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natürlich

Schlafzimmer

Wie man sich bettet, so liegt man.

Schlaf

Ganzheitliche Ansätze für eine erholsame Nacht.

Schlaf

Erholung für Körper und Geist

Hanf Zwischen Heilung und Ekstase.

Epigenetik

Wie wir die Geschicke des Schicksals steuern können.

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Guter Schlaf, guter Tag

Ausgeruht und ausgeschlafen scheint jeder neue Tag voller Möglichkeiten. Insbesondere nach Nächten des ewigen Hin-und-her-Wälzens fühlt sich guter Schlaf an wie das grösste Geschenk. Leider ist das manchmal einfacher gesagt als getan. In dieser Ausgabe gehen wir der Sache auf den Grund und geben Ihnen Tipps und Tricks, um tief und erholsam zu schlafen.

Heute gibt es dank Smartwatches und Handyapps immer mehr Möglichkeiten, den eigenen Schlaf nachzuverfolgen und zu analysieren. Doch diese sind gar nicht nötig für eine erholsame Nacht. Denn die Naturheilkunde kennt schon seit Jahrhunderten bewährte Mittel, die beim Ein- und Durchschlafen helfen. Wir geben Ihnen einen kurzen Überblick.

Nicht nur die Schlafhygiene ist entscheidend, auch die Wahl des richtigen Betts, der Matratze oder des Kissens kann die Schlafqualität massgeblich verändern. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen, damit ihr Körper in der Nacht entspannen kann. Nicht nur gut für den Schlaf, sondern auch für das Immunsystem ist Tee. Aus gutem Grund ist Tee aus den kalten Monaten nicht wegzudenken, schenkt er uns doch Kraft und unterstützt uns bei Erkältungen.

Was passt besser zu einer Tasse Tee, als gemütlich auf dem Sofa zu stricken oder zu häkeln? In dieser Ausgabe habe ich die Chance, mit Ihnen zu teilen, wie eines meiner liebsten Hobbys gesund macht (und hält). Wer weiss, vielleicht inspiriert es auch Sie, wieder einmal zu den Nadeln zu greifen.

Als uralte Heilpflanze war der Hanf lange Zeit nicht nur eine wichtige Nutzpflanze, sondern auch Teil von spirituellen Ritualen. Markus Kellenberger blickt auf die Geschichte des Hanfs zurück und zeigt sein unglaubliches Potenzial.

Ich freue mich, meine erste Ausgabe des «natürlich» als Chefredaktorin mit Ihnen zu teilen. Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre und einen erholsamen Herbst.

Blanca Bürgisser

Chefredaktorin «natürlich»

”Stein im Bauch?”

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SCHWERPUNKT

6 Schlafstörungen

Ganzheitliche Ansätze für einen erholsamen

Schlaf.

12 Schlafzimmer

Was zeichnet ein gutes Bett aus?

18 Geschichte

Das Bett zwischen Mythos, Märchen und Moderne.

GESUNDHEIT

26 Epigenetik

Wie wir die Geschicke unseres Lebens steuern können.

30 Tee

Genuss für das Immunsystem.

KOLUMNE

46 Sabine Hurni über … … Ingwer, das Multitalent.

FOKUSTHEMA

52 Hanf

Eine Heilpflanze zwischen Ritual und Ekstase.

HEILPFLANZEN

66 Wermut

Die bittere Medizin.

NATUR UND FREIZEIT

72 Winterfest

Den Garten auf die Kälte vorbereiten.

3 Editorial / 25 Liebesschule / 36 Gesunder Geist / 38 Gesunder Körper / 42 Kurz gefasst / 48 Beratung / 76 Ihre Seite / 77 hin und weg / 78 neu und gut/ 80 Rätsel / 81 Vorschau / 82 Anderswelt

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Bildschirmlicht sollte vor dem Einschlafen möglichst vermieden werden.

Schlafstörungen –wenn der Rhythmus aus den Fugen gerät

Schlafstörungen begegnen uns allen. Doch nicht nur die Ursachen sind vielfältig, sondern auch die Lösungsansätze. Rituale und ganzheitliche Behandlungsansätze können den Schlaf nachhaltig verbessern.

Yvonne Rossel

Schlafstörungen kommen in jedem Alter vor. Als Säugling weckt uns der nächtliche Hunger, als Kleinkind halten uns die Albträume auf Trab, als Erwachsene können wir manchmal nicht abschalten, da uns unsere Lebensweise in verschiedenen Stresssituationen herausfordert.

Ein- und Durchschlafstörungen können von der abendlichen Bildschirmzeit bis zur Wasserader viele Ursachen haben und sich mit der Zeit negativ auf die Gesundheit auswirken. Es kommt zu erhöhter Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnisproblemen und einem geschwächten Immunsystem. Langfristig können Schlafstörungen das Risiko für ernsthafte Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und psychische Erkrankungen erhöhen. Ganz abgesehen davon, dass Schlafprobleme die Lebensqualität von Betroffenen erheblich beeinträchtigen und zu einem grossen sozialen und beruflichen Leidensdruck führen.

Der Schlaf, ein hormoneller Prozess Doch wie funktioniert eigentlich der Schlaf? Die beiden Hormone Cortisol und Melatonin arbeiten als gegensätzliche Regulatoren des Schlaf-Wach-Rhythmus. Das Melatonin wird bei Dunkelheit von der Zirbeldrüse (Epiphyse) im Gehirn freigesetzt, während das Cortisol durch den Tag aus den Nebennierenrinden in den Körper gelangt. Es fördert Wachheit, Aufmerksamkeit, Energie und Stressreaktionen.

Durch ausreichendes Tageslicht am Tag wird der Cortisol-Rhythmus unterstützt, während dunkle Abende die Melatoninproduktion optimieren. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass wir regelmässig dem Tageslicht ausgesetzt sind. Auch ein bewölkter Tag bietet viel mehr Licht, als wenn wir den ganzen Tag im Büro oder in der Wohnung bleiben würden. Mindestens eine Stunde pro Tag im Freien zu verbringen, leistet grosse Dienste in Bezug auf unseren Schlaf-Wach-Rhythmus.

Der ursprüngliche Schlaf-Wach-Rhythmus kann bereits seit der Erfindung der Glühbirne und der aufstrebenden Wirtschaftslage in vielen Fällen nicht mehr eingehalten werden. Schulen, die diese Problematik ernst nehmen, starten den Unterricht bewusst nicht vor 8.00 Uhr morgens. Die Schülerinnen und Schüler sind viel fokussierter und weniger müde. In Grossbritannien beginnt der Unterricht sogar erst um 9.00 Uhr. Ein Schlaf, der nicht natürlich, sondern mit einem Wecker unterbrochen wird, kann auf Dauer nicht gesund sein. Der Körper befindet sich womöglich in einer Tiefschlafphase und wird überraschend in den Wachzustand getrieben. Somit ist der Schlafbedarf nicht befriedigt. Leider lässt sich das nicht ändern. Eine Lösung wäre ein smarter Wecker, der dafür sorgt, dass wir nicht aus dem Tiefschlaf gerissen werden.

Um das Melatonin im Gehirn zu fördern, kann man sich Melatonin von einer ärztlichen Fachperson verschreiben lassen oder greift zum Nahrungsergänzungsmittel L-Tryptophan. Regelmässig eingenommen kann diese Aminosäure den Schlaf-Wach-Rhythmus regulieren und beeinflusst tagsüber Wachheit, Leistungsfähigkeit, Gedächtnis und Stimmung.

Warum wir den Schlaf brauchen

Schlaf ist wichtig, um Emotionales und gesammelte Eindrücke richtig einzuordnen. Schlaf bedeutet auch Reinigung und Regeneration unseres Körpers. Viele Abbauprodukte des Stoffwechsels können eliminiert werden. Laut Organuhr ist die Leber ab 1.00 Uhr bis 3.00 Uhr in der Nacht aktiv. Erwachen Sie ständig um diese Zeit, sollten Sie eine pflanzliche Leberkur in Betracht ziehen und die Leber auf keinen Fall unnötig mit Alkohol und übermässigen Fetten belasten. Genügend Schlaf wirkt sich positiv auf die Immunfunktion aus, bei grippalen Infekten kann ein langer Schlaf Wunder wirken. Zudem wirkt genügend Schlaf hormonregulierend und schützt vor Gewichtszunahme.

Probieren Sie herauszufinden, wie viel Schlaf sie benötigen und richten Sie sich ihr Leben danach ein. Je älter man wird, umso wichtiger ist dieser Umgang mit seinem Körper. Entwickeln Sie angepasste Rituale vor dem Schlafengehen wie z. B. ein Schlaftee, Entspannungsmusik oder ein Abendspaziergang. Geniessen Sie ein Fussbad mit einigen Tropfen Lavendelöl und packen Sie danach ihre Füsse warm ein. Achten Sie darauf, dass ihr Schlafzimmer eine Temperatur von höchstens 19 Grad Celsius aufweist, und versorgen Sie sich mit frischer Luft.

Finden Sie keinen Schlaf oder erwachen Sie, können Sie ihre Rituale wiederholen, um Ruhe zu finden. Ein nicht aufwühlendes Buch oder harmonisierende Musik (z. B. mit dem Instrument Hang) können Abhilfe bieten. Keinesfalls sollten Sie sich stundenlang im Bett wälzen. Die angespannte Erwartung, gleich wieder einzuschlafen, kann den Teufelskreis verstärken.

Essen Sie nur leichte Kost am Abend. Das bedeutet, auf alles Rohe wie Salate und rohes Gemüse zu verzichten. Lassen Sie fettiges, deftiges Essen weg und bevorzugen Sie stattdessen lieber Gemüsesuppen, gedämpftes Gemüse, wenig Kohlenhydrate wie z. B. geschwellte Kartoffeln oder Pasta oder gut gekochte Hülsenfrüchte. Diese immer mit wärmenden Gewürzen wie Kreuzkümmel, Curry oder Ingwer kombinieren. Die Gewürze helfen den Verdauungsorganen, den Speisebrei besser aufzuspalten und halten das sogenannte Verdauungsfeuer aufrecht.

Naturheilkundliche Hilfe bei Schlafstörungen

In der Europäischen Naturheilkunde (TEN) wird zwischen Einschlaf- und Durchschlafstörungen unterschieden. Aus Sicht der TEN sind Einschlafstörungen ein cholerisches Problem. Das heisst, der Körper verfügt über zu viel Hitze, die ausgeleitet werden muss, indem die betroffene Person mehr trinkt oder eine

Abends sollte man wenn möglich warme, leichte Gerichte essen.

Ein Entspannungstee als Teil des Abendrituals kann helfen, zur Ruhe zu kommen.

Tinktur aus kühlenden Pflanzen wie z. B. die Pestwurz einnimmt. Durchschlafstörungen hingegen deuten darauf hin, dass die Melancholie – in der TEN ein Körpersaft – minimiert werden muss. Die Gedanken kreisen und man kommt nicht zur Ruhe. Das Thema der Melancholie hat einen engen Bezug zur Milz. Wird diese aktiviert, kann der Körpersaft Melancholie ausgeschieden werden, was den Körper reguliert. Eine bekannte Milz-Tinktur gegen die Melancholie setzt sich aus Mariendistel, Hirschzunge, Taubnessel, Engelsüss und Eisenkraut zusammen.

Als manuelle Therapie bei Schlafstörungen wird in der Naturheilpraxis erfolgreich mit der Auriculo-Therapie gearbeitet. Es handelt sich dabei um die Ohr-Akupressur. Akupressur bedeutet wörtlich «Druck (ausüben) auf Akupunkturpunkte». Es ist eine manuelle Technik, bei der mit einem Stäbchen Druck auf bestimmte Punkte am Ohr ausgeübt wird, die in der Traditionellen Chinesischen Medizin als Verbindung zu Energiebahnen (Meridiane) gelten. Im Ohr ist der ganze Körper wie gespiegelt abgebildet: Der Kopf befindet sich am Ohrläppchen, die Füsse oben. Wenn ein Punkt durch Druck am Ohr schmerzt, kann das ein Hinweis auf ein Problem in dem passenden Körperteil sein. Man nutzt dann oft passende Heilmittel oder Therapien, um dieses Gebiet zu unterstützen. Bei Schlafstörungen existieren ver-

schiedene Entspannungs-Punkte, die bearbeitet werden können. Ist Stress ein Thema, können sogenannte Ohrkreisläufe mit dem Stäbchen sanft abgefahren werden. Allgemein bekannter ist die Fussreflexzonen-Massage, die bei Schlafproblemen aller Art sehr tief wirken kann. Mittels geeigneter Griffe wird das Abbild der Lymphbahnen am Fuss sanft berührt und so eine unglaubliche Tiefenentspannung herbeigeführt.

bedeutet auch

Lavendel wirkt beruhigend und hilft beim Einschlafen.

Phytotherapeutisch werden Baldrian, Melisse, Hopfen, Lavendel und Passionsblume gegen Einschlaf- sowie Durchschlafstörungen empfohlen. Sie wirken muskelrelaxierend, entkrampfend und dämpfend auf das Zentralnervensystem. Das ätherische Öl des Lavendels wirkt bereits über die Nasenschleimhäute beruhigend. Eine Besonderheit ist der Hafer: Grundsätzlich gilt er als schlaffördernd und beruhigend. Im Gegensatz zu den anderen Heilmitteln ist er aber zugleich ein Energiespender. Alle diese Pflanzen sind als Kraut, Tinktur oder Spagyrische Essenz erhältlich.

Auch die Homöopathie hat einiges zu bieten in Sachen Schlafstörungen. Allen voran das homöopathisch verdünnte Coffein. In der Homöopathie hat Coffea (Kaffee) eine beruhigende Wirkung und eignet sich im Speziellen gegen nächtliches Gedankenkreisen. Fühlen Sie sich gestresst, denken Sie andauernd an unerledigte Sachen sowie vermeintlich unlösbare Angelegenheiten und finden ihre Gedanken kein Ende? Probieren Sie dieses Mittel aus. Weitere homöopathische Mittel sind der Hafer (Avena sativa), der als regulierende Pflanze bekannt ist und das Nervenzink (Zincum valerianicum). In der Homöopathie wird Zincum valerianicum bei Konzentrationsstörungen, Unruhe, Nervosität am Abend, allgemeinen nervösen Beschwerden und manchmal bei Kindern mit innerer Unruhe oder Lernschwierigkeiten verwendet.

Wer lieber ein Pflanzenpräparat einsetzt, kann auch erfolgreich mit der Gemmotherapie arbeiten. Diese Präparate werden aus den Knospen, Wurzelspitzen und

Pflanzentrieben verschiedener Pflanzen hergestellt. Als solche Knospenextrakte werden die Feige und die Silberlinde eingesetzt. Die Feige wirkt beruhigend, aber auch stimmungsaufhellend und entspannend. Zudem wirkt sie bei Verdauungsstörungen mit psychischen Komponenten. Die Silberlinde ist ein hervorragendes Mittel bei Angstzuständen, in Stresssituationen, bei Gedankenkreisen und ist ein wichtiges Beruhigungsmittel für Kinder.

Eine Fachperson aus der Naturheilpraktik kann Sie ganzheitlich unterstützen, damit Sie die Ursache und die passende Lösung für ihre Schlafthematik finden. Schlafen Sie gut! •

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Dosierung: Eine halbe Stunde vor dem Schlafen 1 Teelöffel pro Tasse dieser Mischung mit heissem Wasser übergiessen, 5 Minuten ziehen lassen und in Ruhe, Schluck für Schluck, trinken.

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Für eine erholsame Nacht in Morpheus’ Armen

Wie man sich bettet, so liegt man – besagt ein Sprichwort. Doch was bedeutet das konkret für die Schlafqualität? Welchen Einfluss haben Bettsysteme, Duvets, Kissen und die Luftqualität auf den Schlaf? Erfahren Sie im folgenden Beitrag mehr darüber, was eine erholsame Nacht begünstigt.

Menschen wie Ötzi, der in der Steinzeit lebte, pflegten sehr naturverbunden zu schlafen. Damals bestanden die Schlafplätze meist aus einfachen Lagen wie Gräsern, Blättern oder Tierfellen. Diese Materialien boten eine gewisse Isolation gegen den kalten Boden und verbesserten den Schlafkomfort. Es gibt Funde, die darauf hindeuten, dass bereits vor 77 000 Jahren in Südafrika Menschen Betten aus Schilf und Binsen bauten, die mit aromatischen Pflanzen ausgekleidet waren, um Insekten abzuwehren. Wohlhabende Menschen schliefen im alten Ägypten auf erhöhten Holzrahmen, die mit Matten und Kissen aus Leinen bedeckt waren. In der griechischen und römischen Kultur waren Betten nicht nur Schlafstätten, sondern auch Orte des sozialen Lebens. Die Griech*innen verwendeten Kline, eine Art Bett, das sowohl zum Schlafen als auch zum Essen und Trinken im Liegen genutzt wurde. In Rom entwickelten sich die Betten weiter zu luxuriösen Möbelstücken mit aufwendigen Schnitzereien und Ornamenten.

Gesundheitliche Auswirkungen

Ob im antiken Griechenland oder in der Neuzeit: Als täglicher Rückzugsort spielt das Bett eine zentrale Rolle in unserem Leben. Es bietet uns Komfort, Erholung und Sicherheit während der Nacht und ist aus unserem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Das Bett und der Bettinhalt wie Matratze, Decke und Kissen haben einen grossen Einfluss auf die Schlafqualität – ganz nach dem Sprichwort «Wie man sich bettet, so liegt man». Doch es geht hier nicht nur um den Schlafkomfort, sondern auch um die gesundheitlichen Auswirkungen des Schlafens. «Bettendoktor» und Schlafberater Andreas Santschi aus Winterthur beschäftigt sich seit 1975 mit Bettsystemen und deren Auswirkungen auf die Schlafqualität und Gesundheit. «Während des Schlafs sollte

Wahl des richtigen Betts hat einen grossen

auf die Schlafqualität.

der Körper möglichst seine natürliche Form behalten. Ist ein Bett nicht genau auf die eigene Körperform abgestimmt, verspannen sich die Muskeln während des Liegens, und Schmerzen im Rücken- und Nackenbereich sind die Folgen.» Verspannungen und Schmerzen hätten ihren Ursprung in der Regel zwar nicht im Bett, sie können aber im Bett eskalieren, gibt Andreas Santschi zu bedenken. «Wenn man am Wochenende nach dem Ausschlafen Rücken-, Schulter- oder Nackenschmerzen hat, die wieder abklingen, sobald man sich bewegt, ist dies ein Zeichen dafür, dass man nicht optimal gebettet ist. Ein junger, gesunder Mensch verkraftet das in der Regel gut. Bei Menschen mit muskulär bedingten Beschwerden aber kann eine falsche Liegeposition eine Schmerzspirale in Gang setzen.»

Die
Einfluss
«
Die optimale Matratze ist weder zu weich noch zu hart und passt sich der Wirbelsäule an. »

Individuelle Einstellung ist wichtig

Die Auswahl an Bettsystemen mit Matratzen, Lattenrosten, Decken usw. ist gross. Auf was sollte man achten? Sind die neuen, bis zu 30 Zentimeter dicken Matratzen, wie man sie etwa bei Boxspringbetten antrifft, die heilsbringende Lösung? «Eine dicke Matratze allein

ist für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen in der Regel nicht zielführend», betont Andreas Santschi. Denn solche Matratzen seien nicht in der Lage, eine individuell richtige Liegelage zu garantieren. Dies gelte ebenso für punktelastische Matratzen. «Es braucht auch ein Bettsystem, das sich exakt auf die Anatomie, die Grösse, das Gewicht und den Gesundheitszustand der Benutzerinnen und Benutzer einstellen lässt.» Denn alle Menschen verfügen über Bereiche des Körpers, die im Liegen stärker hervorstehen oder schwerer sind als andere – zum Beispiel in Seitenlage die Schultern, die Taille oder die Hüfte. Die Zoneneinteilung in ergonomischen Matratzen ist dazu da, diesen unterschiedlichen Körperbereichen gerecht zu werden. Individuell und präzise einstellbare Lattenroste erfordern laut Andreas Santschi einen höheren Beratungsaufwand und mehr Fachwissen rund um Anatomie und Ergonomie.

Weder zu weich noch zu hart

Lange galt eine harte Matratze als die optimale Unterlage. Dies auch im Zusammenhang mit Rückenbeschwerden, denen mit einer harten Matratze entgegengewirkt werden sollte. Das wurde mittlerweile mehrfach widerlegt, wie die Klinik für Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie am Kantonsspital Winterthur informiert: Die optimale Matratze sei nämlich weder zu

weich noch zu hart und passe sich der Wirbelsäule an. Zudem sei die Wahl der Matratze eine individuelle Angelegenheit. Denn in erster Linie spielten die Schlafgewohnheiten, die Schlafposition, das Gewicht und der Rücken eine massgebende Rolle bei der Wahl der besten Matratze. In einer Studie aus Spanien wurden gemäss einem Bericht des Deutschen Ärzteblattes 313 Patient*innen, die besonders im Bett liegend oder beim Aufstehen unter chronischen unspezifischen Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule leiden, untersucht. Nach 90 Tagen litten die Patient*innen auf Matratzen mit dem Härtegrad «mittel-signifikant» seltener an Schmerzen im Liegen und beim Aufstehen sowie an eingeschränkter Beweglichkeit – dies im Vergleich zu den Patient*innen, die auf harten Matratzen geschlafen hatten.

Unterschiedliche Schlafpositionen

Wer Probleme mit Verspannungen hat, sollte versuchen, auf dem Rücken liegend zu schlafen. Die gerade und entspannte Rückenlage schont Kopf, Nacken und Wirbelsäule, wodurch auch den unangenehmen Verspannungen vorgebeugt wird. Es lastet zudem kein Gewicht auf den Organen. Bei Verspannungen oder Schmerzen im Schulterbereich wird das Schlafen auf der Seite oder in der Rückenlage empfohlen. In Seitenlage sollte sich die schmerzende Schulter oben befin-

Die ideale Matratze ist weder zu weich noch zu hart.

den. Wenn der Arm nach unten zieht, resultiert daraus üblicherweise eine Schmerzverstärkung. Um dem vorzubeugen, empfiehlt es sich, den Arm zur Entlastung mithilfe eines Kissens abzustützen. Liegt man mit Schulterschmerzen auf dem Rücken, ist es ratsam, Unterarm und Hand der schmerzhaften Seite auf ein Kissen zu betten, um die Muskelentspannung zu fördern. Auf diese Weise schmiegt sich der Gelenkkopf der Schulter gut in die Pfanne; folglich kann sich die Muskulatur besser entspannen.

Worauf ist bei der Wahl des Kissens zu achten?

Mit einem Kissen allein lasse sich das Nacken-Schulter-Problem nicht lösen, es könne aber wesentlich zu einer besseren Liegeposition beitragen, ist Andreas Santschi überzeugt. Beim Schlafen in Rückenlage leiste zum Beispiel ein Kissen mit einer Kopfmulde gute Dienste, um Verspannungen und Schlafstörungen zusätzlich vorzubeugen. «Manche Hersteller*innen bieten Spezialkissen mit Einsätzen, die bis zu 20 verschiedene Höhen und Neigungswinkel ermöglichen. Man kann sie also sehr präzise auf die individuellen Bedürfnisse abstimmen», informiert der Schlafberater.

