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RÜCKBLICKE +AUSBLICKE 50 Jahre Skilifte Warth

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Die Anfänge Die 60er Jahre Skiasse ¬ ¬ Die 70er Jahre skipioniere Die 80er ¬ ¬ jahre blicke hinter die kulissen Die ¬ ¬ 90er jahre Die 2000er jahre zukunft


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RÜCKBLICKE

I mp res s um Konzeption und Projektleitung: Thomas Übelher Redaktion & Text: Elisabeth Willi | Konzept und Gestaltung: Baschnegger Ammann und Partner | Beratung: Ronald Hinteregger, Marlene Bitriol | Art Direction: Elke Kocevar | Grafik: Stefan Vögel | Lektorat: proverb | Bildbearbeitung: Armin Kofler, Vision Studios | Fotos: Skilifte Warth, Alexander Bayer, Lothar Bösch, Doppelmayr, Foto Felder Mellau, Norbert Fritz, Robert Hefel, Franz Walter Huber, Oswald Jäger, Alex Kaiser, Hubert Strolz, Stefan Strolz, Thomas Walch, Helmut Zimmermann | Druck: VVA Dornbirn | Herausgeber: Skilifte Warth GmbH & Co KG Erscheinungsdatum: Juni 2013


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Edito r ial Sehr geschätzte Freunde und Partner der Skilifte Warth, das charmante Walserdorf Warth steht für gelebte Skitradition: Der Warther Pfarrer Johann Müller war bereits 1894 am Tannberg als erster in der Region mit Ski unterwegs. In den 1920er Jahren gründeten Skipioniere den Skiclub und die Skischule Warth. Anfang der 1960er Jahre war das Leben im Bergbauerndorf hart, karg und entbehrungsreich. Bürgermeister Meinrad Hopfner und seine Mitstreiter sahen im Fremdenverkehr eine Chance, die Entwicklung von Warth zu sichern. Zahlreiche Investoren aus dem Vorarlberger Rheintal, aus Warth und Lech sowie aus dem Kreis der deutschen Gäste glaubten an Warth und an dessen Potenzial als Wintersport-Ort. Am 1. Juni 1963 gründeten sie die Skilifte Warth Strolz KG. Der Bau des Einer-Sesselliftes Steffisalp im Jahr 1963 sollte das Dorf entscheidend prägen. Mit Pioniergeist, Mut und Leidenschaft haben sie die Grundlage für den Tourismus in Warth geschaffen und ausgebaut. Heute, 50 Jahre später, ist aus dem einen ersten Skilift ein Unternehmen entstanden, welches in der Wintersaison über 200 Mitarbeiter beschäftigt. Das gemütliche Walserdorf mit seiner faszinierenden Natur und der einzigartigen Schneesicherheit lässt Tag für Tag die Träume der Gäste wahr werden. Mit Weitsicht, Mut und Tatkraft wollen wir, die nachfolgenden Generationen nach den Gründern, die Entwicklung des Tourismus in Warth und in der Region weiter mitgestalten – ganz so, wie unsere Mütter und Väter vor 50 Jahren begonnen haben.

Dr. Johannes Hefel,

Aufsichtsratsvorsitzender der Tourismusbetriebe Warth Holding GmbH Warth, am 1. Juni 2013


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RÜCKBLICKE

Inhalt

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Pfarrer Müller

Der Skipionier am Tannberg 1894 brachte der Warther Pfarrer Müller das Skifahren in die Region.

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Die ersten Gäste

Wegbereiter des Fremdenverkehrs In den 1920er Jahren entdeckten die ersten Gäste Warth als Urlaubsort. Skipioniere gründeten Skiclub und Skischule und bauten erste Aufstiegshilfen.

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Wiege der Sieger

Von Warth zur Weltklasse Warth brachte über Generationen zahlreiche Ski-Asse hervor, allen voran Olympiasieger Hubert Strolz und Wiltrud Drexel.

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Die 60er Jahre

Start mit Hindernissen Die Gründung der Skilifte Warth verspricht eine große Chance im Fremdenverkehr. Die ersten Betriebsjahre gestalten sich schwierig, 1968 treten die Gesellschafter erfolgreich die Flucht nach vorne an.


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43 Die 70er Jahre

„Am Mute hängt der Erfolg“ Vier Lifte werden gebaut, das Skigebiet mit dem Salober verbunden. Der Olympiaerfolg von Wiltrud Drexel sowie die Österreichischen Meisterschaften steigern den Bekanntheitsgrad von Warth.

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Die 80er Jahre

Warth wird zum Publikumsmagnet

Immer mehr Skifahrer sind vom schneesicheren Skigebiet Warth-Schröcken begeistert. 1989 wird Warth nächtigungsstärkste Gemeinde im Bregenzerwald.

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Die 90er Jahre

Neue Dimension in Qualität und Komfort Die Gesellschafter investieren kräftig, um den Komfort weiter zu steigern: In vier Jahren werden drei neue Bahnen gebaut.

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Die 2000er Jahre

Der Wandel zum Tourismusanbieter Warth-Schröcken zählt zu den modernsten Skigebieten Europas. Die Skilift-Gesellschaft entwickelt sich zum Tourismusanbieter und legt ein Bekenntnis zur Region ab. Zukunft

Ein Blick nach vorne Die Verantwortlichen blicken positiv in die Zukunft. Die Verbindung nach Lech ist ein Meilenstein, weitere Projekte sind geplant. Mitarbeiter

Mit Engagement zum Erfolg Die Mitarbeiter der Skilifte Warth leisten einen wesentlichen Beitrag zum Unternehmenserfolg. Ein Blick hinter die Kulissen. Skigebietstechnik

Von einfachen Hilfsmitteln zu modernem Hightech Vor 50 Jahren präparierte man die Pisten mit einer einfachen Aluminiumwalze. Heute stehen dafür Hightech-Geräte zur Verfügung. Das Dorf Warth

Lebensgrundlage Tourismus Der Tourismus ist in Warth die Lebensgrundlage schlechthin. Er schafft Infrastruktur, von der die ganze Bevölkerung profitiert. Pioniergeist, Mut und Leidenschaft

Funktionsträger Engagierte Menschen leiteten und leiten die Geschicke der Skilifte Warth und derer Partnerbetriebe von 1963 bis heute. Skilifte Warth

Meilensteine Die Höhepunkte in der Historie der Skilifte Warth auf einen Blick.


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RÜCKBLICKE

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P far re r Müller

Der Skipionier am Tannberg Warth kann auf eine lange, gelebte Skigeschichte zurückblicken: Bereits 1894 entdeckte Pfarrer Johann Müller die Ski als praktisches Fortbe­ we­gungsmittel für den schneereichen Tannberg. Er fuhr als Erster auf Ski von Warth nach Lech und brachte damit das Skifahren in die Region.

Früher gestaltete sich die Fortbewegung in Warth sehr beschwerlich: Meterhohe Schneemassen schlossen das Dorf ein, wochenlang konnte wegen Lawinengefahr kein Mensch die Gemeinde erreichen oder verlassen. 1894 entdeckte Pfarrer Johann Müller – von 1891 bis 1896 Pfarrprovisor in dem kleinen Walserdorf – eine Neuheit in einer Zeitschrift: Die Menschen in Norwegen und Schweden konnten sich dank Ski selbst bei zwei Meter Schnee und mehr gut fortbewegen. Diese Bretter wären für den Tannberg auch sehr praktisch, dachte Pfarrer Müller und bestellte sie. Welch eine Sensation, als er sie schließlich in Händen hielt: „Damals hatte noch kein Mensch auf Tannbergs Höhen und nur wenige im Ländle von Ski gehört,


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Besiedelung durch die Walser

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Der Warther Pfarrer Johann Müller.

früher.

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hunderts.

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Skivergnügen

Warth in der ersten Hälfte des vergangenen JahrDer Adler in Hochkrumbach. Er besteht seit 1713.

Warth hat Skitradition, Skifahrer in den 1930er Jahren.

oder gar einen solchen gesehen“, berichtete Pfarrer Müller*. Doch wie sollte er diese neuartigen Holz­latten benutzen? Dem Bild in der Zeitschrift entnahm Hochwürden, dass die Brettchen an die Schuhe geschnallt werden und dass ein langer Stock zum Laufen benutzt wird. „Ich wartete bis Abends, um nicht gesehen und ausgelacht zu werden, und versuchte im großen Neuschnee des Pfarrwidums mein Glück. Doch – da lag ich schon im Schnee und so immer wieder bis gegen Mitternacht.“* Die Wurzel des Übels: Pfarrer Müller verwendete die Ski wie Schlittschuhe; er rutschte erst mit dem einen, dann mit dem anderen Fuß vor. Am übernächsten Tag jedoch hatte er den Bogen heraus und machte sich auf den Weg nach Lech. Trotz einiger Stürze erreichte der Gottesmann nach eineinhalb Stunden heil sein Ziel. Als er nach Warth zurückkehrte, wurde er von den Bauern mit der „Bazida“ (Milchkanne) am Rücken empfangen. „Da gab es große Augen und ein Fragen“, erzählte Pfarrer Müller. „Das eindeutige Urteil war: Das wäre etwas Praktisches für den Tannberg.“* Der Skipionier vom Tannberg fuhr mit seinen „Schwedischen“ noch oft nach Lech sowie nach Hochkrumbach und Schröcken. Bald fand er Nachahmer, vor allem bei den Schulbuben, die aus Fassdauben einfache Ski herstellten und sich im Schneereich gut fortbewegen konnten.

Im 13. Jahrhundert verließen viele Menschen das Wallis in der Schweiz. Die Walser galten als gute Bergbauern, und deshalb erhielten sie in Vorarlberg besondere Rechte, damit sie sich in den hochgelegenen Gegenden niederließen. Um 1300 besiedelten die Walser Warth. Das Walsergericht Tannberg umfasste damals die Gemeinden Lech, Bürstegg, Warth, Hochkrumbach, Schröcken und Mittelberg. Die raue Natur in dem Bergdorf schrieb ein karges, mühevolles Leben vor. Jahrhundertelang waren die Walser als Bauern und Säumer tätig. Der Saumpfad von Warth zum Schrofenpass nach Bayern war eine wirtschaftliche Lebensader. Warth lag auch an der Salzstraße: Von Hall in Tirol über das Lechtal wurde das „Weiße Gold“ nach Süddeutschland gebracht. Die Verkehrsrouten verlagerten sich, als 1884 die Arlbergbahn fertig gestellt, 1897 die Flexenstraße ausgebaut und von 1903 bis 1910 die Straße von Lech nach Warth verbessert wurde. Die Lechtalstraße entstand von 1905 bis 1908, von 1933 bis 1953 wurde die Tannbergstraße gebaut.

Auf Pfarrer Müllers Spuren wandeln Eingebettet in unberührte, schneereiche Natur führt die Pfarrer Müller Freeride-Tour von Warth nach Lech und retour. Die Teilnehmer können in die Zeit der Jahrhundertwende um 1900 eintauchen und der Besiedelungsgeschichte der Region nachspüren.

5 * Im März 1948 druckte das Vorarlberger Volksblatt einen Bericht Pfarrer Müllers ab. Aus diesem Text stammen die Zitate.


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RÜCKBLICKE

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D ie er s ten G äs te

Wegbereiter des Fremdenverkehrs Ab den 1920er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entdeckten die ersten Gäste Warth als Urlaubsort. Mit der Gründung des Skiclubs sowie der Skischule und den ersten Aufstieghilfen wurde der Skisport gefördert.

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Die ersten Triebe des Fremdenverkehrs sprossen in Warth kurz nach dem Ersten Weltkrieg. Bis dahin gab es in dem Wal­serdorf zwei Gasthäuser: den Tiroler­hof und den Adler in Hochkrumbach, die beide bereits seit zwei Jahrhunderten Quartier für durchreisende Händler, Säumer und Sommerfrischler boten. 1924 begann Pfarrer Josef Essl, in der „Pension Pfarrhof“ Gäste zu bewirten. 1928 verabschiedete er sich von Warth und die Pforten der Pension schlossen sich. In diesem Jahr eröffnete das Hotel Biberkopf, das mit einer Zentralheizung bereits auf den anspruchsvollen Winter­ gast ausgerichtet war. Ebenfalls 1928 erfolgte ein bedeutender Schritt für die kleine Bergbauerngemeinde: Der Skiclub

und die Skischule Warth wurden ge­grün­ det. Sportprofessor August Dietrich hatte maßgeblich dazu angeregt, wei­ tere Gründungsmitglieder waren: die Berg­führer Erich Strolz und Otto Fritz sowie die Gastwirte Franz und Johann Huber. Die Männer wollten den Skilauf forcieren und den Fremdenverkehr an­ kurbeln. Die meisten Gäste reisten zu dieser Zeit mit der Arlbergbahn nach Langen an, wo die Warther sie mit einem Schlitten abholten. Durchschnittlich drei Wochen gönnten sich die Urlauber damals in Warth. Die Skikurse wurden beim „Monte Huber“ oberhalb des See­ bachs gehalten, die Skilehrer lehrten vor allem den „Kristiana“ (Parallelschwung). Wer sicher genug auf Ski stand, durfte


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Erste Wintergäste in Warth.

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Der Stemag-Lift von Wal-

ter Huber.

Wer sicher genug auf Ski stand, durfte mit zur

Fell-Tour.

Gästetransport von Warth über Lech nach Langen.

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Noch in den 1950er Jahren wurde das Gepäck der Gäste mit

dem Schlitten transportiert.

