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In foh eft SOMM 1 nfoh SOM M E R 2 01 011

MITTENDRIN Rund ums liebe Geld Informationen aus dem Finanzkreis unserer Schule

Der Gartenkreis ...oder besser Instandhaltungskreis stellt sich vor

Forstpraktikum Die 7. Klasse im Nationalpark Harz

RuĂ&#x;landreise Die 10. Klasse in Smolensk und St. Petersburg


I m p r e s s um Für den Inhalt der Artikel sind die Autoren verantwortlich, sie geben nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion wieder. “MITTENDRIN” ist die Schulzeitung der Rudolf Steiner Schule Hagen. Lob, Kritik und sonstige Rückmeldungen aller Art empfangen wir gerne auf der Internetseite der “MITTENDRIN” unter www.midri.de. Dort finden Sie auch alte Ausgaben der “MITTENDRIN”. Auf dem Postwege erreichen Sie uns unter: Rudolf Steiner Schule Hagen Redaktion Mittendrin Enneper Str. 30 58135 Hagen

In eigener Sache: Ist ja viel grösser die neue Mittendrin, wird manch einer denken, und innen auch farbig, was das wohl kostet...... Richtig, wir haben uns entschlossen das Format zu wechseln. Bei den Abbildungen der Schülerarbeiten ist es schon wichtig, die Farbe als gestalterisches Element zu erhalten, und auch bei der Grösse der Abbildung haben wir nun mehr Spielraum. Und, ganz wichtig, die Druckkosten sind bei gleichem Umfang durch den Digitaldruck bei einer Internetdruckerei praktisch gleich geblieben. Zusätzlich überlegen wir für folgende Ausgaben auch wieder ausgewählte Werbeanzeigen einzubinden, um den Schulhaushalt zu entlasten.


E d i to r i a l

Das Kommunizieren Ein gegenseitiger Austausch von Informationen. Liebe Leserin, lieber Leser, lang, lang ist’s her, dass du die Mittendrin in Händen gehalten hast. Wir haben uns eine Pause gegönnt – und merkten an immer zahlreicheren Rückmeldungen, dass die Mittendrin als Informationsorgan unserer Schule doch vermisst wird. Schön! Wo wir gleich bei der ersten problematischen Begriffsdefinition angelangt sind: Was genau soll ein „Informationsmedium“ leisten? Was eigentlich ist gedruckte Information im Internet-Zeitalter der Info-Junkies wert? Mit der großen weiten Welt des World Wide Web können wir nicht konkurrieren - doch vielleicht landet die „Midri“ zumindest nicht ganz so schnell im Altpapier, wie eine Website weggeklickt wird. Womöglich sind wir im Zeitalter der Information derer selbst auch zeitweise überdrüssig, sonst wäre doch z.B. die Mitgliederversammlung am 19.5.2011 aus allen Nähten geplatzt – schließlich ist diese Veranstaltung die alljährliche Gelegenheit für alle Mitglieder des Schulvereins, umfassend informiert zu werden und auch die eigene Meinung kund zu tun. Wer gern gekommen wäre aber aus triftigem Grund verhindert war, findet ab Seite 12 eine Zusammenfassung des dort Besprochenen. Auch sonst informieren wir munter drauf los: Zahlreiche Schülerarbeiten zeigen, wie effektiv, bunt und innovativ der Unterricht an unserer Schule gestaltet wird. Die Berichte zu Forstpraktikum (Klasse 7) und Russlandfahrt (Klasse 10) dürften insbesondere nachrückende Klassen interessieren. Der Beitrag des Garten- und Instandhaltungskreises ab Seite 22 zeigt exemplarisch, wie wichtig und gleichzeitig mit Freude erfüllend Elternengagement an der Schule ist. Die oft im Stillen und Verborgenen stattfindenden zahlreichen weiteren Arbeitskreistreffen leisten einen bedeutenden Beitrag zur Funktionalität und Qualität unseres Schulalltages. Das Leitbild – im Jahr 2009 zunächst zur Probe eingeführt – haben wir ab Seite 14 nochmals als „Reminder“ abgedruckt. Bald wird der Vorstand hierzu eine Initiative zum „Go live“ initiieren. Viel Spaß beim Lesen und Blättern wünschen Elske Jilli und Udo Wortmann PS: Du hast auch etwas zu sagen? Deine Fotos sind die schönsten? Gut! Schreib uns an info@midri.de oder nutze unser Fach im Schulbüro. Danke!

„Das Wesentliche an Information ist die Eigenschaft, Veränderungen im empfangenden System hervorzurufen. Da es bislang keine einheitliche Theorie der Information gibt, sondern lediglich unterschiedliche Modelle, steht eine eindeutige Definition des Begriffs Information noch nicht zur Verfügung.“ Definition lt. Wikipedia Stand Juni 2011

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T ips - H inw ei s e - T e rm ine

Vom Liegen - Sitzen - Stehen - Gehen M.R. Neuhaus Facharzt für Orthopädie 2. Vortrag Mittwoch, 13. Juli 2011, 20.00 Uhr ,,Wo geht`s hier Iang...?‘ Hüftgelenk und Beckenregion sind lmpulsgeber unserer zweibeinigen Fortbewegung. Anatomie, Physiologie laiengerecht aufgearbeitet. Die Hüftgelenkfehlstellung (Dysplasie), die Beckenverwringung. Sitz und Halteposition in der Schule /am Arbeitsplatz. Verhaltensmaßnahmen und Therapien.

3. Vortrag Mittwoch, 28. Sep. 2011, 20.00 Uhr ,,Die aufrichtige Wirbelsäule“ Wohin wachse ich? Gibt es einen Zusammenhang zwischen der zunehmenden Orientierungslosigkeit und dem Anstieg von Rückenerkrankungen?

4. Vortrag Mittwoch, 19. Okt. 2011, 20.00 Uhr "Der kühle Kopf ist heiß"... Kopfschmerz, Migräne, Konzentrationsstörung...auf die Haltung kommt es an. Die Zentrale unseres Nerven Sinnes Systems.

Alle Vorträge finden im Pavillon der Rudolf Steiner Schule Hagen statt. 58135 Hagen, Enneperstr. 30 Info: 02331 403901

Immer wieder wurden in der Vergangenheit Stimmen laut, die nicht müde wurden, auf die Gefahren von elektromagnetischer Strahlung durch Handys, WLAN, Mikrowellengeräte und Handymasten hinzuweisen. Doch jetzt scheinen sich die Hinweise auf die potentielle Schädlichkeit für den menschlichen Organismus so weit zu verdichten, dass auch öffentliche Institutionen nicht mehr umhin können, vor dem Gebrauch dieser Technologie zu warnen. Am 31. Mai 2011 stellte die Internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nun als Ergebnis einer 1-wöchigen Expertentagung fest, dass hochfrequente elektromagnetische Felder eine erhöhte gesundheitliche Gefährdung mit sich bringen können. 31 Wissenschaftler aus 14 Ländern haben daran mitgewirkt und durch Auswertung vorliegender Daten ermittelt, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen Handynutzung und dem Risiko von Hirntumoren. Die Arbeitsgruppe weist insbesondere auf die Gesundheitsgefährdung bei Kindern und Jugendlichen hin. In diesem Zusammenhang möchte ich alle Eltern, Lehrer, unsere Jugendlichen und alle anderen Interessenten herzlich einladen zu einem am Freitag, den 15. Juli 2011 um 19:30 Uhr stattfindenden Vortrag in der Rudolf-Steiner-Schule in Hagen-Haspe, der sich genau mit diesen aktuellen Themen beschäftigt. Im Interesse aller Kinder und Jugendlichen, bitte ich Sie, auch Ihre Freunde, Bekannten, Arbeitskollegen etc. zu diesem besonderen Vortrag einzuladen und mitzubringen. Claudia Bellmann

Buchtip Surftips

Jesper Juul - Pubertät „Wenn Erziehen nicht mehr geht“ Was kann Erziehung in der Pubertät noch erreichen? Jesper Juul: In der Pubertät fangen Eltern oft an mit einer Art Turboerziehung, um in letzter Minute noch alles richtig zu machen. Das kann nicht funktionieren. Jetzt kommt es auf die Beziehung an.

www.facebook.com/waldorfschule www.facebook.com/profile.php?id=100000866607389 www.diewaldorfs.waldorf.net/list.html www.rudolf-steiner-2011.com www.amselhof-buchhandlung.de

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I n h alt S omme r 20 11

7. Klasse

Bildbesprechungen..............................................................................................6 ein wichtiger Bestandteil der Deutschepoche in der 7. Klasse

10. Klasse

Politikepoche ........................................................................................................9 ein praktischer Beitrag zur Verkehrssicherheit

Finanzkreis

Das liebe Geld.....................................................................................................10 die Finanzierung unserer Schule im Überblick

Schulleben

Berichte zur Mitgliederversammlung im Mai ...........................................12

Schulleben

Zur aktuellen Leitbilddiskussion....................................................................14

10. Klasse

Smolensk und St. Petersburg .........................................................................15 auch dieses Jahr besucht die 10. Klasse Russland

Gäste

Monte Azul .........................................................................................................18 ein brasilianisches Projekt zu Besuch an unserer Schule

5. Klasse

Ausschnitte aus Epochenheften...................................................................20

Schulleben

Der Gartenkreis..................................................................................................22 Eltern räumen mächtig auf

Rudolf Steiner

Geburtstagsfeier ...............................................................................................25 Aktionen zum 150. Geburtstag Rudolf Steiners

Achtklassspiel

Ab heute heisst du Sara..................................................................................26 26 Bilder aus dem Leben einer Berlinerin

6. Klasse

Arktis und Antarktis .........................................................................................29 nicht nur ein geographisches Thema

7. Klasse

Forstpraktikum...................................................................................................32 die 7. Klasse im Nationalpark Harz

11. Klasse

Berufspraktikum Fotograf ..............................................................................36

Buntes

Rezepte.................................................................................................................37

Projekte

Schachspiel .........................................................................................................38 das Projekt endet nach 2 Jahren mit einem Turnier

Kontaktinformationen.....................................................................................39

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Au s d e n K l a s s e n

Bildbeschreibungen ein wichtiger Bestandteil der Deutschepoche in der 7. Klasse Ein Bild, ein Gesicht, einen Gegenstand zu beschreiben verlangt vom Betrachter ein genaues Hinsehen, ein genaues Wahrnehmen des Gegenstandes oder des Gegenübers. Das geht nicht von jetzt auf gleich, sondern dieser Sinn fürs Detail muss regelrecht geübt werden. Frei waren die Schüler in ihrer Einleitung: entweder knapp und nüchtern von den tatsächlichen Gegebenheiten ausgehend, wie beim ersten Beispiel der gegenüberliegenden Seite, oder von einer frei erfundenen Hinführung ausgehend, wie beim zweiten Beispiel zu sehen.

Dieses. Beispiel zeigt deutlich, wie tief der Betrachter sich in das Bild des jungen Glenn Gould einleben konnte. Hier fehlt allerdings der Schlussteil.

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D eut s c he poc h e Kl a s s e 7

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De u t sc h ep o c h e K l as s e 7

Eine ganz besondere Herausforderung und Schwierigkeit ist die Beschreibung eines Gesichtes. Über welchen Wortschatz muss der Beschreiber verfügen oder diesen sich allmählich aneignen, um das Wahrgenommene überhaupt adäquat, sachgerecht beschreiben zu können. Probieren Sie das einmal an ihrem Gegenüber aus, schnell gehen einem die Worte aus. Diese letzten Beispiele entstanden von Schülerinnen, die sich zu diesem Zwecke gegenübersaßen.

