ZÜRCHER OBERLAND

Rolf Debrunner, Betriebsleiter der Silberweide, lud zum Frühkonzert der Vogelstimmen ein. 61

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Wir möchten Ihnen als Wähler, dem Tagi und allen unseren 16 Kantonsratskandidaten - für ihr Engagement und ihre grosse Unterstützung herzlich danken.

Zum 100. Geburtstag der Pfadibewegung Schweiz drehte die Abteilung Pfadi Maur zwei Kurzfilme. Die Dreharbeiten verliefen reibungslos. Von Tanja Schwarz Maur/Zürich. – Schulhaus Balgrist, Samstagmorgen, 11.30 Uhr. 18 Dritt- bis Fünftklässler sitzen geduldig auf ihren Plätzen. Immer wieder ruft der 17-jährige Regisseur und Pfadi-Gruppenleiter Mark Bosshard: «Roll Video – läuft! Roll Camera – läuft – und Action!» Die Schülerinnen und Schüler schreiben konzentriert mit ihren Fülli auf weissem Papier, eine Schülerin in der vordersten Reihe schläft. ProfiKameramann Urs Schmied schwenkt seine Steadycam gleichmässig an der Klasse vorbei – und out! Die Kinder atmen auf. Aufnahmeleiter Michael Bernet, mit Pfadinamen «Piano», geht durch die Klasse und gibt letzte Tipps: «Haltet euren Rücken aufrecht und lasst eure Köpfe oben». Und: «Hey, die hinterste Reihe muss auch schreiben!» Was hier vor sich geht, ist keine normale Szene aus dem Schulalltag, sondern die Dreharbeiten für den Kinospot zum 100. Geburtstag der Pfadi-Bewegung Schweiz. Kurze zwölf Sekunden werden die beiden ersten Werbespots ab Sommer in den Schweizer Kinos über die Leinwand flimmern. Im Herbst letzten Jahres lief dazu ein nationaler Wettbewerb, Konzepte von Pfadfindergruppen aus der ganzen Schweiz wurden eingereicht. Ein interkantonales Pfadigremium erklärte schliesslich das Projekt der Pfadi Muur zum Sieger. Ein Kernteam von jungen Maurmer Pfadfindern, alle zwischen 14 und 20 Jahren, arbeitete das Projekt anschliessend bis ins Detail aus.

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Wir bleiben aktiv

BILD NATHALIE GUINAND

Für einen Werbespot der Pfadfinder Maur wird das Klassenzimmer zum Filmstudio. Entstanden sind daraus originelle Drehbücher für zwei kurze Werbespots, wovon einer im besagten Schulhaus spielt. Die Handlung ist einfach, aber aussagekräftig. 17 Schülerinnen und Schüler schreiben fleissig und motiviert an ihren Aufgaben, während eine Schülerin in der ersten Reihe schläft. Sie ist müde vom traditionellen Pfadi-Pfingstlager. Die Kinder, welche diese kurze Szene schon seit zwei Stunden immer und immer wieder spielen, sind zwar voller Begeisterung dabei, so langsam aber werden sie ungeduldig. Es läuft bereits das 18. Take zur immer glei-

chen Szene. Eine Tintenpatrone ist leer und muss ersetzt werden. In der hintersten Reihe fällt ein Heft vom Tisch, ein Junge in der vordersten Reihe verkrampft seine Schultern zu sehr. Im Wald gehts anders zu und her Ob die Kids wohl wussten, was auf sie zukommt? Towje Förderer aus Maur meint: «Als ich gefragt wurde, ob ich mitmache, habe ich sofort Ja gesagt. Werbung für die Pfadi zu machen, ist eine gute Sache.» Auch die Schauspielerei findet er

Gegenpol zur «Stubenhocker-Gesellschaft»

Mit Mark Bosshard sprach Tanja Schwarz Du bist erst 17 und schon Regisseur. Bringst du bereits Filmerfahrung mit? Filmen hat mich schon immer begeistert, ein professioneller Zugang hat mir jedoch bisher leider gefehlt. Persönlich habe ich schon einige Ferienfilme gedreht, sowie verschiedene DVDs auf meinem Laptop geschnitten. Zudem drehte ich mit meiner Handy-Cam bereits zwei Filme für die Pfadi Maur.

