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Wallstein Verlag Frühjahr 2017

Editionen Geschichte Kulturwissenschaft Wissenschaftsgeschichte Über Literatur


Erfolgreiche Titel aus dem Herbst 2016 »Assmanns viele kulturgeschichtliche Beispiele lesen sich mit großem Gewinn.« Knud von Harbou, Süddeutsche Zeitung

New York, London, Berlin: Die Geschichte des Grandhotels als facettenreiches Gesellschaftsbild der Jahrhundertwende.

Aleida Assmann Formen des Vergessens Historische Geisteswissenschaften. Frankfurter Vorträge (hg. von Bernhard Jussen und Susanne Scholz), Bd. 9

Habbo Knoch Grandhotels Luxusräume und Gesellschaftswandel in New York, London und Berlin um 1900

224 S., 16 Abb., Klappenbroschur 14,90 € (D); 15,40 € (A) ISBN 978-3-8353-1856-4

495 S., 65 Abb., geb., Schutzumschlag 34,90 € (D); 35,90 € (A) ISBN 978-3-8353-1911-0


Wallstein Verlag Frühjahr 2017

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Inhalt Spitzentitel

4 Georg Christoph Lichtenberg  Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen … 6 Manfred Osten  »Gedenke zu leben! Wage es, glücklich zu sein!« 8 Kai Sina  Susan Sontag und Thomas Mann 10 Armin T. Wegner  Fünf Finger über Dir 12 Janosch Steuwer  »Ein Drittes Reich, wie ich es auffasse« 14 Beate Meyer  Fritz Benscher  E ditionen 16 Johannes Bobrowski  Briefe 1937 –1965 18 Hedwig Pringsheim  Tagebücher 1917 –1922 19 Wolfgang Frommel – Friedrich W. Buri  Briefwechsel 1933  –1984 20 Deutsche Berichte aus Paris 1789 –1933 21 Gottfried August Bürger  Briefwechsel 1777 –1779 Geschichte

22 Das Reichsarbeitsministerium im Nationalsozialismus 24 Katja Kosubek  »genauso konsequent sozialistisch wie national« 25 Henning Tümmers Aids 26 Ursula Büttner  Fritz Valentin 27 Sebastian Brünger  Geschichte und Gewinn 28 Philipp Heß  Ein deutscher Amerikaner 29 Thomas Klingebiel  Curt Mast und Jägermeister 30 Hersbruck/Happurg: Großbaustelle für die Kriegswirtschaft 31 Fluchtpunkt Friedland 32 Human Rights and Humanitarian Intervention 33 Arbeit am Bild 34 Thomas Höpel  Kulturpolitik in Europa im 20. Jahrhundert 35 Stefan Herfuth  Freiheit in Schwedisch-Pommern 36 Christiane Abele  Kein kleines Land 37 Thomas Zimmer  Welt ohne Krankheit 38 Auguste Moses-Nussbaum  Reise mit zwei Koffern 39 Das Deutsche Reich und der Völkermord an den Armeniern 40 Carole Fink  Writing 20th Century International History 41 Der Antikommunismus in seiner Epoche 42 Anton Weise  Nach dem Raub 43 Heilig 44 Schattenorte 45 Gebaute Geschichte 46 Freilegungen 47 Vera Hilbich  Der »Friedhof der Namenlosen« in Oerbke

48 Wahrnehmen – Erfahren – Gestalten 49 Sabine von Löwis  Das Phantom der alten Grenze am Zbruč Kulturwissenschaft 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61

Tobias Scheidegger  »Petite Science« Die Erfindung des Klassischen Claudia Keller  Lebendiger Abglanz Britta Hochkirchen  Bildkritik im Zeitalter der Aufklärung Uri Ganani  Opernsängerinnen und ihr Publikum Mannheimer Anfänge René Zechlin  Petra Kaltenmorgen Peter Weidhaas  Das Zimmer der verlorenen Freunde Wo ist die Zukunft geblieben? Autorität im Wandel Sabine Hark  Koalitionen des Überlebens Barbara Korte  Geheime Helden

Wissenschaftsgeschichte 62 Medizinisches Gutachten 63 Literaturwissenschaften in Frankfurt 1914 –1945 Über Literatur 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75

Vom Rätsel ein Stück Paperworks ›Complicirte mannigfache Harmonie‹ Dirk von Petersdorff  In der Bar zum Krokodil Karl S. Guthke  Goethes Reise nach Spanisch-Amerika Young-Ae Chon  »Sich erbittend ew’ges Leben« Paul Raabe  Spaziergänge durch Goethes Weimar Wilfried Barner  »Laut denken mit einem Freunde«. Lessing-Studien Reimar F. Lacher  »Friedrich, unser Held« – Gleim und sein König Phänomene des Performativen in der Lyrik Netzliteratur im Archiv Medienphilologie

Periodica 76 Yad Vashem Studies 44.1 76 Mark Roseman  Barbarians from our »Kulturkreis« (Search and Research, Bd. 24) 77 Das achtzehnte Jahrhundert 41/1 77 Bayerische Akademie der Schönen Künste 30/2016 77 Wilhelm Lehmann. Sichtbare Zeit 7/2017


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Zum 275. Geburtstag des Experimentalphysikers und Aphoristikers.

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Spitzentitel

Georg Christoph Lichtenberg Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen … Aphorismen und andere Sudeleien

Georg Christoph Lichtenberg (1742 –1799) war Schriftsteller und Wissenschaftler. Er war Professor für Physik, Mathematik und Astronomie an der Univer­ sität Göttingen. Lichtenberg gilt als erster deutscher Professor für Experimentalphysik. Der Herausgeber Ulrich Joost, geb. 1951, lehrt Neuere Deutsche Literatur­ geschichte und allgemeine Literaturwissenschaft an der TU Darmstadt. Veröffentlichungen u. a.: G. C. Lichtenberg: Briefwechsel (Mithg.,1983 – 2004); G. A. Bürger: Mein scharmantes Geldmännchen. G. A. Bürgers Briefwechsel mit seinem Verleger Dieterich (Hg., 1988); Lichtenberg – der Briefschreiber (1993).

Was Georg Christoph Lichtenberg, der berühmte Göttinger Experimental­ physiker, gedacht und beobachtet und auf einmalige Weise in seinen geheim gehaltenen, selbstironisch »Sudelbücher« genannten Notizheften formuliert hat, das gehört zu dem bedeutendsten Ertrag seiner Epoche. Der bucklige große Gelehrte und funkensprühende akademische Lehrer schrieb das Gese­ hene und Reflektierte 33 Jahre hindurch unnachahmlich und erstaunlich modern auf. Die Quintessenz eines Denkerlebens ist dieses versteckte Werk geworden, und ein wohl unauslesbares Buch der deutschen Literatur oben­ drein. Ulrich Joost versammelt Aphorismen, Satirisches und Parodistisches aus Lichtenbergs Sudelbüchern, Briefen und Aufsätzen zu einem Buch, das man mit auf eine einsame Insel nehmen sollte, von einem Schriftsteller, den man als Gesprächspartner beim Abendessen haben möchte.

»Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen und es klingt hohl, ist das allemal im Buch?« Der Mann hatte so viel Verstand, dass er fast zu nichts mehr in der Welt zu gebrauchen war.Wenn ein ein Georg Christoph Lichtenberg Ko stoß pf z Buch Sudelbuch D 451 en u usam und hoh Wallstein n m im l, ist d d es kl enBuc as a i llem ngt h? G eo Sud rg C al elbu hri sto ch 9

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Georg Christoph Lichtenberg

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Spitzentitel

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Scharfsinniger Denker und großartiger Humorist – Das Beste von Lichtenberg in einem Band

Georg Christoph Lichtenberg Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen … Aphorismen und andere Sudeleien

Herausgegeben von Ulrich Joost ca. 224 S., geb., ca. € 18,00 (D); € 18,50 (A) ISBN 978-3-8353-1995-0 auch als E-Book März   WG 1119


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Goethes Strategien, sich sein Glück zu erarbeiten – gerade in verzweifelten Zeiten.

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Spitzentitel

Manfred Osten »Gedenke zu leben! Wage es, glücklich zu sein!« oder Goethe und das Glück

Der Autor Manfred Osten, geb. 1938, Studium der Rechtswissenschaften, Philosophie, Musikwissenschaft und Literatur, Promotion 1969, Auswärtiger Dienst (1969 –1992), Presse- und Informationsamt der Bundes­ regierung (1993 –1994), Generalsekretär der Alexander von Humboldt-Stiftung in Bonn (1995–2004). Veröffentlichungen u. a.: »Alles veloziferisch« oder Goethes Entdeckung der Langsamkeit (2013); Alexander von Humboldt: Über die Freiheit des Menschen (Hg., 1999).

»Jeder Trost ist niederträchtig / Und Verzweiflung nur ist Pflicht« heißt es in einem Versentwurf zum »Faust«. Goethe selbst aber hat sich gegen Unglück und Verzweiflung zur Wehr gesetzt und im »Wilhelm Meister« dagegengehal­ ten: »Gedenke zu leben! Wage es, glücklich zu sein!« Manfred Osten zeigt, wie Goethe sich zwischen diesen beiden extremen Polen bewegt hat, und wie er für sich Strategien und Wege fand, glücklich zu sein. Wer glücklich sein will, muss sich das erarbeiten, muss an sich arbeiten. Goethe nannte dies das »Übungsglück« der Mäßigung. Gleichzeitig beschreibt Osten, wie hellsichtig Goethe seine Zeit und die aufkommende Industrialisierung mit der sie begleitenden Beschleunigung allen Wirkens und Handelns als dem Glück entgegenstehend verstanden hat: »So wenig nun die Dampfwagen zu dämpfen sind, so wenig ist dies auch im Sittlichen möglich: die Lebhaftigkeit des Handels, das Durchrauschen des Papiergeldes, das Anschwellen der Schulden, um Schulden zu bezahlen, das alles sind die ungeheueren Elemente …« Geschrieben hat Goethe das 1825, aber es wird hier eine Brücke zu uns ins 21. Jahrhundert geschlagen, in dem sich scheinbar alles Glück und jedes Leben optimieren läßt.

Wieder lieferbar: Manfred Osten »Alles veloziferisch« oder Goethes Entdeckung der Langsamkeit ISBN 978-3-8353-1386-6


Spitzentitel

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Eine Strategie für das maßlose 21. Jahrhundert: Goethes Wege zum Glück

Manfred Osten »Gedenke zu leben! Wage es, glücklich zu sein!« oder Goethe und das Glück

ca. 128 S., Klappenbroschur ca. € 18,00 (D); € 18,50 (A) ISBN 978-3-8353-3024-5 auch als E-Book Mai   WG 1563


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Eine folgenreiche Begegnung: Wie Susan Sontags Denken und Werk von Thomas Mann beeinflusst wurde.

Susan Sontag Die Essayistin (1933–2004) gehört zu den wichtigsten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Ihre kontrovers diskutierten Schriften zur Theorie der Fotografie, zur Diskursgeschichte der Krankheit, zur Popkultur und zur Ästhetik des Faschismus gehören heute zu den meistzitierten Arbeiten auf diesem Gebiet. Bisweilen eher kritisch betrachtet, aber nicht minder wichtig für Sontags Schaffen sind ihre literarischen Arbeiten: beginnend mit dem experimentellen Roman »The Benefactor« (1963), endend mit dem großen Geschichtspanorama »In America« (2000). Der Autor Kai Sina, geb. 1981, ist Literaturwissenschaftler an der Universität Göttingen. 2015/16 hat er an der University of Chicago über Konstellationen der transatlantischen Literaturgeschichte geforscht. Veröffentlichungen u. a.: Nachlassbewusstsein. Literatur, Archiv, Philologie (Hg., 2016); Sühnewerk und Opferleben. Kunstreligion bei Walter Kempowski (2012).

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Spitzentitel

Kai Sina Susan Sontag und Thomas Mann

Im Jahr 1949 besucht die kaum siebzehnjährige Studentin Susan Sontag den vier­ undsiebzigjährigen Thomas Mann in seinem kalifornischen Exil. Was sich hier ereignet, ist nicht nur eine der überraschendsten Episoden der jüngeren trans­ atlantischen Literatur­geschichte. Für Sontag ist der Besuch der Anfangspunkt einer lebenslangen, eingehenden und äußerst lebendigen Auseinandersetzung mit dem stets auch kritisch betrachteten Vorbild. Noch ein Jahr vor ihrem Tod bezeichnet die weltbekannte Intellektuelle den Zauberberg als das wichtigste Buch ihres Lebens. Kai Sina verfolgt erstmals die teils offenliegenden, teils verdeckten Spuren und Einflüsse dieser intellektuellen Konstellation: in Sontags Nachlass, in Ta­ gebüchern und Gesprächen, in Essays und Romanen. Dabei wird ersichtlich, dass wichtige Bereiche in Sontags Denken und Schreiben erst vor dem Hinter­ grund ihrer Nähe zu Thomas Mann verständlich werden: Ihre Auffassung moderner Autorschaft und Poetik, ihr Nachdenken über das Medium Foto­ grafie und über »Krankheit als Metapher« haben ihre Wurzeln in der Lektüre seiner Werke sowie in der Begegnung mit ihm selbst.


Spitzentitel

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Transatlantische Geschichte zweier Intellektueller des 20. Jahrhunderts

Kai Sina Susan Sontag und Thomas Mann

ca. 124 S., ca. 12 Abb., geb., Schutzumschlag ca. € 20,00 (D); € 20,60 (A) ISBN 978-3-8353-3021-4 März   WG 1560


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Zehn Jahre nach der Oktober­ revolution reist ein deutscher Schriftsteller und Kämpfer für die Menschenrechte in die Sowjet­union.

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Spitzentitel

Armin T. Wegner Fünf Finger über Dir Bekenntnis eines Menschen in dieser Zeit

Armin T. Wegner (1886 –1978) war expressionis­ tischer Lyriker und Erzähler. Als Sanitätsoffizier erlebte er den Völkermord an den Arme­ niern während des Ersten Weltkriegs. Für sein engagiertes Auftreten gegen dieses Ver­ brechen wird er noch heute von den Armeniern verehrt. Die Herausgeber Michael A. Obst, geb. 1972, Historiker und Lektor. Christoph Haacker, geb. 1972, Germanist und Slawist, Verleger (Arco); Herausgeber von u. a. Ernst Sommer, Ulrich Becher, Erika Mann, Ludwig Winder. Beiträge für Zeitungen und den Rundfunk.

Als expressionistischer Dichter, Erzähler des Orients und Anwalt der Armenier bekannt, wurde Armin T. Wegner zu einem der erfolgreichsten Reiseschrift­ steller. Von Oktober 1927 bis Februar 1928 bereiste er zum 10. Jahrestag der Oktoberrevolution die Sowjetunion: Moskau und Leningrad, Tolstois Landgut, die Krim, den Kaukasus mit Armenien und Georgien, das Schwarze und Kaspische Meer und schließlich Persien. So entstand sein persönlichstes Reise­ buch »Fünf Finger über Dir«: Reiseskizzen, Tagebuch, Briefe an Romain Rolland, Gorki und andere. Als Pazifist von Tolstoi geprägt, mit leidenschaftlicher Anteilnahme am Experiment eines vermeintlich gerechteren Staats brach er auf – wie ein Pilger, der heilige Stätten besucht. Schnell wurde er mitgerissen vom Taumel der Massen, vom Enthusiasmus des Aufbaus. Aber auch er konnte die Augen nicht vor der Verelendung und Anzeichen politischer Verfolgung verschließen. Als Pazifist quälte ihn die Frage, ob Gewalt nicht doch ein legi­t imer Weg ist, die Menschheit zu ihrem Glück zu zwingen. Wegners faszinierendes Reisebuch bereichert unser Bild der jungen Sowjet­ union. Die Herausgeber verorten es kritisch innerhalb der Russlandberichte von Schriftstellern jener Zeit.


Spitzentitel

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Mit den Augen des Westens: Die Sowjetunion zehn Jahre nach der Oktoberrevolution 100. Jahrestag der Oktoberrevolution in Russland am 7. November 2017

Armin T. Wegner Fünf Finger über Dir Bekenntnis eines Menschen in dieser Zeit

Herausgegeben und mit einem Nachwort von Michael A. Obst und Christoph Haacker Armin T. Wegner: Ausgewählte Werke in Einzelbänden. Herausgegeben von Ulrich Klan i. A. der Armin T. Wegner Gesellschaft ca. 320 S., geb., Schutzumschlag ca. € 29,90 (D); € 30,80 (A) ISBN 978-3-8353-1894-6 auch als E-Book Mai   WG 1118


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Privates Leben und politischer Alltag: Die individuelle Verarbeitung des Nationalsozialismus in Selbstzeugnissen »gewöhnlicher« Menschen.

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Spitzentitel

Janosch Steuwer »Ein Drittes Reich, wie ich es auffasse« Politik, Gesellschaft und privates Leben in Tagebüchern 1933 –1939

Der Autor Janosch Steuwer, geb. 1983, ist Historiker an der Forschungsstelle Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Universität Zürich. Veröffentlichungen u. a.: Selbstreflexionen und Welt­ deutungen. Tagebücher in der Geschichte und der Geschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts (Mithg., 2015).

Mit dem Beginn der nationalsozialistischen Diktatur erlebte Deutschland nicht nur eine tiefe politische Zäsur. Auch das private Leben der Deutschen veränderte sich grundlegend. Das NS-Regime hatte weitreichende Vorstel­ lungen davon, wie der Einzelne von nun an denken und handeln soll. Janosch Steuwer hat insgesamt 140 Tagebücher aus den Jahren 1933 bis 1939 untersucht und zeigt daran, wie Durchschnittsbürger auf die Herausfor­ derungen des Nationalsozialismus reagierten. Im Nachdenken über sich selbst und die Welt, in der sie nun lebten, positionierten sie sich zu den neuen Machthabern. Es drängte den Großteil der Deutschen, sich den politischen Umständen anzupassen und die Vision einer homogenen, von Konflikten be­ freiten und »rassisch reinen« Gesellschaft zu verwirklichen. Detailgenau und mit überzeugendem Sinn für die großen Zusammenhänge verdeutlicht Steuwer, wie das spannungsreiche Bemühen der Menschen, sich einzufügen und zugleich bestehende Meinungen und Selbstvorstellungen zu bewahren, zu einer engen Verflechtung von Privatem und Politischem führte. Ein überraschend neuer Blick darauf, wie die ideologischen Visionen des Nationalsozialismus Eingang in die Lebenswirklichkeit der Deutschen fanden.


Spitzentitel

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Wie lebten sich die Deutschen in den Nationalsozialismus ein? Ein Blick in ihre Tagebücher

Janosch Steuwer »Ein Drittes Reich, wie ich es auffasse« Politik, Gesellschaft und privates Leben in Tagebüchern 1933 –1939

ca. 592 S., geb., Schutzumschlag ca. € 49,90 (D); € 51,30 (A) ISBN 978-3-8353-3003-0 auch als E-Book April   WG 1556


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Jude, KZ-Überlebender, Linker, Hamburger in Bayern und trotzdem ein Publikumsliebling: der Schauspieler und Quiz­master Fritz Benscher.

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Spitzentitel

Beate Meyer Fritz Benscher Ein Holocaust-Überlebender als Rundfunkund Fernsehstar in der Bundesrepublik

Die Autorin Beate Meyer, geb. 1952, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg. Veröffentlichungen u. a.: Bedrohung, Hoffnung, Skepsis. Vier Tagebücher des Jahres 1933 (zus. mit Frank Bajohr u. Joachim Szodrzysnki, 2013); Tödliche Gratwanderung. Die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland zwischen Hoffnung, Zwang, Selbstbehauptung und Verstrickung (1939 –1945) (2011); Ausgezeichnet mit dem Joseph Carlebach Preis 2012/13.

»Leider hatte der ›Führer‹ keine großen Sympathien für mich.« So umschrieb Fritz Benscher (1904–1970) die Jahre nach 1933 und seine Haft in Theresien­stadt, Auschwitz und Dachau. Während der Weimarer Republik hatte Ben­ scher erste Erfahrungen am Theater und beim jungen Rundfunk gesammelt. Nach der Befreiung wurde er Oberspielleiter bei Radio München, dem späteren Bayerischen Rundfunk. Mit bissigem Witz und Aufklärung über die Ver­ brechen des Nationalsozialismus verschrieb er sich der Reeducation seiner Landsleute. Später kämpfte er engagiert gegen die Wiederbewaffnung, un­ geachtet der Sprechverbote und sonstiger Sanktionen, die über ihn verhängt wurden. Während konservative Politiker, kirchliche Würdenträger und Anti­ semiten Anstoß an seinen Beiträgen nahmen, liebte ihn die Mehrzahl seiner Hörerinnen und Hörer. In den 1960er Jahren setzte er seine Karriere un­ vermindert erfolgreich als Moderator, Quizmaster und Schauspieler im Fern­ sehen fort. Beate Meyer erzählt die Lebensgeschichte Fritz Benschers und zeigt eine andere Geschichte der jungen Bundesrepublik, die mehr war als nur der bie­ dere Adenauer-Staat.


Spitzentitel

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Vom Publikum geliebt: Die steile Medienkarriere eines Holocaust-Überlebenden im Nachkriegsdeutschland

Beate Meyer Fritz Benscher Ein Holocaust-Überlebender als Rundfunk- und Fernsehstar in der Bundesrepublik

ca. 272 S., ca. 40 Abb., geb., Schutzumschlag ca. € 24,90 (D); € 25,60 (A) ISBN 978-3-8353-3001-6 auch als E-Book Februar   WG 1941


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Im Spannungsverhältnis zwischen Ost und West: Der große Dichter des geteilten Deutschlands im Dialog mit wichtigen Zeitgenossen.

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Editionen

Johannes Bobrowski Briefe

Zum 100. Geburtstag am 9. April 2017.

Johannes Bobrowski (1917–1965) schrieb Gedichte, Erzählungen und Romane, die in hoher Sprachkunst den kul­ turellen Raum Osteuropas, die Begegnungen deutscher, jüdischer und slawischer Kultur beschwören. Der Herausgeber Jochen Meyer, geb. 1941, leitete bis 2006 die Handschriftenabteilung im Deutschen Literatur­ archiv, Marbach. Er veröffentlichte Bücher zu Alfred Döblin, Albert Dulk, Theodor Fontane, Ernst Hardt, Hans Henny Jahnn, Wilhelm Lehmann, Wilhelm Raabe, Kurt Tucholsky und verlagshistorischen Themen. Veröffentlichungen u. a.: Dichterhandschriften: von Martin Luther bis Sarah Kirsch (1999).

