Mikronährstoffe
Klein, aber unverzichtbar für die Gesundheit.

Mistel Immergrünes Wunderkraut.
Gemmotherapie
Die heilende Kraft der Knospen.
Nährstoffmangel Wie viel bringen Supplemente?
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Mikronährstoffe
Klein, aber unverzichtbar für die Gesundheit.

Mistel Immergrünes Wunderkraut.
Gemmotherapie
Die heilende Kraft der Knospen.
Nährstoffmangel Wie viel bringen Supplemente?
Bausteine des Lebens











































































































































Eingeschlafene HÄNDE & FÜSSE können ein














































WARNSIGNAL sein






































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Liebe Leserschaft
Eine ausgewogene Ernährung ist ein Geschenk der Natur in ihrer ganzen Vielfalt. Nehmen wir dieses an, so profitieren wir von ihren Gaben, die reich an wertvollen Inhaltsstoffen sind, die unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden stärken. Gerade jetzt im Winter, wenn unser Immunsystem auf Hochtouren arbeitet, ist es wichtig, dieses bestmöglich zu unterstützen.
In dieser Ausgabe blicken wir unter die Oberfläche. Wir schauen, welche Nährstoffe wir brauchen und in welchen Lebensmitteln wir diese finden. Zusätzlich erklären wir, was Mikronährstoffe sind und wieso diese so wichtig sind.
Dann gehen wir dem Vorurteil auf den Grund, dass Vegetarier*innen und Veganer*innen nicht genügend Nährstoffe aufnehmen. Wir zeigen, worauf man achten muss, damit die vegetarische beziehungsweise die vegane Lebensweise gelingt. Nährstoffsupplemente sind zurzeit in aller Munde. Wir haben mit einer Fachperson gesprochen, um herauszufinden, ob diese wirklich nötig sind.
Für eine ausgewogene Lebensweise ist nicht nur die Ernährung, sondern auch Bewegung wichtig. Suchen Sie noch die passende Sportart für den Winter? Langlauf ist nicht nur ein Ganzkörpertraining par excellence, sondern auch schonend für die Gelenke und gut für die Psyche.
Die Wintersonnenwende und die darauffolgenden zwölf Raunächte sind eine ganz besondere Zeit. Wer sich der Magie dieser speziellen Jahreszeit hingibt, erlebt nicht nur die Wiedergeburt des Lichts, sondern findet auch die Kraft für grosse, persönliche Veränderungen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen besinnliche Festtage und alles Gute für das neue Jahr. Ich freue mich, Sie am 26. Februar mit der nächsten Ausgabe wieder begrüssen zu dürfen. Nächstes Jahr erscheinen wir nur noch mit acht Ausgaben, dafür mit umso mehr spannenden Inhalten.

Blanca Bürgisser Chefredaktorin «natürlich»
















































































































































































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SCHWERPUNKT
6 Mikronährstoffe
Die Bausteine unserer Gesundheit.
12 Fleischlos Vegetarisch ohne Nährstoffmangel.
18 Nährstoffmangel Wie viel bringen Supplemente?
GESUNDHEIT
22 Gemmotherapie
Die kraftvolle Knospenheilkunde.
26 Krebs
Heilpflanzliche Krebsbehandlung?


40 Sabine Hurni über … … Düfte und Aromen.
48 Raunächte
Die magische Zeit des Jahreswechsels.
HEILPFLANZEN
62 Mistel Immergrünes Wunderkraut.
NATUR UND FREIZEIT
68 Weihnachtsstern Farbenfrohe Dekoration.
JetztdasRezept derBratapfel-Kekse mitMorgenStund ’ entdeckenundbasisch leichtgeniessen!
3 Editorial / 30 Gesunder Geist / 32 Gesunder Körper / 36 Kurz gefasst
42 Beratung / 47 Liebesschule / 76 neu und gut / 78 Ihre Seite / 79 hin und weg
80 Rätsel / 81 Vorschau / 82 Anderswelt

(Schweiz)
Eine ausgewogene Ernährung versorgt unseren Körper nicht nur mit Energie, sondern auch mit lebenswichtigen Mikronährstoffen. Zu ihnen zählen Mineralstoffe und Vitamine – kleine, aber unverzichtbare Bausteine unserer Gesundheit. Als Kleinstmengen in der Nahrung enthalten, erfüllen sie grosse Aufgaben: Sie steuern Stoffwechselprozesse, stärken das Immunsystem und unterstützen das Nervensystem. Fehlen sie über längere Zeit, kann das empfindliche Gleichgewicht unseres Organismus aus der Balance geraten.
Laura Columberg, Illustration: Sonja Berger
Der menschliche Körper ist ein komplexes System, das tagtäglich enorme Leistungen vollbringt. Damit alle Funktionen reibungslos ablaufen können, benötigt er eine ausgewogene Zufuhr an Nährstoffen. Neben den Makronährstoffen wie Kohlenhydraten, Fetten und Eiweissen spielen vor allem die Mikronährstoffe eine entscheidende Rolle. Dazu zählen Mineralstoffe, die in Mengenund Spurenelemente unterteilt werden, sowie Vitamine. Sie werden nur in Kleinstmengen benötigt, sind aber unentbehrlich: Sie unterstützen Stoffwechselprozesse, stärken das Immunsystem, regulieren den Flüssigkeitshaushalt, ermöglichen die Signalweiterleitung im Nervensystem und tragen dazu bei, dass Organe, Muskeln und Knochen optimal funktionieren.
Das Bewusstsein für eine ausreichende Versorgung rutscht häufig in den Hintergrund. Meist wird mehr auf Makronährstoffe und gesunde Öle geachtet. Auch gut –aber nicht ausreichend für eine optimale Nährstoffversorgung. Meist werden Mikronährstoffe erst bei einem Mangel bewusst supplementiert. Eine natürliche, prophylaktische Versorgung über die Ernährung ist sehr wertvoll und unterstützt unsere Gesundheit. Hilfreich kann dabei die abwechslungsreiche und saisonale Ernährung sein. Diese versorgt uns mit Lebensmitteln, die an die Jahreszeit angepasst sind. Wurzelgemüse und Kohlgewächse enthalten beispielsweise viel Vitamin C und B-Vitamine, die im Winter vermehrt benötigt werden. In Spargeln hingegen sind
viel Kalium, Magnesium und Kalzium enthalten. Diese regulieren den Wasserhaushalt, stärken die Muskelfunktion und aktivieren den Stoffwechsel im Frühling.
Blickwinkel der Naturheilkunde
Aus naturheilkundlicher Sicht sind Mikronährstoffe weit mehr als kleine Helfer im Stoffwechsel. Sie wirken als Impulsgeber, aktivieren die Selbstheilungskräfte und fördern die Stabilisierung der Gesundheit. Im Mittelpunkt steht der ganzheitliche Ansatz: Mikronährstoffe entfalten ihre Wirkung im Zusammenspiel, nicht isoliert. Dabei spielen individuelle Faktoren wie Alter, Medikamenteneinnahmen, Stress oder Umweltbelastungen eine wichtige Rolle für den Nutzen einer Supplementierung. Frische, saisonale und abwechslungsreiche Ernährung bildet aber stets die Basis einer guten Versorgung. Nahrungsergänzungsmittel werden gezielt eingesetzt, wenn die Ernährung allein nicht mehr ausreicht oder besondere Lebenssituationen den Bedarf erhöhen.
Der Effekt ist meist nicht langanhaltend, wenn Mikronährstoffmängel nur durch Supplementierung ausgeglichen werden. Wertvoller ist es, das Bewusstsein zu stärken: Wie kann ich meine Ernährung und Darmaufnahme optimieren und warum treten Mängel wiederholt auf? Diese Fragen stehen in der Naturheilpraxis im Fokus. Eine Therapie sollte nachhaltig und individuell sein. Lassen Sie sich von einer naturheilkundlichen Fachperson beraten und ganzheitlich begleiten.
Mineralstoffe sind anorganische (enthalten keine Kohlenstoffverbindungen) Nährstoffe, die der Organismus nicht selbst herstellen kann. Sie werden in Mengenund Spurenelemente unterteilt. Mengenelemente sind in relativ grossen Mengen erforderlich (mehr als 50 Milligramm pro Tag), während Spurenelemente schon in viel geringeren Konzentrationen wirken.
«
Mikronährstoffe entfalten ihre Wirkung im Zusammenspiel, nicht isoliert. »
Calcium
ist der wichtigste Mineralstoff im menschlichen Körper. Etwa 99 % befindet sich in Knochen und Zähnen und verleiht ihnen Stabilität. Ist wichtig für die Blutgerinnung, die Muskelkontraktion und die Reizweiterleitung im Nervensystem.
Vorkommen: Milch und Milchprodukte wie Naturjoghurt, Hartkäse, Quark, Kefir, Buttermilch, Lachs, grüne Gemüsesorten wie Brokkoli, Fenchel, Rucola und Grünkohl, Mandeln, Mohnsamen, Sesam und kalziumreiches Mineralwasser
Tipp: Vitamin D fördert die Aufnahme im Darm und Vitamin K unterstützt den Einbau in die Knochen.
Magnesium
wirkt als Cofaktor (Hilfsstoff für Funktionsfähigkeit) von über 300 Enzymen. Zentrale Rolle bei der Energiegewinnung, der Muskel und Nervenfunktion sowie beim Aufbau von Knochen.
Vorkommen: Haferflocken, Naturreis und Vollkornbrot, Hülsenfrüchte wie Kichererbsen und Linsen, Bananen, Spinat, Brokkoli, Lachs, Mandeln, Sonnenblumenund Kürbiskerne sowie Zartbitterschokolade
Tipp: Vitamin B6 kann die Aufnahme im Darm fördern.
Kalium ist wichtig für die Aufrechterhaltung des Zellmembranpotenzials, die Regulation des Blutdrucks und die Funktionsfähigkeit von Nerven und Muskeln.
Vorkommen: Bananen, Kartoffeln, Aprikosen, Avocados, Hülsenfrüchte wie Linsen und Kichererbsen, Brokkoli, Zucchini, Randen und Spinat, Mandeln, Sonnenblumenkerne
Natrium und Chlorid regulieren zusammen mit Kalium den Wasserhaushalt und sind wichtig für die Nervenimpulsleitung und die Muskelfunktion.
Vorkommen: vor allem als Kochsalz (Natriumchlorid), Hartkäse, Algen, Muscheln, Sellerie, Spinat und Randen
Phosphor ist Hauptbestandteil von Knochen und Zähnen und wichtig für die Energieversorgung in Form von ATP (Adenosintriphosphat – kleine «Batterien» in den Zellen).
Vorkommen: Geflügel, Lachs, Sardinen, Milchprodukte wie Hartkäse, Quark und Naturjoghurt, Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen und Bohnen, Mandeln, Sonnenblumen und Kürbiskerne, Haferflocken, Vollkornbrot
Eisen
ist Bestandteil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin und essenziell für den Sauerstofftransport im Blut.
Vorkommen: rotes Fleisch, Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen, Spinat und Mangold, Haferflocken, Sesam, Kürbiskerne, Zartbitterschokolade
Tipp: Einnahme kombiniert mit Vitamin C fördert die Aufnahme.
Zink
ist an mehr als 200 enzymatischen Prozessen beteiligt, wichtig für das Immunsystem, die Wundheilung und den Hormonstoffwechsel.
Vorkommen: Rindfleisch, Geflügel, Käse, Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen, Mandeln, Kürbiskerne, Haferflocken, Vollkornbrot, Spinat und Erbsen
Tipp: Einnahme kombiniert mit Vitamin C fördert die Aufnahme.
Jod
ist Bestandteil der Schilddrüsenhormone, die den Energieumsatz regulieren.
Vorkommen: Meeresfisch, Algen, Eier, Milchprodukte und jodiertes Speisesalz
Selen
schützt Zellen vor oxidativem Stress, stärkt das Immunsystem und ist Bestandteil bestimmter Enzyme.
Vorkommen: Paranüsse, Eier, Sonnenblumenkerne, Fisch, Rindfleisch, Geflügel, Vollkornbrot und Haferflocken
Kupfer
ist wichtig für Bildung von Bindegewebe, Pigmenten und roten Blutkörperchen
Vorkommen: Cashewkerne, Mandeln, Sonnenblumenkerne, Rindfleisch, Austern, Eier, Vollkornbrot und Kakao
Fluorid
ist bekannt für seine Rolle bei der Zahngesundheit. Härtet in niedrigen Dosen Zahnschmelz und fördert den Schutz vor Karies.
Vorkommen: Trinkwasser, fluoridiertes Speisesalz, Sardinen, Schwarz und Grüntee, Spinat, Mangold, Mineralwasser
Mangan
ist wichtig für den Knochenstoffwechsel und die Enzymaktivität.
Vorkommen: Haselnüsse, Mandeln, Walnüsse, Haferflocken, Hülsenfrüchte wie Linsen und Kichererbsen, Gemüse wie Spinat und Mangold, Zartbitterschokolade
Chrom
unterstützt die Wirkung von Insulin im Zuckerstoffwechsel.
Vorkommen: Nüsse, Vollkornbrot, Haferflocken, Hülsenfrüchte wie Linsen und Kichererbsen, Gemüse wie Brokkoli, Äpfel, Rindfleisch und Geflügel, Bier
Molybdän
ist Cofaktor für Enzyme, die Aminosäuren und Schwefelverbindungen abbauen, begleitet Entgiftungsprozesse.
Vorkommen: Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen und Kichererbsen, Vollkorngetreide, Mandeln und Sonnenblumenkerne, Gemüse wie Spinat oder Kohl
Vitamine
Vitamine kann der Körper grösstenteils nicht selbst herstellen. Eine Ausnahme stellen Vitamin D, Vitamin K2 und Niacin dar.
Alle B-Vitamine unterstützen den Energiestoffwechsel, die Nervenfunktionen und die Blutbildung. Sie kommen in folgenden Lebensmitteln vor:
B1 (Thiamin): Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Fleisch, Sonnenblumenkerne
B2 (Riboflavin): Milchprodukte wie Hartkäse, Eier, Fleisch, grünes Gemüse
B3 (Niacin): Fleisch, Fisch, Nüsse, Hülsenfrüchte, Vollkornbrot
B5 (Pantothensäure): in nahezu allen Lebensmitteln
B6 (Pyridoxin): Bananen, Vollkorn, Kartoffeln, Fleisch und Fisch
B7 (Biotin): Eier, Nüsse, Haferflocken, Sojabohnen
B9 (Folsäure): grünes Gemüse wie Spinat und Brokkoli, Hülsenfrüchte, Vollkornbrot
B12 (Cobalamin): nur in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten
Vitamin C ist bekannt als «ImmunsystemVitamin», fördert die Wundheilung, schützt vor oxidativem Stress und verbessert die Eisenaufnahme.
Vorkommen: Zitrusfrüchte, Peperoni, Brokkoli, Beeren, Hagebutten
Vitamin A ist wichtig für die Sehvorgänge, die Haut, die Schleimhaut und das Immunsystem.
Vorkommen: Eier, Butter, Karotten, Kürbis, Grünkohl, Spinat, Süsskartoffeln
Tipp: Retinol (aktive Form) aus tierischen Quellen ist besser verfügbar als BetaCarotin (Vorstufe) aus pflanzlichen Quellen.
Vitamin D wird auch durch Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet. Unterstützt die Aufnahme von Calcium und Phosphor und ist damit für Knochen und Zähne wichtig.
Vorkommen: fettreicher Fisch wie Lachs und Hering, Eier, Pilze
Vitamin E ist ein starkes Antioxidans, das Zellen vor freien Radikalen schützt.
Vorkommen: pflanzliche Öle (Sonnenblumenöl, Weizenkeimöl), Nüsse, Samen
Vitamin K ist wichtig für die Blutgerinnung und den Knochenstoffwechsel.
Vorkommen: grünes Blattgemüse, Brokkoli, Kohl, Leber

Laura Columberg Dipl. Naturheilpraktikerin TEN mit eigener Praxis in Brugg AG. Spezialisiert auf Frauen- und Kinderheilkunde. www.praxiscolumberg.ch
Aus Schneegestäub' und Nebelqualm Bricht endlich doch ein klarer Tag; Da fliegen alle Fenster auf, Ein Jeder späht, was er vermag.
Ob jene Blöcke Häuser sind?
Ein Weiher jener ebne Raum? Fürwahr, in dieser Uniform Den Glockenthurm erkennt man kaum;
Und alles Leben liegt zerdrückt, Wie unterm Leichentuch erstickt.
Doch schau! an Horizontes Rand Begegnet mir lebend'ges Land.
Du starrer Wächter, lass' ihn los Den Föhn aus deiner Kerker Schooss!
Wo schwärzlich jene Riffe spalten, Da muss er Quarantaine halten, Der Fremdling aus der Lombardei; O Säntis, gib den Thauwind frei!
Annette von Droste-Hülshoff (1797–1848)



Eine reichhaltige vegetarische Ernährung ist für Kinder problemlos möglich.

Immer mehr Menschen entscheiden sich, ihre Ernährung anzupassen und auf Fleisch oder gar auf alle tierischen Produkte zu verzichten. Was hat es mit dieser Entwicklung auf sich? Die Berner Ernährungsberaterin Amélie Lustenberger macht reinen Tisch mit Vorurteilen und erleichtert den Neugierigen das Ausprobieren der alternativen Küche.
Corinne Kneubühler
In den letzten Jahren hat der Fleischkonsum in der Schweiz stetig leicht abgenommen. Fast jede vierte Person hat den eigenen Fleischkonsum bewusst reduziert. Besonders jüngere Menschen ernähren sich immer häufiger vegetarisch oder vegan. Auch in der Ernährungsberatung werden vegetarische und vegane Ernährungsformen immer wieder zum Thema. Amélie Lustenberger trifft in ihrer Praxis oft Eltern, deren Kinder, meist im Jugendalter, sich gerne vegetarisch oder vegan ernähren möchten. «Die Eltern machen sich Sorgen und möchten wissen, worauf sie achten sollten», erzählt die Ernährungsberaterin. Die Bedenken kreisen meistens um potenzielle Nährstoffmängel, die zu Entwicklungsdefiziten, neurologischen Problemen oder verlangsamtem Wachstum führen könnten. Amélie Lustenberger relativiert und sorgt für Klarheit: «Bei Kleinkindern würde ich die vegane Ernährung nicht empfehlen. Eine reichhaltige vegetarische Ernährung ist aber grundsätzlich problemlos.» Es muss
also klar unterschieden werden zwischen der vegetarischen und der veganen Ernährung. Während beide Ernährungsformen auf Fleisch verzichten, ist die vegane Ernährung restriktiver. Personen, die sich vegetarisch ernähren, essen Eier und Milchprodukte, wodurch sie zu allen Nährstoffen kommen und nicht weiter supplementieren müssen. Wer sich aber vegan ernährt, also ganz auf tierische Produkte verzichtet, muss auf die ausreichende Zufuhr gewisser Nährstoffe, insbesondere Vitamin B12, achten (dazu später). Es wird jedoch oft eine grössere Sache daraus gemacht, als es wirklich ist. Die Angst vor gesundheitlichen Folgen bei alternativer Ernährung stellt häufig die Realität in den Hintergrund. Krankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Probleme entstehen nicht durch das Weglassen von Fleisch (oder allen tierischen Produkten), ganz im Gegenteil. Das viel grössere Problem für die Gesundheit stellt der Überkonsum von verarbeitetem Fleisch und den darin enthaltenen gesättigten Fettsäuren dar. Damit sind
Fleischprodukte gemeint, die grosse Mengen an Konservierungsmitteln, Geschmacksverstärkern oder sonstigen Zusatzstoffen enthalten. Frisches Fleisch wird hingegen nur mit Gewürzen verfeinert oder beispielsweise in einem Räucherofen befeuert, statt mit künstlichen Aromen billig und schnell hergestellt. Es macht also Sinn, den eigenen Fleischkonsum einmal zu reflektieren und allenfalls zu reduzieren. Auch hier relativiert Amélie Lustenberger: «Man kann sich vegetarisch und vegan ernähren und sehr gesund sein, aber es ist nicht per se das, was dich gesund macht. Die ideale Ernährung würde 1–2 Stücke Fleisch pro Woche beinhalten.»
Wenn es also nicht direkt einen gesundheitlichen Grund hat, ganz auf Fleisch oder tierische Produkte zu verzichten, was bewegt viele trotzdem zu diesen Ernährungsformen? Der Hauptgrund ist nach wie vor der moralische. In der Fleischabteilung im Supermarkt wird oft Fleisch aus nicht tiergerechter Haltung zu günstigem Preis angeboten. Gerade jüngere Erwachsene und Jugendliche hinterfragen vermehrt, ob Tiere «nur» für unseren Genuss gehalten und allenfalls schlecht behandelt werden sollen. Besonders seit die Klimaaktivistin Greta Thunberg 2018 mit ihrem «Schulstreik fürs Klima» die Aufmerksamkeit der breiteren Öffentlichkeit auf die ökologischen Auswirkungen des (Fleisch-)Konsums gelenkt hat, erleben auch alternative Ernährungsformen einen Aufschwung. Neben dem reduzierten Risiko von Herz-Kreislauf-Problemen und einem tieferen Krebsrisiko sorgen die vegetarische und vegane Ernährung also vor allem auch für ein beruhigtes Gewissen


Alles nur ein Trend?
Allerdings ist der Vegetarismus keineswegs nur eine Phase rebellierender Jugendlicher, und auch keine Mode des 21. Jahrhunderts. Verschiedene religiöse Schriften zeugen bereits im 8. Jahrhundert vor Christus von fleischloser Ernährung in Indien. In Europa und der westlichen Welt war unter anderem der griechische Philosoph Pythagoras wegweisend für die Verbreitung des Vegetarismus. Pythagoras glaubte an die damals verbreitete Lehre der Seelenwanderung, wodurch es für ihn nicht vertretbar war, einen lebenden Organismus zu töten. Jahrhunderte später appellierte auch Leonardo da Vinci, aus Respekt vor dem Tierwohl auf Fleisch zu verzichten. In der Schweiz gehört der Erfinder des Birchermüeslis, Dr. Maximilian Bircher-Benner zu den Pionier*innen der vegetarischen Ernährung. Ausserdem wurde bereits 1898 das älteste rein vegetarische Restaurant der Welt, das Hiltl in Zürich, eröffnet. Damals noch als «Wurzelbunker» verspottet, zog das Hiltl immer mehr Menschen an und überzeugte mit gesunden und reichhaltigen Speisen. Der anhaltende Erfolg der Hiltl-Restaurants zeugt vom andauernden Interesse der Schweizer Bevölkerung an vegetarischem Essen. In den 1970er-Jahren forderten Tierrechtler*innen zum ersten Mal die vegane Ernährung als Endziel. Damals wie auch heute werden Vegetarier*innen und Veganer*innen oft belächelt oder gar beschimpft. Und doch schliessen sich immer mehr Menschen der Bewegung an. Die alternativen Ernährungsformen sind also kein neuzeitiger, kurzlebiger Trend, sondern seit Jahrhunderten gewachsene und entwickelte Lebensstile.


