Page 1

JUN-AUG OPEN AIR KINOSOMMER AM WASCHHAUS PROGRAMM › 2010

ERLEBNISQUARTIER WWW.SCHIFFBAUERGASSE.DE


2

DIE FAKTEN Schiffbauergasse Open Air Kino am Waschhaus Potsdam Eingang: Schiffbauergasse 6 (Waschhaus) Beginn: 22 Uhr (Juni, Juli), 21 Uhr (August) Anfahrt: TRAM 93 / 94 / 99 / Nachtbus N16 bis Haltestelle Schiffbauergasse Eintritt: 6 € / 5 € ermäßigt Liegestuhl 1 € Aufpreis (begrenzte Stückzahl) Ticketkauf und Liegestuhlreservierung sind online bequem von zu Hause möglich – und das ohne Auf­ preis. Tickets und Infos auf www.waschhaus.de

AUS 5 MACH 6 Wer clever ist, spart sich den Eintritt – bei jedem sechsten Film. Einfach bei jedem Besuch im SCHIFFBAUERGASSE OPEN AIR KINO hier einen Stempel geben lassen und diesen Coupon beim sechsten Besuch vorzeigen:


Herzlich Willkommen zum

Schiffbauergasse Open Air Kinosommer 2010 am Waschhaus 4. Juni bis 28. August 2010

Es ist soweit: Der Sommer 2010 bringt Nervenkitzel, Hochspannung und beste Unterhaltung auf Potsdams größte Open Air Leinwand. Und das ganz ohne Fußball, ohne Schwarz-Rot-Gold und ohne Michael Ballack. Der Schiffbauergasse Open Air Kinosommer präsentiert auf dem Waschhaus-Open Air-Gelände in diesem Jahr mehr als 30 Filme unterschiedlichster Genre bei ganz sicher bestem Sommerwetter. Waschhaus Potsdam und cinemarstall haben wieder mal die besten, interessantesten und bildgewaltigsten Streifen des letzten Jahres ausgewählt und ein span­ nendes Programm aus Hollywood-Blockbustern wie „Männer, die auf Ziegen starren“ und „Sherlock Holmes“, deutschem Kino wie „Soul Kitchen“ und „Die Friseuse“ und Familien-Hits wie „Oben“ und „Alice im Wunderland“ auf die Beine gestellt. Ein bisschen steht der Schiffbauergasse Open Air Kinosommer dieses Jahr unter schwedischen Ster­ nen: Ein kleines Highlight im Sommer voller KinoHighlights ist die Stieg Larsson-Trilogie - bestehend aus „Verblendung“, „Verdammnis“ und „Vergebung“ - am vorletzten August-Wochenende. Und auch das kostenlose Hörspielkino „SternenKrimi“ findet seine verdiente Fortsetzung: Immer mittwochs im Juni löst Henning Mankells „Wallander“ wieder spannen­ de Mordfälle im idyllischen Ystad. Für die richtige Atmosphäre sorgen Liegestühle, Decken und Sitzinseln, wer zur Sicherheit den Re­ genschirm einpacken will, kann dies gern tun. Die Waschhaus Gastro serviert kalte und warme Getränke sowie Eis und leckere Snacks, bei gutem Wetter wird natürlich gegrillt. Mehr dazu, zu allen anderen wichtigen Dingen des diesjährigen Kino­ sommers und Online-Kartenvorverkauf gibt‘s im Internet auf www.waschhaus.de

Mehr Informationen zum Open Air Kinsommer, Film­ trailer und immer wieder Freikarten gibt‘s auch bei:

www.facebook.com/kinosommer

3


Fr, 4. Juni 2010, 22 Uhr

Friendship! Deutschland 2009, Regie: Markus Goller, Darsteller: Matthias Schweighöfer (Tom), Friedrich Mücke (Veit); 108 min, ab 6 Jahre

4

Es ist die Geschichte von zwei Potsdamern, die auszogen, die Welt zu erobern. Oder besser gesagt, von zwei Abenteurern, die wahrscheinlich als erste Ossis den Wilden Westen durchtrampten. Der heutige Filmproduzent Tom Zickler („Keinohrhasen“) und sein Freund und Kameramann Fayd Jungnickel wa­ ren 1990 aufgebrochen, um als junge Filmstudenten nach San Francisco zu reisen. Es gab aber ein Pro­ blem: ihr Geld reichte nur für Flugtickets bis New York. Den Rest der USA mussten sie per Anhalter durchqueren. Mit einem frech-fröhlichen Augenzwin­ kern blickt der flotte Roadmovie 20 Jahre zurück und zeigt zahlreiche Tipps, wie eine derartige Odyssee er- und überlebt werden kann. Ob alle geschilderten skurrilen und riskanten Erlebnisse tatsächlich der Wahrheit entsprechen und wirklich zur Nachahmung empfohlen werden können, sollten die Zuschauer selber entscheiden.

Sa, 5. Juni 2010, 22 Uhr

Oben USA 2009, Regie: Peter Docter und Bob Peterson; 96 min, o.A.

Das alte Haus des ehemaligen Ballonverkäufers Carl Fredricksen soll einem Neubau weichen. Um seine vier Wände vor dem Abriss zu retten, kommt er auf eine geniale Idee. Carl lässt sein Häuschen mit hunderten von Luftballons in den Himmel heben und schwebt damit in Richtung Südamerika davon. So erfüllt sich der grummelige alte Mann seinen Le­ benstraum vom Abenteuer im Urwald. Bergsteigen, Luftschiffsteuern und Bändigung eines blinden Pas­ sagiers inklusive. Auch die zehnte Pixar Produktion („Toy Story“, „Findet Nemo“, „Cars“) ist wieder ein mitreißendes, bewegendes und urkomisches Aben­ teuer und widerlegt aufs Allerbeste das Vorurteil, dass Zeichentrick nur was für Kinder ist. TIP meint: „'Oben' gehört zum Schönsten, was man sich in diesem Jahr im Kino ansehen kann.“


Mo, 7. Juni 2010, 22 Uhr

Männer, die auf Ziegen starren USA 2009, R: Grant Heslov mit George Clooney, Ewan McGregor, Jeff Bridges, Kevin Spacey, 93 min, ab 12 Jahre

Man glaubt es kaum, aber es soll sie tatsächlich gegeben haben. Angeblich existierte in den 1980er Jahren in der US-Army eine geheime Spezialeinheit aus Hippies, die statt mit Waffen mit ihren übersinnlichen Fähigkeiten die Gegner außer Gefecht setzten. Auf einen dieser alten Kameraden trifft mitten im irakischen Kriegsgeschehen zufällig der britische Provinzreporter Bob. Im Glauben, die große Story gefunden zu haben, gerät er bald in eine irr­ witzige Safari durch die persische Wüste. Die schwarzhumorige Militärsatire mit George Clooney als modernem Jedi-Ritter, lässt den Glauben an die Unbesiegbarkeit der US-Armee rapide sinken und gibt den Begriff „Peacekeeping“ eine vollkommen neue Bedeutung… määhhh.

