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FILMREFERENZEN BRITTA WANDAOGO

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FILMREFERENZEN REVIEWS Auswahl - Chronologisch

KROKODILE OHNE SATTEL NICHTS FÜR DIE EWIGKEIT OHNE MEIN VIERTES KIND 1200 BRUTTO DIE KROKODILE DER FAMILIE WANDAOGO LIEBE SCHWARZ WEISS BILFOU BIGA FIRST LOOK DEN AFFEN TÖTEN

KROKODILE OHNE SATTEL Dokumentarfilm von Britta Wandaogo Deutschland 2012 | Buch Regie Kamera Montage Produktion 1. Preis Bester Dokumentarfilm San Diego International Kids Film Festival 2. Preis European Short Film Festival Cologne Unlimited Nominiert „100 Best German Short Films 2013“ 59. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen Preis des NRW-Wettbewerbs Nominiert Wettbewerb GROSSE KLAPPE - DOX ! KINO 1. Preis Bester Dokumentarfilm Festival de Cine de Lanzarote 2013 Wir zeichnen einen sehr persönlichen dokumentarischen Film-Essay aus, der den Blick öffnet für das wechselvolle Nebeneinander von Fremdheit und Vertrautheit, von Zweifeln und Selbst-Ermutigung auf dem Weg ins Erwachsensein. „Chapeau“ für den assoziativen und sinnlichen Erzählfluss, der in beeindruckender Nähe zu seiner jungen Protagonistin fast spielerisch nicht nur die großen Themen wie „Heimat“ und „Identität“ verhandelt, sondern auch Zeiten, Kontinente und Lebensgefühle miteinander verbindet. Jurybegründung Unlimited Erinnerungen folgen keiner Chronologie. Der Film von Britta Wandaogo auch nicht. Ihre 12-jährige Tochter Kaddi denkt nach über den Sinn des Lebens und über die Rolle in ihrer deutschen und ihrer afrikanischen Familie. Die Filmemacherin findet dazu in ihrem Familienfilmarchiv Material, das längst vergessene Eigenschaften und Stärken auch für Kaddi wieder sichtbar macht. Der sehr persönliche, fast intime filmische Dialog zwischen den Bildern der Mutter und den Worten der Tochter zeigt, wie Erinnerungen kultiviert werden können und damit das Hier und Jetzt begreifbarer wird. Jurybegründung NRW Wettbewerb


NICHTS FÜR DIE EWIGKEIT Dokumentarfilm von Britta Wandaogo Deutschland 2011 | Buch Regie Kamera Montage Produktion Publikumspreis International Woman´s Filmfestival 2012 „Ein Film wie ein Rückfall. Oder stimmt das doch nicht? Es kommt selten vor, dass es mich so schüttelt im Kino. und noch seltener, dass ich an einer der Duisburger Diskussionen emotional Achterbahn fahre. Ist der Film Trost? Ich weiss nicht, was mich mehr fasziniert: Die ruhige, klare und direkte Art, wie Britta Wandaogo mit den Fragen zu ihrem Film umgeht, oder der Gedanke daran, was die Frau für eine Entwicklung hinter sich hat, wie sie es geschafft hat, nicht nur zu überleben, sondern dies gleichzeitig innerhalb und außerhalb der kleinbürgerlichen Vorgaben ihrer Herkunft. Am Ende der Diskussion bin ich hingerissen, mehr als her. Und ich habe in meiner eigenen Arroganz wieder einmal einen Dämpfer erfahren: Man kann die Welt offensichtlich auch spüren, nicht nur klassifizieren. [...] Das Material, das Wandaogo zur Verfügung hatte, waren Stunden um Stunden von Aufnahmen, die sie - immer mehr oder weniger aus der Hand heraus - in Gesellschaft ihres Bruders gedreht hatte. Er verladen, oder schlafend, aufwachend, charmant, immer wieder charmant, dann wieder völlig drauf, inkohärent und verzweifelt. Britta Wandaogo manchmal im Bild, von ihm gefilmt, als Co-Abhängige von ihm klassifiziert, herabgesetzt und geliebt und ausgenutzt und aufgestellt: Material, das vor Spannung bebt. Schon die ersten Einstellungen platzen von Symbolkraft: Dirk fährt mit dem Motorrad vor, irgendwo im Süden in Dschungelnähe, die Schwester steigt hinten auf, hält immer weiter die Kamera, rasante Fahrt. Und schließlich bleibt das Motorrad im Schlamm stecken bis über die Naben. Die Intimität, das Private, das allzu persönliche wird zu dem was mich angeht, packt, schüttelt und weh tut. Unter anderem, weil es mir irgendwann nichts mehr nützt, den Süchtigen als Idioten ab zu tun, weil das nicht mehr funktioniert, angesichts seiner Bindungen, seiner Aura, seines Charmes und seiner eigenwilligen Lebensauslegung. Und dies wiederum funktioniert, weil die Schwester das alles preisgibt, mit Bedacht, mit Fleiß, mit perfektioniertem Können und bewusst filmischer Montage. Michael Sennhauser Filmkritiker SWR www.sennhausersfilmblog.ch

