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Waldorfkindergärten Hagen e.V. Hagen-Haspe Hagen-Delstern

Infoheft zur Waldorfpädagogik in Ha gen

Personalien Harfenstunde Erntespaziergang Basar

MITTENDRIN

Einschulung Projektwoche  Wanderung zur Epscheider Mühle  Radtour von Brilon nach Detmold Fliesenmosaik am ESM Lauweriks 150. Geburtstag Russlandfahrt in Krisenzeiten Herbst 2014


Du möchtest auch etwas veröffentlichen? Deine Fotos sind die schönsten? Gut! Schreib uns an info@midri.de oder nutze unser Fach im Schulbüro. Danke!

Impressum

Herausgeber: Rudolf-Steiner-Schule Hagen e.V. Redaktion der Schulzeitung Mittendrin Enneper Straße 30, 58135 Hagen info@midri.de www.midri.de

Waldorfkindergärten Hagen e.V. Redaktion der Kindergartenzeitung Triangel Louise-Märcker-Straße 1, 58135 Hagen triangel@waldorfkindergarten-hagen.de www.waldorfkindergarten-hagen.de

V.i.S.d.P.: Layout: Auflage:

Für den Inhalt der Artikel sind die Autoren verantwortlich, sie geben nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktionen wieder.

Udo Wortmann, Wannebachstraße 44, 58119 Hagen Katja Funke, Udo Wortmann 1.000 Exemplare

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Inhalt Termine  2 Grußwort des Waldorfkindergärten Hagen e.V. 4 Grußwort der Rudolf-Steiner-Schule Hagen 5 Neue KollegInnen stellen sich vor 6 Bericht einer angehenden Erzieherin 8 Rückblick auf Toms BUFDI-Jahr  9 Betriebsausflug des Kollegiums 11 Bericht Jahreshauptversammlung 2014 12 Harfenstunde mit den Sonnenkindern 13 Kochen in den Gruppen 14 Erntespaziergang des Hasper Kindergartens 16

Herbstschmuck  17 Einschulung 2014 22 Projektwoche in der zweiten und dritten Klasse 24 Wanderung zur Epscheider Mühle 26 Fahrradtour von Brilon nach Detmold 30 Fliesenmosaik zu Emil Schumachers Geburtstag 32 Ausflug der achten Klasse zum Klettermax in Dortmund 34 Plastizieren eines Kopfes in der zwölften Klasse 36 Zum 150. Geburtstag von J.L.M. Lauweriks 39 Russlandfahrt zu Krisenzeiten? 42 Meine Eindrücke aus Russland 43 Bericht aus dem Garten und Instandhaltungskreis 48 Neue Geschäftsordnung des Elternrats 50

„Ich sehe eine schlechte Zukunft. Die aktuellen Erziehungssysteme der westlichen Welt sind getrimmt auf Funktionieren: möglichst schnell in den Arbeitsprozess eingliederbar zu sein und Geld zu machen. Diese „Brauchbarkeits“-Ideologie der Finanzwirtschaft züchtet Ameisen. Mir sträuben sich die Haare, wenn ich „Lehrplan“ höre: da geht es um ganz kleine Kinder – und die ganze Sorge der Eltern und der ganzen Gesellschaft gilt ihrer Karriere. Das ist eine Katastrophe, verheerend. Ich fürchte sogar: Sie ist unumkehrbar.“ Nikolaus Harnoncourt, einer der wichtigsten und herausragenden Musikerpersönlichkeiten unserer Zeit, in einem Interview zu seinem 85. Geburtstag am 6.12.2014.

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Grußwort des Waldorfkindergärten Hagen e.V. Es leuchtet, schillert, glänzt und klingt Liebe Leserinnen und Leser, wieder ist ein Kalenderjahr vergangen, doch gerade die letzten Wochen eines jeden Jahres sind oft geprägt von Weihnachtsvorbereitungsstress, Einkaufshektik und daraus folgendem Unmut der Erwachsenen. Doch dann haben Eltern die wundervolle Chance, Weihnachten nochmals mit Kinderaugen zu sehen. Kinder, die Weihnachten von ganzem Herzen genießen, in der Freude des Moments. Alles leuchtet, schillert, glänzt und klingt. Kinderaugen strahlen diese reine Freude und den Zauber der Weihnacht aus. Weihnachten, das Fest der Liebe.

„Die Natur ist doch das einzige Buch,

das auf allen Blättern Gehalt bietet.“ J. Wolfgang v. Goethe

In diesem Sinne wünschen Ihnen die Kindergärten Haspe und Delstern ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest, gemütliche Festtage und ein glückliches Neues Jahr 2015. Mit einer weihnachtlichen Bastelanleitung, winterlich süßen Rezepten, und jeder Menge Neuigkeiten und interessanten Artikeln wünschen wir Ihnen viel Spaß beim Stöbern. Für die Kindergärten

Jana Embacher

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23.02.2014

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Öffnungszeiten: Mo - Fr 10 bis 17 Uhr, samstags von 10.00 bis 14.00 Uhr (mittwochs geschlossen) Im Mühlenwert 20, 58135 Hagen-Haspe

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Grußwort der Rudolf-Steiner-Schule Hagen Liebe Leserin, lieber Leser, nun geht das 3o-jährige Jubiläumsjahr unserer Schule zu Ende und es gilt noch einmal Dank zu sagen. Dank sagen möchte ich an dieser Stelle einmal den Eltern der ersten Gründungsklassen an unserer Schule, durch dessen Engagement und Einsatzbereitschaft der Boden bereitet wurde, auf dem wir heute stehen.

Apropos Ziele. Im Jahr 2019 jährt sich die Gründung der ersten Waldorfschule in Deutschland zum 100. Mal. Der Bund der Freien Waldorfschulen hat in einem Positionspapier zur Öffentlichkeitsarbeit einige Zielvorgaben (Ideal/Vision) definiert: „Wo wollen wir 2019 sein?“

Beim Studium der alten Infohefte der Schule bekommt man eine Ahnung davon welcher Mut, welche Hingabe und Ausdauer diese Räume durchfluteten. Immer getragen von der Erkenntnis, seinem Kind die bestmögliche Schulbildung anzugedeihen. Heute, praktisch eine Generation später, ist es ungleich schwerer solch stabilisierende Kräfte zu nutzen, die in einer Gründungsphase dem gesamten Sozialgebilde zuträglich sind. Zudem eine Organisationsform wie Selbstverwaltung heute eher mit dem Attribut „vom Aussterben bedroht“ zu klassifizieren ist. Dabei ist es eigentlich ganz einfach: Eine Schule, die sich selbst verwaltet, braucht Eltern, die sich engagieren. Eine „Freie Waldorfschule“ ist keine Privatschule, sie ist eine „Öffentliche Schule in Freier Trägerschaft“. Die Selbstverwaltung hat für Eltern und Lehrer unmittelbare Konsequenzen, ihre Verantwortung orientiert sich an den jeweiligen Aufgaben. Diese werden eben nicht durch hierarchische Strukturen gefiltert und bleiben somit unausweichlich. Durch die Annahme von Aufgaben werden Verantwortung für sich und andere übernommen und die Schule zu einem Ort bereichernder Erfahrungen. Die Bereitschaft dieses Erleben zu einem Selbstverständnis in weiten Teilen einer Waldorfschul-Elternschaft zu machen ist eine große Herausforderung nicht nur für unsere Schule.

• Waldorfpädagogik wird als modernste Pädagogik unserer Zeit erkannt • Die spirituelle (anthroposophische) Menschen kunde und der globale Sozialimpuls sind positive Alleinstellungsmerkmale (USP) • Die Waldorfschulen beziehen im gesellschaftlichen Diskurs klare Positionen • Das Berufsbild des Waldorflehrers begeistert junge Menschen • Der Paradigmenwechsel zu echter Freiheit im Bildungswesen ist vollzogen • Die partnerschaftliche Eltern-/Lehrer-Trägerschaft der Waldorfschulen wird als wesentliches Element des freien Bildungswesens erkannt • Erziehung zur Freiheit kennt keine Ländergrenzen In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Lieben eine entspannte und kraftgebende Weihnachtszeit.

Udo Wortmann

Heilsam ist nur, wenn im Spiegel der Menschenseele sich bildet die ganze Gemeinschaft und in der Gemeinschaft lebet der Einzelseele Kraft.

Natürlich führt eine annähernd gleichmäßige Verteilung von Aufgaben und Verantwortung und auch das Erleben der damit verbundenen Erfahrungen zu einer homogeneren und kräftigeren Sozialstruktur. Dies würde helfen, vor uns liegende Aufgaben zu lösen und gesetzte Ziele zu erreichen.

Rudolf Steiner

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Neue KollegInnen stellen sich vor Verstärkung für das Hasper Team

Ich heiße Ayla Burunlu. Seit Ende letzten Jahres arbeite ich im Waldorfkindergarten Haspe. Der Kindergarten ist mir allerdings schon viel länger vertraut, denn meine beiden Kinder, die bereits zwanzig und zwölf Jahre alt sind, haben ebenfalls den Kindergarten, später dann die Waldorfschule in Haspe, besucht. Meine Ausbildung zur Waldorferzieherin am Rudolf Steiner Berufskolleg in Dortmund habe ich im Jahr 2012 abgeschlossen. Ich freue mich sehr hier zu sein und genieße die gemeinsame Arbeit mit den Kindern Tag für Tag.

Ich heiße Jana Embacher und arbeite seit Sommer 2010 in der Schneeglöckchengruppe in Hagen-Haspe. Meine Kinder Felina (5) und Milan (1) besuchen ebenfalls den Kindergarten. Nach dem Ende der Elternzeit im Frühjahr 2014 freue ich mich sehr, wieder im Kindergarten zu sein. Die Arbeit mit den Kindern bereitet mir große Freude und erfüllt mich jeden Tag aufs Neue mit Glück. Meine Ausbildung zur Waldorferzieherin habe ich am Rudolf Steiner Berufskolleg in Dortmund absolviert.

Mein Name ist Carolin Platner und ich bin 23 Jahre alt. Im Rahmen der Erzieherausbildung mache ich mein Berufsanerkennungsjahr in der Gänseblümchen-Gruppe in Hagen-Haspe. Ich freue mich sehr, dass ich hier so gut aufgenommen wurde, viel Unterstützung bekomme und sehr viel Neues lernen kann. Es wird für mich ein spannendes Jahr mit vielen Festen, unterschiedlichen Aufgaben und jeder Menge Spaß.

Mein Name ist Katharina Mareen Reineke. Ich bin 32 Jahre alt und habe eine Tochter (Sophie), die auch den Kindergarten besucht. Von 1988-2000 besuchte ich die Waldorfschule Hagen-Haspe. Nun bin ich gelernte staatlich anerkannte Familienpflegerin und somit sozialpädagogische Fachkraft. Seit Sommer 2014 arbeite ich in der Pusteblumengruppe. Die gemeinsame Arbeit mit den Kindern bereitet mir große Freude und ich bin sehr gespannt, was mich im Laufe des Jahres noch erwartet.

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Mein Name ist Manuela Huhmann, ich bin verheiratet und habe zwei erwachsene Kinder. Ich habe meine Ausbildung zur Erzieherin 1982 in Witten abgeschlossen. Zur Zeit arbeite ich im Waldorfkindergarten Hagen-Haspe. Davor war ich als Krankenvertretung in einem Betriebskindergarten in Essen und in verschiedenen Kindergärten des Kreiskirchenamt Hattingen-Witten tätig.

Mein Name ist Nelly Rauser und ich bin 17 Jahre alt. Ich habe im Sommer die zehnte Klasse an der Gesamtschule in Haspe beendet. Um mich beruflich besser orientieren zu können, habe ich mich für einen einjährigen Berufsfreiwilligendienst entschieden. Diesen absolviere ich im Waldorfkindergarten Haspe. Ich freue mich auf ein schönes Jahr.

Mein Name ist Stefanie Jaworski. Seit August 2014 arbeite ich als Erzieherin im Waldorfkindergarten HagenHaspe. Die Arbeit mit den Kindern und ihren Eltern bereitet mir große Freude und im Team fühle ich mich sehr wohl. Geboren bin ich im Jahre 1973. Aufgewachsen bin ich in den Städten Hagen, Witten und Herdecke. Als Jugendliche und junge Erwachsene lebte ich in New York State/ USA, Sao Paulo/Brasilien und Berlin. Als Älteste von sieben Kindern beteiligte ich mich an der Erziehung meiner jüngsten Geschwister. Ich bin Mutter von zwei Söhnen – 18 und 5 Jahre alt. Wir leben gemeinsam in Witten. Privat verbringe ich natürlich die meiste Zeit mit meinen Söhnen. Beim Spazierengehen in der Natur, beim Fahrrad fahren um den Kemnader Stausee, beim Basteln, beim gemeinsamen Erzählen und Spielen haben wir viel Freude miteinander. Darüber hinaus lerne ich gerne Fremdsprachen und reise in andere Länder: Zurzeit ist Frankreich unser Lieblingsziel. Ich bin Waldorferzieherin und Diplom-Heilpädagogin und liebe meine Arbeit mit den Kindern; jede Begegnung -sei es nur ein Augenblick – ist mir wichtig und erzählt etwas über das Kind und mich selbst. Ich arbeite in der Pusteblumen-Gruppe überwiegend nachmittags, vormittags vertrete ich bei Bedarf meine Kolleginnen.

Putzfee im Waldorfkindergarten Haspe Ein Kollegium sagt DANKE Seit Jahren arbeitet Frau Anne Weber in unserem Kindergarten. Wenn wir nach Kindergartenschluss unsere Einrichtung verlassen, finden wir diese am nächsten Morgen blitz blank gewienert wieder vor. Wie die Heinzelmännchen zu Kölle verrichtet sie unsichtbar für die Kindergartengemeinschaft täglich ihre Arbeit. Kein Schmutzfleck entgeht ihren flinken Augen. Runde Ecken sind ihr unbekannt. Für Anne ist es nicht nur Arbeit, sondern sie fühlt sich verbunden mit dem Kindergarten. „Mit Liebe und

Freude säubere ich unseren Kindergarten. Putzen ist mein Hobby“ sagt Anne Weber. Nun verlässt sie uns zum Jahresende. Sie verabschiedet sich in ihren wohl verdienten Ruhestand. Anne, wir danken Dir (auch für die ein oder andere Erinnerungskehrschaufel) und wünschen dir alles erdenklich Gute. Für die Kindergartengemeinschaft Rita Hoffmann

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Bericht einer angehenden Erzieherin Verstärkung für das Delsterner Team

Hallo Zusammen, meine Name ist Anna Rosenkranz. Mitte November diesen Jahres habe ich mein Praktikum in der Vogelgruppe des Waldorfkindergärten Hagen e.V. angefangen und begleite die Vöglein bis zu den Weihnachtsferien.