Sa, 12. Juni 2010, 22 Uhr

Man on Wire GB 2008, R: James Marsh mit: Philippe Petit, Paul McGill, David Roland Frank, 97 min, ab 6 Jahre

In der Nacht zum 7. August 1974 spannt der französische Akrobat Philippe Petit heimlich ein 60 Meter langes Drahtseil zwischen zwei Dächern auf. Es sind nicht irgendwelche Gebäude zwischen denen der Artist balancieren will, es sind die 417 Meter hohen Türme des New Yorker World Trade Centers. Noch heute gilt diese Aktion als eine der waghalsigs­ ten künstlerischen Performances des 20. Jahrhun­ derts und als ein Coups, an den die New Yorker Polizei lang Zeit nicht erinnert werden wollte. Im Stile eines Action-Thrillers rekonstruiert die Doku­ mentation den Drahtseilakt über den Dächern Man­ hattans und wurde 2009 mit dem Oscar als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. Wer vor dem Film Live-Hochseil-Akrobatik erleben möchte, kann ab 21 Uhr die Aufführungen der COM­ PAÑIA DE PASO an der Schiffbauergasse erleben.

5


Mo, 14. Juni 2010, 22 Uhr

Männerherzen D 2009, R: Simon Verhoeven mit Florian David Fitz, Til Schweiger, Nadja Uhl, Christian Ulmen, Bastian Pastewka, 107 min, ab 6 Jahre

Männer sind das schwache Geschlecht von heute. Neben ihrem harten Berufsleben haben sie noch viele andere Rollen perfekt zu beherrschen: den Macho, den Auskenner, den Sportsfreund, den auf­ merksamen Zuhörer, den zärtlicher Liebhaber, usw. und so fort. Und dies alles, obwohl es um das Mul­ titasking nicht optimal bestellt ist. Die romantische Komödie von Simon Verhoeven zeigt lustig und lustvoll, wie sich Berlins einsame Männerherzen angestrengt auf die Suche nach ihren passenden Deckeln machen, sich dabei aber meist erst selber finden müssen. Selbstverständlich zählt Nuschel-Till zum Lonely-Heart-Club, aber auch noch das eine oder andere interessante Prachtexemplar mit Y-Chromosom.

Fr, 18. Juni 2010, 22 Uhr

A Single Man USA 2009, R: Tom Ford mit Colin Firth, Julianne Moore, 101 min, ab 12 Jahre

6

Der Tag beginnt und wieder fließt diese kalte Leere durch den Körper. Erloschen ist die Glut der Lebens­ lust, seit ein Autounfall dem Literaturprofessor George Falconer die Liebes seines Lebens genom­ men hat. Lohnt es sich wirklich, den heutigen Tag zu Ende zu leben? Gibt es Hoffnung, noch einmal die Wärme eines leidenschaftlichen Kusses spüren zu können? Star-Modedesigner Tom Ford wirft mit seinem perfekt im 1960-Jahre-Look gestylten Erst­ lingswerk einen tiefen Blick in eine einsame und von Selbstaufgabe getriebene Seele und singt zugleich ein wirklich berührendes Hohelied auf die Liebe und das Leben.


Sa, 19. Juni 2010, 22 Uhr

Blind Side USA 2009, R: John Lee Hancock mit Sandra Bullock, Quinton Aaron Tim McGraw, 128 min, ab 6 Jahre

Die Tuohy's sind eine typische amerikanische Mittel­ klassefamilie. Weiß, verheiratet, zwei Kinder und ein Hund. Das Leben verläuft normal - bis Mutter Leigh eines Tages einen obdachlosen schwarzen Jungen mit nach Hause bringt. Das auf einer wahren Bege­ benheit beruhende Drama erzählt die Geschichte eines Jugendlichen, dessen Traum vom FootballStar real werden kann, weil er auf die Nächstenliebe seiner Mitmenschen trifft. Bewegend, aber ohne sentimental zu sein, gibt die furios aufspielende Sandra Bullock dem Amercian Spirit ein großherziges Gesicht. Dafür gab es zu Recht den Oscar als beste Schauspielerin des Jahres 2009.

Mo, 21. Juni 2010, 22 Uhr

Kleine Tricks PL 2007,R: Andrzej Jakimowski mit Damian Ul, Ewelina Walendziak, Rafal Guzniczak, 96 min, o.A.

Dick und träge sitzt die Sommersonne auf den Dächern und lässt ihr warmes Licht langsam um die Häuserecken gleiten. Der 7jährige Stefek hockt im Abendrot an den Eisenbahngleisen und versucht mit leis geflüsterten Zaubersprüchen sich seinen größten Wunsch zu erfüllen. Endlich will er seinen Vater kennenlernen. Als Stefek auf dem Bahnhof einem Mann begegnet, der es tatsächlich sein könnte, versucht er mit kleinen Kniffen nachzuhelfen. „Kleine Tricks“ zeigt poetisch und berührend, wie mit Magie und großer Phantasie dem Schicksal ein kleiner Schubs gegeben werden kann und ist dabei so heiter und entspannt, als gäbe es außer dem Sommer keine andere Jahreszeit. Tagesspiegel: „Ein Film, wie er so makellos nur alle paar Jahre im Kino zu sehen ist.“ BILD: „'Kleine Tricks' bringt unser Herz zum Hüpfen. Schön!“

7


Sa, 26. Juni 2010, 22 Uhr

Alice im Wunderland USA 2010, R: Tim Burton mit Mia Wasikowska, Johnny Depp, Anne Hathaway, Helena Bonham Carter, 108 min, ab 12 Jahre

8

„The dream-child moving through a land of wonders wild and new, in friendly chat with bird or beast and half believe it true.” Das ewig alterslos bleibende Märchen von Lewis Carroll scheint wie gemacht für das Kino von heute. Die digitale Filmtechnik bietet immer neue Möglichkeiten, die Phantasiewelt von Alice in noch bunteren Farben und mit noch mehr Spezialeffekten zu inszenieren. Mit Tim Burton hat sich einer der Könige des Animationskinos an eine Neuverfilmung gewagt und ein genial verrücktes Meisterwerk kreiert. Johnny Depp als verschrobener Hutmacher und Helena Bonham Carter als bösartige Herzkönigin scheuchen den zarten Teenager Alice quer durch ein anti-viktorianisches Zauberland in dem sich ständig neue Türen und Abgründe auftun. Alles fließt und zerfließt, Grenzen, Oberflächen, Spiel und Zeit. Einfach be- und verzaubernd!