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Otto Fritz, Pionier des Skiclubs

und der Skischule .

mit zur Fell-Tour. Der Fremdenverkehr ent­wickelte sich erfreulich, kam 1933 jedoch abrupt zum Stillstand: In Deutschland wurde die 1.000-MarkSperre gegen Österreich verhängt; deutsche Staatsbürger – die den Großteil der Warther Gäste ausmachten – mussten beim Grenzübertritt nach Österreich 1.000 Reichsmark (heute etwa 4.100 Euro) bezahlen. Die Flaute im Fremden­verkehr dauerte bis nach dem Zweiten Weltkrieg, von da an ging es Schritt für Schritt bergauf. Seit seiner Gründung 1928 hatte der Skiclub zahlreiche Rennen veranstaltet. Als legendärste galten die WartherhornRennen, die von den 1930er bis in die 1950er Jahre stattfanden. Die Skirennfahrer stie­gen über die Wolfegg zum Wartherhorn-Sattel auf, bei der Abfahrt presch­ten sie über die Luchere und die Huberställe ins Dorf. Mitglieder, die im internatio­na­len Ski-Zirkus vorne mitmischen, sind der größte Stolz jedes Ski­clubs. Aus den Reihen des Skiclubs Warth stiegen gleich mehrere Topathleten empor: Olympia­sieger Hubert Strolz, Olympia-Dritte Wil­trud Drexel sowie Hannes Brenner und Johannes Strolz.

Als der Fremdenverkehr nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zum Leben erwachte, fehlte im schneereichen Warth vor allem eines: ein Lift. Es war der Wirt vom Tirolerhof, Walter Huber, der 1954 den ersten aufstellte – einen einfachen Stemag-Lift mit zwei Bügeln, der nach Belieben auf- und abgebaut werden konnte. Beim Hotel Sonnenfluh in Gehren wurde um dieselbe Zeit die beste­hen­de Materialseilbahn von Alfons Strolz in eine einfache Aufstiegshilfe adaptiert, indem Bügel an das Seil gehängt wurden. Ende der 1950er stellte der Zöllner Alois Juen ober­ halb der Alpenrose in Lechleiten einen Stemag-Lift auf. Den ersten Schlepplift mit fixen Stützen, den Ruth-Lift, ließ 1958 Alwin Stadelmann aus Schwarzach er­ bauen. Er stand in der Dorfmitte neben dem Sennhaus und wurde 1963 in die neu gegründete Skilift-Gesellschaft eingegliedert. In Lechleiten errichtete Edi Bechter 1963 beim Holzgauerhaus einen Schlepplift. Durch all diese Maßnahmen – die Grün­dung des Skiclubs und der Skischule, die ersten Aufstiegshilfen – war ein Grund­stein für die künftige Entwicklung des Fremdenverkehrs gelegt worden.

Skischule Warth Die Skischule Warth zählt heute 75 bestens ausgebildete Schneesport­ lehrer. Skifahrer, Snowboarder, Freerider und Trendsportler erlernen mit Hilfe des motivierten Teams die modernste Fahrweise oder optimieren ihr Können.

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RÜCKBLICKE

Wiege d e r S ieger

Von Warth zur Weltklasse Fünf Monate Schnee und eine optimale Infrastruktur direkt vor der Haustüre: Warth hat über Generationen viele sehr erfolgreiche Wintersportler hervorgebracht, allen voran Olympiasieger Hubert Strolz und Olympia-Dritte Wiltrud Drexel.

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2 Frau Holle beschenkt Warth reichlich mit Schnee – für Wintersport-Begeisterte ist dies ein Traum, für künftige Weltklasse-Skifahrer ein möglicher Grundstein ihrer Karriere. So konnte Wiltrud Drexel, als sie in den 1950er Jahren ein kleines Mädchen war, in jeder freien Minute die Hänge hinunter wedeln, zehn Jahre später ebenso der junge Hubert Strolz. Beide besaßen Talent, und sie konnten es spielerisch entfalten – vor der Haustüre. Bürgermeister und Schulleiter Meinrad Hopfner wies beiden Schulkindern den Weg zum Skichampion. Er ermutigte und unterstützte Wiltrud von ihrem ersten Rennen an. Rückblickend sagt die


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Drei Generationen Warther Ski-Asse: Hubert Strolz, Wiltrud

Drexel, Johannes Strolz.

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Sapporo.

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Wiltrud Drexel, Olympia-Dritte 1972 in

Olympia­­sieger „Hubsi“.

es bis in den alpinen Ski-Weltcup.

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Hannes Brenner schaffte

Hubert Strolz erhält anläss-

lich seines Olympiaempfanges ein Anerkennungsgeschenk der Skilifte Warth, überreicht von Gerhard Bayer.

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Alois Bickel, erfolg-

reicher Freeride-Profi aus Warth.

Warther Ski­heldin über den legendären Bürger­meister: „Ohne ihn wäre ich heute eine andere." Als Hubert zehn Lenze zählte, wies Meinrad Hopfner seine Eltern darauf hin, dass in Schruns eine Ski­haupt­schule eröffnen werde. Ein Jahr später besuchte Hubert diese Schule. Wiltruds Talent, ihr unermüdlicher Eifer und die tausenden Stunden an Training fanden bei den Olympischen Spielen 1972 in Sapporo mit dem dritten Platz im Riesentorlauf ihren Höhepunkt. Huberts Anstrengungen wurden 1988 bei den Olympischen Spielen in Calgary mit der Goldmedaille in der Kombination und der Silbernen im Riesenslalom gekrönt. Für beide Olympioniken, die während ihrer Renn-Laufbahn die ganze Welt bereisten, war klar: Nach Beendi­ gung ihrer Karriere würden sie nach Warth zurückkehren. Der Erfolg ist bei­den nie zu Kopf gestiegen. Sie sind bodenständige, bescheidene Menschen. Wiltrud arbeitete nach ihrer RennlaufKarriere als Skilehrerin und führt heute noch eine Gästepension. Hubert ist Landwirt, Skilehrer und betreibt ebenfalls

mit seiner Familie eine Gästepension. Die beiden Spitzensportler leisteten mit ihren Erfolgen sehr wertvolle Dienste für ihre Heimat und trugen wesentlich zur Steigerung des Bekanntheitsgrades von Warth bei. Eine Generation nach Hubert Strolz wiederholte sich die Geschichte: Talen­ tierte Kinder frönten ihrem Hobby Ski­fahren vor der Haustüre mit einer idealen Infrastruktur – fünf Monate lang. Der Förderer der Jugend war erneut ein Lehrer und Direktor: Markus Schatzmann. So oft wie möglich veranstaltete er den Sportunterricht auf der Skipiste. Einer seiner Schüler, Hannes Brenner (29), schaffte es bis in den alpinen Weltcup. Ein anderer, Alois Bickel (30), schlug einen neuen Weg ein und wurde erfolgreicher Freeride-Profi. Er kennt Skigebiete in der ganzen Welt. „Warth ist absolut toll und mit Abstand das variantenreichste Ski­gebiet. Die Schneequalität von De­zem­ber bis April ist einzigartig“, schwärmt er. Das Warther Ski-Gen vererbte sich weiters an Martina und Silvia Brenner

sowie an Christian Fritz. Patrik Huber machte sich als Snowboard-Profi einen Namen. Der neue, aufgehende Stern am Warther Ski-Himmel ist Johannes Strolz (20), der Sohn von Hubert. Er erreichte bereits Top-Platzierungen bei FIS-Rennen und fährt seit zwei Saisonen im Europa­ cup. Wie sein Vater stand er schon mit 2,5 Jahren auf Ski. Von seinem Papa unterstützt, aber nicht getrieben oder gedrängt, geht er seither seinen Weg mit dem Ziel Weltcup. Das kleine Bergdorf Warth hat zahlreiche Wintersport-Profis hervorgebracht. Es war aber auch Veranstaltungsort wichtiger Rennen: 1974 fanden hier die Internationalen Österreichischen Meisterschaften Alpin statt, ebenso 1991. 2008 wurde die Internationale Versehrten­meisterschaft Alpin im Skigebiet Warth-Schröcken ausgetragen. Einige Größen des Ski-Zirkus vergangener Tage trainierten regelmäßig in Warth: Ingemar Stenmark, Marc Girardelli, die Lechtaler Sigrid Wolf und Pepi Strobl sowie die japanische und die französische Nationalmannschaft.


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RÜCKBLICKE

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Spleißarbeiten für den Einer-Sessellift Steffisalp.

Sommer 1964.

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Die Talstation Steffisalplift im

Der Einer-Sessellift Steffisalp, der Grundstein der Skilifte Warth.

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D ie 6 0 e r J a hre

Start mit Hindernissen Das Jahr 1963 ist eine Zäsur für das Dorf Warth: Die Skilifte Warth werden gegründet, der neue Steffisalplift verspricht eine Chance im Fremdenverkehr, dieser bietet eine Perspektive für die Bevölkerung. Die ersten Betriebsjahre der Skilifte gestalten sich schwierig. 1968 treten die Gesellschafter die Flucht nach vorne an.

Warth, Anfang der 1960er Jahre: Das Walserdorf zählt 120 Einwohner, die Landwirtschaft ist in der kargen Bergregion eine der wenigen Möglichkeiten, das tägliche Brot zu verdienen. Der Fremdenverkehr steckt in den Kinderschuhen, er bietet für einige Warther einen willkommenen Nebenverdienst. Das Dorf verfügt über 220 Gästebetten. Die Zimmer sind spartanisch eingerichtet: Anstelle von Fließwasser gibt es Wasserkrug und Schüssel, die WCs befinden sich am Gang. Die Winter sind hart und schneereich, dauern sechs Monate und länger. Oft ist die Gemeinde von der Außenwelt abgeschnitten, manchmal wochenlang. Die jungen Warther, die eine Ausbildung nach der Hauptschule absolvieren möchten, verlassen das Dorf. Meinrad Hopfner, Bürgermeister und Lehrer von Warth, befürchtet, dass sie nicht zurückkehren und die Zukunft des Bergdorfes gefährdet ist.

In der Schneesicherheit Warths sieht Meinrad Hopfner eine große Chance für seine Heimat: Durch einen Sessellift, der die attraktiven Hänge am Fuße des Wartherhorns erschließt, könnten der Fremdenverkehr angekurbelt und Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Warther diskutieren über die Verwirklichung dieser Idee und erkennen bald, dass sie dafür finanzstarke Partner benötigen. 1962 lädt die Gemeinde einen norwegischen Interessenten und Liftproduzenten ein, der die Erschlie­ßung projektieren soll. Mit einem geliehenen, schwarzen Mercedes wird er in Zürich abgeholt, 14 Tage logiert der Herr in Warth. Danach meldet er sich nicht mehr. Mut und Weitblick der Gesellschafter Meinrad Hopfner lässt sich davon nicht entmutigen. „Ich kümmere mich um den Lift, baut ihr die Betten“, lautet sein geflügeltes Wort. Wertvolle Mitstreiter


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findet er in Vize-Bürgermeister Ferdinand Fritz, FranzJosef Weissenbach, dem Tirolerhof-Wirt Walter Huber und dem Betreiber des Ruth-Liftes, Alwin Stadelmann. Schließlich werden Interessenten aus dem Rheintal und einige deutsche Gäste, die Warth schätzen, für das Projekt gewonnen. Am 19. März 1963 lädt das Aktionskomitee zur Projektvorstellung in den Tirolerhof. Im Winter ist Warth Anfang der 1960er Jahre per Pkw weder von Lech noch vom Bregenzerwald aus erreichbar – die Interessenten fahren in vier Stunden über das Tannheimer- und Lechtal in das Walserdorf. Beim Rückweg bekommen sie die Launen der Natur zu spüren: Die Lechtalstraße wird beim Biberkopf von einer Lawine verschüttet und muss erst von einer Fräse aus dem Lechtal geräumt werden. Sieben Stunden dauert die Rückreise ins Rheintal. Die Interessenten entschei-

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den sich dennoch für das Projekt. Sie beweisen damit Mut und auch Weitblick: Der Wohlstand in Österreich wächst in jenen Jahren, die Arbeitszeit wird verkürzt – das könnte die Menschen auf die Pisten locken. Bereits wenige Monate später, am 1. Juni 1963, findet im Tirolerhof die Gründungsversammlung der Skilifte Warth-Strolz KG statt. Der Bau des Einer-Sesselliftes Steffisalp wird beschlossen. Der Ruth-Lift von Alwin Stadelmann im Dorf wird dem neuen Unternehmen eingegliedert. Die Gesellschaft besteht aus Rheintaler und deutschen Teilhabern, vielen Warther und einigen Lecher Teilhabern. Die Führungsspitze bilden Komplemen­tär Johann Strolz, Geschäftsführer Meinrad Hopfner, Ausschuss-Vorsitzender Richard Fritz, sein Stellvertreter Alwin Stadelmann sowie die Ausschuss-Mitglieder Lothar Bösch, Robert Hefel, Johann Pfefferkorn und Eduard Rohrbacher.


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Das erste Pistengerät der Skilifte Warth. Es wurde in der Silvesternacht 1968 geliefert. Der Einer-Sessellift Steffisalp, im Hintergrund das Wartherhorn.

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schaft zum Skifahren zum Skilift-Gesellschafter – Robert und Helga Hefel.

Von der LeidenRobert Hefel.