Bevor ich die Ausbildung begonnen habe, bin ich den Werdegang des „Waldörflers“ bereits selber schon gegangen. Angefangen im Waldorfkindergarten Haspe und dann weiter in der Rudolf-Steiner-Schule Hagen. Dort habe ich in der 12. Klasse ein Praktikum im Kindergarten Haspe gemacht, welches zur Zielführung meiner jetzigen Ausbildung führte.

Das Praktikum mache ich im Rahmen meiner Erzieherausbildung am Rudolf-Steiner-Kolleg Dortmund, welches eng mit den verschiedenen Einrichtungen zusammen arbeitet und die Studierenden an die Kindergärten und Kindertagesstätten vermittelt. Mein antroposophische Ausbildung dauert drei Jahre und beinhaltet verschiedene Praktika in Kindergärten und im Heilerziehungsbereich, das dritte Jahr ist dann das Anerkennungsjahr, welches als staatlich anerkannte/r Erzieher/in beendet wird.

Ein Jahr später begann ich mein Jahrespraktikum im Hasper Kindergarten, welches ich für mein Fachabitur brauchte. Dieses Praktikum bestätigte meinen Berufswunsch noch einmal und so habe ich mich am Institut in Dortmund angemeldet. Nun bin ich hier in der Vogelgruppe und versuche nach Kräften zu helfen und zu lernen. Ich freue mich auf ein paar tolle Wochen hier im Kindergarten und versuche, meine Aufgaben zu erfüllen. Und sollten hier in der Gruppe mal die Ideen für Tätigkeiten ausgehen, die ich erledigen kann, so haben meine Dozenten dafür gesorgt, dass mir nicht langweilig wird. Auf eine schöne gemeinsame Zeit mit und füreinander, mit freundlichen Grüßen

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Anna Rosenkranz


Rückblick auf Toms BUFDI-Jahr im Kindergarten Haspe Es war ein sehr schönes Jahr! «BUFDI»? Was soll das denn bitte sein und vor allem, was hat das den mit dem Waldorfkindergarten Hagen-Haspe zu tun, mögen sich jetzt sicherlich einige Leser fragen... Lange Rede, kurzer Sinn: «BUFDI» steht abkürzend für den Bundesfreiwilligendienst, vielen vielleicht noch unter dem Begriff «Zivildienst» bekannt. Das «BUFDI- Jahr» bietet also Menschen ab 16 Jahren die Möglichkeit, sich sozial zu engagieren. «Das wäre doch nach der Schule als Zwischenjahr eine gute Alternative zum sofortigen Berufseinstieg» hat sich auch der 18-jährige Tom Muylkens aus Schwelm gedacht und kurzer Hand den Waldorfkindergarten Hagen-Haspe dafür angefragt. «Ich war natürlich überglücklich, als ich dann eine positive Antwort erhalten habe – und dazu von dem Kindergarten, welchen ich selber bereits als Kind besuchen durfte» erzählt Tom. Die Kindergärtnerin Rita Hoffmann ergänzt: «Tom war der erste BUFDI, den wir bei uns im Kindergarten im Einsatz hatten – auch für uns war das komplettes Neuland». Gemeinsam hat das Team des Kindergartens entschieden, Tom die Chance eines Einsatzes im Kindergarten Hagen-Haspe zu ermöglichen und gleichzeitig auch selbst erste Erfahrungen in diesem Bereich zu sammeln. «Tom hat sich bei uns in der Gänseblümchen-Gruppe super schnell eingelebt und wurde von den Kindern sofort ins Herz geschlossen», berichtet Rita Hoffmann, «die Kinder schätzten den jugendlichen Tom als Ergänzung zu den übrigen Kindergärtnerinnen und natürlich war Tom auch ein begehrter Mitspieler beim gemeinsamen Fußballspiel im Garten». Bald zeigte sich, dass Toms Begabung über die Arbeit mit den Kindern hinausgeht und auch stark im kulinarischen Bereich lag. So wurde Tom von den Kindern kurzerhand zum «Küchenchef» erklärt und «Toms Tomatensauce» ist bis heute ein Highlight beim Mittagsimbiss. «Die Kinder haben mir in der Küche stets geholfen und es hat riesig Spaß gemacht, gemeinsam zu kochen» erinnert sich Tom, «und wann bekommt man(n) sonst mal die Möglichkeit für 25 Kinder Pfannkuchen zu backen?» Aber auch bei den gemeinsamen Veranstaltungen wie z.B. dem Sommerfest oder den Elternabenden war Tom stets engagiert mit dabei und hat das Team aktiv unterstützt.

Neben den praktischen Arbeiten im Kindergarten sind auch begleitende Seminare ein wichtiger Bestandteil des BUFDI-Einsatzes. Tom hat insgesamt rund fünf Seminare besucht, diese wurden überregional durchgeführt und dauerten jeweils eine Woche. Die von den «Freunden der Erziehungskunst Rudolf Steiners» begleiteten Seminare vermitteln den jeweils rund 50 Teilnehmern Inhalte wie z.B. die gewaltfreie Kommunikation (gfK) und Grundlagen der Anthroposophie. «Auch die Seminare waren wirklich toll und ich habe viele interessante Menschen kennen gelernt, aus denen mittlerweile gute Freunde wurden» erzählt Tom begeistert. Toms BUFDI-Jahr endete im Juli 2014 und mittlerweile hat er seine 3-jährige Berufsausbildung zum «Orthopädietechnik-Mechaniker» begonnen. Er erinnert sich gerne und oft an das abwechslungsreiche Jahr im Waldorfkindergarten Hagen-Haspe zurück. «Ich habe das positive und harmonische Umfeld sehr geschätzt» erzählt Tom und auf die Frage, ob er sich auch eine berufliche Zukunft im Umfeld eines Kindergartens vorstellen kann antwortet er «Aber klar – ich bin ja noch jung und wer weiß...?? Gerne würde ich mal wieder einen Tag mit den Kindern im Kindergarten verbringen». Aufgrund der positiven Erfahrung mit Tom hat der Kindergarten entschieden, auch in diesem Jahr wieder einem jungen Menschen einen Bundesfreiwilligendienst im Waldorf-Kindergarten Haspe zu ermöglichen. «Seit Ende August ist Nelly Rauser bei uns im FreiwilligenJahr» berichtet Rita Hoffmann, «Wir sind zuversichtlich, dass es ihr bei uns genau so gut gefallen wird, wie Tom» Weitere Informationen zum Bundesfreiwilligendienst finden Sie unter: www.bundesfreiwilligendienst.de oder bei den Freunden der Erziehungskunst Rudolf Steiners unter: www.freunde-waldorf.de Ein Bericht von Tom Muylkens und Rita Hoffmann, geschrieben von Tobias Winterberg

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Von der Wiegestube Haspe zum Spatzennest Delstern Erfahrungsbericht eines Erziehers Hallo liebe/r Leser/in, In diesem Artikel möchte ich mein Arbeitsfeld in der Schneeglöckchengruppe, der Wiegestube in Haspe, darstellen und von meinem Wechsel zum Spatzennest in Delstern und den damit verbundenen Erfahrungen berichten. Im Sommer 2013 ergab sich für mich die Möglichkeit, die Schwangerschaftsvertretung für unsere Kollegin Jana Embacher zu übernehmen. Somit hatte ich die Chance, im Anschluss an meine Ausbildung dem Hasper Kollegium für ein weiteres Jahr beiwohnen zu können und ein neues Arbeitsfeld im Kindergarten kennen und schätzen zu lernen. Ein jedes Kindergartenjahr beginnt damit, dass neue Kinder in die Gruppe kommen. Daher ist die Eingewöhnungsphase ein elementarer Bestandteil der Gruppe. Hierbei ist zu beachten, dass es zwar einen groben Fahrplan gibt, jedoch jedes Kind sein eigenes Tempo bestimmt. Der Schlüssel für ein gutes Gelingen ist das Vertrauen, Vertrauen in sich, in das eigene Kind, in den/die Erzieher/in, denn das Ziel ist es, dass sich das Kind geborgen fühlen kann, um stressfrei seine neue Umwelt kennen zu lernen. Daraus haben sich für mich drei existentielle Säulen ergeben 1)eine gute Beziehung unter den Kollegen 2)eine gute Beziehung zu den Eltern 3)aber am wichtigsten die Beziehung zu den Kindern der Gruppe. Anzeige Christian2:Layout 1

27.06.2013

21:48

Wenn ich dann morgens früh zur Arbeit gekommen bin und mich Kinderaugen freudestrahlend anlachen, ich mit „Dalla, Dalla“ begrüßt wurde, so wie ich noch diverse Varianten meines Namens kennen gelernt habe, ging mir immer das Herz auf. Die Freude der Kinder beim Singen und Reimen erleben zu können, wie sie im Garten spielen, usw. Ich möchte mich auf diesem Wege nochmal für die schöne Zeit bei den Schneeglöckchen bedanken, bei den Kolleginnen für die Einblicke in ein neues Arbeitsfeld und besonders bei den Eltern, dass ich für die kurze Zeit Teil der ersten Schritte im Kindergarten sein durfte. Im Frühjahr 2014 erschallte ein Hilferuf aus dem Kollegium in Delstern, dass dringend ein Nachfolger für das Spatzennest gesucht wird. So ergab sich mein Wechsel vom Kollegium in Haspe zum Kollegium Delstern. Es haben sich für mich neue Aufgaben ergeben, doch nach einer eigenen Eingewöhnungsphase, habe ich in diesem Sommer 3 Bezugskinder eingewöhnt und bin froh, dabei auf die 3 existentiellen Säulen bauen zu können. Ich freue mich jeden Tag auf die neuen Herausforderungen der „Kleinen“ und bin dankbar für das Vertrauen, dass ihre Eltern mir und meinen Kolleginnen schenken. Auf eine weitere gute Zusammenarbeit.

Mit freundlichen Grüßen Daniel Hollander

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Betriebsausflug des Kollegiums Haspe In diesem Jahr ging es für das Kollegium des Waldorfkindergartens Haspe in den Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal. Doch alles der Reihe nach. Begonnen hat der Ausflug nämlich im Kindergarten. Dort haben wir den Tag mit einem schönen Frühstück begonnen und wenn jeder etwas Leckeres mitbringt, dann schmeckts am Besten. ..... das war schon mal ein guter Anfang. Nun fahren wir endlich los. Der Skulpturenpark liegt über dem Tal der Wupper im Stadtteil Elberfeld. Eine riesige Parkanlage mit alten, zum Teil seltenen Laubbäumen beheimatet die Skulpturenausstellung. Die Ausstellung von Stephan Balkenhol umfasst beeindruckende bildhauerische Arbeiten in teilweise gigantischen Ausmaßen. Wir nehmen an einer ausführlichen Führung teil. Es bleiben keine Fragen offen. Durch die Natur, mit ihren Lichtreflexen und Farben, vermischen sich Kunst und Natur. Sie nehmen Einfluss auf das eigene innere Bild und sind untrennbar miteinander verbunden.

Auf dem Gelände des Skulpturenparks gibt es noch ein besonderes Gebäude zu beschauen und zwar die Villa Waldfrieden. Das 1894 erbaute Haus, das der Lackfabrikant Kurt Herberts 1940 erwarb, und das nach Kriegsende (als es fast ganz zerstört wurde) wieder restauriert wurde, besticht durch seine durch und durch organische Form. Es ist leider nicht öffentlich zugänglich, aber ein Blick durch die Fenster lohnt sich. Frische Luft gepaart mit Kunst macht hungrig, sodass wir unseren Ausflug mit einem guten Essen (die Gastronomie liegt unterhalb der Parkanlage) beschließen. Damit haben wir den Tag ausklingen lassen.

Katrin Hesse

DANKE! Christoph Winzerling, Kindergartenvater in Delstern (vier Kinder, das Jüngste scheidet im Sommer aus dem Kindergarten aus) seit 2008 im Vorstand tätig, zunächst als Beisitzer und dann als reguläres Mitglied, verabschiedet sich nun von dieser Aufgabe. Das ist Anlass für das Kollegium, uns bei ihm herzlich für die langjährige und kontinuierliche Unterstützung zu bedanken! Unser Dank richtet sich jedoch nicht nur an ihn als ausscheidendes Mitglied, sondern auch an die, die weiterhin an ihrer Aufgabe festhalten. Für uns als Pädagogen ist die Kontinuität in der Vorstandsarbeit eine sehr bedeutsame Qualität und daher sind wir immer sehr froh, wenn jemand länger als eine Wahlperiode bei der Stange bleibt. Das ist aber keine Selbstverständlichkeit, denn neben den meist 14-tägig stattfindenden Sitzungen, gibt es ja auch zu bearbeitende Aufgaben, die dazwischen erledigt werden müssen. Nichts desto trotz macht die Mitarbeit in diesem Gremium nach Aussage aller Vorstandsmitglieder auch sehr viel Spaß. Grund genug für die meisten Mitglieder des beste-

henden Vorstands schon einige Jahre dabei zu sein und noch zu bleiben… und neu hinzuzukommen… … wie Markus Konrad, (Vater einer Tochter in Haspe), der die Arbeit von Christoph Winzerling fortführt und sich ganz neu und mit seinen speziellen Fähigkeiten in dieses Gremium einbringt. Herzlich willkommen! Auch für Henning Funke (Vater zweier Töchter, das Jüngste scheidet im Sommer aus dem Kindergarten aus) sind wir auf der Suche für die Nachfolge. Besonders den Delsterner Eltern möchten wir die Arbeit im Vorstand ans Herz legen, damit Sebastian Kayser nicht allein für diesen Standort die Stellung halten muss. Wir freuen uns, wenn sich schon zum Beginn des neuen Jahres Menschen finden, die mal hineinschnuppern, um dann ab dem Frühsommer kommenden Jahres richtig einzusteigen. Vielleicht bringt ja die Advents- und Weihnachtszeit die nötige Ruhe mit sich, um einmal über diese Sache nachzudenken. Uns allen wünsche ich eine schöne besinnliche Adventszeit und frohe Festtage! Birgit Paura

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Bericht Jahreshauptversammlung 2014 Montagabend, 20 Uhr, nicht die beste Zeit für eine Jahreshauptversammlung – und schon gar in der dunklen Jahreszeit. Dennoch kamen über 40 Vereinsmitglieder, um über den Jahresabschluss und die Kassenprüfung 2013 zu entscheiden, den Vorstand zu entlasten und eine neue Beitragsordnung zu verabschieden. Das ausscheidende Vorstandmitglied Christoph Winzerling führte durch die Sitzung. Die Berichte aus den Ressorts gaben Aufschluss über Namensrechtsstreitigkeiten eines Waldorfkindergartens aus Dortmund, über das Gartenumbauprojekt in Delstern, über die Heizungsanlagen und Anschaffung neuer Herde sowie über die Einmaleffekte des sehr guten Jahresabschluss 2013. Weiter informierte der Vorstand über zukünftige Investitionen in die Gebäudesubstanz, Dächer und Fenster. Auf jeden Fall müssen das Gartenprojekt in Delstern und die Fußböden in mindestens zwei Hasper Gruppen im nächsten Jahr angegangen werden. Auch die Heizungsanlage in Haspe macht immer wieder Ärger, hier bedarf es einer langfristigen Lösung. Der Vorstand dankte mit Blumen und Schokolade Kirsten Nieder für Ihre großartige Arbeit, ohne die der Vorstand seine Aufgaben nicht erfüllen könnte. GANZ HERZLICHEN DANK. Nach einstimmigem Beschluss über den Jahresabschluss und die Entlastung des Vorstands wurde ebenfalls einstimmig eine Beitragsordnung auf den Weg gebracht. In

diese wurde eine Umlage an die Vereinigung der Waldorfkindergärten NRW von 10,- € /Monat eingefügt und gleichzeitig der Beitrag um 5,- € /Monat gesenkt. Damit steht dem Verein die notwendige Liquidität für die bereits angesprochenen Investitionen zur Verfügung. Die nächste Mitgliederversammlung soll bereits vor den Sommerferien stattfinden, sofern der Jahresabschluss 2014 dann vorliegt. Der Vorstand ist zuversichtlich alle notwendigen Zahlen bis dahin zur Verfügung zu haben. Die Mitgliederversammlung verabschiedete Christoph Winzerling. Er hat sich über viele Jahre im Vorstand sehr engagiert eingebracht. Als Walddorfvater bleibt er dem Kindergarten noch erhalten. GANZ HERZLICHEN DANK. Die Versammlung endete nach guten zwei Stunden mit der Bitte an alle Mitglieder zu prüfen, inwieweit sie für Vorstandarbeit zur Verfügung stehen können. Der Vorstand trifft sich für gewöhnlich alle zwei Woche und arbeitet in 2 bis 3 Stunden alle notwendigen Aufgaben für den Verein ab. Christoph Winzerling sowie Henning Funke, der nächstes Jahr ebenfalls ausscheiden wird, sagten eine umfängliche Einarbeitung zu. HERZLICH WILLKOMMEN. Das Vorstandsteam wünscht allen Familien und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Start in ein erfolgreiches Jahr 2015.