Mo, 28. Juni 2010, 22 Uhr

Same Same But Different D 2009, R: Detlev Buck mit David Kross (Ben), Apinya Sakuljaroensuk (Sreykeo), Olli Dittrich, 104 min, ab 6 Jahre

Frisches Kokain, coole Drinks, billige Mädchen. Der Hamburger Student Ben genießt sein lässiges Back­ packerleben im abenteuerlichen Kambodscha. Doch als er sich in die Prostituierte Sreykeo verliebt, beginnt für ihn ein neues atemloses Leben. Der eher für seinen trockenen Humor bekannte Regisseur Detlef Buck formt aus der autobiografischen NEONReportage von Benjamin Prüfer eine exotische wie anrührende Liebesgeschichte, die zwischen zwei Welten pendelt. Mit einem klischeefreien Blick auf ein Land, das ansonsten nur als paradiesischer Hintergrund von Touristenträumen dient, lässt der Film hautnah den grenzübergreifenden Wunsch nach Nähe und Verliebtheit spüren.


Fr, 2. Juli 2010, 22 Uhr

13 Semester D 2009, R: Frieder Wittich mit Max Riemelt, Alexander Fehling, Robert Gwisdek, Claudia Eisinger, Dieter Mann 102 min, o.A.

Noch fünf Wochen bis zur Zwischenprüfung, aber noch keine Peilung, wie die bestanden werden soll. Das sind die Momente der Wahrheit, an denen sich entscheidet, ob der Weg zum Bachelor nach Fahrplan läuft oder man eine Extra-Runde über „Los“ einlegt. Momo ist dem havelländischen Dorfleben entflohen und wollte das Studium eigentlich richtig durchzie­ hen. Aber die neuen Freunde, die Studi-Partys, der Stress mit dem Prof. und das Geldverdienen halten auf. Der höchst amüsante und intelligent gestaltete Studentenfilm setzt sich wohltuend vom derben College-Klamauk á la „American Pie“ ab und pfeift auf den „Early Bird“. Bei der Ausarbeitung des Dreh­ buches stand dem Regiedebütanten Frieder Wittich kein Geringerer als Loriot beratend zur Seite. Ebenfalls sehens- und hörenswert der Auftritt der Berliner Band Bonaparte.

Sa, 3. Juli 2010, 22 Uhr

Precious USA 2008, R: Lee Daniels mit Gabourey 'Gabby' Sidibe, Mo'Nique, Paula Patton, Lenny Kravitz, Mariah Carey, 110 min, ab 12 Jahre

Precious Jones ist 16 Jahre alt, schwarz, über 200 Kilo schwer und bereits Mutter. In der Schule droht ihr das Sitzenbleiben, weshalb sie versucht, in einer neuen Lerngruppe den Anschluss nicht zu verpassen. Von zu Hause kann sie keine Unterstützung erwarten. Dort lauert die drakonische Mutter und es herrscht ein Klima der Angst und Einschüchterung. Mit einer ästhetisch herausragenden Mischung aus Rückblenden, Traumsequenzen, Slap Stick und inneren Monologen dringt der Film tief in den inneren Kosmos seiner wortkargen Hauptheldin ein. Offen und scho­ nungslos wird Precious mühsames, aber auch nach und nach erfolgreiches Kämpfen um eine bessere Zukunft geschildert. Das vieldiskutierte und oscarprämierte Drama ist bis in die kleinsten Rollen perfekt besetzt, u. a. Lenny Kravitz und Mariah Carey.

9


Mo, 5. Juli 2010, 22 Uhr

Die Friseuse D 2010, R: Doris Dörrie mit Gabriela Maria Schmeide, Natascha Lawiszus, Kim Ill-Young, Rolf Zacher, Maren Kroymann, 108 min, o.A.

DDR, Mann, Job, Haus - alles weg. Die frisch ge­ schiedene Friseuse Kathi sucht den Neuanfang und zieht zurück in ihre alte Heimat Berlin-Marzahn. Eine sicher geglaubte Stelle im Friseursalon des Einkaufcenters erweist sich jedoch als Trugschluss. Denn Kathi ist korpulent und deshalb als Haardesi­ gnerin angeblich „ästhetisch nicht geeignet“. Aber sie lässt sich nicht so leicht abspeisen und geht ihren eigenen, wenn auch steinigen Weg. Das komödienerprobte Ost-West-Frauen-Duo Doris Dörrie („Männer“) und Gabriela Maria Schmeide („Halbe Treppe“) beschreibt mit viel kecker Berliner Schnauze die großen und kleinen Sorgen in der Nachwende-Platte und erklärt endlich den Unter­ schied zwischen einem Einatmer und einem Ausat­ mer. Berlinale-Publikumsliebling!

Fr, 9. Juli 2010, 22 Uhr

A Serious Man USA 2009, R: Ethan und Joel Coen mit Michael Stuhlbarg, Richard Kind, Fred Melamed, Sari Lennick , 106 min, ab 12 Jahre

10

Was tun, wenn selbst göttlicher Beistand nicht mehr weiterhilft? Larry Gopnik ist verzweifelt. Den 40jährigen Physik-Professor umgibt ein Krisenherd nach dem anderen. Erst droht ein verärgerter Student mit der Rache ganz Asiens, dann sucht der Nachbar Streit am Gartenzaun und seine Frau nimmt das Ehegelübte auch nicht mehr so genau. Einzig die Rabbis scheinen die Apokalypse noch aufhalten zu können. Aber Larry wartet vergeblich auf den himm­ lischen Donnerschlag. Die Ironie-Altmeister Ethan und Joel Coen („Fargo“, „The Big Lebowski“, „Burn After Reading“) legen mit „A Serious Man“ eines ihrer persönlichsten Werke vor. Sie durchleuchten auf die gewohnt schräge Art und Weise das Milieu ihrer Kindheit und schaffen reichlich Raum für viel­ schichtige Bilder und Figuren. Wer wissen will, ob Schrödingers Katze eher was mit Larrys Nachbars­ leuten, der jüdischen Geschichte oder Quantenphysik (oder mit allen zusammen) zu tun hat, sollte Augen und Ohren offen halten.


