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I nfoh eft erb st n fohe ft H He rbs t 2 012 0 12

MITTENDRIN

Gemeinsam Ziele erreichen Die Alpenüberquerung zum Abschluß der 8. Klasse

Emil Schumachers 100. Geburtstag Ein überzeugender Beitrag unserer Schule

Ein neuer Mini-Schulgarten Die Bauepoche der 4. Klasse

Kulturstrolche Ein Förderprojekt des NRW-Kultursekreteriats


H inw ei s e - T e rm ine

Irland-CD des Unterstufenorchesters Nach wie vor ist die Unterstufen-CD mit irischen Liedern und Jigs auf dem schulinternen Markt. Eine CD, die die Spielfreude der damaligen Unterstufenorchesterkinder sehr gut dokumentiert. Bestellungen nehmen Frau Vesterling oder Ludger Schmidt (cello-schmidt@web.de) entgegen. Erweiterung des Schokotickets Ab dem 01.01.2012 ist das VRR-Gebiet um eine neue Preisstufe E erweitert worden. Es erstreckt sich nun vom östlichen Ruhrgebiet bis zu den niederrheinischen Kreisen Kleve und Wesel. Näheres erfahren Sie unter www.strassenbahn-hagen.de. Gartenkreis Der Gartenkreis erinnert an die voraussichtlichen Termine bis zum Sommer 2013, jeweils Samstags ab 9:30 Uhr bis 13:30 Uhr: 19. Januar, 9. März, 13. April, 4. Mai, 15. Juni und 13. Juli. Nähere Infos wie immer bei Claudia Bellmann Tel.: 02331-355360 (tagsüber) oder per e-mail: bellmann@westfalia.de Ausgewählte Termine November Sa. 24. Herbstbasar Dezember Sa. 08. Öffentliche Monatsfeier Fr. 21. Beginn der Weihnachtsferien Januar Mo. 07. Erster Schultag Mo. 21. Beginn Sozialpraktikum Klasse 11 Februar Mo. 04. Fr. 08. Mo. 11. Sa. 23.

Sprechtag Unter- und Oberstufe Ende Sozialpraktikum Klasse 11 Rosenmontag Öffentliche Monatsfeier

März Fr. 15. Sa. 16. So. 17. Fr. 22.

Klassenspiel Klasse 8 Klassenspiel Klasse 8 Klassenspiel Klasse 8 Beginn Osterferien

April Mo. 08. Erster Schultag Mai Mo. 13. Beginn Betriebspraktikum Klasse 10 Mi. 29. Ende Betriebspraktikum Klasse 10 Juni Sa. 08. Öffentliche Monatsfeier Juli Fr. 19. Beginn der Sommerferien

I m p r e s s um “MITTENDRIN” ist die Schulzeitung der Rudolf-Steiner-Schule Hagen. Für den Inhalt der Artikel sind die Autoren verantwortlich, sie geben nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion wieder. Lob, Kritik und sonstige Rückmeldungen aller Art empfangen wir gerne auf der Internetseite der “MITTENDRIN” unter www.midri.de. Dort finden Sie auch alte Ausgaben der “MITTENDRIN”.

Auf dem Postwege erreichen Sie uns unter: Rudolf-Steiner-Schule Hagen Redaktion Mittendrin Enneper Str. 30 58135 Hagen


E d i to r i a l

Positiv denken und handeln. Liebe Leserin, lieber Leser, schon neigt sich das Jahr 2012 dem Ende zu, die Adventszeit naht. Auch wenn wir uns allzu häufig über den zunehmenden Stress zum Jahresende, die vielen vorweihnachtlichen Termine und Veranstaltungen beschweren, so ist der Advent doch immer noch die beste Zeit für beschauliche Stunden und gemütliches Beisammensein. Man muss sie sich nur nehmen, die Zeit.

viele interessante und nette Menschen kennen gelernt, ich kann mich einbringen und am Schulleben teilhaben und fühle mich bereichert. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es nur mir so geht. Warum tragen wir unser positives Empfinden so selten nach außen und geben dem Negativen so viel Raum? Auf übersäuertem Boden kann man nicht gut säen.

Neulich im Gespräch mit einer guten Bekannten entwickelte sich ein Gedanke, der mich in einer dieser ruhigen Stunden bei Tee und Kerzenschein noch länger beschäftigt hat. Immer wieder häufen sich in Schulhofgesprächen und auf Elternabenden die Beschwerden – unsere Prozesse sind zu langsam, das Angebot nicht vielseitig, die Kommunikation dürftig und so fort. Und doch sind insbesondere wir Eltern doch alle freiwillig hier? Und im Übrigen, das kann ich für mich sagen, aus gutem Grund. Meinen Kindern geht es hier großartig, sie entwickeln sich genau in die Richtung, die ich mir von einer freien Schule erhofft habe, und das Verhältnis von praktischem und schulischem Lernen erscheint mir mehr als ausgewogen. Und ich? Ich habe hier

Keiner mag abstreiten, dass es noch vieles zu verbessern gilt. Um dies zu erreichen, braucht es frohen Mut und Freude am Engagement – damit bekommen wir Wind in die Segel. So sind es z.B. der neugegründete Arbeitskreis für Öffentlichkeitsarbeit oder der Elternrat in diesem Jahr angegangen – mit entsprechendem Erfolg. Wenn ich mir etwas für das neue Jahr 2013 wünschen darf, dann dies: Lasst uns mehr über das reden, was uns guttut und gefällt. Darauf lässt sich eine neue Saat besser ausbringen. Elske Jilli für das Redaktionsteam

Zitate zum 100. Geburtstag von Emil Schumacher „Mir geht es um die wiedergewonnene Einheit von Natur und Mensch, von Denken, Fühlen und Handeln.“ Joseph Beuys „Man muss ebenso denken können in Farben, in Formen, wie man denken kann in Begriffen, in Gedanken.“ Rudolf Steiner, 1920

„Die Farben reißen Formen an sich, die Zeichen verlangen Farben – indem ich mich mitreißen lasse, gewinne ich mein Bild.“ Emil Schumacher

PS: Du hast auch etwas zu sagen? Deine Fotos sind die schönsten? Gut! Schreib uns an info@midri.de oder nutze unser Fach im Schulbüro. Danke!

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Tipps - Online - Bücher www.freunde-waldorf.de www.facebook.com/waldorfschule www.waldorfsv.de www.diewaldorfs.waldorf.net/list.html www.rudolf-steiner-2011.com www.amselhof-buchhandlung.de www.anthrowiki.info

Hanns-Josef Ortheil -

Die Erfindung des Lebens Die Geschichte eines stummen Kindes, das sein Leben erfinden muss, um sein Glück zu machen. »Die Erfindung des Lebens« ist die Geschichte eines jungen Mannes von seinen Kinderjahren bis zu seinen ersten Erfolgen als Schriftsteller. Als einziges überlebendes Kind seiner Eltern, die im Zweiten Weltkrieg und der Zeit danach vier Söhne verloren haben, wächst er in Köln auf. Die Mutter ist stumm geworden, und auch ihr letzter Sohn lebt zunächst stumm an ihrer Seite. Nach Jahren erst kann er sich aus der Umklammerung der Familie lösen, in Rom eine Karriere als Pianist beginnen und nach deren Scheitern mit dem Schreiben sein Glück zu machen versuchen

Luchterhand Literaturverlag Thich Nhat Hanh -

Ärger Thich Nhat Hanh lehrt uns, Ärger nicht zu unterdrücken oder zu verstecken, sondern ihn in die positiven Energien des Verstehens und des Mitgefühls umzuwandeln. Anhand zahlreicher Beispiele belegt er, wie sich Frustketten innerhalb der Familie oder über Generationen hinweg bilden. Thich macht deutlich, dass Freiheit die grundlegende Bedingung für Glück ist, nicht nur politische Freiheit, sondern vor allem Freiheit von eigenen Verhaftungen.

Goldmann Verlag

Georg Dreißig -

Als Weihnachten beinahe ausgefallen wäre An Weihnachten geschehen auf der Welt oft wundersame Dinge. Georg Dreißig erzählt von Königssöhnen und Waisenkindern, von Räubern und Kindermädchen, die in der Weihnachtszeit ganz Erstaunliches erlebt haben. Die kleine Franziska plagt auf einmal die Frage, wie alt denn eigentlich das Christkind ist, da seine Geburt doch schon so viele Jahre zurückliegt. In einem Waisenhaus sorgt ein Findelkind dafür, dass plötzlich alle Menschen ganz anders sind als zuvor. Die Tiere, die den Brunnen mit dem Wasser des Lebens bewachen, sind ganz bekümmert, weil die Quelle zu versiegen droht. Und in der Familie von Rályi und Bolyó sieht es dieses Jahr tatsächlich so aus, als müsste Weihnachten ausfallen, obwohl sich alle schon so darauf gefreut haben.

Urachhaus

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I n h a lt H e r b s t 2 0 1 2

Schülerarbeiten

Kunst- und Handwerkausstellung ..............................................................................6 Die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse zeigen Ihre Arbeiten

Gedenken

Zum Tod von Georg Leifels ............................................................................................7

Gremien

Aus dem Vorstand ...........................................................................................................8

Bundeskongress

Selbstverwaltung, Selbst verwalten, Selbst walten ................................................8

Schule Unterwegs

Die Alpenüberquerung vom Gotthardt bis Locarno ..............................................10

Öffentliche SK

Vom Ackerbau zum Abitur...........................................................................................16 Praktika an der Rudolf-Steiner-Schule Hagen

Zusammenarbeit

Förderschule Altes Pfarrhaus .....................................................................................17 Eine Kooperation mit der Waldorfförderschule in Herdecke

100 Jahre

Unser Unterstufengebäude ........................................................................................18

100 Jahre

Ein rauschendes Fest der Farben .............................................................................19 Schülerinnen und Schüler beim Schumacherfest im Kunstquartier

8. Klassspiel

Der Lügner .......................................................................................................................22 Das Achtklassspiel aus Sicht des Elternhauses

Schulleben

Ein neuer Mini-Schulgarten.......................................................................................24 Die Bauepoche der 4. Klasse

WOW-Day

Ein Dankesbrief zum WOW-Day 2011 .....................................................................27

Schule Unterwegs

Feldmessen mit der 11. Klasse ...................................................................................28 Im September 2012 auf Schloss Niederspree

Schule Unterwegs

Die Kinder der 3. Klasse sind Kulturstrolche ..........................................................30 Ein Förderprojekt des NRW-Kultursekreteriats

Schulleben

Mein Jahr in der 12. Klasse ........................................................................................32 Ein Schuljahr aus der Sicht einer Schülerin

Schule Unterwegs

Abschlussfahrt nach Griechenland ...........................................................................33

Arbeitskreis

Öffentlichkeitsarbeit ....................................................................................................33 Ein neuer Arbeitskreis stellt sich vor

Glückwünsche

Zum 60. Geburtstag von Wolfgang Saßmannshausen ........................................35

Erkenntnisse

Gedanken eines Elternfamilienteils ..........................................................................36

Schulleben

Abschlüsse ......................................................................................................................36

Bericht

Bochum - Baikal - Bochum ........................................................................................37 Nicola Haardt berichtet von ihrer „Fahrradtour“

Rezepte ............................................................................................................................38 Kontaktinformationen .................................................................................................39

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Sc hül e ra rb e it en

Kunst- und Handwerkausstellung Die SchülerInnen der 10. Klasse zeigen Ihre Arbeiten

Plastizierpavillon und Nachbarraum auf der Oberstufenseite der Schule verwandelten sich am Mittwoch, 4. Juli, zwei Tage vor Beginn der Sommerferien in einen Ausstellungssaal, der sich sehen lassen konnte. Wirklich tolle Arbeiten aus sämtlichen Bereichen des handwerklich-künstlerischen Unterrichts (HKU) der 10. Klasse waren da zu sehen: exzellente schwarz-weiß Zeichenmappen, selbst entworfene und genähte Kleider, Hosen, Taschen und Kissen, getöpferte Gefäße, glänzende, fein getriebene Schmuckstücke und Skulpturen aus Metall sowie eine Menge schöner Holzarbeiten - von schlichten Schalen über kleine Möbelunikate bis hin zu sehr ideenreichen Reliefwerken. Dazugehörige Portfolios zu einigen Arbeiten gaben einen interessanten Einblick in die Entstehung der Werke. Die Ausstellung zeigte sehr eindrucksvoll, dass Kreativität ein besonderer Schwerpunkt unserer Schule ist. Die knapp 30 Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse organisierten ihre Präsentationen komplett selbst, die Lehrerinnen und Lehrer der verschiedenen Kunst- und Handwerksfächer standen natürlich beratend zur Seite. Werklehrerin Alexandra Born freute sich über die einzelnen Stände der Jugendlichen und regte an, Gästebücher bereit zu legen. Und die wurden dann auch ordentlich mit Lob gefüllt. Am Vormittag besuchten die Mitschüler der anderen Klassen die Ausstellung, am Abend war sie öffentlich für Eltern, Lehrer und Gäste. „Nachdem im Frühjahr bereits die Klassen 11 und 12 ihre Arbeiten erstmals ausstellten, werden wir solche Präsentationen jetzt sicher jedes Jahr veranstalten“, fasst Rainer Rudzynski das Event zum Abschluss des Schuljahres zusammen, „tolle Arbeiten, die hier zu sehen sind - und jedes Stück ist sehr individuell.“ Birgit Andrich

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In stillem, dankbarem Gedenken an