Für den Vorstand Katja Konrad Sebastian Kayser

Neues Vorstandsmitglied leisten. Ich möchte mich im Vorstand engagieren, damit das Gesamtwerk funktionieren kann und alle Mitarbeiter weiterhin so gut ihrer Aufgabe nachkommen können. Ich habe Betriebswirtschaft studiert und mittlerweile acht Jahre Berufserfahrung in der Unternehmensberatung. Liebe/r Leser/in, mein Name ist Marcus Konrad und ich bin ab sofort neues Vorstandsmitglied in unserem Kindergarten. Ich habe eine Tochter in der Schneeglöckchengruppe und bekomme ein kleines Stück weit mit, welchen Beitrag die Erzieher/innen täglich in den Gruppen an unseren Kindern

Ich freue mich auf neue Herausforderungen und eine konstruktive Zusammenarbeit im Vorstand.

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Es grüßt Sie herzlich Marcus Konrad


Harfenstunde mit den Sonnenkindern aus dem Leierunterricht im Waldorfkindergarten Pentatonische Weisen (…) sie spielen mit Tönen und sind tönendes Spiel! Fritz Jöde

Jeden Montag Morgen beginnt meine Woche mit den Sonnenkindern des Kindergartens in Delstern. Für eine kleine, feine halbe Stunde ziehen wir in kleiner Gruppe in den Saal und haben Zeit für Musik, Bewegung, Singen, manchmal ein kräftiges Ausprobieren, manchmal ein Nachlauschen und Hinhören: Wir beschäftigen uns mit der Kinderharfe. Davon ausgehend, dass Bewegung, Sprache und Musik zusammengehören und alle drei unser Leben deutlich prägen, singen wir kleine Lieder, bewegen uns, besonders die Hände und die Finger und beziehen dann die Harfe in unser Tun mit ein. Dabei geht es nicht um ein Erlernen des Harfenspiels über Erklärungen, sondern viel mehr um ein Entdecken der Klänge und musikalischen Vielfalt über die Nachahmung. Jahreszeitlich geprägt „herbstelt“ es bei uns , es „rieselt der Schnee“, es „gewittert“ oder „der Wind“ streicht durch unseren Raum. Dabei nutzen wir den von der eigens dafür entwickelten Kinderharfe vorgegebenen Raum der Pentatonik und Quintenstimmung und lassen es uns wohl sein. Zum Abschluss der Harfenstunde kommen wir ganz zusammen: es gibt ein Rätsel zu lösen, meist ist es jahreszeitlich geprägt oder von der Natur abzulesen. Dann strömen die Kinder zurück in die Gruppe uns ich – atme tief durch – und freue mich auf den nächsten Montag!

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J. Reinink


Kochen in den Gruppen Ein Erlebnis für alle Sinne „Natur dein mütterliches Sein ich trage es in meinem Willenswesen, und meines willens Feuermacht. Sie stählet meines Geistes Triebe, dass sie gebären Selbstgefühl, zu tragen mich in mir. „ Rudolf Steiner

Eine tragfähige Basis um ganzheitliche Gesundheit zu schaffen ist uns ein großes Bedürfnis und ein wesentliches Ziel. Wir sehen die körperlichen, seelischen und geistigen Bereiche als Einheit. Die Gesundheit, das Wachstum und die Vitalität hängen in entscheidendem Maße von der Ernährung ab. Die sorgsame Auswahl der Nahrung und ein bewusster Umgang mit ihr sind uns ein besonderes Anliegen. Rudolf Steiners Überlegungen zu Qualität, Anbau und Zubereitung von Lebensmitteln haben zur Entwicklung des biologisch-dynamischen Landbaus geführt, der heute mehr denn je eine große Akzeptanz erfährt. Die Lebensmittel für unseren Speiseplan kommen aus biologischem Anbau. Wir bieten ausschließlich vegetarische Gerichte an. Dabei richten wir uns nach dem, was zur jeweiligen Jahreszeit wächst und angeboten wird. Eine gesunde Ernährung sollte nicht nur den Magen füllen, sondern den Organismus des Kindes anregen, ihn in „Arbeit“ versetzen und aktivieren. Grundlage unserer Nahrung ist Getreide, (Dinkel, Hirse, Reis, Hafer) in Verbindung mit Obst und Gemüse. Diese Ernährung prägt den Organismus und das Verhalten und unterstützt körperliche und geistige Prozesse. Durch vollwertige Ernährung wollen wir die gesunden Nahrungsinstinkte des Kindes erhalten. Wir kombinieren bei den Nahrungsmitteln verschiedene Pflanzenteile (Stängel, Blatt, Blüte).

In jedem dieser Pflanzenteile findet während des Wachstums eine andere Wechselwirkung mit den Kräften der Umgebung statt. Dadurch werden dem menschlichen Organismus unterschiedliche Anregungen geboten. Die Wurzeln regen die Nerven-SinnesProzesse an. Die Blattorgane wirken auf das rhythmische System und die Blüten oder Früchte auf die Stoffwechselvorgänge. Durch sinnvolles und durchschaubares Tätigsein der Erzieher (z.B beim Brotbacken, Obst- und Gemüseschneiden, Kartoffeln schälen) wird die eigene Willenstätigkeit des Kindes angeregt. Es will selbst tätig werden. Gerne helfen die Kinder bei der Zubereitung der Nahrungsmittel. Wir bereiten nicht nur das Frühstück mit den Kindern vor, seit ein paar Monaten kochen wir auch das Mittagessen in den Gruppen. Sinne werden angeregt. Es wird probiert, geschnuppert, gefühlt, getastet, Gespräche entwickeln sich. Eine gemütliche und geschäftige Atmosphäre entsteht. Diesen Frühling haben wir Zucchini und Tomaten in unserem Garten gepflanzt. Jeden Tag schauten die Kinder nach, ob schon etwas wächst. Und tatsächlich, zuerst die kleinen Stiele, dann die großen Blätter und dann mehrer kleine Zucchini. Die Freude war groß, bei den Schnecken offensichtlich auch. Es hatten sich mehrere, doch recht eindrucksvolle Exemplare eingefunden. Dann kamen die Sommerferien. Es bestand die berechtigte Befürchtung, dass die Schnecken ein wunderbares Festmahl bekommen würden und wir nicht. Erstaunlicherweise habe sie uns dann doch noch etwas übrig ge-

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lassen. Drei wunderbare, recht große Zucchini konnten wir nach den Ferien ernten und für Aufläufe verwenden. Ja, auch diese Erfahrungen gehören dazu! Die erste Tomate wurde reif und geerntet. Und da wir alle doch so gespannt waren, wie sie denn nun schmeckt, wurde sie in so viele kleine Stückchen geschnitten, dass jedes Kind probieren konnte. Wir waren uns alle einig, dass die Tomate ein großartiges Aroma hat .Ab diesem Zeitpunkt warteten alle darauf, dass die nächsten Tomaten reif wurden, die dann nach und nach verarbeitet wurden, und in unseren Mägen landeten.

All diese Erfahrungen möchten wir nicht mehr missen. Wir sind froh diesen Weg eingeschlagen zu haben, und freuen uns auf weitere Sinnes- und Geschmackserlebnisse.

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Ihre Sabine Engelsberger


Erntespaziergang des Hasper Kindergartens auch mit den Allerkleinsten! Ende September besuchten wir mit unserer Tochter Luana (2) ihr erstes Kindergartenfest, das Erntefest. Um zehn Uhr trafen wir uns mit all den anderen Eltern und Kindern des gesamten Kindergartens an der Einrichtung. Gemeinsam zogen wir kurze Zeit später los. Unterwegs erfreuten wir uns an Pferden, Schafen, Ziegen und großen tollen Klettersteinen. Es ging durch Wälder und Wiesen. Nach etwa anderthalb Stunde kamen wir am Zielort an, welcher bereits liebevoll und aufwendig vorbereitet wurde. Die Feuerstellen loderten schon. Zuerst aber bildeten wir alle einen großen Kreis und sangen gemeinsam einen Kanon, um das Erntefest mit dem anschließenden gemeinsamen Essen und Stockbrot bereiten, zu eröffnen. Nach einer herzlichen Begrüßung und kurzen Anleitung zur Wickeltechnik des Stockbrotteiges einer Erzieherin, konnten sich dann alle an der festlich gedeckten Erntetafel bedienen. Diese war mit leckerem saisonalen Gemüse und Obst, Saft, Wasser und unterschiedlichen Stockbrotteigen hergerichtet. Schnell füllten sich dann auch die zwei Feuerstellen mit Eltern, Kindern und Großeltern, die begeistert ihre langen Stöcke über die Glut hielten. Das herrliche Wetter lud dazu ein gemeinsam auf der Wiese zu verweilen, zu essen, zu trinken und sich mit anderen Eltern und Erzieherinnen zu unterhalten, während die Kinder fröhlich auf der Wiese spielten, die dem Kindergarten netterweise von einem Bauern zur Verfügung gestellt wurde. Zwischendurch wurden noch Lieder gesungen, die sogar von einer Erzieherin musikalisch mit einem Akkordeon begleitet wurden. Uns hat dieser Tag sehr gut gefallen, deshalb freuen wir uns schon auf das nächste Mal. Andrea Pinto Nogueira Mutter von Luana (2), Schneeglöckchengruppe

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Die drei Heiligen im Herbst Wenn der Herbst mit seinen warm leuchtenden Farben in der Natur erscheint und Nebelschleier die scharfen Konturen der äußeren Formenwelt erlöschen lassen; wenn das Tageslicht kürzer und auch schwächer wird, deutet alles darauf hin, dass auch der Mensch sich vom Äußeren, Grellen abwenden soll. Dann kommen uns Jahr für Jahr drei wunderbare Heilige entgegen, um uns den Weg in der äußeren Finsternis zu erleuchten. Die Tat des St. Georg ist nach außen gerichtet. Der Drache, das Bild der niederen Natur des Menschen, soll besiegt werden durch mutvolles sich Hineinwagen, Hineinstimmen in den Kampf. Er ist ausgesandt vom Erzengel Michael im Bunde mit dem himmlischen Streiter. Sein Vorbild weckt die Willenskraft im Blut, er rüttelt das Gewissen wach. Viele Lieder und Spiele gibt es, die von diesem Kampf zeugen, von Mut und großen Heldentaten erzählen.

Hälfte. In der Nacht darauf erscheint ihm Christus im Traum und spricht: `Heute hast du mit mir deinen Mantel geteilt, von nun an sollst du Heiliger Martinus heißen´. Und weiter geht der Weg ins Innere. St. Nikolaus erwartet uns. Er urteilt nicht, er straft nicht, er ruft nur vermehrt ins Bewusstsein, dass Nichts, auch nicht die kleinste Tat auf Erden, in der geistigen Welt unbemerkt bleibt oder verloren geht. St. Nikolaus verfügt über kosmische Größe und Weisheit, droht aber nicht moralisch.

Ende Oktober verlöschen die feurigen Farben in der Natur und auch der Kampfgeist zieht sich ins Innere zurück. Es nähert sich die Zeit des St. Martin. Bei diesem Fest wird das Fühlen angesprochen. St. Martin hat ein mitfühlendes Herz. Er ist erfinderisch, schneidet seinen warmen roten Mantel in zwei Teile und schenkt dem Bettler die eine

Diese Feste feiern wir mit den Kindern nicht intellektuell, sondern im Tun und die Einstimmung der Erwachsenen vorher.

Nun ist inzwischen Anfang Dezember und der Advent hat begonnen. Durch die drei Feste im Herbst hat unser Bewusstsein stufenweise wichtige Impulse empfangen: für unser Wollen, Fühlen und Denken. So können wir gestärkt in die Adventszeit eintreten und dem Weihnachtslicht entgegensehen.