Sa, 10. Juli 2010, 22 Uhr

Soul Kitchen D 2009, R: Fatih Akin mit Adam Bousdoukos , Moritz Bleibtreu, Birol Ünel, Anna Bederke, Wotan Wilke Möhring, 100 min, ab 12 Jahre

Eigentlich könnte es für Zinos ganz gemütlich laufen. Seine Pommes+Frikadellen-Gaststube „Soul Kitchen“ ist abbezahlt und jeden Tag voller Stammgäste. Als jedoch die Bandscheibe zwickt, der neue Koch sich als Gourmet versucht und unerwartet sein Knast­ bruder an der Tür klopft, gerät Zinos Leben auf die schiefe Bahn. Fatih Akins Liebeserklärung an seine Heimatstadt Hamburg huldigt mit saftigen Portionen gut gewürzten nordischen Humors dem Multi-KultiFlair der Elbmetropole. Der deutsch-türkische Er­ folgsregisseur („Gegen die Wand“, „Im Juli“) serviert seinem Publikum keine tranigen Fips-AsmussenWitze sondern ein filmisches Vier-Sterne-Menü. Wohl bekomm‘s!

Mo, 12. Juli 2010, 22 Uhr

Crazy Heart USA 2009, R: Scott Cooper mit Jeff Bridges, Maggie Gyllenhaal, James Keane, Robert Duvall, Colin Farrell , 112 min, ab 6 Jahre

Bad Blake ist ein menschliches Wrack. Die Jahr­ zehnte im Showgeschäft haben ihre Spuren hinter­ lassen und der große Glanz ist längst vorbei. Als der Country-Barde auf einer seiner Tingel-Touren zwi­ schen zwei Whiskygelagen einem jungen engagierten Journalisten ein Interview gibt, scheint sein trostloses Dasein eine Wendung zu nehmen. Das der Holly­ wood-Legende Jeff Bridges („The Big Lebowski“) perfekt auf den Leib komponierte Musikdrama erklingt so rauchig, wild und verwegen wie ein alter Johnny-Cash-Song. Kein Wunder, stammt doch die Filmmusik aus den Federn von T Bone Burnett und Stephen Burton, die auch schon für die Songs in „Walk the Line” und „Brother Where Art Thou?” verantwortlich waren.

11


JUNI: 22 UHR Fr, 04. Juni · Friendship! · 4

Deutschland 2009; Regie: Markus Goller

Sa, 05. Juni · Oben · 4

USa 2009; Regie: Peter Docter und Bob Peterson

Mo, 07. Juni · Männer, die auf Ziegen starren · 5 USa 2009; Regie: Grant Heslov

Sa, 12. Juni · Man On Wire · 5

Großbritannien 2008; Regie: James Marsh

Mo, 14. Juni · Männerherzen · 6 Deutschland 2009; Regie: Simon Verhoeven

12

Fr, 18. Juni · A Single Man · 6 USa 2009; Regie: Tom Ford

Sa, 19. Juni · Blind Side · 7 USa 2009; Regie: John Lee Hancock

Mo, 21. Juni · Kleine Tricks · 7 Polen 2007; Regie: Andrzej Jakimowski

Sa, 26. Juni · Alice im Wunderland · 8 USa 2010; Regie: Tim Burton

Mo, 28. Juni · Same Same But Different · 8 Deutschland 2009; Regie: Detlev Buck

JULI: 22 UHR Fr, 02. Juli · 13 Semester · 9

Deutschland 2009; Regie: Frieder Wittich

Sa, 03. Juli · Precious · 9 USa 2008; Regie: Lee Daniels

Mo, 05. Juli · Die Friseuse · 10 Deutschland 2010; Regie: Doris Dörrie

Fr, 09. Juli · A Serious Man · 10 USa 2009; Regie: Ethan Coen und Joel Coen

Sa, 10. Juli · Soul Kitchen · 11 Deutschland 2009; Regie: Fatih Akin

Mo, 12. Juli · Crazy Heart · 11 USa 2009; Regie: Scott Cooper

Fr, 16. Juli · Dinosaurier · 14

Deutschland 2009; Regie: Leander Haußmann

Sa, 17. Juli · Shutter Island · 14 USa 2010; Regie: Martin Scorsese

Mo, 19. Juli · (500) Days Of Summer · 15 USa 2009; Regie: Marc Webb

Fr, 23. Juli · Whatever Works · 15 USa 2009; Regie: Woody Allen

Sa, 24. Juli · Up In The Air · 16 USa 2009; Regie: Jason Reitman

Mo, 26. Juli · Alle Anderen · 16 Deutschland 2008; Regie: Maren Ade

Fr, 30. Juli · Das weiße Band · 17

Deutschland/Österreich/Frankreich/italien 2009; Regie: Michael Haneke

Sa, 31. Juli · Sherlock Holmes · 17 USa 2009; Regie: Guy Ritchie


freundlich unterstützt durch

AUGUST: 21 UHR Mo, 02. August · LOL (Laughing Out Loud)® · 18 Frankreich 2008; Regie: Lisa Azuelos

Fr, 06. August · The Hurt Locker · 18 USa 2008; Regie: Kathryn Bigelow

Sa, 07. August · Inglourious Basterds (OmU) · 19 USa/Deutschland 2009; Regie: Quentin Tarantino

Mo, 09. August · Lila, Lila · 19

13

Deutschland 2009; Regie: Alain Gsponer

Fr, 13. August · Vincent will meer · 20 Deutschland 2010; Regie: Ralf Huettner

Mo, 16. August · Hangover · 20 USa 2009; Regie: Todd Phillips

Fr, 20. August · Stieg Larsson: Verblendung · 21 Schweden 2009; Regie: Niels Arden Oplev

Sa, 21. August · Stieg Larsson: Verdammnis · 21 Schweden 2009; Regie: Daniel Alfredson

Mo, 23. August · Stieg Larsson: Vergebung · 22 Schweden 2009; Regie: Daniel Alfredson

Fr, 27. August · Der Ghostwriter · 22

Frankreich/Deutschland/Großbritannien 2010; Regie: Roman Polanski

Sa, 28. August · Boxhagener Platz · 23 Deutschland 2010; Regie: Matti Geschonneck