Georg Leifels (24.12.1951 – 17.10.2012) Es ist noch nicht lange her, dass Georg Leifels sich aus dem Schulleben zurückzog, nachdem auch sein dritter Sohn die Schulzeit beendet hatte. Nahezu 20 Jahre lang wurden die Lehrer unserer Hagener Schule von Ehepaar Leifels in einer sicherlich außergewöhnlichen Art und Weise positiv unterstützt und von einem respektvollen, stets hilfsbereiten Vertrauen getragen. In der Zusammenarbeit im Rahmen der Klassenlehrerzeit stellte sich recht bald heraus, dass die Verbindung von Georg Leifels zu der Hagener Schule sich zunehmend intensivieren sollte. In der Klassenelternschaft seines zweiten Sohnes formierte sich ein pädagogischer Arbeitskreis, der sich über mehrere Jahre wöchentlich traf. Zunächst wurden Themen aus dem pädagogischem Alltag der Klasse seines Sohnes bearbeitet. Nicht nur waldorfpädagogische, anthroposophische Texte dienten als Gesprächsgrundlage sondern auch Bücher und Aufsätze, die sich mit den Gesetzmäßigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten der menschlichen Biographie auseinandersetzten. Die Gespräche mit Georg Leifels waren sicherlich eine ganz besondere Bereicherung für alle Menschen, die in diesem Kreis mitgearbeitet haben. Die Arbeit dieses Kreises mündete schließlich in die Vorbereitung einer öffentlichen pädagogischen Tagung an unserer Schule mit dem Thema: "Schule neu erfinden". Eingeladen waren der Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Struck aus Hamburg und der Diplom-Psychologe und Buchautor Mathias Wais aus Dortmund. Bis tief in die Nächte wurden diese und dann auch zahlreiche weitere öffentliche Tagungen vorbereitet. Die Initiativkraft sowie auch die Neugier von Georg Leifels an pädagogischen, allgemein menschlichen, religiösen, gesellschaftlichen und kulturellen Fragestellungen beflügelte den Vorbereitungskreis. Schon bald sollte ein neues Konzept entstehen, kulturelle Ereignisse in regelmäßigen Abständen in unserer Schule stattfinden zu lassen: Das Kulturforum Hagen! Georg Leifels war es ein Herzensanliegen, einerseits den pädagogischen Tagungen, Vorträgen und Eurythmieaufführungen eine öffentlichkeitswirksamere Plattform zu geben und andererseits auch den Schülern, Eltern und Lehrern unserer Schule eine inspiriernde Begegnung mit Kultur der ganz besonderen Art zu ermöglichen. Unser Schulpavillon wurde über 10 Jahre zu einem wahren Kulturzentrum! Neben den zahlreichen eigenen Theateraufführungen und Monatsfeiern fanden 127 weitere kulturelle Veranstaltungen statt, die auch regelmäßig viele Besucher aus Nachbarstädten und Nachbarschulen anlockte. Einige Schriftsteller und Künstler, die bei uns zu Gast waren, möchte ich hier erwähnen: Hilde Domin, Tschingis Aitmatov, Michael Martin, Esbjörn Svensson Trio, Berliner Compagnie, Echoes of Swing, Fundevogel Eurythmie-Theater Wien, Hanns-Dieter Hüsch, Volker Pispers, WDR Big Band, Klezmerworkshop mit dem Trio Helmut

Eisel, Compagnia Teatro Paravento, Titi Winterstein Quintett, Masha Dimitri, Theatre Mimo Magique, Famoudou Konate, Lutz Görner, Quadro Nuevo, Gianluigi Trovesi, Ulla van Daelen-Trio, Ars Vitalis, Clown Calvero, Sigi Schwab, Ramesh Shotam, Andreas Staier. Ein ganz besonderes Anliegen von Georg Leifels war es auch, unbekannteren Schriftstellern, Musikern, Schauspielern und Kabarettisten eine Auftrittsmöglichkeit zu verschaffen, die nicht so sehr im Rampenlicht der Medien standen. So fanden Lesungen, sowie auch weitere große, öffentliche pädagogische Arbeitstagungen mit den Themen „Vom Greifen zum Begreifen“ und „Die Wiederentdeckung des Gemüts“ statt. Auch die Begegnung mit der polnischen Jüdin Halina Birenbaum sowie auch mit dem Neurobiologen und Hirnforscher Prof. Dr. Gerald Hüther sind uns in bleibender Erinnerung. Nur wenige wissen, dass Georg Leifels selbstverständlich das Eintrittsgeld aller 127 Veranstaltungen entrichtete. Das zeigt, welches Verhältnis er zu einer ehrenamtlichen Arbeit hatte. Neben der aufopfernden Arbeit im Team des Kulturforums war Georg Leifels auch viele Jahre im Schulvereinsvorstand tätig! Auch hier erlebten wir ihn als einen sehr wortgewandten und strukturiert denkenden und inspirierenden Wegbegleiter, dem die gedeihliche Entwicklung der Hagener Schule ein Herzensanliegen war und in dessen Anwesenheit immer eine ganz besonders respekt- und taktvolle Gesprächs- und Arbeitsatmosphäre entstand. Wie viele Menschen sich an die stets lichtvollen und kraftspendenden Begegnungen mit Georg Leifels dankbar und achtungsvoll zurückerinnern, das konnte man sehr eindrücklich bei den drei Trauer- und Abschiedsfeierlichkeiten erleben. Hier wurde von seiner Familie ein sehr würdevoll gestalteter Rahmen geschaffen, der die so konsequent und authentisch vorgelebte Begegnungskultur von Georg Leifels in seinem großen Freundes- und Bekanntenkreis noch einmal in ganz besonderer Weise aufleben ließ. Georg Leifels hat in sicherlich außergewöhnlicher Intensität Herzblut, geistige Substanz und ganz besonders wertvolle kulturelle Ereignisse in unsere Schule getragen, die uns und unser Schulleben enorm bereichert haben und uns in ewiger Erinnerung bleiben! Er hat stets in jedem Brief und in jeder schriftlichen Nachricht mit dem Wörtchen „Shalom“ gegrüßt. Diesen so oft erhaltenen Gruß möchte ich an dieser Stelle aus tiefstem Herzen und auch im Auftrag der ganzen Schulgemeinschaft erwidern: Danke Georg, Shalom! Thomas Buchner

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A u s d e m V o r s ta n d Wie genau die Aufgabenverteilung zwischen Vorstand und Schulleitung sowie innerhalb derselben aussehen wird und wie wir die Schnittstelle zum Elternrat dauerhaft sicherstellen wollen, werden wir voraussichtlich zu Beginn des Jahres 2013 kommunizieren können.

Wer die Zeitschrift „Erziehungskunst“ regelmäßig und aufmerksam liest, weiß, dass die gesamte Waldorfschulbewegung in Deutschland mit ähnlichen Themenfeldern beschäftigt ist. Ein immer wiederkehrendes Thema ist die Selbstverwaltung. Wo ist die richtige Balance zwischen Individualität und Gemeinschaft, wie treffen wir Entscheidungen und setzen diese um - ohne autoritäre Strukturen, wie weit gehen die Kompetenzen der einzelnen Gremien, wo wiederum sind Rück- und Absprachen erforderlich?

Der Weggang von unserer Geschäftsführerin Erika BlassLoss, den wir sehr bedauern, und das damit verbundene Vakuum insbesondere mit Bezug auf die Verwaltungsarbeiten konnte durch die Anstellung von Frau Stephanie Veile – befristet bis April 2013 – abgefedert werden. Eine dauerhafte Lösung für die Geschäftsführungsposition wird von uns angestrebt. Uns ist bewusst, dass der Prozess, den wir aktuell durchlaufen, manchem als sehr langwierig erscheinen mag. Ein altes Sprichwort sagt „Gut Ding will Weile haben“ – und wir wollen es diesmal wirklich richtig gut machen.

Auch an unserer Schule haben wir zu Jahresbeginn verstärkt diese Themen bewegt und gelangten zu dem Entschluss, die Neustrukturierung unserer Führungsgremien mit Unterstützung einer externen Beratung anzugehen. So begannen wir im April 2012 die Zusammenarbeit mit Herrn Harald Jäckel von der Firma Trigon. Einige Veränderungen, die aus der gemeinsamen Arbeit von Gesamtkollegium und Vorstand entstanden, haben wir bereits über den Infobrief kommuniziert. So sind zwei Kollegen aus der Vorstandsarbeit ausgeschieden und widmen sich verstärkt anderen Aufgaben. Außerdem befindet sich derzeit eine neue Schulführung in der Gründungsphase.

Um die Kommunikation mit dem Vorstand zu erleichtern, haben wir die E-Mail-Adresse vorstand@waldorfschulehagen.de einrichten lassen. Über diese Adresse erreichen Sie den Gesamtvorstand von Schul- und Förderverein. Kontaktdaten der einzelnen Mitglieder des Vorstandes finden Sie auf der letzten Seite dieses Heftes.

Ko ng re ss in Fle nsbur g Das letzte Septemberwochenende verbrachten Susanne Gilsbach und ich als Delegierte unserer Schule, auf dem Bundeskongress zum Thema "Selbstverwaltung, Selbst verwalten, Selbst walten" an der Freien Waldorfschule in Flensburg. "Selbstverwaltung: In manchen waldorfpädagogischen Einrichtungen ruft sie vor allem Resignation hervor. Hält man an ihr nur aus Tradition fest? Was ist von der Begeisterung für die Idee geblieben, die einst als revolutionär galt? Status quo und Zukunftsperspektive der Selbstverwaltung". Veranstalter waren der Bund der Freien Waldorfschulen, Verband für anthroposophische Heilpädagogik, Sozialtherapie und soziale Arbeit, Vereinigung der Waldorfkindergärten, Pädagogische Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaften am Goetheanum, Bundeselternvereinigung für anthroposophische Heilpädagogik und Sozialtherapie, Sprecherkreis des Bundeselternrates sowie Vorstand der Waldorf SV.

Aus über 30 Arbeitsgruppen habe ich mich für die Arbeitsgruppe "Soziale Kompetenzen als Herzstück gelingender Selbstverwaltung" entschieden. Referent dieser Arbeitsgruppe war Christian Sturhan, der als Berater sowohl für Waldorfschulen und Kindergärten als auch für Wirtschaftsunternehmen tätig ist. Die Teilnehmer kamen aus ganz Deutschland und aus den unterschiedlichsten Bereichen der Waldorfbewegung wie Elternschaft, Lehrer, Vorstand, Verwaltung, ErzieherInnen und Hort. In jeweils neunzigminütigen Treffen erarbeiteten wir in angenehmer Atmosphäre die Frage nach den sozialen Schlüsselkompetenzen und konnten praktische Teamübungen und Hilfen zur Prozessbeobachtung kennenlernen. In der Erarbeitung wurde deutlich, dass es für Prozesse drei Zonen gibt: die Komfortzone, die Entwicklungszone und die Risikozone. Prozesse werden eingeleitet indem die sog. Komfortzone verlassen wird. Die Bereitschaft zur Veränderung mit einer bestimmten Zielsetzung erfolgt in der Entwicklungszone. Prozesse, welche eine ungenaue Zielsetzung haben, verlaufen in der Risikozone, mit ungewissem Ausgang. Als Voraussetzung für die Prozessgestaltung gelten als wesentliche soziale Schlüsselkompetenzen Kon-

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fliktfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Selbstbewusstsein, Fehlerkultur, Kommunikationsbereitschaft und die Kooperationsbereitschaft. Neben den Arbeitsgruppen gab es Vorträge u.a. von Florian Osswald "Welches Selbst verwalten wir", von Henning Kullak-Ublick "Wie können wir Alltag gestalten" , von Dr. Albrecht Hüttig "Autonome Selbstverwaltung", Adrian Bekman "Horizontal führen: Ich und Gemeinschaft" nur um einige zu nennen. In den Pausen gab es eine reichhaltige Verpflegung und viele Gespräche mit Menschen die sich im Norden, Süden, Osten oder Westen von Deutschland mit der Waldorfpädagogik auseinandersetzen bzw. engagieren. Auch wurden jede Menge Fragen und Probleme mitgebracht. Es war ein positiver Austausch mit interessanten Lösungsansätzen. Dies war für mich sehr bereichernd, da sich meine Perspektive veränderte.

Sehr viel Glück hatten wir auch mit unserer Unterbringung. Nachdem wir beinahe in der schönen Turnhalle der Schule gelandet wären, die jedoch für ein Nachtlager etwas zu jugendlich für uns war, konnten wir bei einer Englischlehrerin und deren Mann zwei Dachzimmer beziehen. Dadurch ergab sich ein reger Austausch und wir erfuhren viele Hintergrundinformationen aus dem Schulleben in Flensburg. Ein großes Kompliment an die Freie Waldorfschule in Flensburg, die diese Veranstaltung mit mehr als fünfhundert(!!) Teilnehmern so gut organisiert hat. Allen auch noch einen schönen Gruß von der Moderatorin des Kongresses, unserer ehemaligen Geschäftsführerin Erika Blass-Loss. Erschöpft, zugleich aber auch voller Energie ging es Sonntagnachmittag mit dem Zug zurück Richtung Hagen. Sabine Böcker

Selbstverwaltung. Was hat das mit uns zu tun? Warum gibt es eine große Tagung nur zu solch einem langweiligen Thema? Die (enttäuschende?) Antwort lautet: es hat ganz viel mit uns allen an der Schule Tätigen zu tun, da unsere Schule auf dem Prinzip der Selbstverwaltung arbeitet. In unserer Infobroschüre über die Schule steht dazu: „Die Selbstverwaltung ist eine Organisationsform, in der Lehrer und Eltern gemeinsam und selbstverantwortlich Schule gestalten. Durch den Eltern-Lehrer-Vorstand, die Vorstandskonferenz und weitere Gremien wird die Schule durch in der Mitgliederversammlung gewählte Lehrer und Eltern geführt.“ Da könnte man sich nun entspannt zurücklehnen: einmal im Jahr findet eine Mitgliederversammlung mit Lehrern und Eltern statt, dort wurden Vertreter für den Vorstand für mehrere Jahre gewählt und damit ist meine Aufgabe für ein ganzes Jahr erledigt! Leider nicht! Denn die Mitglieder im Vorstand üben ihre Tätigkeit ehrenamtlich aus, daraus ergibt sich, dass für die vielfältigen Aufgaben nur wenig Zeit zur Verfügung steht und Mithilfe in der unterschiedlichsten Form nicht nur willkommen, sondern dringend notwendig ist, damit Probleme und Aufgaben angegangen und gelöst werden können. Aber um direkt nun aufkommenden Ängsten zu begegnen, man müsse nun in stundenlangen Sitzungen trockenen Verwaltungskram diskutieren: es gibt genügende Aufgaben an der Schule, wo jeder sich nach seinen Fähigkeiten einbringen kann. Es gibt den Elternrat, wo Vertreter aller Klassen sich einmal monatlich treffen, um Fragen aus der Elternschaft aufzugreifen und zu klären bzw. zur Klärung an verschiedene Gremien weiterzuleiten. Wer mehr über die Organisation der Schule erfahren will, ist hier richtig. Aber daneben gibt es noch viele Arbeitskreise für Menschen, denen das Praktische oder Konkrete mehr liegt. Für unseren

jährlichen Basar werden z. B. immer Eltern gesucht, die die Organisation in die Hand nehmen. Ohne Elternarbeit gibt es keinen Basar. Der Gartenkreis sorgt dafür, dass unsere Schule und unser Schulumfeld so aussieht, dass wir uns darin wohlfühlen können. Es gibt einen Musikinstrumentenkreis, bei dem man Instrumente für sein Kind ausleihen kann, wenn man keins selber kaufen will. Hier kann man aber auch eigene Instrumente günstig versichern lassen. Es gründet sich gerade ein Kreis, der sich um neue Eltern an unserer Schule kümmern will. Es gibt den Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit, der unsere Schule mehr in der Öffentlichkeit bekannt macht. Es gibt einen Vertrauenskreis, an den man sich bei Problemen im Miteinander an der Schule wenden kann. Es gibt einen Küchenkreis, der daran arbeitet, das Angebot in der Schulküche zu verbessern. Es gibt eine Gruppe, die sich mit der Herausgabe dieses Heftes beschäftigt und so weiter und so fort. Und jeder Arbeitskreis ist über weitere Hilfe froh! Und das Tolle ist, dass jeder, der ein Anliegen hat, was seiner Meinung nach noch nicht beachtet wurde, selbst aktiv werden kann. Insofern ist Selbstverwaltung nicht nur eine lästige Aufgabe und eine große Verantwortung, sondern auch eine Chance, die Schule mitzugestalten. Hier hat es jeder in der Hand, Schule zu einem Ort werden zu lassen, zu dem alle Beteiligten gerne kommen und sich ein Stück weit zuhause fühlen. Susanne Gilsbach

..übrigens findet vom 15.02.-17.02.2013 die Bundes-Eltern -Rats-Tagung in der Freien Waldorfschule Haan-Gruiten statt. Infos unter www.bundeselternratstagung.de


S c h u l e U n te r we g s

Die Alpenüberquerung vom Gotthardt bis Locarno Prolog Die berühmte Alpenüberquerung zum krönenden Abschluss der Klassenlehrerzeit – schon seit einigen Jahren war sie immer wieder sporadisch Thema auf Elternabenden oder bei sonstigen Klassengesprächen. Wobei Herr Godehardt sich immer ein wenig skeptisch gab: Diese Klasse sei mehrheitlich so wenig sportlich ambitioniert und zurückhaltend, ob ein solches Wagnis mit diesen Schülern möglich sei?