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V e rk e hrs b er uhig ung

Politikepoche 10. Klasse ein praktischer Beitrag zur Verkehrssicherheit Schüler und Schülerinnen der 10. Klasse haben im Anschluss an eine Politik-Epoche überlegt wie sie sich Gehör verschaffen können für lokale Anliegen. Sie entschieden sich, gegen die seit vielen Jahren bemängelte Situation für Fußgänger an der Kreuzung Grundschöttelerstr./Enneperstr. etwas zu unternehmen und schrieben an den Bürgermeister einen Brief. Sie bekamen nicht nur direkt umfassende Antwort, sondern konnten miterleben wie schnell ihre Anregungen umgesetzt wurden. Das lag zwar zum einen daran, dass sich die Bezirksvertretung Haspe seit einiger Zeit verstärkt mit dieser Kreuzung beschäftigte und bereits einen Termin festgelegt hatte für Umbaumaßnahmen, doch nutzten die Politiker die Gelegenheit, die Anregungen der Schüler und Schülerinnen mit einfließen zu lassen. Zu einem Besichtigungstermin am Mittwoch um 9.00 Uhr lud Herr Oberbürgermeister Dehm Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse ein, um sich einerseits bei ihnen für ihr Engagement zu bedanken. Andererseits wollte er sich vergewissern, ob alle Anregungen aufgegriffen wurden. Herr Breßler, Fachbereich Planen und Bauen, erläuterte den Schülerinnen und Schülern an Hand von Plänen, was sich im Wesentlichen geändert hat. Es gibt zwei orangene mit Fußgängersymbolen blinkende Signale, die Fußgänger können Grünphasen anfordern, Schilder wurden ergänzt und in Kürze werden die Markierungen erneuert. Auch wenn immer wieder statt findende Ortstermine von Schulvertretern mit Stadt und Polizei diese Veränderungen vorbereitet haben, so sei den Schülerinnen und Schülern der 10. Klasse hier für ihren Einsatz herzlich gedankt. Durch ihre Initiative wurde die Kreuzung für die Politiker interessant und rückte ins Rampenlicht. Erika Blass-Loss, Geschäftsführerin

Bericht einer Schülerin: sinnvoll gelobt, da es die Dringlichkeit des Projektes unterstrich und sogar neue Ideen in die Planung einfließen ließ. Nach Beendigung der Bauarbeiten schlug der Oberbürgermeister uns einen Termin vor, um sich unserer Zufriedenheit zu vergewissern. Tatsächlich waren wir Schüler über die Fortschritte, die sich in den letzten zwei Wochen, in denen wir im Praktikum waren, an der Kreuzung Grundschöttelerstr./Enneperstr. getan hatten, erstaunt. Inzwischen gibt es zwei orangefarbene, mit Fußgängersymbolen blinkende Signale, neue Schilder, die vor Kindern warnen und eine Kamera, die die Ampel verkehrsabhängig steuert. In diesem Zuge wurde auch ein Anforderungskontakt für die Grünphasen der Fußgänger installiert. Des weiteren werden in Kürze die Fußgängermarkierungen auf der Straße erneuert. All diese Verbesserungen zeigte uns Herr Bressler vom Fachbereich Planen und Bauen der Stadt Hagen auf einem übersichtlichem Plan, der auch die tausend täglich die Enneperstraße passierenden Fahrzeuge berücksichtigt. Aus diesem Treffen zogen wir den Schluss, dass sich mit den Hagener Politikern durchaus reden lässt und es sich so lohnt, Unzufriedenheiten auszusprechen.

Schon seit langem wünschten sich die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse eine Politikepoche, um von aktuellen Ereignissen mehr Hintergründe zu erfahren, die Parteien mit ihren Programmen kennen zu lernen, oder eben auch Informationen darüber, wie sich jeder von uns politisch beteiligen kann, zu erhalten. Hierfür gibt es mehr Möglichkeiten, als man vielleicht denken mag. Wir haben uns entschieden, Unterschriften für ein Problem, das uns alle betrifft, zu sammeln. Es dauerte nicht lange, bis wir dieses gefunden hatten: die unsichere Kreuzung der Hauptverkehrsstraße, die unsere Schulgebäude voneinander trennt. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch die Sorge, ob unser Anliegen ernst genommen würde. So sammelten wir jede Menge Unterschriften, die wir einem Brief an Jörg Dehm, den Oberbürgermeister der Stadt Hagen, beilegten. Wir bekamen nicht nur direkt umfassende Antwort, sondern konnten auch miterleben, wie schnell unsere Anregungen umgesetzt wurden. Dies lag auch daran, dass sich die Hasper Bezirksvertertung schon seit einer gewissen Zeit mit den Problemen der Kreuzung auseinandergesetzt hatte und sogar schon Termine für Umbaumaßnahmen feststanden, doch wurde unser Engagement als durchaus

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I n f o r m at i o n e n a u s d e m F i n a n z k r e i s

Das liebe Geld die Finanzierung unserer Schule im Überblick Das Wichtigste vorweg: Die Aufnahme eines Kindes an unsere Schule geschieht vollkommen unabhängig von allen finanziellen Vereinbarungen, die nachfolgend dargestellt werden sollen. Zuerst wird das Kind an der Schule aufgenommen. Erst anschließend findet ein Gespräch des Elternhauses mit dem Finanzkreis, der ebenfalls aus Eltern besteht, statt. Egal wie dieses Gespräch ausgeht, es bleibt immer bei dem Ergebnis, dass das Kind unsere Schule besuchen wird. Das ist die erste wichtige Grundregel, die in der Öffentlichkeit immer mal wieder anders dargestellt wird. Die zweite wichtige Grundregel ist, dass alle individuellen Elternbeiträge zur Finanzierung unserer Schule dem Kollegium, d.h. allen Lehrern unserer Kinder, unbekannt sind. Kein Lehrer weiß, welchen Elternbeitrag ein Elternhaus leistet. Die Finanzen spielen an unserer Schule eine zentrale Rolle, denn unsere Schule ist keine staatliche Schule. Das ist bekannt. Folge dieses Umstandes ist, dass unsere Schule vom Land NRW nicht zu 100% finanziert wird, sondern nur zu 87%. Das bedeutet, dass wir, die Elternhäuser aller Schüler, diese finanzielle „Lücke“ im Schulhaushalt schließen müssen. Jetzt könnte man ganz einfach rechnen und zu dem Ergebnis kommen, dass man die „fehlenden“ 13% des Schulhaushaltes auf alle Elternhäuser je nach Anzahl der Kinder, die unsere Schule besuchen, verteilt und im Ergebnis auf 100% kommt. So einfach ist es allerdings nicht. Dies hat vornehmlich zwei Gründe: Zum einen reicht es uns nicht, lediglich die genannten 13% aus Elternbeiträgen zu erzielen. Um alle zusätzlichen Angebote unserer Schule, wie zum Beispiel Eurythmie, Werkunterricht, musikalische Aktivitäten u.v.a., qualitativ aufrechterhalten zu können, benötigt unsere Schule einen Haushaltsplan, der deutlich über die 100%-Marke hinausgeht. Hier gilt die einfache Formel, dass alle zusätzlichen Angebote an unserer Schule umso umfassender gestaltet werden können, je größer das im Schulhaushalt verfügbare zusätzliche Budget ist. Zum anderen hat sich unsere Schule dazu entschieden, sich nicht ausschließlich auf eine feste Elternbeitragsstaffel zu verlassen, die sich nach dem Familieneinkommen richtet. Dies wäre sicher die einfachere Variante. Vielmehr engagiert sich der Finanzkreis unserer Schule aktiv dafür,

mit jedem Elternhaus eine individuelle Beitragsvereinbarung zu finden, die der Leistungsfähigkeit des Elternhauses entspricht und trotzdem den Interessen der Schule und damit dem Wohle unserer Kinder maximal Rechnung trägt. Grundlage jeder Beitragsvereinbarung ist allerdings auch an unserer Schule das nachgewiesene Familienbruttoeinkommen. Die Elternbeiträge zur Finanzierung unserer Schule teilen sich in drei Blöcke auf: Den ersten Block bilden die Materialpauschale, der Kulturbeitrag und der Schulbuch-Eigenanteil. Die Materialpauschale ist notwendig, da unsere Kinder im Schulalltag mit vielen Materialen (Hefte, Stifte, Malblöcke etc.) direkt von der Schule ausgestattet werden. Dies gehört zum Konzept und erspart den Eltern die entsprechenden privaten Aufwendungen. Der Kulturbeitrag dient als Umlage der finanziellen Grundausstattung für alle kulturellen Aktivitäten, die im Laufe eines Jahres an unserer Schule angeboten werden. Der Schulbuch-Eigenanteil ist in den einzelnen Jahrgangsstufen unterschiedlich und wird zur Finanzierung der Ausstattung unserer Kinder mit den notwendigen Schulbüchern verwendet. Fasst man alle Elemente dieses ersten Blockes zusammen, kommt man auf die Faustregel, dass dieser Block der Finanzierung unserer Schule zurzeit im Durchschnitt ca. 10,- EUR pro Kind und Monat ausmacht. Der zweite Block der Finanzierung unseres Schulhaushaltes besteht aus den so genannten Einmalspenden. Nur bei dem ersten Kind, das zum ersten Mal eine Waldorfschule besucht bezahlt die Familie eine Einstiegsspende, die von unserer Schule direkt an den Bund der freien Waldorfschulen weitergeleitet wird. Dort dient sie insbesondere der Waldorflehrerausbildung und –fortbildung. Die Höhe der Einstiegsspende beträgt einmalig das Doppelte des monatlichen Elternbeitrages, aber zurzeit mindestens 400,- EUR. Wechselt ein Kind die Waldorfschule oder kommt ein zweites Kind aus der Familie an unsere Schule ist diese Spende kein zweites Mal zu entrichten. Das Bild unserer Schule wird seit einigen Jahren durch attraktive Neubauten (Turnhalle, Eurythmiesaal, Werkpavil-

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lions) geprägt. Die Kosten dieser Neubauten werden im Rahmen eines Umlageverfahrens auf mehrere Schülergenrationen verteilt. Um dies zu ermöglichen trägt jedes Elternhaus einmalig mit einer Bauspende zur Finanzierung und zum Erhalt dieser Neubauten bei. Wichtig zu wissen ist, dass alle in Block 2 erläuterten Einmalspenden nicht auf einmal von einem Elternhaus geleistet werden müssen, sondern gerne auch in individuell vereinbarten Teilbeträgen geleistet werden können. Den dritten Block bildet der Monatsbeitrag des Elternhauses. Die Richtwerte für diesen Monatsbeitrag hat die Mitgliederversammlung beschlossen. Besucht ein Kind der Familie unsere Schule liegt dieser Richtwert zurzeit bei 7%. Besuchen zwei Kinder unsere Schule erhöht sich dieser Richtwert derzeit auf insgesamt 8,3%. Bei drei Kindern liegt er aktuell bei insgesamt 8,9%. Bemessungsgrundlage ist das monatliche Bruttofamilieneinkommen zuzüglich des Kindergeldes. Im Rahmen der Finanzgespräche werden die Elternhäuser gebeten, diese Bemessungsgrundlage entsprechend nachzuweisen. Auf Basis dieser Bemessungsgrundlage vereinbart das Elternhaus mit dem Finanzkreis seinen individuellen Beitrag. Dieser Schulbeitrag wird anschließend in zwei Teile geteilt. Teil 1 ist der klassische Schulbeitrag, der derzeit zu einem Drittel steuerlich absetzbar ist. Teil 2 ist der Betrag, um den der Beitrag des Elternhauses den klassischen Schulbeitrag (Teil 1) übersteigt. Dieser Be-

trag wird als Spende behandelt, entsprechend ausgewiesen und kann momentan in voller Höhe steuerlich geltend gemacht werden. Zugegeben, die Finanzierung des Elternanteiles am Schulhaushalt unserer Schule ist ein komplexes System. Vorteil dieser Komplexität ist, dass auf diese Weise die faire und individuelle Behandlung aller Elternhäuser ermöglicht wird. Dies wäre in einem einfacher gestalteten System sicher nicht ohne weiteres möglich. Außerdem ermöglicht dieses System jederzeit auf Veränderungen, die während der Verbundenheit eines Elternhauses mit unserer Schule geschehen, zu reagieren. Der Finanzkreis ist immer ansprechbar. Das gilt sowohl für kleine oder große finanzielle Krisen, die ein Elternhaus erlebt, als auch für kleine oder große Glücksfälle. Die Telefonnummern der Mitglieder des Finanzkreises sind auf der Internetseite unserer Schule immer aktuell zu finden. Zu guter Letzt muss an dieser Stelle noch erwähnt werden, dass die Arbeit des Finanzkreises, der ja ausschließlich aus Eltern besteht, nicht möglich wäre, wenn uns das Schulbüro nicht organisatorisch den Rücken freihalten würde und alle Ergebnisse der Beitragsgespräche stetig verwalten, buchen und überwachen würde. Hierfür gebührt unser Dank insbesondere Frau Tuschhoff, ohne die vieles von dem hier beschriebenen sicher nicht so reibungslos laufen würde.

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Für den Finanzkreis, Henning Funke


M i tg l i e d e r v e r s a m m l u n g Am 19. Mai 2011 fand ab 20 Uhr eine Mitgliederversammlung des Schulvereins im Veranstaltungspavillon unserer Schule statt. Redaktion MITTENDRIN möchte allen Mitgliedern der Schulgemeinschaft, die am 19.5. nicht persönlich dabei sein konnten, eine kurze Zusammenfassung der besprochenen Punkte und Inhalte geben. Trotz frühzeitig ergangener Einladung fanden leider nur wenige Eltern den Weg zu dieser wichtigen Veranstaltung, die den Mitgliedern des Schulvereins ein- bis zweimal pro Jahr die Gelegenheit gibt, sich aus erster Hand über die finanzielle Situation von Schul- und Förderverein, über aktuelle Themen und anstehende Projekte zu informieren. Außerdem ist die Mitgliederversammlung natürlich das Gremium, in dem die Mitglieder von Ihrem Stimmrecht bei anstehenden Abstimmungen zu z.B. Investitionen, Beiträgen oder Vorstandsbesetzung Gebrauch machen können. Einige Redebeiträge während der Veranstaltung zeigten deutlich, dass wir Eltern eine wichtige Säule der Schulgemeinschaft sind. Nehmen wir uns als solche ernst! Wir können viel bewegen – im Sinne und für unsere Kinder. Der auch in dieser Veranstaltung vielgelobte Gartenkreis ist hier ein gutes und positives Beispiel. Mehr davon, bitte! Hier nun ein kurzer inhaltlicher Abriss der gemäß Tagesordnung besprochenen Punkte. Es handelt sich hier um eine Mitschrift ohne Gewähr auf Vollständigkeit, kein abgestimmtes Protokoll! 1. und 2. Herr Grineisen begrüßt die Anwesenden und stellt die Beschlussfähigkeit fest. 3. Herr Friese berichtet aus der Lehrerkonferenz: Die Position von Frau Reinhold als Lehrerin der 3.Klasse wurde von Herrn Herzog übernommen. Frau Reinhold erwartet in Kürze ihr Kind und lebt nun in Berlin. Der Vertrag von Frau Reinke, unserer Förderlehrerin, wurde entfristet und sie ist aktuell fest für 19 Wochenstunden eingestellt. Auch der Vertrag unseres Hausmeisters, Herrn Neugebauer, konnte entfristet werden. Wir sind ihm für seinen unermüdlichen und fachlich hochqualifizierten Einsatz dankbar. Eine neue Eurythmielehrerin, Frau Herzog, wurde eingestellt. Sie wird insbesondere die 1. und 2. Klasse unterrichten. Ebenfalls konnte der Vertrag von Frau Müller (2. Klasse) entfristet werden. Außerdem gratulieren wir Frau Müller zum bestandenen Gleichstellungsverfahren, ebenso Frau Borgmann, die in Klasse 13 unterrichtet. Das kürzlich stattgefundene Arbeitswochenende des Kollegium zu denThemen „Gestaltung einer nicht vertikalen Schulform“ und „Aufgaben der Lehrerkonferenz“ wird als voller Erfolg gewertet. Noch steht nicht fest, wer die neue 1. Klasse übernehmen wird.

