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Infoheft zur Waldorfpädagogik in Hagen

MITTENDRIN Projektwoche in der Unterstufe Die Epochen der 3. Klasse  Klassenfahrt der 5. Klasse aus Elternsicht  Forstpraktikum der 7. Klasse  Klassenspiel und Projektwoche der 8. Klasse  Tattoo – eine neue Form der Theaterarbeit  Gäste aus Russland an der Schule  Praktischer Werkunterricht für Eltern  Lehrer stellen sich vor  Die neue Schulführung der RSS Hagen

Das Puppenspiel im Waldorfkindergarten Ein Holzofen für den Kindergarten Haspe Besuch bei der Feuerwehr Verabschiedung der Sonnenkinder Sommerfest in den Kindergärten Lesekreis Sommer 2013


Termine zum Jubiläum „30 Jahre Rudolf-Steiner-Schule Hagen“ November 2013

Eurythmieensemble „Mistral“

Fr. 15.11. Vormittags „Sven Furchtlos“ Norwegisches Märchen für die Klassen 1-6 20.00 Uhr „Die lachende Maske“ (nach Roman v. Victor Hugo) ab Klasse 7 und Erwachsene.

März 2014 Offizieller Festakt „Zukunft braucht Herkunft“ - 30 Jahre Waldorfschule Hagen Fr. 14.03. 20.00 Uhr Festvortrag Sa. 15.03. Jubiläumsfeier

Thementag mit Johannes Greiner Fr. 28.03.

„Zwischen Mediensucht und Medienflucht Gedanken zu unserem medialen Konsumverhalten.“

Vormittags: Arbeit mit den Oberstufenschülern 20.00 Uhr Öffentlicher Vortrag

Mai 2014

Konzert mit Quadro Nuevo

Fr. 16.05. 20.00 Uhr

Weitere Termine entnehmen Sie bitte dem wöchentlichen Infobrief.

Impressum Herausgeber: Rudolf-Steiner-Schule Hagen e.V. Redaktion der Schulzeitung Mittendrin Enneper Straße 30, 58135 Hagen info@midri.de www.midri.de V.i.S.d.P.: Layout: Auflage:

Waldorfkindergärten Hagen e.V. Redaktion der Kindergartenzeitung Triangel Louise-Märcker-Straße 1, 58135 Hagen triangel@waldorfkindergarten-hagen.de www.waldorfkindergarten-hagen.de

Udo Wortmann, Wannebachstraße 44, 58119 Hagen Katja Funke, Udo Wortmann 1.000 Exemplare

Für den Inhalt der Artikel sind die Autoren verantwortlich, sie geben nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktionen wieder.

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Termine zum Jubiläum  2 Grußwort des Waldorfkindergärten Hagen e.V. 4 Grußwort der Rudolf-Steiner-Schule Hagen 5 Das Puppenspiel im Waldorfkindergarten 6 Mein Lieblingsland ist Europa und China...  7 „Unser Sohn kommt in die Schule...“  8 Ein Holzofen für Haspe 10 Ausflug zur Schmiede am „Krenzer Hammer“ in Ennepetal 12 Sonnenkinder Haspe 14 Sonnenkinder Delstern 16 Sommerfest in den Kindergärten Haspe und Delstern 17 Waldorfpädagogik „aufgeschrieben“  18 Der neue Geschäftsführer der Rudolf-Steiner-Schule Hagen stellt sich vor 22 Projektwoche in der Unterstufe 23 Die Epochen der 3. Klasse 24 1 x 1 mal anders 28 Wiedereinstieg mit der Heimatkunde 29 Klassenfahrt der 5. Klasse aus Elternsicht 30 Der Konjunktiv in der 6. Klasse 32 Forstpraktikum der 7. Klasse 33 Gedankenprotokoll einer Mutter 36 Das Klassenspiel der 8. Klasse 38 Die Projektwoche der 8. Klasse 40 Das Sozialpraktikum in der 11. Klasse 42 Die Abiturienten 2013 43 Zentrale Prüfungen bestanden 43 Infotag der Rudolf-Steiner-Schule Hagen  44 Tattoo – Bericht über eine neue Form der Theaterarbeit 46 Gäste aus Russland an der Schule 49 „Stark für‘s Leben“, Schule als Entwicklungschance 50 Praktischer Werkunterricht für Eltern 51 Lehrer stellen sich vor 52 Traditionelles Kräuterwissen für die heutige Zeit 54 Der Vertrauenskreis stellt sich vor 55 Die neue Schulführung der RSS Hagen 56 Unsere Schule hat ein neues Beitrags-System 58 Kontaktdaten Waldorfkindergärten Hagen e.V. 62 Kontaktdaten Rudolf-Steiner-Schule Hagen 63

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Grußwort des Waldorfkindergärten Hagen e.V. Gemeinsam stark Liebe Leserinnen und Leser,

In unserer aktuellen „Triangel-Mittendrin“ gibt es wie immer viel Interessantes zu entdecken. Berichte aus unseren Kindergärten, die sowohl das tägliche Kindergartenleben zeigen, als auch Einblicke in unsere Pädagogik gewähren. Und wie immer in unserer Sommerausgabe verabschieden wir unsere Sonnenkinder. Einige von Ihnen werden als Erstklässler in die Waldorfschule überwechseln und so auch das Band zwischen Kindergärten und Schule verstärken.

unsere Waldorfschule und unsere Waldorfkindergärten haben sich auf den Weg gemacht, auf einen gemeinsamen Weg! Zusammen erinnert, arbeitet und stärkt man sich an den Wurzeln der Anthroposophie. Es finden gemeinsame Projekte statt und man nimmt sich gegenseitig wahr - eine Gemeinschaft rückt wieder näher zusammen. Diese ist stark und kann viel bewegen!! Als „sichtbar gewordenes Bild“ auf diesem Weg sind die Schulzeitschrift „Mittendrin“ und die Zeitschrift der Kindergärten „Triangel“ EINS geworden und bilden ab sofort eine gemeinsame Zeitschrift.

Viel Spaß beim Lesen und einen wunderschönen Sommer wünschen Doris Muylkens-Germann und das Triangel-Team.

Ich finde, das ist ein toller Weg, der zum mitwandern einlädt!

„Heilsam ist nur wenn im Spiegel der Menschenseele sich bildet die ganze Gemeinschaft und in der Gemeinschaft lebet der Einzelseele Kraft.“ Rudolf Steiner

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Grußwort der Rudolf-Steiner-Schule Hagen Die Zeit ist reif für „TriMi“ Liebe Leserinnen und Leser der „Mittendrin“, liebe Leserinnen und Leser der „Triangel“! Sie halten nun ein Exemplar der ersten gemeinsamen Ausgabe der Schulzeitung der Rudolf-Steiner-Schule Hagen und der Kindergartenzeitung des Waldorfkindergärten Hagen e. V. in der Hand. Warum eine gemeinsame Ausgabe? Es gibt viele Gründe, eine Schul- oder Kindergartenzeitung zu machen. Man will möglichst alle Mitglieder der jeweiligen Gemeinschaft über das informieren, was im Schul- oder Kindergartenalltag passiert. Menschen erfahren also Dinge aus dem Gemeinschaftsleben, auch dann, wenn sie selbst nicht unmittelbar daran beteiligt waren. Das lässt sie an ihnen indirekt teilhaben. Ein gutes Beispiel dafür sind die Berichte von Feiern und Festen oder gemeinsamen Aktionen, wie Sie sie auch in dieser Ausgabe wieder finden werden. Die Zeitung ist auch ein Forum - hier kann man sich präsentieren oder eine Meinung kundtun. Eine schöne Möglichkeit sowohl für Schüler als auch für Eltern und Lehrer, sich den anderen mitzuteilen. Das können die Gemeinschaft oder sogar die gesamte Gesellschaft betreffende Anliegen, Ideen, die einem am Herzen liegen oder durchaus schon einmal persönliche Dinge sein. In gewisser Weise dokumentieren Zeitungen auch das Leben einer Gemeinschaft. Wer hat nicht schon einmal eine alte Ausgabe zur Hand genommen und Erinnerungen aufgefrischt? Sicher kennt jeder noch einen anderen Grund,

warum es sich lohnt, eine Schulzeitung zu machen. All diesen Gründen gemeinsam ist ein Element der Verbindung: Sich mitzuteilen, andere teilhaben zu lassen und miteinander in Kontakt zu bleiben. Und das muss auch ein Grundanliegen aller an Waldorfpädagogik in Hagen interessierten Menschen sein. Was liegt also näher, als eine gemeinsame Zeitung der beiden wichtigsten Waldorfeinrichtungen in Hagen? Und doch hat es eine ganze Weile gedauert: Im nächsten Jahr wird unsere Schule 30 Jahre alt, der Kindergartenverein hat dieses Alter schon vor ein paar Jahren erreicht. Vielleicht liegt es an den vereinfachten Möglichkeiten der technischen Kommunikation und Datenübermittlung, wer weiß. Vielleicht ist jetzt auch einfach die Zeit reif dafür. Wir freuen uns, wenn dieses, zunächst als Experiment gedachte, Projekt ein Erfolg wird! Und freuen Sie sich auf viele interessante Texte und schöne Bilder aus dem Schul- und Kindergartenleben. Viele der vom Kindergarten verabschiedeten Sonnenkinder sind bald Erstklässler bei uns. Die Schulredaktion freut sich daher besonders darüber, eine schon lang gehegte Idee, die Vorstellung des Schulkollegiums, jetzt verwirklichen zu können. Und voller Stolz berichten wir vom großen Erfolg des klassenübergreifenden Theaterprojekts „Tattoo“, es gibt Epochenberichte, Bilder von Klassenfahrten und, und… Lesen Sie einfach selbst! Über Feedback freut sich sehr: Ihre Redaktion der „Mittendrin“

An Sinnesoffenbarung hingegeben Verlor ich Eigenwesens Trieb Gedankentraum, er schien Betäubend mir das Selbst zu rauben Doch weckend nahet schon Im Sinnenschein mir Weltendenken.

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Das Puppenspiel im Waldorfkindergarten Bildekräfte stärken das Seelenleben Im Alltag des Waldorfkindergartens hat das Puppenspiel seinen festen Platz. Erinnern Sie sich noch zurück an die Zeit, als Sie mit Puppen und Kuscheltieren spielten? War es nicht so, dass die Puppen lebendig wurden, lachen, weinen und erzählen konnten? Genau, und das Lebendige, das Lachen, Weinen und Erzählen passierte nicht im Außen in Ihrem Kinderzimmer, sondern es passierte IN Ihnen! Das, was sich im Inneren abspielt und das Spiel lebendig macht, nennen wir Bildekräfte.

wichtigen Gesichtspunkt im Hinblick auf Suchtprävention. Die Bildekräfte und die Fantasie unserer Kinder anzuregen ist uns daher ein großes Anliegen. Daher gestalten wir das Puppenspiel zart und zurückhaltend. Das Innere der Kinder soll angeregt werden. Wir wollen sie lebendig und kreativ sein lassen. So sind die Kinder von außen betrachtet ruhig und untätig, aber konzentriert bei der Sache. In ihrem Innern sind sie alle bewegt. In jedem Köpfchen entstehen ganz eigene Bilder obwohl sie alle die gleiche Geschichte sehen und hören.

Im Kindergarten möchten wir es ermöglichen, diese Bildekräfte zu entfalten, denn sie stärken das Seelenleben unserer Kinder. Leider wird gerade dieses in unserer Gesellschaft und im Alltag gehemmt und blockiert, durch ein Zuviel bzw. zu Frühes erleben an „fertigen Geschichten, Medienkonsum, an zielorientiertem Spiel und Lösungsvorschlägen“. Somit werden die Kinder an Unterhaltung, Ablenkung und an eine Bedürfnisbefriedigung auf Knopfdruck gewöhnt. Nur keine Langeweile! Da jedoch erst aus Langeweile Neues entstehen kann, weil die Langeweile Platz für Neues macht, wird gerne vergessen. Ebenso hemmen und verhindern wir durch diese „praktischen Babysitter“ eine gesunde Entwicklung des Selbstwertgefühls und der Frustrationstoleranz. Gesundes Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl und Vertrauen in die eigenen Kräfte stärken uns im weiteren Leben und helfen vermeintlich einfachen Lösungen (Alkohol, Nikotin, Drogen, Konsumsucht…) standzuhalten und somit: Lebenstüchtig zu sein! Also handelt es sich hier auch um einen

Am Ende sind die Kinder angenehm erschöpft und voller Anregungen, die ins spätere Spiel gerne mit einbezogen werden. Das wird erst möglich, weil wir auf starre Vorgaben verzichten - keine Pauken und Trompeten, keine Lichtorgeln, kein Geschrei. Die Figuren sind zurückhaltend gestaltet, die Gesichter lassen frei, einen lachen oder weinen „zu sehen“: Durch zarte Seidentücher entsteht ein Märchenschleier, eine grüne Wiese, eine See… Die Stimme der Erzieherin ist recht gleich bleibend und dramatisiert nicht. Alles ist wie es ist, und so wie es ist, ist es gut. So schaffen wir ein Urvertrauen in die Welt und letztlich in uns selbst. Ich freue mich immer wieder aufs Neue, die Märchenstunde einzuläuten. Als Erzählende und auch als „der Kollegin Lauschende“: Viele weitere Märchen und Puppenspiele werdend die Augen der kleinen und großen ZuhörerInnen leuchten lassen! Lydia Lückermann (Erzieherin in Waldorfkindergarten Delstern und Puppenspielerin aus Leidenschaft)

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Mein Lieblingsland ist Europa und China... aber da war ich noch nicht! Von der Bedeutung der Muttersprache Auch in unserem Kindergarten gibt es etliche Kinder, für die Deutsch die Zweitsprache ist. Beim Aufnahmegespräch ermutigen wir die Eltern, die Familiensprache konsequent zu pflegen. Das Vorlesen in der Erstsprache, zumindest von Gute-Nacht-Geschichten, sollte ein festes Ritual sein. Wir wissen, dass es im häuslichen Alltag gar nicht leicht ist, immer bei der Muttersprache zu bleiben, weil besonders die größeren Kinder ihre Eltern auf deutsch ansprechen und es von den Erwachsenen viel Aufmerksamkeit und Disziplin erfordert, immer in der Muttersprache zu antworten. Viele Eltern streben auch gar keine Förderung der Muttersprache an und bemühen sich, auch zu Hause weitgehend miteinander deutsch zu reden. Während Eltern in früheren Zeiten aus Unkenntnis auch so beraten wurden, weil die Anpassung an die Umgebung an oberster Stelle stand, sehen Fachleute das heute anders. Trotz des guten Willens fließen muttersprachliche Anteile in die Zweitsprache und es gibt für das Kind zu wenig trennende Merkmale zwischen Mutter- und Umgebungssprache. Zitat: „Lediglich für Eltern, die von Geburt an zweisprachig aufgewachsen sind, besteht uneingeschränkt die Wahl zwischen den Sprachen.“ 1 Es ist häufig schwierig, Eltern davon zu überzeugen, dass es für ihr Kind besser wäre,wenn beide Elternteile mit dem Kind die Muttersprache sprächen. Hat nämlich das Kind erst eine Mischsprache entwickelt, kann auch ein guter Sprachinput seine Wirkung nichtentfalten, weil andere Erwerbsmechanismen wirken. Der Grammatikerwerb der neuen Sprache baut auf den muttersprachlichen Erfahrungen auf. Wird die Entwicklung der Muttersprache vor dem vollendeten dritten Lebensjahr abgebrochen, gehen alle sprachlichen Kenntnisse, die das Kind bis dahin erworben hat, verloren und der Zweitspracherwerb wird sehr mühsam. Zitat: „Eine Untersuchung von Isabell Wartenburger (2004) zeigte einen Unterschied zwischen einem frühen Zweispracherwerb, der bis zum 6. Lebensjahr erfolgte und dem späteren Zweispracherwerb ab dem 7. Lebensjahr.

Der frühe Zweisprachige unterscheidet sich in der kortikalen Repräsentation der zweiten Sprache nicht von einem Muttersprachler. Der späte Zweisprachlerner benötigt unabhängig von seiner sprachlichen Kompetenz in der zweiten Sprache eine zusätzliche neuronale Aktivierung um die gleiche Leistung zu erzielen. Diese Aktivierung wird nur für die grammatikalischen Leistungen, nicht für den semantischen Abruf benötigt. Daraus ergibt sich, dass es für den Grammatikerwerb eine kritische sensible Phase gibt, die zwischen dem 1. und 7. Lebensjahr liegt. Nur in dieser Phase des Spracherwerbs erfolgt ein komplettes Äquivalent eines Mutterspracherwerbs. Der Zweisprachige kann nicht von einem Muttersprachler unterschieden werden.“2 Unser Hauptanliegen ist es, Eltern und Kindern deutlich zu machen, dass wir ihre Muttersprache als etwas ganz Besonderes und etwas sehr Wertvolles schätzen. Mehrsprachigkeit ist ein hohes Gut, wir bewundern (und beneiden) die Leichtigkeit, mit der unsere großen Vorschulkinder von der Umgebungssprache in die Muttersprache hin und her switchen.... Der erste Tag im Kindergarten gibt häufig den Ausschlag, ob sich das Kind wohlfühlt und zur Gruppe und den neuen Erzieherinnen schnell Vertrauen fasst. Es wird in den ersten Tagen von einem Elternteil begleitet und bekommt so die emotionale Sicherheit und Hilfe bei der Orientierung in der neuen Umgebung, die ganz besonders dasjenige Kind braucht, das der deutschen Sprache noch nicht mächtig ist. Idealer Weise hat das Kind schon längere Zeit mit der Mutter eine Spielgruppe in unserem Kindergarten besucht, dann sind ihm die Räume, der Ablauf des Geschehens, manche Lieder und Verse, das Essen, das ein oder andere Kind, vielleicht sogar die Kindergärtnerin schon bekannt und es bleibt ohne größere Probleme nach ein, zwei Wochen auch allein, ohne Eltern bei uns, es ist in der Gruppe angekommen. Selbstverständlich ist die Begleitung der Eltern unsererseits nach den ersten Tagen der Eingewöhnungszeit nicht vorbei. Es gibt Reflexionsgespräche, wenn es nötig ist zweisprachig; die Empathie drückt sich aber auch darin aus, dass vor Elternabenden, Festen und Aktionen liebevoll mit zusätzlichen Informationen an diese Familien gedacht wird.

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Zur Zeit sind in unserer Gruppe fünf Kinder, deren Muttersprache russisch ist, bei einem Kind wird zu Hause türkisch gesprochen und ein Kind ist ganz stolz auf die italienische Nonna und singt gern mal italienisch. Geschwisterkinder wachsen unproblematisch in die Gruppe hinein, die großen Kinder nehmen sich gern der jüngeren an und dolmetschen, wenn wir darum bitten. Die vielen Verse und Lieder, die den Kindergartenmorgen begleiten, kommen den Deutschlernern entgegen, Singen und Reimen macht Freude, schwieriger ist das Zuhören bei längeren Texten. Zu viele fremde Worte rauschen wie Musik als Endlosschleife an den Kleinen vorbei. So bieten wir viele Geschichten als einfache Handpuppenspiele an, geben den Eltern die Texte mit zum Vorlesen, lassen die Vorschulkinder die Puppen führen. Tiere, Zwerge und Könige gibt es auch als Fingerpuppen, die besonders bei den Jüngsten beliebt sind. Im Lauf des Jahres kommen auch Märchen vor, die sprachlich und inhaltlich komplexer sind. Das wird den Kleinen dann mal „zugemutet“.

