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WINTER 2014

MoMent

themenheft

„ERLEBEN“ Zeitschrift für die Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer WINTER 2014, € 2,50


So etwas muss man erlebt haben!

MoMent

Liebe FreundInnen unserer Schulzeitung MoMent,

Monatsschrift von und für Eltern, FreundInnen, Lehrer­Innen und SchülerInnen der R. Steiner-Schule Wien-Mauer, Freie Waldorfschule moment@waldorf-mauer.at

A

ls wir einen Beitrag in der Tageszeitung „die Presse“ über 25 Dinge, die ein Schüler erlebt haben sollte, gelesen haben, ist es vielen von uns wie Nadja Berke gegangen. Punkt für Punkt für Punkt war die Reaktion über weite Strecken: „Ja eh, stimmt und kennen wir – genau wie bei uns an der Schule halt.“

Dazu kam dann der Plan, in künftigen MoMent-Ausgaben auch Themen-Schwerpunkte zu setzen. Da fügte sich schnell eines zum anderen und wir beschlossen, diese Ausgabe dem Thema „Erleben“ zu widmen. Herzlichen Dank an Nadja Berke, dass sie den Presse-Artikel ganz wunderbar, und vor allem auch mit viel Humor, vor dem Hintergrund unseres Schulaltages reflektiert hat. Und natürlich haben nun – no na – alle Schulberichte etwas mit „Erleben“ zu tun. Sie sind also automatisch in ihrer Gesamtheit unser Schwerpunkt. Aber wenn man sich die Berichte ganz bewusst unter diesem Aspekt ansieht, fällt doch auch einiges besonders auf. So zum Beispiel, dass DAS Erlebnis in jüngster Zeit ganz offenbar der Schulball war. So viele Beiträge zu einem Ereignis von den unterschiedlichsten Seiten zu bekommen – das hat es eigentlich noch nie gegeben. Da können wir natürlich nicht auswählen und geben die Beiträge gerne in ihrer Gesamtheit unseren LeserInnen weiter.

Dazu kommt, dass der Ball-Bericht von den organisierenden 12.-Klass-Schüler­ Innen diesmal ein Experiment war. Das Motiv war schlicht und einfach: Die 12.-Klässler haben ja derart viel am Hut, wie könnte man ihnen einen Beitrag erleichtern? Wir trafen uns einfach zu einer Art Workshop – zugegebenermaßen beim Wirten. Sie erzählten, ich tippte mit und aus dieser Mitschrift wurde dann flugs gemeinsam ein Artikel erarbeitet. Und allen Beteiligten war geholfen. Herzlichen Dank auch allen anderen SchülerInnen, die Beiträge beisteuerten – nämlich eine ganz schöne Menge. Es ist die reine Freude! Allen voran unsere jüngste Redakteurin: Alma S. aus der 5. Klasse. Wir sind begeistert! Und herzlichsten Dank natürlich auch den LehrerInnen, die Artikel brachten – bei deren Arbeitsein­ satz im Schul-Erleben ist das wahrlich keine Selbstverständlichkeit, sondern etwas ganz Besonderes. Ein kleiner Vorblick noch: In der kommenden Ausgabe wollen wir uns schwerpunktmäßig dem Thema 50 Jahre Waldorfunterricht in der 2. Republik widmen. Und freuen uns schon auf viele Beiträge! ;-) Mit herzlichen Grüßen für das Redaktionsteam, Roman David-Freihsl

im 22. Jahr

MoMent-Konto lautend auf: Redaktion Schulzeitung Kontonummer: 82221751000 ErsteBank Blz: 20111; BIC: GIBAATWWXXX IBAN: AT44 20111822 21751000 Leitung des Redaktionsteams: Roman David-Freihsl roman.freihsl@aon.at Anzeigen/Layout: Renate / Karl Hruza MitarbeiterInnen: Renate Hruza, T. 01/802 66 03 renate.hruza@silverserver.at Karl Hruza, T. 0699 111 95 7 95 karl.hruza@waldorf-mauer.at Jörg Schmiedbauer, T. 0676 530 28 29 joergschmiedbauer@acrobat.at Saskia Sautner saskia.sautner@hotmail.com Karin Schadl luis.schadl@utanet.at Lothar Trierenberg lothar.trierenberg@dasmoebel.at Eigentümer, Verleger und Herausgeber (Medieninhaber): Verein zur Förderung der Waldorf-Gemeinschaft (VFWG), DVR Nr.: 7864 9742 Absender: moment@waldorf-mauer.at MoMent 1230 Wien, Endresstr. 100 Herstellungsort: DONAU-FORUM-DRUCK, 1230 Wien aus umweltfreundlicher Druckproduktion Verlagspostamt: 1230 Wien Zulassungsnummer: 02Z032325Z

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„Seid froh, dass euer Junge mit 9 Jahren noch nicht lesen und schreiben kann“ Geschichte der Anthroposophischen Gesellschaft 1969-1989 Ausbreitung und Professionalisierung 70er Jahre Verstärkte Ausbreitung der Kulturinitiativen. Weltweit entstehen eine Vielzahl von Schulen, Höfen, Studienstätten, Ausbildungszentren, sozialpädagogische, sozialtherapeutische und heilpädagogische Einrichtungen, Kliniken, pharmazeutische und therapeutische Einrichtungen u.v.a.m., die in Anthroposophie ihre Wurzeln haben. Mit der öffentlich beachteten Gründung des „Gemeinnützigen Gemeinschafts-Krankenhauses Herdecke“ 1969 wird eine neue Entfaltungsphase eingeleitet. Parallel dazu entstehen berufsbildende Studiengänge zur Waldorfpädagogik, biologisch-dynamischer Landwirtschaft, anthroposophisch erweiterter Medizin und künstlerische Ausbildungen in allen Erdteilen. Die entsprechende Grundlagen- und Fachforschung in eigenen Instituten und an Hochschulen und Universitäten schlägt sich in wissenschaftlicher, fachorientierter und allgemein-anthroposophischer Literatur nieder.

Jörgen Smit (1916-1991) Philologe und Waldorflehrer. Leiter der Jugendsektion und der Pädagogischen Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft. Initiert am Goetheanum die „Weltlehrertagungen“ und internationale Jugendtagungen. Er verbindet verschiedenste Menschen durch seine spirituelle Integrität.

80er-Jahre In den 80er Jahren entstehen neu anthroposophische Kulturinitiativen in sozialen Brennpunkten: Waldorfschulen und Kindergärten in Südafrika jenseits der Grenzen von Apartheid, Kulturarbeit in den Elendvierteln von Sao Paulo, Sozialarbeit im Strafvollzug, Suchttherapie, Altenpflege u.v.a.m. Ute Craemer (*1938) 1979 gründete Ute Craemer in Sao Paulo in den Favelas (Elendsviertel) von Sao Paulo ein Kulturzentrum. Heute arbeiten dort über 120 Menschen in den Werkstätten, Bildungseinrichtungen, in der Gesundheitsarbeit, Theatergruppen etc. Betroffene können so die Armutsspirale durchbrechen. Ca. 10.000 Menschen sind dort bisher an den Tätigkeiten beteiligt gewesen.

www.goetheanum.org/ 11.10.2013 19:05 http://www.joergensmit.org 16.02.2014 12:09 http://aliancapelainfancia.wordpress.com/2010/05/21/ conheca-a-alianca-pela-infancia/ 16.02.2014 12:22 WINTER 2014  MoMent

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ir lassen das Kind eine Einheit sein. Wenn wir so vorgehen, dann wird uns folgendes passieren, was mir so häufig passiert, wenn solche Veranstaltungen sind, wo die Eltern dabei sind. Dann kommen die Eltern heran – wir müssen da nur lernen, wie wir uns zu den Eltern verhalten sollen, wenn sie kommen und sagen: Könnten Sie nicht irgendetwas dazu tun, dass mein Junge in eine andere Klasse kommt, wo er einen Lehrer hat, dann hat er mehr Respekt. Er ist schon 8 Jahre alt und kann noch nicht lesen und schreiben. – Da wird das dem Umstande zugeschrieben, dass da drinnen eine Lehrerin ist. Die Eltern glauben, wenn er einen Lehrer hat, wird der nun eher die Tendenz haben zum besseren Dressieren. Und auf diese Weise bekommt man die durchaus falschen Urteile, die überall umschleichen und über die wir insbesondere die Elternschaft aufklären müssen. Wir müssen sie nicht frappieren. Wir können nicht dasselbe, was wir unter uns reden, den Eltern sagen. Wir können nicht sagen: Seid froh, dass euer Junge mit 9 Jahren noch nicht lesen und schreiben kann. Er wird umso besser lesen und schreiben, wenn er es mit 9 Jahren noch nicht gekonnt hat; denn wenn er mit 9 Jahren wunderschön schreiben und lesen kann, dann wird er später ein Automat, weil dem Menschen etwas Fremdes eingeimpft worden ist. Er wird ein Automat. Diejenigen werden aber Vollmenschen, die noch etwas entgegengestellt haben in ihrer Kindheit dem Lesen und Schreiben. – Wir müssen die Menschen, die aus der heutigen Bildung kommen, etwas sanft anfassen und nicht gleich frappieren, sonst würden wir mit unseren Bestrebungen unter die Räder kommen. Aber in aller Sanftheit müssen wir ihnen doch beibringen, dass es wirklich keine Sünde wider den heiligen Geist des Kindes ist, wenn es mit 8, 9 Jahren nicht ordentlich lesen und schreiben kann.“ Aus: Rudolf Steiner, „Menschenerkenntnis und Unterrichtsgestaltung“, achter Vortrag, Stuttgart, 19. Juni 1921. Ausgewählt von Roman David-Freihsl

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ERLEBEN:

25 Dinge, die jeder Schü

So titelte die Presse am Sonntag im Herbst letzten Jahres im Teil „Leben“. Es kommt in diesem Artikel zwar die Waldorfschule nicht vor, trotzdem könnte man meinen, dass die Waldorfschule zwischen den Zeilen steht. Denn als ehemalige Waldorfschülerin und Mutter zweier Waldorfschüler, habe ich das Gefühl, dass die meisten dieser 25 Dinge hier von den Schülern erlebt werden können.

Sich für Aufgaben zusammentun – „...es geht um die Fähigkeit, sich als Mensch in der Gemeinschaft zu verstehen. Das sollte jedes Kind gelernt haben, wenn es die Schule verlässt.“ Alleine zwischen diesen Zeilen lese ich Rudolf Steiners Motto der Sozialethik deutlich heraus: „Heilsam ist nur, wenn im Spiegel der Menschenseele sich bildet die ganze Gemeinschaft und in der Gemeinschaft lebet der Einzelseele Kraft.“ Abgesehen davon, dass die gesamte Schulgemeinschaft sich diesen Leitsatz immer wieder vor Augen hält, habe ich den Eindruck, dass auch im täglichen Unterricht sehr oft darauf Wert gelegt wird, dass die Schüler gemeinsam Aufgaben zu bewältigen haben, welche sie alleine nicht meistern könnten. Als kleines konkretes Beispiel fällt mir da aktuell die vergangene Ackerbau Epoche der 3. Klasse ein, wo die Kinder sich gemeinsam vor den Pflug spannen ließen, um einen Acker zu Pflügen, oder die im letzten Schuljahr absolvierte Hausbauepoche der jetzigen 4. Klasse, die in gemeinsamer Arbeit ein Gewächshaus im Schulgarten entstehen ließ. In höheren Klassen gibt es ganz sicher noch unzählige andere Bespiele. Einem Forscher eine Frage stellen – im Rahmen der Jahresarbeiten der 8. und 12. Klasse, im Rahmen der Oberstufenforen oder im Rahmen von Schulausflügen, ist diese Möglichkeit gegeben und vorgesehen. Einmal ein barockes Sonett verfassen – da Deutsch eines meiner Lieblingsfächer war, kann ich mich noch gut erinnern, dass wir ein solches Sonett verfasst haben. Von schlichteren Reimen über Haikus, bis hin zu durchaus Anspruchsvollem, stand vieles auf dem Pro-

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gramm. Ich gehe davon aus, dass dies immer noch der Fall ist.

Ein Buch lesen – „Jeder Schüler sollte zumindest einmal ein Buch von Anfang bis Ende lesen. Und das auch als etwas Schönes erleben.“ Das wünscht sich Christine Nöstlinger. Da einige Bücher im Unterricht gemeinsam zu lesen, zu besprechen und zu erarbeiten sind, ist ganz sicher für jedes Kind eines dabei, das es zu Lesen als etwas Schönes erlebt.
 Scheitern- und wieder aufstehen – wie Jan Uwe Rogge es in seinem kurzen Beitrag meint, bleibt unseren Kindern erspart. Er spricht hier von „Sitzenbleiben“. Scheitern kann man aber auch bei uns auf vielen Ebenen. Nach solch einem Scheitern bleibt es jedoch keinem erspart, sich wieder aufzurappeln. Manches Mal ist da eine Hand, die sich einem entgegenstreckt um einem aufzuhelfen – manches Mal aber muss man es ganz alleine schaffen. Eine Rechenaufgabe durch Schätzen lösen – ich fürchte wir Waldorfschüler lernen besser Schätzen als Rechnen. Laut Herrn Taschner kann ich das „leider“ im vorherigen Satz ja streichen. Den Schweinehund überwinden – hier muss ich passen, da ich ganz anderer Meinung bin als der Lehrervertreter Eckehard Quin, der hier zu Wort kommt. Meinem Verständnis nach muss ein Schüler bis zu seinem 15. Lebensjahr NICHT seine eigene Leistung im Vergleich zu Mitschülern (das noch am ehesten),

zu Schülern anderer Schulen oder gar Schülern anderer Länder richtig einstufen. Die Schüler sollten nur einschätzen können, ob sie mit ihrer eigenen Leistung ehrlich, sich selbst gegenüber, zufrieden sein können. Und dabei müssen den Schülern ihre Lehrer helfen. Dazu sind diese nämlich unter vielem anderen da. Und dazu sind unsere Lehrer tatsächlich unter vielem anderen da.

Eine Veranstaltung selbst organisieren – Mitorganisieren von Veranstaltungen beginnt bei uns im Kleinen bei den Basaraufgaben und endet im Großen bei so mancher Jahresarbeit in der 12. Klasse. Auf dem Weg bis dorthin ist das Lernen Eigenverantwortung zu übernehmen oftmals gegeben.

Seinen Rivalen beschimpfen – da mach ich mir keine Sorgen, dass das nicht erfüllt werden könnte. Da könnte man bei uns manchmal eher ein wenig in die Gegenrichtung arbeiten. Einmal richtig schummeln – Schummeln ist doch eine beliebte Übung! Bei uns war es so. In der Unterstufe, die meine Kinder im Moment noch besuchen ist das allerdings nicht nötig. Weiter oben dann wird´s diesbezüglich interessanter. Einmal auf einer Bühne stehen – einmal? Ich erlaube mir eine kleine Aufzählung nur einiger Fixpunkte des Bühnenlebens an der Waldorfschule: Alle Schulfeiern, 3 König-Spiel, Franziskusspiel, Singspiel (6. Klasse), Klassenspiel (8. Klasse), diverse Spiele in den Fremdsprachen, Kellertheater, 11. Musikabend, 12 Klass-Spiel ...