4. Herr Eichwalder berichtet zum „Brückenprojekt“. Ein sehr ansprechendes Modell visualisiert, was die Planer nun auf dem Papier abgeschlossen haben: Eine elegante Brücke, die die beiden Schulhöfe miteinander verbindet und auch Abgänge zu den Bürgersteigen hat. Als nächster Schritt steht nun die Erarbeitung eines Finanzierungskonzeptes an. Frau Blass-Loss bittet alle, die Interesse an der Mitarbeit in einer Arbeitsgruppe Brückenfinanzierung haben, sich alsbald bei ihr zu melden: blass-loss@waldorfschule-hagen.de oder über das Schulbüro. Die Kostenkalkulation beläuft sich aktuell auf ca. 750.000,-€, die Schulgemeinschaft kann also jeden klugen Kopf gebrauchen, um hier ein solides Konzept auf die Beine zu stellen. 5. Frau Blass-Loss berichtet zum Leitbild unserer Schule, das vor mehr als einem Jahr der Schulgemeinschaft vorgestellt wurde und zunächst für ein Jahr „zur Probe“ gelten sollte. Wichtig ist nun, die Auseinandersetzung der gesamten Schulgemeinschaft mit dem Leitbild voranzutreiben. In einem ersten Schritt werden alle Mitglieder zeitnah gebeten, einen Online-Fragebogen zu bearbeiten. Die Ergebnisse sollen dann zeigen, wie die vertiefende Leitbild-Arbeit im Einzelnen gestaltet werden kann / soll. Anm.: Wir haben das Leitbild auf Seite 14 nochmals abgedruckt.

6. Frau Blass-Loss berichtet ausführlich und detailliert zum Haushaltsplan, siehe den eigenen Abschnitt auf der gegenüberliegenden Seite. 7. Die Kassenprüfer berichten. Es gab keine Unregelmäßigkeiten, die hervorragende Arbeit von Frau Tuschhoff wird besonders gelobt.

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M itgl ie de rv er s am ml u n g 8. und 9. Die Mitgliederversammlung entlastet den Vorstand. Herr Robin Müller wird wiedergewählt. Anm.: Die vollständige Besetzung des Schulvorstands ist auf Seite 39 abgedruckt.

10. Die Mitgliederversammlung beschließt die Satzungsänderung, wie im Rahmen der Einladung vorgeschlagen.

Lieber Leser, liebe Leserin (falls du zu denen gehörst, die nicht persönlich dabei sein konnten), ich hoffe, hiermit die „spröde“ Tagesordnung mit etwas Leben gefüllt und vielleicht auch Lust darauf geweckt zu haben, das nächste Mal aktiv dabei zu sein. Für die Redaktion Elske Jilli

MV H a u s h a l t s p l a n

Die Mitgliederversammlung mit dem Bericht über das Haushaltsjahr 2010 fand in diesem Jahr bereits im Mai statt. So konnte auch der Haushaltsplan für 2011 vorgestellt werden, bevor das Jahr abgelaufen ist. Durch eine von der Bezirksregierung angekündigte Mietkürzung steht der Schule für dieses Jahr ein Verlust von fast 100 T€ bevor, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Eine Gegenmaßnahme hat der Vorstand bereits zum Ende des letzten Schuljahres ergriffen, in dem er den neu festgesetzten Mietwert von einem unabhängigen Gutachterausschuss prüfen lässt. Leider steht das Ergebnis noch aus. Es gilt auch mit vereinten Kräften Wege zu finden, einerseits Kosten zu senken, ohne den Schulorganismus zu schwächen. Andererseits soll im nächsten Schuljahr die Einnahmeseite gestärkt werden sowohl durch die Prüfung weiterer Zuschussmöglichkeiten als auch durch die Anhebung der Elternbeiträge. Bis zum Schuljahresende wird im Vorstand ein Konzept entworfen, das im neuen Schuljahr mit interessierten Mitgliedern beraten werden soll. Als Besonderheit konnte den Mitgliedern das Modell einer Brücke vorgestellt werden. 2009 wurde durch Beschluss der Mitgliederversammlung der Vorstand gebeten, eine konkrete Planung und Kostenschätzung zu beauftragen.

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Hierfür wurde das Ingenieur Büro Bild ausgewählt, das nach anderthalbjähriger Planungszeit sowohl ein Modell als auch eine Kostenkalkulation vorlegen konnte. Zurzeit werden die Baukosten incl. Mehrwertsteuer auf etwa 1 Million € geschätzt, doch sollen noch Vergleichsangebote eingeholt werden. An Planungskosten hat die Schule bisher 38 T€ aufgewendet. Um dieses Projekt umzusetzen, müssten wir viele kreative Ideen für eine realisierbare Finanzplanung zusammen tragen, bevor die Mitgliederversammlung einen Baubeschluss fällen kann. Auch hierzu wollen wir im neuen Schuljahr interessierte Eltern einladen. Zur aktuellen Leitbilddiskussion an unserer Schule nehmen Sie bitte den Artikel auf der Folgeseite zur Kenntnis. Am Ende der Mitgliederversammlung wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die Stadt Hagen endlich den zahlreichen Wünschen aus Elternschaft und Kollegium zur Verbesserung der Verkehrssicherheit der Kreuzung Ennepestr./ Grundschöttelerstr. nachkommen wird und z. B. zwei Fußgängerschutz-Blinker angebracht werden sollen. Die Arbeiten haben mittlerweile begonnen und wir hoffen sehr, dass sie zu einer spürbaren Verbesserung führen werden.

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Erika Blass-Loss Geschäftsführerin

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Z u r ak t u e l le n Le it b il ddis k u s s ion Die Auseinandersetzung der gesamten Schulgemeinschaft mit dem Leitbild unserer Schule, das vor mehr als einem Jahr der Schulgemeinschaft vorgestellt wurde und zunächst für ein Jahr „zur Probe“ galt, soll neu belebt werden. In einem ersten Schritt werden alle Mitglieder zeitnah gebeten, einen Online-Fragebogen zu bearbeiten. Die Ergebnisse sollen dann zeigen, wie die vertiefende Leitbild-Arbeit im Einzelnen gestaltet werden kann bzw. soll. Im Folgenden haben wir den Entwurf noch einmal zur Kenntnisnahme abgedruckt. Wir gestalten gesunde Beziehungen. Jeden Menschen achten wir in seiner ganz persönlichen Einzigartigkeit und Vielfalt. Die verlässlichen Beziehungen und liebevolle Begleitung unserer Schüler bilden die Grundlage für erfolgreiches Lernen. Es ist uns ein Anliegen, dass Eltern, Lehrer und insbesondere unsere Schüler gerne und mit Freude zur Schule kommen. Unsere Beziehungen gestalten wir klar, verbindlich und respektvoll. Im Begegnungsraum unserer Schule lernen wir Konflikte konstruktiv zu lösen und eine anregende Dialogund Feedbackkultur zu fördern. Im Unterricht und Kollegium wenden wir Elemente und Methoden der Selbstschulung und Selbsterziehung an. In der pädagogischen Arbeit unterstützen wir uns im Kollegium gegenseitig. Wir erkennen individuelle Veranlagungen und ermöglichen deren Entfaltung. Wir nehmen jeden Schüler in seiner Einzigartigkeit wahr und begleiten unterstützend die Entfaltung seiner besonderen Fähigkeiten und Begabungen. Unseren Unterricht gestalten wir auf der Grundlage der pädagogischen Impulse Rudolf Steiners und der anthroposophischen Menschenkunde. Wichtig ist uns, unsere Schüler durch die künstlerische Gestaltung jedes Unterrichts und ein breites Fächerspektrum geistig, seelisch und körperlich in ihrer Vielfalt anzusprechen. Persönliche, soziale, fachliche und methodische Fähigkeiten entwickeln wir ausgewogen. Die von uns angebotenen Schulabschlüsse spiegeln die vielfältigen Fähigkeiten unserer Schüler wider und geben ihnen die individuell möglichen Qualifikationen für den weiteren Lebensweg mit. Den ganzheitlich angelegten Waldorf-Abschluss ergänzen wir durch die spezialisierten staatlich anerkannten Abschlüsse.

Wir befähigen zum selbstverantwortlichen Lernen. Wir geben unseren Schülern im Unterricht einen Rahmen, der ihnen ermöglicht im Laufe der Schulzeit zunehmend selbstverantwortlich zu lernen und ihre eigenen Interessen zu entwickeln. Auf diesem Weg gestalten wir die Lernbedingungen altersgerecht und geben Orientierung, legen methodische Fähigkeiten an und gestalten mit den Schülern immer mehr selbstverantwortete Freiräume zum Lernen. Prüfungen gestalten wir so, dass sie helfen sich der eigenen Fähigkeiten bewusst zu werden und Selbstbewusstsein zu stärken. In den jungen Menschen wecken und stärken wir die Kräfte, die ihnen später helfen selbstbestimmt und frei zu handeln und eine „Selbsterziehung in Freiheit“ ermöglichen. Gemeinsam organisieren wir unseren Schulbetrieb transparent, effektiv und nachhaltig. Getragen von individueller Initiative und strukturierter Verantwortung führen und verwalten wir unsere Schule selbst. Wir schaffen klare, transparente, verbindliche Strukturen zur Unterstützung unseres Unterrichts. Unsere Schule entwickeln wir zur „Lernenden Organisation“, die in der Lage ist die Initiativen ihrer Mitglieder zu koordinieren, Schwierigkeiten zügig zu lösen und neue pädagogische Impulse zu verwirklichen. Die Qualität unserer Arbeit prüfen, sichern und entwickeln wir regelmäßig. Systematisch bilden wir uns in unseren Aufgabenfeldern weiter. Wir sind Gesprächspartner für pädagogische Fragen und machen unsere Schule öffentlich sichtbar. Wir treten für die freie und gesunde Entwicklung des Kindes im Gespräch mit Kollegen, Eltern, Behörden und der Gesellschaft ein. An der öffentlichen und schulinternen Diskussion zu aktuellen pädagogischen Fragen beteiligen wir uns aktiv. Mit Menschen und Organisationen, die ähnliche Fragen in ähnlichen Tätigkeitsfeldern verfolgen, knüpfen und pflegen wir partnerschaftliche Beziehungen, Arbeits- und Lerngemeinschaften.

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Schule Unte rw e gs

Smolensk und St. Petersburg auch dieses Jahr besucht die 10. Klasse Russland

Dank der großzügigen Unterstützung durch den DeutschRussischen-Jugendaustausch (DRJA) konnte auch in diesem Jahr die 10. Klasse nahezu komplett an der Russlandfahrt teilnehmen. Da unsere liebe Frau Schneider krankheitsbedingt nicht mitfuhr, begleitete dieses Mal Frau Trimpop neben Frau Winter, Herrn Eichwalder und Frau Franke (Mutter) diese Tour. Ein Riesenlob und ein herzliches Dankeschön für die immer offenen Ohren für alle "Wehwehchen", die mit allen Kräften "behandelt" wurden. Am 2. bzw. 3. September 2010 war es so weit - die 10. Klasse stieg in Dortmund in den Zug und erreichte nach ca. 28-stündiger Fahrt Smolensk. Die Aufnahme in Gastfamilien war herzlich und die Wiedersehensfreude war groß. Bei den Schülern herrschte Spannung, ob sie sich wohl fühlen in der anderen Kultur und ob die vorhandenen Sprachkenntnisse wohl reichen. Bereits am Nachmittag des Ankunftstages trafen sich alle auf einem kleinen Markt, der wunderbare handwerkliche Kunst anbot. Von Montag bis Samstag gab es ein durchorganisiertes Programm. Gemeinsam mit der russischen Partnerklasse wurde nach den Sprechübungen russische Geschichte unterrichtet, die Frau Trimpop übersetzte, gefolgt von russischem Tanz mit Frau Trimpop und Trommeln mit Herrn Eichwalder. Nachmittags fanden gemeinsame Ausflüge statt, danach wurde die Stadt erkundet oder es ging direkt zu den Gastfamilien. Die gemeinsam verbrachte Zeit, das Tanzen und Trommeln ermöglichten Verständnis und beginnende Freundschaften unter den Jugendlichen.