ße Augen! So eine Überraschung! Wirklich beglückend ist auch für uns, wenn sich Kinder, die erst seit wenigen Monaten deutsch sprechen, auf einmal ins Gespräch einschalten und etwas loswerden wollen. Wenn größere Kinder, die sehr einfach sprechen, ihren ersten Nebensatz bilden oder wenn aus tiefstem Herzen ausgesprochen wird, wie wohl und behaglich es einem ist: Mein Lieblingsland ist Europa! Im Jahr 2000 hat Michael Friedmann als Stellvertretender Vorsitzender des Zentralrates der Juden gesagt: „Ich hoffe, dass jeder Mensch in sich multikulturell istalso von ganz unterschiedlichen Impulsen lebt. Der Traum des freien Menschen ist Vielfalt, nicht Einfalt.“ Ich will den Sechsjährigen, der sich in drei Jahren die deutsche Sprache erworben hat, so verstehen, dass er sich als Weltbürger fühlt, wenn er Europa als sein Lieblingsland bezeichnet. Ich erhoffe mir von ihm und seinen Freunden das Arbeiten und Mühen an einem friedlichen Europa, das möglichst vielen Bewohnern „Lieblingsland“ wird.

Nach Ostern nehmen wir einmal wöchentlich in der Märchenzeit eine Binnendifferenzierung vor und lesen allein den Vorschulkindern ein längeres Grimmsmärchen vor. Das Beste aber sind die Tischgespräche. Was da aufs Tapet kommt, wenn 25 Kinder vom Schwimmbad erzählen oder vom Besuch der Großeltern, von der ungeheuren Stärke des Cousins, dem drolligen Geschwisterchen oder eben von Urlaubsreisen, echten oder erfundenen. Es ist schon zweimal vorgekommen, dass eine ehemalige Waldorfschülerin als Praktikantin bei uns ein russisches Geburtstagsständchen gebracht hat- da gab es aber gro-

Evamarie Engelen (Kindergärtnerin im Waldorfkindergarten Haspe) 1

aus: Claudia Jenny,Sprachauffälligkeiten bei zweisprachigen Kindern, www.verlag-hanshuber.com 2 a.a.O.

„Unser Sohn kommt in die Schule...“ …wie schön - ein neuer Lebensabschnitt beginnt und wir haben auch schon einen Tornister gekauft, ein Stiftemäppchen genäht, der erste Wackelzahn ist da! Aber, anders als bei seinen Schwestern vorher, ist dieser Gedanke mit Wehmut verbunden. Denn er ist unser jüngstes Kind und das heißt: Unsere Zeit hier im Kindergarten geht zu Ende. Und das ist schon ein seltsames Gefühl - diese Gemeinschaft, der ich mich jahrelang sehr verbunden gefühlt habe, zu verlassen, nicht mehr jeden Morgen die vertrauten Räume zu betreten, den typischen Kindergartengeruch zu riechen…

Unsere Kinder haben hier eine gute Zeit gehabt! Sie werden diese schönen und stärkenden Erfahrungen immer in sich tragen, da bin ich ganz sicher. Unsere Mädchen planen schon, einmal zum Praktikum wieder in den Kindergarten zu kommen… Uns Erwachsenen fällt das Abschied nehmen schwerer. Hier bin ich vielen Menschen begegnet, die mich angeregt haben. Privat und durch die Schule bleibt man weiter verbunden und doch ist es nicht Dasselbe. Neben meiner Zeit als Mutter liegen auch bald sechs Jahre Vorstandsarbeit hinter mir. In dieser Zeit haben wir einen Aufsitzrasenmäher angeschafft, eine Begrüßungsmappe eingeführt,

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gemeinsam den Übergang vom GTK zum KiBiz gemeistert, je einen Anbau und die Einführung der u3-Betreuung in Haspe und Delstern geschafft, eine Plakataktion durchgeführt, und nicht zuletzt die jahrelange Arbeit an unserer Website zu einem erfolgreichen Ende geführt. Und natürlich noch viele andere große und kleine Projekte geschafft, schwierige und schöne Situationen erlebt – alles aufzählen kann man gar nicht. Acht Ausgaben „Triangel“ habe ich betreut und freue mich jetzt, dass es eine gemeinsame Ausgabe mit der „Mittendrin“ gibt. Wie viele Feste und Aktivitäten haben uns alle hier fest miteinander verbunden! Ob Hausmeistertag oder Adventgärtlein, Sommerfest, Erntespaziergang oder Elternabend: Für unsere Kinder haben wir gemeinschaftlich am großen Zuhause „Kindergarten“ mitgewirkt. Fast acht Jahre durfte ich regelmäßig beim Puppenspiel mitmachen. Der Prinz von Dornröschen ist mir ganz besonders ans Herz gewachsen! Ach, und der Löwe von den „Zwölf Jägern“ natürlich auch. Eine tolle Erfahrung, vor allem, wenn man die großen Augen der Kinder sieht und die ehrfurchtsvolle Andacht, wenn die Kerzen angezündet werden. Was könnte man hier alles noch erzählen - doch das würde diese Ausgabe dann vermutlich sprengen. Daher möchte ich zum Wichtigsten kommen: Meinem Dank an die Menschen, die dafür sorgen, dass dieser Kindergarten ein Platz ist, wo Kinder Kinder sein dürfen: Liebe Monika, Doris, Anna-Maria, Katja, Steffi, Kathrin, Joy, Daniel - Ihr Rosen-KindergärtnerInnen, die Ihr meinen Kindern immer verlässliche Bezugspersonen wart, jeder auf seine besondere Art und Weise. Von denen ich als Mutter so viel lernen konnte und die ich immer alles fragen konnte. Vor allem von Dir, Monika, der Dir der Kindergarten so am Herzen liegt, konnte ich viel mitnehmen. DANKE!

nen in Haspe und die Kolleginnen in Delstern, allen voran Birgit. Danke an Frau Nieder mit ihrer unerschütterlichen und zuverlässigen Art. Frau Weber mit ihrer immer guten Laune nicht zu vergessen! Und natürlich meinen lieben Vorstandskollegen Nina, Henning, Christoph, Andrea, Jörg, Michael, Nicole, Holger, und Sebastian sowie all den anderen Eltern, die sich hier einbringen, um die Kinder­ gartenarbeit zu unterstützen – danke. Während der Anfänge unserer Planungen zur Website fand ich auf einer anderen Kindergartenwebsite einen Spruch von William Martin aus „Das Tao te King für Eltern“. Mit diesem möchte ich schließen und denke, dass die anderen Sonnen­kindereltern (wie meine liebe Freundin Sabine, die mein „Schicksal“ teilt!), sich den beiden letzten Zeilen anschließen werden: „Wenn die Sinne Deiner Kinder ununterbrochen stimuliert werden stumpfen sie ab. Sie sehen so viel, dass sie blind werden. Sie hören so viel, dass sie taub werden. Sie schmecken so viel, dass sie für immer unzufrieden werden. Sie lernen das nicht kennen, was wirkliche Zufriedenheit schenkt. Es ist schwierig, einen Ort der Stille zu schaffen, an dem die Kinder zu ihrer Seele finden können.“ Dieser Kindergarten ist so ein Ort. Darum waren unsere Kinder hier. Auf Wiedersehen!

Auch allen anderen, die diesen Kindergarten zu dem machen, was er ist und die mir für meine Ideen immer ein offenes Ohr liehen oder mir einen Rat gaben, danke ich sehr. Evamarie, mit der ich diskutieren konnte, Irmgard, die mit mir zusammen die „Triangel“ betreute, Barbara Lützenbürger, die zusammen mit mir Geburtstag feiert und Christine, mit der ich durch unsere Kinder weiter verbunden bleibe und natürlich alle anderen Kollegin-

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Karla Klose


Ein Holzofen für Haspe Ein Vater berichtet von den Höhen und Tiefen beim Bau Am Anfang Stand der Wunsch der Erzieherinnen: Wäre es nicht schön, für die Kinder Brot in einem Holzofen zu backen? Die Kinder erleben zu lassen, wie dieses essentielle Lebensmittel entsteht - die Kinder den unvergleichlichen Duft frisch gebackenen Brotes genießen zu lassen? Ja, es wäre sicherlich eine Bereicherung... Von der Idee zum vollendeten Projekt allerdings ist es ein langer Weg, wie wir gemeinsam lernen...

Der Anfang ist einfach. Ausheben der Erde für die Bodenplatte - Schaufeln ist nicht schwer, der Aushub wird verteilt, viele Hände, viele Schubkarren, kleine und große.... Die Kinder machen es ihren Papis nach, es entsteht wuseliger Schubkarrenverkehr. Ich lerne Thomas, den Vater von Michel, kennen, der mir viel darüber erzählt, wie er mit Kindern in Hagen das Handballspielen trainiert. Danach: Eisenmatten, und Beton, viel Beton...... Ich lerne dabei Siggi kennen, der uns eine große Stütze ist, gelassen, gemessen, mit der beginnenden Weisheit des Alters gesegnet. Eine stabile Bodenplatte - das ist es, was wir erreichen. Das war, man mag es kaum glauben, im Herbst 2011. Der einbrechende Winter legt die Baustelle lahm. In 2012 beginnen wir den Sockel zu mauern. Mit Klinkern, zwei nebeneinander, im Versatz - immer auf die Verzahnung achten! Es ist eine Herausforderung - zu Beginn manchmal zum verzweifeln... Warum mit diesen kleinen Klinkern, frage ich mich, warum nicht ein solider 24er Schalungsstein, Armierung, Beton, fertig? Solche Gedanken begleiten mich, während ich versuche, mit Hilfe meiner Wasserwaage die traditionell gemauerten Wände im Lot zu halten. Weil wir uns an unsere Bauanleitung halten - eine mittlerweile bereits etwas zerfledderte lose Blattsammlung - ausgedruckt aus dem Internet...... Ich lerne beim mauern Matthias näher kennen, den Vater von Benjamin und Marlene - erfahre viel darüber, wie heute

mittels aufwendiger, komplexer Software Werkzeuge für die Kaltumformung von Blechen für die Automobilindustrie konstruiert werden. Konkave und konvexe Flächen, Sicken, Sichtkanten - bis aus einem platten Blech vom Coil eine dreidimensionale Form wird, ist eine Menge Ingenieurskunst gefordert... Der Kaufmann staunt. Wir haben die Sockelhöhe erreicht, bauen die Schalung für die Platte des Brennraums - solide 12,5 Zentimeter stark. Jetzt nur noch die Armierung rein, Beton, viel Beton - und fertig. Ich lerne Björn kennen, den Vater von Nils, der seine familiären Beziehungen spielen lässt, um Eisen für die Armierung zu besorgen. Aber: die ungefüllte Schalung überwintert unter einer grünen Abdeckplane. 2013 - die Schalung hat den Winter gut überstanden. Die Armierung - eine durchaus solide 12er Eisenmatte, die unserer Platte die Stabilität einer Autobahnbrücke verleiht - wird zugeschnitten, fachmännisch gerändelt - und dann: Estrichbeton, Sack für Sack, fließt in die Schalung. Am Ende ist die Speisswanne durchlöchert vom Rührwerkzeug des Colloidmischers... Aber die Brennraumplatte ist fertig - sauber plan, perfekt. Jetzt wird es spannend - der Bau des Brennraumgewölbes steht an. Feuerfeste Schamottesteine für den Brennraum, eine Ofentür, Promatplatten für die Isolierung des Brennraums gegen die Betonplatte und temperaturbeständiger Mörtel müssen her. Die Baumarktbeschaffung hat hier ein Ende.... Ich brüte über den zefledderten Blättern unserer Bauanleitung, rechne, kalkuliere - und sende meine Stückliste zum Ofenbauer in Erwartung eines Angebots. Meine Vorfreude ist groß - ein Gewölbe zu mauern ist eine spannende Herausforderung!

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Meine Ernüchterung ist ebenfalls groß. Das Angebot übersteigt das vorhandene Budget bei weitem. So geht‘s also nicht, wird uns klar. Jörg aus dem Vorstand macht mir freundlich, aber bestimmt klar, dass der Haushaltsplan des Kindergartens kein Ofenbaubudget beinhaltet. Investitionen in dringende Instandhaltungsarbeiten gehen vor - klare Sache. Baustopp. Alternative Beschaffungs- und Finanzierungsstrategien sind gefragt. Der Ehrgeiz wächst - schließlich soll der Ofen nicht als Elbphilharmonie des Waldorfkindergartens Hagen-Haspe enden... Der Zeitplan aber, den Ofen zum Sommerfest in Betrieb zu nehmen, ist hinfällig. Der Flughafen Berlin-Brandenburg lässt grüßen. Nina und Lotte starten eine Spendenkampagne - Karla entwirft ein Plakat, das für Spenden für das Ofenprojekt wirbt. Mit frischgebackenem Brot werden die Eltern, die ihre Kinder abholen, auf das Ofenbauprojekt aufmerksam gemacht und um einen Beitrag gebeten. Und: nach und nach gehen die ersten Spenden ein - kleine und große - es ist ermutigend, ja, begeisternd. Allen, die mit ihren Spenden zur Vollendung des Ofenbauprojekts beigetragen haben, gilt mein aufrichtiger Dank. Und denen, die das noch tun werden, danke ich an dieser Stelle bereits im Voraus..... Spenden sind das eine - Sparen ist das andere. Der Gewinn liegt bekanntlich im Einkauf, weiß ich als Kaufmann. Ich lerne Volker kennen, den Vater von Lieselotte und Johanna, der als Handwerker über gute Beziehungen verfügt und zusagt, sich um die Beschaffung von Schamottesteinen zu kümmern. Das ist die größte Budgetposition in unserem Projekt... Ich bin begeistert, als Volker

mir berichtet, dass er einen Lieferanten gefunden hat, der bereit ist, den Kindergarten großzügig zu unterstützen. Matthias googelt sich durch die Weiten des Internets - wir verabschieden uns vom Grundsatz des „buy local“ - die Ofentüre kommt kostengünstig aus Polen. Die Herausforderung, das Ofengewölbe zu mauern, rückt näher - die Voraussetzungen sind geschaffen. Ich lerne Jan, Vater von David und Noah, kennen. Ein handwerklich erfahrener Vater, der aufgrund seines Wissens die Herausforderung Gewölbebau erfreulicherweise sehr viel gelassener sieht als ich. Brennraumgröße im Verhältnis zum Lufteinlass, Dimensionierung der Züge, Auslegung der Schornsteinlänge? Während ich nur auf den zerfledderten Bauplan verweisen kann, wird Jan die Sache gründlich angehen - ich erfahre, das sich das alles mittels entsprechender Berechnungsformeln eindeutig determinieren lässt. Der Ingenieur rechnet - der Kaufmann staunt. Jan und Matthias fachsimpeln, wie die Werkzeuge konstruiert werden müssen, damit aus einem simplen Nassschneidetisch eine Gehrungssäge für Schamottesteine wird, die präzise Keilsteine für das Gewölbe zu schneiden in der Lage ist – „dem Ingenieur ist nichts zu schwör....“ Ich ahne, dass die Spaltmaße des Gewölbes den Ansprüchen von Ferdinand Piech genügen werden. Meine Vorfreude wächst. Ich freue mich auf die Vollendung des Projekts. Neuer Zeitplan: Der Ofen muss fertig sein, bevor Claus im September in die Schule kommt. Und duftende Brote liefern, bevor das erste Flugzeug auf dem Flughafen BerlinBrandenburg startet, bevor das erste Mal das Orchester in der Elbphilharmonie ertönt...

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Daniel J. Berger, Vater von Carl und Claus


Ausflug zur Schmiede am „Krenzer Hammer“ in Ennepetal Am 06.05.2013 besuchten fünf Sonnenkinder des Waldorfkindergarten Hagen-Haspe die Schmiede „Krenzer Hammer“ in Ennepetal. Im Rahmen eines Projektes zum Element Feuer, indem die Kinder bereits selbst Feuer gemacht und aus dem verbrennenden Holz Holzkohle hergestellt haben, oder auch Ringe oder Kronen selbst geschmiedet haben, stand der Abschluss des Projektes an. Der kleine Ausflug begann gut gestärkt am Kindergarten, wo gemeinsam mit dem angehenden Erzieher Daniel Hollander und einer Kindergartenmutter die Kinder Richtung Ennepetal losfuhren. An der Schmiede angekommen, wurde zunächst der große Hammerteich bewundert, indem sogar Fische leben, welche die Kinder sogleich entdeckten. Spannend war auch, dass sich bei schönstem Sonnenschein das Schmiedegebäude im Teich wieder spiegelte, wir Erwachsenen staunten schon hier das erste Mal, was den Kindern alles auffiel! Auf dem Weg dann in die Schmiede erklärte Frau Krenzer den Kindern, dass dieses Schmiedewerk schon sehr alt sei. Ihr Mann selbst fertige hier noch nach alter Handwerkstradition verschiedene Werkzeuge an. Dann wurde es ernst! Die eigentliche Schmiede mit ihren Hämmern, den so genannten Fallhämmern, wurde aufgesucht. Hier erlebten die Kinder die Kraft der Hämmer, angetrieben durch verschiedene Zahnriemenverbindungen unter der Decke der Werkstatt herlaufend und somit als Antrieb gut bis zum Hammer verfolgbar für die Kinder und natürlich auch für uns Erwachsene. Eine imposante und beeindruckende Maschinerie! Nun hatten die Kinder die Möglichkeit einen der Schmiedehämmer mit Hilfe von Frau Krenzer zu bedienen. Natürlich mussten zuvor ein Schutzkittel und Handschuhe angezogen werden. Die dann eigentliche Schmiedearbeit bestand darin, mit viel Geschick die zuvor glühend gemachten Eisenstangen so unter dem niederschlagendem Hammer zu drehen und zu werden, dass zum Schluss ein Fälleisen, ein Brecheisen, ein Pfahleisen und, und, und dabei heraus kam. Zum Glück verstand Frau Krenzer viel von dieser Arbeit, sodass jedes Kind am Ende des Ausflugs ein selbst geschmiedetes Stangen-Werkzeug mitnehmen

durfte. Das schaffen eben nur Sonnenkinder! Staunend durchquerten die Kinder dann noch ein kleines Lager mit bereits fertigen Schmiedewerkzeugen. So viele verschiedene Hämmer für die unterschiedlichsten Tätigkeiten hatte sich wohl niemand zuvor vorstellen können. Gartengeräte wie Schüppen, Spaten und Ähnliches, Äxte und manch schon vergessenes Handwerkszeug wurden bestaunt. Dabei konnten die Kinder auch ganz praktisch die Wirkung einer langen Stange als Hebelkraftverstärker erleben, die zwei erwachsenen Begleiter waren ja doch nicht so schwer wie gedacht… Nun kam der letzte Teil eines unvergesslichen Vormittages. Zwei dem Heimatverein „Krenzer Hammer“ zur Seite stehenden Azubis der AVU in Gevelsberg fertigten mit jedem Kind einzeln einen wunderschön geschmiedeten Garderobenhaken aus Eisen an. Jedes sicherlich ein Unikat – eben handgemacht! Doch die anderen Kinder waren in der Zwischenzeit nicht tatenlos. Frau Krenzer und die Kinder schleppten Tische, kleine Ambosse, Kupferplatten, Dengelhämmer und andere Gerätschaften in den schönen Schmiedegarten und los ging es. jedes Kind konnte nach seinen Möglichkeiten eine Form wie z. B. einen Fisch oder ein Herz auf die Kupferplatte aufbringen und diese dann mit Hilfe des Dengelhammers herausarbeiten. Wem diese Arbeit zu schwer wurde, der durfte sich dann gerne an der direkt vorbei fließenden Ennepe auf der Schaukel oder mit Steinen in das Wasser werfen erholen. Nach eineinhalb Stunden hatten die Sonnenkinder dann viel erfahren und selber herstellen können, sodass sie voller Stolz zurück in den Kindergarten kamen und gleich den anderen Kindern und Erzieherinnen von dem Ausflug berichteten und auch ihre verschiedenen Werke präsentierten. Es war ein rundum gelungener Abschluss des Feuer-Projektes, indem die 5 Kinder viel über dieses traditionelle Handwerk erfahren durften.