Nun kann man aber eine Hüttentour quer durchs Tessin nicht wie eine Pauschalreise mal eben im Reisebüro buchen – schon gar nicht für gut 30 Personen. Schnell fand sich das „Alpenteam“ zusammen - zwei Väter, zwei Mütter

Denn jeder, der schon einmal das größte europäische Gebirge bewandert hat, weiß, dass unser Sauer- und Siegerland dagegen eine seichte Hügellandschaft ist. Aber wir Eltern blieben unbelehrbar, und so stand es denn zu Beginn der 8. Klasse fest: Herr Godehardt würde auch bei seiner dritten Klasse nicht darum herumkommen, die Alpenwanderung sollte zum Ende des Schuljahres stattfinden.

und der Klassenlehrer - und machte sich mit Eifer bereits im Herbst 2011 an die Planung und Vorbereitung. Schnell war klar, dass wir die ursprüngliche Route früherer Klassen um ein paar Tage kürzen mussten. Nicht nur, um das finanzielle Limit von 500,-€ pro Schüler zu halten (speziell die schweizerischen Hütten waren um einiges teurer geworden), sondern auch, weil die Sommerferien sehr früh beginnen werden und unsere Tour bereits Ende Juni starten musste – da hatten einige Hütten noch gar nicht auf! Aber nach einigem Hin- und Hertelefonieren, zahlreichen EMails und Beratungstreffen stand die Route fest, alle Hütten sowie der Reisebus waren gebucht und Eltern und

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S chule Unt e rw e gs Schüler waren auf vorbereitenden Elternabenden und Ausrüstungschecks ebenfalls ausreichend informiert und vorbereitet worden.

zer Käse und Salami für die ersten beiden Mittagsjausen. Gar nicht einfach, den Bedarf für 30 Personen richtig einzuschätzen! Zu wenig würde zu Hunger und Unmut führen, zu viel zu Ärger, weil unnötiges Gewicht.. Aber dann ging es endlich wirklich los, die Rucksäcke geschultert, und das Klappern der Wanderstöcke war weithin zu hören, als sich unser Trupp aufmachte zur Seilbahnstation, die uns hinaufbringen sollte ins Gebirge. Die Höhenmeter muss man sich einmal vor Augen führen: Gestartet in Hagen bei knapp über 100 m ü. M., Busausstieg in Airolo auf 1.175 m ü. M., und dann Beginn der Wanderung an der Seilbahnstation Pesciüm bei 1.745 m ü. M. Damit nicht genug, lag unsere erste Hütte, die Cristallina-Hütte, die wir am Abend des 25.6. erreicht haben wollten, auf 2.500 m ü. M. Aber dazu später mehr...

Es konnte endlich losgehen, unser Bergabenteuer! Und so trafen wir uns am Sonntag, den 24. Juni 2012 um 23:00h an der Schule. Wir fanden es finanztechnisch klug, durch die nächtliche Anfahrt eine Übernachtung zu sparen und gleichzeitig einen Tag zu gewinnen. Schnell wurde uns Betreuern allerdings klar, dass die Vorstellung, im Bus könnte man ja schlafen, um Kraft für den ersten Wandertag zu sammeln, ein bisschen blauäugig gewesen ist – was soll's, jedenfalls ging die Reise lustig los und gegen 3 Uhr nachts war dann auch tatsächlich der Letzte eingeschlummert oder zumindest verstummt. Das Wetter war auch nicht gerade ermutigend – die ganze Fahrt nur Regen. Aber dann, am Morgen des 25. Juni, als wir den Gotthardt quasi umrundeten, da erwartete uns unser Startort Airolo mit strahlendem Sonnenschein!

Das Panorama ist überwältigend schön! Man hat geradezu das Gefühl, eine kitschige Fototapete vor sich zu haben: sattgrüne Wiesen, schneebedeckte Gipfel – und wir mittendrin. Frohen Mutes macht sich die Gruppe bei weiterhin strahlendem Sonnenschein auf den Weg. Das Wandern in der Gruppe müssen wir allerdings noch üben. Schon nach einer halben Stunde verpasst die Nachzüglergruppe eine Abzweigung und erklimmt den falschen Aufstieg – also wieder zurück, das ist die erste Frustration. Zwei Jungs laufen etwas später an der Abzweigung zu unserem ersten steilen Aufstieg vorbei und müssen wieder eingefangen

Tag 1 Um 8 Uhr morgens verließen wir am Bahnhof von Airolo unseren Reisebus, verabschiedeten uns von unserem Fahrerteam für die nächsten acht Tage bis zum Wiedersehen am Lago Maggiore. Ein schon irgendwie komisches Gefühl, sich ab jetzt nur noch mit eigener Muskelkraft fortzubewegen und alles Notwendige auf den eigenen Schultern zu tragen... Aber zunächst ging es noch gar nicht richtig los. Wir mussten erst warten, bis die Bank aufmachte, um Euro in Schweizer Franken zu wechseln (Welch ein Luxus, unsere Eurozone! Für einige Schüler war es auch der erste Kontakt mit einer fremden Währung – als Matheübung nicht schlecht, ansonsten eher lästig...), und wir kauften Schwei-

werden. Wir einigen uns darauf, möglichst auf Sichtweite zu bleiben. Vor dem großen Aufstieg auf die zu erklimmenden 2.500 Meter machen wir Mittagspause. Brot von Hof Sackern, Käse und Wurst, dazu Alpenquellwasser – köstlich! Und dann beginnt unser Angriff auf den Berg, steil, steil hinauf. Wir sehen Murmeltiere und erreichen

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Al p en übe rq uer ung schließlich die ersten Schneefelder. Dass die Zeitangaben auf den Schweizerischen Wanderschildern nicht für Anfänger wie uns gemacht sind, erkennen wir recht schnell...:-) Leider geht es einer Schülerin mit Asthma immer schlechter, das Wetter schwingt zu allem Übel auch um, es wird feucht und klamm und teilweise neblig. Wir müssen an einem Gletschersee vorbei über ein Schneefeld, kommen zum Teil vom Weg ab, weil die Markierungen wegen Schnee und Nebel schwer erkennbar sind, dadurch wird der Aufstieg noch steiler, ein echtes Abenteuer gleich am ersten Tag. Endlich kommt die Hütte in Sicht, ist aber immer noch weit entfernt und ziemlich weit oben. Die letzten 1,5 Stunden entpuppen sich als wahre Herausforderung an unsere Kräfte und Fähigkeiten. Als der Großteil der Gruppe endlich die sichere Hütte erreicht hat, wird klar, dass es eine Schülerin nicht schaffen wird. Gerade rechtzeitig können wir von der Hütte aus die Bergwacht rufen, die Schülerin und Betreuerin per Hubschrauber am Seil auf die Hütte und die Schülerin letztlich ins Krankenhaus bringt. Für sie ist die Tour leider schon zu Ende, aber zum Glück mit glimpflichem Ausgang. Jetzt ist auch allen klar, dass die Alpenwanderung kein Spaziergang, sondern eine wirkliche Herausforderung sein wird. Für die anderen beginnt nun zum ersten Mal der Hüttenalltag. Dreckschleuse am Eingang, Trockenraum, Nachtruhe direkt nach dem Abendessen. Die Betreuer verspüren nach diesem physisch wie psychisch anstrengenden ersten Tag dringenden Rotweinbedarf, die meisten Schüler gönnen sich eine ebenso unverschämt teure amerikanische Limonade.

Tag 2 – Dienstag, 26.6. Rückblickend weise geplant: heute ist Ruhetag! An dem freiwilligen Ausflug rund um die Hütte nehmen nur wenige Freiwillige teil, die meisten vertreiben sich die Zeit in der Hütte oder mit Tütenrutschen auf dem Schnee rund um die Cristallina-Hütte. Mit so viel Schnee hatten wir wahrhaft auch nicht gerechnet! Zum Abendessen gibt es Pizza und Risotto, die Nachtruhe um 22 Uhr können wir auf Grund geballtem Wächteraufgebot durch die Betreuer fast einhalten. Die Jugendlichen erscheinen uns fast zu erholt – es wird Zeit, dass der nächste Wandertag kommt.

Tag 3 – Mittwoch, 27.6. Um 6:30h wecken wir die Schüler, die Zimmer sollen noch vor dem Frühstück aufgeräumt werden. Entpuppt sich als schwierig, offenbar gehört der herumliegende Müll niemandem – ein Bergwunder! Nach der Zimmerabnahme gibt es Frühstück, und um 8:30h stehen wir alle wieder in voller Montur vor der Hütte, es kann losgehen. Die Tour beginnt mit einem schneereichen Abstieg vorbei am eingefrorenen Gletschersee. Das Panorama ist unglaublich. Doch prompt die erste Panne, Betreuer Jörg sinkt bis zur Hüfte mit einem Bein in ein Schneeloch ein! Zum Glück nichts schlimmeres passiert. Wir überwinden zum Teil recht steile Abstiege, dann endlich erreichen wir den Bergsee Lago Bianco. Hier machen wir eine ganz lange Pause, die Mutigen gehen sogar im eiskalten Wasser schwimmen! Herr Godehardt will vor der Klasse nicht feige sein und stürzt sich auch ins kalte Nass. Es entstehen seltene Fotos von Mädchen im Bikini auf einem Schneefeld stehend. Übermütige Jungs beginnen eine Schneeballschlacht, und obwohl wir

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Sc hul e Unt er w eg s

Tag 4 – Donnerstag, 28.6.

alle richtig zulangen, sind immer noch Brote übrig - „Willst du noch ein Stück Hof Sackern Brot“ wird zum „Running Gag“. Für das letzte Stück zur Basodino-Hütte trennt sich die Gruppe, einige wollen die Gelenke schonen und nehmen den Weg über die Straße, die anderen gehen den „richtigen“ Wanderweg durchs Gelände. Zweimal müssen wir hier den Fluss queren (und bekommen zum Teil nasse Füße), der letzte Abstieg zur Hütte entpuppt sich als enorm steil (bloß nicht nach unten gucken!). Dafür kreuzen ein paar Gemsen unseren Weg. Die Basodinohütte ist eine wunderschöne alte Steinhütte, aber ziemlich voll belegt, so dass einige Jungs ins Mädchenzimmer verlegt werden müssen, die anderen Jungs dafür das Zimmer mit angeblich laut schnarchenden Schweizern teilen müssen. Hart ist das Wandererleben... Von der Terrasse der Hütte, die direkt an der Seilbahnstation Robiei – San Carlo liegt, hat man einen spektakulären Blick hinab ins Tal. Und zum Abendessen gibt es typisch italienisch Minestrone und Pasta al Pomodoro. Nach den Anstrengungen des Tages hätten wir aber vermutlich ALLES gegessen. Noch am Abend diskutieren wir Betreuer, ob wir am nächsten Tag tatsächlich die geplante Passüberquerung nach Italien wagen sollen. Wir beratschlagen uns mit Hüttenwirtin und anderen Wandergruppen. Alle glauben, dass wohl dieses Jahr noch niemand hinübergegangen ist (wir wären also die ersten und der Weg wäre nicht gespurt), das Wetter aber eine Überquerung problemlos zulassen würde. Nach langem Hin und Her entschließen wir uns dafür, es zu versuchen. Auch mangels Alternative – es ist wie gesagt nicht einfach, für so viele Menschen eine Übernachtung in den Bergen zu organisieren.

