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Einschulung Wir begrüßen die neuen Erstklässler

WOW-Day Praktische Solidarität leben

Offene SK Auswertung der Leitbildumfrage

12. Klass-Spiel Julius Cäsar von William Shakespeare

Foto © by Fabian Zmarowski

In foh eft W i n ter 2 0 11/ 2012 nfoh 20 1 1/2

MITTENDRIN


I m p r e s s um Für den Inhalt der Artikel sind die Autoren verantwortlich, sie geben nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion wieder. “MITTENDRIN” ist die Schulzeitung der Rudolf Steiner Schule Hagen. Lob, Kritik und sonstige Rückmeldungen aller Art empfangen wir gerne auf der Internetseite der “MITTENDRIN” unter www.midri.de. Dort finden Sie auch alte Ausgaben der “MITTENDRIN”. Auf dem Postwege erreichen Sie uns unter: Rudolf Steiner Schule Hagen Redaktion Mittendrin Enneper Str. 30 58135 Hagen

Werbung in der Mittendrin. Interesse? Wir wollen zukünftig versuchen, einen Teil der Druckkosten dieses Heftes durch Werbeeinnahmen zu finanzieren. Das soll in erster Linie gewerbetreibende Menschen aus dem Umfeld unserer Schule ansprechen. Bei Interesse bitte melden unter info@midri.de


E ditori al

Rückblick - Besinnung - Ausblick Liebe Leserin, lieber Leser,

besuchte Anfang Oktober den Bundeskongress der Freien Waldorfschulen in Hannover. Trotz aller Probleme, mit denen die meisten Freien Schulen zu kämpfen haben, zogen die Teilnehmer doch das eine positive Fazit: Die Entscheidung für die Waldorfschule ist RICHTIG!

so kurz nach dem Jahreswechsel sei es noch erlaubt: Ein frohes neues Jahr wünschen wir der Schulgemeinschaft! Der Beginn eines neuen Jahres bietet sich an, einen Rückblick auf das vergangene Jahr zu werfen. Was fällt uns da ein – zur Rudolf-Steiner-Schule Hagen im Jahr 2011? Wir haben ein Sommerfest erlebt und eine Schuljahresanfangsparty, ein pädagogisches Wochenende und natürlich den Herbstbasar. Auf der Bühne unseres Veranstaltungspavillons durften wir zahlreiche spannende, lustige und rührende Darbietungen erleben, so etwa das AchtklassSpiel „Ab heute heißt du Sara“, die 10. Klasse mit „Einer flog über das Kuckucksnest“, die 12. Klasse mit dem Shakespeare-Stück „Julius Caesar“ und das Eurythmiestück „Jungfer Lene von Söndervand“. Ganz frisch noch dürfte die Erinnerung an das Christgeburtspiel sein, mit dem uns das Kollegium (mit Unterstützung einiger Eltern) beglückt hat. Unsere Schüler haben zahlreiche und vielfältige Praktika absolviert, ihre Jahresarbeiten abgeschlossen und vorgestellt, fleißig musiziert, am WOW-Day teilgenommen und ja – natürlich auch Mathe, Deutsch und Englisch gepaukt. Die Laufbahn eines Waldorfschülers ist eben bunter. Der Gartenkreis hat monatlich gewirkt und geackert, in der Schulkonferenz rauchen ebenfalls monatlich die Köpfe zum Wohle unserer Schule. Der Vorstand berät sich sogar alle zwei Wochen. Eine kleine Delegation unserer Schule (Mutter und Sohn)

Es gäbe noch so viel zu sagen, ein ganzes Heft könnte man füllen mit den vielen großen und kleinen Ereignissen unseres Schullebens, die nur dank DIR, lieber Leser, lieber Leserin, überhaupt möglich sind. Zu guter Letzt, zum Jahresbeginn nicht unüblich, die Suche nach einem Vorsatz für 2012. Vieles kommt in Frage, eine aktuelle Forsa-Umfrage kommt zu folgender Auflistung: Mehr Zeit für Familie, Freunde 56 % Mehr bewegen, Sport 55 % Mehr Zeit für mich 51 % Gesünder ernähren 45 % Abnehmen 33 % Sparsamer sein 31 % Weniger Fernsehen 18 % Weniger Alkohol trinken 13 % Rauchen aufgeben 12 % Einem oder mehreren Punkten dieser Vorsätze wird sicherlich ein jeder von uns zustimmen. Aber was bleibt so oft übrig von unseren Vorsätzen? Wie wichtig ist der Wille? Nehmen wir uns doch einfach einmal vor, uns selbst viel mehr zu beobachten und zu hinterfragen, vielleicht klappt`s ja dann mit dem weniger Fernsehen, oder mit dem Nichtrauchen oder mit den Nachbarn....... In diesem Sinne ein erfolgreiches 2012 Das Redaktionsteam

Gedanken zum Willen „Der Mensch kann tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will.“ Arthur Schopenhauer

„Heute ist der Mensch im wesentlichen ein erkennendes Wesen, und sein Wille ist eigentlich noch nach den mannigfaltigsten Seiten hin eingeschränkt. Der Mensch kann die Welt um sich herum, bis zu einem gewissen Grade, in ihrer Universalität begreifen. Denken Sie aber, wie wenig er von dem, was er begreifen kann, auch zu wollen vermag, wie wenig er Macht über das hat, was er erkennen kann.“ Rudolf Steiner GA 96, S 208

PS: Du hast auch etwas zu sagen? Deine Fotos sind die schönsten? Gut! Schreib uns an info@midri.de oder nutze unser Fach im Schulbüro. Danke!

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T ip p s - H inw ei s e - T e rm ine

Irland-CD des Unterstufenorchesters Nach wie vor ist die Unterstufen-CD mit irischen Liedern und Jigs auf dem schulinternen Markt. Eine CD, die die Spielfreude der damaligen Unterstufenorchesterkinder sehr gut dokumentiert. Bestellungen nehmen Frau Vesterling oder Ludger Schmidt (cello-schmidt@web.de) entgegen. Erweiterung des Schokotickets Ab dem 01.01.2012 ist das VRR-Gebiet um eine neue Preisstufe E erweitert worden. Es erstreckt sich nun vom östlichen Ruhrgebiet bis zu den niederrheinischen Kreisen Kleve und Wesel. Näheres erfahren Sie unter www.strassenbahn-hagen.de. Gartenkreis Der Gartenkreis erinnert an die voraussichtlichen Termine bis zum Sommer 2012, jeweils Samstags ab 9:30 Uhr bis 13:30 Uhr: 14. Januar, 11. Februar, 10. März, 21. April, 12. Mai und 23. Juni. Nähere Infos wie immer bei Claudia Bellmann Tel.: 02331-355-360 (tagsüber) oder per e-mail: bellmann@westfalia.de Ausgewählte Termine bis zum Sommer 2012 Februar Mo. 06. Sprechtag Oberstufe Mo. 13. Sprechtag Unter/Mittelstufe März Di. 06. Fr. 16. Sa. 17. Sa. 24. Do. 29.

Mai Fr. Sa. Di. Do. Fr. Sa. Di.

Öffentliche Schulkonferenz Klassenspiel Klasse 8 Klassenspiel Klasse 8 Monatsfeier Präsentation Künstlerische Arbeiten HKU Klasse 11 + 12

04. 05. 08. 10. 11. 12. 15.

Jahresarbeiten Klasse 12 Jahresarbeiten Klasse 12 Zentrale Prüfung 11 Zentrale Prüfung 11 Eurythmieabschluss Klasse 12 Eurythmieabschluss Klasse 12 Zentrale Prüfung 11

Juni Di. 05. Öffentliche Schulkonferenz Sa. 16. Monatsfeier

April Di. 17. Abiturprüfungen Do. 19. Abiturprüfungen Di. 24. Abiturprüfungen

Juli Mo. 02. Zeugniskonferenz Mi. 04. Präsentation Künstlerische Arbeiten HKU Klasse 10 Irene Johanson -

tipps

Das Alte Testament für Kinder Illustrationen von Ninetta Sombart

www.freunde-waldorf.de www.facebook.com/waldorfschule www.waldorfsv.de www.diewaldorfs.waldorf.net/list.html www.rudolf-steiner-2011.com www.amselhof-buchhandlung.de www.anthrowiki.info

Wie kann man Kindern und Jugendlichen heutzutage die Inhalte des alten Testaments vermitteln? Irene Johanson antwortet auf dieses Bedürfnis von Eltern und Lehrern mit einem praktischen Beispiel: knapp und verständlich, in zeitloser Sprache wird das Alte Testament hier – im Gegensatz zu vielen anderen Nacherzählungen – nicht nur in Auszügen, sondern in seiner ganzen Fülle nachgezeichnet. Die künstlerisch vollendeten Illustrationen von Ninetta Sombart runden das Werk kongenial ab. www.urachhaus.de

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I n h alt S omme r 20 11

1. Klasse

Einschulung...........................................................................................................6 die neuen Schülerinnen und Schüler

Erika Blass-Loss

Bericht aus der Geschäftsführung..................................................................9

Abitur 2011

Verabschiedung..................................................................................................10 Abiturrede von Maria Hinsenkamp

7. Klasse

Forstpraktikum...................................................................................................12 im Jugendwaldheim „Brunnenbachsmühle“

WOW Day

Waldorf One World...........................................................................................14 der 29. September 2011 an unserer Schule

Projekte

Cantare.................................................................................................................16 ein Waldorfchorprojekt

Schulleben

Eurythmieabschluss..........................................................................................17

Leitbild

Offene SK am 8.11.2011..................................................................................20

12. Klasse

Julius Caesar - von William Shakespeare..................................................22 Ein Klassenspiel in Originalsprache

Schulleben

Die Oberuferer Weihnachtsspiele ................................................................24 Fotos vom Christgeburtspiel

9. Klasse

Landbaupraktikum ...........................................................................................26

Schulleben

Fotos der Monatsfeier Dezember 2011 .......................................................30

Waldorf SV

Dummheit gibt`s gratis....................................................................................31 Tagung der Waldorf SV in Kassel

Ausschreibung

GEO Schülerwettbewerb .................................................................................32

Rückblick

Pädagogische Arbeitstagung .........................................................................33

Angebot

Osterfreizeit 2012 .............................................................................................33 Rezepte.................................................................................................................34 Kontaktinformationen.....................................................................................35

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Ei ns c hul ung

Einschulung 2011 Die neuen Schülerinnen und Schüler

Ich war schon recht gespannt, neugierig und aufgeregt - wie ist die neue erste Klasse? - wer kommt da in unsere Schule hinein? - welche kleinen Persönlichkeiten werden auf mich zukommen? - auf wen kann ich mich da freuen? Und es kamen Persönlichkeiten, die sich schon an ihrem ersten Schultag in der Einschulungsfeier selbstbewusst zeigten. Sie fanden alle, mit oder ohne Paten an der Hand, die Treppenstufen hinauf, geradewegs auf ihren Lehrer zu.