Mais und Bohnen bilden in Kombination Protein, das gut aufgenommen wird.
Hülsenfrüchte sind wertvolle pflanzliche Proteinquellen.
Darauf gilt es zu achten Wer sich, ob aus gesundheitlichen oder moralischen Gründen oder einfach aus Neugier, an der veganen Ernährung versuchen will, kann fast alle Nährstoffe, die man sonst durch tierische Produkte zu sich nehmen würde, auch in pflanzlichen Produkten finden. Es muss nicht direkt zu Ergänzungsmitteln gegriffen werden. Tatsächlich ist Vitamin B12 der einzige Nährstoff, von dem wir pflanzlich nicht genug aufnehmen können. Dem muss vorangestellt werden, dass die Supplementierung von Nährstoffen – entgegen vielen Vorurteilen – nicht ungesund ist. «Aus unterschiedlichen Gründen müssen Menschen immer mal wieder auf Supplementierungen zurückgreifen», erklärt Amélie Lustenberger. «Jod wird beispielsweise seit Jahren künstlich unserem Salz zugefügt, weil es in unseren Böden nicht genügend vorkommt und wir sonst alle Schilddrüsenprobleme hätten.»
Das Erste, worauf Veganer*innen achten sollten, ist eine ausreichende Proteinzufuhr. Der Körper benötigt Proteine zum Aufbau und zur Reparatur von Zellen und Gewebe wie Muskeln, Haut und Organen. Ausserdem tragen sie zur Regulierung des Stoffwechsels bei, sowie zur Produktion von Antikörpern und damit zur Immunfunktion. Zusätzlich dienen Proteine als Energiequelle und Reserve, wenn andere Nährstoffe nicht ausreichen. Hülsenfrüchte wie Erbsen oder Bohnen, Nüsse, Samen oder Tofu stellen wertvolle pflanzliche Proteinquellen dar. Hier kommt die Bioverfügbarkeit ins Spiel. Diese
zeigt an, wie schnell und in welchem Mass ein Nährstoff aufgenommen werden kann. Für den Menschen ist die Bioverfügbarkeit von tierischen Proteinen höher als die von pflanzlichen Proteinen, da sie unseren eigenen Proteinen ähnlicher sind. Allerdings gibt es einen Trick, mit dem die Bioverfügbarkeit von pflanzlichen Proteinen verbessert werden kann. «Man mischt einfach verschiedene Proteinquellen im Menü. Eine solche Kombination ist beispielsweise Mais und Bohnen: Mais hat die Aminosäuren, die den Bohnen fehlen. Zusammen bilden sie aber Protein, das vom menschlichen Körper gut aufgenommen werden kann», erklärt Amélie Lustenberger. Wer solche Tricks kennt, kommt ohne Probleme um künstliche Proteinpulver herum und kann den Proteinbedarf natürlich decken.
« Vegetarische Ernährung schont Gesundheit und Umwelt.
Ähnlich ist es bei den Omega-3-Fettsäuren. Diese kann der Körper nicht selbst herstellen, sie sind aber lebenswichtig und tragen zur Herz-Kreislauf-Gesundheit, der Gehirnfunktion und der Sehkraft bei. Ausserdem wirken sie entzündungshemmend und unterstützen das Immunsystem. Am meisten sind Omega-3-Fettsäuren in fettreichem Fisch, wie Lachs, enthalten. Wer sich aber ohne Fisch ernähren möchte, kommt auch über pflanzliche Quellen wie Algen, Leinsamen oder Walnüsse an die Nährstoffe.
Auch Eisenmangel wird oft mit pflanzlicher Ernährung in Verbindung gebracht, da rotes Fleisch als Hauptaufnahmequelle für den Nährstoff gilt. Allerdings muss hier der Blick ein wenig geöffnet werden. «Eisenmangel ist der häufigste Mangel bei Frauen in der Schweiz. Das hat aber weniger mit der Ernährung zu tun als einfach mit der Monatsblutung. Meine Erfahrung ist, dass Eisenmangel grundsätzlich ein Problem ist, auch bei Frauen, die Fleisch essen», so Amélie Lustenberger. Der Körper benötigt zwar nur etwa 3–4 Gramm Eisen, diese kleine Menge ist aber essenziell. Eisen trägt zur Bildung roter Blutkörperchen bei und fördert den Sauerstofftransport im Körper. Ausserdem unterstützt Eisen das Immunsystem, kognitive Funktionen wie das Gedächtnis und die Konzentration sowie den Stoffwechsel. Die geringe Bioverfügbarkeit von Eisen spielt ebenfalls eine Rolle bei Mangelerscheinungen. Wer auf tierische Produkte verzichtet, isst am besten mehr grünes Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen, um den Bedarf natürlich zu decken. Der einzige Nährstoff, der bei veganer Ernährung nicht ganz so einfach aufgenommen werden kann, ist Vitamin B12. Dieses ist wichtig für die Erneuerung von Zellen, für die Blutbildung, für den Stoffwechsel und für das Nervensystem. Einige vegane Produkte wie Fleischersatzprodukte oder Milchalternativen werden extra mit B12 angereichert. Wer sich vegan ernährt, profitiert aber von einem Nahrungsergänzungsmittel

Walnüsse sind ein wichtiger Omega3Lieferant.
(siehe Artikel Seite 19). Ausserdem lohnt es sich, alle 2–3 Jahre eine Blutuntersuchung zu machen, damit ein allfälliger Mangel möglichst bald entdeckt werden kann. B12-Mangel hat nämlich oftmals keine auffälligen Symptome und kann dadurch über längere Zeit unbemerkt bleiben.
Aller Anfang scheint schwer
«
Wer den Einstieg in die vegane Küche wagt, entdeckt neue Geschmäcker und vielfältige Gerichte.
Essgewohnheiten umzustellen, ist gar nicht so einfach. Man kocht mit den Produkten, die man kennt, und möchte sich dabei auch nicht allzu viele Gedanken machen müssen. Welche veganen Produkte gibt es denn überhaupt? Wo ist überall Tierisches enthalten? Welche meiner Lieblingsgerichte kann ich noch essen, wenn ich vegan sein will? Amélie Lustenberger hat wertvolle Tipps, um den Einstieg in die vegane Küche zu vereinfachen. «Man macht es sich oft schwerer, als es sein muss. Eigentlich ist das gar nicht so eine Hexerei», findet sie. Am einfachsten klappt der Umstieg, indem man sich eine Art Rezept-Repertoire zulegt. Das heisst: Man sucht sich einmal sieben bis acht vegane Rezepte raus, die neben Kohlenhydraten auch etwas Proteinhaltiges und viel Gemüse beinhalten, und die vor allem lecker klingen. Wenn man die erst mal beherrscht, hat man’s eigentlich schon geschafft. Besonders eignen sich beispielsweise Kichererbsen-Eintöpfe oder Menüs aus der indischen Küche, wie Curry oder ein Dal (Linseneintopf). Diese Gerichte überzeugen mit ihrer Einfachheit und sind schnell gemacht. •

Amélie Lustenberger ist diplomierte Ernährungsberaterin und praktiziert seit 2022 in Bern. In ihrer Praxis legt sie den Fokus auf die Themen Gewichtsregulation und vegetarische und vegane Ernährung. amelies-beratung.ch
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Der menschliche Körper ist ein komplexes System, das unsere Existenz begründet. Unsere Ernährung ist dabei ein wichtiger Faktor, der dazu beiträgt, dieses System am Laufen zu halten. Eine ausreichende Versorgung mit allen Nährstoffen ist dabei entscheidend. Wie das gelingt, zeigen wir Ihnen auf diesen Seiten.
Maximilian Geiger
Die Ernährung ist ein zentrales Element der gesamtheitlichen Perspektive auf ein gesundes Leben. Besonders wichtig ist es, die richtige Menge an lebenswichtigen Nährstoffen über die Ernährung aufzunehmen. Doch reichen die Nährstoffe in unseren Lebensmitteln für eine ausreichende Versorgung?
Verschiedene Arten von Nährstoffen
Unterschieden wird zwischen energieliefernden und nicht-energieliefernden Nährstoffen – Makro- und Mikronährstoffen. Zur ersten Gruppe zählen beispielsweise Kohlenhydrate, zur zweiten etwa Vitamin C und Wasser. Besonders wichtige Nährstoffe sind beispielsweise Zink, Jod und Eisen, die als Spurenelemente bzw. Mineralstoffe gelten. Manche können vom Körper gespeichert werden. Ein Zuviel an energieliefernden Nährstoffen kann zu einer ungünstigen Energiebilanz und einer Zunahme an Körperfett führen.
Der Körper ist auf ein vollständiges Spektrum an Nährstoffen angewiesen. Wenn nur ein Nährstoff unzureichend vorhanden ist, können bereits Symptome wie Müdigkeit oder Immunschwäche auftreten, mittel- bis langfristig Erkrankungen oder Fehlfunktionen die Folge sein, wie Christine Brombach, Ernährungswissenschaftlerin an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW), erklärt. Omega3-Fettsäuren beispielsweise sind im Kleinkindalter bedeutend für die Hirnentwicklung. So sollten wir möglichst regelmässig ein ganzes Bündel an Nährstoffen zu uns nehmen.
Wenn Nährstoffe fehlen
Betrachtet man Nährstoffmangel genauer, werden bestimmte Muster ersichtlich. So kommt beispielsweise Eisenmangel häufig bei Frauen, bei sich vegan ernäh-
renden Menschen, die keine Supplemente nehmen, wie auch bei hochbetagten Menschen vor. In der Schwangerschaft besteht ein erhöhter Bedarf an Omega-3- und Folsäure sowie Eisen, die durch die Nahrung aufgenommen werden müssen, um einen Mangel beim Fötus zu verhindern. Sportler*innen haben einen erhöhten Eiweissbedarf. Bei sich streng vegan ernährenden Sportler*innen muss auf eine gute Auswahl und Kombination pflanzlicher Eiweisse geachtet werden. Mangelerscheinungen können auch Ergebnis von fehlenden Enzymen, Krankheiten oder Medikamenten sein, so Brombach. Ein Beispiel hierfür ist die Laktoseunverträglichkeit, bei der aufgrund fehlender Enzyme Milchzucker nur unvollständig verdaut werden kann und Kalzium oder bestimmte Vitamine unzureichend in der Nahrung vorhanden sind.
Nahrungsergänzungsmittel –eine sinnvolle Lösung?
In der Schweiz gibt es keine generelle Unterversorgung mit Nährstoffen, weil für die Allgemeinbevölkerung Makro- und Mikronährstoffe im Angebot von Lebensmitteln grundsätzlich ausreichend enthalten sind, wie Brombach erklärt. Ernährt man sich ausgewogen und abwechslungsreich, braucht es für gewöhnlich keine Nahrungsergänzungsmittel (NEM), wie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) festhält. Neben einer ausgewogenen Ernährung sind auch die Verarbeitungs- und Zubereitungsweise von Lebensmitteln entscheidend für die Nährstoffzufuhr. So entstehen einerseits Kochverluste, das heisst Nährstoffe gehen durch das Kochen verloren, andererseits kann durch den Kochprozess ein breites Spektrum an Nährstoffen auch erst verfügbar werden. Bei Hülsenfrüchten beispielsweise werden durch das Einweichen und Kochen die Nährstoffe erst bekömmlich und unverträgliche Stoffe entfernt.
«
Supplemente sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung. »
Vom BLV als Lebensmittel eingestuft, können NEM vorübergehend sinnvoll sein, wenn einzelne Nährstoffe durch die alltägliche Ernährung in nicht ausreichenden Mengen aufgenommen werden. So sollten besonders folgende Bevölkerungsgruppen auf eine ausreichende Versorgung achten, wie Brombach erklärt: Hochbetagte, chronisch kranke Menschen und Schwangere. Im Winter ist zudem der Vitamin-D-Mangel bei einem Grossteil der Bevölkerung ein Thema.
In der Schwangerschaft besteht ein erhöhter Bedarf an Omega3und Folsäure sowie Eisen.
Die Einnahme von Supplementen sollte immer mit einer ärztlichen Fachperson besprochen werden, weil bestimmte Nahrungsergänzungen mit Medikamenten in Wechselwirkung treten können.
Fehlende Nährstoffe im Körper können aber auch noch andere Gründe haben. Durch Nahrungsmittel, die einen hohen zugesetzten Zuckeranteil oder zusätzliche Fette enthalten, wird dem Organismus ein Mehr an Nährstoffen zugeführt, die zu viel Energie enthalten, wie die Expertin erläutert. Dabei sind gleichzeitig zu wenige andere wichtige Nährstoffe vorhanden. Langfristig kann das zu einem Ungleichgewicht der Nährstoffversorgung und damit zu Nährstoffmangel führen.
Keine permanente Lösung
NEM sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung. Zum knackigen Gemüse oder frischen Obst könnte sich kein grösserer Unterschied auftun als zu den Tabletten, Flüssigampullen, Kapseln oder Pulverbeuteln, in deren Form Supplemente eingenommen werden. Und doch haben Versprechungen, wie Schutz vor Krankheiten oder von lebensverlängernder Wirkung, zu einem regelrechten Boom geführt.
Belege für den Nutzen vieler NEM für gesunde Personen gibt es kaum. Forschungen zeigen auch keinen eindeutigen Nutzen von Multivitaminen für Lebensverlängerung oder die Prävention von Krebs oder Herz-

krankheiten. NEM bringen teilweise gar Risiken mit sich, wenn der Körper mit Nährstoffen durch zu hoch dosierte Produkte oder Mehrfacheinnahme überversorgt wird. Manche Antioxidantien (ß-Carotin, Vitamin E) können sogar schaden.
Sorgsamer Umgang mit der Natur
Damit wir auch in Zukunft eine nährstoffreiche Ernährung geniessen können, sind wir auf fruchtbare Böden angewiesen. In ihnen stecken essenzielle Stoffe für Zellfunktionen, Wachstum und Stoffwechsel. «Ein sorgsamer und vorausschauender Umgang mit fruchtbarem Boden ist deshalb von entscheidender Bedeutung für eine nachhaltige Zukunft der Menschheit», unterstreicht Rolf Krebs, der zu Bodenökologie forscht. Er betont, dass auch Pflanzen und Bäume unter Nährstoffmangel leiden können. Jede Pflanzenart hat verschiedene Bedürfnisse, und auch hier ist eine ausgewogene Nährstoffversorgung entscheidend. Denn Mangelerscheinungen bei Kulturpflanzen führen zu Ertragseinbussen, was für Menschen einen Verlust an frischen, nährstoffreichen Lebensmitteln bedeutet.
Obwohl wir nicht aus der Erde spriessen, brauchen wir wie Bäume und Pflanzen Nährstoffe, um zu überleben. Um dies zu gewährleisten und auch gesund zu bleiben, müssen wir unseren Körper, unabhängig von Supplementen, stets ausgewogen versorgen. So trägt der Mensch nicht nur zu sich, sondern auch zur Umwelt Sorge. •


Supplemente können unterstützen, sind aber kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.
Ein historischer Blick auf Nährstoffmangel
Die Muster von Nährstoffbedarf und mangel beim Menschen haben eine lange Geschichte, die auf früheste Techniken der Essenszubereitung zurückführt. Brombach hebt in diesem Zusammenhang die soziale und kulturelle Bedeutung der Ernährung hervor. Die Entwicklung der Zubereitungstechniken von Rohstoffen im Meso und Neolithikum begann mit der Nutzung von Feuer vor rund 1 Mio. Jahren. Erst als man während der Industrialisierung anfing, Lebensmittel zu kühlen und zu sterilisieren, wurden in der Nahrungsaufbereitung grosse Sprünge gemacht. Nährstoffmangel war damals eine Folge der beschränkten Zugänglichkeit bestimmter Lebensmittel aufgrund der sich ausbildenden Klassengesellschaft und der Nahrungsunsicherheit in Kriegszeiten.
Seit dem 19. Jahrhundert bis heute kann man in der westlichen Welt tendenziell eine allgemeine Nahrungssicherheit verzeichnen. In Nachkriegszeiten, wie etwa in den Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg, lässt sich wiederum eine Veränderung des Angebots feststellen. Nährstoffmangel hat nämlich nicht nur mit einem mangelnden Angebot an Lebensmitteln zu tun, sondern resultiert er auch aus einem Überangebot, das jederzeit verführt, zu (viel und unausgewogen zu) essen.
Dieser Beitrag basiert auf Interviews mit Prof. Dr. Christine Brombach (Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften, Forschungsgruppe für LebensmittelSensorik) und Prof. Dr. Rolf Krebs (Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften, Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen).
Weitere Literatur:
Nährstoff Mini Guide. Mangel und Symptome leicht erkennen –James Thomas Batler, Epubli, 2024 Faktencheck. Nahrungsergänzungsmittel. Welche Vitalstoffe und Extrakte wirklich sinnvoll sind – Martin Auerswald, herbig, 2023

Die Gemmotherapie nutzt Knospen sowie Triebspitzen von Bäumen und Sträuchern als kraftvolle Heilmittel. Über Jahrhunderte hinweg genutzt und reich an verschiedenen Inhaltsstoffen, werden sie in Eigenregie oder nach Empfehlung der Naturheilpraktiker*in angewendet. Mit etwas Geschick lassen sich die Gemmopräparate sogar selbst herstellen.
Yvonne Rossel
Die Gemmotherapie beruht auf der Idee, dass aus Knospen sowie aus Triebspitzen stärkende und heilende Arzneien gewonnen werden können. Bereits im Mittelalter wurden die Menschen auf die Wirkung dieser Heilkraft aufmerksam, doch fehlten ihnen die Möglichkeiten, die Auszüge zu konservieren. Berühmt war eine Pappelknospensalbe, die bereits in der Antike gegen Hautschrunden und Hämorrhoiden eingesetzt wurde. Auch Hildegard von Bingen (1098 – 1179) schrieb detaillierte Informationen zu verschiedenen Knospen auf. Als Begründer der eigentlichen Gemmotherapie gilt Dr. Pol Henry (1918 – 1988). Seine Untersuchungen zeigten, dass sich aus einem ausgewogenen Gemisch aus Glycerin, Wasser und Alkohol mehr Inhaltsstoffe herauslösen lassen als bei einem rein alkoholischen Auszug, wie es bei Tinkturen üblich ist. Durch dieses Verfahren wird das sogenannte Gemmomazerat gewonnen, dessen Mischung stabil bleibt und mindestens zwei Jahre haltbar ist. Zudem werden die verschiedenen Inhaltsstoffe wie Aminosäuren, Pflanzenhormone, Flavonoide und Vitamin C schonend haltbar gemacht.
Kraftvolle Wirkung
Knospen setzen sich aus vielen teilungsaktiven Zellen zusammen, die eine geballte Energie aufweisen. Stellen Sie sich einen Pflanzenteil vor, der sogar Asphalt aufbrechen kann. Dies passiert mithilfe der Kraft der Knospe. Gemmo bedeutet nebst Knospe auch Juwel, also etwas «Zusammengeballtes». Die Knospe hat das gesamte zukünftige Pflanzenorgan in sich verdichtet. Dies bietet die perfekte Ausgangslage für ein potentes Heilmittel. In der Knospe sind sämtliche Informationen enthalten, die eine Pflanze benötigt, um zu wachsen und sich zu entwickeln. Die Wirkung der Gemmomazerate beruht auf der Stimulation der Immunabwehr und der Ausleitung von Schadstoffen und Harmonisierung von gestörten Funktionen. Die Gemmotherapie spricht die
Regulation von Organsystemen wie beispielsweise der Ausscheidungsorgane oder Hormonsysteme an. Nach der Erfahrung von Dr. Pol Henry wirken Gemmopräparate stimulierend auf verschiedene Bluteiweisse (Globuline). Er entdeckte, dass manche Bäume und Sträucher, die in Biotopen zusammen vorkommen, ähnliche Wirkungen auf die Globuline haben. So helfen in feuchten Lebensräumen wachsende Pflanzen wie die Erle, die Hainbuche oder die Schwarze Johannisbeere bei akuten Erkrankungen, während Pflanzen, die an ausgesprochen trockenen Standorten leben, bei chronischen Erkrankungen hilfreich sein können. Das sind zum Beispiel der Wacholder, die Edelkastanie, die Weinrebe, der Olivenbaum oder die Bergkiefer. Bei Erschöpfung und Müdigkeit tun die Preiselbeere und das Heidekraut ihre Dienste.
So dosieren Sie Gemmopräparate richtig Die Knospenextrakte sprayt man sich direkt in den Mund. Dabei muss ein Abstand von zehn Minuten zu jeglichen Mahlzeiten und Getränken eingehalten werden. Somit ist die Feinverteilung auf der Mundschleimhaut sichergestellt und das Naturheilmittel wird gut aufgenommen. Dank des Glycerins schmecken die Sprays leicht süsslich. Deshalb ist die Gemmotherapie bei Kindern beliebt. Sie reagieren besonders gut auf die Verabreichung von Gemmopräparaten. Womöglich ist ihr junger Körper besonders reaktiv und lässt sich sehr gut durch diese Therapie beeinflussen.
Gemmopräparate sind auch für Schwangere einsetzbar. Der Alkoholgehalt in drei Sprühstössen ist vernachlässigbar. Es gibt nur wenige Gemmopräparate, die kontraindiziert sind: Rosmarin, Wacholder, Weidenrinde, Stechpalme und Immergrün. Bei akuten Beschwerden soll das Präparat mehrmals täglich bis halbstündlich angewendet werden. Bei chronischen Beschwerden wird es morgens und abends über längere Zeit angewendet. Die Dosierung ist je nach Alter 1–3 Sprühstösse pro Anwendung.
Breites Einsatzgebiet der Gemmo-Therapie
Gemmo-therapeutisch ist gegen jede Krankheit ein Baum oder Strauch gewachsen! Im Handel existieren rund 50 verschiedene Gemmopräparate. Sie werden bei allen möglichen Indikationen eingesetzt. Einige bekannte Präparate sind:
Brombeerstrauch (Rubus fruticosus): Lungen- und Knochenmittel Wirkt anregend auf die Knochenbildung und regenerierend auf das Lungengewebe Unterstützend bei Osteoporose, Arthrose, Lungenkrankheiten, als Post-Covid-Mittel
Feigenbaum (Ficus carica): Mittel gegen psychische Leiden Wirkt angstlösend, antidepressiv, beruhigend, krampflösend
Unterstützend bei Unruhe, Angst, Depression, Schlafstörungen, Stress, Erschöpfung, Prüfungsangst, Magenbrennen (auch in der Schwangerschaft), Bettnässen, Traumata jeder Art
Feldulme (Ulmus minor): Hautmittel Wirkt antientzündlich bei Hautproblemen, juckreizlindernd Unterstützend bei trockenen und chronischen Ekzemen, Hautausschlag, Akne, Psoriasis (Schuppenflechte), Fieberblasen, Gürtelrose, zur Wundheilung nach Verbrennungen, Windeldermatitis (äusserlich verdünnt mit Wasser)
Hagebutte (Rosa canina): Mittel für die oberen Atemwege Wirkt antiviral, immunstärkend, antiallergisch Unterstützend bei Entzündungen im Rachen, Erkältung, Fieber, trockenem Schnupfen, Infektanfälligkeit, Ohrenschmerzen, Stirnkopfschmerzen, Migräne, Wachstumsschmerzen, Aphthen
Hängebirke (Betula pendula): Typisches Kindermittel Wirkt entwicklungsfördernd, antientzündlich, entspannend, regenerierend Unterstützend bei Schulkopfschmerzen, Wachstumsschmerzen, Konzentrationsschwäche, ADHS, Rheumabeschwerden
Haselstrauch (Corylus avellana): Entzündungshemmendes Mittel Wirkt tonisierend, entzündungshemmend und fiebersenkend
Unterstützend bei chronischen Lungenerkrankungen, chronischen Halsschmerzen, chronischen Kopfschmerzen, Gefässerkrankungen (zu hohe Cholesterinwerte)