Silke Neumann

Der Adventskranz Der Adventskranz. Jeder kennt ihn, den aus Tannenzweigen bestehenden, geflochtenen oder gewickelten Kranz in der Adventszeit. Schön geschmückt, mit vier Kerzen, den Adventskerzen, gibt es ihn in Form von Tisch- oder Hängeschmuck in nahezu jedem Haushalt. Er strahlt Gemütlichkeit aus und bringt Licht und Wärme ins Haus, doch kennt man heutzutage noch die herkömmliche Bedeutung des Adventskranzes, den Brauch und die Symbolik die wirklich dahintersteckt oder ist er in erster Linie zum Dekorationsobjekt geworden. Der Adventskranz wurde vor ca. 165 Jahren von dem evangelisch-lutherischen Theologen und Sozialpädagogen Johann Hinrich Wichern (1808-1881) erfunden. Er gründete damals in Hamburg ein Kinderhaus, das auch als „Rauhe Haus“ bekannt wurde. Dort gab er Kindern und Jugendlichen, die in großer Armut oder gar als Weisen

lebten ein neues zu Hause. Alles fing damit an, dass er schon Wochen vor Weihnachten von den Kindern gefragt wurde, wann endlich Weihnachten sei. Um ihnen die Zeit bis dahin zu erleichtern, anschaulicher zu gestalten und ihnen eine stimmungsvolle Adventszeit zu bieten, baute er aus einem alten Holzrad einen hängenden Holzkranz mit 24 Kerzen. Genauergesagt mit 20 kleinen roten und vier großen weißen Kerzen als Kalender bis zum Heiligen Abend. Jeden Tag versammelten sich alle Hausbewohner am

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Holzrad und zündeten eine weitere Kerze an. An jedem Adventssonntag kam eine große weiße Kerze dazu. Sie erzählten sich Weihnachtsgeschichten und sangen zusammen Weihnachtslieder. Die Kinder wussten nun genau, wie viele Tage es noch bis zum Heiligen Abend dauern würde. Der traditionelle Wichernsche Adventskranz fand in Kirchen, später auch in privaten Familien großen Anklang. Allerdings veränderte er im Laufe der Zeit seine Gestalt. Vom wagenradgroßen Kranz mit 24 Kerzen, zu einem kleineren handlichen mit nur vier Kerzen. Unserem heutigen Adventskranz Für die Christen ist die Adventszeit die hohe Zeit der Erwartung. Das Wort Advent leitet sich von dem lateinischen Wort "advenire“(ankommen) ab. Gemeint ist die zunehmende Erwartung der Geburt Jesu Christi, die auf dem Adventskranz mit jedem Adventssonntag heller erstrahlt, bis schließlich alle vier Kerzen brennen und dann endlich „das Licht der Welt“, Jesu Christi geboren wird. Die Kerzen auf dem Adventskranz markieren die Wochen der Adventszeit. In der dunklen und kalten Jahreszeit holen wir uns mit dem Adventskranz etwas Immergrünes in die Wohnstube. Grün und damit die grünen Zweige

stehen für die Hoffnung, eine der christlichen Haupttugenden. Die Hoffnung auf die Auferstehung , den Sieg von Licht und Leben über Dunkel und Tod. Grün, die Farbe des Lebens . Tannengrün wird auch mit Fruchtbarkeit und Harmonie verbunden. Auch die Form des Kranzes, der Kreis steht für etwas Bestimmtes. Er wird von den Christen vorwiegend als Symbol für die Ewigkeit des Lebens gedeutet. Das ewige Leben das durch die Auferstehung niemals endet. Auch hier das Siegeszeichen über den Tod. Der Kreis wird auch als ein Symbol für Ganzheit, Vollkommenheit, Gleichgewicht, Harmonie, Ausgewogenheit und Kosmos gesehen. Mit acht Metern Durchmesser ist der Kaufbeurer Adventskranz im Allgäu der größte, aus echten Tannenzweigen gebundene Adventskranz der Welt. Vom ersten Advent bis zum Dreikönigstag steht er am Neptunbrunnen der Stadt Kaufbeuren. Die Wachskerzen des Kranzes haben jeweils eine Höhe von etwa 150 Zentimetern und ein Gewicht von 150 Kilogramm.

Jana Embacher

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Vom Himmel in die tiefsten Klüfte ein milder Stern herniederlacht; vom Tannenwalde steigen Düfte und hauchen durch die Winterlüfte, und kerzenhelle wird die Nacht.

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Mir ist das Herz so froh erschrocken, das ist die liebe Weihnachtszeit! Ich höre fernher Kirchenglocken mich lieblich heimatlich verlocken in märchenstille Herrlichkeit. Ein frommer Zauber hält mich wieder, anbetend, staunend muss ich stehn; es sinkt auf meine Augenlider ein goldner Kindertraum hernieder. Ich fühl´s ein Wunder ist geschehn. Theodor Storm (1817-1888)

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Sterne mit Bauch 1. Den Stern zur Vorlage bzw. als Schablone benutzen. Dazu kann er zum Beispiel abgepauscht werden und Sie können sich eine Pappschablone anfertigen. 2. Stern z.B. auf Goldpappe übertragen, ausschneiden und nach der Skizze falten. 3. Bei den Talfalten werden die einzelnen Spitzen der Sterne nach hinten geknickt. 4. Bei der Bergfalte jeweils immer drei Spitzen genau auf die anderen drei Spitzen knicken. 5. Eine Spitze (in der Zeichnung am Pfeil fettgedruckt) abschneiden und an einer Seite bis zur Mitte einschneiden (auch diese Linie ist fettgedruckt). 6. Dann A auf B kleben (der „Bauch“ entsteht).

__ __ __ __ __ __ Bergfalte _ . _ . _ . _ . _ . _ . _ . _ Talfalte

7. Nun immer zwei Sterne aufeinander kleben.

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Zweiter vor-adventlicher Basar im Waldorfkindergarten Delstern Nach der Premiere im vergangenen Jahr fand auch dieses Jahr wieder ein vor-adventlicher Basar im Waldorfkindergarten Hagen-Delstern statt. Seit Wochen wurde im Mitarbeiterraum des Kindergartens jeden Mittwoch morgen und bei den Müttern vom Bastelkreis auch fast jeden Tag noch zu Hause gefilzt, gesägt, gebohrt, gestrickt, genäht oder gefaltet, damit es schöne Dinge zum Bestaunen und Mitnehmen geben konnte.

Es war ein schöner Nachmittag und wir werden auch im kommenden Jahr den Basar wieder stattfinden lassen. Bis dahin würden wir uns über Zuwachs freuen. Immer mittwochs früh im Kindergarten Hagen-Delstern. Wir freuen uns auf Euch. Jessica Wenig

Am Samstag, den 15.11. war es dann so weit – schon um 15 Uhr kamen viele Besucher zum Stöbern und auch zum Plätzchen naschen oder um vom leckeren Punsch zu probieren. Und so zogen nach und nach Schafe, Zwerge, Ochs und Esel, tanzende Engel, Feen und Elfen, Maria, Josef und das Jesuskind, Pferde und Einhörner aus, um in einer Familie einen gemütlichen Platz zu finden. Ebenso wurden Zaubernüsse, Wunderkugeln und andere Kleinigkeiten heimlich in Tüten gepackt, um später dann in Adventskalendern versteckt zu werden.

NEU: Bastelkreis im Waldorfkindergarten Haspe Alles auf einen Blick: Seit Oktober 2014 treffen sich einmal im Monat interessierte Eltern und Erzieher/innen zum Filzen, Nähen, Schneiden, Kleben und vielem mehr. Es ist für jeden etwas dabei, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich! Der Bastelkreis freut sich immer über Verstärkung. Gerne können sie sich auch erstmal zum Schnuppern anmelden.

Bis bald Doris Muylkens-Germann (Erzieherin in der Schneeglöcken-Gruppe)

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Wann? Jeden 3. Mittwoch im Monat um 20.15 Uhr Wo? Kindergarten Haspe (Schneeglöckchengruppe) Anmeldung: bei Frau Muylkens-Germann


Ideenschmiede Schultütenfilzen Bereits im Februar des vergangenen Jahres begannen die Vorbereitungen für das Projekt „Schultütenfilzen“ einiger Eltern des Waldorfkindergartens Hagen-Delstern. Wolle bestellen, das Internet nach Ideen durchstöbern, eigene Inspiration suchen... Es gab viel zu tun, denn bekannterweise geht die Zeit ja dann doch viel schneller rum, als man es vorher gedacht hätte. Prinzipiell gibt es ja zwei Möglichkeiten, Schultüten zu filzen: man filzt nass entweder direkt um einen „Hohlkörper“ herum oder näht es später zusammen oder man filzt sie trocken mit der Nadel. Wir entschieden uns für eine Mischung aus beidem: ein bisschen nass, ein bisschen Nadeln. Zunächst umwickelten wir unsere spitze Dreiecksform aus Verlegeplatten-Dämmmaterial (im Baumarkt findet man doch immer hilfreiche Dinge zum Basteln) großzügig mit der Wolle, die später der Hintergrund sein sollte. Blau für Himmel oder das Piratenmeer, grün für den Moosgarten oder die Wiese. Diese Wolle nadelten wir gut fest, so dass im späteren Schritt alles dort bleiben konnte, wo es sein sollte. Nachdem also alles einigermaßen fest war und dick genug, kam das umwickelte Dreieck in die Waschmaschine. Das Nassfilzen überließen wir also der Waschmaschine. Am besten ging es gemeinsam mit Jeans oder Handtüchern bei 40 Grad. Nach dem Waschen haben wir den oberen Rand abgeschnitten, ein bisschen nachgerieben und trocknen gelassen.

Ab Februar 2015 wird für die angehenden I-Männchen/Frauchen wieder gefilzt. Wer mitmachen möchte, meldet sich bei Natalie Clever (Vogelgruppe) 02337 474390

Danach ging es an die „Feinarbeit“. Blumen, Piratenschiffe, Fahnen, Einhorn, Fee.... alles wurde in liebevoller Handarbeit auf die Schultüten gebracht. Dann noch Pappe hinein – für die Stabilität, oben Stoff annähen zum Verschließen und mit Leckereien und anderen Überraschungen füllen. Die Kinder haben sich gefreut. Nach der Einschulung bieten die Schultüten die Möglichkeit, mit Füllwolle befüllt zu werden und zu einem Kissen zu werden. Danke an Katja Funke, die das Know-How weitergab und immer hilfreich zur Seite stand.

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Einschulungsfeier 2014 Am 21. August war er da – der mit Freude und Aufregung herbeigesehnte erste Schultag an der Rudolf-Steiner-Schule, Hagen. Bei Sonnenschein und kühlen Temperaturen fanden sich nach und nach vierundzwanzig mehr oder weniger aufgeregte Schulkinder, ihre Eltern, Großeltern und Freunde im Pavillon ein und wurden dort herzlich willkommen geheißen von ihrer Patenklasse, die mit ihrem musikalischen Beitrag auf der Glasharfe eine wunderschöne Atmosphäre in den Saal zauberte. Im Anschluss daran begrüßte Herr Grieneisen alle neuen Schulkinder und ihre Eltern mit den Worten, dass eine ganze Schulgemeinschaft sich auf sie freue. Frau Dinter – die Klassenlehrerin der ersten Klasse, die die Aufregung mit den Kindern teilte - bat dann jedes neue Schulkind auf die Bühne und begrüßte es mit einem kleinen Stein. Durch das Sonnenblumentor ging es dann hinaus in die Schule, in den Klassenraum, um die erste Unterrichtsstunde zu erleben. Währenddessen gab es für die Eltern, Geschwister, Großeltern und Freunde ein leckeres Frühstück, bereitet von den Eltern der 2. Klasse. Nach der Schulstunde und vielen, vielen Fotos auf der Treppe freuten sich die Kinder dann auf ihre Schultüten und die kleinen Überraschungen, die auch die Paten aus der 7. Klasse für ihre Schützlinge vorbereitet hatten.

Als Mutter einer Erstklässlerin möchte ich mich bedanken für die Mühe, die die Paten und Patinnen sich für diesen Tag und bis heute gemacht haben, um den neuen Erstklässlern einen schönen Start zu ermöglichen, für das schöne Gefühl, willkommen zu sein und nicht zu vergessen für das wunderbare Frühstück.

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Jessica Wenig


Erinnerungen an die Einschulung 2014 ...und die Wochen davor Unsere Kleine hatte die Tage ja geduldig gezählt. Bereits im Februar hatten wir den Tornister ausgesucht, welcher dann unter meinem Bett schlief und immer wieder von Greta besucht wurde. Dann wurde er gestreichelt, stolz dem Besuch gezeigt, immer wieder ausgepackt und das beim Herbstbasar 2013 erworbene Stiftemäppchen mit zufriedenem Gesichtsausdruck entrollt.

vös die Hand ;-). In jedem Falle kamen alle wohl behalten oben an und setzten sich auf die bereit stehenden Bänkchen. Gretas Ungeduld wurde auf eine harte Probe gestellt, denn sie kam als eine der letzten dran. So stand sie ein jedes Mal auf, wenn Frau Dinter einen Namen aufrief und plumpste mit einem leisen Aufstöhnen wieder zurück auf ihren Stuhl.

Schließlich war die Kindergartengartenzeit vorbei, mit einem lachenden und weinendem Auge nahmen wir Abschied von der Rosengruppe des Waldorfkindergartens Hagen-Haspe um uns nun auf einen neuen Lebensabschnitt vorzubereiten. Greta kommt in die Schule! Die Sommerferien waren lang! Länger als bisher – nun also sechs Wochen – und immer wenn wir auf der B7 an Schule vorbeifuhren erklang ein kräftiges Stimmchen von hinten: “Das ist meine Schule!“ Schließlich gab ich Greta einen Kalender, in welchem sie die Tage wegstreichen konnte, um die Tage bis zur Einschulung besser vor Augen zu haben. Das klappte ganz gut und die Vorfreude und die Erwartung wuchs. Es wurde gemeinsam mit der Oma der Stoff für das Wachsstiftemäppchen ausgesucht, die Gestaltung genau besprochen, (Ohhh! Fünfjährige wissen genau, was sie wollen!), die Schultüte gebastelt, beklebt und natürlich beglitzert... und dann kam endlich der ersehnte Tag! Der 21. August 2014.

Aber schließlich wurde auch ihr Name genannt, voller Vorfreude sprang sie von ihrem Stuhl und wartete mit feuchten Händchen, bis sie von Lara und Tobias, ihren beiden Paten abgeholt und das Treppchen hinauf geführt wurde. Aufgeregt nahm sie den schönen Findling von Frau Dinter entgegen, einen glatten ovalen Stein, bemalt mit ihrem Namenszeichen und setzte sich neben ihre zukünftigen Klassenkameraden auf die Bank – den Findling sicher in der geballten Faust verborgen. Von hier oben sah alles so ganz anders aus. So viele Menschen! Und nun saß sie endlich auf der Bühne, auf welcher wir all die Jahre zuvor immer die Darbietungen der anderen Klassen auf den Monatsfeiern bestaunt hatten. Sooo stolz war sie – na... und wir erst.