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Di e ne uen E rs t k l äs s l e r Jetzt liegt fast ein halbes Schuljahr hinter uns und ich kann sagen, dass ich nicht einen Tag ohne Vorfreude auf den Unterricht in die Schule gegangen bin. Mit im Team ist Frau Mann, unsere Klassenbegleiterin, die ich ebenfalls nicht mehr missen möchte. Sie hilft, wo sie nur kann, bei kleinen und größeren Problemen. Schulregeln, Rituale und Gewohnheiten waren schnell angelegt, verinnerlicht und den Kindern zu einem Bedürfnis geworden. An der Garderobe wie auch im Klassenraum herrscht große Ordnung und Ruhe. Diese Haltung wirkt sich auch auf die Lernbereitschaft und den Lerneifer im Unterricht aus. Neugierig war ich auch auf das BEWEGLICHE KLASSENZIMMER. Die Möglichkeiten, die sich mir bieten, den rhythmischen Teil zu gestalten, sind unzählig. Den Umbau vom Beweglichen Klassenzimmer zum normalen Unterrichtsraum vollziehen die Erstklässler selbständig. An dieser Stelle möchte ich meinen ganz besonderen Dank an die Kindergärten schicken: man merkt sehr deutlich, was die Erzieherinnen veranlagt haben. Mittlerweile haben die Schüler diese 3 wichtigen Epochen durchlebt: Formenzeichnen, Schreiben-Lesen und Rechnen.

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Ei ns c hul ung 20 11 In den ersten Wochen bekamen wir in der Klasse sehr viele Gäste, nicht ein Tag verging, ohne dass Besuch da war. Eltern, Lehrerkollegen, sogar die Polizei und Radio Hagen statteten uns einen Besuch ab. Alles das nahmen die Schüler selbstverständlich - und gelassener als der Klassenlehrer - hin. Wenige Wochen nach Schulbeginn organisierte dankenswerterweise eine Schülermutter einen Erntetag auf Hof Sackern. Die Kürbisernte machte allen riesig Spaß und förderte nebenher die Klassengemeinschaft nicht unerheblich. Wie sehr die Kinder die Rolle des Schülers bereits annahmen, zeigte sich am Freitag beim Adventsgärtlein. Da Frau Mann unerwartet erkrankt war, musste die Klasse mit dem Klassenlehrer allein hineingehen. Mit größter Stille und Ehrfurcht ging jeder Schüler seinen Weg durch die Lichtspirale. Es war ein beeindruckendes Erlebnis. Michael Godehardt

Ich schaue in die Welt, in der die Sonne leuchtet, in der die Sterne funkeln, in der die Steine lagern. Die Pflanzen lebend wachsen, die Tiere fühlend leben, in der der Mensch beseelt dem Geiste Wohnung gibt. Ich schaue in die Seele, die mir im Innern lebt, der Gottesgeist, er webt im Sonn- und Seelenlichte, im Weltenraum da draußen, in Seelentiefen drinnen. Zu dir, o Gottes Geist, will ich bittend mich wenden, dass Kraft und Segen mir zum Lernen und zur Arbeit in meinem Innern wachse. (Rudolf Steiner 1861-1925)

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Be r ic h t au s de r Ge s c h ä ft s f ü h r u n g

Waldorfschule lebt aus Initiative der sie tragenden, sie verantwortenden Menschen. stik in Klasse 12 durchführen, einen Schließmotor für das Dachfenster im Eurythmieraum anbringen und die Dachrinnenabdeckung erneuern. Daneben erhielt der Bühnenboden einen neuen Anstrich, der Flur im Oberstufengebäude und die Toilettenanlagen im Altbau. Neben diesen größeren Maßnahmen fallen ständig kleinere Reparaturen an, die Herr Neugebauer mit Unterstützung von Herrn Wagner selbst durchführt und hierdurch der Schule eine Menge Kosten einsparen hilft. Sowohl bei der Planung der Arbeiten als auch bei der Kostenkalkulation ist Herr Neugebauer für die Schule von unschätzbarem Wert. Auch von Herrn Klein-Engelen, der uns bei all diesen Maßnahmen beratend zur Seite steht, erhalten wir viele Anregungen, die fast immer das Einsparpotential erhöhen. Schade, dass keine Zeit bleibt, einmal auszurechnen wie viel im Laufe der Jahre durch Herrn Klein-Engelen und jetzt durch Herrn Neugebauer eingespart werden konnte.

Vielfältige Aufgaben wollen ergriffen werden und im Rahmen einer halben Stelle fällt die Entscheidung schwer, was neben der Finanzverwaltung im Vordergrund stehen sollte. Ein großes Aufgabenfeld ist aus meiner Perspektive die schulinterne Kommunikation. Diese Bild ist nicht nur aus zahlreichen Gesprächen mit Eltern und Lehrern entstanden, sondern wurde auch durch Kommentare im Rahmen der Umfrage zum Leitbild deutlich. Waldorfschule lebt aus Initiative der sie tragenden, sie verantwortenden Menschen. Es ist sehr gut zu wissen, dass es davon in Hagen viele gibt, doch wie können wir als Gemeinschaft diese Initiativkraft der Einzelnen stärken? Waldorfschule ist als sozialer Organismus primär ein Ort der Begegnung, an dem alles auf ein Miteinander-in-Beziehung-treten ankommt. Dazu bedarf es verbindliche, aber in einzelnen Situationen durchaus flexible Vereinbarungen, ein Knochengerüst, das trägt. Wenn wir Eltern/Lehrer-Trägerschaft ernst nehmen, so ist Kollegialität statt direktorale Führung notwendig. Das aber heißt, dass wir alle im hohen Maße gefragt sind, permanent zu üben, immer wieder aus Begegnungen neu zu lernen, unser Handeln kritisch zu hinterfragen, um so als lernfähige und lernbereite Erwachsene ein Vorbild für die Schülerinnen und Schüler zu sein.

Ein Sorgenkind ist die Nutzung der Schulhöfe nach Schulschluss. Hier werden verschiedene Ideen schrittweise umgesetzt, um der Vermüllung und Zerstörung entgegenzuwirken. Dagegen ist die Verschönerung der Außenanlage, wie sie kontinuierlich immer weiter um sich greift, ein Anreiz für unsere Arbeit, die bei der Fülle der Aufgaben im Gebäude in den letzten Jahren etwas in den Hintergrund geraten ist. Wir planen im nächsten Jahr den Spielplatz bei der OGS zu erneuern.

Wenn die Aufgabe der Waldorfschule ist, die jungen Menschen nicht an Tradiertes, Bestehendes und Gewordenes anzupassen, sondern ihnen zu helfen ihren Impuls zu verwirklichen, ihren Weg in ihre Zukunft zu finden, so sind Eltern wie Lehrer gefragt, Erziehung als Selbsterziehung zu verstehen und umzusetzen, denn daran können die jungen Menschen Erkenntnisse für das eigene Handeln gewinnen. Vielleicht müssen wir ab und zu unsere Sozialkompetenz schulen, um mit gutem Handwerkzeug unsere Aufgaben zu verrichten.

Eine ständige Begleiterin meiner Arbeit sind natürlich die Zahlen, ob die Entwicklung der Schülerzahlen, der damit verbundenen Beitragszahlung, der Kostenentwicklung und des Einsparpotentiales. Hierüber wurde gerade ein Bericht im Vorstand gegeben in Gegenwart eines Vertreters des Beitragskreises. Der Beitragskreis hat sich in den letzten Monaten vermehrt auch um „notorische Nichtzahler“ bemüht und einmal mehr wurde mir deutlich wie gut es ist, diesen zuverlässigen Arbeitskreis zu haben. Noch vor den Sommerferien wird es eine Mitgliederversammlung geben, in der wir ausführlich über die Zahlen berichten werden.

Aus dem Alltag: Im zurückliegen Jahr standen viele Aktionen rund um das Gebäude im Mittelpunkt. Einerseits konnten dringend notwendige Instandsetzungsmaßnahmen umgesetzt und andererseits Schönheitsreparaturen durchgeführt werden. So konnten wir den Fußboden der „Aquariumklasse“ trokken legen lassen, Maßnahmen zur Verbesserung der Aku-

Erika Blass-Loss

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Die E i nen Komme n, die Ande re n Ge hen

Verabschiedung 2011 -

schnell an die neuen Lehrer, die wir jetzt auch schon seit über 5 Jahren kennen, gewöhnt haben. Zwar war es für uns spürbar, dass wir die Mittelstufe jetzt verlassen hatten und dass nun mehr von uns gefordert wurde, aber ich fand nie, dass die Freude am Unterricht dabei verloren ging.

Abiturrede von Maria Hinsenkamp Liebe Lehrer, liebe Eltern, liebe Mitschüler und Gäste. Ich möchte mich aus ganzem Herzen bei der Schule, meiner Klasse und auch ganz besonders bei den Lehrern für diese 13 Jahre, die ich hier verbracht habe, bedanken. Rückblickend erscheint es eine unglaublich lange Zeit gewesen zu sein, gemessen an den unzähligen tollen Erlebnissen, Ereignissen und Erfahrungen- es waren so viele, dass ich mich an vieles auch gar nicht mehr erinnere. Auf der anderen Seite aber scheint die Zeit so schnell verflogen zu sein und ich finde, es fühlt sich doch recht merkwürdig an, nie mehr einen geregelten Schulalltag erleben zu können, mit Hausaufgaben abfragen, den Pausen, das Essen in der Schulküche, auf das man sich an langen, anstrengenden Tagen besonders freuen konnte. Das alles wird mir - und wahrscheinlich den meisten fehlen. Aber nicht nur das. Wir haben so viel Zeit unserer Kindheit und Jugend in der Schule verbracht, dass uns die Erlebnisse und Erfahrungen, die Mitschüler, der Unterricht und die Lehrer sehr stark- glaube ich- beeinflusst, geprägt und uns mit zu dem gemacht haben, was und wie wir heute sind. Für mich war die Schule mehr oder weniger durchgehend überaus positiv, bereichernd und schön. Ich finde wir hatten ein wahnsinniges Glück, so eine tolle Klassenlehrerin gehabt zu haben. Ich erinnere mich natürlich nicht mehr an alles, aber einige Epochen, wie z.B. die zum Heiligen Franziskus von Assisi oder die zur römischen und griechischen Antike habe ich noch gut vor Augen. Auch der rhythmische Teil am Anfang des HU war so bereichernd, dass ich immer noch daraus schöpfen kann. Zumindest die erste Hälfte des 1. Buches der Edda kann ich noch auswendig und wenn ich heute mit meinem kleinen Kinderchor „ Es tagt der Sonne Morgenstrahl“ singe, muss ich immer wieder an die schönen 8 Jahre unserer Klassenlehrerzeit zurückdenken, die dann mit dem 8-Klass-Spiel, das unsere Klassengemeinschaft noch mal sehr gestärkt hat und uns viel Freude bereitet hat, seinen Abschluss fand. Das Ende der 8 Jahre war für unsere Klasse dann der erste große Einschnitt. Allerdings denke ich, dass wir uns schnell in der Oberstufe eingelebt haben und uns auch