Sarmatien, das Land zwischen Weichsel und Wolga – Johannes Bobrowski hat es zum literarischen Kosmos gemacht. Am Anfang fünfzehn verlorene Jahre: Arbeitsdienst, Wehrpflicht, Kriegsdienst, russische Gefangenschaft bis Ende 1949. Die Ost-West-Spannung der Epoche gibt seinen Briefen den Grundton. Mit den ersten Buchveröffentlichungen im »Westen« beginnt der jähe Ruhm des in Ost-Berlin lebenden Ostpreußen. Als er 1962 in West-Berlin den Preis der Gruppe 47 erhält (nach Ingeborg Bachmann und Günter Grass), eskaliert gerade die Spiegel-Affäre, und die Welt hält den Atem an in der KubaKrise. Der Herausgeber Jochen Meyer hat über 1.200 Briefe aus den Jahren 1937 bis 1965 zusammengestellt. In seinen Erläuterungen macht er die Untertöne hörbar und verständlich. Dabei kommen auch die Gegenbriefe aus dem Nach­ lass des Dichters im Deutschen Literaturarchiv Marbach zu Wort. Von Ina Seidel und Ernst Jünger spannt sich der Bogen über Peter Huchel, Peter Joko­ stra, Paul Celan, Klaus Wagenbach, Günter Grass, Uwe Johnson bis zu den damals Jüngsten: Hubert Fichte, Nicolas Born, Guntram Vesper. Im Zentrum stehen die engsten Freunde: Max Hölzer und Christoph Meckel. Mit von der Partie ist die Stasi; sie präpariert insgeheim eine Anklage wegen »staats­ gefährdender Hetze«.

»Was Bobrowski in Worte gebracht hat, ist Maßstab.« Ingo Schulze


Editionen

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Eine deutsch-deutsche Literaturgeschichte in Briefen

Johannes Bobrowski Briefe

Herausgegeben und kommentiert von Jochen Meyer Mainzer Reihe, Neue Folge Bd. 16. Herausgegeben von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz 4 Bde. im Schuber, ca. 2672 S., Leinen, Schutzumschlag ca. € 199,00 (D); € 204,60 (A) ISBN 978-3-8353-0577-9 März   WG 1117


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Editionen

Hedwig Pringsheim Tagebücher 1917 –1922 Die Familien Pringsheim und Mann nach dem Ersten Weltkrieg und während der Weltwirtschaftskrise.

Hedwig Pringsheim Tagebücher Band 6: 1917 –1922

Herausgegeben von Cristina Herbst ca. 800 S., ca. 10 Abb., Leinen, Schutzumschlag ca. € 49,90 (D); € 51,30 (A) ISBN 978-3-8353-1996-7 auch als E-Book März   WG 1117

Hedwig Pringsheim (1855 –1942), Tochter der bekannten Frauenrechtlerin Hedwig Dohm und ehemals Schauspielerin bei den Meiningern, war seit 1878 mit dem Mathematikprofessor und Kunstsammler Alfred Pringsheim verheiratet. In ihrem Salon in München trafen sich Künstler, Wissenschaftler, Journalisten und Bankiers. Ihre Tochter Katja war seit 1905 mit Thomas Mann verheiratet. Die Herausgeberin Cristina Herbst, geb. 1946, war als Lektorin zuerst im Vittorio Klostermann Verlag und dann bei S. Fischer intensiv mit Thomas Mann und seinem Umfeld beschäftigt. Sie war maßgeblich für die Planung und Realisierung der Großen Kommentierten Frankfurter Ausgabe der Werke von Thomas Mann zuständig. Seit 1999 ist sie ausschließlich mit der Edition der Tagebücher von Hedwig Pringsheim befasst.

Die Jahre 1917 bis 1922 sind allgemein schwere Jahre: der verlorene Krieg, die Unruhen und Gefährdungen während der Münchner Räterepublik, die explodie­ renden Lebensmittelpreise, die Zwangsbewirtschaftung der Wohnungen. Das »hochherrschaftliche« Leben mutiert in »schlichte Bürgerlichkeit«, ins Prings­ heimsche Palais ziehen Untermieter ein. Doch Hedwig Pringsheim hält sich nicht mit Klagen auf. Sie genießt die Lichtblicke: die Rückkehr von Peter aus der Kriegsgefangenschaft, die Wiederaufstellung der kostbaren Majolika- und Silber­ sammlungen, die stetig wachsende Enkelschar. Unbeirrt verfolgt sie ihr Ziel, für Mann und Kinder »Vorkriegsbehaglichkeit« wiederherzustellen. Und im Laufe der Jahre gelingt ihr das auch. Man gibt wieder kleinere Gesellschaften, besucht Theater und Konzerte und unternimmt erste Reisen. Mit Realitätssinn und Tat­ kraft bleibt sie der Mittelpunkt der Familien Pringsheim und Mann.


Editionen

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Wolfgang Frommel – Friedrich W. Buri Briefwechsel 1933 –1984

Das Zeugnis einer lebens­langen von der Dichtung geprägten Freundschaft. Wolfgang Frommel – Friedrich W. Buri Briefwechsel 1933  –1984

Herausgegeben von Stephan C. Bischoff Castrum Peregrini. Neue Folge, Bd. 10. Herausgegeben von Wolfgang Braungart, Ute Oelmann und Ernst Osterkamp ca. 864 S., ca. 15 Abb., geb., Schutzumschlag ca. € 59,90 (D); € 61,60 (A) ISBN 978-3-8353-3023-8 Juni   WG 1117

Wolfgang Frommel (1902­–1986) war ein deutscher Schriftsteller, Verleger und Rundfunkredakteur, der eine vom George-Kreis geprägte Freundesrunde um sich scharte. Aufgewachsen in Heidelberg, berufliche Stationen in Frankfurt und Berlin, 1937 Emigration über Basel, Florenz und Paris in die Niederlande. 1942 Gründung des »Castrum Perergrini« als Versteck für gefährdete jüdische Freunde in Amsterdam. Nach dem Krieg blieb er in den Niederlanden und gründete 1951 die literarischen Zeitschrift »Castrum Peregrini«. Friedrich W. Buri

Was hält zwei Männer ein halbes Jahrhundert zusammen? Intellektuelle Freundschaft? Erotik? Oder das wiederkehrende herzliche Lachen? Vermut­ lich von allem etwas, wie die über 400 erhaltenen Briefe zeigen, die sich Wolfgang Frommel (1902–1986) und Friedrich W. Buri (1919–1999) zwischen 1933 und 1984 geschrieben haben. Dieser Briefwechsel zeichnet wie kaum ein anderer die Freundschaft zweier Dichter, die durch die Kriegswirren und den Rassenwahn des 20. Jahrhundert aus Deutschland emigrierten, um sich in Holland wiederzufinden und dort eine literarische Zeitschrift und einen einzigartigen Freundeskreis aufzubauen, der von der Dichtung Stefan Georges geprägt war. Trotz politischer Turbulenzen und persönlicher Bedrohungen hält die Freundschaft stand und hilft, die schwierige Zeit zu meistern. »Wenn du EIN werk vollbracht hast mit Deinem leben – Dir kann es nicht genug sein, aber mir ist es das grösste – dann das: in einer seele ein bild gebaut zu haben das sie ausfüllt und weitet, eine liebe entfacht zu haben die unendlich fortzeiht und dieses leben auch im mangel zu einer hohen gabe macht.« Buri an Frommel, 23. Mai 1957

(1919–1999) war ein deutschjüdischer Lyriker und Schriftsteller. 1937 Flucht in die Niederlande. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen tauchte er mit Hilfe von Frommel im Castrum Peregrini unter. Nach dem Krieg Gründung einer Zeichenschule, Veröffentlichung von Gedichten und Tätigkeit als literarischer Übersetzer. Der Herausgeber Stephan C. Bischoff, geb. 1962, Studium der Medizin in Mainz und Straßburg, seit 2004 Professor für Ernährungsmedizin an der Universität Hohenheim in Stuttgart. Erste Begegnung mit Wolfgang Frommel 1978, seither zahlreiche Besuche in Amsterdam bei Frommel und Buri. Buri hat ihm seinen literarischen Nachlass überantwortet. Er ist Herausgeber von »Ich gab dir die Fackel im Sprunge. W.  F. Ein Erinnerungsbericht« von Friedrich W. Buri (2009).


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Editionen

Deutsche Berichte aus Paris 1789 –1933 Zeiterfahrung in der Stadt der Städte

Die kommentierte Textsammlung dokumentiert anderthalb Jahrhunderte anhaltender deutscher Faszination durch die französische Metropole.

Deutsche Berichte aus Paris 1789 –1933 Zeiterfahrung in der Stadt der Städte Herausgegeben von Gerhard R. Kaiser ca. 560 S., ca. 7 Abb., geb., Schutzumschlag ca. € 29,90 (D); € 30,80 (A) ISBN 978-3-8353-3018-4 Februar   WG 1117

Der Herausgeber Gerhard R. Kaiser, geb. 1943, war ab 1973 Professor für Neuere deutsche Literatur­ wissenschaft/Komparatistik in Gießen, von 1993 bis 2008 in Jena. Veröffentlichungen u. a.: Eberhard Haufe. Schriften zur deutschen Literatur (2011); Deutsche Berichterstattung aus Paris. Neue Funde und Tendenzen (2008); Germaine de Staël und ihr erstes deutsches Publikum. Literaturpolitik und Kulturtransfer um 1800 (2008). Auszeichnungen: Preis der Académie d’Alsace (1985), 1987 –1993 Vorsitzender der »Deutschen Gesellschaft für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft«.

Unter den großen Zielen ragt Paris zwischen 1789 und 1933 für deutsche Reisende besonders hervor. Während dieser anderthalb Jahrhunderte erfuhren sie die französische Metropole nicht nur als sprachliche, ethnische und kulturräumliche Fremde, sondern auch als einen Ort der fortgeschrittenen Moderne. Meist unausgesprochen suchten sie an ihm Orientierung auf dem Weg in die eigene Zukunft. Spätestens mit dem Ersten Weltkrieg erlosch die utopische Leuchtkraft von Paris. Die Stadt wurde nun von vielen Autoren in weltgeschichtlicher Perspektive als eine Stadt der Vergangenheit vergegenwärtigt. Die über 200 Texte sind in dichter Folge chronologisch angeordnet. Sie präsentieren eine Vielfalt an Themen und sind fokussiert auf den Aspekt »Zeit­ erfahrung«. Neben bekannten kommen zahlreiche vergessene Autoren zu Wort, darunter etwa Ida Kohl oder Paul Cohen-Portheim, die eine Wieder­ entdeckung lohnen.


Editionen

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Gottfried August Bürger Briefwechsel 1777 –1779

Gottfried August Bürger Briefwechsel 1777 –1779

Eine leidenschaftliche Korrespondenz, die tiefe Einblicke in das Leben und Werk eines Dichters vermittelt, der als einer der ersten rückhaltlos offen seine Gefühle in Poesie und Prosa kleidete.

Herausgegeben von Ulrich Joost und Udo Wargenau Briefwechsel, Bd. 2. Herausgegeben von Ulrich Joost und Udo Wargenau ca. 1000 S., Leinen, Schutzumschlag ca. € 69,00 (D); € 71,00 (A) ISBN 978-3-8353-1784-0 Juni   WG 1117

Der Briefwechsel Gottfried August Bürgers ist eine literaturgeschichtliche Quelle, mehr noch aber ein poetisch und kunstprosaisch herausragendes Dokument und ein zutiefst anrührendes Zeugnis oftmals selbstverschuldeter mensch­ licher Leiden und Krisen. Die erotischen Wirrungen in der Ehe Bürgers, der sich alsbald in eine lei­ denschaftliche Beziehung zur jüngeren Schwester seiner eben doch nur halb­ geliebten Frau verlor, erreichen im Zeitraum dieses Bandes einen ersten Höhe­ punkt: Die Ehefrau erzwingt (wie sich später zeigen wird: vergebens) die schmerzhafte Trennung von der Geliebten. Gleichzeitig ist Bürger als Jurist etabliert und als Dichter endlich arriviert: 1778 erscheint die erste Ausgabe seiner gesammelten »Gedichte«, im selben Jahr übernimmt er die Herausgabe des »Göttinger Musen Almanachs«. Dennoch wird er weiterhin ständig von Geldnot geplagt. Diese Edition nimmt eine kultur- wie poesiegeschichtliche Herausforderung an: Sie stellt zum ersten Mal einen nicht um die allzu derben Ausdrücke und peinlichen Wahrheiten gereinigten, zudem eingehend kommentierten Text bereit.

Gottfried August Bürger (1747 –1794), Pfarrerssohn aus Molmerswende im Ostharz, studierte Theologie in Halle und Rechtswissenschaften in Göttingen. 1772 erhielt er eine Anstellung als Amtmann und stand in Verbindung mit den Mitgliedern des Göttinger Hainbundes. 1784 zog er nach Göttingen und hielt Vorlesungen über Ästhetik und Stilkunde, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Zu Bürgers bekanntesten Werken gehören die Ballade »Lenore« und die Ausarbeitung der Lügengeschichten des Barons von Münchhausen. Die Herausgeber Ulrich Joost, geb. 1951, Herausgeber von Lichtenbergs Werken und Briefwechsel; lehrt Neuere Deutsche Literaturgeschichte und allgemeine Literaturwissenschaft an der Technischen Universität Darmstadt. Veröffentlichungen u. a. zu Lichtenberg und der Literatur des 18. Jahrhunderts. Udo Wargenau, geb. 1936, studierte – nach seiner Ausbildung und beruflicher Tätigkeit als Flugzeug­ingenieur – in Darmstadt Germanistik, Philosophie und Geschichte und wurde 2006 mit der Edition des Briefwechsels Bürgers mit Boie promoviert.


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Ein herausragender Beitrag zur Erforschung von Büro­kratie und Gewaltherrschaft im »Dritten Reich«.

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Das Reichsarbeitsministerium im Nationalsozialismus Verwaltung – Politik – Verbrechen

Der Herausgeber Alexander Nützenadel, geb. 1965, ist Professor für Sozial- und Wirtschafts­ geschichte an der HU Berlin. Er ist Koordinator des DFGSchwerpunktprogramms »Erfahrung und Erwartung. Historische Grundlagen ökonomischen Handelns« und Sprecher der Unabhängigen Historikerkommission zur Aufarbeitung der Geschichte des Reichsarbeitsministeriums im Nationalsozialismus. Veröffentlichungen u. a.: Stunde der Ökonomen. Wissenschaft, Expertenkultur und Politik in der Bundesrepublik 1949 –1974 (2005).

Die Arbeits- und Sozialpolitik spielte für das ideologische Selbstverständnis der NSDAP als Arbeiterpartei eine zentrale Rolle. Welche Stellung das Reichs­ arbeitsministerium im Kontext der NS-Herrschaft einnahm, wird seit 2013 im Rahmen eines Forschungsprojekts des Bundesarbeitsministeriums von einer unabhängigen Historikerkommission untersucht. Im ersten Band der Veröffentlichungen der Kommission werden die For­ schungsergebnisse umfassend präsentiert. In den Blick genommen werden neben Behördenstruktur und Personal die Handlungsfelder des Ministeriums, die von der Arbeitsmarkt- und Tarifpolitik über das Sozialversicherungswesen bis zur Wohnungsbau- und Siedlungspolitik reichten. Zugleich wird die Rolle des Ministeriums im Rahmen der Kriegswirtschaft und in den besetzten Gebieten Europas zwischen 1939 und 1945 beleuchtet. Deutlich wird, dass die klassischen Verwaltungsapparate weitaus stärker in das NS-Regime und seine Verbrechen eingebunden waren als lange Zeit vermutet wurde. Die ministerielle Bürokra­ tie kooperierte sogar eng mit den nationalsozialistischen Partei- und Sonderstä­ ben. Damit werden bisherige Erklärungsmodelle, wie das einer »polykratischen« Herrschaft, in Frage gestellt. http://www.historikerkommission-reichsarbeitsministerium.de


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Demontage eines Mythos: nach Auswärtigem Amt und Justizministerium steht nun die Rolle des Arbeitsministeriums im Dritten Reich im Fokus

Präsentation mit Andrea Nahles am 27. Juni 2017, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Das Reichsarbeitsministerium im Nationalsozialismus Verwaltung – Politik – Verbrechen Herausgegeben von Alexander Nützenadel Geschichte des Reichsarbeitsministeriums im Nationalsozialismus ca. 496 S., ca. 35 Abb., geb., Schutzumschlag ca. € 34,90 (D); € 35,90 (A) ISBN 978-3-8353-3002-3 auch als E-Book Mai   WG 1556


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Katja Kosubek »genauso konsequent sozialistisch wie national« Alte Kämpferinnen der NSDAP vor 1933 Nationalsozialistinnen der ersten Stunde verfassen im Sommer 1934 ihre politischen Lebens­geschichten.

Katja Kosubek »genauso konsequent sozialistisch wie national« Alte Kämpferinnen der NSDAP vor 1933

Eine Quellenedition 36 auto­ biographischer Essays der Theodore-Abel-Collection Hamburger Beiträge zur Sozial- und Zeitgeschichte, Quellen, Bd. 4. Herausgegeben von der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg ca. 480 S., ca. 10 Abb., geb., Schutzumschlag ca. € 42,00 (D); € 43,20 (A) ISBN 978-3-8353-3057-3 Mai   WG 1556

Die Autorin Katja Kosubek, geb. 1970, studierte Geschichte, Ger­ manistik und Pädagogik an der Universität Bielefeld und der Universität Hamburg. Sie ist als freiberufliche Historikerin im Museumsbereich tätig.

Im Sommer 1934 verfassten frühe Nationalsozialistinnen aufgrund eines ver­ meintlichen Aufsatzwettbewerbs ihre Lebens­geschichten. Die Fragestellung lautete »Warum ich vor 1933 der NSDAP beigetreten bin«. Sie wussten nicht, dass es sich bei diesem Aufsatzwettbewerb um eine Datenerhebung des ame­ rikanischen Soziologen Theodore Abel handelte. Abel erhielt über 600 Zu­ schriften. 36 dieser Lebens­beschreibungen aus der Feder von Frauen werden in diesem Band erstmals vollständig veröffentlicht. Diese Nationalsozialistinnen der ersten Stunde, auch »Alte Kämpferinnen« genannt, waren Durchschnittsbürgerinnen mit zeittypischen Biographien. Nach dem Machtantritt der NSDAP fühlten sie sich als Siegerinnen und wollten ihre Beteiligung an diesem Erfolg hervorheben. Das Buch fragt nach ihrer Motivation vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs und der jungen Weimarer Republik. Ihr Engagement fand unter­ schiedliche Formen, jedoch setzten alle Frauen große Hoffnungen in einen nationalen Sozialismus. Die autobiographischen Essays sind durch ihre zeitliche Nähe zur NS-Kampfzeit und die Freimütigkeit ihrer Verfasserinnen wertvolle und ergie­ bige Quellen zum Aufstieg des Nationalsozialismus.


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Henning Tümmers Aids Autopsie einer Bedrohung im geteilten Deutschland Zwischen Hysterie und Auf­ klärung: Wie die Krankheit Aids politische Debatten und gesellschaftliche Ver­ änderungen in beiden deutschen Staaten befeuerte. Henning Tümmers Aids Autopsie einer Bedrohung im geteilten Deutschland

Beiträge zur Geschichte des 20. Jahrhunderts, Bd. 23. Herausgegeben von Norbert Frei ca. 400 S., geb., Schutzumschlag ca. € 39,90 (D); € 41,10 (A) ISBN 978-3-8353-3005-4 auch als E-Book April   WG 1557

Zu Beginn der achtziger Jahre häuften sich Berichte über eine mysteriöse Krankheit, die vor allem Homosexuelle traf und ein qualvolles Sterben zur Folge hatte. Als wenig später auch die ersten Heterosexuellen erkrankten, wuchs weltweit die Angst vor jenem tödlichen Phänomen, dem Mediziner 1982 den Namen »Aids« gaben. In der Bundesrepublik entbrannte bald eine heftige politische Debatte über die vermeintliche Notwendigkeit, die Grund­ rechte von »Risikogruppen« wie Schwulen und Drogenabhängigen ein­ zuschränken, und selbst in der abgeschotteten DDR versuchte die Regierung mithilfe heimlicher Bluttests und Überwachungsmaßnahmen gegen die neuartige »Seuche« vorzugehen. Henning Tümmers schildert, wie latente Konflikte über die Rechte und Pflichten von Bürgern und Staat, über Sexualität, Lebensstile und Moral­ vorstellungen unter dem Eindruck einer damals noch unmittelbar tödlich verlaufenden Krankheit zutage traten.

Der Autor Henning Tümmers, geb. 1977, ist wissenschaftlicher Mit­ arbeiter am Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der Universität Tübingen. Veröffentlichungen u. a.: Anerkennungskämpfe. Die Nachgeschichte der national­ sozialistischen Zwangssterili­sa­ tionen in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR (2011).


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Ursula Büttner Fritz Valentin Jüdischer Verfolgter, Richter und Christ. Eine Biografie Das Leben des außer­ gewöhnlichen Hamburger Richters Fritz Valentin spiegelt die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Ursula Büttner Fritz Valentin Jüdischer Verfolgter, Richter und Christ. Eine Biografie

Beiträge zur Geschichte Hamburgs, Bd. 66. Herausgegeben im Auftrag des Vereins für Hamburgische Geschichte von Sigrid Schambach ca. 248 S., ca. 10 Abb., geb., ca. € 19,90 (D); € 20,50 (A) ISBN 978-3-8353-1988-2 auch als E-Book März   WG 1941

Die Autorin Ursula Büttner, geb. 1946, war bis 2011 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Professorin an der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg. Zahl­ reiche Veröffentlichungen zur deutschen und hamburgischen Geschichte im 20. Jahrhundert, insbesondere auch zu Judenverfolgung, Exil, Remigration und politischem Wiederaufbau nach 1945.