Um 5:15h klingelt bereits der Wecker, um 5:30h wecken wir die Schüler, Frühstück haben wir für 5:50h bestellt. Alle sind müde und entsprechend schlecht gelaunt. Um 7:50h stehen dann doch endlich alle abmarschbereit vor der Hütte. An der Seilbahnstation vorbei geht es direkt steil in den Berg hinein, in Richtung Basodino-Gletscher. Leider müssen fünf Schüler und zwei Betreuer hier einsehen, dass es auf Grund verschiedener gesundheitlicher Blessuren unvorsichtig wäre, den Aufstieg zu wagen. Sie nehmen die Seilbahn ins Tal und wir verabreden uns für ein Wiedersehen in zwei Tagen in Bosco Gurin. Die große Gruppe macht sich auf den Weg und erklärt dem Berg den Kampf. Zunächst läuft es großartig, wir finden ein gutes Gruppentempo, der Weg ist gut zu erkennen. Auf einmal steht ein stolzer Widder nur 10 Meter vor uns auf dem Weg und schaut uns fast mitleidig an – für ihn ist der Aufstieg kein Problem! Dann, kurz vor der Bocchetta di Val Maggia, kommen die Schneefelder. Nicht nur, dass dies den Aufstieg ungleich mühsamer und schwieriger macht, der Schnee verdeckt auch einen Großteil der Wegmarkierungen. Es wird immer

abenteuerlicher, und als einige auf dem Schnee ins Rutschen geraten und der eine oder andere Stein dabei abgeht, gilt es, Panik zu verhindern. Die Schüler meistern das großartig! Dann kommen kurz vor dem Pass auch noch Geröllfelder hinzu, es grenzt an Klettern. Dann endlich der Kamm, die Grenze! Wir haben den Aufstieg gemeistert und gönnen uns ein großes Stück Schokolade. Der Abstieg wird noch einmal richtig anspruchsvoll, aber auch lustig, einige überbrücken größere Schneefelder, indem sie ihr

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A l pe n ü b er qu e ru n g Rucksäcke als Schlitten benutzen – warum nicht. Wieder sehen wir Widder und Steinböcke, die leichtfüssig die Hänge hinauf springen. Als wir nach weiteren Geröllfeldern (wir müssen erkennen, dass diese bergab noch schwieriger zu meistern sind als bergauf) endlich das Tal erreichen, sind die letzten Kilometer ein Kinderspiel – auch wenn wir erst einmal am Abzweig zur Hütte vorbei laufen und dadurch noch eine kleine Zusatzrunde laufen. Geschafft, aber zu Recht stolz auf unsere Leistung erreichen wir das Rifugio Maria Luisa. Das Abendessen ist hervorragend, Risotto alla Milanese und danach Arrosto (Schweinebraten) mit Kartoffelpürree. Nachts findet vor der Hütte offenbar eine Murmeltierversammlung statt, aber das Gequieke raubt uns nicht den wohlverdienten Schlaf. Man könnte noch so viel von den Hütten erzählen: Wie die Mädchen es trotz meist kaltem Wasser und beengtem Raum schafften, sich fast täglich die Haare zu waschen etwa, oder was für unglaubliche Kraftreserven Jugendliche trotz der großen täglichen Anstrengungen nach Beginn der Bettruhe noch freisetzen...

Aufstieg erwarten uns) hebt auch nicht gerade die Laune. Mir erscheint es schier unmöglich, dass es überhaupt einen gangbaren Weg geben soll, der diese steilen Hänge hinaufführt. Dennoch glauben wir natürlich unseren Wanderkarten und beginnen den Aufstieg – um nach 5 Minuten steilem Aufstieg festzustellen, dass wir den falschen Weg genommen haben und wieder zurück müssen. Das Wanderschild war aber auch tatsächlich nicht zu sehen – nur mit Mühe entdecken wir es im zweiten Versuch. Und dann beginnt unser Rückweg von Italien in die Schweiz, entlang der alten Schmugglerroute – stets und immer und immer bergauf. Erst durch Waldgebiet, dann im offenen, immer unwirtlicheren Gelände. Endlose 1.100 Höhenmeter. Vor dem Abzweig zum Pass machen wir die große Pause, die Lunchpakete werden aufgezehrt. Einige Schüler haben bereits mit Atemproblemen zu kämpfen. Endlich erreichen wir nach stundenlangem Bergauf die Kuppe und sehen Jörg, Michael, Gianna und Justus auf der anderen Seite des Bergkamms. Was für ein Wiedersehen! Allerdings hat Lea mittlerweile sehr starke Atemprobleme

Tag 5 – Freitag, 29.6. Wecken um 7:00 Uhr (relativ erfolglos), zweite Weckrunde um 7:15 Uhr. Um 7:30 Uhr gibt es – auch typisch Italien – ein Weißbrotfrühstück. Erst jetzt bemerken wir, dass wir uns am Vorabend verrechnet haben. Vor uns liegt eine relativ kurze Wanderung bis zur Cascata del Toce, wo uns ein Reisebus um 10 Uhr abholen und nach Fondovalle bringen soll. Erst jetzt bemerken wir die Wegmarkierung vor der Hütte, die uns klar machen, dass wir die Wegzeit etwas sehr knapp kalkuliert haben. Also forcieren wir einen mehr oder weniger fluchtartigen Aufbruch – tatsächlich macht sich die Gruppe um 8:29 Uhr an den Abstieg nach Riale, von dort geht es über die Straße weiter bis zur Cascata del Toce, wo wir tatsächlich auch um 9:50 Uhr eintreffen. Vom bestellten Bus noch keine Spur, der kommt – typisch italienisch – erst um 10:10 Uhr. In der Zwischenzeit bewundern wir die spektakuläre Aussicht auf die Wasserfälle, denen dieser Ort seinen Namen verdankt (Cascata = Wasserfall). Mit dem Bus erleben wir dann eine lustige Serpentinenabfahrt bis Fondovalle. Der kurze Abstecher zurück in die motorisierte Welt hebt bei den Schülern nicht gerade die Motivation, den bequemen Bus wieder zu verlassen und die Rucksäcke zu schultern. Und der Anblick des gewaltigen Bergmassivs, das es heute zu überwinden gilt (gut 1000 m

– wir befinden uns auch wieder sehr hoch, auf über 2.500m. Die, die noch Kraftreserven haben, schultern Rucksäcke derer, die nicht mehr können – die Gruppe hält in diesen extremen und teils kritischen Situationen sehr gut zusammen, es entsteht nicht Streit, sondern Solidarität. In diesen Momenten zeigt sich der wahre Sinn dieser „Strapaze“. Und so kommen wir am Ende alle sicher und wohlbehalten über die „Gurriner Furca“, meistern auf der Schweizer Seite noch ein letztes Schneefeld und erreichen nach kurzem Abstieg die Capanna Grossalp. Eine wirklich sehr schöne Steinhütte mit nettem Hüttenwirt, einer Terasse mit „Chillout Sesseln“ und wieder einmal großartigem Essen: Risotto

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S c h u l e U n te r we g s ai Funghi mit Grillfleisch, zum Nachtisch Kuchen. Die Stimmung am Abend ist relativ ausgelassen: Erstens geht es allen gesundheitlich wieder gut, außerdem war dies der letzte Tag im Gebirge – morgen steht uns „nur“ noch der Abstieg ins Tal und die Busfahrt durch Maggiatal bis Locarno bevor.

gendlichen sind die zwei Tage in der Jugendherberge, der Stadt- und Schwimmbadbesuch und die Freiheit, sich wieder ohne Betreuer und ohne Zeitdruck frei bewegen zu können wohl ein versöhnlicher Ausgleich. Sie haben in den Bergen einiges aushalten müssen, haben oft genug ihren „inneren Schweinehund“ überwinden müssen und sind ein ums andere Mal über sich hinausgewachsen. Wir Betreuer waren am Ende wirklich stolz auf die Leistung der Gruppe. Epilog Über den Sonntag in Locarno könnte man einen eigenen Artikel schreiben, ich belasse es dabei, dass die 1,5 Tage hier fast alle Anstrengungen vergessen lassen und gut zum nahen Beginn der Sommerferien passen. Für mich war dies sicher nicht die letzte Bergtour, dieses unglaubliche Gefühl, wirklich mitten in ursprünglichster Natur zu sein, sich auf die eigenen Kräfte verlassen zu müssen und bis an die körperlichen Grenzen zu gehen, macht süchtig – gerade weil unser Leben sonst oft so bequem und „luxuriös“ gestaltet ist. Zu sehen, dass die Schüler sich so tapfer dieser Herausforderung gestellt haben, sich gegenseitig immer unterstützt und geholfen und aufeinander Rücksicht genommen haben, war großartig. Hut ab vor dieser Leistung!

Tag 6 – Samstag 30.6. Um 7:30 Uhr wecken, Frühstück um 8 Uhr. Hhmm...es gibt sogar süße Hörnchen, die Zivilisation hat uns wieder! Wir genießen kurz den wunderbaren Blick ins Walsertal und auf den Ort Bosco Gurin, dann machen wir uns um 9 Uhr an den Abstieg ins Dorf und zur Bushaltestelle. Hier machen die meisten einen kurzen Abstecher in den örtlichen Supermarkt – ein lange gemisstes Vergnügen!

Als wir am Abend des 2. Juli wieder mit dem Reisebus in Hagen ankommen, ergreift mich schon so etwas wie Wehmut – wir waren eine wirklich tolle Truppe und können alle stolz auf diese gemeinsame Erfahrung sein!

Mit dem Linienbus fahren wir die Serpentinen hinunter ins Tal, und steigen auf halber Strecke nach Locarno aus, um ein paar Stunden Badevergnügen in der kühlen Maggia zu genießen. Als sich die Bustüren öffnen, schlägt uns hochsommerliche, schwülwarme Luft entgegen – ein unheimliches Kontrastprogramm zur klaren, morgens kühlklammen Bergluft der letzten Tage. Und dann dieser großartige Moment am Fluss, die Wanderschuhe auszuziehen und die geplagten Füße dem kühlen Nass zu übergeben – unvergesslich! Nach ein paar Stunden ausgelassenem Badevergnügen und Mittagsjause mit Baguette und Chips besteigen wir den Linienbus nach Locarno, der schönen Stadt am Lago Maggiore. Nach all den rauhen, urgewaltigen Natureindrücken der Bergwelt ist es ein echter Kulturschock. Für die Ju-

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Elske Jilli

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P r o to k o l l

Vom Ackerbau zum AbiturPraktika an der Rudolf-Steiner-Schule Hagen Protokoll der öffentlichen SK vom 06.03.2012 Herr Herzog referierte über die Praktika in der Unterstufe. In der Unterstufe gehen die Praktika aus den Epochen hervor, d. h. theoretisch könnte es zu fast jeder Epoche ein Praktikum geben. Das Ackerbaupraktikum im 3.Schuljahr schließt an die alttestamentliche Epoche der Vertreibung aus dem Paradies an und zeigt den Kindern den Weg vom Umgraben des Bodens bis zum Backen eines Brotes durch ihre Arbeit auf dem Feld. Nebenbei erlernen die Kinder die Unterscheidung der Kornarten. Das Praktikum findet im dritten Schuljahr statt, weil die Kinder in diesem Alter ihre Kindheit verlassen, quasi „aus dem Paradies vertrieben werden“. Eine Antwort auf die Vertreibung aus dem Paradies erfahren die Kinder in der Hausbauepoche im 3.Schuljahr, wo sie Sicherheit wiederfinden durch Umgang mit Steinen und Mörtel, mit denen sie etwas Sinnvolles bauen. Sie lernen im Unterricht auch, wie aus Lehm Ziegel entstehen und wie Mörtel mit Hilfe von Wasser und Luft Steine verbindet. Dazu müssen sie ihre Hausbauprojekte berechnen und beschreiben. Der Sinn der Hausbauepoche ist, dass die Kinder selber arbeiten (nicht die Eltern!), damit sie die Mühen der Arbeit erleben, die aber auch den krönenden Abschluss in der Feier des Richtfestes haben. Beispiele für ein Hausbauprojekt ist ein Ponystall auf Hof Schee, der vor einigen Jahren von einer Klasse errichtet wurde. Am schönsten ist es, wenn die Kinder erleben, dass ihr Projekt stehen bleibt und genutzt wird. Auf den Klassenfahrten werden auch beispielsweise Sternenkunde oder Bergbau als Projekt bearbeitet. Die jährlichen Faschingsfeiern stehen - im 3. Schuljahr im Zeichen der Handwerker - im 4. Schuljahr im Zeichen der Ritter - im 5. Schuljahr im Zeichen der griechischen Kultur und stellen somit die praktische Umsetzung der besprochenen Themen aus der Epoche dar. In der 7. Klasse kann als praktische Übung eine Wanderung nach Landkarte erfolgen. Frau Tischer referierte über das Forstpraktikum im 7. Schuljahr. Zunächst beginnt der Werkunterricht im 5. Schuljahr mit dem Fällen eines Baumes, um zu zeigen, wo das Holz für den Unterricht überhaupt herkommt. Die 12tägige Fahrt zum Forsthaus Kurk im Nationalpark Harz bei Braunlage gibt den Kindern ideale Möglichkeiten, unter der Anleitung von Forstwirten den Wald als Lebensraum kennen zu lernen, sowie durch ihre Waldeinsätze Naturschutz und Ökologie hautnah zu erleben.

Herr Herzog berichtete über seine guten Erfahrungen mit dem 8-Klassspiel, wenn es als Kompaktepoche erarbeitet wird und nicht in einzelnen Stunden neben dem Unterricht eingestreut wird. Denn dann steigen die Kinder in das Spiel ein, erarbeiten neben ihren Rollen auch das Bühnenbild und Plakate und vieles mehr. Herr Grineisen referierte über das Landbaupraktikum im 9. Schuljahr, bei dem die Schüler jeweils zu zweit für drei Wochen auf einem Bauernhof wohnen. Es hat sich als sinnvoll erwiesen, das Praktikum in diese Zeit der Pubertät zu legen, da Schüler sich in dem Alter lieber praktisch als theoretisch mit der Welt auseinandersetzen wollen. Auf diesem Wege zur Erlangung der physischen und psychischen Erdenreife durch die Pubertät haben die Schüler hier die Möglichkeit, sich mit den Bedingungen für das Zusammenleben von Mensch, Tier und Pflanze vertraut zu machen und auseinanderzusetzen. Dafür wird ein klassischer Bauernhof, der sowohl Ackerbau als auch Viehzucht betreibt, benötigt. Nebenbei ermöglichen intakte Hofgemeinschaften das soziale Lernen. Frühes Aufstehen, bestimmte Arbeiten führen zu intensiver Auseinandersetzung und häufig machen sich die Kinder die Höfe zu eigen und haben sich mit ihnen verbunden. Für die einzelnen Schüler ist diese Zeit viel lehrreicher, als wenn man versucht hätte, diese Themen in der Schule zu behandeln. Sie kommen meist kräftiger, selbständiger und gereift zurück. Herr Eichwalder referierte über die zweiwöchige Russlandfahrt im 10. Schuljahr. Durch die Partnerschaft der Städte Hagen und Smolensk sowie durch die engen Beziehungen zur Waldorfschule in Smolensk ermöglicht diese Fahrt die Vertiefung der seit dem 1. Schuljahr gelernten russischen Sprache. Die Unterbringung findet in der ersten Woche in Familien der Partnerklasse statt. Es gibt eine Woche gemeinsamen Unterricht vormittags in Verbindung mit einem künstlerischen Projekt (Tanz und Musik), nachmittags werden gemeinsame Exkursionen gemacht. In der zweiten Woche schließt sich eine Fahrt nach St .Petersburg an. Der Gegenbesuch der Smolensker Partnerklasse findet meist zum Herbstbasar statt. Weiterhin besteht die Möglichkeit, noch mal zwei bis drei Monate als Austauschschüler nach Russland zu gehen, um die Sprachkenntnisse weiter zu verbessern. Herr Rudzynski erläuterte die Praktika in der Oberstufe: Im 10. Schuljahr findet ein dreiwöchiges Industriepraktikum seinen Platz, das idealerweise in einem Handwerksbetrieb wahrgenommen wird. Die Schüler sind in der 10.