Liebesfilm. Anders kann man Britta Wandaogos "Nichts für die Ewigkeit" nicht nennen. Zwölf Jahre lang hat sie gedreht, wenn ihr Bruder Dirk auf Droge war, er runterkam - und wieder von vorn anfing. Nur scheinbar ein stetes Auf und Ab, denn eigentlich ist klar: Es geht immer weiter bergab mit Dirk. Doch Wandaogos Collage aus ersten, zögerlichen Kameratests, die die angehende Regisseurin Anfang der Neunziger unternimmt, bis hin zu ihren fordernden Profi-Aufnahmen, die 2005, im letzten Lebensjahr des Bruders, entstehen, erzählt nicht die Geschichte eines Abstiegs. Vielmehr überträgt sich die Nähe und Energie zwischen den Geschwistern auf den Zuschauer und sorgt für einen unwiderstehlichen Sog in das Leben der zwei. [...] Zum Schluss schreitet man mit Wandaogos Kamera durch Dirks verlassene Wohnung, durch eine Tür, hinter der sich ein blutverschmiertes Badezimmer auftut - und man spürt einen unmittelbaren Verlust. Und doch hinterlässt der Film eine offene, auf ihre Art tröstliche Frage: Ist ein Leben wirklich vergeudet, wenn man es so intensiv lebt, wie es Dirk getan hat? Spiegel Online Kultur Hanna Pilarczyk www.spiegelonline.de


OHNE MEIN VIERTES KIND TV Dokumentarfilm von Britta Wandaogo, Deutschland 2009 | Buch Regie Kamera Montage Produktion Hermine Albers Medienpreis 2010 Nominiert PRIX EUROPA Der Film "Ohne mein viertes Kind" macht erfahrbar, wie nah Existenzwille, Mut und

Hilflosigkeit

beieinander liegen können". Fernab von sozialen Klischees wird aus dem Blickwinkel der Familie erzählt, wie eng gesteckt die Fallhöhe sein kann - mitten in Deutschland am Rande zu stehen. Der Film lässt Andy in seiner Welt mit seinen Worten Raum, dabei wird er weder idealisiert noch stigmatisiert. Die Leistung des Film ist, dass er mit Vorurteilen gegenüber Familie aufräumt, die vom Kindesentzug betroffen sind. Er zeigt sehr eindrucksvoll die Lebenswelten der betroffenen Familien und ging uns als Jury sehr unter die Haut. Der Film schafft eine Authentizität, die es nicht ermöglicht sich zu distanzieren, und er verdeutlicht, dass die Entscheidungen zum Wohle des Kindes keine leichte Aufgabe sind, sowohl aus der Sicht des Jugendamtes als auch der Eltern. Auszug Laudatio Juryvorsitz Ulrike Werthmanns-Reppekus