Fritz Valentin war vieles: Im Sinne der NS-Rassenvorstellungen Jude, aus eige­ ner tiefer Überzeugung Christ, deutscher Patriot und aus seiner Heimat ver­ jagter Flüchtling, gewissenhafter und leidenschaftlicher Richter. Ursula Büttner zeichnet das bewegte Leben des Hamburgers im Detail nach: Mit 16 zog Valentin als Freiwilliger in den Ersten Weltkrieg und ver­ brachte fast den ganzen Krieg an der Front. Berufseinstieg und Familiengrün­ dung fielen in die Zeit der schwersten Inflationskrise. Der Sieg der National­ sozialisten und sein Protest gegen den Antisemitismus warfen Valentin jäh aus der Bahn. Im August 1939 floh er mit seiner Familie nach England und kehrte als einer der Ersten im Februar 1946 nach Hamburg zurück, um beim Wieder­ aufbau einer gerechten, humanen Ordnung zu helfen. Als Richter bekam er es mit allen Problemen der Nachkriegszeit zu tun: Er urteilte über NS-Verbrecher und kleine Gelegenheitstäter, führte von 1957 bis 1960 den bis dahin längsten Wirtschaftsprozess, und er schrieb durch seine klare Ablehnung der Straf­ verfolgung von Homosexuellen 1951 Rechtsgeschichte.


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Sebastian Brünger Geschichte und Gewinn Der Umgang deutscher Konzerne mit ihrer NS-Vergangenheit Zwischen Abwehr und Imagefaktor – Deutsche Unternehmen und ihre Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte. Sebastian Brünger Geschichte und Gewinn Der Umgang deutscher Konzerne mit ihrer NS-Vergangenheit

Geschichte der Gegenwart, Bd. 15. Herausgegeben von Frank Bösch und Martin Sabrow ca. 448 S., geb., Schutzumschlag ca. € 39,90 (D); € 41,10 (A) ISBN 978-3-8353-3010-8 auch als E-Book März   WG 1557

Von den Nürnberger Wirtschaftsprozessen bis zu den Verhandlungen um Zwangs­a rbeiterentschädigungen – deutsche Konzerne haben stets versucht, das öffentliche Bild von ihrer NS-Vergangenheit selbst zu prägen. Sebastian Brünger untersucht nun erstmals die Kontinuitäten und Brüche dieser Vergan­ genheitsbearbeitung seit 1945. An vier Beispielen (Bayer, Deutsche Bank, Daimler und Degussa) erörtert er Strategien und Formen unternehmerischer Vergangenheitsbearbeitung und analysiert sie im Kontext von Öffentlichkeit, Politik und Wissenschaft ihrer jeweiligen Zeit. Brünger zeigt, wie Unternehmen die Veränderungen der deutschen Geschichtskultur nachvollzogen bzw. mitbestimmten, während konkrete Rollenbilder wie etwa das vom »anständigen Kaufmann« weiter tradiert und Forschungsaufträge an Historiker zunehmend zu einem wichtigen Image­ faktor wurden. Damit erweitert Brünger den gedächtnisgeschichtlichen Blick­ winkel auf die deutsche Geschichtskultur um die Dimension der Unterneh­ mensgeschichte und begreift wirtschaftliche Unternehmen als Akteure des kulturellen Gedächtnisses.

Der Autor Sebastian Brünger, geb. 1979, hat Betriebswirtschaftslehre und Politikwissenschaft in Mannheim und Baltimore studiert. Promotion an der HU Berlin. Von 2006 bis 2015 Dramaturg im Theaterkollektiv »Rimini Protokoll«. Seit Februar 2016 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Kulturstiftung des Bundes und leitet das Förderprogramm »Doppelpass – Fonds für Kooperationen im Theater«.


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Philipp Heß Ein deutscher Amerikaner Der kosmopolitische Demokrat Hans Simons 1893 –1972 Die ungewöhnliche Biographie eines kosmopolitischen Ver­ waltungsjuristen, Hochschullehrers und Bildungsmanagers im 20. Jahrhundert.

Philipp Heß Ein deutscher Amerikaner Der kosmopolitische Demokrat Hans Simons 1893-1972

Beiträge zur Geschichte des 20. Jahrhunderts, Bd. 24. Herausgegeben von Norbert Frei ca. 416 S., geb., Schutzumschlag ca. € 38,00 (D); € 39,10 (A) ISBN 978-3-8353-3004-7 auch als E-Book Juni   WG 1941

Der Autor Philipp Heß, geboren 1980, studierte Geschichte, Geo­ graphie, Staatswissenschaften und Erziehungswissenschaften in Erfurt und Jena. Seit August 2016 ist er als Lehrer an einem Thüringer Gymnasium tätig. 2011 erhielt er das erste Promotionsstipendium der Johannes-RauGesellschaft.

Als junger – und entschieden demokratischer – Verwaltungsjurist machte Hans Simons in der Weimarer Republik eine steile Karriere, bis ihn die Natio­ nalsozialisten 1933 wegen seiner Zugehörigkeit zur SPD aus dem Staatsdienst entließen. Simons emigrierte in die USA, lehrte Politikwissenschaft an der New School for Social Research in New York und beriet das Office of Strategic Services (OSS) sowie andere für die »Feindwahrnehmung« und Nachkriegs­ planung zuständige Regierungsbehörden. 1947 kehrte er als US-Staatsbürger erstmals nach Deutschland zurück und war als Verbindungsoffizier der Ame­ rikaner beim Parlamentarischen Rat an der Ausgestaltung des Grundgesetzes beteiligt. Nach dieser Aufbauhilfe für die westdeutsche Demokratie leitete Simons zehn Jahre lang die für ihre Unterstützung emigrierter Wissenschaft­ ler berühmte New School. In den sechziger Jahren war er im Auftrag der Ford Foundation als bildungspolitischer Berater in Asien und Lateinamerika tätig. Simons’ bisher kaum untersuchte Lebensgeschichte liefert neue Zugänge zur Exilforschung, zur Entstehungsgeschichte der Bundesrepublik und zur Wir­ kungsgeschichte transnationaler Nichtregierungsorganisationen im 20. Jahr­ hundert.


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Thomas Klingebiel Curt Mast und Jägermeister Ein Unternehmer in der Politik Der »Jägermeister«-Gründer Curt Mast als Unternehmer und Kommunalpolitiker.

Thomas Klingebiel Curt Mast und Jägermeister Ein Unternehmer in der Politik

ca. 430 S., ca. 10 Abb., geb., Schutzumschlag ca. € 24,90 (D); € 25,60 (A) ISBN 978-3-8353-3056-6 auch als E-Book April   WG 1941

Curt Mast (1897–1970), der im niedersächsischen Wolfenbüttel die Weltmarke »Jägermeister« entwickelte, gehörte zu den erfolgreichsten Unternehmern der Wirtschaftswunder-Zeit. Weniger bekannt ist, dass er auch eine politische Karriere hatte, die sich über ein halbes Jahrhundert erstreckte (1921–1967). Mast begann seine politische Laufbahn in der Weimarer Republik als Stadt­ verordneter der Stresemann-Partei (DVP) und beendete sie als Fraktionsvor­ sitzender der CDU im Kreistag von Wolfenbüttel. Thomas Klingebiel zeigt Mast als Ausnahme-Unternehmer, der sein eige­ nes Verhalten unter der Hitler-Diktatur schon bald nach dem Sturz des Re­ gimes zu reflektieren begann. Zu Masts wichtigsten Leistungen zählt dabei, dass er sich als Abgeordneter und Privatunternehmer für die Rückerstattung jüdischen Eigentums und die Wiedergutmachung insgesamt einsetzte. Zudem beförderte er die Integration der seit 1946 in großer Zahl zuwandernden Ost­ flüchtlinge und leistete einen wichtigen Beitrag zum Aufbau einer neuen demo­k ratischen Ordnung im weithin zerstörten Nachkriegsdeutschland.

Der Autor Thomas Klingebiel studierte Geschichte und evangelische Theologie in Göttingen, wo er 1989 in Geschichte promovierte und 2001 habilitierte. Veröffentlichungen u. a.: Herzog Ferdinand zu Braunschweig-Lüneburg und die Alliierte Armee im Sieben­ jährigen Krieg. 1757–1762 (2011); Ein Stand für sich? Lokale Amtsträger in der Frühen Neuzeit: Untersuchungen zur frühmodernen Staatsbildung und Gesellschaftsentwicklung im Hochstift Hildesheim und im älteren Fürstentum Wolfenbüttel (2002).


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Hersbruck/Happurg: Großbaustelle für die Kriegswirtschaft Zwangsarbeit und Massensterben in einem Außenlager des KZ Flossenbürg Katalog zum neu eröffneten »Dokumentationsort Hersbruck/Happurg«.

Hersbruck/Happurg: Großbaustelle für die Kriegswirtschaft Zwangsarbeit und Massensterben in einem Außenlager des KZ Flossenbürg Flossenbürger Forum, Bd. 3. Herausgegeben von der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Stiftung Bayerische Gedenkstätten ca. 300 S., zahlr., z. T. farbige Abb., franz. brosch. ca. € 24,90 (D); € 25,60 (A) ISBN 978-3-8353-1885-4 Juni   WG 1556

Die Autoren Boris Behnen, geb. 1982, Historiker. Ulrich Fritz, geb. 1969, Historiker, Mitarbeiter der Stiftung Bayerische Gedenkstätten. Matthias Rittner, geb. 1982, Erziehungswissenschaftler und Historiker, Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Ulrich Schwarz, geb. 1956, Ausstellungsgestalter. Jörg Skriebeleit, geb. 1968, Kulturwissenschaftler und Historiker, Leiter der KZGedenkstätte Flossenbürg. Jan Švimbersk´y, geb. 1979, Historiker, Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg.

Zum Schutz vor Luftangriffen wollte die NS-Führung 1944 die Rüstungsindus­ trie unter Tage verlagern und startete im fränkischen Happurg ein großange­ legtes Bauprojekt: KZ-Häftlinge mussten ein Stollensystem graben – unter Beteiligung namhafter Firmen wie Hochtief, der Siemens Bauunion und der AEG. Auf 200.000 qm Fläche sollten BMW-Flugzeug­motoren hergestellt werden. Im Juli 1944 errichtete die SS am Rand der nahen Kleinstadt Hersbruck eines der größten Außenlager des KZ Flossenbürg. Bis zur Räumung des Lagers im April 1945 waren hier rund 9.000 Häftlinge gefangen. Fast 4.000 von ihnen haben nicht überlebt. Das Bauprojekt in Happurg wurde nie vollendet. Das Lagergelände in Hers­ bruck wurde nach Kriegsende pragmatisch weitergenutzt und dann planiert. Erst seit den 1980er Jahren befassten sich engagierte Bürger mit dem lange verschwiegenen Thema. Der im Januar 2016 eröffnete »Dokumentationsort Hersbruck/Happurg« lässt nun Besucher den Ort erkunden – hauptsächlich anhand ausführlicher Häftlingsbiographien. Der Begleitband verbindet Ausstellungselemente mit einordnenden Beiträgen zur Geschichte des Außenlagers sowie zur juristi­ schen und memorialen Aufarbeitung.


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Fluchtpunkt Friedland Über das Grenzdurchgangslager, 1945 bis heute

Ein kleiner Ort mit großer Symbolkraft: Friedland als Ort des Neubeginns für Millionen von Heimatlosen und Heim­kehrern.

Fluchtpunkt Friedland Über das Grenzdurchgangslager, 1945 bis heute

Begleitband zur Ausstellung im Museum Friedland.

Herausgegeben von Joachim Baur und Lorraine Bluche ca. 240 S., ca. 130, überw. farbige Abb., geb. ca. € 24,90 (D); € 25,60 (A) ISBN 978-3-8353-3012-2 April   WG 1557

Das Grenzdurchgangslager Friedland ist seit 1945 Fluchtpunkt für mehr als vier Millionen Menschen. Sie kamen und kommen als Flüchtlinge, Vertrie­ bene und Ausgewiesene, als entlassene Kriegsgefangene und Displaced Per­ sons, als AussiedlerInnen und SpätaussiedlerInnen sowie als Schutzsuchende aus vielen Teilen der Welt in die Bundesrepublik. Das Lager zeugt von den Folgen des Zweiten Weltkriegs wie von aktuellen Kriegen und Krisen weltweit. Gleichzeitig spiegelt es auch den politischen und gesellschaftlichen Umgang mit Migration in Deutschland wider. Das im März 2016 eröffnete Museum Friedland erzählt in seiner Dauer­ ausstellung »Fluchtpunkt Friedland« aus verschiedenen Perspektiven von Geschichte und Gegenwart des Grenzdurchgangslagers. Die AutorInnen des Begleitbands geben Einblicke in Ausstellungskonzept und -umsetzung und vertiefen einzelne, bisher wenig beleuchtete Aspekte der Lagergeschichte. Bildstrecken aus historischen und aktuellen Fotografien sowie von Exponaten aus der Sammlung des Museums verdeutlichen, dass das Lager Friedland von Bürokratie genauso geprägt ist wie von individuellen Schicksalen.

Die Herausgeber Joachim Baur, geb. 1973, Historiker, ist Leiter des wissenschaftlichen Aufbauteams des Museums Friedland sowie freier Kurator im Büro »Die Expo­ nauten. Ausstellungen et cetera«, Berlin. Veröffentlichungen u. a.: Die Musealisierung der Migra­ tion. Einwanderungsmuseen und die Inszenierung der multikulturellen Nation (2009). Lorraine Bluche, geb. 1976, Historikerin, ist Mitglied im wissenschaftlichen Aufbauteam des Museums Friedland sowie freie Kuratorin im Büro »Miera I Bluche«, Berlin. Veröffentlichungen u. a.: NeuZugänge. Museen, Sammlungen und Migration. Eine Laborausstellung (Mithg., 2013).


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Human Rights and Humanitarian Intervention Legitimizing the Use of Force since the 1970s Wie Menschenrechte zu einer Legitimationsgrundlage für militärische Interventionen wurden.

Human Rights and Humanitarian Intervention Legitimizing the Use of Force since the 1970s Herausgegeben von Norbert Frei, Daniel Stahl und Annette Weinke Schriftenreihe Menschenrechte im 20. Jahrhundert, Bd. 2. Für den Arbeitskreis Menschenrechte im 20. Jahrhundert herausgegeben von Norbert Frei ca. 224 S., Klappenbroschur ca. € 22,90 (D); € 23,60 (A) ISBN 978-3-8353-3008-5 auch als E-Book Mai   WG 1734

Die Herausgeber Norbert Frei ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Jena und Leiter des »Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts«. Veröffentlichungen u. a.: Vergangenheitspolitik. Die Bundesrepublik und die NSVergangenheit (1996, 2012); Toward a New Moral World Order? Menschenrechtspolitik und Völkerrecht seit 1945 (Hg. mit Annette Weinke, 2013). Daniel Stahl ist wissenschaft­ licher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Jena. Sein Buch Nazi-Jagd. Südamerikas Diktaturen und die Ahndung von NS-Verbrechen wurde 2013 mit dem Opus Primum Preis der Volkswagenstiftung für die beste Nachwuchspublikation des Jahres ausgezeichnet. Annette Weinke ist Privatdozentin für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Jena. Veröffentlichungen u. a.: Gewalt, Geschichte, Gerechtigkeit. Transnationale Debatten über deutsche Staatsverbrechen im 20. Jahrhundert (2016); Die Nürnberger Prozesse (2006).

Die Balkankriege der neunziger Jahre, der Völkermord in Ruanda und die Darfur-Krise dienten als Katalysatoren einer Debatte, die die Koordinaten internationaler Politik und des Völkerrechts nachhaltig verändert hat: Der Verweis auf humanitäre Notlagen und Menschenrechtsverletzungen wurde zu einem der zugkräftigsten Argumente, um Eingriffe einzelner Staaten oder Staatenbündnisse auf fremdem Territorium zu legitimieren. Die dadurch ange­ stoßene Neuverhandlung internationaler Normen ging einher mit einer Rela­ tivierung des Souveränitätsprinzips und des Gewaltverbots. Der Aufstieg des sogenannten »New Humanitarianism« während der neunziger Jahre war nicht zuletzt das Resultat politischer und kultureller Wandlungsprozesse, deren Wurzeln in der Zeit vor dem Ende der bipolaren Weltordnung lagen. Die Aushöhlung des Unparteilichkeitsgebots humanitärer Akteure, der Aktivismus einer Neuen Linken und die Entstehung einer neuen Ethik der Dringlichkeit haben die Formen und Ziele des Humanita­rismus grundlegend verändert. Der Band nimmt gleichermaßen die Rolle von Regie­ rungen, suprastaatliche und nichtstaatliche Akteure wie NGOs, Medien und Sozialwissenschaften in den Blick. Der Band erscheint in englischer Sprache.


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Arbeit am Bild Visual History als Praxis

Potenziale, Quellen und Methoden eines jüngst etablierten Forschungszweiges.

Arbeit am Bild Visual History als Praxis Herausgegeben von Jürgen Danyel, Gerhard Paul und Annette Vowinckel Visual History. Bilder und Bildpraxen in der Geschichte, Bd. 3. Herausgegeben von Jürgen Danyel, Gerhard Paul und Annette Vowinckel ca. 272 S., ca. 60 z.T. farbige Abb., geb., Schutzumschlag ca. € 24,90 (D); € 25,60 (A) ISBN 978-3-8353-3016-0 Mai   WG 1551

Arbeiten zur Visual History haben einen festen Platz in der Geschichtswissen­ schaft erobert. Die Forschung hat eine erstaunliche Vielfalt erreicht und ver­ langt nach konzeptioneller und methodischer Selbstverständigung. Dieser Band liefert exemplarische Einblicke in die Praxis der Visual History und versteht sich insofern als eine Bestandsaufnahme. Er versammelt Beiträge, die anhand verschiedener Bildgattungen Möglichkeiten des Umgangs mit den Quellen vorstellen. Sie sind nicht als Anleitungen gedacht, wohl aber als BestPractice-Beispiele, die das Potenzial historischer Forschung am Bild ebenso ausloten wie die Fallstricke und Klippen. Hinzu kommen Aufsätze zu aus­ gewählten Methoden und Konzepten wie der seriell-ikonografischen Analyse, der Analyse von Bilddiskursen und der Akteurs­forschung. Aus dem Inhalt: Gerhard Paul: Vom Bild her denken. Visual History 2.0.1.6. Agnes Laba: Ein Kartenbild sagt mehr als tausend Worte. Landkarten als Visualisierungsmedien zwischen Verwissenschaftlichung und Populari­ sierung in der Weimarer Republik und darüber hinaus Christoph Hamann: Das Foto als Symbol. Überlegungen zur visuellen Geschichtskultur Stephan Scholz: Fotografien der ›Flucht und Vertreibung‹. Bilderkarrieren und Kanonisierungsprozesse Ulrike Pilarczyk: Grundlagen der seriell-ikonografischen Fotoanalyse – Jüdische Jugendfotografie in der Weimarer Zeit

Die Herausgeber Annette Vowinckel leitet die Abteilung Zeitgeschichte der Medien- und Informations­ gesellschaft am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und ist Privatdozentin am Institut für Geschichtswissenschaft der HU Berlin. Veröffentlichungen u. a.: Agenten der Bilder. Fotogra­ fisches Handeln im 20. Jahrhundert (2016). Jürgen Danyel ist stellvertretender Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam und leitet dort gemeinsam mit Annette Vowinckel die Abteilung Zeitgeschichte der Medien- und Informationsgesellschaft. Veröffentlichungen u. a.: Mithg. von visual-history.de; Waldsiedlung Wandlitz. Eine Landschaft der Macht (Mithg., 2016). Gerhard Paul war von 1994 bis 2016 Professor für Geschichte und Didaktik an der EuropaUniversität Flensburg. Er gilt als Mitbegründer der Visual History im deutschsprachigen Raum. Veröffentlichungen u. a.: Das visuelle Zeitalter. Punkt & Pixel (2016).


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Thomas Höpel Kulturpolitik in Europa im 20. Jahrhundert Metropolen als Akteure und Orte der Innovation Europäische Metropolen des 20. Jahrhunderts als Motoren kulturpolitischer Innovationen.

Thomas Höpel Kulturpolitik in Europa im 20. Jahrhundert Metropolen als Akteure und Orte der Innovation

Moderne Europäische Geschichte, Bd. 13. Herausgegeben von Hannes Siegrist und Stefan Troebst ca. 416 S., ca. 15 Abb., geb., Schutzumschlag ca. € 39,90 (D); € 41,10 (A) ISBN 978-3-8353-3046-7 Juni   WG 1559

Der Autor Thomas Höpel, geb. 1968, ist Historiker und außerplan­ mäßiger Professor am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig. Er forscht zur vergleichenden europäischen und deutsch-franzö­ sischen Geschichte. Veröffentlichungen u. a.: »Die Kunst dem Volke«. Städtische Kulturpolitik in Lyon und Leipzig im Vergleich 1945 –1989 (2011); Von der Kunst- zur Kulturpolitik. Städtische Kulturpolitik in Deutschland und Frankreich 1918 –1939 (2007).

Welche Bedeutungen und Funktionen hat städtische Kulturpolitik in einem von Utopien, Konflikten und politischen Zäsuren beherrschten 20. Jahrhun­ dert? Dieser Frage nachgehend werden Kontinuitäten und Brüche, lokale und nationale Ähnlichkeiten und Unterschiede einerseits, interurbane und inter­ nationale Verflechtungen und Beeinflussungen von Kulturpolitik andererseits analysiert und erklärt. Kultur erhielt im Rahmen strategischer Politikentwürfe in den euro­ päischen Großstädten im Laufe des 20. Jahrhunderts eine immer zentralere Bedeutung. Die vielfältigen Herausforderungen, die sich im Zuge der entste­ henden und ausformenden Massengesellschaft vor den europäischen Groß­ städten auftürmten, beantworteten sie auch mit neuen kulturpolitischen Konzepten und einer Kommunalisierung der Kultur. Thomas Höpel geht die­ sem Prozess am Beispiel der fünf europäischen Großstädte Birmingham, Frankfurt am Main, Krakau, Leipzig und Lyon nach. Diese unterhielten Partner­ beziehungen miteinander und definierten sich selbst als Second Cities, als Großstädte, die im nationalen Städtenetz eine herausgehobene Position hinter den jeweiligen Hauptstädten einnahmen.