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P ra ktika Klasse noch sehr mit sich selbst beschäftigt und machen deshalb genau in dieser Zeit ein Industriepraktikum, um das „eigene Ich“ einmal anders zu erleben und sich an vorgegebenen Sachverhalten zu orientieren. Die Schüler sollen sich selbst einen Praktikumsplatz suchen und nach Beendigung ihre Arbeit reflektieren, deshalb fertigen sie auch einen Bericht über ihre Arbeit an, bei dem ihnen ein betreuender Lehrer zur Seite steht. Das 11. Schuljahr beginnt mit dem zweiwöchigen Feldmesspraktikum, in dem die Schüler klassische Messmethoden erlernen und Gelerntes aus der Mathematik in der Praxis erproben. Sie lernen die Welt messend ohne Elektronik zu ergreifen mit der Zielsetzung, eine Landkarte zu erstellen auf der Grundlage der Überprüfung ihres eigenen Denkens mit der Wirklichkeit. In der zweiten Hälfte des 11. Schuljahres findet das dreiwöchige Sozialpraktikum statt. Die Phase des „ Nicht-Wissens-wo-ich-stehe“ ist vorüber, die Veränderungen der Pubertät liegen weit-

gehend hinter den Schülern und die innere Stabilität lässt es zu, den Blick nach draußen auf die Sorgen anderer Menschen, auf Fremdartigkeiten und Besonderheiten zu richten, beispielsweise im Altenheim, Kindergarten, Schule und anderen sozialen Einrichtungen. In der 12. Klasse wird noch eine Jahresarbeit angefertigt, bei der die Schüler sich mit einem selbst gewählten Thema über längere Zeit befassen sollen. Sie suchen sich zur Unterstützung einen Betreuer, der sie organisatorisch und auch inhaltlich begleitet. Die Arbeit wird schriftlich verfasst und dann in einem Vortrag vor der interessierten Schulgemeinschaft vorgetragen. Im 12. Schuljahr findet auch noch ein Eurythmieabschluss, d. h. eine Aufführung statt, dessen Inhalt im Schuljahr erarbeitet wird. Und die Abschlussfahrt am Ende dieses Schuljahres soll verstärkt künstlerische Aspekte zum Inhalt haben. Insgesamt soll in der Oberstufe durch die verschiedenen Praktika die Entwicklung zum Menschen unterstützt werden.

Z us am me nar be it

Förderschule Altes Pfarrhaus eine Kooperation mit der Waldorfförderschule in Herdecke Die Waldorfförderschule Altes Pfarrhaus mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung befindet sich Herdecke Kirchende. Sie bietet seit dem Schuljahr 2007/08 Kindern im Grundschulalter besondere Hilfen in krisenhaften Lebenssituationen an. Das multiprofessionelle Team, das sich aus Pädagogen und Therapeuten zusammensetzt arbeitet mit der Annahme als Grundlage, das Selbstvertrauen der wichtigste Baustein im Leben ist. Um dieses Ziel zu erreichen, werden viele Erfahrungen eines rhythmischen Tagesablaufs mit den schulischen Notwendigkeiten vereint. Basierend auf dieser Annahme wird es den Kindern ermöglicht individuelle Ausdruckformen zugunsten eines positiven Lernverhaltens zu entwickeln. In halbjährlichen Förderplankonferenzen werden Wandlungs- und Heilungsprozesse der Schüler vom Gesamtkollegium reflektiert, für jedes Kind individuelle Förderziele formuliert und in Absprache mit den Eltern Fördermaßnahmen und Therapien festgelegt.

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Im Rahmen der schulischen Arbeit werden die Schüler intensiv darauf vorbereitet sich bald möglichst wieder in den Alltag der allgemeinbildenden Schulen eingliedern zu können. Um den Schülern zu einer realistischen Selbsteinschätzung zu verhelfen, werden in der vierten Klasse Schülerpraktika durchgeführt. Für weitere Infos: www.altes-pfarrhaus.org

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1 00 Ja hr e: Sc hul ge bäude

Unser Unterstufengebäude ist 100 Jahre alt Gegründet als „katholische Schule Im Mühlenwerth“ Architekt aus Dresden Die nötigen Beschlüsse sowohl der Schuldeputation als auch der Stadtverordneten-Versammlung lagen in der ersten Hälfte 1911 endgültig vor, so dass am 15. Juli 1911 der Architekt Franz Berghold mit der weiteren Planung beauftragt werden konnte. Baumeister Berghold (geboren 1872) stammte aus Dresden, wo er um 1900 mit dem Bau spätgründerzeitlicher Villen bekannt geworden war. Warum die Stadt Haspe den seinerzeit 40-jährigen Architekten mit der Errichtung der Mühlenwert(h)-Schule beauftragte und was ihn damals an die Ennepe führte, ist leider Die alte Aufnahme zeigt die ehedem katholische Mühlenwert(h)-Schule um 1925. nicht bekannt. Was wir indes wissen, ist zum Beispiel, Unsere Waldorfschule besteht in Haspe seit knapp 30 Jah- dass die Hasper „Turngerätefabrik Karl Schröder“ die „Turnren. Untergebracht ist sie, wie wir alle bestens wissen, in gerüste“ für 348 Mark lieferte, dass sämtliche Schränke und Stühle 2651 Mark kosteten und dass die Hagener zwei Gebäuden: südlich der Enneper Straße in der ehemaligen, an Firma „Bechem und Post“ die Brausebadanlage fertigte. • dieser Stelle seit 1870 existierenden evangeliDie Fertigstellungsarbeiten schritten - trotz einiger Wetschen „Stennert-Volksschule“, die lange Zeit – zu- terprobleme - schnell voran und schon nach gut nächst bis 1968 uns dann ein zweites Mal in den einjähriger Bauzeit konnten die Hasper ihre neue Schule 1980er Jahren (als Hauptschule) - den Namen „Harkort-Schule trug, • und nördlich der Enneper Straße in der früheren „katholischen Schule Im Mühlenwerth“, anfangs am Wortende mit „h“ geschrieben. Während die Stennnert-/Harkortschule im Laufe ihres Bestehens mehrfach ihr Aussehen gewandelt hat, präsentiert sich die einstige katholische Mühlenwert(h)-Schule äußerlich noch weitgehend so, wie sie vor 100 Jahren errichtet worden ist. Wer mehr über ihre Anfänge wissen will, muss beim Hagener Heimatforscher Paul Schulte nachschlagen. Er schrieb 1937 in seinen „Beiträgen zur Geschichte von Hagen-Haspe“, die Gründung des „katholischen Schulsystems Westerbauer“ falle in das Jahr 1907. Damals seien die ersten zwei katholischen Schulklassen in der seinerzeit neuerrichteten Schule auf der Kipper untergebracht worden. Doch diese beiden Klassen seien recht schnell überfüllt gewesen, weshalb schon bald ein Neubau ins Auge gefasst werden musste.

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Äußerlich hat sich im Verlauf von 100 Jahren gar nicht viel verändert. (Foto: Claudia Eckhoff)


offiziell übergeben – genauer: am 12. Oktober 1912. „Um vier Uhr nachmittags“, berichtet Paul Schulte, „versammelten sich auf dem festlich geschmückten Platze vor der Schule die Mitglieder der städtischen Verwaltung, des Stadtverordneten-Kollegiums, der Schuldeputation, ferner die Lehrerschaft und die Bauleitung nebst den beteiligten Handwerksmeistern und Lieferanten.“ Auch Haspes Bürgermeister Frank, der Hagener Landrat und die Kreisschulinspektoren waren an die Enneper Straße gereist, um an der Einweihungsfeier teilzunehmen, die obendrein durch mehrere Ordensverleihungen angereichert wurde. Gegründet wurde die Volksschule „Im Mühlenwerth“ mit sieben Klassenräumen, Zeichensaal, Rektorzimmer, Lehrerzimmer und Lehrmittelraum. Im Kellergeschoss befanden sich der Baderaum, die Heizungsanlage, ein Kokskeller und die Wohnung des Hausmeisters. Stolz war man außerdem darauf, dass es auf jedem Stockwerk Toiletten gab („Aborte“). Und „die geräumige Plattform vor dem Lehrerzimmer“ sollte im Sommer „Blumenschmuck tragen“. Zwei Tage nach der Einweihung bezogen die ersten Kinder ihre neue Schule (per Umzug von der Kipperschule aus). Und schon zwei Jahre später wurde in sämtlichen sieben Klassen unterrichtet. Quäkerspeisungen In den darauffolgenden Jahren berichtet die Schulchronik unter anderem von Feiern zu Ehren Kaiser Wilhelms II. oder

später zu Ehren des Reichspräsidenten von Hindenburg, von verlängerten Weihnachtsferien (weil es an Kohlen mangelte) und Grippewellen, natürlich von zahlreichen Lehrerwechseln und auch von „Quäkerspeisungen“. Dahinter verbirgt sich jene humanitäre Hilfe, die amerikanische Quäker in der Zeit unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg vor allem in Deutschland leisteten. Offiziell lautet der Begriff „Kinderspeisung“ und galt hauptsächlich Kindern, die durch Schulärzte ausgewählt wurden. Daneben erhielten aber auch besonders bedürftige Menschen, darunter viele Erwerbslose und Ältere, diese Essensausgaben. Die Zahl der Kinder, die in Deutschland bis 1924 eine solche Speisung erhielten, wird auf bis zu fünf Millionen geschätzt. Ein für uns heute zum Schmunzeln anregendes Ereignis meldet die Chronik aus dem Jahr 1929: Die Schule erhielt am 29. Mai nicht nur einen Flügel, sondern auch „ein KinoVorführgerät, ein Rundfunkgerät und ein elektrisches Wandtafellehrgerät“. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Schule offenbar ohne nennenswerte Schäden. Ende der 1960er Jahre kam es zur Auflösung der alten Volksschulsysteme und zur Ausgestaltung der Sekundarstufe I. Die beiden Schulgebäude an der Enneper Straße bildeten fortan gemeinsam die Hauptschule Westerbauer. Doch die wurde schon recht bald nicht mehr benötigt… Michael Eckhoff

1 0 0 J a h re : E m i l S c h um a c h e r

Ein rauschendes Fest der Farben Schülerinnen und Schüler beim Schumacherfest im Kunstquartier Zum 100. Geburtstag des Hagener Malers Emil Schumacher wurde am 31. August 2012 im Kunstquartier riesig gefeiert. Unter dem Motto „von 0 auf 100“ starteten Schülerinnen und Schüler von insgesamt 27 Hagener Schulen durch und gratulierten mit tollen und ideenreichen Kunstaktionen. Die Hagener Waldorfschule beteiligte sich gleich mit drei Klassen: Die dritte Klasse ließ zusammen mit Klassenlehrerin Miriam Duschek und Werklehrerin Annette Hugendick einen vier mal vier Meter großen strahlenden Farbwirbel auf dem Platz vor dem Museum entstehen. Dazu ebenfalls live - trommelte weithin hörbar die zehnte Klasse zusammen mit Musiklehrer Martin Eichwalder. Und auf der Bühne des Kunstquartiers präsentierte schließlich noch die

siebte Klasse mit ihrer Klassenlehrerin Heike Dinter ein Gesangskonzert. Insgesamt war die Feier eine sehr gelungene Schüleraktion, die viele begeisterte und allen großen Spaß machte. Es war ein rauschendes Fest der Farben! Übrigens: Das große Leinwandbild der dritten Klasse hängt seit der Aktion im Foyer des Pavillons und bringt den Raum zum Strahlen. Eine kleine Foto-Dokumentation der Aktion zum Emil-Schumacherfest im Kunstquartier ist dort ebenfalls seit der ersten Monatsfeier des Schuljahres zu sehen. Sie zeigt, ebenso wie die folgenden Seiten, ein paar Impressionen. Birgit Andrich

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„ Der Lügn er “

Das Achtklassspiel aus Sicht des Elternhauses

Das Klassenspiel zum Ende der 8. Klasse gehört ohne Frage zu den „Highlights“ der Waldorfschullaufbahn. Alljährlich werden die (zur Auswahl stehenden) möglichen Stücke schon weit vor den Aufführungen von den Schülern aufgeregt diskutiert und intensiv gehandelt, um dann von der gesamten Schulgemeinschaft noch neugieriger verfolgt und ungeduldig erwartet zu werden.

jahresarbeiten die Hauptrolle und so geriet das Thema des Klassenspiels wieder etwas ins Abseits. Dann, als das Jahresende immer näher rückte, wurden auch wir Eltern langsam unruhig, schließlich war auch der Termin der Aufführung mit Mitte März recht früh gesetzt. Doch Herr Godehardt strahlte nun zusehends Gelassenheit aus, hatte er doch in Frau Gerlach, einer Achtklassspiel-erfahrenen Theaterpädagogin aus Bochum, die ideale Unterstützung gefunden. Sie begann mit den Schülern verschiedene Techniken zu üben, und konnte die Schüler letztlich für das Stück „Der Lügner“ von Carlo Goldoni begeistern. Das Verteilen der Rollen war eine weitere spannende und emotionsgeladene Aktion, und am Ende ließen sich Herr Godehardt und Frau Gerlach darauf ein, drei volle Besetzungen spielen zu lassen. Zu Hause wurden von nun an beständig Texte einstudiert, wobei Schwester und Freunde die beliebteren Sparingspartner waren. Dabei hätte ich so gerne… Aber vor Mama ist das natürlich peinlich! Der Termin der Aufführung war nur noch 2 Monate entfernt, da bildeten wir auf einem Elternabend diverse Arbeitsgruppen. Eine große Gruppe tatkräftiger und auch entsprechend begabter Eltern nahm sich des Bühnenbildes und der Kulisse an. Jeder, der das Stück gesehen hat, wird sich erinnern, dass die vielen anstrengenden Tage und Abende im Pavillon ein großartiges Ergebnis geliefert haben! Eine weitere Gruppe rund um eine fachkundige Mutter übernahm die Verantwortung für die Kostüme, die bei dieser „Commedia dell’arte“ aus dem Venedig des 18. Jahrhunderts entsprechend aufwendig waren.