1200 BRUTTO TV Dokumentarfilm von Britta Wandaogo, Deutschland 2008 | Buch Regie Kamera Montage Produktion Kölner Medienpreis in der Kategorie Kamera Preis Blicke aus dem Ruhrgebiet 2008 Britta Wandaogo (Autorin, Regie und Kamera) ist beim Kölner Medienpreis 2008 in der Kategorie Kameraführung ausgezeichnet worden.“1200 brutto Andys Knochenjob“ ist ein Film, der vor allem durch die Kameraarbeit besticht. Das Auffällige an Britta Wandaogos Kamera ist - und das mag zunächst absurd klingen - ihre Unauffälligkeit. Gerade dort, wo das Leben bedeutsam ist, bei Andy Zuhause, scheint alles Trennende zwischen den handelnden Personen und dem Zuschauer zu verschwinden. Von einer Distanz, die eine Fernsehkamera schafft, ist hier nichts zu spüren. Es scheint fast, als würden die Beteiligten die Anwesenheit von Kamera und Autorin einfach vergessen. Auf diese Weise entsteht ein Film, der erfahrbar macht, wie nah Existenzwille, Hilflosigkeit und Liebe in dieser Familie beieinander liegen. Ein Film, der dem Titel der Reihe alle Ehre macht, eine Geschichte von fünf, fast sechs Menschen ‚hautnahʼ, so die Begründung der Jury. Kölner Medienpreis www.koelner-medienpreis.de

Ein junger Mann steht im Dreck. Für 1200 brutto. Das Leben geht weiter. (...) Andy ist der Jury durch den respektvollen Umgang der Filmemacherin Britta Wandaogo sehr nahe gebracht worden. Sie hat uns einen Mann vorgestellt, der auf den ersten Blick jedes Klischee des Asozialen erfüllt. In einer Zeit, in der das Wort Gutmensch fast schon eine Beleidigung ist, zeigt sie uns einen liebevollen Vater, der ohne Schulbildung, ohne tragendes soziales Netzwerk einen Weitblick für die Gegenwart entwickelt hat. Jurybegründung Blicke aus dem Ruhrgebiet

Sowohl Titel als auch Ansinnen der zweiteiligen Reality-Doku lassen für den Arbeiter in der Papiermüllverwertung das Schlimmste befürchten. Außereheliche Sozialexperimente oder pädagogisch minderbemittelte Eltern halfen in den letzten Jahren im Privatfernsehen sozialpornografische Gelüste zu stillen. Das Scheitern anderer, die zur Schau gestellte Not und Verzweiflung dient wie einst mittelalterliche


Schauprozesse der Volksbelustigung und ist auf solche Weise wesentlicher Teil des medialen Ausbeutungssystems. Das Leben von Andy beispielsweise ließe sich prima verscherbeln. Doch der nun zum zweiten Mal auf 3sat ausgestrahlten Doku gelingt auf bemerkenswerte Weise Folgendes: Sie zeigt den im modernen Jargon dem Prekariat angehörigen Mann inmitten seiner schwerwiegenden Alltagsprobleme als einen von sämtlichen Stereotypen befreiten und durch seine Klarheit, Entschlossenheit und liebevolle Art in Würde strahlenden jungen Mann. Andy ist 21 Jahre jung und vierfacher Vater. Die Freundin und Mutter seiner Kinder spricht wenig und leidet, laut Jugendamt, an Antriebslosigkeit. Eine Räumungsklage steht an, weil die Wohnung zu klein sei (das vierte Kind wurde nach der Geburt gegen den Willen der Eltern einer Pflegefamilie übergeben). Wandaogos nahe, aber unaufdringliche Kamera zeigt nicht das fallende Opfer (wie so oft!), sondern einen starken, klugen, lieben Menschen, der in einem System, in dem es vorgeblich alle gut meinen (Behörden, Herkunftsfamilie, Arbeitgeber), keine Chance findet. Ein echtes Horváth'sches Drama. Der Standard (A) Margarete Affenzeller; Printausgabe 26.1.2011 www.derstandard.at