Die Knospe des Brombeerstrauchs gilt als Lungen und Knochenmittel.
Himbeerstrauch (Rubus idaeus): Frauenmittel Wirkt entspannend und krampflösend, schmerzstillend, regulierend auf das weibliche Hormonsystem Unterstützend bei Menstruationsbeschwerden, PMS, Krämpfen und Entzündungen im Gebärmutterbereich, Wechseljahrbeschwerden
Lindeblüte (Tilia tomentosa): Schlafmittel Wirkt beruhigend, angstlösend, nervenstärkend und krampflösend Unterstützend bei Ein- und Durchschlafstörungen, Prüfungsangst, Depression, Stress, Koliken, verkrampfter Muskulatur, bei Kindern gegen Konzentrationsschwäche, ADHS und Unruhe
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum): Generalist bei Allergien und Infekten Wirkt antiallergisch, entzündungshemmend, abwehrstärkend, schmerzlindernd, aufbauend Unterstützend bei akuten Entzündungen, Heuschnupfen, Allergie, akutem Schnupfen, schleimigem Husten, Akne, Ekzemen, Herpes, Aphthen, Nesselfieber, Gastritis, Reizdarm, Migräne, akuter Blasenentzündung, Mundsoor
Olivenbaum (Olea europaea): Gefässmittel Wirkt verbessernd auf die arterielle Durchblutung, blutdruckregulierend, cholesterinsenkend Unterstützend bei Arterienverkalkung, Bluthochdruck und zu hohem Cholesterin


Rosmarin (Rosmarinus officinalis): Lebermittel Wirkt leberschützend, leberentgiftend, gallenflussanregend, gewichtsregulierend, cholesterinsenkend Unterstützend bei akuten Infekten, Leber-GalleStörungen, Darmkoliken, Magenbrennen, Ekzemen, Nesselfieber, Antriebslosigkeit •

Rezept zur Herstellung eines Gemmopräparates
Gemmopräparate sind in Drogerien und Apotheken erhältlich oder lassen sich selbst herstellen. Es gilt, den idealen Zeitpunkt im Frühling abzuwarten. Die Haselknospe gehört zu den ersten, die sich zeigen und kann bereits im Januar erntereif sein. Die Knospen sollten kurz vor dem Aufspringen, aber noch geschlossen sein. Zudem ist es wichtig, einen möglichst natürlichen Standort auszuwählen. Meiden Sie befahrene Strassen und frequentierte Hundespazierorte. Beim Sammeln knipst man mit den Fingern die ganze Knospe ab. Wichtig ist, immer mindestens ein Drittel der Knospen stehen zu lassen. Die Pflanze soll überleben. Sammeln Sie für den Eigengebrauch rund ein Gramm. Sie werden sehen, dass dies bereits viele Knospen verlangt. Die Knospen am besten zu Hause mit einem Messer mit Keramikklinge klein schneiden.
• 1 g Knospen, geschnitten
• 10 g Glycerin 85 %
• 7,3 g Trinkfeinsprit 96 %
• 2,7 g destilliertes Wasser
Alles zusammen in einem verschlossenen, braunen Tropfglas für drei Wochen ruhen lassen. Einmal täglich leicht bewegen. Nach drei Wochen durch eine Gaze abfiltern. Nun ist ein Gemmokonzentrat entstanden. Dies verdünnt man nochmals 1:10, also auf ein sogenanntes D1:
• 20 ml Gemmokonzentrat
• 90 ml Glycerin 85 %
• 66 ml Trinkfeinsprit 96 %
• 24 ml destilliertes Wasser
Es hat sich gezeigt, dass die Verdünnung genau so gut wirkt wie das Konzentrat. Aus diesem Grund sind auch im Fachhandel die Gemmopräparate auf D1 verdünnt.




Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in Mitteleuropa, und auch weltweit eine der verbreitetsten Diagnosen. Noch immer gibt es viele Krebsarten, für die es gar keine Heilung gibt. Die Behandlung ist einschneidend und bringt viele Nebenwirkungen mit sich. Auch die psychischen Auswirkungen sind nicht zu unterschätzen. Die Phytotherapie birgt die Möglichkeit, die Beschwerden von Krebserkrankten zu lindern und ihr Wohlbefinden zu fördern.
Corinne Kneubühler
Die Geschichte der Krebsbehandlung reicht zurück bis in die Antike, zu Hippokrates (460–360 v. Chr.), der Tumore erstmals als solche benannte. Er verwendete das Wort «karkínos» (griechisch für Krebs) für eiternde und nicht verheilende Knoten und das Wort «karkínom» für bösartige Tumore. Hippokrates glaubte, dass ein Ungleichgewicht der vier wichtigsten Körperflüssigkeiten bzw. -säfte (Blut, Phlegma, gelbe und schwarze Galle – Übersicht im «natürlich» Nr. 10/25) Krankheiten verursacht. Für Krebs machte er eine zu hohe Konzentration schwarzer Galle im Fleisch verantwortlich und schlug Diät, Ruhe und Bewegung zur Behandlung des Ungleichgewichts vor.
Hippokrates’ Theorie der schwarzen Galle wurde vom Alten Griechenland ins Alte Rom und in die Schriften von Galen von Pergamon (129–216 n. Chr.) überliefert. Dieser verwendete das Wort «onco» (griechisch für Masse oder Schwellung), um Tumore zu beschreiben, weshalb die Untersuchung und Behandlung von Krebs heute als «Onkologie» bezeichnet wird.
In der heutigen Krebsbehandlung wird häufig von der integrativen Onkologie gesprochen. Diese vereint die wirksamsten bekannten schul- und komplementärmedizinischen Behandlungsformen über die gesamte Dauer der Krebserkrankung hinweg. Der Wunsch, komplementärmedizinische Methoden in die eigene Behandlung einzubringen, kann aus vielerlei Gründen auftreten. Oft möchten Patient*innen eine aktive Rolle einnehmen und selbst etwas zur Behandlung beitragen. Ausserdem können durch eine solche Ergänzung das Immunsystem und der Stoffwechsel angeregt werden und der Organismus als Ganzes wird unterstützt. Nicht zuletzt hilft sie dabei, sich vor Angst oder Isolation zu schützen und das mentale Wohlbefinden
zu stabilisieren – den komplementären Methoden wird auch eine spirituelle Dimension zugesprochen. Allein kann die Komplementärmedizin den Krebs aber weder heilen noch direkt bekämpfen. Deshalb wird die integrative Onkologie empfohlen. Zu den komplementären Behandlungen gehören zum Beispiel die klassische Homöopathie, die anthroposophische Medizin (dazu gehört die Misteltherapie, siehe S. 63), die Traditionelle Chinesische Medizin oder eben die Phytotherapie. «Phyto» kommt aus dem Lateinischen und bedeutet «Pflanze» oder «pflanzlich». Hier gibt es allerdings schnell einmal Verwechslungsgefahr: Während die Phytotherapie die Pflanzenheilkunde meint, geht es bei der Phytomedizin um die Heilung von, nicht mit, Pflanzen.
Die Pflanzenheilkunde/Phytotherapie ist eine der ältesten medizinischen Therapien. Sie ist auf der ganzen Welt und in allen Kulturen verbreitet. Die Naturheilkunde beruht auf der Anwendung von Pflanzen entsprechend ihrer empirisch entdeckten Eigenschaften sowie auf den modernen Erkenntnissen der Forschung.
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Die Phytotherapie verbindet traditionelles Wissen mit moderner Medizin.

Entsprechende pflanzliche Medikamente werden meist aus verschiedenen Kombinationen zusammengestellt und sind in diversen Formen zu finden, von Tabletten über Tees, Salben und Tinkturen bis zu Bädern und Breiumschlägen. Damit das gewählte Präparat nicht in ungewollte Wechselwirkung mit der schulmedizinischen Behandlung tritt, sollten phytotherapeutische Medikamente nur in Absprache mit einer Fachperson, am besten mit dem*der behandelnden Ärzt*in angewendet werden. Anzumerken ist, dass bestimmte Medikamente der Schulmedizin ebenfalls aus Pflanzenextrakten bestehen.
Ceres, ein Unternehmen, das hochwertige Urtinkturen aus frischen Heilpflanzen entwickelt und produziert, stellt auch Medikamente her, die in der integrativen Onkologie und Palliativmedizin eingesetzt werden können. Hier betont man: Die eigenen Präparate dienen «zur Linderung von Symptomen, zur Stärkung der Lebensqualität und zur Förderung innerer Balance». Diese Symptome kommen dabei nicht nur vom wuchernden Tumor selbst, sondern auch von der Chemotherapie, einer der Behandlungsmethoden bei Krebs.
Die häufigsten Nebenwirkungen der Chemotherapie sind Übelkeit und Erbrechen, Erschöpfung (FatigueSyndrom), Haarausfall, Schleimhautentzündungen und Blutbildveränderungen. Dies liegt daran, dass die bei der Chemotherapie eingesetzten Medikamente das Wachstum aller Zellen, nicht nur der Tumorzellen, hemmen. Besonders schnell wachsende Zellen werden dabei mehr geschädigt als langsamer wachsende. Zu diesen schnell wachsenden gehören die Tumorzellen, aber eben auch Haarwurzelzellen, Schleimhautzellen von Mund und Magen-Darm-Trakt oder Zellen des Knochenmarks.
Pflanzliche Tinkturen können die Nebenwirkungen der Chemotherapie lindern.
In der onkologischen Begleitung können beispielsweise Urtinkturen aus Bitterstoffpflanzen wie Schafgarbe oder Wermut den Appetit anregen, die Mariendistel kann die Leberfunktion unterstützen und Rosmarin bei Erschöpfung hilfreich sein. Urtinkturen aus Passionsblume, Johanniskraut und Baldrian können Ruhe, Schlaf und die seelische Stabilität fördern. Ausserdem erklärt Ceres, dass viele Patient*innen aus der Begegnung mit einer Pflanze, zu der sie eine persönliche Beziehung entwickeln, Sinn, Vertrauen und innere Stärke gewinnen können. Diese Aspekte finden in der integrativen Onkologie zunehmend Beachtung. •
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Die Phytotherapie kann die Beschwerden von Krebserkrankten lindern. »
Beitrag «Krebsbehandlung damals und heute» von Bayer.com, 5. September 2025. Aufgerufen am 7.11.2025. Broschüre «Komplementärmedizin bei Krebs» der Krebsliga Schweiz, 2. Auflage 2019.


Wie hat Professor Dr. med. Thierry Carrel seine Karriere als weltweit gefragter Herzchirurg erlebt? Wie fand er nach dem belastenden Abgang von seiner «Herzensklinik» am Inselspital neue Möglichkeiten, um herzkranken Menschen zu helfen? Wie organisiert man einen dicht gefüllten Arbeitsalltag, und wie wird man «bester Ausbildner Europas»?
Thierry Carrel erzählt offen aus seinem Leben. Warum Gespräche mit Patientinnen und Patienten für ihn zentral sind. Welche Vor bilder ihn geprägt haben. Weshalb er sich herzkranken Kindern in fernen Ländern widmet. Was sein Grossvater ihm mit auf den Lebensweg gab. Und wie er damit umgeht, nahe bei Leben und Tod zu sein.
In diesem Buch kommen auch Patientinnen und Patienten zu Wort. Wie haben sie Operationen überstanden? Wovor hatten sie Angst? Und wie geht es ihnen heute?
Ein Buch, das über den ersten Band «Von Herzen» (Weber Verlag 2015) hinausgeht und viel über Durchhaltekraft, Liebe zum Beruf und Menschlichkeit zeigt.
Thierry Carrel © 2025
440 Seiten, 16 × 23 cm, gebunden, Hardcover Mit 170 Abbildungen. ISBN 978-3-03818-653-3 CHF 39.–
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In der Regel ist es das Leben selbst, das uns Demut lehrt. Es tut es meist dann, wenn es uns unsere Grenzen aufzeigt, im Guten wie im Schlechten. Wer lernt, die Unwägbarkeiten des Lebens annehmen zu können, findet darin eine Kraft, die die Seele mit Frieden erfüllt.
Markus Kellenberger
Vielleicht liegt es am Alter, vielleicht auch an der wachsenden Lebenserfahrung, vermutlich aber an beidem. Wo ich früher mit dem persönlichen Schicksal und dem Weltgeschehen haderte und mich in sinnlose Kämpfe verwickelte, ist mittlerweile wohltuende Stille eingekehrt. Ehrlicherweise nicht immer, aber immer öfter. Das hat mit meiner wachsenden Bereitschaft zu tun, das Leben nicht mehr als etwas zu betrachten, das ich um jeden Preis kontrollieren muss, sondern als etwas, das sich grösstenteils meinem Einfluss entzieht. Diese Einsicht ist schmerzlich, aber der erste Schritt hin zu einem inneren Frieden, aus dem ich die Kraft schöpfe, aus dem, was ist, immer wieder das Beste zu machen – und mich immer wieder voller Mut auch für das einzusetzen, wofür mein Herz schlägt, auch wenn die Erfolgsaussichten gering sind. Das Wort, das diesen Zustand zusammenfasst, heisst Demut.
Demut ist etwas Bodenständiges
Mein alter Brockhaus definiert den Begriff so: «In der Demut akzeptiert der Mensch seine eigenen Grenzen und stellt sich unter das Gebot der Gottes- und Nächstenliebe. Demut ist somit von serviler Gesinnung ebenso abzuheben wie von Minderwertigkeitsgefühlen; sie ist vielmehr Ausdruck für das Bewusstsein von der Würde des Menschen.» Demut ist also nichts Schwächliches, sondern etwas sehr Bodenständiges. Sie erinnert uns daran, dass wir nicht die «Krone der Schöpfung» sind, die alles nach Lust und Laune bestimmt, sondern Teil eines grossen Ganzen. Der Psychiater und Jesuit Eckhard Frick nennt Demut gar eine «besondere Art der Erdung», die uns befähigt, Grenzen zu akzeptieren – die eigenen und die der Welt. «Demut», sagt er, «hält uns auf dem Boden und bewahrt uns vor unserem eigenen und oft selbstzerstörerischen Hochmut.»
Demut bedeutet also nicht, sich kleinzumachen, sondern sich und seine Möglichkeiten realistisch zu sehen. Sie ist kein Gefühl, sondern eine Haltung, die uns hilft, die Dinge so zu sehen, wie sie sind – nicht durch die Linse unseres Egos, sondern durch das weite Auge des Herzens. Demut schenkt uns ein klares, friedliches Selbstbild. Die US-amerikanische Psychologin Pelin Kesebir hat untersucht, was Demut mit Menschen macht, und festgestellt: Menschen, die bereit zur Demut sind, leben gesünder, gelassener, sind sozial verbundener, und sie fühlen sich weniger von Schicksalsschlägen überrollt, weil sie das Unvermeidliche annehmen können. Wer demütig ist, kämpft weniger gegen die Realität, sondern arbeitet mit ihr, und das spart Energie.
Die Befreiung der Seele
Die Demut wird oft auch als Meistertugend bezeichnet, weil sie andere Tugenden wie Mitgefühl, Dankbarkeit und Gelassenheit erst möglich macht. Aus spiritueller Sicht kann man deshalb sagen, sie ist der Boden, auf dem die Liebe wächst, denn sie bringt uns mit unserer Menschlichkeit in Berührung, das heisst, sie macht uns unsere Schwächen bewusst, aber auch unsere Würde. Ein demütiger Mensch weiss, dass er nicht besser und auch nicht schlechter ist als andere. Er kennt seine Stärken und seine Grenzen, und er darf ohne Selbstkasteiung irren und daran auch wachsen.
Demut ist also kein Zeichen von Schwäche oder Defätismus, sondern von seelischer Reife. Sie befreit uns von der Vorstellung, alles kontrollieren, erklären oder besitzen zu müssen. Und genau daraus erwächst eine Gelassenheit, in der eine gewaltige Kraft steckt – die stille und heilsame Kraft des Vertrauens. Auch gesellschaftlich wäre diese Kraft heilsam und vor allem dringend nötig. In einer Zeit, in der viele mit der eigenen Meinung poltern und Andersdenkende diffamieren, wirkt Demut wie ein sanftes Gegengift. Sie lädt ein, einander wieder zuzuhören und sich dabei selbst nicht zu wichtig zu nehmen. Nur so können Brücken zwischen Menschen, Meinungen und Welten entstehen.
Wege zur Demut
Wie aber lernt man Demut? Ganz bestimmt nicht, indem man sich kleinmacht oder willenlos unterordnet, denn wahre Demut ist keine Unterwürfigkeit, sondern eine Offenheit des Herzens. Sie entsteht, wenn wir uns mit dem Leben versöhnen. Demütige Menschen haben ein ehrliches, freundliches Verhältnis zu sich selbst. Sie wissen um ihre Schattenseiten, ohne sich dafür zu verurteilen. Sie hören auf, alles kontrollieren zu wollen –und erlauben sich, einfach nur ein Mensch zu sein, der auch das Recht hat, Fehler zu begehen. Wer sich erlaubt, unvollkommen zu sein, lebt leichter und gütiger, auch mit anderen.
«
Demut ist kein Gefühl, sondern eine Haltung, die uns
hilft,
die Dinge so zu sehen, wie sie sind. »
Staunen und Ehrfurcht sind übrigens die Schwestern der Demut. Sie lassen uns die Welt wieder mit Kinderaugen sehen. Die Weihnachtszeit mit ihren vielen Wundern und Mythen ist dafür ein gutes Übungsfeld. «Wer sich nicht in Ehrfurcht verlieren kann, ist seelisch bereits tot», sagte einst Albert Einstein. Staunen zu können und dabei auch Ehrfurcht zu empfinden, macht uns grosszügiger, sozialer, friedlicher und eben auch demütiger. Manchmal genügt dazu ein stiller Moment, dem wir uns öffnen können. Das mag ein im Dunkeln brennendes Kerzlein sein, das Rauschen des Windes, ein Blick in ein vertrautes und geliebtes Gesicht oder die Erkenntnis, dass wir nicht alles beherrschen und wissen müssen. Wenn wir uns dem voller Vertrauen hingeben, dann wird Demut zu dem, was sie im Kern ist – eine leise Verneigung vor dem Wunder des Lebens. •
Anselm Grün: «Staunen – die Wunder des Alltags entdecken», Verlag Herder, 2024
Annette Behnken: «Demut – Hymne an eine Tugend», Verlag KomplettMedia Bücher, 2021
Haben Sie Fragen?
Markus Kellenberger begleitet Menschen auf der Reise ins Innere und beantwortet Ihre Fragen aus den Bereichen Leben, Liebe, Glaube und Spiritualität persönlich und ganzheitlich. m.kellenberger@weberverlag.ch

Verschneite Wälder, malerische Kulissen, frische Winterluft – beim Langlaufen fühlt man sich wie in einer anderen Welt. Genauso spektakulär wie das Panorama ist auch der Einfluss auf den Körper. Die Sportart hält bis ins hohe Alter fit und hat sogar einen positiven Einfluss auf die Psyche.
Langlauf ist ein Ganzkörpertraining par excellence», betont Andreas Schaad, Präsident von Loipen Schweiz. «Herz, Kreislauf, Muskulatur, Koordination – alles arbeitet mit.» Kaum eine andere Sportart aktiviert so viele Muskeln wie Langlauf: 90 bis 95 Prozent des gesamten Körpers werden dabei beansprucht. Trotz der körperlichen Anstrengung ist Langlauf schonend für die Gelenke. Damit ist der Sport für jedes Alter und fast jede körperliche Verfassung geeignet. «Auf der Loipe begegnen sich Generationen mit einem Lächeln», erzählt Schaad. Langlaufen ist nicht nur gut für den Körper, sondern auch für die Psyche. Während man durch verschneite Landschaften gleitet und die Natur auf sich wirken
lässt, kann der Geist langsam zur Ruhe kommen. Unberührte Natur und verschneite Wälder – der Ausblick, der sich beim Langlaufen bietet, ist unvergleichlich. Besonders schön ist, dass man jederzeit eine kleine Pause einlegen kann, um das Panorama zu geniessen. «Langlauf entschleunigt und fordert zugleich. Diese Mischung ist einzigartig», schwärmt Schaad.
Was rät der Experte allen, die sich überlegen, mit Langlauf zu beginnen? «Einfach loslegen! Am besten auf einer gut präparierten Loipe und idealerweise mit einem kurzen Einführungskurs», meint Schaad. Für
das erste Mal mietet man am besten die Ausrüstung. Eine kompetente Beratung hilft dabei die Ausrüstung zu finden, die zu Technik, Körpergrösse und Können passt. «Ganz wichtig dabei sind gutsitzende Schuhe, die stabilen Halt und direkte Kraftübertragung gewährleisten», betont Schaad.
Ein weiterer grosser Vorteil des Langlaufens ist die gutn-Tipps Erreichbarkeit. Man muss sich nicht mit endlosen Schlangen am Skilift herumquälen. Bei der Loipe angekommen, kann es direkt losgehen. Zusätzlich ist ein Tagesticket für die Loipe wesentlich günstiger als ein Ticket für den Skilift.
Die richtige Wahl
Wer mit Langlauf beginnen möchte, dem stellt sich schnell die Frage: klassisch oder Skating? «Klassisch ist der natürlichere Einstieg; wer gerne wandert, wird das mögen», rät der Experte. Skating hingegen ist sportlicher und dynamischer. Man gleitet ähnlich wie beim Schlittschuh- oder Rollschuhlaufen über den Schnee. «Am besten probiert man beides, der Körper sagt einem schnell, was besser passt», empfiehlt Schaad. Egal welche Technik man wählt, gut für Ausdauer und Koordination sind beide. Skating fordert zusätzlich dazu Kraft und Dynamik. Noch besser, als sich auf eine Technik festzulegen, ist der regelmässige Wechsel zwischen den beiden: Das trainiert den Körper ganzheitlich und hält den Kopf frisch. •
Marathon-Strecke, Engadin
Auf 42 Kilometern erstreckt sich von Maloja bis Schanf ein wahres LanglaufParadies. Das Schöne ist, dass man in fast jedem Dorf wieder aufhören und die Strecke so an die individuellen Bedürfnisse anpassen kann. engadin.ch
Erlebnisloipe Bolzli, Einsiedeln
Auf der Erlebnisloipe in Einsiedeln können Kinder spielend ihre Koordination trainieren und das Langlaufen üben.
loipe-bolzberg.ch
Nachtloipe, Kandersteg
Die Nachtloipe Kandersteg ist bei guten Schneeverhältnissen von Montag bis Samstag bis 21 Uhr beleuchtet. Die Rundstrecke führt durch die schöne Talebene. adelboden-lenk-kandersteg.ch
Andreas Schaad ist Präsident von Loipen Schweiz. Dem Verband sind 117 Langlauforganisationen in der deutsch- und italienischsprachigen Schweiz angeschlossen. Der Verband hat die Aufgabe, die verschiedenen Organisationen aktiv zu unterstützen, die Zusammenarbeit zu koordinieren und den Langlauf als Breitensport zu fördern. www.langlauf.ch