Ich erinnere mich noch an die ersten Kurzgeschichten, die wir bei Herrn Depping analysieren mussten, wie z.B. die „Kegelbahn“ von Borchert und an den Enthusiasmus der meisten, mit dem sie die Analysen in Angriff genommen haben. So ähnlich sah das auch in Geschichte aus, wo wir seit den ersten Stunden behutsam auf die Aufgabe vorbereitet wurden, die uns bis zum Abitur verfolgte, nämlich die Herausarbeitung des Kerns - und er wollte sich einfach nie zeigen. So weit ich mich erinnere hat Mathe bei Herrn Trögner den meisten von Anfang an viel Spaß bereitet, besonders den naturwissenschaftlich Begabten - zu denen zähle ich mich jetzt zwar nicht, aber, rückblickend betrachtet, werde ich auch Mathe vermissen. In Englisch haben wir Fr. Borgmann erst in der 10. Klasse bekommen, aber wir wurden doch alle sehr gut von ihr bis zum Abitur geführt. Was die Sprachen betrifft, so bin ich sehr froh, dass ich außer Englisch noch 2 andere Sprachen lernen durfte. Mit Russisch verbinde ich, verbinden wir wundervolle Erlebnisse, besonders was die Zeit in Smolensk betrifft, aber der Spanischunterricht bei Herrn Depping war für mich auch eine tolle Chance noch eine neue Sprache zu lernen. Was Frau Dinter musikalisch so schön mit uns begonnen hat, hat Herr Eichwalder wundervoll in der Oberstufe fortgeführt, ich bin immer sehr gerne zu Musik gegangen und es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Aber auch die Naturwisschenschaften, wie Erdkunde bei Herrn Grineisen und Biologie bei Herrn Küper, waren für mich, die ich ja eher geisteswissenschaftlich orientiert bin, eine Bereicherung, da mir dadurch noch mal ganz anderer Bereich des Lebens verständlicher wurde. Die meisten wissen ja, dass HKU das Fach war, mit dem ich am stärksten zu kämpfen hatte. Wenn ich aber auf die Zeit zurückschaue, in der wir bei Fr. Hoffmann unsere ersten Stofftiere genäht haben, das Spinnen am Spinnrad gelernt haben und bei Herrn Rudzinsky kleine Tische gebaut, Sta-

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Ab itur 20 11 Die allgemeine Hochschulreife erlangt haben: Leonhard Bischoping, Katharina Gabrich, Leonie Glück, Maria Hinsenkamp, David Hollkott, Lynn Marquardt, Lina Neuloh, Stefan Pape, Freya Petrich, Martha Rodemann, Kerstin Schmidt, Sophie Zeschky

tuen plastiziert und Figuren aus Speckstein geformt haben, so möchte ich nicht darauf verzichtet haben und werde wahrscheinlich immer glücklich daran zurückdenken, weil es doch auf seine Art und Weise einfach schön war. Ganz besonders hat mich aber die Eurythmie überrascht. Nie war ich so überzeugt von den besonderen Kräften der Eurythmie wie vor den Abiturprüfungen, als Fr. Christmann vor jeder Prüfung Übungen mit uns machte. Danach waren wir so ruhig und fühlten uns, als sei ein ganzes Stück Aufregung von uns genommen worden. Und auch hier konnte ich wieder etwas mitnehmen: Eine Übung, die mir besonders gut getan hat, mache ich nun regelmäßig mit meinen Kinderchören und ich merke jedes Mal, wie selbst die Kinder, die hyperaktiv sind, ruhiger und ausgeglichener werden. Bei Herrn Friese hatten wir leider nie Unterricht - ich denke, Philosophie wäre eine große Bereicherung gewesen aber er hat sich in dem 13. Schuljahr sehr gut um uns gekümmert und damit unsere lieben Klassenbetreuer Herrn Depping und Herrn Küper abgelöst. Es würde sehr lange dauern, alle Ereignisse der Schulzeit noch einmal zu rekapitulieren und ich glaube, zumindest mir würde es noch weh tun, dies machen zu müssen, wenn einem dann bewusst wird, dass dieser lange und wichtige Lebensabschnitt so schnell verflogen und von jetzt an endgültig abgeschlossen ist und in der Vergangenheit liegt. So kann ich abschließend nur noch einmal meine Gefühle beschreiben, die ich habe, wenn ich an diese Zeit zurückdenke, nämlich eine unendliche und tiefe Dankbarkeit für

Rudolf Steiners Forschen und Entwickeln einer Schulform, die so ästhetisch ist, den ganzen Menschen persönlich so umfangreich bildet und formt und ihn so vielen Einflüssen ausliefert, dann für die Lehrer, die mir so viel Freude und Spaß die Jahre hinweg an der Schule und am Lernen bereitet haben, für die vielen Freiräume, die es mir ermöglicht haben, mich weiter in so viele Richtungen zu entfalten und zu entwickeln. Dann bin ich aus tiefstem Herzen meiner Klasse dankbar, deren Gemeinschaft sich über die Jahre hinweg immer wieder verändert und gewandelt hat, im Kern aber doch gleich gelblieben ist. Eine Klasse mit sehr individuellen, aber äußerst liebenswerten Menschen, die mir die Möglichkeit gegeben haben, mich frei zu entwickeln und immer dabei ein festes Gerüst waren, das ich sehr in mein Herz geschlossen habe. Und letztlich bin ich in ganz besonderer Weise meinen Eltern dankbar, die mich immer so gestützt, gestärkt und mit so viel Liebe durch die Schulzeit geführt haben. Ich kann nur sagen, dass ich es jedem Kind wünsche, ein Waldorfkind zu werden und eine so wundervolle Schulzeit erleben zu dürfen, wie wir sie hatten. Ich bin mir sicher, dass ich während meines Studiums und vielleicht auch während meiner Arbeit noch oft mit Sehnsucht an diese 13 Jahre zurückdenken und sie sehr vermissen werde. Und wenn es ein Argument für mich gibt, früh Kinder zu bekommen, dann das, dass ich sie schnell wieder hier einschulen kann und die Schulzeit- wenn auch aus einer anderen Perspektive- noch einmal 13 Jahre miterleben darf.

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Maria Hinsenkamp

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S c h u l e U n te r we g s

Forstpraktikum Die 7. Klasse im Jugendwaldheim „Brunnenbachsmühle“

Vom 10. bis zum 21. Oktober besuchte die 7. Klasse (als zweite unserer Schule) das Jugendwaldheim „Brunnenbachsmühle“ im Harz. Auch dabei: Werklehrerin Frau Tischer sowie der Klassenlehrer. Zwei Wochen Forstpraktikum standen den Schülerinnen und Schülern bevor. Das bedeutete um 6.00 Uhr aufstehen an den Arbeitstagen, eine Stunde später Arbeitsbeginn unter Anleitung erfahrener Forstarbeiter. Naturerfahrungen bei Morgenfrost und wunderbarem Herbstwetter gehörten ebenso zu den Eindrücken wie ernste Begegnungen mit der Grausamkeit vergangener Kriegsereignisse (Todesmarsch des KZ Nordhausen, Soldatenfriedhof Oderbrück).

Ein Höhepunkt: die Besteigung des Brocken an einem der seltenen glasklaren Tage des Jahres, bei Windstille und endloser Fernsicht... Nach der Erholung von den Anstrengungen in den Herbstferien erarbeitete die Klasse in Kleingruppen Referate zum absolvierten Praktikum, die auf einem gemeinsamen Schüler-Elternabend präsentiert wurden. Ein gelungener Abschluss zu einer erlebnisreichen Klassenfahrt. Danke an die tollen Mitarbeiter des Jugendwaldheims und an Frau Tischer, die den Anstoß zu dieser Reise gegeben hatte.

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Wa l d o r f O n e W o r l d

WOW Day - der 29. September 2011 an unserer Schule

Am 29. September 2011 fand der diesjährige ,,WOW-Day" [Waldorf One World) statt, an dem Waldorfschüler weltweit durch verschiedenste Aktionen Geld sammeln bzw. erarbeiten, um damit Waldorfinitiativen weltweit zu unterstützen. ln den meisten Ländern werden Waldorfschulen, Waldorfkindergärten und heilpädagogische Einrichtungen nicht staatlich gefördert, so dass viele täglich um ihre Existenz kämpfen, während sie Kindern den Zugang zu einer menschenwürdigen Pädagogik ermöglichen, wozu oft auch nicht zuletzt eine tägliche warme Mahlzeit

zählt! ln den letzten Jahren ist die Beteiligung am WOWDay, der von den "Freunden der Erziehungskunst" zusammen mit dem Bund der Freien Waldorfschulen und dem European Council for Waldorf Education organisiert wurde, stetig gewachsen, so dass sich in diesem lahr allein 113 deutsche Waldorfschulen an der Aktion beteiligten, sowie 78 Schulen aus 23 weiteren Ländern der Welt. Mit den im vergangenen Jahr gesammelten ca. 300.000 € konnten benachteiligte Kinder in mehr als 40 Einrichtungen in über 20 Ländern unterstützt werden.

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Die Hagener Rudolf Steiner Schule beteiligte sich in diesem Jahr mit mehreren Aktionen. Die Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse suchten sich eigenständig Einrichtungen bzw. Unternehmen, in denen sie gegen eine Spende tatkräftig arbeiteten. Manche halfen im Bioladen, andere im Altenheim, im Krankenhaus, im Hagener Stadttheater, beim Hufschmied, in der Gärtnerei, in einer Zahnarztpraxis, bei einer Rolltreppenfirma, im Architekturbüro usw.. Die verschiedensten Aufgaben waren an diesem Tag zu erledigen. Dabei ging es aber nicht allein um das eingenommene Geld, sondern insbesondere auch um die für andere Kinder, die unter viel schwierigeren Bedingungen ihr Leben zu bewältigen haben, eingesetzte Arbeitskraft. Dennoch freuten sich die Kinder der 6. Klasse natürlich ganz besonders über die eingenommenen mehr als 700 €, eine Summe, mit der sich viel bewirken lässt! So sei an dieser Stelle neben den Kindern auch all denen herzlich gedankt, die die Kinder bei sich haben arbeiten lassen und ihnen damit diese wertvolle Erfahrung, durch die eigene Arbeitskraft anderen helfen zu können, ermöglicht haben! Die 5. Klasse hat am 10. September einen Sponsorenlauf veranstaltet, bei dem die Kinder mit großer sportlicher Einsatzfreude 2600,- € eingenommen haben. Sollten Sie selbst lnteresse an der umfangreichen und vielfaltigen Arbeit der ,,Freunde der Erziehungskunst" haben, können Sie sich unter www.freunde-waldorf.de informieren und gegebenenfalls deren Tätigkeit durch eine Mitgliedschaft oder Spende unterstützen.

Mehr Infos zum WOW-Day unter: http://www.freunde-waldorf.de/de/wow-day/

Heike Dinter

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S ch u l e U n t e rw e gs

Cantare -

Die Konzerte fanden in Fest- und Konzertsälen, sozialen Einrichtungen, einer U-Bahnstation und auf dem Marienplatz in München statt.

ein Waldorfchorprojekt Wenn man hört, dass über 80 Waldorfschüler zehn Tage miteinander leben und singen, stellt sich manch einer vielleicht einen Haufen junger Menschen vor, die ihre Namen tanzen, kein Mathe können und selbstgestrickte Wollsocken tragen. Ganz so sah unser Chor aber nicht aus. Uns würde man eher als motivierte, bunt gemischte Gruppe beschreiben, die die Freude am Singen verbindet.