Daunen, Naturfasern, Synthetik

Bei den Bettdecken reicht das Angebot von Daunen über Naturfasern bis hin zu Synthetik-Produkten. Für ein optimales Schlafklima sollte die Bettdecke wärmen, aber kein übermässiges Schwitzen verursachen, möglichst feuchtigkeitsregulierend und nicht zu schwer sein. Menschen, die schnell frieren, werden Daunendecken empfohlen, weil diese besonders warm und leicht sind. Wer hingegen schnell schwitzt, setzt idealerweise eher auf synthetische oder natürliche Alternativen mit Füllungen aus Kamelhaar, Kaschmir oder Schafwolle. Diese Materialien wirken temperaturausgleichend und regulieren die Feuchtigkeit. Allerdings sind sie etwas schwerer als Daunendecken und nicht so bauschig. Der Verband Schweizer Bettwarenfabriken (VSB) rät, Daunenduvets aus hygienischen Gründen und im Interesse des Wohlbefindens nach drei bis spätestens fünf Jahren zu reinigen oder – je nach Zustand –zu ersetzen.

Das richtige Kissen kann zu einer besseren Liegeposition führen.

Auch die Luftqualität im Zimmer beeinflusst den Schlaf. Deshalb ist es gut, bei offenem Fenster zu schlafen.

Bei Kissen empfiehlt sich der Ersatz nach spätestens drei Jahren. Grund: Die Federn in den Kissen sind gebrochen und können ihre stützende Funktion nicht mehr optimal erfüllen. Die Daunen in den Duvets haben folglich an Volumen verloren und können die Feuchtigkeit nicht mehr entsprechend aufnehmen und beim Auslüften am Morgen wieder abgeben. Die Schlafqualität und der Wohlfühlfaktor nehmen dadurch laut VSB deutlich ab.

Luftqualität im Schlafzimmer

Doch nicht nur das Bettsystem und die Bettinhalte an sich beeinflussen die Schlafqualität, auch das Umfeld wie etwa das Schlafzimmer ist ein nicht zu unterschätzender Einflussfaktor. Ist zum Beispiel die Atemluft im Schlafraum nicht gut, kann das den Schlaf deutlich verschlechtern. Studien haben ergeben, dass mit geöffneten Fenstern während der Nacht die Belastungen durch Kohlendioxid unter den empfohlenen Grenzwerten liegen. Folglich wird empfohlen, wenn möglich bei offenem Fenster zu schlafen. Neben einer ausreichenden Frischluftzufuhr lässt sich die Luftqualität im Schlafzimmer auch durch passende Grünpflanzen wie zum Beispiel Drachenbaum oder Bogenhanf verbessern. Denn enthält die Atemluft viele Fremdpartikel wie Staub, kann sich dies schädlich auf die Lungen auswirken.

Die optimale relative Luftfeuchtigkeit liegt im Schlafzimmer wie in den meisten Wohnräumen bei 40 bis 60 Prozent. Sehr feuchte Raumluft kann zu Schimmelbildung führen und Pilzsporen freisetzen. Eine zu

trockene Luft hingegen trocknet Schleimhäute aus und erhöht das Risiko für Infektionskrankheiten. Laut einer Schlafstudie von IKEA glauben 29 Prozent der Befragten, dass sich ihr Schlafkomfort durch eine Anpassung der Raumtemperatur verbessern würde. Gemäss einer Studie der Universität von Pennsylvania bewegt sich die optimale Schlaftemperatur zwischen 18 und 25 Grad. Bei höheren Temperaturen stellten die Forschenden negative Effekte auf den Schlaf fest. Gleichzeitig halten sie jedoch fest, dass jede Person die richtige persönliche Schlaftemperatur für sich finden müsse. – Gute Nacht! •

Ein Kissen allein löst das Nacken-SchulterProblem nicht, verbessert aber die Liegeposition.

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Wo wir schlafen –und warum das nicht immer ein Bett ist

Das Bett scheint uns heute selbstverständlich: weich, warm, privat. Doch historisch und kulturell betrachtet war das Schlafen – im wahrsten Sinne –oft eine bodenständige, geteilte oder gar hochpolitische Angelegenheit. Eine Reise durch die Geschichte des Betts zwischen Mythos, Märchen und Moderne.

Samuel Krähenbühl

Schlaf ist eine physiologische Notwendigkeit – doch schlafen muss man nicht zwingend in einem Bett. Was ist überhaupt ein Bett? Laut Wikipedia handelt es sich um ein Möbelstück, meist in Form eines Rahmens mit einer Unterlage, das dem Schlaf gewidmet ist. Typischerweise schafft es eine Distanz zum Boden, was das Aufstehen erleichtert und eine trockenere sowie bequemere Schlafposition ermöglicht.

Die Menschheit hat jedoch vermutlich die meiste Zeit ihrer Geschichte nicht in solchen gefertigten Betten geschlafen. In einem altägyptischen Text, herausgegeben vom englischen Ägyptologen E. A. Wallis Budge unter dem Titel «Tales of Travel and Adventure of the Ancient Egyptians», wird von einem Reisenden berichtet, der nach seiner Rückkehr nach Ägypten wieder in einem Bett schläft. Das deutet darauf hin, dass noch um 1000 v. Chr. – also rund 3000 Jahre vor unserer Zeit – in vielen Kulturen des Nahen Ostens nicht in Betten geschlafen wurde. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die meisten Menschen am Boden auf Decken oder Fellen schliefen. Doch auch das frühe Bett hatte nicht nur eine praktische, sondern auch eine beinahe mystische Bedeutung.

« Die Menschheit hat den Grossteil ihrer Geschichte auf dem Boden geschlafen. »

Das mythische Bett des Odysseus

Der griechische Held Odysseus konnte nach seinen langen Irrfahrten seine Identität gegenüber seiner Frau Penelope nur durch ein ganz besonderes Möbelstück beweisen: ihr gemeinsames Bett. Penelope erkannte ihren Mann zunächst nicht – zu lange war er fort gewesen.

Doch beide kannten das Geheimnis ihres Betts: Es war in einen Olivenbaumstumpf hineingeschnitzt, der gleichzeitig als einer der Bettpfosten diente. Nur Odysseus konnte dieses Detail kennen. So wurde das Bett zum Beweis seiner Identität – und zum Symbol ihrer ehelichen Verbindung. Auch später in der Geschichte blieb das Bett ein Ort mit politischer, sozialer oder spiritueller Bedeutung.

Himmelbetten und höfische Morgenrituale Ein berühmtes Beispiel für die Inszenierung des Schlafzimmers ist König Ludwig XIV. von Frankreich (1638–1715). Der «Sonnenkönig» zelebrierte das morgendliche Aufstehen mit einem öffentlichen Ritual: dem «Lever», einem Empfang, der in Anwesenheit von Höflingen stattfand. Wer dem König beim Erwachen beiwohnen durfte, war einflussreich. Noch heute lässt sich das Prunkschlafzimmer im Schloss Versailles bestaunen – samt Himmelbett, das mit Vorhängen und Baldachin ausgestattet ist. Solche Himmelbetten kamen im Mittelalter auch in weniger wohlhabende Haushalte, da sie Schutz vor Kälte boten. Eine besondere Form waren Alkovenbetten, die in Wände eingelassen und mit Türen verschliessbar waren – eine

König Ludwig XIV. machte das Aufstehen zu einem öffentlichen Ritual.

frühe Form der Isolation. Mit der Industrialisierung setzten sich günstigere, komfortable Federbetten durch – sogenannte «Plümos». Diese machten das Bett massentauglich, auch wenn sie weniger aufwendig verziert waren.

Früher gehörte eine komplette Bettstatt übrigens zur Aussteuer einer Frau – und war oft Voraussetzung für eine Heirat.

Von Dornröschen bis Rotkäppchen:

Das Bett im Märchen Betten spielen nicht nur im Alltag, sondern auch in Märchen eine zentrale Rolle. Dornröschen fällt in einen hundertjährigen Schlaf – selbstverständlich in einem Bett –, aus dem sie erst durch den Kuss des Prinzen erwacht. In «Frau Holle» schüttelt die Protagonistin Kissen voller Federn aus, die auf die Erde als Schnee fallen – ein Symbol für Fleiss.

Ein besonders bekanntes Beispiel ist «Die Prinzessin auf der Erbse». Eine wahre Prinzessin wird darin nicht etwa durch königliches Blut, sondern durch ihre Empfindsamkeit erkannt – oder je nach Auslegung auch durch übertriebene Wehleidigkeit –, weil sie selbst durch zwanzig Matratzen hindurch eine Erbse spürt.

Nach ihrem hundertjährigen Schlaf wird Dornröschen vom Prinzen geweckt.

Die Prinzessin auf der Erbse

Es war einmal ein Prinz, der wollte eine Prinzessin heiraten; aber es sollte eine wirkliche Prinzessin sein. Da reiste er in der ganzen Welt herum, um eine solche zu finden, aber überall war etwas im Wege. Prinzessinnen gab es genug, aber ob es wirkliche Prinzessinnen waren, konnte er nicht herausbringen. Immer war etwas, was nicht so ganz in der Ordnung war. Da kam er wieder nach Hause und war ganz traurig, denn er wollte doch so gern eine wirkliche Prinzessin haben.

Eines Abends zog ein schreckliches Gewitter auf; es blitzte und donnerte, der Regen strömte herunter, es war ganz entsetzlich! Da klopfte es an das Stadttor, und der alte König ging hin, um aufzumachen.

Es war eine Prinzessin, die draussen vor dem Tore stand. Aber, o Gott! Wie sah die von dem Regen und dem bösen Wetter aus! Das Wasser lief ihr von den Haaren und Kleidern herunter; es lief in die Schnäbel der Schuhe hinein und an den Hacken wieder heraus. Und doch sagte sie, dass sie eine wirkliche Prinzessin sei.

«Ja, das werden wir schon erfahren!», dachte die alte Königin. Aber sie sagte nichts, ging in die Schlafkammer hinein, nahm alle Betten ab und legte eine Erbse auf den Boden der Bettstelle; dar-

auf nahm sie zwanzig Matratzen und legte sie auf die Erbse, und dann noch zwanzig Eiderdaunen-Betten oben auf die Matratzen. Da musste nun die Prinzessin die ganze Nacht liegen. Am Morgen wurde sie gefragt, wie sie geschlafen habe.

«O, erschrecklich schlecht!», sagte die Prinzessin. «Ich habe meine Augen fast die ganze Nacht nicht geschlossen! Gott weiss, was da im Bette gewesen ist! Ich habe auf etwas Hartem gelegen, sodass ich ganz braun und blau über meinen ganzen Körper bin! Es ist ganz entsetzlich!»

Nun sahen sie ein, dass es eine wirkliche Prinzessin war, da sie durch die zwanzig Matratzen und die zwanzig Eiderdaunen-Betten hindurch die Erbse verspürt hatte. So empfindlich konnte niemand sein als eine wirkliche Prinzessin.

Da nahm der Prinz sie zur Frau, denn nun wusste er, dass er eine wirkliche Prinzessin besitze; und die Erbse kam auf die Kunstkammer, wo sie noch zu sehen ist, wenn niemand sie gestohlen hat.

Sieh, das war eine wahre Geschichte.

Hans Christian Andersen (1805–1875) aus «Märchen, für Kinder erzählt»

Das Märchen vom Rotkäppchen diente als Warnung vor lüsternen Männern.

Im Märchen «Rotkäppchen» spielt das Bett eine ganz andere Rolle: Der Wolf legt sich in das Bett der Grossmutter, um sich als diese auszugeben. Das Bett wird hier zum Ort der Täuschung, aber auch der Rettung – denn der Jäger befreit Grossmutter und Kind aus dem Bauch des Wolfs. Dabei schwingt – kaum übersehbar – eine erotische Konnotation mit. Die Geschichte warnte junge Mädchen, sich vor lüsternen Männern in Acht zu nehmen, getarnt als freundliche Grossmutter – oder Wolf im Bett.

Schlafen, lieben, leben –das Bett als Ort der Intimität

Das Bett ist mehr als ein Ort zum Schlafen. Noch heute gilt es als Symbol für Intimität und Sexualität. Der Ausdruck «miteinander schlafen» ist ein weit verbreitetes Synonym für Geschlechtsverkehr. Das ist kulturgeschichtlich kein Zufall. Das Bett wurde im Laufe der Jahrhunderte immer stärker mit Privatsphäre und Intimität verknüpft.

Heute ist das eigene Bett ein hochindividuelles Objekt. Nachttische, persönliche Anordnungen von Büchern, Lampen oder Wasserflaschen – das Schlafzimmer ist ein privater Rückzugsort. Doch das war nicht immer so.

Ein eigenes Bett – ein neuer Luxus?

Noch bis vor wenigen Jahrzehnten war es auch in der Schweiz üblich, dass mehrere Kinder in einem Bett schliefen – oder bei ihren Eltern. In Arbeiterunterkünften, etwa beim Bau des Gotthardtunnels im 19. Jahrhundert, wurden Betten sogar schichtweise genutzt: Wer arbeitete, überliess sein Bett dem nächsten Schläfer.

In England während der industriellen Revolution konnten sich die Ärmsten nicht einmal ein Bett leisten. Die sogenannte «Two-Penny Hangover» war eine Form der Billigunterkunft, in der Taglöhner im Sitzen schliefen – auf einer Bank, vor dem Herunterrutschen durch ein Seil vor der Brust geschützt.

Dass das Bett heute ein individuelles, oft exklusiv genutztes Möbelstück ist, ist also keineswegs selbstverständlich – sondern ein historisch relativ neues Phänomen. Das Bett ist mehr als ein Möbelstück – es ist ein Spiegel unserer Kultur, unserer Intimität, unserer Geschichte. Von der Höhle bis zum Boxspringbett, von Odysseus bis Dornröschen: Wo wir schlafen, zeigt, wie wir leben. •

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Das Bett ist mehr als ein Möbelstück – es ist ein Spiegel unserer Kultur, unserer Intimität.

Die Schlafregulation –das Orchester unseres Körpers

Vor dem Einschlafen folgt unser Körper einem fein abgestimmten Rhythmus –wie ein Orchester, das sich Tag für Tag neu einspielt. Doch welche Stimmen des nächtlichen Ensembles stimmen sich in unserem Innern auf das grosse Einschlafkonzert ein? Die Antwort liegt unter anderem bei zwei Instrumenten: Melatonin und Adenosin.

Melatonin ist der Dirigent der Nacht, der pünktlich zum Sonnenuntergang den Taktstock hebt. Mit Einbruch der Dunkelheit steigt die Produktion dieses Hormons und stimmt uns auf den Schlaf ein. Es senkt die Körpertemperatur und stellt die innere Uhr auf Nachtmodus. Melatonin orientiert sich dabei nicht an der Uhrzeit auf unserer Armbanduhr, sondern am HellDunkel-Wechsel der Umwelt. Wer sich abends viel künstlichem Licht aussetzt, verhindert also, dass der Dirigent seinen Einsatz geben kann. Adenosin hingegen entsteht als Nebenprodukt unseres Energieverbrauchs. Je länger wir wach sind, desto mehr sammelt sich im Gehirn an – und erhöht den Schlafdruck.

Gemeinsam bilden sie das perfekte Zusammenspiel. Melatonin öffnet das Zeitfenster für Schlaf, Adenosin bestimmt, wie müde wir sind. Gerät dieses Zusammenspiel aus dem Gleichgewicht, leidet die Schlafqualität: Einschlafprobleme, nächtliches Aufwachen, morgendliche Erschöpfung. Manche Pflanzen wie Baldrian und Hopfen können positiv auf dieses Zusammenspiel wirken. Baldrian unterstützt die Wirkung von Adenosin ,

erhöht dadurch den natürlichen Schlafdruck und erleichtert so das Einschlafen. Hopfen enthält Inhaltsstoffe, die ähnlich wie Melatonin wirken. Sie tragen zur Regulation der inneren Uhr bei und fördern die nächtliche Ruhephase. So spielt das Orchester ein harmonisches Konzert – und wir finden endlich die Ruhe, die unser Körper verdient.

zeller schlaf forte

zeller schlaf forte Filmtabletten enthalten die bewährten Extrakte aus Baldrian und Hopfen. Diese Arzneipflanzen werden zur Behandlung von Ein- und Durchschlafstörungen sowie bei unruhigem Schlaf eingesetzt.

Dies ist ein zugelassenes Arzneimittel. Lesen Sie die Packungsbeilage. Max Zeller Söhne AG, 8590 Romanshorn, www.zellerag.ch

Wenn der Kopf nicht abschalten will

Etwa jede dritte Person in der Schweiz leidet unter Schlafstörungen –Tendenz steigend. Besonders häufig betroffen: Einschlafprobleme.

Kaum liegt man im Bett, geht es los: Die Gedanken kreisen um unerledigte Aufgaben, verpasste Termine oder das morgige Todo-Chaos. Plötzlich fällt einem ein, was man heute vergessen hat oder wie angespannt das Gespräch mit dem Kind war.

Sich ständig aufdrängende, unerwünschte Gedanken und innere Auseinandersetzungen drehen sich im Kreis und verursachen innere Unruhe. Dieses nächtliche Grübeln ist ein häufiger Grund für Einschlafstörungen und betrifft viele Menschen. Besonders in stressreichen Lebensphasen ist das Einschlafen keine Selbstverständlichkeit und bevor man überhaupt zu Bett geht, kommt die Angst, dass man wieder nicht einschlafen kann.

Doch es gibt sanfte Unterstützung – ganz ohne Gewöhnungseffekt und ohne das vernebelte Gefühl am Morgen. RESCUE Night® enthält neben den Bach®Blüten Star of Bethlehem, Cherry Plum, Rock Rose, Impatiens und Clematis – die in allen RESCUE®-Produkten enthalten sind – die Blüte White Chestnut. Das positive Potential dieser Blüte besteht in ausgewogener geistiger Ruhe. Der Kopf ist klar, die Gedanken sind wieder unter Kontrolle und können zur Lösung

bestehender Probleme eingesetzt werden. Nagende Sorgen werden ersetzt durch das Wissen um einen positiven Ausgang.

Bach®-Blüten werden nicht direkt auf körperliche Beschwerden angewendet, sondern auf Gefühle wie Sorgen, Befürchtungen, Hoffnungslosigkeit oder Reizbarkeit angepasst. Derartige geistig-seelische Verfassungen oder Stimmungen behindern den Genesungsprozess und gelten mit als Grund für Krankheiten und Beschwerden.

RESCUE Night gibt es als Spray oder Tropfen. Erhältlich in Apotheken, Drogerien, Migros und Coop.

Hänseler AG | 9100 Herisau

Treue ist der Schatz einer Beziehung

Ich muss dir etwas beichten», sagte mein Liebster, als ich nach einem Wochenendtrip nach Hause kam. «Ich habe auf einer Party mit einer Frau geflirtet und eng getanzt, ich fand sie heiss und sie mich wohl auch. Ich hatte aber ein schlechtes Gewissen und habe es gestoppt, bevor wir noch weiter gingen.»

Es war ziemlich am Anfang unserer Beziehung, wir hatten noch keine Vereinbarungen, wie wir mit Kontakten zu anderen umgehen. Seine «Beichte» war also ein Herantasten, eine Einladung, über mögliche Vereinbarungen nachzudenken: Was für eine Beziehung wollen wir führen? Was ist für uns Treue?

Jede Beziehung braucht Treue. Denn Treue fördert Vertrauen. Und Vertrauen ist das Beet für all die seelischen, erotischen, geistigen Öffnungen, die wir miteinander erleben wollen.

Was heisst Treue für Sie? Was brauchen Sie vom Partner, um sich zu öffnen? Was sind Sie bereit zu geben? Ich lade Sie ein, gut darüber nachzudenken und zu fühlen. Denn die Antwort sollten wir weder von Sollwerten noch von Hollywood bestimmen lassen. Dieses gemeinsame Annähern und Einfühlen sind für mich der Kern des Beziehungsaufbaus. Unterschiede beleben dabei. Der eine braucht mehr Sicherheit, mehr Zweisamkeit und Zuwendung als die andere, um sich zu öffnen.

Aus Erfahrungen und gegenseitigem Einfühlen – Aha, so ist das für dich! – entstehen vielleicht Vereinbarungen. Was mir noch wichtiger ist: Wir erkennen einander tiefer. So entsteht etwas Gemeinsames, auf das wir uns immer wieder beziehen können. Es entsteht ein Wir. Ich empfinde dieses unsichtbare Wir-Gebilde als den kostbarsten Schatz einer Beziehung. Es beinhaltet auch das, wofür wir beide stehen und was wir in der Welt bewirken wollen.

Und manchmal beginnt sein Aufbau mit so einer «Beichte». Ich antwortete ihm damals: «Für mich gibt es da nichts zu beichten. Ich möchte einen Partner, der auch andere Menschen attraktiv findet und von anderen attraktiv gefunden wird.»

Dabei blieben wir. Denn für mich heisst Treue nicht, andere Menschen auszuschliessen. Ich möchte aus meiner Liebesbeziehung keinen Hochsicherheitstrakt machen. Ich finde, dass Kontakt und Austausch mit anderen unser Miteinander beleben und befruchten und dass die Liebe wächst, wenn wir sie weitergeben. Als Treue empfinde ich aber, wenn mein Partner unsere Beziehung bei allen wichtigen Entscheidungen einbezieht. Wenn er «uns» sozusagen dabeihat, egal wo er ist und was er tut – so wie ich uns dabeihabe. Wenn er dem Wir treu ist, das wir gemeinsam aufgebaut haben. Dieses Wir ist nicht starr. Neue Erfahrungen kommen hinzu, tieferes Verstehen und sich ändernde Bedürfnisse wandeln es. Neue Vereinbarungen entstehen und machen die alten überflüssig.

Vielleicht brauchen wir irgendwann nicht mehr so viel Schutz und Zuwendung, um uns zu öffnen? Vielleicht wird es immer leichter, mehr Freiheit in unsere Beziehung einzuladen? Denn wenn jemand sich dauerhaft verbiegen muss, um den Erwartungen des Partners gerecht zu werden, dann ist das keine Treue. Jedenfalls keine nachhaltige. Es ist, wie Shakespeare sagte: «Sei dir selber treu, und daraus folgt, so wie die Nacht dem Tage, Du kannst nicht falsch sein gegen irgendwen.»

Leila Dregger ist Journalistin und Buchautorin. Sie begeistert sich für gemeinschaftliche Lebensformen, lebte u. a. über 18 Jahre in Tamera, Portugal, sowie in anderen Gemeinschaften. Am meisten liebt sie die Themen Heilung von Liebe und Sexualität sowie neue Wege für das Mann- und Frau-Sein.

Leila Dregger

Eine Bedienungsanleitung für unser Schicksal

Knochen, Muskeln, Fett, Organe – die einzelnen Bausteine unseres Körpers. Geht man tiefer, kommen die separaten Zellen. Allem zugrunde liegt unsere DNA, unsere Gene, die unser Leben bestimmen. Oder nicht? Epigenetikerin Manuela Mani erklärt, wie wir die Geschicke unseres Lebens selbst in die Hand nehmen können.

Rebekka Affolter

Gesund, gesünder, am gesündesten – je besser unsere Medizin wird, desto älter werden die Menschen. Wer ein Problem hat, braucht nur in die nächste Sprechstunde zu gehen, klassische Behandlungsmethoden bekämpfen fast jedes Wehwehchen, beinahe jedes noch so starke Symptom. Medizinerin Manuela Mani hingegen geht in ihrer Thuner Praxis unser Wohlbefinden anders an – mithilfe der Epigenetik. Für sie beginnt Gesundheit viel früher – direkt an den Wurzeln, bei unserer DNA, den Erbinformationen, die all unsere Merkmale bestimmen.

Die Theorie

Epigenetik – ein Begriff, der der Schreiberin dieses Artikels zum ersten Mal bei der Recherche für diesen Artikel über den Weg lief. Genetik klar. Epigenetik? Manuela Mani erklärt: «Das ist die Wissenschaft, die belegt, dass wir unseren Genen nicht hilflos ausgeliefert sind.» Wir können unsere DNA zwar nicht bestimmen – aber wir können bestimmte Gene an- und abschalten, so Mani. Über Umweltfaktoren und unseren Lebensstil. Schlaf, Ernährung – insbesondere Mikronährstoffe – Bewegung, die Beziehung zu uns selbst und den Menschen um uns herum – so nehmen wir direkten Einfluss auf unseren Bauplan.