DIE FAKTEN Schiffbauergasse Open Air Kino am Waschhaus Potsdam Eingang: Schiffbauergasse 6 (Waschhaus) Beginn: 22 Uhr (Juni, Juli), 21 Uhr (August) Anfahrt: TRAM 93 / 94 / 99 / Nachtbus N16 bis Haltestelle Schiffbauergasse

Ticketkauf und Liegestuhlreservierung sind online bequem von zu Hause möglich – und das ohne Auf­ preis. Tickets und Infos auf www.waschhaus.de

Mehr Informationen zum Open Air Kinsommer, Film­ trailer und immer wieder Freikarten gibt‘s auch bei:

www.facebook.com/kinosommer

Stand: 1. Juni 2010, Änderungen vorbehalten

Eintritt: 6 € / 5 € ermäßigt Liegestuhl 1 € Aufpreis (begrenzte Stückzahl)


Fr, 16. Juli 2010, 22 Uhr

Dinosaurier – Gegen uns seht ihr alt aus! Leander Haußmann mit Eva Maria Hagen, Ezard Haußmann, Walter Giller, Nadja Tiller (Hildchen), Daniel Brühl, 104 min, ab 6 Jahre

14

„Was ist der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“ Dieses anscheinend zeitlose Zitat aus der Dreigroschenoper von Bertolt Brecht bekommt auch Lena Braake zu spüren. Die rüstige Rentnerin wird auf ihre alten Tage von einem windi­ gen Finanzhai um ihre Eigentumswohnung gebracht und muss ins Pflegeheim umziehen. Die neue Bleibe ist alles andere als eine Luxus-Herberge, aber hier findet Lena Verbündete für ihren persönlichen Ra­ chefeldzug. Mit viel Tempo und makaberem Humor lässt Komödien-Spezialist Leander Haußmann („Son­ nenalle“) seine Methusalem-Robin-Hoods mit den Yuppi-Baulöwen Katz und Maus spielen. Dabei dürfen erfahrende Schauspielgranden aus Ost (Eva-Maria Hagen) und West (Nadja Tiller, Walter Giller ) sich noch einmal in Höchstform präsentieren und zeigen, dass man auch mit den dritten Zähnen noch mächtig zubeißen kann.

Sa, 17. Juli 2010, 22 Uhr

Shutter Island USA 2010, R: Martin Scorsese mit Leonardo DiCaprio, Mark Ruffalo, Sir Ben Kingsley, Michelle Williams, 138 min, ab 16 Jahre

Nein, ein Ferienparadies ist „Shutter Island“ nicht. Genau das Gegenteil ist der Fall. Auf der kargen Insel steht eine Anstalt für geisteskranke Häftlinge mit jeder Menge geheimnisvoller Insassen. Als einer der Patienten vermisst wird, trifft Marshall Teddy Daniels in der Klinik ein, um den Flüchtigen zu suchen. Ein schneller Erfolg bleibt aus und bei seinen Ermittlungen trifft er auf immer mehr Widerstände und Ungereimtheiten. Mit ihrem vierten gemeinsa­ men Film schenken Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio dem Publikum einen spannenden und cle­ veren Psychothriller, dessen zahlreiche Sackgassen, Falltüren und mystische Bilder den Zuschauer nicht zur Ruhe kommen lassen. Wer nach dem Kino allein durchs nächtliche Potsdam streift, sollte über starke Nerven verfügen.


Mo, 19. Juli 2010, 22 Uhr

(500) Days of Summer USA 2009, R: Marc Webb mit Joseph Gordon-Levitt, Zooey Deschanel , Geoffrey Arend, 95 min, o.A.

Eine junge neue Mitarbeiterin betritt Tom‘s Büro und plötzlich scheint es, als wolle ihm eine wunderschöne Fee bei seiner monotonen Arbeit als Glückwunschkartenautor zur Seite stehen. Die selbstbewusste Summer ist nett und freundlich, aber an einem schnellen Date mit ihrem verträumten Kollegen nicht interessiert. Als Tom sein eifriges Werben schon fast aufgegeben hat, leistet ein alter „The Smiths“-Song Hilfe. Mit einem humorvollen und romantischen Zick-Zack-Kurs begleitet der Film das Pärchen durch die wohl aufregendsten und kritischsten Phasen ihrer frischen Liebe: die Momente, in denen man grübelt, ob man jetzt noch befreundet oder doch schon ineinander verliebt ist oder die ersten Zweifel aufkommen, ob das Summer-Feeling auf ewig hält. Der Spiegel meint: „Hollywoods wohl raffinierteste romantische Komödie des Jahres.“

Fr, 23. Juli 2010, 22 Uhr

Whatever Works USA 2009, R: Woody Allen mit Larry David, Evan Rachel Wood, Patricia Clarkson, 92 min, ab 12 Jahre

Fast hätte er ihn schon gehabt, den Nobelpreis für Physik. Was wäre dann aus seinem Leben geworden? Hin und wieder verschenkt der eigensinnige Boris Yelnikoff ein paar Gedanken an seine akademische Glanzzeit, wenn er von den Schachstunden zurückkehrt, die ihn jetzt ernähren. Und sein be­ scheidenes Leben würde weiter dahin plätschern, stände nicht auf einmal die bildhübsche und unbe­ darfte Ausreißerin Melody in seiner Wohnung. Woody Allen ist nach fünf Jahren in Europa zurück in New York und erteilt dem prüden Amerika erst einmal eine mächtige Standpauke in Sachen sexu­ eller Befreiung. Mit brillantem Witz und viel Herzenswärme lässt Allen seinem alter Ego einen süßen zweiten Frühling erleben, der irgendwie an­ steckend auf die Hormonhaushalte seines Umfelds wirkt. New York, we love it!

15


Sa, 24. Juli 2010, 22 Uhr

Up in the Air USA 2009, R: Jason Reitman mit George Clooney, Vera Farmiga, Anna Kendrick, Danny McBride, 110 min, o.A.