4 Die Bauarbeiten werden umgehend auf­- Juliana frönen bei der Steffisalp dem birner Helmut Zimmermann für diese Skivergnügen. Die erste Saison verläuft Herausforderung. Der junge Elektriker, genommen, bereits am 24. Juni 1964 sehr gut, knapp 50.000 Fahrten werden der zuvor bei den Bödeleliften und der informiert Meinrad Hopfner die Gesell­ gezählt. Der Bau der Bahn kostet mit schafter über den Baubeginn. Der Karrenseilbahn arbeitete, tritt seine Stelle 4,04 Millionen Schilling (293.604 Euro) am 1. Jänner 1965 an. Die Winter Mitte gebürtige Alberschwender ist so sehr von dem Projekt überzeugt, dass er den um einiges mehr, als kalkuliert wurde. der 1960er Jahre sind streng und Deshalb wird bei der Gesellschafterver- schnee­reich. Warth ist tagelang vom Lift bei der Firma Steurer bereits vor der sammlung 1964 eine Kapitalaufstockung Lechtal, wochenlang von Lech und moGründungsversammlung bestellt hat. Hätte er es nicht getan, natelang vom Bregenzerwäre die Bahn in dieser wald ab­ge­schnitten. Nur Saison nicht mehr liefer„Alwin Stadelmann begeisterte mich für die wenige Gäste kommen bar gewesen. nach Warth, die erhoffErschließung des Skigebiets. Diese Idee ten Fre­quenzen werden Erfolgreiche erste Saison fand bald großes Interesse und führte zur nicht erreicht. Im Jänner mit 50.000 Fahrten 1965 erwirtschaftet Am 14. Februar 1964 die Skilift-Gesellschaft Gründung der Skilift-Gesellschaft.“ nimmt der Einer-Sesseleinen Mo­­nats­umsatz Robert Hefel lift Steffisalp den Betrieb von 1.740 Schilling auf. Die Freude im Dorf (126,38 Euro). Wurden beschlossen. Robert Hefel übernimmt ist groß. Da die Straße nach Lech in dem in der ersten Saison beinahe 50.000 in dieser schwierigen Phase die Funktion milden Winter meist geöffnet ist und Fahrten erreicht, sind es in der zweiten des Komplementärs. Nachdem die Be- nur noch 18.997. Die Stimmung ist die Warther Hänge sehr schnee­sicher triebsleitung im ersten Winter durch sind, findet sich von der Nachbargedrückt. Meinrad Hopfner versucht, Erich Müller von Oberlech aus erfolgte, mit Galgenhumor zu motivieren. Sein gemeinde hoher Besuch ein: Der wird nun ein eigener Betriebsleiter gefrühere Bundeskanzler Bruno Kreisky oft gehörter Spruch jener Tage: „Alle und die damalige holländische Königin sucht. Robert Hefel gewinnt den Dornströmen dem Lift entgegen, da kommt


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„1968 war das Jahr von zentraler Bedeutung: Wir entschieden uns für einen Schritt nach vorne, bewiesen Mut, bauten den Wartherhorn-Lift und kauften ein Pistengerät.“

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Hans Hefel

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1968 erfolgte die Erschließung der Abfahrten

am Wartherhorn. neuen Skigebiet .

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Freude und Entspannung im Hans Hefel.


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PORTRAIT Meinrad Hopfner Meinrad Hopfner, von 1960 bis 1992 Warther Bürgermeister und langjähriger Schulleiter, war eine Schlüsselfigur für das Walserdorf: Mit seinem Enthusiasmus und seiner Überzeugungskraft gewann er Gesellschafter für das Skilift-Projekt und engagierte sich als Geschäftsführer der Skilifte von 1963 bis 1991 rund um die Uhr für die Gesellschaft sowie für das Dorf. 1986 wurde er zum Ehrenbürger von Warth ernannt. Der gebürtige Alberschwender starb 1994 im Alter von 68 Jahren, seine letzte Ruhestätte befindet sich am Warther Friedhof.

Bewegende Bilder:

www.warth-schroecken.at/chronik

schon wieder einer!“ Die Gesellschaft gerät in eine schwierige finanzielle Lage, die Gemeinde steht ihr zur Seite und streckt das Geld für die Löhne vor. Die Mitarbeiter der Skilifte müssen sich mit einfachen Mitteln zu helfen wissen: Der Sportunterricht der Warther Schüler wird kurzerhand ins Freie verlegt, damit sie die Pisten treten können. Unterstützung erhalten sie von Gästen, die dafür Freikarten bekommen. Da sich die Straßenverwaltung bei der Skilift-Gründung nicht verpflichtet hat, die Straße vom Ortskern zum Lift frei­ zu­halten, hilft manchmal der Bauer Alfred Fritz aus: Er lässt seinen Ochsen mit dem Gespann einen Weg trampeln. Flucht nach vorne 1967 scheint einigen Gesellschaftern die Lage so prekär, dass sie über die Einstellung des Liftes diskutieren. Die beiden Lecher Teilhaber Martin Walch und Johann Pfefferkorn raten hingegen, zu investieren und einen weiteren Lift

zu bauen. Dadurch bestärkt beweisen die Gesellschafter erneut Mut und treten die Flucht nach vorne an. 1968 erhöhen einige das Kapital, die Erschließung in Richtung Wartherhorn wird projektiert. Hans Hefel übernimmt in dieser entscheidenden Phase die Funktion des Komplementärs und Geschäftsführers. Nach intensiven Dienstbarkeitsverhand­ lungen fällt im September der Startschuss zum Bau des Wartherhorn-Liftes. Kurz vor Weihnachten kann der Schlepplift bereits in Betrieb genommen werden. In der Silvesternacht 1968 trifft das langersehnte, erste Pistengerät, ein Ratrac, in Warth ein. Bis in die frühen Morgenstunden wird dieses Ereignis gefeiert. Der Mut der Gesellschafter wird belohnt, es geht stetig aufwärts: Der Winter 1968/69 verläuft erfolgreich, die attraktiven und schneesicheren Hänge am Wartherhorn-Lift sind beliebt, die Frequenzen nehmen zu. Die Skilifte Warth treten der Wälder­block-Gemeinschaft

bei. Die Gesellschafter möchten dem Gast zusätzlich zum Skivergnügen eine Verpflegung im Skigebiet ermöglichen. Im Betriebs­wär­terhäuschen der Bergstation Steffisalp wird deshalb ein einfacher Kiosk er­rich­tet. Auf einem Doppelgasherd kocht Josefa Strolz Würstchen, es werden Limo und Bier verkauft. Im Dorf erfolgen ebenfalls entschei­den­ de Maßnahmen für die Zukunft: Die Vermieter beginnen zunehmend, ihre Zimmer auszubauen und den Standard zu erhöhen. 1968 fällt nach intensiven Bemühungen von Meinrad Hopfner der Startschuss für den lawinensicheren Ausbau in den Bregenzerwald. Warth, Ende der 1960er Jahre: Das Dorf wandelt sich. Der aufkommende Frem­denverkehr bietet den Warthern eine Perspektive. Sie sind ermutigt, in die Zukunft zu investieren.


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RÜCKBLICKE

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D ie 70 er Jahre

„Am Mute hängt der Erfolg“ Der Mut der Gesellschafter trägt in den 1970er Jahren Früchte, die Skilifte steigen zum drittgrößten Skigebiet Vorarlbergs auf. Mit dem Olympia-Erfolg von Wiltrud Drexel und den Österreichischen Meisterschaften steigert Warth seinen Bekanntheitsgrad. Innerhalb von acht Jahren verdoppelt sich im Walserdorf die Anzahl der Gästebetten.


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Gr0ßer Ansturm bei der

Eröffnung der Jägeralpbahn 1979.

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Neues Pistengerät der Skilifte

Warth.

„Am Mute hängt der Erfolg“, schrieb einst der Schriftsteller Theodor Fontane. Die Ent­wicklung der Skilift-Gesellschaft bestä­tigt dieses Zitat: In den 1960er Jahren trafen die Gesellschafter oft mutige Entschei­dungen, in den 1970er Jahren können sie die frühen Früchte davon ernten. Die Teilhaber blicken mit Vertrauen in die Zukunft – und investieren: 1972 werden der Wannen-

kopf- und der Sonnenlift gebaut. Der Wannenkopf-Schlepplift bewährt sich als Schlechtwetter- und Übungslift. Mit dem Sonnenlift am Fuße des Widdersteins wird ein sonniger, sanf­ter Hang erschlossen, der vor allem bei Familien und Anfängern sehr beliebt ist. Den neuen Skibus-Service zwischen Steffisalp und Salober schätzen die Gäste sehr. Bereits 1972 richten die Gesell­schaf­ter ihren Blick nach Lech und diskutieren über eine Verbindung der beiden Ski­ge­biete. Priorität besitzt jedoch das eigene Skigebiet: Die Erschließung der Jägeralpe und der Bau eines Verbindungsliftes zum Salober werden erörtert. Im Bereich der Steffisalp Talstation erwirbt die Skilift-Gesellschaft Grundstücke, um dort zusätzliche Parkplätze zu bauen. Sie kauft weitere, für die Zukunft wichtige Liegenschaften – trotz der bescheidenen Geldmittel. Die Gesellschafter agieren mit Weitblick. Ende 1971 ändern sich die Strukturen in der Skilift-Gesellschaft: Die neu gegründete Hochtannberg Seillifte Erschließungs GmbH wird als Komplementärin eingesetzt. Bisher hatte eine Person, die mit ihrem Privat­ vermögen haftete, diese Funktion inne. Viel versprechende Zeiten Der technische Fortschritt erleichtert in den 1970er Jahren die Betriebsfüh-

rung: 1971 stationiert das Land Vorarlberg die erste Schneefräse in Warth, bis 1972 wird der Parkplatz der Steffisalp von der Straßenmeisterei-Fräse geräumt. Da­nach werden eigene Geräte der Skilift-Gesell­schaft eingesetzt. 1972 kaufen die Skilifte Warth ein zweites Pistengerät. Im Dorf selbst brechen viel versprechende Zeiten an. Die Warther investieren in den Ausbau der Gästezimmer und der touristischen Infrastruktur, sodass der Fremdenverkehr floriert: 1971 zählt Warth 509 Gästebetten, acht Jahre später bereits 1085. Die Zufahrtsstraßen in das höchstgelegene Bergdorf Vorarl­bergs werden in den 1970er Jahren laufend lawinensicher ausgebaut. War die Ge­meinde 1965 mehr als 120 Tage lang vom Bregenzerwald abgeschnitten, sind es in der Saison 1973/74 nur noch 23 Tage. Warth mit seinen schneesicheren Pisten etabliert sich im stärker werdenden Wettbewerb des Wintertourismus. Internationale Aufmerksamkeit erfährt das Dorf, als die Wartherin Wiltrud Drexel am 8. Februar 1972 bei den Olympischen Spielen in Sapporo im Riesentorlauf die Bronzemedaille er­kämpft. Empfangen wird sie wie eine Olympiasiegerin: Beim Triumphzug durch die Gemeinden von


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2 1 Bewegende Bilder:

www.warth-schroecken.at/chronik

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Bau der Hochalp-Talstation 1979.

sellschaft das Gasthaus Lechtalblick.

1975 kaufte die Ge-

Im Skigebiet: v.l. Hans

Hefel, Helmut Zimmermann, Marianne Bösch, Helmut Battlog, Lothar Bösch, Harald Bösch.

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Lothar Bösch.

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Beim Sonnenlift

am Fuße des Widdersteins mit Skilehrer Edelbert Weissenbach.

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Annemarie Moser-Pröll, Fabienne Serrat und Wiltrud Drexel bei

der Int. Österr. Meisterschaft Alpin 1974 in Warth.

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Mitarbeiter

Skilifte Warth Anfang der 1970er Jahre: v.l. Josef Bickel, Anton Huber, Helmut Zimmermann, Günter Drexel.