Grosse Teile der Epigenetik beruhen auf der 5000 Jahre alten Heilkunst des Ayurveda. Manuela Mani wuchs mit den Lehren aus Indien auf – und studierte sogar zwei Jahre dort. Zudem absolvierte sie ein Epigenetik-BasisStudium in Deutschland bei HealVersity. «In der Schweiz befindet sich die Epigenetik noch in den Kinderschuhen», erklärt sie. Inzwischen gebe es einen Verein, eine Ausbildung jedoch noch nicht. Auch den Uni-Abschluss wird sie an einer Schule im Ausland absolvieren – in Luxemburg.

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Wir können unsere Gesundheit selbst beeinflussen – bis hin zu unseren Genen. »

Die Praxis

Einfluss auf die Gene nehmen – wie sieht das konkret aus? Betritt man das Sprechzimmer von Manuela Mani, fühlt man sich definitiv nicht wie bei einem Arztbesuch, nur die in weiss gekleidete Medizinerin deutet darauf hin. «Ich trage diese Kleider bewusst – zum einen für mich, um mich von meinem privaten Ich abzugrenzen, zum anderen für meine Patient*innen, um die nötige professionelle Nähe und Distanz zu schaffen.» Der Raum ist persönlich eingerichtet: Zwei gemütliche Sessel in dunkelrot und blau und sogar ein Bett laden zum Verweilen ein: «Ich führe hier Meditationen durch – daher der Platz zum Liegen.»

Wissenschaft trifft auf Persönlichkeit

Zurück zu den Sprechstunden: Der erste Schritt ist ein kostenloses, 15-minütiges Telefongespräch. Hier klärt Mani ab, was im jeweiligen Fall sinnvoll ist. Danach geht es an die Beratung. «Am liebsten beginne ich jeweils mit

einem DNA-Test und einer ausführlichen Anamnese», erklärt die Medizinerin. Die Ethik spielt dabei für sie eine grosse Rolle: «Ich teste nur, was meine Patient*innen auch aktiv beeinflussen können.» Wie hoch beispielsweise das Risiko ihrer Kundschaft für bestimmte Krankheiten wie Krebs ist, schaut sie nicht an. Auch das Budget wird im Vorhinein angesprochen. «Wer nach einem DNA-Test etwas verändern will, sollte im Voraus grundsätzlich mit 50 Franken pro Monat für allfällige Supplementierung rechnen. Zudem empfehle ich mindestens fünf Coaching-Sessions, damit wir gemeinsam das Resultat sowie die ersten Veränderungen nach der Implementierung anschauen können.»

Der DNA-Test – von dem es verschiedene Varianten gibt, je nachdem welche Gene und Aspekte genauer unter die Lupe sollen – liefert ihren Patient*innen sozusagen eine Gebrauchsanweisung für ihren Körper. «Oft wird generalisiert – an apple a day keeps the doctor away. Für manche sind es aber zwei Äpfel, für andere nur ein halber, für wieder andere fünf.» Natürlich dreht sich die Epigenetik nicht um Äpfel, sondern um Mikronährstoffe und Ergänzungsmittel.

Konkret heisst das: «Kommt jemand mit chronischer Erschöpfung zu mir – eine der häufigsten Beschwerden – mache ich einen Test, um zu schauen, wo die Gene Unterstützung nötig haben.» Danach kann man oftmals dem einfachen Prinzip folgen: Weglassen, was es nicht braucht oder dem Körper sogar schadet, und ergänzen, was fehlt. Was nicht gleich Supplementieren heisst: «Oft hilft bereits eine schrittweise Anpassung der Ernährung.» Auch die Erholung und Aktivitäten zu regulieren sowie die Verbindung zu sich und den Menschen um sich herum anzuschauen, wirkt Wunder. «Bei Frauen drehen sich Probleme oft um die Beziehung zu sich selbst», erklärt Mani.

In der Praxis von Manuela Mani fühlt man sich sofort wohl.

Spezialgebiet Frau

Apropos Frauen: Die 58-jährige hat sich besonders auf das weibliche Geschlecht spezialisiert. Zum einen, weil sie selbst Vertreterin dessen ist. Zum anderen, weil dieser Bereich auch in der Schweizer Medizin oft übersehen wird – und insbesondere Frauen unter generalisierten Behandlungen leiden. Das bekannteste Beispiel sei der Herzinfarkt. Dieser kann sich bei weiblichen Betroffenen untypisch äussern und wird daher oft spät – oder zu spät – erkannt. «Die Gendermedizin, die Auswirkungen von Krankheiten auf verschiedene Geschlechter untersucht, kommt erst langsam in der Schweiz auf.» Und hat einen entsprechend weiten Weg zu gehen.

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Gesundheit ist mehr als nur das Fehlen von Krankheiten. »

Ein Weg, den Mani mit ihrer Praxis ebnen will. «Aktuell mache ich eine Weiterbildung, um Frauen mit einem unerfüllten Kinderwunsch zu beraten.» Generell erhoffe sie sich, dass zukünftige Mütter bereits vor der Schwangerschaft zu ihr kommen. «Es gibt einen spezifischen DNATest, der personifiziert aussagt, was Mutter und Kind während der Schwangerschaft brauchen.» Auch für bevorstehenden Wechseljahre empfiehlt sie einen Besuch in ihrer Praxis.

Nicht krank ist nicht gleich gesund

Denn: Man muss nicht mit zahlreichen Symptomen kämpfen oder einen Kinderwunsch hegen, um der Medizinerin einen Besuch abzustatten. «Gesundheit ist mehr als nur das Fehlen von Krankheiten. Gesundheit ist vollständiges körperliches, seelisches, soziales und mentales Wohlbefinden.» Deshalb: Je früher die Menschen zu ihr

kommen, desto besser. Auf die Schulmedizin ganz verzichten würde sie aber nicht. «Für mich sind klassische Behandlungen für den Notfall da.» Regelmässige Sprechstunden hingegen seien nicht die Idee: «Gesundheit kann man nicht mit einem wöchentlichen Arztbesuch kaufen. Man muss selbst die Verantwortung dafür übernehmen.»

Und genau darum geht es Mani: Den Menschen ihre Eigenverantwortung zurückzugeben und ihre Selbstheilungskräfte zu aktivieren. «Unsere Körper können oft mehr, als wir ihnen zutrauen», ist sie überzeugt. Wie man auf eine Krankheit reagiert, beeinflusse oft den Krankheitsverlauf. «Diagnosen können Angst machen – deshalb es ist wichtig zu lernen, wie man mit dieser Angst umgeht.»

Gesundheit lernen – so früh wie möglich Für sie ist es daher unerlässlich, bereits im jungen Alter zu lernen, wie wir gesund bleiben. Als Abschlussarbeit bei ihrer Ausbildung zur Krankenschwester entwickelte sie ein Konzept für den Gesundheits-Unterricht in den Schulen – der bis heute nicht eingeführt wurde. «Mein Ziel ist es immer noch, diesen Traum in irgendeiner Art und Weise umzusetzen.»

Aktuell ist sie auf bestem Weg dazu: Nach dem Uni-Abschluss will sie den Menschen die Epigenetik im grossen Stil nahebringen. Referate, Workshops, Kurse – ein breites Angebot ist geplant. Auch in Schulen. Ihre Überzeugung: «Wenn Kinder Gesundheit lernen, dann werden die Erwachsenen weniger krank.» •

Ein kurzer Lebenslauf

Der Weg in die Heilkunde zeichnete sich bereits in Manuela Manis Kindheit ab. Schon damals war ihr Motto: «Ich will den Menschen helfen.» Dieser Grundsatz führte 1990 zu einem Abschluss als Krankenschwester. Danach folgte ein vielfältiger Weg. «Es ist im Grunde einfacher, aufzuzählen, was ich nicht gemacht habe», schmunzelt sie. Von verschiedenen Leitungspositionen im Gesundheitswesen zu acht Jahren in der Pharmaindustrie über den Aufbau des Medizinischen Zentrums Thun am Bahnhof bis hin zur eigenen Praxis – die Medizin-Expertin hat vieles gesehen.

Beruflich wie privat. «2019 machte ich eine besonders herausfordernde Zeit durch», erzählt sie. Nach der Kündigung wegen Wertekollisionen beim Medizinischen Zentrum Thun am Bahnhof und der unerwarteten Scheidung von ihrem Ehemann erhielt sie eine schwere Diagnose – mit der sie inzwischen sehr gut lebt. Zuvor aber kam eine zweijährige Odyssee durch die Schweizer Medizin. «Ich will diese Erfahrung anderen Frauen ersparen – dieser Wunsch bewegte mich zur Selbstständigkeit.»

Manuela Mani bei der Arbeit.

Gesund werden mit Tee

In einer Tasse Tee steckt mehr als Wasser mit Geschmack. Wenn draussen die Temperaturen sinken und das Immunsystem gefordert ist, greifen viele intuitiv zu Kräutern, Blüten oder Gewürzen. Tee ist seit Jahrhunderten Teil der Hausmedizin und hilft als sanfte, natürliche Unterstützung gegen Erkältung, Fieber und andere saisonale Beschwerden.

Claude Bohler

Tee wärmt nicht nur den Körper, sondern beruhigt auch den Geist. Schon der Moment des Aufgiessens entschleunigt – Dampf steigt auf, Aromen entfalten sich, und der Alltag rückt für einen Augenblick in den Hintergrund. Ob Pfefferminztee, Lindenblütentee oder Ingwertee – jede Pflanze hat ihre eigene Heilkraft.

Streng genommen gelten diese drei Beispiele aber nicht als Tee. Denn alle sechs klassischen Teesorten – Weisser Tee, Grüner Tee, Gelber Tee, Oolong, Schwarzer Tee und Pu-Erh (Fermentation) – gewinnt man aus der

Teepflanze Camellia sinensis. Nach dieser Definition gehören Kräutertee und Früchtetee nicht dazu. Denn sie bestehen aus Aufgüssen von Blüten, Blättern, Früchten oder Wurzeln unterschiedlicher Pflanzen. Dennoch haben sich die beiden «unechten» Teesorten längst im alltäglichen Sprachgebrauch etabliert.

Wie aber findet man den richtigen Tee – und worauf sollte man achten, wenn man ihn nicht nur geniessen, sondern auch gezielt für die Gesundheit einsetzen möchte? Darüber haben wir mit Emanuel Graf, dem Gründer und Geschäftsführer von TeeZyt.ch, gesprochen.

Welchen Tee würden Sie bei einer Erkältung oder bei Fieber empfehlen?

Es gibt verschiedenste Kräuter, die hier Hilfe bieten können. Bei einer Erkältung sind traditionelle Kräuter wie Lindenblüten, Anis, Thymian und Eibischkraut bewährte Helfer. Lindenblütentee wirkt schweisstreibend und kann dabei helfen, Fieber zu senken. Anis und Thymian enthalten ätherische Öle, die festsitzenden Schleim lösen und antibakteriell wirken. Dadurch fördern sie das Abhusten und erleichtern das Durchatmen. Eibischkraut zeichnet sich durch schleimhaltige Inhaltsstoffe aus, die einen schützenden Film über gereizte Hals- und Rachenschleimhäute legen und so Hustenreiz lindern. Ein Geheimtipp ist unser «Halswohltee», der all diese wertvollen Kräuter in einer Mischung vereint.

Was sind die Merkmale eines qualitativ hochwertigen Tees?

Die Qualität eines Tees erkennt man an erstklassigen Rohstoffen, seiner Frische und einer schonenden Verarbeitung. Hochwertiger Tee besteht oft aus ganzen, ungebrochenen Teeblättern – im Gegensatz zu Tee im Beutel, der meist kleinere Blattreste (Fannings oder «Teestaub») enthält. Ganze Blätter bewahren mehr ihrer ätherischen Öle und Antioxidantien, was zu intensiverem Aroma und Geschmack führt. Frische ist ebenso entscheidend: Wird Tee zu lange oder unsachgemäss gelagert, oxidieren die enthaltenen Polyphenole und flüchtigen Aromastoffe, was zu Aromaverlust und geringerer Wirksamkeit führt. Ausserdem legen wir bei uns Wert auf Reinheit: Hochwertige Tees stammen idealerweise aus ökologischem Anbau, da konventionelle Tees oft mit Pestizidrückständen oder Fremd-

stoffen belastet sein können. Kurz gesagt: Einen erstklassigen Tee erkennt man an vollaromatischen, sauber verarbeiteten Blättern ohne Verunreinigungen, die bei richtiger Lagerung ihr natürliches Aroma behalten.

Was ist bei der Zubereitung zuhause entscheidend, damit die heilenden Inhaltsstoffe optimal wirken?

Wichtig ist, den Tee richtig zuzubereiten, damit die enthaltenen Wirkstoffe voll zur Geltung kommen. Dazu gehören vor allem die optimale Wassertemperatur und Ziehzeit, die je nach Kräuterart variieren. Allgemein gilt: Kräutertees sollten mit heissem, aber nicht sprudelnd kochendem Wasser aufgegossen werden (ca. 85–95 °C) und ausreichend lange ziehen. Beispielsweise empfiehlt sich für Pfefferminze eine Ziehzeit von etwa 5–7 Minuten bei ca. 90 °C, damit sich genügend ätherische Öle lösen. Kamille lässt man rund 8–10 Minuten ziehen (ebenfalls ca. 90 °C heisses Wasser), um die entzündungshemmenden Bestandteile optimal herauszulösen. Dabei ist die Tasse oder Kanne während des Ziehens abzudecken – so bleiben die flüchtigen ätherischen Öle im Tee und verfliegen nicht. Manche Heilkräuter erfordern besondere Zubereitungsmethoden: Eibischwurzel zum Beispiel gibt ihren reizlindernden Schleimstoff am besten in kaltem Wasser ab, da zu heisses Wasser die Stärke verkleistern würde. Auch harte Pflanzenteile wie Wurzeln oder Rinden lässt man oft länger (bis 15 Minuten) ziehen oder kocht sie kurz auf, um alle Wirkstoffe herauszulösen. Zusammengefasst sollte man für jeden Kräutertee auf die passende Temperatur und Ziehzeit achten – dann entfalten die heilenden Inhaltsstoffe ihre maximale Wirkung.

Teesorten auf der Basis von Grüntee enthalten wertvolle Antioxidantien, Vitamine und Mineralstoffe. Für eine anregende Wirkung sollte Grüntee in 70–80 Grad heissem Wasser 2–3 Minuten ziehen.

Welche Rolle würden Sie der heilenden Wirkung von Tee im Vergleich zu medizinischen Behandlungsmöglichkeiten zuschreiben?

Tee aus Heilkräutern kann eine wohltuende und sinnvolle unterstützende Rolle spielen, ersetzt jedoch keine notwendige medizinische Behandlung. Bei leichten Alltagsbeschwerden – etwa Erkältungen, Husten, Magen-Darm-Verstimmung oder Unruhezuständen – können die richtigen Kräutertees spürbare Linderung verschaffen. Viele Pflanzenstoffe in solchen Tees, zum Beispiel Thymian bei Husten, Pfefferminze bei Verdauungsbeschwerden oder Baldrian bei Nervosität zeigen tatsächlich pharmakologische Wirkungen, die auch in der Schulmedizin bekannt sind. Allerdings handelt es sich bei Teeaufgüssen meist um relativ milde Dosierungen, und die Wirkung tritt sanfter ein als bei konzentrierten Arzneimitteln. Schwerwiegende oder anhaltende Beschwerden sollten daher stets ärztlich abgeklärt werden. Bei hohem Fieber, starken Schmerzen oder keiner Besserung beispielsweise ist der Gang zum Arzt wichtig, um keine ernsthafte Erkrankung zu übersehen. In der Schulmedizin werden Kräutertees als Therapie eher selten verschrieben, was teils daran liegt, dass sie nicht standardisiert dosiert und von Krankenkassen oft nicht erstattet werden. Man greift hier lieber auf standardisierte Extrakte zurück. Unsere Kräutertees sehen wir als sinnvolle Ergänzung: Sie können Symptome natürlich lindern und das Wohlbefinden fördern, sollten aber nicht als Ersatz für ärztlich verordnete Medikamente verstanden werden.

Erzählen Sie uns etwas Spannendes oder Lustiges über Tee, das die meisten Leute nicht wissen. Wussten Sie, dass Tee früher tatsächlich als Währung verwendet wurde? In Teilen Asiens wurden vor allem in vergangenen Jahrhunderten sogenannte Teeziegel

(kompakt gepresste Blöcke aus Tee) als Zahlungsmittel genutzt. Entlang der alten Handelsrouten – man denke an die Seidenstrasse – konnte man Waren gegen Teeziegel eintauschen oder sie sogar als Tribut an Kaiserhöfe entrichten. Der Vorteil dieser ungewöhnlichen Währung: Man konnte sie notfalls selbst aufbrühen und trinken, das Geld war also gleichzeitig ein wertvolles Genussmittel. Der Wert richtete sich nach Teequalität, Verfügbarkeit und Transportweg. So kostete um 1900 in der Mongolei ein Schaf etwa 12 bis 15 Teeziegel guter Qualität. Bis heute existieren Teeziegel noch, zum Beispiel als Pu-Erh-Tee-Blöcke, und sind begehrte Sammlerstücke für Teeliebhaber*innen.

Was ist Ihr Lieblingstee?

Zurzeit bin ich besonders begeistert von Matcha-Tee mit Hafermilch. Matcha ist ein zu feinem Pulver vermahlener, grüner Tee aus Japan, den ich gerne als «Matcha-Latte» zubereite, also mit aufgeschäumter Hafermilch. Er schmeckt herrlich cremig und liefert einen natürlichen Energie-Kick. Das gibt mir einen klaren und konzentrierten Kopf für den perfekten

Start in den Tag •

Emanuel Graf: Tee ist seine Leidenschaft: Als Gründer und Geschäftsführer von TeeZyt.ch begeistert er seit 2019 seine Mitmenschen für sein Lieblingsgetränk.

Für die Herstellung von Pu-Erh-Teeblöcken werden getrocknete Teeblätter in Formen gepresst und durchlaufen einen jahrelangen Fermentationsprozess. Aroma und Geschmack können mit erdig-würzig, weich und vollmundig beschrieben werden.

Eine Tasse Matcha-Tee enthält 30 – 70 mg Koffein im Vergleich zu Kaffee mit 50 – 100 mg Koffein. Der Energieschub bei Matcha tritt später ein und hält dafür länger als bei Kaffee.

Besser schlafen, leichter leben mit Atemtherapie

Viele Menschen kennen es: Einschlafprobleme, nächtliches Erwachen, unruhiger Schlaf. Am Morgen fehlt die ersehnte Erholung – der Tag beginnt mit Müdigkeit statt mit Leichtigkeit.

Häufig liegt die Ursache nicht allein im «schlechten Schlaf», sondern in einer Dysbalance des autonomen Nervensystems. Andauernde Überlastung, innere Anspannung oder unbewusste Atemmuster halten das Nervensystem in Alarmbereitschaft. Die Folge: Körper und Geist finden nachts nicht in die gewünschte Regeneration.

Atemtherapie setzt genau an dieser Stelle an. Über gezielte Übungen wird der Atem bewusst verlangsamt, die Ausatmung verlängert und die eigene Wahrnehmung erweitert. Diese einfachen, aber wirksamen Methoden aktivieren den Vagusnerv, der als Hauptnerv des Parasympathikus für Ruhe, Erholung und Stoffwechselregulation verantwortlich ist. Herzfrequenz und Blutdruck sinken, die Muskeln entspannen sich, Stresshormone nehmen ab. Gleichzeitig verbessert sich die Sauerstoffversorgung der Zellen – ein wesentlicher Faktor für Energie, Vitalität und geistige Klarheit. Auch die therapeutische Begleitung auf der Liege unterstützt diesen Prozess. Durch achtsame

Atembegleitung und sanfte Impulse erfährt der Körper Sicherheit und Entlastung, das Nervensystem findet Ruhe und kehrt in die innere Balance zurück. Atemtherapie wirkt damit weit über das Einschlafen hinaus: Sie fördert tiefe Entspannung, stärkt die körperliche und psychische Belastbarkeit und öffnet den Weg zu erholsamer Nachtruhe.

Wer mit dem Atem in Berührung kommt und ihn als sanftes Instrument einsetzt, darf sich über erholsameren Schlaf freuen. So eröffnet sich die Möglichkeit, den Tag mit frischer Energie, innerer Freude und spürbarer Leichtigkeit zu gestalten.

Vertrauen Sie auf gut ausgebildete Atemtherapeut:innen des Atemfachverbands Schweiz AFS und finden Sie Therapeut:innen in ihrer Nähe:

www.atem-schweiz.ch/ atemtherapeutin-finden

Vom Feld in die Mörsermühle –die Lavendelernte als gelebte

Ceres-Qualität

Die Heilpflanzen-Ernten bei Ceres sind besondere Ereignisse, die mit grosser Sorgfalt und Begeisterung durchgeführt werden. Die aussergewöhnliche Pflanzenqualität ist die Grundlage für alle weiteren Verarbeitungsschritte und das Fundament der hochwertigen Ceres-Produkte. Unter den über 60 Pflanzen gibt es eine Pflanze, deren Ernte ein ganz spezieller Moment ist.

Matthias Plath, Ceres Produktionsleitung

Gründliche Vorbereitung

Der Lavendel erreicht je nach Sonnen- und Wärmeeinfluss etwa Ende Juni seinen optimalen Reifezustand. Um den idealen Erntezeitpunkt zu bestimmen, werden die Felder regelmässig kontrolliert. Für Ceres erfolgt die Ernte zu Beginn der Blütezeit. So bleibt ihre volle Lebenskraft erhalten, was für die Qualität des späteren Arzneimittels höchst relevant ist. Eine intensive Phase mit ausreichend Wärme und Sonne ist auch für die volle Entfaltung des charakteristischen Aromas notwendig.

Die Anbauer der Pflanzen erhalten über das gesamte Jahr aktive Unterstützung und fachkundigen Rat zu qualitätsrelevanten Themen seitens Ceres. Die Anbaupartner bringen ihre umfangreiche Expertise

beim Anbau der Pflanzen ein. So wird der Anbau zu einer gemeinsamen Aufgabe, die Ceres mit ihren langjährigen Anbaupartnern eng und freundschaftlich verbindet. Sobald der optimale Tag gekommen ist, wird die Ernte achtsam und ausschliesslich von Hand durchgeführt. Nur jene Pflanzen, die den strengen Qualitätskriterien entsprechen, gelangen in die weitere Verarbeitung. Schon hier beginnt die Veredelung – durch die sorgfältige Auswahl der besten Pflanzen.

Teamarbeit: behutsames Zupfen und Sammeln

Die Lavendelernte ist ein Gemeinschaftsprojekt. Nicht nur Mitarbeitende aus der Urtinkturen-Herstellung unterstützen die Anbaubetriebe direkt auf dem Feld, auch alle anderen Ceres-Mitarbeitenden lassen ihre

Arbeit für einen Tag ruhen. Es ist eine der aufwändigsten Ernten des Jahres. Während bei anderen Heilpflanzen das blühende Kraut, die ganze Pflanze oder nur die Wurzeln geerntet werden, konzentriert sich die Lavendelernte ausschliesslich auf die feinen, blauvioletten Blüten. Am Erntetag zeigen sich diese in voller Pracht. Inmitten von summenden Insekten erstrahlen die zarten Blüten im Licht der Sonne und die Helfenden beginnen mit der Ernte. Die fast schon meditative Arbeit des Blütenabstreifens schafft eine besondere Verbindung zur Pflanze.