Am Sonntagabend ging es für unsere Gruppe mit dem Zug nach St. Petersburg - auch diese Fahrt ein Erlebnis - dieses Mal mit Kontakt zu den Mitreisenden durch die erworbenen Sprachkenntnisse und durch die musikalischen Einlagen dank Leon und seiner Gitarre. Die Städtetour in St. Petersburg war beeindruckend und ganz dicht. Sie begann mit einer Stadtrundfahrt ("linker Hand" und "rechter Hand") mit Reiseführerin Vera. Die kulturellen Highlights reihten sich aneinander: Peter-und Paul Festung, Eremitage, russisches Museum, Isaaks-Kathedrale, Peterhof, Rüstkammer und die Nachtfahrt auf der Newa. Die Gemeinschaftsunterkunft war gut und zentral gelegen. Die Stimmung auf der gesamten Fahrt war klasse, die Schüler haben das stramme Programm gut gemeistert. Es war eine rundherum gelungene Klassenfahrt. Allen Organisatoren nochmals „bolschoi spaciba“. Für unsere Schüler wünsche ich mir, dass diese tollen Fahrten auch weiterhin stattfinden, das bedarf auch der Unterstützung aus den Elternhäusern in Form von Antragstellung, Fahrkarten besorgen, zu den Botschaften fahren etc.. An dieser Stelle danke ich Herrn Zsolt Deak, der die Antragstellung übernehmen wird und Frau Birgit SchulzeSüdhoff, die sich unermüdlich um die Fahrkarten gekümmert hat. Karin Franke

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R u s s l a n d fa h r t d e r 1 0 . K l a s s e Sonntag, 5. September 2010

Tagesbericht von Montag, dem 6. September 2010

Heute war der Tag der Anreise. Die Schaffnerin weckte uns um 4 Uhr morgens. Dies war sicher der Auftakt für eine unserer aufregendsten Nächte / Morgende unseres bisherigen Lebens. Schnell wurden die Betten abgezogen, die Koffer gepackt und auf den Gang hinaus geschoben. Eine gestresste Schaffnerin eilte durch die Gänge und rief uns Anweisungen auf russisch zu. Während dieser Stunden wurde der Name „Alexandra“ so oft wie noch nie auf dieser Fahrt gerufen. Die Aufregung im Zug stieg von Minute zu Minute. Als der Zug im Bahnhof einlief, war sie fast zum zerplatzen groß. Schnell und in aller Eile wurden die Koffer aus dem Zug in das dunkle noch unbekannte Smolensk gehoben. Langsam trudelten die Gastfamilien ein und die Namen der Schüler wurden aufgerufen.

Heute ist unser erster Schultag in der Smolensker Schule. Die Schulen in Russland haben keine Namen, sondern Zahlen. Die Smolensker Waldorfschule hat die 41 als ihre Zahl. Die Schule ist jedoch zu groß, als dass alle Schüler in ein Gebäude passten und so verteilen sie sich auf drei Gebaude.

Um 13 Uhr trafen wir uns vor einem großen Saal in welchem die verschiedensten Handarbeitsstücke zum Verkauf ausgestellt waren. Mehrere in Trachten gekleidete Frauen und Männer forderten einige von uns zum tanzen auf. Da Fritzi heute Geburtstag hatte, bekam sie in dem Saal von allen ein Geburtstagsständchen gesungen. Nachdem Frau Trimpop und Frau Franke ein paar Dinge geklärt hatten, machten wir uns mit den russischen Schülern auf, die Stadt zu erkunden und Geld zu wechseln. Nun da wir unsere guten alten Euros mit den russischen Rubeln getauscht hatten, gingen wir in ein Café. Dies war einfacher gesagt als getan, denn das Bezahlen der Speisen stellte sich als kleines Problem heraus. Vor einer Billiard-Spielhalle trennte sich die Gruppe. Während die Jungs dort blieben, wurden wir Mädchen durch die Stadt und den großen Park geführt. Am späten Nachmittag trafen wir uns alle wieder und liefen sinnlos zwischen den wohl alle gleich aussehenden Häuserblocks her, die alle sehr ärmlich, kaputt und heruntergekommen waren. Abends, zu Hause angekommen, waren wir von der ungewohnten Lauferei ziemlich erschöpft, so dass wir früh schlafen gingen. Josephine und Friederike

Für die Zeit des Aufenthaltes der zehnten Klasse der Hagener Waldorfschule an der Smolensker Waldorfschule entwickelte der Klassenlehrer der russischen zehnten Klasse Pegov Vladimir Antoljevitsch gemeinsam mit den deutschen Betreuern der Klassenfahrt Frau Franke, Frau Trimpop, Frau Winter und Herrn Eichwalder eine Unterrichtsstruktur. Demnach beginnt der Unterricht um 8:00 Uhr. Wer zu spät kommt, muss warten, bis wir den ersten Teil des Unterrichtes, die Sprachübungen, beendet haben. Für diese versammeln sich alle Oberstufenschüler in der Aula. Sie beginnen mit den Lauten "Hum, ham, hem und him", wobei sich die rechte Hand während der Übung von oben rechts bis zur Brustmitte sanft schließt. Die zweite Übung besteht aus den Lauten "Sib sab und sobsub". Während wir einen dieser Laute, beide, oder sogar doppelt oder dreifach hintereinander sagen, verwenden wir unseren Arm und die Finger als Verlängerung, um unseren Worten ein Ziel zu setzen, indem wir nach vorne zeigen. Der zweite Teil der Sprachübungen besteht aus verschiedenen Reimen, die jeweils eine Schwierigkeit der russischen Sprache (z.B. rollendes R, Zischlaute usw.) schulen. Die nächste Sprachübung besteht aus einem Märchen, das wir sprechen, wobei wir ganz genau darauf achten, den Inhalt durch richtige Betonung und Stimmverstellung interessant wiederzugeben. Nun ist es etwa 8:00 Uhr und Herr Antoljevitsch, der neben seiner Aufgabe als Klassenbetreuer der zehnten Klasse auch Geschichts- und Erdkundelehrer ist, beginnt durch Aufarbeitung der historischen Ereignisse zwischen

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Schule Unte rw e gs dem zehnten und zwanzigsten Jahrhundert zu erklären, wie die heutigen sozialen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Ost- und Westeuropa entstanden sind. Heute begann er über die Entstehung Russlands und die dadurch begründeten unterschiedlichen Lebensweisen und Lebenseinstellungen zu berichten. Besonders interessant war hierbei, über Russlands Position in Europa nachzudenken. Während der Entstehung Russlands orientierte es sich nicht nur an seinem geografischen Kontinent, sondern warf auch mal einen Blick nach Asien. So entfernte sich Russland aus zweierlei Gründen immer weiter von Zentral- und Westeuropa: Zum einen liegt Russland entgegen der meisten fortschrittlichen Länder Europas nicht in dem Zentrum seines Kontinents und zum andern orientierte sich die Kultur in ihrer Entwicklung nicht nur in die westliche Richtung. So gilt heute ein Sprichwort, das zum einen abschreckt, zum anderen aber auch Fragen aufwirft und Interesse weckt: "Das, was für den Russen gut ist, ist für den Deutschen tot und das, was für den Deutschen gut ist, ist für den Russen tot".

Um 9:30 Uhr waren die zwei von Herrn Antoljevitsch geführten Hauptunterrichtsstunden beendet. Nach der Pause trafen wir uns um 10:00 Uhr wieder. Der nächste Unterrichtspunkt bestand aus zwei parallel zueinander ablaufenden Übungen. Die Lehrer teilten deutsche und russische Schüler in zwei Gruppen, wobei in jeder gleich viele russische und deutsche Schüler waren. Während eine der zwei Gruppen mit Herrn Eichwalder Trommelrhytmen einstudierte, brachte Frau Trimpop der anderen Gruppe einen russischen Volkstanz bei. Nach einer Stunde wechselten die Tätigkeiten, so dass keine Ungerechtigkeiten entstanden.

Um 12:00 Uhr war Schulschluss. Viele deutsche Schüler gingen nun gemeinsam mit ihren Gastgeschwistern in Cafés oder Restaurants, um sich für das Nachmittagsprogramm zu stärken. Um 14:30 Uhr trafen sich alle Schüler wieder an der Schule, denn hier war der Treffpunkt für die heutige Exkursion. Gemeinsam Iiefen wir zu der Smolensker Philharmonie. In dem prunkvollen Gebäude wurden wir in einen edlen Saal geführt, indem wir von fünf russischen Frauen und zwei russischen Männern begrüßt wurden. Sie zeigten uns sehr eindrucksvoll, wie fröhlich und Iebhaft die altrussische Musik und der altrussische Tanz sind. Bei der letzten Darbietung wurde das Publikum sogar eingebunden: Die Künstler wählten das deutsche Mädchen Carlotta und den russischen Jungen Cenia aus, um uns schauspielerisch, musikalisch und tänzerisch zu zeigen, wie die früheren Hochzeiten in Russland abliefen.

Gegen 16:00 Uhr war die Philharmonie beendet. Von nun an hatten wir Schüler Freizeit. Viele Mädchen gingen spazieren, Souvenirs kaufen oder in ein Cafe, während einige Jungs Fußball spielen gingen. Als es jedoch dunkel wurde, sind die meisten deutschen Schüler mit ihren Gastgeschwistern nach Hause gegangen, um zu Abend zu Essen und schließlich schlafen zu gehen. Franka und Alexandra

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Gä s t e a n u n s e r er S c h u le

Monte Azul ein brasilianisches Projekt zu Besuch an unserer Schule

„Associação Comunitária Monte Azul“ (Gemeinschaftsverein Monte Azul) so lautet der vollständige Name einer NGO, welche 1979 von Ute Craemer in der Favela Monte Azul gegründet wurde und welche heute vielerorts mit dem Namen „Monte Azul“ – blauer Berg – verbunden wird. Favela – so bezeichnet man in Brasilien jene Elendsviertel, welche illegal und oft auf offiziell als unbebaubar geltendem Stadtgebiet errichtet wurden. Monte Azul ist eine der unzähligen Favelas der brasilianischen Megacity São Paulo (ca. 20 Mio. Einwohner). Das besondere an ihr ist jedoch, dass dort ein anthroposophisches Projekt lebt, welches versucht Brücken zu bauen. „Brücken zwischen Arm und Reich, zwischen verschiedenen Nationalitäten und zwischen anthroposophischen und nicht anthroposophischen Einrichtungen“ (Ute Craemer bei einem Vortrag an der Waldorfschule Hagen am 6.2.2010). Frau Reinhold, die von der Beziehung meiner Familie zu Monte Azul wusste, hatte bereits für den Weihnachtsbasar 2009 mit der zweiten Klasse, welche meine Tochter besucht, Karten gebastelt, die gegen Spenden an Monte Azul erworben werden konnten. Nach dem

Basar sprach mich Frau Krebs an, da der Basarkreis bereit war, eine weitere Spende an Monte Azul zu überweisen, allerdings wurden dafür konkretere Informationen zu diesem Projekt erwünscht. Um bereits bestehende Brücken auszubauen und neue zu errichten begab sich eine 26-köpfige Gruppe von Mitarbeitern und ehemaligen Mitarbeitern Monte Azuls Ende Januar auf eine dreiwöchige Tournee durch die Schweiz und Deutschland und Anfang Dezember erhielt ich eine Email von den Organisatoren der Tournee, dass es für das Wochenende 6./7. Februar 2010 noch Platz für einen Tournee-Stopp gäbe. Wir fassten die Gelegenheit beim Schopf und luden die Gruppe aus Monte Azul ein, an die Waldorfschule in Hagen zu kommen. Ich beschäftigte mich zu der Zeit im Rahmen meiner BA-Arbeit (BA: Bachelor of Arts) auch mit Monte Azul. U.a. setzte ich mich damit auseinander, wie Monte Azul mittels künstlerischen Aktivitäten versucht gerade die Gefühle der Menschen anzusprechen. Durch die Begeisterung und Liebe zu einer Sache oder Tätigkeit entsteht die Sorgfalt im Handeln und überhaupt zunächst der Impuls, sich für etwas einzusetzen und aktiv zu werden – so die Devise.