Aus dem schönen lila Blütenstoff des Wachsstiftemäppchens hatte die Oma sogar noch zusätzlich ein Kleid gezaubert, die neuen Schuhe blitzten an den Füßen; endlich durfte der Tornister getragen werden und angespannt warteten wir zu früher Stunde im Pavillon auf den Beginn der Einschulungsfeier. Greta rutschte auf ihrem Stuhl hin und her und fand es schließlich auf Papas Schoß einigermaßen zum Aushalten, bis die achte Klasse uns mit einem wunderschönen Glasharvenspiel Willkommen hießen. Dann betrat Frau Dinter die Bühne, richtete ein paar warme Begrüßungsworte an uns und endlich endlich kam der Moment, den unser Kind so lange ersehnt und auch gefürchtet hatte. Die Kinder wurden der Reihe nach aufgerufen, die Paten der 8. Klasse nahmen die Erstklässler in Empfang und führten sie das Treppchen hinauf auf die Bühne. Manche Kinder stolperten, manche liefen ihnen entgegen. Bei anderen erhoben sich die Paten gerade erst, da reichte der kleine Erstklässler Frau Dinter bereits ner-

Dann erzählte Frau Dinter ein Märchen... es wurde ruhig und einige Kinder hingen an ihren Lippen, andere blickten auf die Menschenansammlung unter ihnen. Es war zu aufregend, um der Geschichte zu folgen. Ergreifend wurde es schließlich, als der Chor uns eine wunderschöne Darbietung schenkte. Die Kinder verließen Hand in Hand in einer langen Reihe die Bühne, während die Klänge den Pavillon erfüllten. Frau Dinter schritt voran und gemeinsam gingen die Kinder durch Bögen blühender Sonnenblumen - gehalten von ihren Paten - in ihrem Lebensabschnitt hinein. Dankeschön für die berührend schöne Einschulungsfeier! Nachtrag: Uns wurde gesagt, dass die Kinder das Ende der Geschichte im Anschluss an die Feier in ihrer ersten Unterrichtsstunde erführen. Ich jedenfalls habe das Ende nie erfahren. Es war sicher im Herzen unseres Kindes eingegangen. :-)

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Valerie Lutz, Mama von Greta Böhs, 1. Klasse


Projektwoche in der zweiten Klasse Die Projektwoche in der zweiten Klasse war auch in diesem Jahr ein tolles Erlebnis. Wie im vergangenen Jahr konnte Herr Klein-Engelen wieder einige Eltern gewinnen, die bei der Projektwoche mithalfen. Mit vielen neuen Projektideen wurde dann die Woche auch nicht langweilig: Gemeinsam mit Herrn Klein-Engelen erstellten die Kinder kleine Tischtheater im Karton, deren Innenleben liebevoll gestaltet wurde. Sehr beliebt waren die bunten Trommeln aus Blumentöpfen, sie wurden in zwei Schritten erstellt – erst geklebt und dann gemalt. Aus Korkresten (an alle Weintrinker: Unbedingt sammeln, das ist ein Rohstoff) wurden nicht nur schöne Bilder, sondern auch überaus praktische Pinwände hergestellt. Für den Jahreszeitentisch bastelten die Kinder mit Hilfe einer Mutter die Heiligen drei Könige aus Ästen, goldenen Borten und Stoffresten. Auch das Filzen durfte nicht fehlen, allerdings wurde anders als im letzten Jahr nicht nass gefilzt, sondern es wurden kleine Figuren mit Trockenfilztechnik erstellt.

besonders gut kamen die kleinen Körbchen an, die jede fertige Figur tragen durfte. Die tief empfundene Freude der Kinder über die selbst erstellten Geschöpfe und die Fantasie, mit der sie diese Dialoge und Geschichten spielen lassen, hat uns alle beeindruckt. Als Elternteil ist es schön, zu sehen, wieviel Spaß die Kinder an den Bastel- und Werkaktivitäten haben und wie sie das „Besondere“ der Projektwoche genießen (das äußerst sich dann auch schon mal in Toben und „Quatsch“ machen …). Ein Blick hinüber in die dritte Klasse, die mit Frau Vesterling und Frau Mann wunderschöne und anspruchsvolle Filzprojekte, Webarbeiten und Papierfaltarbeiten durchführte, weckt schon die Vorfreude auf das nächste Jahr…

Für die begleitenden Eltern war es außerordentlich erstaunlich zu sehen, was die Kinder dabei schon schaffen und mit welcher Kreativität sie ans Werk gehen! Wer hätte schließlich gedacht, dass man auch Meerjungfrauen filzen kann und dass zu einer „Oma“ mal eben schnell eine „Mama“ und ein „Kind“ erstellt werde?! Alle Figuren wurden unmittelbar nach (und teilweise schon während der Fertigstellung) in kleine Rollenspiele eingebracht und Freundinnen filzten sich gleich gekleidete Püppchen, die selbstverständlich dann auch Freundinnen wurden. Ganz

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Karla Klose


Impressionen aus der Projektwoche in der dritten Klasse

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Wanderung zur Epscheider Mühle Erste Klassenfahrt im 5. Schuljahr

Direkt nach den Sommerferien starteten auch in diesem Jahr wieder die Fünftklässler zu ihrer ersten Klassenfahrt. Große Aufregung machte sich bei nahezu allen Kindern in der Klasse breit. Ist ja auch klar. Zum ersten Mal mit der ganzen Klasse eine Woche lang von zu Hause weg zu sein ist ganz gewiss etwas Besonderes. Morgens um acht ging es am ersten Montag nach den Ferien an der Schule los: Zunächst ein Stück mit den Bus und dann wurde gewandert – natürlich mit Pausen und Picknick und allem, was sonst noch dazu gehört. Die muntere Truppe wanderte durch Blumenwiesen und an Pferdekoppeln vorbei – sie genossen die herrliche Natur. Auch in diesem Jahr war das Ziel wieder die Epscheider Mühle, weit ab von allem – vor oder hinter den Toren Breckerfelds – je nachdem, wie man es sehen möchte. Idyllisch im Grünen liegt die alte Mühle an einem Bach und am Wald umgeben von Wiesen und Feldern. Also genau der richtige Ort für die erste Klassenfahrt. Hier konnte sich die Klassengemeinschaft mal außerhalb der Schule und ohne Unterricht erleben. Perfekt! Ein Ritterprogramm

mit zwei Freizeitpädagogen rundete den Aufenthalt vor Ort ab. Klassenlehrerin Miriam Duschek erinnert sich gern und schwärmt: „Alles war genau richtig. Wir hatten eine wunderbare Zeit, es gab keinen Ärger und keine Langeweile – die Klasse ist einfach toll.“ Eine glückliche und zufriedene Schülerschar kehrte zumindest auch nach fünf Tagen, am Freitagnachmittag zurück. Auch der Rückweg wurde wieder per pedes zurückgelegt. Von der Epscheider Mühle wanderten die Kinder zur Hasper Talsperre, wo die neugierigen Eltern schon warteten. Eine Auswahl der vielen Fotos, die an der Epscheider Mühle entstanden sind, und ein Aufsatz von Antonia und Lotta geben die perfekte Stimmung wider.

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Basarimpressionen

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Zimmer mit Charme

Am Eggeturm

Die Externsteine

Das Begleitfahrzeug

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Klassenfahrt der 6. Klasse von Brilon nach Detmold Im Juni dieses Jahres konnte ich die Fahrt der damals noch 6. Klasse begleiten. Die Aufregung war schon groß, denn wir wollten von Brilon bis nach Detmold radeln. Herr Herzog hatte im Vorfeld die Etappen festgelegt und die Übernachtungen in den Jugendherbergen gebucht. Für den Transport des Gepäcks und anderer wichtiger Dinge hatte Volker Hengstwerth sich und seinen Wagen zur Verfügung gestellt. 32 Schüler, Herr Herzog und 6 weitere Begleitpersonen zogen dann am 23.06.2014 voller Erwartungen los, um in 4 Etappen Detmold zu erreichen. Ich denke, die Erwartungen sind erfüllt worden. Wir sind durch wunderschöne Landschaften geradelt. Die Ausläufer des Eggegebirges und des Teutoburger Waldes haben wir wahrhaftig in den Beinen gespürt. Wir hatten hauptsächlich perfektes Wetter - nur einmal hatten wir kurz das Vergnügen, im Regen zu radeln. Wir haben gelernt in einer Gruppe zu fahren, wie wichtig ausreichende Getränke sind, wie Karten gelesen werden und wie wichtig funktionierende Bremsen und heile Schläuche sind. Wir haben uns verfahren und doch den richtigen Weg gefunden. Mich hat an dieser Klassenfahrt besonders berührt wie unterschiedlich die Schüler täglich das Etappenziel erreicht haben. Es gab Gruppen mit ziemlich schnellen und wagemutigen Radlern, die auch gerne mal zusätzlich einige Kilometer fahren wollten oder denen kaum eine Abfahrt zu steil war. Es gab aber auch Gruppen in denen die Schüler von Tag zu Tag mehr Sicherheit und Kraft gewannen. Welche, die an ihre Grenzen gegangen sind und diese überwunden haben. Sabine Böcker

Das Hermannsdenkmal

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Fliesenmosaik zu Emil Schumachers Geburtstag 800 Kinder auf dem Museumlatz Alle zwei Jahre findet in Hagen der „Emil-SchmacherTag“ statt. In Erinnerung an den Künstler wird mit Aktionen von und für Schüler und Schülerinnen der Stadt ein Kunstfest ausgerichtet. In diesem Jahr stand das Fest unter dem Motto „Kunstkongress der Stadtteile“. Wie bereits vor zwei Jahren repräsentierte sich die Waldorfschule erneut auf dem Schumacher-Geburtstag (er wäre dieses Jahr 102 geworden) von seiner besten Seite. Frau Hugendick hatte sich wieder eine tolle Mitmachaktion für die Schüler ausgedacht und diese perfekt gemeinsam mit Frau Berger und einigen Eltern vorbereitet. Zum Thema „Kunstkongress der Stadtteile“ war es ja für unsere Schule klar, dass wir Haspe vorstellen. Ein großer StadtplanAusschnitt rund um unsere Schule und diese als Mittelpunkt war auf vier vorbereiteten Holzrahmen dargestellt; Straßen, Grünflächen, Bahngleise, Gebäude verschieden farbig vorgezeichnet. Farbige Fliesenstücke, welche die Schüler der 7. Klasse bereits im Vorfeld schon im Werkunterricht zerschlagen und sortiert hatten, warteten darauf, mit Fliesenkleber auf die vier Holzrahmen aufgebracht zu werden. Auch Schüler anderer Schulen, welche meistens bereits fertige Objekte mitgebrachten hatten, kamen gerne zu uns und halfen mit Feuereifer unter der Anleitung der Großen, ein schönes Mosaik entstehen zu lassen, welches inzwischen schon einen Platz im Foyer des Pavillons unserer Schule gefunden hat. Annette Hugendick und Katja Funke

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Partyservice Wunderlich - seit mehr als 40 Jahren Qualität aus Meisterhand. Sie planen eine Feier? Vielleicht mit 10 Gästen im privaten Kreis oder mit 100 Gästen in gehobener Atmosphäre? Gern sind wir Ihnen mit unserer über 40-jährigen Erfahrung im Cateringbereich bei der Planung und Durchführung ihres Events behilflich. Ihre individuellen Wünsche und die Zufriedenheit Ihrer Gäste sind unser Maßstab. Sprechen Sie uns an. Schlachthofstraße 2-6 | 58089 Hagen | Telefon: 02331 333619 | info@partyservice-wunderlich.de

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Ausflug der 8. Klasse zum

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m Klettermax in Dortmund

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Plastizieren eines Kopfes In der Waldorfschule gibt es im Vergleich zu anderen Schulen allerhand Besonderheiten. Das kennen diejenigen, die schon länger dabei sind, gut, und die, die planen, länger dabei sein zu wollen, werden es kennenlernen. Einige dieser Besonderheiten finden sich im handwerklichkünstlerischen Unterricht und eine der besonderen Besonderheiten ist für mich das Plastizieren eines menschlichen Kopfes in Klasse 12. Tagtäglich sieht jeder von uns eine Vielzahl von Menschen und auch wenn dabei auf vieles geachtet wird, so liegt ein Hauptaugenmerk, ob bewusst oder unbewusst, auf dem Gesicht. Der wachsame Beobachter kann hier beinahe alles ablesen. Ist unser Gegenüber müde und erschöpft, gut gelaunt und fröhlich, nachdenklich und abwesend, ist es wütend? Das alles wird sichtbar und es ist deutlich mehr, als unsere Hand - ebenfalls ein wichtiges Körperteil - über uns verraten würde. Der ganze Mensch in seinen unsichtbaren, wie sichtbaren Befindlichkeiten spiegelt sich im Gesicht wider, es ist für den aufmerksamen Beobachter ein Abbild von Leib, Seele und Geist des Menschen. Und es ist die Aufgabe des Zwölftklässlers, eines in Ton abzubilden. Die Grundformen entstehen langsam und gründlich und es ist für alle Beteiligten lange nicht klar und auch sicher, ob sich aus Bestandteilen wie einem Ei und einem Zylinder überhaupt ein Kopf entwickeln wird, auch für die Lehrerin

immer wieder eine bange Zeit... Aber bisher ist es noch immer gut gegangen! Je menschlicher der Kopf wird, desto näher rückt er mit seinem Erschaffer zusammen. Und der Raum ist voll von Modellen von Augen, Nasen und Mündern, alle Mitschüler stehen freiwillig oder unfreiwillig dauernd zur Verfügung. Auch das eigene Gesicht wird befühlt, wobei man vielleicht eine Tonspur hinterlässt... Ganz deutlich wird während der Arbeit, wie gut jeder einzelne doch das Gesicht kennt, wie sehr wir damit verbunden sind. Für uns selbst sind Kopf und Gesicht das Tor nach draußen, unser Gegenüber darf dadurch ein Stück weit in uns hineinsehen und eintreten. Alle beteiligten Schüler - und auch die Lehrerin - schauen im Verlauf der Epoche aber noch viel genauer hin, nicht nur während des Unterrichts, sondern auch davor und danach: was hat mein Gegenüber für eine Nase, ist sein Mund groß im Vergleich dazu, die Oberlippe aber vielleicht klein...? Und zurück im Unterricht wissen die Hände genauer, als man denkt, was zu tun ist, vielleicht, weil wir unser eigenes Gesicht unzählige Male am Tag berühren. Wenn man zum ersten Mal einen Kopf plastiziert, ist es sinnvoll, ihn ohne ganz große seelische Regung darzustellen. Schon wenn ein Mensch nur lächelt, ist das ganze Gesicht in Bewegung und man müsste alle Bereiche neu durchgestalten. So sind die auf den Abbildungen sichtbaren Köpfe nicht sehr bewegt, und dennoch ist jeder einzelne eine eigene Person geworden mit einer eigenen Geschichte. Manche davon wurden während der Epoche erzählt...

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Theosoph und genialer Hagener Architekt Vor 150 Jahren wurde J.L.M. Lauweriks geboren Der vom Hagener Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus an die Volme geholte niederländische Architekt J.L.M. Lauweriks hätte am 30. August 2014 seinen 150. Geburtstag feiern können. Lauweriks war Baumeister, Theosoph und einer der wichtigsten Künstler des sogenannten Hagener Impulses. In der Volmestadt ist dieses Jubiläum nahezu unbeachtet geblieben. Unsere Waldorfschule hingegen würdigt ihn Ende Januar mit einem Vortrag.