Bis zu 50 Personen arbeiten zwischen den Lavendelreihen, um die frischen Blüten vorsichtig abzuzupfen und in Erntekörben zu sammeln. Die gefüllten Körbe werden regelmässig vom Feld getragen und der Inhalt wird im Schatten flach ausgebreitet. So wird sichergestellt, dass die Blüten sich nicht durch die gespeicherte Sonnenwärme erhitzen und an Qualität verlieren.

Direkte Weiterverarbeitung für höchste Qualität

Sobald genug Blüten geerntet sind, kehren einige Mitarbeitende an den Produktionsstandort zurück, um die frischen Blüten in der Ceres-Mörsermühle zu vermörsern. So bleiben die drei wesentlichen Wirkprinzipien – Wirkstoff, Information und Lebenskraft – optimal erhalten und stehen dadurch für die Herstellung eines hochwertigen Arzneimittels zur Verfügung.

Im Verlauf des Tages werden immer wieder frisch geerntete Blüten zur Weiterverarbeitung gebracht. Nach einer gemeinsamen Pause im Schatten geht die Ernte weiter. So werden jedes Jahr im Thurgau und im Wallis Lavendelblüten geerntet. Die Höchstmenge eines Jahres belief sich bisher auf 400 kg reiner Blüten, die

in optimaler Qualität geerntet und verarbeitet werden konnten. Die Lavendelernte ist ein eindrucksvolles Beispiel für Teamgeist und Wertschätzung der Natur. Es ist ein Tag voller Farben, Düfte und gemeinsamer Freude – und weckt die Vorfreude auf die Ernte im kommenden Jahr. •

Biologischer Anbau nach Ceres-Richtlinien

Die Lavendelfelder der Anbaupartner in der Ost- und Westschweiz werden biologisch zertifiziert bewirtschaftet und zusätzlich nach den Qualitätsrichtlinien und strengen Anforderungen von Ceres gepflegt.

Qualität aus Tradition

Ceres wurde 1991 vom Schweizer Biochemiker und Arzneipflanzenforscher Dr. Roger Kalbermatten gegründet und steht seither für höchste Qualität in der Herstellung von Urtinkturen. Jede Urtinktur ist das Ergebnis von grosser Sorgfalt und handwerklicher Präzision und enthält das gesamte Wirkspektrum der Heilpflanze – von den chemischen Wirkstoffen bis hin zu den unstofflichen Kräften. Bevor die Urtinkturen von Ceres in den Handel kommen, reifen sie über mehrere Jahre in Glasflaschen. Dieser langsame Reifungsprozess sorgt unter anderem dafür, dass die Pflanzen ihr volles Aroma entfalten können. Ceres Urtinkturen sind in Apotheken und Drogerien erhältlich. Zur korrekten Anwendung berät Sie der Fachhandel oder die medizinische Fachperson gerne.

Impressionen der Lavendelblütenernte im Thurgau.

Wenn

kleine Verletzungen

gross werden

Jeder Mensch erleidet irgendwann einmal seelische Verletzungen. Im Fokus stehen in der Regel die grossen Traumata wie zum Beispiel Missbrauchserlebnisse. In vielen Fällen sind es aber sich wiederholende kleine Erschütterungen, sogenannte Mikrotraumata, die sensiblen Menschen das Leben schwer machen können. Zum Glück lässt sich die Seele heilen.

Markus Kellenberger

Manchmal, wenn ich mit Menschen ums Feuer sitze, kommen nachhaltig erschütternde Erlebnisse zur Sprache. So auch an jenem Abend, als ein Mann von einem schlimmen Verkehrsunfall berichtete, der ihn seither bis in die Träume hinein verfolgt, und eine Frau von ihrer von Gewalt geprägten Kindheit erzählte. Ein Teilnehmer aber war lange still. Erst nach einer Weile sagte er: «Bei mir gab es keine so erschütternden Ereignisse. Aber all die kleinen Sticheleien, die ewige Abwertung durch meinen Vater und später auch durch Lehrerinnen und Lehrer – sie haben sich eingegraben und tun mir bis heute mehr weh als eine einmalige Katastrophe.»

Seine Worte berührten alle, denn während wir «Trauma» meist mit Schockereignissen wie Missbrauch, Unfällen oder Krieg in Verbindung bringen,

gibt es eben auch die kleinen Verletzungen, die sich über die Jahre hinweg summieren. Ein vergifteter Satz, eine spöttische Bemerkung, ein Blick der Herabsetzung, für sich genommen ist nichts davon der Rede wert. Doch in der Wiederholung nagen solche kleinen Verletzungen an der Seele, bis sie tiefe Spuren hinterlassen und das Leben von Betroffenen nachhaltig beeinflussen.

Die unterschätzten Verletzungen

Fachleute wie die deutsche Psychotherapeutin und Buchautorin Sonja Unger nennen solche sich wiederholenden Verletzungen Mikrotraumata. Es sind fortlaufende Beschämungen, Entwertungen, ständige Kritik, emotionale Kälte, Mobbing oder auch subtile Drohungen. Über die Jahre hinweg entfalten sie eine ähnlich verstörende Wirkung wie ein einziges, grosses Trauma. Besonders gefährlich sind solche Mikrotrau-

mata, wenn sie von Menschen ausgehen, von denen wir abhängig sind. Wer von Eltern, Partnerinnen und Partnern oder Vorgesetzten ständig hört: «Du bist zu empfindlich» oder «Aus dir wird nie was», gerät mit der Zeit in ein Gefühl der Ausweglosigkeit – und erfüllt mit der Zeit sogar die ihm unterstellten Vorwürfe.

Menschen, die unter Mikrotraumata leiden, berichten oft nicht von einem einzelnen schrecklichen Erlebnis, sondern von einem diffusen Gefühl der inneren Unsicherheit. Typische Symptome sind: eine ständige innere Alarmbereitschaft, gepaart mit dem Gefühl, nie wirklich genug zu sein; wachsende Selbstzweifel und Scham; Angst vor Nähe oder Überanpassung, um nicht erneut verletzt zu werden; körperliche Beschwerden wie Schlafstörungen, Verspannungen und psychosomatische Schmerzen; und nicht zuletzt auch eine als Selbstschutz getarnte Gefühlstaubheit, die in bedrückender Freudlosigkeit mündet.

Bewusst werden und anerkennen

Auch wenn Mikrotraumata selten als echte Traumata anerkannt werden – sie können die gleichen Folgen wie Depressionen, Angst- oder Suchterkrankungen nach sich ziehen. Doch Traumata, ob gross oder klein, müssen nicht das Leben von Betroffenen bestimmen. Ein erster Schritt zur Heilung ist, das eigene Erleben ernst zu nehmen, auch entgegen Äusserungen von aussen, wie «Das ist doch nicht so schlimm». Zu erkennen, dass das, was ich erfahren habe, verletzend war und Spuren hinterlassen hat, kann bereits entlastend wirken. Der nächste wichtige Schritt ist dann, die eigene Scham zu überwinden, und sich für eine Therapie zu entscheiden.

Die Psychotherapie kennt für die Behandlung von Traumata verschiedene Ansätze. Neben der klassischen Gesprächstherapie sind das auch sogenannte kognitive Verhaltenstherapien, bei denen das Erlebte betrachtet und verarbeitet wird. Ziel dabei ist nie das Vergessen des Erlittenen, sondern ein neuer Umgang damit. Ein anderer Therapieansatz geht gezielt über Körperarbeit, denn Traumata sitzen nicht nur im Kopf, sondern auch im Körper. Hilfreich sind hier Methoden wie Yoga, Atemarbeit oder Somatic Experiencing. Bei allen geht es darum, die durch Traumata erzeugten Körperspannungen zu lösen, um einen neuen Zugang zum Erlebten und damit zu sich selbst zu finden.

Die spirituelle Dimension

Viele betroffene Menschen finden Heilung aber nicht nur in der Psychotherapie, sondern auch in spirituellen Praktiken wie Meditation, Gebet, Trommelkreise und in der Ahnenarbeit. Denn vieles, das uns belastet, ist das Erbe unserer Eltern oder Grosseltern, die ihre seelischen Verletzungen an uns weitergegeben haben. Das kann unser Verhalten und unsere Empfänglichkeit

für Verletzungen im Alltag nachhaltig beeinflussen (siehe «natürlich» 05/25, «Die Macht der Grossen Eltern»).

Ich erinnere mich immer wieder mal an den Mann am Feuer, der von den vielen kleinen Verletzungen erzählte, die er im Verlauf seines Lebens erfahren hat, denn seine Geschichte ist die Geschichte von vielen von uns. Niemand geht durch diese Welt, ohne sich an deren Dornen zu ritzen. Einige von uns stecken das locker weg, andere wiederum versinken in einem wachsenden Schmerz. Da ist es gut zu wissen, dass es Menschen gibt, die einen ernst nehmen, die einem zuhören und die einem helfen, diese Verletzungen zu versorgen – damit alle Verwundeten das Leben wieder in seiner ganzen Leichtigkeit spüren dürfen. •

Buchempfehlungen

Helene Bracht: «Das Lieben danach», Verlag Hanser, 2025

Sonja Unger: «Mikrotrauma – wenn kleine seelische Verletzungen krank machen», Verlag Humboldt, 2024

Bessel van der Kolk: «Das Trauma in dir – wie der Körper den Schrecken festhält und wie wir ihn heilen können», Verlag Ullstein, 2022

Haben Sie Fragen?

Markus Kellenberger begleitet Menschen auf der Reise ins Innere und beantwortet ihre Fragen aus den Bereichen Leben, Liebe, Glaube und Spiritualität persönlich und ganzheitlich. m.kellenberger@weberverlag.ch

Masche um Masche zu mehr Gelassenheit

«Inestäche, umeschlah, dürezieh und abelah …» Stricken und Häkeln macht nicht nur Spass, es ist auch gut für die körperliche und mentale Gesundheit.

Blanca Bürgisser

Wer selbst strickt oder häkelt, merkt: Mit jeder Masche wird man entspannter. Das kommt nicht von ungefähr, die rhythmische Wiederholung der Bewegungsabläufe führt dazu, dass die Ausschüttung des Stresshormons Kortisol reduziert wird und sich der Puls verlangsamt. Während man fast wie von selbst die Bewegungen ausführt, kommen die Hirnareale, die für die kognitiven Funktionen zuständig sind, langsam zur Ruhe. So kann man in einen vollkommenen Entspannungszustand sinken und die Alltagssorgen vergessen. Auch bei negativen Gedankenspiralen oder Angstzuständen kann Stricken oder Häkeln helfen.

Hinzu kommen die kleinen und grossen Erfolge beim Häkeln und Stricken, sei es, wenn man endlich das fertige Produkt in den Händen hält oder eine schwie-

rige Stelle gemeistert hat. Diese Erfolgserlebnisse kurbeln die Dopamin- und Serotoninausschüttung an und schenken uns ein Glücksgefühl.

Training für Hirn und Hand

Durch das Erlernen von komplexen Stichen und Mustern werden im Gehirn neue neurale Pfade gebildet. Dadurch wird das Gehirn trainiert, was sich positiv auf das Gedächtnis und das Erinnerungsvermögen auswirken kann. Dies wird verstärkt durch die Tatsache, dass beim Stricken mehrere Hirnareale gleichzeitig aktiv sind. Einerseits sind das der Motorkortex und das Kleinhirn, die assoziiert werden mit feinmotorischer Koordination, andererseits wird bei der Konzentration auf das Muster der präfrontale Kortex aktiviert. Sogar der Hippocampus, der mit unseren Erinnerungen verbunden ist, wird benutzt, wenn wir neue Stiche und Muster lernen.

Doch nicht nur das Gehirn wird beim Stricken trainiert, auch die feinmotorischen Fähigkeiten in den Händen werden gefordert und die Gelenke in Unterarmen, Händen und Fingern werden durch die Bewegungen geschmeidig gehalten.

Vom Mut zu scheitern

Stricken und häkeln stärken auch das Selbstbewusstsein. Denn wer ist nicht stolz, wenn man am Ende das fertige Produkt in den Händen hält? Und mit jedem weiteren Fabrikat steigt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Auch sonst geben einem die Handarbeiten wertvolle Fähigkeiten für das Leben. Wenn ein Muster nicht aufgeht, lernt man, nach Lösungen zu suchen und auch einmal um die Ecke zu denken. Mit der Zeit geht die Angst vor Fehlern verloren, denn es ist völlig normal, dass mal eine Masche zu viel oder zu wenig vorhanden ist. Und wenn etwas noch nicht aussieht, wie man möchte, fängt man noch einmal von vorne an. All das zeigt, dass Probleme noch kein Grund sind aufzugeben. Diese Mentalität stärkt auch in anderen Lebensbereichen.

Neue Wertschätzung

Ein Bonus zu allen gesundheitlichen Vorteilen ist die Nachhaltigkeit. Denn wer selbst Stunden in das Herstellen eines Kleidungsstücks investiert, lernt dieses ganz neu zu schätzen. Zusätzlich kann durch die Wahl von natürlichen und regionalen Garnen die Umweltfreundlichkeit verstärkt werden.

Weil Stricken und Häkeln gemeinsam noch mehr Spass machen, habe ich Ihnen anbei einige Stricktreffs zusammengestellt, wo Sie auf Gleichgesinnte treffen können. •

Stricktreffs

Alle Treffen sind auf Anmeldung.

strick-bar, Rothenburg

Nächste Termine: 13. November, 9.00 Uhr; 5. Dezember, 19.00 Uhr strick-bar.ch

N13, Winterthur

Nächste Termine: 14. November, 28. November; jeweils 18.30 Uhr neustadtgass13.com

fraukuhn, Bern

Nächste Termine: 15. November, 8.00 Uhr; 25. November, 17.00 Uhr fraukuhn.ch

StrickArt, Sursee

Nächste Termine: 7. November, 9. Dezember; jeweils 19.00 Uhr strickartsursee.ch

FärbStoff, Basel

Nächste Termine: 28. November, 19. Dezember; jeweils 18.30 Uhr faerbstoff.ch

Beim Häkeln werden nicht nur die Hände, sondern auch das Hirn trainiert.

Service-Citoyen-Initiative

Die Volksinitiative «Für eine engagierte Schweiz (Service-Citoyen-Initiative)» verlangt, dass alle Schweizer*innen einen Dienst zugunsten der Allgemeinheit und der Umwelt leisten müssen. In diesem Rahmen sollen auch Frauen dienstpflichtig werden. Dieser Dienst soll entweder als Militärdienst oder in Form eines «anderen, gleichwertigen und gesetzlich anerkannten Milizdienstes» geleistet werden. Lesen Sie anbei mehr über die Argumente beider Lager im Pro und Kontra.

Pro

FÜR EINE HILFSBEREITE UND STARKE SCHWEIZ

Was die Schweiz immer stark gemacht hat: (der Wille,) einander zu helfen und zusammenzustehen, wenn es zählt. Doch heute fehlen die Menschen, die in Krisen helfen. Im Zivilschutz klafft eine Lücke von über 12 000 Personen – bis 2030 droht sogar ein Defizit von 22 000. Auch die Armee rechnet mit Engpässen, und es wird immer schwieriger, tagsüber genügend freiwillige Feuerwehrleute zu mobilisieren. Nur ein Drittel der Jugend leistet heute überhaupt einen Dienst. Viele wissen nicht mehr, wo sich die nächste Zivilschutzanlage befindet oder wie man auf einen Ernstfall reagieren müsste. Gleichzeitig stehen wir vor Herausforderungen, wie wir sie seit Langem nicht mehr erlebt haben: Naturkatastrophen wie jüngst in Blatten im Wallis nehmen zu, geopolitische Spannungen ebenfalls, ein Viertel der Jugendlichen leidet an Angststörungen oder Depressionen, alle 11 Sekunden wird die Schweiz Ziel einer Cyberattacke und mitten in Europa tobt ein Krieg.

Die Service-Citoyen-Initiative gibt eine klare Antwort: Alle jungen Menschen – Frauen wie Männer – leisten einen Dienst zugunsten der Allgemeinheit, der Sicherheit und der Umwelt. Am Ende ihrer regulären Schulzeit, als Teil der Grundausbildung, lernen sie, Verantwortung zu übernehmen, in Notlagen zu reagieren, sich online zu schützen und im Team über den Kantönligeist hinweg zusammenzuarbeiten. Diese Erfahrungen erweitern den Horizont und stärken nicht nur die Einzelnen, sondern auch unsere Gesellschaft und Wirtschaft, die auf engagierte Talente angewiesen sind.

Der Service Citoyen ist ein modernes Milizsystem und eine Investition in die Menschen. Ob Militärdienst, Zivilschutz, Zivildienst oder ein anderes Milizengagement –mit dem Service Citoyen hilft man als Soldat, Rettungsschwimmerin oder Feuerwehrfrau dort, wo es am meisten Hilfe braucht. Damit sichert die Initiative den Bestand von Armee und Zivilschutz und baut gleichzeitig neue Kapazitäten in Bereichen auf, die heute entscheidend sind, etwa im Katastrophenschutz, in der Cyberabwehr oder im Gesundheitswesen. Die Idee dahinter ist einfach: Damit die Schweiz stark und krisenfest bleibt, braucht es das Potenzial aller. Jede und jeder übernimmt Verantwortung und leistet ihren oder seinen Beitrag. Das ist fair und stärkt den Zusammenhalt. Denn in einer Zeit wachsender Individualisierung und Virtualisierung bringt der Dienst Menschen aus unterschiedlichen Regionen, Meinungen und Hintergründen zusammen und schafft Vertrauen jenseits von Grenzen.

Darum: Mit einem JA zur Service-Citoyen-Initiative machen wir unser Land krisenfest, solidarisch und bereit für die Zukunft. Und wir erneuern, was die Schweiz stark gemacht hat: (den Willen,) einander zu helfen und füreinander einzustehen.

Noémie Roten ist Geschäftsleiterin des Schweizer Vereins zur Förderung des Milizengagements und Präsidentin des Initiativkomitees «Für eine engagierte Schweiz (Service-Citoyen-Initiative)». Die ausgebildete Ökonomin war zuvor Soldatin und ist heute Militärrichterin. Seit vielen Jahren engagiert sie sich für die Erneuerung des Milizsystems und die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Kontra

FÜR EINE SICHERE UND SOLIDARISCHE SCHWEIZ

Die Service-Citoyen-Initiative klingt auf den ersten Blick attraktiv: Alle jungen Menschen sollen einen verpflichtenden Dienst für die Gesellschaft leisten – nicht nur im Militär, sondern auch in Bereichen wie Zivilschutz, Pflege oder Katastrophenhilfe. Was als Idee der Gleichstellung und der Solidarität verkauft wird, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen jedoch als problematisch und unausgereift – und gehört abgelehnt.

Erstens: In unserem Land gilt die Wehrpflicht; das heisst, dass junge Männer Militärdienst absolvieren müssen. Im Ernstfall muss unsere Armee unser Land und die Bevölkerung verteidigen und schützen können.

Zweitens: Die Initiative ist organisatorisch und finanziell kaum umsetzbar. Schon heute ist es für Armee und Zivilschutz schwierig, genügend taugliche Rekruten zu finden und die vorhandenen Strukturen sinnvoll auszulasten. Würde plötzlich die gesamte junge Bevölkerung verpflichtet, müsste der Staat völlig neue Verwaltungsapparate aufbauen, unzählige zusätzliche Einsatzplätze schaffen und Milliarden investieren. Diese Ressourcen fehlen dann dort, wo sie tatsächlich gebraucht würden: in der gezielten Stärkung von Armee, Katastrophenschutz und Pflegewesen.

Drittens: Der Nutzen für die Gesellschaft ist fraglich. Solidarität und Engagement lassen sich nicht erzwingen. Was heute in vielen Vereinen, in der Nachbarschaftshilfe oder im Freiwilligendienst mit Überzeugung und Herz-

blut geschieht, droht durch eine staatliche Zwangsregelung zu einem Pflichtprogramm ohne Begeisterung zu verkommen. Freiwilliges Engagement ist nachhaltiger und glaubwürdiger als staatlich verordneter Zwang.

Viertens: Die Initiative schafft Scheinlösungen. Sie suggeriert, Probleme im Gesundheitswesen, in der Pflege oder im Bevölkerungsschutz könnten durch den Einsatz junger Menschen im Pflichtdienst gelöst werden. In Wahrheit brauchen wir in diesen Bereichen gut ausgebildete Fachkräfte, langfristige Investitionen und faire Arbeitsbedingungen – keine kurzfristigen Pflichtdienste von Jugendlichen, die weder die Ausbildung noch die Erfahrung mitbringen.

Schliesslich: Die Initiative verwischt den klaren Auftrag der Schweizer Armee. Der Verteidigungsauftrag darf nicht mit einer Art «Bürgerdienst light» vermischt werden. Sicherheitspolitik ist zu ernst, als dass man sie mit Symbolpolitik überlagern dürfte. Darum ist klar: Die Service-Citoyen-Initiative ist ein Zwangsdienst, organisatorisch überfordernd, teuer und inhaltlich unklar. Sie schwächt das freiwillige Engagement und lenkt von den echten Lösungen ab. Aus all diesen Gründen muss sie entschieden abgelehnt werden.

Andrea Gmür-Schönenberger wurde 2015 für die Mitte Luzern in den Nationalrat und 2019 in den Ständerat gewählt. Die Stadtluzernerin präsidiert die sicherheitspolitische Kommission des Ständerates und nimmt regelmässig an den parlamentarischen Versammlungen der NATO teil. Die internationale Lage bereitet ihr Sorgen.

Kurz gefasst

TIERE

Neue Froscharten entdeckt

Über 200 Froscharten leben auf der südostasiatischen Insel Borneo – und es kommen immer noch mehr hinzu. So konnte ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung des Naturhistorischen Museums Bern unlängst acht neue Arten bestimmen.

Bei den neu entdeckten Arten handelt es sich um sogenannte «Wächterfrösche», die für ihre aussergewöhnliche Brutpflege bekannt sind. Sie legen ihre Eier an Land, wo diese dann von den Männchen bewacht werden. Diese transportieren nach dem Schlüpfen auch die Kaulquappen auf ihrem Rücken ins Wasser. Diese Entdeckung zeigt, wie viel unentdeckte Vielfalt in den Regenwäldern Südostasiens steckt. Zugleich unterstreicht sie die Bedeutung des Naturschutzes: Viele der neuen Arten leben nur in begrenzten Regionen oder Höhenlagen und könnten durch Abholzung oder Klimawandel bedroht sein – noch bevor sie ausführlich erforscht werden können. bbu

Unsichtbare Zutat mit grossem Preis

Was haben Lippenstifte, Energydrinks und Medikamente gemeinsam? Sie alle enthalten Gummiarabikum. Akaziengummi dient in vielen Produkten als Verdickungsmittel, Stabilisator und Füllstoff. Momentan stammt rund 80 % des weltweit verwendeten Gummiarabikums aus dem Sudan.