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Daniel Hollander und Sabine Gleim


Besuch bei der Feuerwehr Es ist DAS Ereignis für unsere Sonnenkinder, der Besuch bei der Feuerwehr. So auch wieder in diesem Jahr, als die Kinder des Waldorfkindergartens in Haspe die Feuerwache in Gevelsberg in der Körnerstrasse besuchen durften. Am Montag, den 17. Juni kamen die Sonnenkinder der Gänseblümchengruppe und die Pusteblumengruppe gemeinsam mit den Kindergärtnerinnen Evamarie Engelen und Barbara Lützenbürger sowie Praktikantin Anna Rosenkranz in die Feuerwache. Einen Tag später machten sich die Löwenzahngruppe und die Rosengruppe mit den Kindergärtnerinnen Sabine Nölle und Joy Smith und einer Kindergartenmutter auf den Weg. Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir dann viel von der Arbeit der Feuerwehrleute sehen - und auch ganz praktisch ausprobieren.

Dass die Feuerwehr nicht nur Feuer löscht, sondern auch Keller auspumpt, Wege frei räumt und Sand auf Ölspuren streut, erzählten uns die Feuerwehrmänner und frauen gleich zu Beginn. Dass auch manchmal mutlose Kätzchen aus Bäumen geholt werden müssen, wussten unsere schlauen Sonnenkinder natürlich auch schon… Ein ganz wichtiger Teil der Feuerwehrarbeit ist der Rettungsdienst und so hatten wir dieses Mal die Gelegenheit, einen Rettungswagen ganz genau von innen anzuschauen. Ein paar ganz mutige Kinder konnten einmal ausprobieren, wie es auf der Krankentrage so ist. Selbstverständlich durften sich alle die Feuerwehrausrüstung anschauen und wie jedes Jahr mit der kleinen Handpumpe selbst pumpen und spritzen. Und als Abschluss gab es die Fahrt mit dem Leiterwagen hoch hinaus! Liebe Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen: Vielen Dank dafür, dass Ihr uns Eure Zeit schenkt und uns einen so schönen und interessanten Einblick in Eure schwierige Arbeit gewährt! Die Fotostrecke zeigt, was wir alles erlebt haben! Karla Klose

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Liebe Sonnenkinder! Bald geht Eure Kindergartenzeit zu Ende und auf euch wartet das große Abenteuer „Schule“! Ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Großwerden. Wir wünschen euch erst einmal eine schöne Ferienzeit und einen tollen Einschulungstag und dann:

Ganz viel Spaß beim Lernen all der neuen Dinge, die da auf euch zukommen. Das wünschen euch ganz herzlich:

Eure Erzieherinnen und Erzieher und alle Eure Kindergartenfreunde!

Sonnenkinder Haspe Gänseblümchengruppe

v .r. n. l.: Hintere Reihe: Noëmi W., Milla B., Fiona K., Rosalie C., Sophia K. Vordere Reihe: Stefan W., Nils St., Steven W., Kevin L.

Löwenzahngruppe

v .r. n. l.: Hintere Reihe: Henry G,. Max R. Vordere Reihe: Claus B., Luca S., Paulina P., Maximilian K.

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Pusteblumengruppe v .l. n. r.: Ilija D., Lina S., Zeynep A., Jolie P.

Rosengruppe hintere Reihe: Janne T., Noemi V., Julian K. vordere Reihe: Lasse D., Michel G.

„Was eine Kinderseele aus jedem Blick verspricht! So reich ist doch an Hoffnung ein ganzer Frühling nicht.“

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

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Sonnenkinder Delstern Vogelgruppe von unten nach oben und links nach rechts: Leonie S., Fiona S., Henry V., Lewi B., Linus L., Paula B., Florentine R., Sedyn D., Julius K., Ayleen S., Loana R., Annika R.

Mäusegruppe v. l. n. r.: Mina T., Jeremy G., Thea W., Leah P., Lea M.

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Sommerfest in den Kindergärten Haspe und Delstern Bei strahlendem Sonnenschein (wenn es auch etwas windig war), konnten am Samstag, den 22. Juni die Kindergartenkinder mit ihren Eltern, Geschwistern, Großeltern, Kindergärtnerinnen und allen Freunden ein wunderschönes Fest genießen! Hier ein paar Impressionen…

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Waldorfpädagogik „aufgeschrieben“ Aus der Konzeption des Waldorfkindergärten Hagen e.V. Nachdem wir in den letzten Ausgaben unser pädagogisches Konzept dargestellt haben, folgen nun Auszüge aus dem Teil, den wir „Struktur der täglichen Arbeit“ genannt haben. Hier geht es um Elemente der täglichen Arbeit im Kindergarten und die damit verbundenen pädagogischen Aspekte. aus „Teil 3: Struktur der täglichen Arbeit 1. Freispiel Für die erste Freispielphase im Gruppenraum bieten wir den Kindern viele verschiedenartige Spielbereiche an, um ihren jeweiligen Grund­bedürfnissen und Spielinteressen entgegen zu kommen: • eine Bauecke mit Brettern und Ständern, Tüchern, verschieden großen Holzklötzen und einfachen Spielfiguren, • eine Puppenecke mit Puppen und einigem Zubehör wie Bettchen, Kleidchen, Kinderofen, Kochgeschirr u. a., • eine Kuschelecke, • eine Werkbank mit einfachem, funktionstüchtigem Werkzeug wie Sägen, Feilen, Raspeln, Hämmer und Nägeln, sowie Holzresten, • eine große Spielfläche für größere Spiel- und Bauvorhaben, unter anderem für gemeinsame Kreisspiele (Morgenreigen), • einen großen Tisch zum Malen, Basteln, Handarbeiten (auch für das gemeinsame Frühstück), unter dem während des Freispiels vieles erfunden und gespielt werden kann. Selbstverständlich bedarf es für die Anregung der Phantasie vielseitig einzusetzendes Spielmaterial aus unterschiedlichsten Materialien: • Spielständer und Bretter; aus Ihnen lassen sich z. B. kindshohe Brücken, Tore, Betten, Ställe, Lastwagen, Schiffe, Kaufläden, Puppentheater und vieles mehr aufbauen, • große und kleine bunte Tücher aus denen Buden, Verkleidung, Verbände, Zudecken, Sättel oder Spiellandschaften gelegt, gefaltet, gewickelt werden können, • kleine bis mittelgroße Klötzchen, Kastanien, Muscheln, Korken; hiermit werden nicht nur Türmchen gebaut oder Straßen gelegt, sie werden auch liebend gern zu Schätzen, Feuerholz, Einkaufsgütern, Handys,

Bauschutt, Fischbeute u. v. m. umfunktioniert oder es werden aus ihnen unter­schiedlichste Gerichte „gekocht“. In der Freispielzeit bringt das Kind seine gesamte Kraft zur Wirksamkeit. Damit es nicht in eine Überforderung seines vorhandenen Kraftpotenzials gerät, ist das Freispiel zeitbegrenzt. Die vorhandene Kraft wird für positives, ideenreiches Spiel sinnvoll genutzt. Auch die Erzieherinnen und Erzieher tragen indirekt zum Gelingen eines phantasievollen Freispiels bei. Vorrangig dienen sie den Kindern natürlich als schützender Beobachter. Gleichzeitig unterstützen sie die Kinder als Vorbilder und beschäftigen sich ihrerseits mit sinnvoll anregenden Tätig­keiten und sind dabei immer um eine eigene wohlwollende Grund­stimmung bemüht. Da die Tätigkeiten weitgehend durchschaubar sind (wie z. B. Raumreinigung, Blumengießen, Backen, Kochen, Nähen, Stricken, Filzen, Flicken, Spielzeugherstellung oder –reparaturen), regen sie die Kinder zu ideenreicher Eigentätigkeit an. Es ist bemerkenswert, wie die liebevolle Zuwendung der Erzieherinnen und Erzieher an eine praktische Tätigkeit anregend und harmonisierend auf das ganze Spiel­geschehen in der Gruppe zurückwirkt. Wichtige Kompetenzen, wie Eigeninitiative, Selbstbehauptung, Sozial­fähig­keit und Sprachfähigkeit, werden im Freispiel spielend erübt, mannig­faltige Sinnes­erfahrungen gemacht und ein realistisches Anspruchsniveau ausgebildet. 2. Morgenkreis Zum Morgenkreis sammelt die Erzieherin bzw. der Erzieher die Kinder mit einem Lied um sich. Dann werden der Jahres- oder Festeszeit ent­sprechende rhythmische Reime, Sing- und Klangspiele in bewegte Formen gebracht. Beim so genannten Reigen sind alle Kinder und Erwachsenen der Gruppe aktiv beteiligt. Der Morgenkreis wird über drei bis vier Wochen immer in die gleichen Gesten, Gebärden und Bewegungen umgesetzt. Ein wichtiger Bestandteil des Morgenkreises ist die Bewegung. Während die Erzieherin singt oder spricht, versucht sie, das Wesentliche z.  B. eines Tieres oder einer Handwerkertätigkeit in lebendige Gesten umzuwandeln Die in Form gebrachte wahre Geste teilt dem Kind etwas vom Wesen der Erde und ihrer Geschöpfe mit.

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Es ist durch Gehirnforschung wissenschaftlich bewiesen, dass die Bewegung von Armen, Beinen, Fingern und Sprachorganen sich auf die Ausgestaltung des Gehirns auswirkt. Die Intelligenz, die das Kind später zum Lernen in der Schule und im Leben braucht, wird im betreffenden Alter nicht durch kognitive Spielmaterialien ausgebaut, sondern vielmehr durch in sinnhafte Tätigkeit eingebundene körperliche Bewegung. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Morgenkreises ist die Sprache. Durch die schön klingenden Verse, Laut- und Wortspiele begegnet das Kind einem reichhaltigen und vielfältigen Wortschatz. Die Aussprache der Erzieherin ist dabei immer wohlklingend betont und deutlich artikuliert. Die sich in solcher Qualität wiederholenden Texte regen die Sprach­aufnahme und Sprechfähigkeit kontinuierlich an, was die Sprachförderung im Kindergarten wesentlich unterstützt. Im Morgenkreis erlebt das Kind hochwertige Sprache, die es zum einen in der Nachahmung selber wiederholt und deren Sinn sich ihm durch die Bewegung erschließt. Freude am Tun, an der Bewegung und am Sprechen regen die Sprachaufnahme und Sprechfähigkeit des Kindes intensiv an und verknüpfen sein Verständnis für die Inhalte mit dem Gefühl der Freude. 3. Garten und Wald Kinder lieben es, draußen zu sein und zu spielen, herumzutollen und die Geheimnisse der Erde zu erforschen, zu bauen und die Erde und den Sand zu bearbeiten. Deshalb ist ein wichtiger Teil unseres Kindergartentages das Spiel in unserem Garten. Zu jeder Jahreszeit, bei jedem Wetter, bietet sich die Möglichkeit, interessante und anregende Erfahrungen zu sammeln, sich im wahrsten Sinne den Elementen zu stellen. Angemessene Kleidung sorgt für den Schutz, das Abenteuer zu erleben. Ganz elementar lassen sich die Eindrücke von Wärme, Kälte, Nässe, Wind im Kreis des Jahres­laufes spüren. Die anfallenden Gartenarbeiten und die Bedingungen der Jahreszeiten werden von den Kindern aufmerksam verfolgt und in ihrem Spiel aufgenommen und verwandelt. So bietet das Spiel draußen jeden Tag aufs Neue Überraschungen und Freuden. Die Welt wird mit allen Sinnen erlebt und diese Erlebnisse aus erster Hand machen die Welt ver­ständlich, überschaubar und liebenswert. Das Spiel im Garten ist bestens dazu geeignet, dem Bewegungsdrang der Kinder nachzukommen und Fähigkeiten, wie Balancieren, Klettern und Springen zu erüben.

Aus einer ungezwungenen spielerischen Situation heraus, die dem Kinde entspricht, werden motorische Fähigkeiten vervoll­kommnet. Das Spiel und die Freude an der Bewegung schaffen ideale Voraussetzungen dafür. Gerade in der heutigen Zeit, in der der Freiraum für die Kinder immer weiter eingeschränkt wird, ist die Vielfalt der Bewegungs­ möglichkeiten von großer Bedeutung. Das Erüben von motorischen Fähigkeiten wirkt nicht nur auf den Körper und das Körper­gefühl, sondern ist auch förderlich für die Ausbildung und Weiter­entwicklung der kognitiven Fähigkeiten, der Intelligenz und des Selbst­vertrauens. So kann man feststellen, dass sich der Tastsinn förderlich auf die Entwicklung des kindlichen Gehirns auswirkt. Der Gleichgewichtssinn wiederum, ist eine Voraussetzung für die innere Ausgeglichenheit und das seelische Gleichgewicht der Kinder. Durch das Erüben der motorischen Fähigkeiten werden die eigenen körperlichen Grenzen erlebt und erweitert. Die Eigenkörperwahrnehmung wird geschult. Gleichzeitig ist der Garten aber auch der Ort im Kindergarten, der von allen Kindern und Erwachsenen benutzt wird, so dass dem sozialen Gedanken, dem Gemeinschaftsgefühl, eine große Bedeutung zukommt. Unsere Einrichtungen sind von Gärten umgeben, in denen sich ver­schiedene Sandkästen befinden. Sandspielsachen, Softbälle, Stelzen und Seilchen stehen den Kindern ebenso zur Verfügung, wie auch Holzklötze und Baubretter, mit denen Buden konstruiert werden können – der Phantasie der Kinder sind dabei keine Grenzen gesetzt, außer denen, die die Statik mit sich bringt. Ferner befinden sich Klettergerüste und Rutschen auf den Geländen, die die Kinder zum gemeinsamen Spiel einladen. Außerdem befinden sich in unseren Gärten Blumen- und Kräuterbeete, an denen die Kinder mit den Erzieherinnen arbeiten können und so das Wachsen und Gedeihen und auch die Ruhepausen der Pflanzen erleben können. Neben dem Spielen kommt so auch der Pflege unserer Gärten im Alltag große Bedeutung zu. Selbstverständlich werden Gartenarbeiten vor und mit den Kindern ausgeführt. Sie helfen gern beim Jäten, Fegen, Rechen und anderen Arbeiten. Diese Arbeiten werden mit großem Interesse ver­folgt und oftmals ist es für die Kinder selbstverständlich, mitzumachen und zu helfen. Außerdem veranstalten wir auch Feste in unserem Garten, wie z. B. das Sommerfest, zu dem alle Kinder mit Eltern und Geschwistern eingeladen werden. Der Garten kann also durchaus als ein zentraler Ort gemein­schaftlichen Lebens unseres Kindergartens gesehen werden.

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4. Märchenkreis Das Spiel, z. B. im Garten, hat die Kinder aktiv ihre Umwelt gestalten lassen, sie sind gerannt, gesprungen, geklettert oder haben im Sand gespielt. Ihr ganzer Körper war im Einsatz. Es war eine Zeit des Agierens und des Aufbrauchens der körperlichen Kräfte. Vergleicht man den Rhythmus des Ein- und Ausatmens mit dem Geschehen in den alltäglichen Abläufen, so kann man hier von einer Zeit des Ausatmens sprechen. Um einen gesunden Rhythmus leben zu können, muss dieser Zeit nun eine Zeit des Einatmens folgen. Dies ist mit dem Märchenkreis gegeben: Die Kinder sitzen ca. 15 Minuten still und lauschen einer Geschichte. Zur Einstimmung wird zum Beispiel eine Kerze angezündet, ein Sinnbild für das Anzünden unseres inneren Lichtes. Ein Lied oder Spruch stimmt uns chorisch auf die besinnliche Stimmung des Märchens ein. Und in dem etwas abgedunkelten Raum wird ein seelischer Raum für das Zuhören geschaffen. Nun kommen die Kinder zur Ruhe und ihre Seele erhält Nahrung durch das Märchen. Die zu erzählende Geschichte wird nach verschiedenen Gesichtspunkten ausgewählt. Inhaltliche und sprachliche Aspekte, z.  B. Jahres- und Festes­zeit, rhythmische Wiederholungen und die Gruppenkonstellation sind dabei von Bedeutung. Sie wird über einen bestimmten Zeitraum in unter­schiedlicher Art und Weise ausgestaltet und wiederholt, damit sie von den Kindern ganz verinnerlicht werden kann, sowohl vom Inhalt als auch vom sprachlichen Ausdruck her. Auf diese Weise dient sie unter anderem als sprachfördernde Einheit im Kindergartenalltag, denn in ihrer Sprache erhebt sie sich künstlerisch über die Alltagssprache hinaus. Dies wird besonders an den Märchen Anzeige Christian2:Layout 1

27.06.2013

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der Gebrüder Grimm deutlich. Aber auch einfachere Geschichten, die eine Wiederholung von sprachlichen Einheiten und/oder Reimen enthalten, sind für die Kinder mit ihrer Liebe zu Rhythmus und Reim eine Freude und eine Bereicherung des sprachlichen Ausdrucks. Für die kleineren Kinder, die noch ganz in der Gegenwart leben, stellt sie sich jeden Tag neu dar. Sie erleben die Abenteuer jeden Tag aufs Neue. Gleichzeitig haben sie auch große Freude an Wieder­holungen, sie geben ihnen das Gefühl von Vertrautheit und Sicherheit. Die größeren Kinder fangen an, sich an die Geschichte vom Vortag zu erinnern. Damit es ihnen nicht langweilig wird, ist die Erzählkunst der Erzieherin und des Erziehers gefragt: Wie lebendig kann sie die Geschichte vor ihrem inneren Auge entstehen lassen, damit auch die Großen in die Erzählung eintauchen können? Eine weitere Möglichkeit, die Erzählung neu und interessant zu gestalten, ergibt sich z.B. durch das Stehpuppen- oder Marionettenspiel. Dieses visualisiert auf einfache Weise die Begebenheiten der Geschichte und kann von der Erzieherin, aber auch von den Kindern gespielt werden. Oft genug kann man erleben, dass so ein Spiel, je über­schaubarer und einfacher es aufgebaut ist und gespielt werden kann, sich anregend auf das freie Spiel der Kinder auswirkt. Diese fangen während der aktiven Spielezeit an, selber Stehpuppen oder Marionettenspiele auf­zubauen, ihre Freunde einzuladen und ihnen eine Geschichte zu erzählen. Aus dem Zuhören kommen sie so in das aktive Erzählen hinein. Dabei werden der Aufbau und Fluss eines gedanklichen Bogens geübt und grammatikalische Wendungen erprobt. Nach dem Märchenerzählen führt die Erzieherin oder der Erzieher durch Spruch oder Lied die Kinder aus der beschaulichen Märchenzeit in die Gegenwart.“