Am 6. Februar 2010 war ich bereits morgens aufgeregt. Einige der Besucher aus Monte Azul kannte ich und hatte sie seit meinem freiwilligen sozialen Jahr in Monte Azul 2005 nicht mehr gesehen. Ich hätte mir damals nicht träumen lassen, dass ich diese so liebgewonnen Freunde, die kaum finanzielle Möglichkeiten haben um nach

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Mont e A zul Europa zu kommen, in Deutschland wiedersehen würde. Da ich eine derartige Veranstaltung noch nicht mit geplant und mit organisiert habe, war ich auch besorgt darüber, ob alles gut gehen würde. Ich war also nervös und etwas besorgt. Aber vor allem war ich auf das Wiedersehen, den Vortrag von Ute Craemer und das Theaterstück „Tupã Tenondé“ gespannt, welches die Gruppe präsentieren würde. Um 16:00 Uhr begann der Capoeira-Verein-Hagen mit einem Workshop und einer anschließenden Show. Das Publikum wurde dabei musikalisch bereits auf den brasilianischen Abend eingestimmt. Derweil trafen die brasilianischen Gäste ein – und begannen die Bühne für das Theater vorzubereiten. Ute Craemer band in ihren Vortrag über die Geschichte Brasiliens und Monte Azuls einige Mitarbeiter und ehemalige Mitarbeiter ein, so konnten verschiedene Biographien und Erfahrungen geschildert werden. Ute erzählte wie sie nach Brasilien, an die Waldorfschule von São Paulo und schließlich zu dem Projekt in der Favela Monte Azul kam. Es begann alles mit den Kindern, die an Utes Tür kamen und bettelten. Die Kinder fragten nach nichts konkretem, sondern sie fragten: „Tem algo para dar?“ was soviel heißt wie „gibt es etwas, das du mir geben kannst?“. Mit dieser Frage beschäftigte sich Ute daraufhin, denn sie fragte sich: „was ist es denn, was ich diesen Kindern geben kann?“ Als Antwort darauf entstand nach und nach der Gemeinschaftsverein Monte Azul. Dann erzählten Maria, Claudia, Adriana und Jan – ein ehemaliger Volu (freiwilliger Helfer) wie sie zu Monte Azul kamen und was sie dort erlebten. Im Anschluss wurde das Theaterstück „Tupã Tenondé – die Schöpfung der Welt nach dem Mythos der Guaraní-Indios“ aufgeführt. Zwei Seelen trafen sich im Himmel und schlossen einen Pakt: sie wollten hinab auf die Erde steigen und die Not auf ihr lindern. Daraufhin wurde Rafaela in einer Elendshütte der Favela Monte Azul geboren und einige Kilometer von ihr entfernt kam Uriel im besten Krankenhaus Südamerikas, dem Hospital Albert Einstein, zur Welt. Uriel interessierte sich in seiner Jugend für die Probleme der Menschen in den Favelas und wollte einmal in eine hineingehen, doch die Eltern lehnten dies ab. Eines Tages jedoch erschien Ute Craemer an der Elite-Schule „Porto Seguro“, auf welche Uriel ging und lud seine Klasse ein in das Kulturzentrum der Favela Monte Azul zu kommen um das dortige soziale Projekt kennen zu lernen. So kam Uriel zur Favela Monte Azul und verliebte sich in Rafaela, die dort lebte. Es kam mir vor, als wurde mir eine Welt theatralisch dargestellt, an der ich Teil habe. Ich hatte die Elite-Schule „Porto-Seguro“ während meines Brasilienaufenthaltes kennen gelernt und (leider) auch das Hospital Albert Einstein. Ebenso wie Uriel interessierte ich mich sehr für das Leben in einer Favela und meine Frau habe ich dort kennen gelernt, auch wenn sie nicht in der Favela wohnte, sondern wie ich dort arbeitete. Am Dienstag nach dem Wochenende hatte ich eine wichtige mündliche Prüfung, und ich hatte geplant, am Sonntagabend, spätestens Montag morgen nochmal den Stoff durchzugehen, dafür hatte ich jedoch keinen Kopf mehr. Ich schaffte es gerade einmal am Montagabend etwas zu wiederholen und doch ist zu meiner großen Überraschung das Ergebnis der Prüfung eines meiner besten geworden. In den Tagen nach dem Besuch der Brasilianer an der Waldorfschule Hagen war ich geistig in Brasilien. Die Gefühle,

welche in mir wieder auflebten erinnerten mich sehr an die Zeit in der ich in Monte Azul lebte und ganz besonders an die unmittelbar darauf folgende Zeit in Deutschland. Das, was mir aber am meisten Freude bereitet, ist das Engagement, das Interesse und die Entschlossenheit der Menschen, die den Besuch der Brasilianer in Hagen so kurzfristig ermöglichten und zu einem gelungenen Projekt werden ließen. Ich habe gesehen, wie viele Menschen (Schüler, Eltern und Lehrer) an der Hagener Waldorfschule so hilfsbereit waren, am Buffet mitwirkten, spendeten, Übernachtungsmöglichkeiten bereit stellten oder auch einfach nur Interesse zeigten. Ohne eine so starke Gemeinschaft hätte ein solches Event schlicht und einfach nicht stattfinden können. Ich bin überaus dankbar und froh, dass es stattfinden konnte und freue mich auf zukünftige Aktionen, die schon in konkreter Planung sind. Johannes Streitmater

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Au s s c h n i t t e a u s E p o c h e n h e f t e n d e r 5 . K l a ss e


Ak t ive Elt er n

Der Gartenkreis Eltern räumen mächtig auf. Es gibt ihn: Der Gartenkreis ist da! Vor einiger Zeit wurde in der Schulkonferenz das Thema Garten und Außenanlagen wieder einmal angesprochen. Da diese momentan in einem sehr schlechten Zustand sind, wurde nun ein Gartenkreis gegründet. Dieser existiert nun seit Anfang des Jahres und wir haben ja schon einige Aktionstage durchgeführt, die hoffentlich bereits bemerkt wurden! Den Kreis, seine Ziele und uns „Gartenkreisaktivisten“ stellen wir hier nun in aller Form vor. Von oben nach unten, bzw. von rechts nach links: Claudia Bellmann (47) ist Mutter von Lucas, der die 1. Klasse besucht. Ihr Sohn Simeon geht derzeit in Haspe in den Waldorfkindergarten und kommt nächstes Jahr in die Schule. Ihre engagierte Tatkraft und ihre vielen Ideen stellt sie tagsüber als Bilanzbuchhalterin in den Dienst von „Westfalia“ und in ihrer Freizeit nun –glücklicherweise!- uns, der Schule zur Verfügung! Katja Funke (43) arbeitet als Gründungsberaterin an der Hochschule in Bochum. Ihre Tochter Ida geht in die 3. Klasse und deren Schwesterchen Tilda besucht den Waldorfkindergarten in Delstern. Bis Tilda in die Schule kommt, muss die Schule schön sein, deshalb hat sich Katja gleich im neu gegründeten Gartenkreis engagiert, wo sie mit wunderbar praktischer Art und Weise alles mit anpackt. Karla Klose (45) ist Mama von Lara (3. Klasse) und Helen (1. Klasse). Sohn Julian geht in den Waldorfkindergarten in Haspe und hilft schon gerne bei den Gartenaktionstagen in der Schule mit – schließlich will er mit Mama die Schule schön machen! Da die sich beruflich mit Marketing und Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt, findet sie das äußere Erscheinungsbild und seine Wirkung auch in dieser Hinsicht wichtig. Wolfgang Krebs (48), Papa von Philipp (12. Klasse), Julia (10. Klasse) und Sophia (5. Klasse) ist in zweifacher Hinsicht unser „Quotenmann“, denn er ist auch unser Oberstufenelternteil. Als Ingenieur liegt ihm der technische Bereich, so dass er sofort die Zauninstandsetzung zu seinem „Lieblingsprojekt“ erklärt hat. Dank seiner ausgeglichenen und humorigen Art hat er jetzt schon einige Schleif- und Streichstunden gut bewältigt, zum Wohle unserer Schule! Anja Wetter (39) ist Journalistin und Mutter von Moritz in der 1. Klasse. Nicht nur in Wort und Schrift fit und engagiert, hat sie sich für unseren Gartenkreis entschieden und bringt ihren grünen Daumen und ihre ökologischen Kenntnisse und Ideen ein. Mit ihrer positiven und humorvollen Art macht sie jeden Aktionstag auch gleich zu einem sonnigen Tag – und das auch bei Wind und Regen. Monika Heyer (38), Mama von Jacques und Bennet (in der 3. Klasse), ist Kosmetikerin und hat ein unfehlbares Händchen für Farbe, Form und Ästhetik. So konnte sie bei unseren Gärten und Parkplätzen schon lange nicht mehr hinschauen und befand dringenden Handlungsbedarf. Darüber hinaus sind ihre Umweltschutz- und Verkehrssicherheitsideen schon jetzt dabei, den Aktionsradius des Gartenkreises entscheidend zu erweitern.

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Au s d e n A r b e i ts k r e i se n

Selbstverständnis und Ziele des Gartenkreises Bei den ersten Gartenkreissitzungen wurde gleich deutlich, dass mehr zu tun ist, als Unkraut zu jäten. In Gesprächen mit unserem Hausmeister, Herrn Neugebauer, konnte für so viele verschiedene Bereiche Handlungsbedarf festgestellt werden, dass wir gleich den Untertitel „Instandhaltungskreis“ gewählt haben. So verstehen wir uns also jetzt sowohl als Gartenkreisler als auch als Instandhaltungsgeschöpfe und Verschönerungskünstler, Umweltschützer und Ökologen, als Hausmeisterunterstützer und Ideengeber. Und natürlich wird auch gesägt, geschraubt, gebohrt und geschliffen…

schläge sind wir natürlich jederzeit offen! Die anfallenden Arbeiten sind jahreszeitabhängig und betreffen unterschiedliche Bereiche der Außenanlagen und der Gebäude. So war beispielsweise beim allerersten Aktionstag in diesem Jahr das Reinigen der Dachrinnen eine ganz wichtige Aufgabe. Hierbei haben auch einige der größeren Kinder toll mitgeholfen. Kinder können sowieso jederzeit gerne mitkommen! Ein oder zwei Erwachsene kümmern sich um die Aufsicht und Spielmöglichkeiten gibt es auf unseren schönen Spielplätzen auf beiden Seiten der Enneper Straße genug. Für viele unserer Gartenkreiskinder ist der Aktionstag schon fast ein Kult: Während die Erwachsenen gemeinsam schaffen, spielen sie mit ihren Klassenkameraden und Freunden aus den anderen Klassen oder helfen mit. Das gemeinsame Essen (aber auch die Möglichkeit, sich zwischendurch mal fürs Spielen zu stärken…) macht ebenso Freude. Für uns Eltern ist der Gartenaktionstag eine schöne Gelegenheit, unseren Kindern vorzuleben, wie schön es ist, sich für eine Gemeinschaft zu engagieren. Hier können wir also ganz aktiv einen Teil Waldorfpädagogik leben: Als Vorbild für eine gute Sache tätig sein und unseren Kindern vermitteln, dass es sich lohnt, sich für diese soziale Gemeinschaft einzusetzen.

Arbeitsorganisation Der Gartenkreis trifft sich regelmäßig, um Ideen zu sammeln und in Absprache mit Herrn Neugebauer festzulegen, was getan werden muss. Dann werden „Gartenaktionstage“ festgelegt. Bisher haben wir es so geregelt, dass für jeden Aktionstag eine Klasse federführend zuständig ist. Sie stellt die Verpflegung, die Kinderbetreuung und den Großteil der Aktiven. Das wird in der Regel auf den Elternabenden besprochen. Eltern aus den anderen Klassen und Oberstufenschüler kommen unterstützend dazu. Im Infobrief werden die Tage angekündigt und es wird mitgeteilt, welche Werkzeuge und welches Material benötigt werden. Dieses Verfahren hat sich bis jetzt ganz gut bewährt, für Verbesserungsvor-

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Garte nkre is

Wie innen, so außen Das Äußere spiegelt oft das Innere wider oder das Innere das Äußere. Das kennt jeder, der sich für ein Fest besonders kleidet: Gleich fühlt man sich selbst auch schon ein bisschen festlich. Wir stellen uns vor, dass ein schönes und gepflegtes Äußeres unserer Schule Wirkungen hat: Macht, dass wir uns alle noch wohler hier fühlen und gleich die ersten Augenblicke an der Schule optisch eine Freude sind. Menschen, die von außen einen Blick auf unsere Schule werfen, erhalten auch gleich einen positiven Eindruck. Gerade für unsere öffentlichen Veranstaltungen wie den Herbstbasar, den Tag der offenen Tür und das pädagogische Wochenende wäre ein solches „angenehmes Äußeres“ wichtig.

turen aus dem Werkunterricht in die Außenflächen einzubeziehen – ein Skulpturengarten? Und, oder…?! Wir freuen uns auf Eure Ideen – meldet Euch bei Wolfgang Krebs oder Claudia Bellmann. Kommt, und macht mit… Da die Instandhaltung und Verschönerung unseres großen Geländes sehr viel Arbeit ist, brauchen wir immer viele Helfer. Und auch Menschen, die nicht gerne Gartenarbeit machen, können uns unterstützen. Neben den handwerklichen Tätigkeiten wie es z. B. das Zaun abschleifen oder das Bäume absägen ist, werden auch Helfer zum Fegen, Putzen, für die Kinderbetreuung und für die Verpflegung gebraucht. Und wer gar nichts arbeiten kann, kann uns durch Sachspenden (z. B. Pflanzen, Samen, Rindenmulch), Ideen oder Kontakte unterstützen. Es wäre super-schön, wenn wir soviel Unterstützung wie möglich bekommen! Ansprechpartnerin ist Claudia Bellmann, 0 23 31 / 355-360 (Büro), 0 23 33 / 60 48 77 (abends), eMail: bellmann@westfalia.de, sowie alle Mitglieder des Gartenkreises!