Seit zwei Jahren herrscht im Sudan Krieg, der zu einer der grössten humanitären Krisen unserer Zeit geführt hat: Über 14 Millionen vertriebene Menschen und über 24 Millionen Menschen, die an Hunger leiden. Seit letztem Jahr haben die Rapid Support Forces (RSF) die Kontrolle über die Regionen, in denen ein Grossteil des Gummiarabikums gewonnen wird. Dies führt gemäss einem Bericht von Reuters zu einem Anstieg des Schmuggels von Akaziengummi aus dem Sudan. Dies bedeutet wiederum, wie Karakaya Talks berichtet, dass die Menschen, die das Gummi ernten, ausgebeutet, ausgeraubt oder sogar getötet werden. Diese Tatsache mag für viele weit weg scheinen. Doch die Schweiz zählt weltweit zu den 20 grössten Importeuren von Gummiarabikum. Es lohnt sich also, beim Einkaufen darauf zu achten, ob ein Produkt Akaziengummi enthält und gegebenenfalls zu recherchieren, unter welchen Bedingungen dieses geerntet wurde. bbu

SUDAN

© NMBE Stefan Hertwig

BUCHTIPP

Vom Glück des Schenkens

Was können wir von einem Baum lernen? Alles! Wie man sich einbringt, wie man teilt, wie man lebt. Die Felsenbirne – mit ihren köstlichen dunkelroten Beeren – steht hier als Sinnbild für alles, was wichtig ist: selbstloses Geben und verantwortungsvolles Nehmen. Für Gemeinschaft, Verbundenheit, Dankbarkeit. Robin Wall Kimmerer schenkt uns ein Buch, das man nicht nur liest, sondern mit jeder Seite in sich aufnimmt. Das Buch lässt uns staunen über die Natur und über uns selbst. bbu

Die Grosszügigkeit der Felsenbirne.

Vom Glück des Schenkens – Robin Wall Kimmerer Aufbau Verlag, 2025, ca. 34.90 ISBN 978-3-351-04257-8

Publireportage

Aktiv im Schnee den Zauber des Winters erleben

Wenn sich die Natur in ein funkelndes Weiss hüllt, beginnt eine besondere Zeit für alle, die Aktivität und Erholung verbinden möchten. Die klare Winterluft, die Stille verschneiter Wälder und die glitzernde Bergwelt schaffen die Kulisse für unvergessliche Erlebnisse und eine aktive Auszeit.

Ob auf Schneeschuhen durch unberührte Landschaften oder bei gemütlichen Winterwanderungen: Aktiv im Schnee bedeutet, bewusst zu entschleunigen und zugleich in Bewegung zu bleiben. Schritt für Schritt eröffnet sich eine stille, zauberhafte Welt, die Körper und Geist gleichermassen erfrischt.

Ein besonderes Highlight sind geführte Schneeschuhtouren – eine Art, sich im Winter fortzubewegen, die heute mehr denn je ihren Reiz entfaltet. Mit erfahrenen Reiseleitenden entdecken Sie verborgene Pfade, atmen die frische Bergluft ein und lassen den Alltag weit hinter sich.

Winterreise: Wildromantisches Zernez

Unsere Schneeschuhwandertour führt Sie nach Zernez, das Herzstück des Engadins. Auf 1470 Metern gelegen, ist der charmante Ort Tor zum Ofenpass und Heimat des Schweizerischen Nationalparks. Abseits des Trubels geniessen Sie hier die pure Schönheit der Natur. Tief verschneite Wälder, schneebedeckte Hänge und sonnige Wintertage begleiten Sie auf der Reise. Geniessen Sie den Winter, indem Sie Naturerlebnis und Bewegung miteinander verbinden.

Reisedaten:

28.12. – 02.01.2026

25.01. – 30.01.2026

22.02. – 27.02.2026

6 Tage ab CHF 1560.–Webcode: 4440

Unsere Spezialisten beraten Sie gerne: Tel. +41 41 418 65 65 info@baumeler.ch www.baumeler.ch

BIODIVERSITÄT

Wie steht es um die Schweizer Wälder?

Gute Neuigkeiten: Laut dem Waldbericht 2025 vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat sich die Biodiversität in den Schweizer Wäldern in den letzten zehn Jahren positiv entwickelt. Die Vielfalt der Schnecken-, Moos- und Baumarten ebenso wie die Bestände der meisten Waldvogelarten haben zugenommen. Selbst die Situation der gefährdeten Waldarten blieb stabil und hat sich teilweise gar leicht verbessert.

Extremereignisse wie Hitze, Trockenheit und Stürme, aber auch der Befall durch Schadorganismen und hohe Stickstoffeinträge haben den Schweizer Wäldern in den letzten zehn Jahren stark zugesetzt. Es zeigt sich, dass die Anpassungsfähigkeit der Wälder an den Klimawandel die grösste Herausforderung ist. Die Förderung zukunftsfähiger Baumarten sowie die Förderung der Biodiversität spielen dabei eine Schlüsselrolle. Auch eine grosse genetische Vielfalt der Bäume sieht das BAFU als wichtige Grundlage für die Anpassung des Waldes an den Klimawandel. bbu

UMWELT

Wie Pilze die Wälder schützen

Sie sind wenig bekannt und doch von unvorstellbarer Wichtigkeit für unseren Wald: die Mykorrhizapilze. Sie bilden unterirdische Geflechte und verbinden sich über diese mit den Waldbäumen. Über diese Netzwerke liefern sie den Bäumen Nährstoffe und Wasser und erhalten von ihnen dafür Zucker. Diese Beziehung ist für beide von grossem Nutzen, sie wären ohne den jeweils anderen nicht überlebensfähig.

Von grosser Bedeutung kann diese enge Verbindung die Bäume vor den Auswirkungen des Klimawandels schützen. Denn die Pilze verhindern, dass Schadstoffe und Bakterien ins Wurzelsystem der Bäume gelangen. Zudem hat die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in Untersuchungen festgestellt, dass die Auswirkungen von Hitze und Trockenheit auf Waldbäume durch die Mykorrhizapilze gemindert werden. Verstärkt wird die positive Wirkung der Pilze durch die Tatsache, dass sie grosse Mengen an schädlichem Kohlenstoffdioxid binden können. bbu

verbinden die Waldbäume

Publireportage

Die lavera Glow-Routine umfasst die «Illuminating Eye Cream», das «Vitamin C Boost Serum», die «Vitamin C 3in1 Creme» und den «Liquid Illuminating Refiner».

Laverana

Sizilianische Lebensfreude für zu Hause: Die neue, innovative Gesichtspflege von lavera Naturkosmetik verleiht unserer Haut nicht nur einen strahlenden Teint, sondern bringt mit ihrem belebenden Duft pure Lebensfreude in unsere Badezimmer

Vitamin C hat sich längst als Wunderwaffe gegen fahle Haut und erste Anzeichen der Hautalterung etabliert. Mit der neuen Pflegelinie «Glow by Nature» setzt auch lavera Naturkosmetik auf die Kraft dieses bewährten Antioxidans und kombiniert es mit hochwirksamen pflanzlichen Power-Wirkstoffen und einem Duft, der alle Sinne berührt.

Im Mittelpunkt der Serie steht hochdosiertes Vitamin C in Kombination mit kraftvollen pflanzlichen Inhaltsstoffen. Die revitalisierende Formel verleiht müder Haut neue Strahlkraft und wirkt vorbeugend gegen vorzeitige Hautalterung. Das Resultat: Ein Teint, der nicht nur erfrischt aussieht, sondern sich auch so anfühlt.

Ein besonderes Highlight ist der Duft nach sizilianischer Blutorange: Er vitalisiert die Sinne, spendet neue Energie und fördert die innere Balance – ein kleines Stück italienisches Urlaubsfeeling in jedem Produkt.

«Glow by Nature» ist ganzheitliche Hautpflege: sichtbar wirksam, spürbar wohltuend – mit zarten Texturen, berührenden Düften und Wirkstoffen, die uns stets wie frisch erholt aussehen lassen.

Mehr Informationen unter: lavera.ch

Sabine Hurni über

… Ingwer, das Multitalent

Winterzeit ist Ingwerzeit. Die Ingwerwurzel (Zingiber officinale) ist eine alte Arzneipflanze, die schon im Altertum über arabische Händler und portugiesische Seeleute nach Europa gelangte. Seit einigen Jahren erleben wir hierzulande einen wahren Ingwer-Hype. Besonders in den Wintermonaten ist der scharfe Wurzelstock nicht aus dem Alltag wegzudenken, denn als Tee oder Gewürz bringt er Wärme in den Körper und lindert Erkältungskrankheiten. Ursprünglich kommt der Ingwer aus Südostasien, wo er bis heute in zahlreichen Gebieten kultiviert wird.

Als frische oder getrocknete Heil- und Gewürzpflanze verwendet man den unterirdischen Teil der Pflanze, das Rhizom. Die Wirkung der beiden Verwendungsformen ist jedoch nicht ganz identisch: Grundsätzlich wirkt die frische Wurzel etwas stärker und erhitzender als das Pulver. Frischer Ingwer hat eher austrocknende Eigenschaften, weshalb er ideal ist, um verschleimte Atemwege bei Husten und Schnupfen zu lösen und den Stoffwechsel bei Übergewicht anzuregen. Das Pulver hingegen wirkt auf den Körper befeuchtender und reizt die Schleimhäute weniger. Wer also Magen-Darm-Probleme behandeln möchte oder allgemein eher zu Trockenheit im Körper neigt, ist mit dem Pulver auf der sicheren Seite. Am besten hat man beide Varianten zu Hause vorrätig. Der frische Ingwer enthält um die 400 Inhaltstoffe, wie eine Studie aus Texas ergab. Der scharfe Geschmack ist sechs verschiedenen Scharfstoffen zuzuschreiben, allen voran dem Gingerol und

dem Shogaol. Sie sind für die breite Wirkung des Ingwers zuständig. Beim Trocknen und Kochen zersetzt sich das Gingerol, weshalb der getrocknete Ingwer etwas milder ist. Generell wirkt Ingwer entzündungshemmend, antibakteriell, antiviral und antioxidativ. Er erweitert die Blutgefässe, stärkt das Herz und fördert die Durchblutung. Er hilft, Übelkeit zu lindern, sei es jene am Anfang der Schwangerschaft, jene bei Reisekrankheit oder jene, die als Begleiterscheinung einer Chemotherapie entstehen kann. Zudem verwendet man Ingwer seit jeher zur Behandlung leichter krampfartiger Magen-Darm-Beschwerden, Blähungen und Flatulenz. Seine scharfe Wirkung hilft dabei, die Fettverbrennung beim Abnehmen anzukurbeln, die Blutfettwerte nach unten zu korrigieren, allgemein den Stoffwechsel anzuregen und die Verdauungsleistung zu verstärken. Ingwer hat sogar eine schmerzstillende Eigenschaft und lindert Schwellungen und Entzündungen bei rheumatischen Erkrankungen.

Der Ingwer, den wir in der Schweiz kaufen können, stammt mehrheitlich aus China oder Peru. Da selbst der Bio-Ingwer aus China oft, wenn auch nicht so stark wie der herkömmliche, mit Pestiziden belastet ist, greift man lieber zur etwas teureren Ware aus Peru. Inzwischen gibt es vereinzelt sogar Schweizer Ingwer in der Auslage. Auch wenn dieser etwas teurer ist, lohnt es sich, die pestizidärmste Variante zu wählen, denn schälen sollte man die Ingwerwurzel auf keinen Fall. Die wirksamen Inhaltstoffe, die Scharfstoffe, befinden sich direkt unter der Schale. Raffelt man sie weg, nimmt die Wirkung des

Ingwers ab. Wenn Sie Lust haben, können Sie versuchen, die Pflanze selbst zu züchten. Einfach eine Wurzel nicht zu tief in einen Topf Erde legen und regelmässig giessen. Bald spriessen die ersten Triebe und ein halbes Jahr später können Sie den Ingwer ernten.

Ob regelmässig zum Kochen verwendet, als fertige Zubereitung in Form von Kapseln oder als Teeabkochung –der Verwendung von Ingwer sind keine Grenzen gesetzt. Bei Erkältung und Husten empfehle ich jeweils das Ingwerwasser. Hierzu füllen Sie einen Liter Wasser in einen Kochtopf, geben ca. ein daumenbreites Stück Ingwer, in Scheiben geschnitten, dazu und lassen das Wasser 10 Minuten köcheln. In eine Thermosflasche füllen und in kleinen Schlucken trinken. Wer unter Appetitlosigkeit und träger Verdauung leidet, darf sich eine Scheibe Ingwer abschneiden, etwas Salz darüber streuen und als kleinen Aperitif vor der Mahlzeit kauen. Bei Übelkeit während Schwangerschaft, Reise oder Chemo knabbert man über den Tag verteilt Ingwerscheiben und als Rezept gegen Kältegefühl gibt man drei Teelöffel Ingwerpulver in einen Teebeutel, verschliesst ihn gut und gibt ihn ins einlaufende Badewasser. Für ein Fussbad reicht ein Teelöffel Pulver. Wer an hohen Blutfettwerten leidet, kocht regelmässig mit Ingwer oder trinkt täglich vor den Mahlzeiten eine Tasse Ingwerwasser. In alten Rezepten wird Ingwer auch äusserlich verwendet. Zum Beispiel ein stark aufgebrühter Ingwerteeaufguss als Kompresse bei Gelenkschmerzen und Rheuma. Oder auch verrührt mit heissem Wasser als Pastenumschlag gegen schmerzende Gelenke.

Die Liste könnte beliebig verlängert werden. Es gibt sogar Studien, die darauf hinweisen, dass Ingwer in der Krebsprävention und in der Krebstherapie als Zellschutz helfen kann. Ich kann Sie deshalb nur ermuntern: Greifen Sie täglich zu Ingwer. Er passt wunderbar zu gekochten Karotten, harmoniert mit Knoblauch, Kurkuma und Zimt, und bereichert einfach jedes Gericht, ohne dessen Eigengeschmack zu stark zu verändern. Seien Sie mutig und kreativ – beim Kochen kann man keine Fehler machen, nur Erfahrungen. •

Sabine Hurni arbeitet als Naturheilpraktikerin und Lebensberaterin in Baden, wo sie auch Ayurveda-Kochkurse, Lu Jong und Meditationskurse anbietet.

Beratung

ZÄHNEKNIRSCHEN –WAS TUN GEGEN ZU VIEL DRUCK?

Meine erwachsenen Kinder leiden an starkem Zähneknirschen nachts und tragen eine Zahnschiene. Meine Tochter liess sich Botox in den Kiefer spritzen, um die Verhärtung aufzulockern. Damit ist die Ursache aber nicht behoben. Ihr Zahnarzt empfahl Meditation. Von welchem Körperteil aus kommt das Zähneknirschen? Wo liegt die Ursache? Was empfehlen Sie?

V. S., Goldach

Zähneknirschen, auch Bruxismus genannt, ist das unbewusste Aufeinanderpressen oder Reiben der Zähne. Häufig passiert dies während des Schlafs, es kann aber auch tagsüber auftreten. Zähneknirschen ist ein Ausdruck von Stress, Angst oder Zahnfehlstellungen. Durch den grossen Druck auf die Zähne kann der Zahnschmelz beschädigt werden. Auch Kopfschmerzen können einen Zusammenhang mit Zähneknirschen haben. Die klassische Behandlung umfasst Stressmanagement und Zahnschienen.

Ehrgeiz, hohe Ansprüche und Perfektion fördern das Zähneknirschen. Meines Erachtens liegt hier das Grundproblem. Unsere Gesellschaft gibt uns hohe Massstäbe vor: Wir müssen perfekt aussehen, eine TopLeistung im Job vollbringen, die ewig lächelnde Familie darstellen und locker-flockig gesund bleiben. Und das alles gleichzeitig. Die einzige Lösung, nachhaltig Druck aus dem Alltag und dem Kiefer zu nehmen, ist die regelmässige Mediationspraxis. Täglich fünf Minuten lang gut durchatmen, abends mit Ritualen zur Ruhe kommen und sich selbst und andere in diesem Leistungsdruck

lieben, löst einen grossen Teil der Anspannung. Ob dies eine einfache Shine-Mediation ist, das heisst, die Achtsamkeit beim Atmen, oder eine tägliche Tiefenentspannung im Liegen, das muss jeder Mensch für sich selbst herausfinden. Wichtig ist nicht, WAS man macht, sondern DASS man es macht. Nicht einmal die Woche, sondern täglich eine kurze Einheit.

Ein Hinweis noch: Der Kiefer wird auch als kleines Becken bezeichnet. Um den Kiefer zu lösen, müssen wir bei der Beweglichkeit und der Öffnung der Hüfte ansetzen. Eine Übung wäre zum Beispiel, abends im Bett auf den Rücken zu liegen und die Fusssohlen aneinander zu legen, sodass die Knie nach aussen kippen. Mit jedem Ausatmen die Knie etwas schwerer werden lassen, sodass das Becken in eine entspannte Öffnung kommt. Auch im Yoga gibt es viele Übungen, um das Becken zu öffnen. Allenfalls hilft auch die professionelle Begleitung mittels Osteopathie oder CraniosacralTherapie. Auch die Massage des Gesichtes ist empfehlenswert: lächeln und dabei die Wangen massieren, sanft über die Schläfen kreisen und das Kiefergelenk von aussen leicht lockern. So löst sich nach und nach die Muskulatur. Die Schiene schützt schlussendlich nur die Zähne, ändert aber nichts an der inneren Spannung. Wichtig ist, beide Wege zu beschreiten.

Zähneknirschen löst sich nur durch innere Entspannung.

GEISTIG FIT MIT HEILPFLANZEN UND HIRNTRAINING

Stimmt es, dass Rosenwurz, Juckbohne, Rosmarin, Salbei, Majoran, Zitronenmelisse, Grüner Tee, Indischer Wassernabel, Vielblütiger Knöterich, Benediktenkraut und Igelstachelbart die geistige Leistungsfähigkeit verbessern? P. M., Magdeburg

Oh ja! Mit den richtigen Heilpflanzen können Sie sehr wohl die Konzentration fördern, Vergesslichkeit vorbeugen und für geistige Vitalität sorgen. Ich kenne nicht alle Heilpflanzen, die Sie erwähnen. Es scheint sich um eine spannende Mischung zwischen westlichen und chinesischen Pflanzen (und Pilzen) zu handeln. Es ist unbestritten, dass Heilpflanzen einen Einfluss auf die Hirndurchblutung und somit auch auf die Konzentrationsfähigkeit haben. Die diesbezüglich am besten erforschte Heilpflanze ist der Ginkgo Biloba. Aber auch die von Ihnen erwähnten Pflanzen haben zum Teil durchblutungsfördernde, zum Teil beruhigende Eigenschaften. Sie können also sehr gut zum Beispiel zur Vorbereitung auf eine Prüfung oder zur Therapie bei Vergesslichkeit eingesetzt werden.

Rosenwurz empfehle ich sehr oft als Stärkungsmittel für Frauen. Es handelt sich dabei um ein Adaptogen, also eine Heilpflanze, die dem Körper hilft, sich an herausfordernde Situationen anzupassen. Wenn Frauen am Anschlag sind, in die Wechseljahre kommen, nicht schlafen können oder emotional stark gefordert sind, bringt sie der Rosenwurz in ihre Mitte. Rosmarin und Majoran regen den Kreislauf an, Salbei enthält viele Gerbstoffe und stärkt die Nierenenergie, und die Zitronenmelisse hat eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem. Grüntee steckt voller Polyphenole, die entzündungshemmend wirken und das Benediktenkraut ist eine distelartige Pflanze, die uns wertvolle Bitterstoffe liefert. Mit den Heilpflanzen sorgen Sie dafür, dass sich die Durchblutung des Gehirns verbessert und Nährstoffe zu den Nervenzellen gelangen. Das allein reicht aber nicht für die geistige Leistungsfähigkeit! Wichtig ist auch, dass Sie gleichzeitig täglich das Gehirn trainieren, indem Sie es fordern. Lösen Sie Rätsel, lesen Sie anspruchsvolle Bücher, lernen Sie Gedichte auswendig, stehen Sie auf einem Bein und nehmen Sie jede Treppe, die Sie erwischen.

DAS VOLLE WIRKSPEKTRUM

Arzneimittel mit Wirkstoffen, Information und Lebenskraft

Ceres erforscht seit 1991 die Signatur, das Wesen und die Wirkung von Heilpflanzen sowie deren Verarbeitung zu wirksamen Arzneimitteln.

Das von Dr. Roger Kalbermatten, Schweizer Biochemiker und Arzneipflanzenforscher, entwickelte Verfahren bringt Pflanzentinkturen von einzigartiger Qualität hervor: Sie vereinen das natürliche Wirkstoffgefüge, die spezifische Information und die Lebenskraft von Heilpflanzen. Ceres Arzneimittel werden niedrig dosiert angewendet und entfalten ihre Eigenschaften auf körperlicher und seelischer Ebene. Erfahren Sie mehr über den wesensgerechten Anbau unserer Arzneipflanzen sowie deren sorgfältige Ernte und Verarbeitung unter: www.ceresheilmittel.ch

Medizintourismus –aber zu welchem Preis?

Wenn Behandlungen nicht von der Krankenkasse übernommen werden, ist die finanzielle Belastung oft gross: Zahnbehandlungen, Schönheitsoperationen oder Haartransplantationen können teuer sein. Kein Wunder also, dass sich immer mehr Menschen im Ausland behandeln lassen, wo Eingriffe meist günstiger sind als in der Schweiz.

Doch auch dann tragen Sie die Kosten selbst – und noch wichtiger: Sie tragen die gesundheitlichen Folgen. Deshalb lohnt es sich, gut zu überlegen, ob eine Operation wirklich notwendig ist, insbesondere wenn sie nur ästhetischen Zwecken dient.

Damit Sie eine gute Entscheidung treffen können, beachten Sie bitte:

• Prüfen Sie die Qualifikation: Welche Ausbildung und wie viel Erfahrung hat die Fachperson oder die Klinik? Der Titel «Schönheitschirurg», zum Beispiel, ist nicht geschützt. Ein seriöser Anbieter verfügt über eine Haftpflichtversicherung.

• Lassen Sie sich umfassend beraten: Eine verlässliche Fachperson nimmt sich Zeit, beantwortet ihre Fragen, drängt nicht und erstellt einen schriftlichen Kostenvoranschlag.

• Zweitmeinung einholen: Wenn Sie unsicher sind, holen Sie sich eine zusätzliche Einschätzung.

• Nachsorge klären: Achten Sie darauf, dass auch nach ihrer Rückkehr in die Schweiz eine gute Betreuung gewährleistet ist.

Denn egal ob im Ausland oder in der Schweiz, jeder chirurgische Eingriff ist mit Risiken verbunden. Infektionen, Komplikationen oder ein anderes Ergebnis als erhofft lassen sich nie ganz ausschliessen. Eine wohlüberlegte Entscheidung schützt ihre Gesundheit – und das ist immer wichtiger als ein günstiger Preis.

Susanne Gedamke, Geschäftsführerin SPO

Mehr zur Organisation:

Schweizerische Patientenorganisation SPO spo.ch

Die SPO bietet medizinische und zahnmedizinische Beratungen.

Kostenlose Kurzberatungen (Deutsch) buchen auf: www.spo.libracore.ch/onlinetermin

Für Beratungen auf Französisch, Italienisch oder Englisch kontaktieren Sie uns telefonisch: 044 252 54 22

FUSSPILZ MIT TEEBAUMÖL BEHANDELN

Ist Fusspilz beeinflussbar durch Zuckerkonsum beziehungsweise dessen Einschränkung?

L. B., Winterthur

Ein direkter Zusammenhang zwischen Fusspilz und Zuckerkonsum ist schulmedizinisch nicht bekannt. Doch die Naturheilkunde befasst sich bei jeder Art von Körperpilzen mit dem Darmmilieu. Ist der Darm gesund, so hat das einen Einfluss auf die Haut und Schleimhäute sowie deren Anfälligkeit gegenüber Pilzen. Wer weniger Zucker isst und trinkt, hat einen deutlich gesünderen Darm und einen ausgewogeneren Säure-BasenHaushalt. Wer viel Zucker zu sich nimmt, neigt in der Regel auch eher zu Schweissbildung an den Füssen, was wiederum die Haut zwischen den Zehen weich, porös und somit anfälliger für Pilzerkrankungen macht. Das heisst nicht, dass Sie vollkommen zuckerfrei leben müssen. Doch die Menge ist deutlich zu reduzieren.