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Lesekreis der Waldorfkindergärten und der RSS Hagen Ein Gemeinschaftsprojekt An vielen Waldorfschulen in Deutschland sind Kindergarten und Schule auf einem Gelände. Dies erleichtert die Zusammenarbeit und den Informationsfluss oft sehr. In Hagen mit seinem großen Kindergartenverein und zwei Standorten, Haspe und Delstern, haben wir diesen „Luxus“ nicht. Oftmals muss um die Kommunikation daher gerungen werden, Missverständnisse entstehen. Unter anderem aus diesem Grund haben Lehrer und Lehrerinnen der Rudolf-Steiner-Schule die Initiative ergriffen und die Erzieherinnen unseres Kindergartenvereins und alle interessierten Eltern zu einem gemeinsamen Lesekreis eingeladen. Seit Anfang des Jahres trifft dieser sich nun regelmäßig einmal im Monat an einem Mittwochabend. Warum ein Lesekreis? In einem Lesekreis sitzen Menschen beisammen, die ein gemeinsames Interesse an einem Thema verbindet, dieses möchten sie sich zusammen erarbeiten. Das Thema, das uns alle verbindet, ist die Waldorfpädagogik. Nicht immer ist aber leicht zu verstehen, was uns Rudolf Steiner in seinen Schriften dargestellt hat. Da liegt es nahe, dies gemeinsam zu versuchen, vor allem, wenn man Menschen dabei hat, die sich schon lange mit der Thematik beschäftigen. Mit Gertrud Gutsch, Wolfgang Saßmannshausen und Thomas Buchner haben wir in unserem Lesekreis drei Menschen, die aufgrund ihrer großen Erfahrung viel berichten und erklären können. Unsere Anfangslektüre „Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaften“ ist ein Grundlagenwerk der Waldorfpädagogik. Wir lesen jeweils ein Stück und tauschen uns dann darüber aus: Wie hat man das Ganze verstanden? Was meint Rudolf Steiner damit? Und was bedeutet es für uns, unseren Erziehungsalltag?

macht Spaß. Aber es passiert interessanterweise auch noch etwas anders an diesen Abenden: Durch das gemeinsame Hinwenden zu einem Thema verbinden sich alle sozusagen im Geiste. Und das gibt eine erstaunliche Kraft! In vielen Gesprächen nach dem Lesekreis habe ich das von anderen Teilnehmern bestätigt gefunden. Offenbar bewirkt das intensive Zueinander-in-Resonanz gehen während dieser 90 Minuten gemeinsamen Austauschs, dass sich eine Art Kraftfeld aufbaut. Der Effekt ist auf jeden Fall: Es erfrischt ungemein! Der Lesekreis ist ein offener Austausch unter Gleichgesinnten, der in einer gelösten und vertrauensvollen Atmosphäre stattfindet. Es fällt einem leicht, sich zu öffnen und eigene Gedanken zu äußern. Oder man hört einfach nur zu. Fragen können in die Runde gestellt werden. Und am Ende geht man bereichert wieder auseinander. Bis zum nächsten Mal. Lust, auch mitzumachen? Auf der Website www.waldorfkindergarten-hagen.de unter „Aktuelles“ findet Ihr immer die aktuellen Lesekreistermine. Karla Klose

Es ergeben sich angeregte Diskussionen, bei denen auch schon mal die unterschiedlichen Temperamente der Teilnehmer „aufeinanderprallen“. Dann tun sich erstaunliche Erkenntnisse auf, andere Sichtweisen versucht man zu verstehen. Spannend ist auch immer wieder, festzustellen, wie fortschrittlich Rudolf Steiners Aussagen sind. Manches, was er vor 100 Jahren aufgeschrieben hat, wird in unserer Zeit, z. B. durch die moderne Hirnforschung, bestätigt. Und immer wieder die Erkenntnis, dass ich an mir selbst arbeiten muss, Selbsterziehung! Das Schlagwort vom „lebenslangen Lernen“ bekommt hier einen ganz anderen, tieferen Sinn. Diese Seite, nennen wir sie mal die inhaltliche Seite oder den Lernaspekt an diesem Lesekreis ist schon toll und

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„Ohne Steiner wär hier keiner.“ Wandcollage in der Waldorfschule Haan-Gruiten.


Der neue Geschäftsführer der Rudolf-Steiner-Schule Hagen stellt sich vor Liebe Schulgemeinschaft, ganz herzlich möchte ich Sie in meiner brandneuen Funktion als Geschäftsführer der Rudolf-Steiner-Schule in Hagen grüßen und wünsche Ihnen viele interessante Momente beim Lesen dieser Zeitschrift! Gerne nutze ich die Gelegenheit, mich Ihnen kurz vorzustellen: Mein Name ist Simon Kechagias, 42 Jahre alt (wenn Sie so wollen, ein „alter Grieche“ also), sehr glücklich verheiratet und Vater von zwei Kindern. Beide Kinder besuchen die Waldorfschule in Wuppertal, und seit dem Schuleintritt fühle ich mich der Waldorfpädagogik verbunden. Es war in etwa wie die Begegnung mit einem noch unbekannten, aber seelenverwandtem Freund. Somit war es nur eine logische Schlussfolgerung, als frischgebackener Waldorf-Schülervater im Finanz- und Beitragskreis mitzuwirken. Dadurch eigne ich mir bereits seit vier Jahren über diese Elternkreisinitiative wertvolles Hintergrundwissen zum selbstverwalteten Schulwesen an.

Mein beruflicher Werdegang hat schon viele interessante Stationen kennen gelernt: Als Weltenbummler war ich durch meine gastronomische Ausbildung im In- und Ausland als Schiffssteward auf Kreuzfahrtschiffen unterwegs und habe u.a. in der Schweiz und in Australien gearbeitet. Nach meinem Studium und Abschluss als Betriebswirt war ich als Betriebsleitung der Historischen Stadthalle in Wuppertal tätig, habe das Qualitäts- und Projektmanagement beim Deutschen Jugendherbergswerk in Hagen geleitet und war zuletzt als freiberuflicher Finanzberater tätig. Dass ich nun meine Kreativität und Fähigkeiten vor allem im rechtlichen und finanzwirtschaftlichen Bereich als Geschäftsführer dieser Waldorfschule einsetzen darf, ist für mich ein echter Glücksfall. Ich freue mich sehr auf diese neue Aufgabe, und setze auf viele fruchtbare Jahre der Zusammenarbeit! Freundlich grüßt Sie Ihr Simon Kechagias

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Projektwoche in der Unterstufe

Ende November, kurz vor dem Herbstbasar, wurde in der Unterstufe fleißig gewerkelt. In allen Klassenräumen produzierten die Kinder unter Anleitung der Lehrer unterschiedlichste Dinge, um sie schließlich beim Basar feil zu bieten. Kleine Marktstände wurden im Pavillon aufgebaut und die Kinder verkauften ihre „Schätze“ dort selbst. Sie gingen weg wie warme Semmeln. Es gab beispielsweise Papiersterne, selbstgemachte Seife, gefaltete Schachteln, kleine Holzobjekte, Vogelnisthäuschen, Kerzen, Papierlaternen, Filzkränze, Schalen aus Pappmaché, Büttenpapier, und und und..... Außerdem wurden noch russische Volkstänze eingeübt und ein Theaterstück geprobt und ausgeführt.

Birgit Andrich

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Die Epochen der 3. Klasse Handwerk, Acker- und Hausbau Die Epochen der Klasse 3 sind geprägt durch den Sachkundeunterricht. Im Laufe des Schuljahres lernen die Kinder die verschiedenen Handwerksberufe kennen. Dabei geht es darum, dass sie erleben, wie der Mensch durch die Geschicklichkeit und Kraft seines Körpers das Leben meistern kann. Ein ganz wichtiges Fazit der HandwerkerEpoche ist es, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen aus dem Erleben der eigenen Fähigkeiten zu schöpfen. Zur Karnevalszeit bietet sich dann eine schöne Gelegenheit einmal Handwerker zu sein. Und so war auch in diesem Jahr die Karnevalsfeier der Drittklässler von Handwerksberufen geprägt. Unter dem Motto „Wer will die fleißigen Handwerker sehn‘“ feierten sie ein zünftiges Handwerkerfest und präsentierten sich selbst in unterschiedlichen Berufstrachten.

Später im Schuljahr besuchten sie dann noch zwei Mal als Kulturstrolche das Hagener Freilichtmuseum und tauchten dort in das Handwerk des Schmieds und des Papiermachers ein. Aus heißem Eisen schmiedeten die Kinder Nägel und in der Papiermühle schöpften sie feines Büttenpapier.

„WER WILL DIE FLEISSIGEN HANDWERKER SEHN‘“

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Vom „Korn zum Brot“ könnte man die sich anschließende Ackerbauepoche der Klasse 3 bezeichnen. Doch es geht um wesentlich mehr. Ausgangspunkt ist der Erzählstoff, der in dieser Klassenstufe Grundlegendes beinhaltet: Das alte Testament. Die Kinder hören von der Erschaffung der Welt, von Adam und Eva, vom Paradies und von der Vertreibung daraus. Diese mythischen Bilder spiegeln aus waldorfpädagogischer Sicht das Stadium des Entwicklungsprozesses wider, in dem sich das Kind um das neunte Lebensjahr befindet, wenn es den „Rubikon“ überschreitet. In dieser Zeit bekommt das Kind ein neues Verhältnis zu sich selbst und zur Welt. Es erlebt die Welt und die Dinge darin mit stärkerer innerer Empfindung und es fängt an, sich deutlicher in der Welt zu erleben, bzw. das Ich und die Welt voneinander zu trennen. Aus diesem Grunde ist naturkundliches Lernen gerade zu diesem Zeitpunkt sinnvoll. Denn naturkundliches Lernen heißt, das Leben in der Welt wahrnehmen und daran die eigenen Sinne schärfen. Vor diesem Hintergrund folgt die Ackerbauepoche in der die Kinder von der Arbeit des Bauern erfahren. Bei ihrer Klassenlehrerin Miriam Duschek wurde dies alles bildhaft-anschaulich im Unterricht geschildert. Die Kinder fertigten wunderbare Bilder, Texte und Aufsätze in ihren Epochenheften an.

Normalerweise geht es dann so weiter: Die Kinder gehen nach draußen in die Natur und erleben die Arbeit des Bauern auf dem Feld. Da in diesem Jahr aber der Frühling einfach nicht kommen wollte und es bis weit nach den Osterferien winterlich kalt blieb mit Frosttemperaturen im Boden, konnten die Kinder keine Frühjahrssaat ausbringen. Erst im Herbst werden sie aufs Feld bei Hof Sackern gehen und leibhaftig pflügen, eggen, säen und ernten. Dabei werden sie am eigenen Leib erfahren,wie hart die Arbeit an „Mutter Erde“ ist. Doch die diesjährigen Drittklässler ließen sich im Frühjahr vom Wetter nicht beirren und übten stattdessen in der Schule den Ackerbau als kleines Theaterstück ein und führten es den Eltern und Freunden im Pavillon als Ackerbauspiel vor. Wenn es dann im Herbst aufs Feld geht, sind die Kinder bestens eingestimmt.

Das war es aber noch längst nicht mit dem praktischen Arbeiten in der 3. Klasse. Eine Hausbauepoche rundete das Schuljahr eindrucksvoll ab. Im Hauptunterricht lernten die Kinder aus der Geschichte des Hausbaus, wie anders Häuser früher aussahen, wie unterschiedlich andere Völker wohnen und sie lernten auch alle Stationen des heutigen Bauens kennen. Schließlich durften sie über einen Zeitraum von 4 Wochen selbst ein kleines Häuschen

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bauen. Sensationell waren die Ergebnisse – lauter Kunstwerke waren da zu sehen. Sie verwandelten den Klassenraum zum Infotag am 8. Juni 2013. im Anschluss an die Monatsfeier in einen Ausstellungssaal. Zusammen mit einigen Eltern der Klasse und der Klassenlehrerin arbeiten die Kinder nun noch bis zu den Sommerferien an einem „richtigen“, großen Haus, das als Spielhaus der OGS dienen soll. Dabei lernen sie noch etwas ganz wichtiges: wie viele Handwerker gemeinsam an einem solchen Werk arbeiten müssen und wie dabei jeder auf den anderen angewiesen ist. Ein Schuljahr, das zusammenschweißt! Birgit Andrich

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1 x 1 mal anders konnte. Für die Viertklässler war es eine spannende Erfahrung, als „Lehrer“ mitverantwortlich für den Lernerfolg ihres kleinen Schützlings zu sein. Die Zweitklässler erfreuten sich an den anregenden Üb-Ideen der Größeren. Insgesamt waren es sehr bereichernde vier Wochen des gemeinsamen Lernens. Für alle war klar: das war nicht das letzte Mal!

Aus allen Ecken des Schulhofes erklang im Mai allmorgendlich für fünfzehn Minuten das kleine Einmaleins. In Partnerarbeit übten die Viertklässler mit ihren Schützlingen aus der zweiten Klasse zielstrebig die Rechensätzchen. Dabei bewiesen die Kinder viel Phantasie: lautstark wurden die Aufgaben geklatscht, gesprungen oder gelaufen. Bälle, Seile oder Kirschkernsäckchen unterstützten das rhythmische Lernen. Eifrig übten die Schüler jeden Tag aufs Neue und freuten sich gemeinsam über jede erlernte Reihe, die im Einmaleins-Pass „abgehakt“ werden

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Wiedereinstieg mit der Heimatkunde Rückkehr nach einem Jahr Elternzeit

In der dritten Klasse verließ ich meine Schüler für ein Jahr Elternzeit. Als ich Mitte der vierten Klasse wiederkam, empfingen mich die Kinder freudig und erwartungsvoll. Ich merkte, dass sie in der Zwischenzeit einen großen Sprung gemacht hatten: Hatte ich es zuvor noch mit einer Gruppe quirliger und neugieriger kleiner Kinder zu tun, saßen nun schon richtig große Schulkinder vor mir, die genau wussten was sie wollten: lernen! Da kam uns die erste Heimatkunde-Epoche gerade recht. Denn hier gab es vieles zu entdecken. Für die Kinder wurde es eine große Freude herauszufinden, warum z. B. die Menschen vor langer Zeit von den Bergen in das Tal kamen, wie später die Stadt Hagen entstand oder wie hart die „Iserschmitten“

arbeiten mussten, um das Eisen schmieden zu können. Ebenfalls wurde erforscht, warum es in Haspe nach leckerem Zwieback roch und sich die Hagener Luft mit „Hasper Gold“ vermischte. Ausflüge in das Freilichtmuseum Hagen, zum Haus Harkorten, nach Haspe oder zum Bismarckturm ermunterten die Kinder darin ihre Umgebung ganz bewusst wahrzunehmen und historische Geschehnisse der Stadt auch geographisch einzuordnen. Insgesamt waren es vier ausgefüllte Wochen, in denen viel erlebt, geschrieben, gemalt, gelesen, zugehört und erzählt wurde. Alles in Allem war es eine tolle erste Heimatkunde-Epoche für mich und meine „neue-alte Klasse“! Ich möchte an dieser Stelle nochmal Frau Winter danken, die mir durch ihren wunderbaren Vertretungsunterricht den Wiedereinstieg in das Klassenlehrerdasein so leicht gemacht hat!

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Katrin Christmann


Klassenfahrt der 5. Klasse aus Elternsicht Mein Name ist Yvonne Eilert und ich hatte das große Glück, die Klassenfahrt der 5. Klasse nach Elbtal als Betreuerin begleiten zu dürfen.

So gab es noch einige Ausflüge und viele Gemeinschaftserlebnisse, über die die Kinder mit Sicherheit in ihren Berichten noch ausführlich erzählen werden. Bemerkens-

Als Rahmenprogramm hatte die Klasse zur Aufgabe, ihren Neigungen und Interessen entsprechend, Kunststücke zu erlernen, die zum Ende der Klassenfahrt in einer sehr authentischen Zirkusvorstellung, samt Zirkusdirektor, dargeboten wurden. Die Kinder haben die Woche über fleißig gearbeitet. Sie haben sich in Gruppen zusammengefunden, Höhen und Tiefen ihrer Übungsphasen überwunden, ihre Fähigkeiten erweitert und ein gemeinsames Ganzes erschaffen – sehr beachtlich, wie ich finde. Neben der Projektarbeit blieb noch genug Zeit, die umliegende Gegend zu erkunden. So haben wir ein Basaltsteinwerk besucht, wo die Kinder staunten, dass aus riesenhaften Gesteinsbrocken, Krümel, so groß wie Sandkörner, gemahlen wurden.

wert war, wie viel Vertrauen die Kinder in ihren Klassenlehrer haben. So war es möglich, eine harmonische und den Kindern sicherlich positiv im Gedächtnis bleibende Klassenfahrt zu gestalten. Auch auf dieser Klassenfahrt fiel wieder auf, dass die Kinder unserer Schule in der Öffentlichkeit immer wieder dadurch auffallen, dass sie Regeln respektieren, besondere Fähigkeiten besitzen und sehr fröhlich sind. Ein beglückender Umstand.

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Yvonne Eilert


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Der Konjunktiv in der 6. Klasse Die Zeitungsartikel Die sechste Klasse hat in diesem Jahr den Konjunktiv gelernt. Dabei machte die Klasse in Partnerarbeit Interviews. Das heißt, einer war der „Reporter“, der andere der „Erzähler“, der etwas Unglaubliches gesehen ider gehört hat. Danach war es die Aufgabe, einen richtigen Artikel im Konjunktiv, alsoz.B. „gestern Nacht sei ein Mann vorbei gelaufen“, aus demIntervwi zu schreiben, Bei manchen war ein raubüberfall das Thema,bei anderen eine Explosion oder eine ungezogene Klasse. Dazu hat das Paar noch ein Bild gemalt. Die Artikel sind sehr gut geworden!! Julian Iske

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Forstpraktikum der 7. Klasse Traditionell fährt man in der 7. Klasse an Waldorfschulen zu einem Forstpraktikum. Unsere Siebtklässler 2013 sind in das Jugendwaldheim Brunnenbachsmühle in Braunlage im Harz gefahren. In den zwei Wochen sollten die Kinder durch die praktischen Tätigkeiten einen Einblick in vielerlei Zusammenhänge bekommen. Durch frühes Aufstehen und feste Arbeitszeiten, sowie einer Belohnung (dem Sonnentalersystem – eine Spezialität des JWH Brunnenbachsmühle) sollte das Praktikum einen ersten Einblick in die Arbeitswelt geben. Weitere Schwerpunkte sollten das Verständnis für Naturzusammenhänge, die Bedeutung des Waldes im Allgemeinen und die der Tier- und Pflanzenwelt sein. Zusammenhänge der vielfältigen Elemente des Lebensbereiches Wald, sowie das Einwirken der Menschen durch ihr Verhalten auf Natur und Klima sollten ins Bewusstsein der Kinder rücken. Am Montag ging es in der Frühe an der Schule

los. Man fuhr mit dem Bus lustige und kurzweilige vier Stunden bis in den Harz. Schnee und Kälte konnte unsere 7. Klasse nicht überraschen, denn man hatte sich vorher über die klimatischen Besonderheiten des Harzes informiert, doch war es etwas Besonderes im April in 40cm hohem Schnee auszusteigen. Die Unterkunft war sauber und gepflegt und zum Anfang gab es eine strenge Einführung des JWH Leiters, Herrn Steffen Küppers, in die Hausregeln, damit das auch so blieb. Es wurden die verschiedenen Dienste für die kommenden Tage eingeteilt. Der erste Programmpunkt war gleich einer der Härtesten. Die Kinder wurden darüber informiert, dass der ehemalige Bahnhof, der nun das JWH Brunnenbachsmühlgebäude ist, eine Rolle in der Vernichtungsmaschinerie des dritten

Reiches gespielt hatte. Er war eine der Stationen des Todesmarsches von KZ-Häftlingen, die kurz vor Kriegsende aus dem in der Nähe gelegenen Konzentrationslager Mittelbau-Dora, wegen der näher rückenden alliierten Truppen, in weiter westlich gelegene Lager gebracht wurden. Viele dieser Zwangsarbeiter starben entkräftet auf dem Weg, nicht marschfähige wurden in großer Zahl von den SS-Wachmannschaften ermordet. Der Opfer wurde mit einer Schweigeminute gedacht.