Die Teilnehmer kamen aus ganz Deutschland zur RudolfSteiner-Schule Ismaning, um in zehn Tagen ein Konzertprogramm zu erarbeiten. Dabei stand in den Proben zum Glück immer der Spaß an der Musik an allererster Stelle. Unser wundervoller Dirigent, Herr Michael Hartenberg, schaffte es, uns mit viel Geduld und Freude auf die Konzerte in München, Überlingen und Mannheim vorzubereiten, sodass Publikum und Aufführende glücklich nach Hause fahren konnten.

Aus dem leicht dissonanten Durcheinander der Sopran, Alt-, Tenor- und Bass-Stimmen hatte er in mehr und manchmal auch etwas weniger konzentrierten und anstrengenden Proben einen beeindruckenden, schönen Chor gezaubert. Das Programm, bestand aus verschiedenen Stücken des 16. und 17. Jahrhunderts in den europäischen Musiksprachen (Französisch, Englisch, Italienisch, Deutsch) und einigen rhythmischen Stücken aus Südamerika, Afrika und dem Jazz-Genre. Nach fünf bis sechs Stunden Probe am Tag waren wir alle sehr glücklich über das hervorragende Essen unserer echt bayerischen Monika, einer sehr freundlichen Dame, die es nicht zuließ, Köchin genannt zu werden. Natürlich haben wir fleißig beim Kochen, Putzen und Spülen mitgeholfen, was mit anderen Waldis sogar ziemlich viel Spaß bringen kann.

Beide „Konzerte“ in der Münchener Innenstadt waren eine spontane Idee gewesen um Werbung zu machen. Es war spannend herauszufinden wie die Leute auf einen so großen Chor aus jungen Leuten reagieren. Manche gaben uns Geld, viele fotografierten uns und fanden das Projekt ganz toll. Aber bewegender waren unsere beiden Auftritte bei der Johannifeier einer Einrichtung für behinderte Kinder und später bei einem Konzert am Lehenhof, einer Camphill-Einrichtung für behinderte Erwachsene. Es waren sehr schöne und berührende Momente, als wir die Menschen so begeistert und glücklich durch unsere Musik erlebten. Vielleicht ist es gerade der Moment, wenn man jemanden mit der gemeinsam gemachten Musik bewegt, das übermüdet Sein am Morgen, das Lagerfeuer am Abend

oder der Applaus am Ende eines Konzertes, vermutlich alles zusammen und noch viel mehr. Jedenfalls gibt es keinen, der nicht diese zehn Tage in ganz besonderer Erinnerung hat und kaum ein Auge blieb ganz trocken, als am Sonntag nach dem letzten Konzert alle auseinandergingen. Damit hat Cantare dem Motto „Musik verbindet!“, das man auf den Flyern und Plakaten lesen kann, alle Ehre gemacht! Als Jahresarbeit zweier Zwölftklässler fand Cantare letztes Jahr zum ersten Mal statt. Seither wird es von ehemaligen Teilnehmern organisiert. Und auch dieses Jahr haben sich schon viele bereit erklärt, dem Team beizutreten, um interessierten Schülern die Chance auf ein Cantare 2012 zu bieten. Göta Wittkugel 11. Klasse FWS Kaltenkirchen Vom 16.-26. Juni 2011 haben insgesamt fünf SchülerInnen unserer Schule teilgenommen. In diesem Jahr wird Cantare vom 30.5.-10.6.2012 in Heidelberg stattfinden. Infos dazu bald auf www.cantare-projekt.de. Dort kann man sich voraussichtlich ab Januar anmelden.

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Eu ry t h m ie ab s c h lu ss

„Ursprünglich sollte die Aufführung des Eurythmieabschlusses der 12. Klasse bereits im Frühjahr 2011 die Schulgemeinschaft erfreuen – aber die Masern brachten das Schulleben zum Erliegen und der Termin musste auf September 2011 verlegt werden. Die nunmehr 13. Klasse brachte das Märchen der „Jungfer Lene von Söndervand“ trotz all dieser Widrigkeiten mit beeindruckender Perfektion und Ausdrucksstärke auf die Bühne. Neben den angehenden Abiturienten wirkten auch Schüler mit, die unsere Schule bereits verlassen hatten. Großer Dank und ebenso großes Lob gehen an Martina Christmann und ihre Schülerinnen und Schüler sowie an Kathrin Müller, die mit Ihrer Stimme die Bewegungen der Künstler auf der Bühne mit Text begleitete. Die Bilder auf den folgenden Seiten sprechen für sich – die Aufführung war schlichtweg fantastisch! „In einer Zeit großer, fast unbegrenzter Freiheit und uneingeschränkter Mobilität stellt sich mir immer wieder die Frage: Sind wir Menschen im Inneren genau so beweglich? Können wir uns umstellen auf neue Situationen? Können wir empathisch eine Sache oder einen anderen Menschen verstehen? - Es fasziniert mich, dass wir in der Eurythmie täglich gerade damit zu tun haben.“ Stefan Hasler Professor für Eurythmie und Fachgebietsleiter an der Alanus Hochschule

Zum 100 jährigen Jubiläum der Eurythmie laden u.a. die Eurythmisten aus Berlin/Brandenburg zu zahlreichen Veransltaltungen und Aktivitäten ein. Speziell zum Thema Märchen gibt es vom 9.11. bis 11.11. ein Themenwochenende: Fr. 9.11. 18.00 Uhr Aufführung SCHNEEWITTCHEN, ein Märchen nach den Brüdern Grimm von den Schülern der 7.Klasse der Waldorfschule Kleinmachnow 19.00 Uhr Vortrag Die Bewegungsgestalt des Märchens (Astrid Heiland) Sa. 10.11. 10.30 Uhr - 13.30 Uhr Seminar 16.00 Aufführung EINÄUGLEIN, ZWEIÄUGLEIN, DREIÄUGLEIN ein Märchen der Brüder Grimm, von der Eurythmie Märchenbühne Berlin So 11.11.

14.00 - 16.00 Uhr Seminar

www.berlin-eurythmie.de www.eurythmie-maerchen.de Weitere Informationen unter: www.eurythmeumstuttgart.de www.alanus.edu/studium-eurythmie.html

Fotos © by Fabian Zmarowski

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Š by Fabian Zmarowski


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Offene SK am 8.11.2011 -

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Thema: Umfrage zum Leitbild der Schule

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Die Geschäftsführerin der Schule, Frau Blass-Loss, stellt die Hintergründe und Ergebnisse der Leitbildumfrage vor. Das Leitbild der Schule wurde im Jahr 2009 entwickelt und zunächst für 1 Jahr zur Probe verabschiedet.

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Vor den Sommerferien des Schuljahres 2010/2011 wurde eine Onlineumfrage durchgeführt. Der Kreis der Adressaten bestand – in der Theorie – aus:

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Besonders interessant für die weitere Beschäftigung mit dem Leitbild sind die abgegebenen Kommentare:

• 365 Schülerinnen und Schüler • 230 Elternhäuser • 34 Lehrerinnen und Lehrer Hätten alle Schülerinnen und Schüler ab Klasse 10 teilgenommen, hätte die Gruppe der Befragten ca. 580 Menschen umfasst. In der Praxis stellte sich heraus, dass nicht von allen Adressaten E-Mail-Adressen vorliegen (von Schülern überhaupt keine), somit konnten tatsächlich nur die im Folgenden aufgelisteten Adressaten angesprochen werden. Von 139 per Email versandten Links bearbeiteten 73 Befragte den Fragebogen, also über die Hälfte (52,5%). Die 139 angesprochenen Teilnehmer setzen sich wie folgt zusammen: • Von 28 befragten Lehrern antworteten 14 (50%), • davon bearbeiteten 12 Lehrer den Fragebogen komplett und 2 etwa die Hälfte der Fragen. • Von 111 angeschriebenen Eltern bearbeiteten 58 (52,25%) den Fragebogen. • Nach der Hälfte der Fragen bearbeiteten nur noch 42 Eltern die komplette Abfrage. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Aussagen der Lehrer und Eltern starke Unterschiede aufweisen.

Block A – Wir gestalten gesunde Beziehungen Mehrfach wurde als Hintergrund der Bewertung die Erfahrungen aus dem Klassenlehrerbereich genannt, der als positiv erlebt werde, verbunden aber mit sorgenvollem Blick auf die Oberstufe. Viele Anregungen gab es zur Verbesserung der Struktur: • Professioneller Umgang mit Kritik • Konflikte als Chance nutzen, in Bewegung zu kommen • Transparenz schaffen • Kommunikation verbessern untereinander, vor und mit den Schülern und Eltern • Gewaltfreie Kommunikation • Bemühen das Leitbild umzusetzen wird ebenso gesehen wie Aktionen einzelner, die gezielt dagegen zu arbeiten scheinen. • Mehrfach wird darauf hingewiesen, dass die Kommunikation der Kollegen untereinander nicht zu funktionieren scheint. Zur Pädagogik gibt es ebenfalls Anregungen: • Aktualisierung der pädagogischen Arbeit in der Oberstufe; • Oberstufenschüler mehr mit einbeziehen • Oberstufenschüler liebevoll respektvoll behandeln • Den Schülern nicht zu lange samtig die Leistung schönreden. Hervorgehoben wird: • der liebevolle Umgang mit den Kindern • die Möglichkeit der Mitgestaltung für Eltern • Für die Zukunft gewünscht: • Wieder besserer Zusammenhalt • Offene Kommunikation • Einbeziehung der Oberstufenschüler

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Le it b ilde nt w ick lung Block B – Wir erkennen individuelle Veranlagung und ermöglichen deren Entfaltung Hier gab es nur fünf Kommentare: • Bitte im Gespräch bleiben und die Eltern auch bei älteren Schülern mit einbeziehen, auch dort Transparenz. • Die anderen vier Kommentare betrafen die unterschiedliche Bewertung der ersten acht Klassen und der Oberstufe.

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Block C – Wir befähigen zum selbstverantwortlichen Lernen Hier gab es fünfzehn Kommentare: • Auch Anmerkung, dass die Fragen sich erst beantworten lassen, wenn Kinder in höheren Klassen sind. • Die meisten Anregungen wurden hier zur Pädagogik gegeben. • Hauptargument für die Waldorfschule! • Zweifel, dass Frontalunterricht eine Methode zur Förderung der Selbständigkeit ist. • Anregungen werden gegeben, Methoden zu entwikkeln wie man selbstverantwortliches Lernen lernen kann. • Interesse der Schüler wecken und nicht mit Inhalten überhäufen. • Statt Inhalte sollte ab und zu das Wie unterrichtet werden. Insgesamt sind die Kommentare überwiegend wohlwollend und zeugen von großem Interesse an der Weiterentwicklung der Schule. Sie sind Zeugnis einer engagierten Elternschaft!