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üler erleben sollte (bis zum 15. Lebensjahr) Dem Lehrer widersprechen – Ja, das gibt es bei uns. Und das ist gut. Meist wird damit auch gut umgegangen. Sich einmal am Weg verirren – 1) sich in Themen verirren, etwas falsch verstehen, die falsche Richtung einzuschlagen um das dann zu einem Zeitpunkt zu erkennen der nicht „zu spät“ ist – mit Hilfe der Pädagogen oder auch von ganz alleine – das gibt es bei uns, das wird bewusst zugelassen und meist auch tatsächlich im richtigen Moment noch auf einen zielführenden Weg umgelenkt. Ich habe das in meiner Schulzeit erlebt und wünsche es auch meinen Kindern. 2) wörtlich genommen: Situationen, die auf den diversen Klassenfahrten erfahren werden, gehen schon auch in diese Richtung. Ich erinnere mich an unsere 8.-Klass-Reise, während der wir auch drei Tage in Paris verbrachten. Wir bekamen freie Stunden, in denen wir in Zweierbzw Dreiergruppen Paris unsicher machten. Ein wenig Verirren war ganz normal. Auch auf Bergtouren und Nachtwanderungen kam es immer wieder zu kurzen „Verirrungen“. Das Vertrauen, das die Lehrer damals in uns setzten, tat sehr gut und wir sind immer als ganze Klasse heimgekehrt! Einen Betrieb von innen sehen – Küchenpraktikum (7.Kl.), Land­ wirt­ schafts­prak­ti­kum (9.Kl.), Sozialpraktikum (11.Kl.), „Industrie“- Praktikum (12.Kl.) ... Etwas über die NS-Zeit lernen – ist im Lehrplan ohnehin fest verankert. Den Bundespräsident kennen – Eh klar. Aber Foto hängen wir uns trotzdem keines auf.

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Seinen eigenen Dreck wegputzen – das wird sehr unterschiedlich handgehabt, je nach Klassenlehrer. Da könnte die Schule etwas konsequenter sein. Ein fremdes Fest feiern – Im Rahmen des Fremdsprachenunterrichts werden entsprechend der jeweiligen Sprache sehr oft die landesüblichen Bräuche auch stilgerecht zelebriert. Auch erinnere ich mich an Schulfreundinnen mit amerikanischen Wurzeln, bei denen wir zuhause so manch amerikanisches Brauchtum erleben durften. Ebenso erlebte ich jüdische, christengemeinschaftliche (was mir auch komplett fremd war) und so manch andere Feste in „fremder“ Tradition, die ich immer als sehr bereichernd erlebte. Ein Aha - Erlebnis haben – Meine schönsten Aha-Erlebnisse waren immer, rein zufällig natürlich, dass es in den verschiedenen Gegenständen, die gerade unterrichtet wurden, so viele Zusammenhänge und Ähnlichkeiten gab. Da ist der Lehrplan der Waldorfschule erfreulich komplex aufgebaut. Einmal einfach super sein dürfen – wir sind alle total super! Und abgesehen davon ist es wirklich ein Prinzip der Waldorfpädagogik, eben nicht nur im Lesen, Schreiben, Rechnen und Turnen zeigen zu können wie toll man ist, sondern auch Anerkennung erfährt, wenn man – wie vom Autor erwähnt – gut Zuhören kann, kreative Lösungen findet, geschickt im Handwerklichen ist oder eben einfach im rechten Moment eingreift, bevor ein Streit eskaliert. Da sollte man nie aufhören daran zu arbeiten! Freunde finden – Als ich in die Schule ging, waren alle Klassenkameraden Freunde. Wir gehörten zusammen. Auch wenn man sich nicht immer wirklich gut verstand und es auch Streit gab, so gehörte doch jeder dazu. Ich glaube, das hat sich nicht geändert. Eher erlebe ich dieses Gefühl bei meinen Kindern sogar klassenübergreifend. Wobei zugegebener Maßen daraus auch klassenübergreifende Konfliktsituationen entstehen – doch auch

daran wird gelernt. Mir sind eine Hand voll wirklicher Freunde aus meiner Schulzeit geblieben. Interessanterweise haben auch wir Eltern jetzt, wo unsere Kinder in die Schule gehen und Freunde finden, das Gefühl, viele neue Freunde gefunden zu haben! Und zwar potentiell, wie auch tatsächlich, sehr hochwertige.

SpaSS haben – jawohl. Einem gebildeten Lehrer begegnen – So wie Herr Schacherreiter das in seinen kurzen Zeilen auf den Punkt bringt, könnte man meinen er spricht vom/von der „Klassenlehrer/in“ der Waldorfschulen. Denn genau so kann man den/die „Klassenlehrer/ in“ beschreiben und im Idealfall erfüllt der/die genau diesen Anspruch. Ein Problem zu lösen lernen – auf allen Ebenen bietet das Leben und Erwachsenwerden schwierige Situationen und Herausforderungen, denen man sich stellen muss, an denen man sich reibt, an denen man lernt. Hilfestellungen bieten und Möglichkeiten aufzeigen Probleme zu lösen, bzw. mit diesen Herausforderungen und Situationen umgehen zu lernen, das ist eine der Hauptaufgaben einer Schule in unserem Sinne– oder? Jemanden trösten – ich staune oft über die Kinder, wie sie intuitiv die richtigen Worte und Gesten finden, im rechten Moment tröstend einzuwirken. Die Aufgabe ist es, diese Gabe zu erhalten und darauf zu achten, dass sie nicht verloren geht am „Bildungsweg“. Davon gehe ich in unserer Schule aus. Nadja Berke Der Presse-Artikel, auf den Bezug genommen wird, ist unter: http://diepresse.com/home/ bildung/schule/1466532/25-Dinge-die-jederSchuler-erleben-soll nachzulesen. Fotos: Forstpraktikum - F. Petersen, Schulball 2014 - W. Sommer, Bundespräsident Dr. Heinz Fischer - K. Hruza

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ERLEBEN:

Tag der Offenen Tür 2014

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ie in den letzten Jahren, lud unsere Schule auch heuer wieder an einem Samstag – diesmal am 18.1.2014 – zu einem Tag der offenen Tür ein. Eltern und alle an Waldorfpädagogik Interessierten konnten in den Unterricht der Klassen 2 -11 hinein schnuppern, erfahren, wie bei uns Unterricht stattfindet und sich über die Besonderheiten der Rudolf Steiner-Schule informieren. Vielfältiges aus dem Unterrichtsalltag konnten die Besucher miterleben: das Programm reichte von Deutsch, Rechnen, Englisch, Russisch, Geschichte und Menschenkunde über Eurythmie, Musik, Handarbeiten, Werken, Modellieren und das Projekt „Netzen“ bis zum Dreikönigsspiel der 3.Klasse und dem Tanzkurs der 8.Klasse.

Bei diesem Tanzkurs eine Stunde lang dabei sein zu dürfen, war vor allem für die Eltern der 8.Klässler ein besonderes Erlebnis: zu sehen, mit wie viel Schwung und Begeisterung den SchülerInnen die ersten Tanzschritte näher gebracht werden, mit wie viel Freude und Geschick sie diese aufgreifen und wie achtsam die Jugendlichen einander begegnen, das beeindruckte und berührte zugleich. Wie auch danach, als die 8.Klasse im anschließenden Musikunterricht „My Heart Will Go On“ aus dem Film „Titanic“ sang, stimmlich stark und ganz seelisch beteiligt. Es war interessant zu erleben, woran in anderen Klassen gerade gearbeitet wird und wie sich die SchülerInnen seit dem letzten Jahr entwickelt haben. Danke an alle für diesen schönen Tag der offenen Tür und für die Gelegenheit, dass wir das Wesen unserer Schule ein weiteres Mal spüren konnten! Irene Mayer

Fotos: Nadja Berke

          

ÜBErlebst du

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nd jedem Anfang wohnt ein Zauber inne …“, diese berühmten Worte schrieb Hermann Hesse in seinem Gedicht „Stufen“. Diesen Anfangszauber können wir tatsächlich immer wieder mal spüren, als dieses typische Kribbeln in der Bauchgegend, jenes Kribbeln, das sich einstellt, wenn wir vor einem romantischen Treffen stehen oder eine Prüfung vor uns haben. Die Gemeinsamkeit dieser scheinbar unvergleichbaren Szenarien ist die Ungewissheit über den Ausgang, die Unsicherheit ob sich Dinge traumhaft oder alptraumhaft entwickeln. Unser beseelter Körper zeigt uns diese Ungewissheit als Schmetterlinge im Bauch an. Als Eltern der ErstklässlerInnen hatten wir beim ersten Schul-

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Alles neu?

Wie ich als Mutter einer Viertklässlerin die neue 1. Klasse erlebe

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s zeigt sich wieder einmal mehr: Kein Kind ist wie das andere. Nicht in der Familie, nicht in der Klassengemeinschaft. Sie bringen unterschiedliche Eigenschaften mit und die Umgebung, in der sie aufwachsen, tut ihr übriges dazu.

Erinnert Ihr Euch noch an die Begrüßung der jetzigen 1.Klasse im Großen Festsaal? Als der Klassenlehrer, Herr Genswein, die Geschichte vor seiner neuen Klasse durchgängig erzählt, üblicherweise gibt es ja sogar eine örtliche Unterbrechung, ist es mucksmäuschenstill. Kein Kind unterbricht, lacht, stört oder tut etwas anderes. Alle hören gespannt und aufmerksam zu. Das ist mein erster Eindruck von der neuen 1.Klasse. Sie rühren mich in ihrer Eifrigkeit. Das Basteln für den Adventbasar in der Klasse fand ich ebenfalls legendär. Eiszapfen wurden gefilzt, d.h. es gab ausreichend Wasser, Seife und Märchenwolle, und die Kinder haben gewetteifert, wer mehr Zapfen filzt. Alle waren voll emsig dabei. Dabei wurde gelacht und gealbert, aber eben auch gearbeitet. Zum Staunen brachte mich dann wirklich das Girlanden basteln, eine durchwegs komplizierte Arbeit. Herr Genswein hatte extra einige Eltern gebeten zu bleiben, um die Kinder bei der Arbeit zu unterstützen. Aber das war wirklich gar nicht notwendig. Jedes der Kinder hat sofort verstanden, was zu tun war; nach 20 Minuten waren sie mit der Arbeit fertig. Selten habe ich so konzentrierte und fokusierte Kinder bei der Arbeit erlebt. Und nicht eines ist so. Sie sind alle so! Zudem sind sie fröhlich und aufgeweckt und kommen dem Anschein nach gut miteinander aus. Mit Sicherheit stecken hinter dieser neuen 1.Klasse auch sehr engagierte Eltern Stw. Adventkränze: in drei Tagen waren sie gebunden

und nach weiteren drei Tagen fertig geschmückt. Ich denke, es ist wichtig, dass wir Eltern zu unserer Entscheidung für diese Schule stehen und das nötige Interesse, und wenn erforderlich auch Arbeit, dafür aufbringen; vor allem aber den Kindern vorbildhaft zur Seite stehen. So geben wir ihnen die Sicherheit und das Vertrauen, dass sie am richtigen Platz sind. Herrn Gensweins Aufgabe ist es, die Kinder in ihren Fähigkeiten zu bestärken und ruhig durch die ersten acht Jahre zu begleiten. Die Stille ist ihm dabei ein großes Anliegen und wird entsprechend zelebriert. Für eine Mutter wie mich, die bereits ihr zweites Kind an der Schule hat und vorher das System Waldorfschule nicht kannte, war beim ersten Kind natürlich vieles neu. Blöckchentäschchen, Eurythmie Umhang, Epochenunterricht, Formenzeichnen ... Bei vielen Dingen haben wir Eltern zu Hause mitgestaunt. Jetzt ist vieles vertrauter, und wir können unser Kind leichter bestätigen. Mit dem Schuleintritt werden aus Kleinkindern mitunter ganz neue Persönlichkeiten, die sich erst ihren Platz in der neuen Gemeinschaft suchen müssen. Einige Kinder kennen sich aus dem Kindergarten, viele sind sich fremd. Hinsichtlich der Klassengemeinschaft der 1.Klasse empfinde ich das Aufeinandertreffen unserer Kinder in guten geregelten Bahnen. Das gibt mir ein gutes Gefühl und die Sicherheit, die richtige Schule für mein Kind gewählt zu haben. Ich erlebe es fröhlich und gut integriert. Die Schule erweckt ihr Interesse, da es jeden Tag Neues zu erfahren gibt. So soll Schule sein. Ein Ort des Wohlfühlens! Brigitte Födinger

Schulanfang:

noch oder erlebst du schon? tag diese wohl alle in der Magengegend herumflattern, so wie unsere Kinder. Ich möchte meinen, dass dieses Kribbeln ganz typisch für die Qualität des „Erlebens“ ist. Mit etwas Provokativgrammatik gesegnet könnte man ja sogar feststellen, dass es eine Steigerungsform von „leben“ gibt. Die Minimalform des Lebens ist offenbar „über-leben“, dann kommt das ganz normale „leben“ und ja, der Komparativ wäre wohl eindeutig das „er(!)leben“. Und genau von diesem „er(!)leben“ wollen wir Menschen wohl alle besonders viel haben bzw. wir wollen besonders oft in dieser Qualität SEIN. Mit diesem typischen Kribbeln, wo Spannung ob alles gut weitergeht, die Prise Salz in der Suppe ist. Wenn die Suppe versalzen wird, wird aus der erquicklichen Spannung Angst und plötzlich übernimmt die Qualität des Überlebens überhand. „Überleben“ beschreibt ja

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meine persönliche Schulkarriere am Besten. Ich über-lebte ab dem 7. Lebensjahr insgesamt 12 konventionelle Schuljahre, von denen ich leider kein einziges vermisse. Ich bin durchaus dankbar, diese Jahre überlebt zu haben, aber eher so wie ein Veteran, der von seinen Schlachten erzählt und aus einem biografischen Harmoniebedürfnis heraus betont, dass es selbst im Schützengraben eh immer wieder auch mal ganz lustig mit den Kameraden war. Aber nie würde so ein Veteran auf die Idee kommen sich dorthin zurück zu wünschen. Genau das wurde mir aber seinerzeit prophezeit. Als Sechzehnjähriger stapfte ich damals frühmorgens aus der Haustür, da fragte mich ein hochbetagter Nachbar: „Na, wie geht’s?“ ich weiter nächste Seite

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ERLEBEN:

„Knock, knock, knock“ - das Weihnachtsspiel der 2. Klasse

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chlicht und einfach zu einem Weihnachtsspiel hatte die zweite Klasse im vergangenen Advent in den kleinen Eurythmieraum gebeten. Pünktlich sollten wir Eltern kommen, da die Aufstellung doch recht kompliziert sei, hatte es geheißen. Und da diese Aufführungen fast immer sehr lebendig und wunderschön gestaltet, ja sehr berührend sind, waren auch viele aus unserer Elternschaft gekommen.

Fotos: Georg Heger

Erwartungsvolle Spannung war bei den schon wartenden Schülerinnen und Schülern wahrzunehmen, als wir den kleinen Saal betraten; etwas Besonderes lag in der Luft. Und dann setzten sie aus dieser gespannten Stille heraus gemeinsam mit unserer Klassenlehrerin Christiane Dostal an. „I can knock with my two hands – knock, knock, knock…”, begannen die Gnome in der Mitte die Aufführung. Konnte das sein? Tatsächlich – das ganze Weihnachtsspiel wurde in englischer Sprache dargeboten. Da halfen die Zwerge den Pflanzen, dann hieß es: „Flowers and trees waiting for the busy bees“ – und die fleißigen Bienen kamen und machten Wachs für die Kerzen. Kerzen, die dann schließlich für Maria und ihr Kind entzündet wurden. Es war wie ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk, wie die Kinder im Sprechchor gemeinsam in das Weihnachtsgeschehen, aber auch in diese Fremdsprache eintauchten. Vielleicht verstanden sie nicht jedes Wort hunderprozentig, aber im gemeinsamen Sprechen beginnen die Schülerinnen und Schüler, ein Gefühl für das Englische zu entwickeln. Und uns Eltern hatten sie damit regelrecht verblüfft. „Wir sind nicht perfekt, aber Schritt für Schritt werden wir besser“, hieß es dann noch. Aber sie waren schon sehr, sehr gut, die Schülerinnen und Schüler der 2.Klasse. Roman David-Freihsl

Schulanfang:

ÜBErlebst du noch oder erlebst du schon?