Foto: Sammlung M. Eckhoff

Redakteur und Zeichenleherer Geboren wurde Johannes L.M. Lauweriks in der unweit von Aachen gelegenen niederländischen Stadt Roermond. Sein Vater arbeitete dort als Leiter einer Bildhauer-Werkstatt. Nur wenige Monate nach der Geburt zog die Familie um - nach Amsterdam. Hier starb der Vater wenig später, und der kleine Johannes wuchs im Hause des Architekten P.J.H de Cuypers auf. Dieser Baumeister wurde entscheidend für den weiteren Lebensweg Lauweriks’; Cuypers ist nicht „irgendein“ Architekt, sondern einer der bedeutendsten holländischen Baumeister des 19. Jahrhunderts - so stammt von ihm der Entwurf für das Rijksmuseum in Amsterdam und auch für den dortigen Hauptbahnhof. Nach einer Ausbildung zum Zeichenlehrer arbeitete Lauweriks zunächst - von 1887 bis 1895 - im Büro seines „Ziehvaters“. Bereits in dieser Zeit betätigte er sich zudem als Mitstreiter und Redakteur mehrerer Zeitschriften. Ferner beschäftigte er sich intensiv mit der Theosophie. Dieses griechische Wort lässt sich am einfachsten mit „Göttliche Weisheit“ übersetzen. Schlussendlich geht es hier - teilweise von fernöstlichen Ideen beeinflusst - um eine religiöse Denkhaltung, die um 1900 in Europa viele Anhänger fand. Bereits 1894 wurde Lauweriks Mitglied der „Theosophischen Vereinigung Amsterdam“ und als Künstler bzw. als Chefredakteur (1902-04) für deren Zeitschrift „Theosophia“ tätig. Streng genommen ist der Begriff „Theosophie“ seit Jahrhunderten gebräuchlich. Vereinfacht ausgedrückt bezeichnet er ein „allgemeines Wissen über göttliche Dinge“, wie sie weltweit den meisten Religionen zugrunde liegen. Ein Anhänger der Theosophie war zunächst auch Rudolf Steiner, er war sogar um 1910 als Sekretär der deutschen Theosophischen Gesellschaft einer der theo-

sophischen Vordenker. Doch 1913 hat er die Gesellschaft verlassen und stattdessen die Anthroposophie begründet. Nachfolger von Rudolf Steiner Steiners Nachfolger als Sekretär der deutschen Theosophischen Gesellschaft wurde J.L.M. Lauweriks. Zu diesem Zeitpunkt wohnte der Niederländer längst in Hagen. Karl Ernst Osthaus kannte Lauweriks vermutlich schon seit 1904 und hatte ihn 1909 an die Volme geholt. Hier war er zum einen als Architekt tätig (am Stirnband in Eppenhausen), zum anderen aber auch als künstlerischer Leiter der Hagener Silberschmiede und als Direktor des vom preußischen Kultusministerium gegründeten „Staatlichen Seminars für Handfertigkeitsunterricht“. Ihm zur Seite standen seinerzeit mit dem Keramiker Bert Nienhuis und dem Silberschmied Frans Zwollo zwei weitere Niederländer. Auch Zwollo wurde vor dem Ersten Weltkrieg ganz entscheidend von der Theosophie beeinflusst - was sich deutlich in seinen Entwürfen für die Hagener Silberschmiede zeigt.

Diese Schale von 1913 – eigentlich ein Tafelaufsatz – stammt aus der Silberschmiede. Foto: Sammlung M. Eckhoff

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Somit hat die als gnostisch-mystische Religionslehre einzustufende und in ihrer neueren Form von Helena Blavatsky begründete Theosophie in Hagen erhebliche Spuren hinterlassen - nicht zuletzt kann man wesentliche Teile des Hagener Impulses, also das von Osthaus beeinflusste Bauen und Gestalten, in diesen Zusammenhang „einsortieren“. Dies gilt auch für die jüngst im heimischen Hauptbahnhof (wieder-)entdeckte von Frans Zwollo entworfene Uhr. Zu bewundern ist das mehrere Meter hohe Prachtstück in einer Café-Ecke, die im Sommer 2014 als „Anhängsel“ eines kleinen Supermarkts in den ehemaligen Wartesaal 1. Klasse eingebaut worden ist. Fast ein halbes Jahrhundert lang war sie hinter einer Zwischenwand verborgen. Und der theosophische Einfluss gilt erst recht für die Lauweriks-Siedlung am Stirnband.

wurde, war der Architekt, Pädagoge und Designer 45 Jahre alt. Zuvor fungierte Lauweriks als Lehrer der Abteilung Baukunst an der damals von Peter Behrens (Architekt des Delsterner Krematoriums) geleiteten Kunstgewerbeschule in Düsseldorf. Der tief religiöse Lauweriks beschäftigte sich in jener Phase – auch schon vor 1909! - in besonderem Maße mit Entwürfen auf einer eher eigenwilligen geometrischen Grundlage, so dass sich bei ihm traditionelle und fortschrittliche Elemente in einer überaus individualistischen Weise vermengen. Eine große Bedeutung hatte für ihn die „Quadratur“. Hierbei handelt es sich um ein Quadrat mit einem hineingezeichneten Kreis, der wiederum ein Quadrat enthält („Kreis-Quadrat-Motiv“); gleichzeitig spielen Berechnungen auf der Grundlage von „Wurzel aus zwei“ (1,4) und „Wurzel aus drei“ (1,7) eine tragende Rolle. Die beiden „Wurzeln“ haben mit den Diagonalen im Quadrat bzw. im Würfel zu tun.

Die Häuser am Stirnband aus der „Vogelperspektive“ gezeichnet von Lauweriks 1912.

Die „Quadratur“. Foto: Sammlung M. Eckhoff

Abb.: Sammlung M. Eckhoff

Etwas verschroben, aber genial Johannes L.M. Lauweriks muss ein etwas verschrobener, wenngleich genialer Tüftler gewesen sein. Wie erwähnt, war er eigentlich gelernter Architekt, doch die Chance, ein paar Bauten zu planen, bekam er (abgesehen von einer Villa in Göttingen) nur „richtig“ bei uns in Hagen, insbesondere am Stirnband. Den Auftrag gab ihm - natürlich - der Hagener Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus, der zwischen 1906 und seinem Tod 1921 in Eppenhausen ein „Experimentierfeld modernen Bauens“ zu verwirklichen versucht hat. Das, was Lauweriks am Stirnband plante, ist ein wahrlich „spannendes“ Bau-Ensemble. Als Johannes Lauweriks vor gut hundert Jahren von Osthaus nach Hagen berufen

Die von J.L.M. Lauweriks ersonnene Entwurfstheorie kommt sogar in seiner Visitenkarte zum Ausdruck. Foto: Sammlung M. Eckhoff

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Die aus sechs freistehenden Villen gebildete LauweriksSiedlung am Stirnband beginnt an der Haßleyer Straße mit einem teilweise leicht abgeschrägten Doppelhaus, in das Lauweriks 1914 selbst einzog. Mitten in der Siedlung steht ein Gebäude, das besonders ins Auge fällt: das Haus „Steger“ - die Bildhauerin Milly Steger (von ihr stammen auch die „Musen“ an der Stadttheater-Fassade) lebte und arbeitete in diesem Haus. Den Abschluss der Häuserzeile bildet das berühmte Thorn-Prikker-Haus mit seinem bemerkenswerten Holzgiebel, in dem Lauweriks‘ Entwurfsideen besonders gut nachvollzogen werden können.

Das auffälligste Haus, das der niederländische Baumeister und Lehrer J.L.M. Lauweriks jemals schuf, steht am Stirnband in Eppenhausen. Man kennt es allgemein unter dem Namen „Thorn-Prikker-Haus“ - benannt nach einem Künstler, der hierin einst lebte. Foto: Michael Eckhoff

Rechtwinklige Schneckenformen, die in vielfältiger Weise an den Bauten zu finden sind, sollen sicherlich das „Labyrinth des Lebens“ darstellen, ein Gedanke, der eng mit der Theosophie verknüpft ist, denn in dieser Lehre geht es unter anderem darum, den Sinn des Weltgeschehens zu erkennen. Durch eine Ordnung im Äußeren wollte Lauweriks gleichsam eine Ordnung im Innern der Menschen erzielen. Seine Häuser am Stirnband versinnbildlichen dies. 1916, also mitten im Ersten Weltkrieg, musste er Hagen verlassen. Er kehrte zusammen mit Bert Nienhuis zurück nach Amsterdam, wo er 1917 Direktor an der 1877 von P.J.H. Cuypers gegründeten Quellinus-Kunstgewerbeschule wurde (bis 1924). Anschließend leitete er die Abteilung Raumkunst am Zentral-Institut für Kunstgewerbe

in der niederländischen Hauptstadt. In Amsterdam verstarb Lauweriks im Jahr 1932. Bauwerke des Expressionismus? Besonders schwer tut man sich, sobald man versucht, Lauweriks‘ theosophisch beeinflusste Architektursprache stilistisch einordnen zu wollen. Hier sei auf Wolfgang Pehnt verwiesen, der schon 1973 in seinem damals erschienenen wegweisenden Buch „Die Architektur des Expressionismus“ auch die Hagener Lauweriks-Bauten nannte. Als Pehnt 1998 eine grundlegende Überarbeitung dieser wichtigen Schrift veröffentlichte, blieb diese Einsortierung erhalten. Aufschlussreich ist, was Pehnt im Zusammenhang mit der um 1900 in den Niederlanden um sich greifenden Zahlensymbolik über Lauweriks schreibt: „Lauweriks begnügte sich nicht wie andere Architekten damit, ein Liniengitter zur Kontrolle der Maße auf Grundund Aufriß einzutragen. Für ihn bildete die Geometrie die ‚Urzelle des Gebäudes …, worauf sich alles aufbaut‘.“ Pehnt weiter: „Von Lauweriks, dessen schmales architektonisches und umfangreicheres kunstgewerbliches Werk hinter seiner Leistung als Pädagoge zurücksteht, führte die Entwicklung in zwei verschieden Richtungen.“ Diese beiden Richtungen lassen sich laut Pehnt so zusammenfassen: Einerseits könne Lauweriks „als Schrittmacher der Rationalisierung“ eingestuft werden, andererseits könne sich auch dessen Widerpart auf Lauweriks berufen. Denn Kunst sei für Lauweriks „sinnlich gewordene Religion“ und Geometrie sei für ihn „Ausdruck universaler Gesetzmäßigkeiten“. Womit wir wieder bei der Theosophie wären – und letztendlich sogar bei einer Gestaltungsweise, wie sie im 20. Jahrhundert insbesondere von Rudolf Steiner und der Anthroposophie geprägt worden ist und die zum Beispiel im Herdecker Gemeinschaftskrankenhaus und in der Herdecker Kirche der Christengemeinschaft zum Ausdruck kommt. Michael Eckhoff

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Am Freitag, den

30. Januar 2015 hält Michael Eckhoff (Vorstand Hagener Heimatbund) im Veranstaltungssaal unserer Schule einen ausführlichen Vortrag über das Leben und Wirken von J.L.M. Lauweriks. Der Beginn ist um 19:00 Uhr.


Russlandfahrt zu Krisenzeiten?

Als die diesjährige Smolenskfahrt geplant wurde, gab es im Vorfeld einige warnende Stimmen wie: „Ist es denn zu verantworten, dass wir unsere Schüler in einer politischen Krisensituation nach Smolensk fahren lassen?“ Wir haben die Ängste einiger Eltern durchaus ernst genommen und uns dennoch entschieden, die Fahrt nicht abzusagen und gleichzeitig über das auswärtige Amt sorgfältig zu verfolgen, ob sich der Ukraine-Konflikt u.U. ausweitet. Wir hatten sogar den Eindruck, dass es gerade in einer Zeit, in der sich das Ost-West-Spannungsfeld erneut aufbaut und die zugrunde liegenden Ursachen dafür in unserer eher angstmachenden und einseitigen öffentlichen Berichterstattung nur schwer zu erkennen sind, die Smolenskfahrt einen besonderen Stellenwert bekommt. Die Menschen die wir in Russland besuchen, haben nichts mit diesem Konflikt zu tun! Und sich in diesen Zeiten mit ihnen an einen Tisch zu setzen, sich auszutauschen, sich zu befreunden, zusammen Musik zu machen und in einen so konstruktiven und bereichernden kulturellen Austausch zu treten, könnte doch ein besonderer Beitrag zur Friedenserziehung sein, oder? Schön, dass dann doch die meisten Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse die Fahrt antraten. Ich selbst war bisher noch nie in Russland gewesen und merkte deutlich, dass ich in meiner Kindheit und Jugend im allgegenwärtigen Ost-West-Spannungsfeld aufgewachsen bin und vielleicht auch deswegen eine merkwürdige und eher unbewusste innere Sperre hatte, aus freien Stücken eine Reise nach Russland zu planen. Was ich dann zusammen mit unseren Schülern und Kol-

legen in den zwei Wochen erleben durfte, hat sicherlich meine Einschätzungen und Erwartungen allesamt über Bord geworfen! Eine derartige warmherzige Gastfreundschaft habe ich bisher noch nicht kennen gelernt. Viele spannende und intensive Gespräche, oft tief bis in die Nacht, dann die Smolensker Waldorfschule, die materiell mit einem Bruchteil unseres hiesigen Standards auskommen muss und dabei eine besondere Qualität entwickelt, dann die zahlreichen und allgegenwärtigen Spuren des zweiten Weltkrieges, die uns die Geschichte in so greifbare Nähe rückte, dann in der zweiten Woche die Stadt St.Petersburg mit der gigantischen und so prächtigen Architektur und Kultur, das Ganze bei spätsommerlichem Wetter..........es wird sicherlich noch lange andauern, diese vielen so intensiven Eindrücke zu verarbeiten! Und: Der Blick auf die aktuellen politischen Ereignisse fängt an sich zu differenzieren! Andere Sichtweisen gesellen sich hinzu und ergänzen die westlich propagierten Einschätzungen. Es tut so gut, wirkliche Freunde hinzugewonnen zu haben, mit denen man in der heutigen Zeit kulturelle Brücken baut und stabilisiert. So habe ich nun ein ganz besonders wichtiges Standbein unserer Hagener Schule kennen und schätzen gelernt, auf das wir froh und stolz sein können. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an die russischen Kollegen und Gastfamilien, sowie auch an die hiesigen Familien, die wiederum die russischen Kollegen und Schüler aufgenommen haben und last not least an Elena Trimpop, die in unermüdlicher Art und Weise die Logistik und Durchführung dieser Fahrten mit viel Herzblut organisiert!

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Thomas Buchner


Meine Eindrücke aus Russland Gegen Mitternacht trafen wir in Smolensk an. Nur schleierhaft war mir zu dem Zeitpunkt bewusst, dass ich hier eine lange Zeit verbringen sollte..