Bregenz nach Warth – organisiert von Lothar Bösch und dem Skiclub Bregenzerwald – jubeln tausende Menschen der Wartherin zu. Ein weiterer Meilenstein für die aufstrebende Tourismus­­gemeinde ist die Durchführung der Internationalen Österreichischen Meisterschaften Alpin 1974. Die aktuellen Stars des Ski-Zirkus wie Fabienne Serrat, Annemarie Moser-Pröll oder David Zwilling liefern sich auf den bestens präparierten Pisten ein spannendes Rennen. 15.000 Zuschauer verfolgen gebannt die spektakuläre Wartherhorn-Abfahrt, diese Abfahrt gilt einige Jahre danach noch als schnellste der Welt. Die Warther Sensation wird perfekt: In einem Hundertstel-Krimi gewinnt Wiltrud Drexel gegen Annemarie Moser-Pröll. Das Dorf verfällt in Freudentaumel und lässt seine Skiheldin bis in die frühen Morgenstunden hochleben. Lawinenerlass gefährdet Weiterführung des Betriebs Nur ein Jahr später stehen die Skilifte Warth vor einer fast unüberwindbaren Herausforderung: Nach einem Lawinenunglück in einem österreichischen Skigebiet erlässt das Verkehrsministerium 1975 den Lawinen-

3 erlass und fordert permanente Lawinenschutzmaßnahmen für Bahnanlagen. Am Wartherhorn und am Wannenkopf bestehen keine Lawinenverbauungen – deshalb droht die Betriebseinstellung für die Steffis­ alp-Bahn, die Zubringerbahn ins Skigebiet. Nach intensiven Verhandlungen mit der Behörde wird eine Lösung für den sicheren Weiterbestand gefunden: Bis zur Errich­tung der Lawinenverbauungen kann der Betrieb mit temporären Schutzmaßnahmen weiter geführt werden. Eine dieser Maßnahmen ist der Bau einer Lawinensprengbahn. Zusätzlich muss die Lawinenkommission täglich die Lage beurteilen und sämtliche Pisten sowie Bahnen frei geben. In den folgenden Jahren werden massive Lawinenverbauungen im Bereich Wannen­kopf und Wartherhorn errichtet, für welche die Skilift-Ge­sellschaft beachtliche Beträge bereit-stellt. Nachdem die Weiterführung des Unternehmens gesichert ist, kauft die Gesellschaft 1975 das Gasthaus Lechtalblick, das neben der Talstation des SteffisalpLiftes steht. Den Skilift-Verantwortlichen liegt das Rundum-Wohl der Skifahrer am Herzen, sie möchten ihnen eine preiswerte und gute Verpflegung im


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„Von den 50 Jahren, in denen ich stets in Führungsgremien mitwirkte, waren die 1970er besonders spannend: Das Ski­ gebiet wurde stark erweitert, Warth stei-

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gerte seinen Bekanntheitsgrad erheblich. “

Skige­biet ermöglichen. Josef und Hermi Simma führen den Lechtalblick über viele Jahre mit großem Engagement. All die Investitionen zeigen Wirkung, das Gästeaufkommen steigt. 1976 wird die Kapazität des Einer-Sesselliftes Steffisalp von 470 auf 900 Personen pro Stunde erhöht. Ein Jahr später nimmt der „Kitze-Lift“, ein Stemag-Lift, seinen Betrieb auf. Viele Kinder üben hier ihre ersten Schwünge. Drittgrößtes Skigebiet Vorarlbergs Die Skigebiete Warth und Schröcken rufen 1977 nach intensiven Verhandlungen die Tarif- und Werbegemein­schaft „Skitreff Hochtannberg“ ins Leben. Damit die Gäste komfortabler von einem Skigebiet ins andere gelangen, diskutieren Vertreter der Gesellschaften über den Bau eines Verbindungsliftes, der zugleich die schneesicheren Pisten des Hochalp-Plateaus erschlie­ßen soll. Im Gespräch sind der Mulden- und der Karhornlift, projektiert wird schließlich der Hochalplift. Gleichzeitig wird der Bau der Jägeralpbahn beschlos­sen. 1979 stocken die Gesellschafter das Kapital auf, um die Projekte zu realisieren.

Lothar Bösch

Der Spatenstich für die beiden Bahnen erfolgt erst Ende August 1979. Trotz schwieriger Umstände – häufiger Schneefall, kaum Hubschrauber im Einsatz – gelingt es bis zum Saison­start im Dezember, die Anlagen in Betrieb zu nehmen. Der Ministerialbeamte, der die Betriebsbewilligung erteilt, zeigt sich von der Jägeralpbahn beeindruckt: „Ich habe vermutet, hier eine Baustelle anzutreffen. Ich habe mich sehr getäuscht, denn ich habe eine Anlage gesehen, wie es sie selten gibt.“ Das Thema Nachhal­tigkeit wird bei den Skiliften Warth bereits Ende der 1970er Jahre gelebt: Durch Wärmerückgewinnung bei der Jägeralpbahn kann die Bergstation beheizt werden. Die Skilifte Warth betreiben inzwischen acht Anlagen. Dank der beiden neuen Bahnen und der damit er­­folg­ten Verbindung nach Schröcken, wird WarthSalober zum drittgrößten Skigebiet in Vorarlberg. Knapp 17 Jahre sind seit der Gründung der Skilifte Warth ins Land gezogen. Die Gesellschafter haben bisher auf jegliche Auszahlung verzichtet und statt­dessen investiert: 63 Millionen Schilling (4,58 Millionen Euro) von 1963 bis 1980.

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RÜCKBLICKE

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Schneebars waren in den 1980er

Jahren topmodern, auf dem Bild Otto Simma.

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Das neue Gasthaus Stef-

fisalp im zeitlos schönen Landhaus-Stil.

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Transport der Umlenkscheibe für die

neue Steffisalp-Bahn.

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D ie 8 0 er Jah re

Warth wird zum Publikumsmagnet Immer mehr Wintersportler begeistern sich in den 1980er Jahren für das schneesichere Skigebiet Warth-Schröcken. Die Gesellschafter der Skilifte Warth investieren in die ersten Komfortverbesserungen: Die Wartherhorn­ Bahn und das Gasthaus Steffisalp werden gebaut. 1989 ist Warth die näch­ tigungsstärkste Gemeinde des Bregenzerwaldes. 20 Jahre nach der Gründung der Skilifte Warth dürfen die Gesellschafter mit Stolz zurückblicken: Sie meisterten manche Herausforderung und investierten mit Geschick sowie Weitblick. Das Unternehmen entwickelte sich sehr erfolgreich. Dies spiegelt sich in der Anzahl an Fahrten pro Saison wider: Wurden in der ersten Saison 1964 knapp 50.000 Fahrten gezählt, überschritten sie 1975 erstmals die Millionen- und im Winter 1981/82 die Zwei-Millionen-Marke. Das komfortable Skigebiet Warth-Schröcken ist bei vielen Skifahrern aus dem Bregenzerwald und dem Lechtal sehr beliebt. Sie schätzen die schneesicheren und abwechslungsreichen Pisten. Durch den lawinensicheren Ausbau der Straßen – die Strecke von Schröcken nach Nesslegg wird ab 1985 wesentlich verbessert – gibt es in Rich­tung Bregenzerwald und Lechtal kaum

noch Straßensperren. Eine enge Partnerschaft pflegen die Skilifte Warth nicht nur mit den örtlichen Touristikern, sondern auch mit jenen des Bregenzerwaldes und des Tiroler Lechtals. Für die Auslastung der Skilifte sind die Lechtaler Gäste von besonderer Bedeutung, das Tal schätzt das komfortable Skigebiet. Mit dem Bregenzerwald wie mit dem Lechtal gibt es Skipass-Gemeinschaften: „Lechtal mit Warth & Salober“ seit Anfang der 1980er Jahre, bereits seit Ende der 1960er Jahre besteht der Skipass Hinterbregenzerwald, entstanden aus dem Wälderblock. Damit die Skifahrer stressfrei und umweltfreundlich ins Skigebiet gelangen, werden in den 1980er Jahren Skibus-Systeme ins Leben gerufen.


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Entspannen auf der Sonnenterrasse. Während das Gasthaus Steffisalp (rechts)

gebaut wurde, war der Lechtalblick noch in Betrieb.

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Hubschraubertransporte beim Bau

der Steffisalp-Bahn.

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Gerhard Bayer.

neue Wartherhorn-Bahn, erbaut 1984.

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Die


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„Wer rastet, der rostet. Daher unsere Devise der 1980er Jahre: Weiter investieren zum Wohle von Warth, unserer Skifahrer und unserer Region. “ Gerhard Bayer

Neue, attraktive Abfahrten beim Wartherhorn Bereits 1983 beraten die Gesellschafter über die Erneuerung des Einer-Sesselliftes Steffisalp. Sie ziehen 1984 jedoch ein anderes, ebenfalls wichtiges Projekt vor: Beim Wartherhorn-Schlepplift, dessen ideal geneigte, breite Pisten sehr beliebt sind, sollen Komfort und Kapazität erhöht werden. Die SkiliftGesellschaft beschließt den Bau eines fix geklemmten Dreier-Sesselliftes. Der Schlepplift wird einschließlich des Talstation-Gebäudes abgetragen, die Trasse für die neue Bahn verlängert. Dadurch entstehen längere, attraktive Abfahrten. Die Förderleistung wird von 1200 auf 2000 Personen pro Stunde erhöht. Das Unternehmen floriert – und damit wachsen auch die Aufgaben sowie die Zahl an Mitarbeitern: Ende der 1960er Jahre beschäftigten die Skilifte

Warth 10 Mitarbeiter, 1979 22, in der Saison 1986/87 bereits 30. Die meisten Angestellten sind Warther, Lechtaler und Bregenzerwälder. 1987 wird die Pension Schwarzmann gekauft, sie dient fortan als Personalhaus. Am 17. Februar 1988 blicken die Warther gebannt in den Fernseher: „Ihr“ Hubert Strolz kämpft sich durch den zweiten Durchgang des Kombinationsslaloms bei den Olympischen Spielen in Calgary. Er erringt die Goldmedaille, die Begeisterung und Freude der Warther ist grenzenlos. Acht Tage später lässt „Hubsi“ sie nochmals laut aufjubeln: Er gewinnt Silber im Riesenslalom, geschlagen nur von Superstar Alberto Tomba in der Form seines Lebens. Zurück in der Heimat bereiten ihm seine Lands­leute einen großartigen Empfang. Komfort-Offensive Steffisalp Im Juni 1988 werden wieder Bauarbeiten aufgenommen – jedoch nicht für eine

Bahn. Der Gasthof Lechtalblick, der in die Jahre gekommen ist, soll ersetzt werden. Ein wenig nördlich des alten Standplatzes entsteht der neue Gasthof Steffisalp. Das zeitlos schöne Gasthaus im Land­ haus-Stil nimmt am 28. November 1989 den Betrieb auf. In der gemütlichen Gaststube oder auf der großen Sonnenterrasse werden die Wintersportler gut und rasch verpflegt, damit sie ohne lange Wartezeiten wieder ihre Schwünge auf der Piste ziehen können. In der „Ski­hütte“ feiern Junge und Junggeblie­be­ne beim Après-Ski mit täglicher Live-Musik. Eine Tiefgarage sowie ein Sportshop im Haus bieten weitere Annehmlichkeiten. Vinzenz Walch, der bereits beim Lechtal­blick gewerberechtlicher Geschäftsführer war, übernimmt diese Funktion auch beim Gasthaus Steffisalp. Im September 1989 erfolgt der Spaten­ stich für ein weiteres, wichtiges Projekt:


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1 Der Einer-Sessellift Steffisalp soll durch eine hochmoderne, kuppelbare ViererSesselbahn ersetzt werden. Der Rohbau der Bergstation mit Sesselbahnhof wird in der ersten Bauphase im Herbst 1989 errichtet. Im Winter 1989/90 verrichtet nach wie vor der Einer-Sessellift seinen Dienst, nach Saisonschluss wird er abgetragen. Die Bauarbeiten verlaufen nach Plan, sodass die neue Steffisalp-Bahn im Dezember 1990 den Betrieb aufnimmt. Die offizielle Eröffnung findet am 23. Februar 1991 statt – mit einer ganz neuen Art von Veranstaltung: einer Open-Air-Party. Die Investition in die erste kuppelbare Bahn im Skigebiet Warth-Schröcken lohnt sich doppelt: Sie ist der Hauptzubringer aus dem Dorf und gleichzeitig eine attraktive Bahn für Wiederholungsfahrten. Mit den beiden Neubauten Steffisalp – Bahn und Gasthaus – verbessern die Skilifte Warth den Komfort wesentlich. Die Gäste schätzen dies sehr.

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1985 zählten die Skilifte Warth den 20 millionsten Fahrgast seit Bestehen.

stört eine Lawine den Sonnenlift. Er wird wieder aufgebaut.

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Der Bau der neuen Steffisalp-Bahn.

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1984 zer-

Der neue Gasthof Steffisalp.

Sonnenbaden inmitten herrlicher Natur.


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Bewegende Bilder:

3 www.warth-schroecken.at/chronik

Der „Schneegarant am Arlberg“ In den 1980er Jahren erlebt das Land sieben schneearme Winter, vor allem in den tiefer gelegenen Regionen. In Warth-Schröcken, dem „Schneegarant am Arlberg“, verrichtet General Winter jedoch seinen Dienst. Im Jänner 1985 etwa werden bei der Jägeralpe minus 35 Grad gemessen. Viele Skifahrer kommen ins schneesichere Warth-Schröcken, sie lernen das Skigebiet kennen und werden zu Stammgästen – auch in schneereichen Wintern. Anhand des „Warth-Quiz“ wird jährlich ermittelt, was die Gäste in Warth am meisten schätzen: Meist liegen die Schneesicherheit und die Schneequalität an erster Stelle. Gelobt werden auch das hilfsbereite Liftpersonal, das weit­läu­fige Skigebiet, die freundlichen Einheimischen sowie die Atmos­phäre von Warth. In den ersten 25 Jahren der Skilift-Gesellschaft beanspruchten die Gesellschafter keinen Schilling für sich, sondern in­ves­tierten laufend in die Erweiterung und Verbesserung des Ski­ge­bie­tes. 1988 erhalten sie die erste Auszahlung. Die Warther ernten ein Jahr später die Früchte ihrer Bemühungen: 1989 ist das kleine Walserdorf mit 85.157 Nächtigungen die nächtigungsstärkste Winter-Ge­meinde im Bregenz­ erwald. Innerhalb von 25 Jahren hat sich das Bergbauerndorf zu einer blühenden Tourismusgemeinde entwickelt.

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D ie 9 0 er Jahre

Neue Dimension in Qualität und Komfort Die Gesellschafter der Skilifte Warth investieren in den 1990er Jahren kräftig, um den Komfort weiter zu steigern. In vier Jahren werden drei neue Bahnen gebaut. Der neue 3-Täler-Superpass ist ein Meilenstein für den Wintertourismus in der Region.


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Der neue Steffisalp-Express wird zur Wintersaison 1990/91

eröffnet.

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Bau der Bergstation Wartherhorn 1997.

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Offizi-

elle Eröffnung der Steffisalp-Bahn 1991: v.l. Helmut Zimmermann, Herbert Sausgruber, Oskar Kohler.