16

Wie viele Bonusmeilen bringt eine Reise zum Mond? Diese Frage hat sich Ryan Bingham zwar noch nicht gestellt. Aber wenn es die Möglichkeit gäbe, auch auf dieser Strecke noch Punkte einsammeln zu können, er würde sie wahrscheinlich nutzen. Ryan ist ein Nomade des modernen Business-Zirkus. Hotelbars, Rollfelder und Leihautos sind sein Zuhau­ se und Gutschriften auf den Platin-Bonuscards Mo­ mente des Stolzes. Als die Firma jedoch umstruktu­ riert und Ryan eine junge Absolventin an die Seite gestellt bekommt, dreht sein Über-den-WolkenLeben allmählich in Richtung Notlandung ab. Die spannend und emotionsreich inszenierte Vielflie­ ger-Geschichte porträtiert charmant und witzig die neoliberalen Jet-Set-Überflieger, welche den Boden unter den Füßen verloren haben. Regisseur Jason Reitman hatte bereits mit seinen vorherigen Werken „Thank you for Smoking“ und „Juno“ bewiesen, die heutige USA kritisch aber auch zugleich humorvoll in Szene setzen zu können.

Mo, 26. Juli 2010, 22 Uhr

Alle Anderen D 2008, R: Maren Ade mit Birgit Minichmayr, Lars Eidinger, Hans-Jochen Wagner, 124 min, ab 12 Jahre

Sind wir noch cool und lässig oder schon das Spießerabbild unserer Eltern? Gitti und Chris sind Mitte 30 und suchen unter der Urlaubssonne Italiens Abstand vom Alltag daheim. In den warmen Sommernächten lassen sie ihre Seelen baumeln und Glücksgefühlen freien Lauf. Doch die Stille des sardischen Küstenstädtchens drängt auch zu offenen Worten über das gestern und das morgen. Die von Birgit Minichmayr und Lars Eidinger hervorragend gespielte Tragikomödie durchschwebt mit filigraner Balance die Höhen und Tiefen einer fragilen Bezie­ hung. Meisterlich formulierte Dialoge erzeugen einen komödiantischen Grundton, der jederzeit in ernste Wortgefechte umkippen kann. Dieses stimmige Porträt der Berlin-Mitte-Generation erhielt auf der Berlinale 2009 den Silbernen Bären.


Fr, 30. Juli 2010, 22 Uhr

Das weiße Band D/AT/F/I 2009, R: Michael Haneke mit Christian Friedel, Leonie Benesch, Ulrich Tukur, Burghart Klaußner, 144 min, ab 12 Jahre

Martin und seine Schwester sind ohne das Wissen ihrer Eltern länger dem heimischen Hof ferngeblie­ ben. Als Strafe bindet der gestrenge Vater und Dorf­ pfarrer den Kindern weiße Seidenbänder ans Revers, die sie an Unschuld und Reinheit erinnern sollen. Die als Kainsmale gedachten weißen Schleifen er­ weisen sich jedoch als schnell verglühende Fixsterne im tiefen Dunkel der dörflichen Autokratie. Michael Haneke zeichnet mit seinem Schwarz-Weiß-Film ein präzises Sittengemälde vom Vorabend des ersten Weltkrieges. In einem norddeutschen protestanti­ schen Dorf lässt er die konservative Aura des wilhel­ minischen Kaiserreiches wieder auferstehen und erstellt ein faszinierendes Psychogramm des deut­ schen Kleinbürgertums. „Das weiße Band“ gewann zahlreiche Filmpreise, darunter zehn Mal die wich­ tigste deutsche Auszeichnung, die „Lola“, sowie zwei der bedeutendsten internationalen Ehrungen, die Goldenen Palme von Cannes und den Golden Globe.

Sa, 31. Juli 2010, 22 Uhr

Sherlock Holmes USA 2009, R: Guy Ritchie mit Robert Downey Jr., Jude Law, Rachel McAdams, 128 min, ab 12 Jahre

Sherlock Holmes und Dr. Watson sind so etwas wie der Inbegriff des englischen Gentlemen: höflich, gebildet, hilfsbereit - leider auch etwas verklemmt und angestaubt. Dies ist kein Wunder, denn die beiden Urväter aller Privatdetektive sind bereits seit 1887 im Dienst. Da wurde es allmählich Zeit, den angegrauten Kriminalspürnasen eine Frischzellenkur zu verpassen und etwas mehr Drive in die Baker Street Number 221b zu bringen. Guy Ritchie (Ex von Madonna) hat mit seiner rasanten Filmversion den Figuren von Sir Arthur Conan Doyle frisches Leben eingehaucht, ohne dabei die Eleganz und Raffinesse der Originalgeschichten aufzugeben. Mit Robert Downey Jr. und Jude Law sind zudem zwei überaus clevere und attraktive Verbrecherjäger unterwegs, die mit unbritischem Tempo und typisch englischem Humor das Königreich vor der Unterwelt beschützen.

17


Mo, 2. August 2010, 21 Uhr

LOL (Laughing Out Loud)® F 2008, R: Lisa Azuelos mit Sophie Marceau, Christa Theret , Jocelyn Quivrin, 103 min, ab 12 Jahren

Endlich ist sie da, die Fortsetzung von „La Boum – Die Fete“. Knapp 30 Jahr nachdem Sophie Marceau als frühreife Vic kleine Jungs um den Verstand brach­ te, verzückt sie in ihrer Rolle als fesche, geschiedene Mama nach wie vor die Männerwelt. War sie 1980 diejenige, die ihre Eltern zur Weißglut trieb, muss sie nun selber das pubertäre Chaos ihrer Tochter Lola ertragen. Denn auch wenn es mittlerweile Internet, Handys und keine Sowjetunion mehr gibt, sind die Teenager-Probleme drei Jahrzehnte später noch immer fast die gleichen: Ärger mit dem Freund, Stress in der Schule, und verständnislose Eltern, die noch nicht einmal wissen, was LOL bedeutet. Dabei ist man mit 15 doch schon fast erwachsen! „La Boum 2.0“ erzählt auf charmante französische Art, wie sich Omas Kontrollzwang ausser Kraft setzen lässt, wie man beim Onlinesex schummeln kann und warum die Franzosen doch nie erwachsen werden.

Fr, 6. August 2010, 21 Uhr

The Hurt Locker – Tödliches Kommando USA 2008, R: Kathryn Bigelow mit Jeremy Renner, Anthony Mackie, Guy Pearce , Ralph Fiennes, 131 min, ab 16 Jahre

18

Noch 38 Tage bis zur Ablösung der Kompanie Bravo. Noch 38 Tage Einsatz in Bagdad, einem der gefährlichsten Orte der Welt. Noch 38 Tage den Irrsinn des Krieges ertragen. Das eindringliche Porträt einer Gruppe von Bombenentschärfern der US-Army ist ein zweistündiges Mitfiebern mit Männern, die im Irak täglich dem Tod ins Auge sehen. Mit ihrem authentischen und packenden Actiondrama gelang es Kathryn Bigelow als erste Frau der Film­ geschichte, den Oscar für die Beste Regie zu gewin­ nen. Dabei triumphierte sie sogar über „Avatar“Regisseur und Ex-Ehemann James Cameron.