Der erste Küchendienst verrichtete seine Arbeit und es ging früh ins Bett. Nicht ohne Grund, denn am folgenden Morgen standen unsere Hagener bereits um 6:00 Uhr auf und waren schon um 6:30 Uhr am Frühstückstisch. Es wurden die Mitarbeiter des Hauses und die Arbeitsdienste und deren Arbeiter vorgestellt. Um 7:00 Uhr ging es mit der Arbeit los und es wurde mit zwei Pausen dazwischen bis 12:30 Uhr gearbeitet. Danach gab es das Mittagessen wieder im JWH.

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Jeden Tag gab es Aufgaben am Haus, die zu erledigen waren und welche im Wald (in den die Kinder mit Kleinbussen gefahren wurden): Es mussten Buchensetzlinge im Wald eingepflanzt werden. Der Hordengatterbautrupp musste im Wald aus Holzlatten und Nägeln die Hordengatter zusammensetzen.

Waldwege mussten in Ordnung gebracht werden. Es musste Holz gehackt werden und dieses musste eingelagert bzw. umgelagert werden.

Um das Haus herum mussten Wege und Flächen nach der Schneeschmelze von Geröll und Ästen befreit werden.

Der Hausdienst kümmerte sich um saubere Sanitärräume, brachte die Schmutzschleuse (einen Raum in dem Wander- und Gummistiefel gelagert und getrocknet wurden)

in Ordnung, machte Glasflächen und Türklinken hygienisch rein, kümmerte sich um das Eindecken der Tische, sowie um das Abdecken und Spülen nach den Mahlzeiten. Durch den Arbeitsplan der JWH Leitung ist jedes Kind bei jeder Arbeitsgruppe mindestens einmal eingeteilt worden. Für die Arbeit, für das umweltgerechte Verhalten im Haus (es wurde die Energiebilanz eines jeden Zimmers gesondert erstellt), für die Mühe, die man sich bei der Arbeit gab, für das Verhalten in der Arbeitsgruppe, und für einiges mehr, das sich nicht all unseren Hagenern erschloss, gab es täglich Sonnentaler zu verdienen. Etliche mehr von den Talern konnten die Kinder während der nachmittäglichen Aktionen dazuverdienen. Es gab eine Gruppenwertung und eine Einzelwertung, die zum Schluss jeweils einen Gewinner küren sollte. Nach dem Mittagessen und einer kurzen Verschnaufzeit hatte die Klasse gemeinsame Aktionen oder Aktivitäten am Nachmittag. An einigen Tagen ging man zusammen auf Erkundung der Umgebung, wie z.B. in das benachbarte Dorf Braunlage, das einen Fußweg von ca. 40 Minuten entfernt ‚hinter dem Berg‘ lag. An den meisten Tagen gab es jedoch dazu gebuchte oder selbst organisierte Aktionen. Dabei waren einige Ausflüge: • Das Nationalparkhaus Harz wurde aufgesucht. Hier gab es reichhaltige Informationen zum Harz und seiner besonderen Umwelt. Hier lernten die Kinder über die Tierwelt des Harz, wie dem Luchs und seiner Wiedereinbürgerung, sowie dem Rotwild und seinem Lebensraum in der kalten Mittelgebirgslandschaft. Auch das Wissen über die besondere Forstlandschaft und seiner Probleme durch das massenhafte Auspflanzen von Flachlandkiefern in der Gebirgsregion wurde vertieft.

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• Die Grube Samson wurde besucht. Eine Erzgrube mit reicher historischer Tradition und einem Museum, das die Geschichte des Bergbaus im Harz beleuchtete. • Das Torfhaus, auch ein am Nationalparkhaus, Fuße des Brocken, bot viele Informationen zur Umwelt des Harz. Weitere Nachmittagsaktionen fanden auf dem Gelände des JWHs statt. • Die „Sonnentalerchallenge“ hatte verschiedene Stationen, an denen verschiedene Aufgaben, die sich thematisch um Wald und Umwelt drehten, erledigt werden mussten. • Das „Prädatorspiel“ wies spielerisch auf das Verhältnis zwischen Ästieren des Waldes und das der Raubtiere hin, die sich von ihnen ernähren. Einige wenige Kinder waren Wölfe und die Vielzahl waren Rotwild. • Der „Gang durch die Zeit“ verwies auf die zeitlichen Relationen von Entwicklungen der Erde und auf die der Menschheit hin. Das Resümee war für die Kinder überraschend: so kurz auf der Welt und doch so viel Verantwortung! „Wir müssen mit der Umwelt leben, statt gegen sie“ Nach dem Abendessen gab es eine Stunde „Berichtsheftschreiben“. Danach wurde viel gesungen und neben vieler individueller Freizeit (Volleyball, Fußball, Tischtennis, Kicker, Aktivitäten im und um den Bach vor dem Haus, Lesen am großen Kamin, Gemeinschaftsspiel im großen Esszimmer) wurde eine Nachtwanderung gemacht, wie auch Mal zusammen gegrillt oder am Lagerfeuer gesessen und auch dort gesungen.

Für das Wochenende waren zwei große Wanderungen geplant. Die Erste ging auf den Wurmberg, dem zweithöchsten Berg des Harz. Die Wanderung am Sonntag ging an den Brocken, bzw. für fünf Schüler/Innen in Frau Dinters und Herrn Magers Begleitung auf den Brocken. Der Rest der Klasse fühlte sich wegen des Wurmbergabenteuers nicht so fit und ging mit Herrn Deák einen anderen Teil des „Goethewegs“ an den torfigen Entwässerungskanälen der Bergbauregion Harz entlang und dann zurück zum JWH. Die 31 Schüler/Innen wurden von Frau Dinter als Klassenlehrerin begleitet. Für die Unterstützung aus der Elternschaft fuhr Herr Mager die ganzen zwei Wochen mit und Herr Rosenkranz und Herr Deák wechselten sich nach der Hälfte der Zeit ab. Die Kinder hatten wunderbare Berichte schon vor Ort geschrieben und waren nach wenigen Tagen von der Landschaft und dem Leben im JWH begeistert. Die Mitarbeiter des Hauses waren „klasse“. Viele der Kinder wären gern eine Woche länger dort geblieben. Das lag auch daran, dass unsere Kinder zum ersten Mal für so eine lange Zeit „zusammen“ waren. Das Gruppengefühl und die harte körperliche Arbeit machten den Kindern sogar „sehr viel Spaß“. Für folgende Klassen unserer Schule ist vorzumerken bei der Essenswahl lieber eine üppigere und vielseitigere Menüvariante zu buchen. Einen Monat später hat sich die 7. Klasse mit Eltern und Angehörigen in der Schulküche getroffen und das Forstpraktikum in Bild und Wort vorgestellt. Die Eltern haben nicht schlecht gestaunt ihre Kinder riesige Spalthammer schwingend bei der Arbeit zu sehen. Nachher gab es „Fingerfood“ und es war es ein schöner Rückblick auf die arbeitsamen zwei Wochen im Harz. Leslie Deák Zsolt S. Deák

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Gedankenprotokoll einer Mutter Forstpraktikum Brunnenbachsmühle Nationalpark Harz

„Mama, in zwanzig Jahren müssen wir unbedingt in die Brunnenbachsmühle fahren und uns das Buchenwäldchen anschauen, das ich gepflanzt habe!“, berichtet mein Sohn als erstes ganz stolz, nach seiner Rückkehr aus dem Forstpraktikum im Nationalpark Harz.

Brocken hinaufgewandert sind und von den Ausflügen nach St. Andreasberg und Braunlage in das NationalparkHaus, incl. Überfall der ortsansässigen Discounter, zwecks Einkauf „gesunder Snacks“. Und dann der Tagesplan, 5.30 Uhr Aufstehen, Küchendienst ab 6.15 Uhr, Frühstück bis 7 Uhr, danach Treffen und Abfahrt zur Waldarbeit oder auch Hausdienst. Gemeinsames arbeiten in Kleingruppen mit den netten Anleitern Jens, Walter, Bernd und Andreas; z.B. Zäune stellen und Erlernen verschiedener Pflanztechniken von Jungbuchen.

Mit strahlen Augen erzählt er detailgetreu von der Umgebung und dem Tagesablauf, so dass ich den Wald förmlich sehen und riechen kann. Vom Schnee, der trotz der steigenden Außentemperaturen nur sehr langsam schmolz; vom Holzhacken und dessen Trockenlagerung, damit es auch im kommenden Winter wieder so behaglich am beliebten Kachelofen im Gemeinschaftsraum des Hauses wird.

Ab 12 Uhr Mittagessen, dann Freizeitaktivitäten mit Wettspielen, um 18.30 Uhr Abendbrot, Tagesabschlusstreffen am Abend mit Tagesbesprechung und um 22.00 Uhr dann offizielle Nachtruhe, die inoffiziell das eine oder andere Mal Richtung Mitternacht ausgedehnt wurde. Mein Mutterherz ist echt beeindruckt!

Mit acht Jungen auf einem Zimmer gab es natürlich auch die eine oder andere Zimmerparty, genau wie gefüllte Schränke mit Knabbersachen.

An einem Abend Lagerfeuer nach einer Nachtwanderung und Ve r a b s c h i e dung des Tages durch gemeinsames Singen, an anderen Abenden gemeinsames Grillen mit u.a. Tofu-Würstchen („würg“) und Treffen im Jungenzimmer mit Haarstyling durch die Mädels.

Mit Feuereifer erzählt er von der Wanderung auf den Wurmberg und das einige Mitschüler sogar bis auf den

Und die Hauswährung Sonnentaler wurden reichlich verdient!

„Und das Zimmer war schön eingerichtet, für jeden einen Schrank und ein kuscheliges Bett und immer hatte ich ganz großen Hunger nach der Arbeit und habe mich auf das leckere Essen gefreut.“

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Klassenlehrerin und Fels in der Brandung Heike Dinter und die Elternbegleiter Arnd Mager (mit dem die Jungs super viel gelacht haben!!!), Hr. Rosenkranz und dem „Hobbyfotografen“ Hr. Derk.

Alles in Allem, eine sehr gelungene Klassenfahrt ohne größere Katastrophen! Ein besonderes Dankeschön an die nimmer ermüdende

Ein wirklich gelungenes 1. Berufspraktikum. Vielen Dank dafür! Claudia Hilkenbach

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Das Klassenspiel der 8. Klasse Monsieur Mathieu - frei nach dem gleichnamigen Film Frankreich in den späten 40er Jahren. In ein Internat für Waisen und schwererziehbare Kinder kommt Clément Mathieu als neuer Aufseher. Eigentlich ist er Musiker, kann aber als solcher in den Nachkriegsjahren keine Beschäftigung finden. Im Internat lernt er die rigorosen Erziehungsmethoden der Direktorin Rachin kennen, die von den Kindern nur Schlechtes erwartet und auf jede Regelverletzung mit strengen Strafen reagiert. Mathieu ist diese Art der „Erziehung“ zuwider; so versucht er, das Gute in den Kindern mit Hilfe der Musik zu fördern. Er singt mit ihnen und gründet schließlich einen Internats-Chor. Dies bringt ihn in Konflikt mit der Direktorin, die von seinen Ideen alles andere als begeistert ist. Einen Verbündeten gewinnt er dagegen in dem alten Hausmeister Maxence. Der wendet sich schließlich an die reiche Baronesse Bellebouches, die das Internat finanziell fördert und von den rigiden Methoden der Direktorin nichts ahnt. Ein Konzert wird arrangiert, in dessen Folge die Missstände schließlich ans Licht kommen. Mathieu wird als neuer Direktor eingesetzt und kann den mit den Kindern eingeschlagenen hoffnungsvollen Weg fortsetzen.

Kostümproben und Orchester:

In der Maske:

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Die Projektwoche der 8. Klasse Das Projekt „Vulamasango“ Für den Herbstbasar vergangenen Jahres hat die 8. Klasse Schalen, Windspiele und Kerzenständer aus Metall hergestellt, um sie zu verkaufen und das eingenommene Geld an die Organisation Vulamasango zu spenden, die schon mehrmals an der Schule aufgetreten ist. Geleitet wird die Organisation von Florian Krämer, ein ehemaliger Waldorfschüler. Als er mit der Schule fertig war, erging es ihm wie vielen anderen auch, er hatte noch keine Vorstellung was er in seinem Leben machen wollte. Er flog nach Südafrika und wurde überrascht, die Armut in diesem Land kann man sich kaum vorstellen! Er wollte den Leuten helfen und gründete diese Organisation. Er singt, tanzt und spielt mit den Kindern und Jugendlichen dort. Der Großteil der Kinder hat keine Eltern mehr, Gewalt und Kriminalität stehen an der Tagesordnung! Dort heißt es „Schweig und Vergesse“! Den Kindern fehlen klärende Gespräche und Aufmerksamkeit. Zur Zeit wird dort ein Waisenhaus gebaut, es liegt mitten in den so genannten „Townships“. Zurück zu unserem Projekt: Jeder der Schüler hat mindestens ein Werkstück zum Verkauf hergestellt, für Windspiel und Kerzenständer benötigt man Holzteile, die der Klassenlehrer Herr Klein-Engelen selbst gedrechselt hat. Ein Werkstück beansprucht mehrere Unterrichtsstunden und erfordert viel Konzentration.

WINDSPIEL: Mit dem Kugelhammer planiert man jede Röhre einzeln, darf dabei allerdings nicht zu viel Kraft anwenden, da sie sich sonst verbiegt! Als nächstes muss man eine 5-eckige Scheibe aus Messing mit dem Hammer rundhauen und planieren, dann wird die Glocke des Windspiels rund gemacht. Da sie zu klein ist, um sie mit dem Hammer zu bearbeiten, wird sie in eine der Größe nach angepasste Holzkuhle gelegt und mit einer hochrunden Faust rund gehauen. Auchdiese wird planiert und jedes der Werkstücke wird vom Klassenlehrer poliert und lackiert. Jetzt werden die Einzelteile mit Angelschnur zusammen gefädelt und mit Perlen verziert. SCHALE: Bei den Schalen hat man zwei verschiedene Materialmöglichkeiten, entweder man macht sie aus Messing oder aus Kupfer. Der Ablauf ist aber bei beiden gleich.... man sucht sich eine Form und ein Metall aus und bearbeitet sie mit dem Hammer bis sie eine schöne runde Form und eine relativ glatte Oberfläche hat. Dann planiert man sie und markiert mit Hilfe des Zirkels drei Punkte auf der Außenseite der Schale, dort werden jetzt die Füße dran gelötet. Nun muss sie nur noch lackiert und poliert werden! KERZENSTÄNDER: Man hat eine leicht gebogene Kupferplatte, die erstmal mit Zinn beschichtet und dann mit

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dem Gasbrenner auf der Platte aufgeschmolzen wird. Als nächstes wird an der Hinterseite eine Halterung befestigt, damit man es auch an die Wand hängen kann. Anschließend wird einStift aus Kupfer an die Vorderseite der Platte

Eine Schale entsteht:

gelötet, und ein von Herrn Klein-Engelen selbst gedrechseltes Holzteil drauf gesteckt. Wir haben außer dem Material also eine Menge Zeit und Arbeit in die Werkstücke gesteckt! Am Basartag konnten wir sämtliche Werkstücke verkaufen (etwa 45 Stück) und über 700 ,- Euro für das Projekt „Vulamasango“ einnehmen. Sara Ingalilea

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Das Sozialpraktikum in der 11. Klasse Eine Schülerin berichtet von Ihren Erfahrungen Vom 21. Januar bis zum 8. Februar 2013 fand unser dreiwöchiges Sozialpraktikum statt, das jedes Jahr in Klasse 11 auf dem Stundenplan steht. Für viele Schüler unserer Klasse waren die Erfahrungen, die wir bei dem Praktikum gemacht haben, neu. Wir arbeiteten in völlig unterschiedlichen Einrichtungen und Gemeinschaften. Jeder suchte sich selbst den Ort für das Praktikum aus. Ich wählte ein Tanz- und Bewegungszentrum in Hagen aus, in dem schon dreijährige Kindergartenkinder in Kreativtanzgruppen mitmachen. Aber auch Grundschulkinder völlig unterschiedlichster sozialer Herkunft und Jugendliche, vereinzelt auch mit körperlichen Einschränkungen, verteilen sich dort über alle Gruppen. Ich selber tanze in meiner Freizeit auch sehr gerne. Ich finde es sehr interessant, wie Tanzen das persönliche Auftreten und die Ausstrahlung schon im Kindesalter positiv beeinflussen kann. Viele denken immer „Tanzen? Das kann doch jeder!“ Dies ist aber definitiv nicht der Fall. Es ist wirklich schwierig, sich verschiedene Schrittfolgen zu merken und gleichzeitig auch noch stets auf seine Körperhaltung zu achten. Der gesamte Körper muss angespannt sein, aber gleichzeitig Leichtigkeit, Spaß und Gefühl zum Ausdruck bringen. Um all diese Aufgaben gleichzeitig meistern zu können, muss man sehr konzentriert und wachsam sein. Beim Tanzen ist nicht nur körperliche Kraft gefordert, sondern vor allem auch Gespür und Selbstwahrnehmung. Besonders für kleinere Kinder ist das sehr schwer, da sie sich gerne ablenken lassen. Doch ich denke, dass gerade für unruhige oder auch hyperaktive Kinder das Tanzen eine gute Übung ist, ruhiger und ausgeglichener zu werden. Ich hoffte, dass ich während des Praktikums in das Be-

rufsleben eines Tanzpädagogen eintauchen kann und wünschte mir, dass ich auch mal eine Unterrichtseinheit selber einstudieren und zeigen kann. Und so war es auch. Eine besondere Herausforderung für mich war es, selber Teile des Unterrichtes von verschiedenen Tanzgruppen zu unterrichten und zu führen. Vor allem das von mir selbst choreographierte Aufwärmtraining an der Ballettstange habe ich gerne angeleitet. Neben Verantwortungsbewusstsein habe ich gelernt, wie ich meine eigenen Fähigkeiten nutzen kann, um Kindern etwas beizubringen, sie zu erfreuen oder ihnen manchmal auch zu helfen. Ich konnte sehen, wie die Kinder etwas lernten und wie sich das, was ich ihnen beibringen wollte, auf sie auswirkte. Sie freuten sich und waren stolz.

Mir hat das Praktikum sehr gut gefallen und großen Spaß gemacht. Alle meine Erwartungen haben sich erfüllt: Ich habe gelernt, wie anstrengend der Beruf eines Tanzpädagogen ist, gleichzeitig aber auch wie interessant und aufregend. Am tollsten fand ich die Unterrichtseinheiten, die ich selber unterrichten und leiten durfte. Es war schön etwas für andere zu tun.