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Stefan Herfurth Freiheit in Schwedisch-Pommern Entwicklung, Verbreitung und Rezeption des Freiheitsbegriffs im südlichen Ostseeraum zum Ende des 18. Jahrhunderts

Stefan Herfurth Freiheit in SchwedischPommern Entwicklung, Verbreitung und Rezeption des Freiheitsbegriffs im südlichen Ostseeraum zum Ende des 18. Jahrhunderts

Der Freiheitsbegriff in den deutschen Besitzungen der schwedischen Krone zur zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Moderne europäische Geschichte, Bd. 14. Herausgegeben von Hannes Siegrist und Stefan Troebst ca. 224 S., ca. 10 Abb., geb., Schutzumschlag ca. € 29,90 (D); € 30,80 (A) ISBN 978-3-8353-3060-3 Februar   WG 1725

Ernst Moritz Arndt belebte 1803 mit seiner »Geschichte der Leibeigenschaft« einen seit der Mitte des 18. Jahrhunderts geführten Diskurs über die mangelnde Freiheit der deutschen Untertanen in Schwedisch-Pommern. Im Mittelpunkt stand die historische Entwicklung von (Un-)Freiheit in den schwedischen Territorien Pommern und Rügen. Während der schwedischen Freiheitszeit (1719 –1772) gelangten neben den mitteleuropäischen Ideen der Aufklärung auch schwedische Publikationen in die Provinz Schwedisch-Pommern. Dort wurden sie übersetzt und im gesamten deutschen Sprachraum verbreitet. Jedoch waren diese deutschen Übertragungen des schwedischen Freiheitsbegriffs vor allem durch die pommersche Lebenswirk­ lichkeit und die damit verbundenen Widersprüche gekennzeichnet. Stefan Herfurth untersucht daher Inhalt und Gebrauch des deutschen und schwedischen Freiheitsbegriffs durch unterschiedliche Akteure und ihre Meta­ morphose in Schwedisch-Pommern. Dabei stellt der Freiheitsbegriff mit seinen verschiedenen Deutungsmustern einen sich entwickelnden Topos zeitgenös­ sischer Publikationen dar, der durch skandinavische und mitteleuropäische Einflüsse der Aufklärung beeinflusst wurde.

Der Autor Stefan Herfurth, geb. 1983, studierte Neuere Geschichte, Soziologie und Philosophie und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Geisteswissenschaft­ lichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas an der Universität Leipzig. Veröffentlichungen u. a.: Swedish Pomerania in the Eighteenth Century: The Development of »frihet« in a Borderland of the Baltic Sea Region, in: Globalizing Borderlands Studies in Europe and North America (2016); Die unterschiedlichen Konzepte von Freiheit in SchwedischPommern. Forschungsansätze zur Entstehung, Rezeption und Verbreitung der Schwedischen Freiheit im südlichen Ostseeraum der Frühen Neuzeit, in: Studia Maritima XXV. (2012).


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Christiane Abele Kein kleines Land Die Kolonialfrage in Portugal 1961–1974 Der portugiesische Abschied vom Kolonialreich verlief alles andere als reibungslos. Christiane Abele Kein kleines Land Die Kolonialfrage in Portugal 1961–1974

Moderne Zeit. Neue Forschungen zur Gesellschafts- und Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, Bd. 28. Herausgegeben von Ulrich Herbert und Lutz Raphael ca. 304 S., ca. 10 Abb., geb., Schutzumschlag ca. € 34,90 (D); € 35,90 (A) ISBN 978-3-8353-3009-2 Februar   WG 1558

Die Autorin Christiane Abele, geboren 1985 in München, studierte Neuere und Neueste Geschichte und Romanistik in Freiburg, Leuven und Lissabon. Sie ist momentan im Wissenschaftsmanagement tätig.

Christiane Abele legt die erste deutschsprachige Studie zum portugiesischen Spätkolonialismus vor und zeigt, wie tief verwurzelt und weit verbreitet kolo­ niales Denken in Portugal war. Während die meisten europäischen Imperien sich nach 1945 allmählich auflösten, ignorierte die Kolonialmacht Portugal den Zerfall der kolonialen Weltordnung. Der Diktator António Salazar hatte den Kolonialismus zum Fundament nationaler Identität erhoben, indem er die Tradition der »Ent­ decker«, etwa des Seeweges nach Indien, hochhielt. Dieses Selbstverständnis wurde erst auf die Probe gestellt, als ab 1961 nacheinander in den drei afrika­ nischen Kolonien Angola, Mosambik und Guinea Unabhängigkeitskriege ausbrachen. 1974 setzte ein Militärputsch nicht nur der Salazar-Diktatur, sondern auch dem Kolonialprojekt ein Ende. Je lauter Weltöffentlichkeit und Unabhängigkeitsbewegungen den Kolonialismus in Frage stellten, desto mehr florierten in Portugal Großmachtfantasien und koloniales Pathos. So wird auch deutlich, wie eng Diktatur und Kolonialismus miteinander ver­ woben waren, sich gegenseitig aufrechterhielten – und am Ende gemeinsam untergingen.


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Thomas Zimmer Welt ohne Krankheit Geschichte der internationalen Gesundheitspolitik 1940 –1970 Die Gründung der WHO und der Kampf um eine neue politische Weltordnung im 20. Jahrhundert. Thomas Zimmer Welt ohne Krankheit Geschichte der internationalen Gesundheitspolitik 1940 –1970

Moderne Zeit. Neue Forschungen zur Gesellschafts- und Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, Bd. 29. Herausgegeben von Ulrich Herbert und Lutz Raphael

Ausgezeichnet mit dem Preis des Historiker­ verbandes für die beste Dissertation im Bereich Internationale Geschichte und dem Gerhard-RitterPreis der Universität Freiburg.

ca. 464 S., ca. 10 Abb., geb., Schutzumschlag ca. € 42,00 (D); € 43,20 (A) ISBN 978-3-8353-1919-6 Mai   WG 1557

Die Welt war krank und musste geheilt werden – darin waren sich Gesund­ heitsexperten und Politiker am Ende des Zweitens Weltkriegs einig. Die Welt­ gemeinschaft müsse sich den Gefahren entgegenstellen, welche die Mensch­ heit bedrohten: Seuchen und Epidemien ebenso wie den gesundheitlichen Folgen von sozialer Verelendung und den psychischen Herausforderungen einer sich rasch wandelnden Welt. Infolge dieser Diagnose wurde die Welt­ gesundheitsorganisation (WHO) gegründet, deren Väter die trotzige Vision einer Welt ohne Krankheiten formulierten. Im Namen der »Weltgesundheit« wurden Kampagnen lanciert, wie der Versuch, Malaria innerhalb kürzester Zeit »auszurotten«. Solche Initiativen beeinflussten das Leben von Hunderten Millionen Menschen. Thomas Zimmer legt erstmals eine Geschichte des internationalen Kampfes gegen Krankheiten zwischen 1940 und 1970 vor. Dieser war durch politische Konflikte gekennzeichnet – zwischen Ost und West, Industrienationen und Entwicklungsländern, utopischen Ideen und pragmatischen Machtinteressen. Vor allem war die internationale Gesundheitspolitik Teil jener Versuche in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, eine neue politische Weltordnung und eine bessere Welt zu schaffen.

Der Autor Thomas Zimmer, geb. 1982, Studium der Neueren und Neuesten Geschichte und Neueren deutschen Literaturgeschichte an den Universitäten Freiburg und Cambridge. Akademischer Rat am Historischen Seminar der Universität Freiburg.


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Auguste Moses-Nussbaum Reise mit zwei Koffern Lebenserinnerungen Die Erinnerungen der Wiederentdeckerin der Werke Felix Nussbaums – mit großer Klarheit und bewegend geschrieben.

Auguste Moses-Nussbaum Reise mit zwei Koffern Lebenserinnerungen

Herausgegeben von Jürgen Kaumkötter und Christoph Rass

Die Autorin Auguste Moses-Nussbaum, geb. 1923 in Emden, machte sich zur Lebensaufgabe, die Bilder ihres Cousins Felix Nussbaum zu retten. Die Übersetzerin Ruth Achlama, geb. 1945, ist seit 1979 hauptberuflich freie Übersetzerin aus dem Hebräischen. Sie übersetzte u. a. David Grossmann, Amos Oz und Yoram Kaniuk. Sie lebt in Tel Aviv und wurde u. a. mit dem Paul-Celan-Preis (1995) und dem Deutsch-Hebräischen Über­setzerpreis (2015) ausgezeichnet. Die Herausgeber Jürgen Kaumkötter, geb. 1969, Kurator des Zentrums für verfolgte Künste Solingen und Lehrbeauftragter am Kunst­ historischen Institut der Universität Osnabrück, ist einer der führenden Felix-NussbaumExperten. Er kuratierte 2015 die Ausstellung »Der Tod hat nicht das letzte Worte« im Deutschen Bundestag. Christoph Rass, geb. 1969, ist Professor für Neueste Geschichte und Historische Migrationsforschung an der Universität Osnabrück. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen neben der Geschichte von Migration und Integration die Geschichte des »Dritten Reiches« und des Zweiten Weltkriegs.

Kommentiert in Zusammenarbeit mit Jannis Panagiotidies und Frank Wolff Aus dem Hebräischen übersetzt von Ruth Achlama ca. 240 S., ca. 30 Abb., geb., Schutzumschlag ca. € 19,90 (D); € 20,50 (A) ISBN 978-3-8353-1987-5 auch als E-Book Mai   WG 1941

Die Wiederentdeckung der Kunstwerke des 1944 im KZ Auschwitz-Birkenau er­ mordeten Malers Felix Nussbaum ist ganz wesentlich seiner Cousine Auguste zu verdanken. Sie war seit den 1950er Jahren die treibende Kraft bei der Rettung seiner Bilder, von denen heute ein Großteil im Felix-Nussbaum-Haus in Osna­ brück zu sehen ist. Gustel Moses-Nussbaum lebt in der Nähe von Tel Aviv. Ihre Wohnung ist angefüllt mit Erinnerungen: an ihre Kindheit in Deutschland vor 1933, an die Besuche der Familie bei den wohlhabenden Verwandten in Osnabrück, an den Beginn der nationalsozialistischen Verfolgung, an den Tod der Eltern in Theresienstadt und die Ermordung fast aller ihrer Verwandten, an die Flucht und an das Überleben im Untergrund bis zur Befreiung, die sie versteckt in einem Erdloch im niederländischen Roermond erlebte. Es folgten die Auswanderung nach Israel und schließlich die Wiederentdeckung und Rettung der Nussbaum-Bilder. Die Autobiographie gibt Einblicke in das Leben und das Überleben der Familie Nussbaum und enthält wichtige Details über den berühmten Cousin und zur Geschichte seiner Bilder. Gustel Moses-Nussbaum schildert detailreich die in Deutschland bisher wenig bekannten Bedingungen jüdischen Überlebens in den Netzwerken des niederländischen Widerstandes und zeigt eindringlich den schmalen Grat zwischen Rettung und Untergang.


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Das Deutsche Reich und der Völkermord an den Armeniern

Ein komplexes, ambivalentes und widersprüchliches Bild einer Zeit des Übergangs.

Das Deutsche Reich und der Völkermord an den Armeniern Herausgegeben von Rolf Hosfeld und Christin Pschichholz ca. 352 S., ca. 10 Abb., brosch. ca. € 29,90 (D); € 30,80 (A) ISBN 978-3-8353-1897-7 auch als E-Book April   WG 1555

Während des Ersten Weltkriegs waren das Osmanische und das Deutsche Reich Kriegsverbündete. Mit dem Beginn der Armenierverfolgungen, die seit dem Frühjahr 1915, eingeleitet durch flächendeckende Deportationen und Massaker, in einen Völkermord mündeten, wurde das Deutsche Reich zwangsläufig in die Ereignisse involviert. Das betraf sowohl Militärs, die Bot­ schaft, konsularisches Personal und andere Deutsche vor Ort als auch die nationalen politischen und militärischen Machtzentren im Deutschen Reich. Wie weit ging die Verstrickung? Gab es eine deutsche Mitverantwortung an diesem Völkermord? Gab es nennenswerten Widerspruch? Die Autorinnen und Autoren stellen dar, wie Zivilbevölkerungen zuneh­ mend zum Ziel militärischer und radikaler bevölkerungspolitischer Maß­ nahmen wurden. Es gab Befürworter und Gegner. Zusammengefasst lässt sich eine moralfreie Verpflichtung durch eine kriegsbedingte »Realpolitik« diagnostizieren, die nicht ohne Konsequenzen für die deutsche Nachkriegs­ mentalität blieb. Mit Beiträgen u. a. von Aschot Hayruni, Rolf Hosfeld, Isabell V. Hull, Stefan Ihrig, Hilmar Kaiser, Hans-Lukas Kieser, Carl Alexander Krethlow, Mark Levene, Christin Pschichholz, Thomas Schmutz und Roland Gregor Suny.

Die Herausgeber Rolf Hosfeld, geb. 1948, ist wissenschaftlicher Leiter des Potsdamer Lepsiushauses sowie freier Autor und Historiker. 2010 erhielt er den Preis »Das politische Buch« der Friedrich-Ebert-Stiftung. Veröffentlichungen u. a.: Johannes Lepsius – eine deutsche Ausnahme (Hg., 2013); Operation Nemesis: die Türkei, Deutschland und der Völkermord an den Armeniern (2005). Christin Pschichholz, geb. 1977, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lepsiushaus Potsdam und am Lehrstuhl für Militär­ geschichte an der Universität Potsdam. Sie promovierte im Fach Mittlere und Neuere Geschichte an der Universität Kiel zum Thema »Zwischen Diaspora, Diakonie und deutscher Orientpolitik. Die deutschen evangelischen Gemeinden in Kleinasien in osmanischer Zeit«.


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Carole Fink Writing 20th Century International History Explorations and Examples Neue Perspektiven auf die Geschichte der Menschenrechte, der deutsch-israelischen Beziehungen und des Kalten Krieges.

Carole Fink Writing 20th Century International History Explorations and Examples

Jena Center. Geschichte des 20. Jahrhunderts. Vorträge und Kolloquien, Bd. 20 ca. 224 S., Klappenbroschur ca. € 15,00 (D); € 15,50 (A) ISBN 978-3-8353-3006-1 auch als E-Book März   WG 1557

Die Autorin Carole Fink war bis zu ihrer Emeritierung 2011 Professorin für Geschichte an der Ohio State University. Ihre zahlreichen Veröffentlichungen widmen sich der deutschen und euro­ päischen Geschichte des 20. Jahrhunderts, der Historiographiegeschichte und der Geschichte der internationalen Beziehungen.

Carole Fink zählt seit Jahren zu den produktivsten und profiliertesten Köpfen der International History. Dass diese Teildisziplin der Geschichtswissenschaft weit mehr bieten kann als nüchterne Diplomatiegeschichte, zeigt die Autorin einmal mehr in den innovativen und quellengesättigten Beiträgen dieses Bandes: Wie haben die mannigfaltigen turns der Geschichts- und Kultur­ wissenschaften das Profil und die Perspektiven der International History in den vergangenen Jahrzehnten verändert? Wie funktionierte der vom Völker­ bund installierte Minderheitenschutz in einer Welt, in der das Selbstbestim­ mungsrecht der Nationalstaaten weiterhin fast uneingeschränkte Priorität genoss? Mit welchen politischen Maßnahmen unterminierten Großbritannien und Australien Ende der dreißiger Jahre die internationalen Bemühungen um sichere Zufluchtsorte für die europäischen Juden? Welche politischen und persönlichen Faktoren prägten Günter Grass’ Israelreise im März 1967, die als Vorbote eines fundamentalen Wandels der deutsch-israelischen Beziehungen gelesen werden kann? In einem abschließenden Gespräch reflektiert Carole Fink über ihre eigene Wissenschaftssozialisation und den Wandel ihres Fachs seit den sechziger Jahren. Der Band erscheint in englischer Sprache.


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Der Antikommunismus in seiner Epoche Weltanschauung und Politik in Deutschland, Europa und den USA Der Antikommunismus als Phänomen im 20. Jahrhundert.

Der Antikommunismus in seiner Epoche Weltanschauung und Politik in Deutschland, Europa und den USA Herausgegeben von Norbert Frei und Dominik Rigoll Jena Center. Geschichte des 20. Jahrhunderts. Vorträge und Kolloquien, Bd. 21 ca. 224 S., Klappenbroschur ca. € 15,00 (D); € 15,50 (A) ISBN 978-3-8353-3007-8 auch als E-Book April   WG 1733

Wie der Kommunismus zählt auch der Antikommunismus zu den politischideologischen Großphänomenen, die das 20. Jahrhundert prägten. Die Geschichtswissenschaft interessierte sich bislang vor allem für Hardliner vom Schlage eines Joseph McCarthy oder für internationale Netzwerke des Kalten Krieges wie den Kongress für Kulturelle Freiheit. Im Zentrum dieses Bandes steht die Frage, warum der Antikommunismus über Jahrzehnte hinweg eine so große Wirkmacht entfalten konnte – fast überall im Westen, in fast allen staatlichen und gesellschaftlichen Bereichen, auf Politiker wie auf Intellektuelle, in demokratischen wie in antidemokra­ tischen Parteien, in der Innenpolitik wie in den internationalen Beziehungen. Wie und warum wurde der Antikommunismus zu einem gemeinsamen politi­ schen Nenner für Gruppen, die ansonsten uneins oder gar zerstritten waren? Was machte ihn anschlussfähig für die Grundfragen seiner Epoche? Mit Beiträgen von Anselm Doering-Manteuffel, Norbert Frei, Robert Gerwarth, Grzegorz Krzywiec, Christian Methfessel, Jörg Nagler, Amadeo Ost Guerazzi, Attila Pók, Anson Rabinbach, Dominik Rigoll, Axel Schildt, Iris Schröder, Stefanie Schüler-Springorum, Thomas Schwartz, Siegfried Weichlein und Michael Wildt.

Die Herausgeber Norbert Frei lehrt Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Jena und leitet das Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts. Dominik Rigoll ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam und forscht zur deutschen und französischen Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert.


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Anton Weise Nach dem Raub Die Vermögensverwertungsstelle beim Oberfinanzpräsidenten Hannover 1941– 1950 Die Finanzbürokratie und ihre Beamten im NS-Staat – ein wichtiger Beitrag zur Holocaust- und Täterforschung in Nieder­sachsen.

Anton Weise Nach dem Raub Die Vermögensverwertungsstelle beim Oberfinanzpräsidenten Hannover 1941 –1950

Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, Bd. 290. Herausgegeben von der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen ca. 352 S., ca. 7 Abb., geb., Schutzumschlag ca. € 34,90 (D); € 35,90 (A) ISBN 978-3-8353-3061-0 März   WG 1558

Der Autor Anton Weise, geb. 1968, ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Universität Hannover tätig. Er studierte Geschichte, Geographie und Politik an der Univer­ sität Duisburg. Veröffentlichungen u. a.: Naturfreunde und NS. Die Sorge um den Verein und individueller Widerstand (Mithg., 2012).

Mit den 1941 einsetzenden Deportationen der deutschen Juden wurde die Reichsfinanzverwaltung zum entscheidenden Behördenzweig für die Aneig­ nung und Verwertung derer Vermögen. Ende des Jahres wurden dezentral agierende »Vermögensverwertungsstellen« (VVS) eingerichtet – so auch die VVS beim Oberfinanzpräsidenten Hannover, zuständig für die Mitte und den Süden des heutigen Landes Niedersachsen, deren reiche archivische Überlie­ ferung schon für verschiedene Fallstudien herangezogen wurde. Anton Weise konzentriert sich auf diese Einrichtung und wertet die Quellen nach Fragestellungen der viel diskutierten NS-Täterforschung aus: Wer waren die Bediensteten, und wie agierten sie konkret? Wie lässt sich ihre Tätigkeit in den Prozess des Holocaust einordnen? Wer profitierte in welchem Maße von der Ermordung und Beraubung der Juden? Die Ergebnisse sprechen dafür, dass an diesem Raub ein vielfältiges Behördennetzwerk beteiligt war. Von den Vermögen der Opfer des nationalsozialistischen Regimes profitierten große Teile der Bevölkerung auf unterschiedlichste Weise.


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Heilig Transkulturelle Verehrungskulte vom Mittelalter bis in die Gegenwart Transkulturelle Aspekte der Verehrung des Heiligen vom Mittelalter bis heute und aus verschiedenen Blickwinkeln.

Heilig Transkulturelle Verehrungskulte vom Mittelalter bis in die Gegenwart Herausgegeben von Kerstin S. Jobst und Dietlind Hüchtker ca. 240 S., ca. 20 Abb., geb., Schutzumschlag ca. € 24,00 (D); € 24,70 (A) ISBN 978-3-8353-3055-9 März   WG 1559

Zu allen Zeiten wurden nicht nur Gottheiten kultisch verehrt, sondern auch Tiere, Gegenstände oder lebendige Menschen, welche herausgehoben und zu Heiligen gemacht wurden. Das Heilige ist dabei nicht an spezifische Religionen geknüpft. Heiligenkulte verbinden pagane und monotheistische Kulte, über­ schreiten Religions- und Epochengrenzen ebenso wie die zwischen dem Pro­ fanen und Sakralen. Verehrung wird weder von politischen oder ideologischen Grenzen Einhalt geboten, noch verschwindet sie in der Postmoderne mit ihren individualisierten Warenwelten. Der Band stellt die transkulturellen Aspekte der Verehrung in den Vorder­ grund. Die Bandbreite reicht dabei von der Transformation der Missionierung, über die religiöse Aufladung profaner Objekte oder die Rolle von Heiligen in na­ tionalen Kontexten, bis hin zur St.-Georgs-Verehrung beim Bundesnachrichten­ dienst.

Die Herausgeberinnen Kerstin S. Jobst ist Osteuropahistorikerin und seit 2012 Professorin an der Universität Wien. Veröffentlichungen u. a.: Geschichte der Ukraine (2015); Die Perle des Imperiums. Der russische Krim-Diskurs im Zarenreich (2007). Dietlind Hüchtker, Historikerin, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektleiterin am Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kul­tur Ostmitteleuropas, Leipzig. Sie lehrt zudem an der Universität Halle-Wittenberg. Veröffentlichungen u. a.: Geschichte als Performance. Politische Bewegungen in Galizien um 1900 (2014); Reden und Schweigen über religiöse Differenz. Tolerieren in Epochen übergreifender Perspektive (Mithg., 2013).