Als Regisseur trägst du die Verantwortung. Wie gehst du mit dem Druck um? Etwas Druck schadet nicht. Es ist ja auch eine grosse Chance für mich, und ich sage mir, da muss ich jetzt einfach durch. Aber als Pfadfinder habe ich bestens gelernt, mit neuen Situationen umzugehen und nicht aufzugeben. Ich mache einfach mein Bestes. Schlaflose Nächte hätte ich höchstens, wenn der Film am Schluss wirklich schlecht ist. Woher kam die Idee für das Drehbuch? Das Konzept wurde auf Leiterebene diskutiert, weil das Zielpublikum des Spots ja auch Erwachsene sind. Die Grundidee war schnell da. Wir wollten die Pfadi als Gegenpol zur heutigen «Stubenhocker-Gesellschaft» darstellen. Die Pfadfinder kommen aus der wilden Natur zurück ins Elternhaus oder in die Schule, wo sie sich erstmals von den Erlebnissen und Strapazen erholen müssen. Natürlich sind Eltern und Lehrer dabei etwas die Leidtragenden. Ich hoffe, sie verzeihen uns (lacht). Seit wann bist du nun schon mit diesem Projekt beschäftigt?

Letzten Herbst haben wir uns am gesamtschweizerischen Wettbewerb beteiligt und als wir dann das Rennen ein paar Wochen später machten, fingen wir mit den Vorbereitungen sofort an. Und die sind auch bei solch kurzen Werbespots ziemlich beträchtlich, oder? Ja, die Vorbereitungen waren enorm aufwändig. Wir mussten ja all die professionellen Geräte, wie die Steady-Cam beispielsweise, termingerecht buchen, die Requisiten mussten stimmen und beschafft werden und die Lokalitäten musste auch passen. Unser Pfadfinderteam hat bis jetzt gut 250 Stunden in das Projekt investiert. Mein Anteil daran lässt sich nur schwer abschätzen. Ich hatte aber in den letzten Wochen eine ziemlich strenge Zeit und ich bin erleichtert, wenn wir das Ganze bald einmal hinter uns haben. Wird man dich in Zukunft öfter beim Film sehen? Zuerst einmal mache ich die Matura, danach schaue ich weiter. Aber wer weiss, je nach Filmangebot werde ich mir das noch überlegen (schmunzelt).

cool. Immer die gleiche Szene zu drehen, sei zwar etwas mühsam, aber es mache trotzdem Spass. Einige der Kinder wurden vor allem durch ihre Eltern zum Mitmachen motiviert und wissen gar nicht so genau, warum sie eigentlich hier sind. Aber auch sie haben ihren Spass und drücken gerne freiwillig auch am Samstag die Schulbank. Auch die sieben anwesenden Pfadileiter sind zufrieden mit den Kindern. Eine davon ist Cristina Oechslin: «Die Kids sind heute wirklich sehr lieb und diszipliniert. Da geht es im Wald manchmal ganz anders zu und her.» Die Pfadiführerin ist zuständig für die Requisiten. Die Kinder bat sie an diesem Morgen, möglichst natürlich zu erscheinen, also in Alltagskleidern. Für Regisseur Seismo verlief der Filmtag bisher perfekt: «Ich konnte zum ersten Mal mit professionellem 16mm-Film arbeiten und habe einiges gelernt. Die Aufnahmen sind gut, ich bin zufrieden.» Bereits an der Pressekonferenz vom vergangenen Dienstag wurde klar, dass die Filmcrew, mit Ausnahme des Filmers, aus Pfadfindern besteht, die professionelles Arbeiten gewohnt sind. Regisseur Mark Bosshard, Aufnahmeleiter Michael Bernet und Pressesprecher Benni Bosshard erklärten die einzelnen Projektschritte koordiniert und eindrücklich. Laut Bernet sei dies eben ein typisches Pfadiprojekt: «Wir sind es gewohnt, mit Eigeninitiative etwas durchzuziehen. Das Mitwirken in der Pfadi verhilft uns zu guten sozialen Kompetenzen und erleichtert ein späteres Arbeiten in der harten Wirtschaftswelt.» Ziemlich hart waren gemäss Pfadi-Pressesprecher Bosshard auch die Bedingungen, um die wesentliche Message in den Filmen rüberzubringen. Galt es doch darzustellen, was Lehrer und Eltern mitbekommen, wenn die Pfadis von ihren Waldtrips erschöpft ins Elternhaus oder Klassenzimmer zurückkommen. Und das in nur gerade zwölf Filmsekunden. Die beiden Spots sind ab Sommer in den Schweizer Kinos zu sehen. Eine 20-SekundenVersion fürs Schweizer Fernsehen ist in Planung.