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Die Skilifte Warth beweisen sich in den 1990er Jahren einmal mehr als Vorreiter in Sachen Komfortskilauf: Die kuppelbare Sechser-Sesselbahn Wartherhorn ist hochmodern, neue gepolsterte Sessel mit Wetterschutzhauben begeistern. Dank der umfangreichen Investitionen genießen die Wintersportler ihr Skiver­gnügen mit komfortablen Bahnen ohne Wartezeiten, die Pisten sind bestens präpariert, die Schneequalität beeindruckt bis ins Frühjahr. Die Skilifte Warth setzen sich in den 1990er Jahren das Ziel, eines der komfortabelsten Skigebiete zu werden und erreichen dies auch.

Noch ist das neue Jahrzehnt jung, als eine Warther Persönlichkeit ihren Rücktritt aus der Skilift-Gesellschaft bekannt gibt: Langzeitgeschäftsführer Meinrad Hopfner, der die Skilifte Warth von der ersten Minute an entscheidend mitgeprägt hat, legt am 14. März 1991 sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nieder. Oskar Kohler aus Au, der sich bereits seit 1973 für das Unternehmen engagiert, wird zum Geschäftsführer bestellt. Er ist einer der treibenden Kräfte bei der Gründung des 3-Täler-Superpasses. Der neue Skipass bietet Wintersportlern ab der Wintersaison 1991/92 ein wahres Erlebnis: Sie genießen Abwechs-

lung pur bei über 100 Anlagen im Bregenzerwald, im Lechtal und im Großen Walsertal. Das Angebot an GratisSkibussen wird mit Einführung des 3-Täler-Passes wesentlich erweitert. Ein Skipass – 36 Skigebiete Die größeren Skilift-Betreiber legen Wert darauf, auch die Dorflifte nahe der Ballungszentren als Partner für den 3-TälerPass zu gewinnen. Diese sind die Kinder­ stube der Skiläufer von morgen. Im neu geschaffenen 3-Täler-Pool entsteht eine enge Partnerschaft zwischen den größeren und den kleineren Skigebieten, letztere werden speziell nach ihren Stärken gefördert. Der neue 3-Täler-Pass ist seit seiner Geburtsstunde eine Erfolgsgeschichte. Das gästeorientierte Angebot erfährt großes Interesse, in den weiteren Jahren werden neue Skige­biete aufgenommen. Im Jahr 2013 gehören 36 Skigebiete dem größten Saisonkarten-Verbund in der Bodenseeregion an. Das Skigebiet Warth-Schröcken hat sich längst als Schneegarant einen Namen gemacht. Selbst im Frühjahr präsentiert sich der Tannberg im weißen Winterkleid,


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Die kuppelbare 6er-Sesselbahn Wartherhorn, erbaut 1997.

arbeiterteam in der Wintersaison 1998/1999. hornbahn im Sommer 1993.

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Das engagierte Mit-

Flug der Liftstützen für die neue Kar-

Skiguides sorgen für noch mehr Service im Skigebiet.


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auf den schneesicheren Pisten erleben die Wintersportler bis April Skispaß pur. Ende der 1980er Jahre jedoch geizte Frau Holle im gesamten Alpenraum mit ihrer weißen Pracht – auch das mit Naturschnee verwöhnte Warth sah sich mit dieser Herausforderung konfrontiert. Die Verantwortlichen der Skilifte entschließen sich deshalb, einige wenige, kritische Pistenabschnitte mittels maschineller Beschneiung zu sichern. Im Herbst 1991 beginnen die Mitarbeiter der Skilifte mit dem Bau der Beschneiungsanlage. In der ersten Saison befindet sich ein kleiner Wasserspeicher im Kellergeschoss der SteffisalpBergstation. 1992 wird beim Steinmandl ein Speichersee errichtet. Noch mehr Komfort Die rege Bauphase mit dem Ziel, den Gästen noch mehr Komfort zu bieten, beginnt 1993: Die fixgeklemmte Zweier-

Sesselbahn Karhorn wird gebaut. Sie ermöglicht den Wintersportlern einen komfortablen Rückweg vom Salober nach Warth und erschließt neue, schneesichere Pisten bis auf eine Seehöhe von 2.055 Metern, die speziell Anfängern Freude bereiten. Der Schlepplift Wannenkopf wird 1996 durch eine fixgeklemmte Vierer-Sesselbahn mit Förderbandein­ stieg ersetzt. Mit einer Länge von 368,13 Metern ist sie eine der kürzesten ViererSesselbahnen der Welt – den Skiliften Warth ist Komfort auch auf kurzen Strecken wichtig. Sie schaffen mit der neuen Bahn einen sehr attraktiven, komfortablen Anfängerbereich. Eine starke Aufwertung erfährt das Skigebiet 1997 mit dem Bau der kuppelbaren Sechser-Sesselbahn Wartherhorn. Der bisherige Dreier-Sessellift ist zwar noch keine 15 Jahre alt, aufgrund der stark frequentierten Pisten in diesem Teil des Skigebietes ist aber eine Erhöhung der

Kapazität erforderlich. Einige Stützen sowie Teile der Berg- und Talstation der bisherigen Anlage werden wiederverwendet. Innerhalb von vier Monaten wird die moderne SechserSesselbahn mit Wetterschutzhauben gebaut. Das Investitionsvolumen in den „Wartherhorn-Express“ beträgt 45 Millionen Schilling (3,27 Millionen Euro). Mit der ersten kuppelbaren Sechser-Sesselbahn in der Region wird die Förderleistung am Wartherhorn von 1.962 auf 2.880 Personen erhöht, die Fahrzeit verkürzt sich von 8,68 Minuten auf 3,46 Minuten. 1998 erfährt die Steffisalp-Bahn durch Bubbles und gepolsterte Sessel eine neue Dimension des Komforts. Die neuen Sessel sind gemütlich und komfortabel wie ein Sofa, sodass die Gäste den Steffisalp-Express liebevoll „KanapeeExpress“ nennen.


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Am 31. Jänner 1999 geht eine weitere Ära zu Ende: Helmut Zimmermann verabschiedet sich in die Pension. 34 Jahre lang prägte er als Betriebsleiter wesentlich die Entwicklung der Skilifte Warth. Während dieser Zeit wurden zwölf Liftanlagen gebaut, Helmut Zim­mer­mann begleitete diese und viele weitere Bauprojekte von der Planung bis zur Fertigstellung. Bruno Kohler aus Au, der bereits seit 1979 für das Unternehmen tätig ist, tritt an seine Stelle und übernimmt die Betriebsleitung. Lawinenwinter 1999 Enorme Mengen an Neuschnee, Temperaturschwankungen und Sturm führen im Februar 1999 an der gesamten Alpennordseite zu einer Extremsituation mit sehr großer Lawinengefahr. Die Zufahrtsstraßen nach Warth werden am 5. Februar gesperrt und – mit kurzen Ausnahmen u.a. für die Abreise der Gäste und die Einfuhr von Lebensmitteln – erst am 27. Februar wieder geöffnet. Am ganzen Tannberg türmen sich die Schneemassen, innerhalb von acht Tagen fallen knapp 3,5 Meter Neuschnee. Am 22. Februar löst sich unterhalb des Wartherhorns eine mächtige Lawine und rast über die Bergflanke talwärts. Dabei knickt sie drei Stützen der Steffisalp-Bahn wie Zündhölzer, reißt einen Stadel bis auf die Grundmauern nieder und verschüttet die B 200 meterhoch. Die Mitarbeiter der Skilifte Warth machen das Unmögliche möglich:

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Sie beheben den massiven Schaden beim SteffisalpExpress innerhalb kürzester Zeit, sodass der Hauptzubringer ins Skigebiet bereits 25 Tage nach dem Lawinenunglück wieder seinen Betrieb aufnehmen kann. Noch im Sommer 1999 wird die Lawinenverbau­ ung im Gipfelbereich sowie im Südosthang des Wartherhorns in Angriff genommen.

„Technischer Komfort und modernes Marketing prägten die 1990er Jahre. Wir steigerten abermals die Qualität und orientierten uns ganz nach den Wünschen der Gäste. “ Oskar Kohler

Während in den letzten Jahren des Jahrzehnts eifrig an den neuen Bahnen gebaut wird, beginnen innerhalb der Skilift-Gesellschaft intensive, wichtige Planungen für die weitere Entwicklung. Die Weichen für das neue Jahrtausend werden gestellt und bedeutsame Veränderungen eingeläutet.


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Neue gepolsterte Sessel machen ab 1998 den Steffisalp-Express zum

„Kanapee-Express“. ins Frühjahr.

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Bewegende Bilder:

Warth ist bekannt für beste Schneequalität bis

Oskar Kohler.

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Bau der Wartherhorn-Bahn 1997.

www.warth-schroecken.at/chronik

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Offizielle Eröffnung des Jägeralp-Expresses am

13.03.2004: v.l. Dieter Egger, Michael Doppelmayr, Johannes Hefel, LH Herbert Sausgruber, Oskar Kohler.

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Kleine Aufmerksamkeit für den millionsten Fahr-

gast in der Saison 2002/03 am Wartherhorn-Express.

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Fest zur Eröffnung der neuen Bahnen.

des Jägeralp-Expresses im Sommer 2003. Hochalpbahn, erbaut 2003.

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Bau

Die neue


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D ie 2 0 0 0 er Jahre

Der Wandel zum Tourismusanbieter Mit der Komfort-Offensive 2003 zählt Warth-Schröcken im neuen Jahr­ tausend zu den modernsten Skigebieten Europas. 2005 entwickelt sich die Skilift-Gesellschaft zum Tourismusanbieter: Mit dem Sporthotel Steffisalp bietet die Gesellschaft den Gästen Urlaubsgenuss von der ersten Minute an. Durch den Kauf der Lechtaler Bergbahnen sowie den Einstieg bei den Bergbahnen Diedamskopf legen die Skilifte ein Bekenntnis zur Region ab.


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RÜCKBLICKE

Ein Einer-Sessel- und ein Schlepplift waren 1963 der Grundstein für die Skilifte Warth. Statt eines Pistengeräts präparierten damals Schüler und Gäste mit „Trippeln“ die Pisten, anstelle einer Schneefräse, die die Straßen geräumt hätte, trampelte ein Ochse mit Fuhrwerk einen Weg von der Talstation ins Dorf. Vierzig Jahre später, in der Wintersaison 2003/04, ist das Skige­ biet Warth-Schröcken eines der modernsten in den Alpen. Rückblende: Im „Jahrhundertsommer“ 2003 wird in Warth und Schröcken eifrigst gebaut. In Warth wird der letzte Schlepplift des Skigebiets – der Hochalp-Lift – abgetragen und durch eine Vierer-Sesselbahn mit Förderbandeinstieg ersetzt. Bei der Jägeralpe wird eine komfortable, kuppelbare Sechser-Sesselbahn mit Bubbles errichtet. Die neue Jägeralp-Bergstation entsteht 200 Meter weiter bergwärts auf Höhe der Wartherhorn-Bergstation, somit ist die Jägeralp-Bahn die längste Bahn im Skigebiet. In 5,06 Minuten werden die Winter­sportler künftig zu diesem zentralen Punkt schweben. Im Bereich der Jägeralp-Bahn wird die Beschneiungs­anlage ausgebaut. Bei den Skiliften Warth ist Regionalität mehr als ein Schlagwort, sie wird gelebt: Die Baufirmen, die die Projekte realisieren, stammen alle aus dem Dreieck Lindau – Bludenz – Reutte in Tirol. Die Skilift-Gesellschaft möchte die Wertschöpfung in der Region halten. Auf Schröckner Seite entstehen die modernen

Sechser-Sesselbahnen Auenfeld-Jet und Salober-Jet mit Sitzheizungen als Ersatz für bestehende Anlagen. Die bisherige Saloberbahn wird im Auenfeld als neuer Sonnen-Cruiser Auenfeld aufgestellt. Warth-Schröcken: eines der modernsten Skigebiete Europas. Dafür investierten die Verantwortlichen mit den Neubauten über 20 Millionen Euro. Komfort und Qualität erfahren eine neue Dimension. Die Gäste sind begeistert. Bei einer österreichweiten Gäste­um­ frage geben sie dieser Begeisterung Ausdruck und wählen das Skigebiet Warth-Schröcken auf Platz eins in der Rubrik „Komfort und Ausstattung“. Skilift-Gesellschaft wandelt sich Ein Meilenstein für das Unternehmen erfolgt 2005: Das Vier-Sterne-Sporthotel Steffisalp wird gebaut. Die Gesellschaft wandelt sich damit von einem Skigebietsbetreiber hin zu einem Tourismusunternehmen, das die Dienstleistungskette erweitert. Mehrere Gründe führten zu diesem bedeutenden Schritt: Das Hotel trägt zu einer wertvollen und gewünschten Erweiterung der Bettenkapazität in Warth bei, bereits in einem Marketingkonzept aus dem Jahr 1996 – erstellt von den Skiliften Warth und Schröcken – wurde ein ein­ deutiger Bettenbedarf für die beiden Walsergemeinden festgestellt. Dem bestehenden Gasthof Steffisalp, der bisher nur von Dezember bis April geöffnet war, soll mit dem Hotelbetrieb auch im Sommer Leben eingehaucht

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Das

Vier-Sterne-Sporthotel

Steffisalp wird im Sommer 2005 erbaut. die

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Im Frühjahr 2007 wird

Jöchelspitzbahn

übernommen.

Langzeit-Geschäftsführer Oskar

Kohler bei seiner Verabschiedung.

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Johannes Hefel.