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Schattenorte Stadtimages und Vergangenheitslast

Zwischen Gedenken und Stadtmarketing. Über die Rolle von Erinnerungsorten für Bewohner und Besucher.

Schattenorte Stadtimages und Vergangenheitslast Herausgegeben von Stefanie Eisenhuth und Martin Sabrow ca. 200 S., ca. 10 Abb., geb., Schutzumschlag ca. € 24,90 (D); € 25,60 (A) ISBN 978-3-8353-3011-5 Mai   WG 1559

Die Herausgeber Stefanie Eisenhuth, geb. 1977, ist wissenschaftliche Mit­ arbeiterin am Lehrstuhl für Neueste Geschichte und Zeit­ geschichte an der HU Berlin und assoziierte Doktorandin am ZZF Potsdam. Veröffentlichungen u. a.: West-Berlin und der Umbruch in der DDR. Grenzübergreifende Wahrnehmungen und politische Verhandlungen 1989 (2012). Martin Sabrow, geb. 1954, ist Direktor des ZZF Potsdam und Professor für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte an der HU Berlin; Sprecher des Leibniz-Forschungsverbunds Historische Authentizität. Veröffentlichungen u. a.: Erich Honecker. Das Leben davor 1912–1945 (2016); Zeit­ geschichte schreiben. Von der Verständigung über die Vergangenheit in der Gegenwart (2014).

Urteile über Städte von Bewohnern und Touristen sind stark durch Ereignisse in der Vergangenheit, durch Bauten und Bürger, durch Erzählungen und me­ diale Repräsentationen geprägt. Oft enthalten solche Stadtbiografien auch Schattenseiten. Einige Ortsnamen sind gar zu ikonographischen Verdich­ tungen einer grausamen Geschichte geworden. Im Mittelpunkt dieses Buches stehen die verschiedenen Ansätze, mit solchen politisch und gesellschaftlich als schmerzhaft oder auch peinlich empfundenen Belastungen von Städten umzugehen. Wer prägt Stadt­images mit welcher Intention? Für welche Arten des Umgangs mit der Geschichte entscheiden sie sich – das Ausblenden, die Umdeutung, die kritische Auseinandersetzung oder die aktive Nutzung im Sinne eines »heritage tourism«? Welche weiteren Faktoren, wie zum Beispiel kulturelle Paradigmenwechsel oder touristische Trends, beeinflussen das Image eines Ortes oder verändern es?


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Gebaute Geschichte Historische Authentizität im Stadtraum

Vom Potsdamer Stadtschloss bis zur arabischen Halbinsel: über historische Authentizität als identitätsstiftenden Faktor für Städte und Regionen.

Gebaute Geschichte Historische Authentizität im Stadtraum Herausgegeben von Christoph Bernhardt, Martin Sabrow und Achim Saupe ca. 304 S., ca. 35 Abb., brosch. ca. € 29,90 (D); € 30,80 (A) ISBN 978-3-8353-3013-9 Juni   WG 1559

Bei Prozessen städtischer und regionaler Identitätsbildung nehmen Verweise auf historische Authentizität, zum Beispiel von erhaltenen Baudenkmalen und Altstädten, eine zentrale Funktion ein. Der Band widmet sich der Bedeutung des Authentizitätskonzepts in verschiedenen Disziplinen wie der Stadt­ geschichte, der Architekturgeschichte, der Denkmalpflege und der Tourismus­ geschichte. Anhand deutscher und internationaler Beispiele zeigen die Beiträge die Vieldeutigkeit von Authentizitätsbehauptungen und interpretieren sie vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Debatten über den Stellenwert der Ver­ gangenheit sowie politischer und ökonomischer Interessen. Untersucht wird der Handlungskontext von Akteuren in Politik und Verbänden, von Archi­ tekten und Stadtplanern sowie der Stadtgesellschaft selbst. Der Schwerpunkt liegt auf dem 20. Jahrhundert mit besonderer Berücksichtigung der Zeit­ geschichte nach 1945. Das Buch ist eine Publikation des LeibnizForschungsverbunds Historische Authentizität. Mit Beiträgen u. a. von Harald Bodenschatz zur »kritischen Rekonstruktion« im Städtebau, von Ulrike Freitag über Authentizitätskonstruktionen auf der Arabischen Halbinsel und von Angela Schwarz über das Ruhrgebiet als »Nicht-Ort« und geschichtstouristisches Reiseziel.

Die Herausgeber Christoph Bernhardt, geb. 1957, ist Abteilungsleiter am LeibnizInstitut für Raumbezogene So­zialforschung in Erkner bei Berlin und Principal Investigator am Leibniz-Forschungsverbund Historische Authentizität. Er lehrt an den Technischen Universitäten Berlin und Darmstadt und hat zahlreiche Arbeiten zur europäischen Stadt- und Umweltgeschichte veröffentlicht. Martin Sabrow, geb. 1954, ist Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam und Professor für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte an der HU Berlin; Sprecher des Leibniz-Forschungsverbunds Historische Authentizität. Von ihm liegen zahlreiche Veröffentlichungen zur politischen Kulturgeschichte der Weimarer Republik, der DDR-Geschichte sowie der Geschichtskultur und der deutschen Erinnerungspolitik nach 1989 vor. Achim Saupe, geb. 1972, ist Koordinator des Leibniz-Forschungsverbunds Historische Authentizität und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Geschichte der Geschichts­ kultur sowie der Theorie der Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert.


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Freilegungen Rebuilding Lives – Child Survivors and DP Children in the Aftermath of the Holocaust and Forced Labor Kinder als Überlebende der NS-Verfolgung und als Displaced Persons nach 1945.

Freilegungen Rebuilding Lives – Child Survivors and DP Children in the Aftermath of the Holocaust and Forced Labor Herausgegeben von Henning Borggräfe, Akim Jah, Nina Ritz und Steffen Jost Jahrbuch des International Tracing Service, Bd. 6. Herausgegeben i. A. des International Tracing Service Bad Arolsen ca. 288 S., ca. 32 Abb., Klappenbroschur ca. € 29,90 (D); € 30,80 (A) ISBN 978-3-8353-3014-6 auch als E-Book Juni   WG 1556

Die Herausgeber Henning Borggräfe, geb. 1981, ist Historiker und seit 2014 stellvertretender Leiter der Abteilung Forschung und Bildung des International Tracing Service in Bad Arolsen. Akim Jah, geb. 1967, ist Polito­ loge und seit 2015 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Forschung und Bildung des International Tracing Service in Bad Arolsen Steffen Jost, geb. 1981, ist Historiker und seit 2010 pädagogischer Mitarbeiter am Max Mannheimer Studienzentrum. Nina Ritz, geb. 1971, ist seit 2008 Leiterin des Max Mannheimer Studienzentrums Dachau.

Im Mittelpunkt des Jahrbuchs 2017 des International Tracing Service stehen Kinder und Heranwachsende als Displaced Persons (DPs). Der Band bietet Ein­ blicke in individuelle und gesellschaftliche Nachwirkungen des Holocaust und der NS-Zwangsarbeit sowie in die Strukturen und Praktiken alliierter Hilfsorga­ nisationen nach 1945. Zudem werden Ansätze für die historisch-politische Bildungsarbeit zu DPs vorgestellt. Angesichts der aktuellen Migrationsbewegung und der großen Zahl unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge gewinnt die Aus­ einandersetzung mit den sozialen und politischen Heraus­forderungen am Ende des Zweiten Weltkriegs auch für die Gegenwart neue Relevanz. Die Beiträge dokumentieren eine internationale wissenschaftliche Tagung, die vom 30. Mai bis 1. Juni 2016 im Max Mannheimer Studienzentrum in Dachau stattfand. Aus dem Inhalt: Verena Buser: The Files and Collections of the Child Search Branch of the International Tracing Service Maggie Fraser Kirsh: »Shattered by mental and physical Strain«: The Treat­ ment and Assimilation of »Defective« Child Survivors Kelsey Norris: Soviet Displaced Persons and the Politics of Familiy Reunification Nicola Schlichting: The Story of the Displaced Persons as a topic for educatio­ nal programmes Der Band erscheint in englischer Sprache.


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Vera Hilbich Der »Friedhof der Namenlosen« in Oerbke Lokale Erinnerung und Auseinandersetzungen nach Kriegsende Pionierarbeit zur lokalen (Nicht-)Erinnerung an sowjetische Kriegsgefangene.

Vera Hilbich Der »Friedhof der Namenlosen« in Oerbke Lokale Erinnerung und Auseinandersetzungen nach Kriegsende

Schriftenreihe der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, Bd. 4 ca. 192 S., ca. 20 Abb., brosch. ca. € 24,90 (D); € 25,60 (A) ISBN 978-3-8353-3015-3 Mai   WG 1558

Der Kriegsgefangenenfriedhof Oerbke bei Bad Fallingbostel in der Lüneburger Heide ist eine der größten Anlagen ihrer Art in Deutschland. Hier wurden etwa 14.000 sowjetische Kriegsgefangene in Massengräbern begraben. Die überwiegende Zahl der Opfer war im Winter 1941/42 im »Russenlager« Oerbke an Hunger, Kälte oder Krankheiten zugrunde gegangen. Verantwort­ lich für das Massensterben waren die NS-Führung und die deutsche Wehr­ macht, die im Vernichtungsfeldzug gegen die Sowjetunion das Kriegsvölker­ recht und die Genfer Konvention vorsätzlich missachteten. Vera Hilbich untersucht den Umgang mit diesem Friedhof und das Geden­ ken an die Opfer in den Nachkriegsjahrzehnten im regionalen Umfeld. Sie beschreibt die oft erbitterten und stark ideologisch geprägten Auseinander­ setzungen zwischen lokalen Akteuren und Initiativen, Einwohnerschaft und Behörden. Ihre Studie untersucht damit exemplarisch den Wandel in Erinne­ rungskultur und Geschichtspolitik im Kontext der Verbrechen der Wehrmacht vom »Kalten Krieg« bis in die jüngste Zeit.

Die Autorin Vera Hilbich, geb. 1982, studierte in Oldenburg Politik und Geschichte mit dem Schwerpunkt Nationalsozialismus und Erinnerungskultur. Sie arbeitet beim DFG-Projekt »Zwischen ›Arisierung‹ und Deportation« an der Universität Oldenburg und ist Teamerin internationaler Jugendworkcamps.


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Wahrnehmen – Erfahren – Gestalten Phantomgrenzen und soziale Raumproduktion

Über den Umgang mit historischen Räumen und Grenzen in Ostmittelund Südosteuropa.

Wahrnehmen – Erfahren – Gestalten Phantomgrenzen und soziale Raumproduktion Herausgegeben von Michael G. Esch und Béatrice von Hirschhausen Phantomgrenzen im östlichen Europa, Bd. 3. Herausgegeben von Béatrice von Hirsch­hausen, Hannes Grandits, Claudia Kraft, Dietmar Müller und Thomas Serrier ca. 180 S., ca. 15 farbige Abb., brosch. ca. € 19,90 (D); € 20,50 (A) ISBN 978-3-8353-1847-2 Mai   WG 1558

Die Herausgeber Michael G. Esch, geb. 1959, ist freier Historiker, Übersetzer und Musiker sowie wissenschaftlicher Mitarbeiter am Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas und Privat­ dozent an der Universität Leipzig. Béatrice von Hirschhausen, geb. 1965, forscht am Forschungszentrum Géographiecités in Paris und ist assoziierte Forscherin am Centre Marc Bloch in Berlin. Sie leitet seit 2011 das Forschungsprojekt »Phantom­grenzen in Ostmitteleuropa« und arbeitet u. a. zur Produktion und Aktualisierung regionaler Unterschiede im ländlichen Raum Ostmitteleuropas, die im Zuge der Transformations- und Integrationsprozesse nach 1989 erfolgten.

Grenzen und Räume erscheinen immer als bereits vorhanden: im Alltag, in medialen Repräsentationen, wissenschaftlichen Thesen und politischen Dis­ kursen. Tatsächlich werden sie aber erst über eine diskursive Konstruktion sozial und materiell ins Leben gerufen, als sinnvoll betrachtet, erfahrbar. Durch diese Erfahrbarkeit strukturieren sie – manchmal lange über ihr tat­ sächliches Bestehen hinaus – individuelles, kollektives und politisches Han­ deln. Dieser aktive Umgang der Menschen mit Raum und Grenzen wirkt auf ihre Konstruktion zurück: Bewusst und unbewusst, willkürlich und unwill­ kürlich eignen sich Akteure Raum und Grenzen an, überschreiten sie, tragen zu ihrem Wandel und ihrem Fortwirken, zu ihrer veränderlichen Gestalt und Sinngebung bei. Aus dem Inhalt: Sabine von Löwis: »Slava Isusu Chrystu. Dobryj den’. Zdravstvujte.« Erinne­ rung, Aktualisierung und Aufhebung einer Phantomgrenze auf einem ukrainischen Dorffest Nenad Stefanov: Von Grenzziehungen und Randerscheinungen. »Phantom­ grenzen« als Ansatz für eine national dezentrierte Geschichte des Zentral­ balkan Kai Struve: Erfahrung und Gestaltung – soziale Raumproduktion in Oberschle­ sien seit dem Kaiserreich


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Sabine von Löwis Das Phantom der alten Grenze am Zbruc Kontinuitäten und Brüche sozialräumlicher Strukturen in der Westukraine Die alltägliche Relevanz von historischen und gegenwärtigen Grenzen in der Ukraine. Sabine von Löwis Das Phantom der alten Grenze am Zbruč Kontinuitäten und Brüche sozialräumlicher Strukturen in der Westukraine

Phantomgrenzen im östlichen Europa, Bd. 7. Herausgegeben von Béatrice von Hirschhausen, Hannes Grandits, Claudia Kraft, Dietmar Müller und Thomas Serrier ca. 300 S., ca. 16 Abb., brosch. ca. € 29,90 (D); € 30,80 (A) ISBN 978-3-8353-3053-5 Juni   WG 1558

Seit 2014 ist die Ukraine medial allgegenwärtig. Dabei sind es neben den sprachlichen, religiösen oder politischen Differenzen immer wieder die histo­ rischen Grenzen, die für regionale Unterschiede verantwortlich gemacht werden. Sabine von Löwis untersucht in einer Fallstudie an der historischen Grenze am Zbruc die Relevanz vergangener staatlicher Ordnungen für das Alltags­leben in der heutigen Ukraine. Die zu diesem Zweck untersuchten Dorfgesellschaften sind ursprünglich als ein Dorf gegründet und erst durch die Teilungen Polens am Ende des 18. Jahrhunderts durchschnitten worden. Nach 1945 gehörten sie ungetrennt, aber auch nicht vereint, zur Sowjetunion, heute sind sie Teil der unabhängigen Ukraine. Anhand eines Dorfjubiläums analysiert die Autorin wirtschaftliche, poli­ tische und kulturelle Besonderheiten. Viele Unterschiede erscheinen dabei augenfällig, doch haben sie mitnichten zwingend eine separierende Funktion und mitunter befinden sie sich sogar in einem Auflösungsprozess. Die Phan­ tomgrenze erweist sich hier weder als etwas Gegebenes, noch als Konstrukt: Sie entsteht dort, wo eine Gemeinschaft in der Deutung alltäglicher Praktiken und in einer spezifischen Situation ihre Geschichte erinnert.

Die Autorin Sabine von Löwis, geb. 1974, hat Geographie an der TU Dresden studiert, an der HafenCity Universität Hamburg promoviert und forscht seit 2011 am Centre Marc Bloch Berlin im Forschungsprojekt »Phantomgrenzen in Ostmitteleuropa«. Veröffentlichungen u. a.: Phantom Borders in the Electoral Behaviour in East Central Europe, in: Erdkunde 69 (2/2015); Zur Zeitlichkeit räum­ licher Strukturen: Grenzen und Regionen in Vergangenheit und Gegenwart, in: Europa Regional (3-4/2014).


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Kulturwissenschaft

DB

Tobias Scheidegger »Petite Science« Außeruniversitäre Naturforschung in der Schweiz um 1900 Wissenspraktiken, Milieu­ strukturen und gesellschaftliche Ausstrahlung der lokalen Naturforschung um 1900.

Tobias Scheidegger »Petite Science« Außeruniversitäre Naturforschung in der Schweiz um 1900

ca. 800 S., ca. 150 Abb., geb., Schutzumschlag ca. € 79,90 (D); € 82,20 (A) ISBN 978-3-8353-1997-4 auch als E-Book Mai   WG 1555

Der Autor Tobias Scheidegger, geb. 1979, ist Oberassistent am Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft der Universität Zürich. Er studierte Volkskunde, Geschichte und Philosophie an den Universi­ täten Basel und Zürich. Von 2009 bis 2015 war er Mitglied des Graduiertenkollegs am »Zentrum Geschichte des Wissens« von Universität und ETH Zürich und arbeitete als Assistent am Institut für Populäre Kulturen der Universität Zürich.

Tobias Scheideggers Studie charakterisiert die um 1900 florierende Wissens­ formation in der außeruniversitären Naturforschung – trotz ihrer punktuellen Kooperation mit Universitäten – als epistemisch und sozial eigenständigen Modus der Naturgeschichte. Das Forschungsinteresse dieser »Petite Science« galt der Inventarisierung und Sammlung lokaler Flora und Fauna. In den Hauptstädten ländlich geprägter Kantone ohne eigene Universität formierten sich lokale Wissensmilieus, deren institutionelle Stützen kantonale Natur­ forschervereine, Naturmuseen und Kantonsschulen bildeten. Fallstudien aus fünf Kleinstädten zeigen, wie deren kollektive Forschungen durch Objektpraktiken, mediale Wirkweisen von Inventarisierung und Taxo­ nomie sowie durch Gabenökonomien zusammengehalten wurden. Beleuchtet werden ebenso die häuslichen Sphären und Lebenswelten der Lokalforscher wie ihre spezifischen Raumpraktiken. Diese spielten eine wichtige Rolle in der Erfindung des Naturschutzes und der Konstruktion von »Heimat« um 1900 und sicherten der »Petite Science« gesellschaftliche Ausstrahlung bis weit ins 20. Jahrhundert.


MC

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Die Erfindung des Klassischen Winckelmann-Lektüren in Weimar

Die Erfindung des Klassischen Winckelmann-Lektüren in Weimar

Anlässlich des 300. Geburtstags von Johann Joachim Winckelmann am 9. Dezember 2017 erscheint ein Jahrbuch zum Wirken des berühmten Begründers der Archäologie und Urhebers einer stilgeschichtlich orientierten Kunstwissenschaft.

Herausgegeben von Franziska Bomski, Hellmut Th. Seemann und Thorsten Valk Klassik Stiftung Weimar. Jahrbuch 2017 ca. 400 S., ca. 50, z. T. farbige Abb., geb., Schutzumschlag ca. € 28,– (D); € 28,80 (A) ISBN 978-3-8353-3025-2 März   WG 1562

Die Bedeutung, die Johann Joachim Winckelmann für den Weimarer Klassi­ zismus gewonnen hat, lässt sich kaum überschätzen. Zwar ist der 1717 in Stendal geborene Gelehrte nie in Weimar gewesen, doch hat er die altertums­ wissenschaftlichen und kunsttheoretischen Debatten, die in der thürin­ gischen Residenzstadt seit 1800 geführt wurden, wie kein zweiter beeinflusst. Vor allem mit seiner Stilisierung der griechischen Antike zu einer für alle Zeiten vorbildlichen Menschheitsepoche prägte er den Weimarer Philhellenis­ mus in den Regierungsjahren unter Herzog Carl August. Bereits Goethe initi­ ierte eine mehrbändige Winckelmann-Ausgabe, die den europaweit rezipierten Altertumsforscher einerseits heroisierte, andererseits jedoch auch historisierte. In den Weimarer Winckelmann-Lektüren des 19. und 20. Jahrhunderts wurde der Gelehrte zunehmend mit einer an der Antike ausgerichteten Klassik in Verbindung gebracht und schließlich sogar als Vordenker einer klassenlosen Gesellschaft in Anspruch genommen. Im Jahrbuch werden jene Spuren verfolgt, die Winckelmanns Werk im geistig-kulturellen Leben Weimars seit 1800 hinterlassen hat. Reich bebilderte Studien rekonstruieren die Winckelmann-Lektüren verschiedener Weimarer Akteure und beleuchten so die ›Erfindung‹ des Klassischen in der thürin­ gischen Residenzstadt.

Johann Joachim Winckelmann (1717 –1768) war ein deutscher Archäologe und Kunstschriftsteller der Aufklärung. Er gilt als geistiger Begründer des Klassizismus im deutsch­ sprachigen Raum. Die Herausgeber Franziska Bomski arbeitet seit 2012 als Forschungsreferentin für die Klassik Stiftung. Hellmut Th. Seemann ist seit 2001 Präsident der Klassik Stiftung. Thorsten Valk leitet seit 2007 das Referat Forschung und Bildung der Klassik Stiftung.


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Claudia Keller Lebendiger Abglanz Goethes Italien-Projekt als Kulturanalyse Dynamische Kultur – Claudia Keller widerlegt ein gängiges Bild von Goethes ungeschriebenem Italienbuch.

Claudia Keller Lebendiger Abglanz Goethes Italien-Projekt als Kulturanalyse

Ästhetik um 1800, Bd 11. Begründet von Reinhard Wegner, herausgegeben von Johannes Grave und Sabine Schneider ca. 480 S., ca. 30, z. T. farbige Abb., geb., Schutzumschlag ca. € 39,90 (D); € 41,10 (A) ISBN 978-3-8353-1989-9 Juni   WG 1563

Die Autorin Claudia Keller, geb. 1984, studierte Germanistik, Allgemeine und Vergleichende Literatur­ wissenschaft sowie Kunstgeschichte. Seit 2015 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungs- und Ausstellungsprojekt »Winckelmann. Moderne Antike« an der Universität Halle-Wittenberg und der Klassik Stiftung Weimar.