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antwortete versteckt hinter meinen schulterlangen Zotten altersgemäß trotzmächtig mit angewidertem Ton: „Naja, was soll ich sagen – Schule halt“. Da lächelte der alte Mann besserwisserisch und sagte (und genau diese Worte wollen bis heute nicht mehr verhallen): „Na du wirst schon sehen, später einmal wirst du zurückdenken und bemerken, wie schön es in der Schule war.“ Ich weiß noch, wie ich mit dieser Antwort in die Schule ging und es mir schauderte. Wie kann diese Zeit des Über-lebenskampfes jemals die Beste meines Lebens sein, fragte ich mich. Ich schwor mir damals, dass dieser alte Mann keinesfalls Recht behalten darf, das wäre schlicht ein zu bescheidenes Lebenskonzept. Und so habe ich tatsächlich bis heute ein tiefes Bedürfnis die Frage „Überleben sie noch, oder Er(!)leben sie schon?“ für mich so häufig wie möglich, in meiner privaten und beruflichen Lebenswelt, für mich und

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andere mit Zweitem zu beantworten. Und meine Kinder sollen die Schule erleben können, das wünsche ich mir natürlich auch. So haben wir uns als Familie entschlossen, unseren Kindern eine alternative Schullaufbahn in der Rudolf-Steiner-Schule zu ermöglichen. In der Hoffnung, dass es dort mehr Erlebensqualität geben wird. Mit diesem biografischen Rucksack saß ich also als Vater einer Erstklässlerin beim ersten Schultag. Das Kribbeln war großartig, es war ein echtes Erlebnis, geschmückt von Blumentor und einer erzählenden und weniger belehrenden Lehrerschaft. Warum ich das erwähne? Weil ich eines verstanden habe, nicht WAS wir lernen ist entscheidend, sondern WIE und von WEM wir lernen. Völlig klar ist mir also an diesem Tag geworden, dass unser Kind nicht nur viel an Buchstaben und Zahlenwerk sondern auch sehr Wesentliches lernen wird. Woran ich das bis heute bemerken kann? Weil ich Kinder in der Schule sehe, die morgens begeistert in die Schule hinein und wieder herauslaufen. Und ich höre meine Tochter täglich von Erlebnissen erzählen! Die offenbar so lebendig nachschmecken,

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In die Klasse kommt Bewegung rein Zum Start des „bewegten Klassenzimmers“ in der 2. Klasse

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eim Tag der offenen Türe konnten wir noch hautnah erleben, wie es unseren Schülerinnen und Schülern in dem Raum ihrer 2.Klasse so ging: Extrem beengt. Knapp gestellte Tische und Stühle; während der Russisch-Stunde hatten die DarstellerInnen beim Erüben einer Fabel kaum Platz, um als Tiere nach vorne zu krabbeln. Etwas anderes als Frontalunterricht war bei diesen Verhältnissen fast nicht möglich. Ein Umstand, den unsere Klassenlehrerin Christiane Dostal bei unserem jüngsten Elternabend ausdrücklich bedauert hatte: Vor allem wenn es gilt, sich im Kreis zusammenzusetzen und sich so auf gleicher Ebene auszutauschen. Doch gleichzeitig wussten wir Eltern am Tag der offenen Tür bereits, dass es der letzte Unterricht in diesem Rahmen war. Gleich nach Ende der öffentlichen Veranstaltung machten wir uns gemeinsam ans Werk. Zunächst wurden alle Tische und Bänke in den Keller vom Schulgebäude der Endresstraße 113 gebracht. Dann wurde ein großer Teppich aufgelegt; die Klasse wurde durchgesaugt und gereinigt.

Fotos: Roman David-Freihsl

Und dann holten wir vom Dachboden des Schul-Hauptgebäudes diese ganz besonderen Bretter und Bänder herüber, um sie zusammenzubauen: Die Bänke für das „bewegte Klassenzimmer“, wie sie schon einmal in einer Klasse über uns von Frau Barbara Pazmandy verwendet worden waren. Entworfen hatte dieses faszinierende Möbelsystem der Schülervater und Designer Matthias Berke: Drei Bretter und drei Balken, die ohne einer einzigen Schraube oder Verbindung nur durch zwei Spannbänder zu einer stabilen und höchst weiter nächste Seite

dass sie in den Schulferien fragt, ob wir eh sicher rechtzeitig vom Urlaub zum Schulanfang wieder zurück sind.

Foto: Diana Horvath

Ein guter Anfang ist viel Wert und dass wir und unser Kind diesen in dieser Art und Weise erleben durften, gibt mir das Gefühl aus meinen eigenen schulischen Überlebensphasen gelernt und diesen damit einen größeren Sinnzusammenhang verliehen zu haben. Wird das immer so bleiben? Sicher nicht! Weil sich das Leben ja ständig wandeln muss. Aber der Anfangszauber, den wir allen am Schulstart Beteiligten verdanken, der wird bleiben. Dieser magische Moment, den Hermann Hesse so treffend weiter beschrieben hat: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“ Bardia Monshi

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flexiblen Bank zusammengebunden werden. Auf diesen Bänken können die SchülerInnen nun drauf sitzen – oder aber sie können auf ihnen auch arbeiten, malen, schreiben. Oder sie benützen sie auch, um sie so zu gruppieren, dass sie darauf turnen, balancieren können. Vor allem aber können die Bänke auch ganz leicht auf die Seite geräumt werden, dann kann das ganze Klassenzimmer frei genützt werden. Das Konzept des bewegten Klassenzimmers ist bereits ab den 1980er-Jahren von Waldorfpädagogen in Bochum entwickelt worden und wurde in der Folge auch als „Bochumer Modell“ bekannt, berichtet Barbara Pazmandy bei einem Plausch im Bioladen „aus gutem grund“. Hauptmotiv war dabei vor allem die Sorge um die Bewegungsarmut der SchülerInnen: Angesichts der Tendenz, dass sich die Kinder nicht nur im Schulalltag immer weniger rühren können. Wenn sie etwa

Zum Start des „bewegten Klassenzimmers“ in der 2. Klasse bereits in der Früh sitzend zur Schule gebracht werden, dann im Unterricht sitzend (im Frontalunterricht) lernen und dann des Nachmittags bei der Hausaufgabe, vor dem Fernseher oder vorm Computer wieder sitzen.

Klasse zuvor? Die Frage stellte sich kurz vor der Adventzeit und ein tiefes Durchatmen, um nicht zu sagen Aufstöhnen der in den Vorbereitungen für den Adventbasar involvierten Eltern, war deutlich wahrnehmbar.

Diese Bewegungslosigkeit galt es im Unterricht aufzubrechen. Wobei dezidiert nicht nur die äußere Bewegung das Ziel ist, sondern die heranwachsenden Persönlichkeiten mit Hilfe des bewegten Klassenzimmers auch zu einer inneren Beweglichkeit hingeführt werden sollen.

Genau hier sprangen dann aber unsere Schülermutter Sabine Riedl und vor allem die Firma GEA ein. Denn die bietet genau solche Kissen aus natürlichen, nachhaltigen Rohstoffen an. Und auf Vermittlung von Sabine Riedl bekamen wir die Hälfte unserer 30 Polster von GEA gesponsert – sodass die Eltern letztlich nur den halben Preis pro Polster zahlen mussten.

Ein weiteres wichtiges Detail in diesem Konzept: Wenn die Kinder hinter den Bänken sitzen, um zu arbeiten, dann ruhen oder knien sie auf Sitzkissen. Auch diese Kissen hatte es in unserer Schule bereits gegeben – sie sind aber inzwischen in der 5.Klasse für die Meditationsrunden im Einsatz (siehe den Beitrag von Elisabeth Platzer). Also mussten neue Polster her. Sollten wir sie nähen, wie auch schon die Eltern der

Herzlichen Dank auf diesem Wege an GEA – unsere SchülerInnen fühlen sich auf Ihren Kissen ausgesprochen wohl! Roman David-Freihsl Webtipps: www.matthiasberke.at www.gea.at

5. Klasse Eurythmie bei der Schulfeier B

ei der Schulfeier haben die Buben aus der 5. Klasse ein kleines Theaterstück und die Mädchen der 5. Klasse Eurythmie - in ein paar Gruppen - vorgeführt.

Bei den Vorbereitungen der Mädchen haben wir zweimal in der Woche geprobt. Es fing so an, dass sich jede Gruppe ein Thema für den Tanz ausgesucht hatte. Es gab zum Beispiel: Schwerttanz, Feuertanz, die Blumen im Wind und noch ein paar andere. Die Proben sind nach meiner Meinung immer sehr gut und lustig gelaufen; wir haben uns alle immer auf Eurythmie gefreut, weil es sehr lustig war die Tänze immer weiter zu erfinden. Am Schluss von den Tänzen war es dann immer schwieriger weiter zu erfinden – am Anfang dagegen hatte man immer mehr Ideen. Bei der Aufführung waren wir alle ein bisschen aufgeregt. Bei dem Tanz, den ich mit meiner Freundin getanzt habe, haben wir bei der Elternaufführung einen kleinen Fehler gemacht, aber es hat Gott sei Dank niemand bemerkt. Aber bei der Schüleraufführung ist bei uns alles prima gelaufen. Somit war die ganze Aufführung ein großer Erfolg ;-).

dacht hätte; die Buben können sehr deutlich und laut sprechen. Was uns unsere Lehrerin gesagt hatte, war, dass das Theaterstück schon sehr alt war. Ich fand es sehr gut. So wie jedes Mal fand ich die Schulfeier sehr gelungen und ich freue mich auf die nächste! Alma S, 5.Klasse

Fotos: Lothar Trierenberg

Bei den Buben sind die Proben meistens in der Klasse gewesen, deshalb waren wir Mädchen auch öfter dabei. Als aller erstes mussten die Rollen verteilt werden; das ist eigentlich sehr gut verlaufen, weil es ja zwei Auftritte gab. Was ich bemerkt habe und was ich mir nicht ge 10 10 | |

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Die Messe in G-Dur von Franz Schubert für Soli, Chor und Orchester steht seit Herbst auf dem montäglichen Probenplan des Oberstufenchores. Diese Messe, komponiert vom 18 jährigen Schubert, ist sein meistaufgeführtes kirchenmusikalisches Werk. Die Uraufführung fand in der Lichtentaler Kirche im 9. Bezirk 1815 statt. Für unsere Aufführung haben wir die Kirche am Steinhof, die berühmte Otto Wagner Kirche zu Verfügung. Die besondere Architektur bringt eine besondere Akustik mit sich, und es wird für alle Musikerinnen und Musiker spannend werden. Befreundete Sängersolisten übernehmen die Soli: Elisabeth Sturm, Sopran, unterrichtet Stimmbildung an der Freien Musikschule und sie leitet den Kinderchor. Fernando Diaz, Tenor, ist Musiklehrer an der Karl Schubert-Schule. Alexander Tarko, Bass, unterstützte als Stimmbildner unsere Schüler immer wieder bei Klassenspielen und 11.Klassabend. Leona Siber ist eine ehemalige Schülerin unserer Schule. Sie studiert Dirigieren und sie hat bereits bei den Proben unterstützend mitgearbeitet. Sie wird das Konzert leiten. Eine Abordnung des Orchesters „Schallmauer“, ein Kooperations-Ensemble von Rudolf Steiner-Schule Mauer und der Freien Musikschule Wien, wird durch Gäste erweitert und begleitet die Sängerschar. Als Ergänzung werden zwischen den einzelnen Mess-Teilen von Schülerinnen und Schülern Texte vorgetragen, die sich mit der jeweiligen Thematik auseinandersetzten. Es gibt keine Karten, um Spenden wird gebeten. Angela Schindler und Stefan Albrecht

Über das Laufen und Stillsitzen D

er Mensch - und insbesondere das Kind - ist ein Bewegungswesen. Durch Bewegung äußert sich der Wille, mit der Bewegung werden Erfahrungen gesammelt, über Bewegungen findet Kommunikation und Selbstausdruck statt, in Bewegung können wir Grenzen erleben. Im fünften Schuljahr stehen die „Olympischen Spiele“ auf dem Jahresplan, ein wunderbares, gemeinschaftliches Sich-Erleben mithilfe der eigenen Kräfte und Fähigkeiten. In diesem Alter beginnt der Einzelne sich seiner Körperkräfte bewusst zu werden, Stärke und Ausdauer

werden zu eigenständigen Zielen. Seit September läuft die 5.Klasse. Viermal in der Woche, (fast) bei jedem Wetter laufen die Kinder morgens ihre Runden durch den Park, plaudernd und fröhlich. Anfangs, vor allem bei schönem Wetter, mit großer Begeisterung, zwischendurch ungern bis widerwillig, doch immer wieder mit neuem Schwung. Es werden Fortschritte und Krisen erlebt, schlappe und besonders gute Tage, Verzagtheit und Ermutigung, wie auch immer – nachher sind alle frisch und angeregt! Der Mensch ist ein Bewegungswesen – und wenn die Bewegung schweigt? Wenn der Körper in eine Position gebracht wird, die auch bei völliger Reglosigkeit eine Weile angenehm ist, wenn das Reden innehält und die Augen geschlossen sind, dann erhält der Raum in unserem Inneren mit einem Mal Aufmerksamkeit. Einmal in der Woche begeben sich die Fünftklässler in der Früh in den Eurythmieraum, suchen sich auf ihren festen Polstern eine bequeme, möglichst aufrechte Haltung und lassen auf einen leisen Gongschlag hin alle äußere Bewegung ruhen; manchmal beobachten sie ihren Atem, ein andermal bekommen sie ein Bild mit in die Stille… Nach fünf bis sieben Minuten ertönt der zweite leise Gongschlag und 30 ruhige Schüler wandern mit Polster unter dem Arm in ihren Klassenraum, bereit zu lernen und Neues aufzunehmen. Elisabeth Platzer

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Anmeldung: Eine Anmeldung zur Tagung ist nicht erforderlich. Sie können auch gerne Einzelvorträge besuchen. Auskunft und Anforderung vom Faltblatt: Ruth Neureiter; Kochgasse 7/9; 1080 Wien Tel. 0676-63 16 64 1 E-Mail: ruth.neureiter@chello.at Internet: www.rudolfsteinerausgaben.com (Rubrik: Veranstaltungen) Beitrag: Beitrag für Bekanntmachung, Saalmiete, Wertschätzung des Redners: alles nach eigenem Ermessen, im Geist eines sozialen Ausgleichs (Briefumschläge liegen aus).

Einladung

zur einführenden Gesprächsarbeit in die Anthroposophie anhand des Buches:

„Die Geheimwissenschaft im Umriss“ von Dr. Rudolf Steiner

FREIE MUSIKSCHULE WIEN

Schülerkonzerte 8+ Konzert

Donnerstag, 20. März 2014, 19.00 Uhr

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Neue Interessierte sind jederzeit herzlich willkommen.

Konzertcafè Schmid Hansl Schulgasse 31, 1180 Wien

Zeit: jeweils Montag, 19.30 Uhr im kleinen Festsaal der Schule Leitung: Dr. Reinald Hitsch Kosten: keine

Konzert der JÜngsten ~ Werkstatt der Schmetterlinge ~ Freitag, 23. Mai 2014, 17.00 Uhr Rudolf Steiner-Schule Mauer Wir freuen und auf Ihr zahlreiches Kommen!

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ERLEBEN:  

MANDATSGRUPPENTREFFEN 

  OFFENE KONFERENZ

SCHULE –QUO VADIS?