[...] die Filmemacherin Britta Wandaogo auf eindrucksvolle Weise zeigen können, wie schmal der Grat zwischen familiärer Fürsorge, situativer Hilflosigkeit und Verzweiflung bisweilen sein kann. Über mehrere Monate hat die Filmemacherin das Leben des 22-jährigen Hilfsarbeiters Andy begleitet, der, hart für 1200 Euro brutto im Monat arbeitend, sich rührend um seine drei Kinder kümmert, aber letztlich an der Aufrechterhaltung der familiären Ordnung scheitert. Gewiss, äußere Anzeichen von Verwahrlosung waren zu erkennen, aber auch ein ungebrochener Mut, sorgend für die Familie da zu sein. Andys naivem Optimismus steht eine weitgehende Chancenlosigkeit auf Realisierung des familiären Glücks gegenüber. [...] Der Film ist deshalb so bewegend, weil er jenseits aller Klischees von Alkoholmissbrauch und anderen Willensschwächen ein menschliches Drama mitten in Deutschland aufzeichnet, bei dem nicht auszumachen ist, ob privates Unvermögen, ein überfordertes Umfeld oder die Verhältnisse an der sichtbaren sozialen Misere schuld sind. [... ] Leitartikel Hilfe von Harry Nutt www.fr-online.de

DIE KROKODILE DER FAMILIE WANDAOGO Kino Dokumentarfilm von Britta Wandaogo, Deutschland, Burkina Faso 2003 | Buch Regie 2.Kamera Co-Produktion Deutscher Kurzfilmpreis 2003 | Sonderformate 30-70 min. Nominiert für den deutschen Kamerapreis 2004 Kategorie: Schnitt 1. Preis langer Dokumentarfilm International Film Festival Bolzano 2003 FBW Prädikat wertvoll Der Einstieg in den Film ist fulminant, wenn der Beginn der Beziehung über die Perspektive des Mannes dargelegt wird. Britta Wandaogo beschreibt noch stärker als die kulturelle Kluft zwischen einem Schwarzafrikaner aus Burkina Faso und einer Frau aus Deutschland die Konsequenz dieser Verbindung – ihre eigene, schwierige Ehe. Deutlich wird, daß sie sich in die traditionellen Riten in Burkina Faso nur bis zu einem bestimmten Punkt einfinden kann, ähnlich wie sich ihr Mann Salif mit dem fremden Deutschland nur bedingt arrangiert hat. In der Beziehung der beiden ist dagegen ein Fortschritt zu erkennen: Nach der konfliktbeladenen ersten Reise fährt Britta Wandaogo im nächsten Jahr mit ihrer Tochter allein nach Burkina Faso. Prädikat wertvoll Deutsche Film- und Medienbewertung FBW