Beim Skating gleitet man ähnlich wie beim Schlittschuh oder Rollschuhlaufen über die Loipe.
Es ist 22.00 Uhr an einem verschneiten Freitag im Dezember. Durch das Fenster einer beliebigen Hochhauswohnung in einer beliebigen Schweizer Stadt flackert bläuliches Licht. Drinnen sitzt eine Frau mittleren Alters vor dem Fernseher.
Der deutsche Tatort läuft, doch so wirklich involviert in die Handlung ist sie nicht –will sie auch nicht unbedingt sein. Die vertrauten Stimmen genügen ihr.
Claude Bohler
Tausende Schweizer*innen tun es ihr gleich, alle in ihren eigenen Wohnungen, auf ihrem eigenen Sofa. Als einsam würden sich die meisten von ihnen nicht bezeichnen, als grosse Tatort-Fans ebenfalls nicht. Wenn sie denn jemand fragen würde.
Wenn dann die alljährlichen Festtage unaufhaltsam näherrücken, wo man sich mit seinen Liebsten treffen sollte… Nun, dann gibt es nichts mehr zu verleugnen –zumindest nicht gegenüber sich selbst. Klar, vor und nach Weihnachten findet immer ein netter Austausch mit den netten Arbeitskolleg*innen statt. Nur gehen die Gespräche selten über das Alltägliche hinaus – und das gehört sich auch so, unter Arbeitskolleg*innen.
Und überhaupt: Nur weil jemand oft allein ist, ist er oder sie noch lange nicht einsam! Oder? Schön ist das latente Gefühl von Einsamkeit nicht, einverstanden. Deswegen gleich zu einer Beratungsstelle zu rennen, empfinden viele als übertrieben, oder sogar beschämend.
Die obige Geschichte ist zwar fiktiv, die dahinterliegende soziale Krise jedoch nicht. Laut einer Befragung des Bundesamts für Statistik (BfS) fühlt sich mehr als ein Drittel der Schweizer Bevölkerung manchmal oder oft einsam. Besonders betroffen sind Jugendliche und Menschen im Pensionsalter. Grundsätzlich ist es normal, sich ab und zu einsam zu fühlen, etwa nach dem Umzug oder dem Start einer neuen Arbeitsstelle. Erst wenn Einsamkeit zum dauerhaften, belastenden Zustand wird, ist sie
für die eigene Gesundheit problematisch. Die Folgen sind mental sowie körperlich und gehen von Depressionen über Schlafstörungen bis hin zu einem erhöhten Risiko für Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, was die allgemeine Lebenserwartung verringert. Aufgrund des gesellschaftlichen Stigmas schämen sich Betroffene aber oft zu sehr, um Hilfsangebote von Beratungsstellen in Anspruch zu nehmen. Um den Weg aus der Einsamkeit ein wenig zu erleichtern, stellen wir an dieser Stelle niederschwellige Massnahmen vor, die alle im eigenen Alltag umsetzen können.


1. Eingeständnis gegenüber sich selbst
Seien Sie ehrlich mit sich selbst. Sich die eigene Einsamkeit einzugestehen, ist ein Zeichen von Stärke und der erste Schritt zur Besserung. Einsamkeit ist ein quälendes Gefühl, ihre Empfindungen sind echt und valide
2. Transparenz gegenüber dem Umfeld Öffnen Sie sich gegenüber einer Person, die Ihnen nahesteht. Die eigene Einsamkeit kann dabei sinngemäss über Aussagen zur eigenen Befindlichkeit thematisiert werden («Manchmal weiss ich schon am Nachmittag nicht mehr, wie ich den Rest des Tages verbringen soll»), wenn man sie nicht wörtlich («Ich fühle mich einsam») aussprechen möchte. Das gibt dem Gegenüber die Möglichkeit, der einsamen Person ein Zeitgeschenk zu machen. Also mit ihr spazieren, ins Kino oder gemeinsam essen zu gehen. Der Anstoss kommt so von aussen, womit sich nicht die Person aufraffen muss, die sich nicht mehr aufraffen kann.
3. Alleinsein als Freiraum Alleinsein kann geübt und zum Genuss werden. Strukturieren Sie den Tag, anstatt allein herumzusitzen. Backen Sie beispielsweise vormittags ein Brot, organisieren Sie nachmittags ein Geburtstagsgeschenk für jemanden und schauen Sie abends einen Ihrer Lieblingsfilme. So kann Zeit, die man allein verbringt, aktiv gestaltet werden.
4. Umfeld erweitern
Wer sich in Gesellschaft anderer Leute ständig einsam fühlt, umgibt sich möglicherweise mit den falschen Leuten. Überlegen Sie, was Sie ausmacht und was Ihnen wichtig ist. Auf dieser Grundlage können Sie «Ihre» Leute finden. Das bedingt allerdings eine aktive Suche.
5. Anschluss finden
Wer Angst davor hat, isoliert zu sein, hängt sich sinnigerweise an etwas möglichst Grosses an, das viele Aktivitäten bietet und wo man einfach mitschwimmen darf. Denken Sie etwa an einen Verein oder eine politische Partei. Durch die regelmässigen Veranstaltungen treffen Sie regelmässig Gleichgesinnte, was einfacher ist, als sich ständig selbst zu aktivieren.
« Einsamkeit schädigt Betroffene nicht nur mental, sondern auch körperlich. »
TIERE
Finden Vögel im Winter genügend Nahrung?
Im Winter machen sich viele Menschen Sorgen um unsere gefiederten Freunde. Doch ist es sinnvoll, Vögel während der kalten Jahreszeit zu füttern? Laut BirdLife Schweiz finden einheimische Vögel in milden Wintern genügend Nahrung. Erst bei anhaltendem Dauerfrost, Eisregen und einer geschlossenen Schneedecke ist das Füttern notwendig. Das bedeutet jedoch nicht, dass man Vögel nur dann füttern darf. Damit die Fütterung den Flugakrobaten nicht schadet, müssen laut der Vogelwarte einige Dinge beachtet werden:
1. Das Futter sollte der natürlichen Nahrung der Vögel entsprechen. Für Körnerfresser wie Spatzen oder Meisen sind das Sonnenblumenkerne und Hanfsamen. Für Weich- und Insektenfresser wie Amseln, Drosseln oder Rotkehlchen sind es getrocknete Beeren, Baumnüsse oder Äpfel.
2. Die Futterstelle sollte stets sauber gehalten werden. Insbesondere sollte der Kot nicht mit dem Futter in Kontakt kommen, da so Krankheitserreger übertragen werden könnten.
3. Das Futterhaus sollte sich in der Nähe von Rückzugsorten befinden, aber auch einen Überblick über die nahe Umgebung bieten, damit die Vögel annähernde Feinde frühzeitig erkennen können.
Mit diesen Tipps steht spannenden Vogelbeobachtungen diesen Winter nichts mehr im Weg. bbu


Kein Säugetier lebt so lange wie der Grönlandwal. Die Meeresriesen können über 200 Jahre alt werden. Zusätzlich sind sie weitgehend resistent gegen Krebs. Wie wissenschaft.de berichtet, hat das Forschungsteam rund um Denis Firsanov von der University of Rochester nun herausgefunden, dass dies unter anderem an einem DNA-Reparaturprotein namens CIRBP liegt. Dieses kommt bei Grönlandwalen 100-mal mehr vor als bei Menschen. Als das Forschungsteam dieses Protein auf menschliche Zellen übertragen hat, wurden die Genome stabilisiert. Dadurch sind die Zellen weniger anfällig für strukturelle und funktionelle Abweichungen, was die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung senkt. Bei Fruchtfliegen erhöhte sich gar die Lebensspanne. Die Forschenden gehen davon aus, dass diese Entdeckung entscheidend sein könnte, für die Krebsforschung ebenso wie für die Verlängerung der menschlichen Lebensspanne. bbu

BUCHTIPP
Alles

Das neue «Staudenbuch» der Hauenstein Baumschule beinhaltet rund 1700 Pflanzenporträts. Zu jeder Pflanze findet sich neben einem Bild eine kurze Beschreibung sowie Hinweise zum optimalen Standort. Das ideale Nachschlagewerk und eine endlose Inspirationsquelle für Profis ebenso wie Hobby-Gärtner*innen.
Wer sich auch für Bäume und Gehölze interessiert, der findet im neuen «Gehölzbuch» zahlreiche wertvolle Informationen. bbu
Staudenbuch
ISBN 978-3-033-11528-6
Hauenstein AG, Rafz, CHF 45.–
Publireportage

Wenn die Natur aus dem Winterschlaf erwacht, beginnt eine Zeit des Staunens, der Farben und des Neubeginns. Die ersten warmen Sonnenstrahlen, zartes Grün und farbenfrohe Blüten kündigen den Frühling an –eine Jahreszeit, die einlädt, wieder nach draussen zu gehen und die Natur bewusst zu geniessen.
Gartenreisen im Frühjahr sind ein Fest für die Sinne. Das Summen erster Bienen, die frische Luft und die Vielfalt an Formen und Farben schaffen eine inspirierende Atmosphäre für Entdeckung und Erholung zugleich.
Geführte Gartenreisen eröffnen spannende Einblicke in Botanik, Landschaftsgestaltung und Gartenkultur. Mit fachkundiger Begleitung entdecken Sie verborgene Pflanzenjuwelen, erfahren Interessantes über die Region und geniessen Momente, in denen sich die Natur von ihrer zartesten und eindrucksvollsten Seite zeigt.
Gartenreise: Frühlingsbeginn Cotswolds
Diese Reise führt Sie in die Cotswolds, den malerischen Südwesten Englands. Hier erleben Sie den Zauber des frühen Frühlings. Teppiche aus duftenden Schneeglöckchen, der Gesang der Rotkehlchen und Amselmelodien schaffen eine ruhige, beinahe magische Stimmung. Die Schneeglöckchen sind überraschend vielfältig: Hunderte von Sorten lassen das Herz von Gartenliebhaberinnen und liebhabern höherschlagen. Sie besuchen einige der schönsten Schneeglöckchengärten und erhalten Einblicke in eine Gartenkultur, die nur selten so erlebt werden kann.

Abreisedatum: 16.02.2026
5 Tage ab CHF 2650.Webcode: 9336
Unsere Spezialisten beraten Sie gerne: www.arcatour.ch
Tel. +41 41 418 65 80 arcatour@arcatour.ch

BUCHTIPP
«Wir sind einer der letzten Stämme, die eurer Zivilisation unterworfen wurden. Das bedeutet, dass wir einer der letzten Stämme sind, die euch beschreiben können, wie leichtfüssig wir einmal durch das Land gelaufen sind. Es hat uns Tausende von Jahren gekostet, den Amazonas-Regenwald kennenzulernen, seine Wege und seine Geheimnisse zu verstehen und zu lernen, wie wir in ihm und mit ihm leben können. Und es hat eure Zivilisation nur ein paar Jahrzehnte gekostet, um ihn zu zerstören.» Nemonte Nenquimo wird in den Stamm der Waorani im Regenwald Ecuadors hineingeboren. Von den Stammesältesten lernt sie von klein auf alles über das Leben im Wald, die heilende Kraft der Pflanzen, spirituelle Mächte und jahrhundertealte Erzählungen. Sie kämpft seit Jahren für ihr Volk und gegen den Ausverkauf der Natur. 2019 gelingt ihr ein spektakulärer Sieg gegen die Ölkonzerne und die ecuadorianische Regierung, der über 200 000 Hektar Regenwald vor der Zerstörung schützt. Nun erzählt sie ihre Geschichte. bbu
Tochter des Regenwaldes. Meine Wurzeln, mein Volk und unser Kampf gegen die Zerstörung unserer Heimat –Nemonte Nenquimo, Mitch Anderson Heyne, 2024
ISBN 978-3-453-21836-9


Ende des Jahres schliessen in der Schweiz alle AlnaturaLäden. Das bedeutet nicht nur erschwerten Zugang zu Bio-Produkten, sondern auch den Verlust eines wichtigen Absatzmarktes für viele Bio-Bäuer*innen und -Produzent*innen.
Aus diesem Grund haben drei Frauen die Initiative «Baden isst Bio» gestartet, um den Bioladen in Baden am Laufen zu halten: «Wir wollen einen Ort, an dem Menschen regional, biologisch und mit gutem Gefühl einkaufen. Ein Ort, der Begegnung ermöglicht, Verantwortung lebt und Genuss mit Sinn verbindet.»
Dafür haben sie eine Genossenschaft gegründet, bei der Mitglieder Anteilsscheine zeichnen und finanzielle Unterstützung leisten können. Neben dem Verkauf von BioProdukten soll Raum für den Austausch über Nachhaltigkeit, sowie Degustationen und die Möglichkeit zur Weiterbildung geboten werden. Wer das Projekt unterstützen möchte, findet alle Informationen unter: badenisstbio.ch. bbu

GESUNDHEIT
Wie Kuscheln die Gesundheit fördert
Wird ein Baby direkt nach der Geburt auf die unbedeckte Haut der Mutter gelegt, ist das unglaublich gesund für das Neugeborene. Zu diesem Schluss kommt laut wissenschaft.de eine Übersichtsstudie des Cochrane-Instituts. Die Forschenden haben dafür 69 Studien mit mehr als 7000 Mutter-KindPaaren ausgewertet.
Der direkte Hautkontakt erhöht laut dem Forschungsteam die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind voll gestillt wird. Zusätzlich zeigen mehrere der ausgewerteten Studien, dass sich die Vitalparameter der Neugeborenen durch das frühe Kuscheln stabilisieren. Des Weiteren waren die Körpertemperatur und der Blutzuckerspiegel höher als bei Kindern, die in den ersten Minuten und Stunden ihres Lebens keinen direkten Hautkontakt hatten. Erste Untersuchungen weisen gar darauf hin, dass auch die Herzfrequenz und die Atmung stabilisiert werden könnten. «Den Haut-zu-Haut-Kontakt vorzuenthalten, wäre heute als unethisch anzusehen, da es ausreichende Evidenz gibt, dass der direkte Kontakt die Gesundheit und das Überleben von Neugeborenen verbessert», sagt Co-Autorin der Studie Karin Cadwell vom Healthy Children Project gegenüber wissenschaft.de. bbu


Kein anderer Monat ist so sehr von Düften geprägt wie der Dezember. Es beginnt mit dem Duft nach Lebkuchen und frischgebackenen Grittibänzen und geht vom lieblichen Wohlgeruch nach Weihnachtsguetzli über zum Glühwein in der Adventszeit und dem Duft des Weihnachtsmenüs, das bei vielen Familien immer dasselbe ist, bis hin zu den Räucherdüften in den Raunächten. Insgesamt dreimal war ich bisher im Dezember und über Weihnachten auf Reisen – in Südamerika, Indien und Malaysia – und jedes Mal empfand ich die Weihnachtszeit als unwirklich oder gar inexistent. Mir fehlte das Vertraute, die traditionellen Düfte, mit denen ich aufgewachsen bin.
Düfte wecken Erinnerungen und sind eng verknüpft mit der Gefühlsabteilung des Gehirns, dem limbischen System. Atmen wir einen Duft ein, erreichen die Aromen über die Riechschleimhaut der Nase und Millionen von Riechzellen unser Gehirn. Im limbischen System werden Atmung, Körpertemperatur, Verdauung, Gefühle und Erinnerungen gesteuert und schlussendlich auch Entscheidungen gefällt. Es ist die Schaltzentrale, die innert Sekunden entscheidet, ob wir jemanden mögen oder nicht. Weil ätherische Öle auf das limbische System einwirken, haben die natürlichen Düfte einen direkten Einfluss auf die Psyche und den Körper. Sie können Ängste lösen, Anspannungen lindern, die Konzentration steigern und uns im Alltag beflügeln. Düfte können aber auch Entzündungen lindern, Schleim lösen, Wunden schneller heilen lassen und Insekten vertreiben.
Es ist schade, dass die Aromatherapie ein Schattendasein fristet, denn es gibt so viele geniale und effiziente Anwendungen mit ätherischen Ölen, die weit über das Riechen hinausgehen. Das Schöne daran ist, dass sich auch Lai*innen schnell in dieses Thema einlesen können und nach und nach ihre Hausapotheke mit ätherischen Ölen bereichern können. Als erstes Öl würde ich das Lavendelöl empfehlen. Es wirkt Wunder bei Schnittwunden, Insektenstichen, kleinen Verbrennungen und Hautunreinheiten. Ein Tropfen aufs Kopfkissen verbessert die Schlafqualität, fünf Tropfen im Fussbad vertreiben Stress und vermischt mit Mandelöl ergibt sich ein ausgleichendes Körperöl, mit dem man die Herzgegend massieren kann bei Bluthochdruck und nervösen Herzbeschwerden.
Die Aromatherapie ist angesiedelt bei der Pflanzenheilkunde und gehört damit zu den Wurzeln der klassischen westlichen Medizin. Natürlich ist es schön und stimmungsvoll, wenn Sie in der dunklen Jahreszeit ein Duftlämpchen aufstellen und sich ein zartes Aroma in Ihren Räumen ausbreitet. Doch die natürlichen ätherischen Öle können weit mehr. Man darf sie auf der Haut anwenden, in ihnen baden und teilweise sogar einnehmen. Wenn das trübe Wetter auf die Stimmung drückt, kann zum Beispiel die Bergamotte für Leichtigkeit sorgen. Die Bergamotte ist eine Kreuzung aus Zitrone und Bitterorange. Ihr Duft wirkt antidepressiv, angstlösend und entspannend auf das Nervensystem. Der Earl-Grey-Tee verdankt sein Aroma der Bergamotte und auch die Parfümindustrie bedient sich immer wieder dieses frischen, erhellen-
den Duftes. Natürliches Bergamottöl lässt sich sogar in der Küche verwenden: Sie können einen Tropfen in den Biskuitteig geben oder einen Quarkkuchen aromatisieren, wenn Sie keine Zitronenschale zur Hand haben.
Die Geranie, die rosenartig süss duftet, verschafft als Raumduft eine harmonische Atmosphäre und unterstützt im Sitzungszimmer die Kommunikationsfähigkeit. Als Hautöl, vermischt mit einem Trägeröl, zum Beispiel Mandelöl, wirkt die Geranie hormonausgleichend bei Wechseljahrbeschwerden oder PMS. Hierzu trägt man das Massageöl auf den Unterbauch und den Nacken auf. Das Öl kann zudem entzündungshemmend wirken bei rheumatischen Gelenkproblemen und Arthritis. Des Weiteren wirkt es pilzhemmend und regenerativ auf die Leberzellen. Pur darf man die Geranie bei Akne auftragen.
Das Schöne bei der Wahl des richtigen Öles ist, dass man der Nase nach gehen kann. Falls Sie bereits ein Buch zur Aromatherapie zu Hause haben, suchen Sie sich zu Ihrem Thema ein paar Öle heraus und schnuppern Sie im Fachgeschäft daran. Entscheiden Sie sich für jenes, in das Sie am liebsten hineinliegen möchten. Wenn Sie hingegen einen Duft als unangenehm empfinden, ist er nicht der richtige für Sie. Und so wenden Sie die Düfte an:
• Fussbad: Eine Handvoll Meersalz mit dem Öl beträufeln und dann ins warme Wasser geben.
• Für unterwegs: Ein Tropfen auf ein Taschentuch geben und immer wieder vor die Nase halten.
• Einreibungen: Zwei bis drei Tropfen in eine Bodylotion mischen. Auf die schmerzende Körperstelle reiben.
• Körperöl: Auf 50 ml Mandelöl je nach gewünschter Intensität 10 bis 20 Tropfen ätherisches Öl geben.
Selbst wenn Sie einen Duft für die Anwendung in der Duftlampe auswählen, lohnt es sich, ein 100 Prozent natürliches ätherisches Öl zu wählen, das es im Fachhandel und in Aromaläden zu kaufen gibt. Denn wer weiss, vielleicht passt der Duft genau zu einem körperlichen Thema, das Sie umtreibt. Es gibt keine Zufälle bei der Wahl von Düften. Was Sie im Raum mögen, hilft oft auch als Einreibung, Fussbad oder Hautöl. •
Sabine Hurni arbeitet als Naturheilpraktikerin und Lebensberaterin in Baden, wo sie auch AyurvedaKochkurse, Lu Jong und Meditationskurse anbietet.