Sa, 7. August 2010, 21 Uhr

Inglourious Basterds (OmU) USA/D 2009, R: Quentin Tarantino mit Brad Pitt, Mélanie Laurent, Christoph Waltz, Diane Kruger, Daniel , Til Schweiger, 154 min, ab 16 Jahre

Folgende Anekdote wird berichtet: Ein KZÜberlebender schrieb Quentin Tarantinos Produzen­ ten eine Postkarte mit den Worten: „Hab' den Film gesehen. Mochte ihn sehr. Wünschte, es wäre wahr.“ Muss man noch mehr dazu sagen? Eigentlich nicht. Tarantinos Babelsberg-Killin'-Nazis-Filmopus kommt zurück nach Potsdam und wird allen eine Freude bereiten, die noch einmal Christoph Waltz oscarprämiertes Schauspiel, skalpierte Faschos und die bezaubernde Mélanie Laurent bestaunen möchten. Noch nicht gesehen? = Sofort reingehen! Schon gesehen? = Nochmal reingehen!

Mo, 9. August 2010, 21 Uhr

Lila, Lila D 2009, R: Alain Gsponer mit Daniel Brühl, Hannah Herzsprung, Henry Hübchen, 108 min, ab 6 Jahre

David ist verliebt in Marie. Aber Marie ist vernarrt in die Literatur. Um seinem Liebesglück etwas auf die Sprünge zu helfen, gibt sich der schüchterne Kellner als Nachwuchs-Schriftsteller aus. Mit Hilfe eines fremden Manuskripts gelangt David überraschend schnell auf die Erfolgsspur und muss plötzlich statt betrunkener Cafégäste viel größere Hindernisse umkurven. Die mit Deutschlands erster Schauspielgarde (Daniel Brühl, Hanna Herzsprung, Henry Hübchen) besetzte Liebeskomödie nach dem Erfolgs­ roman von Martin Suter wirbelt vergnügt durch die Welt der Kritiker-Päpste und Bestsellerlisten. Iro­ nisch, frech und mit viel Gefühl hält der Film dem eitlen Kulturbetrieb den Spiegel vor und plädiert dafür, statt „Rendezvous“ auch einfach mal nur „Verabredung“ zu sagen.

19


Fr, 13. August 2010, 21 Uhr

Vincent will meer D 2010, R: Ralf Huettner mit Florian David Fitz, Karoline Herfurth, Johannes Allmayer, Heino Ferch, 95 min, ab 6 Jahre

20

Vincent lässt alles raus, wenn auch unfreiwillig. Er hat Tourette. Marie lässt nichts rein, will Stärke zeigen und ist spindeldürr. Sie hat Magersucht. Alexander lässt niemanden heran, steckt voller Angst. Er ist neurotisch. Die drei jungen Leute treffen in einem malerisch gelegenen Sanatorium aufeinander, in dem sie zur Therapie untergebracht sind. Doch die Idylle des Ortes trügt. Das Gefühl des Abgescho­ benseins löst beim Trio Fluchtreflexe aus und alsbald sitzen sie, mehr oder weniger freiwillig, in einem gestohlenen Auto. Sympathisch und ohne zu diskre­ ditieren zeigt das amüsante Roadmovie die Handikaps der Ausreißer und wie selbstironisch die Drei damit umgehen. Regisseur Ralf Huettner hat bereits mit „Die Musterknaben“ und der TV-Serie „Dr. Psycho“ sein humoristisches Talent unter Beweis gestellt.

Mo, 16. August 2010, 21 Uhr

Hangover USA 2009, R: Todd Phillips mit Bradley Cooper, Ed Helms, Zach Galifianakis, Heather Graham, Mike Tyson, 100 min, ab 12 Jahre

Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist. Aber manchmal könnte ein zurückkehrendes Gedächtnis für die weitere Lebensplanung von Vorteil sein. Vier junge Männer wollen es noch einmal so richtig krachen lassen und fahren zum Junggesellenabschied nach Las Vegas. Nach einer feuchtfröhlichen Party fehlt am nächsten Morgen allerhand: ein Schneidezahn, die Erinnerung an die letzte Nacht und was als größter Verlust zu vermelden ist: Wo steckt eigentlich der Bräutigam? Die verbliebenen drei Musketiere versuchen mühsam die letzten 24 Stunden zu rekonstruieren und den Ehemann in spe zu finden, denn der Countdown läuft. Zwar ist Todd Phillips als Komödienregisseur kein Unbekannter mehr („Starsky & Hutch“, „Old School“), aber mit „Hangover“ gelang ihm 2009 ein echter Überraschungserfolg. Über zwei Millionen Zuschauer lachten hierzulande über das Quartett, das bei sei­ nem Versuch, noch einmal als One-Night-Machos die Puppen tanzen zu lassen, gnadenlos scheitert.


Fr, 20. August 2010, 21 Uhr

Stieg Larsson: Verblendung S 2009, R: Niels Arden Oplev mit Noomi Rapace, Michael Nyqvist, Sven-Bertil, 153 min, ab 16 Jahre

Mit „Verblendung“ startet das Stieg Larsson „Mille­ nium“-Triple-Wochenende im Schiffbauergasse Open Air Kino. Im ersten Teil der Krimi-Trilogie stoßen die geniale, aber unkonventionelle Hackerin Lisbeth Salander und der grüblerische Vorzeige-Journalist der Zeitung „Millenium“, Mikael Blomkvist, bei den Recherchen um die verschollene Nichte des Großindustriellen Henrik Vanger auf düstere Famili­ engeheimnisse. Jahrzehntelang erhält Vanger an einem Geburtstag stets das gleiche Geschenk, eine eingerahmte Trockenpflanze. Bis zu ihrem Ver­ schwinden hatte Vangers Nichte ihm jedes Jahr eine gepresste Blüte geschenkt. Blomkvist soll in Vangers Auftrag das Rätsel lösen. Regisseur Niels Arden Oplev hat die 800 Seiten der Buchvorlage gestrafft und auf die wesentlichen Aspekte reduziert. Dabei schafft er es exzellent, die wirklich dunklen Seiten detailgenau zu reproduzieren.