Rückblickend bin ich wirklich dankbar für die Chance, die mir meine Schule mit diesem Sprachpraktikum bot. Nicht jeder hat die Möglichkeit für drei Monate nach Russland zu fahren, auch wenn ich diese drei Monate nicht voll nutze. Ich fuhr nach 2 Monaten und 6 Tagen in Russland wieder zurück. Dies ist ein zusammengefasster Bericht über meine Erlebnisse und Eindrücke in Smolensk und auch in Sankt Petersburg. Ich erlebte dort recht viel und ich glaube, dass der Aufenthalt auch mich verändert hat, auch wenn ich hier nur noch wenig von diesen Veränderungen mitkriege, ausgenommen meiner Sprachentwicklung, doch hierzu später näheres. Es war auf jeden Fall eine große Chance für mich nach Russland zu kommen, das war mir klar! Anreise Am 07. September um 5.00 Uhr war Abreisetermin, bzw. sollte da der Bus von der Schule losfahren.... was er, sagen wir mal, relativ pünktlich auch konnte. Zunächst ging es nach Düsseldorf zum Flughafen, wo uns zwar noch Wartezeit erwartete, aber das war egal. Ich meine, hallo? Wir fliegen nach Russland! Ich glaube das kann man nicht realisieren, selbst nicht wenn man im Land ist, zumindest geht es mir so.. Meine Klasse dabei zu haben, erleichterte mir die Situation auf jeden Fall gravierend. In Moskau gelandet ( yeah, endlich in Russland!!), ging es mit dem Bus weiter nach Smolensk. Es begann alles reibungslos.....zumindest die ersten 2-3 Stunden. Dann, das Wunder des Tages: Motorschaden! Russland hieß uns also willkommen! Die 6- stündige Fahrt zog sich zu ca. 10 Stunden hin. Natürlich passierte die Panne mitten im Nirgendwo, zumindest kam es mir bei der Hitze und meiner der Situation angepassten Stimmung so vor.

Gastfamilie Natascha begrüßte in Smolensk zunächst mich und Lili. Wie durch ein Wunder durften wir die erste Woche gemeinsam in einer Familie verbringen. Wir sollten in einem typischen russischen Hochhaus wohnen, in einer kleinen, gemütlich voll gestellten Wohnung, was durch Nataschas Worte: “Das hier ist euer Zuhause!”, mit der Anweisung uns auch so zu verhalten, für keinen von uns auch irgendwie negativ war. Wir fühlten uns wohl, auf Anhieb. Mir war klar, dass ich mit der noch recht jungen Mutter viel Zeit verbringen sollte. Noch viel glücklicher bin ich über die Tatsache, dass ich sie wirklich ins Herz geschlossen habe. Natascha ist mir in Russland meine Mutter gewesen, meine Ansprechperson. Wenn ich an Russland denke, denke ich an sie. Sie war mir mehr Freundin als Mutter, und ich wünschte, sie könnte das lesen. In der Wohnung lebten außerdem Dana, eine 5. Klässlerin und Tochter Nataschas. Dazu zwei Frettchen, „Kora“ und „Martin“, und ein Kater, „Fedja“.

Schule In unserer ersten Woche stand als Epochenunterricht Biologie an. Der Unterricht wurde mit künsterlischen Elementen gestaltet. Wir behandelten die menschlichen Organe und ihre Zusammenhänge zu den Temperamenten. So richtig „Waldorf“, wie ich finde. Die Organe sollten wir farblich darstellen. Nach dem Epochenunterricht, fanden

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mit dem Lied ‚Tod ist ein langer Schlaf‘, welches die Söhne zu Tränen rührte. Ein bedrückender Moment, den ich nie vergessen werde. Den Klang unserer Stimmen im sich hinziehenden Land und die Worte des Mannes, der uns erzählte, wie er seinen Vater verlor. Unvergesslich!

die Theaterproben statt. Wir erarbeiteten schon in Russland das Stück “Die Bremer Stadtmusikanten”. Die Proben wurde in Deutschland weitergeführt, natürlich die russische Variante des überall bekannten Märchens. Dazu übte unser Musiklehrer, Thomas Buchner, welcher uns an der Seite von Elena Trimpop und Alexander Litowski begleitete, zwei Lieder mit uns ein. Ausflüge Wir unternahmen 5 Ausflüge: Montag: Stadtführung und Philharmonie Wir besichtigten eine Kirche und besuch-

ten die Aufführung der „Bremer Stadtmu- sikanten“ in der Philharmonie.

Dienstag:

Brillianten- Schleiferei

Mittwoch: Donnerstag: Freitag:

Smolensk Die Innenstadt ist toll, zumindest irgendwie! Überall sind Bäume, was mir sehr gefallen hat. Doch sah ich in der ersten Woche relativ wenig.. So hauptsächlich bewegte ich mich auf einer Straße die den Platz vor dem Kino mit dem Park vor der Philharmonie verbindet und in einem nahe der Philharmonie gelegenen Park. Nicht zu vergessen: DAS Cafe! Zu dem Cafe muss ich sagen, dass das Bild wie eine ganze Klasse plötzlich das gesamte Cafe einnimmt, mir nicht aus dem Kopf gehen will. Es war aber auch wirklich köstlich.. Erst mit Luke, am Ende der Zeit, sah ich wirklich viel von der Stadt. Ziellos, und doch eine wage Ahnung wohin es gehen soll, bewegten wir uns nach und nach immer mehr durch die Stadt und so lernte ich Smolensk immer weiter kennen.

Wir besuchten eine der weltgrößten Brili anten- Schleifereien, eigentlich eine wirk lich faszinierende Unternehmung!

Friedhof Friedhof „Flonawa“

Ein kleines Dorf, mit einer Landschule und kunsthand Werkstätten.

ehemaligen werklichen

Interessiert haben mich eigentlich nur die Friedhöfe, wenn ich das so sagen darf. Am Mittwoch besuchten wir eine kleinere Kriegsgräberstätte, welche direkt neben einer Kaserne gelegen ist. Uns wurde viel über die Geschichte erzählt, bevor es daran ging, den Müll rund um den Friedhof aufzusammeln. Der Friedhof selbst war sehr sauber, aber der unmittelbar angrenzende Wald war eine einzige Müllhalde! Donnerstag ging es dann um einen Friedhof, ganz anderen Ausmaßes: die Kriegsgräberstätte „Duhowtschina“. Wir wurden Teil eines beeindruckenden Momentes: die Kinder (82, 84 u.86 Jahre alt) eines im Krieg gefallenen Soldaten waren nun da, um ihrem Vater die letzte Ehre zu erweisen und sein Grab zu besuchen. Sie ließen uns an ihrer Geschichte teilhaben und wir bedankten uns

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Konzert Unsere gemeinsame Zeit in Smolensk endete am Samstag mit einem Konzert in der Schule. Dort führten wir das Theaterstück und die geprobten Lieder auf. Es war ein toller Abschluss! St. Petersburg Am Sonntag ging es für uns in eine kulturell wertvolle Stadt Russlands. Ich hatte nie irgendwas von Sankt Petersburg gesehen und war verdammt gespannt. Die Zugfahrt hätte ich mir nicht besser vorstellen können, auch wenn die anderen Zuggäste wohl unter uns zu leiden hatten. Es war total toll alle dabei zu haben, was mir rückblickend immer mehr klar wird. Ich muss mich echt zusammen reißen nicht sentimental zu werden!

In Sankt Petersburg besichtigten wir ebenfalls total tolle Museen und Orte. Darunter die Erimitage, das Schloss der Katharina, den Peterhof, die Isaakskathedrale und natürlich weitere an die ich mich leider namentlich nicht erinnern kann.. Ich hätte wirklich Tagebuch führen sollen, vor allem was die Ausflüge angeht. Ich kann nicht viel über Sankt Petersburg sagen. Ich fand es beeindruckend, überwältigend, wunderschön und interessant. Es ist eine Klassenfahrt für sich wert! Ich werde, je mehr ich mich wieder erinnere echt sentimental. Was sich echt gelohnt hat war das Ballett, welches wir, topgestylt, an einem Abend besuchten. Ich glaube schon nach dem Aufstehen begann das Fertigmachen, das Raussuchen der Kleidung und die Verteilung der Aufgaben. Lächelnd erinnere ich mich an den Bügeldienst für die Hemden der Jungen, natürlich erledigten das weitgehend die Mädchen. Aber es gibt ein Erlebnis, welches ich nie vergessen werde: Der Abschied von meiner Klasse am Freitag morgen (Luke und ich fuhren dann allein nach Smolensk zurück!) . Es ist das eindrücklichste Erlebnis in Sankt Petersburg gewesen,

aber auch das einzige, welches ich nicht noch einmal erleben möchte. Smolensk 2 Schule Wieder in Smolensk, begann die Schule von neuem. Doch nun wurden wir in den alltäglichen Unterricht integriert, kein Extraprogramm. Die Schulzeit war schrecklich. Es zog sich einfach nur, da mein Verständnis zu dem Zeitpunkt nicht fähig war, den Unterrichtsgesprächen zu folgen. Und in Mathematik, man denkt sich jetzt so die Zahlen sind ja gleich, verstand ich ebenfalls nichts. Es hatte jedenfalls etwas mit Kreisen und der Zahl Pi zu tun. Verdammt! Wäre Luke nicht da gewesen, wäre ich wirklich aufgeschmissen gewesen. Ich hab mich natürlich nie getraut irgendwas zu machen, mich zu integrieren und da hab ich ihn wirklich gebraucht, auch wenn ich ihm das nie gesagt habe. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an Luke, der es mit mir ausgehalten hat! Ich habe die Schule wirklich gehasst und Tag für Tag meine eigene, deutsche Schule mehr und mehr vermisst. Sogar die Lehrer! Also wenn das hier grade einer meiner Lehrer lesen sollte, kann er sich ruhig angesprochen fühlen.

Auch bin ich für die Russischstunden dankbar, die wir mit der Deutschlehrerin hatten. Sie war uns auch eine große Stütze und immer eine gute Ansprechpartnerin! Über den Unterricht kann ich relativ wenig sagen, aber dafür mehr darüber, wie ich mich gefühlt habe. Ich fühlte mich oft wie in einer richtig strengen Schule. Und was mir aufgefallen ist, ist das die Schüler so vieles einfach über sich ergehen lassen. Sie lehnen sich nicht den Lehrern gegenüber auf, wenn ihnen eine Aufgabe nicht passt. Vielleicht hat man sie nach der Schule schlecht über etwas reden hören, aber in der Schule? Kein Wort. Ich kann mir das bei meiner Klasse nicht so ganz vorstellen.

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Heimweh eingeschlossen, auf die Probe stellten. Mein Verständnis für die komplexe russische Sprache haben sich jedoch wirklich gut entwickelt und auch was meinen Wortschatz angeht. Ich kann freier sprechen, fließender. Auch wenn ich nicht sagend würde, dass ich fließend sprechen kann. Leider brach ich 3 Wochen vor dem geplanten Ende ab. Natürlich bereue ich es, da ich nun, hier in Deutschland, Smolensk und meine Familie dort vermisse. Aber verglichen mit den Gefühlen dort, weiß ich das ich hier richtig bin.

Freizeitgestaltung gab es keine. Zumindest keine produktive. Oder zählt spazieren gehen als produktiv? Ich habe mich in meiner Freizeit kein mal irgendwie wirklich mit Russisch beschäftigt. Außer natürlich bei der Kommunikation mit den russischen Einwohnern oder mit meiner Familie. Ich glaube ich sprach nur zuhause wirklich Russisch. Der Grund dafür ist jedoch einfach zu ergründen: Angst. Ich hatte unglaubliche Angst Russisch zu reden, Fehler zu machen. Unverständlich? Für Luke auch. Nun denn, wir waren viel in der Stadt unterwegs. Abends redete ich dann immer mit meiner Gastmutter. Wir verstanden uns fantastisch. Ich bin auch froh das ich den Kontakt zu ihr erhalten habe und bis heute mit ihr in Kontakt stehe. Man merkt, glaube ich, dass mir zum Ende hin immer mehr die Worte fehlen und ich immer mehr persönliche Gefühle mit reinbringe. Aber genau das ist Russland für mich gewesen. Eine Reise die mich und meine Emotionen,

Ich danke allen die mir diese Reise ermöglicht haben. Man kann sich glücklich schätzen, jemals so eine Chance gehabt zu haben. Ich meine, ein anderes Land, eine andere Sprache, eine andere Kultur. Ich war 2 Monate und 6 Tage in Russland, lernte dort Russisch und die Menschen kennen. Ich bereue keinen Tag dort und würde jederzeit wieder gerne dorthin! Yasemin Kohle

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Bericht aus dem Garten- und Instandhaltungskreis Seit Anfang 2011 treffen wir uns nun regelmäßig fast monatlich zum Gärtnern und Instandlern auf unserem Schulgelände. Hintergrund ist, dass unser lieber Herr Neugebauer mit der zur Verfügung stehenden Zeit nur die Innenbereiche der Schulgebäude betreuen kann. Das heißt, alle Außenbereiche einschließlich Zäune, Dachbegrünung, Gehsteige und Parkplätze müssen von anderen helfenden Händen regelmäßig betreut werden. Anfangs hochambitioniert haben wir uns viele Dinge auf die Fahnen geschrieben, die wir lieber gestern als morgen erledigt sahen. Das erste Protokoll unserer Sitzung fing an mit: „Es ging um so Vieles.“ Hier nur ein kleiner Auszug daraus:   Zigarettengebrauch und -müll auf dem   Schulgelände, Verkehrssicherheit an unserer Schule, Bewuchs der Beete, Nutzungsmöglichkeiten des Gartens hinter dem Oberstufengebäude, allgemeine Umgangsformen an der Schule, von Stromlieferanten bis Solaranlagen, Einrichtung eines Fegedienstes, Fassadenanstrich und und und …    Wir haben nicht alles geschafft, aber so Einiges, um unseren Kindern, Lehrern, Mitarbeitern und allen anderen eine schönere Lern- und Erfahrungsumgebung zu schaffen: Wir haben bereits Zäune abgeschliffen und neu gestrichen, den Vorraum im Pavillon geweißelt, Türen im Unterstufengebäude abgeschliffen und geölt, Werkbänke abgeschliffen, das Außengelände insbesondere am Oberstufengebäude komplett umgestaltet – Bäume gefällt, entstrüppt und alles pflegeleicht und blumig angelegt, regelmäßig wird entmüllt, gefegt, entkrautet, neu eingesät, Rasen gemäht (mit Aufsitzrasenmäher!!!) und was immer so anliegt. Entlohnt wird diese Arbeit immer mit einem köstlichen Buffet gestiftet von weiteren fleißigen Händen. Da sitzen wir dann gemütlich beisammen und klönen und schlemmen.   Kinder können während des Arbeitens, sofern sie nicht mithelfen wollen, draußen oder im Bewegungsraum spielen.   Nach nun fast vier Jahren Erfahrung hat sich folgender Ablauf eingespielt:   Treffpunkt am Unterstufengebäude um 9:30 Uhr, wer aber erst später kommt, wird nicht wieder weggeschickt;) Dann wird gewerkelt, was gerade anliegt, gegen 12.30

Uhr ist gemeinsames Essen, danach aufräumen und dann ab ins schöne Wochenende. Wir danken allen, die bisher mitgeholfen haben und freuen uns über jede helfende Hand. Insbesondere gilt das für unseren Gartenspezialisten Christoph Rosenkranz, ohne dessen fachkundigen Tipps und technisch hervorragender Ausrüstung unsere heutigen Bemühungen denen des Sysiphos glichen.  Es ist doch schön zu sehen, wenn unsere Kinder ein hübsches Umfeld erleben dürfen. 