„Seit dem Jahr 2000 wandelte sich die Skilift-Gesellschaft – auch mit dem Bau des Sporthotels Steffisalp – zu einem Tourismusanbieter, der seine Rolle als Impulsgeber für die touristische Entwicklung in der Region sehr ernst nimmt. “ Johannes Hefel

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werden. Und schließlich stellt das Sporthotel ein zwei­ tes Standbein für die Skilifte dar, durch das sie die wirtschaftliche Abhängigkeit minimieren können. Die Geschäftsführer Oskar Kohler (Skilifte Warth) und Karl Wiener (Sporthotel Steffisalp) sowie die Gesellschafter Lothar Bösch, Johannes Hefel und Wolfgang Hefel sind im Bau-Ausschuss federführend mit der Konzeption des Neubaus beschäftigt, in zwölf Mo­naten bringen sie in 50 Sitzungen das Projekt auf Schiene. Das neue Haus soll das bestehende Angebot in Warth optimal ergänzen und sich durch eine klare Positio­nie­ rung als Sporthotel von den örtlichen Hotelanbietern

unterscheiden. Am 17. Dezember 2005 eröffnet das Vier-Sterne-Hotel Steffisalp. Mit 56 Zimmern direkt an der Skipiste, Kaminbar, Wellnessbereich und einer großen Tiefgarage garantiert es Urlaubsgenuss von der ersten Minute an. Nur wenige Monate später, im April 2006, tritt Ge­ schäftsführer Oskar Kohler in den Ruhestand. Mehr als 30 Jahre leistete er dem Unternehmen sehr wertvolle Dienste, zuletzt 15 Jahre als Geschäftsführer. Sein Nachfolger wird Günter Oberhauser aus Au, der bereits elf Jahre für die Skilifte Warth tätig ist.


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Bekenntnis zur Region Im Jahr 2007 besiegeln die Skilifte Warth ihre enge Partnerschaft mit dem Lechtal: Nachdem die Jöchelspitzbahn in Bach in Konkurs gerät, übernehmen die Skilifte Warth die Doppelsesselbahn und gründen die Lechtaler Bergbahnen GmbH & Co KG. Die Gesellschafter bekennen sich zur Region Lechtal: Die Jöchelspitze ist wichtig für den Tourismus im Tiroler Tal und soll auch in Zukunft fortbestehen. Die Bevölkerung und die Entscheidungsträger des Lechtals begrüßen es sehr, dass das Unternehmen in regionaler Hand bleibt. Durch die räumliche Nähe können Synergien – etwa bei der Ge­schäfts- und Betriebsführung sowie bei Einkauf und Marketing – genutzt werden. Erfolgreich betreiben die Skilifte Warth das Skigebiet, das sich hervorragend für Familien eignet und mit erstklassigen Pisten sowie einem einzigartigen Panorama beeindruckt. Im Sommer lockt die Jöchelspitzbahn

als Ausgangspunkt für vielfältige Wan­de­rungen. Mit der Einführung der Lechtal Aktiv Card durch die Verantwortlichen der Bahn und des Tourismus im Lechtal kann gleich im ersten Sommer ein positiver Effekt erreicht werden. Im Winter 2008/09 erweitern die Skilifte Warth ihr Engagement im Lechtal: Auf Wunsch der Gemeinde Holzgau übenehmen sie den Gföllberglift in Pacht. Bei dem beliebten Dorflift kommen vor allem Familien und Anfänger auf ihre Kosten. Eine besondere Bedeutung kommt dem Schlepplift bei Wetterkapriolen zu. Durch die Entwicklungen der vergangenen Jahre sind die Skilifte Warth stark gewachsen. Im Frühling 2009 werden die Unternehmensstrukturen den aktuellen Erfordernissen angepasst und als Dachgesellschaft die neu gegründete Tourismusbetriebe Warth Holding GmbH eingesetzt. Die operativen Gesellschaf­ten werden

gleichwertig in die Holding ein­gegliedert. „Wälder Lösung“ mit Warther Beteiligung am Diedamskopf Ihre Verbundenheit zur Region beweisen die Skilifte Warth ein weiteres Mal, als 2009 die Bergbahnen Diedamskopf zum Verkauf stehen: Die Tourismusbetriebe Warth bilden mit der Raiffeisenbank Au sowie den Gemeinden Au und Schoppernau ein regionales Konsortium und erhalten den Zuschlag. Die Tourismusbetriebe Warth halten mit 51 Prozent die Mehrheit an der neu gegründeten Diedamskopf Alpin Tourismus GmbH & Co KG. Den Verantwortlichen ist es wichtig, dass die Entscheidungen für die Region in der Region selbst getroffen werden. Der sonnenverwöhnte Diedams­ kopf und sein faszinierendes Panorama begeistern Winter wie Sommer. Mit dem Diedamskopf als Ganzjahresberg bauen die Skilifte Warth ihr Betätigungsfeld im Sommer aus. Die Verantwort-


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+ AUSBLICKE

39 Im September 2009 steigt die Tourismusbe-

triebe Warth Holding als Mehrheitseigentümer am Diedamskopf ein.

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Günter Oberhauser.

Bewegende Bilder:

www.warth-schroecken.at/chronik

2 lichen der Skilifte Warth bringen ihre Erfahrungen sowie ihr Wissen ein und optimieren mit dem bestehenden Team die Strukturen am Diedams. Die wichtige Qualitätsoffensive in der Gastronomie zeigt rasch Wirkung. Die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens verbessert sich. Gemeinsam mit den Mitgesellschaftern Raiffeisenbank Au und den Gemeinden Au und Schoppernau erarbeiten die Skilifte Warth ein Strategiekonzept, mit dem die Attraktivität am Berg gesteigert werden soll. Ein Traum wird wahr Die erfolgreiche und vielfältige Entwicklung der Skilifte Warth findet im Jahr 2012 ihren vorläufigen, würdigen Höhepunkt: 40 Jahre nachdem die Gesellschafter erstmals über eine Verbindung ins Skigebiet Lech diskutierten, wird gemeinsam mit den Partnern die Umset­­z­ung endgültig beschlossen. Um diesen lange gehegten Wunsch realisieren zu können, wird die Warth

„Die Skilifte weiteten ihr Engagement auf das Lechtal und den Diedamskopf aus. Damit tragen sie dazu bei, die Infrastruktur in diesen Regionen zu gestalten.“ Günter Oberhauser

Investment GmbH & Co KG gegründet. Alle Warther Hotels sowie die Skilifte Warth sind darin vertreten. Die Warth Investment Gesellschaft wird sich auch künftig für die Entwicklung der Gemeinde engagieren. Sie birgt großes Potenzial für eine neue Art der Zusammenarbeit in Warth. Die Skilift-Gesellschaft hat sich vor allem im neuen Jahrtausend stark verändert. Neue Aufgaben werden wahrgenommen, und in der Gesellschaft agieren zu­neh­mend neue Köpfe: die Vertreter der

zweiten Generation. Schon früh begann deren Bindung an Warth; als Kinder verbrachten sie hier fröhliche, unbeschwerte Ferientage. Damals wurde die emotionale Grundlage für ihre heutige Arbeit geschaffen. Ebenso wie ihren Vätern und Müttern – der Gründergeneration – ist es ihnen ein Anliegen, dass die Zusammenarbeit mit der Warther Bevölkerung gut funktioniert, dass das kleine Walserdorf seinen Charme behält, sich positiv entwickelt und die einzigartige Naturlandschaft für Generationen erhalten bleibt.


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RÜCKBLICKE

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Zukunft

Ein Blick nach vorne Zur langfristigen Absicherung der sehr guten Marktposition werden Überlegun­ gen für zukünftige Projekte angestrebt. Ein Meilenstein ist die Realisierung der Skigebietsverbindung mit Lech.


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Positive Entwicklung des Dorfes Das Dorfzentrum soll belebt werden – dies ist ein erklärtes Ziel der Gemeinde Warth. Das erste, wichtige Projekt dafür wurde kürzlich fixiert: Das Hotel Biberkopf, das jahrelang leer stand, wird abgerissen. An dessen Stelle wird ein Hotel Garni mit bis zu 100 Betten und einem Restaurant entstehen. Im Gesamtprojekt wird das alte Raiba-Gebäude integriert, eine Tiefgarage gebaut und der Dorfplatz neu gestaltet. Ein weiteres zentrales Thema betrifft die jungen Warther: Die Gemeinde möchte Rahmenbedingungen schaffen, durch welche die Abwanderung der Jugend verhindert wird. So soll unter anderem leistbarer Wohnraum geschaffen werden. Einen nachhaltigen Impuls erwartet sich Bürgermeister Stefan Strolz durch die Skigebietsverbindung nach Lech. Stefan Strolz ist sehr zuversichtlich, dass Warth sich weiterhin positiv entwickelt und gleichzeitig den Charme des Walser Bergdorfes behält.

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Blick vom Salober ins Skigebiet Lech.

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Bgm. Stefan Strolz.

Prokurist Thomas Übelher und Geschäftsführer Günter

Oberhauser.

Die Zukunft beginnt mit der Realisierung eines Projektes, das über 40 Jahre verfolgt wurde: Die Skigebiete Warth-Schröcken und Lech Zürs werden durch die Auenfeld-Jet-Seilbahn verbunden. Mit dieser Skigebietsverbindung entsteht ab der Wintersaison 2013/14 das größte Skigebiet Vorarlbergs und somit einer der TopSkidestinationen weltweit. Dem Gast stehen künftig 190 Pistenkilometer und 47 Anlagen zur Verfügung. Die Skigebietsverbindung ist ein wichtiger Impuls für den Tourismus in der gesamten Region. Ein vorrangiges Ziel ist die Erhöhung der Bettenkapazität, um den Aufenthaltstourismus zu fördern. Die neu gegründete Warth Investment GmbH (WIG), in der die Skilifte Warth und alle Warther Hotels vereint sind, finanziert ein Drittel der Verbindungsbahn. Die Gesellschafter der WIG sehen zudem Potenzial für die zukünftige Entwicklung des Dorfes. Ein erklärtes Ziel der Skilifte Warth ist die langfristige Absicherung der sehr guten Marktposition. Gemeinsam mit den Skiliften Schröcken hat man sich für höchsten Gästekomfort entschieden, dies zeigt unter anderem die hohe technische Ausstattung des Skigebietes. Im heurigen Sommer investieren die Skilifte Warth, neben dem Beitrag an die Verbindungsbahn, in Pistenbaumaßnahmen und in ein neues Pistenleitsystem. In der mittel- und langfristigen Planung werden derzeit verschiedene Projekte überlegt. Eines davon ist der Bau eines Infrastrukturgebäudes beim Steffisalp-

Express. In diesem Gebäude sollen die Skipass-Kassa, die Verwaltung, eine Tagesgastronomie und weitere Service-Räumlichkeiten entstehen. Weiters prüfen die Tourismusbetriebe Warth den Ausbau der Bettenkapazität im Sporthotel Steffisalp, um wichtige, zusätzliche Betten in Warth anbieten zu können. Bei der Jöchelspitze im Lechtal wird zur Wintersaison 2013/14 in die Erweiterung der Beschneiungsanlage investiert. Die Konzession für die Jöchelspitzbahn besteht bis 2019. Es gilt nun, mit den verantwortlichen Touristikern des Tales realistische Entwicklungsperspektiven zu prüfen. Für den Diedamskopf erarbeiteten die Eigentümervertreter – die Tourismusbetriebe Warth und die Au-Schoppernau Investment GmbH – die „Strategie Diedamskopf 2015“. Darin wurde neben der Qualitätsoffensive eine klare Positionierung als Ganzjahresberg entwickelt, um langfristig erfolgreich in einem starken Wettbewerb bestehen zu können. Nun gilt es, konkrete Projekte umzusetzen, die Vorbereitungen dafür sind im Gange. Begeisterte und langjährige Mitarbeiter sind der zentrale Erfolgsfaktor. Die Skilifte Warth sind stolz auf ihr sehr treues, erfahrenes Team aus der Region. Jeder einzelne Mitarbeiter leistet einen wichtigen Beitrag für den Gesamterfolg des Unternehmens. Jungen, engagierten Mitarbeitern bietet das Unternehmen interessante Entwicklungsmöglichkeiten.


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RÜCKBLICKE


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Mitarbeiter

Mit Engagement zum Erfolg Die engagierten, langj채hrigen Mitarbeiter der Skilifte Warth, die alle aus der Region stammen, leisten mit ihrer hervorragenden Arbeit einen ganz wesentlichen Beitrag zum Unternehmenserfolg. Inmitten der Warther Bergwelt pflegen sie tagt채glich den Kontakt mit den G채sten und bedienen bzw. warten die anspruchsvolle Technik im Skigebiet.


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RÜCKBLICKE

Pistensicherung Sicherheit ist im Skigebiet Warth-Schröcken oberstes Gebot. Die Mitar­bei­ter der Pistensicherung sorgen tagtäglich für die erforderliche Sicherheit auf den Pisten: Sie kontrollieren die Abfahrten, prüfen die Pistenrandmarkierungen und kennzeichnen und sichern mögliche Gefahrenstellen ab. Nach Betriebsschluss kontrollieren die Mitarbeiter jede Piste erneut, um sicherzustellen, dass alle Skifahrer im Tal angekommen sind. Auf den Pisten und Skirouten der Skilifte Warth sind übrigens rund 1.500 Markierungstafeln platziert.