Mitten in den Napoleonischen Feldzügen, von 1795 bis 1797, plant Goethe zusammen mit Johann Heinrich Meyer eine großangelegte historisch-geo­ graphische Kulturanalyse Italiens. Immer wieder aufgeschoben bleibt das Projekt ein ungeschriebenes Buch. Seine Italien-Erfahrung stellt Goethe erst in der zwischen 1813 und 1817 entstandenen rein autobiographischen Italie­ nischen Reise dar. Das »gescheiterte« Unternehmen versucht er aus der Erin­ nerung zu verbannen. Die Forschung ist Goethe darin gefolgt und hat das Bild vom Weimarer »Olympier« als Herrscher über die klassischen Formen über­ nommen. Claudia Keller zeigt hingegen, dass das Italien-Projekt gerade im Aufschub seine Produktivität in epistemologischer wie in ästhetischer Hin­ sicht entfaltet. Die Zeit von 1795 bis 1805 erscheint so nicht mehr als Phase eines rigorosen normativen Klassizismus. Vielmehr schlagen sich die Problem­ stellungen rund um die »Kultur« und ihre Analyse noch in Goethes litera­ rischem Spätwerk nieder. In der Ablösung vom Anspruch, die Kulturgeschichte Italiens in ein abgerundetes Ganzes zu vereinen, kommt etwas Zentrales, in die Moderne Reichendes in den Blick, das sich in Goethes Zeichnung der durchgewachsenen Rose verdichtet: die morphologische Dynamisierung von Kultur und ihre unabschließbare Lebendigkeit.


AK

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Britta Hochkirchen Bildkritik im Zeitalter der Aufklärung Jean-Baptiste Greuzes Darstellungen der verlorenen Unschuld Jean-Baptiste Greuzes Genreszenen als aufgeklärte Bildkritik. Britta Hochkirchen Bildkritik im Zeitalter der Aufklärung Jean-Baptiste Greuzes Darstellungen der verlorenen Unschuld

Ästhetik um 1800, Bd. 12. Begründet von Reinhard Wegner, herausgegeben von Johannes Grave und Sabine Schneider ca. 368 S., ca. 60, z. T. farbige Abb., geb., Schutzumschlag ca. € 42,00 (D); € 43,20 (A) ISBN 978-3-8353-1990-5 Juni   WG 1953

Britta Hochkirchen geht den bildtheoretischen Implikationen im Werk des französischen Genremalers Jean-Baptiste Greuze in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts nach. Greuze wählte als Hauptmotiv seiner Gemälde immer wieder junge, deflorierte Mädchen. Diese nur vermeintlich schlichten Genreszenen lassen ein wiederkehrendes ambivalentes Bildschema erkennen: Auf der motivischen Ebene findet sich Jungfräulichkeit mit den Zeichen ihres Verlusts überblendet; die Darstellungsform hingegen changiert zwischen Sittengemälde und Porträt, sinnlicher Präsenz und codierter Lesbarkeit. Doch was steht mit dem Topos des Verlusts der Unschuld für das Bild im Zeitalter der Aufklärung auf dem Spiel? Greuzes Darstellungen deflorierter Mädchen präsentieren das neue reflexive Bildverständnis der Aufklärung, indem sie die Unschuld als Repräsentationsideal des Ancien Régime bildimmanent unter­ laufen. Als aufgeklärte Bildkritik eröffnen sie mithilfe medieneigener Mittel die Erkenntnis über die zugrunde liegenden Mechanismen visueller Repräsen­ tation.

Die Autorin Britta Hochkirchen, geb. 1982, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich Historische Bildwissenschaft/Kunstgeschichte an der Universität Bielefeld. Dort leitet sie seit 2014 die Redaktion der »Zeitschrift für Kunstgeschichte«.


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UK

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Uri Ganani Opernsängerinnen und ihr Publikum Politik und Ästhetik bei Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal Das gemeinsame Opernwerk von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal: eine musikund kulturgeschichtliche Einordnung.

Uri Ganani Opernsängerinnen und ihr Publikum Politik und Ästhetik bei Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal

Aus dem Hebräischen übersetzt von Markus Lemke Schriftenreihe des Minerva Instituts für deutsche Geschichte Universität Tel Aviv, Bd. 33. Herausgegeben von Galili Shahar Richard Strauss (1864 –1949), deutscher Komponist, der vor allem für seine Tondichtungen und Opern bekannt wurde. Er wird zu den Romantikern gezählt, obwohl er später wirkte als diese. Umstritten war seine Rolle im Nationalsozialismus, die ihm als Kollaboration ausgelegt wurde. Hugo von Hofmannsthal (1874–1929), österreichischer Lyriker, Erzähler, Essayist und Dramatiker, bedeutender Vertreter des deutschsprachigen fin-de-siècle. Ins­besondere die Opernlibretti und Komödien haben ihre Relevanz bis heute behalten. Der Autor Uri Ganani, Kulturwissenschaftler, lebt derzeit in Berlin. 2013 Promotion an der Universität Tel Aviv, die mit dem Gilad Margalit Preis ausgezeichnet wurde. Arbeitsschwerpunkte: kultur- und literaturwissenschaftliche Berührungspunkte in der Operngeschichte; Jüdische Studien und gender studies. Stipendiat der Minerva Stiftung, des Franz Rosenzweig Forschungszentrums an der Hebräischen Universität und des Leo Baeck Instituts in Jerusalem.

ca. 250 S., brosch. ca. € 29,00 (D); € 29,90 (A) ISBN 978-3-8353-1851-9 auch als E-Book Juni   WG 1559

Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss pflegten eine langjährige und intensive künstlerische Zusammenarbeit, an deren Ende u. a. die erfolgreichen Opern Elektra (1909), Der Rosenkavalier (1911), Ariadne von Naxos (1912), Die ägyptische Helena (1928) und Arabella (1933) standen. Aus wissenschaftlicher Sicht wurde diesem Œuvre wenig Aufmerksamkeit geschenkt, wurde es doch als »seicht« kategorisiert. Uri Ganani schließt mit seiner Studie diese Lücke, indem er sich mit dem Bedeutungswandel der weib­ lichen Singstimme in dem gemeinsamen Opernwerk beschäftigt und diesen historisch kontextualisiert. In Abgrenzung zur heroischen Wagnerianischen Oper, die dem Orchester die zentrale Rolle zugeschrieben hatte (zulasten der individuellen Stimmen), gestanden Strauss und Hofmannsthal insbesondere der weiblichen Singstimme eine größere Bedeutung zu. Ihr gaben sie sowohl eine lyrische als auch eine politische Stimme. Gananis Untersuchung beschränkt sich nicht auf die textimmanente Ebene, er bezieht auch die Perspektiven der Akteure mit ein: Strauss und Hofmannsthal selbst, aber auch die der Protagonistinnen auf der Bühne sowie der Rezipienten und Rezipientinnen.


IL

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Mannheimer Anfänge Beiträge zu den Gründungsjahren des Nationaltheaters Mannheim 1777–1820 Schlaglichter auf die Anfänge einer der wichtigsten Bühnen des deutschsprachigen Theaters.

Mannheimer Anfänge Beiträge zu den Gründungsjahren des Nationaltheaters Mannheim 1777–1820 Herausgegeben von Thomas Wortmann ca. 240 S., ca. 10 Abb., geb., Schutzumschlag ca. € 26,90 (D); € 27,70 (A) ISBN 978-3-8353-3017-7 Juni   WG 1559

Als Kurfürst Karl-Theodor 1778 seinen Hof von Mannheim nach München verlegte, entschädigte er die verschmähte Residenzstadt mit einer Bühne – dem Nationaltheater. Mit den Protagonisten Schiller, Iffland, Dalberg und von Kotzebue entwickelte es sich zu einer der wichtigsten Bühnen Deutschlands. Bis heute ist das Mannheimer Nationaltheater unerlässlicher Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt und der Metropolregion Rhein-Neckar. Die Beiträge des Bandes widmen sich den Gründungsjahren des National­ theaters, beginnend mit den späten 1740er Jahren bis hin zu der national­ geschichtlich bedeutenden Ermordung des Dramatikers August von Kotzebue in den Mannheimer Quadraten 1819. Aus dem Inhalt: Alexander Košenina: »Teutschland wird in diesem jungen Mann noch einen Meister finden«. Schiller, Iffland und Mannheims Bühnenrampe Kati Röttger: Tatort Mannheim. Schillers Ideale und Kotzebues Tod Hermann Korte: Das Theaterpublikum des 18. Jahrhunderts – in Mannheim und anderswo Silke Leopold: Mannheimer Transformationen. Die Geburt der deutschen Nationaloper aus dem Geiste der opera seria

Der Herausgeber Thomas Wortmann, geb. 1983, ist Juniorprofessor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Medienästhetik an der Universität Mannheim. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts, Drama und Theater um 1800, das Theater der Gegenwart und der Film. Veröffentlichungen u. a.: Homme fragile. Männlichkeitsentwüfe in den Texten von Heinrich und Thomas Mann (Hg., 2016).


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NM

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René Zechlin Petra Kaltenmorgen

Ein neuer Blick auf die Dinge des Alltags: Künstlerische Annäherungen durch Raum und Licht. Das Sprengel Museum Hannover zeigt vom 1. April bis 16. Juli 2017 Werke von Petra Kaltenmorgen in einer Sonderausstellung.

René Zechlin Petra Kaltenmorgen

Kunst der Gegenwart aus Niedersachsen, Bd. 72. Herausgegeben von der Stiftung Niedersachsen ca. 80 S., ca. 100 farb. Abb., geb. ca. € 19,80 (D); € 20,40 (A) ISBN 978-3-8353-3028-3 März   WG 1587

Der Autor René Zechlin, geb. 1974, ist Kunsthistoriker, Kurator, Autor und Herausgeber sowie Direktor des WilhelmHack-Museums in Ludwigs­ hafen.

Petra Kaltenmorgen arbeitet als Künstlerin vornehmlich mit dem Medium der Fotografie, aber auch der Installation und Objektkunst. In ihren Arbeiten ist sie den alltäglichen Dingen auf der Spur, geht sie auf neue, die Betrachter inspirierende Weise an. »Es geht um Beziehungen, um Ferne und Nähe zu den Dingen, zum Elementaren und Einfachen. Das Bedürfnis zu verstehen, zu begreifen ist groß. Etwas ganz zu tun«, so beschreibt die Künstlerin selbst ihr Schaffen. An- wie Abwesenheit des Lichts, seine Modulationen sind im Werk von Petra Kaltenmorgen ebenso präsent wie die ruhige, gelegentlich fast melan­ cholische Gegenwart all der Dinge um uns herum.


JB

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Peter Weidhaas Das Zimmer der verlorenen Freunde Erinnerungen Peter Weidhaas erzählt sein berufliches wie nach­berufliches Leben als Direktor der Frankfurter Buchmesse.

Peter Weidhaas Das Zimmer der verlorenen Freunde Erinnerungen

ca. 364 S., ca. 24 Abb., geb., Schutzumschlag ca. € 29,90 (D); € 30,80 (A) ISBN 978-3-8353-3020-7 Januar   WG 1951

Peter Weidhaas blickt auf ein spannungsgeladenes Leben zurück. Als Jugend­ licher ein rebellischer Tramper quer durch Europa, leitete er von 1975  bis 2000 die Frankfurter Buchmesse. Mit unermüdlicher Lust am Organisieren gestaltete er somit eine der wichtigsten internationalen Kulturveranstaltungen maßgeblich mit. Seine Autobiographie ist zweigeteilt. In überarbeiteter Form werden hier Weidhaas’ Erinnerungen »Und kam in die Welt der Büchermenschen« wiederabgedruckt, die sowohl von Begegnungen mit verschiedensten Persön­ lichkeiten (wie Muhammad Ali oder Salman Rushdie) und der Auseinander­ setzung mit internationalen Literaturen als auch von den aufreibenden Heraus­ forderungen im Alltag eines erfolgreichen Kulturmanagers handeln, dem vor allem die Belange der Länder der sogenannten »Dritten Welt« am Herzen liegen. Darüber hinaus legt Weidhaas in seinen Erinnerungen Zeugnis ab über den Ausstieg aus dem Berufsleben. Ungeschminkt äußert er sich über die Unwägbarkeiten des Alterns. Weidhaas denkt nicht nur über eine Lebensphilo­ sophie ohne Gott und über Schicksalsschläge im Privaten nach, sondern bezieht Stellung zu aktuellen gesellschaftlichen Fragen wie z. B. der Digitali­ sierung der Bücherwelt. Seine Autobiographie ist ein gradliniges Plädoyer für das gedruckte Buch und das Lesen »analoger« Bücher.

Der Autor Peter Weidhaas, geb. 1938, war 25 Jahre lang Geschäftsführer der Frankfurter Buchmesse. Seit 2000 ist er Präsident der Kon­ferenz der Internationalen Buchmessen. Veröffentlichungen u. a.: Zur Geschichte der Frankfurter Buchmesse (2004). Zahlreiche Auszeichnungen: u. a. International Book Award (1999) und Bundesverdienstkreuz am Bande (2003).


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Wo ist die Zukunft geblieben? Eine Vortragsreihe der Bayerischen Akademie der Schönen Künste Wenn alle eine bessere Zukunft wollen, eine Besserung aber nicht in Sicht ist, kann etwas mit unseren Zukunftsperspektiven nicht stimmen.

Wo ist die Zukunft geblieben? Eine Vortragsreihe der Bayerischen Akademie der Schönen Künste Kleine Bibliothek der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, Bd. 9. Herausgegeben vom Präsidenten der Bayerischen Akademie der Schönen Künste Michael Krüger ca. 160 S., ca. 15, z. T. farbige Abb., geb., Schutzumschlag ca. € 18,00 (D); € 18,50 (A) ISBN 978-3-8353-1937-0 März   WG 1510

Der Herausgeber Michael Krüger, geb. 1943, war lange Jahre Geschäftsführer des Münchner Carl Hanser Verlages und ist Autor von Lyrik und Prosa, die mit bedeutenden Preisen ausgezeichnet wurden. Seit 2013 ist er Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

Die Zukunft hat schlechte Karten. Sie liegt zwar immer noch vor uns, aber keiner denkt mit Freude und hohen Erwartungen an sie. Liest man, was an der letzten Jahrtausendwende im Ton der Gewissheit von ihr erhofft wurde, wird man schamrot: keine Kriege, keine Grenzen, ein geeintes Europa, zivi­ lisiertes Internet, die Einhegung und Verbesserung der Umweltprobleme, das Nachlassen der Migrationsströme, das Ende des ungebremsten Finanzkapitalis­ mus. Die Liste ist lang und ehrenvoll – und hat sich als großer Irrtum heraus­ gestellt. Ist Prognostik nichts anderes als Wunschdenken? Da die Zukunft aber unweigerlich auf uns zukommt, wollen wir uns mit ihr befassen, bevor sie schon wieder Vergangenheit ist. Die Bayerische Akademie der Schönen Künste hat dazu eingeladen, für und mit ihr über die Zukunft nachzudenken. Mit Beiträgen von Karl Heinz Bohrer, Hans Ulrich Gumbrecht, Eva Horn, Konrad Paul Liessmann, Niklas Maak, Ijoma Mangold, Christoph Menke, Peter Michalzik, Manfred Trojahn und Harald Welzer.


PM

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Autorität im Wandel

Autorität im Wandel

Verliert das Recht zunehmend an Autorität? Ist direkte Demokratie die Lösung oder höhlen Volksentscheide die Autorität der repräsentativen Demokratie aus? Kann ein Mehr an Autorität bei der Bewältigung internationaler Krisen helfen?

Herausgegeben und mit einem Vorwort von Corinne Michaela Flick Convoco! Edition. Herausgegeben von Corinne Michaela Flick ca. 240 S., geb., Schutzumschlag ca. € 14,90 (D); € 15,40 (A) ISBN 978-3-8353-3029-0 auch als E-Book März   WG 1510

Wir sind Zeitzeugen einer wesentlichen Veränderung unserer Autoritäten. Die Herausforderungen der Welt drängen zu einem Bündel von Krisen: Die großen Flüchtlingsbewegungen, die Terroranschläge, die Krise im Euroraum und das EU-Referendum in Großbritannien. Sie alle lassen Zweifel an den Kompetenzen der existierenden Autoritäten aufkommen. Es bleibt die Frage: Bei wem liegt in der heutigen Gesellschaft die Autorität und damit die Verantwortung? Dass dies nicht einfach zu klären ist, zeigt sich in dem Wunsch, mehr Kontrolle über das eigene Leben zu bekommen. Wir begegnen ihm einerseits in den ver­ mehrten liberalistischen Volksentscheiden und andererseits in der neuen Sehn­ sucht nach Autorität, die sich im aufkommenden Nationalismus niederschlägt. Wie werden diese Strömungen unser Verständnis von Autorität beeinflussen und ändern? Mit Beiträgen u. a. von Claudia M. Buch, Clemens Fuest, Peter M. Huber, Kai A. Konrad, Peter Maurer, Rudolf Mellinghoff, Stefan Oschmann, Christoph Paulus, Wolfgang Schön und Roger Scruton.

Die Stiftung Convoco Eine Maxime von Convoco ist, heute Verantwortung für morgen zu übernehmen. Convoco will das Bewusstsein schaffen für die sich ständig verändernde moderne Welt und die Herausforderungen, die sich dadurch für die Gesellschaft ergeben. Convoco bietet Plattformen, auf denen Fragen des künftigen Miteinanders in einer immer stärker vernetzten Welt diskutiert werden. Die Herausgeberin Corinne Michaela Flick, Doppelstudium der Rechtswissenschaft und der Literaturwissenschaft mit Nebenfach Amerikanistik. Promotion zum Dr. phil. Rechtsanwältin. Gesellschafterin der Vivil GmbH und Co. KG, Offenburg. Gründerin und Vorstand der gemeinnützigen Convoco Stiftung.


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Sabine Hark Koalitionen des Überlebens Queere Bündnispolitiken im 21. Jahrhundert Sabine Hark rückt den Begriff der Verwundbarkeit als viel­ versprechenden Schauplatz für queere Koalitionen in den Blick.

Sabine Hark Koalitionen des Überlebens Queere Bündnispolitiken im 21. Jahrhundert

Hirschfeld-Lectures, Bd. 11. Herausgegeben von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld ca. 72 S., Klappenbroschur ca. € 9,90 (D); € 10,20 (A) ISBN 978-3-8353-3041-2 April   WG 1726

Die Autorin Sabine Hark, geb. 1962, ist Professorin für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechter­ forschung an der TU Berlin. Veröffentlichungen u. a.: Anti-Genderismus. Sexualität und Geschlecht als Schauplätze aktueller politischer Auseinandersetzungen (Mithg., 2015); Dissidente Partizipation. Eine Diskursgeschichte des Feminismus (2005); Deviante Subjekte. Die paradoxe Politik der Identität (1999); Freundschaft unter Vorbehalt: Chancen und Grenzen lesbisch-schwuler Bündnisse (Mithg., 1997).

Hass, Verletzung und Gewalt prägen zunehmend das gesellschaftliche Mit­ einander. Neue Formen der Sozialität müssen gefunden werden, um dagegen­ zusteuern. Sabine Hark fragt vor diesem Hintergrund nach Quellen, Möglich­ keiten und Herausforderungen für queere Koalitionen im 21. Jahrhundert. Sie rückt dafür den Begriff der Verwundbarkeit in den Vordergrund. Denn es ist gerade die ungleich verteilte Verletzlichkeit, die uns trennt und doch zugleich den vielversprechenden Schauplatz für neue Allianzen darstellt. Wenn das Ziel ist, eine Welt zu erfinden, in der die Unterschiedlichkeit aller Menschen, auch in ihrer Körperlichkeit, eine Gemeinschaft produzieren kann, so gilt es zunächst, ein kritisches Wissen davon zu produzieren, wie Gewalt gegen manche Körper gerichtet wird und nicht gegen andere.


SD

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Barbara Korte Geheime Helden Spione in der Populärkultur des 21. Jahrhunderts Spione – Figuren der kritischen Verhandlung von Helden und Heldentum in der populären Kultur der Gegenwart.

Barbara Korte Geheime Helden Spione in der Populärkultur des 21. Jahrhunderts

Figurationen des Heroischen, Bd. 4. Herausgegeben von Ralph von den Hoff ca. 96 S., ca. 4 Abb., Klappenbroschur ca. € 12,90 (D); € 13,30 (A) ISBN 978-3-8353-1944-8 März   WG 1562

Spione sind spätestens seit dem Kalten Krieg problematische Helden: Ihre Handlungen finden im Geheimen statt, abseits der Öffentlichkeit, für deren Sicherheit sie agieren. Die Ethik ihres Handelns ist streitbar, denn sie kämpfen mit den gleichen trügerischen und schmutzigen Mitteln wie ihre Gegner und können von diesen Gegnern ›gedreht‹ werden. In ihrem prägnanten Essay beschreibt Barbara Korte Spione als Kipp­ figuren, die Grauzonen und Grenzlinien des Heroischen erkennbar machen. Sie eignen sich für eine kritische Betrachtung von Vorstellungen über Helden und Heldentum, aber auch für einen Blick auf Praktiken der Spionage – eine in Zeiten der umfangreichen Überwachung durch Geheimdienste sehr aktuelle Frage, die die gegenwärtige Konjunktur des Spionagegenres nach 9/11 erklärt. Nach einem Blick auf wichtige Traditionslinien widmet sich Barbara Korte populären Darstellungen von Geheimagenten im 21. Jahrhundert in Literatur, Film und Fernsehen. Im Mittelpunkt steht dabei die britische Kultur, in der die Fiktion des Spions ihre Ursprünge hat und die mit James Bond einen der weltweit populärsten »geheimen Helden« hervorbrachte.

Die Autorin Barbara Korte ist Professorin für Anglistik (Literatur- und Kulturwissenschaft) an der Universität Freiburg. Veröffentlichungen u. a.: Represented Reporters: Images of War Correspondents in Memoirs and Fiction (2009); Der Erste Weltkrieg und die Mediendiskurse der Erinnerung in Großbritannien: Autobiographie – Roman – Film, 1919 –1999 (2005); Bidding for the Mainstream? Black and Asian Film in Britain since the 1990s (2004). The Short Story in Britain: A Historical Sketch and Anthology (2003).


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Wissenschaftsgeschichte

DB

Medizinisches Gutachten Geschichte einer neuzeitlichen Praxis

Medizinische Begutachtung als wissendes Handeln vom 16. bis ins 20. Jahrhundert.