Im vergangenen Schuljahr durfte ich dieses Ereignis als Mutter zum ersten Mal direkt miterleben. Schon zum Ende der 7. Klasse begann die Diskussion um die Auswahl des passenden Stückes. Wird es eine Komödie? Wird es möglich sein, diese eher „ruhige“ Klasse ausreichend sprachgewaltig und aktionsgeladen auf die Bühne zu bringen? Die Schüler wirkten durchgehend gelassen, der Klassenlehrer zeitweise weniger… Zu Beginn der 8. Klasse spielten dann natürlich die Halb-

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Ac h t k l a s ss p ie l Und natürlich gab es noch zahlreiche weitere kleine und große Dinge zu regeln, zu organisieren und zu bedenken: Requisiten, das Buffet, die Getränke, wer macht die Fotos und so weiter und so fort. Je näher der Termin rückte, umso aufgeregter wurden nicht nur die Kinder, sondern selbstverständlich auch wir Eltern. Um die Nerven zu beruhigen, war es durchaus nicht hilfreich, wenn man einmal den Proben beiwohnte, denn insbesondere Frau Gerlach schien immer verzweifelter, wenn die eine oder andere Szene einfach nicht sitzen wollte. Die Kinder (Entschuldigung, Jugendlichen!) erschienen dagegen weiterhin gelassen. Noch am Tag der Premiere scherzten und quatschten sie auf dem Schulhof, während in der Maske hektischer Betrieb herrschte und Eltern mit dem Aufbau des Buffets beschäftigt waren. Für mich habe ich da im Stillen mal wieder begrüßt, nicht Lehrer geworden zu sein…

Und dann endlich war es soweit: Der Saal war gut gefüllt, auch die Schauspieler hatte endlich so etwas wie Lampenfieber ergriffen – und das Spiel begann. Ich möchte hier gar nicht lange über die Aufführungen selbst sprechen, die Erinnerung daran jedenfalls fühlt sich immer noch warm und gut an, natürlich gemischt mit Stolz auf die Leistung der Klasse, und ein bisschen Wehmut, als es am Sonntag Nachmittag dann vorbei war. Alles in allem kann ich sagen, dass dieses Projekt nicht nur eine echte Herausforderung für die Schüler/innen (sowie den Klassenlehrer) bezüglich Teamgeist, Konzentration, Mut und Durchhaltevermögen war, sondern auch wir Eltern sind hier noch einmal richtig stark zusammengewachsen. Und am Ende hatten wir gemeinsam das, wovon uns und unseren Kindern diese Schule immer wieder viel gibt: Freude! Elske Jilli

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Bau ep o c h e 4 . Kl a s s e

Ein Mini-Schulgarten Neue Hochbeete hinter dem Oberstufengebäude Vor vielen Jahren gab es einmal auf dem Titel einer großen deutschen Boulevardzeitung die Abbildung einer Kuh, einer stinknormalen Kuh auf einer Wiese. Die Überschrift war: „Kinder, so sieht eine Kuh aus!“ Hintergrund war, dass eine Studie herausgefunden hatte, dass ein nicht unerheblicher Prozentsatz von Kindern in der Tat dachte, Kühe seien lila. Ja, richtig gelesen: Viele Kinder kannten Kühe lediglich aus der Werbung, nicht aus eigener Anschauung. In unserer komplexen Welt ist das Phänomen auch Erwachsenen nicht unbekannt: Strom kommt bekanntlich aus der Steckdose, Geld aus dem Automaten und Schuhe aus dem Laden. Der Ursprung der Dinge ist oft nicht mehr nachvollziehbar, je mehr Arbeitsteilung und Verarbeitungs- und Handelsstufen dazu kommen. Und so kennt man Manches eben nur vom Hörensagen oder eben aus den Medien. Sobald Kinder etwas älter werden, kann man ihnen erklären, wie Dinge zustande kommen, es wird dann mit dem Intellekt erfasst. Ein anderer Weg ist es, Kindern schon frühzeitig die Möglichkeit zu geben, diese Zusammenhänge zu erleben. Dieses Erleben und Fühlen ist ungleich intensiver und vor allem komplexer als das bloße „Erklären“. Nicht nur der reine Inhalt, der sachliche Zusammenhang, sondern viel mehr Dimensionen werden erfasst: Wie fühlt sich etwas an? Wie lange dauert es? Was mache ich bei Problemen? Wer hilft mir? Wie riecht etwas? und vieles mehr. Es ist, als ob man eine Sache nicht nur von oben sieht, sondern sie von oben und

unten, von der Seite, bei Licht, bei Dunkelheit, von weitem und von nahem usw. betrachtet. In der Waldorfschule werden im Unterricht Dinge erlebbar gemacht. Gelernt wird dann nicht nur „im Kopf“, sondern

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Au s d e m S c h u ll e b e n cken schaffen. Die jetzige 5. Klasse hat im letzten Frühjahr in ihrer Bauepoche acht Hochbeete hinter dem Oberstufengebäude errichtet. Die Arbeit erfolgte in mehreren Phasen. Zunächst zeichneten die Kinder. Wie ein Architekt zunächst seine Planung macht, so zeichneten die Kinder ihre Ideen. Die Kinder konnten spüren, dass jedes materielle Projekt seinen Ursprung im Geist hat, dass zuerst eine Idee da sein muss. Dann erstellten die Kinder Modelle von verschiedenen Bauten. Hierbei wurden sehr unterschiedliche Materialien benutzt. Neben „klassischen“ Baumaterialien wie Lehm und Holz wurde auch mit Styropor oder Zuckerstückchen experimentiert. Im Modell manifestiert sich die konkrete Idee. Sie wird auf einer materiellen Ebene sinnlich wahrnehmbar, die noch Lernerfahrungen, Veränderungen und Erweiterungen zulässt. Die Hochbeete wurden in der Klasse gemeinsam geplant. Das waren Anfangsüberlegungen wie „Was wollen wir bauen?“, „Was wird gebraucht?“ oder „Wem nützt der Bau?“. Es folgten Überlegungen zu Materialbeschaffung, zu Werkzeugen und den erforderlichen Fähigkeiten. Ohne Initiative wegzunehmen, lenkte Herr Herzog die Aktivitäten. Auf den Elternabenden wurden die Eltern mit einbezogen, auch ihre Hilfe wurde später benötigt.

mit allen Sinnen. Ein Beispiel dafür ist die Bauepoche in der vierten Klasse, die nahe bringt, wie Menschen Gebäude, Strassen oder andere sinnlich wahrnehmbare, auf der Erde gründende Erscheinungen wie Mauern oder Brü-

Irgendwann wurde es dann konkret: Spielt das Wetter mit? Wird das Material geliefert? Was ziehen wir an? Immer vier Schülerinnen und Schüler bildeten ein festes Team pro Hochbeet. In der ersten Bauphase, dem Aushub und Giessen des Fundaments war das Wetter den Viertklässlern nicht immer wohl gesonnen, Regenkleidung musste her. Eltern und große Geschwister halfen und so manch einem taten hinterher die Knochen weh!

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Bau ep o c h e 4 . Kl a s s e Nachdem die Fundamente getrocknet waren, konnte mit dem Mauern begonnen werden. Viele verschiedene Arbeitsgänge waren erforderlich. Mörtel herstellen, Steine herbeischaffen, Steine passend klopfen, mauern, einen Abfluss legen, Einsatz der Wasserwaage…

Ob große oder kleine Schüler, kräftige oder zarte – alle arbeiteten mit, ob an der Mischmaschine oder mit der Schubkarre, die Hände im Mörtel oder beim Meißeln! Die Fotostrecke zeigt etwas davon. Ist es nicht wunderbar, dass unsere Kinder so lernen dürfen?!

Nachdem die Hochbeete fertig gemauert waren, wurden sie außen mit Wasser geglättet und konnten trocknen. Auch das Sichern des Arbeitsplatzes, Entsorgen von Restmaterial und das Aufräumen gehörten dazu.

Am 30. Juni wurden bei herrlichem Wetter die fertigen Hochbeete bei einem kleinen Fest mit Erde gefüllt und bepflanzt. Zuvor durften alle Kinder ihre Initialen in „ihre“ Hochbeete meißeln. Die Eltern stifteten ein leckeres Buffet, Herr Herzog hielt eine kleine Ansprache und alle hatten Spaß. Denn auch das gehört natürlich dazu: Der feierliche Abschluss, das Genießen des Arbeitserfolgs, das Gelobt-werden. Um auf die „lila Kuh“ zurück zu kommen: Neben den reichen Erfahrungen planerischer, handwerklicher und sozialer Art, die unsere Kinder machen konnten; neben den Gefühlen von Eifer, Frust, Erschöpfung, Stolz auf den Erfolg – sie haben das Wesen des Bauens erfasst und wissen, dass Hochbeete nicht einfach vom Lkw geliefert werden. Karla Klose

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Waldorf One World ein Dankesbrief zum WOW-Day 2011

Brasilien, São Paulo Colégio Waldorf Micael

Deutschland, Ulm Freie Waldorfschule am Illerblick

England, Michael Hall Steiner Waldorf School

Moldawien Scoala-grádinità Waldorf Chisinau

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S c h u l e U n te r we g s

Feldmessen mit der 11. Klasse Im September 2012 auf Schloss Niederspree

Am Montag, 17. September 2012 starteten wir unser Feldmesspraktikum. Abfahrt war um 8 Uhr an der Schule. Der Reisebus brachte uns in neun Stunden an die polnische Grenze zum Schloss Niederspree in der Nähe von Görlitz. Begleitet wurden wir von Herrn Trögner, Frau Jankowski und Herrn Depping. Das Gebiet um das Schloss herum ist ein riesiges Naturschutzgebiet, das unsere Klasse bereits aus dem sechsten Schuljahr kannte. Damals machten wir hier eine Sternenkunde-Epoche. Ziel unseres jetzigen Praktikums war es, in zehn Tagen einen Ausschnitt der Landschaft direkt um das Schloss herum gelegen zu vermessen und anschließend auf eine Karte zu übertragen. Wir wurden in zehn Arbeitsgruppen mit jeweils drei Schülerinnen und Schülern eingeteilt. Jeder Gruppe wurde ein eigenes Gebiet zugewiesen, welches sie vermessen musste. Mit Holzpflöcken steckten wir die Grenzen der einzelnen Gebiete ab und anschließend setzte jede Gruppe ihr Dreiecksnetz. Wir spannten also ein Triangulationsnetz über die Landschaft, die wir vermessen wollten. In den folgenden Tagen maß jede Gruppe ihr Gebiet, rechnete die einzelnen Winkelsummen aus und überprüfte die

Ergebnisse auf ihre Richtigkeit. Dabei musste manches noch einmal nachgemessen und verbessert werden. Um Details wie Wege, Seen und Flüsse auf die Karte zu bekommen, mussten diese gesondert vermessen werden. Nachdem alle Daten gesammelt waren, erstellte jede Gruppe eine maßstabsgetreue Karte ihres Gebiets. Vorgegebener Maßstab war 1:1000. Nun mussten nur noch die Karten der einzelnen Gebiete zu einer Gesamtkarte zusammengefügt werden. Dabei konnte man erkennen welche Gruppe besonders sorgfältig gearbeitet hatte und wer bei den Vermessungen geschummelt hatte. Zum Schluss musste jede Schülerin und jeder Schüler noch eine farbige Karte des gesamten Gebietes zeichnen. Die Ergebnisse konnten wir schließlich nach der Klassenfahrt unseren Eltern bei einem Informationsabend in der Schule präsentieren. Unsere Arbeitstage waren fest strukturiert: Um 8:00 Uhr morgens gab es Frühstück, 8:45 Uhr war eine Besprechung, anschließend Arbeitsbeginn. Mittagessen gab es um 12:30 Uhr. Nach der Mittagspause wurde von 15:00 Uhr bis zum Abendessen um 18:00 Uhr weitergearbeitet. Häufig wurde auch noch nach dem Abendessen gearbeitet. Nachtruhe war um 23:00 Uhr.

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F e l dm e s s p r a k t i k um

Natürlich hatten wir aber auch Freizeit. An zwei Tagen besuchten wir die Städte Görlitz und Cottbus, wo wir uns die Sehenswürdigkeiten, ein Museum und ein Braunkohletagbau anschauten.

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Die Feldmessfahrt war insgesamt ein sehr schönes Erlebnis und hat die Klassengemeinschaft gestärkt. Unsere schlechten Erinnerungen an das Essen im Schloss Niederspree von der Klassenfahrt im 6. Schuljahr haben sich Gott sei Dank nicht bestätigt. Wir waren angenehm überrascht. Paula Andrich

I m p r e s s i o n e n e i n e s k l e i n e n S om m e r f e s t e s d e r 2 . K l a s s e

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S c h u l e U n te r we g s

Die Kinder der 3. Klasse sind Kulturstrolche und zwar drei Jahre lang. Ein Förderprojekt des NRW-Kultursekretariats macht es möglich

„Ein Pferd kann auch blau gemalt werden“ und „ein Apfel kann auch eckig sein“. - Da sind sich die 25 Kinder aus der 3. Klasse jetzt ganz sicher. Immerhin sind sie seit einem Jahr, also seit Beginn des zweiten Schuljahres, Kulturstrolche und im letzten Schuljahr bereits zu kleinen Kultur-Fachleuten geworden. Denn als Kulturstrolch darf man hinter die Kulissen der Hagener Kultureinrichtungen schauen, sehr viel ausprobieren und man lernt eine Menge über das Kunstund Kulturgeschehen. Vom Hintergrund abstrakter Kunst haben sie bereits einiges verstanden und dass man Farben und Formen auch fühlen kann. Wie man Farben mischt, ist für sie alle inzwischen selbstverständlich. Die Kinder tragen ihren Titel als Kulturstrolche voller Stolz und Überzeugung.

Ein Förderprojekt des NRW-Kultursekretariates Wuppertal, für das die Klasse sich beworben hatte und ausgewählt wurde, macht dies möglich. Wie alles begann fasst Klassenlehrerin Miriam Duschek so zusammen: „Im Spätherbst 2011 fassten wir den Entschluss, vor den Weihnachtsferien ein kleines Theaterstück für unsere Familien und Freunde aufzuführen. Da wir auch viele Gesangsstücke erlernt hatten und wir auch eine Harfenspielerin in der Klasse haben, wurde eine Art kleine Oper aus unserem Weihnachtsspiel. Zwar waren unsere Kulissen und Kostüme noch etwas improvisiert, doch insgesamt war die Aufführung ein voller Erfolg! Nun war es hiernach natürlich interessant, wie so eine ,richtige Oper' eigentlich aussieht und sich anhört. Welch ein Glück war es da für uns, dass wir

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Schule Unt e rw e gs am 3. Februar 2012 als Kulturstrolche ins Theater Hagen zur Kinderoper ,Ritter Gluck im Glück' kommen konnten. Wir fuhren mit dem Bus zum Hauptbahnhof und gingen dann voller Vorfreude dem Theater entgegen. Im Theater angekommen, waren wir zunächst etwas befremdet darüber, dass wir die einzigen Zuschauer im Saal waren; dann aber genossen wir die Aufführung. Es war eine war eine Privatvorstellung, die nur für uns gespielt wurde. Welch ein herrliches Gefühl! Besondere Freude kam auf, als Einzelne Schülerinnen und Schüler mit auf die Bühne durften. Hier assistierten sie der guten Fee Amor und dem Ritter Gluck. Dabei zischte und krachte es mitunter ganz schön. Zwar sind wir es gewohnt bei unseren Monatsfeiern auf der Bühne zu stehen, doch dies war natürlich etwas ganz Besonderes!“

Seit dem Schuljahr 2011/2012 fördert das NRW KULTURsekretariat Wuppertal das Projekt Kulturstrolche in Hagen und sechs Hagener Schulklassen nehmen daran teil. Das Projekt läuft über drei Jahre. Alle sechs teilnehmenden Schulen starteten mit einer zweiten Klasse und dürfen bis zum Ende der vierten Klasse mitmachen. Mindestens zwei Hagener Kulturstätten soll jede Klasse pro Schuljahr besuchen.