LEBEN MIT DIABETES
Bei meinem Mann stieg der Blutzuckerspiegel nach einer Lungenentzündung stark an. Die Diabetesberaterin fand, dass mein Mann zu wenig Eiweiss esse und keine Abwehrstoffe habe. Wir essen sehr wenig Fleisch, dafür Tofu, Hülsenfrüchte und generell recht gesund. Wie sollte sich ein Diabetiker ernähren? M. D., Biel
Fleisch kann dabei helfen, wieder zu Kräften zu kommen, doch Ihr Mann sollte nicht auf schwer verdaubares, rotes Muskelfleisch oder Wurstwaren zurückgreifen. Ideal wären zum Beispiel Hühnersuppen, die man auch als Kraftbrühe bezeichnet, denn Fleisch in Form von Suppe ist für die Verdauung sehr bekömmlich. Jetzt, nach dieser Lungenentzündung, wäre es sicher sinnvoll, wenn Ihr Mann mit Hilfe von Fleischbrühen wieder zu Kräften kommt. Rezepte für die Kraftbrühe finden Sie im Internet.
Mit zunehmendem Alter benötigt der Körper mehr Eiweisse und weniger Kohlenhydrate. Doch gleichzeitig sinkt im höheren Alter die Verdauungsleistung. Deshalb ist es wichtig, dass die Proteine nicht ausschliesslich von tierischen Lebensmitteln stammen, sondern auch über proteinreiche Pflanzennahrung wie Nüsse, Hülsenfrüchte und Saaten in den Körper gelangen. Fokussieren Sie sich beim Kochen auf das Gemüse und überlegen Sie sich, ob Sie als Beilage etwas Fleisch, Mungbohnen, Tofu, Fisch, Spiegeleier oder Käse zubereiten. Wir müssen die Ernährungsweise manchmal von Grund auf neu denken, um wirklich eine Veränderung zu erreichen. Morgens, zum

Frühstück könnten Sie und Ihr Mann Hirse essen, ein wahrhaft proteinreiches Getreide. Zum Beispiel ergänzt mit einem gekochten Apfel.
Im Ayurveda wird der Blutzucker mit Hilfe von ½ Teelöffel gemahlenen Lorbeerblättern, ½ Teelöffel Kurkuma und 1 Esslöffel Aloe-Vera-Saft reguliert. Diese Mischung nimmt man täglich vor dem Mittag- und Abendessen ein. Benutzen Sie diese beiden Gewürze auch oft zum Kochen, da der Körper mit der Hilfe von Kurkuma offenbar weniger Insulin braucht, um den Zucker umzuwandeln.
So schwer es den Diabetiker*innen auch fällt: Der Zucker muss weg, insbesondere das Weissmehl und der weisse Zucker. Besser geht die Süsse aus Datteln oder Zuckerrohrmelasse. Ein Lehrer von mir empfahl den Diabetiker*innen, jeweils am Sonntag mit Hochgenuss ein Stück Kuchen zu essen, denn Diabetiker*innen lieben Süsses. Nimmt man es ihnen ganz weg, so leidet die Lebensfreude. Die Süsse des Lebens soll deshalb ab und zu voll ausgekostet werden – zwar reduziert, aber immerhin.
« Nüsse, Hülsenfrüchte und Saaten geben dem Körper Kraft und wertvolles Eiweiss.

Ich nehme seit Jahren ¼ Tablette Temesta 2,5 mg abends als Einschlafmittel, aber auch als psychische Unterstützung. Da sich in letzter Zeit Nebenwirkungen bemerkbar machen, möchte ich das Medikament absetzen. Ich habe versucht, den Viertel zu teilen, hatte aber nach 3 Tagen Entzugserscheinungen. Wie soll ich vorgehen? A. A., Langenthal
Sie müssen solche Heilmittel in kleinen Schritten allmählich herunterfahren. Man nennt dieses Vorgehen «Ausschleichen». Wenn Sie das Medikament ausschleichend absetzen möchten, sollten Sie dies mit dem*der Ärzt*in besprechen, der Ihnen das Temesta verschreibt. Vielleicht hat Ihr*e Ärzt*in oder Psychiater*in Erfahrung mit dem möglichst nebenwirkungsfreien Ausschleichen des Medikamentes. Es muss jedenfalls sehr langsam gehen. Das Halbieren des Viertels war wohl ein zu grosser Schritt für Ihren Körper. Vermutlich müssen Sie die Dosis zuerst ein paar Wochen lang alle drei Tage reduzieren, dann alle zwei und erst dann nur noch die Kleinstmenge einnehmen. Da Psychopharmaka sehr tief ins System eingreifen, kann man das Medikament nicht einfach so durch ein Pflanzenpräparat ersetzen, da dieses nur regulierend wirkt, aber keinen körpereigenen Mechanismus manipulieren kann.
Sie könnten probieren, in dieser Zeit des Ausschleichens ein pflanzliches Heilmittel einzunehmen, das Sie stabilisiert. Das kann ein Ashwaghanda-Präparat, Johanniskraut oder ein passender Spray mit Spagyrischen Essenzen sein. Allenfalls könnten auch Bachblüten helfen, Sie auf der feinstofflichen Ebene zu stabilisieren, damit Sie auf der Körperebene die Veränderung schaffen. Aber egal welchen Weg Sie wählen: Immer in Zusammenarbeit mit Ihrer medizinischen Fachperson.
GESUNDHEITSTIPP

Ob Lebkuchen, Apfelmus oder Hefeschnecke – mit Zimt schmeckts einfach herrlich. Die Zimtrinde ist eines der ältesten Gewürze und erfreut sich bei Jung und Alt grosser Beliebtheit. Das aromatische Pulver verfeinert viele Speisen und hat gleichzeitig zahlreiche positive Effekte auf die Gesundheit. Es kann Infektionen hemmen, die Muskeln erwärmen, den Blutzuckerspiegel stabilisieren, die Verdauung anregen, Schmerzen stillen und Menstruationskrämpfe lindern.
So hilft Zimt: Zimtrinde enthält vorwiegend ätherische Öle (Zimtaldehyd) und Gerbstoffe. Das ätherische Öl wirkt antibakteriell, fungizid und durchblutungsfördernd. Für die blutzuckerstabilisierende Wirkung sind eher die Gerbstoffe verantwortlich. Zimt bewirkt, dass der im Essen vorkommende Zucker langsamer ins Blut geht und der Botenstoff Insulin nicht ganz so schnell erforderlich ist. Davon profitieren Menschen mit Typ2Diabetes.
Wie anwenden: Man kann täglich ½ bis 1 TL Zimt zum Kochen verwenden, über das Dessert streuen, als Tee aufgiessen oder als ätherisches Öl, mit Mandelöl vermischt, als Einreibemittel nutzen.
Anwendungs-Tipp mit Zimt:
Wärmendes Fussbad: ½ Zimtstange und 1 getrocknete Chilischote zerkleinern, eine Handvoll Meersalz dazugeben und in 500 ml Wasser drei Minuten köcheln und drei Minuten zugedeckt ziehen lassen. Den Gewürzsud ins Fussbadewasser geben und geniessen. shr

HISTAMININTOLERANZ
Ich habe eine Histaminintoleranz. Seither ernähre ich mich entsprechend, aber das Auswärtsessen, die Ernährung auf Reisen oder der Umgang mit Einladungen ist ein grosses Problem. Was ist die Ursache für die Histaminintoleranz und was kann ich machen, dass ich wieder normal essen kann? Wäre ein Versuch mit zehn Tagen Heilfasten sinnvoll? O. K., Olten
H eilfasten tut sicher gut, und es wäre bestimmt interessant und erleichternd für Sie, wenn der Darm mal richtig zur Ruhe kommt. Falls Sie das erste Mal fasten, wäre es sinnvoll, wenn Sie dies in einer Klinik tun, in der Sie auch medizinisch begleitet werden. Für den Alltag empfehle ich Ihnen, Essenspausen von 4 bis 5 Stunden zwischen den Mahlzeiten zu machen und immer mal wieder das Abendessen durch eine dünne Suppe zu ersetzen, um dem Darm über Nacht mindestens 14 Stunden Pause zu gönnen. Die Ursache der Histaminunverträglichkeit ist noch nicht eindeutig geklärt. Histamin wird vom Körper gebildet und ebenso mit der Nahrung aufgenommen. Die meisten Leute können das Histamin problemlos abbauen. Bei anderen Menschen führt der Konsum von histaminreichen Lebensmitteln zu allergischen Reaktionen wie Niesen, Schnupfen oder Juckreiz. Es können aber auch, wie in Ihrem Fall, Darmprobleme sein.
Stark histaminreiche Nahrungsmittel wie Käse, Wein, Sekt, Salami und Meeresfrüchte sollten Sie auf jeden Fall meiden und wenn möglich nichts aufwärmen und keine Halbfertigprodukte verwenden. Wenn Sie Reste verwerten möchten, sollten Sie diese zimmerwarm essen. Oder Sie geben, wenn es das Gericht zulässt, etwas kochendes Wasser darüber. Bei Reis oder Gemüse funktioniert das gut.
Ich empfehle Ihnen, mit der Behandlung auf der Darmebene anzusetzen. Kaufen Sie sich Heilerdekapseln. Heilerde vermag es, Keime und Giftstoffe im Darm zu binden und auszuscheiden. Das wäre sicher einen Versuch wert. Zudem gibt es viele Gewürze, die dem Körper helfen, das Histamin besser zu verdauen. Das sind Kurkuma, Schwarzkümmel, Pippali (langer Pfeffer) und Ajowan. Das sind jetzt etwas exotische Namen.
Sie müssen diese Gewürze vermutlich im Internet bestellen oder in einem Laden mit indischen Gewürzen kaufen. Für die Gewürzmischung benötigen Sie 3 TL Kurkumapulver, 1 TL Ajowan gemörsert, 1 TL Schwarzkümmel gemörsert und ½ TL Pippali gemahlen. Alles zusammenmischen und jeweils ½ TL mitkochen. Auswärts streuen Sie wenig dieser Mischung über das fertig gekochte Essen. Zudem gibt es für Restaurantbesuche und Einladungen DAOSiN-Tabletten. Diese Enzymtabletten nimmt man zehn Minuten vor dem Essen ein und sollte dadurch das Essen besser verdauen können.
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Verzichten Sie möglichst konsequent auf stark histaminhaltige Lebensmittel.
SCHWINDEL
Ich bin 70 und bewege mich viel, mache häufig Bergwanderungen. Seit zwei Jahren verspüre ich Schwindel ab 2000 m ü. M. Das trifft mich hart, weil meine liebsten Voralpengipfel über 2000 m hoch sind. Gibt es da eine natürliche Hilfe (ausser im Flachland bleiben)? B. W., Bern
Schwindel hat unterschiedliche Ursachen. Er kann durch eine Durchblutungsstörung im Innenohr verursacht werden oder durch die Fehlstellung eines Halswirbels. Meistens hängt aber auch die Durchblutungsstörung mit der Fehlstellung des Wirbels zusammen, weil dadurch die Blutversorgung leicht beeinträchtigt wird. Bitte suchen Sie sich eine Fachperson für Craniosakraltherapie, Osteopathie oder DornBreuss-Therapie. Sie alle beschäftigen sich mit den Knochen, mit Fehlstellungen der Wirbelkörper und mit dem Freimachen der Nacken- und Schulterpartie. Das wäre sehr wichtig, denn wenn die Nackenmuskulatur verspannt ist, fliesst weniger Blut zum Ohr, was zu Durchblutungsstörungen führen kann.
Unterstützend dazu könnten Sie von innen her den Herz-Kreislauf sowie die Durchblutung des Gehirns stärken, zum Beispiel mit Hilfe von Weissdorn und Ginkgo. Weissdorn fördert die Blutzirkulation allgemein, Ginkgo ist zuständig für die Durchblutung in den engen Blutgefässen des Gehirns und des Ohres. Man kennt den Ginkgo biloba auch gegen Vergesslichkeit, Tinnitus und Konzentrationsstörungen.
Sie müssen auf keinen Fall im Flachland bleiben, aber gönnen Sie sich etwas mehr Regenerationszeit, wandern Sie mit Stöcken und übertreiben Sie es nicht. Trinken Sie genug Wasser, wenn Sie unterwegs sind, nehmen Sie warmen Tee oder eine Bouillon mit auf den Berg und essen Sie zum Frühstück etwas Warmes, zum Beispiel ein Porridge oder eine Rösti, statt nur Brot und Käse. Das gibt Ihnen viel mehr Energie für den Tag.
Und noch was: Stecken Sie sich auch ein paar Gly-Coramin-Lutschtabletten in den Rucksack. Sie regen den Kreislauf an und helfen sehr gut bei Beschwerden in der Höhe.
Publireportage

Hericium und Maitake:
Vitalpilze sind seit Jahrhunderten in der traditionellen chinesischen Medizin geschätzt. Zwei herausragende Vertreter sind Hericium erinaceus (Löwenmähne) und Grifola frondosa (Maitake), die für ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften und ihren Nährstoffreichtum bekannt sind.
Hericium
Hericium hat eine charakteristische Form, die an eine Löwenmähne erinnert, und wird in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet. Er enthält bioaktive Verbindungen wie Polysaccharide, Ergosterol und BetaGlucane.
• Polysaccharide: Stärken das Immunsystem und haben entzündungshemmende Eigenschaften.
• BetaGlucane: Fördern die Herzgesundheit, senken den Cholesterinspiegel und stabilisieren den Blutzucker.
• Antioxidantien: Neutralisieren freie Radikale und schützen die Zellen vor Schäden.
Zusätzlich kann Hericium das Wachstum von Nervenzellen unterstützen und die kognitive Funktion fördern.
Maitake
Maitake ist vor allem in Japan und China verbreitet und wächst oft in grossen Büscheln an Baumstämmen. Sein intensiver, erdiger Geschmack ist in der Küche beliebt.
• Vitamine und Mineralien: Enthält Vitamin D, BVitamine, Kalium und Zink, die für den Stoffwechsel wichtig sind.
• BetaGlucane: Stärken das Immunsystem und senken Cholesterin sowie verbessern die Insulinsensitivität.
• Antioxidative Wirkung: Schützt vor oxidativem Stress und hält die Zellen gesund.
Maitake unterstützt auch das Gewichtsmanagement und kann das Sättigungsgefühl steigern sowie den Fettstoffwechsel fördern.
Mykoplan® Vitalpilze Schweiz AG
EMail: info@mykoplan.ch | www.mykoplan.ch

Kostengutsprache verweigert?
Was Sie jetzt tun können
Sie sind in Behandlung, und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt empfiehlt ein neues Medikament – doch Ihre Krankenkasse lehnt die Kostenübernahme ab? Das ist belastend, verunsichernd und leider keine Seltenheit.
Ablehnungen werden oft mit hohen Kosten, ungenügender wissenschaftlich belegter Wirksamkeit oder fehlenden Unterlagen begründet. Doch diese Ablehnung ist kein Endpunkt.
Was können Sie jetzt tun?
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann eine erneute Prüfung beantragen und die medizinische Notwendigkeit begründen. Wird das Gesuch wieder abgelehnt, haben Sie das Recht, eine beschwerdefähige Verfügung zu verlangen. Dieses Dokument enthält die Begründung und erklärt, wie Sie Einsprache einreichen können.
Bleibt auch diese erfolglos, können Sie den Entscheid ans Gericht weiterziehen – besonders bei grösseren Summen oder komplexen Fällen kann das sinnvoll sein. Unterstützung erhalten Sie bei der Ombudsstelle der Krankenversicherung, dem Konsumentenschutz, oder bei santésuisse.
Bleiben Sie dran! Mit Geduld, guter Dokumentation und fachlicher Hilfe können Sie Ihre Ansprüche klären – und so vielleicht doch die Behandlung erhalten, die Sie brauchen.
Alle Informationen auf einen Blick und konkrete Tipps finden Sie in unserem Ratgeber: www.spo.ch/aktuelles/ratgeberkostengutsprache
Susanne Gedamke, Geschäftsführerin SPO
Mehr zur Organisation:
Schweizerische Patientenorganisation SPO spo.ch
Die SPO bietet medizinische und zahnmedizinische Beratungen.
Kostenlose Kurzberatungen (Deutsch) buchen auf: www.spo.libracore.ch/onlinetermin
Für Beratungen auf Französisch, Italienisch oder Englisch kontaktieren Sie uns telefonisch: 044 252 54 22

Ich leide seit einigen Jahren an Perianalthrombosen. Es bildet sich ein Blutgerinnsel im Bereich des Afters, was zu einer Schwellung führt und extrem schmerzhaft ist. Woran könnte das liegen? Ernährung? Darmprobleme? Hormone? Ich bin 37 Jahre alt, habe ein Kind und hatte auch während der Schwangerschaft zahlreiche solcher Thrombosen. R. B., Zürich
Die Perianalthrombose ist eine knotenartige Verdickung einer Vene im Bereich des Afters auf Grund eines Blutgerinnsels, das sich dort bildet. Nicht zu verwechseln mit Hämorrhoiden. Je nach Grösse ist sie äusserst schmerzhaft, insbesondere dann, wenn jemand eher zu Verstopfung neigt. Oft heilen die Thrombosen spontan wieder ab. Wenn nicht, ist eine operative Entfernung notwendig. Früher dachte man, die Ursache liege bei zu wenig Bewegung und einer sitzenden Tätigkeit. Doch dies scheint mittlerweile widerlegt zu sein und eher das Gegenteil ist der Fall: Intensive körperliche Belastung und die Nassreinigung des Afterbereichs können laut neueren Studien die lokalen Thrombosen verursachen. Ich würde Ihnen empfehlen, sich in eine Beratung zu begeben. Ich könnte mir vorstellen, dass die Homöopathie sehr gut helfen könnte, oder auch die Kinesiologie, wenn das Thema allenfalls emotional verknüpft ist. Zudem sollten Sie die Schleimhaut des Afters regelmässig mit Rizinusöl pflegen. Trinken Sie genug, damit der venöse Durchfluss optimal funktionieren kann, und machen Sie täglich nach dem Duschen einen kalten Guss, um die Durchblutung zu fördern. Statt die Intimpflege mit Wasser und Feuchttüchern durchzuführen, ist es idealer, wenn Sie Öl verwenden. Etwas Rizinusöl auf das Toilettenpapier und auf diese Weise die empfindliche Gegend pflegen und reinigen. Um den Stuhl weich zu halten, ist es wichtig, dass Sie ballaststoffreich essen, viel trinken, sich genügend bewegen und mehrheitlich warme, frisch gekochte Speisen zu sich nehmen.
Sabine Hurni, Drogistin, Naturheilpraktikerin und AyurvedaExpertin, beantwortet ihre Fragen zu Gesundheits und Ernährungsthemen persönlich und ganzheitlich: s.hurni@weberverlag.ch
Wann haben Sie das letzte Mal einem Kollegen ein Kompliment gemacht? Einer Fremden zugelächelt? Oder geflirtet? Flirten ist für mich ein Ausdruck von Lebensfreude: Es erinnert uns daran, dass wir erotische Wesen sind. Es bringt Würze in den Alltag und Leichtigkeit in unsere rein funktionellen Geschäftsverhältnisse.
Doch einige Dinge sollten wir beachten, damit Flirten ein Spiel ohne Verlierer bleibt und sich von aufdringlicher Anmache unterscheidet. Dazu gehört: Es geschieht immer im gegenseitigen Einverständnis. Lügen, Prahlen, Witze auf Kosten anderer machen, sich Vorteile verschaffen oder eigene Vorteile ausnutzen verderben die Lust auf einen Flirt. Ebenso Menschen, die nur flirten, um den eigenen Partner eifersüchtig zu machen.
Echtes Flirten ist immer ein Schritt aus der eigenen Komfortzone und braucht die Fähigkeit, sich nicht zu ernst zu nehmen. Im Flirt zeigen wir unserem Gegenüber durch Blicke, Gesten oder Komplimente, dass wir ihn oder sie attraktiv finden – und schaffen so Nähe, Spannung und ein wenig Erregung. Nach einem gelungenen Flirt bin ich den ganzen Tag in guter Stimmung – und das Gegenüber auch. Flirten öffnet einen Raum der Möglichkeiten – ohne ihn betreten zu müssen. Denn ein Flirt kann ein Herantasten an eine mögliche erotische Beziehung sein – muss aber nicht: Ein Flirt ist kein Beziehungsversprechen.
Ich habe zum Beispiel einen Dauerflirt mit unserem Bio-Lieferanten. Er kommt einmal pro Woche, macht bei uns Pause auf einen Kaffee – wir plänkeln etwas herum, zelebrieren unsere Freude aneinander mit Scherzen und Andeutungen, und manchmal umarmen wir uns. Keiner von uns würde darüber hinausgehen, wenn er vom anderen nicht ein klares Signal dazu bekäme. Es bleibt beim Spiel.
Ein Flirt unter Erwachsenen braucht aber den erwachsenen Umgang mit Anziehung und Zurückweisung –denn beim Flirten können wir beides erleben. Wer eine

Zurückweisung nur schwer ertragen kann, vielleicht weil die Sehnsucht nach Nähe so gross geworden ist, wird nicht unbeschwert flirten können. Er oder sie sollte es lieber mit Klarheit und Ehrlichkeit versuchen. Und umgekehrt: Wer immer beim Flirten merkt, dass beim Gegenüber eine Sehnsucht wach wird, die man nicht erfüllen möchte … da hört das Spiel auf.
Bei einem Macht- oder Statusgefälle ist das Flirten meist nur für eine Seite schön – und für die andere ein Spiessrutenlauf. Bei mir gehen jedenfalls alle Alarmanlagen an, wenn ein Chef regelmässig Komplimente über das Aussehen einer Angestellten macht.
Wenn aber Flirten unverbindlich ist, wenn ich gar nicht weitergehen will: Ist es dann nicht eine Lüge?
Nein. Lüge oder leere Schmeicheleien zünden beim Flirt nicht. Wie bei jedem Spiel darf ich beim Flirten zwar «so tun als ob» – aber das Interesse, mit dem ich spiele, ist immer echt. Ich muss etwas Schönes beim anderen wahrgenommen haben, um flirten zu können. Darum macht Flirten auch so froh: ein kleiner Akt des Widerstands in einer Welt, die immer automatisierter und kontaktloser wird.
Leila Dregger ist Journalistin und Buchautorin. Sie begeistert sich für gemeinschaftliche Lebensformen, lebte u. a. über 18 Jahre in Tamera, Portugal, sowie in anderen Gemeinschaften. Am meisten liebt sie das Thema Heilung von Liebe und Sexualität sowie neue Wege für das Mann und FrauSein.