Medizinisches Gutachten Geschichte einer neuzeitlichen Praxis Herausgegeben von Alexa Geisthövel und Volker Hess ca. 368 S., ca. 10 Abb., geb., Schutzumschlag ca. € 32,90 (D); € 33,90 (A) ISBN 978-3-8353-3000-9 Mai   WG 1559

Die Herausgeber Alexa Geisthövel, geb. 1969, ist Historikerin und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt »Ways of Writing. How Physi­cians Know« (Wege des ärzt­lichen Wissens) am Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin, Charité Universitätsmedizin Berlin. Sie beschäftigt sich unter anderem mit der Medizingeschichte der Sozialversicherungen und der Geschichte der Psychosomatischen Medizin in Deutschland. Volker Hess, geb. 1962, lehrt und forscht an der Berliner Charité über die Geschichte medizinischer Praktiken, die Wirkungsgeschichte neuer Arzneimittel und die urbanen Kulturen des Wahnsinns. Er leitete und leitet verschiedene kooperative Forschungsprojekte, zur Zeit die vom European Research Council geförderte Forschungsgruppe »Ways of Writing. How Physicians Know« (Wege des ärztlichen Wissens).

Wie kam jemand zu Tode? Ist ein bestimmtes Arzneimittel wirksam und unge­ fährlich? Hat ein Versicherter Anspruch auf eine Unfallrente? Seit der Frühen Neuzeit gehört die Begutachtung zum Repertoire ärztlicher Tätigkeiten, ob vor Gericht, in Form von Sachgutachten oder bei Aufgaben des Gemeinwesens. Die Beiträgerinnen und Beiträger widmen sich erstmals systematisch dieser ver­ breiteten, in der historischen Forschung aber wenig beachteten Praxis, die der Vorbereitung informierter Entscheidungen in Justiz, Verwaltung und Politik dient. Sie verfolgen das Gutachten als eine Form des wissenden Handelns vom 16. bis zum 20. Jahrhundert. Am Beispiel der Medizin arbeiten sie heraus, dass ein Gutachten keineswegs nur Fachwissen in einen fachfremden Entschei­ dungszusammenhang überträgt. Vielmehr wirkt das Anwendungsfeld auf die Mobilisierung, Generierung und Strukturierung von Wissen zurück. Diese allgemeinere Perspektive macht den Band nicht nur für die Medizin- und Wis­ senschaftsgeschichte relevant, sondern auch für andere Disziplinen. Mit Beiträgen von Astrid Albert, Alix Cooper, Heiner Fangerau, Alexa Geisthövel, Urs Germann, Volker Hess, Axel C. Hüntelmann, Saskia Klerk, Sebastian KnollJung, Stephanie Langer, Martin Lengwiler, Thomas Mayer, Andrew Mendelsohn und Irmgard Müller.


CW

Wissenschaftsgeschichte

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Literaturwissenschaften in Frankfurt 1914 –1945

Literaturwissenschaften in Frankfurt 1914 –1945

Ausgewählte Germanisten und Romanisten von der Universitätsgründung bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs – zum hundertjährigen Jubiläum der Universität Frankfurt neu in den Blick genommen.

Herausgegeben von Frank Estelmann und Bernd Zegowitz Schriftenreihe des Frankfurter Universitätsarchivs, Bd. 8. Herausgegeben von Notker Hammerstein und Michael Maaser ca. 392 S., brosch. ca. € 29,90 (D); € 30,80 (A) ISBN 978-3-8353-1993-6 April   WG 1562

Nach ihrer Gründung 1914 war die Universität Frankfurt am Main ein Anlauf­ punkt abseits der etablierten Traditionsuniversitäten. Auch Germanisten und Romanisten folgten dem Ruf dorthin und prägten in den kommenden Jahr­ zehnten auf vielfältige Weise das universitäre Leben. Die in dem Band ver­ sammelten Tagungsbeiträge untersuchen die intellektuellen Biografien einer Reihe von Literaturwissenschaftlern, die zwischen 1914 und dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Frankfurt als Romanisten und Germanisten tätig waren. Immer spiegelte ihr Handeln dabei auch den politisch-gesellschaftlichen Wandel wider. Die Beiträge u. a. zu Friedrich Panzer, Julius Petersen, Matthias Friedwag­ ner, Helmut Anthony Hatzfeld, Leo Löwenthal und Max Kommerell erlauben Einblicke in die Geschichte der wissenschaftlichen Disziplinen Germanistik und Romanistik. Sie beleuchten darüber hinaus aber auch den Universitäts­ alltag an der Universität Frankfurt. Aus dem Inhalt: Olaf Müller: Epochenstil und Nationalstereotyp. Helmut Anthony Hatzfelds romanistische Arbeiten zwischen Erstem Weltkrieg und Exil Klaus Reichert: Glanz und Elend der Philologie an der Universität Frankfurt. Von der Literatur zur Theorie und wieder zurück Ulrich Wyss: Habilitation in Frankfurt (1930): Max Kommerell

Die Herausgeber Frank Estelmann, geb. 1970, Akademischer Oberrat am Institut für Romanische Sprachen und Literaturen. Veröffentlichungen u. a.: Entgrenzung. Beiträge zur romanistischen Wissenschaftsgeschichte (Mithg., 2003) Bernd Zegowitz, geb. 1967, Außerplanmäßiger Professor am Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik. Veröffentlichungen u. a.: Literatur im Umfeld der Frankfurter Paulskirche 1848/49 (Mithg., 2013)


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PM

Über Literatur

Vom Rätsel ein Stück Beiträge zum Werk des Dichters Rainer Malkowski

»Einer der besten Dichter seiner Generation« (Michael Krüger). Erstmals grundlegende Erörterungen zum Werk Rainer Malkowskis.

Vom Rätsel ein Stück Beiträge zum Werk des Dichters Rainer Malkowski Herausgegeben von Waldemar Fromm und Holger Pils ca. 256 S., Klappenbroschur ca. € 19,90 (D); € 20,50 (A) ISBN 978-3-8353-3032-0 März   WG 1563 Rainer Malkowski geb. 1939 in Berlin. Malkowski widmete sich nach erfolgreicher Tätigkeit in der Werbung seit 1972 dem Schreiben von Gedichten. Er lebte bis 2003 in Brannenburg am Inn. Für sein Werk wurde er mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter der Leonce-und-Lena-Preis (1976) und der Joseph-Breitbach-Preis (1999). Die Herausgeber Waldemar Fromm, geb. 1961, Akademischer Direktor und apl. Professor für Neuere deutsche Literatur. Veröffentlichungen u. a.: Neue Perspektiven auf das Werk von Christian Morgenstern (Mithg., 2017). Holger Pils, geb. 1976, ist Geschäftsführer der Stiftung Lyrik Kabinett in München. Zuvor war er Leiter des Budden­ brookhauses in Lübeck. Er ist Reihenherausgeber der »Münchner Reden zu Poesie« und der »Zwiesprachen«. Veröffentlichungen u. a.: Liebe ohne Glauben. Thomas Mann und Richard Wagner (Hg., 2011).

1975 veröffentlichte Rainer Malkowski seinen ersten Gedichtband »Was für ein Morgen«, der die Kritik überraschte und begeistert aufgenommen wurde. Es folgten acht weitere Gedichtbände, die ihn heute als eine der wichtigsten lyrischen Stimmen der folgenden Jahrzehnte erscheinen lassen. Charakte­ ristisch ist sein klarer Ton, der jede Hermetik abwehrt. Dabei sind die Gedichte nie schlicht, sie verbergen nicht die Brüche, sie wehren das Zu-Ein­ fache ab. Sie sind skeptisch, meiden das Pathetische, setzen dafür auf die außerordentliche Genauigkeit des Beobachtens, mit dem alles Nachdenken und Dichten bei Rainer Malkowski beginnt. Eine literaturwissenschaftliche Betrachtung des Werkes stand bisher aus. Die Beiträge des Bandes bieten neben zwei grundlegenden poetologischen Texten von Malkowski erstmals umfassende Analysen von Literaturwissen­ schaftlern, Reflexionen seiner Übersetzer und literarische Würdigungen durch andere Dichter. Mit Beiträgen von Ali Abdollahi, Gabriele von Bassermann, Thomas Betz, Nico Bleutge, Gino Chiellino, Theo Elm, Walter Hettche, Angela Krauß, Michael Krüger, Nadja Küchenmeister, Markus May, Norbert Miller und Wulf Segebrecht.


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Über Literatur

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Paperworks Literarische und kulturelle Praktiken mit Schere, Leim, Papier

Paperworks Literarische und kulturelle Praktiken mit Schere, Leim, Papier Herausgegeben von Irmgard M. Wirtz und Magnus Wieland

Paperworks – das sind (Schreib-)Arbeiten sowohl auf als auch mit Papier. Vor allem aber sind es Prozesse, bei denen das Papier als Material und Medium produktiv mitwirkt.

Beide Seiten – Autoren und Wissenschaftler im Gespräch, Bd. 5. Herausgegeben vom Schweizerischen Literaturarchiv ca. 208 S., ca. 40, z. T. farbige Abb., Klappenbroschur ca. € 18,90 (D); € 19,50 (A) ISBN 978-3-8353-3033-7 März   WG 1562 Vertrieb in der Schweiz über den Chronos Verlag

Schreiben auf Papier war lange Zeit so selbstverständlich, dass es kaum eigens beachtet wurde. Erst durch die Digitalisierung treten die spezifischen, litera­ rischen und kulturellen Praktiken im Umgang mit diesem Beschreibstoff deut­ licher hervor. Es zeigt sich dabei, wie das Papier oft nicht als neutrale Schreib­ fläche fungiert, sondern bestimmte Interaktionen hervorrufen, stimulieren oder auch behindern kann. Umgekehrt tendieren manche Autorinnen und Autoren dazu, Papier nicht allein als Aufzeichnungsmedium zu verwenden, sondern es im Schreibprozess auch materiell – mit Einsatz von Schere und Leim – zu bearbeiten, was zu dynamischen und mehrdimensionalen Text­ genesen führt. Die Beiträge dieses Bandes untersuchen die Produktivität des Papiers in seinen materiellen und symbolischen Valenzen anhand exemplarischer Fall­ studien zu einzelnen Papierarbeitern und ihren pratiques du papier. Mit Beiträgen von Regula Bigler, Wolfram Groddeck, Stephan Kammer, Markus Krajewski, Andreas Langenbacher, Marie Millutat, Walter Morgenthaler, Bettina Mosca-Rau, Gisela Steinlechner, Juliane Vogel und Uwe Wirth sowie mit exklusiven Paperworks von Eugen Gomringer, Felix Philipp Ingold und Birgit Kempker.

Die Herausgeber Irmgard M. Wirtz, Leiterin des Schweizerischen Literaturarchivs in Bern. Magnus Wieland, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Schweizerischen Literaturarchiv in Bern.


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JB

Über Literatur

›Complicirte mannigfache Harmonie‹ Erinnerungen an Eberhard Lämmert

Eberhard Lämmert: Literaturwissenschaftler, Universitätspräsident, Wissenschaftspolitiker. Stationen seines Lebens aus fünf persönlichen Perspektiven.

›Complicirte mannigfache Harmonie‹ Erinnerungen an Eberhard Lämmert Herausgegeben von Eva Geulen Göttinger Sudelblätter. Herausgegeben von Thorsten Ahrend und Thedel v. Wallmoden ca. 56 S., brosch. € 12,90 (D); € 13,30 (A) ISBN 978-3-8353-3019-1 Januar   WG 1563

Eberhard Lämmert (1924 –2015) promovierte 1952 mit »Bauformen des Erzählens«, das zu den bedeutendsten Werken der deutschen Nachkriegsgermanistik zählt. Er war lange Jahre Professor für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der FU Berlin, von 1976 bis 1983 deren Präsident. Wissenschaftspolitisch weiterhin aktiv, gründete er u. a. 1992 das Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin. Die Herausgeberin Eva Geulen, geb. 1962, Direk­ torin des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung Berlin und Professorin für europäische Kultur- und Wissensgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Veröffentlichungen u. a.: Aus dem Leben der Form. Goethes Morphologie und die Nager (2016); Giorgio Agamben zur Einführung (2005); Das Ende der Kunst. Lesarten eines Gerüchts nach Hegel (2002).

Aus fünf kurzen Texten erwächst ein eindrückliches Bild von Eberhard Läm­ merts Leben und Wirken – und ein faszinierendes Porträt deutsch-deutscher (Wissenschafts-)Geschichte. Als Literaturwissenschaftler und Präsident der Freien Universität Berlin wurde Lämmert während der Studentenrevolten der 1960er Jahre zu einem maßgeblichen politischen Akteur. Unvergessen seine Rede auf dem Münchner Germanistentag 1966, in der er die strukturelle Verquickung des Fachs Germanistik im Nationalsozialismus aufdeckte. Ebenfalls unvergessen sein Auftritt im Prozess vor dem Berliner Landgericht 1967, bei dem sein Gutachten zum Freispruch von Rainer Langhans und Fritz Teufel beitrug. Nach der Wende war Lämmert Gründungsdirektor des Berliner Zentrums für Literatur­ forschung, mit dem es ihm gelang, west- und ostdeutsche Wissenschaftler unter einem Dach zu versammeln. Zugleich Grenzgänger und Traditionsbewahrer, richtete Lämmert seine literaturwissenschaftliche Arbeit stets an der jeweiligen Gegenwart aus, den Vorgang des Erzählens verstand er als universelle kulturelle Praxis. Scharf­ sinnig, liberal, fröhlich und empathisch – die Beiträge sind eine Hommage an einen Geschichte schreibenden Literaturwissenschaftler und Menschen.


JB

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Dirk von Petersdorff In der Bar zum Krokodil Lieder und Songs als Gedichte Wenn Bob Dylan den Literaturnobelpreis erhält, dann kommt dieses Buch zur richtigen Zeit. Dirk von Petersdorff In der Bar zum Krokodil Lieder und Songs als Gedichte

Kleine Schriften zur literarischen Ästhetik und Hermeneutik, Bd. 9. Herausgegeben von Wolfgang Braungart und Joachim Jacob ca. 120 S., brosch., ca. € 14,90 (D); € 15,40 (A) ISBN 978-3-8353-3022-1 auch als E-Book März   WG 1562

Dirk von Petersdorff liest Lieder und Songs als Gedichte. Sie sind »leicht« und »einfach«, wie schon Herder feststellte, gehen aus der »reichen und für alle fühlbaren Natur hervor« und verbinden Sprache und Musik. Lieder und Songs sind in Lebensvollzüge eingebunden, und gerade in ihrer Einfachheit können sie komplizierte Gefühlszustände ausdrücken. Dirk von Petersdorff untersucht drei Phasen der Geschichte des Lieds: Die Romantik von Clemens Brentanos Erfindungen alter Lieder bis zu Hein­ rich Heines Selbstparodien; die 1920er Jahre mit dem Witz der Comedian Harmonists, den Liebesexperimenten Marlene Dietrichs und den vielen Stim­ men der Dreigroschenoper; die Gegenwart seit den 1970er Jahren von Udo Lindenbergs Wiedereinsatz, über die skeptischen Songs von Tocotronic bis zu den Erkundungen eines ungesicherten Ich bei Sven Regener, Judith Holofernes oder im Rap. Immer geht es um die Form von Liedern, also um ihre Rhythmik oder den Einsatz von Reimen, aber ebenso um den historischen Zusammen­ hang, in dem sie entstehen. Der Lyriker und Literaturwissenschaftler zeigt, dass die Songwriter selbst ein Bewusstsein von der Geschichte des Lieds besitzen, dass sie um ihre Vorläufer wissen und deren Lieder weitersingen.

Der Autor Dirk von Petersdorff, geb. 1966, Lyriker und Literaturwissenschaftler. Veröffentlichungen u. a.: Sirenenpop. Gedichte (2014); Wie schreibe ich ein Gedicht? (2013). Auszeichnungen u. a.: Kleist-Preis (1998), Fellow am Wissenschaftskolleg (2011), Writer in Residence an der Washington University St. Louis (2013), Tübinger Poetik-Dozentur (2013).


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Über Literatur

Karl S. Guthke Goethes Reise nach Spanisch-Amerika Weltbewohnen in Weimar Ein wichtiger Beitrag zu Goethes ›Weltkunde‹: Goethes Lektüren zu Spanisch-Amerika.

Karl S. Guthke Goethes Reise nach Spanisch-Amerika Weltbewohnen in Weimar

Kleine Schriften zur Aufklärung, Bd. 18. Herausgegeben von der Lessing-Akademie Wolfenbüttel ca. 80 S., ca. 11 Abb., Klappenbroschur ca. € 19,00 (D); € 19,60 (A) ISBN 978-3-8353-1983-7 Januar   WG 1563

Der Autor Karl S. Guthke, geb. 1933, lehrt seit 1956 in Nordamerika, seit 1968 ist er Professor für Deutsche Literatur an der Harvard Universität. Veröffentlichungen u. a.: Sprechende Steine. Eine Kulturgeschichte der Grabschrift (2006); Goethes Weimar und ›Die große Öffnung in die weite Welt‹ (2001); Der Blick in die Fremde: Das Ich und das andere in der Literatur (2000).

Goethe hatte ein lebhaftes Gespür für »die große Öffnung in die weite Welt« um 1800. Seine Hauptquelle für Informationen über die außereuropäischen Kontinente waren von 1814 bis 1829 die (unveröffentlichten) ausführlichen Referate des Londoner »Korrespondenten« J. C. Hüttner über neuere englische Bücher zur Völker- und Landeskunde. Goethe »studierte« sie intensiv und bestellte für die Weimarer Bibliothek die Bücher, die ihn interessierten im Hinblick auf die »globale Bildung«, die an der Zeit war. Dazu gehörten zahl­ reiche Werke über Spanisch-Amerika, die er dann als erster in die Hand bekam, z. T. im Tagebuch erwähnte und übersetzen ließ. Was faszinierte ihn an Hüttners Berichten so sehr, daß er die betreffenden Bücher (im Unterschied zu anderen) für lesenswert hielt? Welches Bild gewann er von der Weltgegend, die in den Jahren der dortigen Revolution stark im Gespräch war? Landschaf­ ten, Klima, Flora und Fauna wurden ihm, auch durch Illustrationen, in diesen Büchern greifbar nahegebracht, ebenso die Lebensweise der »Wilden« sowie die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse im Wandel von Kolonien zu Republiken. Was er so erfuhr, regte sein Nachdenken an über ihm wichtige Themen wie »Die Stimme der Menschlichkeit – es hört sie jeder?« und »Amerika, du hast es besser?«. Ein sachnah ergiebiger Beitrag zu Goethes »Weltkunde«, die seit langem erhebliches Interesse findet.


MC

Über Literatur

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Young-Ae Chon »Sich erbittend ew’ges Leben« Sieben Essays zu Goethes »West-östlichem Divan«

Young-Ae Chon »Sich erbittend ew’ges Leben« Sieben Essays zu Goethes »West-östlichem Divan«

Eine Annäherung an Goethes »West-östlichen Divan« vom Fernen Osten her durch die koreanische Literaturwissenschaftlerin und Lyrikerin Young-Ae Chon.

Mit einem Vorwort von Jochen Golz Schriften der GoetheGesellschaft, Bd. 77. Herausgegeben von Jochen Golz ca. 208 S., ca. 30 Abb., geb., Schutzumschlag ca. € 24,00 (D); € 24,70 (A) ISBN 978-3-8353-3026-9 Mai   WG 1118

Young-Ae Chon, Professorin an der Universität in Seoul, gehört zu den profilier­ testen Germanisten ihres Heimatlandes. Sie ist mit zahlreichen Studien zur deutschen Literatur hervorgetreten, hat eine Reihe von Übersetzungen deut­ scher Dichtung ins Koreanische vorgelegt und sich auch als Lyrikerin einen Namen gemacht. Für ihre Verdienste um die Vermittlung deutscher und fern­ östlicher Kultur erhielt sie 2011 die höchste Auszeichnung der Goethe-Gesell­ schaft in Weimar, die Goldene Goethe-Medaille. Ihre Essays zu Goethes »West-östlichem Divan«, den sie selbst ins Korea­ nische übersetzt hat, sind ein Spiegel ihres profunden Wissens wie ihrer Sensitivität für poetische Texte. Erkundet werden die realen wie imaginären Reisewege, die Goethe zu seinen Gedichten inspiriert haben. So wird dem Leser ein Zugang zu Goethes morgenländischer Poesie eröffnet, wie es nur einer genuinen Dichterin aus einem anderen Kulturraum gelingen kann.

Die Autorin Young-Ae Chon, geb. 1951, ist Lyrikerin, Professorin für deutsche Literatur an der Seoul National University und ehe­ malige Präsidentin der Korea­ nischen Goethe-Gesellschaft. Veröffentlichungen zu Goethe, Kafka, Celan und zeitgenössischer Lyrik. Übersetzungen u. a. von Goethes Lyrik sowie »Dichtung und Wahrheit«, »Faust« und eigener Lyrik in koreanischer und deutscher Sprache.


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AK

Über Literatur

Paul Raabe Spaziergänge durch Goethes Weimar

Der unentbehrliche Begleiter für alle Weimar-Reisenden. Jetzt in überarbeiteter Neuausgabe.

Paul Raabe Spaziergänge durch Goethes Weimar

ca. 240 S., ca. 180 Abb., brosch. ca. € 16,90 (D); € 17,40 (A) ISBN 978-3-8353-1800-7 März   WG 1951

Der Autor Paul Raabe (1927 – 2013) war Literatur- und Buchhistoriker. Von 1958 bis 1968 leitete er die Bibliothek des Deutschen Literaturarchivs Marbach, bevor er 1968 –1992 Direktor der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel wurde. Danach war er bis 2000 Direktor der Franckeschen Stiftungen in Halle an der Saale. 2006 wurde ihm die Karl-Preusker-Medaille, 2013 die LeibnizMedaille verliehen, 2012 wurde er zum Ehrenmitglied der Kulturpolitischen Gesellschaft ernannt. Er war Ehrenbürger der Stadt Wolfenbüttel und der Stadt Halle (Saale).

Wo begegnete Goethe Christiane Vulpius, seiner späteren Frau? Wo wohnte Friedrich Schiller? In wen verliebte sich Franz Kafka, als er Weimar besuchte? Wo logierte Thomas Mann, Rainer Maria Rilke oder Thomas Wolfe? Und wo lebten und arbeiteten Wassily Kandinsky, Paul Klee und Oskar Schlemmer? Auf fünf Spaziergängen führt Paul Raabe durch das Weimar der vergange­ nen 250 Jahre: Erkundungen berühmter, oft vergessener oder verdrängter Orte. Wohnungen und Häuser, Gärten, Hotels und Museen, Adelssitze in Weimars Umgebung.