Zusammen mit ihrer Klassenlehrerin Miriam Duschek haben sich die Kinder der damals zweiten, jetzt dritten Klasse im letzten Schuljahr dreimal auf den Weg gemacht: Nach dem Besuch der Kinderoper „Ritter Gluck im Glück“ im Theater Hagen spürten sie im Frühjahr im Kunstquartier dem Thema „Farbe“ auf und arbeiteten in den Museums-Werkstätten praktisch dazu. Sogar eine kleine Ausstellung konnten sie im Jungen Museum machen. Und kurz vor den Sommerferien wanderten sie schließlich noch durch die Felder zum Wasserschloss Werdringen. Mit der Zeitflugmaschine reisten sie dort in die Vergangenheit und lernten eine ganze Menge über die Steinzeit und das Mittelalter, über Fossilien und Höhlenmalerei kennen.

Ziel der Kulturstrolche ist es Begegnungen zwischen Kindern und Kultur zu schaffen - also eine breite kulturelle Vielfalt bereits im Grundschulalter zu entdecken und so weiter zum eigenen kreativen Ausdruck angeregt zu werden.

Es dürfen aber auch mehr sein. Und so zogen sie alle im letzten Schuljahr mit ihren Lehrerinnen los, um Kultureinrichtungen in der Stadt kennenzulernen. In diesem Schuljahr geht es nun weiter. Das örtliche Kulturbüro koordiniert das Projekt vor Ort.

Nur so lässt sich die Kultur der Zukunft fördern. Birgit Andrich

„Die Kinder freuen sich auf jeden Kulturausflug und sind immer ganz aufmerksam dabei“, weiß Miriam Duschek über das erste Kulturstrolche-Jahr zu berichten. „Im Unterricht bereiten wir die Touren jeweils vor und nach - da merkt man dann, dass die Kinder ganz schön viel mitnehmen bei dem Projekt.“ Und das geschieht vor allem, weil die Programme spielerisch und kindgerecht vermittelt werden - denn so viel Stoff müssen Kinder im Grundschulalter erst mal verarbeiten. Begleitet wurde die Klasse bei allen Ausflügen von Frau Reinke.

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Au s d e r 1 2 . K l a s s e

Mein Jahr in der 12 ein Schuljahr aus der Sicht einer Schülerin Nachdem ich meinen Realschulabschluss in der 11. Klasse gemacht habe, musste ich mir Gedanken machen, was ich jetzt machen möchte. Ich fand es schade, dass nach all der Anstrengung und den vielen Jahren nun alles vorbei sein sollte. Auch den Eurythmieabschluss konnte ich bis zum Ende der 11. Klasse nicht machen. Also entschloss ich mich die 12. Klasse machen zu wollen. Zusammen mit den Lehrern wurde gefragt und geplant, wer alles mitmachen wollte. Leider kamen wir nur auf eine weitere Person. Die Lehrer waren sehr bemüht und wollten uns trotz allem die Möglichkeit geben, weiter an der Schule zu bleiben. Und so erstellten sie für uns einen Lehrplan, in dem Unterricht mit unserer Klasse, Unterricht für uns zwei allein, in dem auch Stunden für die Jahresarbeit vorgesehen waren, Unterricht mit dem P-Zweig der 11. Klasse und Praktika vorgesehen waren. Zudem machten wir mit unserer Klasse das Eurythmiestück und die Jahresarbeiten. Ich fand diesen Plan sehr gelungen, weil so der Kontakt zu unserer Klasse weiter bestand. Dies war mir sehr wichtig, da ich, nachdem mein P-Zweig abgegangen war, nicht wollte, dass ich komplett aus meinem Umfeld gerissen wurde. Auch fand ich Unterricht gut, der auf uns und unsere Bedürfnisse zugeschnitten war. Einen Unterricht, in dem wir Wünsche äußern konnten und Themen behandeln konnten, die für unser späteres Berufsleben wichtig seien könnten. Auch die Praktika, fand ich, waren ein wichtiges Element. So bekamen wir die Möglichkeit eine Richtung zu finden, in die wir später mal gehen wollen. Das erste Praktikum war 3 Wochen lang und wir waren durchgehend im ausgewählten Betrieb beschäftigt. Wir wurden dort von den Lehrern besucht und mussten einen Bericht anfertigen.

Die weiteren Praktika waren länger und wir waren montags und dienstags in der Schule. Auch dies fand ich gut, da so Abwechslung herrschte und vor allem der Kontakt zu der Klasse nicht verloren ging. Nachdem die Praktikumszeit vorüber war, kamen wir in die Vorbereitung des Eurythmiestückes und die Endphase der Jahresareiten. Die Vorbereitung für das Eurythmiestück fand in den dafür vorgesehenen Stunden mit dem Rest der Klasse statt, die Jahresarbeiten wurden aber immer wieder mit unseren Betreuungslehrern abgesprochen und überprüft. Ich hatte so immer einen Ansprechpartner und habe mich während der ganzen Jahresarbeit total betreut und beraten gefühlt. Schade fand ich manchmal, dass der Kontakt zu der Klasse nicht so intensiv war, wie ich gehofft hatte. Im Großen und Ganzen war die 12 noch mal ein tolles Jahr, gekrönt von der Jahresarbeit und dem Eurythmiestück. Ich möchte mich ganz herzlich bedanken bei Herr Rudzynski und Frau Jankowski, die all das ermöglicht haben und wundervolle Betreuer waren. Auch möchte ich mich bei Herrn Trögner bedanken, der die Jahre davor immer für mich da war. Ich verabschiede mich nun von dieser Schule und bin stolz, dass ich auf eine herzliche, fürsorgliche, kreative, fördernde, lustige, manchmal familiäre Schulzeit zurückblicken kann! Ich wäre gern noch lange geblieben...glücklicherweise habe ich in der 12 gemerkt, dass ich erstmal Erzieherin werden möchte und mache mich nun auf den Weg dorthin. Aber der Waldorfpädagogik bleibe ich treu. Und besuchen werde ich meine Schule auch immer gerne. Ganz liebe Grüße, Anna Rosenkranz


Au s d e r 1 2 . K l a s s e

Abschlussfahrt nach Griechenland Es kam in unserer zwölfjährigen gemeinsamen Zeit nicht oft vor, dass wir so schnell einig waren, wie bei der Suche nach einem Ziel für unsere Abschlussfahrt. So konnten wir die Wartezeit bis zur Abreise nutzen, um Griechisch zu lernen. Am 28. Mai 2012 begaben wir uns auf die lange Reise. In Ulm trafen wir uns nach einer achtstündigen Zugfahrt mit einer Klasse aus Berlin, mit der wir gemeinsam im Bus nach Ancona in Italien fuhren. Mit der Fähre ging es am nächsten Mittag direkt weiter nach Patras auf die Peloponnes. Nach zweieinhalb Tagen konnten wir endlich unser Domizil, die „Ouphria“ bei Krestena in Beschlag nehmen. Auf diesem riesigen Grundstück zwischen Orangenbäumen hatten wir als Klasse alles, was wir brauchten und konnten uns ungestört ausbreiten. Das Essen war unglaublich!

Grad eine perfekte Abkühlmöglichkeit boten. Leider hatte keiner bedacht, dass der Rückweg anderthalb Stunden bergauf durch die Sonne führte. Die zweite Wanderung hatte Herr Trögner geplant, da er mit seiner letzten Klasse schon mal dort war. Sie begann im Bergland von Dhimitsana und führte durch die Lousios-Schlucht entlang an zwei Klöstern vorbei, die teilweise unter den Felsvorsprung gebaut waren. Unsere Zelten schlugen wir in einer einsamen Ausgrabungsstätte auf. Am nächsten Tag wanderten wir weiter nach Elleniko, wo uns Uwe mit dem Bus abholte, nachdem wir das örtliche Kafenion um seinen Getränkevorrat erleichtert hatten. Der Busfahrer Uwe verdient hier sogar einen eigenen Absatz. Zwar konnte man auf der Autobahn aufgrund der Überholmanöver nicht angstfrei hinter ihm sitzen, doch auf griechischem Boden war es ein riesiger Vorteil, ihn dabei zu haben. Er kannte die Stellen, wo man rückwärts den Berg runterfahren musste, um unten um die Kurve zu kommen und war außerdem ein recht witziger, schwäbelnder Kerl, der immer auf eine pünktliche Abfahrtszeit bestand.

Natürlich standen auch einige Ausflüge auf dem Programm, die wir zum Teil mit den Berlinern unternahmen, die nur wenige Kilometer entfernt wohnten. Dazu gehörte außer den antiken Städten und Orten Olympia, Messini, und Mykene auch zwei Wanderungen. Die eine, kleinere, führte zu den Wasserfällen der Neda-Schlucht, die bei 30

Zwischendurch ergaben sich immer wieder mal Möglichkeiten den Strand (5 km) zu besuchen, dort zu grillen und zu übernachten. Oder der nötige Schlaf wurde dem Doppelkopfspiel geopfert. Die Rückreise ließ sich leider nicht hinauszögern und verlief zwar wie der Hinweg, aber deswegen nicht minder spannend. Auch wenn anschließend noch drei Wochen Unterricht folgten, war die Klassenfahrt der gelungene Abschluss unserer zwölf Waldorfjahre, bevor es jetzt für die meisten von uns auf das Abitur zugeht. Moritz Gilsbach

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Au s d e n A r b e i t s k r e i s e n

Öffentlichkeitsarbeit ein neuer Arbeitskreis stellt sich vor Die Außendarstellung unserer Schule und die Information der Öffentlichkeit wurden an der Rudolf-Steiner-Schule bislang nicht regelmäßig gepflegt. Vor einigen Monaten wurde daher in einer Schulkonferenz angeregt, hierzu einen Arbeitskreis zu bilden. Dieser sollte sich mit der Kommunikation der Schule nach außen und innen beschäftigen. Ausgehend von diesem Impuls gründete Stefanie Tischer Anfang 2012 zunächst einen vorläufigen Arbeitskreis, für den sie einige Eltern sowie auch zwei weitere Lehrer gewinnen konnte. Mittlerweile hat sich dieser Kreis fest etabliert und schon verschiedene Aktionen durchgeführt, z. B. gemeinsam mit einigen Lehrern die Teilnahme dreier Klassen am Emil-Schumacher-Gedenktag (siehe auch den Beitrag in der Heftmitte S. 20+21). Warum tun wir das? Im November 2011 fand in Bochum die erste Kommunikationsfachtagung anthroposophischer Einrichtungen in Deutschland unter dem Motto „Öffentlich wirken“ statt. Sowohl in Arbeitsgruppen wie auch bei Vorträgen und Podiumsdiskussionen wurde deutlich, dass viele anthroposophische Einrichtungen sich nun auf diesen Weg begeben bzw. sich noch weiter professionalisieren wollen. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Schulen zeigte deutlich, dass die RSS Hagen hier noch ganz am Anfang steht. Viele andere Waldorfschulen haben schon vor längerer Zeit bereits Gremien installiert, die die Öffentlich¬keits¬arbeit gestalten. Was wollen wir erreichen? Derzeit stehen folgende Ziele im Vordergrund: Eine Erhöhung des Bekanntheitsgrads der RSS Hagen sowie Schaffung eines guten Rufs und eines positiven Images (orientiert am Leitbild). In der Folge wünschen wir uns eine Erhöhung der Anmeldezahlen und einen Rückgang der Schulwechsler. Langfristig wäre es schön, wenn wir erreichen könnten, dass die RSS Hagen breiten Kreisen ein Begriff ist und falsche oder ungenaue Vorstellungen über Waldorfpädagogik im Allgemeinen korrigiert würden. Wie wollen wir das tun? Die Idee ist, den Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit (AKÖ) als Dienstleister, wie eine interne Kommunikationsagentur zu verankern. Der Arbeitskreis hat sich eine Arbeitsstruktur gegeben und Ansprechpartner festgelegt. Der Arbeitskreis trifft sich einmal pro Monat zu einer Sitzung, darüber hinaus kommunizieren alle Mitglieder regelmäßig miteinander – da wird viel gemailt, aber auch telefoniert oder persönlich gesprochen.

Der Kreis wird die Kommunikationsarbeit der RSS koordinieren. Es werden sowohl die Kommunikation nach außen, als auch die Kommunikation nach innen betrachtet. Beide Bereiche gehören zusammen und es sollen Synergien (z. B. Eltern erzählen Eltern) erzeugt werden. Im Einzelnen gehören zur Kommunikationsarbeit beispielsweise folgende konkrete Bereiche:

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Arbeit am Corporate Design und Vereinheitlichung aller Druckerzeugnisse der RSS Erstellung von Plakaten Beschilderung und Außenwerbung Koordinierung der Teilnahme an Veranstaltungen Pressearbeit Krisen-PR Pflege des Webauftritt Koordination der Teilnahme an Veranstaltungen Schulzeitschrift „Mittendrin“ Beteiligung am politischen Geschehen in Hagen Lobbyarbeit Zusammenarbeit mit den Kindergärten

Zur Durchführung aller Aufgaben werden sowohl Lehrerals auch Elternschaft einbezogen bzw. gebraucht sowie ggf. externe Personen oder Institutionen (wie etwa Druckereien, Web-Designer etc.). Die Bündelung und Organisation dieser Aktivitäten soll jedoch durch den Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit erfolgen, um die wichtigen Vorgaben „Einheitlichkeit des Auftretens“ und „Wiedererkennbarkeit“ zu sichern. Der AKÖ koordiniert somit die Aktivitäten zur Öffentlichkeitsarbeit, so dass idealerweise alle diesbezüglichen Vorgänge über den AKÖ laufen. Der AKÖ ist Anlaufstelle für alle Ideen, Anregungen und Kontakte zur Öffentlichkeitsarbeit. Wer sind wir? In diesem Kreis arbeiten verschiedene Menschen, denen die Schule und ihre Entwicklung wichtig ist. Sie verfügen über verschiedene persönliche und fachliche Kompetenzen, die sie gerne zum Wohl der Schule einbringen. Dabei sind prinzipiell alle Mitglieder des AKÖ Ansprechpartner für alle Lehrer, Eltern und Kreise. Um jedoch eine möglichst gezielte Arbeit zu gewährleisten, wurden im Rahmen der Arbeitsorganisation im AKÖ spezielle Ansprechpartner für bestimmte inhaltliche Bereiche benannt. Alle Ansprechpartner finden sich in der folgenden Übersicht.