Die Wintersonnenwende und die darauf folgenden zwölf Raunächte sind die Zeit, in der das alte Jahr vergeht, und das neue erst noch werden muss. In diesen Tagen, glaubten unsere Ahnen, wandern die Seelen zwischen den Welten, Tiere und Träume können reden, und das Schicksal webt an den Ereignissen des kommenden Jahres. Wer sich der Magie dieser speziellen Jahreszeit hingibt, erlebt nicht nur die Wiedergeburt des Lichts, sondern findet auch die Kraft für grosse, persönliche Veränderungen.
Markus Kellenberger
Eine Freundin rief mir vor kurzem das berühmte Zeitgedicht von Kohelet wieder einmal in Erinnerung. Es findet sich im Alten Testament in den «Büchern der Weisheit», und wurde vor rund 2200 Jahren von einem Wanderphilosophen vorgetragen, wie Bibelforscher vermuten. Es lautet:
«Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit: eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben, eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Abernten der Pflanzen, eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz, eine Zeit zum Steinewerfen und eine Zeit zum Steinesammeln, eine Zeit zum Umarmen und eine Zeit, die Umarmung zu lösen, eine Zeit zum Zerreissen und eine Zeit zum Zusammennähen, eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden, eine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen, eine Zeit für den Krieg und eine Zeit für den Frieden. Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit. Und überdies hat Gott Ewigkeit in alles gelegt.»
Mich rührt dieses Gedicht, denn es drückt wie kein anderes aus, wie sehr wir alle in einem sich ewig wiederholenden Kreislauf eingebunden sind. Ganz besonders spürbar wird das für mich gegen Ende Dezember, in der stillsten Zeit des Jahres, wenn wir Menschen uns an die Wärme zurückziehen, draussen die Erde in der Dunkelheit ruht und alle Wesen auf die Wiedergeburt des Lichts warten. Die Wiedergeburt des Lichts, das ist der 21. Dezember, der Tag der Wintersonnenwende, denn von da an werden die Tage langsam wieder länger und die Zeit der magischen Raunächte beginnt.
Die Rückkehr des Lichts
Die Wintersonnenwende war in allen alten Kulturen rund um die Welt ein heiliger Moment und ist es bis heute geblieben. Bei den Kelten feierte man Yule, das Wiedererwachen des Sonnenkindes, das aus der Dunkelheit geboren wird; bei den Germanen war es die Zeit, in der Odin – im Gebiet der heutigen Schweiz nannte man ihn Wodan – mit seinem wilden Heer über die Himmel zog; und später legte die frühe christliche Kirche genau in diese Zeit die Geburt Jesu, der als «wahres Licht» gilt. Auch wenn sich Form und Inhalt dieser speziellen Tage und Nächte, die bis zum 6. Januar dauern, im Lauf der Jahre geändert haben, die Botschaft blieb immer dieselbe: Das Licht kehrt zurück.
Für die Menschen der Vergangenheit war dieser Moment nicht nur astronomisch bedeutsam, sondern in erster Linie zutiefst existenziell. Ihr Leben hing mehr als heute in unserer globalen Wirtschaftsordnung vom Kreislauf der Jahreszeiten ab, vom Rhythmus von Saat und Ernte. In den Wintermonaten schwanden die Vor-
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In der Dunkelheit ruht der Samen des Neuen.
räte oft bedrohlich, und in den langen, dunklen Nächten war der Tod spürbar. Mit der Wiedergeburt des Lichts, mit den wieder länger werdenden Tagen, verknüpften die Menschen die Hoffnung auf einen neu beginnenden Lebenskreislauf aus Saat und Ernte.
Im Tod keimt das neue Leben
Die Dunkelheit dieser Tage war aber mehr als nur ein Mangel an Licht und Essen, sondern bot auch Raum für eine Innenschau. Die Zeit zwischen den Jahren war eine Zeit ohne feste Ordnung. «In alten Bauernkalendern fehlen diese Tage», sagt der Kulturanthropologe WolfDieter Storl, «denn sie waren unheimlich und heilig zugleich.» Die Menschen glaubten, dass in den auf die Wintersonnenwende folgenden zwölf Raunächten das Schicksal von übernatürlichen Wesen neu gesponnen wurde. «Es hiess, wer in dieser Zeit aufmerksam träumte, könne erahnen, was das neue Jahr bringen würde.» So entstand der Brauch, jede der zwölf Raunächte einem Monat des kommenden Jahres zuzuordnen – die Träume der ersten Nacht galten als Vorzeichen für den Januar, die der zweiten für den Februar und so weiter.
In den alten Sagen sind die Raunächte auch eine Zeit, in der sich Himmel und Erde berühren. Die Tiere können sprechen und die Geister der Ahnen nehmen Kontakt mit den Lebenden auf. Alles, die Menschen und die Tiere, die Toten und die Lebenden, sind in diesen Tagen und Nächten nah beieinander. Das spüren wir heute noch, wenn wir in einer klaren Winternacht hinaus gehen und der Himmel voller glänzender Sterne ist –und es scheint, als würde er uns ansehen. In solchen Momenten wird unser uraltes Bewusstsein berührt, das weiss, dass alles untrennbar in einem ewigen Kreislauf miteinander verbunden ist, und dass im Sterben schon das Neue keimt.
Wenn der Rauch sich hebt
Es gibt kaum ein Ritual, das die Raunächte so stark prägt wie das Räuchern von Häusern, Ställen und Herzen. Der Rauch schützt dabei nicht nur vor bösen Mächten, sondern steht auch für alles, was mit dem alten Jahr gehen darf: Sorgen, Spannungen, Ängste und bedrückende Erinnerungen. Jedes der zum Räuchern verwendeten Kräuter hat seine eigene Bedeutung. Beifuss zum Beispiel soll den Weg für das Neue öffnen und die Dunkelheit im Herzen vertreiben, Wacholder klärt die Seele und schützt vor Geistern, Weihrauch erhebt den Geist, Salbei reinigt und Fichtenharz stärkt.
Viele dieser Bräuche sind uralt – und über alle Konfessionen hinweg erstaunlich lebendig geblieben. Bis heute entzünden Menschen Räucherwerk, öffnen dabei die Fenster in der Nacht und bitten um Führung und Segen für das kommende Jahr. Das, was früher als Zauberei und Aberglaube galt, nennen wir heute wohl eher Achtsamkeit – doch die Geste bleibt dieselbe: Es ist ein be-

wusster Umgang mit Übergängen, mit dem rational nicht fassbaren Unsichtbaren und mit der Kraft der Erneuerung. Beim Räuchern geht es also weniger um Aberglauben, sondern um eine bewusste Handlung des Loslassens und des Neuanfangs. Der Rauch ist das sichtbare Symbol dafür, dass Altes in eine neue Form übergeht und dass auch wir wandlungsfähig sind. Viele Bräuche rund um die Raunächte mögen aus der Perspektive der Aufklärung archaisch erscheinen – und trotzdem tragen sie eine psychologische und spirituelle Tiefe in sich, die zeitlos und religionsübergreifend ist. Tatsache ist auch, dass Rituale wirken, denn sie sind sinnlich und geben Unsichtbarem wie zum Beispiel Hoffnungen eine Gestalt und verwandeln so innere Prozesse in Handlungen. Die meisten Menschen brauchen solche Formen, um inneren und äusseren Übergängen die nötige Ernsthaftigkeit zu verleihen und sie bewusst zu erleben. In der Sprache des Psychologen C. G. Jung könnte man deshalb sagen: Die Raunächte öffnen das Tor zum kollektiven Unbewussten. Sie führen uns dorthin, wo Mythen, Symbole und Träume wohnen, also dorthin, wo die Seele die Kraft findet, sich selbst zu reinigen und zu heilen.
Die weibliche Seite der Raunächte
Reinigende Rituale sind in allen spirituellen Traditionen und Religionen denn auch der erste Schritt hin zur Erneuerung. In den Raunächten wird deshalb nicht nur das Haus gereinigt, sondern es wird auch verziehen


Nach dem Winter erwacht die Natur zum Leben.
und Streit beigelegt, und es findet eine Versöhnung mit seinen eigenen Unzulänglichkeiten statt. Altes stirbt –und mit dem wieder erwachten Licht wird Neues geboren. Diese Symbolik ist uralt. Im alten Rom beispielsweise stand dafür der doppelgesichtige Gott Janus, dessen Name noch im Monat Januar fortlebt. Mit seinen zwei Gesichtern, von denen eines nach hinten und eines nach vorne blickte, wachte er über Türen, Tore und Übergänge. In den nördlichen Ländern war es Frau Holle, die in der dunklen Jahreszeit über die Ordnung der Welt wachte. Sie prüfte, ob die Menschen ihre Arbeit getan, ihre Betten geschüttelt und ihr Inneres aufgeräumt hatten.
Übrigens: Viele der überlieferten Bräuche rund um die Wintersonnenwende und die Raunächte sind weiblich geprägt, denn es geht dabei um Tätigkeiten wie Hüten, Wandeln und Gebären. Bevor in patriarchalen Gesellschaften die Götter männlich wurden, waren sie weiblich. In den Mythen verschiedener Völker erscheint die Dunkelzeit im Dezember als die Zeit der Grossen Mutter, die die Sonne wieder gebiert. In keltischen Überlieferungen heisst sie Birgid, bei den Germanen Holle oder Freya, und das Christentum machte aus ihr Maria. Alle diese Göttinnen stehen für dasselbe Bild: In der Dunkelheit ruht der Samen des Neuen, Geburt braucht Stille, Wärme und Geduld. Und genau das ist vermutlich die tiefste Botschaft der Raunächte, nämlich dass Erneuerung nicht aus Hast entsteht, sondern aus Hingabe.
Zurück in den Kreislauf der Natur
Während wir heute in Kalendern, Agenden und Uhrzeiten denken, folgten unsere Vorfahren – ähnlich wie die meisten indigenen Völker – ausschliesslich den Zyklen der Natur. Sie wussten, dass nach der Ernte die Ruhe kommt und nach dem Winter das Erwachen, Jahr für Jahr für Jahr. Die Raunächte sind das Sinnbild dieses ewigen Rhythmus. Sie erinnern uns daran, dass Stillstand kein Verlust ist, sondern eine wichtige Voraussetzung für neues Wachstum. Wer immer geradeaus weiterläuft, verliert irgendwann einmal die Verbindung zum eigenen Kreislauf. So wie die Erde sich im Winter in sich zurückzieht, um Neues zu gebären, dürfen auch wir uns erlauben, in Ruhe nach innen zu schauen, um wiedergeboren zu werden.
«Sterben und Werden» – diese Worte von Johann Wolfgang Goethe beschreiben kurz und klar das Prinzip, das den Raunächten zugrunde liegt und erfahrbar wird. In der Dunkelheit stirbt das Alte in uns, das können überkommene Vorstellungen, blockierende Gewohnheiten und auch alte Rollen sein, die wir glauben, spielen zu müssen. Und im selben Atemzug beginnt leise und erst unscheinbar, aber lebendig, Neues zu wachsen. Die Natur lebt uns das vor. Jeder Winter ist ein Sterben, und jeder Frühling ist ein Werden. Beides gehört zusammen, denn ohne den Mut zu sterben gibt es kein neues Leben. Wer die Raunächte bewusst angeht, spürt diese Kraft. Vielleicht brennt im Zimmer eine Kerze, vielleicht ist es

nur ein nachdenklicher Moment am Fenster oder draussen unter dem Himmel – aber in dieser Stille kann etwas in uns aufsteigen, ein Gefühl, ein Gedanke oder eine leise Ahnung davon, wie, was und wer man im kommenden Jahr sein möchte. Diese Zeit zwischen den Jahren ist auch von Vergebung und Hoffnung geprägt, und wenn wir uns in diesen Tagen auf das Abenteuer von Tod und Wiedergeburt einlassen, dann tun wir etwas sehr Altes und gleichzeitig sehr Menschliches: Wir ehren den Rhythmus des Lebens. Das alte Jahr hat seine Arbeit ebenso getan wie alte Gewohnheiten, die es abzulegen gilt. Das neue Jahr liegt noch ungeschrieben vor uns, und während draussen vielleicht gerade Schnee fällt oder Nebel über die Wiesen zieht, steht – für mich jedenfalls – fest: Die Wintersonnenwende und die Raunächte sind ein heiliges Geschenk an uns, das wir annehmen dürfen. Nicht müssen. Und so schliesst sich der Kreis und wir kehren in einer leichten Abwandlung zu Koherets Gedicht zurück: Es gibt eine Zeit zum Sterben und es gibt eine Zeit für die Wiedergeburt.
Wolf-Dieter Storl: «Naturrituale – mit schamanischen Ritualen zu den eigenen Wurzeln finden», AT Verlag, 2023
Vera Griebert-Schröder: «Vom Zauber der Rauhnächte –Weissagungen, Rituale und Bräuche für die Zeit zwischen den Jahren», Verlag Irisiana, 2022
Eine Lichtzeremonie oder ein Spaziergang in der Natur sind wunderbare Rituale für während der Raunächte.
Raunächte – woher der Name kommt

Der Begriff «Raunächte» hat eine lange Geschichte, die weit in die Zeit zurück reicht und tief in der deutschen Sprache, Kultur und Mythologie verwurzelt ist. Ursprünglich begannen die Raunächte, die bis zum 6. Januar gezählt werden, um den 21. Dezember herum, dem Tag der Wintersonnenwende. Das Christentum legte später den Beginn der Raunächte auf den 25. Dezember fest, auf den Geburtstag von Jesus. Es gibt verschiedene Theorien über den Ursprung des Wortes:
Rauch-Nächte: Eine davon besagt, dass der Begriff von «RauchNächten» abgeleitet ist. Dies bezieht sich auf die Tradition, in diesen Nächten Häuser und Ställe mit Kräutern auszuräuchern, um böse Geister zu vertreiben und Segen für das kommende Jahr herbeizurufen. Deshalb wurde das Wort lange als Rauhnacht geschrieben, bis sich in der heutigen Zeit hauptsächlich Raunacht, also ohne «h», durchsetzte.
Raue Nächte: Eine andere Interpretation leitet den Namen von «rauen» oder wilden Nächten ab. Dies könnte sich auf den Glauben beziehen, dass in dieser Zeit wilde Geister und dämonische Wesen besonders aktiv sind.
«Ruche» Dämonen: Im alemannischen Sprachraum gibt es die Vorstellung von «ruchen», also rauen, pelzigen, hässlichen Dämonen, die in diesen Nächten ihr Unwesen treiben. Der aus dem Althochdeutschen stammende Begriff könnte sich also auf diese mythologischen Wesen beziehen. Auch wenn sie nicht mehr in die Zeit der Raunächte fallen: die «Wüeschte» Silvesterchläuse im Appenzellischen sind ein Beispiel dafür.

Rituale zur Wintersonnenwende und während der Raunächte
Die Rituale zur Wintersonnenwende und in den Raunächten verbinden alte Überlieferungen mit modernen Bedürfnissen nach Orientierung und Einkehr. In früheren Zeiten symbolisierten diese Tage die Geburt der Sonne; heute stehen sie für die eigene Erneuerung. Einfache und ganz persönlich gestaltete Handlungen bieten dazu einen zeitlosen Rahmen, um den Übergang zwischen den Jahren bewusst zu erleben. Hier sind fünf Ritualvorschläge, die helfen, diesen Übergang zu gestalten:
1. Lichtzeremonie – Symbol des Neubeginns
Das Entzünden von Kerzen oder eines Feuers steht für das Wiederkehren des Lichts. Während man den Flammen zusieht, können alte Gedanken losgelassen und neue Absichten formuliert werden. Manche schreiben Gewohnheiten oder Sorgen auf Zettel und übergeben sie dem Feuer als Zeichen des Wandels.
2. Verbindung mit der Natur –Stille und Wahrnehmung
Ein Spaziergang in den frühen Morgen oder Abendstunden schafft Bewusstsein für die Zyklen der Erde. In der Stille lassen sich Ruhe und Erneuerung spüren. Ein kurzer Aufenthalt an einem besonderen Ort, etwa unter einem Baum oder auf einer Lichtung, vertieft das Gefühl der Verbundenheit.
3. Meditation und Rückblick
Die Sonnenwende lädt zur Reflexion ein: Was darf enden, was soll beginnen? Eine Kerze kann dabei den inneren Fokus unterstüt
zen. Gedanken und Erkenntnisse lassen sich aufschreiben, um Klarheit über die eigenen Wünsche und Ziele für das kommende Jahr zu gewinnen.
4. Räucherzeremonie – Reinigung und Klärung
Das Räuchern mit Kräutern wie Salbei, Beifuss oder Wacholder dient der symbolischen Reinigung. Der Rauch wird durch die Räume geführt, um Altes zu verabschieden und Platz für Neues zu schaffen. Danach werden die Fenster geöffnet, um frische Energie hereinzulassen.
5. Aufschreiben und Dankbarkeit
Zum Abschluss werden Wünsche und Ziele für das neue Jahr aufgeschrieben – positiv formuliert, als wären sie bereits Wirklichkeit. Wer möchte, führt ein kleines Dankbarkeitstagebuch, um die Aufmerksamkeit auf Fülle und Gelingen zu lenken.

Besonders in der Weihnachtszeit ist es beliebt, kann aber je nach Region das ganze Jahr genossen werden – Lebkuchen ist ein Gebäck, dass in allen erdenklichen Formen, Gewürzkombinationen und Traditionen vorkommt. Warum die Leckerei im Advent aus vielen Schweizer Haushalten nicht wegzudenken ist, erfahren Sie in unserem Beitrag. Ausserdem haben wir ein besonderes Rezept des Luzerner Lebkuchens für Sie, das die saisonale Birne verwendet.
Sophie Souvignier
Bereits im alten Ägypten waren kleine gewürzte und honiggesüsste Gebäcke als Grabbeigaben bekannt und im antiken Rom wurde das erste Mal von libum, einer möglichen Wortherkunft des heutigen Begriffs «Lebkuchen», gesprochen. Daraufhin wurden sie in den Klöstern Westund Zentraleuropas gebacken, wobei eines der ältesten erhaltenen Schweizer Rezepte 1583 in Luzern niedergeschrieben wurde. Noch heute wird der in diesem Rezept beschriebene Grundteig im Berner Honiglebkuchen verwendet. Die Zutaten sind Honig, Mehl, Pfeffer, Pulver oder Ingwer und Nelken, und werden heute um viele weitere Gewürze ergänzt.
Auf die richtige Würzung kommt es an Das Lebkuchengewürz, das aus den verschiedensten Gewürzkomponenten bestehen kann, ist genauso individuell wie die verschiedenen Formen der Gebäckstücke. Häufig haben sie jedoch einige Gewürze und Kräuter gemein, die in unterschiedlichen Mengen und meistens in von den Lebkuchenbäcker*innen selbst zusammengestellten und meist geheimen Mengenverhältnissen genutzt werden. Jede der genutzten Zutaten bringt ihre ganz eigene Note in die Gewürzmischung ein, zum Beispiel sind (Stern-)Anis, Fenchel- und Koriandersamen sowie Muskatnuss für ihren süss-würzigen Geschmack bekannt, während Gewürznelken, Ingwer, Kardamom, Pfeffer und in manchen Rezepten sogar Chili für eine angenehme und charakteristische Schärfe sorgen. Ausserdem finden sich häufig süsse Aromen wie Vanille und Tonkabohne, warm-würzige, «typische» Weihnachtsaromen wie Zimt und Piment und fruchtige Komponenten wie Zitronen- oder Orangenschale in Form von Zitronat beziehungsweise Orangeat oder Nüsse wie Mandeln und Haselnüsse in den Mischungen.
Wenn Sie ein eigenes Lebkuchengewürz zusammenstellen wollen, haben wir hier ein Grundrezept von der Spiegelhauer Bio Bäckerei, das Sie individuell Ihrem eigenen Geschmack anpassen können. Dazu benötigen

Lebkuchengewürz setzt sich aus vielen Gewürzen zusammen, darunter meist Zimt, Nelken, Sternanis und Muskat.
Sie 2 Teelöffel Zimt, 1 Teelöffel Nelken, ½ Teelöffel Muskatnuss und ½ Teelöffel Anis, wobei Sie auch gerne Sternanis verwenden können, um damit bereits optisch ein wenig Weihnachten in Ihre Backstube zu bringen. Diese Grundzutaten allein machen bereits eine tolle Mischung, können aber durch verschiedene weitere Zutaten ergänzt werden. Hierzu bieten sich je 1–2 g Fenchelsamen, Koriander, Ingwer und Piment an, aber auch 2 Kardamomkapseln, 1 g Vanille, 1 Messerspitze Orangenschale und sogar eine Prise Chilipulver können Ihr individuelles Rezept ergänzen. Sie sollten die Zutaten, wenn vorhanden, frisch in einem Mörser, Mixer oder einer Mühle mahlen, können aber natürlich auch auf bereits gemahlene Elemente zurückgreifen. Nachdem Sie alles gut vermengt haben, lässt sich die Mischung in einem trockenen und luftdichten Gefäss bis zu einem Jahr aufbewahren. Als vielseitige, weihnachtliche Geschmacksexplosion lässt sich das Lebkuchengewürz auch in vielen anderen Gebäcken, Getränken und sogar herzhaften Gerichten verwenden.
Bei diesem Lebkuchen ist die Besonderheit eine Oblate als Boden.