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Paula Andrich


Die Abiturienten 2013

Auf dem Foto von links: Herr Trögner, Keith Schuijlenburg, Anamé Schmieger, Moritz Gilsbach, Neele Heitmann, Katharina Mields, Manischa Eichwalder, Paula Godehardt, Ronja Schultheiß, Michelle Raab, Lydia Radzuweit. Nicht im Bild ist Johannes Hugendick 11 Schülerinnen und Schüler haben in diesem Jahr ihr Abitur gemacht und alle haben bestanden! Herzlichen Glückwunsch! ALLES GUTE für den weiteren Lebensweg!

Zentrale Prüfungen bestanden

Auf dem Foto der Klasse 11 von links: Marie Kirchberg, Dorthe Hahn, Ida Mietz, Johanna Bungarten, Mareike Höhm, Paulina Gilsbach, Anna-Maie Kunstmann, Paula Andrich, Leonie Machut, Sophia Rosenkranz, Luisa Lisowski, Katharina Reinhard, Selena Schmieger, Tobias Hugendick, Nelson Wood, Inga Queckenstedt, Lennart Ahuis, Mark Tumba Nitschke, Tamiro Engels, Maxim Kurze, Tom Muylkins, Tom Hanke, Fernando Schmidt, Janis Eichwalder, Ben Lefebvre, Lukas Möring, Merlin Finke und Luca Bock (nicht auf dem Foto: Lasse Krisztian, Peter Seidel und Melvin Deak) Sie haben ihre Zentralen Prüfungen in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathe (ZP 10 Prüfungen) überstanden und sie lachen noch. Viele von ihnen verlassen nun nach 11 Jahren die Waldorfschule mit der Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe oder dem Realschulabschluss. Allen Schulabgängern sei an dieser Stelle ALLES GUTE gewünscht!

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Infotag der Rudolf-Steiner-Schule Hagen Veranstaltung nach der Monatsfeier am 08.06.2013 Die letzte Monatsfeier des Schuljahres 2012/2013 wollten wir in diesem Jahr nutzen, um unsere Schule ein wenig mehr zu öffnen und interessierten Menschen einen Einblick in die Waldorfpädagogik zu ermöglichen. Aus diesem Grund wurde die Monatsfeier um einen Vortrag am Freitag abend und die Eröffnung der HKU-Ausstellung (HKU = Handwerklich-Künstlerischer Unterricht) sowie den „offenen Klassenzimmern“ am Samstag auf die „Infotage“ erweitert. Es wurde bei strahlendem Wetter ein rundum gelungenes Wochenende, das dank engagiertem Einsatz der Lehrer und Lehrerinnen, einer charmanten und informativen Moderation der Monatsfeier durch Herrn Klein-Engelen und Frau Born - sowie nicht zuletzt einem tollen Mitmachprogramm der Hagener Waldorfkindergärten für die Kleineren- ein großer Erfolg. Die Bilderstrecke gibt Eindrücke vom Programm, einer schönen Monatsfeier und vielen bereichernden Gesprächen. Und für alle die, die jetzt noch mehr wissen wollen, gibt es bald das traditionelle pädagogische Wochenende mit der Möglichkeit, bei vielen Themen noch tiefer einzusteigen. Es beginnt am Freitag, den 11.10. um 20.00 Uhr, mit einem Vortrag und geht mit Kursen und Gesprächskreisen am Samstag, den 12.10.2013 vormittags, weiter. Der Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit

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Projekt1:Layout 1

19.06.2013

18:38

Seite 1

NG USSTELLU0 Uhr A T S B R E H von 10 - 2 .2013

am 13.09

Filzen  Stricken  Spielwaren  Ganztags-/Abendkurse  jahreszeitl. Dekoration  skandinavisches Interieur  Schuhe  anthr. Literatur  Spielwaren  Kleidung für Kinder und Erwachsene 

Großes Kursprogramm für Kinder und Erwachsene: 1.

Ganztagskurs Filzen, Sa. je 11-17 Uhr: 21.09, 05.10, 19.10.

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Krippenfiguren filzen, Di. 17-22 Uhr am 26.11.

Kleidung filzen 8.10 (19-22 Uhr),10.10. (19-22 Uhr), 14.10. (17-19 Uhr) insgesammt 3 Termine

2.

8.

3.

Mutter und Kind Kurs je 15-18 Uhr am 24.7, 19.09, 07.10., 14.11, 25.11

Nunofilzen mit Wolle und Seide am 24.09. von 17-22 Uhr

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4.

Kinderkurse filzen, je 15-18 Uhr am 23.09, und 21.11.

Adventkalender filzen am 12.11 und 19.11 je 18-21 Uhr

5.

Kinderferienkurs Sommerferien 29., 30. und 31. Juli je 9-14 Uhr

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Kinderferienkurs Herbstferien 28.,29.,30. und 31. Oktober je 9-13 Uhr

10. Strickkurs für Anfänger und Fortgeschrittene 14.11, 21.11, und 28.11 je 19-21 Uhr 11. Wollbildkurs am 4. und 5. 11. je 19-22 Uhr

Wir bieten auch Freundinnenkurse an. Näheres hierzu findest Du auf www.derwollwichtel.de Öffnungszeiten: Mo - Fr 10 bis 17 Uhr, samstags von 10.00 bis 14.00 Uhr (mittwochs geschlossen) Im Mühlenwert 20 (früher Möbel Frenzel), 58135 Hagen-Haspe Tel.: 0 23 31 / 7 37 94-33

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Tattoo – Bericht über eine neue Form der Theaterarbeit Ein Experiment mit Erfolg Ein Lehrer berichtet Wie es zu der Theaterarbeit kam Im Jahre 2009 habe ich zusammen mit meinem MusikKollegen Thomas Buchner als Achtklass-Spiel mit der jetzigen 12. Klasse das Musical „Oliver Twist“ auf die Bühne gebracht. Für die Schüler war es ein ganz besonderes Ereignis, dieses Stück zu erarbeiten und die Ergebnisse monatelangen Bemühens endlich in unserem Pavillon zu präsentieren, und das Stück ist mit großer Begeisterung von den Zuschauern aufgenommen worden. Eine ganz neue Erfahrung war es jedoch für die Schüler, nicht nur vor heimischem Publikum zu spielen, sondern ihre Arbeit erneut auf der großen Bühne des Hagener Theaters im Rahmen der Hagener Schul- und Jugendtheatertage einem fremden Publikum und vor den Augen einer kritischen professionellen Jury zu zeigen. Die Freude der Schüler war riesig, als unsere Arbeit dann auch noch von der Jury prämiert wurde. In den folgenden Jahren habe ich noch einige Acht- und ZwölftklassSpiele an unserer Schule inszeniert, allerdings lagen die Termine unserer Aufführungen immer so, dass wir leider nicht an den Schul- und Jugendtheatertagen teilnehmen konnten. Da sich für dieses Schuljahr abzeichnete, dass es wohl kein (deutschsprachiges) Oberstufen-Theaterstück geben würde, habe ich versucht zwei Ideen in einem Projekt umzusetzen: 1. Ich habe schon lange Zeit über eine Theaterarbeit nachgedacht, die sich von den üblichen Acht- und ZwölftklassSpielen - also vom Arbeiten im Klassenverband - lösen

würde und stattdessen mit Schülern stattfinden würde, die sich freiwillig und mit großer Leidenschaft der Theaterarbeit widmen. 2. Mit einer solchen Schülergruppe wollte ich endlich einmal wieder an den Hagener Schulund Jugendtheatertagen teilnehmen, da wir ja terminlich von Stunden- und Epochenplänen unabhängig sein würden. Und so kam es dazu, dass wir vor den Weihnachtsferien ein erstes Treffen und erste Proben zu dem Theaterstück „Tattoo“ im Pavillon der OGS durchführten. Wir, das waren: Luis Beyer (12. Klasse), Franca Ledermann (12. Klasse), Helen Ledermann (10. Klasse), Johanna Mann (10. Klasse), Leon Mann (12. Klasse) und ich. Zum Stück In einer solchen kleinen Theatergruppe lässt sich natürlich ganz anders arbeiten als mit einer ganzen Schulklasse, auch thematisch. So haben wir uns an ein großes gesellschaftliches Tabu-Thema herangewagt, an das Thema des innerfamiliären sexuellen Missbrauchs. Experten gehen davon aus, dass 10 – 25% aller Kinder im Laufe ihres Lebens Opfer (innerfamiliärer) sexueller Gewalt werden, wobei die Dunkelziffer natürlich enorm hoch ist. Die dabei am häufigsten vorkommende Täter-Opfer-Konstellation ist die von Vater und Tochter. Aufgrund der Häufigkeit des Auftretens solcher Missbrauchs-Fälle wäre es also keinesfalls verwunderlich, wenn auch Mädchen unserer Schule betroffen wären. Auch vor diesem Hintergrund schien uns das Thema sehr passend zu sein. Das Stück selbst basiert auf der Grundlage des Textes „Tä-

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towierungen“ von Dea Loher, einer zeitgenössischen Theaterdichterin, der vor ca. 15 Jahren bei seinem Erscheinen von Preisen überhäuft wurde. Es wird in diesem Stück deutlich gemacht, mit welchen Mechanismen der Täter (in diesem Fall der Vater) sein Opfer (in diesem Fall seine beiden Töchter) unter Druck setzt, welche Folgen daraus für das Opfer und die ganze Familie erwachsen, z.B. dass Mädchen, denen ein solches Schicksal widerfahren ist, ihr Leben lang beziehungsunfähig bleiben. Gestaltung des Probenprozesses Schon beim ersten Treffen war deutlich, welcher Schüler welche Rolle übernehmen würde. Deswegen konnten wir ohne Diskussionen über Rollenbesetzungen unmittelbar in den Probenprozess einsteigen. Mir war es wichtig, dass weder die Schüler, noch ich irgendeine Unterrichtsstunde für die Proben ausfallen lassen müssten, da dieses Theaterprojekt nicht in den aktuellen Stundenplan zu integrieren gewesen wäre. Wir haben also ausschließlich nach dem Schulunterricht, an den Wochenenden, an Feiertagen und in den Ferien gearbeitet. Die meisten Schüler zeigten innerhalb kürzester Zeit große Textsicherheit und, was mir viel wichtiger war, die entsprechende Beschäftigung und Identifikation mit der jeweiligen Rolle. Gerade in der Anfangszeit war es für mich immer wieder sehr ergreifend zu beobachten, mit welcher Intensität die Schüler ihre Rollen ergriffen hatten, so dass ich oft zu Tränen gerührt im Zuschauerraum saß (ohne dass die Schüler dies merkten), und ich spürte schnell, dass das fesselnde und authentische Spiel der Schüler in dieser Inszenierung ganz im Mittelpunkt stehen müsste, so dass ich weitestgehend auf ein unterstützendes Bühnenbild verzichten konnte. Wir machten erstaunlich gute und schnelle Fortschritte, das Konzept der Inszenierung schien aufzugehen, so dass

wir frühzeitig schon an Kleinigkeiten und Details arbeiten konnten Doch erst zur Generalprobe bereicherte Leon das Gesamtwerk noch durch ein nachts zuvor von ihm selbst komponiertes und selbst getextetes Lied, das wir dann kurzerhand in das Stück einfügten. Die Aufführungen Am Freitag, dem 14. und Samstag, dem 15.06. kam es dann in unserem Pavillon zu den von den Schülern und mir mit Spannung erwarteten Aufführungen, die beide ohne irgendwelche Pannen „über die Bühne“ gingen. Das Publikum schien vom Spiel gefesselt zu sein, denn während beider Vorstellungen war es absolut still im Zuschauerraum, und bis auf einen mir persönlich nicht bekannten Jugendlichen, der permanent auf seinem Handy herumtippte, schaute das Publikum gebannt auf die Bühne. Dass das Thema des Spiels das Publikum zutiefst bewegt hat, konnte ich an den Rückmeldungen, die ich nach den Aufführungen bekam, deutlich ablesen. Die Begeisterung über das nahezu professionelle Spiel der Schüler mischte sich mit der Nachdenklichkeit und der Betroffenheit, die das Thema des Stücks bei den Zuschauern ausgelöst hat. Eine ähnliche Rückmeldung bekamen wir bereits am 03.06., als wir im Rahmen der „EckStücke“ (eine Zusammenarbeit zwischen dem Theater Hagen und der Stadtbücherei an der Springe) eine Szene aus unserem Stück in der Stadtbücherei zeigten. Es war für mich einfach faszinierend zu beobachten, mit welcher Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit die Schüler diese Szene, in der es doch um sehr intime Gefühle ging, dort präsentierten, obwohl die Zuschauer nur „auf Armlänge“ von den Spielern entfernt saßen. Bereits hier zeichnete sich ab, dass auch die Organisatoren der Schul- und Jugendtheatertage gespannt auf das Gesamtwerk waren.

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Am Montag, dem 17.06. wurde dann also auf der großen Bühne des Theaters Hagen gespielt. Auch hier zeigten sich die Schüler keinesfalls eingeschüchtert, sondern sehr souverän, obwohl die Umgebung, die Größe der Bühne, die Weite des Zuschauerraums schon sehr imposant waren. Dennoch haben die Schüler es geschafft, auch an dieser fremden Spielstätte ihr Publikum in ihren Bann zu ziehen (an dieser Stelle gilt unser besonderer Dank allen Schulmitgliedern, die trotz der heißen Außentemperaturen den Weg ins Theater gefunden haben und somit die Schüler moralisch unterstützt haben). Bereits an diesem Montag kam es nach der Aufführung seitens der Jury und anderer Mitarbeiter des Theaters zu anerkennenden Bemerkungen. Am Dienstag, dem 18.06. ging es dann zur Preisverkündung. Der Moderator dieser Veranstaltung, Werner Hahn, Leiter des Hagener Kinder- und Jugendtheaters, verlas zu jedem einzelnen Beitrag (es gab insgesamt 18 Schulen, die teilgenommen haben) die positiven Aspekte, die die jeweilige Jury erkannt hatte, aber auch Verbesserungsvorschläge und zum Teil deutliche Kritik an den Darbietungen. Als es zum Beitrag der Rudolf Steiner Schule kam, war auffällig, dass er ausschließlich die positiven Rückmeldungen der Jury verkündete, Verbesserungsvorschläge oder gar negative Kritik schien es nicht gegeben zu haben. Das ließ die Schüler und mich natürlich sehr hellhörig werden, und tatsächlich … als der spannende Moment der Bekanntgabe des „Siegers“ kam, wurde es deutlich … den ersten Platz in der Kategorie für die Oberstufe wurde vom Theaterstück „Tattoo“ belegt. Ich denke, Sie können sich ausmalen, was in diesem Moment in den Schülern vorging!!! Der Lohn für ein halbes Jahr intensiver körperlicher und seelischer Strapazen wurde mit einer kaum zu beschreibenden Begeisterung entgegengenommen.

die an einem solchen Projekt teilnehmen, wahrscheinlich ein Leben lang von diesen Erfahrungen zehren können und erfüllt sein werden. Und das ist für mich (unter anderem) praktisch gelebte Waldorf-Pädagogik! Fazit: In welcher Form auch immer … bei den nächsten Schul- und Jugendtheatertagen (es sind die 25. Theatertage, somit also eine Jubiläumsveranstaltung) wird die Rudolf-Steiner-Schule mit Sicherheit vertreten sein! Uwe Depping theaterhagen berichtet „Mit „Tattoo“ hatte sich die Theater-AG der RudolfSteiner-Schule an das schwierige Thema des sexuellen Missbrauchs in der Familie herangetraut. Für die sensible Umsetzung wurde sie ebenfalls mit einem ersten Preis belohnt. „In dieser konsequenten Inszenierung passt alles zusammen“, urteilte die Jury. „Die Schülerinnen und Schüler haben sich den hohen Anforderungen des Stücks gestellt und sich mit der richtigen Mischung aus Distanz und Identifikation auf die Figuren eingelassen.“

Zukunftsperspektive

Eine Schülerin berichtet

Für mich war diese Form der Theaterarbeit ein Experiment, ich wollte sie einfach einmal ausprobieren. In dem halben Jahr der Zusammenarbeit mit den Schülern habe ich gemerkt, wie erfüllend dieser Prozess für sie (und für mich) gewesen ist. Einer der Schüler, der im nächsten Jahr im Abiturjahrgang sein wird, sagte mir heute (19.06.) in etwa wörtlich: „Egal, ob ich das Abitur schaffe oder nicht … ich werde das nächste Projekt mitmachen! Das ist mir die Sache wert!“ Auch andere Schüler unserer Schule, die in diesem Projekt nicht dabei waren, haben schon ihr großes Interesse bekundet, bei einem nächsten Theaterprojekt unbedingt dabei sein zu wollen. All dies zeigt mir, dass das Experiment gelungen ist und dass die Schüler,

Als Herr Depping uns - fünf Schüler aus zehnter und zwölfter Klasse - vor Weihnachten fragte, ob wir uns ein Theaterprojekt mit ihm vorstellen könnten, zögerte keiner von uns, ihm eine verbindliche Zusage zu geben, da wir alle sehr gerne schauspielern. Wie wahrscheinlich schon viele von Euch/Ihnen mitbekommen haben, spricht das Stück eine gesellschaftlich schwierige Thematik an - den sexuellen Missbrauch innerhalb der Familie. Zunächst war es für uns nicht leicht, einen Zugang zu diesem, uns doch so fremden Thema zu bekommen. Allerdings begriffen wir schnell, welche Bedeutung die Aufarbeitung dieses Themas, mit dem viel mehr Menschen, als

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allgemein erwartet wird, Erfahrungen gemacht haben, für uns persönlich, aber auch für unser Publikum ist. Schließlich gelang es uns, in den Proben, die allesamt außerhalb der Schulzeit stattfanden, auch viel Spaß zu haben. Der Gedanke an den Realitätsgehalt versetzte uns allerdings immer wieder in eine sehr ernsthafte, nachdenkliche Stimmung. Die Rolle des Vaters hatte sicher den eindrucksvollsten, brutalsten Effekt. Doch mit der Zeit ist uns sowohl die Mitschuld als auch die persönliche Betroffenheit der bewusst wegschauenden anderen Angehörigen deutlich geworden. Die zwei gelungenen Aufführungen in der Schule und der Sieg bei den Hagener Schul- und Jugendtheatertagen zeigten uns, dass diese Art der Auseinandersetzung sich in jeder Hinsicht gelohnt hat.

Vielen Dank allen Besuchern und Mitwirkenden! Franca Ledermann

Gäste aus Russland an der Schule

Nach den Herbstferien 2012 waren wieder Gäste aus der russischen Partnerschule in Smolensk zu Besuch in Hagen. Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 und 11 aus Russland sowie einige Lehrer und Lehrerinnen nahmen zwei Wochen lang am Unterricht teil und lebten bei Familien der deutschen Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 10 und 11. Gemeinsam wurde eine Menge unternommen - Ausflüge nach Köln, zur DASA in Dortmund oder die Besichtigung

der Kluterthöhle standen ebenso auf dem Programm wie Touren in kleinen Gruppen nach Münster und Düsseldorf oder auch ins Hagener Theater. Zum Abschluss wurde ein russischer Abend im Pavillon der Schule gefeiert, bei dem die Ergebnisse der Projektarbeiten, die in der Schule stattfanden, vorgeführt wurden.