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Im Anschluss an die Präsentation der prozentualen Ergebnisse sowie der Kommentare entwickelt sich eine angeregte Diskussion mit folgenden Inhalten: - Das leidige Thema „Gerüchte“ – es ist wünschenswert, hier zu einem verantwortungsvollen Umgang zu kommen, gegebenenfalls erst einmal zu hinterfragen (Ist das wirklich wahr? Beruht die Aussage viel leicht einfach auf unterschiedlichen Blickwinkeln gleicher Berechtigung?) - Ein vielfach auftretendes Problem ist die Frage nach dem richtigen Ansprechpartner. Eine Vielzahl von

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Gremien, Arbeitskreisen und Konferenzen – an wen trete ich mit welcher Fragestellung heran? Und: selbst wenn ich das richtige Gremium für mein Anliegen identifiziert habe – welche konkrete Person steht als Ansprechpartner zur Verfügung und wie erreiche ich diese? Eltern und Lehrer der Schule bewegen sich mehr und mehr in „Parallelwelten“, die nicht ausreichend vernetzt sind. Es stellt sich die Frage, wie so die Solidargemeinschaft funktionieren soll. Entscheidungen und eingreifende Veränderungen sollen deutlicher kommuniziert werden. Die Frage ist wie und über welches Medium? Die Mitgliederversammlung einmal im Jahr ist hier sicher als wichtig ste zu nennen, da auch Entscheidungsgremium. Zu sätzlich könnte z.B. der wöchentliche Infobrief stärker genutzt werden. Gremien sollten in ihren Kompetenzen und Tätigkeiten klarer definiert werden => zu viele Arbeitskreise führen möglicherweise zu Kompetenzgerangel und Doppelarbeit. Transparenz kann durch besseres Zusammenspiel der Gremien und Kreise erreicht werden. Einführung eines Qualitätsmanagement? Es besteht ein Spannungsfeld zwischen Freiheit auf der einen und Übertragung und verbindlicher Übernahme von Verantwortung andererseits. Oft verläuft sich damit vieles in Beliebigkeit. Neue Konzepte zur Weitergabe von Wissen und zur gesicherten Übertragung von Verantwortlichkeiten könnten entwickelt werden – z.B. die Organisation des jährlichen Basars „nach Klassen rollen“ (z.B.: Im Jahr 2012 ist die 6. Klasse für die gesamte Orga zuständig, assistiert von Klasse 5. Im Jahr 2013 hat die dann 6. Klasse bereits entsprechende Erfahrung und kann diese dann an die dann 5. Klasse weitergeben). Als stetig wachsendes Problemfeld wird die wachsende „Unlust“ zahlreicher Eltern gesehen, aktiv am Schulleben teilzunehmen. Es bedarf wohl einer Widerbelebung des „Gründergeistes“! Dies spiegelt sich aktuell in der geringen Teilnahme am pädagogischen Wochenende. Neue Motivationssysteme müssen her – vielleicht auch über Pflichtstunden. Ein übersichtliches Organigramm der Schulgemeinschaft wäre ein erster hilfreicher Schritt hin zu mehr Übersicht. Beschwerden über mangelnde Information können auch hinterfragt werden, denn Informationsbeschaffung ist nicht nur eine Bring-, sondern eben auch eine Holschuld.

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12. K l as s - Sp ie l

Julius Caesar von William Shakespeare Zunächst wurde das Stück auf beiden Sprachen (Englisch und Deutsch) gelesen. Außerdem haben wir uns noch mit dem Buch „The Ides Of March“ von Thornton Wilder beschäftigt, da Herr Friese die Idee hatte, einige Sequenzen aus diesem Roman in das Original von Shakespeare reinzuschreiben.

Im Juni 2011 wurde das Stück „Julius Caesar“ von William Shakespeare von der 12. Klasse in Originalsprache aufgeführt. Von der Wahl dieses Stückes als Zwölftklass-Spiel waren zu Beginn der Proben längst nicht alle Mitwirkenden vollkommen überzeugt, spätestens der Erfolg der Aufführungen aber sollte dem abhelfen. Schon recht früh stand für uns (die damalige 12. Klasse) fest, dass wir als Klassenspiel ein englischsprachiges Stück aufführen würden, dass es dann jedoch auch noch Shakespeare sein musste, schien uns allen zunächst sehr unvernünftig. Wer versteht heutzutage noch das Englisch Shakespeares und schaut sich dann noch freiwillig ein Theaterstück in dieser alltagsfremden Sprache an?! Zwar standen auch noch modernere englische Stücke im Raum, letzten Endes fiel die Wahl, nicht zuletzt durch Herrn Frieses Überzeugung von dem Stück, auf „Julius Caesar“.

Schnell waren auch die Rollen verteilt und es ging ans Lernen der eigenen Rolle. Da wir jedoch mit 15 Schülern eine sehr kleine Klasse sind, wurden einige Rollen gestrichen bzw. umgeschrieben und fast jeder musste mehr als eine, manchmal sogar auch drei Rollen übernehmen. Das Lernen der Texte, so hatte ich das Gefühl, ging bei den Meisten jedoch eher langsam voran, so auch bei mir, da es an Begeisterung für das Stück einfach noch fehlte. So gingen wir auch erst gar nicht daran, in der Klasse einzelne Textstellen oder gar ganze Szenen zu proben, sondern wir machten erst regelmäßige Sprach- und Bewegungsübungen, um eine gute Basis für die spätere schauspielerische Arbeit zu schaffen. Die gesamte Arbeit an dem Stück, die Sprachübungen, die Atem- und Bewegungsübungen sowie auch alle Besprechungen bezüglich der Arbeit an dem Stück, verlief auf Englisch. Das war sicher für den einen oder anderen von uns zu Anfang ein wenig beängstigend gewesen sein, jedoch hat man auch dadurch eine ganze Menge gelernt, was nicht nur für unser Stück sondern natürlich auch für den weiteren Englischunterricht und auch den Alltag außerhalb der Schule von großem Nutzen war.

Mehr oder weniger überzeugt vom Gelingen des Stückes machten wir uns dann jedoch schon recht bald an die Arbeit. Als Regisseure, und damit auch zur ständigen Unterstützung, standen uns unser Englischlehrer Herr Friese und Rossana Fumagalli, die freundlicher Weise extra aus Italien nach Deutschland kam, zur Seite.

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12. K l as s - Sp ie l

In der 12. Klasse sind für das Einstudieren des Klassenspieles nur vier Wochen eingeplant. Durch einige Feiertage in diesem Zeitraum, stand uns sogar noch weniger Zeit zu Verfügung. Dabei hatten wir bis dahin noch nicht einmal auf der Bühne geprobt und das Bühnenbild und die Kostüme mussten noch irgendwie organisiert werden. Mit Unterstützung einiger Helfer wurde jedoch alles noch rechtzeitig fertig. So fingen wir auch an, auf der Bühne zu spielen, was sich in einer Fremdsprache als überraschend schwierig erwies. Nicht nur, dass man bei einem Texthänger leichte Hemmungen verspürt den Rest zu improvisieren, auch ist es viel schwieriger, sich in die Bewegungen und die Mimik hineinzuversetzen, wenn einen nicht diese Sicherheit umgibt, die einem die eigene Muttersprache bietet. Allerdings wurde dies nach zahlreichen Proben, darunter auch Einzelproben, nach und nach immer einfacher, sodass man auch plötzlich seine Mitschüler auf der Bühne ganz anders erlebte, als man sie aus dem Schulalltag kennt.

Die erste Aufführung schließlich war ein ziemlicher Erfolg, was unser Selbstbewusstsein für die zweite Aufführung enorm stärkte, denn selbst bis sich die Vorhänge zur Premiere öffneten, waren wir immer noch nicht von unserer Wahl des Stückes überzeugt. Im Nachhinein sollte sich jedoch herausstellen, dass die englische Sprache für den Großteil der Zuschauer überhaupt keine Probleme darstellte. Ganz im Gegenteil, man hätte doch an Hand der schauspielerischen Leistungen aller Schüler alles verstehen können. Auch habe ich persönlich schon während der Arbeit an diesem Stück gemerkt, dass das Shakespeare'sche Englisch der deutschen Sprache oft viel ähnlicher ist als das moderne. Ich für meinen Teil bin im Nachhinein doch sehr froh darüber, dass wir uns für dieses Stück entschieden haben, da es mir einfach eine einzigartige Möglichkeit geboten hat, sich ausgiebig mit Shakespeare und der englischen Sprache zu befassen, eben auf eine ganz andere Art und Weise, wie wenn wir dieses Thema bloß im Unterricht besprochen hätten. Nebenbei war diese intensive Auseinandersetzung mit Shakespeares Sprache natürlich auch eine sehr gute Vorbereitung auf die Abiturprüfungen. So möchte ich hier noch einmal allen Beteiligten danken und jedem ans Herz legen, solch eine Möglichkeit doch in Zukunft immer wahrzunehmen.

Alessa Bangrazi

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Di e O b er u fe r er W e i h n a c h t s s pi el e

In dem kleinen Dorf Oberufer an der Donau im heutigen Ungarn erlebte der Sprachwissenschaftler und Volkskundler Karl Julius Schröer, Lehrer und Freund Rudolf Steiners, im Jahre 1853 erstmals eine Aufführung der Spiele. Er war bald überzeugt, „dass hier ein Denkmal ältester dramatischer Volksdichtung in einer Reinheit und Vollständigkeit erhalten ist, wie bisher noch kein anderes bekannt geworden.“ Die Wurzeln der von gelehrtem Einfluss unberührten Spiele reichen zurück in das frühe Mittelalter und lassen noch Spuren irischer Mönche erahnen.

Die Bewohner von Oberufer hatten die Spiele aus der Bodenseeregion mitgebracht, von wo sie in der ersten Hälfte des 17. .Jahrhunuderts eingewandert waren. Über Jahrhunderte hatten sie diese wie ein Schatz gehütet „Der Gedanke ist unabweisbar, dass hier wirkliche gemalte altertümliche Bilder dem ersten Ordner vorschwebten und zwar solche, in denen alles typisch stilisiert ist. Dieses typische Gepräge, die hohe Genügsamkeit, mit der alles nur symbolisch angedeutet wird, wirken bei der Unschuld und Unmittelbarkeit, aus der sie hervorgehen, hoch poetisch,“ schildert Schröer seinen Eindruck. Für Rudolf Steiner „bekommt (man) erst einen Begriff von dem innersten Wesen des Künstlerischen, wenn man zu diesen Dorfleuten geht und sieht, wie sie die einfache Kunst des Weihnachtsspieles herausgeboren haben aus der heiligsten Stimmung.“ Die Spiele zeigen die Zentralereignisse der Menschheitsentwicklung am Weltanfang und zur Zeitenwende aus christlicher Perspektive. Götter- und Menschenschicksal sind darin eng verbunden. Hirten und Könige bringen ihr Opfer dar vor dem König des Himmels und der Erde und repräsentieren damit auch Liebe und Weisheit, Herz und Kopf jedes Menschen.