SCHULGEMEINSCHAFTSTREFFEN Unsere Arbeit mit „Wege zur Qualität“ bewegt seit langem die gesamte Schule, und so haben wir uns immer wieder als ganze Schulgemeinschaft getroffen: Beim Mandatsgruppentreffen haben wir einander die Mandatsbeschreibungen aller Gremien vorgestellt, einander wahrgenommen und unser Organigramm verabschiedet, in den Schule-quo vadis?-Treffen wurden aktuelle Schulentwicklungsfragen bewegt und initiiert, deren Umsetzung und Weiterführung in den Offenen Konferenzen gemeinsam diskutiert und vorangetrieben. In diesem Sinne laden wir herzlichst ein zum

SCHULGEMEINSCHAFTSTREFFEN 2014 Samstag, 22. März 2014, 13:30 Uhr bis 18.00 Uhr Die Themen dieses Jahres sind:  Evaluierung der Maßnahmen zur Rhythmusarbeit und

Chronobiologie (längerer Hauptunterricht, späterer Schulbeginn, längere Pausen,...)  Bericht des Konfliktbearbeitungskreises und des

Veranstaltungskreises  Information zur Idee des Neubaus auf 113 und allgemei-

ner Finanzelternabend

SCHULGEMEINSCHAFTSTREFFEN 2014 Das Schulgemeinschaftstreffen soll zumindest einmal im Jahr stattfinden und die jeweils vorliegenden Schulentwicklungsfragen zum Inhalt haben. Es ist offen für alle Mitglieder der Schulgemeinschaft, ganz egal, ob sie aktiv in einem Gremium vertreten sind oder rein aus persönlichem Interesse kommen.

Anschließend findet die Mitgliederversammlung des Schulvereins statt. Wir freuen uns, Sie alle dabei begrüßen zu können. Die Impulsgruppe

Wir feiern das

mit

FrühlingSfest

Sonnenschein & Kinderlachen, knisterndem Lagerfeuer, bezauberndem Puppenspiel, lustigen Tänzen, Kaffee & Kuchen, Flohmarktschnäppchen & schönen Dingen, Basteleien & Holzarbeiten, fröhlichem Gesang , Gaumenfreuden & Plaudereien, Blumendüften und vielem mehr am Samstag, den 10.Mai 2014 von 14.00 – 18.00 Uhr in unserem Schulgarten auf 113. Wer mitorganisieren, Ideen einbringen oder einfach mithelfen möchte, möge sich beim Festkreis melden! MarianneMiklau 069911255909 | Irene Mayer 0699 10 60 1212 | Hetty Grünberger 0664 8123295 WINTER 2014  MoMent Michaela Eberharter 0699 171 33 621| Susanne Genswein 0680 246 21 67

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ERLEBEN: 12 Klässler haben grundsätzlich einmal kaum Zeit – zu vieles ist in dieser Abschlussklasse zu erledigen, eine Veranstaltung folgt dem nächsten Highlight und jenes dem nächsten großen Abschluss. Also wagen wir ein Experiment: Leonie Mühlegger, Flora Sommer, Dana Orsolits und Lelio Libardi aus unserer Abschlussklasse waren Teil jenes Kernteams, das den überwältigenden Schulball im Jänner organisierte. Um Zeit und Ressourcen zu sparen und trotzdem einen Einblick in das Werden eines derartigen Ereignisses zu ermöglichen, stellte sich Roman David-Freihsl vom MoMent-Team als Schreibkraft zur Verfügung. Die Ballorganisatoren berichteten – und anhand der Mitschrift wurde dann gemeinsam dieser Beitrag erarbeitet. Hier das Ergebnis:

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igentlich hatte die Vorbereitung dieses Balles schon letztes Jahr begonnen – naja, genau genommen sogar schon Vorletztes. Damals hatte die 12. Klasse keinen Ball organisiert – und die damalige 11. Klasse meinte, sie werde einen organisieren. Wir wollten mithelfen – aber daraus wurde nichts. Letztes Jahr kam dann auch wieder kein Ball zustande. Und jetzt wollte zirka die Hälfte unserer Klasse unbedingt einen Ball. Gemeinsam hatten wir begonnen zu überlegen, welches Thema der Ball haben sollte und wo wir ihn veranstalten – vielleicht in einem Burgtheaterflügel? – aber das war zu teuer.

Also folgte der Beschluss: Wir machen ihn in der Schule. Es wurde in der Klasse ein Ballkomitee gebildet dann haben wir uns mit dem Veranstaltungskreis zusammengesetzt. In der Klasse teilten wir uns in Gruppen ein, die jeweils eine Aufgabe übernommen hat: Musik, Technik, Essen, Dekoration, Security, Programm und PR. Manche Gruppen haben sich dann allerdings eher wieder aufgelöst und jeder hat alles gemacht, was gerade anstand. Die Wahl des Themas: Zunächst hatten wir zu sechst ein paar Vorschläge erarbeitet, der Klasse vorgestellt und abgestimmt. Das hat ein bisschen gedauert. Wir einigten uns auf die 50-er Jahre und beschlossen den Termin. Danach haben wir längere Zeit eher wenig gemacht. Das meiste wurde dann in den letzten zwei Wochen erledigt – die Lehrer hatten schon gezweifelt, ob wir’s wirklich schaffen. Erst am Dienstag davor hatten sie gesagt: Jetzt glauben sie uns. Naja – vielleicht wollten sie uns auch nur motivieren. Eine Woche vor den Winterferien – also einen Monat vor dem Ball – wurden die Plakate gemacht und eine Facebook-Seite eingerichtet. 500 Menschen wurden eingeladen – aber es gab nur maximal 100 Zusagen. Dann wa 14 14 | |

ren die Ferien vorbei und wir wussten schon relativ viel, was wir machen, wie wir dekorieren wollen. Aber wirklich umgesetzt war noch sehr wenig. Was die Musik betrifft, wussten wir lange nur, dass die Karl-Schubert-Bande spielen wird und das Instant Music Project. Bei Joachim Palden und Julian Hruza hatten wir angefragt – sie wollten beide kommen, aber sie wussten noch nicht, ob sie wirklich spielen können. Das erste was wirklich klar war, waren die Getränke. Wir hatten versucht, abzuklären, was ausgeschenkt werden kann und was nicht. Organisiert hatte die Getränke Gerhard Rumetshofer, das Bier wurde vom Wolfsbräu gesponsert. Eigentlich ist es sich perfekt ausgegangen – als das letzte Glas getrunken war, war der Ball aus. Offiziell um drei Uhr, um Vier gingen die letzten Gäste – beziehungsweise wurden sie gegangen.

Woche vor dem Ball hatten dann auch noch Julian Hruza und Joachim Palden fix zugesagt. Gerhard Rumetshofer hatte uns viele Plakate ausgedruckt und die mussten wir noch auf Kartons aufkleben – das war ziemlich mühsam. Es wurde auch ein A0Plakat mit Fotos und Fotoecken aus den 50-ern beklebt. Das Möbel schleppen war auch anstrengend – eigentlich war alles sehr viel Arbeit, aber wir waren uns einig: es hat sich ausgezahlt. Die ganze Musikanlage hatten wir von Michael Schallmaier bekommen und ab Freitag aufgebaut. Bis nach 23.30 Uhr. Das Essen: Fred von unserer Schulküche hatte für uns Gulasch und Würstel gekocht. Toast Hawai hatten wir auch verkauft. Valentin hatte kleine Schnitzel besorgt; kleine Trzesnewski-Brötchen und Muffins gab es auch. Ab 21 Uhr war das Büffet eröffnet. Beim Tag der offenen Tür hatten wir Samstagvormittag noch einen Kartenvorverkauf durchgeführt.

Die Security stellten übrigens Ex-Waldorfschüler. Im Vorfeld hatten wir uns auch mit Christof Stein (ein Ex-Steiner-Schüler, der das Geschäft Lichterloh betreibt, Anm.) getroffen, und die Möbel für den Ball besprochen. Christof Stein hat auch viele Preise für die Tombola um ½11 Uhr gespendet – mehr als 50. Den Rest haben wir bei den Maurer Geschäften zusammengesammelt. Die Hauptpreise waren ein iPod- Shuffle, eine Übernachtung in Wiener Hotel, zwei Übernachtungen in einem Prager Hotel, einen 100,- und einen 50,- Euro Gutschein für ein Essen. Gutscheine für insgesamt 100 Euro und Kosmetika vom Esche (vom Bioladen „aus gutem grund“). Mit dem Aufbau haben wir dann bereits am Donnerstag begonnen und eine LKW-Ladung Möbel vom Christof Stein geholt. Im kleinen Festsaal wurde eine Disco eingerichtet. Eine MoMent  WINTER 2014


Schulball 2014 Samstag wurde dann der große Festsaal aufgebaut – mit vielen kleinen Lampen, Sofas und Tisch, damit es gemütlich ist. Wichtig war uns auch, dass es viel Platz zum Tanzen gibt. Die Bar hatte uns Frau Leutzendorff zur Verfügung gestellt. Der Eiskasten war hinten im Turnkammerl. Oben im Wintergarten gab es auch noch eine zweite Bar. Was den Alkoholkonsum betrifft: Abstürze gab es keine. Das zusätzliche Unterhaltungsprogramm: Es gab eine Videoprojektion mit Werbespots und kurzen Tanzfilmen aus den 50-er Jahren; die wurde über der Steinstiege abgespielt. Die Szenen hatten wir im Internet zusammengesucht. Vor dem Oberstufenraum gab es auch eine Diashow mit Fotos von uns. Da standen dann die Eltern und waren ein bisschen sentimental. Die zweite Videoprojektion hat leider nicht funktioniert. Die sollte unten gegenüber vom großen Festsaal abgespielt werden. Unten bei der Steinstiege hatten wir ein Wohnzimmereck zum Sitzen einge-

Fotos: W. Sommer, L. Trierenberg

richtet; mit Lampen und mit Zeitungen aus den 50-ern. Die hatten wir am Flohmarkt besorgt und kopiert. Die hießen zum Beispiel „Frau und Mutter“ – da waren wirklich sehr interessante Artikel drinnen (Grins). Nach dem Aufbau ging es dann noch schnell nach Hause, kurz herrichten – und wieder in die Schule. Die Soundchecks fanden dann von 17 Uhr bis 20 Uhr statt – und wir wollten eigentlich noch eine Generalprobe machen. Der Eingang war im Rosenhof. Es gab zwei Stempel: Für Gäste über 16 und unter 16 Jahren. Die Garderobe war im Windfang zum eigentlichen Haupteingang. Logistisch hatten wir das eigentlich ziemlich gut hinbekommen. Geplant waren auch noch Feuerkörbe für Raucher im Rosenhof – aber es hatte dann geregnet. Vor dem Festsaal hatten wir einen riesigen Rahmen mit Hintergrund – dort konnten sich die Gäste davor aufstellen und ein Erinnerungsfoto machen. Das wurde sehr oft genützt. Die Eröffnung hatten wir erst nach den Ferien mit Angelus Huber einstudiert – also zwei Wochen vor dem Ball. Wir sind mit einer klassischen Polonaise eingezogen, dann sind wir zum Jailhouse Rock übergegangen, dann kamen Only You und Rock Around The Clock – und dann hieß es „Alles Rock ´n´ Roll!“ Die Eröffnung war – eigentlich großartig. Die wollten wir um 20:30 Uhr beginnen, aber da standen noch so viele Menschen draußen. Alle sagten, dass es ur gemütlich war – die Bands hatten zur Stimmung auch sehr viel beigetragen. Die Karl-Schubert-Bande wollte gar nicht aufhören. Nach der Karl-Schubert-Bande war das Schulorchester. Das war einfach super. Zwischen den Beiträgen gab es immer ausgewählte 50-er Musik aus der Dose. Danach war die Wahl des besten Kostüms. Ein Komitee von vier Personen hatte je einen Mann oder eine Frau nominiert. Bei den Damen hatten Flora und Cora im Petticoat und den ärgsten Frisuren ex aequo gewonnen – bei den Herren gewann Stephan Trierenberg. Mit angeklebten Kotletten, Perücke, kariertem Anzug. Der Preis war jeweils ein Hula Hoop-Reifen.

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Kurz danach war die Tombola und die Gewinner wurden auf die Bühne gebeten. Die Nebenpreise konnte man sich im Oberstufenraum abholen. Dann kam das Instant Music Project. Die Mitternachtseinlage war im Vorfeld auch ein langes Hin- und Her – gemacht hatt sie schlussendlich die 11. Klasse – sie tanzten zu einer Nummer der Blues Brothers und dann haben sie „Lollypop“ gesungen. Danach kam das Joachim Palden-Trio und zum Abschluss „Julian und der Fux“. Da war Schichtwechsel: Viele Junge kamen dazu und ein paar Eltern gingen. Karl Hruza war eigentlich der Star – so cool! Die Nummer „Alter ego“ haben sie viermal gespielt. Als Julian zu seinem Vater sagte: „Echt geil, die alte Socke!“, tobte das Publikum. Danach war schon Ausklang – aber die Tanzfläche war immer noch voll. Schüler, ein paar Lehrer und Eltern tanzten. Aufgeräumt haben wir bis ½ 7 in der Früh – Karl Hruza bis ½ 8. Am nächsten Tag: Wir haben geschlafen, etwas gegessen, weiter geschlafen. Andere waren schon am Vormittag wieder in der Schule und räumten weiter auf. „Ich habe am nächsten Tag meine Zehen nicht gespürt.“ „Ich bin daheim die Treppen kaum runter gekommen vor lauter Muskelkater.“ Wer wirklich sehr viel geholfen hatte, waren der Karl Hruza und die Maria Leutzendorff – unsere Tutoren. Und der Veranstaltungskreis hatte sehr viel geholfen – vor allem der Gerhard Rumetshofer. Und es wurde auch wirklich viel gespendet! Sehr anstrengend war es – aber sehr viel Spaß hat es gemacht. Danach musste der Schulalltag erst wieder anlaufen. So nach dem Motto: Okay, jetzt ist kein Ball mehr. Jetzt ist dann die Jahresarbeit dran. Was wir vergessen haben, war ein Klassenfoto. Vielleicht sollten wir uns noch einmal herrichten? Vielleicht sollten wir noch einen Ball machen? Roman David-Freihsl: „Das wird ein langer Artikel.“ Die Gruppe: „Es war auch viel Arbeit.“ |

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ERLEBEN: Vor den Vorhang, liebe 12. Klasse! ie zögerlich, teilweise ein bisschen ängstlich und schüchtern sind vor über 12 Jahren fast alle dieser Schülerinnen und Schüler der aktuellen 12. Klasse durch den Blumenbogen in ihren ersten Schultag hineingegangen... Wie berührend und erhebend für uns Eltern, sie jetzt mit unglaublicher Kraft, strahlender Freude, mit so sympathischem Selbstverständnis und Selbstbewusstsein in den Ballsaal einziehen zu sehen!

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In diesem Ambiente entstand eine ausgezeichnete Stimmung, die alle Anwesenden, jung oder etwas älter, gleichermaßen erfasste.

Die gesamte Ballnacht ist Ausdruck Eurer ganz besonderen Fähigkeiten, die Ihr Euch in den letzten 12 Jahren erworben habt! Oft mehr im Stillen, im Verborgenen entwickelt, nie im lauten Nach-Vorne-Drängen... die jetzt da sind mit einer liebevollen, wirksamen Präsenz, die ihresgleichen sucht!

Nach der Wahl der Ballkönigin und des Ballkönigs und einer Tombola glänzte die 11. Klasse mit einer Adaption der Blues Brothers als Mitternachtseinlage.

Ein Gemeinschaftsprojekt ist dieser Ball – alle aus der Klasse, ohne Ausnahme, wirken mit, gestalten diesen Abend zu einem brillanten, unvergesslichen Ereignis! Mit großem Eifer, ansteckender Begeisterung und hinreißendem Charme werden in dieser Nacht viele Handgelenke gestempelt, Mäntel in der Garderobe versorgt, köstliches Essen und Getränke ausgegeben, Lose verkauft, Ansagen gemacht... und wird schwungvoll getanzt.

Der Abend wurde von der Zwölften mit einer flotten, sehr gelungenen Tanzvorführung eröffnet. Der frühere Abend war musikalisch genau geplant, unter anderem mit einer Playlist der Wilden 1950er mit reichlich Twist und Rock´n Roll. Live spielten die Band der Karl Schubert Schule, ein Schul-Orchester, Instant Music Project und das Joachim Palden Trio.