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Au s d e n A r b e i t s k r e i s e n

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Ansprechpartner des Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit Name

Zuständig für

Birgit Andrich

Mittendrin, Kunst und Kultur, Pressetexte „Kunst und Kultur“

Miriam Duschek

Monatsfeier, Koordination pädagogische Texte

Michael Eckhoff

Politik, Lobbyarbeit, Pressetexte „Politik“, Pressespiegel

Sabine Gleim

Schaukästen, Verwaltung des Informations¬materials, Plakataushang, Kindergärten

Annette Hugendick

Standgestaltung/Veranstaltungen

Jeanette Godehardt

OGS, künstlerische Gestaltung

Elske Jilli

Mittendrin

Karla Klose

Schriftführung (Protokoll, Infobrief…), Pressetexte „Sonstige Themen“, Kindergärten

Carmen Mager

Veranstaltungen

Stefanie Tischer

momentan Elternzeit

Detlef Werth

Mittendrin, Fotos, Fotoarchiv

Udo Wortmann

Corporate Design, Grafik/Layout/Print, Mittendrin

Der AKÖ ist erreichbar über die gemeinsame eMail-Adresse: oeffentlichkeitsarbeit@waldorfschule-hagen.de Wir wünschen uns viel Resonanz für unsere Arbeit und freuen uns über jede Anregung! Für den AKÖ: Karla Klose

H er zl ic he Gl ü c kw ü ns c he

Wolfgang Saßmannshausen ein Urgestein der Hagener Waldorfpädagogik wird 60 Im Jahre 1975 kam eine Gruppe von Menschen in Hagen zusammen, um auf die Gründung einer Waldorfschule und eines Waldorfkindergartens hin zu arbeiten. Einige Jahre später kam es dann auch dazu – heute hat Hagen eine Waldorfschule und zwei Waldorfkindergärten. Einer dieser Menschen war ein junger Grundschullehrer, voller Ideen und Initiative. Die haben bis heute nicht nachgelassen. Er ist immer noch im Dienste der Waldorfpädagogik unterwegs – und zwar weltweit. Neben seiner „Haupttätigkeit“, sich um die Ausbildung von Erzieherinnen zu kümmern, steht er der Hagener Waldorfpädagogik immer mit Rat und Tat zur Seite: Ob als Vortragsredner oder Berater, als Verfasser von Texten oder als Unterstützer, auf ihn können sich Schule und Kindergärten immer verlassen. Seit August ist er auch wieder Schulvater bei uns, Töchterchen Fionna wurde eingeschult. Wolfgang Saßmannshausen wurde dieses Jahr 60. Wir gratulieren herzlich und wünschen ihm alles nur erdenklich Gute! Die Schulgemeinschaft

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Er k en nt nis Als eine, sagen wir mal, „längere Geduldsübung für Große“, natürlich lächelnd, würde ich meinen Weg als Einelternfamilienteil der Schulgemeinschaft, bis heute zur sechsten Klasse, bezeichnen. Mit bestmöglich gepflegtem Idealismus ging ich hinaus um „mit Wohl zu tun“, im Werden und Wirken des Kindes und der Schule. Niemals würde ich des Kuchen- und Plätzchenbackens müde und nicht ein Basareinsatz könnte mich schrecken. Kein Elternabenddiskussionsweg wäre mir zu steinig oder zu weit gewesen. Unglücklicher-, oder nein, nach neuer Erkenntnis nunmehr glücklicherweise, haben sich die Dinge selbstverständlich genauso nicht entwickelt. Aufbrausenderweise und empört, hätte ich mir gerne, in der einen oder anderen Situation, das eine oder andere Elternteil oder die eine oder andere Lehrkraft, gerne „zur Brust genommen“. Einiges gab es, mit dem ich mich nicht einverstanden erklären konnte. Und noch mehr, das ich nicht erwartet hätte; ganz zu schweigen von dem, was ich erwartet hätte und sich nicht einstellen mochte. Unter all den eigenen, und vor allem, hausgemachten Ach´s und Weh´s, viel mir, dann und wann, die, aller Widrigkeiten trotzende, tatsächlich großartige Weiterentwicklung meines Kindes ins Auge. Ich war verblüfft. Was war da passiert? Konnte das sein? In eben diesen unfertigen, nicht perfekten Umständen, mit größtmöglichen Lücken, eine derart positive „Verlaufsform“ feststellen zu können, ohne sie vermutet, ja gar eine Ahnung gehabt zu haben?!. Ja, und das ist es! Mut zur Lücke haben, um den Dingen Raum zu geben, sich entwickeln zu können. Vertrauen zu haben, in die tatsächlich vorhandenen Kräfte des eigenen Kindes. Festzustellen, einen Platz in einer Gemeinschaft zu haben. Zu wissen, gemeinschaftlich auf die Dinge einwirken zu können. Gemeinsam-Aneinander-Wachsen und Zukunft gestalten. März 2012 Claudia Hilkenbach

Ab sc h lü s s e

Wir gratulieren den Abiturienten (von links): Eva Neubert, Moritz Machutt, Sonja Kunstmann, Ole Kristzian, Philipp Krebs, Lisa Karl, Julian Gapski, Jonas Diethert und Alessa Bangrazi

Die zentralen Abschlussprüfungen in der Klasse 11 haben bestanden: Dário de Almeida Duarte, Luis Beyer, Micha Braselmann, Frauke Franke, Friederike Franke, Louisa Godehardt, Sophie Hoppe, Jan Kosciankowsky, Julia Krebs, Laura Kriese, Lina Kühne, Alexandra Kuhn, Aurélie Laatsch, Franka Ledermann, Leon Mann, Luna Marceno, Josephine Mietz, Elena Müller, Lea Otto, Lina Rieboldt, Mahmut Toptan, Ava Vigano, Nana Vigano, Carlotta Wareham und Lauritz Zeschky.

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w w w. o s t e r fa h r u n g . d e

Bochum - Baikal - Bochum Nicola Haardt berichtet von ihrer „Fahrradtour“ Hinfahrt Nicola Haardt erzählte heute an unserer Schule die Erlebnisse ihrer Reise. Sie fuhr mit dem FAHRAD von Deutschland über Polen, Lettland, Litauen und Russland zum Baikalsee in der sibirischen Landschaft (was zirka 9.000-10.000 Kilometer sind). Ab Polen fuhr sie hauptsächlich an der Ostsee entlang. Sie machte allerdings einen Abstecher nach Danzig. Am Tag, als sie in Danzig war, wurde der alte Papst, welcher aus Polen stammte, beerdigt. „Solch eine Trauer im ganzen Land hätte ich niemals für möglich gehalten“, sagte sie.

Weiter ging es mit dem Fahrrad über die kurische Nehrung nach Lettland, das für sie das Land der Biber war. Dann noch über Litauen nach Russland. In Russland wurde sie überall gastfreundlich begrüßt, und man bestaunte ihr Fahrrad, was sie liebevoll „Vanjutschka“ nannte. „Mein Fahrrad hätte genauso gut alleine fahren können. Ich war lange nicht so interessant wie Vanjutschka.“ In Russland lernte sie viele nette Leute kennen.

Rückfahrt Da es so schön am Baikalsee war, beschloss sie dort zu überwintern und den Rückweg auch noch zu fahren. Deshalb fuhr sie jetzt in Richtung Kirgistan. Der Frühling kam wieder. Es war schon wieder angenehm warm. Vorher musste sie aber noch durch die Steppe Kasachstans. Die kasachische Politik schwärmte davon, 2030 sei alles gut und geregelt, es würde alles gut sein – auch die Fruchtbarkeit des Landes. Daher waren die Kasachen sehr optimistisch und fröhlich. In Kirgistan war das anders. Dort warb man mit Kirgistan 2200. Weiter ging es nach Tadschikistan und Usbekistan. In Russland hatte sie bereits schon jemanden kennengelernt, der aus Usbekistan kam. Dort wurde sie wieder von ihm und seiner Familie bewirtet. In Usbekistan sah sie auch viele schöne Bauten. An der Krim - dem „östlichen Mallorca“ - ging es weiter in die Ukraine, durch wunderschöne Landschaften. Durch Polen ging es nochmal durch. An der deutsch-polnischen Grenze war die Reise eigentlich zu Ende. Wieder in Bochum war es endgültig vorbei. Insgesamt ist Nicola circa 20.000 Kilometer gefahren. Eine sehr große und tolle Leistung.

Die Fahrt übers Ural-Gebirge erwies sich als sehr Kräfte zehrend und mühsam. Dann aber kam die sibirische Flachebene und alles war vergessen. Nachdem sie noch viele nette Leute kennengelernt hatte, erreichte sie ihr Ziel: DEN BAIKALSEE. Der Moment war umwerfend schön.

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von Justus Gilsbach

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Re z ep t e

Sauerkrautsüppchen

Apfelcrumble

400 g Sauerkraut (frisch) 1 Zwiebel 1 Apfel 2 Tomaten 800 ml Gemüsefond 200 ml Weißwein(trocken) 200 ml Sahne 2 EL Butter 5 Wacholderbeeren 1 Lorbeerblatt ½ TL Kümmel (gemahlen) Salz und Pfeffer

6 Äpfel, 200 ml Apfelsaft, 1 Msp. Zimt 100 g Mehl, 100 g Zucker, 100 g Butter, 50 g Crunchy, 1 EL Mandelblättchen

Äpfel entkernen, schälen und in Spalten schneiden. Mit dem Apelsaft und Zimt kurz aufkochen und etwas abkühlen lassen.

Zwiebel häuten und fein hacken, Apfel schälen und in kleine Würfel schneiden. Zwiebel- und Apfelstücke mit 1 EL Butter glasig andünsten. Das Sauerkraut hinzugeben und mit Weißwein ablöschen. Danach den Gemüsefond angießen, Lorbeerblatt und Kümmel hinzugeben. Wacholderbeeren zerdrücken und ebenfalls hinzugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Suppe auf niedriger Temperatur ca. 90 Minuten bei geschlossenem Deckel köcheln lassen. Das Lorbeerblatt aus der Suppe nehmen und Sahne und Butter unterrühren. Die Suppe mit einem Stabmixer fein aufmixen und durch ein Sieb in eine Schüssel streichen. Die Tomaten würfeln, die Suppe auf vier Teller verteilen und mit den Tomaten sofort servieren.

In der Zwischzeit die Zutaten für die Streussel vermengen und den Backofen auf 180 g vorheizen. Äpfel in eine Auflaufform geben und die Streussel darauf verteilen. Auf mittlerer Stufe ca. 20-30 Min. backen. Heiß oder warm servieren - kann auch gut mit Vanillesoße oder Sahne genossen werden.

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K o n ta k t e

Vorstand Förderverein

Vorstand Schulverein

Thomas Buchner

02330 84383

th-buchner@t-online.de

Carmen Mager

02333 601072

cawup@t-online.de

Dirk Münter

02333 614180

dirk@team-muenter.de

Jörg Friese

02335 9759730

joergfriese@t-online.de

Horst Grineisen

02335 1612

grineisen-wetter@t-online.de

Martina Harking

02331 375358

Martina.Harking@gmx.de

Elske Jilli

0160 95828487

Elske_Jilli@web.de

Robin Müller

0160 7438856

robinthehood@gmx.net

Gemeinsame Mailadresse der Vorstände:

vorstand@waldorfschule-hagen.de

Geschäftsführung

Stephanie Veile

gf@waldorfschule-hagen.de

Schulbüro

Marion Reiter-Lorenz 02331 403901

rlrss@waldorfschule-hagen.de

Schulverwaltung

Brigitte Tuschhoff

02331 404085

verwaltung@waldorfschule-hagen.de

Elternrat

Arnd Mager

0151 15665175

arnd.mager@t-online.de

Küche/Cafeteria

Frau Sakar

02331 400368

info@wunderlich-hagen.de

OGS

Jeanette Godehardt

02331 3068018

Michael-godehardt@gmx.de

Hausmeister

Klaus Neugebauer

0170 7022026

klaus-n-klaus@web.de

Redaktionskreis/Schulzeitung

Elske Jilli

0160 95828487

Elske_Jilli@web.de

Udo Wortmann

02334 567765

info@wannebach44.de

Detlef Werth

0163 7435377

det@werthmarke.de

Birgit Andrich

02331 330210

birgitandrich@aol.com

Dirk Franke

02336 879955

Henning Funke

02334 4444511

henning.funke@online.de

Horst Grineisen

02335 1612

grineisen-wetter@t-online.de

Christoph Herzog

02331 3060183

c.herzog@web.de

Vertrauenskreis

Andrea Hauschildt

02331 204370

hauschild.a@gmx.de

Basarkreis

Angela Barth

02332 551580

angie-barth@t-online.de

Smolenskkreis

Martin Eichwalder

02331 788789

M.Eichwalder@gmx.de

Orchester

Thomas Buchner

02330 84383

th-buchner@t-online.de

Instrumentenverleih

Irmhild Krebs

02335 61642

i-krebs@versanet.de

Garten/Instandhaltungskreis

Claudia Bellmann

02331 355360

bellmann@westfalia.de

Öffentlichkeitsarbeit

Karla Klose

oeffentlichkeitsarbeit@waldorfschule-hagen.de

Beitragsgespräche Aufnahmegremium

02331 404085

Anschrift:

Enneper Str. 19, 58135 Hagen

Telefon:

02331 403901

Bankverbindung:

Bank für Sozialwirtschaft

Fax:

02331 407619

BLZ:

370 205 00

E-Mail:

RSSHagen@t-online.de

Schulkonto:

7208400

Internet:

www.waldorfschule-hagen.de

Spendenkonto:

7200400

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Allen eine schöne Adventszeit wünscht das Midri-Team.

Mittendrin 2012  

Schulzeitung der Rudolf-Steiner-Schule Hagen

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