Uster. – Am 1. Mai 2007 beginnt Tobias Baumann im Freizeit- und Jugendzentrum (frjz), als neuer Jugendarbeiter, zuständig für die aufsuchende Jugendarbeit in den Gemeinden Uster und Greifensee. Sein Arbeitspensum beträgt 70 Prozent. Er ist 26 Jahre alt, wohnt in Zürich und beginnt im Herbst eine berufsbegleitende Ausbildung zum Sozial- Tobias Baumann pädagogen an der Höheren Fachschule für Sozialpädagogik in Luzern. Die aufsuchende Jugendarbeit, auch Gassenarbeit genannt, richtet sich an Jugendliche die von herkömmlichen Angeboten wie Jugendtreff, Pfadi, kirchliche Jugendarbeit und anderen Angeboten nicht erreicht werden. Die Aufgabe besteht darin, Jugendliche an ihren Treffpunkten aufzusuchen, ihre Anliegen aufzunehmen und konkrete Unterstützungsangebote zu machen. Ziel ist es, präventiv zu wirken. Die aufsuchende Jugendarbeit steht mit betroffenen Organisationen, Einrichtungen und Behörden in Kontakt. Das Anliegen von Tobias Baumann ist es, eine vertrauenswürdige Anlaufstelle für Jugendliche zu bieten, welche von sich aus keine Beratungsstelle aufsuchen können oder wollen. Er ist vorwiegend an Abenden und an Wochenenden unterwegs. Erreichbar unter Tel. 078 850 14 49. (gau)

Ende von Serafins Garten Uster. – Die Elterngruppe Holzwurm übernimmt das Areal, auf dem das unter dem Namen Serafins Garten bekannt gewordene Labyrinth untergebracht war. Gestern machte sich der Zivilschutz an die Arbeit und brach den Garten ab. Seite 61

Zwei Titel eingespielt Handball. – Zwei Mannschaften des gastgebenden TV Uster durften sich an den Finalspielen des Regionalcups vom eigenen Anhang feiern lassen, die Männer sind dagegen leer ausgegangen. Seite 67

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Neuer Jugendarbeiter für die Gassenarbeit

NACHGEFRAGT

Der 17-jährige Mark Bosshard, Pfadiname «Seismo», von der Forch ist Regisseur des PfadiKinospots und somit Hauptverantwortlicher beim Dreh.

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K&K BSW / WAKO Danke

Die Pfadi Maur im Kinospot-Fieber

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Eröffnungsprogramm an der Seestrasse 98 in Uster: 17:00 Uhr: Autogrammstunde mit Viktor Röthlin 19:15 Uhr: Referat von Viktor Röthlin mit Tipps und Tricks zur optimalen Vorbereitung auf den Greifenseelauf (weiteres Referat in Bern am 25. April zur Vorbereitung auf den Grand Prix von Bern). Für diese kostenlose Veranstaltung ist keine Anmeldung erforderlich. Weitere Informationen unter www.ryffel.ch; Telefon: 044 940 87 87 oder 031 952 75 52.


Tagi_Regional_2007_04_17  

http://www.pfadimuur.ch/images/documents/static_documents/Tagi_Regional_2007_04_17.pdf

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