Werkstatt Mit vier Pistenbullys pflegen die Pistenwalzen-Fahrer die Abfahrten und sorgen somit für ein perfektes Skivergnügen. Rund 4.000 Stunden pro Wintersaison sind die erfahrenen Mitarbeiter mit ihren modernsten Geräten hierfür im Einsatz. In den Sommermonaten nimmt das Werkstatt-Team die insgesamt 24 Geräte und Fahrzeuge der Skilifte unter die Lupe und führt umfangreiche Servicearbeiten durch. Bauteile wie Hydraulik und Fahrwerk werden geprüft, Verschleißteile ersetzt, Öle ausgetauscht und bewegliche Teile geschmiert. Sollte trotz der gewissenhaften Wartung und Pflege bei einem Fahrzeug im Winter ein Defekt auftreten, so ist das Werkstatt-Team selbst bei Wind und Wetter vor Ort, um die Ursache zu beheben. Durch laufende Schulungen bei den Fahrzeugherstellern sind die Mitarbeiter stets am Stand der Technik.

Pistenrettung Das Skigebiet Warth-Schröcken zählt pro Wintersaison rund 400.000 Gasteintritte, an Spitzentagen sind bis zu 8.000 Gäste im Gebiet. Pro Wintersaison wird unser bestens ausgebildetes Pistenrettungsteam zu rund 200 Einsätzen gerufen. Skifahren ist somit eine sichere Sportart, die Verletzungsgefahr liegt im untersten Promille-Bereich. Die sehr gut ausgebildeten Pistenretter der Skilifte Warth sorgen im Ernstfall für eine rasche, kompetente und bestmögliche Versorgung der Wintersportler.


Beschneiung Warth-Schröcken ist mit 11 Meter Neuschnee pro Jahr das schneereichste Skigebiet Europas. Für eine durchgehende, perfekte Pistenqualität auch an neuralgischen Pistenabschnitten ist jedoch die Unterstützung durch die Beschneiungsanlage von Vorteil. Ausschließlich mit Wasser und Luft produziert das Schneemacher-Team pro Wintersaison durchschnitt­lich 65.000 Kubikmeter Maschinenschnee. Die Steuerung der gesamten Beschneiungsanlage erfolgt heute via PC bzw. Mobiltelefon. Die Mitarbeiter sorgen zu jeder Tages- und Nachtzeit mit Vorort-Kontrollen für den reibungslosen Betrieb der Anlage und dass der Schnee auch dort zu liegen kommt, wo er benötigt wird.

Pistenpräparierung Vier Pistenbully-Fahrer sorgen Nacht für Nacht für bestens präparierte Pisten und somit ein traumhaftes Skivergnügen. Mit Erfahrung steuern sie die Pisten­ bullys – selbst bei Sturm, Schneefall und Nebel. Mo­dern­ste Technik unterstützt die Fahrer, so zeigt GPS-Technik die aktuelle Schneehöhe cm-genau und ermöglicht ein optimales Schneemanagement. Täglich präpariert das Team 35 Kilometer Pisten, dies entspricht einer Fläche von 78 Fußballfeldern.

Bahnanlagen Das Skigebiet Warth-Schröcken zählt zu den modernsten Skigebieten der Alpen. Moderne und komfortable Bahnen befördern die Gäste auf den Berg. Pro Saison werden bei den Anlagen der Skilifte Warth rund 3 Millionen Personenbeförderungen gezählt. Eine verantwortungsvolle Aufgabe für das gesamte Team. Die Mitarbeiter überwachen den reibungslosen Betrieb der Anlage, sind für die Sicherheit der Fahrgäste mitverantwortlich und führen die laufenden Servicearbeiten selbständig durch. Die moderne Bahntechnik erfordert ein breites Fachwissen sowie Routine. Übrigens, an den Anlagen der Skilifte Warth gibt es 462 Sessel, pro Stunde können bis zu 13.500 Personen befördert werden.

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RÜCKBLICKE

Parkplatz „Einen wunderschönen guten Morgen. Wir wünschen Ihnen einen erlebnisreichen Tag in unserem Skigebiet“ – so werden Gäste von den Mitarbeitern am Park­platz der Skilifte Warth empfangen. Sie sind eine der wichtigen ersten Kontaktpersonen im Skigebiet. Freundlich und kompetent erteilen sie Auskunft zu Bahnen, Pisten oder Wetter. Sie helfen auch bei anderen Anliegen weiter.

Schneeräumung Der naturschneeverwöhnte Tannberg ist ein Eldorado für Wintersportfreunde. Manchmal muss die weiße Pracht jedoch weichen, am Parkplatz etwa. Zwei Mitarbeiter sorgen ab 6 Uhr in der Früh mit Unimog und Radlader dafür, dass bis zu Betriebsbeginn um 9 Uhr alle Parkplätze perfekt geräumt sind und die Gäste bequem vom Auto zur Bahn gelangen. Fällt über Nacht ein halber Meter Neuschnee, so gilt es, ca. 17.000 Quadratmeter Parkfläche von rund 8.500 Kubikmetern Schnee zu befreien – umgerechnet sind dies 800 Lkw-Ladungen. Skipass-Kassa Die Mitarbeiter der Skipass-Kassa müssen ganz schön den Durchblick behalten: Bei rund 1.000 Skiticket-Tarifmöglichkeiten gilt es, für den Gast das richtige Angebot zu finden. Freundlich und kompetent beraten die Mitarbeiter die Gäste. Zudem ist das Team der Skipass-Kassa eine zentrale Informationsstelle und Anlaufstelle für touristische Fragen.

Elektrotechnik Ob Bahnanlage, Fuhrpark, EDV-Anlage, Beschneiung oder Gebäudetechnik – kaum ein Unternehmensbereich, der ohne Elektrotechnik auskommt. Zwei ausgebildete Elektrotechniker sorgen bei den Skiliften Warth für einen reibungslosen Betriebsablauf und sind im Fall einer Störung rasch vor Ort, um die Technik wieder betriebsbereit zu machen.


Lawinensicherheit In einem Punkt kennen die Skilifte Warth keine Kompromisse: bei der Sicherheit! Das erfahrene Team der Skilifte Warth beurteilt gemeinsam mit der örtlichen Lawinenkommission die Schnee- und Wettersituation. Bei größeren Neuschneemengen erfolgt an neural­gi­ schen Hängen die künstliche, kontrollierte Lawi­nen­ auslösung mittels Sprengladung, welche meist mit dem Hubschrauber punktgenau platziert wird. Somit werden Pisten und Bahnen vor Lawinen geschützt. Jahrelange Erfahrung, fundiertes Wissen über den Schneedeckenaufbau und die Wetterküche sowie de­taillierte Geländekenntnisse sind wichtige Voraus­­ setzungen. Zusammen mit dem Bannwald und um­fangreichen Lawinenverbauungen trägt die Lawinensicherung zur Sicherheit in Bergregionen bei.

Wartung der Bahnanlagen Umfassende Revisions- und Servicearbeiten sind eine wichtige Grundlage für den reibungslosen Bahnbetrieb während der Wintersaison. In den Sommermo­na­ten prüfen und warten die Mit­ar­bei­ter genauestens die sechs Bahnanlagen. Rund vier Monate sind sie dafür im Ein­ satz. Wussten Sie übrigens, dass der Jägeralp-Express aus 270.000 Einzelteilen besteht und eine Kuppelklemme des Steffisalp-Express aus 167 Teilen?

Sekretariat Intensiven Kontakt zu Kunden und Partnern pflegen die Mitarbeiter des Sekretariats: Täglich beantworten sie deren Anfragen und kümmern sich rasch um deren Wünsche. Sie sind Servicestelle für die Mitarbeiter und organisieren den täglichen Betrieb des Sekretariats, angefangen vom Bestellen des Büromaterials bis hin zur Assistenz der Geschäftsführung.

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RÜCKBLICKE

Sk i ge b i et s t e c h nik

Von einfachen Hilfsmitteln zu modernem Hightech 1

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Die Arbeitsmittel waren sehr einfach, als 1963 der erste Lift in Warth gebaut und in den Anfangsjahren betrieben wurde. Mit Einfallsreichtum musste sich der damalige Betriebsleiter Helmut Zimmermann zu helfen wissen. Die modernen HightechAnlagen von heute stehen für die rasante Entwicklung.

Mit einfachsten Mitteln wurde ab Ende Juni 1963 der Einer-Sessellift Steffisalp gebaut. Die Gruben für die Sockelfunda­ mente wurden nicht von einem Bagger, sondern von Arbeitern mit Schaufeln ausgehoben. Mit einer Materialseilbahn wurden die Stützen, Holz, Beton und weitere Arbeitsmaterialien auf den Berg transportiert. Es gab für den Lkw, der für den Bau benötigt wurde, noch keinen Winterdiesel. Damit er in der Kälte nicht einfror, lief der Motor in der ar­beitsfreien Zeit, auch übers Wochenende, durch. Ein Jahr später trat ein Mann in das Unternehmen ein, der die Entwicklung der Skilifte Warth wesentlich prägen sollte: Helmut Zimmermann aus


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Materialtransport für die Kapazitätserhöhung der

Steffisalp-Bahn im Sommer 1976.

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Einfallsreichtum

war speziell in den ersten Jahren immer wieder gefragt.

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Helmut Zimmermann engagierte sich über 34 Jahre

als Betriebsleiter.

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dernste Bahntechnik.

Die Skilifte Warth setzen auf mo-

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Die Mitarbeiter sind bei Tag und

Nacht für ihre Gäste im Einsatz.

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Betriebsleitung der Ski-

lifte Warth: v.l. Markus Lorenz, Bruno Kohler, Markus Kohler.

6 Dornbirn. Von 1965 bis 1999 war er Be­triebsleiter – eine große Herausforde­rung vor allem in den Anfangsjahren, als die Arbeitsmittel bescheiden waren. Mit Einfallsreichtum wusste sich Helmut zu helfen. In den ersten vier Betriebsjahren gab es kein Pistengerät. Stattdessen verwendete Helmut bisweilen eine Aluminiumwalze. Mit einem Seil befestigte er sie an einem Sessel des Liftes, hängte an diesem auch einen Bügel für sich ein und ließ sich mit der Walze bis zum Tobel hinaufziehen. Von dort fuhr er dann mit der Aluminiumwalze herunter. Oft übernahmen auch Gäste und Schüler die „Funktion eines Pistengerätes“: Sie trippelten mit ihren Ski die Piste.

1968 in der Silvesternacht wurde schließlich die erste Pistenwalze, ein Ratrac, geliefert. Die Winter waren Mitte bis Ende der 1960er Jahre sehr schneereich. Zusätzlich verwehte der Sturm des Öfteren den Schnee, sodass der Steffisalp-Lift bis zu neun Meter eingeschneit wurde. Mit tatkräftiger Unterstützung von Gästen und Einheimischen schaufelten die Mitarbeiter den Lift frei. Bald erkannte der Betriebsleiter, wie er dieser Herausforderung Herr werden konnte: Er baute ein Holz-Gatter, das er in etwa 50 Metern Entfernung zum Lift aufstellte. Dieses Gatter fing künftig den Schnee ab. Da es in Warth bis 1971 keine Schneefräse gab, wurden die Wege ausgeschaufelt oder von Vieh, das für diesen Zweck aus dem Stall getrieben wurde, getrampelt. Selbst ein kurzer Nachhauseweg konnte damals sehr beschwerlich sein, wie Helmut schildert: „Bei Schneestürmen, bis zum Bauch watend und mit einer Sicht gleich Null, benötigte ich für die 500

Meter von der Talstation zu meiner Wohnung eine Stunde. Hätte mir bei diesem Heimmarsch jemand von maschineller Schnee-Erzeugung erzählt, hätte ich ihn für verrückt gehalten.“ Doch die Zeiten änderten sich. In den 50 Jahren erlebte die Technik eine rasante Entwicklung, die stets innovative Neuerungen und Komfortverbesserungen mit sich brachte. Heute verfügen die Skilifte Warth über komfortable Bahnen und moderne Pistengeräte. Dies bedeutet für die Mitarbeiter des Technik-Teams, dass sie sich stets weiterbilden und mit der neuen Technik vertraut machen. Die Betriebsleiter sind für die operativ -technische Betriebsführung zuständig. Gemeinsam mit den Mitarbeitern sind sie für die Sicherheit der Gäste verantwortlich. Sie gewährleisten, dass der tägliche Betrieb reibungslos funktioniert und die Gäste ein traumhaftes Skivergnügen erleben.


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1 D as D or f Wa r t h

Lebensgrundlage Tourismus

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Das ehemalige Bergbauerndorf Warth hat sich in den vergangenen 50 Jahren zur blühenden Tourismusge­ meinde entwickelt. Der Tourismus bildet die Lebens­ grundlage der gesamten Bevölkerung.

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Der Tourismus zählt in der Region zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen, ist einer der bedeutendsten Arbeitgeber und schafft Infrastruktur, von der die ge­samte Bevölkerung profitiert. In Bergdörfern wie Warth ist der Tourismus die Lebensgrundlage schlechthin. Direkt oder indirekt lebt jeder Einzelne davon. Der Tourismus ist auch die Basis zur Erhaltung der dörflichen Infrastruktur: So gibt es in der 160 Einwohner zählenden Gemeinde eine Bäckerei, eine Sennerei, eine Metzgerei, ein Lebensmittelgeschäft, einen Arzt und eine Bank. In Kleingemeinden ist

dies heutzutage keine Selbstverständlichkeit. In der Mitte des vergangenen Jahrhunderts sah das ganz anders aus: Damals lebten alle Warther von der Landwirtschaft, der Fremdenver­ kehr war lediglich ein willkommenes Zubrot. So auch für die Lechtaler Bauern Oswald und Hedwig Jäger, die ab 1962 im Sommer mit ihren Kühen auf der Jäger­alpe waren. In der einfachen Alphütte bewirteten sie Wanderer und Erholungssuchende mit Milch und Käse. Als 1964 der Einer-Sessellift Steffisalp in Betrieb genommen wurde, herrschte im Dorf Aufbruchsstimmung. Davon


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Hotels in Warth Gasthof Tirolerhof: seit mehr als 350 Jahren

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Hotel Adler: seit 1713

Strolz.