Sa, 21. August 2010, 21 Uhr

Stieg Larsson: Verdammnis S 2009, R: Daniel Alfredson mit : Noomi Rapace, Michael Nyqvist, Lena Endre, Peter Andersson, 129 min, ab 16 Jahren

Im zweiten Teil von Stieg Larssons „Millenium“Triple bietet ein Nachwuchsjournalist dem Starre­ porter der Zeitschrift „Millenium“, Michael Blomkvist, eine Enthüllungs-Story über junge illegale russische Prostituierte an, deren Kundschaft bis in oberste Staatskreise reicht. Blomkvist möchte die Geschichte groß herausbringen und beteiligt sich an den Re­ cherchen. Zugleich ermittelt auch seine Bekannte, die Hackerin Lisbeth Salander, in dieselbe Richtung, ohne das Blomkvist davon weiß. Lisbeth Salander treibt ein persönliches Motiv, denn anscheinend ist i h r f r ü h e re r Vo r m u n d B j u r m a n i n d e n Mädchenhandel verwickelt. Als Bjurman und der Nachwuchsreporter tot aufgefunden werden, lenkt sich der Verdacht schnell auf Lisbeth Salander und Blomkvist ist der einzige, der noch an ihre Unschuld glaubt.

21


Mo, 23. August 2010, 21 Uhr

Stieg Larsson: Vergebung S 2009, R: Daniel Alfredson mit: Noomi Rapace, Michael Nyqvist, Lena Endre, Jacob Ericksson, 146 min, ab 16 Jahre

22

Der dritte Teil von Stieg Larssons „Millenium“-Triple beginnt im Krankenhaus. Die selbstbewusste und freiheitsliebende Computerhackerin Lisbeth Salander liegt auf der Intensivstation. Sie hat den Kampf gegen ihren ärgsten Widersacher, den Unterweltkönig Zala, nur knapp überlebt und schwebt weiterhin in Gefahr. Denn nicht nur der Geheimdienst will sie mit allen Mitteln mundtot machen, um die Verbindungen von Zala zur Regierung zu verschleiern. Auch die Seil­ schaften ihres Vormundes trachten ihr nach dem Leben. Salanders Bekannter, Journalist Michael Blomkvist, versucht alles, um Lisbeth zu schützen und ihre Unschuld zu beweisen. Es gibt nur eine letzte Chance. Ein furioser Abschluss der Trilogie.

Fr, 27. August 2010, 21 Uhr

Der Ghostwriter F/D/GB 2010, R: Roman Polanski mit Ewan McGregor, Pierce Brosnan, Kim Cattrall, 128 min, ab 12 Jahre

Wer ist hier Marionette und wer Marionettenspieler? Wer zieht die Fäden und wer muss nach Kommando tanzen? Der skrupellose Premierminister Adam Lang lässt sich von einem Ghostwriter seine Memoi­ ren schreiben. Als der ursprünglich beauftragte Autor unter mysteriösen Umstanden ums Leben kommt, wird ein neuer, im politischen Geschäft aber unerfahrener Schreiber engagiert. Der Neue glaubt, aus professioneller Distanz objektiv berichten zu können, aber ein Skandal spült Langs Vergangenheit an die Oberfläche und beide müssen ihre Strategien ändern. Roman Polanskis Verfilmung eines Romans von Robert Harris ist ein Thriller mit politischem Background. Es geht um Macht und ihren Preis, aber auch um den Preis der Nähe zur Macht. Mit einer Atmosphäre, so unheilvoll wie ein langsam wirkendes Gift, zersetzt das in Babelsberg und auf Usedom gedrehte Werk die Körper und Ideen seiner Protagonisten und will Ähnlichkeiten mit der Karriere des ehemaligen britischen Premierministers Tony Blair offenbar nicht vermeiden.


Sa, 28. August 2010, 21 Uhr

Boxhagener Platz D 2010, R: Matti Geschonneck mit Gudrun Ritter, Michael Gwisdek, Jürgen Vogel, Meret Becker, 102 min, ab 6 Jahre

Love, Peace und Schlangestehen. Berlin 1968. Während im Westteil die Studenten von der Weltre­ volution träumen und pausenlos über neue Ge­ schlechterrollen diskutieren, kämpft Oma Otti im Friedrichshain mit viel handfesteren Problemen. Sexuell ist sie längst befreit, trägt sie doch bereits zum sechsten Mal einen Ehering am Finger. Vielmehr beschäftigt sich die lebensfrohe Otti damit, der alltäglichen DDR-Mangelwirtschaft ein Schnippchen zu schlagen. Als jedoch ihre gute Quelle im Fisch­ handel eines Morgens tot aufgefunden wird, sorgt dies für Unruhe rund um den Boxhagener Platz. Anrührend und lakonisch, aber ohne ostalgisch zu werden, schaut Matti Geschonneck ein Stück weit auf seine eigene Kindheit zurück. Der in Potsdam geborene und in Ost-Berlin aufgewachsene Regis­ seur zeichnet mit Herz und feiner Linie ein ironisches und kraftvolles Bild vom Berlin der bleiernen WalterUlbricht-Endphase.

Der Open Air Kinosommer 2010 ist eine Veranstaltung der Waschhaus Potsdam gGmbH und des cinemarstall e.V. und wird freundlich unterstützt durch die Landes­ hauptstadt Potsdam, FB Kultur & Museum

23

Impressum Herausgeber: Waschhaus Potsdam gGmbH, Schiffbauergasse 6, 14467 Potsdam, Tel. 0331 27156-0, Fax 0331 27156-33, kontakt@waschhaus.de, www.waschhaus.de Redaktion: Tim Steinhauer, Antje Wittig (cinemarstall), Katja Dietrich-Kröck, Lisa Ritscher (Waschhaus) Fotos: Alle Fotos sind Pressebilder, die von den jeweiligen Filmverleihern zur Verfügung gestellt wurden. Gestaltung: HELLOGRAPH (Umschlagseiten), Waschhaus, Robert Witzsche (Innenseiten) Druck: Druckerei Rüss, Potsdam Druckfehler und Änderungen vorbehalten.


TITELGESTALTUNG: HELLOGRAPH

FOTO: A SINGLE MAN

Open Air Kinosommer 2010  

am Waschhaus, Schiffbauergasse Potsdam 4. Juni 2010 - 28. August 2010

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you