Ein wunderbares Buffet, eine Disco im Kleinen Festsaal, Videovorführungen und ab 1:30h das Konzert des „mit frenetischem Applaus begrüßten Julian und der Fux“ (O-Ton ein Ballbesucher) waren weitere Highlights dieses fulminanten, rundum gelungenen Ballerlebnisses. Welche Kompetenz in der Organisation und welche Brillanz in der Ausführung toller Ideen sich da zeigte – GLÜCKWUNSCH, 12.Klasse!!! Eltern der 12. Klasse

Trotz Eures stundenlangen Einsatzes in dieser Nacht tragen Eure große Freude und die Kunst, genießen zu können, zu einer zauberhaften Atmosphäre bei. Vielen, vielen lieben Dank für diese wundervolle Ballnacht! Am Schulball der 12.Klasse durften wir mit allen Sinnen tief in die Stimmung der 50er-Jahre eintauchen. Die Schüler hatten entsprechende Möbel, Lampen und Einrichtungsgegenstände organisiert, mit viel Liebe zum Detail und Kreativität die Wände mit Collagen und selbstgemalten Bildern dekoriert, die von den Ikonen (Marilyn Monroe, James Dean) bis zur Werbung „für die Hausfrau“ ein Sittenbild der damaligen Zeit zeigten. Fotos: W. Sommer, L. Trierenberg

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Leserbriefe zum Ball 12.-Klass-Ball im Stil der 50er Jahre:

Lieber Karl und liebes Festkomitee

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och liegt der stimmungsvolle Adventbazar nur wenige Wochen zurück, doch schon gibt die Schule einer anderen selbstorganisierten Großveranstaltung Raum: Nach einigen Jahren Ballabstinenz hat es diese zwölfte Klasse wieder in die Hand genommen, einen Ball auf die Beine zu stellen. Dieser Ball hätte es verdient, in den Ballkalender aufgenommen zu werden! Es ist beeindruckend, was an und in dieser Schule alles möglich ist! Beeindruckend auch, weil es zum Teil die gleichen Menschen sind, die beide Events ermöglichten. „Im Stil der Fünfziger Jahre“ lautete das Motto. Dank abwechslungsreicher und fantastischer Musik konnten die Tanzbegeisterten von 20:30 bis in den frühen Morgen durchtanzen. Eine Disco im kleinen Festsaal ergänzte das Angebot. Die Schüler beeindruckten mit ihrem tänzerischen Können zur Eröffnung und bei der Mitternachtseinlage. Stilechte Dekoration und Sitzecken luden zum Ausruhen und Plaudern ein.

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as war so ein tolles Fest! Großartig: Musik mit verschiedenen „Bands“, auch die Auswahl der Musiknummern war ausgezeichnet. Keine leeren Zeiten ... alles wie am Schnürchen gelaufen ... die Auswahl der schönsten Kostüme war so amüsant und erheiternd ... und nicht zuletzt die elegante Eröffnung, sowie die Mitternachteinlage der 11.Klasse! Ich habe nur gestaunt! Alle waren lustig, das Publikum in bester Laune und das Tanzparkett voll! GRATULATION! Ihr seid große KÜNSTLER!

Alles hat mir großen Spaß gemacht. Matthias und ich waren wahrscheinlich die ältesten Teilnehmer! Und das ganze war eine Verjüngungskur! Herzlichen Dank für den wunderschönen Abend Liebe Grüße

Anita Kux (ehemalige Lehrerin)

Eine witzige Kostümprämierung – Herrn Albrechts Krawatte war der Klatschometer – honorierte die originellsten Kostüme und deren Träger. Verwegen, flippig oder elegant zeigten sich die hübschen Schülerinnen mit ihren unterschiedlichen Petticoats und festlichen Abendkleidern und auch die smarten Schüler. Ebenso Eltern, Ehemalige und Freunde. Bei der Tombola wurden Preise verlost, die sich sehen lassen können. Für Essen und Getränke war gut gesorgt. Ein freundlicher SecurityDienst, bestehend aus „Ehemaligen“, sorgte für die Sicherheit, Garderobe und Ordnung. Vieles könnte man noch aufzählen, das Beste aber war die heitere und ausgelassene Stimmung aller Beteiligten. Schön war es auch, Schüler, Eltern und Lehrer einmal von einer anderen Seite, aus einem anderen Blickwinkel sehen zu können. Dass es möglich ist, neben der vielen Arbeit, die der Schulalltag mit sich bringt, solche Feste „zu feiern wie sie fallen“, zeigt die lebendige Kraft der Schule. B.M. Platz

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o aufregend und vielseitig hatte ich mir New York nicht vorgestellt, als ich mit meinem Vater in den Herbstferien bei einem Kurztrip die Stadt - und ihre Waldorfschule - besuchte. Aber eins nach dem anderen… Schon am Wiener Flughafen bekamen wir zu spüren, wohin die Reise geht. Eine Sicherheitskontrolle jagte die nächste und ich wurde gleich einmal besonders geprüft. Abstriche von Schuhen, Händen, Hose und Taschen wurden gemacht und das Handgepäck musste ich Stück für Stück entleeren. Als das endlich vorüber war, spazierten wir mit Stempel im Pass Richtung Flugzeug. Wir starteten in der Früh und flogen für unsere Zeitzone den restlichen Tag. Als wir dort ankamen, wurden wir von steinern wirkenden Beamten einzeln befragt, was wir vorhatten und mussten Fingerabdrücke und Fotos machen lassen. Als wir auch die Zollerklärung erledigt und die Koffer hatten, stiegen wir in eins der bekannten gelben Taxis und fuhren in glänzendem Sonnenlicht Richtung Stadt, denn dort war gerade Mittagszeit. Der Weg führte uns durch schäbige Vororte und Tunnels bis die Skyline wie aus dem Nichts auftauchte. Wir fuhren durch die breiten Straßen, spiegelten uns im Glas der Hochhäuser, beobachten Menschen über die Straßen eilen und Geschäfte vorbeiziehen. Wir hatten eine Wohnung von einer netten jungen Frau gemietet. Ich kann das sehr empfehlen, da es oft preisgünstiger und auch sehr interessant ist, in einem echten New Yorker Appartement zu wohnen. Am leichtesten ist es, so etwas über eine Webseite wie airbnb zu planen, die sehr gut organisiert und seriös ist. Angekommen, machten wir uns auch schon gleich wieder auf den Weg, diesmal ins Eishockey Stadion. Es spielten die New Yorker Mannschaften New York Rangers gegen die New York Islanders. Ein historisches Spiel für meinen Kärntner Vater, denn es war das erste Spiel vom Österreicher Thomas Vanek bei den New York Islanders. Er und Michael Grabner aus Kärnten sind unter den schnellsten Eishockey Spielern der Liga.

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Ich fühlte mich dort wie in einem amerikanischen Film und war positiv von den Menschen überrascht – ein starker, tätowierter Mann saß neben uns und stellte sich als überaus höflicher, sympathischer Typ heraus. Überhaupt waren in New York die Menschen sehr höflich, wie zum Beispiel die Beamten im Empire State Building, die fünf Tage die Woche den Besuchern immer denselben Weg weisen müssen, lächelten und grüßten trotzdem so freundlich, dass ich mir dachte was Amerikaner wohl über uns “ grantige Wiener“ denken, wenn sie uns in Wien besuchen?! In den nächsten Tagen liefen wir die verschiedenen Stadtviertel ab und lernten die breitgefächerte Vielfalt kennen. Es ist bestünde die New Yorker Gemeinschaft aus diesen Unterschieden und als forme eben das die Einheit. New York erscheint mir als riesige Quelle, aus der ständig Neues entspringt. Chinatown, mit seinen Läden voll mit Gemüsesorten, die mir unbekannt sind, wirkte wie eine eigene Welt. Soho und Little Italy sind nette Stadtviertel mit Cafes und bewährten Geschäften. Wandert man die 5th Avenue hinunter, bietet sich einem ein völlig anderer Eindruck – Edelboutiquen stehen mit spärlicher Kundschaft dicht nebeneinander gereiht und elegante Paare spazieren daran vorbei. Betritt man hingegen den Times-square, bietet sich einem eine bunte, bewegte Straße, die abends erst aufzuleben scheint. Biegt man in eine der Nebenstraßen, findet man entzückende kleine Theater, die Stücke mit glänzenden Besetzungen spielen. Wir besuchten das Theater genannt die Music Box um „Pimpin“ zu sehen. Drinnen war es altmodisch, aber sehr nett eingerichtet und das Stück sehr eindrucksvoll. Leider war die Luft dort schneidend kalt heruntergekühlt, dass ich mit Wintermantel fror. Selbst draußen war es wärmer, aber es scheint dort so üblich zu sein, denn am nächsten Abend sahen wir „Wicked“ im Gershwin Theatre, ebenfalls in Winterjacken gepackt. An Halloween, auf dem Hin- und Rückweg zu „Wicked“,dem Musical, sahen

wir selbst Business Men mit wehenden Umhängen und schrägen Kostümen die Straßen entlanglaufen. Viele Treppen waren kunstvoll mit Spinnweben, Kürbisköpfen und Skeletten verziert, als lieferten sich die Nachbarn Dekorations-Wettbewerbe. Selten scheint man still zu stehen und Überblick zu haben. In der Enge der Hochhäuser hat man jeweils nur den Blick auf eine Straße. Eine Vorstellung von der Stadt bekam ich erst, als wir eine Bootstour mit einem Wassertaxi unternahmen. Wir sahen vom Boot aus die Freiheitsstatue umwuselt von tausenden Touristen, das kleine Ellis Island, das World Trade Center in den Himmel ragen, Helikopter über die Stadt kreisen, die vorgesehene Anlegestelle der „Titanic“ und auch die Brooklyn Bridge tauchte vor uns aus dem East River. Als wir eines Nachmittags den Central Park betraten, kam ich mir wie in einem Märchen vor- die Bäume trugen herbstlich rote Blätter, auf den Seen ruderten Menschen in Booten und vor uns schlängelten sich Wege und Brücken. Alles wirkte erst sehr unwirklich. Als wir weiter spazierten, kamen wir zu belebteren Teilen des großen Parks und sahen Kinder spielen, Erwachsene lesen und viele Jogger, die vermutlich für den New York Marathon trainierten, der bald darauf stattfand. Nicht nur die Läufer, die ganze Stadt schien immer in

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Bewegung zu sein. Viele Menschen eilten zu Fuß durch die Straßen, an jeder Ecke schien ein Mensch nach einem Taxi zu rufen und auch unter der Erde fuhren die subways unaufhörlich. Selbst in der Nacht wurde es nie völlig ruhig, das Leben schien viel mehr unter den bunten Straßenlichtern aufzublühen. Einmal fuhren wir mit den Zug unter dem East River durch und besuchten New Jersey. Von Hoboken hat man einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt und als wir am Ufer saßen und Bagels aßen, bekam ich das Gefühl, wirklich angekommen zu sein. Anfangs war es anstrengend, ich musste mich erst an diese „Energie“, die in den Straßen herrscht, gewöhnen und an den Lärm, der einem Tag und Nacht in den Ohren rauscht, aber dann machte es Spaß, die Stadt kennen zu lernen, die vielen Straßen entlang zu gehen und Geschäfte zu besuchen. Wir sahen uns das World Trade Center an und die St. Paul´s Chapel, in der alle Besucher eine Schweigeminute zu Ehren der Opfer des 11. Septembers abhielten. Wir besuchten auch Grand Central Station, die viele aus dem Film Madagaskar kennen. Ich war sehr beeindruckt, wie edel man einen Bahnhof gestalten kann und wie gut er instand gehalten wird, im Gegenteil zu den dreckigen U-Bahnund Zugstationen. Am beeindruckendsten war eindeutig der Ausblick vom Empire State Building. Man muss durch Sicherheitschecks und mit Aufzügen fahren, aber dank des tollen Ausblicks lohnt es sich. Wir waren früh dran und konnten der Sonne beim Aufgehen zusehen. Man kann dort im Kreis spazieren und den Blick über die Fotos: A. Doujak

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verschiedenen Stadtteile, umgeben von Flüssen und Meer, schweifen lassen. Wir sahen die Brücken, die New York verbinden, Eislaufplätze, hohe Bürogebäude, belebte Straßen und den Central Park. Nicht nur die Viertel sind in New York verschieden, sondern auch die Restaurants. In der Stadt gibt es größte Auswahl an Essen. Vom Hot-Dog-Wägelchen an jeder Ecke bis zu den exotischsten Restaurants. Typisch sind, neben den bekannten Hamburgern, auch der New Yorker Cheesecake und die oben erwähnten Bagel mit verschiedensten Belägen. Einmal aßen wir in einem amerikanischen Cafe Frühstück. Typisch sind dort zum Beispiel Eggs Benedict und gefüllte Omeletts. Die Leute waren bunt gemischt - ein altes Ehepaar, eine Familie und ein junger Mann der mit seiner Freundin via Skype frühstückte. Wir probierten auch einige vegetarische und vegane Restaurants in den „AlternativVierteln“ aus. Davon gibt es dort viele und sehr gute, wie zum Beispiel das peacefood cafe. Das Einkaufen ist anders als bei uns. Fast in jeder Straße gibt es einen 24 hours open shop und man kann sich relativ sicher, sein dass sich hinter jeder zweiten Ecke ein Starbucks versteckt. Viele Menschen laufen in New York mit Coffe-to-go und Bagel in der Hand durch die Straßen. Einmal endeckten wir im Kühlschrank unserer Wohnung etwas, das wie Milch aussah, aber es stellte sich heraus, dass sich pures Eiweiß darin befand. Die Leute können sich also Eierspeis aus der Packung zubereiten, ohne das angeblich ungesunde Eigelb. Das erinnerte mich daran, dass die Leute dort wesentlich weiter von der Natur entfernt sind, als wir in Wien. Trotz der vielen Unterschiede zwischen Wien und New York City kann man sicher sein, dass sich die Waldorfschulen/Kindergärten gleichen.

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Unabsichtlich schauten wir erst im Kindergarten vorbei, in dem dieselben Wasserfarbenbilder hängen und Holzskulpturen stehen wie bei uns. Mit Umwegen fanden wir dann auch die Waldorfschule zwei Straßen weiter. Das schmale, hohe Gebäude liegt ganz in der Nähe vom Central Park. Gleich, wenn man die Schule betritt, wird man von der Sekretärin empfangen und bekommt einen Visitor Pass ausgehändigt. Im Erdgeschoß befindet sich sonst nur der Pausenraum. Will man weitere Schulräume besichtigen, muss man viele Stiegen steigen. Die Deutschlehrerin sprach mit uns über einen Austausch und zeigte uns die Bibliothek, den Physikraum, den Malraum und den Eurythmieraum, der auch zu sonstigen Schulveranstaltungen benutzt wird. Eines der Klassenzimmer zu betreten war leider nicht möglich, da wir die Schule zu Unterrichtszeiten besuchten. Die Schule und Leute machten auf mich einen sehr freundlichen Eindruck. Die Klassen und Räumlichkeiten sind wesentlich kleiner als bei uns, was bestimmt Vor- und Nachteile hat. Mit dem Besuch der Waldorfschule, neigte sich unser Urlaub dem Ende zu. Ich bin gespannt, ob unser Austausch gelingt und kann über unseren Trip nur sagen: Vier-Tage - eine kleine Vorstellung von Amerika - ein interessantes Bild von New York! Rückflug – dieses Rauschen im Ohr beim Abheben, klang nach Abschied. Dort unten schienen tausende Lichter auf dem tiefschwarzen Meer zu schweben. Die Highways glichen leuchtenden Ameisenstraßen. Allmählich verschwanden auch sie und New York mit all seinen Lichtern lag hinter uns. Ich merkte, dass mir die Buntheit und Energie dieser Stadt fehlt, aber auch das im Vergleich stille Wien etwas für sich hat. Stephanie Doujak

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ERLEBEN: EIN HAUS, DAS RUHE AUSSTRAHLT

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chon vor der Geburt unserer Tochter war für mich klar, dass ich zu ihrem zweiten Geburtstag wieder arbeiten gehen würde – das ist nun mal die späteste Möglichkeit in Österreich wieder in den Job zurückzukehren, nach dem Stichtag „ 2. Geburtstag“ erlischt dieser Anspruch und damit auch die Möglichkeit in Elternteilzeit ins alte Unternehmen zurückzukehren.