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Di e O be r u fe re r W e i h n a c h t s s pi el e Die Oberuferer Weihnachtsspiele sind zum festen Bestandteil der weihnachtlichen Festgestaltung an vielen Waldorfschulen geworden. Diese lebendigen Zeugnisse alter Weihnachtsgebräuche stammen aus den deutschen Sprachinseln Ungarns, zu Zeiten der alten ÖsterreichischUngarischen Monarchie. Von einfachen bäuerlichen Menschen wurden sie gespielt. Aus den schlichten und volkstümlichen Texten spricht eine innige, herzenswarme Gemütsstimmung.

Am 21. Dezember 2011 führten unsere Lehrer mit Unterstützung einiger Eltern das Christgeburtspiel als Geschenk für unsere Schulgemeinschaft mit großem Erfolg im Veranstaltungspavillon auf. Für diese wundervollen Momente und die beseelte Weihnachtsstimmung bedanken wir uns herzlich bei allen Mitwirkenden!

Auszug aus dem Text des Christgeburtsspiel mit dem zunächst unbekannten aber warmen Dialekt. Grüaß'n ma Joseph und Maria rein, Und grüaß'n ma das kloane kindalein. Grüaß'n ma a ochs und esulein, Wölche stehn bei dem krippalein. Grüaß'n ma sie durch sunn und mondenschein, Der leucht't übers meer und über den Rhein. Grüaß'n ma sie durch laub und gras, Der haiige regen mächt uns und eng ålli naß. Grüaß'n ma den kaiser mit der kron, Grüaß'n ma den master, der's machen kan. Grüaß'n ma a dö geistlinga herrn, Wail's uns erlaubt hobn, des g'spül z'lern. Grüaß'n ma den herrn richter mit seiner beschwörd, Denn sie san der eren wert. Und grüaß'n ma die gånzi ersame gmoan, Alli, wie sie hier vasammelt san. Grüaß'n ma den ganzen ersamen råt, Wia sie God dazua verurdnet hat. Grüaß'n ma sie durch ålli würzalein, So vül als in der erden sein. Ir liabn meini singa, fängt's anders an, Den stern zu grüaß'n wölln ma's heben an. Grüaß'n ma unser sternstanga Daran unser stern tuat hanga. Grüaß'n ma unser sternschar, Daran unser stern umanand fart, Grüaß'n ma a ålli hölzalein, So vül als in dem Sterne sein. Ir liabn meini singa, håbt's mi wol vernumma, Daß ma den stern håm ångsunga. Grüaß'n ma unsern mastersinger guat, Und grüaß'n ma den mastersinger sein huat. Grüaß'n ma a unsern lermaster in der tat, Wail er uns mit der hilf Godes geleret hat. Ir liabn meini singa, håbt's mi wol vernumma, Daß ma dös alls håbn ångsunga.

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Fotos: Detlef Werth

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La n d b au p ra k t i k um 9 . Kl a s s e

Eine Chronologie18 Tage auf dem Ziegenhof Externbrink in Schwerte, und weitere Impressionen von anderen Höfen 12.9. Heute bin ich schon um 6 Uhr morgens aufgewacht, das Problem war, das ich Angst hatte meinen Wecker zu überhöhren. Ich sollte um 8:30 Uhr am Stall sein um die Tiere zu versorgen. Als erstes wurden die Kühe reingeholt, d.h. die Tiere, die Milch geben, zur Zeit 5. Sie wurden mit gemahlenem Brot gefüttert und dann mit der Maschine gemolken. Dann wurden die Ziegen und Schafe gemolken, ebenfalls mit der Maschine, wobei ich eine Ziege mit der Hand gemolken habe. Was mir erst schwer viel, aber dann Spaß gemacht hat. Aus der frischen Milch wurde sofort Käse gemacht. Kurz darauf habe ich die Küken in ein anderes Gehege gesperrt und sie gefüttert. Weil jedes Tier seine Futtervorlieben hat, habe ich kistenweise Gemüse etc. sortiert, alles was sonst kein Tier oder Mensch mehr isst, bekommen die Schweine. Später sind wir zum Bäcker gefahren und haben altes Brot für die Tiere geholt.

Gut Halfeshof, Mettmann Ümmühan Zeyrek

13.9. Heute morgen war ich wie gewohnt um 8:30 Uhr am Stall, wo wie immer erst die Kühe zum Melken reingeholt wurden. In der Zeit, wo sie fraßen, habe ich den Kälbern Futter und Wasser gebracht und sie dann raus gelassen. Als die Kühe fertig gemolken waren, kamen die Schafe und Ziegen dran. Als sie fertig waren, sollte ich sie wieder in den Stall bringen, Klaus (Der Bauer) war kurz das Melkzeug waschen gegangen. Ich habe also versucht, das erste Schaf dazu zu bewegen den Kopf aus der Melkbank zu nehmen, das Schaf war nur leider etwas dumm und hat sich den Kopf da drinnen eingeklemmt, ich bin schon in Panik geraten, weil ich dachte das Schaf würde ersticken. Klaus meinte nur ich sollte mich mal durchsetzen, also bin ich hin und habe den Schafskopf aus dem Ding gezerrt, dem Schaf ging es prima. Ansonsten wurden die Kühe wieder raus gelassen und der Käse wurde gemacht. Zwischenzeitlich mußte ich den Kühen Brotscheiben in ihren Trog schütten. Dann gab es Essen und darauf die Pause bis 15:00 Uhr. Später haben wir noch Likör gemacht und Stroh geholt. Die Tiere mussten noch teilweise eingesperrt werden und dann ging es schlafen. 14.9. Heute morgen sind wir 7:30 Uhr morgens aufgestanden und zum Café nach Schwerte gefahren um dort zu frühstücken. Als wir wieder zurück waren, bin ich mit Margarete einkaufen und Honig holen gefahren. Wieder zu hause, habe ich Gurken und Zwiebeln geschält. Plötzlich rief Klaus, dass ich auf die Kälber aufpassen soll, weil sie die Plane abgekaut haben. Klaus hat kurz einen Zaun gebaut und ich konnte weiter Zwiebeln schälen. Nach der Pause kam Simon (hat vorher in meinem Bauwagen gewohnt) und wir sind alle aufs Feld und haben am Rand Hagebutten gepflückt und gebündelt. Als wir damit fertig waren haben wir aus ca. 50 Kisten Brot Paniermehl gemacht. Hinterher waren alle weiß vom Mehl. Später wurden die Tiere eingesperrt und meine Mutter kam mich noch besuchen. 15.9. Heute morgen bin ich wie immer um 8:30 Uhr am Stall gewesen, nur Klaus kam ein bisschen zu spät. Also haben wir erst so um 9 Uhr angefangen zu melken. Ich habe wie immer die Kälber alleine versorgt und habe dann Klaus

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L a n d b au p r a kt i k um 9 . K l a s s e beim Melken geholfen. Zwischendurch kam Christoph und hat uns eine Babykatze gebracht (Klaus hat einem kleinen Mädchen eine versprochen) die ist aber leider wieder abgehauen. Nachdem die Tiere versorgt waren, haben wir erst Käse gemacht und dann Brot gebacken. Dann haben wir Mittag gegessen und schon ging es weiter, Caramel machen. Ich habe total lange gerührt und es schmeckt super! Sofort danach sind wir in die Stadt gefahren, um in einem Café etwas zu trinken. Und dann sind wir zum Bäcker Tierbrot holen gefahren. Einige Dinge die Klaus betont hat : man muß immer mit den Tieren reden, dass was man füttert sollte in einem Zustand sein, dass man es auch selbst essen würde ( Schweine sind da eine Ausnahme) 16.9. Heute morgen war alles so wie immer, erst Kühe und dann Schafe und Ziegen melken. Dann wurde Käse gemacht und die ganzen Tiere versorgt. Nachdem wir kurz Mittagspause gemacht hatten, mussten wir das Gebläse aufstellen, mit dem das Heu auf den Heuboden geblasen wird. Wir mussten das Rohrsystem vervollständigen und den Hauptteil, wo man das Heu reinsteckt, aufstellen. Das Heu wird also unten in eine Art Propeller gesteckt und dann durch eine Leitung aus Rohren auf den Boden gepustet, sodass ein großer Haufen entsteht. Zwischenzeitlich habe ich Rudi ( ein kleines Schwein, das von Hans aufgezogen wird) gefüttert. Später habe ich dann mit Christoph auf dem Acker geholfen, das Heu zusammen zu tragen. Noch eine wichtige Sache: Immer möglichst parallel arbeiten. 17.9. Heute morgen musste ich um 4:45 Uhr aufstehen, weil ich mit Margarete zum Markt fahren wollte. Wir sind dann um 5:20 Uhr losgefahren, und haben da den Stand aufgebaut. So um 7:30 Uhr waren wir dann fertig und sind frühstücken gegangen. Eigentlich waren wir bis um 13:00 Uhr am Stand, haben dann eingepackt und sind gefahren. Mir hat es super viel Spaß gemacht! Als wir wieder da waren, haben wir weiter Heu eingefahren. Ein

paar Mal bin ich mit Klaus auf das Feld gefahren, dann hat er Pause gemacht und ich habe Gitarre gespielt. 18.9. Heute morgen durfte ich ausschlafen weil Margarete und Belinda auf dem Markt waren und Klaus dann immer später anfängt. Ich bin so gegen 10:00 Uhr aufgestanden und habe Rudi gefüttert. Dann bin ich Duschen gegangen und Christoph, Max und ich sind auf den Markt gefahren. Es war echt schön da, und als wir keine Lust mehr hatten dazubleiben, sind wir zum Haus von Christoph`s Eltern gefahren und haben da Klavier gespielt. Wieder auf dem Hof wurde das letzte Heu auf den Boden geblasen und dann haben wir gekocht und gegessen. 19.9. Die zweite Woche ist jetzt angebrochen! Der Tag hat heute wie immer angefangen: Kühe melken, und dann Schafe und Ziegen melken. Als das beendet war und ich die Tiere rausgelassen hatte, habe ich die Melkbank sauber

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Demeterhof Herb, Hayingen Lars Vormann

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La n d b au p ra k t i k um 9 . Kl a s s e gemacht. Das war eine Sauerei! Zwischendurch sind noch 2 Kälber durch den Zaun gegangen, zu den Kühen auf die Weide, die Kühe haben sich total aufgeregt und sind wild hin- und hergerannt. Nach der Mittagspause hat Klaus Caramel gemacht und ich habe zugeschaut. Am Abend sind Klaus und ich noch Brot holen gefahren, haben aber vorher noch einen Kaffee getrunken. 20.9.

fanden sie besonders süß. Als sie alle wieder weg waren, haben Klaus und ich die Tiere eingesperrt und Hagebutten gepflückt. 22.9. Heute morgen war alles wie immer mit den Tieren und so. Beim Käse machen an sich auch, bloß musste ich die Käsestube putzen, was eine blöde Arbeit ist. Nach der Mittagspause habe ich dann Marmelade, Likör und Schmalz etikettiert und gegen 16.00 Uhr sind Klaus und ich beim Bäcker Brot holen gegangen. Vorher waren wir aber noch in einigen Geschäften und Lokalen. 23.9. Nur noch eine Woche, dann ist das Praktikum vorbei. Die Zeit ist so schnell vergangen! Heute war alles so wie immer mit den Tieren und so. Dann musste ich für Klaus von verschiedenen Buttersorten die Inhaltsstoffe aufschreiben, weil er das wegen seinen schlechten Augen selbst nicht gut lesen kann. Zwischendurch habe ich Rudi gefüttert und am Nachmittag kam meine Schwester für 2 Stunden. Ich bin mit ihr zu den Kälbchen und den Küken