Liebe Oberstufenschüler! Viele Dinge, wie z. B. Gießen und Unkraut jäten müssen regelmäßig gemacht werden. Da reichen die Aktionstage nicht aus. Es wäre daher schön, wenn wir Euch dazu gewinnen könnten, ein paar Stunden in der Woche mitzuhelfen. Oder vielleicht könnt Ihr Eure Lehrer für ein Instandhaltungsprojekt begeistern? Einen Teil der Fassade zu gestalten, könnte eine Jahresarbeit werden… Möglicherweise haben ein paar von Euch Lust, den Gieß- und Pflegedienst für unseren gerade entstehenden Blütengarten für die Bienen zu übernehmen? Es gibt schon eine Anregung, Skulp-

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Euer Gartenkreisteam!


V e r a n s ta lt u n g e n

Geburtstagsfeier Aktionen zum 150. Geburtstags Rudolf Steiners Am 27. Februar 2011 jährte sich der Geburtstag Rudolf Steiners zum 150. Mal. Aus diesem Anlass gab und gibt es zahlreiche Veranstaltung rund um den Globus. Mit der großen Doppel-Ausstellung "Rudolf Steiner – Die Alchemie des Alltags" und "Rudolf Steiner und die Kunst der Gegenwart" hatte sich das Kunstmuseum Wolfsburg gemeinsam mit dem Kunstmuseum Stuttgart und dem Vitra Design Museum bereits im Mai 2010 der Aufgabe gewidmet, mit üblichen Klischees zu Steiner aufzuräumen und einem breiten Publikum außerhalb des anthroposophischen Kontextes zu zeigen, wer Steiner war und was er alles geleistet und angeregt hat, um ihm seine Stellung – nicht nur innerhalb der Kunst- und Architekturgeschichte, sondern innerhalb der Geistesgeschichte und der Moderne überhaupt – einzuräumen und Steiner damit gleichsam zu "ent-steinern". Die Alchemie des Alltags wird ab 22. Juni 2011 im Museum für angewandte Kunst (MAK) in Wien zu sehen sein. (www.rudolf-steiner-2011.com informiert über weitere Termine) Ich hatte das Glück beide Ausstellungen besuchen zu können und war besonders beeindruckt von den Verbindungen, die zwischen Steiners Schaffen und den Kunstwerken der von ihm inspirierten Künstler von Josef Beuys bis Tony Cragg hergestellt wurde.

Besonders hat mir aber der Start mit dem Rudolf Steiner Express gefallen, der vom Kölner Hauptbahnhof nach Kraljevec, dem Geburtsort Steiners, fuhr. Aus diesem Anlass fand vor dem Kölner Hauptbahnhof der 1. Eurythmie-Flashmop der Welt statt. Natürlich weiß jeder, dass ein Flashmop eine Verabredung über das Internet ist, zu einer bestimmten Tat an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit aufzutauchen und anschließend wieder zu verschwinden. Ich weiß das jetzt auch. Der Fachbereich Kunsttherapie der Alanus Hochschule hatte dazu mit einer Anleitung über youTube aufgerufen. Die Studenten hatten damit gerechnet oder besser gesagt darauf gehofft, dass sich zwischen 30 und 50 Schüler beteiligen würden. Es kamen aber über 200 Schülerinnen und Schüler zusammen und sorgten für Verwirrung und Staunen auf dem Bahnhofsvorplatz. Von ihrem Sammelplatz in der Bahnhofshalle aus verteilten sich die Schüler auf dem Platz und begannen zunächst ganz langsam zu gehen. Dann zogen sich über die Hälfte rote Regencapes über und formten das Halleluja. Als sie anschließend die Caps wieder von sich streiften und einfach auf den schneematschigen Boden fallen ließen, sorgte der leichte Wind für ein kleines Schauspiel, während die Schülerinnen und Schüler die Treppe zum Dom erklommen. Hier bildete ein weiteres eurythmisches Halleluja das Ende der Aufführung und alle verschwanden wieder schnell in der Bahnhofsvorhalle. Eine beeindruckende Performanz. Neugierige können natürlich das Ereignis auf youTube anschauen: www.eurythmie-flashmob.de. Erika Blass-Loss Geschäftsführerin

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Da s A c h t k l a s s s p i e l

Ab heute heißt du Sara 26 Bilder aus dem Leben einer Berlinerin. von Volker Ludwig und Detlef Michel. Thematisch haben wir in diesem Jahr mit dem Musical „Ab heute heißt du Sara“ eine andere Richtung eingeschlagen, die uns etwas wegführt von den bislang eher heiteren und unterhaltsamen Klassenspielen. Zunächst stellt das Stück natürlich Bezüge her zu einem schrecklichen Kapitel der deutschen Vergangenheit. Faschismus, Antisemitismus, Holocaust werden unmittelbar thematisiert. Aber anhand der jüngsten Beispiele aus dem Weltgeschehen – insbesondere natürlich der Beispiele aus den nordafrikanischen Ländern – zeigt sich, wie zeitlos das Thema Faschismus/Diktatur ist. Deshalb war für uns dieses Stück gerade für jüngere Schüler, die keinen unmittelbaren Bezug zur Zeit des Nationalsozialismus haben, ein wichtiger Beitrag zum Thema Faschismus im Allgemeinen. Im Verlauf der Probenzeit wurde für uns sehr deutlich, dass die Schüler der achten Klasse mit großem Engagement und viel Einfühlungsvermögen ihre Rollen ergriffen haben. Durch dieses engagierte Spiel, ergänzt durch die Mittel des Theaters, Vorgänge hautnahe erlebbar zu machen, war ein Achtklass-Spiel entstanden, das uns bereits während der Probenphase oftmals sehr berührt hat, uns nahe gegangen ist, uns betroffen gemacht hat. Thomas Buchner/ Uwe Depping

Unser Klassenspiel lAnfang dieses Schuljahres verkündete Herr Buchner, dass wir ein Stück über die Judenverfolgung während des Nationalsozialismus in Deutschland aufführen würden. Dabei handelte es sich um die Biographie der Berliner Jüdin, Inge Deutschkron und um ihren Kampf gegen die Unterdrükkung (mehr im Programmheft). Herr Buchner bereitete uns darauf vor, indem er uns viel von dieser Zeit erzählte und mit uns zusammen den Film „Hitlerjunge Salomon“ an-

schaute. Auf diese Art konnten wir uns gut auf das Stück vorbereiten und lernten etwas über die Zeit des Dritten Reichs. Dann trafen wir uns mit Herrn Depping, der unsere schauspielerischen Fähigkeiten testete. Wir mussten einen kleinen Dialog zwischen der Hauptdarstellerin und einem Beamten vorführen. Danach machten wir noch einige andere Übungen. Wir hatten schon mit Frau Dinter begonnen, die Musikstücke einzuüben, denn das Klassenspiel war ein Musical. Kurz vor den Weihnachtsferien teilte Herr Buchner die Texte aus, damit wir uns schon mit einigen Rollen identifizieren konnten. Gemeinsam lasen wir alles einmal durch, damit uns auch der Ablauf der Geschichte klar wurde. Nun sollten wir uns eine oder mehrere Rollen aus dem Stück aussuchen, die wir gerne spielen würden und über deren Charaktereigenschaften schreiben. Möglichst wunschgemäß wurden uns die Rollen zugeteilt, damit wir sie in den Ferien üben konnten. Nach den Weihnachtsferien fingen die ersten Vorbereitungen für das Stück an. Einige Mütter bzw. Schwestern trafen sich, um die Kostüme zusammenzustellen, was sich als eine nicht ganz

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d i e Mu s i c a l- Au f f ü h r u n g d e r 8 . K l a s s e

einfache Aufgabe erwies, da es doch recht viele Personen einzukleiden gab. Jeder hatte jetzt seine Rolle/n, was bedeutete, dass wir mit den Proben angefangen konnten. Bereits nach wenigen Proben zeigte sich, dass noch nicht alle Protagonisten optimal besetzt waren und einige Änderungen vorgenommen werden mussten. Ansonsten liefen die Proben mit Herrn Depping gut. Bis zu den Karnevalsferien probten wir fast jeden Tag nach dem Unterricht. Danach hatten wir nur noch Intensivproben, das heißt, wir kamen morgens direkt zu den Proben, hatten ansonsten keine Schule mehr. Wir übten auch vermehrt die Lieder und die Solosänger mussten häufig länger bleiben. Für viele war es eine große Überwindung, alleine zu singen und somit über ihren Schatten zu springen. Die Lieder, die wir im Chor sangen, waren aber trotz-

dem nicht einfacher. Herr Buchner sagte uns oft, wir wären zu leise, was zum Großteil auch stimmte. Nichtsdestoweniger machten gerade diese Gesänge am meisten Spaß. Natürlich gab es auch Durststrecken, doch die positiven Erlebnisse verdrängten den Hauptteil der negativen. Irgendwann zwischen den Proben erzählte Herr Buchner uns, dass das Grips Theater in Berlin das Stück mit erwachsenen Schauspielern aufführte und dass Inge

Deutschkron zugegen sein würde. Natürlich regte sich sofort der Wunsch, dabei zu sein, doch leider war schon alles ausverkauft. Aber dann erreichte uns die Nachricht, dass eine Klasse abgesagt hatte und wieder Plätze frei waren. Zuerst überlegten wir, ob vielleicht nur die Hauptdarsteller mitfahren sollten, bis Herr Buchner beschloss, mit allen zu fahren. Zwischenzeitliche finanzielle Probleme wurden durch eine großzügige Spende beseitigt. Also fuhren wir am 25. März mit dem ICE Richtung Berlin. Als wir in der Hauptstadt ankamen, hatten wir noch genug Zeit um den Reichstag, das Brandenburger Tor und andere Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Abends fuhren wir mit der SBahn zum Grips Theater und schauten uns das Stück an. Wir waren sehr beeindruckt und wurden auch inspiriert. Inge Deutschkron zu treffen war ein tolles Erlebnis. Wir übernachteten in einer Jugendherberge und fuhren am nächsten Tag zur Blindenwerkstatt Weidt, einem

Schauplatz aus dem Stück. Nachmittags fuhren wir zurück und kamen abends in Hagen an. Nach der Fahrt sah es so aus, als hätten wir alles vergessen, was wir gelernt hatten und es gab einige unangenehme Momente, in denen wir uns fragten, ob es überhaupt Sinn hatte, weiterzumachen. Zum Glück kamen wir darüber hinweg und bis zu den Aufführungen wurde es immer besser. Die drei Abende waren dann ein voller Erfolg und wir konnten mit Stolz auf das Geleistete zurückblicken. Insgesamt hat uns die Arbeit an dem Stück „Ab heute heißt du Sara“ sehr viel Spaß gemacht und unsere Klassengemeinschaft gestärkt.

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Gregor Neubert

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Da s A c h t k l a s s s p i e l

Unsere Begegnung Deutschkron

mit

Inge

Als unsere Klasse erfuhr, dass Inge Deutschkron, deren Geschichte in unserem Klassenspiel „Ab heute heißt du Sara“ erzählt wird, zu einer Aufführung nach Berlin kommen würde, wollten wir sofort hin. Die Aufführung in Berlin sollte eine Woche vor unserer Premiere stattfinden. Überraschenderweise konnten die freundlichen Mitarbeiter des Grips Theaters genügend Plätze für uns reservieren. Kurz vor Antritt unserer Reise gab es leider finanzielle Probleme. Dank eines anonymen Spenders wurde uns die Fahrt doch noch ermöglicht.

Die lange Zugfahrt verging wie im Flug. In Berlin angekommen, bestaunten wir auf dem Weg zur Jugendherberge verschiedene Sehenswürdigkeiten. Am Abend war es dann soweit. Wir betraten das Grips Theater, das eher klein und unscheinbar wirkte. Nach einer Weile erblickten wir eine kleine, ältere Frau, die das Foyer betrat. Erst langsam wagten wir uns an sie heran. Wir erzählten ihr von unserem Stück und übergaben ihr ein Plakat mit unseren Unterschriften. Anschließend ließ sie sich mit uns fotografieren und gab uns Autogramme. Während der Aufführung bemerkten wir, dass sie die Erlebnisse und Emotionen von damals noch einmal Revue passieren ließ. Sie wirkte nachdenklich und berührt. Wir haben Inge Deutschkron als eine starke Persönlichkeit kennen gelernt, die sich nicht unterkriegen lässt. Unsere Klasse ist dankbar, dass uns dieses Treffen mit ihr ermöglicht wurde. Helen Ledermann

Die 8. Klasse möchte sich auch an dieser Stelle ganz besonders herzlich beim Grips Theater Berlin bedanken…………….für die unbürokratische, kostenfreie Erteilung der Aufführungsrechte sowie der kurzfristig eingerichteten Möglichkeit, Frau Deutschkron persönlich zu treffen um mit ihr zusammen das Stück am Ort der Uraufführung anzusehen. Die Begegnung mit Inge Deutschkron im Grips Theater werden wir nie vergessen!