Mit trotzdem schlechten Gewissen machte ich mich im Herbst 2010 auf die Suche nach dem für uns besten Kindergartenplatz – meine Tochter war damals knapp 1 ½ Jahre alt und ich sah mir fünf Häuser der verschiedensten Einrichtungen und Ausrichtungen genauer an (Schnupperstunden, Tag der offenen Tür, etc.). Vom Waldorfkindergarten hatte ich vorher schon sehr viel Gutes gehört – fast alle älteren Kinder unserer kleinen Wohnanlage waren dort und alle (Kinder und Eltern) schwärmen noch Jahre später von der guten Zeit, die sie im Kindergarten hatten. Mit der Waldorf / Steiner Philosophie hatte ich mich bis zu diesem Zeitpunkt nicht näher beschäftigt, eine Jugendfreundin ging in die Steinerschule, das war bis dahin mein einziger Bezugspunkt. Was mir beim ersten Betreten des Hauses auffiel – und das ist für mich persönlich bis heute ein bleibender Eindruck geblieben und mir damit als erstes Unterscheidungsmerkmal zu anderen Kindergärten aufgefallen – ist diese Grundruhe, die das Haus ausstrahlt und die überall förmlich zu spüren ist. … Bitte nicht falsch verstehen – bei Kindern geht es oft lautstark zu und das gehört selbstverständlich dazu – aber das Fehlen von Plastikspielzeug und „künstlichen“ Materialien sorgt für einen ruhigen und geborgenen Rahmen – und das ist für alle wohltuend.

Der Funke springt über Von den Pädagoginnen war ich vom ersten Moment begeistert, der Funke ist sofort übergesprungen und die beiden sind das perfekte Team für kleine Kinder, da sie sich beide von ihrem Wesen und ihrem Umgang mit den Kindern so perfekt ergänzen, dass wirklich alle Bedürfnisse der Kinder abgedeckt werden. Meine Tochter ist auch sofort neugierig in den Raum gegangen und wollte sich von der Spielküche und allen Holztieren nicht mehr trennen… Unsere Entscheidung war getroffen – dann kam das lange Bangen und Warten auf einen Platz im Herbst. Spielgruppe als wichtiges Instrument   Zum Glück wurden wir noch im Winter davor in die Spielgruppe eingeladen – meiner Meinung nach das wichtigste „Instrument“ für eine gute und entspannte Eingewöhnungszeit. 20 |

GEDANKEN UND MOMENTE AUS     … so wie ihn ELTERN Das Schönste, was Eltern passieren kann Wir bekamen den Platz für den Herbst, meine Tochter ist nun das dritte Jahr im Kindergarten und um es kurz zu machen – wir sind alle jeden Tag froh und glücklich über diese Entscheidung. Sie hat sich vom ersten Tag an wohl gefühlt, die Eingewöhnungszeit war von uns allen (Kindergarten, andere Eltern, wir) so gut vorbereitet und problemlos, dass ich von Anfang an ohne schlechtes Gewissen wieder zu arbeiten begonnen habe und mein Töchterchen in den besten Händen wusste. Sie geht bis heute gern in den Kindergarten, Wochenenden und Ferien sind ihr ein Horror, da sieht sie ihre FreundInnen nicht und wehe mir, wenn ich sie zu früh abhole (das ist wirklich so – bis auf wenige Tage schlechter Laune bzw. kränkelnd hat es noch nie ein „ich mag nicht in den Kindergarten gehen“ gegeben!). Das ist das schönste, was berufstätigen Elter passieren kann – weil es von vornherein soviel Druck vermeidet… Gut vorbereitete Übergänge Auch die Eingewöhnung in die Gruppe der „Großen“ nach zwei Jahren war sehr gut vorbereitet, die „Kleinen“ durften im letzten Halbjahr schon mit den „Großen“ essen, waren teilweise gemeinsam im Garten – und unheimlich stolz darauf, im Herbst dann endlich zu den „Großen“ zu gehören! Überhaupt finde ich dieses gruppenübergreifende System (z.B. findet die Nachmittagsbetreuung gemeinsam mit den anderen Gruppen statt) ideal, weil die Kinder so früh lernen, in verschiedenen Gruppen ihren Platz zu finden und das stärkt ihre soziale Kompetenz. Selbstverständlich gibt es noch jede Menge andere Gründe, die für den Kindergarten sprechen, unser Einzelkind lernte schon ganz früh sehr viel in Sachen sozialer Kompetenz und Rollenverhalten, das hätte ich ihr zu Haue niemals bieten können. Austausch und ungezwungene Mitarbeit Sehr angenehm empfinde ich auch das tägliche Miteinander – ein stetiger Austausch beim Abholen, regelmäßige Gespräche mit den Pädagoginnen und Elternabende um zu hören, was gerade in der Gruppe vor sich geht, einfach viel über die Kinder zu erfahren - gerade am Anfang erzählen sie ja zu Hause noch nicht viel und es ist spannend zu hören, wie andere das eigene Kind wahrnehmen und Entwicklungsschritte sehen. Auch die Mitarbeit der Eltern im Kindergarten (wie ich von anderen hörte, ein oft „gefürchtetes“ Thema in Waldorfkindergärten) empfinde ich als sehr ungeMoMent  WINTER 2014


DEM KINDERGARTEN … erleben zwungen und einfach – wer möchte, kann sich jederzeit einbringen, wer das nicht so gerne macht, hat kein Problem, im Hintergrund zu bleiben. Ich selber tue dies sehr gerne, weil es mir viel Einblick in die Philosophie und die Grundidee des Hauses gibt und für mich in Summe aller Faktoren eine runde Geschichte ist. Einen Abend lang gemeinsam Nikolaussackerln für die Kinder zu nähen ist zum Beispiel eine gute Gelegenheit über aktuelle Entwicklungsschritte und Gruppenverhalten zu sprechen und zu lernen. Auch den Kindergartenrat halte ich für eine gute Einrichtung – interessierte Eltern haben hier eine gute Möglichkeit die Grundphilosophie der Steinerschule und des Kindergartens kennenzulernen bzw. Erfahrungen mit den anderen Gruppen auszutauschen.

Besondere Qualität des Essens Erwähnen möchte ich auch noch das Essen – ein besonders wertvolles Unterscheidungsmerkmal zu anderen Kindergärten – schon alleine deshalb weil es vegetarisch und biologischer Herkunft ist. Dazu ist zu sagen, dass wir uns keineswegs vegetarisch ernähren, meine Tochter lernt so aber erstens auch Nahrungsmittel kennen und nimmt auch die an, die sie zu Hause gar nicht bekäme (z.B. Getreidebrei), und ist zweitens offen für verschiedenste Gemüse und Getreidearten. Das ist heute nicht selbstverständlich und wir Eltern brauchen kein schlechtes Gewissen zu haben, dass es zu oft Fleisch oder Wurst gibt – danke auch hierfür! Wir sind gerne hier Zusammengefasst: wir sind sehr gerne hier und genießen die Kindergartenzeit sehr – neue Herausforderungen – z.B. die Schule – kommen früh genug!! Andrea Schuster-Aigner

DER BAUCH SAGT JA

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uf der Suche nach dem besten Kindergartenplatz fürs Kind kommen viele gleich nach Erstbegutachtung nimmer in Frage. Durch die Cousine werden wir hineingeweht ins rote Holzhaus, mit lediglich rudimentärer Vorkenntnis der hiesigen Philosophie. Schon so oft vorbeigefahren - wie mag es drinnen wohl sein? Unten recht dunkel wird es zu den einzelnen Räumen hin hell. Gut benutztes Gartengewand zeugt vom Spiel draußen, Brotgeruch macht auf die Back Tage aufmerksam. Es wirkt gemütlich hier, keine Frage. Der Bauch sagt Ja: der Geist des Hauses ist ein guter. Wir haben uns entschieden.

Anregung statt Aufregung Das Kind wird in die Krippe kommen. Wie wird es werden? Loslassen können, wollen; es gibt viele Arten, auf beiden Seiten, damit umzugehen. Ein Stück weiter hat sich herauskristallisiert, wie es diesmal sein soll. Das Kind hat uns alle überzeugen dürfen: es will unbemerkt allein reingehen und will keinen „Empfang“, nur Raum. Schön, dass dieser Raum gegeben wird. Der langsame Einstieg in den Kindergartenalltag ist gut. Hier herrscht keine Aufregung, sondern Anregung. Auch der Appetit wird angeregt: das Mittagessen wird im zweiten Jahr auf Eigeninitiative dieser Gruppe projektweise sogar selbst gekocht. Man tauscht sich gegenseitig aus, Tanten mit Eltern, Eltern mit Eltern, das schafft Vertrauen, das verbindet. Die gemeinsamen Feiern bilden die Eckpunkte in den ereignisreichen Jahren. Hürden bewältigen Daneben gibt es natürlich auch Hürden zu bewältigen. Das Warten auf einen Ganztagesplatz erfordert ein Jonglieren mit dem Job. Man wünschte sich ein drittes anerkanntes Karenzjahr. Zwischen-Ferien und Feiertage sind zwar eine angenehme Abwechslung, erfordern andererseits jedoch jeweils einen kleinen Neueinstieg in den Kindergarten. Journalwochen sind nur bedingt hilfreich, denn an-

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dere Bezugspersonen und/oder sogar Räume sind fürs Kind verwirrend.

Der Wille findet Steuerung Das Kind kommt nun schon in die große Gruppe. Wie wird es sich da tun? Von der alten Gemeinschaft bleiben nur drei, wie schade. Plötzlich wieder neu sein, seinen Platz neu finden, sich neu erfinden. Der kleine Mensch tastet das Umfeld ab, spürt nach, welche Widerstände es zu überwinden gilt, reibt sich, wo was nicht glatt geht. Einst gewickelt, jetzt entwickeln. Die Umgebung, die verschiedenen Angebote an Körper und Geist sind der Nährboden für all die unglaublichen Ideen, die jetzt sprudeln. Ob Backen, Singen, Geschichten, Rollenspiele, alles wird aufgesogen und peu à peu reproduziert. Das willensstarke Kind ist hier gut aufgehoben, findet Anleitungen zur Steuerung seiner Kräfte. Beziehung erüben Mittags und nachmittags wird neu gewürfelt: die Gruppe setzt sich nun anders zusammen. Gelegenheit zum Aufbrechen fixer Positionen, zum Ausloten neuer Beziehungen. Stärkung für die Seele Der Bauch sagt nach wie vor Ja zum Hausgeist. Das kontinuierliche Miteinander ist eine Stärkung für die Seele, auch für die der Eltern. Bettina Schwenk

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Der Bioladen als Dorfbrunnen von Der Bioladen aus gutem grund hat Konkurrenz bekommen. Eine gute Gelegenheit, wieder einmal nachzufragen, welche guten Gründe Esche Schörghofers Laden auszeichnen. MoMent: Eine Werbekarte des Naturkostladens aus gutem grund behauptet, die Kleinsten seien oft die Größten. Warum? Esche Schörghofer: Kinder sind meine größten Lehrmeister. Was lerne ich von den Kleinsten? Zuerst wohl Ehrlichkeit, dann Offenheit, Kinder sind innovativ, ihre Ideen bringen mich manchmal zum Lachen und regen mein Denken an. Und schließlich bewundere ich die Kooperationsbereitschaft der Kleinsten. Ehrlich, offen, innovativ und kooperationsbereit, diese vier Qualitäten unserer jüngsten Besucher decken sich zufällig mit den wesentlichen Grundsätzen der biologischdynamischen Landwirtschaft, die – gemessen an den Größenordnungen der Agrarindustrie – ja auch zu den Kleinsten zählt, was jedoch die Qualität betrifft, zu den Größten. MoMent: Der Naturkostladen aus gutem grund verkauft in Mauer seit 35 Jahren biologische Lebensmittel. Nun eröffnete ein Biosupermarkt in direkter Nachbarschaft. Was bedeutet das für Dein Geschäft? Esche: Diese neue Situation ist für den Naturkostladen aus gutem grund, für die Schule und für unsere Kundinnen und Kunden eine Gelegenheit, Standpunkte neu zu hinterfragen, die für uns selbstverständlich geworden sind. 1978 hat die Schule das Demeterhaus gegründet, in dem wir jetzt den guten grund betreiben. Damals war der Biohandel von Mangel geprägt, es gab erst wenige Produkte in Bioqualität, die Beschaffungswege waren schwierig und für uns heute fast unvorstellbar arbeitsaufwändig. Ich wünschte, Willi Rosen, der diese beinharte Aufbauarbeit geleistet hat, schriebe ein Buch über die Zeit der Biopioniere. Der Anfang des Biohandels war aber auch geprägt von engem Zusammenhalt zwischen Produzenten, Händlern und Konsumenten. In den Köpfen der Beteiligten war der Gedanke lebendig, gemeinsam zum Wohl der Umwelt und zum Wohl der nachfolgenden Generationen bessere Lebensmittel zu produzieren. Von Profitmaximierung war in diesen Jahren kaum die Rede. MoMent: Das ist jetzt nicht mehr so? Esche: Diese Situation hat sich radikal verändert. Zwar werden im österreichischen Lebensmittelhandel nur 5% des Gesamtumsatzes mit Bio erwirtschaftet, gleichwohl ist Bio längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen und auch in der Mitte der Lebensmittelindustrie. Firmen, die früher ausschließlich

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konventionelle Lebensmittel produzierten, entdeckten, dass sich mit Bio mehr Profit machen lässt. In den USA wurde eine interessante Studie dazu veröffentlicht. In den vergangenen zehn Jahren wurden von 85 mittelständischen Bio-Unternehmen 70 von konventionell produzierenden Großkonzernen aufgekauft. Dieser Trend setzt sich nun in Europa fort. Die Konzerne agieren global, sie vernachlässigen die Beziehungen zu regionalen Produzenten, die Konzerne kaufen Bio-Rohstoffe dort, wo sie am billigsten sind, Qualität oder nationale Bindungen sind keine Kriterien für die Rohstoffbeschaffung. Der Preis allein diktiert. Gewachsene Beziehungen zwischen Produktion, Verarbeitung und Handel gehen auf diese Weise verloren und die Qualität vieler Bioprodukte sinkt. Diesen Trend unterstützt die EU-Bioverordnung, die weit niedrigere Qualitätsstandards vorsieht, als etwa die Richtlinie des Demeterbundes für die biologisch-dynamische Landwirtschaft. MoMent: Der Vorteil ist, dass das Bio-Angebot mehr in die Breite ging. Esche: Derzeit werden ca. 10.000 Produkte in Bioqualität angeboten, der Biohandel befindet sich in einer Situation des Überflusses. Für mich stellt sich eher die Frage, ob es nicht an der Zeit wäre, die Breite des Bio-Angebots zurückzunehmen und auf weniger Produkte zu setzen, von denen sich jedes einzelne allerdings durch Spitzenqualität auszeichnen muss. MoMent: Mit der Produktpalette hat sich auch der Handel weiter entwickelt. Esche: Natürlich, Biosupermarktketten, deren Geschäfte von Hamburg über Wien bis Zagreb gleich ausschauen, überziehen den Kontinent. Sie bevorzugen Standorte in der Nähe kleiner Naturkostläden, die den Boden für sie aufbereitet haben. Manche Ketten bieten sogenanntes Schließungsgeld an, damit die kleinen Läden ihren Standort aufgeben, den die Großen nun allein besetzen wollen; eine ähnliche Entwicklung wie in den 1960er Jahren im konventionellen Lebensmittelhandel. MoMent: Was ist das Motiv, Deinen kleinen Laden trotzdem weiterzuführen? Esche: Vor allem für die Schule stellt sich die Frage, warum sie auf ihrem Schulgelände einen Laden will, der auf Produkte aus biologisch-dynamischer Landwirtschaft spezialisiert ist? Und für die Konsumentinnen stellt sich die Frage, aus welchem Grund sie weiterhin im guten grund einkaufen? Meine eigenen Motive für die Weiterführung des Bioladens könnte ich vielleicht so zusammenfassen: Für die weitere Existenz des Homo sapiens auf dieser Erde