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„Stark für‘s Leben“, Schule als Entwicklungschance Eltern berichten von der 80. Bundeselternratssitzung

Unter diesem Motto fand im Februar die 80. Bundeselternratstagung an der Freien Waldorfschule in HaanGruiten statt. Eingeleitet wurde das Tagungswochenende am Freitagabend mit dem Vortrag „Zwischen Tag und Nacht. Die Unterstützung der Ich-Entwicklung durch die Waldorfpädagogik“ von Prof. Dr. Jost Schieren begleitet mit Rezitationen von Prof. Ulrich Maiwald. Herr Schieren erläuterte in einem philosophischgeschichtlichen Kontext die Grundlagen der Waldorfpädagogik unter Einbeziehung der verschiedenen Altersstufen der Kinder und Jugendlichen. Herr Maiwald ergänzte und begleitete den Vortrag mit Rezitationen von Novalis. Am Samstag und Sonntag wurde in einem breiten Spektrum von Arbeitsgruppen erarbeitet inwieweit Waldorfschulen dazu beitragen den Einzelnen in der Gemeinschaft stark fürs Leben zu machen. Die Möglichkeiten, welche im Unterricht und in der Selbstverwaltung zur Menschbildung betrieben werden, zu erkennen und zu nutzen. Die „richtige“ Arbeitsgruppe zu wählen war nicht so einfach, da das Angebot an Gruppen und Dozenten wirklich vielfältig und interessant war. Hier möchte ich kurz einige Arbeitsgruppen aufzählen: Inklusion - was bedeutet das für uns, Offene Ganztagsschule als Bindeglied zw. Schule und Elternhaus, Das Qualitätsprojekt des Bundes der Freien Waldorfschulen, Schmieden, Soziale Kompetenz und Erlebnispädagogik, Formenzeichnen, Fremdsprachenunterricht auf dem Prüfstand: Fragen u. Antworten, Bilanzen und Perspektiven, Gewaltfreie Kommunikation, Stark fürs Leben durch Eltern-Lehrer-Trägerschaft........ Am Samstag erwarteten die Gastgeber und Tagungsteil-

nehmer außerdem einen prominenten Gast, Bildungsministerin Sylvia Löhrmann hatte sich angemeldet. In ihrer Rede spannte Frau Löhrmann den Bogen von der aktuellen Schulpolitik zur Waldorfpädagogik. Über letztere sprach sie mit Anerkennung und Sympathie. Zu erwähnen gilt auch die große Leistung der Freien Waldorfschule HaanGruiten, solch eine Tagung zu stemmen. Immerhin hatten sich an die 250 Teilnehmer auf den Weg dorthin gemacht. Neben der geistigen Kost wurden zudem die Teilnehmer mit einem erwähnenswerten Essen verköstigt. Vegetarisch, regional, saisonal und biologisch! Der Höhepunkt des Rahmenprogramms war mit Sicherheit die Aufführung „ Carneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns. Hier konnten wir die Initiative von Lehrern, Eltern und Schülern spüren. Eine große Aufführung mit Akteuren aus sieben Klassen und dem Mittelstufenorchester, welches von Lehrern und Eltern unterstützt wurde. Unterstützt wurden die Abgeordneten unserer Schule bei dieser Tagung von Arnd Mager (Vorsitz des Elternrates) und von Carmen Mager und Elske Jilli aus den Vorstand. Durch die ungewöhnlich vielen Teilnehmer aus unserer Schule konnten wir immerhin fünf von siebzehn Arbeitsgruppen besuchen, uns rege austauschen und Fahrgemeinschaften bilden.

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Sabine Böcker


Praktischer Werkunterricht für Eltern Um den Werkunterricht aus der Praxis kennen zulernen, hat Frau Hugendick die Eltern der fünften Klasse an zwei Samstagen für jeweils vier Stunden in die Werkräume eingeladen. Unsere Kinder sind in dem Werkunterricht damit beschäftigt Kücherhelfer wie Holzlöffel, Pfannenwender und Salatbesteck herzustellen und so sollte es auch für die Eltern sein. Unter der Anleitung von Frau Hugendick bekamen wir zuerst Birkenstämmchen, die wir in drei Teile sägen mussten. Die Birkenstücke wurden dann mit dem Spaltbeil in der Häfte aufgespalten. Auf die Hälfte wurde dann der Umriss des Gegenstandes gezeichnet. Danach bekamen wir ein kleines Beil um die Birkenstücke in die grobe Form zu bringen. Interessant war hier, dass dieses Beil, wenn es knapp unter dem Keil gefasst wird, wie ein Schnitzmesser arbeitet.

Frau Hugendick hatte immer ein wachsames Auge und einen guten Tipp für die Eltern parat. Sie erläuterte den Gebrauch von Hohlbeitel, Raspel und Schnitzmesser. Nach vier Stunden, die wir arbeitsam gemeinsam verbracht hatten, waren jede Menge Löffel und Pfannenwender entstanden. Doch es gab auch einen Tortenheber und eine Schütte. Die Feinarbeiten, d.h. die verschiedenen Schleifgänge, konnten zu Hause fortgeführt werden, denn hier sind nach Ehrgeiz und Anspruch noch Stunden auszufüllen, die den Rahmen in der Schule gesprengt hätten. Es war für die Eltern ein sehr schönes Erleben und wir konnten sehr gut nachvollziehen warum dieser Unterricht bei unseren Kindern so einen hohen Stellenwert hat. Ein großes Dankeschön an Frau Hugendick für die Zeit und die schönen Werkstücke, die ohne ihre Unterstützung nicht zustande gekommen wären! Sabine Böcker

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Lehrer stellen sich vor Aus dem Nähkästchen geplaudert Miriam Duschek

Thomas Buchner

Tätigkeiten/Fächer an der Schule: Klassenlehrerin der Kl. 3 und Handarbeiten; Organisation der Monatsfeier, Mitglied im AKÖ zuletzt gelesen: einen Alpenkrimi Kochen: Couscous mit verschiedenen Beilagen / Süßes letztes Reiseziel: durch die Alpen mit dem Wohnmobil Uwe Depping

Tätigkeiten/Fächer an der Schule: z.Zt. Musiklehrer/Schulorchester, Vorstand Förderverein, Pädag. Konferenzleitung, Musikinstrumentenverleih, Vertrauenskreis zuletzt gelesen: Meister der Dämmerung: Peter Handke (Malte Herwig); Der Hundertjährige... (Jonas Jonasson) Kochen: kein guter Koch! Pfannekuchen gelingen aber ausgezeichnet! letztes Reiseziel: Italien, Meer, Städte und Alpenregion

Tätigkeiten/Fächer an der Schule: Klassenlehrer, Deutsch und Spanisch in der Oberstufe, Klassenspiele für die Unterund Oberstufe/ Theaterprojekte zuletzt gelesen: die dreißig AbschlussKlausuren meiner Elftklässler Kochen: Am besten Kaffee; meine Töchter meinen, ich könnte Tortilla ganz gut hinbekommen letztes Reiseziel: Lanzarote Annette Hugendick

Heike Dinter Tätigkeiten/Fächer an der Schule: Klassen- und Musiklehrerin (studierte Fächer: Deutsch, Geographie), Mitglied der Leitungskonferenz, OGS-Beauftragte/Kollegium, Leitung Technische Konferenz zuletzt gelesen: Monika Kiel-Hinrichsen, Helmut Hinrichsen: Pubertätssprechstunde Kochen: Lasagne (wobei man „am liebsten“ bei meiner Kochunlust eigentlich nicht reden kann letztes Reiseziel: Frankreich/ Œle díOlÈron

Tätigkeiten/Fächer an der Schule: Werken und ab dem nächsten Schuljahr Handarbeiten in der Unterstufe zuletzt gelesen: Die Regenbogentruppe - ein autobiografischer Roman von Andra Hirata über eine Dorfschule in Indonesien. Kochen: Am liebsten koche ich überhaupt nicht, tue es natürlich trotzdem und koche dann irgendwas mit den Zutaten, die gerade so vorrätig sind (Nudeln, Käse, Salat und Eier sind eigentlich immer da). letztes Reiseziel: eine Konzertreise nach Israel

Tätigkeiten/Fächer an der Schule: Oberstufenlehrer (Chemie, Mathematik, Physik), Klassenbetreuung Kl. 10; Mitglied der Leitungskonferenz und des Vorstandes zuletzt gelesen: Autoreparaturanleitung Kochen: Pasta letztes Reiseziel: Calantsoog

Katrin Christmann

Alexandra Born

Horst Grineisen

Tätigkeiten/Fächer an der Schule: Klassenlehrerin, KLasse 4 zuletzt gelesen: „Der Junge, der Träume schenkt“ von Luca Di Fulvio Kochen: Nudeln mit Lachs letztes Reiseziel: Paraza, Süd-Frankreich

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Tätigkeiten/Fächer an der Schule: Lehrerin für Handwerk und Kunst zuletzt gelesen: Mary Ann Shaffer: The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society Kochen: Kichererbseneintopf letztes Reiseziel: Griechenland


Inge-Lore Schmidt-Walterscheid

Rainer Rudzynski

Tätigkeiten/Fächer an der Schule: Russisch, Geschichte, Sport (Sek. II) z.Zt. Klassenbetreuung Kl. 12, zukünftige Klassenbetreuung Kl. 9 zuletzt gelesen: Bucharina, Anna Larina: Jetzt bin ich schon weit über zwanzig (Biografie der Frau Bucharins, der im Schauprozess zu Stalins Zeiten zum Tode verurteilt wurde); Grüne, Hardy: Glaube, Liebe, Schalke (Die komplette Gschichte des FC Schlake 04) Kochen: Mexikanische Gerichte letztes Reiseziel: Niederlande

Tätigkeiten/Fächer an der Schule: Oberstufenlehrer (Fächer Deutsch und HKU), Klassenbetreuung Klasse 9, Mitglied der Leitungskonferenz zuletzt gelesen: „Die Zeit, die Zeit“ von Martin Suter; auch bei diesem Suter wurde man als Leser erst allmählich des eigentlichen Themas gewahr; der Plott war dann umso überraschender. Kochen: Neben frisch zubereiteten Salaten esse und koche ich gerne Kürbissuppe und Reisgerichte. letztes Reiseziel: Meinen letzten Urlaub habe ich im April dieses Jahres im Languedoc verbracht. Dort haben wir mit unserer Groflfamilie die ersten Sonnenstrahlen des Jahres genossen.

Christoph Herzog Tätigkeiten/Fächer an der Schule: Klassen- und Eurythmielehrer, Schulleitung; Personalressort; die Oberuferer Weihnachtsspiele liegen mir am Herzen zuletzt gelesen: Laurens van der Post: Das Herz des kleinen Jägers Kochen: Bratkartoffeln mit Spiegelei und Möhren (muss ich zum Glück nur selten essen, da meine Frau meistens und vor allem besser kocht als ich) letztes Reiseziel: Berlin - da leben zwei meiner vier erwachsenen Kinder Martina Christmann Tätigkeiten/Fächer an der Schule: Ich bin seit Herbst 1993 an der Hagener Waldorfschule im Fachbereich Eurythmie tätig und unterrichte in der Mittel- und Oberstufe. zuletzt gelesen: Das letzte Buch, welches ich gelesen habe, war von Andreas Neider, mit dem Titel: Der Mensch zwischen ‹ber- und Unternatur Kochen: Ich koche gerne alle Variationen von Gemüsesuppen und Nudelgerichte. letztes Reiseziel: Den letzten Urlaub haben mein Mann und ich zu Ostern mit Kindern, Schwiegerkindern und Enkelkindern in Frankreich in einem Ferienhaus in Parazza am Canal du Midi verbracht.

Elke Herzog Tätigkeiten/Fächer an der Schule: Eurythmie in den Waldorfkindergärten, so wie den ersten drei Klassen der Waldorfschule in Hagen, Heileurythmie an der Schule, im Kindergarten und privat zuletzt gelesen: Markus Sommer: Heilpflanzen (Sachbuch); Martin Suter: Allmen und die Libellen (Kriminalroman) Kochen: ich lasse am liebsten meinen Mann kochen, was dieser leider nur selten tut (dannm muss er allerdings etwas anderes kochen als sein Lieblingsgericht) letztes Reiseziel: Berlin - da leben zwei meiner vier erwachsenen Kinder Sonja Bungarten Tätigkeiten/Fächer an der Schule: Klassenlehrerin, Sport und Spielturnen, Aufnahme neue Erstklässler, Mitglied Leitungskonferenz, Mitglied Vertrauenskreis, Kontaktperson zu den Waldorfkindergärten Hagen und Iserlohn zuletzt gelesen: Carolina De Robertis: Die unsichtbaren Stimmen Kochen: Eintopf, Fischgerichte letztes Reiseziel: Wenn ich die Klassenfahrt nach Manderscheid und Trier nicht mitrechne: Im vergangenen Sommer habe in der schönen Stadt Coburg Urlaub gemacht.

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S. Ali Cengiz

Michael Godehardt

Tätigkeiten/Fächer an der Schule: Informatik / Administration der Computersysteme zuletzt gelesen: Richard David Precht – Anna, die Schule und der liebe Gott Kochen: Kısır letztes Reiseziel: Dänemark

Tätigkeiten/Fächer an der Schule: Klassenlehrer 2. Klasse und Eurythmielehrer zuletzt gelesen: Fonante – Meine Kinderjahre Kochen: Ich koche sehr gerne; - so ziemlich alles. Nur stimmt es mich zusehends nachdenklicher, dass mir meine Töchter das Kochen immer wieder zuvorkommend abnehmen! letztes Reiseziel: Wandertour in den Schweizeralpen

„Traditionelles Kräuterwissen für die heutige Zeit“ Die Kräuterstube stellt sich vor Die „Kräuterstube“ wurde 2010 zusammen mit dem Gartenkreis zur Bereicherung des Lebens an unserer Schule gegründet. Wir übernahmen damit die Anregung einer Mutter, die neu nach Hagen zugezogen war und dieses Projekt seit Jahren aus der Waldorfschule Bochum-Höntrop kannte. Warum machen wir das? Für uns ist es wichtig, das alte Naturwissen, das oft noch bis in die Generation unserer Großeltern vorhanden war, in den letzten Jahrzehnten aber durch den Siegeszug der industriellen Medizin und Lebensmittelproduktion stark zurückgedrängt wurde, in Erinnerung zu rufen und somit wieder lebendig zu machen. Weil es gerade in unserem oft hektischen, naturfernen Stadtleben eine prickelnde und schöne Erfahrung ist, das Leben in der Natur einmal wieder bewusst mit allen Sinnen wahrzunehmen und den Geistern der Pflanzen zu begegnen. Weil es uns frei und unabhängig macht, wenn wir uns mit leckeren, gesunden und nahrhaften Lebensmitteln sowie Heilmitteln aus der Natur für allerlei Alltagsleiden selbst versorgen können. Gerade für Kinder ist das Erfolgserlebnis einer selbstgemachten Marmelade oder eines selbst angesetzten Blütenessigs eine wichtige Erfahrung fürs Leben und sollte von jedem Kind auch in der Schule gesammelt werden können. Dahinter steckt auch der Grundgedanke des altehrwürdigen Paracelsus:

„Eure Nahrungsmittel mögen Eure Heilmittel sein, und Eure Heilmittel mögen Eure Nahrungsmittel sein.“ Wer sind wir? Wir sind eine Gruppe von interessierten, engagierten Müttern unserer Schule die sich auf jeden Fall über Zuwachs riesig freuen. Jeder ist bei uns herzlich willkommen! Alles, was Ihr mitbringen solltet ist Interesse an der Natur und ihren Rhythmen sowie an der kreativen, liebevollen Verarbeitung ihrer Gaben zu den verschiedensten Dingen des täglichen Bedarfs. Nicole Berndt, Engelenergieheilerin und Reiki-Lehrerin: „Ich liebe es, den Dingen tiefer auf den Grund zu gehen, das zu entdecken, was sich nicht auf den ersten Blick zeigt und ihnen ihre Geheimnisse zu entlocken. So offenbart uns vieles in der Natur sein verborgenes Potential, seine Zauberkraft, wenn wir bereit sind, uns für die Elementarwesen und Energien, die die Natur beleben, zu öffnen, uns auf sie einzulassen und ihnen zuzuhören. Das Leben und der Austausch mit den Elementarwesen/ Erzengeln/Engeln in der freien Natur schenken mir das Wissen, das ich in dieses Projekt mit einbringe. Licht und Liebe für Euch alle!“ Claudia Bellmann, Menschen- und Naturfreundin: „Beruflich jongliere ich als Steuer- und Finanzfachfrau mit Zahlen. In der überigen Zeit beschäftige ich mich intensiv mit alternativen Heilmethoden und Pflanzenkunde. Ich bin der festen Überzeugung, dass der Mensch als göttli-

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ches Wesen Krankheit nicht kennen sollte. Die Pflanzenwesen helfen uns, wieder in Einklang zu kommen und uns unserer Göttlichkeit zu erinnern.“ Ingrid Lehnert, “Was man weiß, sieht man erst.“ J.W. v.Goethe. Interesse öffnet die Augen für die Vielfalt der Natur. Nicht nur für ihre Schönheit, sondern auch tiefergehend mit ihren Köstlichkeiten und ihren schier unendlich scheinenden Wirkstoffen. Familiär medizinischpharmazeutisch vorbelastet fand ich schon früh in der Biologie und Pflanzenkunde einen guten Ausgleich zu meinem technisch-künstlerischen Beruf als Architektin. Kerstin Medya Rosan, Heilpraktikerin und Massagetherapeutin: „Schon vor tausenden von Jahren heilten unsere Vorfahren viele Krankheiten und Leiden mit dem Wissen über das Wirken der Lebensenergie und der Elemente im menschlichen Körper. Auch besaßen Sie ein sehr detailliertes Wissen über die Heilkräfte der Pflanzen und Mineralien, das sie sich über die Intuition erschließen. Leider geriet vieles von diesem alten Heilwissen über die Zeit in Vergessenheit. Ich als Heilpraktikerin möchte diese Jahrtausende alten Heilgeheimnisse aller Völker und Kulturen für die heutige Zeit wieder beleben und bringe dieses Wissen gerne in unser Projekt ein. Gottes Segen für Euch!“

Was verarbeiten wir? Je nachdem, was Mutter Natur uns zur Verfügung stellt oder was wir an Spenden von Euch bekommen (z.B. an Obst aus dem Schrebergarten, gesammelten Kräutern vom Waldspaziergang), machen wir zum Beispiel: Obst- und Kräuteressige, Kräutersalz, Marmeladen, Gelees, eingelegtes Gemüse, Sirup, Salben, Cremes, Hautöle, Seifen, Badezusätze, Räucherbündel. Bisherige Aktionen Die Kräuterstube ist seit 2010 mit Naturkosmetik und anderen schönen und schmackhaften Produkten aus eigener Produktion ein fester Bestandteil des Schulbasars. Zur Hauptsammelzeit werden gemeinsame Kräutersammelspaziergänge gemacht. Auch bei den Monatsfeiern sind wir regelmäßig mit frisch gebackenen Waffeln und selbst gemachten Leckereien vertreten. Damit finanzieren wir unter anderem die Geburtstagsgeschenke für die Schulgemeinschaft, eine Aktion, die in diesem Jahr von der Kräuterstube initiiert wurde. Kontakt: Nicole Berndt 02331 78 77 249 oder Kerstin Medya Rosan 0202 705 543 13 E-Mail: kraeuterstube-rsshagen@outlook.de