Halten Sie also in erster Linie ihren Darm gesund, indem Sie reichlich ballaststoffreiche Nahrung wie Gemüse, Früchte und Obst zu sich nehmen. Bevorzugen Sie Vollkornprodukte gegenüber Weissmehl und trinken Sie ausschliesslich Wasser und ungesüssten Tee. Achten Sie darauf, dass ihre Füsse nicht den ganzen Tag in geschlossenen Schuhen stecken. Die Füsse sollten atmen können. Trocknen Sie den Bereich zwischen den Zehen mit einem Haarföhn und geben Sie etwas Heilerde darauf. Diese saugt die Feuchtigkeit sehr effizient auf. Bewährt haben sich auch Fussbäder mit Apfelessig und Salz sowie die Anwendung von Teebaumöl oder Neemöl.

Neemöl ist ein fettes Öl, das ziemlich streng riecht. Sie könnten es mit Teebaumöl anreichern, das zwar auch einen intensiven Geruch hat, jedoch deutlich angenehmer ist. Wechseln Sie täglich ihre Socken und schenken Sie ihren Füssen so viel Frischluft wie möglich!

Haben Sie Fragen?

Sabine Hurni, Drogistin, Naturheilpraktikerin und AyurvedaExpertin, beantwortet ihre Fragen zu Gesundheits- und Ernährungsthemen persönlich und ganzheitlich: s.hurni@weberverlag.ch

Starkes Immunsystem und gesunde Lungen

Unser Alltag fordert uns täglich heraus. Stress, Umweltbelastungen und wechselhafte Temperaturen setzen Körper und Immunsystem zu. Besonders für Menschen ab 50 ist es essenziell, Abwehrkräfte und Lungenfunktion zu unterstützen – aber auch jüngere profitieren davon, sei es im Beruf oder beim Sport.

Die Basis für ein gesundes Immunsystem ist eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und genügend Schlaf. Oft reichen diese Massnahmen allein jedoch nicht aus. Spezielle Nahrungsergänzungen können gezielt unterstützen. Vitamin C und Zink im Immun-Power tragen dazu bei, die Abwehrkräfte zu stärken und den Körper optimal auf saisonale Herausforderungen vorzubereiten. Vitalpilze, Pflanzenextrakte und Mikronärstoffe unterstützen die natürliche Schutzfunktion – einfach in den Alltag integrierbar.

Genauso wichtig ist die Gesundheit der Lungen. Gerade wer viel unterwegs ist, oder in Städten lebt, sollte die Atemwege aktiv pflegen. Lungenkraut Plus unterstützt die Lungenfunktion sanft und das darin enthaltene Vitamin A trägt zur Erhaltung normaler Schleimhäute bei.

Mit gezielter Prävention, bewusster Lebensweise und den richtigen Nahrungsergänzungen können Sie Immunsystem und Lungen langfristig stärken. Kleine

Schritte – täglicher Spaziergang, vitaminreiche Ernährung und Produkte wie Immun-Power und Lungenkraut Plus – zahlen sich aus.

Gerade in der kalten Jahreszeit lohnt es sich, auf sich zu achten. Stärken Sie ihre Abwehrkräfte, schützen Sie ihre Atemwege und geniessen Sie das Leben gesund, vital und voller Energie. www.nutrexin.ch

Hanf – eine Heilpflanze zwischen Ritual und Ekstase

Über Hanf als Heilpflanze wird viel geschrieben. Dass Cannabis aber auch ein ebenso wirksames Mittel ist, um vertiefte spirituelle Erkenntnisse zu erleben und darüber hinaus ein starkes Aphrodisiakum ist, wird dabei gerne unterschlagen. Das hat viel mit kirchlichen Machtansprüchen und Moralvorstellungen zu tun. Das ist schade, denn genau diese wunderbaren Kräfte haben Menschen schon immer genutzt.

Sobald nicht mehr nur von Hanf, sondern von einem seiner vielen Namen wie Marihuana, Shit, Weed, Hasch, Gras, Pot, Piece oder Gras die Rede ist, dann denken viele an bekiffte Jugendliche, an klebrige, stark duftende Blüten, an berauschte Abende oder an politische Debatten über die Legalisierung. Bei all dem geht vergessen, dass unsere Urgrossväter noch eine völlig andere Hanfkultur kannten. Bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts lagen in vielen Bauernstuben völlig unbeschwert die Knasterpfeifen herum. Abends wurde darin neben Tabak auch Hanf geraucht. Das Rauchen der «Sonntagspfeife», wie sie Jeremias Gotthelf in einigen seiner Geschichten nannte, diente nach der Arbeit der Belohnung, aber nicht, um die Sinne zu benebeln, sondern um Körper und Geist zu entspannen und die Gedanken in friedliche Bahnen zu lenken.

Hanf war nicht nur eine der wichtigsten Nutzpflanzen, aus der neben Heil- und Nahrungsmittel auch Fasern für die Kleiderherstellung gewonnen wurden, sondern er war immer auch ein willkommenes Entspannungsmittel und ein Liebeszauber. Über tausende von Jahren hinweg gehörte Hanf zum Alltag der Menschen, wie der Ethnobotaniker Christian Rätsch mit seinen Recherchen nachwies. Der ihm bis heute anhaftende schlechte Ruf wurde erst vor rund hundert Jahren in den USA mit einem radikalen Hanfverbot begründet. Einerseits schaltete damit die neu entstandene Nylonindustrie ihren grössten Konkurrenten aus, andererseits zielte das Verbot aus rassistischen Gründen auf die afroamerikanische Bevölkerung, die Hanf als Genussmittel ebenso gerne nutzte wie die Schweizer Bauern. Hanfgenuss mache faul und aufmüpfig, hiess es, führe zu sexueller Enthemmung, sei ein Mörder-

kraut und das Einstiegstor in härtere Drogen. Gerade letztes Vorurteil hält sich bis heute hartnäckig, auch wenn das Bundesamt für Gesundheit (BAG) dies offiziell längst widerlegt hat.

Das Hanfverbot der USA schwappte innert Kürze über die ganze westliche Welt, und so ging nicht nur ein Stück uralte Volkskultur verloren – sondern es wurde auch eine Pflanze kriminalisiert, die über Jahrtausende hinweg in spirituellen und sinnlichen Kontexten immer weit mehr war als nur eine «Droge».

Das Tor zum Göttlichen

Seit Urzeiten sucht der Mensch den Kontakt zu Geistern, höheren Mächten und zum Heiligen, und fast überall auf der Welt spielen dabei Pflanzen mit psychoaktiver Wirkung eine wichtige Rolle. Cannabis, also Hanf, gehört zu diesen in Fachkreisen entheogene Substanzen genannten Pflanzen, die dank ihrer Wirkung bei spirituellen Ritualen das Göttliche im Inneren erfahrbar machen können.

« Hanf war einst heilig und nützlich, bevor er verboten wurde.

In Indien beispielsweise, das vom Hanfverbot verschont blieb, wird Hanf seit jeher verehrt und gilt in den hinduistischen Veden als eine der fünf heiligen Pflanzen, die als «Quelle der Freude» auch von Ängsten befreit. Zum Holi-Fest, das jeweils im Frühling gefeiert wird, trinken Gläubige bis heute ein Getränk namens Bhang, das aus Milch und Hanfblättern zubereitet wird. Mit diesem Getränk ehren sie Shiva, den Gott der Transformation, und versuchen mit Hilfe der psychoaktiven Wirkung des Hanfs bewusst, einen Zustand zu erlangen, der jenseits der alltäglichen Wahrnehmung liegt.

In Tibet wird Hanf von Mönchen genutzt, um bei der Meditation länger in stiller Versenkung verweilen zu können. Und auch im frühen Judentum wurde Hanf als Bestandteil in heiligen Ölen- und Räucherwerken verwendet, wie Carl Ruck, Professor für klassische Mythologie an der Universität Bosten, im Rahmen seiner Forschungen feststellte: «Es besteht kaum ein Zweifel, dass Cannabis im Judaismus eine Rolle gespielt hat», schreibt er in seinen Arbeiten.

Neue spirituelle Erfahrungen

Warum also ist gerade die Kirche im Westen Cannabis gegenüber so skeptisch? Ein Teil der Antwort liegt in der Geschichte des Christentums selbst. Schon früh entwickelte sich hier eine Kultur der Lustfeindlichkeit, und Rausch, Ekstase und körperliche Lust galten als potenziell gefährlich für das Seelenheil. Der Ethnologe Wolf-Dieter Storl sagt es so: «Die Kirche hatte immer Angst vor allem, was den Menschen unabhängig von der kirchlichen Autorität zum Göttlichen führen könnte.» Pflanzen wie Hanf bedrohten also nicht nur die Moral – sondern vor allem die Macht. Das führte über Jahrhunderte hinweg zu einer Stigmati-

sierung pflanzlicher Rauschmittel – eine Haltung, die sich bis in unsere Zeit fortsetzt. Heute suchen aber immer mehr Menschen nach neuen Formen von Spiritualität, auch ausserhalb der Kirchen, und so erlebt Cannabis in diesem Zusammenhang eine stille Renaissance. Studien der John Hopkins Universität in Baltimore, USA zeigen, dass Cannabis in moderaten Mengen mystische Erfahrungen verstärken kann. Das bedeutet aber nicht, dass Hanf automatisch «erleuchtet», aber er kann, bewusst und massvoll genutzt, zu neuen spirituellen Erfahrungen führen. Wichtig dabei ist, wie Christian Rätsch in seinen Büchern betont, «die Absicht, mit der man einer Pflanze und deren Geist begegnet». Ohne Ritual, ohne innere Haltung, meint er, bleibe es beim Rausch. «Mit Struktur und Respekt kann Cannabis aber eine Brücke sein zur Erfahrung des Heiligen.»

Die Lust an der Lust

Ein anderer Grund, weshalb Hanf vielen Religionshütern suspekt ist, ist seine Wirkung auf die Libido. Hanf ist nachweislich ein hochwirksames Aphrodisiakum. Anders als Alkohol, der oft enthemmt, aber zugleich abstumpft, kann Hanf die körperliche und seelische Wahrnehmung verfeinern. Unter seinem Einfluss werden Berührungen intensiver, Geräusche und Gerüche sinnlicher empfunden und der eigene Körper empfänglicher. Eine vor drei Jahren im Journal of Cannabis Research veröffentlichte Studie zeigt:

Hanföl lässt sich tropfenweise gut dosieren.

Die Hanfblüten der weiblichen Cannabispflanze sind die Ausgangsstoffe für THC- und CBD-Produkte.

Mehr als zwei Drittel der Befragten, die vor einer sexuellen Begegnung Cannabis zu sich nahmen, berichten darin von erhöhter Lust, intensiveren Orgasmen und gesteigerter Nähe zum Partner. Besonders Frauen gaben an, dass Cannabis sie «mehr in den Körper» gebracht habe, weg von Leistungsdruck und Kopfkino und hin zu mehr Präsenz.

Eine Studie der Stanford University School of Medicine in Kalifornien kam zu ähnlichen Ergebnissen. Moderate Mengen Cannabis verbessern Erregung, Orgasmusfähigkeit und sexuelle Zufriedenheit. Und auch die Universität Zürich stellte bei einer Untersuchung zum Thema Paarsexualität fest, dass Substanzen, die Angst und innere Spannungen reduzieren, Frauen und Männern helfen können, leichter in ihre Lust zu finden. Das Fazit dieser Untersuchung: Cannabis kann hier, ähnlich wie Entspannungsübungen und naturheilkundliche Präparate, eine sanfte Unterstützung sein. Damit Hanf diese Wirkung heilsam entfalten kann, braucht es Klarheit zwischen den Partnern. Beide müssen der Verwendung zustimmen, und sich bewusst sein, dass dazu wenige Tropfen oder Züge von einem Joint genügen. Denn in hohen Dosen, warnen die Fachleute, schlage der Effekt ins Gegenteil um. Richtig und massvoll angewendet kann Cannabis aber zu einem Lustverstärker werden, der Körper und Seele verbindet – nicht als Ersatz, sondern als Verstärker für wohltuende und erfüllte Nähe.

Die Poesie des Lebens

Am Ende dieses Artikels steht eine häufig gestellte Frage: Braucht es überhaupt Substanzen wie Hanf, um spirituelle und sexuelle Erlebnisse zu haben, geht es nicht auch ohne? Die Antwort ist einfach: Nein, es braucht keine Substanzen, das alles geht auch ohne, jeder Mensch kann das selbst entscheiden. Wer aber Hanf bewusst und nicht einzig für ein Rauscherlebnis nutzt, kann ihn als Pflanzenfreund entdecken, der ihn dabei unterstützt, den Blick auf sich und die Welt weicher zu machen, das Herz zu öffnen und seinen Körper feiner zu spüren. In Ritualen kann er zudem helfen, Bewusstseinsschwellen zu überschreiten, falsche Scham loszulassen und im Alltag innezuhalten – so wie das früher die Bauern mit ihrer Sonntagspfeife taten.

Selbstverständlich sind auch die Risiken des Hanfgebrauchs real und dürfen nicht ignoriert werden. Wie schon Paracelsus sagte: «Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.» Wie jede Droge kann auch Cannabis missbraucht werden. Ebenso wahr ist aber auch, dass diese Pflanze richtig angewendet eine grosse Kraft hat, uns daran zu erinnern, dass das Leben mehr ist, als nur zu funktionieren und «seine Pflicht» zu erfüllen. Bewusst eingesetzt und genossen wie ein gutes Glas Wein, kann sie ein Tor zur Poesie des Lebens sein.

CBD versus THC – wo liegt der Unterschied?

In der Hanfpflanze finden sich viele Wirkstoffe, die wichtigsten zwei sind das Cannabidiol (CBD) und das Tetrahydrocannabinol (THC). Es gibt Hanfpflanzen mit einem hohen CBD- und solche mit einem hohen THC-Anteil. Beide Stoffe haben unterschiedliche Wirkungen.

CBD ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid. Es wirkt nachweislich entspannend, entzündungshemmend, schmerzlindernd und angstlösend. Heilkundliche Produkte und auch Nahrungsmittel aus Hanf, die ausschliesslich CBD enthalten, sind deshalb nicht nur in der Schweiz, sondern auch in vielen anderen Ländern mittlerweile erlaubt.

THC ist das psychoaktive Cannabinoid. Es wirkt in kleinen Dosen bewusstseinserweiternd, indem es die Sinneswahrnehmung verändert, und in hohen Dosen stark berauschend. In der Medizin kann es zur Schmerzlinderung, zur Appetitanregung und zur Reduktion von Übelkeit angewendet werden. Aufgrund seiner psychoaktiven Wirkung ist Hanf mit einem hohen THC-Anteil in vielen Ländern verboten oder unter strengen Auflagen nur für den medizinischen Gebrauch erlaubt.

Buchtipps

Michael Carus, Franjo Grotenhermen: «101 Gründe, Cannabis zu lieben – Wirkung, Kultur und Geschichte von Cannabis», Nachtschattenverlag, 2025

Markus Berger: «Hanf – Cannabis als Heilmittel, Nutzpflanze, Genusskraut», AT Verlag, 2020

Auch wenn Sie glauben, alles über Cannabis zu wissen: Hier steht noch mehr drin!

In diesem Buch erfahren Sie, was Menschen am Cannabisrausch attraktiv finden: 101 Gründe, Cannabis zu lieben, vielfältige Aspekte der Wirkung, Kultur und Geschichte von Cannabis sowie Einblicke in die Biografien prominenter Cannabisliebhaber.

Michael Carus und Dr. med. Franjo Grotenhermen 101 Gründe, Cannabis zu lieben

2 40 Seiten, 13 × 20,3 cm

Softcover, reich und durchgehend vierfarbig illustriert

ISBN 978-3-03788-697-7

DAS Buch zur aktuellen LegalisierungsDiskussion!

Spätherbst

Die gelben Blätter fallen, Der Wind geht kühl und sacht, Und über leere Hallen Zieht leis die lange Nacht.

Ein Schimmer liegt auf Wegen, Die einst von Blumen blühn; Nun hörst du nur den Regen

Durch welke Felder ziehn.

Im Tal, da ruht der Garten, So still, als schlief er ein, Als wollt’ er still erwarten Des Frühlings Sonnenschein.

Und wie der Garten trauert, So wird mir selbst so bang, Als ob das Herz erschauert Vor Winters Nachtgesang.

Doch weiß ich tief im Innern, Es kommt ein neuer Tag, Dann wird der Frost zerrinnen, Und was noch schläft, erwach’.

Ricarda Huch (1864 – 1947)

Warum Hanf ?

Warum jetzt?

Genau das ist der Knackpunkt – wenn wir ehrlich hinschauen, ist es oft nicht die Natur, die versagt, sondern der Zeitpunkt, an dem sie überhaupt ins Spiel kommt. Wer erst im Endstadium zu alternativen Methoden greift, kämpft gegen eine Lawine, die längst im Tal angekommen ist. Denn Prävention ist der Schlüssel – und eine Pflanze, die das wie kaum eine andere verkörpert, ist der Hanf.

Hanf ist keine Modeerscheinung. Seit Jahrtausenden begleitet er den Menschen: als Na hrung, Kleidung, Baustoff und Heilmittel. In Asien wurde er in alten Heilbüchern beschrieben, in Europa war Hanföl im Mittelalter ein alltäglicher Bestandteil der Küche. Erst in der Neuzeit, mit dem industriellen Aufstieg von Baumwolle und Erdöl, wurde Hanf systematisch verdrängt – nicht, weil er schlecht war, sondern weil er zu vielseitig war.

In den letzten Jahren erleben wir ein leises, aber kraftvolles Comeback. Ernährungswissenschaftler*innen und Ärzt*innen erkennen zunehmend: Hanfsamen sind ein nahezu perfektes Lebensmittel. In nur zwei Esslöffeln geschälter Hanfsamen steckt eine Kombination, die in der Natur selten ist: pflanzliches Eiweiss mit allen essenziellen Aminosäuren, wertvolle Omega-3und Omega-6-Fettsäuren im idealen Verhältnis, Magnesium, Zink, Eisen, B-Vitamine, Vitamin E und viele weitere Vitalstoffe – alles hoch bioverfügbar.

Das Schöne daran: Sie müssen nichts Kompliziertes tun. Keine Pillen, keine Pulver mit schwer verständlichen Zusätzen einnehmen. Einfach morgens ins Müesli, mittags über den Salat oder abends in die Suppe streuen – fertig.

Ab der nächsten Ausgabe starten wir eine Serie, die Ihnen zeigt, wie vielseitig Hanf wirklich ist: vom Frühstücksrezept bis zur Hautpflege, von Sporternährung bis zur Seniorenversorgung. Doch wir bleiben nicht bei den geschälten Samen stehen. Denn Hanf ist weit mehr als nur ein Lebensmittel:

• In der Technologie liefert er nachhaltige Biokunststoffe, die Erdöl ersetzen können.

• In der Textilindustrie bringt er robuste, atmungsaktive Stoffe zurück, die langlebiger sind als Baumwolle.

• Im Bauwesen ermöglicht Hanfbeton klimafreundliche Häuser, die CO2 speichern statt produzieren.

• In der Autoindustrie ersetzt die Hanffaser längst schon Kunststoffteile – leicht, stabil und recyclebar.

Kurz gesagt: Hanf ist eine Pflanze für Kopf, Körper und Klima. Prävention beginnt nicht morgen, sondern heute. Zwei Esslöffel Hanfsamen sind ein leichter Start.

«
Hanf ist eine Pflanze für Kopf, Körper und Klima. »

Cannabis in der Medizin

Die Cannabispflanze ist eine der ältesten Heilpflanzen der Welt. In China wurde sie bereits 5000 Jahre v. Chr. medizinisch dokumentiert, in Indien galt sie als heiliges Kraut, und auch in europäischen Apotheken war Cannabisextrakt bis ins 20. Jahrhundert normal. Über 50 % aller Schmerzmedikamente waren damals auf der Basis von Cannabis. Dann verschwand es – nicht, weil es plötzlich unwirksam gewesen wäre, sondern durch politische und wirtschaftliche Interessen und Entscheidungen.

Heute, im 21. Jahrhundert, kehrt Cannabis zurück in die Gesellschaft und in die Medizin – moderner und präziser als je zuvor. Wir sprechen nicht von rauchigen Klischees, sondern von standardisierten Blüten, reinen Extrakten und exakt dosierbaren Tropfen. Je nach Wirkstoffprofil können diese Schmerzen lindern, Appetit fördern, Entzündungen hemmen, Krämpfe lösen, und sogar bei Krebs wird Cannabis eingesetzt. Besonders bei chronischen Erkrankungen – von Multipler Sklerose über Parkinson bis hin zu therapieresistenten Schmerzen – berichten Betroffene von spürbarer Lebensqualitätssteigerung.

In der Forschung entdecken Wissenschaftler*innen immer mehr über das Endocannabinoid-System – ein körpereigenes Netzwerk, das Einfluss auf Schmerzempfinden, Schlaf, Immunsystem und Stimmung hat. Cannabis kann hier wie ein Schlüssel wirken, der blockierte Türen öffnet.

«Medical Cannabis», die neue Serie, die Ihnen Ausgabe für Ausgabe Orientierung gibt: Wissen aus Studien und Forschung, Berichte aus Arztpraxen, Erfahrungen von Patient*innen.

Unser Ziel: Mythen entkräften, Chancen aufzeigen, Sicherheit vermitteln. Denn wer versteht, wie Cannabis im Körper wirkt, kann gemeinsam mit seiner ärztlichen Fachperson fundierte Entscheidungen treffen – und damit die eigene Gesundheit aktiv mitgestalten.

Hanf – drei verschiedene Nutzungen –Mini-Lexikon

• Lebensmittelhanf: Enthält praktisch kein THC, reich an Eiweiss, Omega-Fettsäuren und Mineralstoffen. Grundlage für Samen, Öl und pflanzliche Proteine.

• Medizinisches Cannabis: Spezielle Sorten mit höheren Gehalten an THC (psychoaktiv) oder CBD (nicht berauschend, therapeutisch wirksam).

• Industriehanf: Liefert Fasern und Holz für über 1000 Anwendungen – von Textilien und Baustoffen bis zu Papier und Bioplastik.

Roger Urs Bottlang beschäftigt sich seit 30 Jahren mit Hanf – von medizinischer Anwendung bis zu Ernährung, Fasern und Innovationen. Ab dieser Ausgabe wird er in seiner Kolumne Einblick in die reiche Geschichte der Heilpflanze bieten ebenso wie in ihre Nutzungsmöglichkeiten.

Harmonius GmbH – natuerlich.hanf@gmail.com

Pflanzlich Wild –der Geschmack des Herbstes

Die vegetarische Küche ist kein Trend mehr, sondern fest in den Kochbüchern und Köpfen angekommen. Auch in der Wildsaison gibt es gute vegetarische Alternativen, um den Schweizer Herbst mit all seinen Farben und Aromen in die Küche zu bringen.

Sophie Souvignier

Im Jahr 2024 lebten über 5 % der Schweizer Bevölkerung vegetarisch und fast 1 % vegan, wobei die Zahlen seit Jahren kontinuierlich ansteigen. Ausserdem gibt mittlerweile etwa ein Fünftel der Schweizerinnen und Schweizer an, dass sie als Flexitarier*innen bewusst weniger Fleisch konsumieren.