JB

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Wilfried Barner »Laut denken mit einem Freunde«. Lessing-Studien Gesammelte Studien des bedeutenden Lessing-Forschers Wilfried Barner.

Wilfried Barner »Laut denken mit einem Freunde«. Lessing-Studien

Herausgegeben von Kai Bremer ca. 452 S., ca. 12 Abb., geb., Schutzumschlag ca. € 29,90 (D); € 30,80 (A) ISBN 978-3-8353-1905-9 März   WG 1563

Zentrum der Studien des 2014 verstorbenen Göttinger Germanisten Wilfried Barner war seit den 1970er Jahren Gotthold Ephraim Lessing. Barner hat federführend ein Arbeitsbuch zu Lessing entwickelt, das sechs Auflagen erlebte und dessen Konzept einer ganzen Reihe von Autoren-Büchern Vorbild war. Seit 1985 war er außerdem Herausgeber der zwölfbändigen LessingAusgabe im Deutschen Klassiker Verlag, die 2003 abgeschlossen wurde. Barner hat Lessing als einen äußerst eigenständigen Autor begriffen, der sich – ausgehend von seinem akademisch-gelehrten Fundament – hochreflek­ tiert im literarischen Leben seiner Zeit positioniert und sich sein Publikum regelrecht erschreibt. Um dies zu zeigen, hat Barner den Schriftsteller Lessing sozialhistorisch kontextualisiert und rezeptionsästhetisch untersucht.

Der Autor Wilfried Barner (1937 –2014) war Professor für Neuere deutsche Literatur an den Universitäten Tübingen und Göttingen und Mitglied mehrerer Akademien. Er ist Hauptherausgeber der Werke und Briefe Lessings im Deutschen Klassiker Verlag. Veröffentlichungen u. a.: Geschichte der deutschen Literatur von 1945 bis zur Gegenwart (Hg., 2006); Goethe und Lessing. Eine schwierige Konstellation (2001); Von Rahel Varnhagen bis Friedrich Gundolf. Juden als deutsche Goethe-Verehrer (1992); Produktive Rezeption. Lessing und die Tragödien Senecas (1973). Der Herausgeber Kai Bremer, geb. 1971, ist Institutskoordinator am Institut für Germanistik der Universität Gießen, Vorstandsmitglied der Internationalen Heiner Müller Gesellschaft und Autor von nachtkritik.de. Veröffentlichungen u. a.: Postskriptum Peter Szondi (2016); Über »Die Sonette an Orpheus« von Rilke (zus. mit Christoph König, 2015); Konjektur und Krux (Mithg., 2010).


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Über Literatur

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Reimar F. Lacher »Friedrich, unser Held« – Gleim und sein König In fünf, mit Bild- und Textquellen aus den Sammlungen des Gleimhauses versehenen Kapiteln beleuchtet die Studie die Friedrich-Verehrung Gleims und weiterer Dichter.

Reimar F. Lacher »Friedrich, unser Held« – Gleim und sein König

Schriften des Gleimhauses Halberstadt, Bd. 9

Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719 –1803) verhalf als junger Dichter der scherzhaften Dichtung zum Durchbruch und erlangte in der Zeit des Siebenjährigen Kriegs mit seinen »Preußischen Kriegsliedern« Popularität. In der zweiten Hälfte seines Lebens war er insbesondere als Sammler, Netzwerker und Mäzen eine Instanz im literarischen Leben. Seit 1747 war er als Sekretär des Domstifts in Halberstadt tätig. Wie kein zweiter verkörpert er bis heute die Freundschaftskultur der Aufklärung. Der Autor Reimar F. Lacher, geb. 1969, studierte Sprachwissenschaft, Rhetorik und Kunstgeschichte in Tübingen und Berlin. Er arbeitete u. a. für Museen und Verlage in Berlin und ist seit 2007 wissenschaftlicher Mit­ arbeiter des Gleimhauses in Halberstadt. Sein Arbeitsgebiet ist die deutsche Kunst und Kultur des 18. und 19. Jahr­ hunderts. Veröffentlichungen u. a.: Von Mensch zu Mensch. Por­ trätkunst und Porträtkultur der Aufklärung (Hg., 2010); Friedrich Georg Weitsch. Maler – Kenner – Akademiker (2005).

ca. 160 S., ca. 70 farbige Abb., bedruckter Bezug ca. € 19,90 (D); € 20,50 (A) ISBN 978-3-8353-3031-3 März   WG 1951

Die enthusiastische Verehrung Friedrichs II. war neben dem Freundschafts­ kult, dem Dichten und dem Sammeln ein wesentliches Lebensmotiv Johann Wilhelm Ludwig Gleims. Auch in seinem literarischen Schaffen war sie von bedeutender Wirkung. Bis in das 20. Jahrhundert hinein beruhte der Ruhm des Halberstädter Dichters maßgeblich auf seinen patriotischen Dichtungen zum Siebenjährigen Krieg, die 1758 von Lessing unter dem Titel »Preußische Kriegslieder« herausgegeben wurden. Allerdings begegnete man ihm auf­ grund dieses Teils seines Schaffens auch häufig reserviert. Schwerpunkte des Bandes: Entstehung und Form der patriotischen Dich­ tungen Gleims und dessen Rolle als »preußischer Grenadier«; die Kriegsereig­ nisse in Mitteldeutschland und die Kriegserfahrungen Gleims; das Konzept des Helden und die Idolisierung des Königs; die Entwicklung der deutschen Literatur und deren Geringschätzung seitens des Königs.


DB

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Phänomene des Performativen in der Lyrik Systematische Entwürfe und historische Fallbeispiele Von der konkreten SlamPerformance über spezifische Gedichtstrukturen und historische Sprechtechniken bis hin zur sozialen Performativität lyrischer Texte.

Phänomene des Performativen in der Lyrik Systematische Entwürfe und historische Fallbeispiele Herausgegeben von Anna Bers und Peer Trilcke ca. 288 S., ca. 10 Abb., brosch. ca. € 24,90 (D); € 25,60 (A) ISBN 978-3-8353-1998-1 März   WG 1562

Aus dem Inhalt: Anna Bers und Peer Trilcke: Lyrik und Phänomene des Performativen Anneka Metzger: Der Performanz entkommst du nicht Claudia Hillebrandt: Lautstruktur und emotionaler Ausdruck Lydia Christine Michel: Strukturelle und funktionale Performativität der Lyrik Peter Rühmkorfs Wiebke Vorrath: Zur Performativität von Hörlyrik Julia Novak: Körperbedeutung und Performativität in Lyrik-Performances Annie Rutherford: Parodie, Dialog und subversive Erzählerinnen Niels Penke: Bemerkungen zur textuellen und performativen Identitätskon­ struktion in Songtexten am Beispiel der Band Frei.Wild Paula Wojcik: Zum performativen Potenzial von Balladen in der Hoch- und Popkultur Rüdiger Singer: Lyrik und der implizite Rezitator Christine Künzel: Performing Poetry Swantje Lichtenstein: Konzept, Performanz und Poesie. Fünf Fragen an Mar­ tina Hefter, Nancy Hünger, Carolin Callies, Gesa Husemann, Ricardo Domeneck und Brigitte Oleschinski

Die Herausgeber Anna Bers, geb. 1985, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Neuere Deutsche Literatur der Germanistik an der Universität Göttingen. 2016 Promotion über zwei Gedichtgruppen aus dem Spätwerk Goethes. Neuere Arbeiten und Projekte befassen sich u. a. mit der Kategorie der Authen­ tizität in Popmusik und Museologie. Peer Trilcke, geb. 1981, ist Juniorprofessor für deutsche Literatur des 19. Jahrhunderts an der Universität Potsdam. Von 2006 bis 2016 war er wissenschaft­licher Mitarbeiter am Seminar für Deutsche Philologie in Göttingen. 2012 Promotion über Gegenwartslyrik. Veröffentlichungen u. a.: Geschichtslyrik. Ein Kompen­ dium (Mithg., 2013).


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Über Literatur

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Netzliteratur im Archiv Erfahrungen und Perspektiven

Seit Beginn der 1990er Jahre wird im Internet Literatur produziert – eine Bestands­ aufnahme.

Netzliteratur im Archiv Erfahrungen und Perspektiven Herausgegeben von Jutta Bendt marbacher schriften, neue folge, Bd. 14. Herausgegeben von Ulrich Raulff, Ulrich von Bülow und Marcel Lepper ca. 88 S., ca. 14 Abb., brosch. ca. € 12,90 (D); € 13,30 (A) ISBN 978-3-8353-1999-8 März   WG 1562

Die Herausgeberin Jutta Bendt, geb. 1955, ist seit 2001 Leiterin der Bibliothek des Deutschen Literaturarchivs Marbach. Neben zahlreichen bibliotheks- und buchwissenschaftlichen Beiträgen und Rezensionen hat sie über fast vergessene Autorinnen und Autoren publiziert: Ricarda Huch, Friedrich Wilhelm Hackländer, Isolde Kurz.

Mit dem ersten Webbrowser WorldWideWeb besteht seit Beginn der 1990erJahre ein neuer Ort für Literatur. Die Beiträgerinnen und Beiträger geben einen historischen Rückblick und informieren über technisch-bibliografische Lö­ sungen, die Dramaturgie hypermedialer Gestaltung, benachbarte Gattungen und Perspektiven für die Forschung. Aus dem Inhalt: Johannes Auer: Vom Web 1.0 zum Postinternet Steffen Fritz: Von Spidern und Baggern Elisabeth Sporer: Was ist eine Autorenhomepage? Renate Giacomuzzi: Überlegungen zur Typologie von Autorenhomepages Frank Klötgen: Die Endlose Liebe in aller Kürze Stephanie Kuch: Netzliteratur & Metadaten Jörg Schuster: Vom Experiment zur Massenkommunikation. Perspektiven der Netzliteratur in Forschung und Studium


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Medienphilologie Konturen eines Paradigmas

Die Beiträge untersuchen Medien und Akteure einer vergangenen und gegen­ wärtigen philologischen Kultur.

Medienphilologie Konturen eines Paradigmas Herausgegeben von Friedrich Balke und Rupert Gaderer ca. 328 S., ca. 30 Abb., geb., Schutzumschlag ca. € 24,90 (D); € 25,60 (A) ISBN 978-3-8353-3042-9 auch als E-Book Mai   WG 1744

Seit der Entstehungszeit der Philologie und ihrer Institutionalisierung im 19. Jahrhundert sind philologische Operationen in zeitgenössischen Medien­ systemen verankert: Forschungs- und Bildungsanstalten wie Universitäten, Bibliotheken, Archive, Museen oder Schulen produzieren das Erkenntnisinter­ esse der Philologie: Texte. Die Philologie im klassischen Sinn ist Sammlung, Editierung, Kommentierung und Archivierung textueller Artefakte, um sie für potenzielle Leserinnen und Lesern verfügbar zu machen. Die Beiträgerinnen und Beiträger setzen sich zum Ziel, diesen Kompetenz­ bereich der Philologie kritisch zu hinterfragen. Sie machen nicht lediglich Texte, sondern auch Medien und Akteure einer vergangenen und gegenwärtigen Kultur zu Gegenständen des Erkenntnisinteresses, wie z. B. Manuskripte, Bild- und Tonträger sowie digitale Datensätze. Mit Beiträgen von Friedrich Balke, Natalie Binczek, Michael Cuntz, Rupert Gaderer, Lisa Gotto, Rembert Hüser, Julia Kursell, Harun Maye, Nicolas Pethes, Claus Pias, Simon Rothöhler, Dietmar Schmidt, Hania Siebenpfeiffer, Anna Tuschling u. v. a.

Die Herausgeber Friedrich Balke, geb. 1961, Professor für Medienwissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Theorie, Geschichte und Ästhetik bild­ dokumentarischer Formen an der Universität Bochum. Er forscht zu Grenzgebieten zwischen politischer Theorie, Literatur und Medien sowie zu Theorie und Geschichte des Dokumentarischen. Veröffentlichungen u. a.: »A Long History of ______.« Literatur als Fragebogenlektüre bei Ernst von Salomon (Beitrag, 2016); Mimesis und Figura. Mit einer Neuausgabe des »Figura«-Aufsatzes von Erich Auerbach (Mitautor, 2016); Figuren der Souveränität (2009). Rupert Gaderer, geb. 1979, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Medienwissenschaft der Universität Bochum. Er forscht zu medienphilologischen und medientheoretischen Fragestellungen im Schnittfeld von Recht, Psychiatrie und Literatur. Veröffentlichungen u. a.: Staatsdienst. Bedingungen des Menschseins im Aufschreibesystem um 1800 (Beitrag, 2015); Querulanz. Skizze eines exzessiven Rechtsgefühls (2012); Poetik der Technik. Elektrizität und Optik bei E. T. A. Hoffmann (2009).


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Periodica

Yad Vashem Studies 44.1 Edited by David Silberklang 312 S., brosch. € 15,00 (D); € 15,50 (A) ISBN 978-3-8353-1981-3 ISSN 0084-3296 Januar   WG 1556

Eine der führenden Zeitschriften zur Holocaustforschung mit hochkarätigen Beiträgern aus aller Welt. Alle Bände sind kom­ plett englischsprachig. Seit 1957 widmet sich »Yad Vashem Studies« der Holocaustforschung und hat sich konstant dadurch ausgezeichnet, die führenden Forscher und Denker aus aller Welt und aus verschie­denen Disziplinen als Beiträger zu versammeln. Viele Denkanstöße und wegweisende Thesen nahmen hier ihren Anfang. Bis 2007 erschien die Zeitschrift in Israel jährlich, seitdem halbjährlich.

Mark Roseman Barbarians from our »Kulturkreis« German-Jewish Perceptions of Nazi Perpetrators

English Edition with an abstract in Hebrew Search and Research. Lectures and Papers, Bd. 24. Edited by Dan Michman 76 S., brosch. € 5,– (D); € 5,20 (A) ISBN 978-3-8353-3064-1 Februar   WG 1556

In der Reihe »Search and Research« werden Vorträge, For­ schungsberichte und Symposien veröffentlicht, die im Rah­ men des »Yad Vashem International Institute for Holocaust Research« entstanden sind. Darüber hinaus gibt die Reihe den im Umfeld des Instituts agierenden Wissenschaftlern eine Plattform, innovative Forschungsansätze und erste Er­ gebnisse zu veröffentlichen.


Periodica

Das achtzehnte Jahrhundert Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für die Erforschung des achtzehnten Jahrhunderts, 41/1 Herausgegeben von Carsten Zelle ca. 144 S., brosch.; ca. € 17,– (D); € 17,50 (A) ISBN 978-3-8353-1992-9 ISSN 0722-740-X auch als E-Book Juni   WG 1563

»Das achtzehnte Jahrhundert« wurde 1977 als Mitteilungsblatt der »Deutschen Gesellschaft für die Erforschung des achtzehnten Jahrhunderts« gegrün­ det und seit 1987 zur wissenschaft­ lichen Zeitschrift der deutschen Dixhuitièmisten ausgebaut.

Bayerische Akademie der Schönen Künste Jahrbuch 30/2016 Herausgegeben vom Präsidenten und vom Direktorium der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München ca. 200 S., ca. 40 Abb., Klappenbroschur ca. € 16,– (D); € 16,50 (A) ISBN 978-3-8353-3035-1 ISSN 0932-0229 Mai   WG 1559

Mit Beiträgen u. a. von Alexander Becker, Andreas Beyer, Gottfried Boehm, Dieter Borchmeyer, Alfred Brendel, Ulrich Dittmann, Helmut Friedel, Peter Michael Hamel und Dieter Schnebel, Gert Heidenreich, Franz Hitzler, Fred Jahn, Gottfried Knapp, Andreas Kühne, Friedrich Kurrent, Siegfried Mauser und Aribert Reimann, Winfried Nerdinger, Klaus G. Saur, Michael Semff, Andreas Zielcke und Armin Zweite.

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Wallstein Verlag Frühjahr 2017

Wilhelm Lehmann Vom Überläufer zum Nature Writer und der Lyriker als Essayist Herausgegeben von Wolfgang Menzel Sichtbare Zeit. Journal der WilhelmLehmann-Gesellschaft, Bd. 7/2017. Herausgegeben von der WilhelmLehmann-Gesellschaft ca. 96 S., engl. brosch. ca. € 10,– (D); € 10,30 (A) ISBN 978-3-8353-3066-5 Mai   WG 1563

Mit Beiträgen u. a. von Wolfgang Menzel, Uwe Herms, Uwe Pörksen, Ulrike Almut Sandig, Kerstin Preiwuß, Nico Bleutge, Stephan Wackwitz und Lothar Müller.


Wallstein Verlag Frühjahr 2017

Daniela Danz Lange Fluchten Roman 146 S., geb. 18,90 € (D); 19,40 € (A) ISBN 978-3-8353-1841-0

Matthias Zschokke Die Wolken waren groß und weiß und zogen da oben hin Roman 220 S., geb., Schutzumschlag 19,90 € (D); 20,50 € (A) ISBN 978-3-8353-1875-5

Wallstein Verlag GmbH Geiststraße 11 D-37073 Göttingen Tel: (05 51) 5 48 98-0 Fax: (05 51) 5 48 98-34 e-mail: info@wallstein-verlag.de Internet: www.wallstein-verlag.de Ansprechpartner im Verlag Vertrieb: Claudia Hillebrand Tel: (05 51) 5 48 98 -23 chillebrand@wallstein-verlag.de Michaela Offermann Tel: (05 51) 5 48 98 -31 moffermann@wallstein-verlag.de Veranstaltungen: Manuel Emmerich Tel: (05 51) 5 48 98 -15 memmerich@wallstein-verlag.de Presse und Öffentlichkeitsarbeit: Monika Meffert Tel: (05 51) 5 48 98 -11 mmeffert@wallstein-verlag.de Rechte und Lizenzen: Florian Grundei Tel: (05 51) 5 48 98 -46 fgrundei@wallstein-verlag.de Lena Hartmann Tel: (05 51) 5 48 98 -14 lhartmann@wallstein-verlag.de

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Periodica

Wilhelm Busch Umsäuselt von sumsenden Bienen Schriften zur Imkerei

3. Aufl.

Literatur bei Wallstein: Ihre Favoriten 2016

48 S., 14 Abb., geb. 12,90 € (D); 13,30 € (A) ISBN 978-3-8353-1868-7

2. Aufl.

3. Aufl.

Ludwig Laher Überführungsstücke Roman

Teresa Präauer Oh Schimmi Roman

Lot Vekemans Ein Brautkleid aus Warschau Roman

178 S., geb., Schutzumschlag 19,90 € (D); 20,50 € (A) ISBN 978-3-8353-1876-2

204 S., geb., Schutzumschlag 19,90 € (D); 20,50 € (A) ISBN 978-3-8353-1873-1

Aus dem Niederländischen von Eva M. Pieper und Alexandra Schmiedebach 253 S., geb., Schutzumschlag 19,90 € (D); 20,50 € (A) ISBN 978-3-8353-1601-0

Auslieferungen Deutschland: Prolit Verlagsauslieferung Siemensstraße16 D-35463 Fernwald Tel: (06 41) 9 43 93 -209 Fax: (06 41) 9 43 93 -29 k.born@prolit.de Schweiz: AVA Verlagsauslieferung AG Centralweg16 CH-8910 Affoltern am Albis Tel: (0 44) 7 62 42 - 50 Fax: (0 44) 7 62 42 -10 verlagsservice@ava.ch Österreich: Mohr Morawa Buchvertrieb GmbH Sulzengasse 2 A-1230 Wien Tel: (01) 6 80 14 - 0 oder 6 88 71- 30 Fax: (01) 6 80 14 -140 Bestellservice: Tel: (01) 6 80 14 - 5 DW bestellung@mohrmorawa.at Verlagsvertretungen Deutschland: Baden-Württemberg Tilmann Eberhardt Verlagsvertretungen Ludwigstraße 93 70197 Stuttgart Tel: (07 11) 6 15 28 20 Fax: (07 11) 6 15 31 01 tilmann.eberhardt@googlemail.com

Bayern Thomas Romberger c /o Vertreterbüro Würzburg Huebergasse 1 D-97070 Würzburg Tel: (09 31) 1 74 05 Fax: (09 31) 1 74 10 romberger @vertreterbuero-wuerzburg.de Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern Peter Wolf Jastrow c/o Verlagsvertretungen Jastrow + Seifert + Reuter Cotheniusstraße 4 D-10407 Berlin Tel: (0 30) 44 73 21 80 Fax: (0 30) 44 73 21 81 service@buchart.org Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein Torsten Hornbostel Michaela Wagner Winsener Straße 34  a D-29614 Soltau Tel: (05191) 606665 Fax: (05191) 606669 Hornbostel-Verlagsvertretungen @t-online.de Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Luxemburg Raphael Pfaff An den Drei Hohen 51 D-60435 Frankfurt / M. Tel: (0 69) 54 89 03 66 Fax: (0 69) 54 90 24 raphael.pfaff@web.de

Nordrhein-Westfalen Karl Halfpap Postfach 300513 D-50775 Köln Tel: (02 21) 9 23 15 94 Fax: (02 21) 9 23 15 95 halfpap.verlagsvertretung @t-online.de Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen Dr. Torsten Spitta Feldstraße 7 d 04288 Leipzig-Holzhausen Tel.: (03 42 97) 4 97 92 Fax: (03 42 97) 7 77 87 torstenspitta@aol.com Schweiz: Graf Verlagsvertretungen GmbH Sebastian Graf Uetlibergstraße 84 CH-8045 Zürich Tel: (0 44) 4 63 42 28 Fax: (0 44) 4 50 11 55 sgraf@swissonline.ch Österreich: Helga Schuster Verlagsvertretungen Stutterheimstraße 16–18 Stiege 2 / OG 5 A-1150 Wien Tel: (06  76) 5 29 16 39 Fax: (06 76) 5 29 16 39 helga.b.schuster@gmail.com

Wallstein Vorschau Frühjahr 2017 Wissenschaft  

Neuerscheinungen aus den Bereichen Editionen, Geschichte, Kulturwissenschaften, Wissenschaftsgeschichte, Literaturwissenschaft von Georg Chr...

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