Die verschiedenen regionalen Namen für Lebkuchen zeigen, wie unterschiedliche Traditionen über die Zeit gewachsen sind. Egal ob als Lebkuchen, Biber, Läckerli oder Leckerli sowie als Magenbrot, beinahe jede Region der Schweiz hat ihre eigenen Begriffe für die Gebäcke. Auch den Formen und Verzierungen sind beinahe keine Grenzen gesetzt und sie spiegeln häufig ebenfalls regionale Besonderheiten wider, wie zum Beispiel die Bären auf den Berner Honiglebkuchen, die sogar das Kantonswappen auf dem Gebäck darstellen. Der Berner Honiglebkuchen ist dabei rechteckig, ungefüllt und mit ebendieser weissen Zuckerguss-Verzierung geschmückt. Dieses Dekor ist sein Aushängeschild, da der Teig ein sehr klassisches Rezept aus Mehl, Milch, Honig, Zucker, Pottasche und Gewürz ist. Man kann den Berner Honiglebkuchen sehr gut in Milchkaffee getunkt geniessen, und im Gegensatz zu gefüllten Varianten hält er sich länger. Namentlich sehr ähnlich ist der Berner Haselnusslebkuchen, bei diesem wird jedoch eine Haselnussmasse mit Zucker und Eiweiss gebacken, die von den Lebkuchengewürzen häufig nur mit Zimt gewürzt wird. So ähnelt dieser nur im Namen einem klassischen Lebkuchen.
Andere bekannte Schweizer Varianten sind zum Beispiel der Appenzeller oder St.Galler Biber. Sprachlich haben alle drei möglichen etymologischen Ursprünge des Begriffs «Biber» mit den Gewürzen in diesem zu tun, und beziehen sich auf Pfeffer, Piment oder Honig (als Bienenbrot). Biber sind Honiglebkuchen, die mit einer Masse

aus Mandeln, Zucker und Wasser, die mit Orangeat verfeinert werden kann, gefüllt sind. Es gibt sie in verschiedenen Formen, die mit einem Sujet versehen werden, das je nach Backstube variiert.
Sehr bekannt ist auch das Basler Läckerli, dessen Geschichte bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Beim Basler Läckerli handelt es sich um einen kleinen, viereckigen Lebkuchen, der mit Zuckerguss überzogen ist und grob gehackte Mandeln, Haselnüsse und Zitrusfruchtschalen enthält. Ursprünglich war auch das Basler Läckerli hauptsächlich ein Weihnachtsgebäck, ist mittlerweile jedoch, wie auch andere Lebkuchenarten, das ganze Jahr über erhältlich. Mit seinen Namensvettern aus dem Appenzell und Zürich hat es hauptsächlich die Form gemein. Während im Appenzell ein Biberteig mit Milch in grösseren Stücken als Leckerli bekannt ist, basiert das Zürcher Leckerli auf einer Marzipanmasse aus Mandeln und Eiweiss, die in einem Holzmodell geprägt wird.
Zuletzt gibt es noch den Luzerner Lebkuchen, zu dem wir Ihnen ein leckeres Rezept vorstellen. Mit dem Rezept von 1583 hat die heutige Version nicht mehr allzu viel gemein, da der typische Luzerner Lebkuchen mittlerweile Rahm und Birnel enthält. Diesen Lebkuchen serviert man häufig bestrichen mit etwas Butter oder mit Schlagrahm, was die unglaubliche Vielfalt der Schweizer Lebkuchen zeigt. Welcher ist Ihr Lieblingslebkuchen? •
www.patrimoineculinaire.ch www.baeckerei-spiegelhauer.de

½ dl Rahm
1 dl Birnel
200 g Zucker
2 EL Lebkuchengewürz
1 Prise Salz
2 dl Milch
1 TL Natron
400 g Mehl
3 Birnen (oder 5 kleine Birnen)

GUET
Autorinnen: Daniela Bieder; Monika Hansen; Claudia Link 320 Seiten, 21,5 × 25,5 cm Mit zahlreichen Abbildungen ISBN 978-3-03818-413-3 CHF 49.– | EUR 49.–
Produkte aus fairem Bio-Landbau garantieren den kompromisslosen Genuss mit qualitativ hochwertigen Inhalten.
Jetzt im Biofachhandel oder unter biofarm.ch erhältlich!
1. Teig: Rahm steif schlagen, Birnel, Zucker, Lebkuchengewürz und Salz darunterrühren. Milch erwärmen, Natron darin auflösen, abwechselnd mit dem Mehl unter die Rahm-Masse heben. Masse in eine Cakeform (ca. 30 cm, mit Backpapier ausgelegt) füllen, Birnen schälen, in regelmässigem Abstand in den Teig drücken.
2. Backen: 180° / untere Ofenhälfte / ca. 1 Std. 10 Min. Lebkuchen herausnehmen, in der Form kurz abkühlen lassen, aus der Form nehmen und auf einem Gitter ganz auskühlen lassen.

Die Festtage sind ein Fest für alle Sinne – Kerzenschein, gutes Essen, besondere Momente mit Familie und Freunden. So schön die Festtage sind, sie enden nicht selten mit einem vollen Bauch und einem überlasteten Magen-Darm-Trakt. Was, wenn Genuss und Gesundheit Hand in Hand gehen könnten? Hanfsamen machen es möglich.
Mit ihrem feinen, nussigen Aroma passen sie perfekt in festliche Gerichte: ins Pesto für eine Vorspeise mit Farbtupfer, als knuspriges Topping (geröstet) auf winterlichem Blattsalat, in die Füllung eines vegetarischen Bratens oder sogar in ein cremiges Schokoladenmousse. Sie bringen feinen Geschmack und hohen Nährwert: hochwertiges Eiweiss, gesunde Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren im idealen Verhältnis, Ballaststoffe, wertvolle Mineralstoffe sowie reichlich B-Vitamine und Vitamin E – und all das in einer Form, die leicht verdaulich ist.
Gerade in einer Zeit, in der reichlich gegessen wird, sind solche Nährstoffbooster Gold wert. Hanfsamen belasten nicht, sondern liefern dem Körper Bausteine für Regeneration, Energie und starke Abwehrkräfte. Machen Sie dieses Jahr aus den Festtagen ein Fest für Körper und Seele – und starten Sie gesund ins neue Jahr. In dieser Ausgabe finden Sie drei Rezepte, die köstlich schmecken, schnell gelingen und bei Tisch garantiert für Staunen und Komplimente sorgen.
Vorspeise
Winterlicher Blattsalat mit Hanfsamen-Pesto Frische Wintersalate (z. B. Feldsalat, Radicchio) mit einem cremigen Pesto aus geschälten Hanfsamen, Petersilie, Zitronensaft und Hanföl.

Hauptgericht
Vegetarischer Festtagsbraten mit Hanf-Füllung
Ein Braten aus Linsen und Gemüse, verfeinert mit geschälten Hanfsamen und winterlichen Kräutern – festlich, nahrhaft und 100 % pflanzlich.
Schokoladenmousse mit Hanfsamen-Crunch
Luftige Mousse aus dunkler Schokolade, verfeinert mit einem Hauch Vanille, getoppt mit knusprigem Hanfsamen-Crunch.
Alle Zutaten und Zubereitungsschritte mit Nährwertangaben kostenlos im Festtags-PDF: Einfach eine E-Mail an natuerlich.hanf@gmail.com senden oder den QR-Code scannen.
« Mit Hanfsamen werden festliche Gerichte nicht nur köstlich, sondern auch leicht verdaulich. »

Weihnachten und Jahreswechsel – das sind für viele die schönsten Tage des Jahres. Für Menschen mit chronischen Schmerzen, Schlafproblemen oder Appetitlosigkeit können sie jedoch zu einer Belastungsprobe werden. Kälte, Wetterwechsel, festliche Hektik und veränderte Essgewohnheiten sind oft zusätzliche Stressfaktoren.
Genau hier kann medizinisches Cannabis helfen. CBD wirkt beruhigend, kann Muskelverspannungen lösen und den Schlaf verbessern – ohne berauschenden Effekt. THC-haltige Präparate können gezielt bei Appetitlosigkeit oder therapieresistenten Schmerzen eingesetzt werden. Studien zeigen: «Patient*innen unter medizinischer Cannabistherapie berichten von reduzierten Schmerzen, gesteigerter Energie und neuer Lebensfreude.»
Wichtig: Es geht nicht um Selbstversuche mit unklaren Produkten, sondern um ärztlich begleitete Therapie mit geprüften Präparaten. Gemeinsam mit der ärztlichen Fachperson oder Apotheker*in lässt sich die Dosierung anpassen – auch an die besondere Situation der Festtage.
In unserer Serie ab 2026 beleuchten wir, welche Rolle medizinisches Cannabis heute in Forschung, Therapie und Gesellschaft spielt. Wir zeigen, wie Ärzt*innen und Patient*innen den verantwortungsvollen Umgang
diskutieren, welche Fragen noch offen sind – und warum das Thema zunehmend an Bedeutung gewinnt. Denn Gesundheit ist ein ganzheitlicher Weg – auch an Weihnachten.

Roger Urs Bottlang beschäftigt sich seit 30 Jahren mit Hanf – von medizinischer Anwendung bis zu Ernährung, Fasern und Innovationen. Ab dieser Ausgabe wird er in seiner Kolumne Einblick in die reiche Geschichte der Heilpflanze bieten, ebenso wie in ihre Nutzungsmöglichkeiten.
Harmonius GmbH – natuerlich.hanf@gmail.com

Autorinnen: Daniela Bieder; Monika Hansen; Claudia Link
320 Seiten, 21,5 × 25,5 cm Gebundene Ausgabe, Hardcover Mit zahlreichen Abbildungen
ISBN 978-3-03818-413-3
CHF 49.– | EUR 49.–
Äpfel — Den Saft der Zitrone auspressen. Äpfel schälen, halbieren, Kerngehäuse entfernen, längs so einschneiden, dass feine Einschnitte entstehen, aber die Apfelhälften an beiden Seiten noch zusammenhalten, mit Zitronensaft bestreichen. Restlichen Zitronensaft beiseitestellen.
Teig — Weiche Butter mit Zucker verrühren. Eigelb und restlichen Zitronensaft beigeben und darunterrühren. Mehl, Haselnüsse, Backpulver und Zimt mischen. Eiweisse mit Salz steif schlagen, abwechselnd mit der Mehlmischung unter die Buttermasse mischen. Teig in eine Springform (ca. 22 cm ∅, gefettet und bemehlt) füllen. Äpfel mit der eingeschnittenen Seite nach oben in den Teig legen, leicht andrücken. Haselnüsse grob hacken, mit dem Zucker darüberstreuen.
Ofen — 200 °C / untere Ofenhälfte / ca. 35 Min. Kuchen herausnehmen, in der Form kurz abkühlen lassen, aus der Form nehmen und auf einem Gitter ganz auskühlen lassen.


1 Zitrone
4 säuerliche Äpfel
125 g Butter
125 g Zucker
2 Eigelb
120 g Mehl
80 g gemahlene Haselnüsse
1 TL Backpulver
½ TL Zimt
2 Eiweisse
1 Prise Salz
2 EL Haselnüsse
2 EL Zucker

Beim Gedanken an Schokolade erscheint vielen sofort die fertige Tafel im Regal vor Augen – verführerisch und schön verpackt. Bei Amanase beginnt die Reise viel früher: Auf den sonnenverwöhnten Kakaofeldern Ghanas wächst feinster Bio-Kakao, der später direkt vor Ort zu edlen Schokoladenkreationen verarbeitet wird.
Statt die wertvollen Kakaobohnen zu exportieren und die Schokolade dann in der Schweiz herzustellen, vollzieht Amanase jeden Schritt zum fertigen Schokoladenprodukt in Ghana –vom Rösten über das Verarbeiten bis zum Verpacken. So entstehen nicht nur feinste und aussergewöhnliche Schokoladenkreationen, sondern auch Zukunft – mit fair bezahlten Jobs und neuen Perspektiven für die Menschen vor Ort im Ursprungsland der Rohware Kakao.
Amanase ist Teil von fairafric, einem sozialen Unternehmen, das in der solarbetriebenen Fabrik in Suhum nachhaltige Jobs und faire Löhne bietet. Ein besonderes Highlight ist die erste Chocolatier-Schule Ghanas, in der junge Menschen das Handwerk der Schokoladenherstellung von Grund auf lernen und Schritt für Schritt zu wahren Meister*innen ihres Fachs werden.
Auf der Onlinepräsenz von Amanase heisst es: «With Amanase, we are shifting the added value to the country of origin, Ghana. We are creating sustainable jobs
and training opportunities, promoting the organic cultivation of cocoa and paying cocoa farmers the highest cocoa premiums in West Africa.»
Dieser Ansatz wirkt konkret: Kakaobäuer*innen erhalten Unterstützung beim Bio-Anbau und überdurchschnittliche, faire Preise samt Bio-Prämie, Jugendliche finden Ausbildungschancen in ihrer Heimat, ganze Gemeinschaften profitieren von lokal geschaffenen Arbeitsplätzen. So verbindet Amanase Genuss mit sozialem Mehrwert – Schokolade, die Sinn macht. Besonders beliebt zur Weihnachtszeit ist die «Medaase» Danke-Snackbox – sie vereint drei erlesene Sorten feinster Bio-Schokolade und ist das perfekte Geschenk, um einem lieben Menschen «Danke» zu sagen oder einfach Freude zu bereiten. Jede der drei Kreationen steht dabei für eine positive Zukunft – für die Menschen ebenso wie für unseren Planeten.
Amanase Produkte sind erhältlich unter www.claro.ch und in rund 100 claro Läden schweizweit.

Die Mistel ist alles andere als eine gewöhnliche Pflanze.
Seit
Urzeiten bietet sie magischen Schutz und vielseitige Heilkräfte.
Yves Scherer
Auf meinem winterlichen Spaziergang dem Seeufer entlang finde ich Mistelzweige, die der Sturm der vergangenen Nacht von den Baumkronen gebrochen hat. Es sind eigenartige Gebilde. Die gelblich-grünen Ästchen sind leicht verholzt und die ovalen Blätter fühlen sich ledrig an. Die kugelrunden Misteln sitzen hoch im Geäst der Bäume. Jetzt im Winter tragen sie weisse Beeren. Wenn man eine Beere zerdrückt, quillt ein zähflüssiger, klebriger Schleim heraus, in dem ein einzelner Samen enthalten ist.
Die Mistel ist ein immergrüner, kugeliger Halbstrauch aus der Familie der Sandelholzgewächse (Santalaceae). In Europa sind zwei Arten einheimisch: die Weissbeerige Mistel (Viscum album) und die Rotbeerige Mistel (Viscum cruciatum). Diese seltsamen Pflanzenwesen entziehen sich scheinbar vollständig den Gesetzmässigkeiten und Rhythmen, denen andere Pflanzen unterworfen sind. Sie wurzeln nicht in der Erde, sondern leben parasitär auf einem Wirtsbaum, dem sie Wasser und Mineralsalze entziehen. Ihre Gestalt wandelt sich nicht mit den Jahreszeiten wie bei anderen Pflanzen, im Gegenteil: Die Mistel ist immergrün und verwelkt nie. Als einzige Pflanze wächst sie nicht nur dem Licht entgegen nach oben, sondern auch nach unten und bildet so eine beinahe perfekte Kugelform. Ihre kleinen, gelben Blüten erscheinen von Februar bis April, die weissen Beerenfrüchte reifen im November und Dezember. Misteln wachsen sehr langsam, die Ausbildung eines neuen Zweiges dauert drei Jahre. Die Pflanze kann über 30 Jahre alt werden und einen Durchmesser von mehr als einem Meter erreichen. Die Weissbeerige Mistel besiedelt etwa 200 verschiedene Baumarten. Von ihr werden drei Unterarten unterschieden, die jeweils auf anderen Wirtsbäumen gedeihen, die Tannen-, Föhren- und Laubholzmisteln. Am häufigsten findet man Laubholzmisteln auf Apfelbäumen und Pappeln.

Die alten Namen Albkraut, Donarbeere, Donnerbesen, Drudenfuss, Gespensterrute, Hexenbesen, Hexennest und Heil aller Schäden weisen auf die magische Verwendung der Mistel hin. Die Bezeichnungen Leimmistel, Vogelchrut und Vogelleimbeere hingegen beziehen sich auf die klebrigen Beeren, die gerne von Vögeln gefressen werden. Die wissenschaftliche Bezeichnung setzt sich zusammen aus den Begriffen Viscum (lat.) = Leim und album (lat.) = weiss. Der Name Mistel entstammt vermutlich dem Wort Mist und deutet darauf hin, dass die Samen mit dem Vogelkot verbreitet werden.
Wenn im Winter die Vegetationsruhe einkehrt, reifen die weissen Beeren der Mistel heran, deren klebrig-dickflüssiger Saft an Sperma erinnert. In alter Zeit wurde die Mistel deshalb als ein Symbol der Fruchtbarkeit verstanden und ein Trank aus den Beeren galt als Allheilmittel.

Der goldgrüne Mistelzweig begegnet uns in vielen Sagen und Mythen. So zum Beispiel in «Aeneis», einem Epos des römischen Dichters Vergil: Der trojanische Held muss sich einen goldenen Mistelzweig beschaffen, mit dem er die Pforten zur Unterwelt beleuchten kann. So gelingt es ihm, unversehrt das dunkle Reich des Jenseits zu durchwandern. Ein anderer Mythos handelt vom Götterboten Merkur, der mithilfe eines Mistelzweiges die Seelen der Verstorbenen ins Licht geleitete, dorthin, wo sich Raum und Zeit aufheben.
Im nördlichen Teil Europas wurden der Mistel dämonenabwehrende Kräfte nachgesagt: Ein aus Mistelbast gedrehter Ring, um den Finger oder den Arm getragen, schütze schwangere Frauen vor nächtlichen Dämonen, die einen Abort auslösen könnten. An die schutzmagische Wirkung der Mistel erinnert auch der Brauch, zum Jahresende hin einen Mistelzweig im Türrahmen aufzuhängen. Dieser soll Gesundheit, Fruchtbarkeit und Wohlergehen im neuen Jahr sichern. Und wer sich unter der Mistel begegnet, darf sich bedenkenlos küssen.
Der römische Gelehrte Plinius der Ältere dokumentierte in seiner «Naturgeschichte», dass keltische Druid*innen die Misteln feierlich am sechsten Tage nach Neumond ernteten – mit einer Sichel aus Gold. Weil die zauberkräftige Mistel den Boden nicht berühren durfte, wurde

sie in einem weissen Tuch aufgefangen. Das Pulver von solchen kultisch geernteten Misteln galt als Allheilmittel und sollte Frauen fruchtbar machen. Auch in der Europäischen Volksheilkunde wird die Mistel seit langem als Fruchtbarkeitsmittel verwendet. Die Kräuterkundige Maria Treben verschrieb Frauen mit Kinderwunsch die Tinktur der Apfelmistel. Damit die Ehe mit Kindern gesegnet sei, trug in der Romandie die Braut oftmals einen Kranz aus Weizenähren, Eisenkraut und Mistelzweigen.
In der Schweizer Volksheilkunde war die Weissbeerige Mistel unter anderem zur Behandlung von harten Geschwülsten, Gichtleiden, Frostbeulen und Parasitenbefall gebräuchlich. Seit der Antike wurden Mistelanwendungen auch gegen Schwindel und Epilepsie verwendet. Auch wenn die meisten Wirkstoffe, die in der Mistel nachgewiesen werden können, vom Wirtsbaum stammen, baut die Pflanze viele organische Verbindungen selbst auf. In der Mistel und ihren Beeren enthalten sind Viscotoxine, Mistellektine, Oligopeptide, Flavonoide, Phenylpropane, Phenolsäuren, Triterpene, Polysaccharide und viele weitere Wirkstoffe. Sie zeigen antioxidative, mild blutdrucksenkende, leicht krampflösende, immunstimulierende und krebsfeindliche Wirkungen. Bei korrekter Dosierung darf die leicht giftige Pflanze bedenkenlos auch innerlich genommen werden. Auf den Genuss der Beeren sollte vorsichtshalber verzich-
Die weissen Beeren reifen im Winter.

tet werden. Übliche Anwendungsformen sind Tees, Tinkturen, Fertigarzneimittel und die Injektion des Mistel-Gesamtextraktes als Krebs- und Rheumamittel. Homöopathische Einzel- und Komplexmittel werden zur Entlastung des Herzens und gegen Kreislaufbeschwerden verwendet, sowie in der Frauenheilkunde zur Behandlung von Myomen und Zysten.
Die Mistel in der Krebstherapie
Der Begründer der anthroposophischen Geisteswissenschaften Dr. Rudolf Steiner erkannte in den verstreut über die Baumkronen wuchernden Misteln eine Wesensverwandtschaft zur Krebserkrankung und initiierte die Erforschung der Mistel als Arznei gegen Tumore.

Ob als Tee, Sirup oder fruchtige Delikatesse; die Hagebutte überzeugt mit Geschmack und Wirkung.
Die leuchtend roten Früchte der Hagebutte werden in der Naturheilkunde seit jeher geschätzt: Ein Aufguss aus den entkernten, eingeweichten Fruchtschalen hilft bei Blasen und Nierenleiden, lindert Erkältungen und stärkt das Immunsystem. Auch bei Grippe oder leichten Infekten gilt Hagebuttentee als wohltuendes Hausmittel.
In der Küche begeistert die Frucht durch ihre Vielfalt. Von Konfitüren und Gelees über Säfte bis hin zu süsslichen Saucen zu Wild. Besonders aromatisch sind Hagebutten nach dem ersten Frost. Getrocknet oder frisch verarbeitet, bereichern sie jedes Vorratsregal.


Rezept: Hagebutten Babka
Zutaten
• 350 g Halbweissmehl
• 1 TL Salz
• 2 EL Zucker (40 g)
• 100 g Butter weich
• 15 g Hefe frisch (Alternativ 1Pack Trockenhefe)
• 100 ml Milch Zimmertemperatur
• 1 Ei
• 250 g Hagebuttenkonfi
• Deko: Puderzucker
Zubereitung egk.ch/hagebutten

Ein Misteltee kann gegen Bluthochdruck helfen.
Die Ärztin Ita Wegman, Steiners Weggefährtin und Mitbegründerin der anthroposophischen Medizin, setzte 1917 erstmals ein Mistelpräparat zur Behandlung einer Tumorpatientin ein. Folgende Wirkungen aus dem Gesamtextrakt der Pflanze sind heute wissenschaftlich anerkannt: Anregung des Zelltodes (Apoptose) in den Krebszellen; Vermehrung und Aktivierung von Immunzellen; Durchwärmung des Organismus durch leichte Entzündungsreaktion und leichtes Fieber; Schutz der Erbsubstanz (DNA) vor Zellgiften, Chemotherapeutika und Bestrahlung. Viele an Krebs Erkrankte berichten von einer verbesserten Selbstwahrnehmung unter dem Einfluss einer Misteltherapie. Sie lernen, besser auf die Signale ihres Körpers zu achten. Prof. Dr. Volker Fintelmann, Facharzt für Innere Medizin und Leitender Arzt an mehreren Kliniken in Hamburg, verfügt über langjährige Erfahrung mit Mistelpräparaten. Er hält fest: «Die Mistel trägt dazu bei, den Menschen in eine gewisse Autonomie von seiner Krankheit zu bringen, ihm Abstand zu verschaffen – auf der zellulären Ebene ebenso wie auf der geistigen.»
Rudolf Steiners Beobachtung, dass die auf Bäumen wuchernde Mistel Ähnlichkeiten mit der Krebserkrankung aufweist, ist ein bedeutsames Beispiel der Signaturenlehre. Seit jeher haben Menschen versucht, aus der Erscheinung und dem Verhalten einer Pflanze abzulesen, welche medizinischen Qualitäten ihr innewohnen. Hätte Steiner die Mistel nicht so gesehen, wäre uns vielleicht das Arzneimittel verborgen geblieben, das für viele Krebserkrankte eine unschätzbare Hilfe ist. •
Buchtipp
Annette Bopp: Die Mistel – Heilpflanze in der Krebstherapie Verlag Rüffer & Rub, ISBN: 9783907625323
Misteltee gegen Bluthochdruck
Mit klein geschnittenen frischen oder getrockneten Mistelzweigen (Stängel und Blätter) wird ein Kaltwasserauszug (Mazerat) angesetzt. Die Zweige sollten zuvor gründlich gewaschen werden. Im Advent findet man Misteln oft auf dem lokalen Markt. Von Bäumen heruntergefallene Misteln eignen sich nicht zur Teezubereitung.
1–2 EL Mistelkraut (ohne Beeren) in 500 ml kaltem Wasser 10–12 Std. stehen lassen, dann abseihen und auf Trinkwärme erhitzen. 1–2 Tassen täglich trinken. Wer den Misteltee kurmässig trinken will, sollte nach 4–6 Wochen eine ebenso lange Pause einlegen.