Gründe für eine fleischlose Ernährung

Die Argumente für eine Anpassung der Ernährung sind vielfältig. Die drei Hauptgründe, die von Vegetarier*innen genannt werden, sind ethische Bedenken wegen des Tierwohls und der Tötung von Lebewesen, ein gewachsenes Gesundheitsbewusstsein beim Thema Ernährung und Bedenken wegen der negativen Einflüsse der Fleischproduktion auf die Umwelt. Laut der Welternährungsorganisation liegen die durch Tierhaltung erzeugten Treibhausgasemissionen bei etwa einem Sechstel der insgesamt vom Menschen verursachten Menge.

Ebenfalls für eine fleischlose Ernährung sprechen die gesundheitlichen Vorteile, die bereits in verschiedenen epidemiologischen Studien nachgewiesen wurden. Diese sind beispielsweise ein längeres Leben, bessere Blutdruck- und Blutfettwerte, ein geringeres Risiko für HerzKreislauf-Krankheiten und Adipositas sowie deren Folgeerkrankungen und ein geringeres Krebstodrisiko, da Vegetarier*innen sich statistisch ausgewogener, gesünder und regionaler ernähren. Mit einer ovo-lacto-vegetarischen Ernährung können gut die Nährstoffe, die bei einer omnivoren Person durch den Fleischkonsum aufgenommen werden, ausgeglichen werden, beispielsweise durch eiweissreiche und eisenhaltige Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Nüsse und Vollkorngetreideprodukte. Trotz der vielen Gründe für eine fleischlose beziehungsweise -arme Ernährung achtet nur ein Viertel der Schweizer Bevölkerung auf ihren Fleischkonsum. Viele geben, neben geschmacklichen Gründen, an, dass sie es einfach aus Gewohnheit tun. Dass diese jedoch leicht veränderbar ist, und welche leckeren Alternativen der Herbst mit sich bringt, erfahren Sie im Folgenden.

Das Tierwohl ermuntert, auch mal zur vegetarischen Wild-Alternative zu greifen.

Der Herbst in der Kulinarik

Der Herbst ist eine kulinarische Saison, die in der Schweiz sehr viel Variation und besondere Geschmäcker in die Küche bringt. Eine saisonale Spezialität ist Wild, das als Oberbegriff für alle Säugetiere und Vögel steht, die nach Jagdgesetz für den Verzehr in der Hauptsaison, die je nach Region meistens von Ende August bis Mitte November andauert, gejagt und erlegt werden dürfen. Hierunter fallen beispielsweise Hirsche, Rehe, Wildschweine sowie Wildtauben oder Fasane. Diese werden zwar zu einem guten Teil zur Populationskontrolle gejagt, was das Wildbret zu einem nachhaltigeren Fleisch macht. Doch mittlerweile finden Zucht und Jagd überwiegend ebenso für den Fleischkonsum statt, was zu einer steigenden Nachfrage nach vegetarischen und veganen Alternativen, auch in der Gastronomie, führt. Der Herbst ist aber zugleich die Zeit der Pilze, verschiedener Gemüse- und Obstsorten und natürlich der Nüsse und Marroni, und bietet dadurch viele Möglichkeiten für Herbstgerichte, ganz ohne Fleisch.

Vegetarischer Herbstgenuss

Die Herbstküche ist in der Schweiz eine sehr vielfältige und dank der Saisonalität auch nachhaltige Küche. Es macht daher Sinn, die treuen Begleiter von Wildgerichten in den Fokus zu nehmen und so deren Geschmack und Farben wieder auf den Teller zu zaubern. Egal ob Pilze, Marroni oder herbstliche Aromen aus Kräutern und Rotwein, sie alle bekommen ihren Platz zum Leuchten. Hierbei ist ein Schwerpunkt auf saisonale Gemüse besonders lohnend, da sie den Geschmack des Herbstes direkt auf den Teller zaubern. Hilfreich sind hier Saisonkalender wie der von Bio Suisse oder dem WWF, die anzeigen, wann welche Gemüse Saison haben. In den Herbstmonaten sind dies beispielsweise Feder-, Rosen- und Rotkohl, Süsskartoffel, Kürbis, Schwarzwurzel und natürlich Obstsorten wie Äpfel, Birnen und Trauben sowie Marroni und andere Nüsse.

Aus diesen Zutaten lassen sich bereits leckere Gerichte zaubern, im herbstlichen Wald lässt sich jedoch noch eine weitere kulinarische Besonderheit finden: Pilze. Diese sind eine sehr gute Alternative zum Wildfleisch, da sie sehr ähnlich in Gerichten verwendet werden können und auch geschmacklich punkten. Zu den heimischen Pilzsorten des Herbstes gehören in der Schweiz Eierschwämme, Steinpilze, Herbsttrompeten und Austernseitlinge. Diese Pilze können, vor allem wenn sie mit herbstlichen Aromen wie Rotwein, Zimt, Kardamom oder Nelken kombiniert werden, einen fantastischen Ersatz für Wild in Gerichten bieten. Eine weitere Möglichkeit ist der Ersatz von Wildbret durch Fleischalternativen wie Tofu, Quorn, Seitan, Sojahack, Lupino, Tempeh, oder die aus Erbsenprotein bestehenden Alternativprodukte der Schweizer Firma «planted». Diese erlangen, ebenfalls wie die Pilze, durch eine saisonale Würzung eine geschmackliche Ähnlichkeit zu den Wildgerichten.

Viele Herbstgerichte kommen bereits von Natur aus ganz ohne Fleisch aus. Dazu gehören zum Beispiel Kürbis- oder Steinpilzrisotto, ein Wildgemüseteller mit Spätzli, Waldpilzragout, das den Hirsch im beliebten Ragout einfach durch verschiedene saisonale Pilze ersetzt. Weiter können auch herbstliche Beilagen wie die vielseitige Süsskartoffel, Marronipüree (auch mit

Schwarzwurzel sehr gut kombinierbar) oder klassischer Rotkohl mit Apfel und Preiselbeeren zu schmackhaften Protagonisten des Tellers werden. Die Saisonalität der Zutaten macht diese Herbstküche damit gleich doppelt umweltbewusst und schmeckt auch noch – eine wahre Wohlfühlküche. •

HILTL. VEGETARISCH NACH LUST UND LAUNE

Autorin: Anna Husar

192 Seiten, 215 mm x 255 mm

Mit 170 Abbildungen

ISBN 978-3-03922-141-7

CHF 59.– | EUR 59.–

Pilzragout an Marsalasauce –währschaftes Herbstgericht

Einfach mal was Neues probieren. Anstelle des weitbekannten Hirschragouts stellen wir heute eine Alternative mit Pilzen vor, die, genau wie das Wild, auch im Herbst Saison haben. Damit bringen Sie den Herbstgeschmack nicht nur in die Küche, sondern auch auf den Teller.

Zutaten

200 g gemischte Waldpilze, z. B. Semmelstoppel, Röhrlinge, Steinpilze und Eierschwämme, frisch vom Markt oder selbst gesucht (bei einer Pilzkontrollstelle in ihrer Nähe abgeklärt)

100 g Austernpilze

100 g braune Champignons

2 EL Olivenöl

1 Zwiebel, fein gehackt

1 Knoblauchzehe, durchgepresst

1 TL Tomatenpüree

1-2 TL Mehl

1 dl Rotwein

1 dl Marsala

2 dl Gemüsebouillon

Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung

1. Die Pilze mit einem Pinsel oder einem feuchten Tuch säubern. Faule oder angefressene Stellen wegschneiden. Grössere Pilze halbieren oder vierteln, kleinere ganz lassen.

2. Das Öl erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch darin glasig dünsten. Das Tomatenpüree dazugeben und mitdünsten. Die Hitze erhöhen und nach und nach alle Pilze sowie das Mehl beifügen. Gut umrühren, damit nichts anbrennt; das Ganze soll aber trotzdem eine schöne braune Farbe bekommen.

3. Mit Rotwein und Marsala ablöschen, kurz einreduzieren und mit Bouillon auffüllen. Ca. 10 Minuten leicht kochen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Falls die Sauce zu dick ist, mit etwas Bouillon verdünnen.

TIPP Sehr fein zu Spätzli, (Gorgonzola-) Polenta oder (Gersten-) Risotto oder mit einer klassischen Rösti.

«Grosspapi, wer passt eigentlich auf die Berge auf?»

Damit wir für unsere Kinder eine Antwort haben, setzen wir uns für den Schutz der Schweizer Berggebiete ein.

Taten statt Worte Nr. 234: Mit Pro Montagna unterstützen wir die Schweizer Berggebiete.

Wildlachs mit gutem Gewissen geniessen

Lachs ist eine Delikatesse – erst recht, wenn er verantwortungsvoll gefangen wird. Die Alaska à la Carte AG importiert seit über 30 Jahren Wildlachs aus Alaska, wo es dank strenger Regulierung kein Risiko für eine Überfischung gibt.

Dass Wild- mit Zuchtlachs nicht zu vergleichen ist, liegt auf der Hand. Es beginnt schon bei der Farbe, die der Wildlachs bekommt, weil er sich in den Tiefen des Nordpazifiks von Schalentieren ernährt, während dem Zuchtlachs unter anderem rote Farbpigmente in die Nahrung beigemischt werden müssen, um die rote Farbe zu bekommen. Zudem legt der wilde Lachs eine lange Reise bis zu seiner Reife zurück, was den niedrigen Fettgehalt in seinem Fleisch erklärt, im Gegensatz zu dem hohen der Zuchtlachse.

Er schlüpft als Lachs-Larve im Süsswasser und wächst, nachdem er sich mit dem Schmelzwasser im Frühling ins Meer treiben lässt, in 2 bis 4 Jahren zu einem ausgewachsenen Wildlachs heran. Für die Paarung begibt er sich fast exakt an seinen Geburtsort zurück, stirbt und wird für die geschlüpften Junglachse deren erste Nahrung sein. Ein erstaunlicher Fisch also, der sowohl im Süss- als auch im Salzwasser leben kann. In Alaska wird die Anzahl der Fische mit staatlichen Zählsystemen an Flussmündungen streng kontrolliert, und die Fangzahlen sind limitiert, damit die Wildlachspopulation langfristig gesichert ist.

Von Alaska nach Thun

Vor über 30 Jahren importierte Samy Gugger zum ersten Mal 300 kg Wildlachs von der Schweizer Räucherei Trappers Creek Smoking Co. Diesen wurde er rasch am Marktstand in Thun und unter Freunden los. Er realisierte, dass der edle Fisch Anklang fand. Er entschloss sich, die Delikatesse weiterer Kundschaft zugänglich zu machen und gründete das Unternehmen Alaska à la Carte AG. Mittlerweile werden Privatkund:innen sowie Wiederverkaufsstellen und Gastronomiebetriebe in der ganzen Schweiz damit beliefert. Vor acht Jahren übernahm seine Tochter Ania Wandfluh-Plüss, die schon als Schulkind Wildlachse aus dem Wasser zog, das Geschäft. Sie bezeichnet Alaska als eine zweite Heimat und legte in der Räucherei in Anchorage schon selbst Hand an. Den Wildlachs isst sie am liebsten aus dem Ofen mit hausgemachter Teriyaki-Sauce oder als Wildlachsbrötli.

Wildlachs online bestellen

Die Produkte der Alaska à la Carte AG sind schweizweit an verschiedenen Verkaufsstellen verfügbar ebenso wie im Onlineshop. Der Wildlachs ist in roher oder geräucherter Form erhältlich, dazu kommen Produkte wie Lachs-Ravioli, -Pasteten, -Gipfeli und -Mousse.

Wo Kraftbolzen sich kugeln

Hülsenfrüchte werden von vielen als Fleischersatz wiederentdeckt. Auch für ihre geschmackliche Vielfalt sind sie geschätzt. Und ihre Verwendungsmöglichkeiten machen kreativ. In diesen Bällchen stecken Auskernbohnen: weisse und rote. Ein patriotischer Zufall? Wer weiss. Doch sie gedeihen prächtig in der Schweiz.

Zubereitung

Bohnenbällchen

1. Die Bohnen in eine grosse Schüssel geben und mit einer Gabel oder einem Kartoffelstampfer grob zerdrücken.

2. Das Rüebli raffeln und mit den Haferflocken zu den Bohnen geben. Gut vermischen.

3. Senf, Tomatenpüree, Currypulver und Sojasauce zur Masse geben. Alles gründlich vermengen, bis eine kompakte, gut formbare Masse entsteht. Wenn die Masse zu feucht ist, etwas mehr Haferflocken hinzufügen.

4. Mit den Händen kleine Kugeln formen. Die Masse sollte gut zusammenhalten.

5. Das Rapsöl in einer Bratpfanne erhitzen. Die Bällchen darin bei mittlerer Hitze rundherum goldbraun anbraten. Gelegentlich wenden, damit sie gleichmässig bräunen.

Zutaten

250 g Biofarm Bohnen weiss, gekocht

250 g Biofarm Bohnen rot, gekocht

1 Rüebli

120 g Biofarm Haferflöckli, fein

3 EL Biofarm Senf fein

3 EL Tomatenpüree

1 TL Currypulver

10 EL Sojasauce nach Belieben Salz und Pfeffer

3–4 EL Biofarm Raps-Bratöl

Tipp

Die Bällchen zusammen mit knusprigen Ofenkartoffeln und einem frischen Kräuterdip servieren.

Die bittere Medizin

Wermut ist eine Heilpflanze der Superlative! So stark wie ihr bitterer Geschmack ist auch ihre vielseitige Heilwirkung. Bei der Dosierung ist Vorsicht geboten.

Yves Scherer

In unserem Garten wachsen neben Obst und Gemüse viele verschiedene Heilpflanzen. Das Kraut, von dem ich am liebsten und häufigsten koste, ist der stark bittere Wermut (Artemisia absinthium). Die matt-grüne bis silbergrau gefärbte Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) gehört zur Gattung der Artemisiagewächse. Sie ist verwandt mit dem Gewöhnlichen Beifuss (Artemisia vulgaris), der Eberraute (Artemisia abrotanum), dem Einjährigen Beifuss (Artemisia annua) und etwa 500 weiteren Arten, die fast ausschliesslich die nördliche Hemisphäre besiedeln.

Viele Menschen empfinden den bitteren Geschmack als unangenehm – vermutlich, weil wir nicht mehr daran gewöhnt sind. Die meisten Salat- und Gemüsesorten haben nach Hunderten von Generationen in Kultur ihren einst herb-bitteren Geschmack und viele Mikronährstoffe verloren. Diesen Verlust bezahlen wir mit einem hohen Preis: Unsere Nahrung verliert an Kraft und Heilwirkung, was zur Folge hat, dass chronisch-degenerative Erkrankungen, Allergien und Autoimmunerkrankungen weiter zunehmen.

Die heilende Wirkung der Bitterstoffdrogen (Amara) Verglichen mit der Anzahl anderer Geschmacksrezeptoren kommen Bitterrezeptoren im menschlichen Körper überproportional häufig vor. Sie finden sich in beinahe allen Geweben und Organen. Allein dieser Umstand zeigt, dass Bitterstoffe für unsere Gesundheit essenziell sind. Sie sind das «sanfte Gift», das die Verdauung anregt und die Abwehrkräfte trainiert. Bitterstoffreiche Pflanzen aktivieren die Speicheldrüsen, die Bauchspeicheldrüse und das Gallesystem und sorgen so für eine Verbesserung der Verdauung und des Stoffwechsels. Wenn Nährstoffe effektiver resorbiert werden können, kräftigt das den gesamten Organismus. Der Körper spart Energie und toxische Stoffwechselendprodukte können besser

ausgeschieden werden. Im übertragenen Sinn eignen sich Bitterstoffdrogen auch zur Ausleitung aggressiver Emotionen wie Ärger, Reizbarkeit und Wut. Bittermittel sind Tonika, das heisst, sie wirken anregend und stärkend. Römische Soldaten machten sich die tonisierende Wirkung der Bitterstoffe zunutze, indem sie auf ihren langen Märschen Beifusskraut auf der Haut zerrieben. Ausserdem wirken Bittermittel leicht fiebersenkend und reduzieren den Appetit auf Süsses.

Die Heilwirkung des Wermuts

Das blühende Wermutkraut enthält neben Bitterstoffen ein kräftiges ätherisches Öl (Chamazulen, Thujon), Flavonoide (Quercetin, Kämpferol), Kaffeesäure, Phenolcarbonsäuren, Cumarine, Lignane, Ascorbinsäure und Gerbstoffe. Innerliche Wermut-Anwendungen wirken

Bitteres Wermutkraut.

appetitanregend, gallenflussfördernd, blähungswidrig, bakteriostatisch, entzündungshemmend, krampflösend, menstruationsfördernd, wehenfördernd und antidepressiv. Deshalb bewährt sich Wermut zur Behandlung eines breiten Spektrums von akuten und chronischen Verdauungsstörungen. Bei Verstopfung, krampfartigen Beschwerden oder entzündlichen Prozessen im Darmbereich hilft sehr oft die mehrwöchige Einnahme von Bittertees oder Wermutpulver. Wenn Parasiten wie Maden- oder Spulwürmer und Darmpilze den geschädigten Darm besiedeln, kann Wermut als Begleittherapie eingesetzt werden. In einer aktuellen Studie mit Morbus-Crohn- und Colitis-ulcerosa-Patient*innen wurde durch die Gabe von Wermutpulver während sechs Wochen bei 80 % der Patient*innen eine deutliche Absenkung der Konzentration des entzündungsfördernden Zytokins TNF alpha erreicht. Dank seiner entzündungshemmenden Wirkung eignet sich Wermut zur Behandlung von chronischen Darmentzündungen und Reizdarm.

Und: Bitterstoffe machen gute Laune! In der oben genannten Studie reduzierte der Wermut nebenbei die Neigung zu endogener (stoffwechselbedingter) Depression – ein häufig auftretendes Symptom bei Patient*innen mit funktionellen und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.

Wermut stärkt den Magen, die Gallenblase und das HerzKreislauf-System. Er unterstützt die Fettverdauung, erleichtert die Resorption von Eisen und wirkt allgemein anregend, kräftigend und resistenzsteigernd. Als wirkungsvolles Cholagogum fördert Wermut die Sekretion von Gallensaft. Er wird deswegen bevorzugt bei Leberund Gallenerkrankungen eingesetzt, die auf einer gestörten Gallenproduktion in der Leber oder einer gestörten Gallenausscheidung aus der Gallenblase basieren. Ein Bittertee mit Wermut nach dem Essen fördert die Verdauung von fettreichen Speisen, lindert das Völlegefühl und Blähungen. Auch zur Nachbehandlung von Gallenkoliken, bei verminderter Magensaftsekretion und zur Regeneration nach Schwächezuständen ist Wermutkraut das Mittel der Wahl. Die Heilpraktikerin Margret Madejsky wies darauf hin, dass an Brustkrebs erkrankte Frauen meist schon Jahre vor Ausbruch des Leidens einen gestörten Gallenfluss hatten. Daraus lässt sich ableiten, dass sich der cholagogwirksame Wermut vermutlich auch zur Vorbeugung von anderen Krebserkrankungen eignet.

Wenn ich mit einer Gruppe auf Wildkräuterexkursion bin oder in unserem Medizingarten ein Seminar halte, sage ich den Teilnehmenden oft: «Wenn ihr nur eine Sache, die ihr heute gehört habt, in Erinnerung behaltet, dann bitte diese: Esst bittere Pflanzen, denn sie sind für unsere Gesundheit absolut unverzichtbar!»

Die gelben Körbchenblüten des Wermuts sind klein und unscheinbar.

Wermuttinktur.

Bittertee zur Unterstützung der Verdauung

Wermuttee ist bittere Medizin! Man trinkt ihn nicht tassenweise, sondern nimmt über den Tag verteilt mehrmals 1–2 Esslöffel davon ein. Bittertees sollten nicht gesüsst werden, denn es ist der bittere Geschmack, der die medizinische Wirkung auslöst.

Teezubereitung (Grundrezept): 1/2 – 1 TL klein geschnittenes, frisches oder getrocknetes Wermutkraut mit heissem Wasser überbrühen und 3 Minuten zugedeckt ziehen lassen.

Teemischungen mit weiteren Bitterstoffdrogen erweitern die verdauungsfördernde Wirkung des Tees (siehe S. 68). Wer den bitteren Geschmack des Wermuttees reduzieren möchte, kann zum Grundrezept folgende Zusätze ausprobieren:

• 2–3 TL Minze (blähungswidrig, galletreibend, krampflösend)

• 2 TL Fenchelsamen (blähungswidrig, krampflösend)

• 1–2 TL Johanniskraut (stimmungsaufhellend) und 1/2 TL Alantwurzel (wärmend, stärkend, krampflösend)

• 1–2 TL Schafgarbe (verdauungsfördernd) und 1–2 TL (Lack-)Zistrosenkraut (entzündungshemmend, antimikrobiell)

• 2 TL Lavendelblüten (beruhigend)

• 1 TL Zitronenzeste (erfrischend, antioxidativ)

Granatapfel – Rubinrote

Kraft aus der Natur

Der Granatapfel ist mehr als ein Trend. Er verbindet alte Heilkunst mit kreativer Küche und überrascht mit Geschmack und Wirkung.

Seit Urzeiten geschätzt, fand der Granatapfel erst spät Eingang in die westliche Naturheilkunde. Seine Inhaltsstoffe gelten als antiviral und wärmend, sollen bei Durchfall helfen und Darmparasiten bekämpfen. Erste Studien zur Wirkung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind vielversprechend, stehen aber noch am Anfang.

Kulinarisch zeigt der Granatapfel seine ganze Vielfalt: Die frischen Früchte bereichern Frucht- und Blattsalate sowie Desserts. Der Saft wird zu Gelees, Sirupen und sogar Wein verarbeitet. In der orientalischen Küche verfeinert das entkernte und gepresste Fruchtmark Saucen, Pasten oder Geflügelgerichte. Auch in Europa hält er immer mehr Einzug in die kreative Kochkunst. Ein besonderes Highlight im Herbst ist unser frischer Granatapfelsalat mit Rotkabis und Baumnüssen.

Rezept: Rohkostsalat mit Granatapfel

Rezept für 4 Personen

· 2 Granatäpfel

· 2 Orangen

· 100 g Rotkabis

1 Rüebli

20 g Federkohl

· 50 g Baumnüsse grob gehackt

Hier geht es zur Zubereitung inkl. Rezept-Video: egk.ch/granatapfel#rezept

Aus frischem Wermutkraut gebrauter Wermutwein.

Wermutwein zur Anregung des Appetits

Zutaten: 3–4 EL klein geschnittenes Wermutkraut (frisch oder getrocknet), 1 Liter Wein (weiss oder rot), 150 Gramm Honig

Zubereitung: Den Wein auf 70–80 °C erhitzen und vom Feuer nehmen, das Wermutkraut hinzufügen und den Wein auf ca. 40 °C abkühlen lassen. Wermutkraut absieben, den Honig im warmen Wein auflösen und diesen in die Weinflasche abfüllen, anschreiben. Gekühlt ist der Wermutwein mehrere Monate haltbar.

Anwendung: Zur Anregung des Appetits vor dem Essen, zur Förderung der Verdauung und als Cholagogum nach dem Essen ein Schnapsgläschen davon trinken.

Wichtiger Hinweis

Wermut kann abortiv wirken! Er sollte in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Magen-Darm-Geschwüren gemieden werden. Alkoholische Wermut-Zubereitungen und insbesondere die Tinktur sollten aufgrund des Thujongehalts nicht länger als 6 Wochen eingenommen werden. Alle Wermut-Zubereitungen müssen mit Bedacht dosiert werden.