Der Vertrauenskreis stellt sich vor

Thomas Buchner (Kollegium)

von links: Sonja Bungarten (Kollegium) Andrea Hauschildt (Elternschaft) Yvonne und Olaf Eilert (Elternschaft)

Heidi Holstein-Glasmacher (Elternschaft)

Kontaktadressen des Vertrauenskreises: Thomas Buchner th-buchner@t-online.de 02330-84383 Heidi Holstein-Glasmacher heidi.holstein@arcor.de 02333-5532 Andrea Hauschildt hauschildt.a@gmx.de 02331-204370 Olaf Eilert office@olaf.eilert.de 02333-833534 Yvonne Eilert yvonne.eilert@web.de 02333-833534 Sonja Bungarten sonja_bungarten@t-online.de 02338-873002

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Die neue Schulführung der RSS Hagen Schule im Wandel Vor nun mehr als einem Jahr begannen wir im Vorstand und vor allem im Kollegium, gemeinsam mit einem auf selbstverwaltete Organisationen spezialisierten Berater zu arbeiten. Unser Hauptanliegen war es, verkrustete Strukturen aufzubrechen und unsere Schulorganisation so zu gestalten, dass alle wichtigen organisatorischen Belange effizient und in einem für alle Beteiligten gesunden Umfeld bearbeitet werden können. Nach etwas mehr als einem Jahr kann man Stand heute sagen, dass wir noch einen Weg vor uns haben, sich dieser aber klar abzeichnet (wir uns also nicht in einer Sackgasse befinden) und auch ein Blick zurück uns (die Mitglieder des Vorstands und der Leitungskonferenz) mit positiven Erinnerungen erfüllt. Nachdem sich zu Beginn des Schuljahres innerhalb des Kollegiums eine neue Leitungskonferenzgruppe gebildet hatte und diese mit dem Vorstand und der Geschäftsführung in regelmäßigen Abständen zusammen kam, wurde

deutlich, dass die strikte Trennung von „Kollegiumsthemen“ und „Vorstandsthemen“ nicht zielführend, ja eigentlich gar nicht möglich war. Dies führte häufig dazu, dass entweder Themen doppelt und von beiden Gremien bearbeitet wurden oder wir die Themen von einem Gremium ins andere verschoben, was Zeit und Nerven kostete. Im Vorstand umgab uns sowieso schon die Wahrnehmung, dass der Themenberg, den es bei der Führung einer Organisation, die mit einem mittelständischen Unternehmen durchaus vergleichbar ist, zu bewältigen gilt, für die Bearbeitung in der Gruppe zu groß war, um vorausschauend und umfänglich zu agieren. Im Januar 2013, in einer gemeinsamen Sitzung von Leitungskonferenz und Vorstand mit Herrn Jäckel, beschlossen wir, eine neue Form der Schulführung zu probieren. Wir beschlossen, die Arbeit beider Gremien zu verzahnen und in gemischten Arbeitsgruppen (paritätisch besetzt aus Vorstand und Leitungskonferenz sowie Eltern und Lehrern) zu arbeiten. Eine Übersicht über die vier Themenbereiche der Schulführung (Personal, Pädagogik, Schulentwicklung und Finanzen) kann dem Schaubild entnommen werden. In der Praxis ist es so, dass wir einmal wöchentlich alle zusammen kommen. Zunächst tagen die Arbeitsgruppen meist getrennt für eine Stunde, um „ihre“ Themen in der Tiefe zu besprechen. Danach kommt die große Gruppe zusammen, um sich auszutauschen. Wichtige Entscheidungen werden von den Arbeitsgruppen zwar vorbereitet, dann aber von der Gruppe diskutiert und gemeinsam entschieden.

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Wie gesagt, wir befinden uns noch auf dem Weg. Es ist gar nicht so leicht, die Verantwortung für ein bestimmtes Thema zu übernehmen, dafür aber andere Themen „loszulassen“. Viele wichtige Themen lagen brach, weil zuvor die Zeit für eine intensive Bearbeitung fehlte. Diese nehmen wir nun nach und nach auf: • Ein neues Beitragssystem wurde von der Arbeitsgruppe Finanzen erstellt und auf der Mitgliederversammlung vorgestellt. • Die Arbeitsgruppe Pädagogik hat die OGS-Struktur an die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen herangeführt und beschäftigt sich u.a. intensiv mit der Überarbeitung der Schulordnung.

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• Die Arbeitsgruppe Personal war intensiv mit Personalsuche, aber auch mit Personalgesprächen und Konzepten zur Personalentwicklung beschäftigt. • In der Gruppe zur Schulentwicklung soll die direkte Verbindung zum Elternrat und der Austausch mit diesem verankert sein. Außerdem haben wir hier ein Projekt zum Thema Mittel- und Oberstufe gestartet, zu dem wir im nächsten Schuljahr mehr berichten werden. Und dies sind nur einige „Highlights“ aus unserer Themensammlung. Wir sind zuversichtlich, mit dieser Form

der modernen Eltern-Lehrer-Schulführung die richtigen Impulse setzen zu können, um für unsere Schülerinnen und Schüler das Lern- und Lebensumfeld zu bieten, das ihnen menschengemäße Entwicklung und Bildung ermöglicht. Unsere Schule geht mit frischem Wind in das Jahr ihres 30-jährigen Jubiläums. Wir vom Vorstand und der Leitungskonferenz freuen uns darauf, gemeinsam mit der ganzen Schulgemeinschaft die Segel zu hissen und diesen frischen Wind für die weitere Entwicklung der Schule zu nutzen.

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Unsere Schule hat ein neues Beitrags-System Auf der Mitgliederversammlung am 05. Juni 2013 wurden nicht nur die Bilanz für das Jahr 2012 und die kurz- und mittelfristigen Haushaltsplanungen vorgestellt. Darüber hinaus erläuterte der Vorstand ausführlich, dass das Beitragssystem unserer Schule dringend einer Aktualisierung bedarf. Eine entsprechende Vorlage wurde vom Vorstand in einer Arbeitsgruppe erarbeitet und der Mitgliederversammlung vorgestellt. Im Folgenden möchten wir aus Sicht des Finanzkreises, der die Umsetzung des neuen Systems sicherstellen und begleiten muss, die wichtigsten Änderungen vorstellen. Bisherige Elternhäuser Die Elternhäuser, die bereits an unserer Schule sind sollen aber ihren Beitrag zur Sicherung der Schulfinanzen leisten. Die Mitgliederversammlung hat aus diesem Grund, nach ausführlicher Erläuterung durch den Vorstand, mit großer Mehrheit die Erhöhung aller Elternbeiträge um 20,00 EUR pro Elternhaus ab August 2013 beschlossen. Neue Elternhäuser Zukünftig leistet jedes Elternhaus einen Haushaltssicherungsbeitrag (HSB). Die Höhe für das erste (165,00 EUR) und zweite Kind (85,00 EUR) orientiert sich an der aktu-

ellen Haushaltsplanung und wird jährlich neu festgesetzt. Faktisch ist der HSB aber nur eine kalkulatorische Größe. Grundlage des Elternbeitrages bleibt das Einkommen der Familie. Damit bleibt unsere Schule dem seit Gründung gelebten Solidarprinzip treu. Bemessungsgrundlage für den Elternbeitrag sind die nachgewiesenen positiven Einkünfte der Familie. Davon werden 5% als Elternbeitrag zugrunde gelegt. Übersteigt dieser Betrag den festgesetzten HSB, gilt der übersteigende Betrag als Spende. Unterschreitet dieser Betrag den HSB, gilt der HSB zunächst als Elternbeitrag. Eine Herabsetzung des Elternbeitrages unter den HSB kann jederzeit mit dem Finanzkreis besprochen werden. Allerdings sind dann – und das ist neu – eine stichhaltige Begründung und die Zustimmung des Vorstandes notwendig. Der Finanzkreis kann zukünftig eine Reduzierung des Elternbeitrages unter den festgelegten HSB nicht mehr vereinbaren. Neben dem Elternbeitrag wird es auch zukünftig eine Bauspende in Höhe von 1.000,00 EUR geben, die jedes Elternhaus einmalig zum Erhalt und zur Finanzierung unserer Schulgebäude beiträgt. Ebenso bleiben die Materialpauschale und der Schulbuch-Eigenanteil, die im Durchschnitt ca. 8,50 EUR pro Kind und Monat ausma-

Beispiele Beispiel 1 (1 Kind) Positive Einkünfte (EStB)

Beispiel 2 (1 Kind)

Beispiel 3 (2 Kinder)

30.000,00 EUR

65.000,00 EUR

65.000,00 EUR

1.500,00 EUR

3.250,00 EUR

3.250,00 EUR

/12 Monate

125,00 EUR

271,00 EUR

271,00 EUR

festgesetzter HSB

165,00 EUR

165,00 EUR

250,00 EUR

165,00 EUR*

271,00 EUR

271,00 EUR

davon Spende** 0,00 EUR 106,00 EUR * Reduzierung durch Vorstandsbeschluss, Minimum 50,00 EUR auf Antrag möglich, Besprechung mit dem Beitragskreis ** Spendenquittungen können zukünftig nur noch dann ausgestellt werden, wenn im Verein ein positives Jahresergebnis bilanziert werden kann.

21,00 EUR

davon 5% p.a.

rechnerischer Elternbeitrag

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chen erhalten. Die Einmalspende in Höhe von zwei Monats-Elternbeiträgen wird es zukünftig nicht mehr geben. Ebenso entfällt zukünftig der Kulturbeitrag in Höhe von 15,00 EUR pro Jahr. Eine weitere wesentliche Änderung ist, dass sich die Elternbeiträge zukünftig automatisch, gekoppelt an den Verbraucherpreis-Index des Statistischen Bundesamtes, anpassen werden. Mit diesem neuen Beitragssytem sollte dem Vorstand unserer Schule der Spagat zwischen einer gerechten Verteilung der Lasten und einer nachhaltigen Sicherung der Schulfinanzen gelungen sein. Anwendung findet dieses neue Beitragssystem bei allen Elternhäusern, die ab dem Schuljahr 2013/2014 neu an unserer Schule starten.

Zugegeben, die Finanzierung des Elternanteiles am Schulhaushalt unserer Schule ist ein komplexes System. Der Finanzkreis ist immer ansprechbar. Das gilt sowohl für kleine oder große finanzielle Krisen, die ein Elternhaus erlebt, als auch für kleine oder große Glücksfälle. Zu guter Letzt muss an dieser Stelle noch erwähnt werden, dass die Arbeit des Finanzkreises, der ja ausschließlich aus Eltern besteht, nicht möglich wäre, wenn uns das Schulbüro nicht organisatorisch den Rücken freihalten würde und alle Ergebnisse der Beitragsgespräche stetig verwalten, buchen und überwachen würde. Hierfür gebührt unser Dank.

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Für den Finanzkreis, Henning Funke im Juni 2013


Die Schule blüht auf Zwei Jahre Garten-und Instandhaltungskreis werden sichtbar Nach nun fast zwei Jahren Garten- und Instandhaltungskreis sind die Bemühungen nun immer deutlicher zu sehen. Es wurde Unkraut entfernt, zurück geschnitten, Regenrinnen gesäubert, Flächen umgestaltet, entmüllt und entrümpelt, gefegt, Werkbänke und Türen abgeschliffen, gemalert, und und und. Ohne die tatkräftige Hilfe der Eltern und Kinder – und vor allem auch von unserem lieben Hausmeister und Alleskönner Klaus Neugebauer - wäre dies nicht zu bewerkstelligen. Das gemeinsame Werkeln auch mit den Kindern und das anschließende Speisen, bei dem ein reger Austausch stattfindet, verschafft ein neues Gefühl für unsere Schule. Schüler erfahren, dass sich ihre Eltern auch für das äußere Erscheinungsbild ihrer Schule engagieren und lernen somit einen sorgsameren Umgang mit dieser. vorher

Die Termine, an denen der Garten-und Instandhaltungskreis und alle fleißigen Helfer sich treffen, werden jeweils am Schuljahresanfang im Jahresplan sowie in den wöchentlichen Rundbriefen bekannt gegeben. Treffpunkt ist immer um 9:30 Uhr am Unterstufengebäude, aber auch wer erst später kommen kann, bleibt bestimmt nicht arbeitslos. Wer Informationen darüber haben möchte, wie der Garten- und Instandhaltungskreis arbeitet, schaut mal hier vorbei: http://waldorfgartenkreis.blogspot.de Hier findet man Infos über Termine und Fotos von den Aktionen. Wir danken allen fleißigen Helfer/innen, die mitgeholfen haben, unsere Schule zu verschönern.

nachher Ganz besonderen Dank gilt Christoph Rosenkranz mit seinem Neffen Sebastian Pax, die mit Mann und Gerätschaften maßgeblich mitgeholfen haben, unsere Außenanlagen zu gestalten. Alle Eltern, Lehrer/innen und Kinder sind herzlich eingeladen, bei den nimmer endenden Aufgaben gemeinsam mitzuhelfen. Katja Funke

immer wieder

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Rezepte

Schichtdessert

Tomaten-Feta-Dip

1 kg Weintrauben, kernlose

1 Paket Feta-Käse

250 g Quark

200 g Frischkäse

250 g Mascarpone

1/2 kleine Zwiebel(n)

250 g Schlagsahne

2 Knoblauchzehe(n), nach Geschmack

2 Pck. Kekse (American Cookies)

6 Tomate(n), getrocknet, in Öl eingelegte

1 Pck. Vanillinzucker

Salz und Pfeffer

100 g Zucker

1 TL Basilikum, getrocknet oder TK 1 Prise Oregano

Die Sahne steif schlagen, aus Quark, Mascarpone und Zucker eine Creme zubereiten und mit der Schlagsahne verrühren. Die American Cookies zerbröseln.

Alle Zutaten mit einem Pürierstab zerkleinern. Dazu passt geröstetes Brot oder Kracker.

In eine große Schüssel die Hälfte der Weintrauben geben, darüber die Hälfte der Creme verteilen, darauf die Hälfte der zerbröselten Cookies, danach wird alles nochmal in gleicher Reihenfolge geschichtet. Tipp: Am besten lässt man das Dessert noch etwas stehen, damit die Creme sich verteilen kann.

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Kontaktdaten Waldorfkindergärten Hagen e.V. Delstern Elternvertreter

Vogelgruppe

Mäusegruppe Spatzennest

Emma Wolff

02338 8748608

Simone Schulte

02334 54369

Jessika Blankenagel

0151 16628707

Lisa Söhnchen

0163 8898995

Natasche Smith

02337 270154

Nancy Kettschau

0173 6876996

Gartenkreis

Nachfolger/in gesucht!

Bastelkreis

Natalie Clever

02337 474390

Beate Görlich

02331 3485876

Öffentlichkeitsarbeit

Birgit Paura

02331 2043422

Redaktion Triangel

Ingrid Bald

02331 56057

Simone Brenner

02331 9337808

Anke Sturr

02333 7978655

Andreas Ehrhardt

02331 7877249

Barbara Gehrmann

02335 7690365

Stefanie Berghaus

02331 6952639

Tina Quasdorf

02332 758776

Christian Greven

0177 4701724

Rosen

Jan Reinhardt Claudia Woste

02302 7073693 02331 3757288

Schneeglöckchen

Christin Hufe

02335 9679991

Diana Gonzales

02331 3734709

Gartenkreis

Jan Reinhardt

02302 7073693

Öffentlichkeitsarbeit

Doris Muylkens-Germann

Erzieherin

Redaktion Triangel

Doris Muylkens-Germann

Schneeglöckchen

Johannes Streitmater

Vater Schneeglöckchen

Haspe Elternvertreter

Gänseblümchen Löwenzahn Pusteblume

Delstern Haspe Anschrift: Am Berghang 31, 58093 Hagen Louise-Märcker-Str. 1, 58135 Hagen Telefon: 02331 77888 02331 406155 Fax: 02331 340234 E-Mail: delstern@waldorfkindergarten-hagen.de haspe@waldorfkindergarten-hagen.de Internet: www.waldorfkindergarten-hagen.de

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Kontaktdaten Rudolf-Steiner-Schule Hagen Vorstand Förderverein

Vorstand Schulverein

Thomas Buchner

02330 84383

th-buchner@t-online.de

Carmen Mager

02333 601072

magerc@t-online.de

Dirk Münter

02333 4032011

dirk@team-muenter.de

Horst Grineisen

02335 1612

grineisen-wetter@t-online.de

Elske Jilli

0160 95828487

Elske_Jilli@web.de

Robin Müller

0160 7438856

robinthehood@gmx.net

Gemeinsame Mailadresse der Vorstände:

vorstand@waldorfschule-hagen.de

Geschäftsführung

Simon Kechagias

02331 404085

gf@waldorfschule-hagen.de

Schulbüro

Marion Reiter-Lorenz

02331 403901

rlrss@waldorfschule-hagen.de

Schulverwaltung

Iris Mönkemöller

02331 404085

verwaltung@waldorfschule-hagen.de

OGS

Jeanette Godehardt

02331 3068018

Michael-Godehardt@gmx.de

Küche/Cafeteria

Frau Sakar

02331 400368

info@wunderlich-hagen.de

Hausmeister

Klaus Neugebauer

0170 7022026

klaus-n-klaus@web.de

Elternrat

Arnd Mager

0151 15665175

arnd.mager@t-online.de

Aufnahmegremium

Sonja Bungarten

02338 873002

sonja_bungarten@t-online.de

Beitragsgespräche

Dirk Franke

02336 879955

dirk.franke@franke-steuerberater.de

Henning Funke

02334 4444511

henning.funke@online.de

Heinz-Werner Lehnert 02331 631732

h.w.lehnert@t-online.de

Ilka Lemmer

ilka_lemmer@web.de

02332 665877

Öffentlichkeitsarbeit

oeffentlichkeitsarbeit@waldorfschule-hagen.de

Redaktionskreis

info@midri.de Elske Jilli

0160 95828487

Elske_Jilli@web.de

Udo Wortmann

02334 567765

info@wannebach44.de

Detlef Werth

0163 7435377

det@werthmarke.de

Birgit Andrich

02331 330210

birgitandrich@aol.com

Katja Funke

02334 4444511

katja.funke@online.de

Vertrauenskreis

Andrea Hauschildt

02331 204370

hauschildt.a@gmx.de

Basarkreis

Angela Barth

02332 551580

angie-barth@t-online.de

Smolenskkreis

Martin Eichwalder

02331 788789

M.Eichwalder@gmx.de

Orchester

Thomas Buchner

02330 84383

th-buchner@t-online.de

Instrumentenverleih

Katharina Tas

0157-36780697 taskathy@g-mail.de

Garten-/Instandhaltungskreis

Claudia Bellmann

02331 355360

bellmann@westfalia.de

Enneper Straße 1, 58135 Hagen Anschrift: Telefon: 02331 403901 Bankverbindung: Bank für Sozialwirtschaft Fax: 02331 407619 BLZ: 370 205 00 E-Mail: RSSHagen@t-online.de Schulkonto: 72 08 400 www.waldorfschule-hagen.de Spendenkonto: 72 00 400 Internet:

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4 Lageplan der Schule 1 = Unterstufengebäude 2 = Turnhalle 3 = Foyer 4 = Pavillon 5 = Bewegungsräume 6 = Werkstätten 7 = Oberstufengebäude 8 = OGS / Schulküche

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Zeichnung: Jeanette Godehardt

Mittendrin Sommer 2013  

Schulzeitung der Rudolf-Steiner-Schule Hagen

Mittendrin Sommer 2013  

Schulzeitung der Rudolf-Steiner-Schule Hagen

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