YVES SCHERER
Yves Scherer ist Herbalist, diplomierter Naturheilpraktiker und visueller Gestalter. Er unterrichtet Phytotherapie an verschiedenen Fachschulen und bietet eine eigene Ausbildung in Pflanzenheilkunde und Kräuterwanderungen an: www.medizingarten.ch www.medizinwald.ch

Wie man als Mensch wächst, stolpert und trotzdem weiterkommt
Was passiert, wenn man das Chaos einfach machen lässt? Für Esther Pauchard ist das kein Unglück, sondern Konzept. Die Psychiaterin, Bestsellerautorin und Thunpreis-Trägerin 2025 weiss: lieber eine Baustelle als eine Schrotthalde. Sie zeigt, wie man Angst überwindet, Bequemlichkeit hinterfragt und Menschen stärkt – bis sie einen nicht mehr brauchen. Krisen sind für sie Trainingslager, Fehler Kreativitätspools.

Maria-Theresia Zwyssig bei der NIESENwelle
Wenn Geschichten zum Herzschlag werden.
WEITERE SENDUNGEN AUF niesenwelle.ch
Hier geht’s zur Sendung:
GESCHICHTEN, DIE BLEIBEN

Der orange Weihnachtsstern mit dem passenden Namen «Autumn Leaves».

Weihnachtssterne gehören zur Winterzeit wie der Adventskranz an der Haustüre. Mit ihren leuchtenden Farben malen sie bunte Feuerwerke auf Tische und dekorierte Fenstersimse – ein Vergnügen, das neuerdings in Goldgelb erstrahlt.
Irène Nager, JardinSuisse
Drau ssen kalt und grau, drinnen warm und gemütlich – perfekt, um sich zu Hause auf dem Sofa einzukuscheln. Naturtöne wie Sand, Beige, Creme oder helle Braunnuancen verwandeln die heimischen vier Wände in einen kuscheligen Rückzugsort. Der kann auch in der grauen Jahreszeit seinen Ruf als «Urban Jungle» bewahren, denn mit den kürzeren Tagen ist die Stunde der Poinsettien, besser bekannt als Weihnachtssterne, gekommen.
Ganz oben auf der Farbtrend-Skala
Es ist wohl das Zusammenspiel aus sternförmiger Optik, farbigen Hochblättern und sattgrünem Laub, das die Weihnachtssterne als Zimmerpflanzen so begehrt macht. Schon unsere Grossmütter wussten: Ein Adventstag ohne Weihnachtssterne ist wie ein Weihnachtsmarkt ohne Punsch. Längste Zeit war uns die aus Mittel- und Südamerika stammende Pflanzenart Euphorbia pulcherrima in klassischem Rot, Rosa und Weiss bekannt. Dieses Jahr lässt sich im gärtneri-
schen Fachhandel eine orangegelbe Farbnuance entdecken, die perfekt zu aktuellen Farbtrends passt. Die Tönung der Hochblätter erinnert an das herbstlich verfärbte Laub von Ahornen oder Lärchen – die Sortenbezeichnung «Autumn Leaves» (Herbstblätter) liegt damit nahe.
«
Wenn es draussen trist wird, blüht drinnen der Weihnachtsstern auf. »


«
Weihnachtssterne lieben es warm und hell – Zugluft und Kälte vertragen sie gar nicht. »
Höchste Qualität im Fachhandel
Mit seiner Kombination aus orangegelben Hochblättern und sattgrünem Laub eignet sich «Autumn Leaves » als Zimmerpflanze, Mitbringsel oder Dekoration. Einem Arrangement aus weihnachtlichen Zweigen, zum Beispiel Buchsbaum, Eibe, Scheinzypresse oder Edeltanne, verleiht er besonderen Flair. Weitere Farbak-
zente lassen sich mit silberblauen oder bronzefarbenen Teelichtern oder mattsilbernen Weihnachtskugeln setzen. Wer das ganze Potenzial der sternförmigen Schönheit erleben möchte, der kauft sie im Fachhandel. Denn in den Schweizer Gärtnereien und Gartencentern werden die höchsten Qualitätsansprüche befriedigt –weit über die Adventstage hinaus.
Standort und Pflege
• Beim Kauf darauf achten, dass die unscheinbaren Blüten zwischen den farbigen Hochblättern noch geschlossen sind. So haben Sie länger Freude an den Pflanzen.
• Da Poinsettien ursprünglich aus dem Süden stammen, behagen ihnen zu kühle oder zugige Standorte nicht. Darum keine Pflanzen kaufen, die auf Aussenflächen angeboten werden oder im Durchzug stehen.
• Immer den Einpackservice des Fachgeschäftes nutzen und die Weihnachtsterne für den Transport nach Hause gut schützen lassen.
• Weihnachtssterne lieben es warm und hell: Zimmertemperaturen um die 20 Grad ohne direkte Sonneneinstrahlung sind ideal. Vorsicht vor Standorten über der Heizung: Der heisse Luftstrom schadet ihnen.


• Weihnachtssterne brauchen nur wenig Wasser. Ein Tauchbad alle paar Tage genügt. Dazu den fast trockenen Wurzelballen aus dem Übertopf nehmen und einige Minuten in 20 Grad warmes Wasser tauchen. Überschüssiges Wasser fortgiessen.
• Auf allfällige Giessfehler macht der Weihnachtsstern von selbst aufmerksam: Gelbe oder abfallende Blätter deuten auf zu nasse Wurzeln hin, hängende Blätter auf zu wenig Wasser.
• Die Wildpflanzen in freier Natur sind giftig, insbesondere ihr Milchsaft. Er enthält Reizstoffe, die allergische Reaktionen auslösen können. In den handelsüblichen Weihnachtsstern-Zuchtformen konnten diese hautreizenden Stoffe nicht nachgewiesen werden. •
Weihnachtssterne sind ein Beispiel dafür, wie einfallsreich Blütenpflanzen beim Anlocken von Bestäubern sein können. Ihre farbenprächtigen «Blüten» sind in Wirklichkeit keine Blüten, sondern sternförmig angeordnete Hochblätter (Brakteen). Sie weisen bestäubenden Insekten den Weg zu den «echten» Blüten, die klein und unscheinbar in der Mitte der Brakteen sitzen.
1 «Autumn leaves» ist eine herausragende neue Sorte.
2 Die orangegelben Weihnachtssterne lassen ganz neue Farbkombinationen zu.
3 «Autumn leaves» wirkt modern und ist doch ein unverkennbarer Weihnachtsstern.
Weihnachtssterne gehören zu den sogenannten Kurztagspflanzen. Sie blühen nur dann, wenn die Tageslichtperiode unter einen bestimmten Wert sinkt. Bei den Poinsettien sind das nicht mehr als 12 Stunden Sonnenlicht täglich – was der Sonnenscheindauer an ihrem natürlichen Standort entspricht. In unseren Gärtnereien wird ab Oktober die Dunkelphase künstlich mit dunklen Folien auf mindestens 12 Stunden verlängert. Damit ist gewährleistet, dass die Pflanzen pünktlich vor dem Weihnachtsfest blühen.
JardinSuisse ist der Unternehmerverband Gärtner Schweiz. Ihm gehören 1700 Betriebe des Garten und Landschaftsbaus, der Topfpflanzen und Schnittblumenproduktion, der Baumschulproduktion sowie des Gärtnerischen Detailhandels an. Der Branchenverband bietet seinen Mitgliedern eine umfassende Palette an Dienstleistungen an. Dazu gehören beispielsweise die Beratung, die Unterstützung bei der Werbung, die Zertifizierung von Produktionsbetrieben und vieles mehr. Jardin Suisse betreut zudem die gärtnerische Berufsbildung von der Grundbildung bis zur Höheren Fachprüfung (Gärtnermeister*in).

Wenn die Wintersonne die verschneiten Hänge glitzern lässt, zieht es viele hinaus: Skitouren, Schneeschuhwanderungen, Freeriden. Doch während wir den Winterzauber geniessen, beginnt für Wildtiere die härteste Zeit des Jahres. Wer sich draussen bewegt, trägt Verantwortung – für eine Bergwelt, die nicht nur uns gehört.
Samuel Krähenbühl
Der Winter im Gebirge ist eine Extremsituation: Kälte, Sturm, knappe Nahrung. Während wir uns mit moderner Ausrüstung schützen, kämpfen Gämsen, Schneehühner oder Hirsche ums Überleben. Ihr Energiehaushalt ist auf Sparflamme, jede Flucht kostet Kraft – manchmal zu viel. Einige Tiere entkommen der Kälte durch Winterschlaf oder Zug in den Süden, andere – wie Schneehase, Birkhuhn oder Steinbock – trotzen den Bedingungen mit erstaunlichen Anpassungen: dickes Winterfell, weisse Tarnfarbe, gefiederte Füsse oder ein reduzierter Puls in Ruhephasen. Doch auch diese Strategien haben Grenzen, wenn sie immer wieder aufgeschreckt werden.
Störung bedeutet Stress
Viele Berggänger kennen Gämsen, die scheinbar unbeeindruckt in der Ferne stehen. Doch oft ist das Gegenteil der Fall: Tiere reagieren mit Stress – der Puls steigt oder sinkt, Hormone werden ausgeschüttet, Energiereserven angezapft. Flucht kann im Hochwinter lebensbedrohlich werden. Birkhühner, die in isolierenden Schneehöhlen Schutz suchen, verlieren durch ein plötzliches Auffliegen enorm viel Wärme. Wiederholte Störungen treiben Tiere aus ihren angestammten Lebensräumen und führen zu Konkurrenz um Nahrung oder zu Schäden im Schutzwald.
Wildruhezonen schützen –und Rücksicht nehmen
Um solche Belastungen zu verringern, haben Bund, Kantone und Gemeinden Wildruhezonen und Jagdbanngebiete ausgeschieden. In diesen gilt teilweise ein Betretungsverbot oder es sind nur markierte Wege erlaubt. Karten und Tourenführer – etwa von swisstopo oder auf respektiere-deine-grenzen.ch – zeigen die jeweils aktuellen Grenzen und erlaubten Routen. Doch Rücksicht beginnt nicht erst mit einem Verbot. Wer sich
informiert, seine Tour umsichtig plant und Wildruhezonen meidet, handelt freiwillig im Sinn des Naturschutzes – und trägt dazu bei, dass keine neuen Einschränkungen nötig werden.
Das Trichterprinzip: Raum für beide Das sogenannte Trichterprinzip veranschaulicht, wie sich der Bewegungsraum im Gelände anpassen lässt: Je höher und exponierter man steigt, desto mehr sollte man sich auf bestehende Routen konzentrieren – wie durch einen Trichter, der sich nach oben verengt. So bleibt den Wildtieren genügend Rückzugsraum in den tiefer gelegenen, schneefreieren Bereichen.
Tierportraits
Auf Wintertouren begegnet man nur wenigen Alpentieren, oft aber ihren Spuren. Nebst Trittsiegeln (einzelne Fussabdrücke), Fährten oder Flügelabdrücken sind dies auch Losung (Kot), Frass- und Scheuerspuren, Haare, Federn, Bauten und Rufe. Spuren verraten viel über das Leben der Tiere, ohne dass diese sichtbar sind. Auf den folgenden Seiten werden die bezüglich Wildtierschutz im Winter wichtigsten Tiere vorgestellt; ihre ungefähren Lebensräume sind in der Grafik auf Seite 74–75 schematisch ersichtlich.
Gemeinsam Verantwortung tragen
Der Schweizer Alpen-Club (SAC) engagiert sich seit Jahren für einen naturverträglichen Bergsport. Alle Touren in den offiziellen SAC-Führern sind auf ihre Naturverträglichkeit geprüft. Doch auch diese Angaben können sich ändern – Wildruhezonen werden laufend angepasst. Es lohnt sich, vor jeder Tour kurz nachzusehen, ob die geplante Route noch aktuell ist. Wer achtsam unterwegs ist, erlebt mehr: frische Spuren im Schnee, vielleicht den Ruf eines Birkhahns oder den Schatten einer Gämse im Abendlicht. Respekt vor der Natur macht Touren nicht ärmer – sondern reicher.
Tierporträts
A Merkmale
B Lebensraum
C Nahrung
D Balz- / Brunftzeit
LEBENSWELT ALPEN
Annina Rosenkranz; Jürg Meyer; Markus Lüthi; Franziska Zoller
312 Seiten, 135 mm x 210 mm Taschenbuch
Mit 330 Abbildungen
ISBN 978-3-85902-425-0 www.weberverlag.ch
E Setz- / Brutzeit, Jungtiere
F Bestand Schweiz, Gefährdung



G Fährte
Schneehuhn (Lagopus mutus)
A Federkleidwechsel Sommer (Brauntöne) –Winter (weiss); ca. 35 cm gross; «knarrender» Ruf.
B Oberhalb der Waldgrenze, gerne in gut strukturiertem Gelände; im Winter oft auf Futtersuche an freigeblasenen Grasrücken.
C Triebe, Knospe, Samen und Beeren von Zwergsträuchern und Alpenkräutern
D April – Mai
E Juni – August, 5 – 9 Junge
F 7500 – 10 000 Paare; potenziell gefährdet
G
Birkhuhn (Tetrao tetrix)
A Hahn glänzend blauschwarz, ca. 40 cm gross; Henne braun gebändert und etwas kleiner; leicht gegabelter Schwanz.
B Bereich der oberen Waldgrenze; angewiesen auf reiche Zwergstrauchvegetation; im Winter vor allem in Nordlagen.
C Blätter, Knospen und Früchte von Heidelund Moosbeeren sowie Alpenrosen
D April – Mai
E Mai – Juli, 6 – 10 Junge
F 7500 – 10 000 Paare; potenziell gefährdet G



Steinbock (Capra ibex)
A Massig-gedrungen, 70 – 95 cm Schulterhöhe, Geissen etwas kleiner und zierlicher; raues, fahl- bis ockerbraunes Fell; Böcke: bis 1 m lange Hörner mit Knoten, Geissen: glatter und kürzer.
B 1600 – 3200 m, gerne in felsigen Hängen; im Winter tiefer an sonnenexponierten Hängen, teilweise bis unter die Waldgrenze.
C Gras, im Winter auch Polsterpflanzen und Holzgewächse
D Dezember – Januar
E Juni, 1, selten 2 Junge
F ca. 14 000 Tiere; nicht gefährdet
G
Gämse (Rupicapra rupicapra)
A Mittelgross, mit kontrastreicher Kopfzeichnung und hakenförmigen Hörnern; Wechsel zwischen hellerem Sommer- und dunklerem Winterkleid.
B Steilhänge mit Felspartien und lockeren Waldbeständen; im Winter bis in die Talböden, aber auch hoch oben an Sonnenhängen.
C Gräser, Kräuter, Blätter, im Winter Triebe von Bäumen und Sträuchern, Flechten, Moose
D November – Dezember
E Mai – Juni, 1, ausnahmsweise 2 Junge
F ca. 90 000 Tiere; nicht gefährdet
G
Schneehase (Lepus timidus)
A Etwas kleiner als der Feldhase, mit kürzeren Ohren (Kälteschutz); drei maliger Fellwechsel pro Jahr, im Winter reinweiss.
B Offene Bereiche oberhalb Waldgrenze, im Winter auch im lichten Wald; gräbt Schneelöcher für Schutz und Nahrungssuche; nachtaktiv.
C Kräuter, Gräser und Knospen, im Winter auch Baumrinde und Wurzeln
D erstmals März – April
E erstmals Mai / Juni, 2 – 4 Junge; max. 3 Würfe
F ca. 14 000 Tiere; nicht gefährdet G



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Briefe an natürlich
Fragen, Anregungen, Lob oder Kritik sind willkommen. Die Briefe müssen mit der vollständigen Adresse versehen sein. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen. Schicken Sie Ihren Brief per EMail an: leserbriefe@natuerlich-online.ch oder per Post an «natürlich», Leserbriefe, Gwattstrasse 144, 3645 Thun/Gwatt.

Feedback natürlich 09/25
Jetzt bin ich sehr dankbar, dass ich die Natürlichhefte im Mail nicht gelöscht habe; hier zur Reha lese ich mit Vergnügen vom Confi Einkochen und die Beiträge über Atmen 4,6,8 kann ich gut gebrauchen. Helfen einschlafen oder ausruhen! Natürlich sind Sabine Hurnis Fach-Artikel immer interessant. Allein aber oft nicht ausführbar. Herzlich L. H.




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IMPRESSUM
45. Jahrgang 2025, ISSN 2234-9103
Erscheint 10-mal jährlich
Verbreitete Auflage: 14 432 Exemplare (WEMF/KS beglaubigt 2025)
Kontakt
mail@natuerlich-online.ch, www.natuerlich-online.ch
Redaktion, Herausgeber und Verlag
Weber Verlag AG , Gwattstrasse 144, CH-3645 Thun Tel. +41 33 336 55 55, leserbrief@natuerlich-online.ch www.weberverlag.ch
Verlagsleitung
Annette Weber-Hadorn a.weber@weberverlag.ch
Dyami Häfliger d.haefliger@weberverlag.ch
Verlagsleiter Zeitschriften
Samuel Krähenbühl s.kraehenbuehl@weberverlag.ch
Chefredaktorin
Blanca Bürgisser b.buergisser@weberverlag.ch
Leser*innenberatung
Sabine Hurni s.hurni@weberverlag.ch
Weitere Autor*innen
Laura Columberg, Corinne Kneubühler, Maximilian Geiger, Yvonne Rossel, Markus Kellenberger, Blanca Bürgisser, Cluade Bohler, Sabine Hurni, Leila Dregger, Sophie Souvignier, Roger Urs, Bottlang, Yves Scherer, Irène Nager, Samuel Krähenbühl
Grafik/Layout
Shana Hirschi, Nina Ruosch
Korrektorat
Corinne Kneubühler
Copyright Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung durch den Verlag. Für unverlangte Einsendungen wird jegliche Haftung abgelehnt.
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Die Bedeutung des Mondes in verschiedenen Kulturen.
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Markus Kellenberger
Fest entschlossen, nichts zu tun, ausser zu sitzen, liess ich mich nach Einbruch der Dunkelheit in den alten, roten Ohrensessel sinken, dessen Armlehnen schon abgewetzt waren, als ich ihn – lange ist es her – in einer Brocki entdeckte und kurzentschlossen mit nach Hause nahm. Es war Liebe auf den ersten Blick.
Da sass ich nun in meinem Stuhl und gab mich jener wohligen Langeweile hin, wie sie sich nur in dieser magischen Zeit zwischen den Jahren entfalten kann. Im Dezember sind die Tage kurz, und die Nächte sind lang und oftmals sternenklar. In manchen fällt Schnee mit diesem feinen Rieseln, das man nur mit offenem Herzen hören kann, und immer wieder hüllt auch Nebel alles in einen silbergrauen Mantel, der die Welt so klein macht, als wäre sie überhaupt nicht da. In der Stube brannte eine einzige kleine Kerze und spendete warm und weich schimmerndes Licht.
Wo sind nur all die Jahre hin? Der Gedanke war plötzlich einfach da. Ja, wo sind die hin? Zeit verrann. Dann stand ich einem Impuls folgend auf, ging ins Bad, schaltete das Licht ein und schaute in den Spiegel über dem Waschbecken. Das tue ich eigentlich nie, und wenn, dann höchstens zweckgebunden beim Rasieren oder beim Zähneputzen, denn Spiegel haben etwas Unheimliches an sich.
Spiegel, das wird in vielen alten Märchen und Sagen erzählt, sind ein Tor in eine andere Welt. Sie sind aber auch ein Symbol für Eitelkeit und Wahrheit. So wie bei Schneewittchen, wo die böse Hexe erfahren muss, dass sie nicht mehr die Schönste ist im ganzen Land. Darüber hinaus haben Spiegel auch die Macht, alles umzukehren, so wie im Märchen der Schneekönigin. Dort zerbricht der Zauberspiegel des Teufels in tausend Splitter. Menschen, die von einem dieser Splitter getroffen werden, sehen von da an alles Schöne hässlich und alles Böse schön. Zum Glück gibt es in beiden Märchen eine Kraft, die die Macht des Spiegels brechen kann. Die Liebe.

Bei den Griechen vermögen Spiegel Schlechtes und Gutes zu vollbringen. Der selbstverliebte Narziss, der sein eigenes Spiegelbild nicht erreichen kann, vergeht dabei vor Sehnsucht nach sich selbst und verwandelt sich in eine Blume. Der Held Perseus hingegen nutzt das Spiegelbild seines blank polierten Schildes, um Medusa zu enthaupten, ohne direkt in deren tödliches Antlitz blicken zu müssen. In der japanischen Mythologie wiederum steht der Spiegel für die Wiedergeburt. Hier hilft ein Spiegel der Sonnengöttin Amaterasu, aus der Dunkelheit aufzusteigen, um jeden Morgen die Welt wieder aufs Neue zu erleuchten.
Die Seherinnen der Kelten und Germanen nutzten spiegelglatte Wassserflächen, um die Zukunft zu sehen oder Antworten auf grosse Fragen zu erhalten. Stand ich deshalb mitten in der Nacht vor meinem Badezimmerspiegel, aus dem mich ein anderer Markus aus einer anderen Welt ebenso nachdenklich betrachtete, wie ich ihn? Nach einer Weile sagte mein Spiegelbild: «Hier sind sie hin, all die Jahre, nach denen du gefragt hast. Jedes einzelne schaut dich an, die guten und die schlechten.» Nach einer langen Pause antwortete ich, begleitet von einem erlösenden Seufzer: «Ich seh’s. Und keines davon möchte ich missen. Kein Einziges.» Danach blies ich die Kerze in der Stube aus und ging ins Bett. Ja, so ist sie, die Langeweile, die sich zwischen den Jahren manchmal einstellt.
Markus Kellenberger ist Autor und Journalist. In der Kolumne «Anderswelt» betrachtet er Alltägliches – nicht nur –aus schamanischer Sicht, und an seinen «Feuerabenden» im Tipi begleitet er Menschen auf der Reise ins Innere. markuskellenberger.ch
Sie
36 Module, 1 Wechselrichter, 1 Ladestation und ein Grund zum feiern. Scannen, mitmachen und gewinnen.