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Au s d e n K l a s se n

Arktis und Antarktis nicht nur ein geographisches Thema In der zurückliegenden Geographieepoche hat sich die 6. Klasse die Themenfelder Arktis und Antarktis erarbeitet. Neben den geographischen Besonderheiten dieser Regionen und einigen ihrer Lebensformen (Eisbären, Pinguine, Wale) wurde abschließend auch das Gradnetz der Erde behandelt. Mit den 12- bis 13-jährigen Schülern kann man anhand dieser Themen gut bereits eine Auseinandersetzung mit Fragen zur Verantwortung des Menschen im Umgang mit der Natur sowie den globalen Auswirkungen des Klimawandels herbeiführen. Was passiert wenn den Eisbären die Eisschollen ausgehen? Oder wenn den Pinguinen die Brutplätze, die sie seit Tausenden von Jahren zielsicher aufsuchen, im Schmelzwasser versinken? Wie viele Walarten werden die Unvernunft des Menschen überleben? Einige Auszüge aus den Schülerarbeiten sind im Folgenden abgedruckt.

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Ge og ra phie e poche Kla sse 6

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Ge og ra p h ie e p oc h e K l a s se 6

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S c h u l e U n te r we g s

Forstpraktikum die 7. Klasse im Nationalpark Harz

Vom 16. bis 27. Mai fand für die 7. Klasse ein Forstpraktikum im Nationalpark Harz statt. Im Jugendwaldheim Brunnenbachsmühle waren die Schüler und Lehrer untergebracht und von hier aus ging es auch jeden Morgen zum Waldeinsatz. Begleitet wurden die Schülergruppen von erfahrenen Forstwirten, die die Arbeiten im Wald beaufsichtigten. Bei den Einsätzen wurde nicht nur gearbeitet, sondern auch viel gelernt über den Nationalpark, die Forstwirtschaft, den Naturschutz und die Wichtigkeit eines nachhaltigen Umganges mit der Natur. An den Nachmittagen machten wir Ausflüge oder nutzten die Zeit für Freizeitaktivitäten. So stand natürlich auch eine Besteigung des Brockens, ein Schwimmbadbesuch und mehrere Ausflüge in den nur drei Kilometer entfernten Ort Braunlage auf dem Programm. Jeden Abend hatten zwei oder drei Schüler die Aufgabe die Erlebnisse des Tages zusammenzufassen. Die folgenden Berichte sind Auszüge aus dem so entstandenen Reisetagebuch. Tag 1 – Montag, 16.5.2011 Wir trafen uns am Hagener Hauptbahnhof um 9:30 Uhr. Unser Zug fuhr um 10:01h ab. Wir stiegen in Bielefeld und Hannover um. Die gesamte Fahrt dauerte ca. 3 Stunden. Als wir endlich im Harz ankamen, stiegen wir in den Bus der uns nach Braunlage fuhr. Als wir dort ankamen, erwartete uns eine Wanderung. Doch zur Überraschung aller wurden wir von den Forstarbeitern mit kleinen VW-Bussen abgeholt. Natürlich passten wir alle nicht in einen Bus, deshalb kamen 4. Als wir ankamen, durften wir gefühlte 3 Stunden im Nieselregen stehen, während der Förster dem Herrn Godehardt das Haus übergab. Als das erledigt war, durften wir uns einfinden. Um 4 Uhr begann die Einführung. Es wurden uns einige Sachen über den Harz und den Sonnentaler berichtet. Als wir uns dann im Kickerkeller trafen, begann ein Tagesspiel, was von dem Killerigel handelte. Es wurden heimlich Karten vorgezeigt, und welcher den Joker zieht ist der Killerigel. Der Killerigel hat die Aufgabe jemanden, mit dem er allein in einem Raum ist, unauffällig zu töten. Das macht er nicht mit einem Messer sondern mit folgendem Satz: „Du stirbst mit mir.“ Die be-

troffene Person muss sich auf einer Liste eintragen. Wer alleine rumläuft könnte der nächste sein. Wenn du mit einem Toten rumläufst musst du bald selber dran glauben, denn Tote können dich nicht beschützen und haben Schweigepflicht wer der Killer ist. Tot sind bis jetzt schon um 20:23h: Judith, Töni, Frederik, Mia, Nick, Annalisa, Christoph, Silva, Godri, Tischer und Gianna. Gez. Selina S., Sophia, Antonia Tag 2 Heute mussten wir um 6:15h aufstehen, und um 6:30h gab es Frühstück. Um 7:30h haben wir einen informativen Film über den Harz geguckt. Danach haben wir eine Hausführung gemacht und anschließend waren wir in dem museumsartigen Nationalparkhaus Harz. Dann hatten wir den Rest des Tages frei und haben noch einmal Killerigel gespielt. In dem Film über den Harz konnte man viele schöne Tierbilder sehen, von Luchsen, Rotwild und Hirschen. Wir durften auch einen Hirschknochenschädel hochheben, der

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F or s t p r ak t i k um d er 7 . Kl a s s e relativ schwer war. Stanislav behauptete sein Handy wäre weg und Florian hätte es geklaut, das stimmte aber nicht, da Florian ihn später Musik hörend in seinem Zimmer sitzen sah.

dass er Jens auf die Finger hämmerte. Mia schaffte es mit 3 Schlägen einen Nagel zu versenken. Die Pause war sehr lustig, denn Mia hat Tee verschüttet. Abends konnten wir mit Frau Morgenstern Fledermäuse beobachten.

Gez. Frederik, Jan und Justus Annalisa Ingalilea Tag 5 – Freitag Heute war ich zum Küchendienst eingeteilt, deshalb musste ich um 5:45h aufstehen. Zu meiner Gruppe zählen Marie-Claire + Christoph. Wir mussten die Tische decken und Klos putzen. Auch die Zimmer mussten wir fegen und zum Teil auch putzen. Das von Julius, Florian, Stanislav und Eike war so was von ekelig, dass selbst Peggi, unsere Küchenfee, genervt und geekelt war, so dass sie bestimmte: die Jungs haben jetzt die Arschkarte und müssen es selbst putzen! Das freute mich. Heute Abend machen wir noch eine Nachtwanderung. Tag 3 Judith Apel Der Tag begann mit dem Frühstück um 6:30 Uhr. Um sieben Uhr mussten wir unsere Pausenbrote fertig haben, mussten angezogen und natürlich ausreichend gefrühstückt haben. Dann ging es in den vorher zusammengesuchten Gruppen zum jeweiligen Einsatz. In zwei Gruppen waren die beiden Lehrer vorhanden. Meine Gruppe (Carla, Anna, Maria, Christoph, Kai und Frau Tischer) ging in den Wald und musste dort eine große Schneise machen, damit der Förster im Hochsitz freie Sicht hat. Es sah leichter aus als es ist, das dachte ich am Anfang. (Wie viele andere wahrscheinlich auch). Um ungefähr 9:45h machten wir eine Pause, in der wir unsere mitgebrachten Brote aßen. Nach ungefähr 4,5 Stunden harter Arbeit fuhren wir zurück zum JWH. Der Tag war zwar anstrengend, aber er hat sehr viel Spaß gemacht. Carla Glasmacher Tag 6 - Samstag Tag 4 Am Donnerstag begann der Tag mit einem guten Frühstück, leider ohne Nutella. Ich war mit Mia, Antonia, Christoph und Florian in der Gruppe von Rudi und Jens. Während die anderen hämmerten, musste ich mit Antonia Fichten sägen, damit der Jäger freie Sicht hat. Das war sehr anstrengend. Die anderen mussten einen Hochsitz bauen. Dabei zeigte Christoph sich dermaßen motiviert,

Heute wäre eigentlich frei gewesen, aber unsere Lehrer hatten die super tolle Idee zum und auf den Brocken zu wandern. Der Weg war sehr anstrengend, insbesondere deswegen, weil mein Fuss aufs Übelste gezogen hat. Justus und Julius konnten nicht mitkommen, da Justus mal wieder schief stand und eingerenkt werden musste, Julius leistete ihm Gesellschaft. Eigentlich war der Tag schon super.

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F or s tp r a kt i kum 99 deutsche Tote und 14 russische Tote, deren Namen nicht bekannt waren. Vor dem Friedhofsbesuch hatten wir noch eine Art Zeitreise durch die Weltgeschichte gemacht. Das Ganze sah so aus, dass ein Teil von uns Monster-Bigfoot-Stecknadeln bekam und der andere Teil kleine Zettelchen mit den einzelnen Entstehungen drauf. Wir fuhren aber nicht mit den Bussen wieder zurück, sondern auf Godris super Idee hin latschten wir die ganzen 17km nach Brunnenbachsmühle zurück!!! Sophia und Helena Tag 9 Ach was ich noch vergaß, gestern haben wir eine Nachtwanderung gemacht. Die drei Aufgaben beinhalteten: 1. Mit seiner Gruppe schweigend einen Weg entlang gehen. 2. Die Himmelsrichtung, in der das Waldheim liegt, finden. 3. Alleine durch eine Jagdschneise gehen.

Heute mussten wir wieder früh aufstehen und frühstücken, danach sind wir in unseren Gruppen in den Wald gefahren. Ich war mit Carla, Töni, Helena, Noah und Christoph in der Gruppe von Rudi und Jens. Zuerst sind wir in ein Biotop-Torfmoor gefahren und haben dort die Zäune abmontiert, danach haben wir einen Vortrag über

Jan Tag 7 - Sonntag Heute gab es zur Freude aller erst um 8:30 Uhr Frühstück. Gegen 11 Uhr konnte wer wollte mit nach Bad Sachsa zum Schwimmen fahren. Ca. 15 Leute fuhren mit mir und Godri zum Schwimmen. Das Schwimmbad war voll riesig groß, da gab es eine lustige Reifenrutsche. Diese hatte einen besonderen Komfort, und zwar dass die Reifen an einer Art Lift, der voll langsam war, hoch transportiert wurden. Als wir gegen 5 halb 6 wieder im Jugendwaldheim waren, waren alle k.o. und die Meisten legten sich in ihre Betten um sich auszuruhen oder auch zu schlafen. Helena und Sophia Tag 8 Heute mussten wir leider leider wieder früh aufstehen…. Nach dem Frühstück fuhren wir mit den VW-Bussen nach Oderbrück zu einem Ehrenfriedhof. Auf diesem Friedhof lagen

Moore erhalten, wobei uns unter anderem zum 100ersten mal erklärt wurde, dass es im Harz zu viele Fichten gibt. Anschließend sind wir zu einem anderen Stückchen Wald gefahren, haben dort gefrühstückt und auf die Lebenshilfe gewartet. (Eine Gruppe von Leuten, die eine leichte geistige Behinderung haben und uns helfen sollten). Die meisten haben die gesamte Zeit nur gegrinst, was auf die Dauer irgendwie beunruhigend war. Es hat aber trotzdem ganz gut geklappt und wir haben den Zaun fast vollständig abmontiert. Am Nachmittag hatten wir frei, ich habe die meiste Zeit mit Schlafen verbracht und daher nicht viel mitbekommen.

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Silva und Lemona


F or st p r ak t i k um Tag 10 Heute musste ich um 6 Uhr aufstehen, da ich Küchendienst hatte und den Frühstückstisch decken musste. Danach hatte ich mit Arne und Silva Hausdienst, der mir sehr gut gefallen hat! Dann haben wir alle zu Mittag gegessen, es gab Bauernfrühstück. Es war schön, da man sich Zeit lassen konnte und ausnahmsweise mal Frauen das Sagen hatten! Nach dem Mittagessen mussten wir spülen. Danach haben wir mit Herrn Küpers das Spiel „Prädator“ gespielt, das allen gut gefallen hat! In der Nacht ist was Lustiges passiert: Weil Carla gequengelt hat, dass sie keinen Nachttisch hat, weil sie oben im Hochbett schläft, haben wir drei Nachttische aufeinandergestellt. Und in der Nacht hat Annalisa gegen die Wand gehauen, dadurch ist der Riesen-Nachttisch zusammen gekracht. Davon wurden Herr Godehardt und ich wach.

ziemlich anstrengend war. Natürlich musste ich mal wieder die schwerste Arbeit übernehmen, Pfähle aus der Erde reißen. Oder, ich hab’s zumindest probiert. Als die kurze Pause vorbei war stand ich auf, und auf einmal brannte mein Fuß tierisch. Mal wieder typisch, ausgerechnet mich hatte eine Monsterameise angepinkelt. Nach dem Mittagessen verteilte Herr Küpers Urkunden, da wir alle das Praktikum bestanden hatten. Ich find’s ehrlich gesagt doof, dass wir morgen fahren. Es war zwar anstrengend, aber wir hatten auch viel Freizeit zum Tischtennisspielen. Über die langweilige Moorwanderung verlier ich besser kein Wort…!