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Mauer und für die Gesundheit zukünftiger Generationen erscheint es mir unabdingbar, dass Produkte aus bio-dynamischer Landwirtschaft verfügbar bleiben. Ich will mit den kleinen Betrieben kooperieren, die diese Produkte erzeugen, ich will für diese Betriebe ein verlässlicher Vertriebspartner bleiben. Und ich halte diese Arbeit für notwendig, weil sie weder von den Bio-Schienen der konventionellen Lebensmittelketten noch von den Biosupermärkten geleistet wird. MoMent: Was unterscheidet Dein Angebot von dem eines BioSupermarktes? Esche: Wir bieten ganz einfach viele Produkte an, die kein Supermarkt führt. Gerade unsere Kooperation mit dem Klostergarten Laab verweist auch darauf, dass es uns, ebenso wie den Gründerinnen des Demeterhauses 1978, nicht nur um erfolgreichen Verkauf geht, sondern dass der soziale Aspekt in unserem Geschäftsmodell eine wesentliche Rolle spielt. Im Klostergarten Laab haben 14 Jugendliche, die auf dem Arbeitsmarkt schwer unterkämen, einen Ausbildungsplatz. Sie lernen dort, Gemüse bio-dynamisch anzubauen. Manchmal verkaufen sie gemeinsam mit Ihrem Gärtnermeister Nikolaus Kramer ihr wunderbares Gemüse vor unserem Geschäft, damit für sie anschaulich wird, wohin die Waren gehen, die sie produzieren; gleichzeitig wird für unsere Kundschaft anschaulich, woher das Gemüse kommt, das sie essen. MoMent: Wie hat die Schule auf die neue Situation des Biohandels in Mauer reagiert? Esche: Sowohl unsere Kundinnen und Kunden als auch die Schulverantwortlichen haben mich in den vergangenen Wochen ungeheuer stark unterstützt. Dafür bin ich sehr, sehr dankbar. Gleichzeitig frage ich mich, unterstützen sie mich lediglich aus Sympathie zu mir und meinem Team, oder weil Ihnen bewusst ist, welche Bedeutung bio-dynamische Lebensmittel haben? Ich will nicht undankbar sein, und doch muss ich sagen, es geht hier um weit mehr als um persönliche Sympathien. MoMent: Wie siehst Du Deinen Bioladen im Umfeld des Maurer Grätzels? Esche: Ich schlendere lieber durch Gassen mit kleinen Läden, als mich in den Regalgassen der Supermärkte zu verlieren. Für mich macht es einen Unterschied, ob ich meine Bücher bei Amazon bestelle, oder ob ich sie in der Buchhandlung Wetter in der Gessl-

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gasse bzw. in der Bücherstube Speisingerstraße kaufe. Der Geräuschpegel in unserem Geschäft ist mitunter nicht nur wegen der Kühlgeräte ziemlich hoch, sondern weil hier viele Leute miteinander reden. Mir ist es wichtig, dazu beizutragen, öffentliche Orte in der Stadt zu erhalten, an denen unverbindliches Gespräch und Austausch möglich sind. Mich erfüllt der Austausch mittels digitaler Medien nicht, und ich will auch als alter Mann in Mauer neben den Heurigen noch Orte vorfinden, wo ich wahrgenommen werde und ein paar Worte wechseln kann. Das Modell Bioladen übernimmt meiner Ansicht nach zum Teil die Funktion, die früher Dorfbrunnen hatten: Ein Ort, den man regelmäßig aufsucht, wo man zufällig Bekannte trifft, sich austauscht; ein Ort, der gegen Vereinsamung wirkt. MoMent: Wie könnte vor diesem Hintergrund die Zukunft aussehen? Esche: Für die Schule schafft der Bioladen eine Brücke zur Maurer Bevölkerung, wir haben pro Woche sechs Tage der offenen Tür. Diese Brücke könnte breiter werden, wenn im geplanten Schulneubau neben dem Bioladen auch ein Restaurant und ein Kaffeehaus untergebracht würden, wo Jede und Jeder willkommen ist. Auch hier böte sich ein reiches Betätigungsfeld, zum Beispiel für Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse, die auf mich manchmal etwas unterfordert wirken. Gerade im Zusammenhang mit dem Schulneubau muss die Frage der Bedeutung des Bioladens meines Erachtens offen, ehrlich, innovativ und kooperationsbereit diskutiert werden. Nicht nur im Schulvorstand, sondern in einem gemeinsamen Gespräch mit Lehrerinnen, Lehrern, Eltern, Kundinnen und Kunden sollten wir bei dieser Gelegenheit auch zu einem neuen Bewusstsein für die Bedeutung unserer Ernährung und unseres Einkaufverhaltens finden. Dieses Interview nahm Roman David-Freihsl in großer Dankbarkeit entgegen. Lesen Sie im nächsten MoMent den zweiten Teil dieses Gesprächs – über Saatgut, die Bewusstseinsfrage beim Einkauf, die Bedeutung Rudolf Steiners für eine gesunde Ernährung und den Bioladen aus gutem grund.

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Lesung aus dem Buch: „Der andere Beethoven“ Ludwig van Beethoven, Klaviersonate in E-Dur, Opus 109

ERLEBEN: „Einem anderen Menschen wirklich begegnen, heißt, von einem Rätsel wachgehalten zu werden“

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chon wieder ein Freitag Abendtermin in der Schule dazu, und ein ganzer Samstag – und dennoch gehe ich beschwingt und erfrischt nach Hause! Wie geht das?

Henning Köhler spricht über spirituelle Entwicklungspsychologie. Darüber, dass alle Menschenkinder dieselben Grundorientierungen haben, und dass sich die Pädagogik daran orientieren soll, nein, eigentlich muss, um Sinn zu haben. Wir an der Waldorfschule sind ja von Grund auf schon überzeugt, dass wir Menschen weder rein genetisch noch rein umweltbedingt noch aus einer Mischung aus beiden Komponenten determiniert sind, sondern dass in jedem Menschen eine geistige Wirklichkeit waltet, sich entfalten will. Wie dies aber bestmöglich zu begleiten ist, wie unsere Sinne da zu schulen sind, damit wir auch tatsächlich wahrnehmen können, wer uns da entgegentritt, das begleitet uns als lebenslange und immer wieder neu gestellte Aufgabe zur Selbstentwicklung. Die Menschenkunde ist der Schatz, den die Waldorfpädagogik den anderen pädagogischen Strömungen voraushat. Diese aber im Sinne des Kindes als Beziehungsgestaltung wirklich sehen und verstehen zu können, um zu brauchbaren, heißt zukünftigen Schlüssen zu gelangen, da braucht es die genaue Beobachtung, die Andacht zum Kleinen, wie Rudolf Steiner sagt. Und unabdingbare Demut. Während also dieser Erfahrungsgigant da vorne über die religiöse, heimatliche, kommunikative, gestalterische, selbstreferentielle, fragende und sinnsuchende Grundorientierung spricht und erläutert, wie der Descart’sche Satz „Ich denke, also bin ich“ jeweils erweitert werden kann, gehe ich im Geiste Bereiche unserer Schule, meines Unterrichts durch und scanne: wo fehlt’s auf den ersten Blick, wo liegen wir gut, wo habe ich noch Fragen, die ich im Moment noch gar nicht ausformulieren kann.

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Seit einem Vierteljahrhundert vertritt Harke de Roos, Schüler-(Stief)Vater der 10. Klasse, eine eigene Sicht auf Beethoven, die er aus der Lehre des Wiener Dirigentenmentors Prof. Hans Swarowsky weiterentwickelt und in niederländischen, deutschen und englischen Schriften festgehalten hat. Mit den Wiener Symphonikern hat er die Zweite Symphonie Beethovens nach seinen Ansichten auf CD eingespielt und er wird mit der Wiener Kammerphilharmonie im kommenden „Carinthischen Sommer“ die Siebte Symphonie und das Violinkonzert interpretieren, im kollegialen Einvernehmen mit der französischen Geigerin Fanny Clamagirand.

(Emmanuél Lévinas)

Henning KöHler Freitag 24.Jänner 20 Uhr Vortrag zum Thema:

Wie antwortet spirituelle Entwicklungspsychologie auf die Fragen der Erziehung? samstag, 25.Jänner von 9-17 (incl. Pausen)

http://www.waldorfkoeln.de/einrichtungen/freies-bildungswerk-rheinland.html 06.11.2013, 18:20 Infos zu Henning Köhler unter: http://www.janusz-korczak-institut.de/index.php?id=43

seminar zu dem gleichen Thema Eine öffentliche Veranstaltung der rudolf steiner-schule Wien-mauer HERBST 2013 MoMEnT

Wo geben wir den Kindern spirituelle Bilder, die ihnen die Sicherheit lassen, dass sie in einer größeren Macht geborgen sind (religiöse Grundorientierung)? Wo teilen wir ein Stück Welt mit ihnen und gestalten es gemeinsam so, dass sie Zuverlässigkeit und Treue erleben (heimatliche Grundorientierung)? Wo antworten wir so auf sie, dass sie sich wahrgenommen fühlen und Resonanz erhalten (kommunikative Grundorientierung)? Wo geben wir ihnen Gelegenheit, die Begegnung mit dem eigenen Ich zu riskieren und so zu Künstlern zu werden, ganz im Sinne von Beuys (gestalterische Grundorientierung)? Haben sie in der Schule die Möglichkeit zur Selbstbegegnung, der Versicherung, dass sie selbst da sind, erkennbar an der Welt (selbstreferentielle Grundorientierung)? Suchen wir mit ihnen gemeinsam Fragen, oder haben wir andauernd Antworten parat (fragende Grundorientierung)? Und können wir mit ihnen ihren Stern erahnen, der sie leitet zu denen zu werden, die sie letztendlich sind, jeder und jede einzelne (sinnsuchende Grundorientierung)?

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Bemühungen um eine gegenwartsgemäße Schule, die Zukünftiges ermöglicht, leuchtet wie ein Stern, mit dessen Hilfe wir nicht irregehen können, nicht Gefahr laufen, von außen zu reformieren, was von innen erfühlt und erfüllt werden muss. Es mag erstaunlich klingen, dass ich mich nach mittlerweile doch schon angewachsener Unterrichtserfahrung immer noch recht am Anfang wähne, angesichts dessen, was ich von Henning Köhler mitnehmen konnte, ist dieser Eindruck bestätigt – ich bin ganz am Anfang, jeden Tag neu, und unendlich froh darüber, dass zu den bereits vertrauten Fragen immer neue dazukommen. Das schärft die Sinne, macht das Herz weit und hilft, die zu werden, die da werden will, gemeinsam mit vielen anderen. Ursula Kaufmann

Ich weiß, diesem Leitfaden in der pädagogischen Arbeit zu folgen, das lohnt. Das kann uns die nächsten Jahre führen, so haben wir eine Orientierungshilfe, die uns in unseren

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Und nach welchem Takt tanzen Sie? Beethoven-Abend – 17.Jänner

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nach Mälzel, doch kann dieß nur von den ersten Täkten gelten, denn die Empfindung hat auch ihren Takt, dieses ist aber doch nicht ganz in diesem Grade (100 eben) auszudrücken.“, so Beethoven zu seiner Tempoangabe für das Lied „So oder so“.

Das lässt mir als Mensch und Waldorflehrerin das Herz höher schlagen, wenn’s da heißt, bei Beethoven muss man hinhören, mitdenken, mitfühlen, was sich da ausdrückt, also das Gemüt und die Empfindungen einbeziehen, um zum gemeinten Tempo zu gelangen. Da muss man sich als Künstler, hat Harke de Roos recht mit seinen Überlegungen und Recherchen, nochmals ganz anders einlassen und selbst einbringen. Gilt das denn nur für Beethoven?, steigt da gleich die Frage in mir auf. Und welcher Takt ist denn mein eigener jeweils, oder tanze ich nach einem vorgegebenen, der gar nicht mir entspricht? Und wie nehme ich denn wahr, wie mein Gegenüber schwingt? Lange konnte ich diesen Gedanken in dem Moment allerdings nicht nachgehen, denn Beethoven wollte meine Aufmerksamkeit. Seinen Tempoangaben oder –verschleierungen auf die Spur zu kommen war eines der Rätsel, denen Harke de Roos mit Frolieb Stollwerck als Interpretin an diesem Abend nachgegangen ist und sein Publikum mitgenommen hat, um gemeinsam hinzulauschen.

Ein weiteres ging der Widmung der Eroica nach, die ja, so meinen wir zu wissen, Napoleon Bonaparte dediziert wurde. Christian Tomsits las das Kapitel „Die Eroica – Heldendenkmal und Neubeginn“ aus de Roos‘ Buch „Der andere Beethoven – das Rätselmetronom oder die dunklen Tränen“. Belegt mit musikalischen Zitaten aus Mozarts Bastien und Bastienne, unendlicher Recherchearbeit und Vergleichen mit Werken vieler Komponisten, auf Grund von biographischen Begebenheiten aus Beethovens Leben und konsequent neu gedachten Fragestellungen kommt Harke de Roos zu dem Schluss, dass bei aller anfänglicher Verehrung für Napoleon der eigentliche Held, dessen da gedacht und der im Marcia funebre im zweiten Satz zu Grabe getragen wird, Mozart ist. Der Mozart, den Beethoven in sich trug als musikalischen Helden, den zu überwinden aber notwendig wurde, um zu dem Beethoven werden zu können. So gesehen beschreitet Beethoven mit der Eroica mehr als nur im Formalen einen neuen Weg. Ob es den vielen anderen Menschen im Publikum auch so ging, dass sie staunend vor vermeintlich Bekanntem standen – ich denke es mir. Mir sind noch viele weitere Fragen gekommen, wirklich verstanden, so mein

Gefühl, habe ich das noch lange nicht. Aber so soll’s ja sein – neugierig soll man werden können hier an der Schule, nicht nur am Vormittag bis zum Unterrichtsende. Dieser Geist geht bis hinein in die vielen großartigen Veranstaltungen, die immer wieder an unserer Schule möglich werden, und vielleicht auch von dort wieder so richtig erfrischt in die Vormittage. Dies erhofft sich ganz im Ernst (danke, Heini Staudinger, für diese Anleihe!) Ursula Kaufmann Und wer noch neugierig geworden ist: Es gibt dazu das oben erwähnte Buch „Der andere Beethoven“, eine CD, auf der die Zweite Symphonie in D-Dur Op. 36 mit den Wiener Symphonikern, dirigiert von Harke de Roos entsprechend seinen Erkenntnissen, eingespielt wurde, und beim Carinthischen Sommer kommt das Violinkonzert D-Dur op. 61 unter de Roos zur Aufführung. Die links dazu: www.harkederoos.de www.katharos-verlag.de http://www.carinthischersommer. at/index.php?cccpage=programm _ juli _ detail&set _ z _ veranstaltungen=272

Zabalaza kommt wieder bitte vormerken! Mi 4.juni 2014 Festsaal der Karl Schubert Schule