Wir, dass sind: Claudia Sonja Katja   Monika   Monika Heyer, Mutter von Bennet aus der 7. Klasse, ist die Außengestaltung der Schule überaus wichtig, da auch sie davon ausgeht, dass die Lernumgebung einen Einfluss auf die Lernenden und Lehrenden hat. Der Gartenkreissamstag ist genial. Nach 3 Stunden Arbeit ist der vorher/nachher Effekt enorm und sehr befriedigend. Claudia Bellmann, Mutter von Lucas und Simeon in der 5. und 3.Klasse hat für 1 Jahr den Elternrat geleitet und dort so manchen Diskurs zwischen Elternschaft und Lehrern begleitet. Dort entstand auch mein Eindruck, dass das Äußere sich im Inneren wiederfindet und umgekehrt. Da mich das äußere Erscheinungsbild doch sehr irritiert hat, und ich nicht einmal erkannt hatte, dass unser Oberstufengebäude überhaupt auch zur Waldorfschule gehören soll - ich hatte das für eine abgefrackte städtische Schule gehalten - habe ich mich dann vor 3 Jahren entschlossen, den Gartenkreis mit meinen lieben Mitgefährtinnen ins Leben zu rufen.  Sonja Braselmann, Mutter von Joe in der 6. Klasse sieht in der Elternarbeit eine gute Möglichkeit das Schulleben mitzugestalten. Bei der gemeinsamen Gartenarbeit entstehen immer wieder interessante Gespräche und neue

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Ideen. Wichtig ist, dass unsere Kinder sich in ihrer Schule wohlfühlen. Katja Funke, Mutter von Ida, Emil und Tilda, wird noch am längsten an dieser Schule sein, da Tilda erst 2015 eingeschult wird, und hofft auf noch viele Verschönerungen an dieser Schule. Durch das gemeinsame Werkeln auch mit unseren Kindern an und um die Schule herum bekommen auch diese einen anderen Bezug dazu. Denn wer schon einmal auf dem Dach des Schulgebäudes gestanden hat, um Unkraut zu entfernen oder die Werkbänke abgehobelt hat, sieht die Dinge mit anderen Augen.     Unser noch unrealisiertes Projekt über die Neugestaltung/Dämmung der Außenfassade am Oberstufengebäude konnten wir  bisher noch nicht weiter verfolgen, wir wollen es aber auch nicht aus den Augen verlieren. Wer sich hier angesprochen fühlt, mit uns gemeinsam auch in dieser Richtung etwas zu bewegen – wir freuen uns über jede Mithilfe. Vielleicht kennt sich jemand im Behördendschungel aus und kann entsprechende Fördermittel oder sonstige Finanzierungsmöglichkeiten mit uns erkunden? vorher

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nachher


Der Elternrat hat eine neue Geschäftsordnung In diesem Jahr konnten die Mitglieder des Elternrats die Arbeit an einer Geschäftsordnung endlich zu Ende führen. Für uns war es wichtig die Aufgaben und Arbeitsfelder des Elternrats zu definieren. Dadurch ergeben sich klare Aufgabenstellungen und eine effektive und transparente Arbeitsweise. In unserer Septembersitzung wurde Arnd Mager nochmals zum Sprecher des Elternrats gewählt. Nebenstehend ein Überblick der einzelnen KlassenvertreterInnen.

1. Klasse: 2. Klasse: 3. Klasse: 4. Klasse: 5. Klasse: 6. Klasse: 7. Klasse: 8. Klasse: 9. Klasse: 10. Klasse: 11. Klasse: 12. Klasse:

Claudia Woste, Valerie Lutz Karolin Herbertz, Susanne Müller Stefan Schubert, Patrik Rösener Lotte Berger, Sah Tas Sandra Hilker-Mielke, Jessica Völker Petra Mager, Patrik Rösener Karla Klose, Sabine Gleim Sabine Böcker Arnd Mager Elke Niepmann-Pamin, Elke Lübeck Kirsten Lange, Andrea Hüsken Carola Lindemann

Die neue Geschäftsordnung im Wortlaut: Die Elternschaft ist ein Bestandteil der Schulgemeinschaft und wird durch den Elternrat vertreten, mit dem Ziel, die Schulentwicklung aktiv mitzutragen und zu gestalten. Aufgaben: Der Elternrat hat die Aufgabe auf Anregungen und Vorschläge aus der Elternschaft, der Schülerschaft, dem Kollegium und dem Vorstand handelnd zu reagieren, sowie Anregungen und Vorschläge an das Kollegium und den Vorstand zu geben. Der Elternrat initiiert und unterstützt die Arbeit der Arbeitskreise.* Durch einen regelmäßigen Informationsaustausch (mit dem Schulvorstandsressort „Schulentwicklung“) dient der Elternrat der Verbesserung der internen Kommunikation. Die Elternratsvertreterinnen und -Vertreter informieren die Elternschaft auf den Elternabenden der Klassen über den Inhalt der Elternratssitzungen und geben Informationen in den Wochenbrief. Der Elternrat ist Ideenpool und Erfahrungsschatz der Elternschaft. Sitzungsorganisation: Die Elternratssitzungen finden regelmäßig am ersten Dienstag im Monat statt, ausgenommen sind die Schulferien. Bei besonderem Bedarf können weitere Sitzungen verabredet werden. Zu den Elternratssitzungen wird spätestens 1 Woche vorher schriftlich unter der Angabe der Tagesordnungspunkte durch den/ die vom Elternrat gewählten Sprecher eingeladen.

Teilnehmer der Elternratssitzung und Stimmrecht: Eine kontinuierliche Teilnahme an den Elternratssitzungen ist die Grundlage für eine solide Elternratsarbeit. An den Elternratssitzungen nehmen regelmäßig pro Jahrgangsstufe mindestens einer der gewählten zwei Klassenvertreter sowie die Sprecher der Arbeitskreise teil. Die Klassenvertreter werden zu Beginn eines Schuljahres für das jeweilige Schuljahr bis zur nächsten Wahl innerhalb der Klassen gewählt. Der Elternrat kann Gäste zu den Sitzungen zulassen. Stimmberechtigt sind die anwesenden Klassenvertreter und Arbeitskreissprecher. Elternratssprecher: Der Elternrat wählt zwei Sprecher für die Dauer von zwei Jahren. Eine Wiederwahl ist möglich. Bei vorzeitigem Ausscheiden eines Elternratssprechers kann neu gewählt werden. Die Wahl muss zwei Wochen im voraus öffentlich angekündigt werden. Hierzu reicht eine Bekanntmachung im Wochenbrief. Kandidaten können von den Mitgliedern des Elternrates vorgeschlagen werden oder sich selbst vorschlagen. Wahlberechtigt sind alle Klassenvertreter und Arbeitskreissprecher. Die Elternratssprecher greifen aktuelle Themen, Anregungen und Vorschläge auf und bringen diese in die Sitzungen ein, sie bereiten die Sitzungen vor und leiten diese.

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Landes- und Bundeselternrat: Der Elternrat der Rudolf-Steiner-Schule Hagen ist im Landes-und Bundeselternrat der Freien Waldorfschulen vertreten. Vertreter werden vom Elternrat gewählt und delegiert. Die Delegierten berichten im Elternrat von den Tagungen. *Arbeitskreise: Um bestimmte Schwerpunktthemen zu bearbeiten, ist eine Bildung von Arbeitskreisen notwendig. Diese sind ein wesentlicher Bestandteil zur Mitgestaltung des Schullebens und der Schulentwicklung. Der Elternrat kann Arbeitskreise initiieren. Hierzu nutzt der Elternrat das vorhandene Wissen der Eltern-, Lehrer- und Schülerschaft und beteiligt diese an der gemeinsamen Arbeit. Die Arbeitskreise protokollieren ihre Ergebnisse und berichten in regelmäßigen Abständen im Elternrat aus ihrer Arbeit, um die Inhalte transparent zu machen, und sich in ihren Aktivitäten mit dem Elternrat abzustimmen. Niederschrift: Zu jeder Elternratssitzung wird ein Protokoll erstellt. Dieses umfasst Datum und Uhrzeit der Versammlung, Namensliste der Teilnehmer, die Tagesordnung, Anträge zur Tagesordnung sowie Beschlüsse unter Angabe der Abstimmungsergebnisse. Das Protokoll, welches spätestens 2 Wochen vor der nächsten Sitzung den Elternrats-

vertretern vorliegt, wird durch einen Sitzungsteilnehmer erstellt. Genehmigte Protokolle können von allen Eltern der Schule über den zuständigen Klassenvertreter angefordert werden. Arbeitsgrundsätze: Die Arbeit des Elternrates ist gekennzeichnet durch Vertrauen, gegenseitige Wertschätzung, Kreativität und Offenheit. Der Elternrat arbeitet strukturiert und effizient. Der Elternrat ist offen für alle das Schulleben betreffende Anfragen. Die Fragesteller werden über den Eingang der Anfrage, die Bearbeitung und das Ergebnis zeitnah informiert. Schlussbestimmungen: Diese Geschäftsordnung wurde am 03.Juni 2014 beschlossen und tritt ab sofort in Kraft. Die Geschäftsordnung bleibt gültig bis zur Verabschiedung einer neuen Geschäftsordnung. Änderungen dieser Geschäftsordnung bedürfen der einfachen Mehrheit und müssen schriftlich festgehalten werden. Die Geschäftsordnung wird in allen Schulgremien bekanntgegeben. Die Geschäftsordnung wird auf der Homepage der Schule veröffentlicht.

Musikkreis neu formiert

Der Vertrauenskreis

Der bisherige Solist Arnd Mager hat Verstärkung bekommen. Petra und Andreas Görtz sowie Kerstin und Holger Hasenburg (alle Klasse 3) werden ab sofort bei der umfangreichen Arbeit rund um die Ausleihe der Musikinstrumente mitwirken. Frau Dinter und Herr Buchner werden das Quintett mit ihrem Fachwissen unterstützen und mit Rat und Tat zur Seite stehen. Der Musikkreis freut sich auf ein harmonisches und klangvolles Miteinander.

Bitte nehmen Sie bei Bedarf mit einem Mitglied Ihres Vertrauens per Mail oder telefonisch Kontakt auf. Bei einer Begleitung werden in der Regel nicht alle, sondern ein bis zwei Mitglieder tätig. Die Mitglieder des Vertrauenskreises unterliegen der Schweigepflicht.

musikkreis@waldorfschule-hagen.de Tel.: Familie Goertz 02333 6098133 Tel.: Familie Hasenburg 02331 330315

Mark Neuper

Katrin Christmann

(Elternschaft) Vater in der 1. Klasse Mitarbeit AKÖ & Facebook Tel.: 02331-633948 Email: m.neuper@gmx.de

(Kollegium) Klassenlehrerin der 5. Klasse Mutter eines 2-jährigen Sohnes Tel.: 02331-3063798 Email: muekat6@web.de

Olaf Eilert

Christina Wiarda

(Elternschaft) Tel.: 01578-6545060 Email: office@Olaf-Eilert.de

(Elternschaft) Mutter in Klassen 6, 8 und10 Tel.: 0176-64769321 Email: lizzy1th@hotmail.com

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Der Flohmarkt im Sommer

da besteht Wiederholungsgefahr.

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Weihnachtsmuffins (12 Stück)

Selbstgemachtes Knäckebrot

100g Butter 1 Tl Zimt 4 EL Honig 2 mittlere Äpfel 1Ei 50 g gem. Haselnüsse 40g Rosinen 100ml Milch 200g Mehl 2 TL Backpulver 1 Tl Vanillezucker Und ½TL Zimt vermengt mit 1EL Zucker zum Bestreuen der Muffins. Zubereitung: Butter und Honig in einem kleinen Topf zum Schmelzen bringen und wieder abkühlen lassen. In der Zeit das Ei und die Milch miteinander verquirlen. Die Äpfel schälen und in kleine Stücke schneiden. Mehl, Backpulver, Vanillezucker und Zimt in einer Rührschüssel vermengen und die gemahlenen Nüsse, Rosinen und Äpfel dazu mischen. Nun auch das abgekühlte Butter-Honig-Gemisch und das Ei-Milch-Gemisch mit einem Löffel unterheben. Sind alle Zutaten zu einem geschmeidigen Teig verrührt, die Papierförmchen mit Teig füllen und auf das Muffinblech setzen. Zum Schluss Muffins mit dem Zimt-Zucker-Gemisch bestreuen. Muffins im vorgeheizten Backofen 20-25 Minuten bei ca.180 Grad backen.

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60 Gramm 60 Gramm 30 Gramm 20 Gramm 20 Gramm 30 Gramm 5 Gramm 1 Esslöffel 300 ml

Dinkelmehl Roggenmehl Weizenkleie Leinsamen geschrotet Sesamkörner Haferflocken, blütenzart Salz Distel- oder Rapsöl Wasser

Aus allen Zutaten einen ziemlich feuchten Teig herstellen. Ein Blech mit Backpapier auslegen - Folie eignet sich hier weniger, weil sie beim Zerteilen des fertigen Knäckebrots zerstört werden würde - und den Teig darauf dünn verstreichen. Die angegebenen Mengen reichen für ein Blech. Im vorgeheizten Rohr bei ca. 200 Grad 25 - 30 Minuten backen. Herausnehmen und SOFORT mit einem scharfen Messer in Stücke schneiden. Diese nun noch einmal verkehrt auf das Blech legen und im ausgeschalteten Rohr völlig austrocknen. Nach dem Erkalten hält das Knäckebrot in einer geeigneten Box oder Dose mehrere Wochen.


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4 Lageplan der Schule 1 = Unterstufengebäude 2 = Turnhalle 3 = Foyer 4 = Pavillon 5 = Bewegungsräume 6 = Werkstätten 7 = Oberstufengebäude 8 = OGS / Schulküche

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Zeichnung: Jeanette Godehardt

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Mittendrin Herbst 2014  

Infoheft der Waldorfschule Hagen

Mittendrin Herbst 2014  

Infoheft der Waldorfschule Hagen

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