Der Tag hat heute wie immer angefangen. Ich habe mich heute besonders um die Küken gekümmert. Damit wir nicht jeden Tag solange Futter machen müssen, habe ich dann Hühnerfutter gemacht, während Klaus die Kühe gemolken hat. Wir haben dann noch Ziegen gemolken und Käse gemacht. Dann gab es Mittagessen und die darauffolgende Mittagspause. So um 14:30 Uhr haben wir dann Gemüse für die Tiere sortiert. Als das fast fertig war, bin ich in die Küche gegangen und habe Margarete geholfen, d.h. ganz viele Flaschen Likör abgefüllt und etikettiert. Was ca. 2 Stunden in Anspruch genommen hat und mir total Spaß gemacht hat. Später habe ich dann das Gemüse noch fertig sortiert. 21.9. Wie jeden Mittwoch sind wir heute morgen Essen gegangen. Dann war alles wie immer. Ziegen, Schafe und Kühe melken und versorgen usw.. Aber alles später weil wir ja morgens weg waren. Als wir dann beim Käsemachen waren, kam Einer, mit dem Klaus sich dann unterhalten hat. Nach der Pause habe ich die Ställe eingestreut und dann kam meine Familie mich besuchen. Meine Cousinen und meine Oma waren auch mit und ich bin dann mit denen die Tiere angucken gegangen. Rudi

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Klostergut Heiningen, Heiningen Michael Deimel


L a n d b au p r a kt i k um 9 . K l a s s e gegangen und sie hat sich gefreut. Später haben wir mit Christoph zusammen Gemüse sortiert. Als alle wieder weg waren habe ich noch mit Klaus Schachtelhalmkraut gesucht, was dann getrocknet und zu Tee verarbeitet wird.

24.9. Heute bin ich mit zum Markt gefahren, also musste ich um 4:55 Uhr aufstehen. Das war vielleicht früh! Wir sind um 5:40 Uhr hier losgegangen und haben dann erstmal den Stand aufgebaut. So gegen 7:30 Uhr haben wir dort im Café gefrühstückt und weil mir so kalt war, hat mir Hannelore (eine Marktverkäuferin) total schöne, warme Stulpen geschenkt. Ich habe zusammen mit Margarete verkauft und um 12:45 Uhr haben wir eingepackt und sind gefahren. Als wir wieder da waren gab es dann Mittagessen und anschließend bin ich auf den Acker gegangen und habe wieder Schachtelhalm gesucht und einen Sack voll gepflückt und habe es zum Trocknen gelegt. Danach habe ich eine Reihe Heu, die noch da lag, mit der Mistgabel gewendet. 25.9. Heute bin ich um 7:15 Uhr aufgestanden, weil ich um 8:00 Uhr mit Margarete und Belinda auf den Markt gefahren bin. Erst wurde der Stand aufgebaut und dann haben wir gefrühstückt und einen Kaffee getrunken und schon ging es los. Um 11:00 Uhr war zwar erst offizieller Beginn, aber die Leute kamen auch schon vorher, massenweise! Ich habe also ganz viel bedient usw.. Mittags habe ich eben ein Brötchen gegessen und schon ging es weiter. Am Ende habe ich mir noch Pfauenfedern gekauft und um 18:00 Uhr haben wir angefangen einzupacken, um 19:00 Uhr sind wir dann gefahren. Jetzt bin ich sowas von kaputt, hat aber total viel Spaß gemacht! 26.9. Ich bin heute morgen um 7:30 Uhr mit Margarete einkaufen gefahren. Wie immer war ich beeindruckt von den großen Mengen an Zucker, Mehl etc.! Als wir fertig eingekauft hatten, sind wir ins Lo Canta frühstücken gefahren, sehr lecker! Wieder da, habe ich wie immer Tiere versorgt, und schon kamen Frau Tischer und Herr Grineisen, um mich zu besuchen. Abends bin ich dann noch mit Klaus

Brot holen gegangen, davor waren wir aber noch einen Kaffee trinken. 27.9. Heute morgen hatte ich irgendwie Bauchweh und Kopfschmerzen, ich bin aber trotzdem aufgestanden, und es ging mir dann auch wieder besser. Nach dem Melken und so, habe ich Kekse abgepackt. So gegen Mittag habe ich begonnen Caramel zu schneiden, was bestimmt drei Stunden gedauert hat und ich hatte hinterher eine fette Blase an der Hand vom Schneiden. Zwischendurch habe ich Belinda noch beim Stall bauen für Rudi geholfen. Am Nachmittag sind wir noch zu einem Bauern gefahren, weil wir da ein Rind einfangen mussten, und abends haben wir eine Pommesbude mit Salat usw. beliefert. 28.9. Heute morgen sind wir wie mittwochs üblich im Lo Canta frühstücken gegangen. Ich war dann noch mit Margarete einkaufen und habe Klaus anschließend im Stall geholfen. Gegen mittag haben wir dann Caramel gemacht und auch ein bisschen in der Form des Caramels experimentiert. Wir sind allerdings leider noch nicht zu einem Ergebnis gekommen. In der Mittagspause habe ich mich ein bisschen rausgesetzt und gedöst. Ansonsten habe ich noch Kekse und Kalte Schnauze abgepackt und massig Gemüse sortiert. Abends, nachdem ich duschen war, habe ich mich noch lange mit Klaus unterhalten, was auch interessant war. 29.9. Heute war mein letzter, ganzer Tag auf dem Hof! Im Stall und so war heute alles wie immer. Klaus und ich haben dann Käse gemacht und ich habe Margarete bei Kalte Schnauze wiegen und beschriften geholfen. Zum Mittagessen gab es Nudeln mit Tomatensauce und wir haben Pause bis 14:30 Uhr gemacht. Weil es so warm war, war ich extrem müde, und habe mich sogar hingelegt. Nach der Pause habe ich angefangen, das Gemüse zu sortieren, ich bin aber noch nicht weit gekommen, weil wir heute schon früh Brot holen gefahren sind. Im Auto habe ich mich noch gut mit Klaus unterhalten.

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Ziegenhof Externbrink, Schwerte Paula Ratajczak

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Monatsfeier Dezmber 2011 Fotos: Detlef Werth


Wa l d o r f S V

Dummheit gibt’s gratis - für Freiheit muss man etwas tun Dies war 2009 das Thema einer Tagung der WaldorfSV in Berlin. In diesem Jahr stellte sie auf dem Bundeskongress zur Oberstufe vom 30.9.-2.10.11 in Hannover die Ergebnisse ihrer bisherigen Arbeit aus Schülerperspektive dar.

Die WaldorfSV sieht sich als kreatives Netzwerk der Schülervertretungen, die auch gesellschaftlich wichtige Themen behandelt, weil sie in der Schule mehr als einen Ort der reinen Wissensvermittlung sieht. Sie will Ermutigung und Hilfestellung beim Aufbau von Schülervertretungen geben. Die Eindrücke sollen helfen, die Frage zu klären, wie Waldorfschüler ihre Schule sehen. Also: Warum gehen wir auf diese Schule, bzw. was macht sie aus? Die meisten Schüler schätzen ihre Schule und stehen auch zu ihr. Vor allem über die waldorfspezifischen Fächer wie Eurythmie, Kunst und Theater können sie sich mit ihr identifizieren. Innerhalb der Schülerschaft taucht allerdings immer wieder das Problem auf, dass sie nicht verstehen was und warum sie etwas machen (müssen). Eine Erklärung seitens der Lehrer würde Abhilfe schaffen, wüssten sie selber immer, was sie tun. An den Waldorfschulen wird unglaublich viel grundlose Folklore betrieben, weil „wir das schon immer so gemacht haben“. Die in heutiger Zeit gerne zitierte Transparenz wünschen sich viele Schüler nicht nur im Hinblick auf Prüfungen, sondern auch auf die Fragen „Wer fällt Entscheidungen?“ „Welche Menschen sind es, die die Oberstufe gestalten?“. In der Oberstufe wollen Schüler im Gegensatz zur Mittelstufe an ihre eigenen Grenzen gehen statt an die des Lehrers. Dazu bietet der Staat mehr Freiraum als zumeist im Alltag zu sehen ist. So gab es schon eine Klasse die sich im 12. Schuljahr zwei Monate ausschließlich mit der Inszenierung von Goethes Faust beschäftigt hat. Dazu gehört auch das bis zu Ende denken, die Diskussion. Formate wie das Jugendsymposion in Kassel in die Schule zu übernehmen stieß bis jetzt auf positives Echo. Andererseits stehen solche (Waldorf-) Inhalte immer im Konflikt mit der Vorbereitung auf zentrale Abschlüsse, zwischen

denen in absehbarer Zukunft ein Mittelweg gefunden werden muss. Alle genannten Erkenntnisse allerdings setzen eines voraus: aktive Beteiligung der Schüler. Wer sich immer nur treiben lässt, statt an der Gestaltung seines Umfeldes (in diesem Fall die Schule) mitzuwirken, hat hinterher kein Recht zur Klage. Schülerbeteiligung sollte aber auch nicht in Form von SV’s von Eltern o.a. erzwungen werden. Im Falle von Interesse oder aktuellem Anlass kann man davon ausgehen, dass Schüler ihrem Anliegen Ausdruck verleihen und sich gegebenenfalls gruppieren (Basisdemokratie!). Auf der anderen Seite sollte solch Engagement von Lehrern, Gremien etc. auch ernsthaft wahrgenommen werden! Moritz Gilsbach

Die Waldorf SV versteht sich als kreative Plattform, Netzwerk und Impulsgeber für die deutschen WaldorfschülerInnen und Schulen. Ursprünglich gegründet um als bundesweite Vertretung die Interessen der SchülerInnen zu bündeln und gegenüber der waldorfpädagogischen Szene sowie der Politik zu vertreten, hat sich die WaldorfSV zu einem kreativen Netzwerk und einer Plattform für Bildung in Deutschland, speziell an Waldorfschulen entwickelt. Auch gesellschaftlich wichtige Themen werden behandelt. Dies auch auf Grund der Definition, dass Schule weit mehr ist als ein Ort zur reinen Wissensvermittlung.

www.waldorfsv.de www.facebook.com/WaldorfSV www.jugendsymposion-kassel.de

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Au s s c h r e i b u n g

GEO Schülerwettbewerb 2012 Einen Tag lang Forscher sein - Raus zum Unterricht in der Natur

Zum 14. GEO-Tag der Artenvielfalt schreibt GEO einen Schülerwettbewerb zum Thema "Artenvielfalt" aus. Schüler und Schülerinnen aller Altersklassen sind aufgerufen, ein "Stück Natur" vor der eigenen Haustür möglichst genau zu untersuchen und die Ergebnisse anschließend zu dokumentieren: Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Eingereicht werden können z. B. Textbeiträge mit Zeichnungen, Aquarelle, Fotoalben, Poster, Panoramabilder, Entdecker- und Forschertagebücher, Arten-Steckbriefe sowie Installationen von Fundstücken, Leporellos, Bastel- oder Computerspiele, Theaterstücke, Rätsel, Kurzfilme, Datei- oder Internet-Präsentationen. Am 16. Juni 2012 findet der nächste GEO-Tag der Artenvielfalt statt. Die Aktionen der Schulen können an diesem Tag – oder aber an einem beliebigen Datum in der Woche davor oder danach ausgerichtet werden. Teilnehmen können Gruppen von Schülerinnen und Schülern jeden Alters - Klassen, Bio-AG's, Leistungskurse oder kleinere und größere Schülergruppen verschiedener Klassen. Das selbständige und kreative Arbeiten der Schülerinnen und Schüler ist erwünscht, die Arbeit kann von Lehrern oder Experten unterstützt werden. Das Juryteam aus Vertretern der Heinz Sielmann Stiftung, des Ernst Klett Verlags und von GEO wird die ideenreichsten und sorgfältigsten Arbeiten (Planung, Durchführung, Auswertung der Aktion) prämieren. GEO stellt die Sieger im Herbst 2012 in der Sonderbeilage vor.