Weitere Bitterstoffdrogen für

Teemischungen

Stark bitter

Echtes Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea)

Gewöhnlicher Andorn (Marrubium vulgare) Artischockenblätter (Cynara cardunculus)

Mild bitter

Schafgarbe (Achillea millefolium) Benediktenkraut (Centaurea benedicta)

Schwach bitter

Löwenzahnwurzel (Taraxacum officinale)

Gewöhnliche Wegwarte, Wurzel (Cichorium intybus)

Salbei (Salvia officinalis) Ingwer (Zingiber officinale)

Yves Scherer ist Herbalist, diplomierter Naturheilpraktiker und visueller Gestalter. Er unterrichtet Phytotherapie an verschiedenen Fachschulen und bietet eine eigene Ausbildung in Pflanzenheilkunde und Kräuterwanderungen an: www.medizingarten.ch www.medizinwald.ch

«La vie en Rosé en Bio»

Domaines Ott* steht seit über 100 Jahren für kompromisslose Qualität, Prestige und Handwerkskunst. Die Roséweine von Domaines Ott* sind nicht nur Ikonen ihres Stils, sondern auch ein Massstab für exzellenten Genuss mit aussergewöhnlichem Alterungspotenzial.

Es gibt Weine, die schmecken nach Sonne, Meer, Provence und einem Hauch Unendlichkeit. Die Rosés von Domaines Ott* gehören zweifellos dazu. Ihre Geschichte beginnt 1896 mit Marcel Ott, einem visionären Winzer, der die Provence zu seiner Heimat machte und die Kunst des Rosés neu definierte.

Heute, 126 Jahre später, führen drei aussergewöhnlichen Weingüter dieses Erbe fort: Château de Selle in Taradeau, Clos Mireille an der sonnenverwöhnten Küste von La Londe les Maures und Château Romassan im Herzen von Bandol. Jedes Terroir hat seinen eigenen Charakter, von salziger Meeresbrise bis hin zu würziger Garrigue, und doch verbindet sie alle dieser unverwechselbare Charakter: fein, elegant, leuchtend lachsrosa. Unter der Leitung von Jean-François Ott, Urenkel des Gründers, bleibt die Philosophie unverändert: Geduld, Respekt vor der Natur und das handwerkliche Können, das über Generationen weitergegeben wurde. So entstehen Weine, die nicht einfach nur getrunken, sondern erlebt werden wollen. Ein Glas Provence, das nach Leichtigkeit, Lebensfreude und Sommer duftet.

Ein Rosé, der mit der Zeit gewinnt

Während viele Roséweine für den schnellen Genuss gedacht sind, entwickeln sich die Weine von Domaines

Ott* über die Jahre weiter: mehr Fruchtigkeit, Tiefe und Finesse. Heute geniessen oder reifen lassen – diese Rosés passen sich ihren Bedürfnissen an und bleiben stets ein freudvolles Erlebnis.

Bio-zertifiziert – Nachhaltigkeit trifft auf Tradition

Die Weine von Domaines Ott* vereinen den Respekt für die Natur mit modernster Vinifikation.

«Cru Classé» und 100 % eigene Reben

Die grossen, traditionellen Weine von Domaines Ott* sind als «Cru Classé» klassifiziert, stam men aus 100 % eigenen Reben und werden sorgfältig von Hand geerntet.

Perfektion durch Innovation

Die neue Cuverie von Domaines Ott* hebt die Roséweine auf das nächste Level: Modernste Technik trifft auf traditionelles Winzerhandwerk. Das Ergebnis? Noch mehr Präzision, Reinheit und aromatische Intensität.

Erleben Sie die Perfektion von Domaines Ott* – heute und in Zukunft.

Den Garten auf den Winter vorbereiten

Die Tage sind merklich kürzer geworden, morgendlicher Nebel umhüllt Felder und Wiesen. Die Tätigkeiten, die jetzt im Garten anstehen, dienen vor allem dazu, die Pflanzenwelt auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten – und die Grundlage für eine blühende und erntereiche neue Gartensaison zu legen. Aber unter dem Strich sind die zwei letzten Monate des Jahres eine eher ruhige Zeit im Garten –sie eignen sich perfekt, um von blühender Pflanzenfülle zu träumen.

Irène Nager, JardinSuisse

Im November ist Saatzeit für Kaltkeimer wie Kerbelrüben und Winterportulak. Die Kälte sorgt bei diesen Arten nicht für Stress, sondern wirkt wie ein Startsignal für die Entwicklung im Frühling. Auch Knoblauchzehen lassen sich jetzt setzen. Im Gewächshaus kann man zudem Gartenkresse und Feldsalat aussäen – im Freiland wäre es ihnen zu kühl. Der Vorteil: So gibt es auch mitten im Winter vitaminreiches Grün zu ernten. Die Gemüsebeete auch im Winter unkrautfrei zu halten, reduziert ein paar Monate später den Jätaufwand.

Frostschäden an Rosen vorbeugen

Sobald sich die ersten Fröste ankündigen, sollte man die Veredelungsstelle frostempfindlicher Rosen vor der Kälte schützen. Speziell Rosenbäumchen sind gefährdet, denn bei ihnen liegt die Veredelungsstelle unmittelbar unter der Rosenkrone. Bei Beetrosen befindet sie sich direkt unterhalb des Bodens. Damit die Triebe

durch Schneelast nicht abknicken, kürzt man die Beetrosen etwa auf Kniehöhe ein und die Triebe der Rosenbäumchen auf etwa die Hälfte. Der finale Schnitt erfolgt dann im Frühjahr zur Forsythienblüte. Rund um den Stock wird lockere Erde oder Kompost etwa 10 bis 15 cm hoch angehäufelt. Die oberen Pflanzenteile können zusätzlich mit Jutesäcken oder Tannenästen umwickelt werden – das schützt vor Wintersonne. Niemals Plastikfolie verwenden: Hitzestau und Triebfäulnis im Innern dieser «Gewächshäuser» schwächen die Pflanze, und Nachtfröste können weiteren Schaden anrichten. Bei jungen Rosenbäumchen lohnt es sich, auch die Stämmchen mit Jutebändern einzubinden.

Gräser und Koniferen schützen

Vor Wintereinbruch sollten hohe Gräser und säulenförmige Koniferen zusammengebunden werden, um Schäden durch Schneelast zu verhindern. Bei Ziergräsern hat das Zusammenbinden einen weiteren

Winterportulak.

Holz- und Reisighaufen

nicht

Grund: So kann Regenwasser besser abfliessen und sich nicht im Inneren der Pflanze sammeln – gerade bei empfindlichen Arten wie Pampasgras (Cortaderia selloana) kann das zu Fäulnis führen.

Dahlien und Canna überwintern

Spätestens wenn der erste Frost die Blätter von Dahlien und Canna schwarz gefärbt hat, ist es Zeit, die Knollen auszugraben. Sie überwintern am besten in flachen Kisten, eingebettet in lockeres, nur leicht feuchtes Substrat. Ideal ist ein kühler, dunkler Raum mit einer mittleren Luftfeuchte – sonst droht Schimmel.

Der Rückschnitt von Gehölzen muss nicht zwingend auf den Grüngutabfall. Häckseln ergibt wertvolles Mulchmaterial, gröberes Schnittgut kann man zu Holzund Reisighaufen aufschichten. Diese dienen als Winterquartier für zahlreiche Tiere: Igel, Blindschleichen, Erdkröten, Spitzmäuse oder Insekten finden dort Schutz. Wichtig: Solche Haufen im Winter nicht mehr umschichten – die Bewohner halten längst Winterschlaf.

Kübelpflanzen auf Balkon und Terrasse

Auch im Winter gilt: Giessen nicht vergessen! Viele Kübelpflanzen, speziell immergrüne Arten, verdunsten weiterhin Wasser, besonders wenn sie nah an einer Hauswand stehen oder sonnige Tage vorherrschen. Staunässe ist allerdings genauso schädlich wie Trockenheit. Am besten mit der Hand prüfen, ob die Erde trocken ist, und wenn möglich die Töpfe auf Untersetzer stellen. So kann das Wasser gut abfliessen.

Zimmerpflanzen richtig wässern

Im Winter verbrauchen Zimmerpflanzen, die nicht direkt über der Heizung stehen, weniger Wasser als in der hellen Jahreszeit. Deswegen nur in geringen Mengen und nur dann wässern, wenn die oberen zwei bis

1 Grössere Gräser können im Herbst zu attraktiven Skulpturen eingepackt werden. Dies schützt sie vor zu grosser Nässe und vor den kältesten Temperaturen.

2 Die Schönfrucht entwickelt im Herbst violett glänzende, beerenartige Früchte.

3 Auch im Winter darf das Giessen nicht vergessen gehen. 3

drei Zentimeter Substrat trocken sind. Die trockene Heizungsluft macht das Zimmergrün anfälliger für Schädlinge wie Spinnmilben, Woll- und Schildläuse oder Blattläuse. Zur Vorbeugung die Pflanzen regelmässig mit einem Sprühgerät einnebeln.

Der Profi-Tipp:

Gehölze vor Frostriss schützen

An sonnigen Wintertagen heizen sich die dunklen Stämme junger Obstbäume stark auf. Sackt in der Nacht die Temperatur auf unter null Grad ab, kann es durch die Spannung zwischen Luft- und Stammtemperatur zu Rissen in der Rinde kommen – diese wiederum sind Eintrittspforten für schädigende Pilze und Bakterien. Eine im Fachhandel erhältliche Stammanstrichpaste oder Jutebänder beugen dem vor. Die weisse Farbe reflektiert die Sonnenstrahlen und mildert damit die Temperaturunterschiede. Der Anstrich sollte jährlich erneuert werden – am besten im späten Herbst.

November-Highlight: die Schönfrucht (Callicarpa bodinieri ‹Profusion›)

Bis in den Spätsommer ist die Schönfrucht, auch als Liebesperlenstrauch bekannt, eher unscheinbar. Aber wenn die anderen Gartenpflanzen in den Winterschlaf

gehen, zeigt sie sich von ihrer schönsten Seite – dann nämlich, wenn sie ihre violett glänzenden, beerenartigen Früchte präsentiert, die wie bunte Perlen leuchten und sich effektvoll vom goldgelben Herbstlaub absetzen. Die Früchte bleiben bis in den Dezember am Strauch haften und eignen sich auch als dekorative Vasenzweige. Der Strauch stammt aus Mittel- und Westchina, wächst breit aufrecht bis rund 2 m hoch und fühlt sich an warmen und windgeschützten Standorten am wohlsten. •

JardinSuisse

JardinSuisse ist der Unternehmerverband Gärtner Schweiz. Ihm gehören 1700 Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus, der Topfpflanzen- und Schnittblumenproduktion, der Baumschulproduktion sowie des Gärtnerischen Detailhandels an. Der Branchenverband bietet seinen Mitgliedern eine umfassende Palette an Dienstleistungen an. Dazu gehören beispielsweise die Beratung, die Unterstützung bei der Werbung, die Zertifizierung von Produktionsbetrieben und vieles andere mehr. Jardin Suisse betreut zudem die gärtnerische Berufsbildung von der Grundbildung bis zur Höheren Fachprüfung (Gärtnermeister).

Leserbilder

Bild des Monats

Wir suchen für jeden Monat ein schönes Natur- oder Landschaftsbild. Senden Sie das Bild per E-Mail in hoher Auflösung (mindestens 3 Megabyte) per E-Mail an bild@natuerlich-online.ch unter Angabe ihrer Adresse (Querformat bevorzugt). Das aus Sicht der Redaktion schönste Bild wird jeweils abgedruckt und mit einem Gutschein des Weber Verlags im Wert von Fr. 50.– belohnt.

Weitere Bilder werden bei uns auf der Website natuerlich-online.ch aufgeschaltet.

1: Elisabeth Lang

2: Margrit Denzler

3: Sarah Rappo

4: Therese Rossel

5: Christina Schaffhauser

Bild des Monats

hin & weg

Kurs: Viel mehr als Kälte –Die Wim-Hof-Methode

Die Wim-Hof-Methode beeinflusst ihr Immunsystem und ihre mentale Stärke rasch und positiv. Die Methode besteht aus drei Elementen: Atemtechnik, Kälteexposition und Fokusübungen. Indem Sie sich der Kälte aussetzen, simulieren Sie stressige Situationen, wie sie in ihrem Alltag anzutreffen sind. Dabei erleben Sie ihre Reaktionen bewusst und lernen, diese zu steuern. Sonntag, 23. November oder 25. Januar mit Helena Hefti Wenger. LIKA GmbH in Stilli b. Brugg, direkt an der Aare, Tel. 056 441 87 38, www.lika.ch.

Briefe an natürlich

Fragen, Anregungen, Lob oder Kritik sind willkommen. Die Leserbriefe müssen mit der vollständigen Adresse versehen sein. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen. Schicken Sie Ihren Brief per E-Mail an: leserbriefe@natuerlich-online.ch oder per Post an «natürlich», Leserbriefe, Gwattstrasse 144, 3645 Thun/Gwatt.

Weiterbildung

Atem und Psyche

Studien belegen, dass psychosomatische Störungen mit Atemtherapie positiv beeinflusst werden. Das IKP Institut bietet seit 40 Jahren die 3-jährige, berufsbegleitende und von der OdA KT akkreditierte Ausbildung in Ganzheitlich-Integrativer Atemtherapie IKP an. Lernen Sie, mit der Atmung Körper und Psyche zu beeinflussen. Nächster InfoAbend: 26. Januar 2026.

Mehr Infos: www.ikp-therapien.com (Rubrik Lehrgänge)

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Findet mich das Glück?

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Kurhaus St. Otmar · 6353 Weggis · www.kurhaus-st-otmar.ch

IHR GESCHENK

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Wir engagieren uns für eine belebte Bergwelt.

Die moderne Organsprache

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Im Februar 2026 startet die 13te Ausbildung mit der Dauer von 18 Monaten. Sie vermittelt ein profundes Fachwissen um körperliche Symptome zu deuten, damit Klarheit entsteht. Weitere Info gern per eMail oder von der Homepage.

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Anthego • Zellgut 11 • CH 6214 Schenkon ausbildung@anthego.ch • anthego.ch

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oberer abgerundeter Teil v. etwas

grösste Gewerkschaft d. Schweiz

Abfluss des Eriesees (... River)

Apostel, Bruder des Petrus JamesBondAutor † (Vorn.)

einen Motor «frisieren»

ugs.: genug! (ital.) Windrichtung

ital.: Berg Mensch zwischen 20 u. 29 Jahren

Vorsilbe: naturnah, -belassen Verbrechen

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Stadt in Nordfrankreich

Abschlusskante altes, abgemagertes Pferd

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Haarschutz im Wasser Papstname Astwerk

Pflanze mit Pfahlwurzel

Buch-, Presseunternehmen

Platte z. Wiederbeschriften

letzter Schliff, Vollendung gezogener Wechsel

frz.: See

Heilpflanze, Korbblütler

Zeit der Dunkelheit

ital., rätoroman.: Aargau Ausflug (engl.)

Pflanzenkeimzelle Greifvogel

Stadt u. Fluss in Tschechien

anhänglich Baumsekret

Arzneirohstoff

flüssige Pflanzenfettsorte

Bewohner einer Schweizer Grossstadt

ugs.: Duvet, Oberbett

Wettbewerbstalon

Vorname Name

Strasse PLZ / Ort

Lösung

Lösung des Rätsels aus dem Heft 10/2025 Gesucht war: Butterkuchen

Fraktion v. Klosters (... im Prättigau) engl.: weich

Kf.: Abkommen

ital.: Strand

weiche Federn

Abk.: Esperanto

wirklich, tatsächlich Tatsache

Vorname des ExBeatles Starr kleine Tür

Stärke

Ruhe, Lautlosigkeit

Ausruf des Ekels

ital. Autorennstrecke

portug.: Bergkette

afrik. Gesellschaftsreise Geldschrank (engl.) rosa (engl.) frz.: mit

empfehlenswert

Sportfischen

Zeitstreckenmass (Abk.) Meerbusen

ugs.: kleines, schnelles Auto

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Amulett, Maskottchen Einlegearbeit Antilopenart

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Zeitraum zwischen Sonnenaufu. -untergang

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Oper von Verdi † 1901

Gewinnen Sie eines von drei Tee/Honig-Sets und einen CHF 50 Gutschein für den Biofarm Onlineshop.

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Und so spielen Sie mit: Senden Sie den Talon mit der Lösung und ihrer Adresse an: Weber Verlag, «natürlich», Gwattstrasse 144, 3645 Gwatt Schneller gehts via Internet: www.natuerlich-online.ch/raetsel

Teilnahmebedingungen:

Einsendeschluss ist der 26. November. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden direkt benachrichtigt. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Über diese Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

∙Tee «Magie der Blüte» 25

∙Tee «Blaue Fee» 25 g, ∙Sommerhonig cremig

CH Villiger 250 g, ∙Blütenhonig cremig

CH Villiger 250 g, Gutschein.

natürlich

IMPRESSUM

45. Jahrgang 2025, ISSN 2234-9103

Erscheint 10-mal jährlich

Verbreitete Auflage: 14 432 Exemplare (WEMF/KS beglaubigt 2025)

Kontakt

mail@natuerlich-online.ch, www.natuerlich-online.ch

Redaktion, Herausgeber und Verlag

Weber Verlag AG , Gwattstrasse 144, CH-3645 Thun Tel. +41 33 336 55 55, leserbrief@natuerlich-online.ch www.weberverlag.ch

Verlegerin

Annette Weber-Hadorn a.weber@weberverlag.ch

Verlagsleiter Zeitschriften

Dyami Häfliger d.haefliger@weberverlag.ch

Chefredaktorin

Blanca Bürgisser b.buergisser@weberverlag.ch

Leser*innenberatung

Sabine Hurni s.hurni@weberverlag.ch

Weitere Autor*innen

Yvonne Rossel, Fabrice Müller, Samuel Krähenbühl, Leila Dregger, Rebekka Affolter, Claude Bohler, Matthias Plath, Markus Kellenberger, Blanca Bürgisser, Sabine Hurni, Roger Urs Bottlang, Sophie Souvignier, Yves Scherer, Irène Nager

Grafik/Layout

Shana Hirschi, Nina Ruosch

Copyright Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung durch den Verlag. Für unverlangte Einsendungen wird jegliche Haftung abgelehnt.

Anzeigenleitung

Thomas Kolbeck, Tel. +41 79 269 73 21 t.kolbeck@weberverlag.ch

Mediadaten unter www.natuerlich-online.ch/werbung

Aboverwaltung abo@weberverlag.ch, Tel. +41 33 334 50 44

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Nina Ruosch (mithilfe von KI): 1

Andrea Abegglen: 3, 44

Rebekka Affolter: 28, 29 nicolaphoto: 34, 35

Roger Urs Bottlang: 58

Yves Scherer: 70

Irène Nager: 74

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Nahrungsergänzungmittel

Reichen die Nährstoffe in unseren Lebensmittel für eine ausreichende Versorgung?

Veganismus

Wie gelingt es bei vegetarischer und veganer Ernährung, genügend Nährstoffe aufzunehmen?

Gemmotherapie

Wie die sanfte Form der Pflanzenheilkunde den Körper reinigt.

Fokusthema

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«natürlich» 12/25 erscheint am Donnerstag, 27. November 2025

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Wie viele Beine hat ein Mensch?

Manchen mag das seltsam erscheinen, aber ich rede gerne mit Tieren, ganz besonders mit solchen, mit denen man normalerweise nicht redet. Mit Hunden und Katzen, da wird ja viel Konversation betrieben, mal mit leicht erhöhter und süsslicher Stimme, mal in einem herrisch energischen Ton, je nach dem, was gerade ansteht. Und Sie wissen ja bestimmt, dass Hunde uns recht gut verstehen und je nach Ausbildung bis zu fünfzig Befehle befolgen können. Bei Katzen ist das ähnlich, sie verstehen uns sehr gut, und tatsächlich verstehen sie auch die Befehle – nur sind sie ihnen egal.

Aber lassen Sie mich auf jene Tiere zurückkommen, mit denen man eigentlich eben nicht redet. Da wären zum Beispiel die Mäuse, über die ich schon geschrieben habe. Der Winter naht, und bald werden sich die ersten von ihnen nachts wieder in meiner Küche nach etwas Essbarem umschauen. Dann ist es wieder an der Zeit, mit ihnen ein ernsthaftes Wort zu wechseln. Ein anderes Wesen, mit dem ich mich nun schon länger und fast täglich unterhalte, lebt sehr zurückgezogen links unten hinter meiner Toilette. Es ist eine Hauswinkelspinne, die mittlerweile zu einer recht beachtlichen Grösse angewachsen ist, was eventuell an den Fliegen liegt, die ich ihr hin und wieder zukommen lasse. Mit Fliegen lässt es sich nämlich nicht reden, so wenig wie mit Mücken. Irgendwie fehlt denen jegliches Gespür für ein anständiges Gespräch.

Mit der Hauswinkelspinne ist das ganz anders. Sie hat verstanden, was ich von ihr will. Bleib du in deiner Ecke, habe ich von ihr verlangt, und sie wiederum hat mir klargemacht, dass sie vom Staubsauger verschont bleiben will. Wir halten uns beide daran – schliesslich sind wir beide ja Menschen. Menschen? Ja, Menschen.

Bei den San, das ist ein im südlichen Afrika beheimatetes Volk von Jägern und Sammlern, wird die Schöpfungsgeschichte kurz zusammengefasst so erzählt: Der Grosse Geist namens Grossvater Mantis stellte fest, dass die Erde schön war. Sie war voller Blumen

und Bäume, Flüsse und Seen sowie Berge und Täler. Aber irgendetwas fehlte – und deshalb machten Grossvater Mantis und Grossmutter Mantis mit viel Spass und Freude an der Sache die Menschen. Sie schufen Menschen mit sechs Beinen, Menschen mit vier Beinen, Menschen mit Flügeln, Menschen mit Flossen – und dann machten Sie auch noch Menschen mit zwei und sogar solche mit acht Beinen. Jetzt war die Welt belebt mit allerlei bunten Wesen. Und weil alle diese Wesen Menschen und somit miteinander verwandt waren, respektierten sie sich in ihrer jeweiligen Andersartigkeit, und achteten darauf, sich gegenseitig kein unnötiges Leid anzutun.

Schöner und einfacher lässt sich die schamanische Weltsicht kaum erklären, in der wir alle mit allem und allen verbunden sind, und das trifft natürlich auch auf die Winkelspinne und mich zu. Dass sie sechs Beine mehr hat als ich, das macht, von Mensch zu Mensch betrachtet, nun wirklich keinen grossen Unterschied –solange sie damit in der Nacht nur nicht über mein Bett krabbelt. Aber genau deshalb reden wir ja täglich miteinander.

Markus Kellenberger ist Autor und Journalist. In der Kolumne «Anderswelt» betrachtet er Alltägliches – nicht nur –aus schamanischer Sicht, und an seinen «Feuerabenden» im Tipi begleitet er Menschen auf der Reise ins Innere. markuskellenberger.ch

Matthew Bunson

LEO

XIV.

Der Rauch lichtet sich. Die Welt schaut zu. Ein Name wird verkündet. Ein Mann tritt vor und die Blicke der Welt fallen auf ihn. Wir haben einen Papst! Und sein Name ist Leo XIV. Aber wer ist dieser 266. Nachfolger des heiligen Petrus? Was ist die Vision des ehemaligen Kardinals Robert Francis Prevost für die Kirche, und welche Auswirkungen wird sein Pontifikat auf die Katholiken und die Welt haben?

Der erfahrene katholische Journalist und Historiker Matthew Bunson bietet das erste massgebliche Porträt des neuen Heiligen Vaters. Mit unübertroffenem Zugang, fundierten Quellen in Rom und einem Ruf für Integrität und spannende Einsichten liefert Bunson eine fesselnde Erzählung über das Leben des neuen Papstes, seinen Glauben und seine unwahrscheinliche Reise auf den Stuhl des heiligen Petrus.

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