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Der MoMent-Buchtipp zum Thema Erleben: Brandaktuell das neue, empfehlenswerte Buch von Andreas Neider „Aufmerksamkeitsdefizite - Wie das Internet unser Bewusstsein korrumpiert und was wir dagegen tun können.“ Ein fundiertes Aufklärungsbuch über moderne Medien Andreas Neider erklärt einfühlsam und kompetent, wie raffiniert uns die modernen Medien heute umgarnen. Ohne in Polemik abzugleiten schafft er es, in phänomenologischen Beschreibungen die erschreckende Rückseite der Unterhaltungselektronik aufzuzeigen. Im Mittelpunkt steht dabei die schleichende Korruption der menschlichen Aufmerksamkeitskräfte. Dabei werden aus echten Freundschaften unverbindliche anonyme Bekanntschaften bei facebook, oder es wird aus ganzheitlicher Persönlichkeitsbildung eine blutleere Wissensüberschwemmung durch Wikipedia. Doch der Autor bleibt nicht dabei stehen, die Finger in die Wunde des Kabylon der Social Medias zu legen. Er zeigt auch interessan-

te und neue Auswege auf. Auswege, die jenseits der fragwürdigen Konzepte der „Medienkompetenz“ liegen (die letztlich selbst auf eine Maximierung des Medienkonsums hinauslaufen). Sein Ansatz ist die Erziehung zur „Medienbalance“, bei der der Nutzung von virtuellen Medien ein ebenbürtiges Pendant entgegengesetzt wird: das Eintauchen in die Realität, reelle Begegnungen mit Freunden, echte soziale Kontakte, originale Abenteuer in der Natur, Erlebnispädagogik, wirkliche Kunst und Musik etc. ( M.Birnthaler) Weitere Informationen über den Autor und eine Leseprobe unter: www.aufmerksamkeitsdefizite.com ISBN-13: 978-3-7725-2485-1 Seiten: 234 Verlag: Freies Geistesleben

Waldorf Schule Sansibar braucht Ihre Unterstützung! Seit einem  Jahr gibt es eine Waldorf-Schule in Sansibar, Tansania. Die Schule befindet sich derzeit im Aufbau. Es gibt bereits einen Kindergarten, eine erste und eine zweite Klasse. Um diese Schule in ihrem Wachstum zu unterstützen werden Unterrichtsmaterialien gebraucht.  Folgendes wird benötigt: Wachsblöcke, Wasserfarben, Pinsel, Blockflöten, Triangeln, Kreiden. Ich bitte um Ihre Mithilfe. Vor dem Sekretariat steht ein Korb (ab Erscheinungstermin vom Moment für 3 Wochen) für Ihre Spenden. Vielen Dank. Ester Platzer  Tel: 0681 20594634 Ich bin eine ehemalige Waldorfschülerin und habe jahrelang in Sansibar gelebt. Diese Schule ist eine bewundernswerte Initiative, die meiner Meinung nach unterstützt gehört. Im Frühling fliege ich nach Sansibar und möchte der Schule gerne möglichst viele Spenden persönlich übergeben. Weitere Informationen über die Schule: http://www.cefzanzibar.com/

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Vortrag von C.O. Haupt am Donnerstag, 15.5.2014 DAS ZAHNSPANGENPROBLEM AUS GANZHEITLICHER SICHT – WIE KANN ICH DIE GESUNDE GEBISSENTWICKLUNG MEINES KINDES UNTERSTÜTZEN? 20 Uhr im Großen Raum von FRAM Speisingerstraße 260-262, 1230 - Wien (oberhalb der Paracelsus-Apotheke) Richtpreis: 15,-€ So wie jährlich über ein Jahrzehnt kommt auch heuer Herr Haupt zu uns. Herr C.O. Haupt hat eine langjährige Zahnarzt-Praxis in München. In seinen Vorträgen beleuchtet er die menschliche vor allem kindliche - Zahnentwicklung aus seiner sehr authentischen, persönlich erarbeiteten Sichtweise. Die Grundlage dafür ist die anthroposophische Geisteswissenschaft. Er bringt ganz konkrete Antworten und Einsichten, überrascht und begeistert immer wieder! Für die Kinder der 1. - 4. Klasse der R. Steiner-Schule Wien-Mauer finden am Freitag, den 16.5.2014 zahnärztliche Untersuchungen mit Beratung statt. Nähere Informationen werden nach den Osterferien bekanntgegeben. Auskunft: L. Debruyn. Tel.: 01/908.98.41.

Faust I und Faust II am Ostersamstag „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden belebenden Blick …“ Ostern und Faust, das ist gewissermaßen eine Einheit, das passt zusammen, wie der Faust auf’s … Nun, wir wollen es nicht übertreiben mit hinkenden Vergleichen. Aber für das Auge und für alle Sinne wird diese Osterwo-

che wieder etwas Besonderes geboten: Faust I wollen wir gehen; vielmehr suchen wir und Faust II an einem Tag aufgeführt; am Os- stets, wenn auch noch so bescheiden, einen neuen Aufbruch, der dem vollen tersamstag den 19. April ab 14 Uhr. Menschenwesen auch in unserer Zeit geEs ist wieder das Odyssee-Theater unter der recht wird.“ Leitung von Dr. Wolfgang Peter, das dieses große Werk in gekürzter Fassung an einem Tag auf Und genau auf diesem Weg, passt ja die Bühne bringt. Vom Osterspaziergang über das Faust-Drama in seiner Entwicklung die Gretchen-Tragödie bis hin zu Homunculus, hin zum modernen Menschen perfekt. Helena und schlussendlich zur Mater Gloriosa. Faust I und Faust II: 19. April ab 14 Uhr, Das Odyssee-Theater besteht unter diesem Rudolf Steiner-Schule in WienNamen seit 1996. „Statt zu interpretieren und Mauer, Großer Festsaal zu kritisieren wollen wir lieber charakterisieren – urteilen soll der Zuschauer selbst nach seinem www. odysseetheater.com eigenen freien Ermessen“, beschreibt Dr. Peter die Arbeit dieser Spielergemeinschaft. „Nicht einen ,verstaubten‘ oder gar ,reaktionären‘ Weg

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Der Seelen Erwachen Seelische und geistige Vorgänge in szenischen Bildern von Rudolf Steiner

Samstag, 3. Mai 2014, 16h

Rudolf Steiner Schule Wien-Mauer, Endresstraße 100, 1230 Wien KARTENRESERVIERUNG: Tel.: +43 (1) 8659103 Mobil: +43 (676) 9414616 | http://tickets.mysteriendramen.org Eintritt: 25 € (Ermäßigung möglich!) „Der Seelen Erwachen“ ist das vierte und letzte von Rudolf Steiner verfasste Mysteriendrama. Die Mysteriendramen zeigen in künstlerisch-dramatischer Form den geistigen Entwicklungsweg einer Gruppe eng miteinander verbundener Menschen, die nach wahrer Selbsterkenntnis und bewusster Entfaltung ihrer geistigen Kräfte streben, um diese für das alltägliche praktische Leben fruchtbar zu machen. Die wahren Triebkräfte des Schicksalsgeschehens, die seit der Antike das Kernthema der tragischen Dichtung bilden, werden dabei erstmals offen und konsequent auf die schicksalhaften Verwicklungen in früheren Erdenleben zurückgeführt, wodurch zugleich ein erhellendes Licht auf die geistig-kulturelle Entwicklung der Menschheit geworfen wird. Im Zentrum von „Der Seelen Erwachen“ steht die Rückschau in die spätägyptische Inkarnation der handelnden Personen und der sich daraus ergebenden schicksalhaften Aufgaben. Anlass genug für eine kleine, bunt gemischte Gemeinschaft engagierter Menschen, es nach längerer Vorarbeit zu wagen, Steiners Dramen rein aus der künstlerischen Formkraft des

Textes, frisch und unbelastet von allzu spekulativer intellektueller Interpretation, in zeitgemäßer Sprache zu lebendigen Bildern zu verdichten, die unverstellt und hautnah geistige Wahrheiten offenbaren, die auch den wesentlichen Gehalt der Anthroposophie bilden. 2007 begannen wir mit eine längeren Phase der Vorbereitung. 2010 hatte Die Pforte der Einweihung Premiere. Bis Ende 2012 konnten wir einen Kreis von 14 Vorstellungen vollenden. Die Prüfung der Seele folgte ab 2012 mit bislang 10 Vorstellungen. 2013 fand eine Aufführungsreihe von Steiners drittem Drama - Der Hüter der Schwelle - mit bisher 9 Vorstellungen statt, weitere sind in Planung. Mit der Premiere des vierten Dramas, am 22. Februar 2014 in Donji Kraljevec, dem Geburtsort Rudolf Steiners, beginnt sich für uns der große Kreis der vier Mysteriendramen zu schließen, deren gemeinsames Motto in dem Siegelbild des 4. Dramas bekräftigt wird: Ich erkennet sich. Weitere Informationen auf unserer Homepage: www.mysteriendramen.org.

VORTRÄGE in WIEN von MARCUS SCHNEIDER (Basel) im März 2014

Marcus Schneider, geb. 1954 in Basel Leiter der Akademie für anthroposophische Pädagogik, AFAP, in Dornach/Schweiz Präsident des Paracelsus-Zweiges, Basel, Pianist und Autor, rege Vortragstätigkeit im In- und Ausland

DAS KARMA DES GELDES Vortrag: Freitag, 21. März 2014 20:00 Uhr: Schuld und Verdienst in Biographie und Ökologie Seminar: Samstag, 22. März 2014 09:30 Uhr: Für Geld arbeiten? – Soziale Dreigliederung 11:00 Uhr: Geld und Magie in Goethes Faust Ort: Goetheanistische Studienstätte Wien 1230 Wien, Speisingerstraße 258

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RICHARD WAGNERS GENESIS Vortrag: „Das Rheingold“ – der Sturz in den Egoismus Einführung mit Klavier Datum: Sonntag, 23.März 2014, 11:00 Uhr Ort: Österreichische Gesellschaft für Musik 1010 Wien, Hanuschgasse 3

Information: Vera Gassler, Telefon und Fax 01/581 23 27

MoMent  WINTER 2014


MÄRCHENBÜHNE DER APFELBAUM

Figurentheater für Kinder ab dem 4. Lebensjahr Eintritt: € 8,00

MÄRCHENBÜHNE DER APFELBAUM / DAS OFF THEATER, Kirchengasse 41, 1070 Wien Kartenreservierung: 01/523 17 29-20, Sa/So 13:00-15:00 0676/5700820, apfelbaum@maerchenbuehne.at , www.maerchenbuehne.at

DORNRÖSCHEN   4+ Ein Märchen der Gebrüder Grimm Ein König und eine Königin wünschen sich ein Kind. Als sich ihr Wunsch erfüllt, geben sie ein großes Fest und laden nicht nur alle Freunde und Bekannte, sondern auch zwölf weise Frauen des Landes dazu ein. Die dreizehnte Fee, die nicht eingeladen wird, rächt sich und verwünscht die Königstochter. An des Mädchens fünfzehnten Geburtstag tritt das Vorhergesagte ein und die Königstochter fällt in einen 100jährigen Schlaf. SA / SO 22./23.3, SA / SO 29./30.3., FR 4.4. (anschl.Tanz mit den Kindern) SA 5.4., FR /SA 11./12.4. jeweils 16:00 ROTKÄPPCHEN   4+ Ein Märchen der Gebrüder Grimm Ein kleines Mädchen bekommt von seiner Großmutter ein rotes Samtkäppchen, und da es dieses nicht mehr missen möchte, wird es von allen, das Rotkäppchen genannt. Als eines Tages die Großmutter erkrankt, und das Kind ihr Kuchen und Wein bringen soll, da begegnet ihm im Wald der Wolf. Rotkäppchen zeigt so klar und überzeugend wie kein anderes Märchen die Überwindung des Bösen und der Angst. Wir setzen diese Geschichte in eine humorvolle Rahmenhandlung. Ein Vergnügen für Jung und Alt! SA / SO 26./27.4., SA /SO 3./4.5., FR 9.5. (anschl. Tanz mit den Kindern), SA 10.5., SA /SO 17./18.5., FR 23.5. (anschl. Tanz), SA 24.5. jeweils 16:00

MÄRCHENTHEATERTAG   3+ Ein Nachmittag mit drei unserer schönsten Märchen aus dem Wandertheater. Lassen Sie sich mit köstlichen Mehlspeisen in unserem Kaffeehaus verwöhnen, währenddessen können Ihre Kinder basteln und malen. SA  31.5.: 15:00 Das Waldhaus, 16:00 Die Bremer Stadtmusikanten, 17:00 Spindel, Weberschiffchen und Nadel MUSIK – PUPPENSPIEL – TANZ   3+ Eine Kooperation der Märchenbühne Der Apfelbaum mit dem Ensemble Allegria: DAS KLEINE ICH BIN ICH nach Mira Lobe „Auf der bunten Blumenwiese geht ein buntes Tier spazieren.“ Ein kleines Wesen auf der Suche nach seiner Identität. SO 1.6. um 11:00 und 15:00, SO 15.6.  um 11:00 und 15:00    

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im freien flug : wochenendworkshop aquarell no. 2 schmetterlingsflügel sind eine inspirationsquelle für unendliche farb- und formkombinationen. angeregt durch die einzigartige metamorphose der schmetterlinge werden wir auf poetische weise die stationen dieses naturschauspiels in aquarellen umsetzen. freitag 9. Mai 18-21 und samstag 10. Mai 10-18, 95 € ohne material

unterwegs : wochenendworkshop skizzen eindrücke unterwegs in schnellen strichen und flottem farbauftrag festhalten. vorbereitung auf urlaubsskizzen und reisetagebücher, in denen man gesehenes gern vereinfacht aufs papier bringen möchte. bleistift, buntstifte, aquarell. freitag 13, juni 16:30-20:30 und samstag 14. Juni 9-19, 95 € ohne material (ersatztermin 20./21. juni)

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P.b.b.

Diese Ausgabe v. MoMent wird voraussichtlich am 05.03.2014 an die post.at übergeben.

Wozu denn alles tief ergründen, wenn der Schnee schmilzt, wird sichs finden. J. W. Goethe

Im Jänner kam der Gärtner zum Greißler. Sie stiegen hinauf ins Dachbodenzimmer der Greißlerei. Da sitzen sie zwischen Schachteln und Getreidesäcken und reden. Was reden sie an diesem Jännertag, an dem der Winter zum ersten Mal die Krallen zeigt? Sie reden von kommenden Tagen: Regenwürmer werden die Erde lockern, Marienkäfer werden sonnenbaden, der Boden wird sich erwärmen. Was werden wir anbauen? fragt der Gärtner. Heuer mehr Salate und Kräuter, sagt der Greißler, zuerst die Radieschen, Rucola, Frühlingszwiebeln. Und bald schon den Brokkoli, Karotten, Fenchel, später Melanzani, Paprika, die Tomaten, Zucchini und Gurken. So reden sich der Gärtner und der Greißler durchs ganze Gartenjahr. Von samenfesten Sorten reden sie nicht, nicht von Demeter-Saatgut, kein Wort über die biologisch-dynamischen Präparate, welche die Böden des Klostergartens Laab verbessern. Spargel wollen sie heuer erstmals versuchen, das ist der Rede wert. Die Einzigartigkeit ihrer Zusammenarbeit erwähnen sie nicht. Die scheint dem Gärtner und dem Greißler so selbstverständlich wie die Demeter-Qualität des Gemüses, das der Klostergarten Laab anbaut und aus gutem grund verkauft. Produkte aus biologisch-dynamischer Landwirtschaft sind das Fundament, auf dem der gute grund steht, darüber muss Esche Schörghofer mit dem Gärtner Nikolaus Kramer nicht erst reden. aus gutem grund Bio Feinkost seit 1978 in Mauer www.ausgutemgrund.at

Termine

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Mo 3.3. bis Fr 7.3. Kellertheaterwoche 10.Klasse So 16.3. Elternratsitzung Sa 22.3. Schulgemeinschaftstreffen, s.S. 13 Fr 4. bis So 6.4. 8. Klass-Spiel So 6.4. Elternratsitzung Mi 9.4. Konzert in Otto Wagnerkirche am Steinhof s.S.11 Mi 9.4. Redaktionsschluss Frühlings-MoMent Di 29.4. Benefiz-Konzert, s.S. 27 Sa 12.4. bis So 27.4. Osterferien Mo 5. bis Fr 9.5. Referatswoche 12. Klasse Sa 10.5. Frühlingsfest, s.S. 13 So 11.5. Elternratsitzung Fr 16. / Sa 17.5. Musikabend d. 11. Klasse Do 5. / Fr 6.6. Abschluss-Spiel d. 12. Klasse

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Profile for Karl Hruza

Moment Winter 2014  

MoMent - Zeitschrift für die Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer

Moment Winter 2014  

MoMent - Zeitschrift für die Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer

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