2. Preis: Ein GEOlino- bzw. GEO-Jahresabonnement pro beteiligtem Schüler. 3. Preis: Ein spannendes (und großes) Buchpaket von GEO und der Heinz Sielmann Stiftung Sonderpreise: Auf weitere Gewinner warten über 20 attraktive Sachpreise (mit Unterstützung des Ernst Klett Verlags, Stuttgart) Forscherpreis: Zur Förderung "junger Experten" vergibt GEO einen individuellen Preis für kleine Gruppen (bis fünf Schüler), die außerhalb ihrer Schulklasse eine eigene Aktion durchführen. Die Gewinner werden zur Teilnahme an der GEO-Hauptveranstaltung 2013 eingeladen (Reisekosten, Verpflegung, Übernachtung). Der Spaß dabei: Tieren und Pflanzen intensiv begegnen. Namhaften Forschern und Reportern über die Schulter schauen und mit dabei sein beim großen „Gipfeltreffen der Experten“. Wo meldet man sich an: Alle Teilnehmer am Schülerwettbewerb müssen ihre Aktion unter www.geo.de/aktionsportal anmelden. Hier können Sie Ihren "GEO-Tag" online verwalten, Texte und Fotos veröffentlichen sowie Ihre Artenlisten eingeben. Einsendeschluss 5. Juli 2012 (Eingang in der Redaktion)

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 1. Preis: Eine Klassenfahrt (5 Tage) im Frühjahr 2013 auf das Gut Herbigshagen zur Heinz Sielmann Stiftung. Dort können die Schüler als Ökobauern auf dem Schulbauernhof die Ärmel hochkrempeln, altes bäuerliches Handwerk erlernen und ein besonders artenreiches "Stück Natur" rund um den alten Gutshof unter die Lupe nehmen. Weitere Infos: in Kürze auch unter www.sielmann-stiftung.de

Weitere Informationen zum GEO-Tag der Artenvielfalt finden Sie unter: www.geo.de/GEO/natur/oekologie/tag_der_artenvielfalt/871.html

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R ü c k b l i c k Pä d . A r b e i t s ta g u n g

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Am 07.10. und 08.10.2011 fand zum wiederholten Mal eine pädagogische Arbeitstagung an unserer Schule statt, diesmal mit Kursen und Referaten zum Thema: „Vom Leben lernen“. Eingeleitet mit einem Vortrag von Herrn Grineisen am Freitagabend setzten sich die Vorträge, Gesprächsrunden und Workshops am Samstag fort. Kurzfristig konnte Dr. Christian Köhler für einen Vortrag am Samstagmorgen „Warum lernen unsere Kinder an der Waldorfschule Russisch“ gewonnen werden. Die anschließenden Angebote ermöglichten Einblicke in Unterrichtsinhalte und Schulleben der Unter-, Mittel- und Oberstufe. Der Austausch mit anderen Eltern, Lehrern und Interessierten während der Kaffeepause und der Verköstigung am Mittag in der Schulküche, sind bei der Arbeitstagung ein fester und wichtiger Bestandteil. Auch hier werden Inhalte diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht. Den Organisatoren der Pädagogischen Arbeitstagung möchte ich für das gelungene und abwechslungsreiche Angebot danken – ich werde im nächsten Jahr gerne wieder teilnehmen. Apropos Teilnahme, es gibt nicht den perfekten Termin für eine solche Veranstaltung, meine Arbeitswoche ist auch oft recht anstrengend, ich habe Hobbies etc.. Wir Eltern beschäftigen uns mit der Waldorfpädagogik und setzen uns damit auseinander, deshalb würde es mich freuen, wenn die Beteiligung der Elternschaft an dieser, ähnlichen und anderen Veranstaltungen, die unsere Schulgemeinschaft betreffen, doch reger wäre! Sabine Böcker

O s t er f re iz ei t 20 12

Neben den Aktivitäten auf der Piste gibt es ein vielfältiges Freizeitprogramm. Die Freizeit geht von der Rudolf Steiner Schule Bochum-Langendreer aus und wir freuen uns auf Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 18 Jahren. In den Osterferien 2012 ( vom 31.März bis 14. April) veranstalten wir wieder eine 14-tägige Skifreizeit bzw. Wintersportfreizeit in der Schweiz. Wir wohnen direkt in Arolla im Wallis, einem sehr kleinen und überschaubaren Dorf am Ende des Tals und unterhalb eines riesigen Gletschers mit schönem Skigebiet. Für fortgeschrittene Fahrer werden wir diesmal auch das Ski- und Snowboardfahren im weltbekannten Skigebiet von 4 Vallées (Verbier) anbieten.

Für Information und Anmeldung wenden Sie sich bitte an Dominik: - per email unter dominik@osterfreizeit.de oder - per Infohotline 02330 - 848085. Ausführliche Infos auch unter www.osterfreizeit.de

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Re z ep t e Tabouleh

Gute-Laune-Kekse

- ein beliebtes Libanesisches Gericht

- im Original von Hildegard von Bingen

Zubereitungszeit: 30 Minuten Zutaten für 2 Portionen.

Zutaten: 300g Dinkelvollkornmehl 150g Butter 80g Vollrohrzucker 80g gemahlene Mandeln 1 Ei 1 Prise Salz 1 TL Weinsteinbackpulver ½ TL Zimt 1 Messerspitze gemahlene Nelken etwas geriebene Muskatnuss

2 EL Bulgur 2 Tomaten ½ Zwiebel ½ Bund Petersilie 2 Zweige frische Minze (geht auch ohne) 3 EL Olivenöl 2 EL Zitronensaft Salz, Pfeffer Gemüsebrühe, instant

Zubereitung:

Bulgur in 6 EL Wasser und 1 TL Gemüsebrühe garen und anschliessend in eine Schüssel geben.

Die Mandeln in einer beschichteten Pfanne ohne Fett leicht anrösten, mit Mehl und Backpulver in eine Schüssel geben. In der Mitte eine Mulde drücken. Weiche Butter in Flöckchen in die Mulde geben und den Rohrohrzucker auf dem Rand verteilen. Ei und die Gewürze in die Mulde geben.

Zwiebel schälen und in kleine Würfel schneiden, Tomaten würfeln, Petersilie und Minze fein hacken. Alles unter den Bulgur mischen.

Alles zu einem glatten Teig verkneten und 1 Stunde kühl stellen. Backofen auf 180°C vorheizen. Den Teig ca. ½ Zentimeter dick ausrollen und mit Plätzchenformen ausstechen. Diese auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen und ca. 10-12 Minuten backen.

Olivenöl und Zitronensaft unter den Salat mischen und mit Salz und Pfeffer würzen. Die zweite Portion kann man wunderbar zur Arbeit mitnehmen.

Zubereitungszeit ca. 30 Minuten plus Kühlzeit Die Plätzchen verbreiten das ganze Jahr gute Laune.

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K o n ta k t e Vorstand Förderverein

Thomas Buchner

02330 84383

ThomasBuchner@online.de

Martin Eichwalder

02331 788789

M.Eichwalder@gmx.de

Carmen Mager

02333 601072

cawup@t-online.de

Dirk Münter

02333 614180

Jörg Friese

02335 9759730

joergfriese@online.de

Horst Grineisen

02335 1612

grineisen-wetter@t-online.de

Martina Harking

02331 375358

Martina.Harking@gmx.de

Heike Jankowski

0234 532766

Robin Müller

0160 7438856

robinthehood@gmx.de

Geschäftsführung

Erika Blass-Loss

02331 404085

gf@waldorfschule-hagen.de

Schulbüro

Marion Reiter-Lorenz 02331 403901

rlrss@waldorfschule-hagen.de

Brigitte Tuschhoff

02331 404085

RSSHagen@t-online.de

Schulkonferenz

Claudia Bellmann

02333 604877

bellmann@westfalia.de

Küche/Cafeteria

Gabriele Kessler

02331 400368

gkrss@gmx.de

OGS

Jeanette Godehardt

02331 3068018

Hausmeister

Klaus Neugebauer

0170 7022026

klaus-n-klaus@web.de

Redaktionskreis/Schulzeitung

Elske Jilli

02334 2078

Elske_Jilli@web.de

Udo Wortmann

02334 567765

info@wannebach44.de

Detlef Werth

0163 7435377

det@werthmarke.de

Dirk Franke

02336 879955

Henning Funke

02334 4444511

henning.funke@online.de

Horst Grineisen

02335 1612

grineisen-wetter@t-online.de

Christoph Herzog

02333 2905

c.herzog@web.de

Frau Hauschildt

02331 204370

Horst Grineisen

02335 1612

grineisen-wetter@t-online.de

Basarkreis

Irmhild Krebs

02335 61642

i-krebs@versanet.de

Smolenskkreis

Karin Franke

02336 879955

frankekarin2001@web.de

Orchester Unterstufe

Ludger Schmidt

02331 9334410

cello-schmidt@web.de

Thomas Buchner

02330 84383

ThomasBuchner@online.de

Irmhild Krebs

02335 61642

i-krebs@versanet.de

Thomas Buchner

02330 84383

ThomasBuchner@online.de

Christiane Krisztian

02372 14910

Martina Karl

02337 1242

fahrkreis-rss@online.de

Vorstand Schulverein

Beitragsgespräche Aufnahmegremium Vertrauenskreis

Mittelstufe Instrumentenverleih Fahrkreis/Schulbusse

Anschrift:

Enneper Str. 19 und 30, 58135 Hagen

Telefon:

02331 403901

Bankverbindung:

Bank für Sozialwirtschaft

Fax:

02331 407619

BLZ:

370 205 00

E-Mail:

RSSHagen@t-online.de

Schulkonto:

7 208 400

Internet:

www.waldorfschule-hagen.de

Spendenkonto:

7 200 400

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Basarimpressionen Fotos: Detlef Werth

Mittendrin  

Schulzeitung der Rudolf-Steiner-Schule Hagen

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