LIEBE SCHWARZ WEISS TV Dokumentarfilm von Britta Wandaogo Deutschland 2001 | Buch Kamera Regie Co-Produktion CIVIS Medienpreis 2001 Sparte TV Information Deutscher Sozialpreis 2002 (...) Der Film verwebt Heiterkeit, Melancholie, Leidenschaft, Liebe und Politik ohne jemals didaktisch zu werden. Die O-Töne bleiben unkommentiert, die Hauptdarsteller erzählen ihre Geschichte und ihre alltäglichen Geschichten. Ihre Freude, ihre Wut, Lust und Frust am Leben stecken die Betrachter an. Die Autorin verliert dennoch nie die Distanz zu ihrer Story und schafft es gerade deshalb die Zuschauer mitzunehmen. „Liebe Schwarz Weiss“ eine Geschichte nicht über kulturelle Unterschiede, sondern über Menschen, deren unterschiedliche Herkunft das Leben reicher macht: reicher an Erfahrungen, reicher an Gefühlen und natürlich auch an Problemen. Kulturelle Vielfalt eben. Auszug CIVIS Jurybegründung Der Autorin ist es gelungen, die Protagonisten selbst sprechen zu lassen - Original-Töne lässt sie unkommentiert. Dadurch gelingen ihr sehr persönliche und authentische Einblicke in den Alltag des Paares. Das gekonnte Zusammenspiel aus Alltagssituationen, intensiven Gesprächen und dem Humor der Protagonisten zeigt, trotz aller Probleme, witzige Momente, getragen von der Energie und dem Selbstbewusstsein seiner Hauptakteure. Britta Wandaogo ist es gelungen, das vielschichtige Potpourri aus kulturellen Unterschieden, sozialer Herkunft, politischer und gesellschaftlicher Akzeptanz - und letztlich Liebe und Toleranz - spielerisch in einem Film umzusetzen. Ein besonderes Lob spricht die Jury der gekonnten Kameraführung aus. Die Kamera ist Teil des Geschehens, fängt scheinbar Unwichtiges auf - und unterstreicht damit die Echtheit und Modernität des Beitrages. Die sensible Machart des Berichts vermeidet Klischees und eine voyeuristische Perspektive. An keiner Stelle entsteht das Gefühl, dass die Protagonisten vorgeführt werden. Gerade diese gekonnte Balance zwischen Emotionen und Sachlichkeit berührt den Zuschauer. Ein herausragender und mutiger Film. Laudatio Jürgen Gohde, Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege

BILFOU BIGA Dokumentarfilm von Britta Wandaogo 1998 D, Burkina Faso, Benin | Buch Kamera Regie Schnitt Produktion Spiridon-Neven-DuMont-Preis Nominiert Bester Absolventenfilm HFF Konrad Wolf Nominiert Prix Europa Young Europe "Keine multikulturelle Soße, aber doch eine Familie zwischen den Welten. Wurzellos ist jeder auf eine andere Weise, alle zusammen, und jeder für sich auf einer unstetigen Suche" - so beschreibt Wandaogo selbst ihren Film Bilfou Biga. Das Dokumentarische erfährt bei Britta Wandaogo eine bisher unbekannte Dimension. Dies gilt auch für ihren ersten Film "Den Affen töten" (1994) in ihm lässt sie unterschiedliche Junkies von ihrem Alltag und ihren Sehnsüchten, ihren Drogenerfahrungen und Lebenserwartungen berichten. Die Sensibilität der Regie, die kunstvolle Montage zeugen vom intensiven Verständnis der Filmemacherin für die Lebenssituation der Protagonisten. Die Interviews und Gespräche mit ihnen geben den Menschen Zeit, gleichzeitig treibt jedes einzelne Bild die Handlung voran. Pressetext des Kölnischen Kunstvereins


FIRST LOOK Dokumentarfilm von Britta Wandaogo 1997 | Buch Kamera Regie Schnitt Produktion Förderpreis für Kamera und Regie des Bundesministeriums Nordrhein Westfalen 1. Preis Blicke aus dem Ruhrgebiet

Britta Wandaogo verbindet mit ihrer Filmarbeit ein persönliches Anliegen: Sie will dem Zuschauer einen direkten, nicht durch moralische Vorgaben verstellten Blick auf das Alltagsleben Drogenabhängiger ermöglichen. Keine versteckte Moral, die Bilder meinen genau das was sie zeigen. (...) Einen Monat lang beobachtet sie ein drogenabhängiges Pärchen beim Versuch des kalten Entzugs. Die Kamera ist immer ganz dicht, am Esstisch, in der Badewanne, vor dem Bett. Britta Wandaogo sucht den direkten Kontakt ohne voyeuristischen Blick. Sie nimmt die Menschen ernst. Das Leben vor der Kamera ist nicht inszeniert, Liebe, Hoffnungslosigkeit und Zusammenbruch passieren. (...) Die Montage nutzt die Regisseurin in beeindruckender Weise, um Entwicklungen und Gefühle und lebensnotwendige Ritualisierungen zu verdichten, fast körperlich erfahrbar zu machen. Sie schafft einen Spannungsbogen aufrechtzuerhalten. Ihr intuitiver Umgang, die eigenwillige Videoästhetik und die Leichtigkeit ihrer Erzählweise hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck. Auszug Laudatio Förderpreis für Kamera und Regie des Bundesministeriums NRW