Gianna

Tag 11 Heute war unser letzter Arbeitstag. Wir wurden dooferweise mal wieder um 6:15h geweckt. Wir quälten uns aus den Federn und gingen zum Frühstück, denn die Nacht war sehr kurz…. Antonia und ich haben uns zum Schlafen in den Flur gelegt, da einige aus unserem Zimmer dachten, es sei Mitternachts-Gesangstunde, was uns ziemlich nervte. Ich war mit Carla, Melina, Kai und Jan in einer Gruppe, wir haben Zäune abgerissen. Erst mussten wir sie vom Pfahl abknippen und dann die Drähte zusammenfalten, was

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Lea

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Berufspraktikum Fotograf Ein Bericht von Max Reinhardt, 11. Klasse Seit etwa 1,5 Jahren fotografiere ich leidenschaftlich. Die Idee, meinen beruflichen Weg in diese Richtung einzuschlagen besteht schon länger. Als Erwartungen an das Praktikum stellte ich, dass ich einiges im Bereich der Lichtsetzung und der EBV (Elektronischen Bildverarbeitung) lernen würde. Des Weiteren war ich, da ich selber noch einige Probleme damit habe, sehr gespannt auf die Unterhaltung bei einem Fototermin zwischen Fotograf und Kunde. Außerdem habe ich mich einfach gefreut, schon vor dem Abschluss zu wissen wie mein Ausbildungsalltag in etwa aussehen wird. Beschreibung des Unternehmens Das Unternehmen „Fotografie Neuhaus“ hat seinen Sitz in Duisburg und besteht aus dem Fotografen Michael Neuhaus und zwei Auszubildenden. Die Auszubildenden werden meist in Bildbearbeitung und Lichtassistenz eingesetzt. Das heißt, dass der eine Azubi die elektronischen Bilddateien am PC archiviert, bearbeitet und sichert und der andere beim Termin vor Ort hilft und z.B. beim Lichtaufbau und der Lichteinstellung assistiert. Der Auszubildende am PC bearbeitet die Bilder, d.h. korrigiert falsches Licht, Überstrahlungen, Hautverunreinigungen, Farbtemperaturen, Schärfe usw. Die Azubis wechseln sich bei den einzelnen Aufgaben natürlich ab. Gelegentlich kommt auch eine Still-Life Aufnahme im Studio vor, dort dürfen die Azubis dann viel machen und u.a. auch fotografieren, aufbauen und recherchieren. Das Berufsbild Das Berufsbild des Fotografen ist eigentlich relativ einfach zu beschreiben. Vorerst: Jeder darf sich Fotograf nennen. Man braucht keine abgeschlossene Berufsausbildung oder gar ein abgeschlossenes Studium. Man kann über zwei Wege „gelernter Fotograf“ werden: Der Ausbildungsweg und über den Studiumsweg. Einige Fotografen machen zuerst die Ausbildung und können dann (mit der ggf. erst nach der Ausbildung erhaltenden Fachhochschulreife) zusätzlich den Studiumsweg absolvieren. Dies’ ist sehr sinnvoll, da man durch mehr Freizeit und mehr eigener Fotografie ohne Aufträge o.ä. sich noch deutlich intensiver mit der Fotografie beschäftigen kann. Sehr wichtig ist, dass

man bereits in der Ausbildung Beziehungen knüpft und eigene Jobs „am laufen“ hat. Nur so kann man langsam in die Szene reinrutschen und Beziehungen sind das „A und O“. So lernt man (hoffentlich) langsam sich selber zu vermarkten und kann so wirklich Geld mit dem ehemaligen Hobby verdienen. Ausgeübte Tätigkeiten • Assistenz beim Lichtsetzen (Stative und Blitzlichtleistungen einstellen und räumlich verstellen) • Digitale Bildbearbeitung mit Adobe Lightroom und Adobe Photoshop • Digitale Bildarchivierung und Backup • Online Bereitstellung der Bilder für den Kunden • Recherche und Bestellung der für die Studioaufnahmen nötigen Requisiten • Einige kleinere, einmalige Arbeiten. (Jedoch immer zusammenhängend mit meinem späteren Beruf, d.h. nicht den Hof fegen o.ä.). Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern Meist ist der Fotograf mit einem Azubi zu einem Job gefahren. Somit hat ein Azubi Bildbearbeitung und Recherche gemacht, der andere Azubi hat beim Lichtaufbau etc. vor Ort assistiert. Teilweise waren auch beide Auszubildenden im Studio und haben Bilder bearbeitet oder andere Tätigkeiten ausgeübt, wie z.B. die fertigen Bilder incl. kleiner Vordrucke und Bilddateien auf DVD herzustellen und zu verpacken.

Meine Erwartungen wurden übertroffen. Der Chef ist sehr locker und immer zu einem Scherz bereit, erklärt gerne und man kann ihn eigentlich immer – außer bei einem Fototermin – mit seinen Fragen nerven. Beim Lichtsetzen habe ich einige „Tricks“ gelernt, z.B. wie man mit nur einem (sich nicht auf der Kamera befindlichen) Licht sehr interessante Schatten an der linken Gesichtshälfte hinbekommt. Insgesamt war das Praktikum sehr erfolgreich für mich. Im Zuge dessen bin ich auch zu der Entscheidung gekommen, mir ab August 2011 einen WG-Platz in Duisburg zu organisieren, sodass ich mein Wochenende in Hagen und die Woche in Duisburg verbringen kann und mir somit die vierstündige Zugfahrt erspare. Als abschließende Anlage habe ich noch einen praktischen Teil von mir erstellt mit eingebracht: Eine typische Bildbearbeitung einer Landschaftsaufnahme. Diese stelle ich auf der Videoplattform YouTube unter folgendem Link zur Verfügung: http://www.youtube.com/watch?v=l94ORDoP--0

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Gr üs s e aus de r Küc h e Ananas-Chili-Suppe mit roten Linsen

Bandnudeln mit Shiitake-Porree-Soße

Für 4 Personen. Zubereitung: 40 Min.

Für 4 Personen. Zubereitung: ca. 20 Minuten

400 g Möhren 250 g Zwiebeln 1 Stück frischer Ingwer (etwa daumengroß) 400 g Ananas 1 Zitrone (unbehandelt) 180 g rote Linsen Salz 3 TL gekörnte Brühe 3 EL Sonnenblumenöl 2 EL Kokosmilch ½ TL Chilipulver Salz Pfeffer Rote-Bete-Streifen zum Garnieren

3 Porreestangen 500 g Shiitake 3 EL Butter Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer 125 ml Weißwein 250 ml Sahne etwas Muskat 500 g Bandnudeln 80 g Parmesan 1 Nudelwasser aufsetzen. 2 Porree und Pilze in Streifen schneiden und unter Rühren in der Butter kurz anschwitzen.

1 Möhren grob raspeln, Zwiebeln in feine Spalten schneiden, Ingwer reiben, Ananas fein würfeln, Zitronenschale abreiben.

3 Mit Salz, Pfeffer und Cayenne würzen. Wein und Sahne angießen und 8 Minuten köcheln lassen. Mit Muskat abschmecken.

2 Linsen in einem Liter Wasser 15 Minuten kochen, mit Salz und Brühe würzen.

4 Inzwischen die Nudeln in Salzwasser bissfest garen, abgießen und auf Teller verteilen.

3 Öl erhitzen, Ingwer, Zwiebeln und Möhren 10 Minuten dünsten, Ananas zufügen, weitere 5 Minuten köcheln lassen.

5 Shiitake-Porree-Soße darübergeben und mit Parmesan bestreuen. Shiitake Die Stielstückchen können getrocknet, gemahlen und als Gewürz für Suppen und Soßen verwendet werden. Der Shiitake schmeckt gebraten, gegrillt, frittiert und überbacken. Doch bitte erst zum Schluss salzen, da die Pilze sonst unnötig Flüssigkeit abgeben.

4 Die Hälfte der gegarten Linsen zufügen, pürieren – nach Bedarf mit etwas Wasser auffüllen, mit Kokosmilch, Salz, Pfeffer und Chili abschmecken. Restliche Linsen unpüriert zufügen, Suppe vor dem Servieren mit Rote-Bete-Streifen garnieren.

Die frischen Pilze können eine Woche im Kühlschrank aufbewahrt werden. Bis zu drei Monaten ist sogar Einfrieren möglich.

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P r o j e k ta r b e i t

Schachspiel Das Projekt endet nach 2 Jahren mit einem Turnier Schach ist mehr als nur ein Spiel. Um es mit den Worten des Johann Wolfgang von Goethe zu beschreiben: ,,Schach ist der Probierstein des Gehirns. Dem Wesen nach ein Spiel, der Form nach eine Kunst und der Darstellung nach eine Wissenschaft. Schach verkörpert somit drei der wesentlichen Säulen, auf die eine menschliche Gesellschaft basiert. Aus diesem Grund kann das Schachspiel auf eine unvergleichlich alte Tradition zurückschauen und erfreut sich nach wie vor einer enormen Popularität. “ Nach zwei Jahren erfolgreichen Bestehens möchte ich das Schachprojekt an der Rudolf-Steiner Schule Hagen zum 20.06.2011 abschließen. Es war eine sehr schöne Zeit, an die ich immer mit Freude zurückdenken werde. Das Zusammenarbeiten mit den Schülern hat mir großen Spaß bereitet und mich immer wieder zu neuen Ideen inspiriert. Daher möchte ich mich bei euch, liebe Schüler, für euer Engagement und euren Einsatz im Schachunterricht bedanken. Ich hoffe, ich konnte euch die Freude an Schach vermitteln und euch für diesen außergewöhnlichen Sport begeistern. Auch ich habe in diesen zwei Jahren Einiges von euch gelernt, zum Beispiel dass es auch heutzutage Schüler gibt, die bereit sind, ihre Freizeit ,,zu opfern“ und nach dem Schulunterricht zusammen mit ihren Mitschülern Schach zu lernen. Ich bin stolz auf euch. Mein Dank gilt auch Ihnen, liebe Eltern, weil Sie Ihre Kinder unterstützt und es Ihnen ermöglicht haben, Schach zu lernen. Ohne Ihren Einsatz wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen. In dieser Woche findet der Schachunterricht zum letzten Mal statt. Nach bestandener Prüfung erhalten die Schüler die Urkunde und einen kleinen Sachpreis zur Belohnung für Ihre Leistungen. Ich bedanke mich für diese tolle Zusammenarbeit und Wünsche euch und Ihnen alles Gute für die Zukunft! Joannis Christofanidis

Am 4.6. fand das Turnier unserer jungen Schulmannschaft statt: Der Schulschach-Cup in Olsberg. Insgesamt ca. 250 Schüler waren zu diesem Turnier gekommen. Für unsere Mannschaft (die jüngste des Turniers und auch noch durch Krankheit personell geschwächt), ging es in erster Linie darum, Erfahrung zu sammeln. Nach ersten Startschwierigkeiten wurde dann aber in der 2. Tageshälfte noch ein 10. Platz in der Wettkampfklasse „Grundschule“ und ein 12. Platz in der Klasse „Weiterführende Schulen“ erreicht. Ein Dank nochmals an alle Eltern, die mit Ihrer Unterstützung zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben.

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K o n ta k t e Vorstand Förderverein

Thomas Buchner

02330 84383

ThomasBuchner@online.de

Martin Eichwalder

02331 3482108

M.Eichwalder@gmx.de

Carmen Mager

02333 601072

Dirk Münter

02333 614180

Jörg Friese

02335 9759730

joergfriese@online.de

Horst Grineisen

02335 1612

grineisen-wetter@t-online.de

Martina Harking

02331 375358

Heike Jankowski

0234 532766

Robin Müller

0171 1607801

Geschäftsführung

Erika Blass-Loss

02331 404085

Schulbüro

Marion Reiter-Lorenz 02331 403901

rlrss@waldorfschule-hagen.de

Brigitte Tuschhoff

02331 404085

RSSHagen@t-online.de

Schulkonferenz

Claudia Bellmann

02333 604877

bellmann@westfalia.de

Küche/Cafeteria

Gabriele Kessler

02331 400368

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OGS

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02331 3068018

Hausmeister

Klaus Neugebauer

0170 7022026

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Redaktionskreis/Schulzeitung

Elske Jilli

02334 2078

Elske_Jilli@web.de

Udo Wortmann

02334 567765

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Dirk Franke

02336 879955

Henning Funke

02334 4444511

henning.funke@online.de

Horst Grineisen

02335 1612

grineisen-wetter@t-online.de

Christoph Herzog

02333 2905

c.herzog@web.de

Frau Hauschildt

02331 204370

Horst Grineisen

02335 1612

grineisen-wetter@t-online.de

Basarkreis

Irmhild Krebs

02335 61642

i-krebs@versanet.de

Smolenskkreis

Karin Franke

02336 879955

Orchester Unterstufe

Ludger Schmidt

02331 9334410

cello-schmidt@web.de

Thomas Buchner

02330 84383

ThomasBuchner@online.de

Irmhild Krebs

02335 61642

i-krebs@versanet.de

Thomas Buchner

02330 84383

ThomasBuchner@online.de

Vorstand Schulverein

Beitragsgespräche Aufnahmegremium Vertrauenskreis

Mittelstufe Instrumentenverleih Fahrkreis/Schulbusse

gf@waldorfschule-hagen.de

fahrkreis-rss@online.de

Schulanschrift: Enneper Str. 19 und 30 58135 Hagen

Bankverbindung:

Bank für Sozialwirtschaft

Telefon:

02331 403901

BLZ:

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Fax:

02331 407619

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„Ab heute heißt du Sara“ - Szenen aus dem 8.Klassspiel


Mittendrin