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Gasthof Holzgauerhaus in Lechleiten: seit 1910

telier

in

Biberkopf: seit 1928

Skilehrer

Jäger.

Hotel Walserberg: seit 1965

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und

Landwirt

Ewald

Vom Bauer zum größten HoWarth:

Oswald

und

Hedwig

Thomas Walch in seiner Bäckerei.

Familienhotel Jägeralpe: seit 1967

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Gasthof Tyrol in Gehren: seit 1970

Sennerei Warth.

Alois Feurstein von der Wälder Metzge und

Wellnesshotel Wartherhof: seit 1978

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Alt-Bgm. Gebhard Fritz.

Berggasthaus Alpenrose in Lechleiten: seit 1979 Boutique Hotel Lechtaler Hof: seit 1980 Gasthaus Walserstube: seit 1987 Sporthotel Steffisalp: seit 2005

2

wurden auch Oswald und Hedwig erfasst, sie investierten 1967 in den Ausbau der Alphütte zu einem Gasthof mit Zimmern und Matratzenlager. 1978 bauten sie das Hotel Warther Hof. In den Folge­ jahren investierten sie permanent in den Ausbau und in die Modernisierung ihrer Betriebe. Heute ist Oswald, der ehemalige Bauer und Senner, der größte Hotelier in Warth. „Der Tourismus ist die Existenzgrundlage unserer Familie. Ohne ihn wären wir heute nicht mehr in Warth“, erklärt Oswald. Mit seinem Lebenswerk steht er stellvertretend für zahlreiche Tourismuspi­o­­niere in der Region und in den Alpen: Mit dem aufkom­men­den Wintertourismus schufen sie aus Bauern­häu­­sern mit einfachen Gästezimmern komfortable Pensionen oder sie erbauten stattliche Hotels. In vielen Familienbetrieben in den Alpen ist heute eine Weiterführung der Hotels innerhalb der Familie frag­ lich. In der Warther Hotellerie zeigt sich ein an­de­res, sehr positives Bild: Hier tritt die nächste Generation in die Fußstapfen ihrer Eltern und führt ihr Erbe fort. Im Familienhotel Jägeralpe, im Wellnesshotel Warther Hof, im Hotel Adler, im Hotel Walserberg, im Boutique Hotel Lechtaler Hof und im Gasthaus Walserstube ist die familieninterne Nachfolge gesichert. „Das ist ein großes Glück“, erklärt Julitta Bickel von der Walserstube. Die junge Generation trägt damit entscheidend zur touristischen Zukunft der Gemeinde bei. Die Skilifte Warth leisten gemeinsam mit dem Sport­ hotel Steffisalp einen sehr wesentlichen Beitrag für

5 die regionale Wertschöpfung. So belaufen sich die Gemeindesteuern und -abgaben sowie Dienstbarkeitszahlungen pro Jahr auf über 350.000 Euro. Was wäre Warth heute ohne Tourismus? „Vielleicht wären noch zwei, drei Bauern hier, sonst niemand mehr“, sagt Alt-Bürgermeister Gebhard Fritz. VizeBürgermeister Markus Strolz vom Hotel Adler erklärt: „Glücklicherweise haben die Gründer der Skilifte Warth und Schröcken geahnt, welches Potenzial im Wintertourismus schlummert. Sie haben mutig investiert und eine Entwicklung in Gang gesetzt, die ihresgleichen sucht. Die Bundes- und Landespolitik hat ebenfalls erkannt, dass es in Orten wie Warth keine Alternative zum Tourismus gibt. Durch den Tourismus ist Warth erblüht. Die Skilifte waren wichtiger Impulsgeber hierfür. Schritt für Schritt bauten sie das Skigebiet aus, parallel dazu investierten die Warther in den Ausbau ihrer Betriebe. Warth ist stolz auf seine treuen Stammgäste, die das kleine Walserdorf liebgewonnen haben. Einer dieser Stammgäste ist Heino Achtermann aus Hannover. Seit 50 Jahren urlaubt er jeden Winter mit seiner Familie in Warth. „Die Natur und die Berge hier sind umwer­fend, das Skigebiet hat unsagbar schöne Pisten. Alles hier ist harmonisch und familiär“, erklärt Heino Achtermann.


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RÜCKBLICKE

Sk i l i ft e Wa r t h

Funktionsträger Komplementär

persönlich haftende Gesellschafter Johann Strolz Robert Hefel Hans Hefel Hochtannberg Seillifte Erschließungs-GmbH Skilifte Warth GmbH

Geschäftsführung Skilifte Warth Meinrad Hopfner Hans Hefel Lothar Bösch Oskar Kohler Günter Oberhauser

Skilifte Warth KG Hochtannberg Seillifte Erschließungs GmbH Hochtannberg Seillifte Erschließungs GmbH Skilifte Warth GmbH Skilifte Warth GmbH

Prokuristen Skilifte Warth Oskar Kohler Mag. Wolfgang Hefel Günter Oberhauser Thomas Übelher

Hochtannberg Seillifte Erschließungs GmbH Skilifte Warth GmbH Skilifte Warth GmbH Skilifte Warth GmbH

Betriebsleiter Skilifte Warth

Ing. Erich Müller Helmut Zimmermann Bruno Kohler

Vorsitzender des Ausschusses

Richard Fritz Lothar Bösch Ing. Gerhard Bayer Hans Hefel Dr. Johannes Hefel

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Dr. Johannes Hefel

Geschäftsführung Tourismusbetriebe Warth Holding GmbH Hansjörg Hefel Mag. Roland Volderauer Günter Oberhauser

01.06.1963 08.06.1964 30.06.1968 21.12.1971 01.12.1997

07.06.1964 29.06.1968 20.12.1971 30.11.1997 dato

01.06.1963 20.02.1972 20.02.1972 15.03.1991 24.04.2006

14.03.1991 30.11.1980 30.06.1975 30.06.2006 dato

01.11.1980 24.11.1998 04.01.2006 01.08.2012

14.03.1991 25.10.2002 23.04.2006 dato

07.02.1964 01.01.1965 01.02.1999

30.04.1964 31.01.1999 dato

01.06.1963 16.10.1966 21.12.1971 01.12.1997 18.10.1998

15.10.1966 20.12.1971 30.11.1997 17.10.1998 18.05.2009

19.05.2009

dato

19.05.2009 01.08.2009 01.08.2012

31.07.2009 31.07.2012 dato


+ AUSBLICKE

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Komplementärvertreter der Hochtannberg Seillifte Erschließungs GmbH Manfred Böhler Lothar Bösch Hans Hefel Robert Hefel Meinrad Hopfner

21.12.1971 21.12.1971 21.12.1971 21.12.1971 21.12.1971

11.11.1996 30.11.1997 30.11.1997 30.11.1997 02.12.1994

Kommanditistenausschuss Skilifte Warth KG 01.06.1963 bis 18.05.2009 Johann Strolz Richard Fritz Alwin Stadelmann Lothar Bösch Robert Hefel Johann Pfefferkorn Eduard Rohrbacher Martin Walch Hermann Pfeiffer Gerhard Bayer Ferdinand Fritz Alwin Drexel Mag. Johannes Stadelmann Dr. Johannes Hefel Gebhard Fritz Roman Bereuter Alexander Bayer Hans Hefel Stefanie Schwarzmann Dipl. Ing. (FH) Hans-Martin Pfeiffer Mag. Wolfgang Hefel Hansjörg Hefel Rainer Huber

01.06.1963 01.06.1963 01.06.1963 15.07.1978 01.06.1963 01.12.1997 01.06.1963 01.06.1963 01.06.1963 30.06.1968 19.02.1972 19.02.1972 10.06.1973 12.06.1984 27.04.1985 01.08.1992 01.12.1997 01.12.1997 01.12.1997 01.12.1997 14.10.2000 14.10.2000 22.10.2005 26.10.2002 22.10.2005 15.11.2008

07.06.1964 09.06.1973 29.06.1968 27.04.1985 20.12.1971 18.05.2009 20.12.1971 20.12.1971 20.12.1971 20.12.1971 06.03.2000 30.11.1997 11.06.1984 30.11.1997 06.10.1990 18.05.2009 21.10.2005 13.10.2000 18.05.2009 14.11.2008 14.11.2008 25.10.2002 19.05.2009 21.10.2005 18.05.2009 18.05.2009

Funktionsträger in den weiteren Gesellschaften Geschäftsführung Sporthotel Steffisalp Karl Wiener 01.10.2004 Stefanie Schwarzmann 03.12.2004 Lothar Bösch 18.06.2005 Peter Heine 01.08.2011

31.07.2011 17.06.2005 31.03.2009 dato

Geschäftsführung Lechtaler Bergbahnen Günter Oberhauser 18.04.2007

dato

Betriebsleiter Lechtaler Bergbahnen Markus Lorenz 18.04.2007

dato

Geschäftsführung Bergbahnen Diedamskopf Günter Oberhauser 01.10.2009 Thomas Übelher 01.10.2009 Rudolf Egger 01.07.2012 Eugen Nigsch 01.07.2013

30.06.2012 30.06.2010 30.06.2013 dato

Prokuristen Bergbahnen Diedamskopf Thomas Übelher 01.07.2010

30.06.2012

Aufsichtsrat Tourismusbetriebe Warth Holding GmbH seit 19.05.2009 Alexander Bayer Lothar Bösch Hansjörg Hefel Dr. Johannes Hefel Rainer Huber Dipl. Ing. (FH) Hans-Martin Pfeiffer

19.05.2009 19.05.2009 01.08.2009 19.05.2009 19.05.2009 19.05.2009

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Aktueller Aufsichtsrat der Tourismusbetriebe Warth Holding GmbH V.l. Rainer Huber, Dipl. Ing. (FH) Hans-Martin Pfeifer, Dr. Johannes Hefel (AR-Vorsitzender), Hansjörg Hefel, Lothar Bösch (AR-Vorsitzender Stv.), Alexander Bayer


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RÜCKBLICKE

So mmer

Wanderbare Bergwelt

Die traumhafte Bergwelt des Tannberg fasziniert im Winter wie im Sommer. Bereits seit 1964 können Wanderer mit dem Steffisalp-Lift bequem in die Höhe gelangen, in den vergangenen Jahren verzeichnet die Bahn ein zunehmendes Gästeaufkommen. Die Bergstation Steffisalp ist ein hervorragender Ausgangspunkt für Wanderungen und Gipfeltouren in einem tollen Wandergebiet. Der Karhorn-Klettersteig ist ein besonderes Erlebnis. Die Jöchelspitze im Lechtal und der Diedamskopf in Au-Schoppernau begeistern durch ein einzigartiges Panorama.


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01.06.1963

Gründung der Skilifte Warth Strolz KG

14.02.1963 1. Betriebstag des Einer-Sessellift Steffisalp 1968 Bau Schlepplift Wartherhorn | 1. Pistengerät „Ratrac“ 1971 Hochtannberg Seillifte Erschließungs GmbH wird

ab 21.12.1971 als Komplementär-GmbH eingesetzt

des Einer-Sesselliftes Steffisalp auf 900 Personen pro

1972 Bau Schlepplift Wannenkopf und Sonnenlift 1975 Kauf Gasthof Lechtalblick 1976 Umbau und Erhöhung der Beförderungskapazität

Stunde

1977 Gründung der Tarif- & Werbegemeinschaft „Skitreff Hochtannberg“

1979 Bau 2er-Sesselbahn Jägeralp und Hochalp-Schlepplift 1984 Eine Lawine zerstört den Sonnenlift;

Bau 3er-Sesselbahn Wartherhorn

1987 Kauf Pension Schwarzmann als künftiges Personalhaus 1989 Eröffnung des neuen Gasthofs Steffisalp mit Bedie1990 1991

nungsrestaurant und Skihütte

Inbetriebnahme der kuppelbaren 4er-Sesselbahn Steffisalp Bau der Schneeanlage;

Gründung 3-Täler-Skipassverbund

1992 Fertigstellung des Speicherteiches für die Schneeanlage beim Steinmandl, Erweiterung der Schneeanlage

1993 Bau 2er-Sesselbahn Karhorn 1996 Bau 4er-Sesselbahn Wannenkopf 1997 Bau der kuppelbaren 6er Sesselbahn Wartherhorn 1998 4er-Sesselbahn Steffisalp wird mit Bubbles ausgestattet 1999 Wartherhorn-Lawine zerstört am 22.02.1999 drei Stützen der Steffisalp-Bahn

2003 Bau der kuppelbaren 6er-Sesselbahn Jägeralp-Express 2005 2006 2007 2008 2009

und 4er-Sesselbahn Hochalp

Bau ****Sporthotel Steffisalp mit 56 Zimmern

Ausbau der Beschneiungsanlage

Kauf der Jöchelspitzbahn in Bach

Anmietung des Gföllbergliftes in Holzgau

Gründung der Tourismusbetriebe Warth Holding GmbH;

Einstieg der Tourismusbetriebe Warth Holding GmbH als

Mehrheitseigentümer bei den Bergbahnen Diedamskopf

2012 Gründung der Warth Investment GmbH 2013 Realisierung der Skigebietsverbindung Lech-Zürs mit Warth-Schröcken durch den Bau des Auenfeld-Jets

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Skilifte Warth Meilensteine Danke an unsere langjährigen Partner:



50 Jahre Skilifte Warth