DEN AFFEN TÖTEN Dokumentarfilm von Britta Wandaogo 1994 | Buch Kamera Regie Schnitt Förderpreis für Kamera und Regie des Bundesministeriums Nordrhein Westfalen Förderpreis für freie Videoarbeit 13. Video Film Tage Thüringen & Rheinland-Pfalz 1. Preis Preis Videofest Bochum 1. Preis Blicke aus dem Ruhrgebiet Publikumspreis Blicke aus dem Ruhrgebiet

Britta Wandaogo hat eine eigene sehr dichte dokumentarische Arbeitsweise gefunden. Schon in ihrem ersten Film “Den Affen töten“ lässt sie unterschiedliche „Junkies“ von ihrem Drogenalltag und ihren Drogenerfahrungen erzählen. Bildästhetik und Montage beeindrucken, der Respekt und die Sensibilität der Regisseurin zeugen von einem tiefen Verständnis für die Lebenssituation und den Drogenalltag der Protagonisten. Die Interviews und Gespräche

geben den Leuten Zeit, doch jedes Bild und jede

Äußerung treibt die Geschichte voran. Keine versteckte Moral, die Bilder meinen genau was sie zeigen, nicht mehr und nicht weniger. Das ermöglicht dem Zuschauer einen klaren Blick auf die (Zerstörungs-) kraft der Drogen und auf ein Milieu, das in der Regel in den Medien entweder reißerisch abgehandelt oder aber pädagogisch problematisiert wird. Britta Wandaogos Blick unterschiedet sich hiervon wohltuend. Britta Wandaogo verbindet mit ihrer Filmarbeit ein persönliches Anliegen: Sie will dem Zuschauer einen direkten, nicht durch moralische Vorgaben verstellten Blick auf das Alltagsleben Drogenabhängiger ermöglichen. Keine versteckte Moral, die Bilder meinen genau das was sie zeigen. (...) Britta Wandaogo sucht den direkten Kontakt ohne voyeuristischen Blick. Sie nimmt die Menschen ernst. Das Leben vor der Kamera ist nicht inszeniert, Liebe, Hoffnungslosigkeit und Zusammenbruch


passieren. (...) Die Montage nutzt die Regisseurin in beeindruckender Weise, um Entwicklungen und Gefühle und lebensnotwendige Ritualisierungen zu verdichten, fast körperlich erfahrbar zu machen. Sie schafft einen Spannungsbogen aufrechtzuerhalten. Für Dokumentarfilme längst keine Selbstverständlichkeit. Ihr intuitiver Umgang, die eigenwillige Videoästhetik und die Leichtigkeit ihrer Erzählweise hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck“. Auszug Laudatio Förderpreis für Kamera und Regie des Bundesministeriums NRW

Eine filmische Dokumentation ohne Distanz, ganz aus der Nähe, aber nie voyeuristisch: Die Würde bleibt bewahrt. Ein Film über „sogenannte“ Betroffene, der uns alle betrifft, weil uns allen Ähnliches passieren könnte. „Sag niemals nie!“ Das Wort „Authentizität“ erfährt durch diese Arbeit positive Bekräftigung, denn sie ist fernab jeder Sensationshascherei. Und über den Sinn des Wortes „Anteilnahme“ ist der Zuschauer aufgefordert nachzudenken. Jurybegründung Förderpreis für freie Videoarbeit

Unterwegs: Wie kaum jemandem gelingt es Britta Wandaogo, einfach anwesend zu sein bei den Junkies als sei sie eine von ihnen. Und das kann doch nicht sein, da die Kamera immer dabei ist als sei sie eingewachsen in die Haut. Solche Unmittelbarkeit ist atemberaubend, welch ein Arbeitsprozess im Schnitt und in der Ordnung des Materials. Pressetext Filmregisseurinnen NRW

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